12 Zabrgang. Die 40 Stnndenwodie wird international erörtert Madrid, 26. Oktober. Der Bcrwal- tungsausschuft des Internationalen Arbeitsamtes beschlaft nach ganztägiger Debatte mit 18 Glimmen, die Frage der vierzigstiindige« Arbeitswoche in der Industrie in das Programm der vorbereitende« Konferenz für die grofte internationale Arbeitskonferenz aufzunehmen. Diese vorbereitende Konferenz tritt am 10. Jänner 1V33 in Genf zusammen. Donnerstag, 27. Oktober 1932 Rr 254. nifche Gesandt« beim Bundeskanzler interveniert und in schärfster Weise Genugtuung verlangt. > Am Abend hat dann der Rektor vor der Deutschen Studentenschaft eine Rede gehalten, in der er mitteilte, er habe von dem Unterrichtsminister erfahren, daß der amerikanische Gesandte Genugtuung verlangte, und er(der Rektor) habe nur mit größter Mühe die Privilegien der llniverfitätunan- getastet erhalten können. Wenn er sich nicht persönlich für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung verbürgt hätte, hätte er nicht verhindern können, daß Polizei in die Universität komme. In einer Kundgebung, die zweifellos unter dem Druck der amerikanischen Intervention erfolgte, erklärt der Rektor, er sei entschlossen, jeder Wiederholung so schwerer Verletzungen der akademischen Ordnung mit äußerster Strenge entgegenzutreten und gegen Ruhestörer unnachsichtig, gegebenenfalls auch mit den schärfsten Disziplinarmitteln vorzugehen, unabhängig von den Konsequenzen, die sich strafrechtlich für die Betroffenen ergeben könnten. Bomben gegen eine Druckerei Uffenheim(Bayern), 26. Oktober. In das Druckereigebäude des„Uffenheimer Tageblattes" würde heute früh um halb 3 Uhr eine Bombe geworfen, die schweren, Schaden an den Maschinen und im Gebäude anrichtete. Bei den Nachbarhäusern wurden di« Fensterscheiben zertrümmert. Verletzt wurde niemand. Das„Uffenheimer Tageblatt" verfolgt eine unabhängig-nationale Richtung. Der. Verleger soll früher der nationalsozialistischen Partei angehört haben, jedoch bereits vor einigen Jahren aus der Partei ausgeschieden sein. DasKablncttDrann amtiert wieder Dm die Regierungsbildung. Ernennung bereits heutet Prag, 26. Oktober. Auch heute dauerten die Verhandlungen zwischen dem designierten Ministerpräsidenten Malypetr und den einzelnen Koalitionsparteie», vor allem mit den tschechischen Sozialdemokraten, an. Es handelte sich dabei vornehmlich um die Erörterung des vom Finanzminister Dr. Trapk ausgearbeitetcn Finanzplanes. Eine Klärung konnte bis zur Stunde nicht herbeigefiihrt werden; die Verhandlungen werden daher morgen fortgesetzt werden. Wie die„Prager Preffe" meldet, hatte Malypetr heut« eine anderthalbstündige Unterredung mit dem Präsidenten der Republik, wobei er den Präsidenten über di« bisherigen Ergebnisse seiner Verhandlungen mit den Parteien Bericht erstattete. Das Blatt glaubt, daß trotz der angedeutete« Schwierigkeiten di« Kabinettsbildung bereits morgen, am Vorabend des Staatsfeiertages, offiziell vollzogen werden wird. DaS„öesks Slovo" spricht sogar davon, daß Malypetr dem Präsidenten heute* bereits bestimmte Anträge aus Ernennung des««neu Kabinetts gemacht hab«, die mit der schon in der Vorwoche bekannt gewordenen Ministerliste identisch sein sollen. Auch das„teste Slovo" stellt di« Bildung des neuen Kabinttts für morgen bestimmt in Aussicht. Wie Frankreiöi ahr&slen will. Vormilitärische Erziehung usw. Paris, 26. Oktober.„Quotidien" macht heute einige Angaben über den Inhalt des französischen Sicherheiten und Abrüstungsplanes, soweit er sich auf den Ausbau des französischen Heeres bezieht. Nach dem Blatt soll der Plan die Herabsetzung der Mikitärdienstzeit von 12 auf 9 Monate vorsehen. Gerade gegen diesen Teil des Planes hätten Marschall Petain und General Wevgand zahlreiche Einwendungen erhoben. Die Zahl der Divisionen würde von 20 auf 12 herabgesetzt werden. Der Plan würde durch eine Organisation von Milizen und eine Erhöhung der Ausbildungsperiode für die Reservisten vervollständigt werden. Außerdem sehe man auch eine besonders aktive militärische B o r b e r e i t u n g der Jugend vor dem Eintritt in das Heer vor. Zur Durchführung dieser neuen Bestimmungen werde eine durchgreifende Reform der Cadres notwendig. Diese letzten Stadien würden erst nach Annahme des Konstruk- tivplanes in Genf studiert und verwirklicht werden. rrankreidi haut einen 25.000 Tonnen-Kreuzer Paris, 26. Oktober.(Havas.) Der Marine- Minister beschloß, aus dem Programm für 1931 den 26.500 Tonnen Panzerkreuzer„D u n k e r- q u e" sofort.in Bau zu geben, Diese Entscheidung des Marineministeriums erfolgte, da Deutschland mit dem Bau von Kreuzern vom Typ„Deutschland" begann. Ahrflstungsalctlon der französischen Genossen. Paris, 26. Oktober. Das sozialistisch, Blatt „Populaire" berichtet, daß alle Deputierten und Senatoren^ der sozialistischen Partei in der allernächsten Zeit in ganz Frankreich große Kundgebungen und Volksversammlungen für die Abrüstung und gegen den Krieg veranstalten werden. Berk in, 26. Oktober. Das preußische Staotsministerium trat heute vormittags unter dem Vorsitz« des Ministerpräsidenten Doktor Braun zu einer Kabinettsfitzung zusammen. Sämtliche Staatsminister waren anwesend. Di« Vertreter Preußens in dem Leisniger Prozeß erstatteten Bericht über die Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof. Di« durch di« Entscheidung des Staatsgerichtshofes geschaffene Lage wurde eingehend erörtert. Ministerpräsident Braun stellte als einheitliche Ansicht des Staatsministeriums fest, daß das Staatsministerin« die Entscheidung des Staatsgerichtshofes als maßgebend« und zur Entwirrung der Lage geeignet« Grundlage bewachtet. Das Staatsministerrum hat danach nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, di« Befugnifl« auszuüben, di« ihm noch der Entscheidung weiterhin zustehen. Di« Staatsregiernng wird diese Befugnisse im Sinne möglichst reibungslosen Zusammen a r b e i- tens mit den anderen verantwortlichen Stellen ausüben. Das Staatsministerin« wird sich hiebei lediglich von den Inter» «sie« des Reiches und des Landes leiten lassen. Vor dem Wohlfahrtsministerium in der Leipziger Straße hatte sich während der Anfahrt der preußischen Minister ein« größer« Menschenmenge angesammelt. Ministerpräsident Braun wurde bei seinem Erscheinen mit Hochrufe« empfangen. * Am Nachmittag fand eist P resse.'tupjaug der alten Regierung statt, bei dem Ministerpräsident Braun die erschienenen in- und ausländischen Pressevertreter begrüßte. Ministerpräsident Dr. Bra ün- eicklärte' u. daß das Urteil auch bei« preußischen Staatsmiui- sterium nicht in allen seinen Teilen volle Befriedigung ausgelöst habe, das Interesse des Landes erheische es aber, sich jetzt auf seinen Rechtsboden zu stellen und an seiner Ausführung sachlich mitzuarbeiten. Dr. Braun gab dann- seiner Befriedigung Ausdruck, daß der defamierende Vorwurf, das preußische Staatsministerium habet seine Pflichten gegen das Reich verletzt, vom Staatsgerichtshof als unbegründet bezeichnet worden sei. Damit sei die Atmosphäre gereinigt und der Boden für die Ausführung des Urtells gegeben. Dr. Braun kam dann im einzelnen äuf die Schwierigkeiten zu sprechen, die in der Abgrenzung der Funktionen des Reichskommissars und dcS Devisenverhandlungen mit Oesterreich. Wien, 26. Oktober. Heute beginnen in Wien die neuen Verhandlungen zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakei über den Zahlungsverkehr und über di« Handhabung der Einfuhrverbote zwischen den beiden Ländern. Vie täglichen Krawalle an der Wiener Universität. Wien, 26. Oktober. Während deS heutigen Vortrages des Professors Durigo im philologischen Jnstttut der Wiener Universität kam es wiederholt zu Ausschreitungen der nationalsozialistischen Studenten, die di« vorzeitig« Beendigung des Vortrages erzwangen. In der Folge schlugen die Nationalsozialisten di« anwesenden Juden und Sozialdemokraten und drängten sie aus dem Saal. Die Ausschreitungen dehnten sich auch auf das anatomische Jnstttut und die juridisch« Fakultät aus. Im ganzen wurden fünfzehn jüdische und sozialdemokratische Studenten verletzt. Die Universität sowie alle Nebengebäude wurden auf unbestimmt« Zeit geschlossen. Der Rektor erließ eine Kundmachung, in der er die neuen Ausschreitungen scharf verurteilt und die Studentenschaft zur Ordnung auffordert. Einschreiten des amerikanischen Gesandten gefährdet di« Prügelsrriheit der Nazis. Wie uns