Sinzelpreis 70 Heller. (Einschließlich 6 Heller Porto) 12 Jahrgang. Donnerstag, i. Dezember 1932 Nr. 283. Hitler spielt den Gekränkten Die Fräse der Schuldenzahluns- s Aastritt der Sozialdemokraten aus der badischen Koalition. Karlsruhe, 30. Novencker. Der stzialdemo- kratische Abgeordnete Rückert hat sein Amt als Staatsrat und stellvertretender Innenminister medcrgeleyt. Damit ist die Sozialdemokratie endgültig aus der badischen Regierung ausgeschieden. gen ab., zu Strasser, Goebbels Strasser und Berlin auf. gestern mit ihnen ans Wunsch Schleicher» eine Unterredung, die sich um den von Schleicher verlangten politischen Waffenstillstand drehte^ Dl« beide» Nazisiihrer sollen dabei.zugesagt habe», aus Hitler mäßigend einzuwirken. Fttnfmfiditekonlerenz In Genf. Beginn am Freitag. London, 30. November.(Reuter.) Die Ber- ■ Handlungen zwischen den Vertretern der fünf Hauptmächte über die Wiederbeteiliguna Deutsch- ! lands bei der Abrüstungskonferenz werden wahr- ! scheinlich am 2. Dezember in Gens beginnen. !Für Großbritannien werden an diesen Beirattrn» Igen Premierminister Macdonald und Außen- ! Minister Dir Simon teilnehmen. Thüringer Wahlen sind ihm„wichtiger“ als die Besprechung mit Schleicher.- Schleicher wird doch heute ernannt? Berlin, 30. November. Die, für heute er» I stattgesundcn hat, weil die Situation innerhalb wartete Aussprache zwischen Hitler und dem brr Führung der NSDAP noch nicht geklärt war. —-tz " iii^.si ii..«ine Entscheidung fallen mutz, spiele« will, ist nämlich nicht, wie man urspriing-! I» den letzten 24 Stunden ist auch in der Per- Man rechnet bestimmt damit, datz doch General von Schleicher mit der Kabinetts- bildnng beauftragt werden wird. vrel neue Senatssilze lür die belgischen Sozialisten. Brüssel, 30. November. Die Partriznge- hörigkeit der Sonntag getvählten 83 Senatoren ist folgende: Katholiken 42,(Gewinn 1 Mandat), Sozialisten 39(Ge w i n u 3 Mandate),' Liberale 11(Verlust 2 Mandate), Flämisch, Nationalisten 1(Verlust 2 Mandate). Zn einer Woche werden von den v«z i r k 4- vertretungrn weiter« 44 Senatoren ge« wählt werden, und vor Weihnachten wird der neue Senat nach der Propornonalvertrrtung die! restlichen 22 Mitglieder kooptieren. Diiierenzen del der Führer’ Besprechung. von der heutigen Führerbesprechung in Weimar soll es abhange«, ob Hitler für Donnerstag der Einladung Schleichers nach Berlin Folge leisten wird. In Berlin wollt« man heute abend wisse«, datz di« Geister in der Weimarer Besprechung ziemlich scharf aufeinander geprallt feien und datz der ursprünglich«och für heut« erwartete Besuch Hitlers deshalb nicht nohenzoller n-lntrigen? Hindenburg angeblich omlsmiide. Berlin, 30. November. Das Blatt der christ- 1 liehen Gewerkschaften„Der Deutsche" berichtet, j baß in den Kreisen, die den Sturz der Regierung Brüning herbeifuhrten, danach gestrebt wird, datz der Reichspräsident entweder zurücktret« oder die Verfassung veröle tz e. Wie das Blatt erfährt, sei es kein Geheim- ! nis, daß sich Hindenburg am letzten Samstag (ernstlich mit dem Gedanken befaßte, sein Amt n i ed« rzuleg e n und in einer Proklamation an das deutsche Volk seinen Schritt zu begründen, Der Kandidat der Kreise, die die Demission Hindenburgs anstreben, ist der bisherige Reichskanzler von Pa Pen. Für den Mll, daß es zum Rücktritt Hindenburgs käme, hoffen diese Kreise, daß man an die E i n s a tz.n n g.e i-n« s R e i ch s-> Verwesers schiechen konnte. In der Familie Hohenzollern fei aber bisher kein« Einigkeit, Vex dieses Amt leiten sollte. Di« Gemahlin des Exkaisers H e r m'i n.e.iei ip der letzten Zeit in Berlin gewesen. Wie bekannt/ sei der Exkaiser nicht einverstanden, daß brr ehemalige Kronprinz Reichsverlveser werde. Desgleichen s«i die Gemahlin des-KrouPrinzen dagegen, daß ihr Gatte mit einem solchen Amt betraut werde, und sie strebe darnach, daß dieses Amt ihrem ältesten Sohn.« übertragen werde. Diese Pläne, wiewohl sie sehr phantastisch lauten, sollen, nach dem Blatte,> die entscheidende Rolle in den jetzigen Verhandlungen hinter den Kulisfen spielen../- Unter der Fuchtel. Rom, 30. Novontber. Der Parteisekretär hat den Adgeordneteil T u r a t i auf unbestiinnue Zeit seiner Dienstgcschäfte enthoben, weil er sich in Privatbr'ef.'n, die der Oeflentlichk.i» zugang- j lich wurden, bedauerliche und unzulässige Aeuße rungen habe zuschuidÄr-kommen lassen. Schreckensurteile der ungarischen iilasseuiusür Budapest, 30, November.(MTJ.) Der Budapester Strafgerichtshof verkündete heute das Urteil im Prozeß gegen den ehenraligcn Privatdozenten Madszar und den Kaufmann Poll sowie acht Mitangeklagte,, die beschuldigt waren, an einer kommunistischen Verschwörung s teilgenommen zu haben.. Das Gericht verurteilt den Hauptangeklagten Poll wegen versuchten^ Umsturzes der bestehenden staatlichen uttd gesell-! schaftlichen Ordnung zu vier Zähren, zwei Monaten Zuchthaus, die übrigen Angeklagten zu Gefängnisstrafen zwischen 3 und 12 Monaten. Madszar erhielt sechs Monate Gefängnis. rin neuer Fememord in Braunschweig. Braunschweig, 29.' November.(Eig.-Ber.) Zn der Oker wurde die Leiche eines öOjechvigen Mannes entdeckt, der allem Anschein nach einem Fememord, zum Opfer gefallen ist."Der von Anglern geborgen« Tote trug ein Exemplar deS Braunschweigischen Naziblattes in der Tasche. Die Untersuchung hat ergeben, daß der bis jetzt noch unbekannt« Mann im Bürgerpark mit einer Eisen st angr erschlag«» und dann in die Oker geworfen wurde. Zn der Hauptstadt das Herrn Klagges ist dies innerhalb weniger Wochen der zweit« Fememord. Der erste wurde an dem SS.- Mann Kampe verübt, der in ein Auto ge- lcwen, unterwegs heraiisgewarfen nnj) dataus von dem SS.-Mann Kauve.erschossen-wurde. Der Mörder ist bis heut« noch nicht gefaßt. wartete Aussprache zwischen Hitler und dem brr Führung der NSDAP noch nicht geklärt war. General Schleicher hat nicht stattgefnnde«. s Hitler, der anscheinend den völlig Unerbittlichen' g"m'ständ"en lich annahm, gestern abends nach Berlin, sonl rrn j sonenfra^e ein sbrrker Umschwung eingetteteu. demonstrativ nach Wei m a r gefahren. Der „Angriff" kommentiert diese Reise mit der Be merkung, datz dem Führer vorerst der Gemeinde wahlkamps in Thüringen wichtiger erscheine. Es sei auch nicht emzufehe«, welch«« Zweck neue Verhandlungen haben sollten, da man auf der Gegenseite„immer noch nicht geneigt sei, persön liche Abneigungen hinter di« Schicksalsfrage« der Nation zurückzustellen." I« Weimar hält Hitler Führerbesprechun- denrn heute abends noch Gregor Dr. Frick, Göring und Dr. aus Berlin berufen wurden. Frick hielten sich seit Dienstag in Prälat Koas vom Zentrum hatte Vs« H. N. Brailsfford(London). Im Altertum wurden in regelmäßigen Zertabständen die Schuldner von ihren Lasten befreit.„Die Schrlldtafeln wurden eingeschmolzen", wie die Römer sagten. Die Griechen und die Römer wußten, daß. im Wucher ein Explosivstoff liegt, der die Gesellschaft sprengen kann. Den Amerikanern steht diese Entdeckung noch bevor. Wenn sie sie nicht bald machen, dann bedeutet das. für die kapitalistische Weltordnung nicht eine Krise, sondern einen Krach. Derartige Gedanken bewegten manchen Sozialisten beim Lesen der Nachricht, daß Präsident Hoover sich weigert, sein Moratorium für die europäischen Schuldner Amerikas zu verlängern. Es ist mehr auf dem Spiel Äs die Frage des Ausgleichs des britischen Budgets oder der Rettung des Pfundes vor dem Sturz. Schulden sind in den letzten drei Jahren zur .Hauptsorge unseres Plmteten geworden. Sie haben ein halbes Dutzend Revolutionen in Südamerika hervorgerufen. Obwvhl niemand es aüssprqch, waren sie der Hintergrund von Mahatma Gandhis trotzigem.Kampf gegen das britische Weltreich. Sie haben einen der- australischen Staaten unter einer linken Ar- beiterregicrrmg zu offener Revolte getrieben. Sie sind teilweise die Erklärung fiir Hitlers -Erfolge, Bpu Wien bis When sind sie di« bc- herrschende Tatsache des Lebens. Und fetzt geht zttm ersten Male London, der traditionelle Geldverleiher der Welt, als verlegener- Schuld-, ner den Erfahrungeillentgegen, die.der übrigen Welt schmerzlich wohlbekannt sind. Der britische Fall hat jedoch gewisse Eigentümlichkeiten. England war der erste Staat, der mit Amerika ein Schuldenabkom- men schloß. und die Bedingungen waren für England unbegreiflich schwer. Amerika hat auf einen Teil Mer seiner Schulden verzichtet, aber während der Verzicht bei Frankreich 50 Prozent und bei Italien 74 Prozent ausmachte, ließ es gegenüber England nur 17.7 Prozent nach. Infolgedessen muß England in den nächsten zwei Menschenaltern bis zur endgültigen Abzahlung der Schuld gegenüber einem Betrog von 4604 Millionen Dollars, den es tatsächlich erhalten hat, nicht tvenüzer als 11.106 Millionen zurückzahlen. So gewaltig ist selbst bei einem niedrigen Zinsfuß die Macht des Wuchers. Und zweitens: Während Aenderungen in der Kaufkraft des Geldes alle Schulden beeinflußt haben, geschah dies in sehr verschiedener Weise. Der Dollar ist bekanntlich im Wert sehr stark gestiegen, seit die Schuldenabkommen geschlossen wurden. Noch Rechnungen von Fachleut«:, die in der„Mw Dork Times" zitiert werden, wird Amerika für jeden hergeborgten Dollar jetzt, wenn es ihn zurückerholt, um 54 Prozent mehr Waren kaufen können. Diesen unvorhergesehenen Tribut zu verlangen wäre eine ungeheuerliche Forderung, lind das ist noch nicht alles. Das Preisniveau in England hat sich in den inzwischen verflossenen Jahren so verschoben, daß England gemäß der selben amerikanischen Berechnung eine Summe zahlen muß, um die es auf dem heimischen Markt um 85 Prozent mehr Waren kaufen könnte. Frankreich hingegen hat durch den Verlaus der Zeit e'was gewonnen: es umß in Waren um 30 Prozent weniger zurückzahlrn, als seinerzeit ausgemacht worden war. Die Wertänderung in London und Paris müßte von den Amerikanern nicht berücksichtigt werden. Aber auch sie können ein Geschäft nicht rechtfertigen, bei welchem ein Darlehen im Wert von' 100 Dollars zu einer Schuld im Wert von 154 Dollars anwächst. Aber der Hauptgrund, aus dem Großbritannien mn eine Neuregelung der Schuldenfrage ersucht hat, war der, daß es selbst in Lausanne die Verpflichtung übernommen hat, j die Schulden zu streichen, die von Deutschland und seinen früheren Verbündeten an.Großbritannien geschuldet wurden. Diese Begründung hat die Amerikaner ganz außerordentlich geärgert. Sie hüben ihve Torheit, am Krieg tetlgenoimnen zu haben, längst bereut und sie nehmen alles übel, was irgendwie nrrt Solidarität gegenüber ihren ehonockigen Kameraden zu tun hat oder was geeignet lväre, ihnen einen Teck der gemeinsamen Last aufzuerlegen. Das wirkliche Hindernis einer Aeirderung des amerikanischen Standpunkts aber ist die wirtschaftliche Unbildung des durchschnittlichen