Einzelpreis 70 Heller. (Einschließlich S Heller Porto) Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. gt.'baltioo u. Dertoaituna: Orag n,»tiäjaiira ia ♦ Xticp®.>&193. 3146g. ItaldirevaN.(ab 31 Uhr) 1 33SM*Jto*f:r zum 15. Dezember fälligen Rat«, da sie den Aufschub der Rate als einen Teil der verlangte« Gesamtregelung der Schuldenfrage ansieht. Der heutige„Matin" schreibt: Die neue französische Note ist in höflicher aber lapidari- sche'r Form gehalten. In ihrem ersten Teil sind Beweis« dafür angeführt, daß ein Zusa mm« n- hang zwischen Schulden und Reparativ n e n besteht: Der Dawes- und der Aoungplan, das Hoovermoratorinm, das Hoover- Kommuniquee an den ehemaligen Ministerpräsidenten Laval, der Bericht der Baseler Sachverständigen und der Rapport des Borbereitungsausschusses für die Weltwirtschaftskonferenz. Im zweiten Teil wird an die Finanzhilfe erinnert, die Frankreich zahlreichen Staaten gewährte. Es wird weiter daran erinnert, daß eine große Verwirrung in Europa entstehen würde, wenn die Stabilität der französischen Währung bedroht würde, die ein regulierender Faktor in der europäischen Wirtschaft sei. Am Schluß heißt es: Wir haben um ein Moratorium ersucht, und ersuchen neuerlich darum, und zwar dringlicher als jzemals vorher. Die Gründ« hiefür sind angeführt. Die Teputiertenkamemr entsprach dem Begehren Herriots und vertagte die Schulden- i debatte im Kanimerplenum auf nächste Woche. ' Sie dürfte am 9. Dezember stattfinden. uiiuniiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiHiiniiniiimiiiiiniiitiiiniiiiHiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiuiiuiiMiiniiiiiiiiiiHiflniHiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiniiniitiiiiHiiiiiiiiniiiiiiiniinmnntiiiiiiitHHiiiniHiiiiHiiuiiinimm 20.000 Japaner im Vormarsch. Große Umfassung bei Tsltsikar. Befreiung von Geiseln als Vorwand. Tokio, 1. Dezember.(Reuter.) Japan hat die Herausforderung(!?) des chinesischen Befehlshabers in der Mandschurei, des Generals S u P i n g w e n, angenommen und eine allgemeine Offensive in der Richtung auf Hailar be> gönnen. ' Die japanische Offensive hat mit einer großen Umklantmerungsbewegung nordwestlich von Tfitsikar begonnen.. Der Hanptangriff wurde vor Tagesanbruch bei Fulardi durchgeführt.* Die Japaner, bi« längst der Ostchinesischen Eisenbahn rasch vorrücken, bemächtigten sich der Stadt Schaluntun, wo die Russell während russisch-japanischen Krieges überaus große Kasernen erbaut hatten. Wie berichtet wird, wurden etwa 20.000 japanische Soldaten bei dieser Angriffsaktion eingesetzt, deren Ziel es ist. sich einerseits der stark befefttigten chinesischen Positionen nn Kimgan-Gebirge zu bemächtigen, andererseits den chinesischen Oberkommandierenden Sllpingwen dazu zu bewegen, mit den Japanern über di, Auslieferung von 250 Japanern zu verhandeln, die er bekanntlich a l s G ei s e I n festhälr und die er auszuliefern verweigert. ' Meldungen aus dem Hauptquartier des Generals Supingwen zufolge warfen sechs japanische Flugzeuge zehn Bomben auf den Bahnbot in Schaluntun ab. Die ganze Bahnhofsan- lage und die Kasernen wurden durch diesen Bombenangriff vernichtet; zehn Zivilpersonen wurde» hiebei gelötet. Italien und Europa. Ein Preisausschreiben in den italienischen Elementarschulen im Ausland brachte einem kleinen Mädchen den ersten