aus Wien weiter gemeldet wird, wurden bei den heutigen Krawallen auch vier amerikanische Studenten verletzt. Daraus hat der amerika- Staatsministeriums liegen. Er hoffe, daß auch die Reichsregierung der Auffassung sein werde, daß man einen Ausgleich und einen Weg zur Wahrung der Jnteresien Preußens und des Reiches finden müsie. Dazu sei viel guter Wille zur Sachlichkeit nötig. Früher sei über den Dualismus zwischen Preußen und dem Reich geklagt worden. Durch die dritte Instanz, den Reichskommiffar, sei die Situation nicht leichter geworden und die Rrichsrrgirrung werd« sich deshalb mit der Frage beschästtgrn müsie«, ob sich dieser Zultaud nach Umfang und Zeitdauer aufrechterhalten lasse. Ans Anfrage« erllärte Dr. Braun zum Schluß, daß ein« Fühlungnahmemitdem Reichspräsidenten in Aussicht genommen worden. sei. Bon einer Fühlungnahme mit dem Reichskanzler, von der in einem Abendblatt di« Red« ist, sei ihm nichts bekannt. Wie das Contt-Büro erfährt, hat Mnttste- rialdivektor Dr. B r e ch 1 im Auftrage des preußischen Staatsministeriums heut« abends eine längere Besprechung mit Staatssekretär Meißner gehabt. Diese Besprechung wird Äs eine erste Fühlungnahme über die rechtlichen und politischen Fragen bezeichnet, die sich für die Praxis ans dem Leipziger Urtefl ergeben. Aus dieser Darstellung läßt sich entnehmen, daß die Fühlungnahme in den nächsten Tagen weitergefichrt werden wird. In welcher Form das geschieht, steht Wohl noch nicht ganz fest. Audi papen rar Verständigung bereit? In.Kreisen, die dem Reichskommisfär nah« stehen, wird erllärti daß auchbei ihm die Absicht zu einer loyalen Zusammenarbeit bestehe. Natürlich werde der Reichskommissär die Exekutive, die das Leipziger Urteil ihm zuspricht, ausüben, aber das werde sicher in Formen geschehen, die keine neuen Schwierigkeiten schaffen. Nach Auffassung dieser Kreise komme es zunächst darauf an, die Befugnisse, Rechte und Pflichten für die Praxis abzugrenzen, die durch das Reichsgerichtsurtefl gegeben sind. Das sei auch schon mit Rücksicht auf dir preußischen Beamten auch in den unterstellten Behörden notwendig. Man geht Wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die weiteren Besprechungen jetzt erst einmal einer Klärung dieser Fragen dienen sollen. Falsche Hoffnungen. So ost die Vertrauensmänner unserer Partei zu einer Beratung zusammentreten, um in demokratischer Weise über taktische Fragen zu diskutieren und die Richtung der Politik der Partei festzulegen, regt sich die Hoffnung unserer bürgerlichen wie kommunistt- schen Gegner, nun werde endlich das lange Erwartete eintreten: eine Spaltung, oder wenigstens ein tiefer Riß im ideellen und organisatorischen Gefüge unserer Partei. Keiner dieser Gegner kann etwas auch nur annähernd Aehnliches unseren Parteitagen gegenüber stellen, eine freie Diskussion, in der öfftntlich und ungezwungen verschiedenartige Meinungen ausgetauscht werden, ist ihnen unvorstellbar. Daher wittern sie.her jeder austauchenden Meinung, die von der augenblicklichen Taktik der Partei abweicht, Morgenluft und prophezeien ihren bevorstehenden Zerfall, dadurch verratend, daß ihnen nichts willkommener wäre, als ein Krach in unseren Reihen. So weitgespannt sind diesmal die Hoffnungen unserer Gegner auf unseren bevorstehenden Parteitag allerdings nicht, aber mit hämischer Freude weisen sie auf einige der von uns veröffentlichten Anträge zum Parteitage hin, aus denen sie ein offenkundiges „MißtrckUen" gegen die Parteiführung herauslesen wollen. Weil«in noch festzustellender Teil unserer Parteimitgliedschaft gegen, die Fortsetzung, der Beteiligung an der.Mgierüitzg ist, folgern ünftre Gegner hochetftKUt^ did Partei seiauf"dem besten Wege, sich gegen die Führer aufzulehnen. Es sei immerhin ,,bemer- kenstvert", daß sich wenigstens ein Teil der deutschen Arbeiter auf sich selbst besinnt und deutlich macht,„wie satt er es hat, am Gängelband ener parteipolitischen Taktik zu hängen, die mit der Vertretung der Interessen des deutschen Arbeitsplatzes nichts zu ttm hat". Wer diese letztere Hoffnung ausspricht, ist das Hauptorgan der deutschnationalen Fa- brrkantenpartei, sicher also eine höchst zuständige Instanz, an die deutschen Arbeiter wohlmeinende Ratschläge auszuteilen. Im übrigen sind die Erwartungen unserer bürgerlichen Gegner auf die bevorstehende Auseinandersetzung über die Frage der Koalitions- polittk, die nicht, wie sie behaupten, hinter „dicht verschlossenen Türen" vor sich gehen wird, sehr herabgeschraubte. Weit hoffnungsseliger sind die K o m- m u n i st e n. Immer sind sie darauf aus, zu versuchen, ob es nicht doch möglich ist, zwischen den sozialdemokratischen Arbeitern und ihren freigewählten Vertrauensmännern einen Spalt aufzureißen. Zu diesem Zweck operieren sie immer tvieder mit dem Schwindel der^Einheitsfront von unten" und mit noch vielen anderen Tricks, mit denen sie wenigstens ein paar unklare oder malkontente Mitläufer von unserer Partei weglocken möchten. Und so haben auch etliche der Anträge unserer Orga- Nisattonen zum Parteitage es ihnen angetan. In der sozialdemokratischen Partei bestehen, wie einzelne der Anträge besagen, geteilte Meinungen über die Nützlichkeit der Fortführung der Koalitionspolitik und schon läßt die beflügelte Phantasie der kommunisttschen Klopffechter nicht nur schwerwiegende Differenzen zwifchen Partei und Führung, ja sogar eine„Rebellion" gegen die Führung vor ihren Augen erstehen. Der Widerstand gegen die Theorie und Politik der Führer wächst, so verkünden die kommunisttschen Skribenten— Nxts liegt näher, als der Gedanke, daß alle diese Unzufriedenen kein stärkeres Verlanget' tragen, als dies, so rasch wie möglich zu der:, Kommunisten hinüberzuvoltigieren, wo be kanrrtlich nicht die Führer, sondern die Masset die Haltung und Politik der Partei bestimmei und denen anzugehören nach den bisherige Erfolgen der Partei höchste Glückseligkeit be deutet. Sie schöpfen also aus den Anträgen die Ueberzeugung, daß die Mtglieder unserer Par- Seite 2. Donnerstag, 27. Oktober 1932 Nr. 254 gar nicht drauf an, daß man alles versteht, Haupt- man auf einmal viel nötig. Badesalz, bißchen In der Sparkasse Phm. Piramo mr Weiße Zähne: Chlorodonf Eine DrOnlngversammlunit aulüdlonen. Vorbereitete Demonstrationen der Nazis. Bamberg, 26. Oktober. Anläßlich der Brüningversammlung kam es auf den Straßen zu starken Ausschreitungen. Vor den Sälen sammelten sich große Menschenmengen, die Brüning mit starken Beschimpfungen empfingen. Nach Beginn der Versammlungen begann auf den Straßen ein derartiger Lärm, daß die Polizei QJLM, VOH UMX Der StHbrng-Prozeß. Die abgewiesene Ringhoffcr-Teputation. Jglau, 26. Oktober. Der vierzehnte Tag des Prozesses gegen Stkibrny und Sichrovsty wurde mit der Mitteilung des Vorsitzenden eröffnet, daß sich die für den heutigen Tag vorgeladenen Zeugen, die Abgeordneten Hampl und Kou- delka, nicht eingefunden haben. Es wurden di« Akien dos Ministerratspräsi- diums, di« sich auf di« Verhandlungen über die für den Ankauf der Waggons im Jahr« 1920 notwendigen Kredite beziehen, und das schriftliche Material des Ersenbahnministeriums über die Waggonliefe- rung verlesen. Der Zeuge Augustin Marek, ehemaliger Tischler, gibt an, daß er im Jahr« 1920 Borsitz«nd«r des Betriebsausschusses in d«r Waggonfabrik Ringhoffer war und in einer Deputation, an deren Spitze Sekretär Hampl und Redakteur Mimra standen, im Eisenbahnministerium bei Stkibrnh/interveniert hat. Stkibrny erklärt« ihnen, daß ihr« Firma zu teuer sei, dann sagt« er aber, daß bereits wegen einer Lieferung aus Deutschland verhandelt werd«, und schließlich erklärte er, daß die Bestellung in Deutschland schon verwirklicht worden sei. Di« Deputation sei mit seltsamen Gefühlen fortgegangen. Auf Befragen erklärt der Zeuge, daß ihr« Firma mit etwa 4000 Arbeitern sicherlich in der Lage gewesen wär«, bis zur Rübenkampagne 1000 Waggons zu liefern, wenn die gesamt« Arbeiterschaft in zwei Schichten gearbeitet hätte. Da dir für den heutigen Tag vorgeladenen Zeugen nicht erschienen, fand nachmittags kein« Verhandlung statt. hören konnte. Landespolizei wurde mit Steinwürfen empfangen. Auf der Fahrt zum Hotel wurde gegen den Kraftwagen, in dem Dr. Brüning saß, ein Stein geschleudert, der ein Wagenfenster zertrümmerte. Die Demonstranten waren meist junge Leute verschiedener Parteirichtungen, unter ihnen in besonders großer Anzahl Angehörige der NSDAP. Die Demonstration war, wie die Polizei mitteilt, planmäßig organisiert. Die Polizei hat drei Verletzte zu beklagen. Parfüm, Puder...