amerikanischen Abgeordneten. Er scheint nicht verstehen zu können, daß die wirkliche Schwierigkeit im Transfer, in der Nebertragung solcher riesigen Summen aus einem Laich i'ji das andere, besteht. Die Alliierten ivaren ebenso kindisch, als sie annahmen, daß Deutschland derartige astronomische Ziffern an sie als Reparationen transferieren könne. Doch haben sie ihre Dummheit durch bittere Erfahnrng rascher einfehen gelernt als die Anrerikaner Natürlich kann in Wirklichkeit Europa nur in Gold oder in Waren zahlen. Goldüberschuß Hal. England keinen, abgesehen von der sehr besci^i- denen statutenmäßigen Bankrcserve. Waren ivüvde es gerne nach Amerika schicken, aber der unü'berwiMiche ZoWvall steht im Weg. Digs Handelsbilatt; steht hoffnnnMos-jn-Nttjpm-- sten Englands. In den ersten neun NLonäten dieses Jahres h«t England mn 50 MUivnen Pfund Waren' von Amerika gekauft/-abet, Mist nur 11'Millionen Pfimd nach Amerika verkaufen können: Wenn' England die. Schulden in Waren zahlen wollte, dann müßte dieses Verhältnis umgekehrt werden. Die.einzige übrige Möglichkeit, wäre, auf allen Geldmärkten der Welt Pfunb Sterling zu verkaufen und Dollars dafür einzukaufen. Das würde einen Fall des Pfundes bedeuten, der viel schlimmer wäre als der jetzige. Und davon würde wieder Amerika nichts haben, tveil es den Engländern unmöglich gemacht wäre, amerikanische Waren einzukaufen. Aus derselben Gedankenverwlrrrrng l)«r- aus sind von je zehn Amerikanern neun davon überzeugt, daß Europa seine Schulden nicht zahlen kann, weil wir unser Kapital auf Rüstungen verschwenden. Wir tun es zioar wirklich. Wenn England die Beträge, die es für die Flotte ansgibt, für Schulen und Arbeiterhäuser verwenden würbe, dann könnten wir unsere geistige und körperliche Leistungsfähigkeit verdoppeln. Aber das Geld, das wir auf Rüstungen verschwenden, verinindert picht das Nalionaleinkonruten. Es ist einfach eine Zahlung eines Engländers an einen anderen. Wenn wir aufhören würden, unser Geld ans Kriegschiffe zu verschwenden, würde die Frage der Uebertragung dieses Geldes nach Amerika um nichts leichter lösbar geworden sein'. Aber dieser Gedankengang scheint zu schtvieriq zu sein, um von dem durchschnittlichen Amerikaner begriffen zu werden. Das zynische Schauspiel einer Ahrüstungskoyfevenz, die alles andere als abrüsten will, versetzt ihn in eine begreifliche Wut. Er glaubt, daß wir nicht unser Geld, sondern seines zum-Fenster binaustper sen. Er sieht uns nicht als ehrliche Sckmldner, die ins Unglück geraten sind. Er sieht uns als Verschwender, die leichtsinnig das Geld ver- pvassen, auf das er ein Anrecktl hat.. Das ist der wirkliche Grund, warmn die öffentlich'.' Meinung in Amerika in diesem Punltc st un nachgiebig und hart ist. Ich glaube, daß die jetzige Zahlung.,(93 Millionen Dollars oder 29 Millionen Pfund» gezahlt werden tvird, obwohl einige Londoner Blätter fest das Gegenteil behaupten. Höck stens wird man vorher noch ein paar Bcr suche machen, durch Argunrcntieven um ds Zahlung herumzukommen. Die BehaupMno England werde.nicht zahlen,, ist wohl nur ein Manöver, um die Amerikaner zu schrecken Seite 2 Donnerstag. 1. Dezember 1932 Rk. 2358 und kompromißwillig zu machen. Eine wirklich« Zahlungsverweigerung ohne amerikanische Zustimmung wäre ein Signal für alle diejenigen, die selbst Schuldner Englands sind. Südamerika und Australien würden dem Beispiel Londons folgen. Das würde die mittlere Säule des ganzen Wuchers zerschmettern, auf dem das kapitalistische System beruht. Es wäre unglaublich, daß eine Regierung, deren ganzer Zweck es ist, dieses System zu retten, ein solches Risiko auf sich nehmen sollte. Mac- donald ist ja nicht Lenin oder DeBalera. Die Folgen einer Zahlung sind jedoch nicht viel weniger ernst. Es ist heute schon sicher, daß aus anderen Gründen ein schweres Defizit im Budget bevorsteht. Der Schatzkanzler hat weitere Ersparnisse in der Höhe von 35 oder 40 Millionen Pfund im Gesundheitswesen und im Erziehungswesen versprochen. Wir gleiten in die Barbarei zurück. Wenn die Schulden bezahlt werden, wird sich das Tempo beschleunigen. Der unvermeidliche Fall Manistisdie oder kommunistisdie Politik? Vor ein paar Tagen haben die elf kommunistischen Mitglieder des sächsischen Landtags dadurch für die Wahl eines Deutschnationalen zum Landtagspräsidenten gesorgt, daß sie auch im zweiten Wahlgang ihre Stimmen dem Kommunisten gaben, obwohl sie natürlich genau wußten, daß er eben nur diese elf Stimmen bekommen werde, daß die Sozialdemokraten allein aber weniger Stimmen haben würden, als der deutschbürgerliche Kandidat. Sie nennen das revolutionäre Politik, und wahrscheinlich sehen sie darin, das Präsidium eines Landtages oder die Verwaltung einer Stadt ganz der Bourgeoisie auszuliefern, sogar besonders„leninistische" Kunststücke. Mit Marxismus aber hat das gar nichts zu tun! Man braucht, um das zu beweisen, nicht erst in den,Schriften von Marx nach einem geeigneten, zum Zitieren geeigneten Ausspruch zu suchen(oas scheint für di« Kommunisten das Wichtigste am Marxismus zu fein!), man braucht auch nicht darüber zu grübeln, wie Marx in einem solchen Falle gehandelt hätte— nein, man kann sogar nachlesen, wie Marx in einem ähnlichen Falle wirklich gehandelt hat! In Köln, wo Marx Chefredakteur der „Reuen Rheinischen Zeitung" war, gab eS einen Arbeiterverein, in dem es zu heftigen Auseinandersetzungen über die Frage der richtigen Stellungnahme bei den Wahlen— eS waren indirekte Wahlen— in ein preußisches Parlament kam. Im Kölner Arbeiterverein hatte ein Dr.l Gottschalk großen Einfluß. Gottschalk war viel „revolutionärer" als Marx und Engels. Er wollte, da die Wahl revolutionärer Arbeiter ganz ausgeschlossen schien, am liebsten Wahlenthaltung verkünden. Marx aber war anderer Ansicht. In seinem Buche„Der Kölner Arbeiterverein", das im Jahr« 1929 erschien, berichtet darüber Dr. H. Stein: „Marx vertrat die gleiche Auffassung(wie Schapper):„Es handle sich im Augenblick nicht darum, in prinzipieller Hinsicht etwas zu tun, sondern der Regierung, dem Absolutismus, der Feudalherrschaft Opposition zu machen: dazu seien aber auch einfache Liberal«, sogenannte Demokraten, hinreichend, die ebenfalls mit der jetzigen Regierung bei weitem nicht zufrieden des Pfundes wird gleichzeitig den Preis aller Waren erhöhen, die wir aus dem Ausland einführen müssen. Di« Unzufriedenheit der Mussen wird zunehmen; die Regierung, die die Steuern nicht senken kann, wird das Vertrauen der Mittelklasse verlieren. Die Reparationen und die Verwirrung im Geldwesen haben zum Entstehen dieser Schuldenkvise betgetragen. Aber im Grunde ist sie ein Symptom für einen Grundfehler der kapitalistischen Produktionsweise. Da Amerika ein Gläubigervolk geworden ist, sollte es mehr einführen als es ausführt. Aber es kann sich der neuen Lage nicht anpaffen. Es hat einen Warenüberschllß, den seine Lohnempfänger nicht verbrauchen können. Daher muß Amerika exportieren. Aber durch diesen Exportüberschuß macht Amerika die Eintreibung seiner Forderungen an'die Schuldnerstauten unmöglich. Diese Schwierigkeit kann durch kein Moratorium behoben werden. Denn sie liegt im kapi- taKstischen System selbst. seien. Man müsse die Sache einmal nehmen, wie sie sei. Es erfordere schon der gesunde Men- schenverstand, wenn man einsähe, daß bei der Unmöglichkeit, sein« eigen« prinzipielle Meinung durchzusetzen, man sich mit einer Partei die ebenfalls Opposi on mache, vereinigen müsse, um nicht das absolute Königtum siegen zu lassen." Marx hatte vor den bürgerlichen Demokraten wahrlich nicht viel Hochachtung, er kannte genau ihre Halbschlächttgkm und in jenen Tagen —«S wurde am 5. Februar 1849 gewählt— hatte die deutsche bürgerlich« Demokratie schon bewiesen, wie diel sie wert war, nämlich nicht viel mehr als nichts. Und doch zog Marx st« den offenen Reaktionären vor, und doch bemühte er sich um den Wahlsieg bürgerlicher Demokraten, da der Wahlsieg revolutionärer Arbeiter(die Durchsetzung der eigenen prinzipiellen Meinung) nicht möglich war. Freilich— für Marx war die Gesellschaft noch nicht so vereinfacht wi« für di« Kommunisten, für die sie nur auS Faseisten und linientreuen Kommunisten besteht. Aber— Marx war auch noch kein Dogmatiker, sondern Wissenschaftler, dem die Wissenschaft di« Waffen für den politischen Kampf liefern sollt«. Marx war— und daS war feine heute längst offenkundig gewordene Schwäche— bloß Marxist, und das nur mit Einschränkungen. Er wußte noch nichts von der Ersetzung des Marxismus durch den Leninismus. Er hätte gewiß für di« Politik derer, di« sich heut« Kommunisten nennen, so wenig Verständnis, wie seinerzeit für die Politik des„revolutionären" Dr. Gottschalk. Er konnte bloß marxistische Politik machen, nicht kommunistische. Welches Glück für Marx, haß er nicht mehr für seine rechten Abweichungen von Stalin zur Verantwortung gezogen toewen kann! Was den Kommunisten noch rn tnn bleibt. Das Ekki hat nachdem eS von Moskau a-»S den Herzschlag der tschechoslowakischen Politik belauscht hatte, der KPL gute Lehren erteilt. Was in der großen Politik zu tun ist und was sich da ereignen wird— nach der sicheren Voraussage deS Ekki—, das ist nicht so erschütternd, wie die Ratschläge, die den kommunistischen Funktionären erteilt werden. Denn die Hausilursache aller Schwächen der Partei liegt im Grund« darin, daß ein großer Teil ihrer Grundorganisationen zum Teil passiv I ist, außerhalb der Ereignisse steht, sich nicht genügend darum kümmert, was unter der Arbeiterschaft und dem arbeitenden Volke überhaupt vor sich geht und nicht genügend orientiert Ist Über die Organisierung Und Führung der Kämpfe. Es ist nicht wenig, was der KPL da vor- geworsen wird, aber schon ist daS Mittel zur Abhilfe gesunden! Die Aufmerksamkeit einer jeden Organisation muß auf zwei Fragen gelenkt werden: einerseits auf dl« Mobilisierung der Massen, ünter denen diese Organisation arbeitet und aus di« engere Verbindung mit ihnen, andererseits auf die Entfaltung und Festignng der eigenen Reihen, der eigenen organisatorischen Positionen Kurz und gut: das ABC der Organisationsarbeit muß Wieder gelernt werden. Rur ist die organisatorische Arbeit bei den Sozialdemokraten selbstverständlich, während ihre Notwendigkeit von den Kommunisten als mächtige Entdeckung betrachtet wird. Der jüngst« Teilnehmer eines sozialdemokratischen Parteikurses wüßte den Bol- schewiken über die Bedeutung der Organisationsarbeit noch mehr zu sagen als das Ekki, dessen Erkenntnisse nichts anderer beweisen als den vollkommenen geistigen und organisatorischen Bankerott der KPL. Tschechische Selbstverwaltung gegen Finanzminister. Dienstag, den 29. November, fand in Prag unter Vorsitz des Prager soziaLemokrati- schen Stadtrates Dr. Langer ein« Sitzung