Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. s» domo»». Derwaltoig: vcag Ul. okekSjaoka,»» relev».: Wigs. umOtaOtrrtoft(aO 31 USD: 33439 ♦Boltft&edamt: 3754« Anzelprets 70 Heller. (Einschließlich S Heller Porto! MWß WM Mal ljMM »meiMei j., bSfibeiftoi 12 Jahrgang. Mittwoch, 19. Oktober 1932 M 247. Udrial tritt zurück. Agrarisches Präsidium stimmt zu und betraut Malypetr mit weiteren Verhandlungen« Aul dem toten Punkt Paris, 18. Oktober. Zu der heutigen Unterredung Herriots mit dem britischen Botschafter Lord Tyrrell erführt man aus informierten Kreisen, daß der britische Botschafter den franMschrn Ministerpräsiden ten informierte, daß nach der Ablehnung der deutschen Regierung, an einer Konferenz der vier Großmächte in Genf teilzunehmen, die Situation auf diesem Punkt« bleibt. Ennlisdi-russisdier Handelsvertrag von England gekündigt. London, 18. Oktober. In seiner Unterhauserklärung gab Minister Thomas die Kündigung des enalstch-russischen Handelsvertrages vom Jahre 1930 bekannt und begründete sie mit demj Hinweis aus das Abkommen ztvische« England und Kanada, das etwa erforderliche Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Wirksamkeit der Präferenzen gegenüber einer Durchkreuzung) durch das Ausland vorsehe. Deshalb fei durch ein« Rots an den russischen Geschäftsträger vom 17. Oktober l. I. der Vertrag mit sechsmonatiger Frist gekündigt worden. Gleichzeitig habe di« britische Regierung ihren Wunsch nach Förderung der Handelsbeziehungen und ihre Bereits schäft zu ba ldig en B erha ndlungen zum Ausdruck gebracht. UlMHrltt Hendersons von der Führung der Arbeiterpartei. London, 18. Oktober. Di« verlautet, wird Henderson von der Führung der Arbeiterpartei zurücktreten, das Amt eines Sekretärs und Schatz, Meisters der Partei jedoch' weiter behalten. Als Nachfolger Hendersons wird der jetzig« Borsitzendc der Unterhausfraktion der Arbeiterpartei Lans- burh genannt.- Zu dem Rücktmt Hendersons wird weiter mitgeteilt, daß Henderson der Labour-Fraktion ein Schreiben gesandt hat, in welchem er seinen Entschluß damit begründet, daß die Funktionen eines Vorsitzenden der Abrüstungskonferenz,• des Vorsitzenden der Drbour-Parth und des Sekretärs der Partei gleichartig. ru versehen, für eine einzelne Person eine allzu schwere Bürde sei. Henderson fordert daher die Parteimitglieder auf, zu dem alten Brauche zurückzukehren und den Vorsitzenden der Labour-Fvaktion gleichzeitig als Parteiführer zu betrachtens V Manin designiert. Bedenkzeit bis morgen. Bukarest, 18. Oktober. Amtlich wird mitge- teilt: Der König betraut« den Führer der Bauernpartei Maniu mit der Bildung deS neuen Kabinetts. Maniu erbat sich Bedenkzeit, um mit seinen politischen Freunden beraten zu können. In der Sitzung des Präsidiums der nationalen Agrarpartei erstattet« Maniu einen Situa- tionsbericht, worauf er T i t u l e s c u einen Besuch abstattete. Morgen wird Maniu Antwort darüber erteilen, ob er di« Mission annehme, die Ueüe Regierung zu bilden. Starke Abstriche am österreichisch«« Hochschulbudget. Wien, 18. Oktober. Boi den Abstrichen, die im österreichischen Budget für 1933 vorgenommen wurden, kam die Reih« auch cm di« Hochschulen. In erster Reihe wird die Pensionierung einer grüßen'Zahl älterer Lehrkräfte und die Entlassung vieler Hilfskräfte, ferner die Reduktion der, Bezüge und der Zulagen besonders bei den Supplent:n und Hilfskräften sowie hauptsächlich hie Aufhebung Mehrerer Lehrstühle und Ftzft k u l t ä t e n z. B. der evangelischen theologischen Fakultät in Wien, der mMzimschen Fakultät in Innsbruck, der philosophischen Fakultät in Graz sowie die Zusammenlegung der montanistischen Hochschifte in Leoben mit der Wiener Technik vorbereitet. An den österreichischen Mittelschulen Wird eine Reduktion des Professorcnkollegimns bei aleichzeitiger Aufhebung einiger Mittelschulen durchgeMrt werden. Prag, 18. Oktober. Ministerpräsident U d r- t a l hat heut« abermals seine« Kuraufenthalt in Karlsbad unterbrochen und ist nach Prag zurückgekehrt, wo er in einer Sitzung des engeren Präsidiums der Agrarpartei seinen Rücktrittsentschluß anzeigte und begründet«. Der „Bcnkov" meldet darüber folgendes:., Ministerpräsident Udrial legt« eingehend den Ernst seines Gesundheitszustandes dar, welcher es nicht zulasse, daß er weiter daS Amt des Borfitzenden der Regierung in dieser überaus schweren Zeit ausübe, welche volle Kraft erfordere. Das Präsidium anerkannt« nach einer Debatte, an welcher sämtliche anwesenden Mitglieder sich beteiligte«, die Gründ« des Ministerpräsidenten, und indem es ihm di« Anerkennung für di« bisherige schwere Arbeit aussprach, brachte es einstimmig den aufrichtige« Wunsch zum Ausdruck, daß«r bald und dauernd genese. DaS Präsidium beschloß sodann einstimmig, den Abgeordneten Malhpet r zu betraue«, mit den übrigen Parteien über di« Lösung der neuen politischen Situation zu verhandeln. Die Besprechungen beim Präsidenten der Republik fanden heut« mit dem Empfang des Genossen Dr. Czech und des Ministers Spin« ihren Abschluß. Wien, 18. Oktober. In einer Konferenz der Führer des sozialdemokratischen republikanischen Schutzbundes schilderte heute abend Abgeordneter Dr. Deutsch di« Vorfälle in Simmerings Er wies auf die nationalsozialistischen Vorbereitungen für den Ueberfall auf das Arbeiterhrim hin und erklärte, eS sei eine Lüge, daß auf friedlich vorbeiziehende Nationalsozialisten aus dem Arbeiterheim geschossen wurde. Wir werde« vor Gericht beweisen, sagt« Dr. Deutsch, daß die Nationalsozialisten zu Hunderten vor das Parteihaus kamen und dieses zu stürme« begannen. Wir werden ferner Beweise dafür erbringe«, daß es di« Nationalsozialisten waren, di« mit dem Schießen begannen. Schließlich wird sich Gelegenheit bieten, zu beweisen, daß der Wachmann Tlas- sek nicht durch Schüffe aus dem ParteihauS getötet worden sein kann, da nach vielen Zeugenaussagen es feststeht, daß zur Zeit'als Tlaffek fiel, aus dem ParteihauS noch nicht geschossen wurde und weil Tlaffek an einer Stelle fiel, an der vom Parteihaus aus gar nicht getroffen werden konnte. Für sofortige Neuwahlen. Die„Arbeiter-Zeitung" über den Bersas- sungsbruch des Herrn Fey. Die„Arbeiter-Zeitung" schreibt zu dem neuesten Aufmarschverbot, daß sich gestern der neuernannte Staatssekretär Feh mit einem B e r- sassungsbruch eingeführt hat. Die Hcim- ivehrfascisten dürfen in Wien weiter aufmarschieren, die Sozialdemokraten,■ die Zweidrittelmehrheit des Wiener Volkes, nicht.. Den Monarchisten, den Gesinnungsgenosien des Staatssekretärs Fey, sind Versammlungen unter freiem Himmel erlaubt, den Republikanern nicht. Die Verfügung des»tuen Staatssekretärs ist eine offensichtlich« Verletzung der durch die. Verfassung verbürgten Gleichberechtigung aller Staatsbürger. Was die.Herren versuchen, so schreibt das Blatt weiter, ist ein« Wiederholung des Experimentes der Regierung B a u g o i n und St a r- Hemberg. Das Volk hat bei den letzten Wahlen di« Regierung Baugoin-Starhembcrg verworfen und sie zum Rücktritt gezwungen. Es ist eine Verhöhnung des Volkes, das Experiment zu Ti« amtliches Kommunique, berichtet kurz, daß Udrml die Leitung seines Amtes wieder übernommen hab«. Rach der parteiamtlichen Meldung des„Benkov" kann es sich dabei Wohl nur um die letzten Borbereitungen zur offiziellen Demission handeln. nie tsdiediisdien Sozialdemokraten gegen Aenderungen in der Zusammensetzung der Koalition. Der Parteivorstand der tschechische» sozialdemokratischen Arbeiterpartei hielt heute eine Sitzung ab, in der ausführlich über die politische Situation unir über die geplanten Aenderungen. in der Regierung beraten wurde. Nach den Referaten der Genvffen Hampl, Bechynäund Dr. Soukup wurde eine Debatte abgeführt, worauf festgestellt würde, daß der Parteivorständ empfiehlt, an der heutigen Zusammensetzung der Koalition ohne Acuderung festzuhalten. In dieser Richtung wurden den an den Verhandlungen beteiligten Mitgliedern des Parteivorstandes die entsprechenden Direktiven gegeben. Der Vorsitzende, Genosse Hampl, konstatierte die absolute Einheitlichkeit der Auffass u n gen in jeder Hinsicht. .-Auch. d«r. Parteiporstanp-der- deutschen Sozialdemokratie hat heute abends eine Sitzung ahgehalten, in der er sich mit der politischen wiederholen. Für uns Sozialdemokraten gibt es zunächst nur einen Schluß: Wir verlangen sofortige Neuwahlen. itoaiitionsangehot von den Grotzdeutschen abgelehnt. Wien, 18. Oktober. Heut« lud Bundeskanzler Dollfuß die Vertreter der Grvßdeutschen zu sich und legte ihnen nahe, angesichts der gegenwärtigen innerpolitischen Situation ihre oppositionelle Haltung zu revidieren und eine gemeinsame Front der bürgerlichen Parteien zu ermöglichen. Als Köder versprach ihnen Dollfuß, die Stelle des österreichischen Gesandten in Berlin, die nach der Pensionierung deS Großdeutschen Dr. Frank frei ist, wieder mit einen» Manne ihrer Richtung zu besetzen. Außerdem will die Regierung di« vom Nationalrat bereits grundsätzlich beschlossenen Neuwahlen, vor denen dir Großdeutschen angesichts der nationalsozia- lisftschen Agitation berechtigte Furcht haben müssen, bis zum Frühjahr 1933 verschieben. : Die großdeutschen Unterhändler erklärten, auf ihrem früheren ablehnenden Beschluß zu verharren. Die Verhandlungen sollen aber bei der nächstbesten Gelegenheit wieder fortgesetzt werden. Der Heimwehrranfbold Hainzel zu 300 Schilling Geldstrafe verurteilt. Wie«, 18. Oktober. Bei der heutigen Gerichtsverhandlung gegen den Abgeordneten des Heimatblockes Hainzel, der bekanntlich vor einiger Zeit in' einer Sitzung des Finanzans- schnsses des Nationolrates dem sozialdomokrati- sche» Abgeordneten Dr. Bauer einen Stveich- holzbehälter an den Kopf warf und ihn verletzte, worauf er noch Sessel gegen ihn warf, wurde der Angeklagte der Uebertretung der leichten Kör- pgrverletzung für schuldig erkannt und zu einer Strafe von 300' Schilling, im Falle der Uneinbringlichkeit zu fünf- Tagen Arrest verurteilt. - In der Urteilsbegründung-heißt es, daß besonders ein Abgeordneter das' Gesetz-oi»halten muß. Als erleichternden Umstand erkannt« das Gericht die Erregung an, in der der Angeklagte seiire Tat beging, während es ein erschwerender Umstand war, daß Abgeordneter Hainzel berefts zweimal wegen ähnlicher Uebertretung bestraft wurde. WM soziale Muslerleisluo?. Zum Streit um die tstfiedioslowahlsdie Bodenreform. In der offiziösen„Prager Presse^ beschäftigt sich auf einem volle vier Spalten umfassenden Artikel unter dem Titel„Rache für 1621" Ministerialrat Jng. A. Pavel vom Staatsbodenamt mit einem„neuen Aus- landsangriff gegen unsere Bodenreform"^ Der länge Artikel- ist eine Polemik gegen die Berliner„putsche Allgemeine Zeitung", ein der Regierung Papen nahestehendes Blatt, das unter obgenannter Ueberschrift kritisch die tschechoslowakische Bodenreform als deu t sch- feind l i ch besprochen hatte. Dem Berfasser Richard Bahr wird vorgeworfen, daß sein Artikel viele Unrichtigkeiten enthalte und seine auf eine vor 10 Jahren erschienene Broschüre des Prof. P e k a f sich stutzende Ansicht, bei der Bodenreform handle es um eine Räche „für den weißen Berg" falsch ist. Haltlose Deduktion sei die Behauptung, daß der gesamte Besitz der Großgrundbesitzer beschlagnahmt wurde, daß keine absolute Parität bestehe und die Bodenreform nicht nach objektiven Merkmalen gehandhabt wurde. Denn in Wirklichkeit seien bereits Mitte 1931 von dem beschlagnahmten und durch Tausch erworbenen Boden im G e s a m t a u s m a ß e von 4,081.200 Hektar, also 100 Prozent 1,395.919 Hektar, demnach 34.2 Prozent' den Eigentümern dieses beschlagnahmten Bodens f r ci- gegeben worden. iJns Eigentum n e u.e r P« rso'nen: find durch' verschiedene Aktionen der Bodenreform 1,578.249 Hektar,■■ gleich 38.67 Prozent überführt worden, während noch 1,107.032 Hektar, das ist 27.13 Prozent (meist Waldboden) noch b e s ch l a g n a h m t, aber nicht ganz zugeteilt sei. Herr Min.Rat Jng. Pavel rechnet, daß nach Abschluß dieser letzten großen Zuteilungsaktion den Eigentümern 40 P r o z e n t ihres beschlagnahmt gewesenen Eigentums(entgegen den gesetzlichen Vorschriften!) verbleiben werden. Damit sei für eine Sicherung„rationeller Großgrundbesitze" hinreichend gesorgt. Geschäften wurden 2200 Re st güte r, davon erhielten die durch die Bodenreform Geschädigten(Pächter, Beamte) 1003, der Staat bekam 124, Gemeinden, Bezirke, Fachschulen, Genossenschaften 291, qualifizierte Bewerber aus den Reihen praktischer Landwirte 630. Was mit den 152 fehlenden Restgütern geschah, verschweigt Herr. Min.