„erst Puder und Parfüm — dann Essen", sagt Olga immer. Liegt ein« tiefe Wahrheit drin. Na, und im übrigen wird man zum Haushalt beisteuern, braucht Martin gar nicht zu merken. Mal sehen, ob man nicht heimlich, still und leis« doch noch so' bißchen Ordnung in die Geschichte bekommt. Am Abend tobt Gilgi an der Nähmaschine — die halbe Nacht: muß schnell fertig gearbeitet Der Verband der deutschen Lelbftverwaltungslörper. Beratungen.der deutschen Parteien. Prag, 26. Oktober. Heute hat eine Beratung des Verbandes mit den deutschen politischen Parteien stattgcsunden. Gegenstand der Beratung war das Verhältnis der deutschen politischen Parteien zum Verbände und innerhalb des Verbandes zueinander und die Erneuerung der Grundlagen, auf denen der Verband seinerzeit errichtet worden ist. Veranlassung zur Beratung bot die sich immer ni«hr verschärfende Finanzlage und die Arbeitslosigkeit in den Gemeinden, die ein möglichst ein- vrrständlicheS Zusammenarbeiten mit den parla- inentarischen Parteien erfordern. Es waren als Vertreter der im Vorstande vertretenen politischen Parteien: Bund der Landwirte: Parieiobmann Peterle, di« Hauptgeschäftsführer Ianausch und Graf; Deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft: Abgeordneter Dr. Bacher und Senator Kostka; Deutsche christlichsoziale Volkspartei: Abgeordneter Kunz, Landesausschußbeisitzer Dr. Ritter; Deutsche Gewcrbepartei: Senator Tichi, Vizebnrgermeister Endler; Deutsche Nationalpar- tei^ Vizebürgermeister Dr. Schöppe; Deutsch« nationalsozialistische Arbeiterpartei: die Abgeordneten Jng. Jung und Krebs; Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei: Abgeordneter Kremser, erschienen, außerdem die Vertreter der'Stadt- die Straßen räumen mußte, weil man den Red- Alter holländischer Schiffer! Versteht man nicht auszahlen.<, ner im Versammlungsraum überhaupt nicht ganz, was ihm nun daran so gefiel. Kommt auch Schuhe, einen Hut renal. Heut« Wohnungsprovisorium im Plenum. Prag, 26. Oktober. Der Senat hielt heute vormittags zwei kurze Sitzungen ab, die zusammen ganze 20 Minuten dauerten. In der ersten Sitzung leistete der Nachfolger des nationaldemokratischen Senators Faöek, der aus sein Mandat verzichtet hat, Fachlehrer 8 i m e k aus Pilsen, die Angelobung. Im Druck wurden das Wohnungsprovisorium und eine Vorlage über die Ausdehnung der gesetzlichen Bestimmungen über die Revicrräte auf Karpathorußland verteilt. Den einzigen Punkt der Tagesordnung bildete eine Jmmunitatsangelegenheit des Senators Janik, der ohne Debatte wegen einer Prcsseehrenbeleidi- gung ausgeliefert wurde. In der zweiten Sitzung wurde die Wohnungsvorlage dem sozialpolitischen Ausschuß mit 24stundiger Frist zugewiesen. Nach dem Plenum trat der Ausschuß sofort zur Beratung des Wohnungsprovisoriums zusammen. Der agrarische Hausyerrenvertreter Dr. Havelka und auch der Landbündler S t ö h r verließen nach kurzen Erklärungen den Ausschuß, der die Vorlage dann nach kurzer Debatte annahm. t«i endlich die„arbeiterfeindliche" Politik der Partei- und Gewerkschaftsführung zu durchschauen beginnen und hier suchen die kommunistischen Rattenfänger nun mit ihren lockenden Schalmeien einzusetzen. Was wird auf unserem Parteitage nach kommunistischer Behauptung geschehen? Einer offenen Diskussion wird zum Unterschiede der Praxis, wie sie bei den Kommunisten angeblich üblich ist, ausgewichen werden. Ja, die Kommumften, die können es sich erlauben, vor den Parteitagen in aller Oeffentlichkeit offen zu diskutieren, denn sie haben— man lache nicht—„nichts zu verbergen", wohingegen die sozialdemokratischen Führer, die sich „Demokraten" nennen, eine solche freie Auseinandersetzung fürchten„wie der Teufel das Weihwasser". Die Mitgliedschaft darf zu Hause knurren, auf dem Parteitage dürfe sie nicht zu Worte kommen und darum sind die Kommunisten hilfsbereit genug, ihr beizustehen. Großmütig machen sie den sozialdemokratischen Arbeitern das Angebot, sich in der kommuni st ischen Presse(?) über das, was sie bedrückt, auSzusPrechen. Liebevoll reden sie ihnen zu, sich doch Klarheit über- den weiteren Weg ihres Kampfes zu schaffen und das könne nur geschehen, wenn sie di« Spalten der kommunistischen Presse benützen, um„sich mit uns kameradschaftlich über alle jene Fragen auszusprechen, die sie vor dem Parteitage so sehr bewegen". Der„Vorschlag" ist so gescheit, daß er schon in Dummheit umschlägt. Um sich Klarheit zu schaffen, dazu werden unsere Genossen — ausgerechnet!— zu den Kommunisten lausen, um die uneigennützige Gast- freundschaft der kommunistischen Presse in Anspruch zu nehmen! Ausgerechnet zu den Kommunisten, die nicht einmal ihre eigene Politik und Taktik frei bestimmen dürfen, sondern die ihnen von Moskau aus anbefoh- l e n wird und die sie betreiben müssen, auch wenn sie sie tausendmal als schädlich für die Arbeiterklasse und als verbrecherisch erkennen! Nicht nur die Taktik wird ihnen kommandiert, es werden ihnen auch die Führer aufdiktiert! Und wehe einem von ihnen, wenn er nur im geringsten eine„Abweichung" begeht! Eben jetzt geht durch dieselbe kommunistische Presse, die sich als Hüterin der Meinungsfreiheit der sozialdemokratischen Arbeiter geriert, ein Freudengeheul über die Maßregelung deS kommunistischen Führers Heinz Neumann in Deutschland— eine sonderbare Partei, di« den HinauSwurf ihrer Führer regelmäßig mit Freudengeheul begrüßt! Und was hat dieser Heinz Neumann verbrochen? Hören wir den Reichenberger„Vorwärts":„Ein besonderes Hindernis für die breite Massenarbeit zur Loslösung der werktätigen Massenanhänger von der Hitlerpartei war die von Heinz Neumann verfochtene Losung: Schlagt die Fascisten, wo ihr sie trefft!" Der Mann ist zu scharf gegen die Hakenkreuzfasci- sten losgegangen, das hat genügt, damit ihm in Moskau der Strick gedreht wurde! Eine solche unduldsame Partei vyn Pagoden und Marionetten mochte sich als Schützen» der Meinungsfreiheit— bei uns, nicht bei ihnen! — aufspielen! Es kann den Herren von links und von rechts heute schon gesagt werden, daß ihre Hoffnungen sich als trügerisch erweisen werden. Mit keiner der in unserer Partei herrschenden Meinungen wird hinter dem Berge gehalten werden, schließlich wird es so bleiben, wie es immer war: die Partei wird jene Politik befolgen, wie sie von der Mehrheit der Parteimitglieder bestimmt wird. Mit dem„Mißtrauen" wird es ebensowenig etivas werden, wie mit der„Rebellion"! fache: er hat Freude ge habt. Warum? Furchtbar egal. Man hat eine hei lige Achtung davor zu haben! Bor den Freuden des andern. Gönnen sich gegenseitig alle Schmer zen, die Menschen, sind dann oft nett und anteil nahmebereit— und sind meist so mißtrauisch und unduldsam gegen sremoe Keine Freuden anders ge richteten Sinnes. Knister: der Brief unterm Kopf kissen, man wollt' was sagen— Arbeitsnachweis ...„war so schön heut nacht da unten, Gilgi- chen, hab' so gewünscht, du wärst bei mir gewe sen." Arbeitsna... bleibt einem jedes Wort in der Kehle stecken... hab' so gewünscht, du warft bei mir gewesen... könnt' man gleich laut losheulen vor Glück. So dumm auch— ist wirk- There’s a raiubow round my shoulder.. sich von ihren zwölfhundert Mark fünfhundert ". Erstens mutz man Stoff kaufen, i— Handschuhe— Gott, hat lich unmöglich, Martin mit solchen Dingen zu kommen. Gehn einem ganz plötzlich so'n bißchen die Augen auf für die Art seines Wesens. Ein kleines Verstehen von Warum und Wozu. Man fühlt den Zauber seiner Unbekümmertheit, Unbeschwertheit, ferne liebenswürdige Bereitschaft, sich an allem zu freuen und alles ernst zu nehmen in der Freude, alles wichtiger zu finden als sich selbst. Er ist mit seinem Verstand den dreietap- pigen Weg gegangen— vom Einfachen übers Komplizierte wieder zum Einfachen. Ist llug genug, um nicht mehr klug zu reden, braucht nicht alles zu sagen, was er weiß. Ist nicht geistreich— sind so ekelhaft, geistreiche Leute— und wer wirklich Gefft hat, braucht doch nicht geistreich zu sein. Ist ein richtiger Mensch, der Martin— pas grande chose— aber echt und wirklich, und er ist wunderbar, so wie er ist, man will ihn nicht anders haben, kein bißchen anders. „Martin, daß du gar nicht müde bist! Geh', sei lieb, hol' mir die dicke Apfelsine aus■ dem Eßzimmer... Schäl' sie mir, ja? Tu ich so