Preis für den Satz:„Italien ist das Land, wo Mussolini geboren i st". Mit dieser leider unleugbaren Tatsache war nach Ansicht- der Preisrichter das Wesentliche gesagt. Diesen Richtern, denen wir eine gesegnete Karriere im Faseistenlande wünschen, ist aber ganz unfreiwillig und unbe- wußt ein« tagesgeschichtliche Wahrheit untergekommen: nichts Neues, aber doch etwas, an das man gut tut, sich zu erinnern, nämlich, daß das offizielle Italien sich des rein persönlichen Charakters seiner Diktatur rühmt. „Atussolini irrt sich nie", lvrrd heute tatsächlich als Motto in Erz und Stein der Denkmäler gegraben. Neber dieser für die Nachivelt bestimmten Reklame flattert wetterwendisch das Fähnlein der persönlichen Willkür.„Er hat nicht den Mick des Adlers, ober die Nase des Spürhundes" hat ein guter Kenner Mussolinis von ihm geschrieben. Mit diesen geistigen Mitteln ausgestattet, steht der Mann auf dem Piedestal seiner Unfehlbarkeit oder macht wie ein Zirkusaffe die unerwartetsten Sprünge. Ungehemmt durch Kritik,, dem eignen Lande zu keiner Rechenschaft verpflichtet, stets auf der Suche nach neuen Effekten, gekitzelt von dem Verlangen, zu überraschen und vor den Köpf zu stoßen, betreibt Mussolini seine Außenpolitik. Man muß schon sagen: dieses Eleinent der Unberechenbarkeit h« dem armen Europa gerade" noch gefehlt.- Bis zum Jahre 1928 hat Mussqlim offen e. K r i e g sch« tz« getrieben, hat seinen Schwarchemden Rendenzvous in Paris gegeben, Exzesse gegen französische und jugoslawische Konsulat« begünstigt,-Krieg und Kanonen verherrlicht.• De italienischen Flug zeuge sollten den Himmel verdunkeln. Dann kam die Umstellung auf den Pazifismus. Mussolini wurde auf einmal der Schutzengel des Weltfriedens, der Verständigung der Völker, der Abrüstung. Wer von diesen drei Mögen sprach, der folgte, nach den Fasciskniblä:- tern, den„vom Duce aufgestellten Normen". Heute stehen die italienischen Staatsfinanzen dicht am Abgrund. Italien kann beim Wettrüsten nicht mehr miktun, und empfiehlt nun allen die Abrüstung, wie der Fuchs der Fabel, der seinen Schwanz in der Falle verloren hatte, seinen Mitfüchsrn die Wonnen der Schwanzlosigkeit pries. Das Allerneueste ist nun die Anbiederung zwischen Italien und Frankreich. Der Pendel der Gefühle, der zwischen„Erbfeind" und „lateinischer Schwester" hin- und herschlägt, steht augenblicklich bei„Schwester". Das ist sirr die deutschen Nationalsozialisten recht bi ter, nachdem sie Arm in Arm mit den Bedrük- kern Südtirols das„Siegreich wollen wir Frankreich schlagen" angestimnrt hatten. Vor allem aber— und das ist heute das Wich tigste— handelt es sich bei der italienischfranzösischen VerbrüderungÄpose nur um eine Augenblickssache. Hinter den Kulissen wird von fascistischer Seite eifrig an der Verschärfung der Gegensätze gearbeitet. Und das muß so sein, solange in Italien eine, Diktatur herrscht und ihre Prestige-Politik durchsetzt, ohne sich um die Bedürfnisse des Landes zu kümnrern. Italien hat sicher keine Hegemonie* Bestrebungen, aber Dlussolini hat. sie. Daher seine Versuche, Rumänien, Ungarn, Bulgarien in seinen Einflußbereich zu ziehen, die unfehlbar zu Reibungen mit Frankreich führen. Das Projekt der Donaukonsödevation. unter Italiens Führung und mit Loslösung Bayerns vom Reich, ist sicher nicht eine Fpr nrel zur Befriedigung