-Rat Jng. Pavel vorsichtigerweise. Uirter Hinweis darauf, daß die Kleinbesitzungen durch die Bodenreform abnahmen, dafür die Besitzungen von 5 bis 10 und von 10 bis 20 Hektar stiegen, sagt der Verfasser, seien„die Extreme gemildert" worden. Lebhaft wehrt sich der Genannte gegen die Pauschalverdächtigung, daß ausschließlich tschechische Bewerber Boden zugeteilt erhielten. Der Schriftsteller Bahr habe allerdings selbst zugestanden, daß die deutschen Bodenbewerber höchstens drei Prozent des zugeteilten Bodens bekamen. Dem gegenüber kann Herr Min.-Rat Jng. Pavel die deutsche Teilnahme auf nahezu sechs Prozent schätzen. Als ob das. angesichts des deutschen Viertels der Gesamtbevölkerung auch schon was wäre! Geradezu triumphierend behauptet der Berfasser, daß nur au Kleinzuweisungen und Pachtablösungen 46.000 deutsche Landwirte, Gemeinden usw. beteiligt waren. Restgüter wurden angeblich an 46 deutsche Bewerber abgegeben. Waldbvden in größeren oder kleineren Komplexen erhielten „bereits" 344 deutsche Gemeinden oder„solche mit deutscher Mehrheit". Herr Min.-Rat Jng. Pavel vergißt in seinem„heiligen" Eifer, die Bodenreform als absolut gerecht hinzustellen, vollständig darauf, auch das Hektar- a u s ma ß des den deutschen Bewerbern überlassenen Bodens anzugeben. Warum wohl? Die Antwort liegt auf der Zunge. Situation-befaßte..-- i----- BnniNUiiiiiHiuiiiniittiiiiiHiuuiifiiiiiiuiiiiiuiuiuuiiii|iiiiiuiiiitiiiitnuinmtmHiinui Die Nazis tragen die Schuld! Bemerkenswerte Feststellungen des Genossen Dr. Deutsch. -Sette L Mittwoch, 19. Oktober 1982 SK 247 Auch gegen den Vorwurf Bahrs, daß bei der Bodenreform vor allem Deutsche ihre Arbeitsplätze verloren hätten, wendet sich Herr Pavel mit der Bemerkung, daß alle durch Gesetz„sichergestellt" wurden. Bisher seien 62.197 ehemalige Angestellte von der Bodenreform betroffen. Davon seien 27.801, also 45.2 Prozent der Gesamtzahl durch Bodenzuteilung oder Ersatzbeschäftigung sichergestellt worden. Geldentschädigungen wählten selbst 29.798 Personen, was einen Aufwand von 169.4 Millionen Kronen erforderte. Pensionen wurden 4392 Personen zugesichert. Mit einem Worte: bei der tschechoslotva- kischen Bodenreform ist alles in schönster Ordnung, von kleinen Mängeln natürlich abgesehen. Herr Min.-Rat Pavel meint zum Schluß, nur mit solchen Partnern sei zu diskutieren, die mit dem Tatsachenmaterial vertraut sind und die sich n i ch t von nationalistischen Motiven leiten lassen. Das mag bei Herrn Bahr in Berlin wirklich nicht zutreffen. Uns deutschen Sozialdemokraten aber darf man seitens des Herrn Min.-Rat. Jng. Pavel weder Unvertrautheit mit der Materie noch nationalistische Einstellung zumuten. Und eben deswegen haben wir uns st ets gegen die einseitige Praxis des Staatsbodenamtes gewendet. Die nackten Tatsachen beweisen, daß die Durchführung der tschechoslowakischen Bodenreform keine soziale Musterlei- st u n g ist, als die man sie im Ausland so gerne in amtlichen Broschüren und Zeitungsartikeln darstellt. Erst eine gründliche Revi- s i o n der Zuteilung würde sie zu dem machen, was sie sein sollt«, ein großes soziales Werk für— alle. Die Landcskolturrätc besitzen nicht das Vertrauen der Kleinbauern! Die gestrige Sitzung der böhmischen Landesvertretung, welche ganz der Debatte über das Kapitel Landwirtschaft" gewidmet war, benützte Genosse Hala um neuerdings den wahren Charakter des heutigen Landeskulturrates ans Licht zu ziehen und die Aenderung und Demokratisierung seiner Organisation zu verlangen: Massennot und Massenelend sind heute auch bei unseren armen deutschen Gebirgsbaueru anzutreffen. Wir haben seit Jahr und Tag auf all das aufmerksam gemacht. Wir waren di« Rufer in der Wüste. Verfehlt war das jahrelange Festhalten an der Zollpolitik, verfehlt ist auch das Getreidesyndikat. Heute müssen das die Landwirt« selbst einsehen. ES muß hier ausdrücklich festgestellt werden, daß das Getreidesyndikat eine Forderung der beiden agrarischen Parteien war. Und diese Herren, di« sich immer und überall als die Retter der Landwirtschaft aufspielen, beherrschen auch jene Institution, di« eigentlich berufen wäre, wissenschaftlich und praktisch di« Landwirtschaft zu fördern, nämlich den Landeskulturrat. Sie werden also verstehen, daß wir als Vertreter der Kleinbauer» zum Landeskulturral in seiner derzeitigen Zusammensetzung kein Bertram«» haben. Vom ersten Tag unserer Tätigkeit an, haben wir hier immer und immer wieder die D e m o k r a t i- s i c r u n j des Landeskulturrats gefordert. Kein« Budgetberatung ist vorübergegangen, wo wir nicht diese Forderung erhoben hätten. Gemeinsam mit unseren tschechischen Genossen l« h n e n wir ganz kategorisch den Landesknlturrat in"sein«r jetzigen Zusammensetzung ab und sprechen ihm auch das Recht ab, Gutachten zu den landwirtschaftlichen Gesetzesvorlagen namens der gesamten landwirtschaftlichen Bevölkerung abzugeben. Denn er vertritt nicht di« Juterefsen der gesamte« landwirtschaftlichen Bevölkerung, sondern nur die Interesse« einer getvissen Oberschichte. Gerade der Landeskulturrar wäre die geeignete Institution, auch den kleinen Landwirten durch Rat und Tat zur Seite zu stehen, damit auch die Kleinbetriebe einer rationellen Bewirtschaftung durch Erteilung von Subventionen und durch Schulung des bäuerlichen Nachwuchses zugeführt werden, damit auch der Kleinbauer in diesem mörderischen Konkurrenzkampf bestehen kann. Die Herren von der Gegenseite, die wissen, daß die heutigen Landes- kulturrät« in einer gewissen Agonie darnirderliegen, aber sie laste« sie lieber zugrunde gehen, als baß st« diese agrarische Domäne in eine demokratische Körperschaft verwandeln. Ich will nicht in Abrede stellen, daß wir im Landeskulturrat tüchtige Fachleute haben. Aber der Geist, der dort herrscht, gegen den wenden wir uns. Der Redner befaßt sich dann mit den einzelnen Posten des Kapitels^Landwirtschaft" und sagt über di« Austeilung der Subventionen unter anderem: Aus dem Bericht erfahren wir auch, wie di« Dotationen von 700.00V Kronen durch die deutsch« Sektion verwendet werden. Bon diesem Betrage allein wurden für landwirtschaftliche Bereins-Orga- nisation und Propaganda-Tätigkeit 148.500 8 und für landwirtschaftliche Ausstellungen und Kongreste 134.300 X verwendet. "Run sind SV Prozent dieser landwirtschaftlichen Vereine mehr oder weniger di« Zell«« der politischen Partei des Bundes der Landwirte. Di« Sekretäre dieser Vereine find wieder zum größten Teil die politisch«« Sekretäre dieser Partei: Da darf der Verdacht nicht überraschen, daß hier öffentliche Gelder für Partei zwecke verwendet werden. Zum Schluß setzt sich Genosse Hala für den Ausbau des landwirtschaftlichen Schul- w e s e n s ein und bespricht einige Fragen, welche mit dem Gesetze über wasserwirtschaftliche M e- liorationen zusammenhängen. Dr. EngliS als Zeuge im Stribrn^-Prozeß. Jglau, 18. Oktober. Im Stribrnv-Prozeß wurde heute unter allgemeiner Spannung der frühere Finanzminister Dr. E n g l i§ als Zeuge einvernommen. Er berichtete in zusammenhängender Form über alles, was ihm als damaligem Finanzminister über die Waggonbestellung bekannt war. Er wurde auf die Angelegenheit erst durch den Direttor Svoboda von der Agrarbank aufmerksam gemacht, der ihn wegen der Bankgarantie befragte. Svoboda habe ihm damals erklärt, daß die ganze Sache fertig und unterzeichnet sei. EngliS hat ihn ersucht, daß die Banken keine Garantie geben mögen. Dadurch wurde erzielt, daß die Angelegenheit dem Finanzministerium vorgelegt werden mußte. Als die Sache von Stkibrn- im Minsterrat vom 27. Juli 1920 vorgetragen wurde, war sie akten- > mäßig gar nicht vorbereitet. Es kam deshalb im Ministerrat zu einem scharfen Zusammenstoß mit Stktbrnsf; nachher machte EngliS dem Sektionschef Burger aus dem Eisenbahnministerium wegen des eigenmächtigen Borgehens bei der Bestellung scharfe Vorstellungen Was Burger ihm damals geantwortet habe, wisse er nicht mehr. Später erllärt Dr. EngliS, daß die Unterredung mit dem Abg. Dr. Stransky, in der er erklärt habe, daß die Zeugenschaft Stkibrn^s im Dyma-Prozetz unwahr sei, rein prjpater Natur gewesen sei. Auf Befragen Sttibrn^s erklärt der Zeuge, daß solche Konflikte im Ministerrat nur die Ressorts betrafen und niemals ins Persönliche übertragen wurden. Dr. RaSin fragt den Zeugen schließlich direkt, ob er es gewesen sei, der Dr. Stransky über den Verlauf des erwähnten MinifterrateS informiert habe. Nach mehrmaliger Beratung ließ der Gerichtshof die Frage zu, machte den Zeugen aber darauf aufmerksam, daß er die Beantwortung nach§ 153 des Strafgesetzes verweigern könne, wenn sie ihm zur Schande gereichen könne. Dr. EngliS erklärte hierauf: Da mir die Antwort nicht zur Schande gereichen kann, erlläre ich, d a ß i ch e s w a r, der Dr. Stransky über den Verlauf der Sitzung des Ministerrates informierte. Ich war Abgeordneter und sprach mit ihm als Klubkollegen. Am Nachmittag wurde das Verhör des Dr. EngliL beendet. Dann wurde der Oberdirektor Svoboda von der Agrarbank einvernommen. Er sagte aus, daß ihn der Bevollmächtigte der deutschen Banken, Schiff, mit Bank« Fuchs in Angelegenheit der Bankgarantie für das Waggon- geschäft besucht haben. Aus ihren Mitteilungen erkannte er, daß di« Sache ernst s«. Da«s sich um eine große Devisentransaktion handelte, wandte er sich an den Finanzministor mit der Frage, ob sie die Garantie übernehmen können. Dr. EngliS sagte, sie mögen abwarten. Auf«ine Anfrage des Vorsitzenden betont der Zeuge, daß er mit Sektionschef Burger nie gesprochen habe, desgleichen auch nicht mit Stkibrnv. Daß Sichrovsky am dem Geschäft be- teiligt fei, habe er«st bei der Untersuchwcg erfahren. Der Zeuge wurde mit Dr. EngliS konfrontiert, da Dr. Englis heute früh behauptet hatte, daß durch die Unterschrift' Stkibrnhs der Vertrag perfekt geworden war, während Svoboda erllärt hatte, der Auftrag hätte erst durch die Gewährung der Bankgarantie perfett werden können. Svoboda ließ die Möglichkeit zu, daß nach Ablehnung der Garantie auch andere Banken hätten ein« Garantie gewähren können oder daß die Firma die Waggons hätte auch ohne Garantie liefern können. Für den morgigen Mittwoch, sind drei Zeugen aus dem Eiftnbahitministerium geladen. Angeklagtenverhör im„Inngsturm"-Prozeß. Brün«, 18. Oktober. Der heutige Berhand- lunastag, der mit der Einvernahme der sechs übrigen Hauptschuldigen ausgefüllt war, brachte nichts wesentlich Neues. Zu Beginn der Verhandlung wurden nochmals.Herbert Stüdl über seine literarische Tätigkeit und die sogenannten militärischen Aktionen der Jungsturmabteilung einvernommen. Auch den anderen Angeklagten Walter Hickel, Erich Stüdl, Eduard Schenk, Otto 6 e r m a k, Johann Paul und Oskar Schmidt, welche über die vom Staatsanwalt behauptete gegenstaatlich« Tendenz des Jung- I sturmes befragt wurden, konnte nichts Belasten- l des nachgewiesen werden. Erfolgreiche Gerneiudewahlen im Brünner Kreisgebiet. Am Sonntag fanden in Nord- und Süd» uiähren in drei Orten Gemeindetvahlen statt, bei denen unsere Partei erfreuliche Erfolge aufzuweisen hatte. Das von den Christlichsozialen und Landbündlern als Hochburg bezeichnete Mihmanns, in dem unsere Partei das erst« Mal kandidierte, hat am Sonntag unsere Partei zur stärksten Gruppe in der Gemeindestube gemacht. Die Landbündler zogen unter verschiedenen Flaggen in beit Wahlkampf, dennoch ging unsere Partei mit 154 Stimmen und 5 Mandaten als st ä r k st e aus dem Wahlkampfe hervor. Die Christlichsozialen erhielten 149 Stim- men und 4 Mandate, der Bund der Landwirt« 130-Stimmen und 4 Mandate, die wirtschaftlich« Einheitsliste 85 Stimmen und 3 Mandate, eine zweite agrarische Liste 83 Stimmen und 2 Mandate. In Bierzighuben bei Zwittau erhielt unsere Partei 498 Stimmen und 9 Mandate(bei den letzten Gemeindeivahlen 524 Stimmen und 10 Mandate, davon war eine- ein Restmandat).' In Vierzighuben ist der Entfall der 26 Stimmen vor allem auf di« Abwanderung deutscher Arbeiter zurückzuführen. Auch in B l o ß d o r f bei Mähr.