ungern. Du, Martin, weißt du, es ist doch eigentlich furchtbarer Quatsch, was so geredet wrrd— zum Beispiel: wenn eine Frau einen Mann lieht, will sie stolz auf ihn sein und Achtung vor ihm haben! Ist gar nicht wahr. Wenn man einen Mann liebt, dann will man nickt stolz auf chn sein, dann ist man einfach stolz auf ihn, furchtbar stolz— ist gar nicht anders möglich— ganz gleich, ob's nu der Exkaiser von China ist oder Willy Fritsch oder ein .Buckliger, der an'ner Straßenecke Radieschen verkauft. Und Achtung! Na, damit lockste keinen Hund vor'n Ofen. Was nützte mir schon der fabelhafteste Gelehrte, wenn er nicht richtig zu küssen versteht" Es passiert ein Wunder: Martin arbeitet drei Tage hintereinander— Tag und Nacht. Gilgi geht auf Fußspitzen durch die Wohnung. Stellt »hm lautlos das selbstgekochte Mittagessen auf den Schveibtssch— verschwindet wieder. Nachher sind ein paar Sätze auf den beschriebenen Bogen nicht mehr zu lesen, weil Spinatflecke drauf sind — wird man morgen Blumenkohl kochen. Gilgi ist auf sich selbst angeiviesen. Ihr fällt ein, daß sie nichts Rechtes mehr anzuziehen hat. Lieber aufhängen als schlampig Herumlaufen. Frühjahrs- und Sommergarderöbe muß in Ordnung gebracht werden. Gur, daß inan Zeit dazu hat. Am Nachmittag geht sie zur Sparkasse, läßt werden so'n Kleid, sonst verliert man die Lust dran. Und am nächsten Morgen wird zum Arbeitsnachweis gegangen. Etwas über dreizehn Mark wird man die Woche kriegen. Kann man doch mitnehmen, das Geld!„Mußt du doch einsehn, Martin— über fünfzig Mark im Monat für nichts und wieder nichts! Ist doch kein Dreck!" „Na, ja, wenn das so eine Art Rente ist.." Martin hat mal eine Offizierswitwc gekannt, die hat auch... Zweckloses Unterfangen, ihm Sinn und Bedeutung sozialer Einrichtungen klarzumachen, das versteht er doch nicht— versucht man'S also erst gar nicht. „Gilgi, ich hab' mir von einem Freund zweitausend Mark schicken lassen, sollen wir fortfahren?' Gilgi erschrickt.„Nein." ,Marum denn nicht?" ,^kann das nicht, Martin— versteh' mich doch— gibt doch für jede« was, das er nicht kann. Ich kann nicht auf's Geratewohl mit geliehenem Geld ins Blaue hineinfahren. Ich bin kein Spießer und ich bin auch nicht feige, aber was ich tu', muß ich übersehn und auf eigenes Risiko tun können. Ich kann nicht so mit Haut und Haaren auf jemanden angewiesen sein und wenn's der mir liebste Mensch auf der Welt ist — dann vielleicht erst recht nicht. Schick deinem Freund das Geld zurück— oder laß uns Schulden damit bezahlen— mir zuliebe, Martin...". Tausend Einwände von Martin, tausend Einwände von Gilgi— und es gibt»och'«inen tau- sendundersten Einwand— gibt ihn vielleicht— man kann noch nicht drüber sprechen. Großer Gott— teuer bezahltes Glück! Keine Möglichkeit festzuhalten, keine... „Martin, sei gut, sei vernünftig. Kann doch keiner raus aus seiner Haut. Sieh mal, ich hätte dich weniger lieb, wenn ich so hilflos bei dir im Schlepptau hinge. Ich doch ein Grund, das— oder nicht? Willst du, daß ich dich weniger lieb haben soll?" Nein, das will er nicht, muß sie toohl lieber haben, die Klein«, als er weiß, daß chn beim bloßen Gedanken an diese Möglichkc' richtig friert. (Fortsetzung folgt.) gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern. N ich einem einleitenden Referate des Geschäftsführers des Verbandes, Dr. Seifert, wurde einvernehm- lich von allen Anwesenden folgende Entschließung angenommen: „Die am 26. Oktober 1932 versammeiieu Vertreter der rm Verbände der deutschen Selbst- verwaltungSkörper vereinigten politischen Parteien erklären: Di« Grundlage der Tätigkeit des Verbands bildet die bei seiner Gründung getroffene Vereinbarung der Vertreter der politischen Parteien, daß in den Organen des Verbandes Beschlüsse nur einstimmig gefaßt werden' können, wenn nicht etwa von Fall zu Fall vorher ein Abgehen von dieser Regel vereinbart wurde. Es ist also klar, daß der Verband eine Tätigkeit dort nicht entfalten kann, wo eine Urbereinstimmung der Vertreter der politischen Parteien ilsi Vorstände nicht vorliegt. Daraus folgt, daß der Verband im Weseneine juristisch- administrative und kommunalwirtschaftliche Beratungsstelle der deutschen Gemeinden ist, deren Tätigkei: sich nur im Rahnien der für die Gemeinden geltenden Gesetze abspielen und di« in legislatorischer, ganz besonders aber in politischer Hinsicht, soweit sie überhaupt vereinsgesetzlich möglich ist, nur dann und nur insoweit eingreifen kann, als Uebereinstimmuna in den Anschauungen der Vertreter der politischen Parteien im Vorstande in Taktik und Sache besteht. Der Kampf der Parteien in den öffentlich-rechtlichen Gemeindevertretungen und dm Parlamente» kann unmöglich auf die Plattform des Verbandes übertragen werden, weil er im Wesen ein Kampf um politische oder kommunalpolitische Macht und Geltung ist und sich dort in der Form des Mehrheitsbeschlusses äußert, der von der Minderheit anerkannt werden muß, ohne daß davon di« Zusammensetzung dieser Körper berührt würde. Ein« Tätigkeit des Verbandes gegen den Will«» und di« Anschauungen auch nur eines Vertreters der einen oder anderen Partei im Vorstande aber wäre für diese auf dem Boden einer freiwillig nach dem Bereinsgesetze gebildeten Körperschaft untragbar und hätte zwangsläufig zur Folge, daß Parteivertreter innerhalb der Gemeindevertretungen gegen die Mitgliedschaft beim Verbände aufträten. Damit lväre dem Verbände die Grundlage entzogen. Im Volk» Bewußtsein der beschränkten Mittel, die dem Verbände in seinem Bestreben nach Schuh und Erhaltung der Selbstverwaltung, zumal der deutschen Selbstverwaltung, unter den gegebenen Verhältnissen zu Gebote stehen, aner-- tennen die Vertreter der politischen Parteien den Verband als beratendes Hilfsorgan der Gemeinden und der Parteien selbst und bekräftigen seine Grundige. Die Vertreter der politischen Parteien anerkennen das bisherige Bestreben der Berbands- örgane, den Gemeinden als Sammelstell« für Kommunalpolitik und Kommunalwirtschaft unter den so schwierigen Verhältnissen nach besten Kräften zu dienen und erwarten von ihren Pärteistel- len auch für die Zukunft die möglichste Förderung des Verbandes im Interesse der Gesamtheit. Die Berbandsleitung wird ersucht, von Zeit zu Zeit, insbesondere beim Auftreten neuer, wichtiger Gemeindefragen gemeinsame Beratungen des Verbandes mit den Parteivorständen anzusetzen." Nr. 254 Donnerstag, 27. Oktober 1932 Seite 3. Ihre Suppe sättigt... nährt sie aber auch? Suppe sollte mehr leisten, als bloft den Magen zu füllen. Verwenden Sie die nahrhafte, wohlschmeckende Vitello- Margarine zur Zubereitung! Etwas (niiiiiiiniiii!iminiiiiHiiiiiiiiiniiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiniiiiiiiiiiniiiiiiiimtiiiiiiiiiiirinuiniHiiiiiiiiiiiiiiiHiii!iiiniiiiiiiiiiniiiiiiiNiiiiiimiinniiiiiiiiiiiiiiiifiHiiiiiiiinii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Gemeinden in Not! Der hökmlsrbe Mesveransdilag ohne Aenderungen angenommen. Prag, 26. Oktober. Die böhmische Landes- vertretung beendete heute noch zehn Sitzungstagen die Beratung des Landesvoranschlages für das kommende Jahr und nahm noch dem Schlußworte des Finanzreferenten Dr. K u b i sta das Budget ohne Aenderungen an. Gleichzeitig wurde über sie zahlreichen Anträge abgestimmt, wobei sämtliche von den deutschen Sozialdemokraten eingebrachten Anträge dem Lan- deSpräsideuten, beKv. dem Landesousschuß zur Erledigung zugewiesen oder an die zuständigen Kommissionen zur weiteren Behandlung geleitet wurden. Es sind dies u. a.: Der Antrag des Genossen Pölzl: Der Landesausschuß wird beauftragt, im Einvernehmen mit der Landesbehörde und den hiesür in Betracht kommenden Selbstverwaltungskörpern dafür zu sorgen, daß in allen Verwaltungsbezirken die für die kleinen und mittleren Gemeinden notwendige Beratung und Hilfe in verwal- tungsorganisatorifchen und technischen Angelegenheiten vorhanden ist. Zur Durchführung dieser Einrichtung sind bezirksweise Zweckverbände dieser Gemeinden zu gründen, deren Aufgabe es ist, die hiesür notwendigen Beamten st eilen zu schaffen, mit entsprechend vorgebildeten Anwärtern zu besetzen und gemeinsam nach einem zu vereinbarenden Schlüssel(entweder Steucrgrund- lage oder Einwohnerzahl oder beides) für die Bedeckung der Auslagen, die durch Errichtung dieser Stellen erwachsen, zu sorgen. Die Anträge des Genossen Hala: Die Landesvertretung ersucht den Herrn Landes- Präsidenten, Vorsorge