des FiNtrnzvechtsauSjAusses des Verbandes der tschechoslowakischen Städte und Gemeinden statt. Die Sitzung gab khrer Meinung Ausdruck, daß sie die Herabsetzung der Bezüge der öffentlichen Angestellten nicht als eine zweckmäßige Lösung ansehe. Insbesondere wurden jene Bestimmungen der Vorlage, wonach sich die neue Regelung auch auf di« Dienstverhältnisse von Privatangestellten beziehen soll, abgelehnt. Völlig unannehmbar erscheint der Wunsch des Finonzminister« noch Herabsetzung der Einkünfte von Angestellten in öffentlichen Betrieben ohne Rücksicht auf Kollektivverträge. Sv wert es sich um die Selbstver- waltuMskorPer handelt, wird erklärt, daß mit aller Entschiedenheit gegen di« Bestimmungen protestiert werden muß, nach denen die. Funktionäre der Selbstverwaltungskörper persönlich dafür garantieren, daß keine Auszahlung gegen die Bestimmungen des Gesetzes erfolgen darf. Wenn die Vorlage noch den Forderungen des Finanzm.nisters zustande kommt, müßte man daran denken, einen Kongreß der tschechischen Städte und Gemeinden einzuberufen, auf dem übe« eine Massenniederlegung der Funktionen in allen Selbstverwaltungskörpern verhandelt werden müßte. Der Senat als Kontrollorgan der Verwaltung. Ais eine neue Aufgabe für dm Senat bezeichnet das„Prävo Lidu" die Kontrolle der Bürokratie durch dies« gesetzgebende Körperschaft. Der Senat sollte sich außer mit gesetzgeberischen Aufgaben damit befassen, die staatliche Administrative zu beaufsichtigen. Ml« Beschwerden über Langsanweit, Nachlässigkeit, Gesetzwidrigkeit oder Böswilligkeit der Bürokratie würden dem Smat vovgÄegt Werden, der sie in seinen Ausschüssm zu behandeln hätte. Die Minister und hohen Beamten der Staatsverwaltung müßten in diesen' Senatsousschüssm erscheinen und Rebe und Antwort stehen. Der„Benkov", das Zentralorgan der Agrarier, greift diese Gedanken auf und sagt, daß so wie das Parlament sich jetzt einen gewichtigen Einstuß auf das Budget gesichert hat, der Senat sich eine Kontrollfunktion aneignen müsse. Arbeit für dir Arbeitslose». Aus der Tätigkeit der sozialdemokratischen Gemeindevertreter in Trautenau. In dem Artikel„Kreuzweg der Gemeinden und Bezirkes, der Sonntag, den 20. November l. I. im „Sozialdemokrat nnv einer Reihe anderer sozialdemokratischer Tageszeitungen erschien, wurde auch ein knapper Situationsbericht über den Voranschlag der Stadt Trautenau wledergegeben. Genosse Dr. Mühlberger ersucht uns im Auftrage der sozialdemokratischen Gemcindevtttreter Trautenaus, um Mißverständnissen vorzubeugen um Richtigstel- lung, bzw, Darstellung der Fürsorge für die Arbeitslosen sowohl im Voranschlag« der Stadt Trautenau für 1933, als auch darüber hinaus. Es heißt darin: On dem Bericht über den Voranschlag der Gemeinde Trautenau in dem oben genannten Artikel wird angeführt, daß für di« Arbeitslosen in Trau- tenau auch nicht durch einen außerordentlichen Voranschlag für Arbeit und Brot gesorgt werd«. Diese Darstellung ist unrichtig. Im ordentlichen Voranschlag« für 1988 sind 100.000 K. für Arbeitslose eingestellt, ferner beantragten unsere Genossen im Stadtrat«, im ordentlichen Voranschläge noch 100.000 K für produktive Arbeitslosenunterstützung jum Zwecke von Straßenbauten, die mehr Arbeit als Material erfordern, einzustellen. Ein genauer Plan der Arbeit wurde vorgelegt. Der Bürgermeister beantragte, in einer der darauf folgenden Sitzungen anstatt der 100.000 K 950.000 K in den außerordentlichen Voranschlag aufzunchmen. Da unsere Genossen die Fraglichkeit der Post im außer- mdentlichen Voranschläge bei einem Abgang« im ordentlichen Haushaltungsplan kennen, verlangten sie, daß 100.000 st in den ordentlichen und di« restlichen 160.000 K in den außerordentlichen Voranschlag ausgenommen werden. Mit den Stimmen der Nationalsozialisten wurde dieser Antrag abgelehnt und dann die 250.000 K in den außerordentlichen Voranschlag eingesetzt. Damit wird die Meldung des„Sozialdemokrat" vom 20. November richtiggeslellt. Um aufzuzeigen, was für di« Arbeitslosen in Trautenau getan wird, sei gleichzeitig festgestellr, daß im Jahre 1938 über Antrag unserer Genossen 100.000 L für die Arbeitslosen aus dem außerordentlichen in das ordentliche Präliminare eingesetzt wurden. Ueber Antrag unserer Genossen wurde eine Sammlung eingeleitet, die 126.000 K ergab und die zur Gänge den Arbeitslosen zur Verfügung gestellt wurde. Für bedürftige Kinder wurde über Antrag unserer Genossen«ine Suppenaktion ein- geleitet, die einen Aufwand von 16.000 K erforderte. In diesem Winter wird die Mion wiederholt. Unsere Genossin erwirkten beim Fürsorgeminister Dr. Czech einen Beitrag zur produktiven Arbeitslosenfürsorge von 30.000 K, der beim Bau des. Freibades aufgewendet wurde, bei dem nur Trantenauer Arbeitslose beschäftigt waren. Gegenwärtig gelangen SM Raummeter Holz für ausgesteuert« Arbeitslose zur Verteilung, eine Aktion, die von unseren Genossin herbeigeführt wurde. Ebenso ist augen- d-licklich ein« Kartoffel- und Mehlaktion im Gange urib eine Sammelaktion wird eingeleitet. Alles was bisher für di« Arbeitslosen getan wurde, ist auf das Eingreifen unserer Partei zurückzuführen. Es geschah also für die Arbeitslosen in Trautenau im Verhältnis zu unserer Machtstellung in der Gemeinde außerordentlich viel, was auch aus einer Sympathiekundgebung Arbeitsloser der verschiedensten politischen Parteien für unsere Genossen anläßlich der Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge in der Gemeindevertretersiyung vom 11. Juni 1932 zum Ausdruck jam. UnillllllUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUlillillllllliimillilillllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIilllllUlllllllllllllllillllllllllllllliUllllllllIHHHNiiltlllllllllllHIHIIIlUHIIIIIHIIIIIIilllllinUlllllllllinilllllllinmiHIMHinilllllllllUIHIUIIHil -'■<■ z-,... 8 XI Frans Haller: | Der k. u. k. Sanitaisillckns Die Militärverwaltung war, wie gesagt, langmütig, viel« Jahre hindurch machte sie Emil kein« Schwierigkeiten, als aber im Jahre 1914 die Mobilisierung angeordnet wurde, da harten es die Herren mit Emil mit einem Male sehr eilig, vnyebens bat er:„Meine Herren, eS tst das letzte Mol, sobald das bißchen Krieg erledigt sein lmrd, will ich gerne oinrücken, ob ich Doktor dm oder nicht und mit dem Schnackerlferbsin werden Sie doch auch ohne mich fertig werden." „Es handelt sich nicht um Serbien und wir brauchen jeden Mann." Als dem Klügeren blieb Emil Wohl nichts anderes übrig als nachzugebcu. Die Sache ließ sich ganz schon an, Emil wurde zum k. u. k. Titular-Sanitäts-Gefreiten befördert und übernahm das Kommando über acht Blefiertenträger der zwölften Kompanie. ,>Jch hoffe," sprach der Hauptmann,„daß Sie durch Intelligenz ersetzen werden, was Ihnen on militärischer Ausbildung fehlt." „Herr Hauptmann können sich auf mich verlassen." „Na also, das freut mich und wenn es zur Schlacht kommt, bleiben Sie stets in meiner Nähe, man kann nicht wissen, was mir passiert. Verstanden?" „Verstanden hätte ich, aber ich glaube, so können wir eS rächt handhaben, Herr Hauptmann, ich werde mich lieber etwas mehr hinten holten, denn in der Nähe des Herrn Hauptmanns könnte, Gott behüte, auch der Fall eintreten, daß ich früher verletzt werde als der Herr Hauptmann und Herr Hauptmann wären dann ohne fachmännische Hilfe und solch« tak- Esche Fehler wollen wir verhüten." „Ich siche, daß Sie nm mich besorgt strtd, das ist recht. Denken Sie stets daran, daß ich es war, der Sie zum Gefreiten befördert hat. Ab treten!" Schon während des Transportes hatte Emil Gelegenheit, seine Tüchtigkeit zu erweisen. Lange vor der fahrplanmäßigen Abfahrt des Zuges erfolgte die Einwaggonierung. Sie erfolgte rasch und glatt, denn sie war ausgezeichnet einaeübt. Dieses Einüben geschah in der Weise, daß auf das Bett, Kavaletz genannt, vom Fußboden aus in einem Winkel von 46 Grad ein Bügelbrett gelegt wurde, auf welchem di« Soldaten, einer hinter dem anderen, niemals zwei nebeneinander, hinaufmarschieren mußten, immer geradeaus hinauf, niemals zur Seite, niemals rückwärts. Das Warten in der glühendheißen Bahnhofshalle erzeugte Durst, den sich di« Mannschaft während der Fahrt teils durch Singen, teils durch Fluchen und schließlich durch Hunger noch Kräften vertreiben konnte, wahrem» er sich bei den Herren Offizieren allmählich ins Unerträgliche steigern mußte. Dies um so mehr, als sich der Zug nur sehr langsam sortbewegte, so daß auch kein Lüftchen Kühlung gewährte. Aus der sechsten Station ungefähr gab es eine Restauration und Emils Hauptmann schickte seinen Diener nach einer Flasch« Bi«r. Der Bursch blieb ausfallend lang aus, erst als die Lokomotive gepfiffen hatte, sah man ihn schwankend herauskommen und knapv vor dem Offizierswagen sank er mit dem für diese Zwecke sorgsam eingeiibten Rufe„Sanität" zu Boden, die Flasche in der erhobenen Hand seinem Herrn zum Fenster reichend,— ein erhabenes Beispiel von Soldaten treue. Und schon stürzte Emil mit seinen acht Blessiertenträgern dem Armen hilfreich zur Seite, während sich der Zug in Detve- gung setzte. Die Hilfe der Sanität kam noch zurecht, die Flafche aber erreichte ihren Herrn nicht mehr, sondern mußte dem verletzten Offiziersdiener zur Labung dienen. So machte sich Anhänglichkeit und Pflichterfüllung selbst belohnt. Der Zag war also fort und Emil stand vor der schwierigen Entscheidung: was mit dem Verwundeten! Dieser sprach die Bitte aus, sich «ost in der Bahnhofsrestauration ein wenig erquicken und von dem ersten Schrecken erholen zu dürfen, um dann der Truppe nachzusahren. Allein Emil, im Bollbewuhtsein seiner Verantwortung, fand die Sache rmyt so einfach: „Ihr seid Blessierteutväger und wenn Ihr einen Blessierten findet, müßt Ihr ihn ins Spital tragen, in die Stadt zurück ist es zwar ein wenig weit, aber Ihr könnt ja immer schön abwechseln und außerdem schreibe ich Euch keine Zeit vor." „Ja, was gedenkst eigentlich du zu machen, Gefreiter?" „Ich werde hier in der Restauration auf Euch warten." „Das geht nicht, wenn wir gehen sollen, mußt du mit!".