-Trübau, wo wir das erstemal kandidierten, erhielten wir Zwei Mandate. Der Voranschlag der Landes Mähren-Tchlefien. Brünn, 18. Oktober. Heut« wurden unter dem Vorsitze des Landes Präsidenten O e r n Y die Beratungen über den Voranschlag für das Jahr 1933 ausgenommen. Zeigte schon im Bor- jahrv die Boranschlagsdebatte unter den gegebenen Verhältnissen, daß die Landesvertreter die Fessxln der Verwaltungsreform schwer genug trugen, so ist Heuer das Bild merklich trüber geworden. Wenn vom Vorsitz aus den Landesvertretern die Aussichtslosigkeit, auch nur die kleinste Aenderung im Voranschläge durchzusetzen, bestätigt wird, dann kann es wirklich nicht wunder nahmen, wenn sich die Interesselosigkeit ins Ufevlose steigert. Wir haben nicht nur einmal auf die schädlichen Einflüsse Hingelviesen, die sich ans der- V erwaltungs re form gerade für die Selbstverwaltung ergeben. Die heute begonnene Voranschlagsdebatte zeigte so recht, daß diese unsere Meinung selbst in jenen Kreisen vertreten wird, die zu den Stützen des seinerzeitigen Verwaltung^esetzentwurfes gehörten. Der Großteil der Mitglieder der Landes Vertretung war sehr überrascht, als er festgestellt hatte, daß die Generaldebatte so rasch beendet und auch die Debatte zur ersten Gruppe in der Spezialdebatte ebenfalls schon erledigt sei. Erst als der erste Redner zur zweiten Gruppe das Wort erhielt, kamen die Laudesvertreter darauf, daß man es vom Vorsitze aus Wohl ganz gern gesehen hätte, wenn der Voranschlag in einem Tag erledigt Wochen wäre. Erst als sich ein großer Teil der Landesvertreter gegen diesen Vorgang zur Wehr setzte, erklärte der Vorsitzende am Schluß der heutigen Beivatung, daß man morgen auch noch zur ersten Gruppe das Wort ergreifen kann. Das Erfordernis des ordenÄichen Voranschlages beläuft sich auf 392,676.734 l&, dir Bedeckung auf 392,778.624 lü, schließt also mit einem Ueberschtlß von 10.890 lü. Der Jnvesti- tionsvoranschlog weist«in Erfordernis von 38,071.000 Ke und eine Bedeckung von 2,300.000 Kronen auf. Eingangs der Beratungen hielt Landesprästdent 6erny den verstorbenen Mitgliedern der Landesvertretung Thomas Bar« und Dr. Pele einen warm empfundenen Nachruf. Weiters teilte der Borsitzende das Ausscheiden der Landesvertreter Chabera und Sonnenschein mit. Nach dem Exposee des Fi- nanzveferenten Prof. D r o b n Y wurde die Ge- neraldehätte eröffnet. In der Debatte kam Genosse Morgenstern zu Worte, dessen Rede wir im Auszüge nachtragen werden. Genosse Morgenstern kam gegen SHrß der heutigen Beratungen noch einmal zu Worte und wies auf die Notwendigkeit des Ausbaues der sozialen und Krankenanstalten hin. Wetters gab er dem Wunsche Ausdruck, daß die Landesverwaltung dm Gesuchen der Gemeindm im jenen Fallen, wo diese um Erhöhung des Beitrages für Berpflegskoften ansuchen, stottgeben möge. Sodann wurden die Beratungen auf morgen vertagt. Ka«fma««schaft für Planwirtschaft. Im Rahmen des kaufmännischen Vereines Mähr.-Ostrau hielt am 12. d. M. der bekannte PlanwirtschaftsvorkätNpfer Alfred I. Roßmanith (Raase) einen Vortrag über wirtschaftsauto- nome Planwirtschaft. Ter Vortragende führte u. a. aus: „Die Zeit und die Entwicklung der Dinge haben eS mit sich gebracht, daß die geschichtliche Figur des königlichen Kaufmanns durch den modernen, erkenntnisreichen, demokratischen Kaufmann ersetzt worden ist. Ihm wird, erfüllt von aufrichtiger, ehrlicher und wahrer Demokratie, die Erbringung des Nachweise- obliegen, daß der kurzsichtige Egoismus und di« engstirnige Selbstsucht Torheiten und Methoden sind, die ins alte Eisen gehören. Der demokratische Kaufmann wird nachweisen, daß die Nächstenliebe, di« durch Jahrtausende eine religiöse Angelegenheit war, in der Form der Nächstenachtung zu einer positiv beantworteten Frage deS Rechenstiftes geworden ist. Wir ruinieren uns selbst, wenn wir den andern nicht achten. Indem der demokratische Kaufmann die Nächstenachtung merkantili- siert, wird ihre Kodifizierung in den Gesetzbüchern des Staates erzwungen, die Berant- wortunaspflicht in der Erzeugung eingeführt urch dadurch eine Kontrolle der Maschinen ermöglicht werden, die dem Menschen dienen und nicht ihn zermalmen soll. Wir haben auf dem bitteren Kreuzweg der Irrungen erkannt, daß die strutturellen Störungen unseres Wirtschaftskörpers nur durch die Anwendung struktureller Mittel und Methodm behoben werden können. Wir sind gezwungen, di« alt« manchesterliberale Wirtschaftsweise aufzugeben und zu einer wirtschaftsautonomen, auf dem Wege der Privatwirtschaft stehenden, auf Bedarfsdeckung gerichteten Planwirtschaft in Industrie und Landwirtschaft überzugehen. An dieser Aufgabe wird auch unsere Landwirtschaft ihren wohlgemessenen Anteil haben."— Der Vortragende entwickelte in konkreter Form sein Planwirtschaftsprogramm, das nach eingehender Debatte unter Beifall die Zusttmmung der zahlreich anwesenden Kaufleute sand. Das Abkomme« mit Ungar«. Prag, 18. Oktober. Das KompensattvnSab- komlnen zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn, über das wir gestern berichtet habe n, wurde den Regierungen beider Länder unterbreitet. Sobald die Genehmigung erteilt wird, werden sich beide Regierungen im ku rzen Wege über das Datum des Inkrafttretens des Abkommens verständigen. „Le Zwickel.“ Paris, Mitte Oktober 1932. Welch grundlegende Aenderungen müßten in Frankreich eintreten, uni sich auch hier den Zwickel einbürgern zu lassen! Ohne«in schlechter Prophet zu sein, darf man Voraussagen, daß Frankreichs Badekostüm stets ohne Zwickel sein wird. Rian treibt hier nicht Sittlichkeitspropaganda mit Polizeivorschristen. Die Mode ist international, und so kann sich in der Mode nur halten, was über die nationalen Grenzen hinaus noch Sinn hat. In den Badekostüm-Geschäften an der Riviera^herrscht daher jetzt große Freude. Man weiß, daß die deutschen Gäste, die sich zu Tau-. senden jwen Winter an der Riviera aufhalten, in diesem Jahr die besten Kunden sein werden. Denn da es keiner von ihnen wagen wird, für Herrn Bracht im Auslande Propaganda zu machen, müssen sie sich alle hier das international anerkannte Badekostüm beschaffen. Zwei Bälle find in Paris sehr berühmt, der Ball der Pariser Maler und Bildhauer, deren Verein„Die Horde" heißt, und der Ball der Mediziner. Wenn die ,^>orde" jedesmal im Len; in einem Riesensaal des neuen Pariser Künstlerviertels Montparnasse ihre Freunde um.sich sammelt, dann veranstaltet sie im Laufe des Abends einen feierlichen Umzug der Malermodelle. Da sieht man junge Mädchen und junge Männer mit Badehosen ohne Zwickel. Die schönsten werden auf hohen Gestellen umhergetragen, und das Publikum klatscht. Man stelle sich vor, welch eine Trauerstimmung plötzlich den Saal überfiele, Nremi dabei jeniand mit einem Zwickel aufträte. Der Ball der Mediziner dagegen ist'in Herbst. Er fand anc 14. Oktober statt. Die ernste und schwerfällige Pariser Mittagszeitung„Paris- Midi" vom 15. Oktober berichtet unter anderem darüber wörtlich folgendes:„... es folgt ein Schönheitswettbewerb für Damen. Zögert man vor einem Arzt, sich ohne Schleier zu zeigen'? Und vor tausend Doktoren noch tausendmal weniger, nicht wahr? Denn die Liebe und der gelte Wein sirw die Herren dieser Macht, in der die Doktoren mal ausruhten. Auf der Einladungskarte zu diesem Kostümfest der Mediziner stand: Masken, Dominos, Straßen- und Abendkleider, Pyjama und Schuhe mit Absätzen werden nicht zugelaffen. Der Vorstand übernimmt keine Haftung für verloren gegangene Gegenstände und ist nicht dafür verantwortlich, wenn Gäste, die in unbekleidetem Zustand auf der Straße erscheinen, polizeilich verfolgt werden."— Hätte Frankreich einen Dr. Bracht, so hätte auf der Einladungskarte ausdrücklich gestanden, daß Tänzer^ die mit Badehosen kommen, Zwickel haben müssen. Aber dann wäre der Tanzsaal leer geblieben. Man hat natürlich in Frankreich große Schwierigkeiten, die Ao ickel-Geschichte zu ver- stehen. In den ersten Tagen berichteten die Zeitungen überhaupt nichts darüber. Dann machten sie sich langsam an den Zwickel heran. Schließlich atmeten sie auf, auch einmal etwas Heiteres aus Deutschland melden zu können. Wie aber sollten sie eine Uebersetzung für etwas finden, was es in Frankreich gar nicht gibt? Also half man sich schließlich, irrdem man^le Zwickel" sagt, wie man ja auch ironisch„le Führer" schreibt, wenn man von Hitler spricht. Alle Wörter, die in die französische Sprache eingegangen sind, werden in das berühmte Lexikon der ftanzösischen Akademie ausgenommen, das von den vierzig Unsterblichen bearbeitet wird. Beim Buchstaben Z sind sie noch nicht angelangt. Bei der Erläuterung von„le Zwickel" werden sie sicher hinzusetzen: mit diesem Worte hat sich die preußische Regierung unsterblich blainiert. In Paris gibt es einen republikanischen Deutschen Klub. Dieser gibt in der deutschsprachigen»Neuen Pariser Zeitung" soeben folgendes zur Äeröffentlichung:„Der Deutsche Klub hat eine Schach- und eine Schwimmgruppe.; Badehosen mit Zwickel find in der Schwimmgruppe des Deutschen Klubs nicht erlaubt. Der Nachweis der preußischen Staatsangehörigkeit wird als Einwand hiergegen nicht zngelassen." Was macht nun Herr Dr. Bracht? Kurt Lenz., Nr. 247 Mittwoch, IS. Oktober 1932 Seite 8. Gilgi sdtaflt Ordnung Phot. Povamormt. 275.000.— 7,905.000— aRJL Konsumverein Reiche«berg. Konsumverein Raspenau.. Konsumverein Al brech tsdorf minus 5,925.000. minus 1,705.000.- minus von 1931/32 1,275.000.— 2,590.000.— 570.000.— »hm Spaß, mit ihr zu hantieren wie mit einer Puppe. Sie zieht such eine breite Haarwelle über- Gesicht: &IM. VCh. UM genommen wurde.— Dank der unermüdlichen Arbeit unserer Genossen draußen in den Konsum- vereinen und Dank der Treue der Genossenschaftsmitglieder ist, trotzdem nach einer jüngst aufgenommenen Statistik beinahe 40 Prozent der Konsumvereinsmitglieder arbeitslos oder zu Kurzarbeit verurteilt sind, nur er» verhältnismäßig geringer Umsatzruckgang zu verzeichnen. Und dieser Rückgang ist nur auf den Umstand zurückzuführen, daß gerade di« von den Kommunisten geleiteten Konsumvereine den größten Teil ihres Bedarfes statt im genossenschaftlichen Unternehmen, beim privaten Händler gedeckt haben.