zu treffen, daß das Landesgesetz Nr. 38 vom LV. April 1870 betreffend den Schutz der Bodenkultur gegen Verheerung durch Raupen, Maikäfer und andere schädliche Insekten überall genau emgehalten werde. Der Herr Landesprasident wird ersucht, mit dem Ministerium für Landwirtschaft in Verbindung zu treten, damit die Sprengel der landwirtschaftlichen Bolksbildungsschulen erweitert und womöglich auf einen Gerichtsbezirk ausgedehnt werden. Die Anträge der Genossin Schaffer: Die Landesvertretung ersucht den Herrn Landes- Präsidenten, die Regierung auf dir Notwendigkeit der raschesten Inkraftsetzung des Gesetzentwurfes über die obligatorische Stellenvermittlung aufmerksam zu machen, um zu einer plau- mäßigrn Regulierung des ArbeitSmarkteS zu kommen. Ein zweiter Antrag der Genossin Schaf- f e r verlangt Schaffung besonderer K u r s e für Arbeitslos« an den gewerblichen Fortbildungsschulen. Angenommen wurden ferner Anträge der Genossin Dentsch zugunsten der deutschen Thea, ter und der deutschen Musikakademie, sowie der gemeinsame Antrag der beiden sozialdemokratischen Klubs Mr die Landesangestellten: Die Landesvertretung erklärt, daß ein Abbau der Gehälter der Landesangestellten und Beamten auf Grund des Paragraphen 212 des Gehaltsgesetzes mit Rücksicht auf oen Stand der Landesfinanzen nicht notwendig ist. Die Landesvertretung spricht sich daher gegen die Herabsetzung der Gehakter der LandeSangestell- ten aus. Nach der Abstimmung nahm die Landesver- tretung den Bericht über den Stand der Selbst- derwaltungsfinanzen zur Kenntnis und bevollmächtigte den Landesausschuß, über die Aufnahme der 50-Millionen-Änleche zu verhandeln. Die Landesvertretung wird am 3. und 4. November nachmals zusammentreten, um die übrige Tagesordnung der Herbstsession zu erledigen. » Landesvertretung für 40 Stundcnwodie! Genossin Schaffer bracht« während der Budgetberatung folgenden Resolutionsantrag für di« 40-Stundenwoche ein, für welche st« sich mit größter Entschiedenheit einsetzte: Di« Landesvertretung ersucht die Regierung, den Gesetzentwurf des Ministeriums für soziale Fürsorge betreffend die 40-Stunden- woche als eines der wirksamsten Mittel, einem Teil der Arbeitslosen Beschäftigung zn verschaffen, einer raschen parlamentarischen Verhandlung und Erledigung znzuführen. Bei der gestrigen Abstimmung wurde der Antrag mit grosser Mehrheit angenommen, womit die- Landesvertretung ihrer Ueber- zeuaung von der Notwendigkeit der Arbeitszeitverkürzung deutlich Ausdruck gab. Urteil im„8ungsturm"'Prozeß am 5 November. Brünn, 26. Oktober.(Eigenbericht.) Heute fand der Jungsturm-Prozeß mit den Schlußreden der Verteidiger seinen vorläufigen Abschluß, da der Vorsitzende nach dem Plädoyer bekanntgab, daß das Urteil am 5. November verkündet werden soll.. Der Verteidiger des Angeklagten Horak, Dr. Dub, wies in seiner Verteidigungsrede darauf hin, daß sein Klient gar nicht Mitglied des »Jungsturms" war, sondern eher dem„Jungsturm" entgegengearbeitet hat und von jeder Schuld freigesprochen werden müsse. Eine besondere Verteidigungsrede hatte sich der Hauptan- walt Dr. L o ch m a n n zurechtgelegt, der die Angeklagten einerseits als zu jung, als daß man ihnen Politische Beweggründe für ihre Mitgliedschaft beim Jungstnrm und ihre Taten unterlegen könne, andrerseits als Opfer einer vollkommen verfehlten Erziehung hinstellte. Keine Arbeitslosenfürsorge. Angst vor der Zukunft überfällt einen, wenn man den Bericht liest, der aus 96 Gemeinden mit über 3000 Einwohnern an den Verband deutscher Selbstverwaltungskörper gerichtet wurde. Fast all« Gemeinden, die berichtet haben, stehen vordem wirtschaftlichen Zusammenbruch, sind nicht mehr imstande, ihre dringendsten Pflichten zu erfüllen. Sie erklären durchwegs, an soziale Fürsorge könne nichtgedacht werden. Können vielfach die Gehälter und Arbeitslöhne nicht mehr auszahlen, weil ihre Finanzlage von Monat zu Monat schlechter wird. Lassen wir einige Verspiele sprechen, sie zeigen eindringlicher die Notlage der Gemeinden, als wir sie bei Aufbietung des ganzen Wortschatzes unserer Sprache aufzuzeigen vermöchten. Landskron hat einen 15- bis 40prozentigen Rückgang der Einnahmen zu verzeichnen, zu dem noch der Abzug eines Umlagenübergenusses kommt. Löhn« und Gehälter können nur mit Hilfe von Kon-to- korrvntdarlehen ausbezahlt werden. Di« Unterstützung der Arbeitslosen mußt« eingestellt werden, prrchnktive Arbeitslosenfürsorge bleibt aus, weil keine Mittel zur Durchführung derselben beschafft werden können. Trautenau: Ausfall der Umlagen im ersten Halbjahr 1932 ra. 300.000 8, Abzug eines Umlagen» übergenusses. Gehälter und Löhne können nur bezahlt werden, wenn andere dringende Rechnungen unbezahlt bleiben. Arbeitslosenfürsorge ist ausgeschlossen. Jungbuch: 1031 Gesamtausfall an Einnahmen ca. 300.000 K, Abzug eines Umlagenübergenusses, so daß die Gemeinde statt 20.000 X monatlich, nur noch 8000 X erhält. Der Rückstand an Darlehensannuitäten betrug im ersten Halbjahr 183.000 K. Bon 4233 Einwohnern sind 1200 arbeitslos, trotzdem kann für die Arbeitslosen nichts getan werden. Parschnitz: Di« Steuerbasis von 80.000 K auf 30.000 K gesunken. 200 Arbeitslose. Notstandsarbeiten können nicht in Angriff genommen werden Rekcheuberg: Di« Serckung der Steuergrundlage bracht««inen Ausfall von 2.5 Millionen K. Für di« Arbeitslosenunterstützung stehen im Winter keine Mittel zur Verfügung. Charakteristisch ist der Inhalt des Berichtes d«r Gemeinde Rosenthal. Starker Rückgang der Umlagen und Abgaben. Arbeitslosenfürsorge unmöglich. „Glücklicherweise besteht in der hiesigen Gemeinde wenig und unbedeutende Industrie, so daß wesentliche Erschütterungen erst dann«intretrn können» wenn jede Lebensmöglichkeit ausgehört hat." Dörfel: Steuerbasis von 105.000 K im Jahrc 1924 auf 21.000 K im Jahre 1932 gesunken. Gehälter, Löhne und Unterstützungen müssen in Roten ausb^ahlt werde». Schwierigkeiten macht di« Beheizung der Schule. Bei 400 Arbeitslosen kann an Hilfeleistung im kommenden Winter nicht gedacht werden. Zwickau: Di« Stadt gleicht einem Jndustriefriedhof. Einnahmenrückgang enorm Löhne und Gehälter können nur ausbezahlt werden wenn andere Zahlungsverpflichtungen nicht eingelöst werden. Arbeitslosenfürsorge wegen Mangel an Mitteln ausgeschlossen. Warnsdorf: Katastrophale Verminderung der Einnahmen. Mit privater Hilf« nur konnten in der letzten Zeit Gehälter und Löhne ausbezahlt werden. Ar bei t s lo s e na u s sp eis y ng. muß in der nächsten Zeit eingestellt werden, wenn nicht von irgendeiner Seite Hilfe kommt. Schönlinde: Me Umlagenüberweisung um zwei Fünftel gesunken, Abgaben und Gebühren um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen. Bei 6601 Einwohnern zählt man 1000 Arbeitslose, für di« wegen Mangel an Mitteln nichts getan rverden kann. Groß-Schönau: 4483 Einwohner, 355 Arbeits lose. Gemeindeabgaben uird Gebühren um ein Drittel gesunken, was einem Ausfall von 40.000 8 gleichkommt, Auszahlung der Löhne und Gehälter erfolgt'n Ra'cn. laufende Rechnungen können nicht bezahlt werde» T chführung der produktiven Arberrslosenfürsoig« ist ausgeschlossen. Bodenbach: Ti« Umlagenzmveisungen bleiben g«gen die veranschlagten Summen monatlich um 100.000 K zurück. Derzeit 300.000 K fällige Annuitäten unbeglichen. Di« weiter« Durchführung der Arbeitslosenfürsorge steht in Frage. Die Durchführung von produktiver Arbeitslosenfürsorge scheitert an der Unmöglichkeit von Darlehensaufnahmen Tetschen: Senkung der St«u«rbasis um 27 Prozent. Mindereingänge der Gemeinde bei einem Erfordernis von 6.6 Millionen 8: 2 Millionen K. An produktive Arbeitslosenfürsorge ist nicht zu denken. Steinschöna«: Die Genreindeabgaben sind um di« Hälfte gesunken. Di« Steirergrundlage ist von 194.000 K auf 72.000 K zurückgegangen. Seit langer Zeit erhält die Gemeinde keine Umlagen zugewiesen. Die Gehälter Und Löhne werden ratenweise in kleinen Beträgen ausbezahlt. Beim Rentamt« erliegen unbezahlte Rech—'«gen in der- Höhe von 180.000 8. Trotz einem vom Ministerium für soziale Fürsorge bewilligten Betrage von 132.000 K kann di« Gemeinde produktive Arbeitslosenfürsorge nicht betreiben, weil ihr dazu die Mittel fehlen. Bei 5332 Einwohnern sind 3900 Personen von d«r Arbeitslosigkeit betroffen. Arnsdorf: 50prozentiger Rückgang der Gemeindeabgaben und Umlagen. Zur Bezahlung der Gehälter und Annuitäten muh laufender Kredit in Anspruch genommen werden. Di« Gemeind« vermeßt einen geradezu katastrophalen Rückgang des Wasserkonsums. Von 3572 Einwohnern beziehen 2000 staatliche Lebensmittelkarten. Haida: Lustbarkeitsabgabe, Getränkeabgabe und Wasserzins bleiben um 30 bis 40 Prozent hinter den veranschlagten Beträgen zurück. Umlagenbasis bei der allgemeinen Erwerbstoner um 60 Prozent zurückgegangen. Seit Mai bleiben Umlagenzuweisung«« aus. Dringeiche Zahlungen müssen aus laufendem Kredit gedeckt werden. 