Ihr. 67. AboimemeM«-Kedingungen: «donnemenli-PretI pränumerando: vterleljährl. ZL0 Ml., monatl. I.IVMI.. wöchenlltch 28 Psg. frei in« Hau«. Einzelne Nummer 5 Psg. Sonntag«: Nummer mit illustrirter Sonntag«- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung«- Preisliste für 1899 unter Nr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrig« Antland 3 Marl pro Monat. 16. Jahrg. Erscheint täglich außer Monlog«. Berliner Volksblnlt. Hie Instrtions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene«olonel- zeile oder deren Raum 40 Psg., für politische und gewerlschaslliche Berein«- und Versammlung«-Anzeigen, sowie Arbeil«marlt 20 Psg. Inserate sür die nächste Nummer müssen bi» l Uhr nachmittag« in der Erpedtlton abgegeben werden. Die Erpedtlton ist an Wochen- tagen bi« 7 Uhr abend«, an Eonn- und Festtagen bi« 8Uhr vormittag« geöstnei. Fernsprecher: vmt l, Nr. 1S08. Telegramm< Adresse: „S»li«ldemostr«t verlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschtands. Ledakiion: SW. 19, Veuth-Strasje 2. Sonntag, den 19. März 1899. Expedition: SW. 19, Venth-Straste 3 Znm Banarbeiterschntz- Kongreß. Am Montag tritt in Berlin der Kongreß der Bauarbeiter Deutschlands zusammen, um die Mittel zur Erlangung eines ivirksamen Schutzes gegen die Berufsgefahren zu berathen. Die Bauarbeiter können aus einen langen Kampf zurück blicken, einen Kampf, der— wie alle Arbeiterkämpfe— viele Opfer erfordert, der aber auch zu einem glänzenden moralischen Siege auf der ganzen Linie geführt hat. Es galt, die argen Mißstände, unter denen Taufende von Bauarbeitern so furchtbar schwer zu leiden habm unter denen jedes Jahr Hunderte ihr Leben, Tausende ihre Gesundheit einbüße« müssen, ans Tageslicht zu ziehen und die herrschende Klasse zu zwingen, für die nöthigen Schutzmaßrcgeln zu sorgen. Anfangs fehlte dieser Bewegung die einheitliche Führung. Die Proteste der Bauarbeiter der hallten in vereinzelten Zeitungsartikeln, in vereinzelten Ver sammlungsbeschlüssen und in vereinzelten Eingaben an die Behörden. Mit der Zeit aber schlössen die Bauarbeiter sich immer mehr zusammen, die einzelnen Branchen und einzelnen Orte arbeiteten einander in die Hände, und so kam schließlich die gründliche, auf sorgfältigen, umfassenden Erhebungen be ruhende Darstellung der„Mißstände im Baugewerbe", die im Jahre 1897 von der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands herausgegeben worden ist, zu stände. Gestützt auf das von den Bauarbeitern gelieferte Material konnten die Arbeiterorganisationen und Arbeitervertreter im Reiche, in den einzelnen Bundesstaaten und in den Kreisen und Städten um so nachdrücklicher für besseren Bauarbeiter- schütz eintreten. Im Reichstage fanden die Forderungen der Bauarbeiter im Jahre 1896 eine fast einstimmige Billigung aller Parteien Der Vertreter der Rcichsregierung, der Staatssekretär des Innern, erkannte im vorigen Jahre„das Verlangen nach einem wirksameren Schutz der Bauarbeiter gegen Unfälle und Gcsundheitsgcfahren" als berechtigt an. In diesem Jahre klang die Erklärung des Grafen v. Posadowsky für die Arbeiter sehr unbefriedigend, die dahin ging, daß an eine reichsgcsetzliche Erledigung der Materie nicht zu denken sei. Der Herr Staatssekretär hält es für zweckmäßig, durch Landes- oder lokale Polizeivcrordnungcn einzugreifen. Damit können sich die Arbeiter nicht zufrieden geben, denn die Uebel sind allerorts die gleichen und eine einheitliche Regelung der Frage durch Rcichsgesetz oder Bundesrathsverordnung hätte schneller und wirksamer einsetzen können. Im preußischen Abgeordnetenhause wies der Minister für Handel und Gewerbe, Brefeld, vor wenigen Tagen darauf hin. daß der Mangel einer guten baupolizeilichen Aufsicht ein wesentlicher Grund für die große Zahl der Bauunfälle sei. Bayern hat lviederholt zu besserem Bauarbeiterschutz gemahnt. Ebenso Sachsen, das außerdem in letzter Zeit Grundzüge zu einem neuen Baugesctz hat ausarbeiten lassen. Für das Herzogthum Braunschweig hat die Landes-Ver- sammlung eine neue Bau- Ordnung fertig gebracht. Eine ganze Reihe mehr oder weniger guter Arbciterschutz Verordnungen ist dort erschienen. Kurz, auf allen Seiten sehen wir jetzt, dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit der Bau arbcitcr, die Nothwcndigkeit eines besseren Bauarbeiterschutzes im Prinzip unbestritten. Aber die praktische Bcthätigung dieses Prinzips, die ernst- hafte Durchführung eines wirksamen Bauarbciterschutzcs, fehlt auch heute noch fast vollständig. Abgesehen davon, daß die vielen Verordnungen und Vorschriften lange nicht den noth »vendigen Anforderungen der Bauarbeiter entsprechen, kann schon deshalb von einem wirklichen Schutze gar keine Rede sein, weil eine Kontrolle darüber, ob die erlassenen Schutz Vorschriften beachtet werden, so gut wie ganz fehlt, und daher die ärgsten Mißstände nach wie vor herrschen. Das Reich aber, dessen Pflicht es wäre. zur Beseitigung der allgemein anerkannten Mißstände das Nothlvendige zu veranlassen, scheut sich mit Rücksicht auf die„vielen Umständlichkeiten" und„großen Kosten", diese Pflicht zu erfüllen. Hier muß jetzt der weitere Kampf der Bauarbeiter einsetzen. Neben dem Ausbau der Schutzvorschriften niuß eine gewissenhafte Kontrolle verlangt werden, zu der auch Vertreter der Bauarbeiter berufen werden. Dies im Namen aller Bau orbeiter klar und deutlich auszusprechen, und zu dem weiteren Kampfe alle Kräfte zu sammeln sowie die besten Mittel und Wege aufzufinden: das ist die Aufgabe der sich ver- sammelnden Delegirtcn, die ihre Arbeit, in der Ucberzeugung von dem gewissen Siege ihrer gerechten Sache, mit freudigem Herzen beginnen. So sehr sich die herrschende Klasse gegen das Stückchen Arbciterschutz gesträubt hat und sträuben wird, sie muß doch mehr und mehr dem Drucke der Arbeiterbewegung nachgeben. Und speziell im Baugewerbe mahnen die tagtäglich sich er- eignenden Bauunfälle immer von Neuem zum Kampfe und rütteln inimer weitere Kreise aus ihrer Gleichgiltigkeit heraus. Aber noch mehr. Der bisherige Verlauf dieses Kämpfes hat gezeigt, daß die Bauarbeiter ihrer großen Aufgabe gewachsen sind, daß sie es verstehen, ihre gerechte Sache in überlegter Weise unablässig und thatkräftig zu führen. In diesem Geiste wird sicher auch der Kongreß arbeiten und dadurch der ruhmreichen Geschichte der Arbeiterbewegung ein neues, ihr würdiges Blatt hinzufügen. Deshalb ein herzliches Willkommen und ein zuversichtliches Glückauf den Verttetern der Bauarbeiter Deutschlands! Das allgemeine Wahlrecht für Wien. -st-Wien, 17. März. Herr L u c g e r, der erste Schauspieler der Wiener Thcatcrstadt, hat die Welt vorige Woche mit einem Koup überrascht, der selbst bei diesem alten Komödianten über- raschen und verwundern mußte. Er brachte im Wiener Gc- meinderath den Entwurf eines neuen Gemeindestatuts ein, das nebst anderen ganz bedeutende Umänderungen der gegenwärtigen Gemeindcvcrfassung, eine Reform von fast revo- lutionärer Kraft enthält: die Aufhebung der Wahlkörpcr und die Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Stimmrechtes für die Wahl der Stadtver- t r e t u n g. Das geltende Statut der Stadt Wien— die großen Städte in Oesterreich unterstehen nicht dem Gc meindegesetze, sondern besitzen ein durch die Landesgesetz- gebung geschaffenes eigenes Statut— stamnit aus dem Jahre 1896. Ivo die Vereinigung der ehemaligen Vororte mit dem alten Wien zu der jetzigen Großstadt vollzogen wurde. Der Gemcinderath, das beschließende und verwaltende aüto- nomc Organ der Stadt, besteht aus 138 Mitgliedern, die auf Grund eines Zensus gewählt werden. Das Wahlrecht besitzen — abgesehen von den spärlichen Wählern, denen es auf Grund persönlicher Qualifikation zusteht, wie den Bcaniten, Lehrern, Doktoren— diejenigen 24 jährigen Staatsbürger, die eine direkte Steuer von mindestens 5 Gulden zahlen. So kommt es, daß von den etwa 366(XX) erwachsenen Männern nur rund 80(XX) Gemeindewähler sind, ein Zustand, der natürlich ebenso widersinnig wie unhaltbar ist. Diese Wähler gliedern sich nun wieder in drei Wahlkörpcr, die im Umfange ganz außerordentlich ungleich sind, von denen aber trotzdem jeder die gleiche Anzahl Mandate besitzt. Bei den letzten all gemeinen Wahlen für den Gemeinderath zählte der dritte Wahlkörper, der die kleinbürgerlichen Wähler umfaßt, zirka 58(XX) Wähler, der zweite, den die qualiffzirten, die sogen. Jntelligenzwähler bilden. 27 000 Wähler, und der erste, dessen Wähler der eigentlichen Plutokratie angc- hören, 6000 Wähler, ein Unterschied der Quantität, der dadurch, daß jeder dieser Wahlkörpcr 46 Ge- meinderathe wählt. zu einem sehr bedeutenden Unter- schied in der Qualität der Wähler wird. Damit ist aber der künstliche Charakter des Wahlrechtes noch nicht erschöpft. Zu der Wahlkörper-Geomcttie kommt noch die systematische Un gleichheit in der Bewerthung der einzelnen Stadtbezirke. Ein Beispiel genügt, um den Geist dieses Wahlrechtes klarzumachen. Die innere Stadt, die Stätte des finanziellen und industriellen Kapitals, hatte im Jahre 1890 67 000 Einwohner und 6060 Wähler; Ottakring, der Sitz des Wiener Kleingewerbes, hatte 107 000 Einwohner und 4800 Wähler. Aber die kleine innere Stadt wählt 21 Genieinderäthe, das große Ottakiing aber nur sechs! Wie man sieht, ist das Wahlsystem sür die Interessen derGroßbourgeoisie geradezu zurechtgeschnitten und es hat auch im ersten WahlgangeseineSchuldigkeitnochgethan. Seine erste Wirkung war ein vollständiger Sieg der Liberalen, und wenn diese Partei trotz des für sie zurechtgekleistcrtcn Wahlrechtes, trotz aller Wahlgeometne, dennoch in Wien von der Bildfläche so ziemlich verschwunden ist. so kann daraus der Grad ihrer Unfähigkeit und Untüchtigkeit recht deutlich erkannt werden. Man muß sich diesen Stand vergegenwärtigen, um zu er messen, welchen U m st u r z aller Dinge die bürgerliche Wahlrcform bedeutet. Die Wahlreform, die der Wiener Bürgermeister vorgelegt und die der Gemeinderath gestern und vorgestern in zwei Nachtsitzungen unverändert an- genommen hat, räumt mit den Wahlkörpern aus und läßt den ganzen Gemeinderath aus dem allgemeinen Stimmrecht wählen. Wähler sollen alle 24 jähttgen Männer sein und die Mandate werden auf die einzelnen Stadtbezirke— Wien hat deren jetzt 19, es würden ihrer aber dann durch Zertheilung der Leopoldstadt 20 werden — nach der Zahl der Wähler vertheilt. Allerdings hat das Lueger'schc„allgemeine" Wahlrecht einen Hinterfuß: Die Wahlberechtigung wird an eine ununterbrochene fünfjährige Seßhaftigkeit geknüpft: Wähler ist also nur derjenige, der während der der Wahl vorhergehenden fünf Jahre seinen Wohnsitz in Wien nie aufgegeben hat. Diese tückische Bestimmung ist natürlich gegen niemand anderes genchtet, als gegen die Arbeiter; es ist geradezu ein „allgemeines" Wahlrecht mit Ausschluß der Arbeiter. Denn daß diese Bestimmung mindestens ein Drittel aller die sonsttgen Bedingungen zur Wahlberechtigung besitzenden Arbeiter voni Wahlrechte ausschließen würden, liegt schon in den Verhält- nissen einer Stadt, die sich zur Industriestadt erst allmälig entwickelt. Die Wiener Arbeiter haben das Lueger'sche Projekt auch klar beurtheilt und die Infamie jener Bestimmung ofort energisch gebrandmarkt. Wenn sonst ein Politiker einen solchen Schritt thäte, wie ihn diese Wahlreform darstellt— und dies trotz der Be- dingung der 5jährigcn Seßhaftigkeit— so würde man seine demokratische Gesinnung billigen und die Unerschrockenheit einer Kraft anstaunen. Herrn Lueger gegenüber liegt die Sache anders, denn dieser Mensch ist ein politischer Gaukler von einer Unverfrorenheit, wie sie vielleicht seit dem dritten Napoleon nicht da war. Herr Lueger hat nämlich seine Wahlrefonn so eingerichtet, daß es gar nicht unwahrscheinlich ist, er rechne mehr auf ihr Scheitern, als auf ihre Verwirklichung. Herr Lueger spckulirt darauf, daß das Gesetz von der Regierung nicht zur Sanktionirung vorgelegt werden wird, und er also die Fährnisse des allgemeinen Stimmrechtes erspart, den politischen Vorthcil von der Sache jedoch, die Auffrischung seines sehr schäbig gewordenen Rufes nämlich, einheimsen können wird. Daß eine österreichische Regierung an sich nicht sehr geneigt sein dürfte, dem allgemeinen und namentlich dem gleichen Stimmrecht in der größten Stadt des Reiches Thür und Thor zu öffnen, ist bei dem Charakter der österrcichischeii Regieningen ziemlich klar. Aber Herr Lueger hat seinen Entwurf auch mit Bestimmungen belastet, von denen er nur allzu gut weiß, daß sie die Regierung nicht akzeptiren wird. In Berlin, wo man gewöhnt ist. sich die Wege, die man macht, gründlich zu über- legen, wird man es wahrscheinlich nicht fassen, wie derlei möglich ist, was gestern im Wiener Gemeinderath geschah. Die Verhandlung über eine so ernste und bedeutsame Sache, wie es die Verfaffung der Stadt ist, war eine Reihe von Skandalen, die schlechterdings selbst in Animirkneipcn un- möglich wären. So oft ein oppositioneller Gemeinderath sprach, machte die antisemitische Majorität blöden Ulk. Und was für Ulk! Lautes Vorlesen aus Witzblättern, Imitationen von Thierstimmen. Zwischenrufe im jüdischen Jargon: Das ist die„Hetz", der sich der Lueger'sche Janhagel während der Berathung der Wahlreform hingab. Um 10 Uhr Nachts stand nun ein Gemeiiidcrath auf, dem man von weitem anmerkte, daß er nicht ganz nüchtern sei, und stellte den Antrag, in das Gesetz eine Bestimmung aufzunehmen, wonach jeder sein Wahlrecht ausüben müsse, widrigenfalls er einer Geld- oder Arreststrase verfalle. Und dieser Antrag, der einer der bestrittensten Fragen, die Frage der Wahlpflicht, so nebenbei„erledigt", wurde ohne Debatte angenommen! Hatte man also schon vorher Grund, der Ehrlichkeit und dem Ernst der Lueger'schen Reform auf's schärfste zu mißtrauen: Diese Art der„Berathung" macht es noch deutlicher, daß sich Herr Lueger über das Schicksal des Gesetzes nicht nur keiner Täuschung hiugiebt, sondern aus s?in Scheitern geradezu rechnet. Der Radikalismus der Wahl- reform, das ist seine Rechnung, soll die Gedanken der Wahl« refonn ganz erschlagen. Aber der demagogische Klown, der heute in Wien Bürger- pieister ist, war diesmal zu schlau, um klug zu sein. So wie er sich es vorstellt, daß er das Feuer anzünden kann, um seinen Suppentopf daran zu rücken, und es nach Belieben wieder auszulöschen— so steht die Sache mit dem allgemeinen Wahlrecht gewiß nicht. Dieses Feuer, einmal angezündet, wird nicht mehr verlöschen, bevor nicht das Gebäude des Privilegicnwahlrechts bis auf den Grund cingeäschett sein wird. Ueber die augenblicklichen Wirkungen des all- gemeinen und gleichen Wahlrechts in Wien braucht man sich dabei keinen Täuschungen hinzugeben. Die Sozialdemokraten besitzen, wenn nian die Reichsrathswähler von 1397 zur Grundlage nimmt, nur in den zwei ausgesprochenen Arbeiterbezirken Favoriten und Ottakring die Mehrheit, und auch da könnte die Bedingung der fünfjährigen Seßhaftigkeit ihren Vorsprung wettmachen. Herr Lueger mag also nicht Unrecht haben, wenn er denkt, daß das allgemeine Wahlrecht, namentlich wenn es durch die fünf- jährige Seßhaftigkeit verfälscht ist, seiner Majorität vor- läufig nicht viel anhaben würde, und da der Mann nur persönliche Politik macht, so braucht er um seine Bürger- Meisterwürde auch noch nicht zu zittern. Aber das wirklich nur vorläufig. Wenn diese Wahlreform Gesetz geworden sein wird— und sie wird es werden, wenn auch nicht gerade jetzt—, so wird die künstliche christlich-soziale Herrschaft bald zertrümmert sein. Das allgemeine Stimmrecht ist ein so wirkungsvolles Erziehungsmittel des Volkes, daß es auch das rückständige Wiener Kleinbürgcrthum aus dem Bannkreise der schwarzgelben Pfaffenpartei reißen muß. Herr Lueger mag blas einen demagogischen Schachzug beabsichtigt haben; aber aus dem Spaß wird in Bälde blutiger Ernst werden. Die Katze ist aus dem Haus, und weder Herrn Lueger noch irgend einer Regierung wird es gelingen, sie wieder cinzu- fangen. «»» Aus dem Bericht der„Wiener Arbeiterztg." über die skandalöse Sitzung, in der das Wahlgesetz berathen wurde, tragen wir folgendes „Stimmungsbild" nach: „Während der streng sachlichen Ansführnngcn Dr. Förster's (eines Liberalen) benehmen sich die„Herren" von der Linien>vie ausgelassene Buben während der Schnlpause. Besonders zwei treiben den Skandal aus die Spitze. Es sind dies die würdigen Herren Stadträthe Schreiner und T o m o l a. Beide besitzen nicht genug eigenen Geist, um. wenn sie schon stören ivollcn, dies durch Reden bewerkstelligen zu können. Sie greifen also, erfindungsarm wie sie sind, zu dem Ansknnfts- mittel, aus Zeitungen vorzulesen. Schreiner hat wenigstens so viel Geist, diese Methode zu erfinden, der Herr Bürger schul- Direktor Tomola aber muß sich, da ihm selber gar nichts ein- fällt, bequemen, die Methode des Schreiner nachzuahmen. Um leich zu zeigen, weß Geistes Kind er ist, liest Schreiner einige Male interetnander einen Witz über Lucian Brunner aus dem„Kikeriki". Das Lucian" unterstreicht er immer beim Lesen, und dieser köstliche Witz findet allgemeinen Beifall. Die beiden auf der Journalisten� g a l e r i e anwesenden Nichtjournalisten A x m a n n und B i e I o h« l a w e k lachen über den geistreichen Schreiner mit vollem Gesichte. Den Tomola konnten sie nicht sehen— sonst hätten sie an ihm erst recht ihre Freude gehabt. Dieser Sitznachbar des Pursch las zum Ergötzen dieses seines Freundes die„Freie Lehrer- stimme" laut vor. Nicht aber den Text dieses trefflich redigirtcn Lehrerorgans, sondern zuerst die Pr ä n u m e r a t i o n s e i n l a d u n g tmb bann Inserate. So sehr man sich freuen nruß, iaß die Pränumerationscinladung dieses guten B attes im Gemeinderathe verlesen wird, so dättcn wir doch gewünscht, daß dies zn ruhigerer Zeit geschehen wäre. Daß Tomola die Inserate las. bedauern wir seinem Interesse, Er hätte aus den Artikeln s o viel lerne» tiinnc« 1_ Volttlfchv Nrbrrfichk. Berlin, den 13. März. Der Reichstag hatte honte eine der längsten Tagesordnungen und eine seiner kürzesten Sitzungen— und obendrein eine Doppel- Sitzung. Denn im Zeiträume von nicht viel über zwei Stunden brachte er es fertig, zwei Sitzungen zu halten. Und daran war der junge Goethe schuld. über dessen für Straßburg geplantes Denkmal abgestinimt, und da die Stimmenzahl für und gegen fast gleich, ein Hami"elsprnm> vorgenommen werden mußte. Der Hammelsprung ergab 76 für, 79 gegen das Denkmal, womit die Beschlußunfähigkcit des Reichstages festgestellt war. Für den Reichstag war der Schaden durch Anberaumung einer zweiten Sitzung nach V« Stunde leicht gut gemacht— das arme Goethe-Denkmal ist aber für längere Zeit von der Tagesordnung abgesetzt, weil vor der dritten Lesung des Etats, die unter allen Umständen Montag beginnen soll, keine Zeit und Gelegenheit mehr für eine neue Abstimmung ist. Die heutige Thätigkeit des Reichstags hatte ja blos die Beendigung der zweiten Lesung zum Zweck,— es war ein Aufarbeiten der Reste. Und obgleich diese zum grüßten Theil militärischer oder doch verwandter Art waren, so hatte doch niemand Lust zu reden. Zum Schluß wurde auch der Antrag der Geschäftsordnungs-Kommission in der bekannten Stadthagen'schen Angelegenheit ohne Debatte gebilligt und hier- mit die Sache durch den früheren Reichstagsbeschluß für erledigt erklärt. Der Reichstag fürchtete sich eben, wie immer, vor einer prinzipiellen Entscheidung. Es fragt sich nun. ob der Staats- anwalt mit seiner Beschwerde gegen die richterliche Entscheidung vor dem Kammergericht Erfolg haben wird oder nicht. Wenn ja. was durchaus nicht ausgeschlossen, so wird der Reichstag sich allerdings wohl oder übel mit der Angelegenheit zu de fassen haben. Montag: Dritte Lesung des Etats.