— Nachstehende Aufstellung beweist dies mit aller Deutlichkeit^ mit allen meinen Kräften und, wenn notwendig, auch mit meinem Blut, der Sache der fasristischen Revolution zu dienen." Mit anderen Worten: Mussolini ist unfehlbar wie der Papst. Kritik an seinen Anordnungen ist ein Frevel, der fast an Gotteslästerung grenzt. Diese erhabene Stellung des Duce wird auch noch in einem anderen Artikel des Statuts unterstrichen: „Die Ordnungen und die Häupter erhalten Licht«nd Gefttz von oben, wo die vollständige Erkenntnis der Eigenschaften und Aufgaben, der Tätigkeiten und Verdienste herrscht." Der Führer ist allwissend und allgegenwärtig. Armes italienisches Volk! Und nach diesem Muster wollen die Nationalsozialisten die Dinge in Deutschland gestalten. Die zu blindem Gehorsam verpflichtete Masse erhielte die Erleuchtung„von oben" und-er Träger und Spender des göttlichen Lichtes wäre ein— Adolf Hitler! Ein Gedanke, der erschauern machen könnte, ivenn er nicht so lächerlich wäre. Armes Italienisches MI Die fascistische Partei Italiens will sich zur Zehnjahresfeier des Marsches auf Rom ein neues Statut geben. Der vom Parteisekretär Starace verfaßte Entwurf wird jetzt der Oeffentlichkeit unterbreitet. Sein Inhalt ist von Interesse nicht nur well er zeigt» was inan dem italienischen Volke bieten kann, sondern vor allem auch, weil die deutschen Nationalsozialisten in dem italienischen Fascismus ihr Vorbild sehen. Einer der Artikel des Statuts lautet:„Der Fascist, der aus der Partei ausgestoßen wird, soll gleichzeitig im öffentlichen Leben geächtet sein." Ausstoßung aus der Partei bedeutet also Ausstoßung aus der menschlichen Gesellschaft. Und wen erwartet dieses Schicksal? Zwei, fellos den, der den Eid verletzt, den er bei seiner Aufnahme in die P in schwören muß und-er diesen Wortla:• fr'„Ich schwöre im Kamen Gottes und Italiens ohne DiSkussicn-ie Befehle des Duce auszuführen und ,Na, nun heul' nicht," Schon besänftigt Einkauf der der„GCC" angeschlossenen vereine 1930/31 . 7,200.000.— . 4,295.000.— . 845.000.— zusammen also ein Minus .Gesamtumsatz der„GEC" 1930/31 1931/32 318,416.855.— 310,525.092.— «Na, nun heul* mal niditl“ Ph»l. Paramsumt. rettengeschäft.an-er Ecke-en fälligen Betrag. Am Abend weiß es Martin bereits. Zum erstenmal ist Krach. Martin tobt, bis Gilgi ganz,klein Und verschüchtert in-er Klubsesselecke hockt. „Was? Da. Wer hat dich aufgefor-ert,-ich um meine Schulden zu kümmern? Wer hat-ir das Recht dazu gegeben?" Gilgi kriecht immer tiefer in ihre Ecke. Sie ist todunglücklich, aber eS gefällt ihr,-aß er so wütend ist. Roch tausendmal lieber hat sie ihn setzt, vorausgesetzt,-aß das überhaupt möglich war. Merkwürdige AngestclltenlrcnndlidiKcit der Bolschewiken. Zu den angeblichen„Krisen-Entlassungcn“ in der„GEC“. 20) Und Gilgi wird energisch. Kündigt zuerst,„jw,»»n yvu,»^>. vuivh einmal Frau Boß. Das bißchen Geschirr» I kommt Martin näher. Wundert sich selbst, daß abwaschen und ZimmerauSfegen kann sie allein er das drollige, dumme kleine Ding so ernst machen. Jetzt wird sie dem Martin mal zeigen, f nimmt. Er hebt sie aufS Fensterbrett, es macht wie tüchtig und leistungs fähig sie ist. Dem wird vor so viel Tüchtigkeit bei nahe unbehaglich. „Sind das-eine gan zen Hemden, Martin? Nicht mehr zu tragen. Wie? Ich werde dir neue nähen. Ich kann das. Was? Na, hinten in der Kammer steht doch«ine Nähmaschine, auf die bin ich schon lange wild. Was sagst du? Egal, wi« du rumläufst? Gar nicht egal. Laß jcht die ollen Grie chen, Martin, wir gehen Stoff kaufen." „Entsetzlich, wie unprak tisch du bist, Marti«! Ja, bist du denn wahn sinnig? In so einem teuren Laden kauft man doch keinen Stoff— Ford vielleicht, aber icherzeugt bin ich noch nicht davon— man geht doch in ein Etägengeschäft, Martin, da ist alles um die Hälfte billiger. Du mußt bedenken, wenn die Leut« die teuren Loderr- mi«ten und alles... was? Langweilig? Gar nicht, das ist wichtig und interessant zu wissen." „Möchtest du Streifen, Martin? Ich finde eiicharbig vornehmer. Fräulein, der'Stoff läuft doch beim Waschen nicht ein? Wie meintest du, Martin? Dir ist aller recht? Wir nehmen Bast seide— wo doch bald der Sommer kommt,-u tonnst dann ohne Jacke..." „Martin, du muß unbedingt einen neuen Mantel haben." „Was haft du nur gegen»nein gute- Män telchen, das alte, treue Stück? Wenn du wüßtest, was das schon alles mitgemacht hat..." „Das ist'S eben, das ficht man ihm so lehr an." ,^Jst egal, einen neuen Mantel will ich nicht. Bin ich«in Gigolo?" „Du mußt rechnen lernen, Martin, du müßt dir angewöbnen, Einnahmen und'Ausgaben aus zuschreiben, befiehlt Gilgi und schafft ein kleines Heft an, das sie mit einem Bändchen versehen neoen den Schreibtisch hängt. Marti« kann«S nicht ohne inneren Schauder schen. Er streikt. „Einnahmen hab' ich keine, und nur Ausgaben aufschreiben— das macht mir keinen Spaß." Verzweifelt sieht Gilgi, daß es ihr trotz aller Bemühungen nicht gelingt, ein System in die gemeinsame Wirtschaft zu bringen. Es ist ihr unfaßbar, daß ein Mensch durch seine bloße Existenz alles durcheinader wirbeln karm. Martin kann das. Ohne daß«S ihn im geringsten be kümmerte. Immer gibt er Geld aus— für nichts. Braucht in seinem alten häßlichen Mantel nur mal zehn Minuten den Ring auf und ab zu gehen, gleich hat er zehn Mark weniger in der Tasche. Weiß der Himmel, wie er das an- iängt. Und Schulden macht er! Gilgi weint fast, als ihr zum erstenmal ein paar Rechnungen in die Hände fallen. Heimlich bezahlt sie im Ziga- Durch die kommunistische Presse geht die Nachricht, daß in der deutschen GroheimaufS- aesellschaft Entlastungen aus Anlaß der Wirtschaftskrise durchgeführt wurden.— Der Zweck dieser Nachricht geht auS dem Schlußsatz des Artikels deutlich hervor; es sollen wieder einmal die Genoffcnschaftsmitglieder gegen die Zentrale aufgehetzt werden, damit die schon etwas ein- oerosteke„Einheitssrontparole" neuen Glanz bekommt. Es muß der Wahrheit gemäß sestgestells werden, daß in der„GEC" und ihren..Betrieben, zum Unterschied von den privatkapitalistischen Unternehmungen und kommunistischen Genossenschaften bis heute keinerlei Abbau vor- „Sieh mich nicht an, Martin, ich seh' so häßlich aus, wenn ich geweint hab'.— Ja— gib mir die Puderdose vom Tisch— und den Spiegel." 2!a, trenn er ihr nicht ins Gesicht sehen soll, sieht er sich eben ihre Beine an. Sn schön und vollkommen ist die sanfte, weiche Linie der Waden, so klar gemeißelt das Knie, daß man Freud« daran haben kann, ohne begehrlich zu werden. So eingehend freut sich der Martin an den hübschen lebendigen Kunstwerken, so dumm und kindisch'pricht er von seiner Freude, daß Gilgi eifersüchtig wiÄ auf ihr« eigenen Beine. Sind doch keine selbständigen Lebewesen, sind doch ein Teil von ihr, der tut gerade, als wär's anders. ,^Jch wünscht, du hattest mich lieb, Mart!»— verstehst du— mich!" Versteht er natürlich nicht, und sie kann's nicht erklären. Und Gilgi schwimmt im Strom der überflüssigen Gefühle. Ueberflüssig? War's einmal, schien's einmal. Ist fie nicht glücklich? Doch. Oft. Aber di« glücklichen Stunden sind teuer, Prompt wird die Rechnung präsentiert. Bezahlen! Womit? Mit Augst und, kleinen Schmerzen. Nein, der Preis ist mir« nicht zu hoch, find' nur die Münze merkwürdig. Angst— Schmerz! Wem zahl' ich? Wer gewinnt durch diese komische Münze? Gilgi fühlt das Unpersönliche in Martins Liebe. Gewiß— er hat sie lieb, nimmt sie sogar ernst— auf seine Art. Aber es fehlt was,«s fehlt die Gemeinsamkeit inneren und äußeren Lebens. Gilgi grübelt, denkt nach— «ine schwere und ungewohnte Arbeit. Nachts liegt sie stundenlang wach, dicht neben ihr Martin. Ihr nackter Arm liegt quer Über feiner Bvust. Trotzdem ist Martin weit fort. Man weiß so wenig von ihm. So kläglich sind alle Versuche gescheitert, ihn ihrem Leben angleichen zu wollen. Man müßte es umgekehrt versuchen— sich ihm anpassen. Auf die Gemeinsamkeit kommt es an. So lose, so zufällig ist unsere Bindung. Morgen kann's ihm entfallen, daß er genug hat von Köln. Was sagte er gestern:.(Fortsetzung folgt.) Hätten also di« drei kommunistischen Konsumverein« ihre genossenschaftliche Pflicht erfüllt, dann wäre— trotz den gesunkenen Verkaufspreisen— überhaupt kein Umsatzrückgang zu verzeichnen! Müßten also aus diesem Anlaste Entlastungen vorgenommen werde«, dann könnten sich die Betroffene» nur bei d«n Kommunisten bedank«. Im Uebrigen geben sich ja die Kommunisten auch weiterhin redliche Mühe, die genossenschaftliche Eigenproduktion zu schädigen. In den Ber- teilungsstellen des kommunistiichen Konsumvereins„Vorwärts" in Reichenberg, wird man wohl allerlei Produkte aus privatkapitalistischen Fabriken finden, aber vergeblich ein„G E C"- E r z e u g n i s suchen. Und man braucht nur eine Nummer der Genossen- schafts-OpPositions-Zeitung in di« Hand zu nehmen, in welcher nicht nur allerlei privatkapitalistische Fabrikate angepriesen, sondern auch minus 7,891.763.— die revolutionären Genossenschafter aufgefordert werden, ihren Bedarf bei der Konkurrenz des eigenen Konsumvereins zu decken, um sich zu überzeugen, welcher Geist bei dieser Art von Genossenschastsführern herrscht. Bei der„GEC" wettern sie gegen einen angeblichen Abbau, der gar nicht vorgenommen würde— aber im eigenen Lager? Ja das ist war anderes, da verzichten die Angestellten„freiwillig"! Im Geschäftsbericht des Konsumvereins „Vorwärts" Reichenberg 1930/31 ist auf Seite 6 wörtlich zu lesen:... Nachdem die'neue Leitung bereits vorher die von Lucke& Co. eingeführten hohen Gehälter in der Genoffenschaft ganz empfindlich abaebaut hatte, erklärte sich nunmehr das gesamte Personal der Genostenschaft bereit, auf einen Teil ihrer Bezüge zu verzichten..." Wie dieser„freiwillige Verzicht" ausgesehen haben mag, kann man sich ja leicht Lenken, wir glauben diese Töne schon einmal gehört zu haben, wenn kapitalistische UnternehmungeZ Lohnreduzierungen berichten. Sch... r Ans der Arbeiter-Tnrn* and Sportbcwedand. Gemeinsame Beratungen D. T. J.-Prag und ATUS-Aussig. Ende Juli oder Airfang Augast 1932 wird in Aussig«in Sporttag stattfinden, der vom Zentralrat veranstaltet wird, dem folgende Verbände angehören: DTJ., ATUS., deutsche und tschechische Arbeitorradfahrer, deutsche und tschechische Naturfreund« und der polnische Arbeiter tu rnverband in der Tschechoslowakei„Sila". Die Veranstaltung wird so zu einer Kundgebung aller proletarischen Turn- und Sportorganisationen in der 6SR. Da Angehörige dreier Nationen als Veranstalter in Frage kommen, kann man von einer internationalen Veranstaltung sprechen. Vertreter des Techn. Ausschusses der DTJ. und des ATUS. haben in ihrer Sitzung in Aussig zur Programmgestaltung Stellung ge- nominen und sich vollständig über den Rahmen des Programmes geeinigt. Außer den allgemeinen Freiübungen und den Gerätewettkämpfen werden fol- grirde Sparten am Programm beteiligt sein: Leichtathletik, Turnspiele, Fußball, Schwerathletik, Wassersport und Schach. Den Auftakt bildet«ine gemeinsame wintersportliche Veranstaltung, die wahrscheinlich im Jjergebirge stattfinden wird. Di« gesamte Veranstaltung wird nicht nur ein sportliches Ereignis von großem Umfang, sondern auch eine sportpolitische Kundgebung von Bedeutung. Dem nationalen Charakter der bürgerlichen Turn- und Spovtorganisa- ticmen wird die Jnternationalität der Arbeiterorganisationen entgegen gestellt. Kinderturnen— Spiel und Sport. Der Tech«. Hauptausschuß des Arbriter-Turn- und Sportverbandes hat einen bedeutsamen Beschluß gefaßt. Künftig dürfen mir die Kinder in Spielmannschaften ei»geteilt werden, bzw. an anderen Spartentätigkeiten teiluehmen, welche einen regelmäßigen Turnstundellbesuch aufweijen. Alle Kinder sollen in einem einheitlichen Vereinskörper auf einheitlicher Basis körperlich und geistig erzogen werden. Jeder speziellen Spartentätigkoit muß eine geregelte turnerisch-gymnastische Vorbereitung vorauS- gehen. Weiters sollen die Kinder in den straff organisierten Tarnabteilungen an Disziplin und 'Einordnung gewöhnt werden. fflmniiniiinnniiiiinniiiiinniiiiniiiiiiiiiiuiinniiuiiiNU]miiHiiiiiiiNniHiiniiiiuiiiiuiiiuiiiiiiuiu WENN Hitler zur Nacht Kommt... Königsberg, 17. Oktober. Von Tilsit kom mend, sprach Adolf Hitler hier in dem„-Haus der Technik. Er betonte u. a., daß die NSDAP, einmal zur Macht gekommen, dies« nicht mehr aus deck Händen lassen werde. Haftbefehl gegen W TOhrer. Breslau, 18. Oktober,»legen den Oberführer der SA.