Europas, ebensowenig wie die Machenschaften, dein jungen Habsburger eine italienische Prinzessin zur Frau und als'Mussolinis Geschenk die ungarische Kron zu geben. All diese Erscheinungen sind nick Äeußerungcn eines italienischen Expansion bedürfnisses, sondern lediglich van Seite 2 Freitag, den 2. Dezember 1932 Rr. 284 Das Rätselraten geht weiter. Papens und Schleichers Aussichten wie 1:1. Hitler bleibt Im Schmollwinkel. maniakalischem Geltungsbedürfnis auf der einen Seite und von seinem Wunsch, die Italiener von ihrer innern Not abzulenken, auf der andern. . Vergebens suchen die Fafcisten den italienischen Bevölkerungszuwachs als die treibende Kraft dieser Politik hinzuftellen. Die Sache verhält sich aber gerade umgekehrt. Mussolini sucht den Bevölkerungszuwachs zu erzielen, als Rechtfertigung seiner außenpolitischen Ansprüche. Daß ihm das nicht glückt, macht ihn nur anspruchsvoller. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres ist die Zahl der Lebendgeborenen um 38.066 geringer als in der entsprechenden Zeit des Jahves 1931 und um 83.372 des Jahves 1930. Da inzwischen auch die Todesfälle zugenommen haben— seit 1930 um 29.484— ist der Ueberschuß der Geborenen über die Toten in so schnellem Abstieg, daß sich in dieser Beziehung wirklich eine Annäherung an die„lateinische Schwester" anbahnt. Von 10,7 auf Tausend Einwohner im Jahve 1930 ist der natürliche Bevölkerungszuwachs in diesem Jahre auf 7.7 gesunken. Sollte es in diesem Tempo weitergehen, so wäre es in fünf Jahren mit dem Zuwachs überhaupt vorbei. Mit Mussolinis Ansprüchen— falls es dann noch einen Mussolini geben sollte— wäre es aber ganz und gar nicht vorbei. Sie sind ja nicht der Ausdruck nationaler Bedürfnisse, sondern individuellen Reizhungers. Solange denn so ist, wird Italien in bezug auf feine Außenpolitik der„unsichere Kantonist" bleiben, der es heute ist, und wird Europa nicht zur Ruhe kommen lassen. Gefährlich sind nicht die Ansprüche als solche, sondern ihr beständiger Wechsel. Und diese unbegrenzte Möglichkeit, von einem Lager in das entgegengesetzte umzuziehen, ist die außenpolitische Eigenart der Diktatur. Wenn der italienische FascismuS eine Gefahr für Europa ist, weil er den Diktaturgelüsten in allen andern Ländern das Rückgrat stärkt, so ist er es in demselben Maße durch seine unzuverlässige und unberechenbare Außenpolitik, die ein Einzelner aus dem Aermel schüttelt. Demokratisierung der Außen- Politik gibt dem gegenseitigen Verhältnis der Staaten eine gewisse Logik und Stetigkeit. Der fascisttfche Veitstanz mit seinen unbegrenzten Uebervafchungsmöglichkeiten arbeitet geradezu einem französischen Streben nach Vorherrschaft in d« Hände, durch das bei den kleinen Staaten um sich greifende Gefühl der Unsicherheit und auch durch die italienische Umwerbung der Balkanstaaten, die Frankreich veranlaßt, noch wirksamer zu werden als Italien. Was bei der Verbindung von Größenwahn und Schwerindustrie außenpolitisch, herauskommt, hat Europa zur Genüge ausgekostet. Diese Warnung wird nicht dadurch ent- krästigt, daß man darauf hinweist, Italien wolle keinen Krieg und wäre finanziell und organisatorisch außerstande, ihn zu führen, Freilich hat der Faseismus das italienische Volk dressiert, aber es gibt auch schlechte Drefftrrergebnifse. Hat Nicht unlängst ein Löwe, dem der