> Emil legte Wert aus gutes Einvernehmen zwischen Kommandant und Untergebenen:„Gut, aber wir gehen schön langsam, bevor wir dort sind, ist hoffentlich der Krieg aus. Zuerst muß ich ihn verbinden' Zieht ihm den Schuh aus und traget ihn in die Restauration, dort kann ich besser arbeiten, hier schwitze ich zu sehr. Ern Einfall, bei diesen Hitzen einen Krieg an- prsangen!" „Ist der Knochen gebrochen, Gefreiter?" „Das kann man nicht sagen, ich sehe nur di« Haut, die ist allerdings beschädigt." Die Auskundschaftungen bei dem Pikkolo ergaben als Entfernung der Stadt beziehungsweise des Spitals sechzig Kilometer— das ließ sich hören. Nach entsprechender Stärkung und Abkühlung machte man sich aus den Weg, während der bald hereinbrechenden Nacht wurde natürlich in einem geeigneten Gasthaus« Rast gemacht. Die Verletzungen des OffizierSdieners hatten sich inzwischen, dank der fachmännischen Behandlung und der sorgfältigen Pflege so weit gebessert, daß er sich bereit erklärte, außerhalb der Ortschaften selbst zu marschieren, nur durch die Dörfer sollte man chn tragen, hauptsächlich um das Publikum zum Verabreichen von Liebesgaben zu bewegen, als welche von ihm namentlich Kognak und Zigaretten gern« beansprucht und mit den anderen geteilt wurden. Im Spital wurde der Held, wie er zu Beginn des Krieges üblich war, mit hohen Ehren und vieler Liebe ausgenommen und einer rundbusigen Krankenschwester zur Pflege übergeben. Die wackeren Blessierten träger und ihr umsichtiger Kommandant erhielten eine schriftlich« Belobung vom Spitalskommando, auf di« bauend sie Beanständigungen beim Regiment nicht fürchteten und die Rückreise daher etwas verzögern konnten. Da aber der Krieg nicht jo rasch abgeblasen wurde, mußte sich Emel, der rm Felde den Beinamen k. u. k. Sanitätsdickus erhielt, noch aus so mancher Misere Heraushelsen. Die Aufnahme Emils und seiner Sanität- ler beim Regiment war weit über das Maß obligater Kameradschaftlichkeit hinaus herzlich und freudig. Den armen Soldaten, die immer wihder nach Serbien ein und von dort wieder hcrauSmarschieren mußten, erschienen die sauberen Uniformen und die schön rasierten Milchgesichter wie ein Gruß aus einer fernen, besseren Welt, süß wie die Erinnerung an eine glücklich« Zeit, an deren Wiederkehr man seine Hoffnung klammert. Und Emil erzählte von dem feinen Spital, wo es Aerztr gibt, die einem alles glauben, was man ihnen erzählt, und zu jeder Klage die zugehörige Krankheit finden, von Krankenschwestern, die des Abends ihr Vergnügen haben wollen, von Liebesgaben und von Freikarten ins Kino. Und allen, allen mußte er versprechen, sie direkt dorthin zu schicken, sobald sich nur die kleinste Gelegenheit dazu fände. Das warm schöne Sommerabende in der Matschwa. (Fortsetzung folgt.) Donnerstag, 1. Dezember 1832 Seite 3 Nr. 283 Die..Einheitsfront“. Mit der Unternehmerinternationale verhandelt man, mit der Arbeiterinternational« nicht. Di« Illusionisten unter den Arbeitern, die immer noch an eine„Einheitsfront mit den Kommunisten" glauben, vergessen immer wieder, daß die deutschen Kommunisten ihre Weisungen aus Moskau erhalten. Moskau aber hat für die Gewerkschaften so wenig übrig, daß es sogar gegenüber den großen BcrusSinternationalen, die im Internationalen Gewerkschaftsbund organisiert sind, offene Mißachtung zeigt. So schreibt die ,ZTF.", das Organ der Internationalen Transportarbeiter-Föderation, in sei- «er neuesten Nummer(11.) in einem Artikel »Der Eisenbahnverkehr Sowjetrußlands— und anderes mehr": „Mit unö, also mit der organisierten Eisenbahnerschaft außerhalb Rußlands, will.man anscheinend nichts zu schaffen haben. Nicht einmal Ersuchen um sachliche Auskünfte werden beantwortet, günstigstenfalls nur notgedrungen. Die russischen Eisenbahnen sind aber Mitglied des Internationalen Eisenbahn-Verbandes(JED.) der Unternehme r-Anternationale. In deren Konferenzen uitd Kommissionen wirken di« Vertreter Sowjetrußlands hübsch und ruhig mit. Beispielsweise ist das Volkskommissariat in der Sonderkommission des JEB. für automatische Kuppelung vertreten. Wir haben aber bisher noch nie etwas davon gehört, daß von dieser Seite versucht worden Ware, bei der Lösung des Problems mitzuwirken oder di« Interessen des Personals zu fordern. Zusammenarbeit mit kapitalistischen Arbeitgebern, mit halb- und ganz fasci- stischen Regierungen, nebenbei Bekämpfung der Klassen- und Arbeitsbrüder anderer Länder— es mag von Takt und Klugheit zeugen, daß dies aber sozialistisch oder zur Förderung des Sozialismus geeignet sei, vermögen wir nicht zu begreifen. WaS würden die Eisenbahner Sowjetrußlands selber dazu sagen, wenn sie diese Zu- stäilde erfahren könnten?" Das Volkskommissariat für Eisenbahnverkehr hat es nicht einmal für nötig gehalten, der JTF. auf ihre Bitte um Zusendung einer vor kurzem vom Volkskommissariat veröffentlichten Broschüre über die Entwicklung des russischen Eisenbahnverkehrs entgegenzukommen. Es hat auf die wiederholt« Bitt« um Zusendung der Schrift einfach nicht reagiert. Dazu bemerkt di« ATF:«Begreiflich wär« ein solches Verhalten, wenn wir bisher Ansuchen aus Sowjetrußland um Auskünfte oder Ueborlassung unserer Ver- öffentlichungen unberücksicht gelassen hätten. Dies ist ab«r nicht der Fall; im Gegenteil, wir haben, wenn man von ruffischer Seite mit ähnlichen Wünschen an uns herantrat, größtes Entgegen- kommen und Bereitwilligkeit an den Tag gelegt." Segen die lugos!aw!sche Diktatur wendet sich in einem aufsehenerregenden Artikel, den die„Lidove Noviny" an leitender Stelle wiedergeben, der bekannt« und bedeutende englisch« Journalist E. W. S« t o n- W a t s o n (Scotus Diator). Bedeutsam ist dieser Artikel des- wegen, weil der genannte englische Schriftsteller in der Vorkriegszeit einer der schärfsten Bekämp- fer der ungarischen Nationalitätenpolitik insbesondere der Unterdrückung der Slowaken und Siidflawen gewesen ist. Er steht deshalb sowohl in der Tschechoflowakei als auch in Südslawien in hohem Ansehen Deswegen ist der scharfen Kritik, die Seton-Watson an den Berhältnisscn in Jugoslawien übt, um so größere Beachtung zu schenken. Seton-Watson sagt unter anderem: „Ich kann leider Gottes in meinem Kritiz'S» muS nicht innchalten. Im Jahr« 1911 schrieb ich ein Buch über den skandalösen Agramer Hoch- verrarSprozeß. Aber obwohl das Benehmen solcher Männer, wie es Tarabocchia und Arcurti waren, di« öflentliche Meinung ganz Europas beleidigt hat, konnte di« Press« der Monarchie sogar in Agram selbst wörtlich« Berichte bringen. Vergleichet damit die lange Reihe von Prozesien unter der jugoslawischen Diktatur, über die Presienachrichten entweder unerlaubt sind oder bestenfalls in einer grotesk zugeschnittenen Form von der allmächtigen Zensur durchgelasien werden. Außerdem haben politische Gefangen« im alten Oesterreich-Ungarn, z. B die 53 Serben im Agramer Prozeß, vielleicht das oder jenes Unrecht erlitten, aber niemals waren sie in der geringsten Lebensgefahr und niemals wurden sie der Tortur oder körperlichen Oualen leitens einer Behörde unterworfen; während die furchtbaren Gewalt- taten, hie von der jugoslawischen Polizei in ihren Opfern in den Agramer, Belgrader Esiegrr und Sarajevoer« Gefängnissen begangen worden sind, leider zu bekannt sind, obzlvar manch« Ber brechen überhaupt niemals an daS Licht der Oeffentlichkeit gelangt sind Aber nicht nur das. auch di« Urheber dieser Verbrechen sind nicht bestraft worden, obzwar sie jedem bekannt sind und «irrer ihrer Hau ptorgaui'a koren, Herr Bedclowiö wurde im Vorjahr vom König ausgezeichnet und dann von der Regierung Srskik auf eine hob« Stelle im Innenministerium befördert. Als Sitlejman Aga von Abdul Hamid für seinen Anteil an den bulgarischen Greueln auSge^ichnet wurde, hat Herr Gladstone öffentlich im Unterhaus« Protestiert. Heut« sind wir ob der Greuel und Ungesetzlichkeiten in vielen Ländern zweifellos von Ekel erfüllt, aber heute gihz es keinen Gladstone, der protestiert!" Die scharfe Verurteilung, welche hier dir jugoslawisch« Diktatur durch einen solchen Freund der Slawen findet, wie Seton-Watson ist, kverden die Sympathien, die in tschechischen Kreisen, und ztvar bis in die Linke für Jugoslawien Noch vorhanden sind, hoffentlich etwas abgekühlt werden. Sdiwcrc ßuagdsorgcn der Regierung. Trapls Steuerpläne stoßen aul starken Widerstand. Heute Partelenberatnngen. Prag, 30. November. Nach der radikalen Senkung der Ausgabenposten des Budgets muß sich die Regierung nunmehr der undankbaren Aufgabe unterziehen, neben der Senkung der Staatsangestelltengehälter auch noch neue E i n- nahmsquellen zu erschließen, um auch bei dem zu erwartenden weiteren Sinken der bisherigen Steuererträgnisse das Budgetgleichgewicht für 1933 unter allen Umständen zu sichern. Der Herr Finanzminister, der schon einigemal« bei früheren solchen Gelegenheiten bestimmt versprochen hat, daß diese oder jene Steuererhöhung di« letzte sei, die er zur Ausbalanzierrtng des Budgets noch benötige, hat kürzlich mit einer gan^n Reihe von neuen Steuer- und Zollerhöhungsvorschlägen aufgewartet, die bei den sozialistischen Parteien begreiflicherweise nicht auf das geringste Verständnis stoßen. Um diese neuen Steuerprojekte geht nun de: Kampf innerhalb der Regierung. Dienstag abends beschäftigten sich die politischen Minister bis spät nachts mit diesen Fragen; heute wurden diese Verhandlungen fortgesetzt, ohne daß die bestehen den Differenzen ivesentlich geringer geworden wären, auch wenn Trapl schon auf einzelne besonders unpokuläre Dinge, so auf die Fleischsteuer, bereits verzichtet hat. Morgen tritt in den Verhandlungen innerhalb der Regierung eine eintägige Ruhepause ein, da nunmehr di« leitenden Körperschaften der einzelnen Koalitionsparteien zu diesen Fragen Stellung nehmen werdcn. U. a. ist auch der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie einberuftn worden. Die Meldungen einzelner Blätter, als ob das gesamte Budget schon fix und fertig sei, sind deshalb stark übertrieben. Bis auf.wenig« strittige Punkte ist dagegen schon die Gchaltsvor- lage fertiggestellt, mit der sich heute auch der Ministerrat beschäftigte. Auf der Tagesordnung des Ministerraies stand auch das Automobilgesetz, bei dem der§ 12(sprachliche Fragen) noch nicht bereinigt'st. Bon dem Ergebnis der morgigen Parteiberatungen wird der weitere Verlauf der Regie- rungsverhandlnngen über die Einnahmenfeit« des Budgets wesentlich abhängen. Wehrausschuß gegen Soldkürzung. Weitere Verhandiunsen mit dem Minister Prag, 30. November. Am Wehrausschuß, der heute die Debatte über die Beschwerden der Bevölkerung in der Umgebung des Brdy-Schieß- platzcs fortsetzte, erklärte der Vorsitzende David zu Beginn der Sitzung, daß eine Petition der Mitglieder der koalierten Parteien des Wehr- ausschusies sich gegen die beabsichtigte Herabsetzung des Mannschaftssoldes wende. Minister BradaL erklärte, daß das Budget seines Ressorts um 64 Millionen herabgesetzt worden sei. Die Militärverwaltung werde daher bei jeder Krone sparen müssen, wobei allerdings die'Ausbildung der aktiven Mannschaft nicht leiden dürfe. DaS Ministerium habe selbst nicht die Initiative der Soldherabsetzung ergrisftn; die Herabsetzm^ des Budgets der Militärverwaltung sei aber so groß, daß man auch mit dieser Maßnahme ernsthaft rechnen müsse. An der Debatte nahmen vor allem die Genossen H e e g c r und Hummelhans entschieden gegen jede Herabsetzung des Soldes Stellung. Genosse Heeger legte ausführlich dar, was- der Soldat sich alles von seiner Löhnung