-Untergruppr Mittelschlesien, von Obernitz, und seinen Adjutanten, den Grafen SPreti, ist im Zusanimenhang mit öen Sprengstoffanschlägen im Kreise Nimptsch Haftbefehl erlassen worden. Beide werdelt steckbrieflich gesucht. Die Ermittlungen haben ferner zur Festnahme eines SA.-Mannes aus Reichenbach geführt. Schwere Naziniederlage. Gegenwärtig liegen^ im Bezirk der Reichs- bahndirektiov Dresden die Ergebniffe von 651 bei insgesamt 698 Dienststellen vor. Trotz eines von ihnen mit allen Mitteln der Lüge und Berleum- dung geführten Wahlkampfes erlitten die Natio- nalsozialisten eine katastrophale Niederlage. Gegenüber 21.505 Stimmen, die bisher für die Listen der Eisenbahnergewcrkschaften gezählt wurden, erhielten die Nationalsozialisten ganze 3480 Stimmen. Es steht danach schon jetzt fest, daß die Nationalsozialisten von 11 Sitzen im Bczirksgcbict nur einen einzigen erhalten werden. Ter freigewerkschaftliche Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands erhielt bisher im Bezirk allein 10.194 Stimmen, und die in Sachsen ebenfalls zuni Allgemeinen Deutschen Beamtenbund gehörende Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer 3609 Stimmen. Beide dem ADB angeschlossenen Verbände verfügen daher zusammen über die absolute Mehrheit. Japanische Fliegerbomben auf eine chinesische Stadt. Peking, 18. Oktober.(Reuter.) Drei japanische Flugzeuge bombardierten die Umgebung von Haila, um die Austtändischestabteilungen an der Benützung eines japanischen Aeroplans zu verhindern, der ein« Notlandung vornehmen mußt« und dessen Besatzung von Soldaten Supingwens, der den Widerstand gegen den neuen mandschurischen Staat leitet, gefangen wurde. ROddrlfl des belgischen Kabinetts. Di« Liberalen fordern Neuwahlen. Brüssel, 18. Okwber. Das gesamte Kabinett ist heute zurückgetreten. Ministerpräsident R e n k i n wird morgen dem König die Deuris- sion unterbreiten. Im Kabinettsrat hatten die liberalm Minister an ihrem Standpunkt, daß, Neuwahlen notwendig seien, festgehalten und jedes Kompromiß abgelehnt. Ob das Parlament auf- gÄöst wird, steht noch nicht fest, da die Entscheidung hierüber der König zu treffen hat. Die Demission des Kabinetts ist ein Beweis für die tiefgehenden Gegensätze innerhalb der katholisch-liberalen Koalition. Man rechnet nicht mtt einem neuen Kabinett von langer Amtsdauer, sondern glaubt, daß Neuwahlen unvermeidlich sein werden. Seite 4 Mittwoch, IS. Oktober 1932 Nr. 247 Serliail Hanplmauns Prager Besuch. . Gestern vormittags wurde in Anwesenheit Gerhart Hauptmanns der Grundstein zum Neubau des„Urauia"-Gebäudes in der Klemens- gafse gelegt. An der Feier, die auf dem Bauplatz stattfand, nahmen zahlreiche Vertreter öffentlicher Körperschaften teil. Der Präsident der Republik war vertreten durch Herrn Ministerialrat ki ha, Genosse Dr. C z e ch durch den Genoffen Deutsch, Genosse D 4 r e r durch den- Sektionschef Ma tu la. Das Projekt zu dem Haus, das im Juni 1933 bezogen werden wird, stammtvonBau- rat Arch. Zasche. Der Bauauftrag wurde einem Baukonsortium, bestehend aus den Firmen A. Porr und A. M ö s e erteilt. Das neu« Heim wird fünf Stockwerke haben. Im Souterrain wird sich«in großer Kinosaal befinden, im Parterre der große„U r a n i a f e st- saaV, der den Namen Gerhart- Hauptmann-Saal tragen wird. Nach einleitenden Worten Professor R z a ch s weiht« Gerhart Hauptmann den Grundstein des neuen Gebäudes mit einem Festgedicht ein: Ich schlage dich, Nein Und wie du klingst, Jsts, als ob du zum Himmel dich schwingst Und Segen von dort herniederbringst! Grand- und Eckstein sollst du sein. Guter Geister Hort und Schrein! Mit ihnen sollst du alles durchdringen: Des zum Zeichen laß ich dich nochmals erklingen! Als Erster nahm Gerhart Hauptmann dann die Zeremonie des Schlages auf den Grundstein vor, worauf di« Vertreter der Regierung, der Behörden und Vereine seinem Beispiel faxten. Der Präsident der Republik widmete aus seinen privaten Mitteln einen größeren Betrag für den Bau. Rach Ansprachen Prof. Frankls und Prof. Rza ch S, welche die Feier schloffen, verließ Gerhart Hauptmann den Platz, lebhaft akkla- miert von einem Publikum aus allen Kreisen der Prager deutschen Bevölkerung. Am Nachmittag war der Dichter Gast des Präsidenten Masarhk in Lana. Arl>cttslosciidcinonstrattonen In London. London, 18. Oktober.(Reuter.) In den verschiedenen Stadtvierteln von London und in den Londoner Vorstädten haben sich heute Gruppen von Arbeitslosen gebildet, die dann durch d'e Stadt zogen, um an einer Maffenmanifestation als Protest gegen die Enqueten teilzunehme», welche die Existenzmittel der Arbeitslosen nnd ihrer Familien prüfen. Das Ziel des Marsches brldete das Londoner Rathaus. Starke Abteilungen von Polizei zu Pferd und zu Fuß traten den Arbeitslosen'entgegen. Hiebei kam es zu einigen slfarfen Zusammenstößen, so daß die Polizei einige Angriffe mit den Gummiknüppeln unternehmen mußte. Eine Anzahl von Personen erhielt Schläge, doch wurde niemand ernstlicher verletzt. Die Polizei nahm einige Derhaftun- gen vor. Tränengas gegen einen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten. RLstringen, 18. Okwber. In der vergangenen Nacht wurde auf die Wohnung des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Huenlich ein Tränengasbombenanschlag verübt. Als Huenlich aus einer Versammlung der Eisernen Front zurückkehrte, fand er seine Wohnung mit Tränengas angefullt vor. Die Untersuchung ergab, daß die Bombe durch eine Fensterscheibe in das Wohnzimmer geschleudert worden war. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Die Täter sind unbekannt. KapitalMche Wohnwirtschaft. Die sozialistische BildungSarbeit muß stets von den Erfahrmigon ausgehen, welche die Arbeiter selbst machen. An den Erfahrungen ihres eigenen Lebens muß den Arbeitern das Wesen der- kapitalistischen Wirtschaftsordnung erläutert werden. Gegenwärtig, da die Maffen der Arbeiterschaft unter den Wirkungen der furchtbarsten Wirtschaftskrise, die es je gegeben hat,.leiden, muß man ihnen an Hand dieser' Krise die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise, das Versagen und den Zusammenbruch des Kapitalismus erklären. So wird man dem wichtigen metodologischen Grundsatz aller Bildungsarbeit gerecht, daß man Unbekanntes durch Bekanntes erklären muß. Don diesem richtigen Grundsatz hat sich unsere Zentralstelle für das Bildungswefen leiten baffen, als sie sich entschloß, die Broschüre des Genoffen Franz R e h w a l d„Kapitalistische Warenwirtschaft, Geschichte und Wesen der Wirtschaftskrise" herauszugeben. Nach dem Erscheinen dieser Broschüre kann man sogen, daß die Zentralstelle nicht nur in der Wahl des Themas sondern auch des Autors eine glückliche Hand gehabt hat und daß unsere Arbeiter jetzigeine austlärende Broschüre über das Wesen der Wirtschaftskrise in die Hand bekommen, die populär T agesneuigkeiten Eevet der Faust. lleber den Wolken throne, allgütig, allweise ein Höchster. So klingt ans Jugendtagen ein Lied dir herauf; so ist es eingegraben im Hirn dir und Herzen. In deinen Nöten flehst du empor; betest, erhoffst dir Erfüllung. Doch dein Gebet verfliegt in den Wolken, dein Hoffen verrinnt in der Zest, spurlos. Und das Lied deiner Jugend verklingt, in deinem Herzen kraurpst's auf nnd über dir im tötenden Schweigen ein Traum zerspringt. Zu lange schon hast du vergeblich gefleht, vergeblich gehofft. Wie dn im Groll da über dein Elendsgeschick die Fäuste geballt: Da bersten die Maner«, die dich in Dämmer gehüllt, da fallen die Ketten, die dich an die Erde geschmiedet. Und deinem Blick, mit dem beglückt nud entfesselt, empor zum eutgötterteu Himmel du schaust, wird Antwort darauf, worum nur je du gesteht, vernehmliche Antwort wird dem Gebet deiner Faust. Hans Honheiser. So„sparen" die Banken! 20.000 Ke monatlich für einen 46jährigen ^Pensionisten". Seit vielen Monaten stehen die Angestellten und Beamten im Abwehrkampf gegen die Versuche der Bankmagnaten, die Geholte abzubauen. Tausende arm« Teufel in den Banken zittern um ihre Existenz. Die Bankgewaltigen reden von der„Notwendigkeit" des Gehalteabbaues und führen dabei immer wieder an, daß sie kein Gell» haben und„sparen" nrüffen. Eine ganze Reihe von Banken ruft nach„Sanierung". Wie in den Banken in Wirklichkeit gespart wird, wie gewirtschaftet wird, beweist wieder ein Fall, der auch die Preffe beschäftigt. In Brünn loll der leitende Direktor der Böhmischen Escomptebank und Creditanstalt, der im 48."Lebensjahre stehende'Direktor B l u- m e n t h a l, mit 1. Immer 1933 pensioniert werden. lieber eigenen Wunsch. Aus den Meldungen über dieses EreigMs in der Brünner Finanzwelt erfährt man Sei dieser Gelegenheit, daß mau dem in den Ruhestand tretenden 16jährigen Direktor nur den Pappenstiel von 20.000 Ke monatlich an Ruhegehalt zahlen will. Die Bankangestellten, die um ihre Geholte im Kampfe stehen, weisen mit vollem Recht darauf hin, daß die Auszcchlung derart hoher Pensionen nicht auf„Sparmaßnahmen" in den Banken deuten. Dabei ist das natürlich noch lange nicht alles. Denn zwischen der Zentral« der Bebco und dem in den Ruhestand tretenden Herrn Direktor sind noch Verhandlungen im Gange, die eine Barabsertigung betreffen. Wir Dauben nicht, daß diese beanspruchte Barobfer- tigung 20.000 lls betragen wird, sondern wesentlich höher sein dürfte. Und das alles in einer Zeit, in der es hunderttausende Arbeitslose gibt, in der di« Banken nach Sanierung rufen und Angriff« auf die Gehalte der AngestÄlten unternehmen. Wieviel Familien könnten allein von dem„Ruhegehalte" leben! Und welcher Angestellte, welcher Arbeiter kann sich rühmen, mit 46 Iahren in den„Ruhestand" zu treten, kann sich rühmen, eine Pension in einem Ausmaße zu. erhalten, wie in dem vorangeführten Falle? geschrieben und ungemein reichhaltig ist und aus l der jeder Proletarier Belehrung und Erkenntnis! schöpfen kartn. • Die Broschüre beginnt mit einer Darlegung der Wirtschaftskrise als Konjunkturerschci- nung. Es wird gezeigt, wie in der kapitalistischen Wirtschaft Konjunktur und Krise miteinander abwechseln, was eine aus dem Mechanismus der kapitalistischen Wirtschaft hervorgehende Erscheinung ist und wie diese Erscheinung erklärt werden kann. Dann wich in einem zweiten Kapitel dargetan, warum die jetzige Krise größer ist als olle Vorhergeherchen und das wird sehr richtig mit den Strukturwandlungen der Weltwirtschaft(Industrialisierung der Kolo- niaüänder, Rückgang alter und Entstehung neuer Industrien) erklärt. Dann wird gezeigt, daß.die Krise der Industrie durch die Krise der Landwirtschaft verschärft wird und worin die besondere Kers« der Landwirtschaft besteht. Hierauf weiden Rationalisierung und Kapitalverschwendung, Zoll- und Handelspolitik, politische Vorgänge wie der Weltkrieg und seine Folgen (Reparationen, Kriegsschulden) als verschärfende Momente der gegenwärtigen Wirtschaftskrise dargetan und schließlich gezeigt, daß die Krise in de« Fortbildung von der Industrie zur Kreditkris« chren Höhepunkt erreichte. In einem Schtußkapitel„Krisenwende" befaßt sich Genoffe Das ist das„gleiche Recht für alle," mit dem diese GesMschaftsordnung ihre Berechtigung nachweisen wN. 24 Tote beim KsenbahmmglSü in Temesvar. Budapest, 17. Oktober.