— Beschränkung der Freizügigkeit. Die preußischen Junker, die bekanntlich vor der letzten Reichstagswahl auf das entschiedenste bestritten, daß sie die Freizügigkeit beschränken wollen, rücken jetzt nach der Wahl offen mit ihren Absichten hervor. Im Herrenhause, jener Institution, von der selbst seine Mitglieder nicht wissen, wozu sie eigentlich auf der Welt ist, soll der Anfang mit der Beschränkung dieses Volksrechtes gemacht werden, und das Abgeordnetenhaus, das ja von dem lebhaften Wunsche beseelt ist, sich von der„ersten Kammer" an reaktionären Ge- lüften nicht übertrumpfen zu laffen, wird über kurz oder lang nachfolgen. Wie erinnerli chhaben die Junker vonBelow-Saleske, d. Levetzow und S ch l u t o w vor einigen Wochen im Herrenhause einen Antrag betreffend das Verbot des Aufenthalts in Schank statten für die schul entlassene männliche Jugend bis zum 18. Lebensjahre ein gebracht. Namens der Kommission, der dieser Antrag zur Vorberathung überwiesen wurde, schlägt nun der Bericht- erstatter Graf v. Pfeil-Hausdorf dem Hause vor, das Verbot des Aufenthalts in Schankstätten auch auf die schul entlaffene weibliche Jugend bis zum 18. Lebensjahre aus' zudehnen. Damit den jungen Leuten aber ein würdiger El' satz für den Genuß geboten wird, der ihnen durch das Ans enthaltsverbot in Schankstätten entgeht, sollen die Kommunen bei gleichzeitiger Gewährung eines Zuschusses aus Staatsmitteln dazu angehalten werden, Aeltestenkollegien zu errichten, welche im Verein mit den Orts- geistlichen beider christlichen Konfessionen Einrichtungen treffen, um den jungen Leuten es zu ermöglichen, an Sonn- und Festtagen in angemeffener Weise eine erfrischende und Die Märzfeier im Friedrichshain. Den schlichten, portal- und denkmallosen Friedhof der März- gefallenen im Iriedrichshain, der in neuerer Zeit so vielfach Ber- anlassung gegeben hat zu unliebsamen Diskussionen und folgen- schweren Friktionen, umstrahlte gestern zur VI. Gedenkfeier des 18. März nicht der sonnige Glanz der jüngst verflossenen Tage des märzlichen Borfrühlings. Trüb und traurig brach der Tag herein, die Sonne verhüllte ihr Angesicht, ein fröstiger Wind durchwehte den Friedrichshain, ein feiner Sprühregen rieselte in den frühen Bormittagsstunden hernieder und setzte sich in kristallenen Thauperlen fest an den im ersten Grün schwellenden und knospenden Zweigen der Sträucher und Bäume. Erst in der Mittagszeit entwölkte sich der Himmel etwas und ein kurzer Sonneublick und ein Stückchen Himmelsblau leuchtete aus dem Regengrau hervor. Trotz- dem war es Frühling ans dem kleinen Friedhofe, hervorgerufen durch die Spenden und Gaben derer, welche die hier Ruhenden nicht vergessen; Frühling war es auch in Sinn und Herzen derer, die erschienen waren,„den Tobten zur Ehre, den Lebenden zur Lehre". Die nächste Umgebung des Friedhofes bot im Allgemeinen ein nur wenig verändertes Bild. Trotzdem tausende von Menschen von früher Morgenstunde an zu dem Begräbnitzplatze wallfahrteten, fiel der gesteigerte Verkehr dennoch nur unwesentlich in die Augen. Auf die Bedeutung des TageS wiesen nur die Händler hin, welche an der Peripherie des Haines Ausstellung genommen hatten und rothe Blumen, März- Zeitungen, Ansichtspostkarten vom Friedhose und dergleichen fellboten. In bekannter väterlicher Fürsorge hatte die Polizei Alles gethan, daß das Publikum ohne Schaden seinen Weg finde. Damit niemand auf Abwege gerathe, waren alle Nebenwege„verbarrikadirt", nur der Hanptweg war zur Passage frei gelassen, und eine Postenkette von Schutzleuten theilte diesen wiederum in zwei Hälften, deren eine die Kommenden, die andere die Gehenden zu benutzen hatten. Die wandelnden Wegweiser fungirten musterhaft. Am Ruheplatz der Tobten, da pflegt es still zu sein? Ernste Stille lagerte auch über dem Friedhofe, und von den zahllosen Be- fuchern, die sich anS alten und jungen Männern, Frauen und Mädchen sowohl des Bürger- und Handwerker- als auch und zwar vorwiegend— des Arbeiterstandes rekrntirten, hörte man kein lautes Wort. Auch die Polizeibeamten befleißigten sich, leise und höflich etwa nothwendig erscheinende Anweisungen zu ertheilen. Schweigend gelangte die Menge so im langsamen Schritt auf den Friedhöf. Zahllos waren die Kränze, welche die Ruhestätte der tobten Märzkämpfer schmückten. Bereits um 16 Uhr Vormittags war jedes verfügbare Plätzchen belegt und behängt, und immer neue Kranz- spenden wurden im Laufe des Tages zu Fuß und zu Wagen durch abgesandte Deputationen überbracht. Die Rundschau über die Kranzspenden bot diesmal eine ganz besondere Fülle des Interessante» und Benierkenswerthen. Hin- sichtlich der Ausstattung und Größe der Kränze war wiedenm, ein veredelnde Unterhaltung zu erlangen. Des Weiteren sollen die Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung, wonach 1. der von minderjährigen Arbeitern verdiente Lohn an die Eltern oder Vormünder und nur mit deren schriftlicher Zustimmung oder nach deren Bescheinigung über den Empfang der letzten Lohn- zahlnng unmittelbar an die Minderjährigen gezahlt wird, und 2. die Gewerbetreibenden den Eltern oder Vormündern inner- halb gewisser Fristen Mittheilung von den an m�derjährige Arbeiter gezahlten Lohnbeträgen zu machen bah-"«, auch auf die Gesindeordnung ausgedehnt werden. Endlich aber verlangen die Junker den Erlaß schleuniger Bestimmungen, wonach: 1. Junge Leute unter 18 Jahren nicht ohne ausdrück- liche Genehmigung derjenigen, unter deren väterlicher oder vor- mnndschaftlichcr Gewalt sie stehen, auS ihrem HeimathSort allein fortziehen dürfen; 2. die Gemeinde zur Abweisung eines Reuanziehcnden dann befugt ist, wenn derselbe nicht den Nachweis einer den sitt- lichen und hygienischen Anforderungen entsprechenden Wohnung erbringt. Hierbei ist das Schlafftellen-Unwesen zu beschränken. In diesen letzten beiden Bestimmungen liegt ein schwerer Angriff auf die Freizügigkeit nicht nur der Minderjährigeu, sondern auch der Erwachsenen. Die Triebfeder dieses An- griffs auf eines der höchsten Rechte des Volkes ist die agrarische Begehrlichkeit, die die Arbeiter an die Scholle fesseln will. Aus diesem Grunde hat auch die zur Berathung des Antrages Gamp über die Leutenoth eingesetzte Kommisston des Abgeordnetenhauses einen gleichlautenden Beschluß ge- faßt, der dann später im Plenum zur Berathung kommen wird. Das Herrenhaus wird sich bereits in seiner nächsten Sitzung, am Dienstag mit der Angelegenheit befassen. Das wird eine kulturhistorisch bedeutsame Unterhaltung der hoch- und wohledlen Sklavenhalter werden, die— wider alle Sittlichkeit— Menschen lediglich als Werkzeuge betrachten. Dies junkerliche Gebahren steht weit tiefer als die schlimmsten Rohheiten, die die Jugend etwa in den Schankstätten lernen könnte. Es ist die Unsittlichkeit an sich— diese Schändung der Menschen zu bloßen Sachen. Es ist der Geist, der vorder französischen Revolution verwüstend geherrscht hat, und der jenes gewaltige Gericht der Weltgeschicht herauf- beschworen hat.—_ Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hat heute in dritter Lesung den Etat nebst dem Etatsgesetz genehmigt. Die Debatte drehte sich hauptsächlich um den zum Kullusetat gestellten Antrag Fried- b e r g stlatl.) auf Wiederherstellung der in zweiter Lesung ge- strtchenen Position von 3000 M. zur Ausbildung altkatholicher Geist- licher und Lehrer. Der Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit 161 gegen 147 Stimmen abgelehnt. In erster Lesung berieth das Haus sodann den Gesetzentwurf betreffend Schutz maßregeln im Ouellgebiete der links seitigen Zuflüsse der Oder in der Provinz Posen. Wie im Hcrrenhause, so wurde auch hier von verschiedenen Seiten gefordert, daß der Staat zwei Drittel der Kosten für die MeliorationS- arbeiten übernimmt, Herr v. Miguel erklärte jedoch mit aller Entschiedenheit, daß die Regierung auf keinen Fall mehr als ein Drittel zahlen würde, und daß. falls der Landtag einen entgegen- gesetzten Beschlutz fasse, die Vorlage unannehmbar fei. Der Gesetz- cntwurf wurde schließlich einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Durch Kenntnißnahme erledigte das Haus hierauf die Denk- schrist über die Ausführung des Gesetzes vom 20. April 1898 betr. Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigung der durch'die Hochwasser des Sommers 1898 herbei- geführten Beschädigungen. Am Montag stehen kleinere Vorlagen und Petitionen auf der Tagesordnung.'_ Aus der offiziösen Färberei. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: „Die„Frankfurter Zeitung' theilt eine Aeutzerung des Staatssekretärs deö Innern mit, Ivelche in der Kom- Mission zur Berathung dcS Jnvalidenaesetzes gefallen fein soll. Die Aeußerung ist in ihrem Schlußsatz völlig mißver- ständlich wiedergegeben. Man sollte Abstand davon nehmen, edler Wettstreit entbrannt, bot sich doch die Gelegenheit, wahre Wunder' werke der Kranzbindekunst zu schauen. Doch vom kostbarsten bis zum einfachsten, namenlosen Kranze waren alle Kränze geschmackvoll delorirt. Neben den frischen Schnee- und Maiglöckchen, den ersten holden Lenzcsboten, waren viele andere frische Blumenarten den schützenden Gewächshäusern entnommen und ließen, unter dem Einflnsse des eisigen Windeswehens entseelt, die bunten Köpfchen hängen. Stark vertreten waren auch künstliche Blumen, WachSrosen und Stoff- blüthcn. Vielfach waren Palmwedel- Arrangements in künstlerischer Weise zur Verwendung gelangt, und mehrfach waren auch rothe Gazeschleier als Dekoration benutzt ivorden. Unter den Kranz- spcndern waren wie immer die politischen und gewerlschaftlichen Organisationen der Arbeiter und Arbeiterinnen vertreten, daneben die nie fehlenden großen Fabriken und industriellen Etablissements, ebenso die geselligen, Gesang-. Sport- und sonstigen Vereinigungen. Doch bemerkte man auch viele Neulinge, welche in früheren Jahren nicht anzutreffen waren und deßhalb von den kundigen MrchyofSbesnchern von ganzem Herzen willkommen geheißen wurden. In vermehrter Zahl waren auch die Kranzspenden der Anarchisten vertreten, und in ungewöhnlich reicher Weise hatte diesmal auch das„liberale Bürgerthum" den März- gefallenen seinen Tribut gezollt. Die Farben der Kranzschleifen zeigten diesmal ein wunderbares Gemisch. Reben den dominirenden Schleifen rother Färbung in verschiedenen Nuancen waren die be- kannten schwarz- roth- goldenen, außerdem schwarze und weiße Schleifen anzutreffen. Sogar eine schwarz-weiß«rothe Schleife war zur Stelle. Ein freisinniger Bezirksverein hatte diese gebracht. Andere freisinnige und fortschrittliche Vereine hatten sich die un- schuldige weiße Farbe erwählt, ebenso der fortsckrittliche Wahlverein im 2. Reichstags-Wahlkreise und die neue Fraktion der Linken. In 'chwarz- roth- goldenem Schleifenschmucke erschienen wie üblich die Kränze der Vereine„Waldeck",„Franz Ziegler",„Berliner Arbeiter- verein", daneben auch solche einiger freisinniger Bezirisvereine, dek demokratischen Vereins, des Märzdenkmal-Komitees und freisinnigen Bolksvereins. der demokratischen Jugend, der deutschen Burschen- 'chaftcr und der Münchener Demokraten. Die Anarchisten hatten ich für schwarze Schleifen entschieden, doch hatten sie diesmal Konkurrenz erhalten. So tnig der Kranz der Berliner Vegetarier eine schwarze Schleife, ebenso derjenige des fortschrittlichen Verein« der Potsdamer Vorstadt, letzterer jedoch mit goldenen Franzen und Quasten. Unter den parteigenössischen Kränzen ragte derjenige des Arbeiter-SängerbundcS durch Größe, Pracht und Ausstattung wie ast in»mer hervor. Ihm machte Konkurrenz der Kranz der Arbeiter von Keyling u. Thomas. Für beide Kränze war ein besonderes Gestell erforderlich. Hervorragend waren auch die meisten Kränze der großen Fabriken und industriellen Etablissements, der gewerk» 'chastlichen Organisationen und politischen Vereinig, inacn. Aus der Umgegend waren ebenfalls zahlreiche Kranzspenden eingetroffen, 'o aus Stralau(Eisengießerei Grauerts, Friedrichsfelde (Fahrradwerk), Alt-Glienicke(Parteigenossen), W e i ß e n s e e(Verband der Bauarbeiter), Reinickendorf: Maschinenfabrik Becker; S ch ö n e- b e r g: Arbeiter- Bildungs- Verein: Treptow: Anilinfabrik; Wilmersdorf: sozialdemokratischer Berein; R i x d o r f: Partei-' Aeußerungen aus den Kommissionen wiederzugeben, die in keiner Weise authentisch festgestellt sind." Die Auslassung bezieht sich auf die Rede, die Gras Posadowsky am 13. März in der Kommission gethan hat, und die man allgemein als eine Art Selbstmord-Rede eines Minister-Lebensmüden aufgefaßt hat. Im„Vorwärts" war die Aeußerung Posadowsky's, ein heftiger Vorstoß gegen die Reaktionäre der Sozialpolitik, wie folgt wiedergegeben: „Die preußische Regierung sei einstimmig für die Renten- stellen und fürchte eine'Majorisirimg nicht. Wenn man sich auf den Standpunkt Richthofeirs(des Konservativen) stelle, dann der- lasse man den Boden der kaiserlichen Erlasse von 1890. Denn dann dürfte man die Arbeiter auch nicht als Vertrauensmänner und Schiedsrichter hinzuziehen, wie dies jetzt der Fall sei. Jetzt geben dieselben einzeln und schriftlich ihr Gut- achten ab. Bei den Rcntenstellen würden sie gemein- sam unter dein Vorsitz und der Autorität eines könig- lichen Beamten ihr Gutachten abgeben. Und das sei eine sozialgefährliche Maßregel? Wenn man die Agitation der Arbeiter ausschließen will, niiisse man die ganze soziale Gesetz- acbung zum Stillstand bringen, was man ihm ja als sein Vor- haben nachsage, aber mit Unrecht, denn dann müßte er zum osieucu Bruch mit de» kaiserliche» Erlassen kommen— und dafür sei er nicht zu haben." Soll man aus der offiziösen„Richtigstellung" entnehmen. daß Herr Posadowsky doch dafür zu haben sei? Bedeutet die Notiz der„Norddeutschen" einen Widerruf oder einen— Rettungsversuch des Grasen der Zuchthausvorlage?— Der Unternehmer-Tcrrorismus, unter dem besonders die sogenannten Geistesarbeiter zu leiden haben, herrscht nicht nur in der„Post", sondern auch in den verschwägerten„Berliner Neuesten Nachrichten". Hatte da gestern ein Redakteur den unseligen Einfall, ehrlich sein zu wollen, und das große Geheimniß der Scharfmacher auszuplaudern: nicht das„rothe Gespenst" sei der Gegenstand ihres Hasses, sondern die Arbeiterbewegung, die auf Besserung der sozialen Bedingungen abzielt. Wir waren so liebenswürdig, gestern von diesem seltenen Akt der Wahrhaftigkeit Kenntniß zu nehmen. Die Folge scheint ein fürchterlicher redaktioneller Umsturz in den„Bert. Neuest. Nachr." gewesen zu sein. Und 24 Stunden später läßt dasselbe Blatt das eben verleugnete rothe Gespenst in Glanz und Glorie wieder aufleben. Gestern bekannte das Organ: „Die wirkliche Gefahr der sozialdemokratischc» Bewegung liegt weniger iu der Möglichkeit, daß es eines Tages zu dem Versuche eineS gewaltsame» Umsturzes deS gcsammten be- stehenden Staats- und Gesellschaftszustandes. einer allgemeinen geivaltsamen NeberfühnmgIdcr Produktionsmittel aus dem Privat- eigenthum in Gcmeineigenthum kommen iverde, als vielmehr in der planmäßigen Verschärfung des Gegensatzes zwischen Arbeiter und Arbeitgeber, in der systematischen Verhinderung der Wicder- herstellimg eines Verhältnisses, das aus dem Boden der bestehenden Eigenthumsordnung allein zu befriedigenden Zuständen zu führen vermag. Heute nimmt das Blatt die Märzfeier zum Anlaß, um ihre gestrige Auslassung zu ohrfeigest: „Es ist die Partei des gewaltsamen Umsturzes, die durch solche Sprache Junger wirbt, die nämliche Partei, die sich tzr überall angelegen sein läßt, die Bezichnngen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu vergiften, um so eine allgemeine llnzilstieden- heit herzustellen und daiint den gewaltsamen Umsturz vor- zubereiten, der ihr eigentliches Ziel ist und bleibt, ein Ziel, dem sie sich nähert oder von dem sie sich entfernt in dem Maße, als der Staat entschlossen ist, zu seiner Selbsrvertheidigung alle Mittel zu ergreifen, die ihm nach Recht und Gesetz zu Gebote stehen." Man beachte die stümperhafte Weise, in der versucht wird, den klaffenden Widerspruch zwischen der gestrigen und heutigen Lesart zu verschmieren. Wahrhaftig, die Redaktion des Blattes muß überzeugt sein, daß ihr Leserkreis von Unternehmer- intelligenzen zugleich ein Publikum von Idioten ist. das es gar nicht merkt, wenn ihm angesonnen wird, heute das Gegen- theil von dem zu denken, was es gestern glauben sollte.— Deutsches Weich. Eugen Richter setzt mit mehr Eigensinn als Erfolg seine Legende von der Niederlage der Regierung fort. Er hat sich bannt Senossen und GcwerffchaftSkartell; Gchö neberg: Frauen; dlerShof: Parteigenossen, u. S.: aus weiterer Umgebung von den Genossen und Genossinnen deS Rieder-Barnimer Är.-iscs, des ReichstagS-WahlkreiseS Teltow-Beeskow- Storkow- Charlotten bürg, des WahlvereinS für Teltow-BceSkow zc. und der Genossen von JohanniSburg. Recht fremidliche Auf- nähme und Anerkennung fanden die Kränze„eines deutsch« amerikanischen Maschimsten der Kutscher der Firma Brasch u. Co., Frnchtstr. 74, der Heimstätte Malchow, der Kolonie der vereinigten Bauern, des Vereins der Jnngbierfahrcr Berlins und Umgegend, der sozialistischen SNidenten der Universität Berlin, der„Eisenbahner Berlins" und des Arbeiter-NancherbundeS. welche beide entsprechende Symbole anflviesen, sowie«in Kranz mit Widmung in polnischer Sprache. Zahlreicher als sonst, wie bereits erwähnt, waren auch die anarchistischen Kränze. Es hatten solche niederlegen lassen: Die Anarchisten aus dem Norden Berlins, Anarchistische Frauen, Redaktion deS„Sozialist" und des„Annen Konrad', Anarchisten Berlins, Rudorfs und von Weißensee. Ein ganz besonderes Interesse erweckte in diesem Jahre das Studium der Kraiizwidmungen, ivelche vielfach die Vorkommnisse der jüngsten Zeit drastisch wiederspiegelten. So lautet eine:«Die Inschrift— Die Inschrift—"(Arbeiter und Arbeiterinnen der All- gemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft— Brulinei« und Ackerftraße); eine andere:„Aber die Inschrift, die Inschrift I"(Verband der Sandels-, Transport- und Verkchrsarbeiter); eine iveitere:„Wenn uch der Magistrat nicht genügend ehrt und der Staat selbst Alles verwehrt, das Volk wird Euch nie vergessen und Euch auch ein Denkmal setzen'(Maschinenfabrik Becker. Stadtgcschäft): eine andere:„Zeigt Euer Grab weder Erz noch Stein, vom Volk iverdct Ihr nie vergessen sein!' tMaschinenfabrik H. Thiele u. Ko.)' ferner:„Die Stadt Berlin gedenkt Eurer schlecht, Ihr tapferen Kämpfer fiir Freiheit und Recht; doch mit Ehrfurcht gedenkt Eurer im ganzen Land, der freie ehrliche Arbeiterstand.'(Sozialdemokratischer Verein Wilmersdorf); sodann: „Will denn kein Meister ihnen den Denkstein setzen? Den Griffel her! In Proletarierhänden wird um so schärfer er die Züge ätzen, nmilgbar leuchtend an der Welten Ende.'(Arbeiter der Finna JnlinS Pintsch); und schließlich:„Euch zum Lohne, dem Gegner zum Hohne, ist längst in des Volkes Herz ein Denkmal ge« setzt, dauernder als Erz.'(Vertraneiiömänner-Zentralisatlon der Zimmerer). Die Widmung der Anarchisten von Weißensee lautete:„Ein Denkmal habt Ihr Euch gesetzt, viel dauernder als das Portal'. Die Redaktion des„Vorwärts' widmete ihren Kranz«den Märzgefallenen'- daS Personal der Bnchdruckerei Max Babing den ihrigen„den Helden deS 18. März 1843'. Die Widmung des Kranzes der' Buchhandlung Vorwärts hatte folgenden Inhalt:„Ihr Helden in der Kühle eingeschreint, zu Bannerträgern Hab' ich Euch erkoren. Einst grünen Eure Kränz« neubelanbt; wer für die Freiheil starb, ging nicht verloren." Tie sozialdemokrattsche Partei Berlins hatte solgenden Spruch gewählt: �„Der freie Geist, er bleibet leben. so lange noch die Erde kreist, so lang' noch Menschen ans ihr streben: Drum Hoch dem freien Menschengeist"; der ö. Wahlverem nmtterseeleimvem geschrieben. Wir antworten ihm mit der frei- sinnigen. Volkszeit ung": «In einzelnen freisinnigen Kreisen, in denen man daS Zentrum gern umschmeichelt, weil es der Opposition einige Mandatsbrocken hinzuwerfen für gut befindet, hält man es taktisch für klug, von einem großen Siege des Zentrimrs zu reden. Tiefer Sieg des Herrn Lieber soll darin bestehen, daß es nicht zur Auflösung, nicht zum Festhalten an der ursprünglichen Militärvorlage ge- kommen ist. Zu welchem Zwecke gaukelt man den Wählern so etwas vor? Glaubt man damit die Herren Lieber und Genossen in wohlgeneigter Stimmung gegenüber dem Freisinn zu er- halten? Hat man in gewissen freisinnigen Kreisen immer noch nicht begriffen, daß das Zentrum seine Rolle als OppofltionS- Partei definitiv ausgespielt hat? Was soll das Wcttkricchcn vor Herrn Lieber? DaS überlasse man den Konservativen und Paaschianern." Die»Freisinnige Zeitnngg" bemerkt weise: _ Der.Vorwärts" scheint zu glauben, daß die Festsetzung der Fnedenzpräsenzstärke durch ein Ouinquennat verhindert, inner- halb_ des Ouinqnennats mit Neuforderungen hervorzutreten. DaS ist ja gerade das Verwerfliche an einem Ouinquennat, daß cme solche Verpflichtung für die Regierung damit nicht verbunden ist.- Mit V erlaub I Das scheint der.Vorwärts" nicht zu glauben. Aber luzher betrachtete es die Opposition nicht gerade als ihre Aufgabe, die Regierung anzureizen, ein Ouinquennat zu durch- brechen. Wenn Engen Richter das jetzt für eine löbliche Parlamentarische Taktik hält, so beweist er eben wieder sein Talent zum— Todtengräber.— Nicht konfliktslüstern wollen die Konservativen gewesen sein. Die»Kr c uz. Zeitung- belheuert: .Wieso kommt auch das sozialdemokratische Zentralorgan dazu, anzunehmen, daß die Eozialdeniokratie allein bei einer Reichstags- Auflösung gewinnen würde? Wir sind vom Gcgentheil überzeugt! denn die nationale Wahl- Parole würde alle staatserhaltenden Elemente zusammengeschmiedet und die Brüder von der radikalen Linken isolirt baben. Gleichwohl ist e» eine Erfindung, daß die Konservativen Lust gehabt hätten,»ein wenig Konflikt zu spielen", dafür steht rhnen das Wohl heS Vaterlandes doch zu hoch über dem Parteiintcreffe, als daß sie um einiger Parteivortheile willen die Bevölkerung hätten muthwillig in einen scharfen unvermutheten Wahlkanipf stürzen tvollen. Man wird auch diesmal der konser« valiven Partei das Zeugniß nicht versagen können, daß ihre Haltung in der glücklich erledigten militärischen Frage eine durch» aus korrekte und erfolgreiche war." Die»P o st" hat bisher nicht gerade al» das sozialdemokratische Zentralorgan gegolten, obwohl sie allerdings das hervorragende Agitationsblatt für die Sozialdemokratie ist. Es war aber gerade die»Post-, die sich glücklich pries, daß die Auflösung vermieden sei, weil den Gewinn die Sozialdemokratie gehabt hätte. Die„Kren,- Zeitung- hole sich nur bei der„Post- Wissenschaft! Sehr schalkhast ist die höchst glaubhaste Versicherung, daß die Konservativen das Wohl des Vaterlandes über das Partei-Jnteresse stellen. Es ist noch nicht lange her, da drohten sie, die Handels- vertrüge mit dem Schwert zu zerreißen. Sie wollten also das Reich m einen blutigen Krieg stürzen, treulos Verträge brechen, nur weil daS„Partei-Interesse" einen Getreidezoll von 2 M. erheischte. Ein Krieg um 1>/2 Mark! Die Konservativen find diesmal einfach deswegen uneigennützig gewesen, weil fie sich rechtzeitig überlegten, für sie sei mit der Auf- lösung kein Geschäft zu machen. Wenn die»Kreuz-Zeitnng- jetzt die anfängliche Konstilslüsternheit in Abrede stellt, so verleugnet sie damit ihre eigene Presse, die seit dem Intern, ezzo der Plötzlichkeit den Konflitt mit sportsmäßiger Leidenschaft herbeizuführen de- müht war._ Die Sehnsucht nach dem Meinkalibrkge« bekennt wieder einmal die.KonservativeKorrespondenz", indem sie schreibt: »Wir können aber den Herren Sozialdemokraten versichern, daß wir von Furcht vor ihnen noch nirgendwo etwas wahr- ienommen haben. Mögen fie sich doch ans ihrem Bau einmal erauSwagen; bann wollen>vir ja sehen, od Furcht vorhanden ist. Die Furcht aber ist auf der Seite der sozialdemokratischen Prahlhänse, die gar nicht einmal mehr wagen, ihre»rrr'revolutionäre Fahne zu entrollen und ihr Progranun vorzuzeigen." Ter"chreiber dieser„Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten" ist zwar bei den Lockspitzeln in die Schule gegangen, übt aber sein Handwerk ziemlich stümperhaft aus. Die ganze Furcht vor der Gesetzmäßigkeit, durch die die Sozialdemokratie groß geworden ist, ein Zitat auS Wilhelm Tell:»Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern jc.", der 4. Wahlverein. Osten, folgenden Spruch:„Zer- trümmert ist der erste Bau, den unser Brüder Reihe errichtet. Noch war der Frühling allzu rauh, es liegt die junge Saat vernichtet." Gern gelesen wurden auch folgende Verse:„Trotz Verfolgung, Roth und Sorgen stehn wir mächtig auf der Wacht, spähend nach der Freiheit Morgen und dem nenen Völkertag."