85 Prozent der Betrieb« sind stillgolegt. Die Gemeinde bezeichnet ihr« Aussichten als hoffnungslos. Laugenau: Senkung der Abgaben um 35 Pro- Ml. Bei 3327 Einwohnern sind 1600 von der Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenfürsorge bleibt aus. Teplitz-Schönau: Eine Stadt mit verhältnismäßig gutenSteuerquellen bezeichnet ihre Finanzlage ebenfalls als sehr schlecht, so daß die Juli-Annuitäten von 600.000 X nicht abgestattet werden koinrten. D>e Gemeinde sei außerstande, aus eig«n«r Kraft n-eiterhin die Arbeitslosenfürsorge aufzunehmen. Di« Aussprisung der Arbeitslosen, die Gewährung von Mietzins bei trägen ulw. mußt« Ende Juni eingestellt werde». Turn: Rückgang der Eimiahmcn. Abzug eines Umlagcnübcegenusses um monatlich 80.000 K. Gehälter und Löhne können nur mit Hilfe von Konto- korrentdarlehen bezahlt werden. Settenz: Zuschlagsgrundlage von 330.000 K auf 187.000 K gesunken. Wegen Umlagenübergenuß sind di« Umlagenzuweisungen seit Monaten eingestellt wovtzen. Die Durchführung der produktiven Arbeitslosenfürsorge ist unmöglich. Komotau: Umlagenausfall gegenüber dem Vorjahre 1 Million K. Infolge Umlagenübergenuß von Jänner bis März keine Unrlagenzuweisungen. Di« Gemeinde muß Bankkredit in Anspruch nehmen, um Gebaltcr und Löhne auszahlen zu können. Die Produktive Arbeitslosenfürsorge kann nicht betrieben werden, für die Unterstützung der Arbeitslosen wird ein Notopfer eingehoben. Die städtischen Betriebe zum Teil passiv. Die Mannesmannröhrenwerke, di« früher 8000 Arbeiter beschäftigten, haben heute nur einige hundert Arbeiter im Betriebe. Fischern: Rückgang der Gemeindeabgaben und Gebühren von 35 bis 40 Prozent. Di« Zahlungsverpflichtungen sind gewaltig angewachsen, zur Durchführung her produktiven Arbeitslosenfürsorge stehen keine Mittel zur Verfügung. Rothau: Die Stouerbasts ist von 395.000 K auf 50.000 K gesunken, die Zuweisung von 30.000 kl monatlich auf 5000 X. Die Auszahlung der Gehälter und Löhne macht groß« Schwierigkeiten, man befürchtet, daß sie in den nächsten Monaten eingestell: werden muß Musikschule und Kindergarten wurden aufgelassen. Bei 3692 Einwohnern zählt man 1032 arbeitslose Männer. Arbeitslosenfürsorge macht große Schwierigkeiten. Reutitschein: Bereits 1931 um 1 Million kl weniger Umlagen erhalten als angenommen, dazu ein Umlagenübergenuß von 1.1 Millionen K. Infolgedessen bis August um 900.000 K Umlagenabzug. Gehälter und Löhne können nur durch Dorschüsse und Kredite beschafft werden. Der produktiven Arbeitslosenfürsorge stehen geringe Miftel zur Verfügung, die aus der Sammelaktion der Gemeinde kommen. Jägerndorf: Einnahmenrückgang gegenüber 1927 von 1.5 Millionen K. Die Zahl der Arbeitslosen ist auf 400 0 gestiegen, also auf ein Fünftel der Bevölkerung. Di« Auszahlung der Löhne und Gehälter stößt aus große Schwierigkeiten. Wigstadtl: Ausfall der Gemeindeabgaben uni mehr als«in Viertel. Ausfall am Umlagen 170.00t. Kronen. Löhne und Gehälter können nur durch die Inanspruchnahme von Krediten ausbezahlt werden Bei 4809 Einwohnern werde» 2951, also fast di« Hälfte der Bevölkerung, als Arbeitslose gezählt. Trotz aller Anstrengung kann man das Arbeitslosenfürsorgeprogramm nur zum kleinsten Teil durchführen. * f- Das ist eine Auslese und dazu nur ein knapper Auszug aus den Berichten der einzelnen Gemeinden an de» Verband der deutschen Selbstverwaltungskörper. Er genügt, um darzutun, in welch furchtbarer Lage sich die deutschen Gemeinden dieses Staates befinden. Er müßte eine Mahnung sein an alle, di« über das Geschick der Menschen in der Republik zu entscheiden haben. Eine Mahnung zum raschen Handeln, wenn man nicht will, daß die Wirtschaftsgrundlagen unserer Kultur ihren letzten Rest von Wir« kungsmöglichieit einbnßen und aus der Not der Gemeinden das Chaos und der endgsirltige Zusammenbruch erfolgt. Noch funktioniert die Kommune. Wie lange aber noch, weiß niemand Liest man die Berichte aus den Gemeinden, dann zweifelt man daran,-aß dieses entsetzliche Schicksal unserer Kommunen noch lange getragen und mit dem Einsatz Persönlicher Energie^ und Opferwilligleit einer Besserung entgegen,'geführt werden kann. Auch in politischer Hinsicht ist der Bericht sehr lehrreich. Er bestätigt die Berechtigung unseres Kampfes gegen Gemeindefinanzgesetz und Bevwaltungsreform. Mag sein, daß die Wirtschaftskrise, die der bürgerlichen Ordnung dieser Welt entspringt, einen wesentlichen Anteil an dem Zusammenbruch der Gemeinden hat, aber eben so sicher ist, daß die Setbstverwaltungskör-' Per ohne die ihr durch die Bürgerkoalition angelegten Fesseln sich der schrecklichen AuSwirkun- gen der Wirtschaftskrise viel erfolgreicher hätte erwehren können, als die nach jeder Richtung hin entrechtet« und gedrosselte Gemeinde. Deshalb fordern wir in Anbetracht der gräßlichen finanziellen Lag« der Kommünen, neben der Sanierung derselben, vor allem die Beseitigung der Gesetze, die es den Gemeinden.unmöglich machen, sich und damit den Menschen zu helfen. Theater- and KnnstinslNuf e am Rande des Rums. Zum Kapitel„Kunst und Bildung" sprach in der Landesvertretung Genossin Deutsch.: Di« schwer« Theaterkrise kann nicht oft genug betont werden; unseren'deutschen Theatern geht es von Jahr zu Jahr schlechter. Wiederholt haben die Organisationen der Selbstverwaltungskörper, der Bühnenunternehmer und der Bühnenangestellten über die Möglichkeit von Sparmaßnahmen beraten. Aber bei all diesen Verhandlungen kam man zu dem Ergebnis, daß sich all« Vorkehrungen auf dem Rücken der Theaterangcstellt«« zuerst auswirken würden. Di« Defizit« der Theater steigen von Jahr zu Jahr. Das Aussiger Stadttheater z. B. hat in den letzten Jahren von 1926 bis 1931 Defizite in der Höhe von rund 2 Millionen gehabt. Bei einer Beratung der theatererhaltenden Städte im Jahre 1931 wurde klar ausgesprochen, daß die Städte nicht mehr in der Lag« sind, ihr« Theater genügend zu subventionieren. Die Zuwendungen von den Bezirken, vom Land und vom Staat sind ganz unzureichend. Notwendig wäre di« Erlassung der an das Land abzuführend«» 12 Prozent der Lustbarkeitsabgabe zugunsten d«r Gemeinden für die Erhöhung des Theateretats. Die Herabsetzung des Landesbeitrages um 10 Prozent gegen das Vorjahr trifft uns«« deutschen Provinztheat«r sehr hart., Genossin Deutsch hebt dann die Forderungen des Prager deutsche« Theaters hervor und setzt sich fürdiedeutscheMusikakademie ein. Die deutsche Musikakad«mie nimmt im Musikleben der deutschen Bevölkerung der Republik denselben Rang ein, den das tschechisch« Konservatorium für die tschechische Bevölkerung hat. Wi« aber ist di« Musikakad«mi« gegenüber dem Staatskonserva- torinm benachteiligt! Der Gesamtabgang der deutschen Musikakademie betrug in den beiden letzten Jahren 432.363 bzw. 617.372 K jährlich. Um das Budget halbwegs ins Gleichgewicht zu bringen, mußte der Betrieb ganz unerhört gedrosselt werden. Es mußten Professoren entlassen und Gehaltskürzungen vorgenommen werden. Man hat aber auch Maßnahmen getroffen, die die Schüler treffen und vor allem die Bedürftigsten benachtai- ligen. Man hat das Schulgeld erhöhen müssen, man hat Frei Plätze suspendieren müssen. Wir müssen leider täglich mit Schmerzen konstatieren, wie wenig Verständnis für die Notwendigkeiten unseres kulturellen Lebens, für unser« Theater, unsere Mnsikäkademie, unser ganzes Kunstleben vorhanden ist. Seite 4 Donnerstag, 27. Oktober 1882 Ar. 284 1 0 Tagesneuigkeiten Im Einzel verkauf: 10 Kronen. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus ve« Programme»-.. Freitag. Prag: 8.15: Gymnastik, 11: Rundfunk, 12: Prager Bläserorchester, 18: Deutsche Sendung: Unsere Heimat im Lied, 20: Philharmo irisches Konzert.— Briiun: 18: Deutsche Sendung Lieder, 22.20: Volksblaskapelle.— Berlin: 14: An: Mozarts Opern, 16.30: Lieder.— Breslau: 16: Volkslieder, 22.50: Orchesterlonzert.— Hamburg: 20: Mozart.— Königsberg: 20.05: Große Messe k-Moll von Bruckner.— Langenberg: 21.35: Abendkonzert, 22.30: Worüber man in Amerika spricht.