(MTJ.) Nach einer hier eingetroffenen Meldung aus Bukarest sind von den Personen, die bei dem Eisenbahnunglück unweit von Temesvar verletzt wurden, bis Mitternacht sieben gestorben, so daß sich di« Zahl der Toten auf 24 erhöht. Den Anzeichen nach ist das Unglück auf fehlerhafte Weichenstellung zurückzuführen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Berhaftele Geldfälscher. Hamburg, 18. Okwber. Das Falschgcldkom- mando hat etne Falschmünzergesellschaft verhaftet und umfangreiches Material beschlagnahmt, wodurch eine ganze Reihe von MünzvergeheN in Hamburg, Itzehoe, Neumünster, Stettin und anderen Orten aufgellärt werden konnte. Di« Bande wollte gerade di« Herstellung einer neuen Reihe von Zwanzig-Markscheinen in Angriff nehmen. Der Führer wird noch gesucht. Es soll sich um einen 41jährigen Arnold Petersen han- deln, der im November aus dem Zuchthaus in Rendsburg geflüchtet ist. Die Werkstatt befand sich in einem Malereigeschäft. Verhaftet wurden drei Personen als Hersteller und weitere Personen wegen Beihflfe und Begünstigung. Wieder eine Slraflingsrevolte. Merkwürdige Begründung der Schießerei. Kingston(Ontarw), 18. Oktober.(Reuter.) Im Gefängnis von Porthmouth ist unter den Sträflinge eine ernste Revolte ausgebrochen. Die Straßen rings um das Gefängnis werden von Militär bewacht._ Aus dem Gefängnis sind ständige Schüsse zu hören. An einigen Stellen steigen Rauchmafsen aus dem Gefängnisgebäude auf: mitunter lodern Flammen auf. Die Behörden sind noch vollkommen ohne jede Orien- tierung und können kein« Auskunft erteilen. Die gesamte Garnison von Kingston ist mobilisiert; es wurde Hilfe für die von den Sträflingen zernierten und bedrohten Gefängnisbeamten beigestellt. In dem Gefängnis befinden sich 900 Häftlinge, und es bestand die große Gefahr, daß sie die Wachen überwältigen werden, die sich gezwungen sahen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Rach den letzten Meldungen wurde die Revolte der Sträflinge bereits unterdrückt. Das Militär ist in die Kasernen zurückgekehrt. Nehmrg der K!affe»lstterie 200.000 K: 28.534. 20.000 K: 35.764. 10.000 K: 22.645, 30.667. 5.000 K: 2.947, 2.951, 17.535, 23.623, 25.030, 33.318, 59.625, 69.327, 71.950, 72.425, 78.718, 81.969, 85.802, 94.823, 99.377. 2.009 K: 172, 701, 813, 1.951, 3.118, 4.953, 5.049, 7.848, 8.736, 10855, 10.948, 11.486, 11.967, 12.464, 13.847, 14.956, 16.366, 18.655, 19.434, 20.064, 22.137, 22.208, 23.752, 24.532, 28.050, 33.747, 35.588, 36.606, 38.423, 45.847, 46.996, 50.524, 54.792, 55.727, 59.047, 62.486, 68.048, 63.191, 63.886, 65.175, 66.713, 67.959, 68.619, 70.366, 70.849, 74.111, 74.279, 75.148, 76.070, 77.090, 78.490, 79.481, 80.274, 80.924, 81.153, 83.104, 88.401, 88.790, 90.440, 91.269, 94.706, 96.009, 101.883. 1.200 K: 208,-1209, 1.412, 3.868, 5.693, 6.997, 7.333, 9.919, 9.877, 12.809, 18.630, 21.151, 33.012, 41.384, 42.853, 45.783, 49.722, 50.524, 54.760, 55.691, 57.775, 70.406, 70.824, 74.476, 76.740, 77.819, 81 230, 82.959, 84.749, 86.123, 91.998, 94.463, 94.828, 97.409, 99.702, 100.354, 100.704, 103.774. Die goldene Goethe-Medaille für Herriot. Paris, 18. Oktober. Aus Anlaß der Goethe- Feier ist drei Franzosen di«' golden« Goethe- Medaille verliehen worden, nämlich dem Ministerpräsidenten Herriot, dem Mitglied der französischen Akademie Paul Valery und dem bekannten Schriftsteller Andre Gide. Botschafter Reh wald mit dem Problem, ob wir den Tiefpunkt der Krise überwunden haben und wie der Weg aus. der Krise gefunden werden kann. ,^Des Proletariats harren", so sagt der Auwr zum Schluffe,„in dieser Zeit der Gestaltung einer neuen. Wirtschaft große Aufgaben, deren Bewältigung nur durch Anstrengung aller seiner Kräfte möglich ist. Der Kampf des Proletariats tritt immer mehr aus dem Stadium des Ringens um seine Tagesförderungen in das Stadium des Kampfes um das Ganze, um die Verwirklichung des Sozialismus. Die Entwicklung der letzten Jahre, der Uebergang vom Privat- zum Staatskapitalismus führt zu der Erkenntnis, daß der Kampf um unser wirtschaftliches Endziel auf dem Boden des K a m p- ses um den Staat ausgetragen werden wird. Erst die Erringung der Staatsmacht wird das Proletariat in die Lage versetzen, die sozialistische Wirtschaftsordnung aufzurichten und und damit die Menschheit zu einem freien, ihre Zukunft selbst bestimmenden Menschentum zu erhöhen." E. St. * Die oben besprochene Broschüre ist im Berlage der Zentralstelle für das Bildungswesen, Prag II., Nekazanka 18, erschienen, kostet 3 Ks und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden. Schlagende Wetter: ein Toter, elf Verletzte. Aachen, 18. Oktober. Auf der 340 Meter. Sohle der Zeche der Gewerkschaft„Sophia Ja. koba" in HLckelhoven hat sich in der vergangenen Rächt gegen 1 Uhr 30 Minute« eine Schlagwetterexplosion ereignet. Ein Bergmann wurde getötet nnd elf verletzt. Bo» den Verletzten kamen sechs unmittelbar durch die Explosion zu Schaden, während fünf weitere bei dem Versuch, ihren Kameraden zu helfen, durch Einatmen von Nachschwade« verunglückten. Bei drei der Verletzten besteht Lebensgefahr. von Hoesch wird morgen vor dem Abschiedsfrühstück, das Ministerpräsident Herriot zu seinen Ehren gibt, dem französischen Ministerpräsidenten die Medaille überreichen, während der oeutsch« Geschäftsträger, Botschaftsrat Dr. Forstner, Valery und Gide ihre Medaillen in den nächsten Tagen überreichen wird. Schwere Notlage der dänische» Landwirtschaft. Kopenhagen, 17. Oftober. Di« hohen Zollsätze Deutschlands und die geringe Kaufkraft der deutsch«» Bevölkerung hat zu einer derartigen Verringerung des Absatzes von. Fleisch und Lebendvieh geführt, daß die Fleisthpreise k Dänemark seit langem außerordentlich niedrrg liegen. Um diesem Preisrückgang zu begegnen, haben die dänischen landwirtschaftlichen Organi- sattonen und die großen Schlachtunternehmun ien «in Uebereiickommen getroffen, wonach die Schlachtunternehmungen große Mengen Vieh zur Herstellung von Futtermüteln auflaufen. SA-Abteilungen für„bester« fetten"— ja, auch das gibt es im nationalsozialistischen Kaufladen, der für jeden etwas hat! In der Partei, die alle Klaffengegensätze in eitel Harmonie auflöst» kann einem wirklich„feinen" Herrn, der ein„von" vor seinem Namen führen darf, doch nicht zugemutet werden, daß er sich mit gewöhn». lichen Proletariern zusammensetzt! Für die^Besseren" etwas»Kesseres"! Feine Sturmabteilun», gen für die feinen Herren! Einem Herrn von Marquardt in Wilmersdorf schrieb, wie der Berliner vorwärts" berichtet, ein SA.-Mann, der zum Beitritt zum Sturm 114 einlud: ,Zch mache besonders darauf aufmerksam, daß gerade der Sturm 114 einer der vornehmeren, der wenig er.revolutionären ist, in deren Mitte Sie sich unbedingt wohlfühlen würden. Etwa sechs Kameraden sind«hemaligeOffi- zi er erweitere vier adelig und der Rest stnd Studenten, gute Bürger usw."—- Da ist es für einen Herrn von Marquardt natürlich sehr schwer, zu widerstehen, wenn er durch seinen Eintritt in die nationalsozialistische Arbeiter- partei in einen so feinen Kreis Auserwählter eingeführt wird! Der Adelige den Adeligen! Keine Angst, daß er dem Pöbel zu nahe kommt! Natürlich, man will doch„unter sich" sein! Wie das. nationalsozialistische Programm verkündet: Jedem das sein«! Und: jeder zu den seinen! Ein Personenzug überfährt eine« Letterwagen. Aus SiIlern wird gemeldet: Am 17. Oktober um 4.41 Uhr ftüh stieß auf der Ueber- sahrt Kilometer 193/44 auf der Strecke Krale» vanh—Such« Hora der Personenzug Nr. 5302 mit einem von einem Pferd gezogenen Leiterwagen zusammen. Der Wagenlenker, der 71jährige Schaffner des Landgutes Dr. Kubynis, Johann Jurak aus Dyäni Kubin, wurde schwer verletzt und starb bald darauf. Seine miffahrende 37jährige Tochter, Zuzanna Bullova, di« Gattin eines Landwirtes in Viäni Kubin, blieb unverletzt. Das Pferd wurde leicht verletzt, der Wagen zertrümmert. Das Unglück verschuldete der Wagenlenker, der, als er den Pfiff der Lokomotive hörte, das Pferd antrieb, um dem Zuge noch rasch vorzufahren. Der Maschinführer zog die Bremse und verlangsamt« die Zugsgeschwindigkeit. Bon den Reisenden wurde n.iemand verletzt. Ein Mord in Prag. Dienstag nachmittag- gegen 5 Uhr meldeten die Bewohner eines Hauses in der Biskupova in P r a g-2 i L k o w, daß in der Wohnung der 29jährigen Arbeiters« frau Ludmilla Dikanavska«in« Bluttat geschehen sein müffe. Die Polizei fand die D8ka« novska mit einer Stichwunde im Rücken und mit durchschnittenem Hals auf dem Fußboden liegend auf. Sie war bereits tot Die Untersuchung ergab, daß der 33jährige Fleischer Josef K o h o u t aus Wrschowitz zuletzt in der Wohnung gewesen war, Er wurde schon vor 6 Uhr in einem nahen Gasthaus von Detekttven verhaftet. Mr gestand die Tat auch ein und er« flärte, den Mord aus Eifersucht verübt zu haben, da er seinerzeit mit der Dökanovfla ein Verhältnis gehabt habe. Kohout wurde der Sicherheitsabteilung der Polizeidirektion eingeliefert. Vom Rtmtfhmh Empfehlenswertes ans Den Programmen. Donnerstag. Prag: 6.15: Gymnastik, 10: Blasmusik, 17.20. Kinder musizieren, 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher, 19.20: Prager Gesangsquartett, 20.05: Konzert aus Bern.— Brünn: 15.30: Flötenkonzert, 16.10: Orchcfterkonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Sketch von Rötzler.— Berlin: 21: Kammerorchesterkonzert, 24: Orchesterkonzert.— Breslau: 17.30: Beethovens Klaviersonaten, 20: Kepler, Drama von Rehberg.— Hamburg: 22.45: Deutscher Tanz von 1900 bis 1982.— Königsberg: 20: Liedcrstunoe, 21: Orchesterkonzert. — Langenberg: 20: Wagner Verdi.— Wie»: 19.40: Heitere Weisen, 21: Orchesterkonzert. 9h. 247 Mittwoch, IS. Oktober 1S3S Seit« 8. Sch Mataftropheu. London, 17. Oktober.(AR.)' Bei den Stürmen, die in den letzten Tagen der Vorwoche'ge- wütot hatten, scheiterten unweit der englischen Küste mehrere Schiffe. Das italienische Frachtschiff„M o n t e N e v o s o" scheiterte unweit Von Norfolk. Das Rettungsschiff„Grvner" nahm nach großen Bemühungen 29 Wann der Besat- zmig an Bord und kehrte mit.ihnen nach 60- ftüaungor Fahrt nach Gorleston zurück, wo alle mit großem Zubsl der dort versammelten Bevölkerung Md mit Glockengeläut« begrüßt wurden. Ter Kapitän und drei Matrosen des Dampfers„Monte Nevoso" wollte» das Schiff Nicht verlassen. Als diescs jedoch entzweibrach, retteten sie sich auf das letzte Rettungsboot und wurden später auf offenem Meere von einem Motorboot gefunden, daS sie kn den Hafen von Lowestoft abschleppte. Sonntag suchten drei Ret- tuneKboote urch ein großes Flugzeug vergeblich im AermÄkayal einen unbekannten Aero- Plan, der dreimal Hilferufe ausgefandt hatte. Diese wurden von fünf Schiffen aufgefangen, von denen«nes sogar eine vom Flugzeug abgeschossen« Rakete beobachtete. Doch wurde bis jetzt »«der ein britisches noch ein fremdes Flugzeug als vermißt gemeldet. Auch Kreuzers Bruder ei« Groß- betrüger. Stockholm, 17. Oktober.