(Mäbelfabrik Wolters, und:„Wir grüßen Euch, Ihr Tobten I Schlaft rnhia tief in» Sand I Die Banner weh'n, die rothen, siegreich durchs deutsche Land. Sie weh'n im Osten und Westen, sie Weh n in Nord und Süd."(Werkzeug- .fabrik Kärger.) Noch viele der Widmungen find recht lesenSwcrth. Eine ganze Anzahl Widmungen fiel thetlS ganz theil» stückweise der polizeilichen Zensurscheere zum Opfer. Von diesem Schicksal winden betroffen die Kranzspenden der sozialistischen Studenten der UuiverfitSt Berlin, der anarchistischen Frauen, des Verbandes der im Handels« und TranSportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter, der Kaufleut«, des v. Wahlvereins, der Holzarbeiter lind der Berliner Anarchisten. Um den Lesern deS.Vorwärts" ein Bild von der polizeilichen Zensur zu geben, legen wir ihnen hiermit einige Proben der kon- fiSzirten Widmungen vor. Die deS S. WahivercinS lautete: „Wir grüßen Euch. Ihr Todten I Ob auch die Reaktion ihr Letztes nnfgeboten. die Freiheit zu bedrohn." Der folgende Vers ist kon- fiSzirt:„Ob sie mit blindem Haffe. Such in der Gruft noch schmäht, das Boll in alter Treue,>vie Felsen zu Euch steht."— Die abgeschnittene Widmung der Kaufleute lautete:„Den Märtyrern der Freiheit zum Gcdächtniß.'— Den Holzarbeitern Berlins wurde folgende Widmung konfiszirt:„Euch Braven, hat den Denkstein man verwehrt, der nur dem Unterdrücker heut' gebührt!? Daß arbeitende Volk allein, e« ehrt die That, die Ihr dereinst für unS vollführt."— Dem Verbände aller im Handels» und Transportgeiverbe beschäftigten Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend konfiszirte die Polizeischeere folgende Widmung:„Ihr tratet muthig nieder, den Drachen Reaktion.' Wohlan! Er regt sich wieder, er spricht der Freiheit Hohn- er schreitet durch die Welt, zertritt de« Volke« Rechte und stützt sich ans die Mächte: den Säbel und das Geld.'— Ein Opfer der Polizeischeere wurde ferner folgende Widmung der sozialdemokratischen Frauen:'„Gefallen als Kämpfer für Freiheit und Recht, begeisternd zum Kampfe da« neue Geschlecht. ?>n Grab noch begeifert, gefürchtet vom Feind, Ihr Helden de? Volkes, seht, da» Volk sich jetzt«int. Die zu Tuch gehörten, sie übten Verrath, Doch hält Euer Banner daS Proletariat. Da« Volk wird erringen, loa« Ihr nicht geschafft! Es sieget der Frühling, die Freiheit, die Kraft.'—- Wie der Reif in der Frühlingsnacht legte sich der gegen Abend fallende Märzenschnee aus da» holde FrühlingSbild und hüllte den kleinen Friedhof in ein dünne«, weiße« Leichentuch. Und alle jene Tausende, die ihn im Laufe de« Tages besticht haben, und alle jene, die Kränze gestiftet und in Gedanken auf ihm wri'ten, sie Alle können vollbefriedigt mit den Kisteumachern der F. mm Theodor Adolph ausrufen: Vit man ein Denkmal Euch nicht gewährt,— öir Huben dennoch Such geehrt! offenbart sich in dieser provozirenden Sehnsucht nach Gesetzkofig« leiten, vor denen die Herren des Klassenheeres allerdings— das geben wir dem amtlichen Organ der konservativen Partei zu— noch nie Angst hatten.— Mit der Kanalvorlage ist, wie wir schon berichteten, bei den Reaktionären aller Schattirungen, besonders aber bei den Agrariern, vorläufig nichts zu machen. Einen Artikel über die Kanalvorlage schließt die„Korrespondenz des Bundes der Landwirthe" wie folgt: „Der neue Kanal wurde unzweiselbaft die Gefahr einer Ueber- schwennmmg mit ausländischem Getreioe ganz wesentlich erhöhen, solange wir nicht durch einen ausreichend hohen Zoll dagegen geschützt sind. Die Begründung der Kanalftage hat unsere dagegen schon so oft geäußerten Bedenken nicht zerstört. Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkte: erst Schwenkung in unserer bisherigen Wirthschaftspolitik im Sinne eines nachhaltigen Schutzes unserer nationalen Arbeit, dann erst weiterer Ausbau unseres Kanalnctzes, der nur in diesem Falle keinen Erwerbsstand in seiner Existenz schädigen, vielen dagegen von Vor- theil sein würde." Endlich eine» Thronsolger hat das Herzogthum Sachs en-Koburg-Gotha. Der Herzog von Connaught hat ans die Thronfolge zu Gunsten seines Sohne«, des Prinzen Arthur verzichtet. Aus Nizza wird dem„Morning Leader" gedrahtet: In dem unter dem Vorsitz der Königin Viktoria dort abgehaltenen Familienrath sei die Frage der Koburger Thronfolge zu Gunsten des Sohne« des Herzogs von Eommught entschieden worden. Das glückliche Land I— Den Profeflor Schell stellt die„Konservative Kor- r e s p o n d e n z" auf eine Stufe mit einem bezahlten Verlennider der Sozialdemokratie, der in sich gegangen und seine Lügen wider- rufen hat. Sie bemerkt nämlich zu dem Magdeburger Fall Gotthardt: „Im Uebrigen lehrt dieser Fall, daß die Sozialdemokratie am allerwenigsten Anlaß hat, sich über die bekannte Unterwerfung eine« katholischen Professors unter das Diftum der päpstlichen Jndex-Bchörde aufzuhalten." Mit dem gleichen Recht wird die„Kons. Korresp." nächstens das Bekenntniß eines Mörders mit der löblichen Unterwerfung deS katholischen Gelehrten vergleichen. Die WahrheitSangst des Organ« wird allmälig krankhaft! letzt ist es glücklich bei der Bewunderung des ver stockten Sünders angelaugt, der den Muth hat, die Wahrheit standhaft zu verhehlen. Ausland. Oesterreich-Ungnrn. Ueber daS zollpolitische Verhältnis!, in dem Oesterreich und Ungarn zu einander stehen, sprach im ungarischen Abgeord- netenhaus Ministerpräsident v. S z e l l in Erwiderung aus die Angriffe gegen die Zolleinheit mit Oesterreich. Wohl hätten beide Wirth- schaftsgebiete vielfach entgegengesetzte Interessen, führte er au«. Nichtsdestoweniger erachte er die Ausgleickung dieser Interessen für möglich. Was die Gesammtheit der ökonomischen Interessen betreffe, seien Ungarn und Oesterreich gegenseitig auf ein- ander angewiesen, vielleicht sei die österreichische Industrie mehr auf das ungarische Konsumgebiet angewiesen. In der gegen wärtigen Lage der europäischen Zollpolitik habe die ungarische Pro- duktion das österreichische Absatzgebiet, die österreichische Industrie den ungarischen Markt mehr als irgend jemals nöthig. Die Redner der äußersten Linken erklärten wohl, einen Zollkrieg mit Oesterreich vermeiden zu wollen, wenn aber das Land sich auf den Standpunkt der schrankenlosen BerhandlungSfreiheit stelle, so könne es sich in dem Verhältnitz mit Oesterreich leicht einem Zustande nähern, der dieselben Erschütterungen wie ein Zollkrieg mit sich bringe. Das Zusammenleben mit Oesterreich habe seine Vortheile und seine Nachtheile.„Wir können nicht gleich zeitig die Vortheile sowohl der Zolleinheit wie der Zolltrennung ge- nießen." DeS weiteren erörterte der Ministerpräsident die kirchen- politischen Reformen und erklärte, er werde diese Reformen unberührt aufrechterhalten.— Frankreich. PariS, 18. März. Der erste Präsident des KaffationShofeS Mazeau äußerte Scnatskollegen gegenüber, die vereinigten Kammern deS Kassationshofes hofften, die DreyfuS-Angelegenheit in der zweiten Hälfte des April zu erledigen.— Der „Siscle" will wissen, die Generale BoiSdeffre und C h a n o i n e hätten sich um das demnächst frei werdende Kommando des zwölften Armeekorps beworben; der Kriegsministcr Freycinet sei jedoch der Anficht, er könne unter den gegenwärtigen Verhältnissen keinem von Beiden diesen Posten anvertrauen.— Spanien. In Sevilla soll eine republikanische Verschwörung entdeckt worden sein. Es wurden drei Verhaftungen in Ecija vor- genommen. Ferner wird über karlistische Umtriebe in der Nähe von Perpignan berichtet.— Rußland. Wie Väterchen die Fsinnländer regiert. Petersburg, 18. März. Die 400 Finnländer, welche am Donnerstag hier ein- getroffen waren, um den? Kaiser eine Petition zu unterbreiten, sind angewiesen worden, sofort in ihreHeimath zurückzukehren, widrigenfalls sie auf administrativem Wege dorthin be- fördert werden würden.— Türkei. Wie der Sultan die«brüstungSkonferen, auffaßt. K o n st a n t i n o p e l, 18. März. In der Antwort auf die russische Note bezüglich der Abrüstungskonferenz erklärt sich die Pforte bereit, Delegirte für die Konferenz zu entsenden, behält sich jedoch das Recht vor, eine Diskussion über mit ihrem Standpunkte etwa nicht übereinstimmende Punkte de» Programmes abzulehnen.— Kretisch« Politik. Die»TimeS's melden aus Kanea, Prinz Georg habe den vier betheiligten Mächten nahegelegt, daß es an der Zeit sei. 6 000 Franks zur Auszahlung an die Land- l e u t e zur Verfügung zu stellen gegen 1 pEt. Zinsen und 2 pEt. Amortisation, um diesen zu ermöglichen, in die Dörfer zurückzukehren und die Häuser wieder aufzubauen. Die Summen sollen nicht als eine Anleihe der kretischen Regierung, sondern als ein direkter Vorschuß der Mächte angesehen werden. Die Ueberwachnng des Zins- und Amortisationsdienstes werde der Oberkommissar wahr- nehmen!— Amerika. Ueber die AnSflchten der Amerikaner im Philip pi- nischen Kriege lallten neuere Meldungen sehr wenig hoffnungs- freudig. Eine per Dampfer au« Manila gekommene Meldung vom 18. d. M. besagt: Die bemerkenswerthest« Eigeuthümlichkett der gegenwärtigen Lage ist, daß die Amerikaner nicht im Stande sind, die Anzahl, die Hilfsquellen und die Pläne der Filipinos annähernd festzustellen. Der amerikanische Konsul hat gesprächsweise geäußert, er sehe kein Ende de« Kriege» ab. solange er leben werde. Die Filipino» weichen offenem Kampfe aus. dt ist aber kein Grund einzusehen, warum fie nicht, so lange noch ein einziger Tagale übrig ist. den Guerillakrieg auS dem dichten Busch fortsetzen sollte», von dem ihnen jeder Fußbreit bekannt ist. Die Aufftändischen empfingen kürzlich neue vorräthe an Munition und verwenden jetzt rauchlose» Pulver. In Manila liegen viele Geschäftszweige vollständig still. Nach Einbruch der Dunkelheit Herrschi in der Stadt tiefe Stille. die mir der Tritt der Wachen stört.— Gttitknng. Für die Familien der Opfer des DreLdener SchwurgttlchtS-NrthellS gingen bei dem Unterzeichneten folgende Beträge ein: Zürich, deutsch« Sozialisten 32, iO. Zürich, vom Arbeiter-BildungSverew „Eintracht" 100,-. N. N. in N. 3,-. Sagau, durch P. H. 4 45. Offenbach, durch die Expedition des»Offeilbacher Abendblatt" 80,0». Danzig, gesammelt von den Arbeiten! de« P.'schen KunstmühlewWerke 7,05. Von Porzellanarbeitcm in Kalmar in P. 10,—. Desgleichen in Obcrhauscn 26, G0. Dcogl. in Weihwasser 10,-. Desgl. in HermSdorf S. A. 30,-. Desgl. in Uhlstädt 7,40. Saalfeld a. S.. d. d. Verlag des„Saalfelder Bolls- blatt" 35,12. Luckenwalde, d. d. Vertrauensmann auf Listen gesammelt 141,56. Wahlkreis Ob-rbamim: Ebcrswalde 76.40. Strausberg 23,10. Biesenihal 0,20. Wriezen 13,30. Freienwalde 7,80. H-cgcnntthle 4,20. Neutrcbbln 6,10, Sa. 140,10. AscherSleben, v. Parteigenossen durch R. E>.. Schlubrate 30,-. Laudsberg a. W., A L. u. W. 40,- (darunter von Vtetzer Genossen 7.—). Rothenburg a. Fulda, durch H. Sch. 10.30. Markneukirchen i. fiL durch den Vertrauensmann S,-. KöSlw, Sammlung v. Holzarbeitervervand 8,36. Oschersleben, durch A. R. 1,70, Pyrmont, durch W. Kroh 12,-. Borne bei Magdeburg, von Partei- genossen durch Kreutzberg 14,25. Berlin: Tischleret Donath, Wilhclinstr. 13, aus Mitleid 4,-. Proseffor F. Sch. 20,-. Arbeiicr-Raucherbund 2. Rat« 30.-. Angler-Rauchklub J, Zimmerstr. 59 4,-. Bon den Gästen aus dem Lokal Ruppert, Zimmerstr. 59 12,30. Hamburg- Barmbek, durch die Expedition des„Vereins- Anzeiger" S,-. Penzia. von den organisirtcn Glasarbeitern und GlaSmalem 17.80, München, durch den Verlag der„Münchener Post", Schlußrate 04,80. Wcihensee, Hoch die Solidarität! Von Maurern aus Listen gesammelt, 2 Rate 7.00. Potsdam, v. d. Zimmeren» durch H. 20,—. Wolgast, Dcut'cher Holzarbeiter- Verband 10.-. Bad Reichenhall, auf Listen 9.70(dar. v. einem Münchener Maurer 1,—), v. einer rvihen Hochzeit 6,02, Sa. 15,72. Gera, Wahlkreis Reust j. L. 115,-. Quedlinburg, von den Parteigenossen durch A. Tr. 39.-. Dresden, durch die Expedition der„Sächstichen Arbeiter- Zeitung" 5000,-. Nürnberg. durch den Verlag der„Fränkischen Tagespost, 297,77 Forst i. L.. durch die Expedition der MarkiAen Vol Sstimiiie- Schlustrate«d.-. Vom WahlttelS Koburg durch die Ewed wii des „BolkSbl." 64,-. Dortmund, durch die Expedition der„Nheintsch-Westf. Arb.-Ztg." 16.<14 Kiel, durch dl« Expedition der„Schlesw.-Holst. Bolls- zeitung", 4. und letzte Rate 794,31. Hamburg, in der Expedition d-S.C..>o vom 26. Februar bis 16. März 1894 eingegangen«22,10. Lübeck durch die Expedition des„Bolksbote", 2. und letzte Rate 467,19. Hastedt bei Bremen, gesammelt von den Gewerkschasten 83.-. Jena, Schlustrate durch Leder 101,18. Oldenburg(Grosth.) durch K. H. �8, 80. Braunschweig, durch den Vertrailensmaim O., 3. Rate 000,-. srntterfelb, durch G. Bl. 25,-. Elsterberg, durch Fr. R. 15,-. Würzburg, von einem Feind der Sozialdemokratie aber Freund de« glichen RechtS für All« 10,-. Schleswig, durch R. 50,-. Schwedt a. O., Wahl- ------"' d. d. KreiSvertr. 93,25. Hamburg,� v. d. Bau- ardeitern Deutschlands durch C. Lange 720.60. Sranksurt a. M v. Vertrauensmann 300,— Ruhrort, eingegangen auf Listen b«S deutschen HoU- arbeiter-Verbandcs 2,50. Pforzheim, von Gasten im„Badischen Hos 3,2». London, Kommunisttscher Ardeitcrbtldungs- Verein 102,—. Königsberg i. Pr., durch die„BolkStribüne" 86,68. Wahltteis Darmstadt- Grost-Aerau zweite und letzte Rate 120,-. Beesla», durch die Vertrauens- Männer, 4. Rat- 500,-. Göttinacn, g-iammelt v. Wewer chastSkartell 26 30. Charlottenburg, von Porzellanarbritern durch die Redaktion der„Ameise .,„0» Im 3. Berliner ReichStagSwahlkreiS auf Listen gesammelt 1488 43 M. Daninter folgende Listen: Ltstcn»346»nd 5347 Verein der Verwaltungs- beamten der Ortskassen Berlin« 20,15. Liste 5372 Bcstosterei»Nd«ußlager von Butzke u. Co. 10,80. Liste 5377 bessere Gürtler von Butzke 4,60. List- 5412 Tischleret von Lukat, Dicsfenbachstr. 35 7,40. List« 5432 Bechinne u. Brösel 5,40. Liste 543? A. Raasch, Maurer, 3,90. Listen 5474 und 54 1» von den Arbeitern der Firma I. Mehlisch, Sophienstrahe 21, 17,6». List- 5471 von den Pcrlmutterarbeitern der Ftrina M. Silberblatt 10,35. Liste 5606 mechanische Werkstatt von Benneke U. Co. 10,-. Liste 5607 Nähmaschinen- Fabrik Gebrüder Nothmann 22 SO. Liste 5609 desgl. 19,56. Liste 6610 desgl. 10,55. Lifte 6608 gesammelt Von- Bon 10,25. Liste 5585, Gürtleret von Spinn u. Sohn 14,70. Liften 5o47 und 49, Telegraphenbau-Anstnlt F. Schuchard 36,35. Listen 5583 rilid 84, Maschinensabrtt von G. Stein 13,10. Liste 5620, Sttzmöbelfabrik Treue Wienerstr. 44 6,30. Liste 5643, Dreher und Schleifer von Pintsch 15,4» Liste 5660, Kronenfabrtk von Talni u. Bender 0,20. Lifte 5861, Fabrik L. Berger, Britzerstrahe 7 12,25, Liste 6677, Personal der Schriftgleheret Ennl Gursch 32,-. Liste 5725, Schraubensabrik von Erdmann u. Gros 7,95. Liste 5778, Buchdruckerci von Hempel u. Ko. 31,30. Vierter Berliner Reichstags-Wahlkreis SUd-Ost, 2. Rate 500,—. Dar» unter folgende Listen: Liste 1009 von Rohrlegern»nd Helfern Fricke Rachs. 8,20. Lift« 1042, Tischlerei Kiimow 4,95, Liste 1045, Lackireret und Ver- aoloeret bei Psaff 8,40. Lifte 1046, durch(»ums 8,40. List- 1048, Neu- maim u. Runnch 15,-. Liste 1061, Klempnerei Schäfer, DreSdenerstr. 87, 4,85. Liste 1083, Färberei Medler u. Donath 6,95. Liste 1086, durch Fleischet 11,70. Liste 1110, Tischlerei Jnngnickel, Lallgestraste. 7,40. Liste 1132, Kronleuchter, Elisabethhof 9,25. Liste 113», Goldbach, Stocksabrtk 10,30. List- 1205 4,65. Liste 1209, Lotterie- verein Hossnung 6,10. Liste 1214 Holzbearbeitung«- Fabrik Mümehl, Kö-nickerstr.«9 9,35. Liste 1304, Peukert, 2. Rate 11,10. Liste 1387. Litho- graphische Anstalt Hugo Sensch 14,55. List- 1388, Baumann 4,20. Liste 1436, Werkstatt Appelt, Reichenbergerstr. 107 11,40. List- 1504, Pianofabrik Wittig 9,20. List« 1506, gkiammelt durch Bouimer 14,5». Liste 1-29, ge- sammelt durch R-waldt 4,4». List« 1535, Koffersabrik Äenge 6,90. Liste 1537, Spiegelfabrik Eh. Mester 13,55. Liste 1018, Arveiter der Fabrik Kicko u. Ko., Dtallschreiderstraste, 2. giate 5 10. List- 1752, gesammelt Fuhr- hos Ehlert, Görlitzerstr. 49 Liste 1757 2,10. Im 6. Berliner Wahlkreis(Moabit) aus Listen gesammelt: Liste 3» 18 4,10. Liste 3524 4,25. Liste 3526 9,75. List- 3527 7,70. Liste 8528 6,80. Liste 3531 5,50. Liste 3532 8,36. Liste 3534 S. n. H. Abth. 13 10,50. List- 3539 4,45. Liste 3540— ,30. Liste 3544-,2°. List« 3545 Automaten- Fabrik Westend 8,05. Liste 3646 3,20. Liste 3547 5,70. Liste 3548 5,15. Liste 3550 1,60. Liste 3550 Dreher und Schlosser von Pätzold, Moal'tt 20.75. Liste 3596 3,0». Liste 3600 6,20. Liste 3607 7,45 Liste 3610 21,75. Liste 3612 3,40. Liste 3615 11,—. Liste 3617 3,—. Lifte 3623 6,05. Liste 3625 15,55. Liste 3627 15,40. List- 3628 9,50. Liste 3629 7,85. Liste 3630 0,60. Liste 3632 6,-, Liste 3683 10,80. Liste 3644, Uiiion-Elektrizitätswerke 29,2». Liste 364? 3—. Liste 3650 14,26, Liste 3651 13,-. Liste 3652 4,55. Liste 3656, durch Bahr 9,60 Liste 3Ä64, Fabrik David Grove 4,75. Liste 3666 15,25. Liste 3668, Modell- und Fabriktischlerei von Siemens u. HalSke. Charlottenburg 6,90. List- 3670 0,25. Liste 3671 3,90. Lifte 3678«,75. Liste 8677 4,40. Liste 8678 0,20. Liste UM" Liste 3084 7,-. Lifte 3086 1,20. Liste 3702 5,50. List- Lift- 3711 12,85. Liste 3712 10,36. Liste 3751 2,60. Lilie Liste 3759 2,-. Liste 3760 1,75, Liste 3765 2,90. Liste sammelt Hitzer(ausser den Hirsch-Dunckersschen) 5 60. Liste Liste 3779 3,-. Liste 3783 2,-. Liste 3785-io, Liste------ Liste 3787 10,65. Liste 3788(verwahrloste Maurer Bau WilhelulShavener- prasse) 5,05. Summa 456,85 M. Im 6. verltner Wahlttei»(Schönhauser Borstadt) auf Listen gesammelt: Liste 4003 4,95. Liste 4005 4,35. Lifte 4006 14,45. Liste 4019 13, 4< Liste 4023 2,50 Liste 4024 6,40(darunter von Heyer u. Kube, Eisenbahn- strasse, 3,25). Liste 4025 2,60. Liste 4023, gesammelt von den Arbeitern, mit Ausnahme einiger, von der Firma Brest u. Komp. durch R. N. 21,15. Liste 4035 10,05. Liste 4038 9,25. Liste 40,19 3,-. Liste 4040 12,70. Liste 4041 2,30, Liste 4042 8.75. Liste 4043 6,10. Liste 4044-,30. Liste 4045 5,60. Liste 4048, gesammelt in der Rormaluhr Windniühlenberg N.. Lifte 4049, gesammelt von Mttfch 6 85, Liste 4050 1,50. Liste 4051 7,35. Liste 4056, gesammelt durch Uecker 11,05. Lifte 4058 12,20. Liste 405» 13,50. Lifte 4060 12,05. Liste 4063 3,45. Liste 4064 9,90, Liste 4066 4.05. Liste 4067 3,-. Liste 4069 8,90. Liste 4070 10,25. Liste 4073 8,05. Liste 4075, Kon- fiSzirt 3,55. List« 4077 1,60. Liste 4082 7,05, Liste 4083 3,40. Liste 4084 gef. Bei Bnmzlow, Neue Königstr. 15 12,05. Liste 4085 7,25. Liste 4086 von Zimmerern, gesammelt durch Weiß 4,60. Liste 408? desgl. b,-. Liste 4088 desgl. 7,85. Liste 4089 desgl. 4,60. Liste 4090 v. Arbeitern und Arbeiterinnen der Sächsischen Wollgarn-Spinnerei durch L. 14,55. Liste 4092 4,05. List« 4093 4,50, Liste 4095, gesammelt bei Sölling u, Weinitzk«, Prenzlauer Alle« 16? 12,22. Liste 4096 1,75. Liste 4101 3,70. List- 4102 2,10. Liste 4104 3,60. Liste 4105 4,60, Liste 4106 9,85, Lifte 4113 7,25, Liste 4114-.50. Liste 41�5 1,20. Liste 4121 1,70. Liste 4129 10,75. Liste 4130 4,10. Lifte 4131 2,45. Liste 4132 2,7». Liste 4136 5,30 Liste 4140 2,46. Liste 4142 1,50. Liste 4144 3.46. Liste 414» 4,45. Lifte 4150 1,25. Liste 4153 5,-. Liste 4163, Bautischleret von Rachsall 7,15. Liste 4164 4,0», Liste 4166, Treppengeländer-Fabrik Schmidt u, Komp,, Schöiihanier Allee (ausser Einem, der sür den Ziichlhausiurö ist) 16,—. Liste 4167 1,95. 3681 2;50. 3710 5,10. 3756 8,70. 3766, ge- 3767 4,10. 3786 18,05. fiftc 4169 1,45. Liste 4170 3,80. Liste 4180 4,75. List« 4203, ge- fammclt von dem Personal der Firma Fritz Krüger, Blumenstr. 70, 10,05. lüfte 4204 5.90. Liste 4206 3,05. Liste 420S 3,40. Liste 4218 4,20. Listi 4298 1,95. Summa 479,62 M. Im 6. Berliner Reichstagswahlkreis Rosenthaler Vorstadt und Gesund- bruuncn auf Listen gesammelt: Liste 4536 5,50. Liste 4546 4,15. Liste 4549 Zimmerplatz Gödel 13,95. Liste 4550 8,75. Liste 4563 3,30. Liste 4566 7,50. Liste 4587 4,20. Liste 4588 3,55. Liste 4589 1,35. Liste 4590 4,15. Liste 4592 6,70. Liste 4593 4,65. Liste 4594 1,15. Liste 4597 10,25. Liste 4598 11,50. lüfte 4599 12,75. Liste 4600 3,60. Liste 4721 1,10. Liste 4725 Panzer- Gesellschaft, Bad- Straße 59 14,40. Liste 4726 desgl. 14,-. Liste 4728 Karl Sprenger 3,85. Liste 4740 5,60. Liste 4756, Etuifabrik Block 3,85, Etuifabrik Tinius 3.