— Wien: 20.15: Sudeteudeutscher Abend, 22.20: Alte und neue Schlager. Es wird nun behauptet, daß der angebliche im Jahre 1839 geborene uneheliche Sohn des Horvath, Wilhelm Otto, um 1900 herum wegen des Hortvathschen Nachlasses vor dem Amtsgericht in Greifenberg vernommen worden sein oll. Er soll den Nachlaß seinen Kinder« vermacht haben. Das eine der Kinder— di« Arbeiterehefrau Auguste Tank geborene Otto aus Schmalentin bei Greifenberg in Pommern—: erklärt, daß sie bei Abwesenheit des Erblassers gelegentlich einmal auf einem Schreiben des Amtsgerichts— wahrscheinlich auf einer Testamentabschrift— die Unterschrift Gaspar Horvaths gesehen hab«. Ihr Vater habe dann nur noch auf dem Krankenlager kurz vor seinem Tode von der Urkunde gesprochen. Er soll Frau Tank um Aufbewahrung seines Gebetbuches gebeten haben, da es jene Urkunde enthalte.» Frau Tank gibt mm an, daß sie dem Vater das Gebetbuch nach flüchtiger erfolgloser Durchsicht mit ins Grab gegeben habe, zumal ihr die Erklärungen ihres Vaters unheimlich geklungen hätten. Als Frau Tank in der Zeitung las, daß von Sidney aus die Horvath'schen Erben' gesucht werden, ließ sie den Sarg ihres Vaters öffnen und nach der Urkunde durchsuchen: es waren aber nur noch die Deckel des Gebetbuches vorhanden .,. Das Papier des Gebetbuches war vollkom- men zerfallen. Herrlichen Seiten entgegen 30 Tage wirksames Gas. Die Militärchemie der Bereinigten Staaten hat das Gas Uperit, das schon während des Krieges angewandt wurde, zur Füllung von Luftbomben verwandt und deren Wirksamkeit allmählich bis zu kaum vorstellbaren Grenzen gesteigert. Amerikanische Militärflieger haben in längster Zeit Abwurfverfuchc mit Luftbomben durchgeführt, die zehn Tonnen schwer sind und bis zu fünf Tonnen Iperit enthalten. Die Ergebnisse der Versuche werden geheim gehalten. Ma« kann sich aber ungefähr eine Vorstellung von der Wirkung machen, wenn man bedenkt, daß nach Sachverständigenurteilen zehn Tonnen Iperit genügen, um einen Quadratkilometer vollkommen zu vergiften. Das Aperit gehört zu den wenigflüchtigen Gasen, denn es bleibt aus offenem Gelände bei mäßiger Windstärke zwei bis acht, ja bis zehn Tage liegen; in Städten und in Gebüsch und Wald, wo es zusammengehalten wird, ist seine Wirksamkeit noch nach dreißig Tagen festgestellt worden. Die Tiefenwirkung einer nur zwei Tonnen schweren Luftbombe beträgt bereits 7.5 Meter. Danach kann man sich ungefähr eine Vorstellung von der Wirkung der neuen Gasbomben machen. Schrecklicher Tod eines Lokomotivführers. Aus Tyrnau wird berichtet: Der Lokomotiv- sichrer Alois Hruschka aus Neutra geriet tn Zbehh unter eine fahrende Lokomotive und wurde in Stücke gerissen. Hruschka führte einen Lastzug von Neutra nach Radoschina. In Zbehy, wo oer Zug hielt, ging er über die Geleise zu dem ihm bekannten Führer eines Personenzuges, der, gleichfalls Aufenthalt hatte. Plötzlich besann sich Hruschka, daß für ihn die Zeit zur Abfahrt gekommen war, lief über das Geleise, bemerkte aber nicht, daß eben«in« Borschublokomotive ! heranbrauste. Der Unglückliche kam unter die Maschine und wurde zerstückelt. Ein Autobus überfährt einen Arbeiter. Gestern früh ereignete sich bei Mariaschein ein tödlicher Autounfall, über den uns ein Augenzeuge frlgende Einzelheiten berichtet: Etwa gegen sieben Uhr 40 früh fuhr«in Autobus von Mariaschein I nach Testlitz. Unterhalb der Steingutfabrik bei Mariaschein auf der Berbindungsstraße von Mariaschein zur Staatsstraße(beim ehemaligen I Toppelhoffschacht II) fuhr mit einem Handwagen I der in Graupen wohnhafte 70 Jahre alt« Berg- I mann Gudra, neben welchem seine zwei Enkelkinder gingen. Gudra fuhr auf der linken Seite der Straße. Als er die Signale des Autobusses I hörte, gab er den beiden Kindern einen Wink, I sie möge« ausweichen. Gudra selbst ging dabei I einige Schritt« nach rechts und kam dadurch gegen I die Straßenmitte. I« diesem Augenblick gab der Auwbus neuerlich ei« Signal, das den alten I Mann so erschreckte, daß er statt zur Seite, einen I Schritt weiter nach rechts sprang. Trotzdem der Chauffeur des Autobusses versuchte, seinen Wagen sofort zum Stehen zu bringen, wurde Gudra vo« der Lampe des Wagens erfaßt, zu Boden geworfen l und überfahren. Er erlitt eine schwere Wunde auf der Stirn und am Hinterkopf und war sofort tot. Schadenfeuer bei Görkau. In Pirken bei Görkau ist im Einfamilienhaus des Maurers I Theodor Mittelbach aus bisher nicht aufgeklär- 1 I ter Ursache ein Brand entstanden, dem das Ge- \ I bäude bis auf die Grundmauern zum Opfer fiel. IJm letzten Augenblick gelang es, ein schlafendes - Kind aus dem brennenden Haus« zu retten. Die ; gesamte Habe der Familie ist dem Feuer zum - Opfer gefallen. Gefaßte Tabakschmuggler. Aus W e i P e r t Iwird uns berichtet: Im anschließenden Oberbä- Irenstein wurde von einem Beamten der Grenz- s aufsichtsstelle ein Mann gestellt, der 140 Pakete tschechoslowakischen Tabaks bei sich trug. Dieser Tabak sollte mittels eines bereitgestellten Motorrades weiterbefördert werden. Außer der Beschlagnahme des SchmuWlergutes und der zu gewärtigenden hohen Zollstrafe haben die beeiden Pascher--7 denn auch der Motorradfahrer war an dem Gelingen des Schmuggels interessiert— noch den Verlust des Fahrzeuges zu beklagen. Freitod eines Verurteilten. Kommerzienrat D e l a p 0 r t e, der im Prozeß gegen die Direktoren der„Bahrifchen ElektrizitatÄieferungS-Ge- fellfchaft" zu einem Jahr sechs Monate« Gefängnis und einer Geldstrafe von 6000 RM verurteilt worden war, hat sich Dienstag nachts mit Gas vergiftet. Einem Nazi wird.cheimgegeigt". Die Leitung des Frankfurter Orchestervereins hatte, Wohl auf Weisung der obersten Rundfunkbehörde, als Solisten ihres Montags-Konzertes den Geiger Gustav Havemann verpflichtet, der als Dirigent eines BcÄiner nationalsozialistischen Orchesters sich parteipolitisch sehr stark exponiert hat. Vor und während des Konzerts kam es zu politischen Kundgebungen. Auf der Straße wurden Handzettel verteilt, die zum Boykott des fascistischen Rundfunks aufforderten und das Verhalten Havemanns glossierten, der für Geld das Konzert des ,D°uden" Mendelssohn spiele. Als Havemann das Podium betrat, I wurde er mit einem Pseifkonzert empfangen. I Schließlich konnte das Konzert ohne Störung zu I Ende geführt werden. Am Schluß des Musik- I stückes begann Beifall und Pfeifkonzert aufs neue. vewaMges Interesse sür unsere«- Bartettag. 11 Bisher über 600 Teilnehmer gemeldet. Nach den vorliegenden Anmeldungen zu\ Ichlicßen, wird der am Samstag beginnende Par-1 te'taq m Prag die größte politische! Tagung der sudctendeutschen Arbeiterbewegung seit dem Karlsbader Jubiläumskongreß sein. Bisher sind 442 Delegierte und 160 Gäste angemeldet. Auch die Frauen-Rcichs- konferenz wird von über 100 Genossinnen beschickt sein. Unter den Parteitagsdelegierten befindet sich auch eine größere Anzahl von arbeitslosen Genossen, da auf Wunsch des Parteivorstandes bei den Delegierungen gerade auf diese Schichte besondere Rücksicht zu neh-1 men war, deren Schicksalsproblem im Mittelpunkte der Verhandlungen stehen wird. Bei dem! außerordentlichen Interesse, welches in ollen Organisationen für den Parteitag herrscht, ist fast zu befürchten, daß sich der große Saal der Produktenbörse für den gewaltigen Andrang der Teilnehmer als zu lleiu erweisen wird. Als Vertreter der österreichischen Btuder-1 Partei wird der Präsident des Nationalrates, unser alter Fremrd Genosse Dr. Karl Renner! kommen. Bon der Frauen-Reichskonferenz wird an dem Parteitage die Nationalrätin Genossin Adelheid Popp, die Vorlämpferm der österreichischen Frauenbewegung, teilnehmen. Die als! Referentin auf der Frauenkonferenz angekündigte I Reichstagsabgeordnete, Genossin Toni Sender, wird trotz den Verpflichtungen des Wahlkampfes heriiberkonlmen. Bon der ungarischen Bruderpartei ist der Sekretär ihrer Parlamentsfvaktion, Genosse M 0 n u s, als Delegierter gemeldet. Außerdem wird eine größere Abordnung der tschechischen Bruderpartei den Parteitogsverhandlungen beiwohnen. Somit ist zu hoffen, daß auch das äußere Bild des Parteitages ein Zeugnis der ungebrochenen Schlagkraft unserer Partei und ihrer internationalen Verbundenheit mit den Bruderparteien darbieten wird. Betrieb kaum im Gang- 28 Arbeiter ganerMet! Rosenberg(Oberpfalz), 26. Oktober. Bei der Wiederinbetriebsetzung der bisher stillgelegten Hochöfen der Maximilionhütte ereignete sich ein schwerer Betriebsunfall. Aus undicht gewordenen Rohren strömte Gas aus, wodurch 28 Hüttenarbeiter teils schwere, teil- leichte Gasvergiftungen erlittenen,I' doch besteht bei keinem Arbeiter Lebensgefahr. Sensationelle Entführungen in Argentinien. Für einen MillionärSsohn wir di« ganze bewaffnet« Macht eingesetzt. London, 26. Oktober.