(Eig. Dr.) Die neue Kreuger-Affäre nimmt täglich an Umfang zu und wenn nicht all« Anzeichen trügen, wird sich Torsten Kreuger seines Bruders Ivar würdig erweisen. Wie aus dem am Montag abgeschlossenen Bericht der Konkursverwaltung hervorgeht, hat sich Torsten Kreuger der gleichen Methoden zur Irreführung der Oeffentlichkeit bedient, wie sie im Zündholzkonzern Praktiziert wurden. Wahrend die Bilanzen einer von ihm geleiteten großen Jndustriegesellschaft Jahre hindurch keinen Zweifel an der ökonomischen Sicherheit des Unterneh- incus aufkommen ließen, ergibt sich jetzt, daß»richt nur die 5.5 Millionen des angeblichen Aktienkapitals und der Reservefonds verbraucht waren, sondern auch eine Obligationsanleihe von 3 Millionen' zum größten Teil draufgegangen war Während die Gesellschaft in den Jahren 1923 bis 1930 in ihrey Bilanzen einen Nettogewinn von rund einer halben Million Kronen austvies, hatte sie in Wirklichkeit tvöhrend dieses Zeitabschnittes einen Verlust von 4 Millionen Kronen. In einer zweiten von Kreuger geleiteten Gesellschaft konnte festgestellt werden, daß die Außenstände zehnfach höher gebucht tvaren als sie in Wirklichkeit tvaren. In einer Bilanz figuriette ein Bankguthaben von 2.5 Millionen Kronen, das aber bereits bis zur letzten Kron« erschöpft war. Daubmänner. In Berlin wurde der 34 Jahre alte Schwindler Emil Jlligkeit, der als angeblicher„Heimkehrer aus französischer Kriegs- gefangenschaft" nach Taubmannschem Muster Unterstützungen zu ergaunern versucht«, verhaftet. Ebenso wisien amerikanische Blätter von einem falschen Kriegshcimkchrer zu berichten: es ist der in Nordcarolina aufgetouchte angebliche Flieger- afsizier Campbell,, der vorgibt, im Weltkrieg abgc- schossen zu sein und sein« Gcfangenenzeit in D ü s- leldorf verbracht zu haben. Campbell will infolge -seiner Verletzung das Gedächtnis verlor«»» haben. Ter in Karlsruhe lebende früher« deutsche Flir- acrschütze Karl Ritschcrl« tritt indes als Zeug« für den Tod des echt«»» Ccunpbell auf: er gibt air fcfte Campbellsche Flugzeug S 4245 am 1. Oktober 1817, vormittags 11.40 Uhr über Urcel am Eheiuin des.Dames abgeschossen und später daS Grab seines Opfers gesehen zu haben; auch andere Augenzeugen berichten, daß Campbell durch ichiocrc Kopf- und Halsschüsse getötet worden s«'.. - Der Geliebten de» Hals durchschnitten. In Dolni BeneSov im Hultschiner Gebiet hat der 2ljährige Landwirtesohn Lois Ordelt seiner Geliebten Hilda Borger den Hals durchschnitten. Das Paar hatte sich in einem Gasthause einquartierk. Am Morgen nach der Tat »st Ordelt verschwunden. Er wird von der Gendarmerie verfolgt. Man nimmt an, daß Ordelt irgendwo Selbstmord verübt hat. Kasseneiubrecher. Dienstag nachts wurde die feuerfeste Kasse im Nahrungsmittelkonsum der Eisenbahnangestellten in Budwcis ausgeraubt. Den Tätern fielen etwa 6000 K. in bar und einige Einlagebüchel in die Hände. Bei der Aufbrechung der zweiten feuerfesten Kasse wurden die Einbrecher aufaeschcucht und flüchteten. Nach den von den Srcherheitsbeamten festgestellten Spuren, handelt es sich um Kassenknacker aus Srünn, von denen einer Sonntag in 6tyki Dvorh berhastet wurde, bei der Vorfichrung zum Po- lijeikommissariat jedoch flüchtet«. Das Bein in Spiritus. Ei»» Kongoneger- vauptking wurde wegen einer schweren Ber- «tzung am Bein in rin Krankenhaus in Brlgisch- «ongo eingeliefert. Sein Zustand verschlimmerte sich so, daß man das Bein abnehmen mußt«. Er überstand di« Operation sehr gut, und als er wieder gesund war, verlangt« er sein Bein, da- kr der Sitte seines Stammes gemäß— ausivej- «n müsse, da kein Körperteil«rlorengehen darf und alle zusammenbleiben müssen. Di« Äerzt« t^ren ratlos, einerseits glaubten sie die Men- lchenfresserei nicht unterstützen zu dürfen, andcrer- intS wollten sie dem Neger-Häuptling vor seinem Stamme kerne Schwierigkeiten machen. Sie legten das Bein einstweilen in Spiritus und nagten den Gouverneur telegraphisch um Rat. «on dorr bekamen sic die Antwort, daß sic ge- Ntzlich Verpflichtet seien, das Bein dein Reger auszuliefern, genau so wie ein Zahnarzt auf Verlangen dem Patienten den ausgezogenen Zahn aushändige»» müsse. Man übergab also das Bein in Spiritus schweren Herzens dem Neger-Häuptling. Ter aber, nicht zufrieden, strengt jetzt einen Prozeß gegen das Krankenhaus an,»veil das Bein durch-en Spiritus ungenießbar geworden seil SA.-Mann mordet kein eigenes K»nd. Unter dem dringenden Verdacht«irres scheußlich«»» Verbrechens ist in Franks» r t a. M. ein SA.- Mann verhaftet worden. Dem 29jährigen Heizer Hans Gänsen wird vorgeworsen. daß er sein neugeborenes Kind ermordet habe. In der Nacht zum 3. Oktober gebar seine Frau ihr zweites Kind, das«ine Weile gelebt und geschrien hat, dann aher tot aufgefunden wurde. Der Vater des Säuglings wir« beschuldigt,' seinem Kinde zwei Finger in den Mund gesteckt und es auf diese Weis« gewaltsam getötet zu habey. Die Obduktion der Leiche hat schwere Zerreißungen im Rachen ergeben, die den Tod des Kindes zur Folg« hatten. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich naturgemäß auf die Eltern. Die Mutter liegt haftunsähig im Krankenhaus. Ganten bestreitet sein« Schuld und behauptet, daßergarnich.t gewußt hob«, daß sich seine Frau in anderen Umständen befand. Als er morgens ausstand, habe sich vor dem Bett seiner Frau eine-große Blutlache befunden. Als er di« Frau befragte, habe sie ihm geantwortet, daß sich bei ihr die üblichen Blutungen eingestellt hatten. Da sich nach dem Sektionsbefund ergeben hat, daß das Kind ge'chrien hat, da der Vater im selben Zimmer wie sein« Frau schlief, so erschienen die Angaben des Vaters wenig glaubhaft. Gänsen, der als Heizer im Frankfurter Flughafen durch Leistung von 20 und mehr wöchentlichen Ucberstunden einen Wochenverdienst von 60 bis 70 Mark hatte, ist der Nationalsozialistischen Partei nach ihrem Wahlerfolg im September 1930 beigetreten. Als SA.-Mann trat er seit dem Frühjahr d. I. in Erscheinung. Elne toMükme Exyedttlou. Der Leipziger Geograph Dr. Stratil-Sauer, der seit einer Reihe von Monaten eine Autoreise durch Persien unternimmt, will den Versuch »nachen, die Wüste Luth,ju durchqueren. Falls ihm dieses Unternehmen gelingt, wird er der erste sein, der diese Einöde, die als die trostloseste Gegend der Erd«, ohne Wasser und ohne jegliche Vegetation, gilt, durchreist Hal. Die Wüste Luth, ein Gebiet, dos in seiner Länge, von Nordwesten nach Südosten zirka 250 Kilometer und in seiner Breite von Osten nach Westen 120 Kilometer mißt, ist eine Sandwüste mit einem riesigen Salzsee an der Südostseite von Persien. Bis jetzt hat sich eine Durchquerung der riesigen Einö« als unmöglich erwiesen. Nur an ihren Rändern haben verschiedene Forscher, unter ihnen Sven Hedin und Professor Niedermeyer, sie durchzogen. Ungeheure Strapazen, die Sven Hedin in einem seiner Bücher sehr ausführlich schildert, Ware»» dabei zu ertragen. Di« Schwierigkeiten liegen in der großen Hitze, die tagsüber in der trockenen Jahreszeit 45 bis 46 Grad erreicht, und in der empfindlichen Abkühlung, die nachts einzutreten pflegt. Passierbar ist der Wüstenboden überhaupt nur in der trockenen Jahreszeit. In den Monaten der Regenperiode in Persien verwan- deln sich die Salzsteppen in Schlamm, in dem Tiere und Menschen rettungslos versinken würden, wenn sie den Versuch»nachen wollten, darüber hinwegzükommen. Nur in den Sommermonaten, wenn die Schlammassen vollständig auSgetrocknet sind, sind die Wege am Rande der Wüste gangbar. Di« Randgebiete find deshalb besser zu passieren, weil sie nur Dünensand enthalten. SelMMrtWaft«nv Sozialpolitik. Anleihe in der fozialWchen Gedankenwelt. Sin Industtiesührer über den Weg ans der Krise. Die Krise der Weltwirtschaft übt nicht nur auf die durch Arbeitslosigkeit in tiefstes Elend gestürzten Massen ihre tiefgreifenden Wirkungen aus; auch die Bourgeoisie»st genötigt, sein« Auffassungen über den Kapitalismus einer Ueber- prüfung zu unterziehen, da sie erfahren muß, daß dieses Wirtschaftssystem, dem sie sich als dem Sinnbild aller Vollendung beugte, Plötzlich versagt und eigenwilligen Gesetzen folgend. Verheerung in das Wirtschaftsgefüge aller Länder tragt. Gläubig sahen die Besitzenden zu einem Wirt- schaftSsystem empor, das ihnen Reichtümer und alle Genüsse der Welt darbot und dessen Schönheitsfehler— dir von Zeit zu Zeit etnttetenden Krisen— ihnen durch Sie sichere Hoffnung auf nachfolgende umso fettere Konjunkturen gemildert wurden. Diesen Glauben beginnt di« Wirtschaftskrise, die wir eben durchleben, zu zerstören. Bor unseren Augen vollzieht sich das seltsame Schauspiel, daß sie alle,-en Sozialismus verneinend, den Kapitalismus inbrünstig bejahend, ihn mit sozialistischen Mitteln von feiner» Auswüchsen zu kurieren, ihn wiederum jugendfrisch und stark zu mache» hoffen. Kaum«in Jahr ist es her, als wir an dieser Stelle eine Red« des damaligen Generaldirektors Sonnenschein der Witkowitzer Werke' besprachen. Direktor Sonnenschein sprach damals von der Krise, ihren Ursachen und Auswirkungen u»»d empfahl als Heilmittel«ine Re- stringierung der Wirtschaft, also eine Einschränkung der industriellen und wohl auch der agrarischen Produktion. Bor wenigen Tagen sprach sein Nachfolger, der neue Generaldirektor Federer der Witkowitzer Werke, zu den Mitgliedern des Jndustriellenverbandes, u»»d so haben wir Gelegenheit, den Weg zu messen, den seither die geistig« Einstellung eines Wirtschaftsführers zu den Problemen der Oekonomie genommen hat. Generaldirektor Federer sieht die Krise als eine Folg« der Kapitalsehlleitungen an, die nach seiner Meinung immer wieder auftreten müssen, solange sich die Wirtschaft nicht selbst eine Organisation gibt, die dies verhindert. Dies« Organisation soll sowohl die heute not»vendige Ankurbelung wie auch in einer späteren Konjunktur die Dampfung der Unternehmertätigkeit besorgen. Ihm schwebt also eine Organisation der kapitalistischen Produktion vor, in der sich die Wirtschaft ihre eigen« Produktivnskontroll« schafft, um Kapitalfehlleitungen in so großem Stil, daß sie zur Störung des Wirtschaftsorganismus führen, unmöglich zu machen. So richtig Dir. Federer e i n e der wichtigsten Krisenursacher» in der Kapi- talfehlleitnng erkennt, so wird er- dem eigentlichen Krisenproblem nicht gerecht. Er übersieht die Rolle, die das nach Beschäftiguna, nach Zins- gcwinn suchende, das„raffende" Finanzkapital bei den Kapitalfehlleitungen gespielt hat und daß jeder Ordnung der Dinge in der Produktion eine Neuordnuna des Wirkungskreises und des Besitztitels des Kapitals vorangehen m»»ß, oder mit andere»» Worten: Nur ein sozialisiertes Kapital oder zumindest ein vorläufig vom Staate kontrolliertes Kapital vermag in der Wirtschaft jene regulierende und kontrollierende Rolle im Interesse der Gesamtheit zu spielen, die Federer den einzelnen Ind»»s1rieverbändrn zuweilen möchte. Dir. Federer umschreibt auch den Begriff der ...Kapitalfeblleituna" nicht: vermutlich glaubte er, stch dieses Privatissimum vor seinen Berufskollegen deren jeder wobl«ennoend Lorbeeren mss dem Felde der Rat'-'nalisjeruno aclammclt hat. ersparen zu können. Ein Beweis für den geistigen Sieg der sozialistischen Idee lieg» in der Wichtigkeit, die Drr. Federer Ser Bedarfsdeckung beimißt. Noch spricht auch er es nicht aus, daß Bedarfsdeckung der Zweck alles Wirtschaftens unaller Produktion»st, noch sieht er daS ganze Problem nur von der technischen Seit«, aber doch zeigt sich in seiner Forderung nach Organisation der Produktion in Jndustrieverbanden, die auf Grund des errechneten Bedarfes di« Produktion regeln sollen, di« Idee der Planwirtschaft. Ist es auch noch, und selbstverständlich, die privat, kapitalistische Produktion, die Federer gus dem Chaos des bishcr.igcn, Oirlschafleus hcraussühren wnl, so ist Höch der Fortschritt uno der Einfluß der sozialistischen Ideen unverkennbar. Den Schwerpunkt der Konjunkturdynamik sieht Feerer in oer Jndusttie der Produktionsmittel und der Erzeugung der Rohstoffe und Halbfabrikate, die er in den Mittelpunkt der von ihm gedachten planwirtschaftlichen Kontrolle stellen will. Hier nun müßte sich Direktor Federer fragen, wo die Macht»st, die alle die tausend- fälngen, einander widerstrebenden Interessen der verschiedenen Wirtschaftsgruppen zu einem ein« heitlichen^ sinnvollen Arbeiten vereinigen könnte. Wir Sozialdemokraten wissen, daß diese. Kraft nur dem Proletariat, wenn e§ einmal dre Macht im Staate errungen haben wird, innewobnt und daß bis dahin die Interessengegensätze, die mit privatkapitalistischer Wirtschaft unlöslich verknüpft sind, jede ähnlich« Organisation, wie sie Federer vorschwebt, sprengen müssen. Dir. Federer sieht di« Zukunft, eine von allen Krisen befreite Zukunft, in einer Weiterentwickelung der Kartell«, die nach ihm alle Industrien z»l umfassen hätten, um so mit kartellier, ter Erzeugung, kartellierte»» Preisen zu einer stabilisierten Kaufkraft zu gelangen. Er meint, daß das Schlagwort von der Ausbeutung durch di« Kartelle hinfällig würde, wenn alles kartelliert wäre, einschließlich der Arbeitskraft— und übersieht auch hier wieder, daß auch das Bestehen