-, Möbelfabrik Eppstein 4,25, Sa. 11,10. Liste 4760 0,85. Liste 4763 4,-. Liste 4776 1,60. Liste 4777 4,25. Liste 4778 7,55. Liste 4779, gesammelt bei König, Weihensee 7,-. Liste 4781 2,45. Liste 4784 2,4-. Liste 4803 2.-. Liste 4808 2,15. Liste 4809, Gesangverein Freya 1 6,-. Liste 4810 4,40. Summa 206,75. In der Expedition des„Vorwärts" vom 10.— 17. März eingegangen 452,18. Summa 19 219,93. Bereits quittirt 68 916,50. Gesammtsumme 88lZK.43 M. Druckfehler-Berichtigung: In der Quittung in Nr. 55 beS„Vorwärts" muh es unter Kiel, durch die Expedition der„Schlesw.-Holst. Volksztg." 3. Rate, nicht heihen 300-, sondern 400,-. Indem wir hiermit die Sammlung schliefen, sagen wir allen Gebern, vornehmlich aber unseren Parteigenossen, die durch ihre auch bei dieser Gelegenheit wieder glänzend bethätigte Qpfer- frendigkeit in erster Linie zu dem überaus günstigen Ergebnist der Sammlung beigetragen haben, namens der hinter Zucht- Hans- nnd Gefängnistmauern schmachtenden Verurtheilten und ihrer nnglücklichen Familien besten Dank. Etwaige weitere Eingänge ausPartetkreisen werden wir dem Unterstützungsfonds der sozialdemokratischen Partetüberweisen. Berlin SW., den 18. März 1899. A. Für den Parteivorstand: G e r i s ch, Katzbachstrahe 9. Die in Nr. 55 des„Vorwärts" vom 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis, Rosenthaler Borstadt und Gesundbrunnen, für die Löbtauer Verurtheilten quittirten 447,05 M. sind nach der Mittheilung des Vertrauensmannes auf folgenden Listen eingegangen: Liste 4511 9,85. Liste 4512 9,05. Lifte 4513 7,20. Liste 4514, Tischlerei Mayer 6,60. Liste 4516, Metallgießerei Chausseestrahe 53 11,65. Liste 4518 27,90. Liste 4520 11,75. Liste 4526 11,35. Liste 4528 6,-. Liste 4529 11,80. Liste 4530 4,35. Liste 4531 22,80. Liste 4534 22,70. Liste 4538, Tischlerei der Union, Martinickenfelde 23,60. Liste 4540 10,40. Liste 4543 18,75. Liste 4545 26,95. Liste 4552 8,55. Liste 4553 7,65. Liste 4554 8,20. Liste 4555 Möbel- sabrik Eckert 15,05. Liste 4556 6,60. Liste 4557 7,65. Liste 4560 6,05. Liste 4565 9,25. Liste 4568 6,70. Liste 4569 Goldleistenfabrik Werkmeister 23,85. Liste 4576 12,90. Liste 4586 7,70. Liste 4591 28,70. Liste 4595 17,50 Liste 4596 25,25. Liste 4729 v. d. Arbeitem der A. E.-G. Saal 10 a durch F. K. 8,40. Liste 4782 8,05._ A. G e r i s ch. VNvkei-Martzvithken. Gemcinderathöwahlcn. Bei der Gemeinderathslvahl in Nellingen-Langenfelde wurde in der dritten Klasse neben einem Gegner der Genosse H. Meyer mit 107 Stimmen gewählt. In Schiffbek wurden in der dritten Klasse zwei Parteigenossen gewählt. Beide Orte liegen in Schleswig-Holstein. Polilriliches. Gerichtliche« u. f. w. — Unterm Zuchthauskurse. Wegech eines kleinen Wnrfzettels, der zum Besuch der vor einigen Wochen in Düsseldorf veranstalteten Versammlung wider den Zuchthauskurs aufforderte. wurden bereits staatsanwaltschaftliche Erhebungen angestellt, und zwar vom Dresdener Justizministerium aus durch die Düsseldorfer Justiz I Der Vertrauensmann Porges sowie der Drucker Nau sind bereits vernommen worden. — Zuzug fern halten. Durch diese Notiz soll Genosse Swienty in Halle nach Ansicht des dortigen Staatsanwalts groben Unfug verübt haben. Er wurde sowohl vom Schöffengericht wie jetzt von der Strafkammer freigesprochen. Unser Halle'sches Parteiblatt macht aber darauf aufmerksam, das; das Oberlandesgericht Naumburg, in dessen Bezirk Halle gehört, schon früher den Grundsatz aufgestellt hat, dah in diesem Satze grober Unfug enthalten sei und dah daher eine Bestrafung doch noch eintreten kann, wenn dieses Gericht wieder angerufen werde. — Märzversammlung verboten. In Leipzig wurde eine für den 18. März einberufene Versammlung, in der Genosse Schoenlank über das Thema:»Das Bürgerthum 1848 und 1899" reden sollte. auf Grund des Z 5 des sächsischen Vereinsgesetzcs— unsittliche Handlungen oder Gesetzesübertretungen— verboten. Jttvalidenversichernngs-Kommission. 16. Sitzung vom 18. März 1899. Zu 8 ll)2 beantragen Molkenbuhr und Genossen:„Jede Quittnngskarte bietet Raum zur Aufnahme der Marken für 5Z Beitragswochen. Die Karte enthält 53 mit dem Datum der Montage des Kalender- jahres versehene Felder." Molkenbuhr weist nach, daß durch die vorgeschlagene Ein- richtung die Kontrolle erleichtert werde über das Kleben der Marken, aber auch über Ärankheitswochen, über die von der Kranken- lasse in die entsprechende Rubrik abgestempelt werden kann. Staatssekretär von Posado wsky: Er habe vor Beginn der Versicherung denselben Vorschlag gemacht, halte ihn aber jetzt für sehr schwer durchführbar! es würden zu viel Jrrthümer entstehen. Die allgmeine Volksbildung reiche jetzt nicht aus, um solche sehr Wünschens werthe Matz nahmen richtig durch- führen zu können. In demselben Sinne sprachen sich die Redner aller anderen Fraktionen aus. Der Antrag wird gegen 5 Stimmen abgelehnt, aber von allen Seiten gewünscht, bei der zweiten Lesung eine geeignete bessere Form in dieser Art zu finden.— Die§8 100—110 werden ohne wesentliche Aenderungen angenommen. Nächste Sitzung: Montag.—_ Geivevlischnftlilhes. Berlin und Umgegend. An die Maurer der Provinz Brandenburg! Die ans der II. Konferenz der Maurer der Provinz Brandenburg gewählte Agitationskommission hat sich nunmehr konstituirt. Als Obmann istH. Silberschmidt, Frankenstr. 83, und zum Kassirer Wilh. Baganz, vom 1. April ab Gothenstr. 39, v. IV wohnhaft, bestimmt worden. Alle Briefe, Anfragen u. s. w. sind an ersteren, dagegen alle Geldsendungen an letzteren zu richten. Die Baulust verspricht auch in diesem Jahre in der Provinz wiederum eine rege zu werden, und dürften uns Kämpfe um Ver- besserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen auch Heuer nicht er- spart bleiben. Es ist bereits in einigen Orten zu Arbeitseinstellungen gekommen. Die Arbeitgeber entsenden Agenten, um die Maurer nach Streikorten anzuwerben. In Grotz-Lichterfelde wurde einem Agenten aus Schwedt der Plan vereitelt. Die Kollegen können nicht dringend genug darauf aufmerksam gemacht werden, genau auf die im„Grundstein" bekannt gegebenen Orte zu achten und jeden Kollegen daran zu erinnern, datz der Zuzug nach diesen Orten fernzuhalten ist. Bereits sind in einer Reihe von Orten von Organisation zu Organisatiou Lohn- und Arbeitsbedingungen festgelegt worden, was von einem wachsenden Einflutz unserer Organisation zeugt. In Witt enberge ist der Lohn von 30 auf 32 Pf. erhöht und durch Tarif diese und andere Verbesserungen auf ein Jahr ver- einbart worden. In Luckenwalde ist auf dem Wege der Verhandlungen zwischen beiden Organisationen der Minimallohn von 30 auf 33 Pf. erhöht worden. Sonnabends 1 Stunde und am Tage vor den hohen Festen 2 Stunden früher Feierabend ohne Lohnabzug. Vi Stunde Frühstück und 1 Stunde Mittag. Bessere Baubuden nnd Aborte und Abschaffung der Berpstichtung, durch die Gesellen Spaten zu liefern. In Eberswalde wurde die Forderung, den Minimallohn von 37 auf 40 Pf. bei 9Va stündiger Arbeitszeit zu erhöhen, be- willigt. In Pritzwal! ist der Lohn von 24 auf 26 Pf. erhöht worden. Die Maurer von Lehnin und Cammer haben einen Mini mavohn von 33 Pf. durch Tarif festgelegt. Bisher bestand ein solcher von 30 Pf. pro Stunde. In F r e i e n w a I d e stand bisher der Lohn ailf 30 Pf. Jetzt forderten die Maurer 35 Pf. Durch Verhandlungen wurden ihnen 34 Pf. Miudestlohn pro Stunde, 30 Pf. bei Landarbeit und Sonn- abend Vi Stunde früher Feierabend zugebilligt. In Lichtenberg herrschten bisher reckst sonderbare Zustände während Berliner Unternehmer 55 bis 60 Pf. zahlten, speisten die beiden Unternehmer am Ort die Leute mit 47V2 bis 521/2 P Stundenlohn ab. 14 Tage vor Weihnachten legten nun die Vcrbandskollegcn beim grötzten Lohndrücker die Arbeit nieder und erreichten, datz nach wenigen Tagen Jcin Lohn von 50 Pf. erzielt wurde. Im Frühjahr stellten die Verbandskollegen durch ihre Lohnkonmlission die Forderung auf 55 Pf., die ihnen auch bewilligt wurde. In Grotz-Lichterfelde befinden sich die Maurer seit einigen Wochen im Kampf um die Erhöhung des Lohnes von 65 am 60 Pf. Bis auf einige Unternehmer hat die Forderung Anerkennung gefunden. Nachdem in Werder a. H. wiederholt aber vergeblich der Ver- such gemacht war, mit den Arbeitgebern auf dem Wege der VerHand lung die Wünsche der Gesellen zur Anerkennung zu bringen, legten am 13. d. Mts. die Maurer einmnthig die Arbeit nieder. Sie forderten eine Lohnerhöhung von 32 auf 36 Pst Sonnabend eine halbe Stunde früher Feierabend, Abschaffung der Akkordarbeit, Bezahlung der Ueberstunden. Sonntags-, Nacht und Feuerarbcit mit 15 Pf. pro Stunde Aufschlag, Vermeidung jeder Mahregelung wegen Zugehörigkeit zur Organisation und alljährliche Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse durch die Organisation. Nach dreitägigem Streik wurden sämmtliche Forderungen bewilligt. Die Maurer von Alt-Landsberg(Bruchmühle) nnd Umgegend legten ebenfalls am 13. d. M. die Arbeit nieder, da ihnen die ge forderte Lohnerhöhung von 32—35 auf 40 Pst nicht bewilligt wurde. 2 Arbeitgeber haben bereits bewilligt. Im Streik befinden sich 46 Kollegen, da die Arbeit sehr dringend ist, dürfte der Sieg der Kollegen nicht all zu fern sein. I. A. der Agitattonskommission: H. S i l b e r s ch m i d t. Achtung, Putzer! Nach dem Beschlntz der Versammlung der Putzer vom 27. Februar 1899 soll die Arbeitszeit vom 13. März an Montag früh 8 Uhr beginnen und am Löhnungstage(Sonn abend) 4 Uhr Nachmittags enden. An den anderen Tagen soll wie bisher üblich gearbeitet werden. Auf einer grotzen Anzahl von Bauten ist bereits dem Beschluh nachgekommen, jedoch geben noch viele Kollegen an, datz sie den Beschlutz nicht kennen. Die Lohukommission appellirt nochmals an alle Putzer Berlins nnd der Vororte, diesem einstimmig gefatzten Beschlutz nachzukommen und auf jedem Bau einen Deputirten zu ernennen, welcher die Beiträge zum Streikfonds einsammelt und die etwa vorhandenen Mihstände und Lohndifferenzen zur Kenntnih der Lohnkommission bringt. Der Beitrag zum Streikfonds der Putzer beträgt pro Arbeits- Woche 25 Pf. Gleichzeitig machen wir bekannt, datz am Mittwoch. den 22. März, Abends 6 Uhr, Rosenthalerstratze 57, die erste dies- jährige Baudeputirten- Versammlung stattfindet, wo jeder Bau ver- treten sein mutz. Die Lohnkommission erwartet von allen Kollegen den engen Anschlutz an die Bewegung und Organisation, denn nur dadurch ist es möglich, datz wir unsere wirthschastliche Lage verbessern können. DieLohnkom Mission. Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrik H a a s e. Berlin, Schillingstratze 14, sind wegen Lohnabzüge und Verlängerung der Arbeitszeit ernste Differenzen ausgebrochen, die zu einer Arbeits- niederlegung führen können. Von Seiten der bethciligten Arbeiter und der Ortsverwaltung des Vereins deutscher Schuhmacher ist bis jetzt alles geschehen, um die Angelegenheit in Güte beizulegen, leider ohne Erfolg. Die Vereinsmitglieder werden ferner darauf aufmerk- stm gemacht, datz am Montag in allen Bezirksversammlungen die Wahl der Delegirten zum Gewerkschafts-Kongretz stattfindet. Der Verein deutscher Schuhmacher. Vom Rixdorfer Gewerkschaftskartell wurden als 6. Rate nach Krefeld 100 M. gesandt. Darunter von Bau Getzlerstratze durch Hcinemann 8,—, Tischlerei Wendtlandt, Britz, Bierprozente, r Verband der Bäcker, Zahlstelle Ripdorf, 7,—. Nachzutragen von der 6. Rate auf Liste 87(Firma Hermann Hehl u. Co.. Lindcnstr. 102) durch Lüh 10,45 M. Deutsches Reich. Der Deutsche Metallarbeiter- Verband veröffentlicht soeben seine Abrechnung für das Jahr 1898, in welchem die Zahl der Mitglieder 75431 und die Einnahmen ohne die Bestände von der letzten Abrechnung 588 562,06 M. betrugen. Am Schlüsse des Geschäftsjahres verfügte der Verband über ein Vermögen von 391 360,66 M., von denen 272 638,29 M. zur Verfügung des Hauptvorstandes standen, während 118 722,37 M. in den Verwaltungsstellen verblieben. Die Zahl der weiblichen Mitglieder ist trotz der immer steigenden Verwendung wcib- licher Arbeitskräfte in der Metallindustrie' noch sehr gering; blos 1271 weibliche Mitglieder zählt der Verband, die zu den Einnahmen 147,40 M. Beitrittsgeld und 2887,80 M. Beiträge steuerten. Die H a u p t ka ss e hatte folgende grötz'ere Ausgaben- p o st e n: Agitation 3959,70 M., Informationsreisen 635,45 M., „Deutsche Metallarbeiter-Zeiwng" 73 654,05 M.. Gcrichtskosten-Vor- schüsse, Prozetz- und Anwaltskosten 1385,05 M., Rechtsschutz 3354,91 M., Polizeistrafen 397,05 M., zur Anfrechterhaltung internationaler Be- ziehungen 50,— M., Beitrag an die Generalkommission 5514,10 M. Streikunterstützung an: die Bauarbeiter Deutschlands 1000,— M., den Deutschen Textilarbeiter- Verband 500,— M., die Weber in Langenbielau 200,— M., Zuschüsse an die Zahlstellen 59 910,— M., Verwaltungskosten 28 121,68 M., davon perfönliche 12 438,81 M. Die Mitgliederzahl stieg von 49 001 Ende 1896 auf 59 890 Ende 1897 und 75 431 Ende 1898. So erfreulich dieses Ergebnitz ist, so bedauerlich ist es, datz 37 046 Mitglieder im Jahre 1898 aus- getreten sind; von den 23 203 Mitgliedern. die 1891, dem Gründungsjahre des Metallarbeiter- Verbandes, diesem an- ehörten, sind ihm blos noch 2500 verblieben. Man er- offt von der zu gewärtigenden Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung eine Verminderung der ungesund starken Fluktuation in der Mitgliederzahl. Im Jahre 1898 wurden 122 Verwaltungsstellen neu geschaffen und 12 Bevoll- mächtigte in Sachsen neu eingesetzt, dagegen sind 86 Verwaltungs- stellen und 6 Bevollmächtigtenstellen eingegangen. In 167 Fällen wurde Rechtsschutz gewährt, davon in 68 Straffachen und 42 Strafmandaten. Die Strafsachen betrafen 45 Fälle aus der Verbandsthätigkeit, davon 14 öffentliche bezw. Beamtenbeleidigungen, 8Uebertretungen des Z 153 der Reichs-Gewerbe- Ordnung, 5 Bedrohungen oder Nöthignngen, 2 Landfriedensbruch (davon 1 qualifizirter), 10 Uebertretungen von Vereinsgesetzen, Uebertrctungen von Polizeiverordnungen. An Strafen ivurden über die an obigen Strafprozessen be- theiligten Verbandsmitglieder verhängt: 6 Jahre 9 Monate Zucht- Haus, 4 Jahre 131Vs Monate 129 Tage Gefängnitz und 572 M. Geldstrafe. Hierzu kommen 42 Strafmandate' über zusammen 513.25 M. Die Gesammtaufwendungen für Rechtsschutz betragen für die abgelaufene Berichtsperiode 9834,49 M. Dem Berichte über Ausstände und Lohn bewegungen entnehmen wir das Folgende: Die Ausstandsbewegung tvar in den verflossenen beiden Jahren ziemlich lebhaft, jedoch konnten bedeutende Verbesserungen nicht erzielt werden. Der bisherige Kampf des Metallarbeiter-Verbandes mit dem Unternehmcrthum gleicht dem Kleinkriege, auch die Ausstände be- treffen meist nur einzelne Werkstätten: Abstellung von Mihständen Zertheidigung des Koalitionsrechtes und Ver- Hinderung von Verschlechterungen sind in weitaus den meisten Fällen die Ursachen der Konflikte und nur einige wenige Branchen, so die Feilenhauer. Klempner und Schmiede erzielten hier und da eine Verbesserung ihrer Lage durch Regelung der Arbeitszeit, Erhöhung der Löhne bezw. Akkordpreise, Ablösung des Kost- und Logiswescns und damit zusammenhängend Fixirung eines Mindestlohnes. In den abgelaufenen zwei Jahren fanden 95 Ausstände statt, an denen 5550 Personen betheiligt waren. Von diesen Ausständen waren 54 Abwehr- mrd 41 Angriffsstreiks. Beendet wurden mit Erfolg 16 Abwehr- und 12 Angnffsstreiks, ohne Erfolg 28 Abwehr- und 15 Angriffsstreiks, durch Vergleich oder mit theilweisem Erfolg 10 Abivehr- und 14 Angriffsstreiks. Die Streiks wegen einzelner Mahregelungen waren alle ohne Erfolg. Für die Ausstände in den Jahren 1897—98 wurden vom Verband ausgegeben 159 621,42 M. Hierzu an einzelne an fremden Streiks betheiligte Mitglieder 3 124,30 M. und an die vom Streik der Finna Stöwer, A.-G., in Stettin Arbeitslosen 3 528,46 M. Sehr beachtenswerth sind die folgenden Ausführungen des Vorstandes des Metallarbeiter-Verbandes: Was die bei Ausständen gemachten Erfahrungen anbetrifft, so sind dieselben im Grotzen und Ganzen dieselben, wie in der vorhergehenden Geschäftsperiode. Gar zu wenig wird bei Einleitung eines Ausstandes in Betracht gezogen, datz nicht allein die Berechtigung desselben, sondern vielmehr die Möglich k e i t seiner Durchführung eine gewichtige Rolle spielt. Würde dies geschehen, so würde mancher Kampf nicht inszenirt und manche bittere Erfahrung den Betheitigten erspart bleibe». Dies trifft namentlich auf Kämpfe zu, die auf Wieder- einstellnng oder Entlassung einzelner Personen abzielen. Hier hat sich auch in der verflossenen Geschäftsperiode ge- zeigt, datz diese Kämpfe in den seltensten Fällen erfolgreich aus- gehen. Der Vorstand hat auch in diesem Jahre in fast allen derartigen Fällen von einem Ausstand abgerathen, ist aber leider in den seltensten Fällen vorher davon unterrichtet worden und so befand er sich meist einer vollzogenen Thatsache gegenüber, an der nichts mehr zu ändern war. Der Bericht schlietzt mit den folgenden Bemerkungen über die finanzielle Lage des Verbandes: Gleichen Schritt mit den Fortschritten des Verbandes im Allgemeinen hat auch die seiner Finanzen gehalten, wie die vorstehende Abrechnung zur Genüge beweist. So erfreulich für uns diese allgemeine Hebung nnsereG Verbandes als auch seiner Finanzen ist, so lebhaft ruft sie auch in uns das Bestreben tvach, unermüdlich an dem begonnenen Werke weiter zu bauen und es im Interesse aller seiner Mitglieder zu ver- vollkommnen. Insbesondere erwächst uns diese Pflicht zu einer Zeit, die, wie die heutige, die eines lebhaften Kampfes zu werden scheint, eines Kampfes nicht nur zur Bertheidigung des Bestehenden, sondern zur Erringung besserer e r h ä I t n i s s e. Die Sttttkatcure in Pirmasens fordern einen Stundeulohn von 60 Pf. Die Meister haben das Verlangen abgelehnt, worauf 50 Mann in den Ausstand getreten sind. Soziales. Im Stuttgarter Gemeinderath wurde die Einführung der unentgeltlichen Abgabe der Lehrmittel für alle Schüler der Volksschulen nach langer Debatte, in welcher unser Genosse Dietrich, der Volksparteiler Fischer und der dritte Bürgermeister Stockmayer entschieden dafür eintraten, mit 13 gegen 8 Stimmen noch einmal abgelehnt. Das Arbeitersekretariat Stuttgart versendet seinen zweiten Jahresbericht. Das Sekretariat wurde im Jahre 1898 von 7478 Personen in 8521 Fällen in Anspruch genommen. Auch bei diesem Institut entfällt der Haupttheil der Auskünfte auf die aus dem Arbeitsverhältnitz und den Versicherungsgesetzen hervorge- zangeneu Streitigkeiten. Die Kosten des Sekretariats betrugen 3055 M. Auch dieser Bericht birgt in der Darstellung wichtigerer Einzelfälle eine Menge trefflichen Materials für die Beurtheilung der Wirkungen der gewerblichen und sozialen Gesetze. Vetzke Nachrichten und Depeschen. Aufgelöst wegen Eintritt der Polizeistunde wurde die in Adlershof aus Anlatz der Märzfeier einberufene Versammlung. Unter Widerspruch des Vorsitzenden und unter grotzer Unruhe der zahlreich Antvesenden drang eine grötzere Zahl von Polizeibeamten in den Saal. Der überwachende Beamte forderte die Ber- ammelten bei eventueller Anwendung der Waffen auf, den Saal unverzüglich zu räumen. Unter lebhasten Protestrufen verlietz man den Saal._ Altona, 18. März.(W T. B.) In dem Prozetz gegen die Photographen Wilcke und Priester sowie den Förster S v ö r ck e wegen Hausfriedensbruches, begangen durch unbefugtes Eindringen in das Sterbezimmer des Fürsten Bismarck, tvurde Wilcke zu 6 Monaten, Priester zu 3 M o- n a t e n, Priester zu 3 Monaten und Spörcke zu 5 Monaten Gefängnitz verurtheilt. Lcoben, 18. März.(B. H.) Der 24jährige Bergakademikcr Fürst Amirdöcibt aus Tiflis wurde verhaftet, weil er sich in die Wohnung einer Schauspielerin eingeschlichen hatte, um derselben Gewalt anzuthun. Frankfurt a. M., 18. März.(B. H.) Der„Franks. Ztg." wird aus Madrid telegraphirt: Amtlichen Angaben zufolge ist der Staat den Kolonialtruppen noch LI Millionen Pesetas chuldig. Die vollständige Liquidation wird 2 Jahre dauern. Bor, läufig werden 35l/e Millionen auf Abschlag gezahlt. An den Stratzenecken hängen Anschlagzettel, auf denen die heimgekehrten Soldaten aufgefordert werden, keine Abschlagszahlung zu akzeptiren, andern die ganze Zahlung zu fordern. Die Äarlisten suchen die Soldaten zur Meuterei zu verleiten. Wien, 18. März.(B. H) Die„Neue Freie Presse" meldet aus Rom, der Zustand des Papstes sei mit einer langsam ver- löschenden Oellampe zu vergleichen. Die Kardinäle beschäftigten ich bereits ernstlich mit dem Konklave. Hinsichtlich der Person des neu zu wählenden Papstes herrsche unter den Kardinälen grotze Un, einigkeit, die meisten Aussichten hätten Rampolla und Gotti, gegen die beiden Venatellis herrsche grohcs Mitztranen. Lemberg, 18. März.(B. H.) In einem hiesigen angesehenen Wohlthätigtcitsinstitut sind Unterschlagungen entdeckt worden. die 28 000 Gulden betragen. Paris, 13. März. D e p u t i r t e n k a m m e r. Bei der sott- zesetzten Bcrathung des Marinebndgets führt Piou aus, besonders ne Ereignisse vom Oktober hätten die Nothwendigkeit nachgewiesen, Ar einen Seekrieg bereit zu sein. England erhöhe ohne Unter- atz sein Marinebudget; das Marinebudget des Dreibundes über- teige dasjenige Frankreichs, nian müsse energisch dahin wirken, das Mitzverhältnitz zwischen den Seestreitkräften Frankreichs und denen Englands, und insbesondere denen des Dreibundes nicht grötzer werden zu lassen. Raiberti erwiderte, Frankreich sei eine kontinentale Macht, es genüge für sie, eine Marine zu haben, welche der des Dreibundes gleich komme. Admiral R i e n n i e r radelt in längerer Rede den Marine- minister Lockroy, dem er vorwirst, nach dem Beifall einiger Lob- hudler zu haschen. In Wirklichkeit habe Lockroy in Nichts die Lage ver- ändert. Seine Rede habe nur erreicht, datz man die ftanzösische Marine mitzachte.