zu beschaffen hat. Die Mehrheit der Soldaten gehört den armen und ärmsten Schichten an, die von zu Hause keine Unterstützung bekommen können und die deshalb durch eine Kürzung des ohnedies geringfügigen Soldes schwer betroffen würden. Aus diesen sozialen und menschlichen Rücksichten müßte deshalb die Kürzung des Militärbudgets nicht beim Sold, sondern bei anderen Posten in den Sach auslagen hereingebracht werden.. Am Schluß der Sitzung erklärte der Vorsitzende Davw, daß Vertreter des Wehrausschusses mit dem Minister in weitere Verhandlungen eintreten werdcn, um ihn zu veranlassen, daß er eine Soldkürzung nicht zulasse. Die nefndnlssc der Snar- nnd Kontrollkommission. Wie, wir gestern berichteten, ist durch eine Sitzung des verfassungsrechtlichen Siebenerausschusses das Projekt einer eigenen Spar- und Kontrollkommission wieder in Fluß gekommen. Rach der neuen Fassung, die die parlamentarischen Faktoren der Vorlage geben wollen, soll der Ausschuß aus 16 Abgeordneten und acht Senatoren und ebenso viel Ersatzmännern bestehen Da noch dem Verhältniswahlrecht gewählt wird, wird auch die Opposition ihrer Stärke entsprechend vertreten sein. Die Funktion der Mitglieder überdauert wie beim Ständigen Ausschuß eine eventuelle Auflösung der Kammern Als Geschäftsordnung wird die des Parlaments übernommen Die Verhandlungen dieser Kommission sind nur dann vertraulich, wenn die Kommission es ausdrücklich beschließt. Bruch dieser Lcrtmnlichkeit kann über Antrag der Kommission di« Enthebung von der Mil- gliedschast durch das Parlament, beziehungsweise den Senat zur Folge hoben. Der Spa rau ss Udo. Die Kommission wählt ein Präsidium, bestehend aus dem Vorsitzenden, zwei Stellvertretern und zwei Schriftführern Dieses Präsidium übernimmt als sogenannter„Sparousschuß" gleichzeitig im wesentlichen die Agenda, die Ersparungstendenzen verfolgt. Dieser fünfgliedrige Sparausschuß kann vom Plenum der Kommission durch Wahl durch höchstens fünf weitere Mitglieder ergänzt werden. Diesem engeren Sparausschuß ichliegt es, in Zusammenarbeit mit-der Regierung, namentlich mit dem Finanzminister, sowie mit dem Obersten Kontrollamt unbeschadet der Rechte und Pflichten der Regierung auf eine sparsame Wirtschaft im Staat und i-n den Staatsbetrieben zu sehen, sich ferner als Beratungskörperschaft des Finanzministeriums an den Vorarbeiten für das Budget zu b.teiligen und den Staats rechnungsabschlu,; nc.^ der Genehmigung durch beide Kammern nach weiteren künftigen Sparmöglichkciten durchzustudieren. Der Sparausschuß ist n i ch t an die Einberufung durch di« Regierung oder andere Faktoren gebunden, sondern verhandelt aus eigener Jni- tiative. ,■ Seine Verhandlungen sind st e t s vertraulich, lieber die Arbeiten am Budget erstattet er auch der Kommission keinen Bericht; über seine sonstigen Verhandlungen berichtet er binnen zwei Monaten dem Plenum der Kommission, die dann über die Vorlage dieses Berichtes an die Kammern ensscheidet. Ole KontroiUunktloii dagegen kommt der gesamten Spar- und Kontrollkommission zu. Hier ist die Kommission berufen, Mißstände oder Unkorrektheiten in der öffentlichen Verwaltung aiuf- zudecken und abzu st eilen, auch soweit es sich dabei um den Mißbrauch des Mandats durch Parlamentarier handelt. In dieser Funktion verhandelt die Kommission auf Grund von Interpellationen, JnterpellationSboantwortungen oder Petitionen, die ihr von einer Kammer übergeben werden(also nicht aus eigener Initiative!). Es kann aber auch der erwähnte Sparausschuß der Kommission selbständig bestimmte Untersuchungsaufgaben zuweisen. Der Minister, in desien Ressort die Untersuchung eingreift, ist von der Kommission rechtzeitig zu verständigen. Die Untersuchung selbst erfolgt etwa analog wie in dem bisherigen Untersuchungsausschuß, also durch drei für den bestimmten Fall gewählten Personen, nämlich dmch den Referenten, den Vorsitzenden und den Schriftführer. Ueber das Ergebnis erstattet der Referent einen schriftlichen Bericht an die Kommission, die beschließen kann, die Protokolle über die Zeugeneinvernahmen ganz oder zum Teil im Plenum der Kommission zur Verlesung zu bringen. Auch ein« Zeugeneinvernahme durch das Plenum der Kommission ist unter bestimmten Voraussetzungen vorgesehen. Di« Kommission erstattet über das Ergebnis dann einen schriftlichen Bericht an die betreffende Kammer. Die Sparkommission würde auf dieser Basis etwa di« Kompetenz haben, die der früheren, nie richtig ins Leben getretenen Kommission zustand. Inwieweit die Regierung mit der Abgrenzung des Kontrollrechtes der Kommission einverstanden sein wird» bleibt erst noch abzuwarten. Wie die Kommnnisten in Karnafhornmand glflern. Der Senat beschäftigte sich Dienstag auch mit dem Fall des kommunistischen Senators Lo- kota, der am 20. November d. I. in Stavno in Karpathorußland auf ftischer Tat verhaftet wurde. Lokota hart« dorit in einer unangemeldeten Versammlung den Leuten über di« Vorfälle in Po- lomka referiert und ihnen eingervdet, daß dort das einschreitend« Militär zum Teil die Waffen weggeworfen, fa di« Dörfler sellbst damit be- wassnet habe; di« anderen Soldaten seien von den Demonstranten entwaffnet worden. Das Boll müsse es überall so machen wie in Rußland. Wenn es von Gendarmen angegriffen werde, müsse es ihnen die Waffen adn«hmen. Ms dann tatsächlich die Gendarmerie einschritt, soll Lokota di« Anwesenden anfgefordert haben, sich aus di« Gendarmen zu stürzen, raufte sich mit den Gendarmen und versuchte, einem das Gewehr zn entreißen. Bon der Verhaftung hat das Kreisgericht nach§ 25 der Berfafsltng sofort das Senatspräsidium in Kenntnis gesetzt. Gleichzeitig wurde auch ein Auslieferungsbegehren gegen ihn eingebracht. Der Senat hat über Antrag des AmmunitätSausschusses gegen di« weitere Inhaftierung Lokotas keinen Einspruch erhoben ungleichzeitig auch denr Auslieferungsbegehren in den meisten Punkten Rechnung getrogen. Der JmmunitätsauSschuß ist bei seinem Antrag von der Ansicht auSgegangen, daß man ein derartig verantwortungsloses Handeln eines Volksvertreters nicht decken könne. Man kann sich unschwer vorstellen, was für ein Blutbad da wieder hätte entstehen können, wenn die unwissenden Slowaken sich von Lokota tatsächlich dazu hätten hinreihen lassen, tätlich gegen die Gendarmerie vorzugehen. Bor Gericht wird sich ja zeigen müssen, ob, wie die Kommunisten behaupten, alle diese amtlichen Angaben über LokotaS Verhalten nur rein aus den Fingern gesogen sind! Ans der Arkelter-Turn* und Sportbewegung. Vorarbeiten für den Internationalen Sporttag in Aussig. Im Juli oder August 1933 wird in Aussig ei» vom Zentralvat aller Avbeitersportorganisationen der Tschechoslowakei veranstalteter Sporttag stattfin- den. Naben allen Arden des Sportes und Spieles werden auch die Geradeturner mit ehren besten Kräf- den aufmarschieven. Die Ausarbeitung dsr Geräte» Übungen für die Turnerinnen hat der Technische Ausschuß der DTJ„ Prag übernommen, die Män- nerüibnngen werden vom Adus vorgelegt. Ein« gemeinschaftliche Sitzung beider Verbände hat sich bereits über das Rahmenprogramm geeinigt. Eine zweittn Sitzung hat auch die Frauenübungcn zur Kenntnis genommen. Nach Genehmigung umd Durchberatung der Männerübungen, die in nächster Zeit zu erwarten ist, wird die organisatorische Vorbereitung der Veranstaltung, di« von gröberer Bedeutung sein wird, in die Wege geleitet werden. Schulungsarbeit bei den Spielfunktionären. Die Spielbewegung hat in den letzten Jahren im Avus einen großen Ausschwung genommen und tausende junge Menschen dem Arbeitersport zugeführt. Die Fußballbewcgung zählt gegenwärtig mehr als 6000 aktive Spieler. Diese jungen Sportler zu bewußten Avbeitersportlern und Sozialisten zu erziehen, soll die besondere Ausgabe der Jugendleiter und Erziehungssunktionäre rm Atus sein. Ibn Frühjahr wird Planmäßig damit begonnen, di« Mannschaftsführer, Spielleiter uird Schiedsrichter aus diese Ausgaben einzustellen. In eigenen Versammlungen und Konferenzen der Krß-baller werden ovganssaw- risch« Fragen behandelt werden. Wintersport in Nordböhmen. Die Wintersportbcwegung des 5. Kreises, die sich aus 10 Bezirke erstreckt, hat in den letzten Jahren einen großen Ausschwung zu verzeichnen. Die Techniker des Kreises hüben für das Jahr 1932—33 folgenden Arbeitsplan ausgearbeitet: Zu deir Weihnachtsseiertagen findet ein Lehrkurs für Bezirkssportleiter, statt, der in Zinnwald Atusheim wbgehalten wird. Kreisveranstaltungen sind folgende vorgesehen: Kreisireffen in Oberprefchkau am 14.—15. Jänner. Das Programm umfaßt: Lairgläufe 15 Kilometer, Sprunglaus und Mannschaftsläuse. Kreistreffen in Zinnwald. Anfang Feder. Programm: Langläuse, Mannschaits- und Hindernisläufe. Im Feber finden in allen Bezirken Bezirksauf- mäosche statt. Für Eislauf wird ein Lehrkurs adge- halten. Wo di« Möglichkeit vorhanden ist, werdcn Eishockeymannschaften gegründet. Weiße Zähnfe: "O,e Chlorodont Einberuiung der Landes Vertretung lOr Böhme” Für den 13. Dezember und nach Bedarf auch die nachfolgenden Tage wurde die Landesvertretung für Böhmen zu einer Sitzung einberufen, um eine 23 Punkte umfassende Tagesordnung zu erledigen. Es handelt sich in der Hauptsache um P«rsonalangelcgenheiten und Berichte, die über früher in der Landesvertrettmg eingebrachte Anträge erstattet werden sollen. Von Bedeutung dabei ist der Bericht über di« Forderung nach erhöhtem Jagdschutz, jener über die Unterstützung der nicht subventionierten ständigen und wandernden DHtater, der Bericht über den Antrag zur Unterstützung von Tages- heimistätten in den Landgemeinden, zum Ausbau der Mütterberatungsstellen auf dem Lande und zur Errichtung von Krankenpfiegestatiouen. Ferner wird ein Bericht über den Antrag auf Ausgestaltung der Anstaltsfürsorge für Alkoholiker und für Personen, die unter Rauschgiften zu leiden haben, erstattet werden. Weiter soll em Gutachten über den Gesetzentwurf zum Baue und der Erhaltung der öffentlichen Straßen und Wege und über den Entwurf einer Straßen- und Wegepolizeiordnung, also eine für die Selbft- verwaltungSkörper äußerst wichtige Frage, abge- Reaktionäre Haltung der Zentrale der tschechoslowakischen Handelskammern. Die fühven- den Funktionäre der Handelskammern in der Tschechoflowakei scheinen zu glauben, daß es ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, in allen wirtschaftlichen und sozialen Fragen di« ärgste sozialreaktionäre Gesinnung zur Schau trogen zu müssen. Der sozialpolitische Ausschuß der Han- dftvka Minern zentral« hat nämlich beschlossen, auf seinem ablehnenden Standpunkt gegen jede Lösung der Arbeitszeitverkürzung auf legislativem Wege zu beharren,„ohne im übrigen dagegen zu sein, daß die Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern in den wenigen Industriezweigen, in welchen die besonderen Verhältnisse es gestatten, eine kürzere Arbeitszeit einvernehmlich festsetzen." So wie die Vorgänger der Herren, die jetzt in den Handelskammern den Tim angeben, gegen den Achtstundentag waren, so sind d.e jetzigen Funktionäre der Kammern gegen Sine weitere Arbeitszeitverkürzung auf gesetzlichem Wege. So wenig sich aber der Achtstundentag hat aufhalten lassen, so wenig wird die Vierzigstundenwoche vor den gestrengen Mienen der Handelskammergewaltigen Halt machen.