Dompteur den Kopf in den Rachen steckte, ganz unprogrammäßig zug«- bissen? Berlin, 1. Dezember. Heute abend fand eine neue Konferenz bei Hindenburg statt, an der P a p e u, Schleicher und Meißner teilnahmen. Rach den Auskünften, die bisher zu erlange» waren, hat sie eine Entscheidung noch nicht gebracht. Es wird hinzngefügt, daß die Entscheidung wahrscheinlich morgen mittag be- kauutaegeben wird. Die Frage der Person deS neuen Reichs- kanzlerS soll nach den letzten Meldungen wieder völlig offen sein. Die Aussichten für Papen wie für Schleicher werden in politischen Kreisen mit 1:1 gekennzeichnet. Sie sammeln wieder! Sie sammeln so ähnlich wie die Heilsarmee, nur handelt es sich bei dieser um GÄd und bei jenen um die Geister, soweit unter den„Deutschbewußten" solche vorhandM sind. Wer„sammelt" wohl? Nun, einige Teutonen, die ihren Parteikarren im Dreck fchn und nun einen Ausweg aus dem Schlamassel suchen. Und so stellen sie sich auf die politisch« Bühne und blaftu in die Trompete der Einigung. Den Weg zu chr sehn sie in der Schaffung eines Sudetendeutschen Volksrats und der deutschen Ortsräte. Dieser Sudetendeutsche Volksrat soll nach einer Darstellung in der„Reichenberger Zeitung" „... endlich die unpolitische Zentralstelle sein, die unsere Wünsche und Beschwerden auf kulturellem, wirtschaftlichem Gebiet sammelt und formuliert, alle Kräfte zur Erhaltung unserer schwer ringenden sudelendeiftschen Wirtschaft, mit welcher auch das Wohl und Wehe des Mittel- und Arbeitnehmerstandes auf das Innigste verknüpft ist, heranzieht. Zur Erhaltung unserer Wirtschaft, die bodenständig ist, müssen wir uns di« Hände reichen. Die deutsche Schule auf deutschem Boden, der deutsche Arbeitsplatz in deutschen Fabriken und Betrieben — das sind Fragen, die wohl wichtig und vordringlich genug sind, um uns Deutsche endlich zusammen zu führen. Wenn wir die Heimat unserer Kinder deutsch erhalten wollen, dann dürfen wir da nicht abseits stehen, da müssen wir einmal unsere verhängnisvolle Gleichgültigkeit abwerfen und die Hände regen. Wer erinnert sich da nicht des Herrn Titta, seines Deutschen Volksvats unseligen Angedenkens und des Schicksals, das er erlitt? An den Gegensatz der wirtschaftlichen Interessen, der immer wieder durchbrach, an den. Verrat, den die Parteien dieser seltsamen„Einigkeit" immer wieder an den deutschen Arbeitern verübtem, an den Verrat, den sie verkleistern wollten mit dem Gedanken einer Volksgemeinschaft, die nie bestand und nie bestehen wird, solange es Ausbeuter und Ausgebeutete gibt? Es ist eine recht nette Illustration zu der altneuen Idee des Bolksrats, daß eben jetzt der Deutsche Jndustriellenverband seine Mitglieder in einem eigenen Zirkular ausfordert, sich au den in den einzelnen Bezirken bevorstehenden Sammlungen für die Arbeitslosen nicht zu beteilige«. Er weist daraus hin, daß„ohnehin" eine Besteuerung der Industriellen für diesen Zweck zu erwarten sei. Hitler ist auch heute nicht nach Bettln gekommen. Parteioffiziell wird erllärt, daß für weitere Verhandlungen kein Anlaß vorliege, da die Entscheidung über das letzt« Angebot Hitlers vom 23. November nicht bei der NSDAP, liege. Dagegen ist heute ein«euer Brief Hitlers a« den Reichspräsidenten eingegangen. Er enthält jedoch keine Renigkeite«, die ihm eine außergewöhnliche Bedeutung geben