(Widerspruch auf der Linken.) Riennier fährt in seiner Kritik des Lockroy'schen Programms fort; spottet über das Untersee- boot und befürwortet lebhaft den Bau von Panzerschiffen. Riennier bricht seine Rede ab und wird am Montag weitersprechcil. Di? Sitzung wird aufgehoben. BourgcS, 18. März.(W. T. B.) In der hiesigen pyrotech- nifchen Schule erfolgte heute früh im Laderaum für Granaten ein« Explosion. Von acht in dem Räume nnwesenden Arbeitern wurden drei getödtct, drei schwer und drei leicht verletzt. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Tb- wlocte m Berlin. Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin. Hier»« 4 Beilagen u. ilnterhaltungSblatt. Nr. 67. 16, lnjrpj. 1. ftilnjc i>rs„Kmiills" Soiixtiiz, IS. Ml! 1899. Neichsksg» L8. Sitzung, Sonnabend, 18. März 18S9, 1 Uhr. Am BundeSrathstische: v. G o tz l e r, Frhr. v. Thielmann. Die zweite Berathung des Etats wird fortgesetzt, zunächst bei den Aenderungen in der Organisation des Reichsheeres in Konsequenz der angenommenen Militärvorlage. Abg. Queis(t.) klagt über das Weggehen der kräftigen jungen Leute aus dem Osten, wodurch dieser entvölkert, der Westen mit Wasserköpfen versehen wird. Die Militärverwaltung sollte diesem Prozeß entgegenwirken, dadurch, daß sie mehr Garnisonen in die kleinen Städte des Ostens legte. Generalmajor von der Boeckh erklärt, die Militärverwaltung komme diesem Wunsche in steigendem Maße nach. Die betr. Etats werden genehmi.gt, ebenso die bayerischen Quoten und diverse Kleinigkeiten. Es folgt die Berathung des Etatsthcils für die Vervollständigung des deutschen Eisenbahnnetzes im Interesse der Landesvertheidigimg'! er wird debattelos bewilligt. Dasselbe geschieht mit einem Zuschuß zu gewissen einmaligen Ausgaben. Beim Bankwesen befürwortet Abg. Rickert(frs. Vg.) die Abschaffung der Kautionen der Reichs- bankbeamten. Damit schließt die Debatte; der Etatstheil wird genehmigt, ebenso die folgenden: Besonderer Beitrag von Elsaß-Lothringen, Veräußerung von ehemaligen Festungsgrundstücken, Ueberschüsse aus früheren Jahren, zum Ausgleiche für die nicht allen Bundesstaaten gememsamen Einnahmen. Matrikularbeiträge. außerordentliche DcckungSmittel, Etatsgesctz. Es folgt die semer Zeit unterbrochene Abstimmung über den Antrag des Abg. Prinzen zu Schönaich-Carolath, betreffend Beihilfe zur Errichtung eines Gocthe-Dcnkmals. Ilntcr großer Heiterkeit des Hauses muß abermals ein Hammelsprung vorgenommen werden. Derselbe ergicbt 73 Stimmen für, 79 gegen den Antrag. Das Haus ist somit bcschlustunfähig. Der Präsident Graf Ballestrem setzt eine Sitzung an auf heute 3-/2 Uhr. sTagcsordnung: Anleihegesetz, Schnldentilgnngs- Gesetz, Antrag Agster betr. Einstellung eines Strafverfahrens geqen den Abg. Stadthagen.) Schluß der Sitzung 3V< Uhr. 39. Sitzung vom Sonnabend. 18. März 1899, 3�/2 Uhr. Am Bundesrathstisch: Frhr. v. T h i e l m a n n. Anleihegesetz wird in zweiter Lesnng»ach den Kom- nnisionsbeschlüssen dcbattelos angenommen, ebenso der Gesetzentwurf wegen Verwendung überschüssiger Reichscinnahmcn. Es folgt der Geichäftsordnungs- Kommissionsbericht über den sozialdemokratischen Antrag, betr. Einstellung eines gegen den Abg. Stadthagen schiebenden Strafverfahrens. Das Hans beschließt auf Uebergang zur Tagesordnung. Damit ist die heutige Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr.(Rechnungssachen, dritte Be- rathnng des Etas.)_ Konttnunttles. ®er Magistrat hat bei der Stadtvcrordneten-Versammlung deren Zustimmung nachgesucht: daß für die im Jahre 1898/99 rcgulirten Straßen 1. der den Erstattungspflichtigen in Rechnung zu stellende Preis des zur ersten P f l a st e r u n g verwandten Matenals, einschließlich Arbeitslohns, für Hauptstraßen auf 14 M. und für Nebenstraßen auf 13 M. für den Quadratmeter. 2. der Beitrag zu den Kosten der Unterhaltung neuer Straßen auf 0,20 M. für den Quadratmeter und Jahr, das Ablösungskapital in betreff der Unter- Haltungspflicht auf 0,80 M. für den Quadratmeter festgesetzt iverdc, 3. daß Kosten für Bauleitung u. f. w. bei der Feststellung der orts- statutarischen Anliegerbeiträge außer Ansatz bleiben. Die dritte diesjährige Waiseurathsvcrfamullung fand am Freitag unter Vorsitz des Stadtv. Hammerstein in der 38. Gemeinde- schule in der Koppenstraße statt. Es wurde der Wunsch ausge- sprachen. daß alle Kinder. für welche die Stadt E r z i e h u n g's- gelder zahlt, der Waisenverwaltung unterstellt werden. Bisher ist dies nur bei den Vollwaisen, d. h. bei nur etwa 20 vom Hundert, der Fall. Aehnliche Wünsche sind bereits im vorigen Jahre laut geworden; ein entsprechender Antrag ist aber von der Armen- Verwaltung abgelehnt worden, iveil man meinte, daß die Armenverwaltung ebenso gewissenhaft wie die Waisen- räthe über diese Kinder wachen kann. Jetzt wurde aber darauf hingewiesen, daß doch vielleicht bald eine Acndcrung eintreten werde, da die Armenverwaltung zu sehr belastet sei. Klage geführt wurde darüber, daß Waisenräthe andere Waisenräthe zu Vormündern vorgeschlagen, ein Verfahren, gegen das bereits eine Verfügung der Verwaltung crlaffe» ist. Dann wurde der Wunsch ausgesprochen, daß in Fällen sittlicher Gefahr die Ab- crkennung der Erziehungsrechte durch die Gerichte be- schleunigt werde. Augenblicklich dauert ein solches Verfahren drei bis vier Monate, ivodurch die Wohlthat des Zwangserzichungs- gcsetzes oft geradezu hinfällig wird. Beschlossen wurde ein Antrag an die Armcndirektion, die Verfügungen dieser Behörde auch allen Waisenräthcn zugänglich zu machen. In längerem Vortrag besprach Magistratsassestor D i e t e r t die wesentlichsten Bestimmungen des Familien- und Vormundschaftsrechts nach dem neuen Bürgerlichen Gesetzbuch. Von 1900 an wird der Wirkungskreis der Waisenräthe wesentlich erweitert werden und sie werden noch mehr, lvie bisher in der Lage sein, für das Wohl ihrer Pflegebefohlenen zu sorgen. Das Vormundschaftsgericht hat künftig in weiterem Umfange lvie bisher die Pflicht, dem Waisen- rath, dessen Thäligkeit jetzt meist mit dem Vorschlag des Vor- mundes beendet ist, Kenntniß von den Mündeln zu geben. Der Waisenrath ist verpflichtet, auch die Amtsführung der Vormünder zu beaufsichtigen und Pflichtlvidrigkeit des Vormundes dem Gericht anzuzeigen. vom 31. Mai 1839 hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß ich für diese Wahl den Stadtrath M u g d a n in Berlin zum Wahlkommissar und den Stadtrath S e l b e r g in Berlin zu seinem Stellvertreter ernannt habe. Der Magistrat fügt zu dieser Bekanntmachung hinzu, daß es gemäß K 8 Absatz 3 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 18L9 der Alis stcllung und Auslegung neuer Wählerliften nicht bedarf. Avbeiter-Bildungsfchnle. Heute, Abends 7 Uhr, Vortrag des Genossen Dr. A l f r e d B e r n st e i n über: A n a r ch i s m u und Sozialismus, in den„Arminhallen", Kontmandantenstr. 20. Der am ö. d. Mts. ausgefallene Vortragsabend in National ö k o n o m i e wird am Montag, den 27. d. Mts., nachgeholt.— Sonntag, den 9. April, Abends 7 Uhr, in Kellers großem Saal. Koppenstraße 29: Vortrag des Herrn F. S. A r ch e n h o l d (Direktor der Treptow-Stcrnwarte) mit zahlreichen Licht- und Dreh bildern: Ausflug in die Sterne»Welten. Billets ä 20 Pf.(nicht, wie im Inserat falsch angegeben, zu 10 Pf.) sind in obiger Versammlung, in der Schule, Annenstr. 18, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Freie Volksbühne. Heute Nachmittag 23/4 Uhr gelangt im Lessing-Theater für die III. Abtheilung zur Aufführung:„Die Er zichung zur Ehe"; für die VI. Abtheilüng im Friedrich-Wilhelmstädt. Theater:„In Behandlung", mit Frau Prasch- Grevenberg. Pünkt liches Erscheinen der Mitglieder wird dringend erbeten.— Nächsten Sonntag beginnt die 8. V o r st e l l u n g's s c r i e für die I. Ab theilnng mit dem Trauspiel von Otto Ludwig:„Der E r b f ö r st c r" im Friedrich- Wilhclmstädtischen Theater.' Folgende Sonntage— folgende Abtheilungen. Der Vorstand. I. A.: G. Winklcr. Hinsichtlich der elektrischen Beleuchtung des Friedrichs- haius und des Viktoriaparks wird sich die Stadtverordneten- Versammlung niit einem diesbezüglichen Antrage des Magistrats in ihrer nächsten Sitzung zu beschäftigen zu haben: Der Magistrat will bei der Versammlung die Genehmigung nachsuchen, daß 1. der Fricdrichshain durch 52 Bogenlanipen ä 8 Ampöre beleuchtet werde, von denen 18 das ganze Jahr hindurch von Eintritt der Dunkelheit bis Tagesanbruch, die übrigen 34 dagegen nur in der Zeit vom 1. Mai bis 1. Oktober bis ll'/e Uhr Abends brennen, daß ferner 2. der Viktoriapark durch 30 eben solche Lampen mit einer Brennzeit wie die der vorstehenden 34 Lanchen im Friedrichshain, beleuchtet werde und daß die Kosten der ersten Einrichtung und der jährlichen Unterhaltung dieser elektrischen Beleuchtung für die beide» Park- anlagen aus dem Straßenbeleuchtungs-Etät für 1899 entnommen lverden._ Uokales. Die Nachwahl im 2. Berliner Rcichstags-Wahlkreise betreffend erläßt der Oberpräsident der Provinz Brandenburg folgende Bekanntmachung: Nachdem der Reichstags- Abgeordnete für den 2. Wahlkreis der Stadt Berlin, Rentner und Stadtverordneter Kreitling, sein Mandat niedergelegt hat, ist in diesem Wahlkreise eine Ersatzwahl erforderlich geworden. Den Wahltermin habe ich auf den U. April d. I. Böswillige Alarmirungen der Feuerwehr, wie sie in der letzten Zeit leider recht häufig vorgekommen sind(in der Sonnabend-Nummcr mußte wieder über einige Fälle berichtet lverden), waren bis dahin in Berlin eigentlich vcrhäl'tnißmäßig selten obivohl sie durch die fortschreitende Vcrin'ehrung der auf den Straßen auf gestellten automatischen Melder immer mehr erleichtert werden. In« Jahre 1897/98 ivaren unter 2160 Feuermeldungen 31 böswillige Alarmirungen, und ans den Vorjahren wird über noch weniger Fälle (23, 22. 14, 9) berichtet. Selbstverständlich ist schon eine einzige bös willige Alarmirung zu viel und ein Frevel am Gemein wohl. Also im Vergleich zu der Häufung böswilliger Alarmirungen, wie sie jetzt zu beobachten ist, sind die oben mitgetheilten Zahlen beinahe noch niedrig zu nennen. Das Gefühl für das Verwerfliche und Frevelhafte dieses Unfugs ist sicherlich in der Berliner Bevölkerung sehr stark und lebendig. Wenn jetzt die böswilligen Alarnnrungen init einem Male so ungewöhnlich zahlreich auftreten und in bedrohlicher Weise überhandnehmen, so handelt es sich anscheinend um eine Art Unfugsepidcmie, von der zu hoffen ist, daß sie sich nur auf einen kleinen Kreis gedankenloser Burschen beschränkt. Die böswilligen Alarmirungen erfolgen fast stets(im Jahre 1897/98 sämmtlich) durch die öffentlichen Feuermelder, vereinzelt sin den Vorjahren wenigstens) auch durch Polizei oder Feuerwehrstationen. Die Ausführung dieses Unfugs, der nach seinen Beweggründen vielleicht nur als alberne Kinderei, in Anbetracht der möglichen Folgen aber als im höchsten Grade gemein- gefährlich anzusehen ist, würde wesentlich erschwert werden. wenn die öffentlichen Feuermelder mit einem bei der Benutzung automatisch in Thätigkeit tretenden, weithin hörbaren Läuteiverk versehen würden, das die Straßenpaffanten auf die alarmirende Person auftnerksam macht. Die Bedeutung der öffcnt- lichen Feuermelder für die Feuersicherheit der Stadt ist so groß, daß kein Mittel unversucht gelaffen werden sollte, sie gegen mißbräuchliche Benutzung zu sichern. Im Laufe des Jahres 1897/93 liefen unter den erwähnten 2160 Fcuermeldungen allein 1119 durch öffentliche Melder ein, dagegen nur 322 durch Polizcistationen, 363 durch Feucrlvehrstationen ohne Weitcniicldung, 74 durch Feuerwehrstationen niit Wciternreldung, 43 durch Telephon bezw. Telegraph, 33 durch private Feuermelder. Von den öffentlichen Meldern ivurden am häufigsten benutzt: der auf dem Moritzplatz 49 mal, Bllschingplatz 39 mal. Koppenstraße 39 mal, Kottbuserplatz 37 mal, Arkonäplatz 31 mal, Potsdamerstraße 30 mal u. s. w. Am Schluß des Etats jahres 1897/98 waren 127 öffentliche Melder vorhanden. Es soll durch weitere Vermehrung allmälig dahin gebracht werden, daß von jedem Punkte der Stadt aus ein öffentlicher Melder in 3 Minuten mäßigen Laufes erreicht werden kann. Die Allgemeine Volkskrankenkaffc hat jetzt die Bude zu gemacht; sie befindet sich in Liquidation und hat deshalb am Freitag eine Generalversammlung abgehalten, über die wir' noch Näheres zur Warnung aller Arbeiter mittheilen werden. Kranke, die gestern Krankengeld erheben wollten, erhielten den Bescheid, daß sie nichts bekommen könnten, da die Kasse zu best ehe» auf- gehört Habel Dafür wurde ihnen aber die tröstliche Ver sicherung, daß man eine neue Kasfe gründen wolle, in der sie dann wieder Mitglied werden könnten. Hoffentlich ist niemand so unvorsichtig, auf diesen Leim zu gehen. Wir können nur wieder- holt dringend vor dieser Art Kasten warnen. Garantie vor Uebervortheilungen bieten nur die Kassen, die, wie die großen Zentralkasten der organisirten Arbeiter, von den versicherungs bedürftigen Personen selber geschaffen und unter der direkten, weitestgehenden Kontrolle der Mi'rglieder verwaltet werden. Kasten, wie die allgemeine Volkskrankenkasse und ähnliche sind reine Ge- schäftsunternehmungen und haben nur den den Z w esck, den Gründern einen persönlichen Vortheil zu verschaffen. Die Ver- sicherten dienen nur als willkommenes Ausbeutungsobjckt. Jeder hüte sich vor diesen Gründungen! Die Beerdigung Hermann Müller's, des unter so traurigen Umständen plötzlich aus dem Leben gegangenen Mitgliedes des Deutschen Theaters, fand gestern Mittag auf dem Neuen Luisen- Kirchhof in Charlottenburg- Westend statt. Eine zahlreiche Trauer- gemeinde hatte sich eingefunden. DaS Polizei- Präsidium theilt mit: Das Gewerbe-Kom- mistariat des Polizei-Präsidiums und das Kommissariat für Straßen- bcnennungs- und Belcuchtungs-Angclegenheiten, für Militär- und Gnadensachen werden verlegt. Das Gewerbe-Kommissariat unter Leitung des Polizeidirektors Maurer, das seit 13 Jahren in dem Hause Lnisen-Ufer Nr. 9 untergebracht war, wird am 1. April nach Krausen st raße Nr. 2ö verlegt. DaS unter Leitung des Polizei-Hauptmanns Mews stehende Kommissariat für Straßen- bcncnnungs- und Belenchtnngs-Angelegenheiten, für Militär- und Gnadcnsachen zieht bereits am 18.'März nach K l o st e r st ra tz e Nr. 28 um. Die Unsitte, Obstreste auf die Straße zu werfen, hat wieder einmal einen schiveren Unfall herbeigeführt. Der 38 Jahre alte Arbeiter Leonard ans der Friedenstr. 13 glitt am Freitag Abend um 9l/4 Uhr auf einem solchen Reste aus und brach ein Bein. Ein Kopp'schcr Rettungswagen mußte den Verunglückten in das Hedwigs- krankcnhaus bringen. Schankwirthschaftöbetrieb. Nach Polizeilichen Meldungen waren am Schlüsse des Jahres 1898 in Berlin 13 830 Schankstätten vorhanden. Von diesen dienten 93 lediglich zum Ausschank von SelterSwasser, der Rest vertheilt sich auf 3240 Kleinhandlungen mit Branntwein, 443 Gastwirthschaften, 286 Weinstuben, 8033 Bicraus- schanilokale, 58 Wirthschasten mit Ausschank von Kaffee, Thcc und Chokolade, und 892 Kaffeehäuser, die nebenbei Bier auSschänkcn. festgesetzt. Gleichzeitig bringe ich in Gcmaßheit des Reglements vom I 534 Branntweinschänken, und 227 Konditoreien, in denen die in diesen 28. Mai 1870 zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag 1 Lokalen üblichen Getränke ausgeschänkt werden. Ei» grausiger Fund wurde gestern Vormittag auf Bahnhof Alexanderplatz gemacht. In der dortigen Handgepäck-Aufbewahrungs- stelle Ivar gegen Ende der vorigen Woche ein Packet abgegeben worden, welches nicht wieder abgeholt wurde. Derartiges Gepäck darf nicht länger als sieben Tage aufbewahrt werden, bleibt� es länger liegen, so wird es als Fundobjekt behande� lind dem Eisen- bahn-Fundbureau übergeben. Natürlich werden solche Gepäckstücke vorher geöffnet unb auf ihren Inhalt geprüft. Als dies gestern bei dem hirr in Rede stehenden Packete, welches obendrein einen entsetz- lichen Geruch verbreitete, geschah, fand man die schon stark in Ver- wesnng übergegangene Leiche eines Kindes männlichen Geschlechts, welches allem Anschein nach nach der Geburt gelebt hat, so daß die Annahme eines Verbrechens nicht von der Hand zu weisen ist. Bei der starken Frequenz des Bahnhofs Alcxanderplatz ist nicht der leiseste Anhalt dafür gegeben, wer das bedenkliche Packetstück in der Llrif- bewahrungsstelie niedergelegt hat. Die sofort benachrichtigte Polizei ließ die kleine Leiche nach dem Schauhause bringen. Eine größere Verkehrsstörung fand Freitag Abend wieder im Betriebe der Großen Berliner Straßenbahn statt. Im Sammler- wagen 1260 der Linie Gesundbrunnen— Kreuzberg war der Automat ausgebrannt, ivodurch der Waggon an der Königstraße liegen blieb. Es sammelte sich in kurzer Zeit eine endlose Wagenreihe an, die die Spandauerstrahe entlang bis über den Molkenmarkt sich aufreihte. Erst nachdem eine Anzahl Pferdebahnwagen ausrangirt und ein Motorwagen den verunglückten Waggon fortgeschleppt hatte, konnte der Betrieb wieder aufgenommen lverden. Durch eine Accthlengas-Explosio« vcrungliickt ist der Be- sitzcr des am Krcuzberg gelegenen Etablissements„Klein-Meran", Restaurateur Heinrich Guntermann. Herr G. war damit beschäftigt. den Acetylengas-Apparat einer Reinigung zu unterziehen. Er wollte zu diesem Zwecke die zur Erzeugung des Acetylens nothwcndigci» Carbidkästen herausnehmen, als ihm mehrere der Kästen entglitten und in den Wasserkessel hinabfielen. Die große Menge des Carbids führte eine Explosion herbei. Die Stichflammen trafen Herrn Guntermann, der nicht Zeit gcftinden hatte, rechtzeitig bei Seite zu springen. An Kopf. Armen und Brust mit schweren Brandwunden bebest, wurde er in das Elisabeth-Krankenhaus eingeliefert. Fu seiucn Zuknuftstränmereien befaßt der Amerikaner Bellanil» sich auch mit einer Kleiderreforni. Die Kleider aus Stoffen sind in dem Roman„Gleichheit" abgelöst worden durch Papieranzüge, die einfach fortgeworfcn lverden. wenn man sie nicht mehr tragen niag. Schneller als der Utopist sich gedacht hat, ist dieser Gedanke zur Wirklichkeit geworden. Ein Fabrikdirektor Claving hat verstanden, Baumwolle und Wolle mit Papierfaser zu mischen und sich diese Erfindung patcntircn zu lassen. Das Gewebe. das zunächst iu weißer Farbe hergestellt wird, ist waschbar. Die hiesige Firma Baer Sohn verbreitet diese allermodernsten Anzüge. Ob die Erfindung sich bewähren lvird, muß die Zukunft lehren. Zur Gewährung von Thcnerungszulagcn an die städti- scheu Arbeiter in Charlottenburg hat der Stadtverordnete Beyer und Genossen bei der Stadtverordneten-Versammlung soeben den Antrag eingebracht. 10 000 M. in den Stadthaushalt einzustellen. Denjenigen städtischen Arbeitern, welche lveniger als 1300 M. Jahres- lohn beziehen, soll eine Theuerungszulage' in Höhe von je etwa 50 M. als einmaliger Zuschuß gewährt werden. Eingebracht ist der Antrag von den sozialdemokratischen Stadtverordneten G. Beyer und W e r n i ck e, unterstützt von den liberalen Stadtverordnctcu Dr. I a st r o w, W ö l l m e r, K a u f m a n n, O t t o E i s nt a n n und Otto. Orgelkonzert. Der Orgelvortrag in der Marienkirche am Mittwoch, den 22. März. Mittags 12 Uhr, bringt Konipositionen von Seb. Bach(Präludien, Arien), Händel(Violin- Sonate), Graun(Singt dem göttlichen Propheten), Rossini(Duett), Sncco und Dienel, die ausgeführt werden von Hrn. Musikdirektor Otto Dienel, Frl. Paula Wieler, Frl. Toni Böttcher, dem Violinisten Hrn: Max Keller und Hrn. Karl Mendt. Der Eintritt ist frei. Am heutigen Sonntag findet in der 7. städtischen Fortbildungsschule, Gräsestrafie 85/88, ein UnterhalNnigsabend statt, an welchem Gesänge eines Schüler-Chors, Deklauiationen der Fortbildnngsschlller in deutsckcr, englischer und französischer Sprache, sowie ein Experimentalvortrag über die Verbrennung und die Natur der Flamme von dem Lehrer der Raturwissen- schaften an der bezeichneten Anstalt mit einander abwechseln werden. Gönner und Freunde der Schule, insonderheit die Lchrherrcn und Angehörigen der Schüler sind hierzu freundlichst eingeladen. Von Nachmittags 2 Uhr ab lind im Schulgebäude Zetchimnaen aus den einzelnen Kursen, sowie aus der Fachklasse für Graveure, Gürtler u. f. w. und Modellirarbeiten zur An- ficht ausgestellt. DaS Bureau der Ausstellung für Krankenpflege, die vom 20. Mat bis 18. Juni in Berlin stattfindet, ist in der Philharmonie, Köthencr- straße 32, eröffnet worden. Urania.„Das Land der Fjorde" bleibt auch diese Woche auf dem Repertoir der Urania. Im Hörsaal werden in dieser Woche folgende Vor- träge gehalten werden: Sonntag: Dr. P. Schwahn,„Gletscher und Eiszeit". Montag: V. von Czarlinßki,„Land und Lebe» in Australien". Dienstag: Dr. G. Naß,„Moderne Küche". Mittwoch: Professor Dr. Müller,„Das Leben der Vorwclt". Donnerstag: Dr. P. Spies,„Wärme und Arbeit". reitag: Dr. P. Schwab»,„Die Werke des Wassers". Sonnabend: >r. Naß,„Die Elemente der Luft". In dieser Woche wird mit dem Treptower Riesenfernrohr täglich von 2—6 Uhr Nachmittags Sonne und Merkur und von 6—10 Uhr Abends der Mond beobachtet. Die Eintrittskarten zu den heutigen Sonntags-Vorträgen sind bereits vergriffen. Daher wird Montag, den 20. März, Abends 7 Uhr, Direktor F. S. Archenhold unter Borsührung zahlreicher Licht- und Drehbudcr einen Vortrag:„Der Mond im Treptower Riesenfernrohr" halten. Im Zirkus Busch finden heute zwei Vorstellungen statt, deren erste der Kinderwelt, für welche sie berechnet, amüsante Ucbcrraschungen bringen wird. Die Abend-Vorstellung bietet außer dem equestrischen Programmtheil die Prachtpantomime„Persien", die mit diesem Tage bereits ihre 125. Aus- führung erlebt. Aus de» Nachbarorte». Pankow. Der Lescabend des A.