— Damit die Oeffent- lichkeit übrigens sehe, wer hinter der Sache steckt, wollen wir festhalten, daß den Vorsitz in der bc- treffeiwen Sitzung der Herr Jng. Scherb aus Eger führte. Sette 4 Donnerstag, 1. Dezember 1932 Nr. 283 T agesneuigkeiten |^EmilJäckel| Einer der verdienstvollsten Männer der Arbeiterbewegung WestbohmenS, Emil Jäckel in Asch, ist Dienstag, den 29. November, gestorben.- In der gesamten deutschen Arbeiter- bewegung der Tschechoslowakischen Republik, in der Jäckel gekannt und geschätzt war, wirb diese Nachricht tiefe Trauer Hervorrufen. Emil Jäckel ist am 26. Oktober 1873 als Kind proletarischer Eltern znr Welt gekommen. Kaum hatte er die Schulzeit hinter sich, mußte er einen Beruf ergreism, um seinen Eltern hilfreich beizustehen. Er wurde Maurer, durchwanderte nach der AuÄeihre die westböhmischen Jn- dustrieorte und gelangte dann nach Bayern, wo er sich der Arbeiterbewegung anschloß. Aus Deutschland als tüchtiger Bauarbeiter zurückgekehrt— er brachte«S zunr Polier— rrar Jäckel in die politische und gewerkschaftliche Arbeiterbewegung des Ascher GÄietes ein und wurde der führende Vertrauensmann der Ascher Arbeiterschaft. Während der Kriegsjahre war er Lebensmittelkommissär für den Bezirk Asch, 1920 wurde er Vorsitzender der Bezirksverwaltungs- kommifsjon des Äscher Bezirkes, als welcher er ganz Bedeutendes geleistet hat. Seine Liebe galt der Förderung sozialer Einrichtungen und am meisten war ihm daran gelegen, daß der Bezirk Asch ein Krankenhaus bekam. Sein fester Wille und sein', unablässiges Dränge« blieben nicht ohne Erfolg: der Bau des-Bezirkskrankenhauses wurde rm Frühjahr dieses Jahres in Angriff genornmen und sieht seiner Vollendung entgegen. Leider war es Jäckel nicht vergönnt, sein Werk vollendet zu sehen. In der Partei war Jäckel lange Jahre Bezirksvertrauensmamr unserer Ascher, Organisation, in der Gemeinde hatte er in der ersten Periode nach dem Umstürze die Funktion des Bizebürgermeisters inne. In der Gewerkschaftsbewegung stand Jäckel durch mehr als 23 Jahr« an der Spitze der Bauarbeiter des Ascher Gebiets, seine Tätigkeit während dieser Aeit zu schildern und zu würdigen, hieße die Geschichte der Bauarbeiterbewegung nicht nur des Ascher Gebietes, sondern auch des Eger» landes zu schreiben, Es kann gesagt werden, daß es von den Kämnren des Erzgebirges bis tief hinein in den Böhmerwald kein Dorf gibt, in dem Bauarbeiter wohnen, das Jäckel nicht aufgesucht hätte. Er war es auch, der, nachdem das kommunistisch« Spaltunaswerk im Ascher Gebiet mit besonderer Gründlichkeit betrieben worden war, die Bewegung im Ascher Gebiet wieder aufrichtet«. So konnte er, zufrieden mit seinem Lebensiverk, im Jahr« 1930 mit Rücksicht auf seine erschütterte Gesundheit in den tmchlver- dientep Ruhestand treten. Freilich gönnte er sich nicht die notwendige Ruhe und ließ sich nicht davon abhalben, auch weiterhin für die Arbeiterbewegung zu arbeiten und den Funktionären mit Rat und Tat beizustehen. Oft sagte er von stinen Berufsgenossen:„Schmutzig ist das Gewand des Maurers, rauh ist sein« Hand, rauh ist seine Stimme, aber in dieser rauhen Hülle steckt«in guter Kern, ein treues Kämpfer- und Menscheuherz." Ein solch treues Kämpfer- und Menschenherz war Emil Jäckel. Dieses treue Herz hat nun zu schlagen aufgehört, alber die Arbeiter des Ascher GebreteS und die gesamte deutsche Arbeiterbewogung dieses Landes werden den tapferen Kämpfer, opferbereiten Genossen und das treu« sozialistische Herz nicht Vergessen! Rückkehr aus Rußland. Aus U S h o r o d wird dem Tsch. P.-B. geschrieben: Dieser Tage kehrte zu feinem Bruder in der Gemeinde Hrabova cm Bezirk Mukavevo der Landwirt M e 8 k o zurück, der im Jahre 1926 mit seiner Frau und zwei Kindern gemeinsam mit 33 anderen Familien aus Karpathorußland nach Sowjetrußland mit einem Auswanderertransport abgereist war. Der Transport war aus Zilina abgefertigt worden mit dem Ziel Piöpek im Turkestan. MeSko, der vor seiner Auswanderung in Puznakovce bei Mukaöevo sein bäuerliches Anwesen und drei Stück Rindviehs sowie Grundstücke verkauft hatte, ist nun in stiner Heimatgemeinde vollkommen verarmt eingetroffen. Er hatte bei der Genossenschaft damals einen Anteil von 3000 K, ferner 5000 K als Ersatz der Reisespesen und weitere Gebühren für die maschinelle Einrichtung einer Baumwollfabrik u. a. erlegt. Di« Genossenschaft erstattete ihm bloß eine Einlage von zwei Dollars zurück. Nunmehr ist Mesko glücklich, gegen Lohn bei Dorfbauern arbeiten zu können. Denn ste find die Blüte der Natron! München, 29. November.(Eig. Drahtb.) Ein interessanter Totschlagsprozeß mit homosexuellem Hintergrund wird seit Dienstag unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor dem Münchener Schwurgericht verhandelt. Ange- klagt ist der 39jährige Geflügelfarmbesitzer Eugen Freytag aus Oberhof bei Tegernsee, Vorsitzender der nationalsozialistischen Ortsgruppe Tegernsee. Freytag hat am 25. Mai seinen Hausmeister und Freund, mit dem ihn monatelang ein inpiges homosexuelles Liebesverhältnis verband, durch vier Revolverschüsse verwundet und getötet. Verschmähte Liebe war das Motiv der Tat. Der Hausmeister, dem die Sache nicht mehr geheuer war, wollte'seinen.Herrn am gleichen Tage ver- lassen. Der Mörder war am Tegernsoer Offiziersstammtisch ein gern gesehener Gast. Seiner nationalsozialistischen Ortsgruppe hatte er, dem seine Geflügelfarm zusammen mit stiner Offizierspension em recht auskömmliches Dasein ermöglichten, einmal großzügig 5000 Mark spendiert.„Ein weichlicher Mensch, der leicht zum heulen neigt, kein Mannsbild— wie mau so sagt", so wurde der Angeklagte von einem Sachverständigen charakterisiert. Tatsächlich benahm er sich vor Gericht wie ein Jammerlappen, ganz anders als in feinen„teutschen" Versammlungen. Er will im Zustand höchster Erregung gehandelt haben, nachdem er sich vorher seinem Freund zu Füßen ge- worfen und ihn angesleht hatte, zu bleiben. Auch der Getötet« war eifriger Nationalsozialist, sprach viel in Versammlungen und bewegte sich noch häufiger in homosexuellen Kreisen. Wie eine gefeierte Primadonna puderte, schminkt« und parfümierte er sich, empfing Herrenbesuche, erhielt Blumensträuße und fand dabei noch immer Zeit, für Adolf Hitler zu agitieren, dessen Photo er ständig mit sich trug. Zu dem Prozeß sind 32 Zeugen und vier Sachverständige geladen. OestLsrdrsis de» Wiener Frauenmörders. Wien, 30. November. Franz BlaSej hat heute Abend nach einem mchrstündigen Verhör vor dem Pälizeidivektor Steinhäusel zugegeben, daß er Freitag, den 28. Oktober mit Hermine Unterstöger einen Streit hatte, da sie von ihm Geld verlangt« und er es chr nicht geben konnte. Im BerlaMe des Streits packte er sie beim Halse und würgte sie. Da sie sich plötzlich nicht mehr rührte, glaubt« er, daß sie spasse. Da/m sah er aber, daß sie tot war. Hierauf zerstückelte er die Leiche und trug die Leiche nteilc nach und nach von BisttteNorf in die Donau. Zwei Bergleute verschüttet Dorsten(Westfalen), 29. November,(Eig. Drahtb.) Auf der Zech« Fürst Leopold in Hervest- Dorsten ereignet« sich am Mittwoch vormittag ein schwerer Grubenunfall. Durch einen Gebirgsschlag auf der dritten Sohl« wurden zwei Bergleute verschüttet. Sie konnten nur als Leichen geborgen werden. „Ministerialrat Halik verlangte nur ein Auw" sagt« der ÜDJann mit dem umstrittenen freien Geleite aus, Franz Stejskal, von dem behauptet wird, daß er so ziemlich das ganze Eisenbahnminifterium bezüglich seiner Kohleninterefstn zu gewinnen wußte.„Nur" ein Auto, aber das hat er natürlich niemals bekommen, denn in diesem Stkibrn^prozeß hat natürlich niemals nichts auf dem Tisch eines einflußreichen Menschen gelegen: die Gelder sind eben vom Himmel gefallen und so konnte es geschehen, daß diestr stlbe Ministerialrat Halik mit einem Monatseinkommen von etwa 6000 K Aktien im Werte von einer Million und dreihunderttausend Kronen hinterlassen konnte, wie"das Gericht aus den Berlassenschaftsakten festgestellt hat. Es geht eben nichts über Ritter ohne Furcht und Tadel, di« sich ihr sauer verdientes Geld samt und sonders auf die bekannte hohe Kante legen; bei einem Höchsteinkommen von achtzigtausend Kronen(mit allen Diäten) hat also der Herr Ministerialrat sechzehn Jahre und drei Monate von nichts anderem als der Liebe zum Beruf gelebt, wobei nur auffallen nmß, daß bis zum heutigen Tag erst vierzehn Jahre und einen Monat tschechoslowakischer Republik verflossen sind. Hoch die Weltwunder des zwanzigsten Jahrhunderts und dreimal hoch ihre„ehrenfesten" Zeugen! Herr Halik hat natürlich niemals fünfzigtaufend Kronen Monatsgehalt von Stejskal erhalten; und Dr. Ludwig war ordentlich und fromm,„bis er sich dem Trunk ergeben hat", wie der Geleitszeuge in tiefster Erregung zu sagen wußte, so daß man sich ja nicht darüber wundern kann, wenn der Mann, ehrenwerte Bürger vor Gericht belastete. Dieser Halik, der sich mit Stejskal wegen des verweigerten Auws bei Philippi(nicht in Pan«, kratz) Wiedersehen wollte, wäre überhaupt ein rührend diskreter Mensch gewesen, was Informationen aus dem Eisenbahnministerium anlanat: rr hätte sich über.dieses, böckstensmrit Weinmann oder Petschek ausgesprochen, die, weich' seltenes Wunder, auch an 'Kohlen und Eisenbahnen interessiert sind. Das Glückskind Halik hätte reich geheiratet, in besten Verhältnissen gelebt, in Dresden die Inflation durch einen Hauskauf ausgenützt und auch sonst an der Börse spekuliert, war also das Muster eines glücksbegüterten Beamten, der sich gegen das Eingreifen Burgers in den Waggonangelegesiheiten mit Recht zur Wehr setzte... Korruption in der Lnndenburger Gemeindestube. Am Montag wurden der Stellvertreter des Bürgermeisters von Lundenbura Johann Pki- bhl, der Gemeinderat Johann SmhLka und der Landwirt Wenzel Oapka im Zusammenhang mst der Affäre der Ernte von den Ge- meindogrundstücken verhaftet. Die Gemeind« Lundcüburg bewirtschaftet nämlich etwa 150 Metzen Gemsindegrundes selbst— der sich nicht zu einem befriedigenden Preis verpachten ließ, da sich darauf ein Notlandungsplatz für Flugzeuge befindet. Nunmehr wurde festgestellt, daß eine Menge des auf diesem Gememdegrund geernteten Getreides nicht in die Gemeindescheunen gebracht, sondern an private Personen abgeführt wurde. Man erwartet, daß noch weitere