„Daily Herald" ver-1 öffentlicht aus Buenos Aires die aufsehenerregende Meldung, daß der Sohn des argentinischen Finanzministers, Santiago Hueylo, und der Sohn des Millionärs Ayarza vonI einer Verbrecherbande entführt worden sind, um von ihren Vätern ein unerhört großes Löse-I g e l d zu erpressen. Dem jungen Hueylo sei I es gelungen, zu entkommen. Ayarza aber be- finde sich noch in Gefangenschaft. Di« Tat sei! allem Anschein nach von der Berbrecherorgani-1 sation Mafia ausgeführt worden, die früher in! Süditalien große Macht hatte und in Argentinien noch heute Zweigorganisationen besitzen soll. Die I argentinische Regierung hat zahlreiche verdächtige Personen verhaften lassen und drei Regimenter,! Panzerwagen und Flugzeuge eingesetzt, um die I Verbrecherbande unschädlich zu machen und Ayarza zu befreien. As Fahre Mer! Eger, 26. Oktober. Ein Prozeß, der die Justizbehörden schon seit dem Jahre 1921 beschäftigt, wurde heute durch das Urteil des Schwurgerichts beendet. Nach dreitägiger Verhandlung wurde der Bergarbeiter Josef Pläk, oer angeklagt ist in der Nacht zum 22. Feber 1921 den Heger Josef Dolansky in Hojkov bei Lu- benz ermordet zu haben, von den Geschworenen min zehn Stimmen gegen zwei Stimmen des vollbrachten Mordes schuldig gesprochen und zn zwanzigJahren schweren Kerkers perurteilt. Der Verteidiger, Dr. Kriegelsteiner meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Ziehung der Nlafieulotterle 40.000 K: 87.512 20.000 K: 83.807 10.000 K: 21.110, 57.327, 78.268, 99.122 5000 K: 770, 21.844, 25.302, 27.729, 28.276, 36.942, 47.636, 49.454, 49.817, 57.176, 60.175, 61.053, 61.475, 69.293, 70.265, 70.981, 87.382, 101.623 2000 K: 7.033, 11.152, 12.891, 17.190, 18.471, 19.519, 19.613, 19.884, 20.947, 25.274, 25.766, 28.566, 29.268, 20.469, 35.242, 39.285, 42.658, 43.062, 45.450, 51.721, 51.906, 52.992, 55.639, 57.538, 58.133, 61.788, 63.201, 63.636, 63.714, 64.9-2, 65.678, 68.119, 72.740, 74.792, 77.380, 78.652, 81.158, 85.217, 87.487, 90.712, 03.109, 96.704, 100.848, 108.791 1200 K: 2632, 8672, 11814, 6368, 6524, 7960, 8914, 11.714, 14.799. 20.336, 23.987, 27.880, 28.869, 29.472, 84.830, 37.289, 43.159, 44.664, 54.392, 59.922, 60.805, 84.335, 64.947, 66 135, 68.553, 71,308, 76.885, 77.311, 17.414, 79.386. 81.778, 84.062, 86.618, 98.995. 99.245. Ter Treffer von 40.000 8 entfällt auf Karlstader Spieler, der von 20.000 K aus kleine Spieler in Böhmen. Ein« verhütet« und ein« geschehene Autokata- strophe. Ein B e r l in e r Kraftfahrer bemerkte Montag abends bei Wannsee, quer über den Weg gespannt, ein Drahtseil. Auf der einen Seite war es an einem Zaunpfahl befestigt, auf der anderen an einem Baum verknotet. Es befand sich etwa 30 Zentimeter über dem Erdboden. Vorsichtiges Fahren hat die Insassen des Kraft- wagens vor Umheil bewahrt.—Zwischen einem Kraftwagen und einem Straßenbahnwagen ereignete nch Dienstag abends in Leipzig ein Zusammenstoß, bei dem zwei Personen ge- töte.t und eine schwer verletzt wurde. Der Kraftwagen wurde zertrümmert. Drei Todesopfer eines Familiendramas. Der Gerichtshof von Fünflirchen hatte der Schei- dungsllage eines Bauern aus einer Gemeinde im Komitat Baranya stattgegeben und den Mann zur Zählung eines monatlichen Unterhaltsbeitrages an die geschiedene Gattin verpflichtet. Hieraus hat der Mann seine geschiedene Frau und deren Mutter, als sie von der Gerichtsverhandlung heimkehrten, aus der Landstraße angegriffen und beide erschlagen. Der Täter flüchtete sodann iri seihen Weinkeller'u'tid erhängt« sich dort: Schwere Gefängnisstrafen wegen Devisenschmuggels. Vom Berliner Schöffengericht wurden der Bankdirektor Heinrich Dietrich wegen Devisenvergehens zu«mem Jahr sechs Monaten Gefängnis und 40.000 Reichsmark Geldstrafe, wegen Beihilfe, der Bankrevisor Ruben Kohn und der Maller Julius Pick zu je sechs Monaten Gefängnis und je 3000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Dietrich wurde vorgeworfen, für 70Ü.000 Reichsmark Effekten aus holländischen und schweizerischen Besitz verschoben zu haben. Den Gegenwert legte er zwar auf Sperrkonto an, führte aber dann das vereinnahmte Geld in Keinen Beträgen ins Ausland. Ein Schach-Großkampftag in Pilse». Dienstag, den 25. Oktober, kam auf Einladung der Pilsner Schachklubs Schachmeister Flohr nach Pilsen, um eine Simultanpartie gegen 46 Spieler, Mitglieder von Pilsner Schachklubs, zu spielen. Flohrs Produktion zog sich bis über Mitternacht hinaus. Nach sechsstündigem Spiele gewann Flohr 35 Partien, 3 verlor und 7 remistette er. Er verlor gegen Zelenka, Kubal und Seitz. Ein roter Genossenschaftsvorsteher. Bei der Bcrsteherwahl haben di« sozialdemokratische» Gewerbetreibenden die Wiener Schuhmachermeister- genossenschaft erobert. Zum Vorsteher wurde der sozialdemokratische Kandidat Urbanek gewählt. Er erhielt 2607 Stimmen, während auf den Kandidaten der Nazi und der„Unabhängigen" — einer Mischgruppe der Heimwehrler und anderer Splittergruppen— 2070 Stimmen entfielen. Damit haben die Sozialdemokraten die zweitgrößte der Wiener Gewerbegenossenschaften erobert. Die breiten Schichten der Gewerbetreibenden erkennen immer deutlicher, daß nur die Sozialdemokratie wirksam ihre Interessen z« vertreten vermag! Das Drama im Busch. Em tragisches Nachspiel fand di« Errettung der deutschen Piloten Bertram und Klausmann, die, wie erinnerlich, ein günstiges Geschick in letzter Stunde dem Hun- aertode im australischen Busch entrissen hat. Bertram fft vollkommen wiederhergestellt und hält in. den größeren Städten Australiens Bor- träste über seine Erlebnisse. KlauSmann aber schernt bedenkliche geistige Schädigungen davongetragen zu haben; er führt wirre Reden, erkennt seine Freunde nicht usw. Aerzte beobachten ihn. Ei« Nazi ermordet sein« Frau. In Stendal wurde am Dienstag die 25 Jahre alte Ehefrau des Maurers Karl Jalas ermordet aufgefunden. Der Leichnam, der in einem verdeckten Brunnen schwamm, wies zahlreiche Stiche Tanzvorführungen ixt Durnerin- praq nen und Turner. Als Gäste wirken mit der rhythmische Frauen-Bewegungschor der DTJ. 1. Kreis und die Akrobatengrnppe der DTJ. Pankratz. Nach deui Programm Tanz. Kapelle Papevt. E i n t r i t t s k a r t e n zu 6 Kc find im Vorverkauf bei allen Mitgliedern hes Bsreines zu haben. Arbeiterverein Kinderfrrund«, Ortsgruppe Prag. Montag, den 81. O k t o b« r, u a ch zn i t t a g r 3 Uhr im Saale der Gee., Prag II., Füg. ncrovo»am. 4, Ki n de r na ch m i t t ag mit Lichtbildervorträgen, verbunden mit einer Kinder^ jaus«. eietftiek t«■ k— C k• f t e a■ 11 e■ t. SUkcln Nies»««- veranlwoultch«« N«kiktei>r Dr Em» Pr„.- Drucke»Nol«' A-V für Aeitung* unk Vuchdnuk. P«q— Für den Druck vrra»U»»rck!ch: Ott» Hoti«. Prag. Die Zei: ngSmarkrnsranl.nur wurde vou der Post-». relegraphendirckiion Ml: Erlaß Nr l3.SV0/VII/lWÜ dewlllrgl— Vejugsdedinaunge». Vei Zustellung ins Haus oder ta Bezug durch die Poft monatlich KL 16.—, vierteljährlich K4 s8.—u k»iki««(i.— KMUdtaai km«rs-lqt am M UaftatoMi tat Httrnnrnta. Kino von heute. gegenüber ist einfach rührend. Schade um die viele Arbeit! Das Premierenpirblikum lacht« dort, wo das Magyarenherz mit Geigen u»rd Cymbal zu beben beliebt!\V- Lg. II? a dar Heim des Nafseabemuhken a a Arbeiters gehört d. Zeutralorgan. 11 Deutschen sozialdemokr.«eveitrrpartri 11 „Sozialdemokrat"—II Sette 8. „Sozialdemokrat Donnerstag. 27. Oktober 1932. Nr. 254. BEI REGEN UND PLANTSCHWETTER Bei Frostwetter schwarz oder* Modell 3162*00 Elegante leichte Tanz-Halbschuhe. Braun oder schwarz Box mit Gummisohle. Mattbox mit Lack gechmackvol) verziert Schnürbänder 1 Paar 20 Heller Ganzgummi-Oberschuhe Für IQnder: lackierte Ganzgummi-Oberschuhe warm gefOttert« Gr, 19-26 KE15--, 27-34 KJ 19.- Broun Gummi-Galoschen, kotfvtter. Zum Tanz: Atlasschuhe passend zur. Farbe Ihres Kleides. Schwarze oder braune Ganzgummi-Ober* schuhe. Warmes Trikotfutter. Herren-Meltonschuhe mit Sohle und Besatz aus Leder- Warm gefuttert. Praktischer Reissverschluss. Grösse 27-34 Modell 6812-61 Für Kinder: Ganzgummi-Galoschen. 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