- B.- B. ist am Dienstab Abend 9 Uhr bei Störr. Schocke! behandelt die Bernsteiwsche Streitschrift. Köpenick. Am Dienstag, Abends 8 Uhr, findet bei Stippckohl, Schönerlinderftratze, eine V e r s a m ni I u n g des sozialdemokratischen Arbeitervereins statt, in welcher Genosse Faber einen Vortrag halten wird über„Einiges ans der Geschichte der Entdeckung von Amerika". Um zahlreichen und pünktlichen Besuch ersucht Der Vorstand. Der Arbeiter- Bildnugsvereiu i« Schöueberg hält am Montag Abend 8 Uhr in der Schloßbrancrei eine Versammlung ab, in der Genosse Liebknecht über die Bedeutung des 18. März pricht. Um rechtzeitiges und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. I» der KraukeuhauSsragc iu Schöneberg ist insofern ein Erfolg zu verzeichnen, als sich jetzt fast alle Kommunal- und sonstigen Vereine mit dieser so tvichtigen Frage befassen. Unverständlich er- cheint es uns, warum der Magistrat der von der Krankenhaus- Kommission angeregten Idee, die schon jetzt bestehenden Baracken als ein provisorisches Krankenhaus auszubauen, seine Zustimmung versagt. Schon die von der Schöneberger Ottskrankenkaste im Jahre 1897 an Krankenhäusern gezahlten Kurkosten im Betrage von 27 274 M. beweisen die Wichtigkeit einer derartigen Anstalt im Orte. Und immer unmöglicher wird es der Stadt Schöueberg gemacht, Kranke in den Anstalten Berlins unterzubringen. Sind dött doch allein in der Zeit vom 1. Dezember 1897' bis November 1898 91 männliche und 29 weibliche Kassenmitgliedcr zurückgewiesen worden. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache für die Beseitigung des jetziftcn vichaltbarcn ZustcuideS. EiiiS erscheint jedoch »och erivShiienswerth, und das ist das unbegreiflich theil rmhmSlosc Verhalten der Arbeiter SchönebergS zu dieser Frage Beharren die Arbeiter auf ihrem negirenden Standpunkt, setzen sie tvcster so ihre vitalsten, hauptsächlich in der Kommune zu vertretenden Interessen hintan, so darf es nicht Wunder nehmen, wenn es vielleicht dahin kommt, daß wir unseren jetzigen Besitzstand in der Kommunalvcrwaltung nicht einmal aufrecht zu erhalten vermögen. Noch ist es an der Zeit, dieser Gefahr zu begegnen. Möge ein jeder daran denken, dag er moralisch verpflichtet ist, seinen Kräften entsprechend mitzuwirken an einer Arbeit, die darauf berechnet ist, menschenwürdige Zustände zu schaffen. Wild Köpenick wird unS berichtet, daß in den diesjährigen Etat bOOVM. Prämien für Zeichnungen zu einem Rathhansbau ein- Zistellt find. Hoffentlich wird der Bau recht bald errichtet, damit die häßlichen Gcfängnißznstände, über die wir kürzlich berichteten ein Ende nehmen. Allerdings bleibt dann inimer noch der Polizei oaS bedenklich« Recht, daß sie, wie in dem von uns berichteten Fall geichchen, ein Schulkind um einer geringfügigen Verfehlung willen ms Gefängnitz sperrt und es dadurch dem Schulunterricht entzieht. Die Friedcnauer Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sltzmig beschlossen, an dem Entwässeningsvertrage zwischen den loemeuiden Scböneberg, Friedenau, Wilmersdorf und Cvarlottenburg vom Jahre 1888 festzuhasten; sie ermächtigt den Gemeindevorstand. dw in den Etat für 18Sg eingestellten 7500 M. zur Bearbeitung des neuen Entlvässerungsprojekts zu verwenden. . Der Acrztcberein deS Kreises Teltow beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage der Vereinigung de Kranken- mit derJnvaliditäts-Bersicherung. Nach eingehender Behandlung dieser Materie durch Dr. Pielicke- Gütcrgotz kam man zu folgenden Gesichtspunkten: Jeder Lohn- r'it£?r'n.19M. Danel, Krautsstr. 3 III. Sohlefetzellen. Dame kann einwohnen. berger Allee 143, Krumbeck. Lands 2032b Möbl. Schlassi. f. 1 oder 2 Herren, sep. Waldenmrstr. 57, v. Schroeder. Schlafstelle stir 2 strafie 9, Hos l. II. Herren Seodel- 2068b Möbl. Schlassi. für Herrn Adalbert- Krabe 87, vom II. Worlitz._ Möbl. Schläfst, für 2 Herren Berg- mannstr. 26. Hof, pari. L gofchilta. Möbl. Schlasft. f. 2 H. am Schl-s. Thor, Bevernftr. 4, Querg. II. l. Schlasst. verm. Weiland, Rungestr.16, p. Möbl. Schläfst., sep., f. H., Pr. 7 M. Oraiiienstr. 14, vorn IV. links, am HeinrichSplatz._ 20696 Schlafstelle Nostizstr. 17, Hof 1 Tr�r. Möbl. Schläfst, f. H.,fw. Eing., Preis M. Fürstcnstr. 15, H. III, b. Grönle. Möbl. Schlofft. find. anst. jiing.Ultawi bei Ww. Teichen, Muskauerstr. 44, IV. > Sauber möbl. Schläfst., sep. Eing,, verm. an 2 H. Ww. Lootz, Brunnen- strabe 170, v. II. rechts._ Schläfst., passend für zwei Freunde, Flureingang, zu erfragen Dresdener- Mß« 39 v. I Vet Poetfchke- Thelliiehmer zur möbl. Schlafstelle Nannynstr. 20, v. 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März, Nachmittags 12� Uhr: Velks-- Versammlung im»»ElMum". Uktttdsbergvv Allee 40—41: Tages-Ordnung: Das revolutionäre Gesindel nnd die Retter des Vaterlandes. 21B/6 Der Vertranensmnnn. Achtung! Tl. Wahlkreis. Achtung! Siantnj, Je« 3. Steil(3. LßnsnttW, WB U W: Grosse Matinees in Weimann's Dolksgarten, Badstr. 56, und im Swinemünder Gesellschaftshans, Swinemünderstr. 42 unter Mitwirkung der Gesangvereine � sowie des„NvieUnvi? Ok-Trlo" und der humoristischen Gesellschaft„Str.elvwiczs". Billets zu 25 Pf< sind bei den bekannten Parteigenossen zu haben. Um zahlreichen Besuch bittet S-IS/IO____ Das Comitc. Achtung! Maurer I Achtung! DmtsKg, hell 21. Marz, Zlbeuhs 872 Uhr, in Kchtl's FtWen, Beuthstraße Nr 2K: Große öffentliche Maurer- Bersammlnug. Tages-Ordnuna: l. Berichterstattung vom Bauarbeiter-Kongreß. 2. DIskufnon. 3. Berichterstattung deS Delegirten zur Berliner Gcwerkschaftskomnliistou cvent. Neuwahl des Delegirten. 4. Gewerkschaftliches. Die Wichtigkeit der Tagesordnung bedingt das Erschemen aller Kollegen. 1�2/2_ Die Liohnkomnilsslon. I. 2t.: Karl Panscr. AM»»! I. Wahlkreis. AMmgl Sonntag,«ie» ig. Mäirz 1809, Abends O1/.(Jhr, bei Knbeil, Lindenitrasse 106: (DcfTcufl. VerlÄnnnlung. Tages-Ordnung: Bortrag heS ReichStags-Zlbgeordneten P»-it- Sribeii über:»Mörz- gedankcn." DM" Nachher: Van-. Der Vei-tr'anen.inann. LoziAläemoKrAtiseKkr UMvsrsm !ür Iiichtenherg-krieckrichshvrg. Dienstag, der»i. März. Abends 0 Uhr. im Lokale des Herr» Tanten, Frankfurter Allee Nr. 174: UM- Nersaininlnng.-WL Tages-Ordnung: 1. Der Ausbau und die fernere Gestaltung des Vereins. 2. Diskussion. 3. Ausnahuie neuer Mitglieder und Verschiedenes. 14/4 Um zahlreiches und piinktliches Erscheinen ersucht vor Vorstand. Mimg! Stuckatenre. AM«! Montag, den 80. März 1800. Abends 8 Uhr. im Lokale deS Herrn Baske, Grenadierstraste 3U: FMsl-Vev5a»»mlnng. Tages-Ordnung: 1. Bortrag sf3 Kollegen Sittenfeld< Hamburg) über: Die Schäden der Akte. �arbeit und die Beseitigung derselben. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 173/4 Pflicht eines jeden Kollegen ist es, zu erscheinen. Der Aorftand. Mlfr, Tapemer CharlotteMW! • Montag, den 80. d. M. Abends 8Vz Nhr in« l.«kal K.eder, Bisniarckstr. 74 ÄlKtKlRSÄer- VeA'K»ininKniAK. TageS-Orbn nng: 1. Bortrag über Zwangs-Jnnung. 2. Diskussion und Verschiedenes. Reue Mitglieder werden in der Bersamutlung aufgenommen 156/7 Der Einbcpafer. Mliig! Dslzarbetter. In der Möbelfabrik von HVOblee& Schwab. Pallisadenstr. 103, haben stimm t- liche Tischler, Drechsler und Möbel- polirer wegen Lohndisjerenzen die Arbeit niedergelegt. Wiederholte Einigungöversnche waren ersvlgloS. 78/20 Zuzug ftruhalte«! Die Ortsvervaltnng. Die 2<)06b Stlljlffchttt-Ctilskeilslhast Berlin, bestehend nur aus blinden Personest, nicht zu verwechseln mit der städtischen Plindeuschnle, Alte Jakobstraße. ein- pfiiehlt sich, jede Art von Rohrstuhl- gestechten zu den reellsten Preisen dauerbast und sauber anzusertigen. Bestellungen aus Aussührung von Llrbeiten»Verden in nachbezeichiieteu Arbeitsstellen angenommen: Rlettke, Andreasstr. 52. Schnlce, Pallisadenstr. 18, RIcsenbeck, Kolbergerstr. 11. Witte, Rngermünderstr. 3. V.Ubko, Königstr. 42, ROdicep, Weinsir. 25. Heise. Waldemarstr. 13. Schilling, Bliicherstr. 23. Schröder, Korbmacher, Alexaudrinenstr. 20. Die Arbeit wird auf Wunsch vom Besteller abgeholt und wieder abgeliefert. DaS GenoffenschaftS-Bureau ist Klosterstr. 73 bei Hrn. C. Mirow. Verband JeulscherSehneider u. Sehneiderinnen (Filiale Berlin.) Montag, den 20. März 1899, Abends 8V3 Uhr in de» Armin)alle». Kommandantenstr. 20 Große Uerfammlung TageS-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Berbandskollegen zu den Beschlüssen der zum Gewerkschasts-Kongreß. eg 1162/5 Die Drtsverwaltnn>x. IM- Angesichts der wichtigen Tagesordnung ist eS nothwendig, daß Werkstatt einen Delegirten entsendet. nitftweeh,»». in II e n■ e 1* Deutsch. Metallarbeiter-Verband (Terwaltnngsstelle Berlin.) Dienstag, den 81. März 1800. Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Zlihlke, Berlin. Dennewihstr. 13. Bezirke-Versammlung für den Westen, Süd-Weste», Schöneberg, Tempelhof. Tages-Ordnung: Bortrag des Herm Dr. k-un über: Atte und neue Metallgewinnung. lll/2 DM- Dienstag-, den 81. Mttrr., Abends 8V, Uhr,-WD in de» Armlnhallen, Kommandantenstr. 80. Btttrutllsmöilner-Aenstrt«; der Cörtler und Drölker. Tages-Ordnung: 1. Die augeublteNiche Lage im Gewerbe. 2. Stellungnahme zur Wahl eines �»nmigs-Ausschusses. 3. Wahl einer Agitations-Kommission. 4. Geivertschastliches. jede Mhn, Abends 8>,'. Uhr, knien, Jnvalidenstr. 1». Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag deS Genosien Kiesel. 2. Wahl'des 2. Bezirlsleiters. Zu dieser Versammlung sind speziell eingeladen die Kollegen der Firmen: vopp, stopp«, Sater, Gebhardt, H.hlich, Lavy, Schwartz, Rfisaemann* KUhne- wann, F. F. A. Schulze, Däring, Kalling* Thomaa, Ztehlke. ___ Die Ortsverwaltung. Verein deutscher Schuhmacher. (Zahlstelle Berlin.) Montag, den St». März, Abends 8'� Uhr: Vier Kezirlts-Uersammlnngen. Beslrk Osten: Ardeiter und Arbeiterinnen der mechanischen Schuh- fabriken: bei Mann. Strausbergerstr. 3. Bortrag von Frl. Bander über:„Die Lebenshaltung der Arbeiter und die ge- werlschastltch« Organisation." 2. Berichterslattnng über die Differenzen in der Schichsabrik von Hase. Bezirk Kordon: Arbeiter und Arbeiterinnen der Filzschuhbmnche: bei Rümann(fr. Gründel), Bmnnenslr. 188. Vortrag: Referent und Thema werden in der Bersammlung bekannt gegeben. Bezirk Westen: Schooßarbeiter der Friedrichstadt: bei Cohn. Bcuthstr. 20. Vortrag deS Kollegen Hamacher. Bezirk Südost: Schoost- und Fabrtl- Schuhmacher: bei Roll. Adalbertstr. 21. Vortrag des Genoffen Metzner über: „Wenn zwei daffelbe lhun, ist eS nicht dasselbe". In allen Verjanimlungen Wahl des Delegirten zum Gewerkschafts- Kongreß als zweiter Punkt der Tagesordnung. Es ist Pflicht, daß ein jedes Mitglied in der Verlamiulung seines Bezirks erscheint._ Die Ortsvcrwaltung. NB. Der Gesangverein der Schuhmacher veranstaltet am ersten Oster- tage zum Besten unserer Organisation eine Batlnee bei A'left, Weder straste. Die Gesellichast Strzetewicz ist zur Mitwirkung gewonnen. Billets ä 25 Ps. sind inr Bureau Dragonerftr. 15 bei Lang« zu haben. 108/10 BildiiiigSliereiil„Mehr Licht!" Rente, tztanntnx, Abends 8 I hr im Euglifche« Garte», Alexander- Straffe 37«: Bcrtrug des zugmeurs Hem Krempe über: Die Bebe«»««« der Müllverbrennnng für die rationelle Beseitigung der Abfallstoffe in den große» Städte«(mit Demonstration). Diskussion. Nachdem garnUthllchaa Beisammensein und Tanz.(120/8 Eintritt 10 Ps. Garderobe 10 Pf. Hierzu ladet höflichst ein 120/8_ Der Borstand. Mmm- unh Gramtlirbeiter Berlins nnd Umgegend. Dienstag, den 81. März. Abends 8V, Uhr Na....._... im Lokale des Herr» Alexanderstr. 87 o: � � Achtung! Kisten luacher. Montag, den 30. d. M.. Abend« 8'/, Nhr ___ bei Htecbert, Andreasstraste 22 Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bortrag über: Welches ist die beste Organisationssorm?(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Ferner den Kollegen zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 83. d.M. im oben genannten Lotale unser Baskenball stattfindet trab ladet zu zahlreichem Besuch ein Der Verstand. 94/61 I. A.: Franz Schu l z. Griebenowstr. 5. Adithus! Putzer. Achtung! Mittwoch, den»8. März. Abends« Uhr im Bestnnrant Schiller, Rosenthalerstraste 57 Erste dlesJUhrlse Baucleputlrteii- Versammlung. TageS-Ordnung: Die erfolgte Bauten-Aufnahme und das Btrhaltm der Kollegen der Amitrolle gegenüber.. Die Kollegen werden ersucht, ans allen Bauten einen Deputirten zu ernennen und werden diese ersucht, pünktlich zu erscheinen. Die Kollegen, welche ihre Bauten noch nicht gemeldet haben, werden ersucht, das Versäumte nachzuholen. sl32/1j Uta LohnkornrnUslan. Tapezirer! Mitglieder-Versammlung beider Filialen am Dienstag, den SR. März» Abends 8'/» Uhr: filiislv N o n«I u Vvunnenptvstzo 188. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Gänger über:„Parteipolitil und die Gewerkschaften". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. niislo S ii d I bei Bülte«. Tagesordnung: 1. Bortrag deS Kollegen Grün über:„Tolstoi". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes._ 177/8 Freie Vereinigung der Zivil-Berufsmusiker Bartina und Umgagend. Dienstag, de» 81. März 1800, Bormittags 11 Uhr bei Baske, Grenadierslraße 33 Versammlttng. Tages-Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Antrag deS Borstandes betr. Darlehen. 2. Bericht der Tariflommifston. 4. Neuwahl des 1. Borsttzenden. 5. Bereius- angetegeuheiten u. Verschiedenes. Mitgliedskarte«. Buch tegitimirt. Um zahlreiches Erschemen bittet_[60/4] Dar Vorstand. Ierband der krsmtt, Ziseltme Mb ucrni. BerOMsses (Ktliale Berlin.) Tentschla_____ Dienstag, den 81. März, AbendS lokal Dresdener Garte». Drrsdenerstraste ___________________ �Uhr. Urrsammlnug. im neuen BerdandS- Tages-Ordnung. I. Geschäftliches. 2. Weitere Beratbmig der Anträge zur Generalver- sammlung. 3. Bericht der ZeitAigSkommtssto». 4. Berschiedenes. 174/5 Achlnnq!'MU DM' Dichtung! niBSBBlvx«!-. Dienstag, den 21. Hirz, Abends S1/, Uhr Im Englischen Garten, AlexaAderstrasse 87c Oeffentliche Versammlung der Kliesenleger Berlins»nd Umgegend. Die Tagesordnung wird w der Versammlung bekannt geuiacht. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet[266/4] Der Vertrauensmann. ofTiuann(Englischer Garten) Oeffentl. Vevfttinmluns. Tagesordnung: I. BierteljahreS- und Jahresbericht. 2. Wahl des Bertraueusmauncs und der Renisoren. 3. Organisa tionsaugelegenhtiteu. Referent: Kollege Bnnllknt. 4. Diskussion. 5. Berschiedenes. Iii Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Berliner MamtorarbeiterS, in dieser Versammlung zu erscheinen. 172/6 Der t'ertranensniann. Sfntttift fortn' Dessert- n.Malzkraftbierl.Raug. Brauerei Bnrghalter. gegr. 1736, besond. für Blut- arme, Brustkranle Blcichs., Wöchn., Rekonv.zc.d. leicht bekömml., uahrh. irästigste Bier.— Jstblutbild..desy. besi. Geslchtsf. u. Gewichtszunahm. überr. 14 Fl. drei, 50 zehn M. epkl. Ii, Geb.(-/., V,. Vi«) z. Selbstabz. weseutl. billig. Allein. Äersiindtst. f. Berlin u. allen Bahnstat. Pvrtertellerei Blamier, Berlin, Brnnnenftr.158. Ferner gr.Lag.non echt engt. Forter. Pala-Ale u Culmb. Nicht Flaschenzahl, Qual, entscheidet! HkbeiUmarlil. Tischlerlehrling verlangt 204 lb Werner« Langestr. Tischlerlehrliiig, 91. 2042b Ladewig. bess. Möbel, v. Ttsenbahnstr. 12. Lehrlinge für unsere Steindrurkerei, 16 Jahre alt, zu sofort. 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Diskussion. 3. GewerkschastlicheS nnd Verschiedenes.. De» Verstand. Kreit Aranken- v. BegrSbaiNliffe ber Schuhniacher nnd Bernfsagenossen Berlins.(/, Uhr. wird das Mitglied Theodor FlUgel van der Leichenhalle des Dreisaltigkeit»- Kirchhofs, Bergmamtslraste. aus beerdigt. vor Vorstand. I. S g«, Borsitzender. »macher a. gewendete Ball u. Phantasieschuhe, Reiseschuharbeiter jc. sucht Graes, Marlusstr. 50.| 2083b Schriftmaler verlangt Alte Jawbftr. 25. Niesch, 2091b Tücht. Farbigmacher und Farbig macheriu verlangt Sretschmmm, Man teuflelstr. 59._ 2039b Dreher aus chirurg. Spritzen ver- langen Gebr. Montigel. 2051b Chausseestr. 2 E. findet Midelttschler nach dauernde Arb. Nürnbergerftr. 44. MLchrling Krach. ur besseren Lederarbeit. tenerstr. 17 III. 2098b TM Holzbildhauer-Lehrling vtischiiigstr. 7 Quergeb. Verl. mann, Graveur- Lehrling n. verl. WIWWWWWWNC Ratiborstr. 20. 2100b Töpser-Lehrlwg Verl. Gebaner, Gr. 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Am Schluß meines letzten Briefes legte ich, nachdem ich die Symptome der Auflösung in unserem politischen Leben verzeichnet hatte, mir die Frage vor: Was wird das Ende dieser Dekadenz-Bewegung sein? Wird die Regierung die Kraft haben, in andere Bahnen zu lenken? Wird eine neue bürgerliche Demokratie die Regierung in neue Bahnen hineindrängen? Oder ist vom Proletariat allein die Neugeburt zu erwarten? Was die Regierung angeht, so hat General Pelloux die Frage schon beantwortet. Im selben Augenblick, wo ich in der Kammer das Recht des Parlaments, eine Amnestie zu fordern, denen gegenüber verfocht, die, dem Geist der Ver- fassung zuwider, die veraltete Lehre aufrecht erhalten, daß die Amnestie, wie überhaupt die sogenannte Gnade ein Person- liches Vorrecht der Krone sei,— brachte das Haupt unserer Regierung drei Gesetzesvorschläge in die Kammer, von denen einer reattionärer und dem Geist unserer Verfassung feindlicher ist, als der andere. Das bedeutet, daß das Ministerium Pelloux, obgleich der liberalen Partei, der parlamentarischen Linken entstammend, die Bahn der äußersten Reaktion weiter verfolgen will oder muß. Ich sage: will oder muß, denn man spricht in Rom viel von geheimen Hof- einflüssen auf das Ministerium, und von geheimen Einflüssen — männlichen und weiblichen— auf den Hof. Ist doch diese reaktionäre Utopie, welche die durch den unerträglichen Steuer- druck hervorgerufene Unzufriedenheit mit Polizeigewalt be- seitigen zu können glaubt, das blinde und antisoziale Pro- granim einer kleinen Koterie in Mailand, die direkt und indirekt am Hofe sehr großen Einfluß hat. Die Reaktionäre, welche den Belagerungszustand und die Kanonade in Mailand brauchten, um sich die Majorität in der Gemeindeverwaltung der Stadt zu erhalten, haben zu Hauptvertretern den Senator N e g r i und den Deputirten Princtti, früherer Minister der öffentlichen Bauten unter Rudini. Und diese zwei Männer haben im Senat und in der Kammer offen erklärt, daß sie für die Amnestie nur dann stimmen werden, wenn Gesetze zu sogenannter„Sicherung der Ordnung" vorher erlassen sind. Das heißt reaktionäre Utopie Zuckerbrot und Peitsche: das Volk soll sich erst knebeln lassen, ehe es seine Gefangenen zurück bekommt. * i•'* Die drei Gesetzesvorlagen der Regierung betreffen, wie Sie bereits Ihren Lesern kurz mitgetheilt haben, 1) das Ver- eins- und Versammlungsrecht, das Koalitionsrecht und die „Preßfteiheit",— das heißt, sie bezwecken die Vernichtung dieser Rechte; 2) die Milttarisirung der Eisenbahn- beamten sowie der Post- und Telegraphenbeamten: 3) die rückfälligen Verbrecher. Die die Presse haben überall im Lande Entrüstung und die Vorschläge gegen einen Schrei der hervorgerufen. Sie st rebenden .„.... heftigsten Proteste schlagen der Verfassung ins Gesicht, welche die Freiheit der Presse gewährleistet, und führen, um die sogenannten„Miß- brauche" der Presse zu verhindern, das Präventiv-Ver- fahren, mit anderen Worten die Zensur ein, und zwar in der denkbar schlimmsten Form. Ein zweimal verurtheiltes Blatt— und wie leicht wird heute verurtheill I— muß eine Kaution stellen und sich von der Polizei überwachen lassen, die das Recht hat, jede Zeitungsnummer vor dem Erscheinen weg- zunehmen, und die sogar das Recht haben soll, Blätter ganz zu unterdrücken. Das bedeutet nicht blos die Vernichtung der Preßfteiheit, sondern die Vernichtung der gesammten unabhängigen, nach Heilung der politischen und sozialen Schäden Presse. Ebenso gründlich wie mit der Preßfteiheit soll mit dem Vereins-, Versammlungs- und Koalitionsrecht aufgeräumt werden. Das Ausnahmegesetz wird in Permanenz er klärt, die Polizeiwillkür zum einzigen Gesetz erhoben. Die Polizei erhält das Recht, jeden politischen, jeden gewerkschaft- lichen, ja jeden Wissenschaftlichen Verein, der ihr verdächtig er- scheint, aufzulösen, und das Vermögen der Ver 5L* J1? 3U konfisziren zu Ehren des heiligen Eigcnthums. Die Arbeiter und Angestellten in öffentlichen Betrieben, wie Eisenbahnen, Post u. s. w., sind des Vereinsrechtes von vornherein beraubt— sie dürfen überhaupt keinem Verein beitreten, auch wenn sie im Dienst von Privat- Personen stehen. Allein das ist noch nicht genug. Die Arbeiter und Angestellten in solchen Betrieben werden m i l i t a r i s i r t. unter das M i l i t ä r g e s e tz des blinden Gehorsams bei Härte st er Bestrafung g e st e l l t. Ein Streik gilt als Aufruhr in Zeiten des Krreges, und die Theilnahme von Eisenbahn-, Post- und Tclegraphenbeamten oder-Arbeitern soll als Desertion vor dem Feind bestraft werden! -riejer monströse Paragraph, der Wohl auch in anoeren Ländern bald eine Rolle spielen !?