Personen verhaftet werden. Skandalös« Zustand« in einer Offizierschule. Im gestrigen Wehrausschuß brachte Genosse He« ger auch die unerhörten Zustände in der Offiziersschule in P r e ß b u ra zur Sprache und schilderte an der Hand von Beispielen, was die Rekruten zu erdulden haben und daß von 127 Offiziersschülern bereits 17 wieder freiwillig zum Regiment zurückgekehrt sind. Durch die rohe, brutal« Behandlungsweise werden Offiziere herangebildet, di« diesen Geist dann wieder in di« Armee weitertragen. Genoss« Heeger erklärte sich bereit,«ine Schilderung der Borkmmnnisst dem Ministerium zu überreichen, verlangte jedoch eine st r e n g e U n t e r s u ch u n g nicht bloß durch die militärischen Vorgesetzten, sondern eine Untersuchung, der auch Mitglieder deS Wehrausschusses beizuziehen wären. . Fest der Unkultur. Unter großen Förmlichkeiten, bei welchen einige Fässer Rotwein geöffnet und äuSgetrunken wurden, wurde Dienstag der Quai an der Seine in Paris, an dem der Groß- teilvbci mit Wem beladenen Schisse anletzt. In feierlicher Weist auf„Quai Franklin Roosevelts" umgetaüft. Die Wei-nhändler und die Hastnarbei- ter, die diese Umbenennung gemeinsam feierten, tranken aus den vollen Fässern, wobei sie mit französischen und amerikanischen Fahnen winkten. Beim Reinigen der Schußwaffe getötet. Der 24jähviae Sohn des Arztes August Mersels m B e r e h ovo(Karpathorußland) reinigte in der Wohnung stiner Eltern in Berehovo eine Rep«- tlerpiswle, wobei er sich so unvorsichtig benahm, baß ein Schuß losging. Der Schuß traf di« in der Wohflung anwesende 24jährige ruthenische Köchin Linkä Brechovska in den Kopf. Sie wurde in das Krankenhaus von Berehovo gebracht, erlag aber bald nach ihrer Einlieferung den erlittenen Verletzungen. Meistls wurde verhaftet und in Prä- bentivhaft genommen. Eine glückliche Erbin. Eine 92jährige Witwe, die in einem lothringischen Dorf lebt, ist Miterbin an einer Hinterlassenschaft von 420 Millionen Frarsten ihrer in Amerika verstorbenen Schwester geworden.. Die Falschmünzerei blüht. Im Dorfe Bracht(Niederrhein) hob die Kriminalpolizei eine Falschmünzerwerkstatt aus, die in einem Hühnerstall untergebracht war. Die Beamten fanden strtige 5i-Markstücke, Formen, Tiegel, Metall, überhgnpt alles, was zur Falschmünzerei erforderlich ist. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Ein guter Fischzug. Eine traurige Entdeckung mtzßte Dienstag abends ein Goldwaren- händstr aus Leipzig machen, der stinen Personenkraftwagen in einem Torweg in der Kranstn- straß« unbeaufsichtigt hatte stehen lassen. Während der kurzen Zeit seiner Abwesenheit waren aus dem verschlossenen Wagen drei braune Lederkoffer gestohlen worden, in denen sich mehrere Tausend Ringe, Zigarettenetuis, Feuerzeuge und andere Gegenstände befanden. Der Gesamtwert der gestohlenen Sachen beträgt 25.000 bis 30.000 Mart. Mord und Selbstmord. Gestern mittags ereignete sich in Brunn-Sebrositz ein blutiges LiebesdraiNa. In der Zafarik-Straße 17 erschoß der 29jährige Ähuhmacher Franz M l y n e k aus Kosteictz dse 29jährige Fleischhauergehilsensgattin Marie P a l a 8. Hieraus richtete er die Waffe gegen, sich und schoß sich eine Kugel in den Kops, Er wurde von der RettungSabteilung in di« Landeskrankenanstalt gebracht, wo er bald darauf seinen Verletzungen erlag. Hinterlassenen Briefen zufolge ist die Ursache der Tat unglückliche Liebe. Mlynek war nämlich verheiratet und unterhielt mit der Pala8 schon durch längere Zeit hindurch ein Liebesverhältnis. Schweres Kraftwagenunglück. Der Krasr- wagen dreier Metzer Kaufleute, die am Sonntag einen Jagdausslug gemacht hatten, verunglückte in der Nähe des Metzer Friedbofes. Der Wagen verbrannt«. Einer der Insassen kam in den Flammen ums Leben,«in zweiter Insasse wurde herausge- schleudert und ebenfalls tödlich verletzt. Der dritte ringt mit dem Tode, Unglück auf der Untergrundbahn. Ein mir 21 Personen besetzter Aufzug der Madrider Unter-' grundbahn stürzte in den Fährstuhlschacht hinab. Sämtliche Reisende wurden verletzt. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus vcn Programme». Prag: 6.15: Gymnastik. 11: Schallplatten. 15.30: Klavierkon-ert. 17.05: Streichmusik. 18.25: Deutsch« Sendung: Reimer-Sven: Gymnastik für unser« Kleinkinder 1^.20: Konzert. 20.90: Bee!« ‘ hovcnBiolinson.tte 22.15: Zeitgenössische Musik. -— Brünn: 18.25: Deutsch« Sendung: Sportberichte. 1£k20: Schrammel-Musik. 21: Meister Pa- l'Jcfik. Pretzburg: 21: Popnl. Orchesterkonzert.— Berlin: 18.35: Lieder.— Breslau: 1630: Richard- Strauß-Konzert.— Mühlacker: 20: SinsoniÄonzert. Hamburg: 19.30: Alt« und neue Tänze.— Königsberg: 20: Modern« Musik.—Leipzig: 2130: Berühmte Tenöre.— München: 21.05: Sinfonie- kcnzert.— Wien: 16.50: Querschnitt durch das östrr- -reichisch.' Schaffen der G-'gemvart. 20:„Ein MaÄen- ball", Oper von Berdi. Brand im Zirner Elektrizitätswerk. Mittwoch entzündete sich in der neuen Kohlemnühle bei« Elektrizitätsroerke der Batawerk« In Zkin Kohlenstaub. Durch die emporlodernden Flammen erlitten der Mahlmann ZamatuZka und der Meister Kubi- üek Brandwunden. Sie wurden in das Bata-Kran- kenhaus übergeführt. Die Aerzte hoffen, daß die Verletzten am Leben erhalten werden. Der Brand wurde binnen 30 Minuten gelöscht und die Maschiuenejnrichtungen so repariert, daß das Elektrizitätswerk den vollen Betrieb austecht erhält. Die Brandursache wird untersucht. Chefarzt und Volontärin. Das Landgericht in Guben verurteilte den bisherigen ChefaHt und Direktor des Krankenhauses der Stadt zn einem Jahr und drei Monaten Gefänguis, weil er unzüchtige Handlungen an minderjährigen Volontärinnen, die im Krankenhaus beschäftigt waren, vorgenommen hatte. Ein Spionageprozeß in U-Hovod. Der Strafsenat des Kreisgerichtes in Urhorod fällte am Dienstag abends nach dreitägiger geheimer Verhandlung in dem Prozeß der Spionageaffäre zn Gunsten Ungarns das Urteil. Das Gericht verurteilte den Postangestellten Johann Eernicky auk Munkatsch zu vier Jahren und den.Handelsreisenden Karl Waß aus Munkatsch zu sechs Jahren Zuchthaus. Michael Varga wurde freigesprochen. Eernicky hat Berufung eingelegt. Her Staatsanwalt hat im Fall« Varga Berufung eingelegt, worauf der Senat beschloß, Varga in Haft zu belassen. Waß hat die Strafe angenommen. Die Tragödie des Arztes. Der Selbstmordversuch der vor einigen Tagen in Hamburg ver« hasteten Arztes Dr. Enoch wird vermutlich nicht zum Tode führen. Die Aerzte haben begründete Hoffnung, Dr. Enoch zu retten. Es hat sich inzwischen bestätigt, daß— im Gegensatz zu dem Verdacht der Staatsanwaltschaft— niemand durch die En och scheu Serum-Einspritzungen an seiner Gesundheit geschädigt wurde. Die gegen Dr. Enoch erhobenen Borwurfe sind erlogen— sie stammen sämtlich aus nationalsozialistischer Quelle. Di« Nazis, die ihre Informationen von einem entlassenen Angestellten bezogen, hatten u. a. behauptet, daß Dr. Enoch Fleisch von eingegangenen Pferden deS Hamburger Schachthofs zum Genuß frei- gegeben habe. Auch an dieser Behauptung ist kein wahres Wort. Tatsache ist offenbar nur, daß Dr. Enoch, wie er auch bei seiner Verhaftung zugegeben hat, zum Versuch stiner Sera gelegentlich amtlich nicht gestempelte Plomben verwandt hat . seine Freunde nehmen an: weil ihm in eiligen Fällen die Gesundheit seiner Patienten wichtiger war als die Erfüllung einer Formalität. Im Hinblick auf die geringen staatlichen Stempelgebühren kommt Gewinnsucht als Motiv nicht in Frage. Um ÜB Prozent. Die nationalen Burschenschaften der Budapester und Provlnzhochschulen veranstalteten Montag«men zweistündigen Tcmon- strastonsstreik. Ten Universität sbehörden wurde ein Memorandum übergeben, worin die unverzügliche Wiederherstellung der ursprünglichen Bestimmungen des numeruS clausuS-Gesetzes verlangt wird, nach denen die Zahl der auf den ungarischen Universitäten studierenden jüdischen Studenten nur .5.1 und nicht wie gegenwärtig 5.9 Prozent der gesamten Hörerschaft betragen soll. I« einem Steinbruch in der Nähe von Trier, i» dem Mittwoch nachmittags Sprengungen vorgenommen wurden, lösten sich plötzlich von der 20 Meter hohen Steinwand große Massen Geröll und Sand, die den Sohn des Steinbruchbesitzers, , ferner den Schießmeister, Vater von elf Kindern, t ju© einen Arbeiter, Vater von sieben Kindern, begruben. Während der Sohn des Steinbruch- bcfitzers nur als Leiche geborgen werden könnt«, wurdeN di« beiden Familienvater lebend ans dev Steinmaffon befreit. Sie haben aber lebensgefährliche Verletzungen erlitten: Dir„Sozialistische Jugend" ist soeben als Toppelnmnmer für di« Monate November-Dezember erschienen. Sie enthält di« Bericht« vom Parteitag und vom Kongreß der Sozialistischen Jugendiltter- nationale und die Stellungnahme der sudetendeut- schen iozialistischen Arbeiterjugend zu diesen Tagungen. Sehr wirkungsvoll geschrieben sind di« Notizen, die sich mit den Hakeukreuzlern beschäftigen. Di« Rubrik„AuS der Bewegung" widerspiegelt das reiche Leben in unserer Jugendbewegung. Auch di« -ehr gut geleitete Rätselecke trägt dazu bei, di« .Sozialistische Jugend" zu einer von den Jugendlichen sehr begehrten Zeitchris: zu gestalten. Ein« reichhaltige GenossenschaftSbcilage ist diestr AuSgab« der„Sozialistischen Jugend" zur Werbung für di« Idee de; Genossenschaft unter den jugendlichen Arbeitern beigegeben. Di«„Sozialsstische Jugend" ist zu beziehen durch ihre Verwaltung, Tepütz- Schönau, Seilerstraße 1, und kostet 12 K jährlich- «r. S8S Donnerstag, 1. Le;«mb«r 1V32 «eite» Prager Zeitung» schützt die Obstbäume! Der Magistrat der Hauptstadt Prag»«rlautbart: Angesichts der zahlreichen Klagen übe« Beschädigung der Kirschbäume durch Abbrechen der jungen Zweige und in Anbetracht der durch die katastrophalen Fröste der Jahres 1929 an den Kivschbaumkult-uren angerichteten Schäden Verbietet der Magistrat der Hauptstadt Prag aus Grund des Artikels 3, Absatz 1 des Gesetzes vom 14. Juli 1927 Nr. 125 S. d. G. u. B. derartige Beschädigungen der Kirschbäum« und untersagt zwecks wirksamer Durchführung dieses Verbotes auch den unbefugten Verkauf und Kauf von Kirschbaumzweigcn. Uebertrettlngen dieses Verbotes werden, sofern« sie nicht eine ander« strafbare Handlung darstellen, nach Absatz 2, Artikel 3 des angeführten Gesetze» mit einer Geldstrafe von 10 K bis 5000 K, eventuell mit Gefängnis von 12 Stunden bi» 14 Tagen geahndet. Geriditssaal Schneüsieve!urs f ir Friseusen. Und der Erfokg. Prag, 30. Itovembrr.. W M erklärlich, daß in einer Zeit klttastrophaser, SLelsensösßgkeit jeder Arbeitsuchende sich-bemüht, seine--OuaWtaiion-zu verLesfern, um gegenüber seinen Konkurrenten einen Vorsprung zu haben. So hatten denn auch die Inserate des Friseurs Karl Birthig, in denen er seinen Frtsierkurs anpries, vollen Erfolg. In diesen Inseraten wurde allerlei Schönes