der festgefügtesten Kartelle die Interessengegensätze der einzelnen Wirtschaftsgruppen nicht aus der Welt schaffen kann, daß die kartellierte Arbeitskraft. also das organisierte Proletariat, um seine Kaufkraft bewahren zu können, im unaufhörliche»» Kampfe gegen jedes Indiiftriekartell stehe»» muß und stehen wird, insolange in diesen Iudustriekartellen die gleichen Tendenzen wie sie jedem privatkapitalistischen Einzelbetrieb innewohnen, daS Streben nach dem Unternehmer, gewinn, herrschen. So reiht sich in Dir. Federers ZluSführungen eine sozialistischen Gedankengängen verwandte Idee an kapitalistische Ueberlieserung. Ihm erscheint die Form, in der sich di« Industrie und die gesamte Wirtschaft organisieren sollen, als daS Endziel uns dagegen nur als Mittel zum Zweck. Tonn unser Ziel ist nicht die Bewirt- schaftung der Produktionsmittel durch Unter, nehmerverbände, sondern die Ueberfüh- runq der Produktionsmittel»» den Besitz der Allgemeinheit. Daß aber Dir. Federer sein vermeintliches Endziel in unseren Tagen, da die Krise den Kapitalismus in feinen Grundmauern tvanken läßt, nur noch mit Anleihen aus der svzialistifchen Gedanken- Welt zu reiten versucht, erfüllt uns Sozialisten mit der Zuversicht, daß uns und nicht jenem Neo-KapitaliSn»us, tvie ihn Federer sich', die Zukunft gehört. B. F. Streiks und Aussperrungen im September 1832 Wie das Siatjstijche Slaatsam» uiuxilt, gab er im September 1932 33(im August 32) Streiks; hievon waren 27(29) Einzel- und 6(3) Gruppen- streik- in 03(39) Betriebe». Die betroffenen Betriebe beschästigen 3404(4742) Arbeitmhmer, von denen 2176(2600» streikten und 72(289) infolge Streiks feierten. Di« Streikenden versäumten 11.881 (16.427) Arbeitstage und verloren an Lohn 354.909 (496.794) K. Die infolge Streiks Feiernden versäumten 1318(532) Arbeitstage und verloren an Lohn 28.460(64.552) X. Im ganzen betrug also der Verlust an Arbeitszeit bei Streiks 13.169(16.959) Arbeitstage und an Lohn 383.369(560.346) X. In bezug auf die Getverbeklassen entfall«»» 16 Streiks auf das Baugewerbe(5499 von den Streikenden versäumte Arbeitstage), je drei Streiks auf die Glasindustrie(3088) und auf die Bekleidungsindustrie(799), je zn>ei Streiks auf die Land und Forstwirtschaft(896), auf die MafchineNindustri« (735), auf die Holzindustrie(120) und auf das Ber« kchrSgewerbe(245), je«in Streik auf bi« Metallverarbeitung(19), auf die Lederindustrie(271) und auf die chemische Industrie(14). Die Forderungen der Streikeirden waren wie folgt: Bei vier Streiks Nichtkürzung der Löhne (3342), bei 17 Streiks«ine Lohnerhöhung(6814), bei drei Streiks waren sonstig« Lohnforderungen (120), bei vier Streiks wurden Nichtentlassungen von Arbeitnehmern gefordert(715), bei einem Streik betraf di« Forderung den Kollektivvertrag(186) und bei vier Streiks sind die Forderungen noch undeka ont geblieben(674). Das Ergebnis der Streiks für di« Arbeit- aehmer war in vier Fällen«in voller Erfolg(398), in 13 Fällen ein Teilerfolg(5677), in fünf Fällen ein Mißerfolg(1224) und in elf Fällen ist der Erfolg noch unbekannt(4656). Nach Ländern gegliedert entfallen auf Böhmen 16 Streiks(7287), auf Mähren und Schlesien sieben Streiks(1631), auf die Slowakei sechs Streiks(577) und auf Karpathorußland vier Streiks(2366).. Aussperrungen gab es im September kein«. Ueber die Einlagen bei den Geldanstalten, den Geldumlauf und den Zahlungsverkehr im Jahre 1931 geben die Daten des Statistische»» Staotsamtes Aufschluß. Nach ihren wurdm in» ,'Fahve 1931 auf Einlagebücher in Böhmen, Mähren-Schlesien rund 52.229,800.000 K» ein» gelegt(91.9 Prozent der Ersparnisse in» ganzen Staate), in der Slowakn und in Karpatijoruß- land 4.608,300.000 XL(8,1 Prozent der Ersparnisse im ganzen Staate). Davon entfallen auf die Banken und Aktien-Getdinstitlste 10 Milliar- den 414)000.000- Xe in Böhmen, Mähren-Schlesien(3.289,300.000 Xe in der Starvakei und in Karpathorußland), fernar 19.466,500.0000 Krone»»(434,200.000s auf die Sparkassen, 18 Vlilli- aoben 106,500.000 Ke auf di« Vorschuß- und Raiffeis«nkassen in Böhmen,' Mähren-Schlesien »»nd 781,300.000 K« auf die Kreditgenossenschaften im der Slowakei und in Karpathorußland, 4.187,900.000 K° aus die landwirtschaftlichen Bezirks-Vorschußkassen in Böhmen, Mähren- Schlesicm und 54,900.000(3,500,000) K es» ch»»»>-chO klanglit fch« Suite, die von den Wiener Künstlern^ I wohl unerhörter Sicherhett frei ans d«m GedächttE I gespielt wurde. B-* vor kurzem abgehaltenen Tagungen für die Einführung des Fußballspiels im Verband« der DTJ. ausgesprochen. Die letzte Entscheidung fällt allerdings auf dem Ende Oktober in Prag stattsindenden Bor- baiwsiag der DTJ., der aller Voraussicht nach diese Beschlüsse genehmigen wird. Ab geblitzt! Der Teplitzer FK. hat mit seinen Stürmern die liebe Not und wenn kein Geld mehr da ist, versucht man es mit schönen Versprechungen bei Arbeitersport lern. Der ehemalige Arbeöwrsport- ler Bachmann vom TFK. versucht sich nun auch als Kaperer und„beehrte" am Sonntag seinen Stammverein Gleichheit Weiskirchlitz mit seinem Besuch, um die linke Verbindung zu„entführen'. Allerdings hatten er und sein Gönner per Auto kein Glück— sie mußt«» wiedrr leer heimfahren. Sehen Sie, bas ist die Ursache, warum die Teplitzer gegen Saaz nicht gewinnen konnten: der sonst über die Achsel angesehene Arbeitersportler fehlte! Dresdener Arbeiterfußball. DBB. 15 gegen Pieschen 11: 1, Potschappel geg. Radeberg 5:2, Sörnewitz gegen Radebeul 8:2, Meißen gegen Eintracht 4:0, Kamenz gegen Heidenau 4! 1, Löbtau gegen Birkigt 2:2, Zschachwitz gegen Kaditz 08 0: 7, Kleinnaundorf gegen Cotta 3:1, Helios, gegen Neustadt 2:1, Lockwitz gegen Coswig 1:3. Wiener Arbeit«rri«ger in Budapest. Am Sonntag fand in Budapest vor 3000 Zuschauern ein Riir- gorwettkämpf zwischen M T E. B u d a p«st und Gaswerk Wien statt, der mit einer überraschenden Niederlage der Budapester von 7.5: KL Punkten endete. Gaswerk und MTE.«rzielten je zwei ;scge, drei Kämpf« endeten nneittschieden. etetftu* I»»- l d* f r, d• 11»• r«Ilhklm«telitt.-«eiontiwttkfri ReMtan: Di«mH 6 11«■ t. Brog- Druck:.Sota* U.« steitn» an»»ucddruck. Prag- Mt be* Druck—raunourNtch: Ott»©dtf, »ug.»- iil krlcaruvtiendirekn»»«it Erla» St 13 800/VII<1930 bewillig!- Bezug»»« nguugeu. Bel Zußllluu, tn« tzuu» oder bet Bezug durch»U Poft monatlich Ki 16.-,»turttljldÄch U«L-ch,| tzatdzatzkig Ki 88,—, guuziagra M HÄ,—,— Inj-rai«»er»«» laut lauf»tlligtz brrechuä, B«, eitciea ckiujHaUungen Preiluachtatz,— fttückjleüua, M-unjlrcht«, rrsulgi tut, bei Lmjenduug der Retourmorl-u. zeigten sich in Liedern von tschechischen Autoren\ v wie in Liedern deutscher Meister wie Schubers und Schumann usw. im besten Lichte. An dett jungen Kapellmeister Rudolf Maria Mandell hatte Fr. Zikova einen anschmiegsamen Begleiter I em Flügel, der an diesem Liederabend auch all I Komponist eines stimmungsstarken und gesaoO' I lich wirksamen„Horbstliedes" erfolgreich zu G«h^ I kam.— Nicht ganz befriedigt hat Kenshu Wan>' I sucht, ein jspanischer Geiger, der sich| rufen fühlt«, mit einem selbständigen Konzert« die Prager Konzertöffentlichkeit zu treten. Dentis- zeigte sich, daß der junge Künstler sogar tcchmM noch manches zu lernen hat und daß auch ft& Auffassung und sein künstlerisches Temperamertt no« sthr der Läuterung bedürfen. Auch Programmen wird er künftig wählerischer sein müssen, um vos reiner Sendung zu überzeugen.--- Im ersten Herbst konzert« des Prager Deutschen Kämmst' musikver«ins war wieder einmal daS Wi«' ner Kolisch-Quartett zu Gast erschien«»' ein Kammermufikensembl«, dessen gediegene Fähig ketten im technischen und künstlerischen Sinne schon bei ftüheren Gelegenheiten feststrllen könnt«' Ihr Bortragsprogromm enthielt zwei klassische 28«*" von I. Haydn und F. Schubert sowie nwderncs Quartett, Alban Bergs L—-„' hochinteressant« und formal wunderbar-klare 8y«s' sch« f’ Sport ♦ spiel' Köroerpnene ASB. Prag gegen Dölnickh sootb. klub Dvory Nove 0:0. In diesem, am Sonntag in Neuhof bei Teplitz ausgetragenen Freundschaftsspiel, traten di« Prager erstmals einem tschechischen Arbeiierfuß- bollklub gegenüber. Das von Anfang an irrter- rstant« Spiel endete torlos. Die besten Leistungen sah man von den beiden Tormännern, die so manche sicher« Chance im letzten Moment zunichte machten. Aus Anlaß des Gedenkens des verstorbenen Arbei- terspovtlers Karl Pwrsch(Drakowa) wurde das Spiel fünf Minuten unterbrochen. Bor 200 Zuschauern, hie vollauf befriedigt waren über die gebotenen Leistungen, schiedsrichterte Genosse Richter einwandfrei. Leichtathleten des Atns Prag beteiligten sich an einem vom Prager Kreis der DTJ. veranstalteten Meeting im Stadion auf der Letna. Es kamen«n Zehnkampf und Mannschaftskämpfe um den Feldek- Pokal zum Austrag. Im Zehnkampf placierte sich Schuft e r an dritter Stelle. Sieger wurde Kindler(Pilsen) mit 658.24 Punkten. Bei den Mann- schaftskämpfen wurde im 100-Meter-Lauf Hofmann Zweiter mit 12L Sek.; Erster wurde Hartman(Smichov) in 12.2 Sek. Im Diskuswerfen kam S ch u st« r mit 30.67 Meier auf den dritten Platz, Sieger: Pekek(Nufle) 34.53 Meter. Das Speerwerfen gewann S ch u st e r mtt 42.77 Meier vor Wnrbs(DTJ.) mit 38.82 Meter. Sieger im Mannschaftskampfe wurde DTJ. Smichov. Ein« erfreulich« Nachricht für unsere Fußballer. Der DTJ.-Dur»kreis mit dem Sitze in Brüx und der DTJ.-Kreis Prag-Land haben sich auf ihren Seefische als Volksnahruug. Bis jetzt galt «ks Regel, daß Seefische als eins der billigsten Md nahrhaftestrm Essen für die Dolksernährung in Betracht kamen. Das scheint sich jetzt, da die Meischpreise immer mehr steigen, geändert zu haben. Es trat ein, daß ein neues Restaurant Karpfen zu 4.50 mit Salat, Seefisch zu 6.30 verkauft. Nun kann man ein großer Liebhaber von Seefischen sein, doch aber bei der Wahl zwischen diesem und Flußfischen den Karpfen oder einen anderen Süßwasserfisch vorziehen. Wenn auch ein Gasthausbetrieb noch so billig arbeitet, so kommt er gerade in Zeilen der Not gegen das Selbstbereiten der Speisen im Haus- halt nicht auf. Erne immer größere Menge Menschen, Männer und Frauen, haben leider immer mehr Zeit, selbst den Haushalt zu führen, anstatt ins Gasthaus zu gehen. Allerdings bleibt dabei Dovanssetzung, daß zu erschwinglichen Preisen eingcckauft werden kann. Wenn Kalbfleischabfälle zum nationalen Na papriku von 4 auf 6 Xe für das Kilo steigen, Rindskopf von 4 oder höchstens 5 auf 6 bezw. 7 Kronen, so dürft» dafür die Berechtigung fehlen. Wenn der immerhin dem Flußfisch nicht gleichwertige Seefisch teuerer ist als jener, so dürste ebenfalls eine verfehlte Handelspolitik bezw. muß palttisWrter Handel daran die Schuld tragen. Es liegt nun nur an der einsichtigen Klugheit der Bevölkerung, dafür zu sorgen, daß die einzig« Form des Handels, die dem Volke einwandfreie Ware ohne die dielprozentiaen Zwischenhandelsaufschläge möglich macht, gefördert wird: die der Konsumgenossenschasten. Drese können dann auch mit vereinten Kräften den entsprechenden Druck auSüben, Preise zu erzwingen, die bezahlt worden können. Es dürste kaum im Interesse des Staates sein, eine kleine Minorität von Händlern und Avischenhändlevn im Interesse der... Agrarier, die ja hinter M diesen Machinationen stehen, ohne dem Klein- und Mittelbauer Gutes zu tum, zu mästen, während die größte Zahl der Bewohner an Elendskrankheiten dahinsiecht, vorher öfter nach auf Kosten der Gemerndv-, Handes- und Staatskassen(Krankenkassen funktionieren ja nur auf 6 Wochen nach Arbeitsverlust,—) ein teueres Sterben verursacht.„Unsere" Ernährungspolitik geht wieder einmal Wege, die die Nahrung in die„unrechte Kehle" leiten. Es ist dabei zu befürchten, daß diese unrechte Kehle einmal den Ater» verliert. Womit aber den Speiseröhren der Richtigen nicht geholfen wäre. M. R.— I.