*' bildete einen Bestandtheil des Ausnahmegesetzes vom �uli 1898. Jetzt soll er dauerndes Landesgesetz werden. Das Gesetz endlich hinsichtlich der„Rückfälligen" wird unter dem Teckmantel des„nothwendigen Schutzes der Gesellschaft gegen die gefährlichsten Verbrecher" repräsentirt. Es verordnet die Verschickung von Rückfälligen an bestimmte, ihnen an- gewiesene Orte, wo sie unter strengster Aufsicht stehen, und ge- stattet sogar die Deportation in afrikanische Verbrecher- kolonicn bis auf 10 Jahre. Es ist das beiläufig ein von der heutigen Kriminalistik langst verworfener Standpunkt. Wenn man denn einmal Straf- kolonien will, so errichte man Ackerbaukolonien im Lande und lasse durch sie die Sümpfe austrocknen. Selbst das Zcllengefängniß wäre dieser Verschickung in afrikanische Strafkolonien vorzuziehen, denn sie sind so ungesund, daß sie sicheren Tod bringen. Es ist„die trockene Guillotine". In Wirklichkeit ist dieses System der Verschickung und Verbannung nach einem bestimmten Ort nur die Fort- setzung des clowioilio coaUo— des Zwangs- Aufenthalts, dessen Grausamkeit und Ungerechtigkeit Herr Pelloux selbst anerkannt hat, indem er die Kolonie A s s a b aufhob, deren unfreiwillige Bewohner ausnahmslos nach kurzer Zeit rasch wegstarben. Das Gesetz gegen die rückfälligen Verbrecher umfaßt auch die politischen Verbrecher. Es wird das zwar nicht gesagt, es wird sogar ausdrucklich gesagt, nur gemeine Verbrecher sollten getroffen werden, aber als„gemeines Verbrechen" wird es bezeichnet.„Verbrechen zu verherrlichen",„die.Klassen gegen einander aufzureizen",„umstürzlerische Bestrebungen zu fördern". Das sind Rubriken, unter die mau bei einigem guten Willen jeden sozialistischen und republikanischen Zeitungsartikel oder Vortrag bringen kann. Und die m e i st e n der politisch Verurtheilten des letzten Jahres sind gerade auf Grund von Gesetzesparagraphen, die das Gleiche bestimmen, venirtheilt worden. Die Re- gierung kann also, wenn dieses Gesetz durchgeht, die meisten der„politischen Verbrecher", welche die Amnestie be- freien soll, nach einigen Wochen oder Monaten wieder nach Afrika schicken. *« � Diese drei Gesetzesvorschläge sind ein juristischer Staats st reich— ein Staats st reich in gesetz- l i ch e r Form; sie machen unsere Verfassung, die be- rühmte„Charte des italienischen Volkes" zu einem tobten Buchstaben und einer abscheulichen Heuchelei. Deshalb haben in der Kanimer außer den Abgeordneten der radikalen Linken mit den Republikanern und Sozialisten, auch gemäßigte Liberale und sogar verschiedene Konservative sich prinzipiell gegen diese Gesetze erklärt. Trotzdem sind die Gesetze in zweiter Lesung angenommen worden. Ob sie jedoch endgiltig durchgehen werden, ist noch die Frage. Das Ministerium Pelloux hat schon einen Leichengcruch, sodaß der Senat bereits wagen konnte, einige Regierungs- maßregeln durchfallen zu lassen. Wenn es nach dem Wunsch der Konservativen geht, werden die drei Gesetze durchgedrückt, und wird nach ihrer Annahme das Ministerium Pelloux ge- stürzt, das trotz seiner reaktionären Handlanger-Arbeiten ihnen durchaus nicht genehm ist. Die verzweifelte Finanzlage wird reichlich Gelegenheit bieten. Gewiß ist, daß keine der alten parlamentarischen Parteien das Zeug hat, Italien zu retten. Einzig die Sozialisten er- kennen die Situation, und sie sind geknebelt. Und doch sind sie der Kern, um den allein sich die Opposition krystallisiren kann, welche den Kampf gegen die kapitalistischen Klassen zu führen im Stande ist. Auf der einen Seite ist es ein Theil der kapitalistischen Bourgeoisie— der kommerziellen, industriellen und agrarischen Bourgeoisie— welcher den Kampf führt— auf der anderen Seite ist es das von diesem Theil der Bourgeoisie ausgebeutete und ausgesogene Volk, das durch den Kapitalismus, das Steuer- system und den Militarismus zu Grunde gerichtet wird. Eine längere Dauer des gegenwärtigen Zustandes ist unmöglich. Der stärkste Strick reißt zuletzt und ich fürchte, die verbrecherische Thorheit unserer reakttonären Utopisten wird eine gesunde organische EntWickelung verhindern und eine Katastrophe herauf- beschwören. Möge die Zukunft meine Befürchtungen als un- begründet erweisen! Enrico Fern. Die Affäre Elberskirchen-Aebi.*) Zürich, 16. März. In der„Frankfurter Zeitung" sind unter der Ueberschrift„Ein Kampf ums Recht" eine Anzahl von Artikeln, aus Zürich datirt, er- schienen, die direkt oder indirekt von einem ans Bonn a. Rh. stammen den Fräulein Elberskirchen, das an der Züricher Universität.Iuris prudenz siudirt, herrühren und sich gegen den Advokaten A e b i in Bern.?owie gegen mehrere Berne r Behörden richten. Den Ausgangs- und Mittelpunkt der ganzen Affäre bildet eine Familienangelegenheit diskreter Art. also eine Sache, die alljährlich in ähnlicher oder anderer Form tausendfach in allen Ländern vorkommt und über die im gcwvhnlicheir Leben die Presie schweigt— mit Ausnahme der Klatsch- presse— oder doch erst dann Notiz nimmt, wenn eine gerichtliche Klarstellung erfolgte, in der alle betheiligten Parteien zum Worte kommen und nicht mehr die einseitige Darstellung nur der einen Partei vorliegt. Das einzig Positive an den Veröffentlichungen des Frl. Elberskirchen ist die Thatsache, daß Aebi mit seiner Frau in einen Konflikt gerathen ist, der wohl durch die Trennung der Ehe seine Lösung finden wird. Welche Bewandrniß es mit der Freundin Aebi's hat, die in der romantischen Schilderung des Frl. Elbers- kirchen einen hervorragenden Platz einnimmt, so wird wohl darüber die gerichtliche Verhandlung volles Licht bringen. Vor läufig ist dazu nur zu bemerken. daß Advokat Äebi sofort nach der ersten Elberskirchen'schen Veröffentlichung in der„Franks. Zeitung" in einer längeren, in der„Züricher Post" ver- öffentli'chten Erklärung die dort aufgestellte» Behauptungen als Verleumdungen bezeichnete, sowie mittheilte, daß er des wegen ivie auch wegen versuchter Erpressung gegen das Fräul. Elberskirchen'bei dem Gericht in Bern Straf- anzeige erstattet habe. Diese war auch die Veranlassung zur Verhinderung der Ausgabe der Broschüre des Frl. Elberskirchen. Einige bereits feststehende Thatsachen rücken aber Frl. Elbers- kirchen und ihre Klientin, die Frau Aebi, in eigenthüniliche Be- lcuchtung. Frau Aebi hatte den Berner Advokaten Zear« l e d e r zu ihrem Anwalt erwählt und da erschien sie nun eines Tages bei dem Geiieralprokurator(Lberftaatsanwalt) Zgraggen, um gegen ihn die Strafanzeige wegen Unterschlagung, oie er an ihr begangen haben sollte, zu erstatten. Zgraggen niußte aber der Frau erklären, daß nach ihren eigenen Angaben keine Spur von einer Unter- schlaguna vorliege, indem im Gegentheil das Rechnungsverhältniß ein durchaus klares sei; wolle sie aber dennoch die Strafanzeige einreichen, so müsse sie sich an den Regierungs-Statthalter wenden, da dieser die kompetente Amtsstelle zur Entgegennahme der Straf- anzeige sei und nicht er, der Generalprokurator. Frau Aebi ging dann in der That zum Regierungs-Statthalter und reichte ihre Strafanzeige ein; allein nach erfolgter Prüfung der ihm gemachten Angaben wies auch er die Strafanzeige als absolut unbegründet zurück. Diese Vorgänge veranlaßtcn Frl. Elberskirchen zu den scharfen Angriffen auf die Berner Behörden, die nach denselben sammt und sonders nur dem Advokaten Aebi zu Gefallen leben und handeln würden. Es scheint, daß da Klientin und Anwaltin bis überm Kopf in Phantasien steckten. Da die Berner Behörden in Frankfutt a. M. gegen die„Franks. Ztg." Beleidigungsklage erhoben haben, und das dortige Gericht infolge der Zusage der Reziprozität seitens der Berner Regierung die Klage auch angenommen hat, so werden Frau Aebi wie Frl. Elberskirchen Gelegenheit haben, dort ihr Bclastungs- Material anzubringen, und es wird sich dann ja zeigen, was Wahr- heit und was Dichtung ist. Frl. Elberskirchen hat mit der Affaire auch die Sozialdemokratie verquickt und gegen sie ebenfalls scharfe Angriffe gerichtet. Sie fand den Anlaß hierzu in dem Umstände, daß sowohl der damalige Generalprokurator Zgraggen wie der Advokat Aebi Sozialdemokraten sind. Ersterer wurde angegriffen, weil er die phantastisckic Anzeige der Frau Aebi nicht annahm. Hieraus nmßte man folgern, daß auch der grundlos verdächtigte Advokat Zearledcr Sozialdemokrat sei. Es wäre dies aber ein arger Trugschluß. Denn Herr Zearleder ist der hervorrag e'u de Führer der konservativen Partei der Stadt Bern. Ebensowenig ist der Regierungsstatthalter ein Sozialdemokrat. Soweit sich die Angriffe gegen den Sozialdemokraten Zgraggen richten, sind ffie also ebenso frivol, wie jene gegen den Generalprokurator Zgraggen. Der Advokat Aebi nun soll ein„hervorragender sozialdemo- kratischer Führer" sein, dem Frl. Elberskirchen eine phantastisch mächtige Stellung in Bern und darüber hinaus bis nach Zürich andichtet, eine Stellung, die etwa ein Bismarck in Wirklichkeit ein« genommen hat, woran aber der Sozialdemokrat Aebi auch nicht im Traume denken wird. Nach der Darstellung des Frl. Elberskirchen hätte Aebi sämmtliche Berner Behörden sozusagen in seiner Tasche; sie mußten tanzen, wie er pfeift; ihm zu Liebe würden sie Gesetz und Recht mit Füßen treten und rein willkürlich schalten und walten, wie es im persönlichen Interesse des Sozialdemokraten Aebi nach der Ansicht des ritterlichen Fräuleins läge. Davan, daß die bürgerlichen Parteien in Bern bei jeder Gelegenheit die Sozialdemokratie aufs Schärfste bekämpfen— wenn auch immerhin anständiger als etwa Konservative, Antisemiten, Nationalliberale er. dies draußen in Deutschland thnn—; daß vor mehreren Jahren anläßlich des bekannten Jtalienerkrawalls eine rücksichtslose Hetze gegen die Sozialdemokraten betrieben; daß der Sozialdemokrat Dr. Wassielieff von dem Berner Gericht trotz mangelnder Beweise als„intellektueller Urheber" des Krawalls venirtheilt wurde— von all' dem scheint die streitbare Studentin des Rechts nichts gehört z« haben und nichts zu wissen, und so— phantasirte sie eben. Uebcr die Person Aebi's als Mensch und Sozialdemokrat liegen uns zwei briefliche Aenßerungcn von hervorragenden Sozialdemo- traten in Bern vor. die denn doch etivas anders aussehen, als die Elberskirchen'schen Dichtungen. Die eine Aeußerung lautet:„Den Angaben der Elberskirchen, die ich zum mindesten für ein sehr exzentrisches Frauenzimnier halte, bringe ich gar kein Vertrauen entgegen. Herrn Aebi kenne ich als einen durchaus noblen Charakter, den ich irgend einer unwürdigen Handlungsweise seiner Frau gegen- über für unfähig halte. In der Partei spielt er nichts iveniger als eine Führerrolle, weder in der schweizerischen Partei noch in der stadtbernischen." Im zweiten Briefe wird ausgeführt: Einen Parteiführer karnr nian Aebi nicht nenneu, schon deshalb nicht, weil er sich um politisch« Fragen nicht besonders kümmert." Es wird darin serner mit Recht betont,„daß die ganze Sache eine reine Privat« angelegen heit ist und daß die Partei in keiner Weise derselben sich angenommen hat. Hier sin Benß und überhaupt in der Schweiz, hat kein Mensch daran gedacht, die Partei damit zu behelligen." Das ist sehr richtig. Es ist dem Frl. Elberskirchen und der sozialisten- feindlichen Presse in Deutschland vorbehalten geblieben, eine intime Privat- und Familienangelegenheit, in skandalsüchtiger und pattei- tendenziöser Weise aufgebauscht, auf den öffentlichen Markt zu bringen und zu einer sensationellen causo celebre zu machen. Mehr komisch wie tragisch ist schließlich die Rolle, welche da? Frl. Elberskirchen als die verfolgte Unschuld gegenüber den schweize- rischen, speziell den Bcruer Behörden spielt. Sie läßt einige bedenk- liche Schriften, die nach der Behauptung der Angeriffcnen verleumde« rischen Inhalts sind, vom Stapel und sobald ihr Einhalt gcthan wird, schreit sie Zetcr und Mordio über das furchtbare Unrecht, das ihr aitgeblich widerfahren sei. Insbesondere erregt ist sie über den Beschluß der Züricher Regierung, welche auf das Ver- langen der Berncr Regierung die Fortführung deS Pro» zeffes de» Beruer Gerichten überlassen hat. Gegen dies» Ueberlassung stimmte, wie in der Presse mitgetheilt lvurde, das einzige sozialistische Mitglied der Züricher Regierung, unser Genosse Ernst. Außer ihm stimmten noch zwei andere Rcgierungsräthe gegen den bezüglichen Antrag. Mau mag diese Prozctzübcrtragung billigen oder nicht, so wird matt aber doch in jedem Falle frappirt sein von der Aufregung deS Frl. Elberskirchen. Wenn alle die starken Behauptungen, die sie mit s» viel Sicherheit öffentlich ausstellte, thatsächlich begründet sind, und das müßte man doch uacb der Sprache der Veröffentlichungen annehmen, weshalb dann tie Angst? Bern ist doch kein Dresden. An das Märchen von d:r sozialdemokratischen Freund« schaft und Parteilichkeit der vürgerlichcn Richter in Bern unter denen unseres Wissens auch kein einziger ausgesprochener Sozialdemokrat sich befindet, wie auch kein solcher in der Berner Regierung sitzt, glaubt Frl. Elberskirchen selbst nicht. Unter diesen Umständen dürfen die deutschen Sozialdemokraten die gewissenlose und frivole Fruktifizirung der Elberskirchen'schen Pamphlete durch die gegnerische Presse mit Verachtung zurückweisen. Diese Antiseiniten-Junker et tutti guanti mögen vor der eigenen Thüre kehren, da nehmen die sensationellen, wirklichen— und nicht phantastischen— Skandale das ganze Jahr hindurch kein Ende. Briefkasten der Redaktion. Die Inrislische Tprechsinnde wird Dienstags. Donnerstags und Freitags abends von?>/, bis 8'/- Uhr abgehalten. W. S. 38. Fragen Sie an im Bureau des Vereins für Feuer- bestattung durch die Adresse: Hcrm Matterne, hier, Neu-Kölln a. W. Nr. 22. Langensalza. Kranz erhalten und niedergelegt. 1/, Uhr. Nachm. 21/2 Uhr: Johannes. Montag: Der Biberpelz. Lrising. Die Frage an das Schicksal. Hierauf: Die Erziehung zur Ehe. Ansang 7i/z Uhr. Montag; Im weißen Nöß't. «crlinrr. Lolo's Bater. Anfang 'Vi Uhr. Nachm. 2»/, Uhr: Das Erbe. Montag: Lolo s Vater. Wesideiis. Der Schlafwagen- Kon- trollcur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 7-/z Uhr. Nachm. 3 Uhr: Jugend.� Montag: Der Schlafwagen-Kon- trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Neues. Hofgunst. Anfang Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Barbaren. Montag: Hofgunst. Metropol. Der wilde Meier. Hier- auf�Die Engelsjäger. Ansang Montag: Dieselbe Vorstellung. Schiller. Der MMionenbauer. An fang S Uhr. Nachm. S Uhr: Der Traum ein Leben. Montag: Don Juan und Faust. rscste». Undtne. Anfang?>/- Uhr. Nachm. 3 Uhr: Zar und Zimmer, mann. Montag: Martha. «rntral. Die Puppe. Auf.?'/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nanon, dieWtrthin vom goldenen Lamm. Montag: Die Puppe. Thalia. Der Registtator aus Reism. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. «uisen. Das bemooste Haupt, oder: Der lange Israel. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Tanbenstrasne 48/40. Im Theater; Das Land der Fjorde. Im Hörsaal; Dr. Sclnvuhn:„Gletscher und Eiszeit*. Montag: Im Thealer dasselbe. Im Hörsaal; v. Czarlinskl: „Land u. Leben in Australien.* Invnlldenatr. 57/00: Täfll. Sternwarte. Nachmittags täglich 5—10 Uhr. Passage- Panoplicum. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Mlttw., Sonnabd., Sonntag 4 Uhr: , Ktnder- Vorstelliuiff Die Kreuzfahrer. Großes Ballet von 500 künst- lichcn Menschen mm Castan's 001 Panoplicum. Jtal. Singer- u. Tänzer-Gesellsch. „Santa Lucia". Die berühmten„lebenden Bilder". Neu! Dreyfus-Esterhazy. Montag: Der Hüttenbesitzer. Belle- Sllliance. Vom gleichen Stamme. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr; Die Gräfin von Schwerin. Montag: Vom gleichen Stamme. Ostend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Waise aus Lowood. Montag: Der Brandstifter. Friedrich. Wilhelmstädttsche». Fuhrmann Henschel. Ansang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. »texaiiderplap. Die Konfettioneuse. Ansang 8 Uhr. Naibm. 4 Uhr: Die Puppenfee. Montag: Die Konfektioneuse. Wiener BolkS. Theater. Un- schuldig. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Jlptill«. Spezialitäten-Vorstellung. Anfang 7»/, Uhr. Urania. Tanbenstrafte 48—40. Rattirkundltche Ausstellung. Täg- lich gedsinet von 10 Uhr Vor- j mittags ab. Einttitt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„Das Land der Fjorde". Operntelephon. Jnvalidenstraste 57/VL. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern- warte. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Fee«. Palast. Spezialitäten- Vor- stell»»«. Baifage- Panoptikum. Speziali- tätcn-Vorslelluug._ SWcl'Tjjttter (WaNner- Theater). Sonntag Nachm. 3 Uhr' Der Traum ein lieben. Dramatisch. Märchen o.Fr.Grtllparzer. Abend» 8 Uhr: Der ÜHlllonenbaaer, Volksftück in 4 Akten v. Max Kretzer. Montag, Abends 8 Uhr, zum ersten| Male; Bon Juan und Faunt. Tragödie in 4 Akten v. Ch. D. Grabbe. Dien st ag, Abends 8 U h r: _ Bon Juan nnd Fanwt. Cenival Tstratev Direktion: lost Feranczy. Nachm. 3 Uhr, zu halben Preisen: Nano«, Hit Wirthill m golDfiien Lml«. Operette in 3 Akten von R. Gense. Abends 7-/2 Uhr, zum 72. Male: Die Puppe(I.S Poup6e) Operette in 3 Akten und einem Vorspiel von Sturgeß und Ordonneau. Musik von Ed. Audran. Montag und folgende Tage: Di« Puppe(La Poupse). Wiih-Kiirl Neij- Theater. Gr. Franksnrterstraste 13«. Nachm. 3 Uhr: Die Vaise von Lovood. Schauspiel in 4 Akten von Eh. Birch-Pfeiffer. Abends 7Vi Uhr: (Letzte Sonntags- Aufführung) Der Brandstifter. Sensattonelles Ausstattungsstück mit Gesang in 5 Akten von G. Okonkowsky. Musik von L. Im Tunnel von SV, Konzert. Montag biS Mittwoch: all. r an Frei- Dieselbe Borstellung. Donnerstag: Schlimme Saat. Schauspiel in 4 Sitten v. Bischer. In Vorbereitung: Die Bulgaria. Großes Ausstattungsstück mit Gesang (Wahrheit u. Dichtung) in 10 Bildern von Knisen- Theater 34. vteicheubergerstrafle 34. Nachmittag 3 Uhr: Volka-Vorstellung zu kleinen Preisen. Maria Stuart. Abends 8 Uhr: Das brmoafte stäupt oder: Der lauge Israel. Schauspiel in 4 Akten von Rodertch Benedi x. Montag: BerBUttenbealtsier Jeden«onnabend Nachmittag 3 Uhr: lSebüler-Voratellnng ZU besonders ermäßigten Preiien. vletropol-'Tdeatsr. Behrenstr. 55/57. Dir. Nied. Schulte. Sonntag, zum 5. Male: Der wilde Meier. Berlwer Vaudeville in 3 Alten von Leon Leipziger. Mustk von Franz Wagner. Hieraus: Zum 81. Male: Die Eugelsjäger. Ballet in 14 Bildern von H. Regel und I. Bayer. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Die kleine» Michu'S u. Die Gngelslitger. Viener Volks-Theater Oranienstraße 52(Moritzplatz). Allabendlich 8»/, Uhr:»Unschuldig- VolkSstück in 4 Bildern von Leopold Friedr. Weiß. Von 7 Uhr an: Humo- riftische und ernste Gesangsvorträge. Jieute, Nachm. 3 Uhr, zu halben sen:»Unschuldig-._ Thalia-Theater. Dresdenerstr. 73/78. Gastspiel Emil Thomas Der Registrater auf Reisen. Posse m. Ges. in 7 Bildern(8 Stil.) von A. L Arronge und G. o. Moser. Musik von R. Bial. Ans. TV, Uhr. Morgeti: Dieselbe Vorstellung. Apollo-Theater. Das beste Programm der Saison Wallno& Mertens Gurtis& Gordon Scheherazade The 5 Julians 3 Yoscarys Segommer Freedgy Sidiey Darma Sato •tc. Vorvsrksut tlgtloh Im Thsater u. beim i, Kanttierdank", Unter den Linden 69. Anfang 7Vi(Jtar. Freie VolksMüime. Tl. Abthcilnnf; heute Nachmittag 33/< Uhr, im Friedrich Wilbelmstädtischen Theater In Behandlung. Desgleichen III. Abtheilung im liesslns-Thcatcr: Erziehung' zur Ehe und Llebescräume. Nichsten Sonntag 8. Serie der Vorstellungen. I. Abtheilung Im Fried rlc h Wi I helmstädt. Theater: Der Erbförster. 229/3 Trauerspielen fünf Aufzügen von Otto Ludwig; folgenden Abtheilnngen. Nächste Sonntage die. Ber Vorstand. I. A.: 0. Winkler, Straße Nr. 18o. Gr. B A I.Ii. ..__________...._______ �______ sowie an mehreren Soiiliabenden sind die Säle an Beretne zu vergeben. Märkischer Hof. imfang 4 Uhr. Große Orchefler-Milfll. SOT Am 1. Mai( jri|o'dai*lB Kedrücker Rivdter Vdkater 37 liOthrlnger-Strasse 37. Novität! Novität! Vatev uud Sohn. Volksstück mit Gesang in 4 Akten von Wilhelm Richter. Heinrich Muffig.. W. Richter. Vorher: Wie henken Sie hnröber? Posse in- 1 Att von Carl Beck. A»fg.: Wochent. 8 Uhr, Sonnt. 7l ,UKr. Reiehshalleu. Täglich: Stettiner Sänger (Mepsel. Pietro.«ritton, Sieidl, Krone, NSHl, Schneider und Schräder.) LrossArtiges LouMgs-Progrnwm! Anfang 7 Uhr. Tageskasse 11—1. ��or�en�Monta��n���r� keev-kalast- �Kesten vuigsir. 22. vurgstr. 22. Kolossaler Lacherfolg über die Gefangsposse Fridolin Piefke: Dir. Winsser. Großer Jubel. Stürm. Beifall. Verglssmelnnleht, Quartett. — Fldtzlerella.— Nanon.— Alfreds Truppe. Helma Mlh4e. Emet Sprecher. Cust. Schmidt Ada und Victor. Helene Voss. Lebendr Photographien. Auf. 7»/, Uhr. Sonnt. S Uhr. Billet-Vorv. Vorm. v. 11-1 Uhr. Donnerstag, den 23. März: lleneflz für die beliebte Soubrette Helene Voss. Iii. Noack's Theater und Brnnnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag Donnerstag: Theater-Vorstellun Der liebe On Schwank in 4 Akten von Rudolf«nelsel. Sau»«- Tailztrailzltjell. iricuz 'Äuien Sonntag, den IS. März 1SSS: Srrel grosse ausserordentl.Vorstellungen Nachm. 4 Uhr und Abends 7»/, Uhr. Jeder Erwachsene hat ein Kind unter 10 Jahren frei x. In beiden Porfiellungen: P E R S I E Ii. Femer in beiden Vorstellungen Austr. derneumgagirt. Eltte-Akrobaten Ueberle Troupe. Vorführen und Borreiten der besten Schulpserde und die vorzüglichsten Freiheitsdressuren deS Dtr. llusch und terra Burkhardt-Foottlt. Amaieur- onwrrenz-Reiten(50 M. Prämie):c. Auftretm der vorzüglichstm Reiter und Retterinnen. Der Gigerl-Elown Alkr. Daniele. Der Berliner Clown Boga- nowski und der italienische Clown Magrinl mit ihren neuesten Spähen. Montag, den 20. März, AbendS TV, Uhr: Persien. Am 6. April: Tchlutz der Gatfo». Nähr'« Theater Oranie»< Strasse S4. Täglich: Die zagh nach Hm Clülke. Lustspiel in 4 Akten v. F. A. Sauer. SpeielalltiLten. Bons Haben Gilttglett. Sonntags Anfang 6 Uhr. .Alcjmr- Theater 1 Dresdenerstr.SS/SS.CIty-Passage. I Direktion: Richard Winkler. Neu I Täglich mit großem Erfolg! Tobias' Brautfahrt! Posse mit Gefaug von Oölar Viktor Roeder. Neu! Neu! Neul Das jeden Abend stürmisch hejuhslts Gesangsduett Ada und Otttried Relay. Neu! Neu! Neu! gahuswull» 4 Kahuemann. Urhrolliger Schwank v. E. Braune. Dazu der ausgezeichnete 8peslalltäten- Thell mit täglich wechselnd. Programm. Wochent. 