verheißen. Di» Kursteilnehmer sollten im Damenftisieren vollkommen ausgebildet werden, so daß sie auch den verwöhntesten Ansprüchen genügen würden. Auch versprach der Veranstalter dieses Kurses, dafür zu. sorgen, daß seine Zöglinge nachher entsprechend« Stellungen finden w ü rd« n. Da» Kurshonorar war nicht eben bescheiden. Es wurden zweitausend Kronen pro Person verlangt. Es liegt auf der Hand, was ein solcher Mitteilungen au« dem Publikum. Die«tuen Philips-Empfänger 830 A mit einem neuen Abstimmpr nzip. Di« außerordentlichen Anforderungen, welche an ein modernes Rundfunk- empfangsgeräl in bezug aus Selektiviiai und Emp- findlichkeit gestellt werden, brachten notivend ger- weise ein neues Problem mit sich; da» Problem der vorteilhaftesten Abstimmcinrichtung. Bon einein Hochleitungsempfänger wird heute unbedingt gefordert, daß die eingestellte Station mir lOOprozen« tiger Sicherheit aus Verlangen, ohne Suchen, eingestellt werden kann. Verschiedene Lösungen wurden versucht mehrere Erzeuger von Radioappa- raten haben- sich sogar bemüh', die SrationSnamen auf di« Absumnrskala auftubringen Jedoch nur Mir mehr oder weniger befriedigendem Erfolg Die Anzahl der von einem HockleitongSgerät empkon- genen Stationen ist viel zu groß, um aut der Ab- stlmmskala in übersich licher Weise und präzis Platz zu rinden. Auch sind die Sender oft zu nahe>o daß man nur selten mit ab'olnter Sicherheit weiß, welche Welle tatsächlich eingestellt ist Alle diese Schwierigkeiten beseit'gt mit einem Schlage die neueste Schöpfung der Phiiips-Laboratorien. die Mikro- M e l c r- T k a l a, welche in der koeb-n auf den Markt kommenden Empfängcrtypeu„Luver Fnduc- tancc" Philip»<139 A zum erstenmal verwendet wird Die Abstimmung ank e'ne gewünschte Sta'wn wird in denkbar einfachster Weise etwa fol- gendermaßcn vorgenommen: Bei schweigendem Emp- Pfängrr wird d'e Skala z'B ans ti i? eingrstellt ldieft Eimtetlnng ist au» der iedem Gerät bei- liegenden Abstimmskaia zu enebenl Wenn nun der Lau'stärkeregler de» Gerätes ausgedreht wird so ertönt m°t abiolut-t Sicherbci'. der gewünschte Sender. Bon d-e'er Tatsache können sich alle Interessenten 6*' ied»'--^nndsttnktzändler überzeugen Betrag für die armen angehenden Friseusen bedeutete, die sich auf die Inserat« hin meldeten. Aber schließlich strengt sich in solchen Fällen jeder, der halbwegs die Möglichkeit hat, aufs äußerste an, um den erforderlichen Betrag zusammenznkratzen. Und so erlegten vier Kursteilnehmerinnen zusammen gegen 10.000 K. Es sind durchaus Mädchen vom Lande, die dem Inserat volles Vertrauen geschenkt hatten. Die Dauer des Kurses, der ,auch Maniküre, Massage und ähnliche Spezialfertigkeiten umfassen sollte, war für drei Monate festgesetzt. Der Kurs hatte einen sonderbaren Verlauf und einen ebenso sonderbaren Erfolg. Die Mädchen wurden als„Kutslstinnen" bezeichnet, dieser hochtrabende Titel ist keine gesetzliche Bezeichnung für ein« Personalkategorie, und so waren dies« Kursteilnehmerinnen als Lehrkräfte anzusehen, aber als solche nicht gemeldet, weshalb der Herr Kursleiter auch vom Magistrat mit einer Geldstrafe belegt wurde. Eine Bewilligung zur Abhaltung des Kurses hatte er übrigen» auch nicht. Aber auch die Art der„Ausbildung" war sonderbar. Der Herr Ehes ließ nämlich die unauS- gebildeten Mädchen gar nicht zu den-H a a r a r- beiten zu. Im Gegenteil, wenn eine Kundschaft den Laden betrat, mußten die,Fdursistinne n" den Laden verlassen und sich ins Badezimmer zu» rückziehen. Lediglich an Perücken und Haaren dursten sie sich üben. Als dann der treffliche Kurs zu Ende war, und die Zöglinge den Herrn Chef an sein Versprechen erinnerten, daß er ihnen Posten verschaffen werd«, begnügte er sich mit dem guten Rat, sie sollten n» r ein Inserat aufgeben, das weitere würde sich schon finden. Und es fand sich wirklich. Soweit cS den Mädchen überhaupt gelang, Stellung zu finden, mußten sie alsbald wieder wegen vollkommener Unfähigkeit entlassen werden. To waren die Armen um ihr Geld gekommen, ohne auch nur den geringsten Gegenwert zu erhalten. Sie klagten den unternehmenden Herrn Chef, und vom Zivilgericht wurden die Akten der Staatsanwaltschaft abgetreten, die untersuchen sollt«, ob nicht das Verbrechen des Betrug«» vorliege. Die Staatranwaltschast erhob tatsächlich Anklage und so saß heute der Herr V i r t h i g auf der Anklagebank. Der Einzelrichter, OGR. Trost, fand indessen den eingeklagten Tatbestand nicht voll bewiesen und sprach den Angeklagten frei. Run werden die vier Geschädigten, die teilweise in notdürftigsten Verhältnissen leben, versuchen, im Wege deS Zivilprozeffe» ihr nutzlos geopfertes Geld znrück- znbekommen. Pb. Soziallsflsdie lösend, Kreis Pros. Freitag, den 2. Dezember, 20 Uhr, in de» „Beseda" des Lidovy dum(Hybernska 7) „Arbetteriugend und Aürilstung" Referent: Genosse Karl Kern. 2. Bericht vom Kongreß der Sozialistischen Jugend-International«. Alle S. J.-Mit- glirder sind zur Teilnahme verpflichtet. Kunst und Wissen Hans Walter Süßkind, Klavierabend, 14. De- .ember, 20 Uhr, Produktenbörse. Am Programm: Schumann, Strawinsky, Bartok, Debussy und Erstausführungen von Mossolov: Sonate op. 11, Mii- haud: Trois Rag-Caprices. Karten in den bekannte» Bowerkaufsstellen.. Wochcnspielplan des Reuen Deutsch«« Theater». Donnerstag, halb 8 Uhr: Erstausführung:„Bor Sonnenuntergang"(C 2).— Freitag, hakb u Uhr: ,^L a Boheme"(D 2).— Samstag, halb 7 Uhr:„Die Meistersinger von Nürnberg"(B 1) Wochenspielplan d«r Kleinen Bühn«. Donnerstag, 8 Uhr:„Essig und Oel",— Freitag, 8’ Uhr:„W aterloobrückc"(Kulturverband»- frruude)— Samstag, 8 Uhr:„Essig und Oel'. Aus der Partei Augenvdewegung. Jungfalken-» Avantiharde. Hriinzusammenkuirft Freitag um" halb 4 Uhr Im Verein deut scher Arbeiter. Erscheinet pünktlich und vergeßt nicht euer Bastelmaterial samt den Kostümen für unseren Zirkus„Q u a t s ch". Diese Woche läuft der letzt« Termin für die Anmelduugeu-um Winterlager ab. Wichtig! Sorgt für frühzeitige Erledigung eurer Schulaufgaben, da wir den Samstagnachmittag und den Sonntagvormittag durch' unsere letzten Proben für unser« Feier, welche Sonntag, den 4. Dezember, um halb 3 Uhr im„Uranla"-Saal stattfindet, bcsctze» müssen. Sorgt für guten Bssuch! Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Freitag spricht Genosse Kern über„Arbeiterjugend und Abrüstung" in der„Beseda" des Lidovy dum, Hy-' brrirska 7. Beginn 8 Uhr. Bericht über den zweiten BerhandlungSpunkt des Kongresses der Sozialisti- fchen Jugend-Änternattonale mit Diskussion. Die Mitglieder aller S. I.-Gruppen haben pünktlich zu "scheinen. Eingeführte Gäste willkommen. Zweiter Kur» der Arbeitsgemeinschaft. Heut« abends setzt Genoss« R e h w a l d seinen Bortrag über di« wirtschaftliche Entwicklung seit dem Weltkriege fort. 2. I. ll-Heim, 20 Uhr Leistungsfähiger 3-Röhrenemp- fänger für Wechselstrom-Netzanschluß mit eingebautem, hochwertigem Lautsprecher u. Wellensieb. Dieses Gerät ermöglicht auch in der Nähe eines Ortssenders ungestörten Fernempfang. Es verbindet modernste Konstruktion mit niedrigem Preis. Praia........ Kc 1.790*— PHILIPS 934 A SES Für gute Wiedergabe großer Lautstärke PHILIPS „ MINIWATT"- ROHREN! 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Auch di« dänischen Ringer waren sehr gut. Ein 4:3-Erg«bnis für Norwegen wäre ein berechtigter Lohn für die guten Leisttingen der Dänen gewesen. Dresdener ArbeiterfnßbaU. Kaditz 09 gegen Potschappel 1:0, Kamenz gegen Radeberg 5:1, Löbtau gegen Zschachwitz 3:1, Lockivitz gegen. Neustadt 2: 0, Helios gegen Cotta 4:8, Burak gegen Komet 7:4, DDB. 10 gegen Fortschritt 8:0, Eintracht gegen Sörnewitz 5:3, Coswig gegen Rade- beul 3: 2, Sportverein 01 gegen Straßenbahn- 5:1. - Meißen: Meißen-Stadt gegen Meißen-Land 7:2. ftlnfterfremiöe&rag. Sonntag, den 4. Dezember, halb 3 Uhr nachmittag» im großen Uraniasaal Falken-Feier. Programm: Lieder, Sprechchöre, Spiele, im zweiten Teil« d«r Falkcnzirkus Quatsch. Kommet bestimmt!! haften 6ie steh fcöon Boroerkaufetarten für die Falkenfeier gesichert? Wenn Sw eine frohe Stunde mit unser«« Roten Falken verbringen wollen, wenn Sie sich für unseren Falkenzirkus „Quatsch" interessieren, wenn Sie unser« Kindersrrnndebewrguag unterstützen wollen, so kommen Sie ganz bestimmt!. Bringen St« aber anch Ihre Bekannten und recht viel» Kinder mit! Wir erwarte» Sie Sonntag nachmittags um halb 3 Uhr im großen Uraniasaal,— Falkenau«- strllung— Weihnachtgbüchrr-Ausstellung.— Karten zu K 3.— bei allen Fallen, bei den KinderfrilMdesunktionären und bei Optiker Deutsch, Palais Koruna. Beginn der Arbeiter-Eishockey-Satso» in Wien. Sonntag fand auf.der Mödliuger Kunsteisbahn das erste Arbeiter-Eishockeymatch der Saison stritt, nnd Aval standen sich Mödling nnd Favoriten gegenüber. Die Mödlinger zeigten sich schon In guter Perfaft sung und getvanneu 4: 0(1:0, 1:0, 2:01 Gerätetoettkampf Breslau gegen Dresden. Die Breslauer Kunstturnermannschaft gewann dtn Rückkampf überlegen mit 60t: 566 Punktem In Dresden war Breslau mit 583: 593 Pnukftn unterlegen gewesen. Die Einzelergsbuisse: Am Barren: Breslau 199, Dresden 195; Pscrd: Breslau 206, Dresden 181; Reck: Breslau 200, Dresden 190 Punkte. Vereinsnadiriditen Bezirksverein Arbeitrrfürsorg«, Prag. Heule wichtige Ausschuß-Sitzung Zeit: 8 Uhr s abends Ort: Nekazanka 18, II. Stock, Sekretariat.' H er«,«»« k< i«u,lr:r» 1««»« b e f t»d«( tj o t Wilhelm Rt« h»«»- Sereimvorilich«« Rtbatttur Dr A»a vra,.— Druck:.Sott* A.-G. sir Zeit»««,«o» Buchdruck. Pru,— YL, bru Druck»rmiN»,rlNch! vn» boki». PrZg,•• ötf Zen.«gs« 7t. vuroe von bn Uofi- u Lelegraphcudlrektion mit Erlaß Nr 13.800/V 11/1980 dewtüigi— Öciugloebinannata. Bri Zustellung Inf Haus ober bei Bezug durch dir Poü monatlich N8 18.—. oierteljähmch Lö 18.—. tzezniagieich w. gautlagr^ Ltz M.—,— Zai'erar« werden lenl lerts tzüligtz berechn«. Ve, Aste»» Lürlchaunnge» Preifnachlatz.— SiüLjteüunf tzon ManuLlrtpten erfolgr nur bei LiujenLung der RelourmarkeN, Seite 8 „Sozialdemokrat" SmntttSiflg, 1. Dezember 1932 Nr. 2c3 UNSEREN KINDERN- warm, bequem und fast umsonst und Planschwetter! Schwarz oder braun Samt, mit Lack komb. NIKOLO UND ZULETZT FÜR VATER! BEQUEMLICHKEIT DAHEIM I Gr. 27-34» Lederschuhe mit Gummisohle- Gr. 3>38 Kc 29. Leichte Damen-Oberschuhe durchlässigem Gabardine, Warme Meltonschuhe mit Lederbesatz und starker Gummisohle. Schnallenvfersehluss- Mode- Meltonschuhe, mit Lack kombiniert. Reizende Spangen für Atlas- schuhe, in den ve'schiedensten Ausführungen ob 3- Eleganter, leichter Tanz-Halbschuh- Elastische Ledersohle. Gr- 23-26. Meltonschuhe mit Gummisohle. 27-34 Kc 19.-, Damen KL 29, Herren KL 39.- Schwarz lackierte GANZGUMMI ÜBERSCHUHE, mit Trikotfutter ATLASSCHUHE. leicht und elegant. 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