7'/, Uhr. SonntagS«:/, Uhr. Entree an Sonn-«,,» 03 Mk und. Wochentagen UUl SU Pf. VorzugsbilletS haben Giltiglelt. T. Seliel!' Fesfsäle Ulkt Garten n. gr. Tlieaterlmlme, Gr. Frankfnrterstr. 74. Ä:8njitM.a'Ä Jed. Montag, Dienstag u. Donnerstag: Lrosser Bali. Anfang 8 Uhr, Entree u. Tanz frei! Auch empfehle meine Lokalitäten Sonnabends an Vereine zu Sommer- festen und anderen Vergnügungen. Auch können Versammlmigen abge- halte» werden. 1102L- Tägl. v.morgens 8 bis abends 11 Uhr F. SWimIkI. Dresdener Strasse 33. Großer Saal tOsterteiertag noch frei Schönhauser AllttL8. Restauraut Karpfenteich Treptow. Sonntag, den 19. März 1899: Erstes grosses Künstler-Konzert bei freiem Entree. Upania Wrangelsfrasse 10/11. Jeden Sonntag:[* Gposser Ball. Auf. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Fest- lichleilen und Versaulmlungen. chartottellbukg. Allen Freunden u. Genossen zur Anzeige, daß ich am 1. April d. I. den Aus- schank der GambrinuS- Brauerei inkl. Säle und Garten LbemeHme und am S. Feiertag eröffne: ver- gebe daher schon jetzt Säle zu verschiedenen Größen inkl. Garten an Vereine und Gesell- schaften zu Versammlungen und Festlichkeiten. «. Beyer. DaS schönste Ziel od. Durchgangs- ......~" Kremser- oder Station für Fnss-, Baliuparthieu bietet der 20535 Paradiesgarten in Birkenwerder. Meilenwt. Wald n. Wasser, gr. Volks- velustigungen. Beschr. üb. 6 verüb. gr. u, kl. Fußtouren m. Berühr, des Paradiesg. sendet a. Wunsch sof. m. paradiesischem Gruß A. Burgemslster. 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Täglich: Hotfmann's Quartettc.Humoristen Neu: Hoffmann als Fnlirmaini Henschel. Die letzte Borstellung im EoneerthauS vor Abbruch desselben findet statt am Sonntag, d. 23. April. Max KUem's Sommertheater und Festsäle Haseuhaide 18—15. In tun Sälm: Jeden Sonntag IM- Orosser Ball.-MU Gleichzeitig empfehle den geehrten Bereinen mein bedeutend vergröbertes Sommertheater zu Sommersesieu. Außerdem mach« hiermit bekannt, daß ich zum 1. Oktober meinen neu zu erbauenden 3. Festsaal Haseuhaide 13 (1500 Personen fassend) eröffne. 1034g*]_ Max Kl lern. Gefellschaftshaus Swinemünderftr. 4S. Säle und Garten empfehle unter koulanten Bedingungen zu Festlich- ketten; einige Sonnabende sind noch srei l IM Jeden Sonntag: Ball Theater- und r-Borstellung. Fahrgeld wird vergütet. Silberne Herren-Remont.-Ubren v. Mk. 8,59 an. Silberne Damen-Remont.-Ubreu von Mk. 8,59 an. Schü-arze Stahl- Herren-Remont.-Uhren von Mk. 5,99 an. Schwarze Stahl- Damen- Reuumt.-- Uhren von Mk. 7,59 an. Nickel-Herreu- Remont.-Uhren van Mk. 3,99 an. Goldene Damen-Remont.« Uhren von Mk. 14,00 an. Goldeue Herren- Remont.- Uhren v. Mk. 39.99 an. Regulateure. 14 Tage gehend,] m. Schlagwerk, i--d. schönst. Mustern, v. Mk. 19,59 an. Wecker v. Mk. 1.95 an. Sämmlliche Uhren werden in eigener Werkstatt abgezogen und unter 4jShriger schriftlicher Garantie Goldene gestempelte Ringe v. Mk. 1,59 an. stempelte Braches v. Mk. 5,99 an. Goldene_. Ohrringe v. Mk. 3.99 an. Silberne gestempelte Brache» v. 99 Pf. an. Ketten, Anhänger, Medaillons, Herzchen, ferner fämmtl. Artikel der Goldwaaren- u. Uhrenbranche in großer Auswahl zu den billigsten Preisen. Goldene ge- gestempelte Auswahl zu den billigsten Preisen. P. A. Wolff, Uhr- and Chronometermaeher, An dev Spandauev Vvücke 4/6» vls-ü-vls dem Bahnhof Börse- Bitte genau auf Firma zu achten. Billige, aher feste Preise! Bazar Norden" allen Farben und Qualitäten. 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Bett-Inletstoffe, rot nnd rot-rosa gestreift Kissenbreite /-f of„ Deckbettbreite j«*044 65 183 94 265 86 398[2001 438 87 81 572 92 669 810 991 95 i»11004 401 22 71 544 47 616 42 818 902 1 04053 168 145 814 78 105023 141 65 96 265 460 69 633 804 908 71 i»««»» 55 114 367[300] 479 13001 520 37 93 701 813 977 SO 107019 81 822[3001 448 625 812 908 10 83>»»093 1(8 377 412 39 646 684[5001 808 969:60 67 100031 446:308 833«00028 116 487 627 820 937»01096 123 246 98 847 488 91(45 0001 604 748 54 899«0*153 71 208 23 3« 42 301 25 660 659 775«08178 267 886 457->21 73 891 934 62 95«04022 94 104 381 618 31 79(200) 815 •*«5005 23 287 612 47 620 941 806148(2001 65 22a 68 93 330 400 558 66 857 992«07011 59« 870 87 98 438 60 842«08030 884 862[600] 476 678«00266 327 8�9 918 «10171 281 411 89 652 64 665 788 866, 924 50 87 «11058 132[200] 88 894 462[2001 532 89 94 98 602 2« 64 733 48 954«18098 225 376 402 828 31«1»W 88 120 276 319 88 99 465 620 742 944«14125 273 302 611 76«15117 63 229 389 409 49 63 IS«) 65 89 631 [2001 865 949«16451«17171 75 77 226 70 310 411 598 766 803 61 960«18051 114 62 223 388 409(500) 90 598 677 787 870 95«10030 855 527 660 784 841 «80069 105 881 604 23 986 50 97«81123 94 250 411 98 618 803 18 83 90 96 937 85«««087 328 91 533 [500] 727 39 69 90 839«*»102 81 230 813 624 29 798 808 965««4016 126 640 62[2001 674 774 800 927 »»5027 39(2001 162 222 342 56 I« Belvinlirade verblieben: t Gewinn ,1 60000 Mt, i>n aoooo Mt., i ju isooo M«.. i m ioooo m, 4 in Moo Mk, 6 ju 3000 M».. 13 JU 1000 Mk.. 33 JU 500 Bit 2. Ziehung d.3. Klasse LOo.Kgl.Preilh.Lotterle. Ziedung vom 18. Mörj 18NS, aachmlltag,. 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Verantwortlicher Redalteur: August Jacobey in B-rltn. Für dm Jnsnatmtbei. vn°ntt-°r«ich- Th.«locke m B-rlm. Dmck und v-rla- von Mai Babing in B-rlin. *•67. i6. mm 3. Ktilllge des Dmiilts" Ktllilttt Mlksllllltt. so-'w. ls. U°l! l8S9. Die zenkval�afrikanifche Dahn nom Kap zum Nil. (Unberechtigter Abdruck untersagt) Der Aufenthalt von Cecil Rhades in Berlin hat die Auf- mcrksamkeit in noch höherem Matze auf das von ihm be- tricbene Projekt der Herstellung einer zentralafrikanischen Bahn von der britischen Kapkolonie bis nach Egypten hin gelenkt, als es nach der Bedeutung dieses Unternehmens schon so wie so der Fall war. Nicht ganz mit Unrecht hat man daiselbe mit der Schaffung der pazifischen Bahnen tu Nordamerika oder der sibiri« schc» Bahn quer durch Nordasien von Rutzland bis zum Stillen Ozean in Parallele gestellt. Wir geben unseren Lesern daher in der beistehenden Karte einen Ueberblick über das Projekt, welches für Deutschland insofern in neuerer Zeit ein erhöhtes In- tercfie bekommen hat, als der Besuch von Cecil Rhodos in Berlin mit dem Plan zusammen- hängt, diese zentralafrikanische Bahn durch das d e u t s ch- o st- afrikanische Kolonialgebiet zu fiihrcn. In unserer nebenstehenden Karte(vergl. Zeichenerklärung unten rechts) find säntmtliche Kolonialgebiete im östlichen und zentralen Theile Afrikas ent- halten; der britische Besitz ist durch schräge Schraffirung her- vorgehoben, der deutsche Kolo- niakbesitz durch Punktirung der Landflächen. Die bereits im Be« trieb befindlichen Bahnen haben eine besondere Signatur er- halten, ebenso die ziemlich zahl- reichen Bahnprojekte. Bespnders hervortretend ist dabei die zen- trale neu zu bauende Bahnstrecke bezeichnet, welche die südafrika- nische von Kapland bereits bi« nach Buluwayo reichende Bahn mit den von Kairo au» nilauf- wärts geführten Bahnlinien in nordsüdlicher Richtung, durch die Mitte des afrikanischen Konti- nents hindurchgehend, verbinden soll. Die Besammtlänge der tranS- afrikanischen Bahn wird über 6S__________ soll nun in der auf unserer Karte dargestellten Richtung im mittleren Theil, also östlich vom Tanganika- See über Tabora durch Deutsch- Ostafrika hergestellt werden. In politischer Hinsicht handelt es sich aber nicht nur um diese Verbindungsbahn zwischen Norden und Süden durch Deutsch-Ostafrika, sondern auch um die Ausnützung jener Eisenbahn- Konzessionen, die seiner Zeit für Deutsch- Südlvestafrika einer eng« lischen Gesellschaft verliehen worden waren. Es waren dies zwei Linien,«ine nördliche und eine südliche. Die Vorschläge Cecil Rhodes' ehen in diesem Falle darauf hinaus, von Walfischbai aus eine An- htutzlinie an die von Sivakopmund ausgehenden Hauptlinien und eine Weitcrführung der südlichen Linie nach Buluwayo in Rhodefia zu erzielen. Dem Bau der zentralafrikanischen Bahn werden sich zweifellos grotze Schwierigkeiten entgegenstellen, und namentlich erwartet man solche in der Gegend südlich vom Tanganika-See auf dem Gebiet der britisch Chartered-Company und die Kosten, welche für das ganze Projekt aufzuwenden sind, gehen in ungezählte Millionen hinein; sichere Voranschläge dafür find selbstverständlich nicht zu be- schaffen. Trotzdem ist man auf englischer Seite beziehungsweise ist Herr Cecil Rhodes fest überzeugt, datz die Bahn zu stände kommen und für die durchschnittenen Landestheile großen Nutzen bringen wird. Vevfiumnlungett. Berliner KewerkschastS-Kommission. In der am Freitag abgehaltenen Delegirtcnversammlung sprach M a f s i n i vor der Tagesordnung den Vertrauensleuten, Gewerkschaften und Arbeitern Berlins für die Unterstützung des nunmehr beendeten Kampfes gegen den.Lokal-Anzeiger" den Dank der Buchdrucker aus. Hierauf nahm Millarg das Wort zu dem Geschäfts« und Kassenbericht. Er gab eine Uebersicht über die Arbeiten der Ge- werkschasts-Konimission im verflossenen Jahre. Nutzer dem, waS tn den Delegirten-Verjammlungen verhandelt wurde, habe der Aus- schütz noch viele minder bedeutende Angelegenheiten erledigt, mit denen die Zeit der Delegirten nicht erst in Anspruch genommen werden sollte. Die Zahl der gewerkschaftlich organisirten Arbeiter habe gegen da? Jahr 18S7 um 8000 zugenommen, und zwar sei der Zuwachs hauptsächlich den grötzeren Gewerkschaften zu Gute gekommen, wahrend manche kleinere Organisationen— zum theil sehr erheblich— zurückgegangen seien. Wenn in der dem gednicktcn Bericht bei- gegebenen Tabelle über die Stärke der Gewerkschaften die Zahl der überhaupt in den einzelnen Berufen beschäftigten Arbeiter nicht angegeben ist, so liege das daran, dah ihm(Redner) kein amtliches Material von den grötzeren Gewerkschaften vorlag, er hätte es nur bezüglich der kleineren Organisationen bringen können. Die Diskussion über den Bericht wurde vertagt, und nunmehr die Debatte über die Stellung zum Zentral-ArbeitsnachweiS fort- gesetzt. Hintz e erklärt, er stehe auf dem Standpunkt, dah die GeWerk- schaftcn, welche eigene Arbeitsnachweise haben, nicht veranloht werden dürfen, dieselben zu Gunsten des paritätischen aufzugeben. Durch die von Koblenzer abgegebene Erklänmg, datz der„Vorwärts"- Bericht über die Kuratorinmsfitzung nicht zutreffend ist, sei Redner befriedigt, bedauere aber, datz die Vertreter im Kuratorium nicht gesagt haben, was denn eigentlich in jener Sitzung beschlossen wurde. Bleich: Der Verband der Buchdruckerei-Hilfsarbeiter habe durch Annahme einer Resolution erklärt, datz er mit der Haltung der Arbeitervertreter im Zentral-ArbeitsnachweiS nicht einverstanden ist. Redner empfiehlt die Resolution Pötzsch. W i n t l e r führt aus, er stehe im Großen und Ganzen auf dein von Dupont vertretenen Standpunkt. Um sich Gewißheit darüber zu verschaffen, ob Genosi« Wurm zu der Stellung, welche er im Reichstage bei Besprechung des Antrages Rösicke zum Ausdruck brachte, etwa durch die Haltung, welche die Arbeitervertreter«n Kuratorium dem Bericht des „Vorwärts" zufolge eingenommen haben, veranlaßt worden sei, hat Redner beim Genossen Wurnt angefragt, welcher ihm darauf ge< schrieben habe:„Die Frattion hat nach langer Verhandlung, welche am Tage vor der Reichstagsfitzung stattfand, den von mir dann vcr- tretenen Standpunkt eingenommen. Wenn der Bericht im„Vorwärts' über die Stellung der Arbeitervcrtreter zu den paritätischen Nach- weisen nicht richtig und genau war, so hätten meiner Ansicht nach die Arbeijervertreter die Pflicht gehabt, sofort dem„Vorwärts eine Berichtigung zugehen zu lassen. Konstatiren Sie das, bitte, in der Diskussion. damit künftig solche Mißverständnisse vermieden werden." Weiter schreibt Genosse Wurm, er stehe nach wie vor auf dem Standpuntt. datz, wenn der paritätische Arbeitsnachweis auch für die Unternehmer obligatorisch gemacht werde. und diese ihre Arbeitsnachweise auflösen müssen, auch die Arbeiter das Gleiche thun können. A r e n d(Handels- Hilfsarbeiter) bemerkt, seine Kollegen Schu- mann und Rein hätten in der vorigen Versammlung nur ihren persönlichen Standpuntt verrieten. Wenn der paritättsche Arbeits- Nachweis für die Allgemeinheit von Nutzen sei, dann könnten auch die Handels- Hilfsarbeiter dafür sein, das hindere sie nicht, ihren eigenen Arbeitsnachweis zu behalten, so lange er für sie vortheil- hast ist. Schulz(Schneider) führt auS, die gewerkschaftlichen Arbeits- nachweise seien dock meist nicht« als Dekorationsstücke, und man habe keine Ursache, mit Zähigkeit an denselben festzuhalten. Vor einem Zusammengehen mit den Unternehmern brauchten sich die Arbeiter nicht zu fürchten, sie gingen ja auch bei anderen Gelegenheiten, so bei den neuen Jmmngseinrichtungen mit den Arbettgebern zu« sammen. JahnS(Buchdruckerei-Hilfsarbeiter) spricht sich ganz entschieden gegen de» paritättschen Nachweis aus. Würde der Nachweis seiner Gewerkschaft dem Zentral-Arbeitsnachweis angegliedert, dann wäre die' Redner empfiehlt die Resolution W e g n e r. Mitglied deS Kuratoriums, bezeichnet den mehr- fach erlvähnten Bericht de«.Vorwärts" al« tendenziös abgefaßt; auS Anlaß eines frühere» Bericht», in dem»in"orium sitzender Unternehmer etlvas mitgenonimen war. habe das Kuratorium beschlossen, den Zeitungsbericht künftig in der Sitzung selbst fest- zustellen. Das sei aber in dem vorliegenden Falle nicht geschehen. K ö r st e n meint, der Bericht des„Vorwärts" gebe die Er- klärung der Arbeiterbertreter dem Sinne nach richtig wieder, aber eine schriftliche Resolution habe ihm(Redner) in jener Kuratormms- sitzuna nicht vorgelegen. Im Weiteren tritt Redner, ebenso Rüther unter Hinweis auf die Verhältnisse in der Metallmdustne für den paritätischen Arbeitsnachweis ein.. Millarg polemisirt gegen die Art, wie Pötzsch hier und m Gewerkschafts- Versammlungen seinen Standpunkt verrieten habe und weist den Vorlvurf zurück, die Arbeitervertreter hätten gehandelt, ohne Fühlung mit den Gewerkschaften zu nehmen. Dupont führt aus, die Gewerkschaften, welche sich von dem paritätischen Nachweise Nutzen versprechen, mögen sich daran be- theiliqen, sie sollen aber keinen Druck ausüben auf diezemge» Organisationen, welche ein Interesse an der Erhaltung eigener Arbeitsnachweise haben. Döblin: Man müsse die Frage von dem Gesichtspunkt be- trachten, ob die paritätischen Nachweise der Mehrheit der Arbeiter Vortheil bringen und dürfe nicht,. ivie Dupont in voriger Versamm- lunq, Anstoß nehmen an einem Zusammengehen mit Sozialrcformern. Dupont habe auck auf einen Artikel des„Korrespondent" hingewtesen. der gewerkschaftliche Vertreter im Reichstag fordert. Wer für Preß- freiheit ist. der solle doch nicht gleich als Warner auftreten, wenn eine einzelne Pretzstimme eine vom Parteistandpnnkt abweichende Ansicht vertritt. Redner sei auch der Meinung, datz wir in der sozial- demokratischen Partei die parlamentarische Vertretung der Arbetterinter- essen haben, aber der gesetzgeberische Einflutz der Sozialdemokratie reiche nicht so weit, datz die Arbeiter die Unterstützung von Leuten aus burger- lichcn Kreisen, die einen Einflutz auf die Gesetzgebung haben, zurück- weisen müßten. Diese Leute konnte» auch dem Jntcreffe der Arbeiter dienen. Wenn die Arbeiter sich an den paritätischen Rache weisen betheiligen und daselbst ihre Rechte vertreten,>0 jet das zugleich eine Propaganda für gesetzliche Regelung des Arbeits- Nachweises. F a b e r(Goldarbeiter) hat keine Bedenken gegen das„Pakttren mit den Unternehmern". Das werde ja getrieben, so lange es eine soziale Gesetzgebung giebt. � Die Diskussion wird geschlossen. Es machen sich Stimmen laut, die dem Referenten Pötzsch das Schlutzlvort nicht gestatten wollen. Nach einer Geschäftsordnungs-Debatte erhält er es aber. Pötzsch weist einige im Laufe der Debatte gegen ihn er- hobene Vorwürfe persönlicher Natur zurück und vertritt im klebrigen seinen im Neserat und in der Resolution ausgedrückten Standpunkt. Gegenüber Döblin bemerkt der Redner,> die Arbeiterklasse habe es bisher verschmäht, mit Hilfe bürgerlicher Vertreter von hinten herum Einfluß auf die Gesetzgebung zu ge- Winnen, sie sei vielmehr stets bestrebt gewesen, durch ihre eigen« Macht Erfolge in dieser Hinsicht zu erzielen.— Die Debatte sei von Nutzen gewesen, sie habe die Meinungen ziemlich geklärt. Er betone nochmals: Wo eine starke Arbeiterorganisation besteht, da sei gegen paritättsche Arbeitsnachweise nichts einzuwenden, bedenklich seien sie aber für die Arbeiter, wenn ihre Organisation schwächer ist als die der Unternehmer. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen wird die von Rüther eingebrachte Resolution, welche die Haltung der Arbeiter Vertreter im Kuratorium billigt, in nament» licher Absttmmuug mit 43 gegen 23 Stimmen angenommen. Mit Ja stimmten die Delegirten der Hutmacher, Kupferschmiede,� Lithographen, Steindrucker, Lederzurichter, Maler, Maurer(zentral), Metallarbeiter(2 Stimmen), Musikinstrumenten- Arbeiter, Putzer, Sattler. Schneider(3 Stimmen), Schuhmacher, Schriftaießer, Stein- setzer, Stcreotypcure, Steinhauer, Tabakarbeiter, Tapezierer, Textil- arbciter, Töpfer. Vergolder, Wäschebranche, Weitzgcrber, Zimmerer, Bild- Hauer, Bilderrahmcnmachcr, Brauer, Brauerei-Hilfsarbeiter, Bureau- augestellte, Buchdrucker(2 Stimmen), Dachdecker, Droschkenkutscher, Eisen- former, Fabrik- und Hilfsarbeiter<2 Stimmen), Gold- u. Silberarbeiter, Holzarbeiter. Holz- und Bretterträger. Mit Nein sttmmten die Delegirten der Kaufleute, Kürschner, Maschinisten und Heizer, Maurer(lokal), Möbclpoliere, Porzellanarbeiter, Schirmmacher, Schmiede, städtische Arbeiter, Stockarbeitcr, Stuckateure, Zink- gietzer. Bauarbeiter, Böttcher, Buckdruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen, Konditoren, Handschuhmacher, Handelshilfs- arbeiter(2 Stimmen). GastwirthSgehilfen, Fliesenleger, Holz- bearbeitungsmasckinen-Arbeiter. Bei der Abstimmung fehlten: Krankenkassen-Beamte, Kisten- machcr, Lackircr, Musiker. Rabitzpntzer, Steinindustrie- Arbeit«, Schlächter, Bäcker(2 Stimmen), Graveure und Ziseleure, Händler, Aylographen. lieber die Resolution Pötzsch(abgedruckt in Nr. 65 des „Vorwärts") wird durch Handatlfhebeu abgestimmt und dieselbe mit 25 gegen 24 Stimmen abgelehnt. Die Resolution Pörsch (Nr. 30 des„Vorwärts") wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Einen stürmische» Verlauf nahm die Volksversammlung, in der am Freitag Abend Herr Kanitz und Herr v. Ger lach üb« die Zustände in den Bäckereien sprach. Wie in der vorig«« Versamnilung waren auch diesmal die Bäckermeister mit dem Herrn Obermeister Gemeinhardt zahlreich angeriet«. Der Vorsitzende Lithograph Tischendörfer mahnte deshalb eindring« lichst um Ruhe und drohte von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen. An der Thür prangte ein Plakat folgenden Wortlaut»: Diejenigen Personen, welche Vortrag und Debatte nicht mit d« nölhigen Ruhe anhören können, ist der Zutritt verboten. Diese Matzregel schützte die Versammlung vor einer abermaligen Auflösung, weim es auch nicht an recht lebhaften Unterbrechungen und Zwischenrufen fehlte, die beiden Rednern zu theil wurden, so» bald sie die sanitären Mißstände in den Bäckereien schilderten oder die Meister an ihre Pflicht erinnerte», diese Zustände zu beseitigen. Zwischenrufe wie: Sie lügen! Herunt« mit ihm! machten minutenlang eine Verhandlung unmöglich. Al» dann der Obermeister Gemeinhardt seine Bcrufsgenossen als musterhafte Männer von Ordnung und Reinlichleit in Schutz genomme» hatte, gingen die Bäckermeister beftiedigt nach Haus und damit konnte die Versammlung ungestört weiter tagen. Deutscher Holzarbeiter-Verband. für O. und NO. sprach am 15. März Dr. Freudenberg lung in einem mit den Anträgen zum Verbandsta B rieskorn zum Delegirten für Folge eine Verschlechterung der Löhne in'seinem Beruf, die ade durch den gewerkschaftlichen Nachweis hoch gehalten werden. In einer Bezirksversamin« irz Dr. Freu d ende rg sehr interessanten Vortrage über:„Die hygienische Be- beiterschutz- Gesetzgebung". Sodann wurden m die zllkommission Haybach, Wedemeier, Rebe« Schmidt und EiSmann gewählt. Im Verband derJBatker beschäftigte man sich am 14. März tag m München und wurde sodann !en Verbandstag gewählt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäschebranche hatte« am 14. d. M. ihre regelmäßige Versamnilung bei Buske, Grenadier- tratze 33, anberaumt. Der Vortrag des Herrn A h I s ch n e r: Aus dem Leben Gottfried Kinkel's, fand eine beifällige Aufnahme. Nach Besprechung einiger Vereinsangelegenheiten wurden die Mitglied« aufgefordert, beim Wohnungswechsel ihre neue Adreffe dem Kassirer anzugeben. Samariter> Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 20. März, AbendS v Uhr, bei Neumann, Bninnenstr. ISO: Pratttsch« Uebungen unter Leitung des Herm Dr. Wehl. Gäste willkommen. Verband der Schlächtergesellen Berlins und der Umgegend. HeMe, Nachmittags 0 Uhr, in Cvhris Kestsälen, Beuthstr. 21: Große See- «id. Spittelmarkt lö/l? und Helle- A�lliancestr aase tjS. Schuhwaaren-Abtheilung. Herren-Schnür- oder Zug-Schuhe:;.; �4,�1 6, Herren-Zug-Stiefel; p--» 6,5?. 8,?i Herren-Schnür-Stiefel � 7,®?. 8,�. so Mk. 00 Mk. >, aparte„Neuheit" �! I Meter 73 V!e- Loden, reine Volle, ea. toll cm. breit Meter 93�' sohwar? Cheviot auf Vamen-Haueechuhe � Pft"2,uk.3, Damen-Schnür-, Knopf- od. Spangenschuhe; � 3,5?. 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