würden, sondern lehnt bloß jede weiteren Verhandlungen ab. Und eben da liegt der Hase im Pfeffer! Das, was wir an Fürsorge für die Arbeitslosen — selbstverständlich auch für die deutschen — haben, das muß den Bürgerlichen beider Na- i tionen in hartem Kampfe abgerungen werden. I Es geht gewiß, um die Existenz der Wirtschaft. Aber es geht auch nm die Existenz eines jeden deutschen Proletariers, um die Existenz der Arbeitslosen und ihrer Kinder. Wer diese rettet, die mit den aus Hungerration gesetzten noch Beschäftigten die Mehrheit des sudetendeutschen Volks bilden, der rettet dadeutsche Volk selbst! Aber diesem Zweck soll und will der Sudelendeutsche Vollsvat nicht dienen; denn der Hunger der Arbeitslosen und die Schandlöhne der Arbeitenden— das sind die Grundlagen für das Wohlergehen des ausbeuterischen Teiles der Nation, der sich mit den tschechischen Ausbeutern in einer innigeren Gemeinschaft(I rrdustriellen orgamsation und Bankender« bindung!) befindet, als sie der Sudete ndeutschc Volksrat je sein könnte. Plötzlich wollen die Politikaster nicht von Politik reden, sondern nur von her deutschen Einigkeit. Immer, wenn unsere Bürgerlichen I solche Gelüste bekommen, sind sie politisch ratlos; immer, wenn st« Angst um ihre Positionen haben, wedeln sie mft der Fahne dm Volksgemeinschaft. Was könnte dm Volksrat anders, als die Arbeitenden über ihre Klassenlage hinwegtäuschen? Ab« die haben aus der Geschichte einiges gelernt und sind nicht bereit, dem Schwindel ihre Zustimmung zu geben. Schatte» Über dem Bezirk Tepltz-Schönau. AuS Zuckmantel wird uns mitgetellt, daß die Firma I n w a ld, Glasfabrik, mit dem 3. Dezember ihren Betrieb stillegt. Den Arbeit«» u. Angestellten wurde bereits vor 14 Tagen gekündigt. Damals glaubte man noch, daß sich die Stilllegung, welche vorläufig bis in die zweite Jännerhälfte gedacht ist, verhindern lassen werde. Dem ist jedoch nicht so. Als Ursache der Stilllegung, von der 800 Beschäftigte betroffen sind, scheint vor allem die Tatsache in Frage zu kommen, daß durch den Kurssturz und di« Zollerhöhunyen die Lieferungen für den englischen Weltmarkt unterbunden wurden. Trotzdem di« Firma Jnwald eine der modernsten Industrieanlagen in der Tschechoflowakei, ja vielleicht auf dem ganzen europäischen Kontinent ist, haben diese Erscheinungen aus dem Weltmärkte(die Lieferungen waren zu 80 Prozent für den englischen Markt bestimmt) die Situation vettchuldet. Diese furchtbare Nachricht kommt in einer furchtbaren Zett. Das Heer der Arbeitslosen im Teplitzer Bezirke wird so um eine beträchtliche Zahl vermehrt. Parteipolitische Agitation oder wa» sooft? Der nach dem vorläufigen Abschluß des Bolkssportprozeffes in Brünn seitens der Staatsanwaltschaft gestellte Antrag auf Auslieferung fünf nationalsozialistischer Abgeordneter hat in den Reihen der Hakenkreuz!« einige taktische Verwirrung«« angerichtet. Nach dem Bolkssportprozeffe erllätten die nationalsozialistischen Führer, daß sie selbstverständlich die volle Verantwortung für ihre Politik übernehmen. Später lauteten die Reden etwas anders. Abg. Krebs erllätte unlängst in Brünn, daß die Hakenkreuzlerfübrer„grundsätzlich nicht die Absicht haben, sich„dn Set» antwort ung zu entziehen", praktisch aber haben sie nicht die geringste Lust, die Verantwortung auf sich zu nehmen. Herr Abg. Krebs erklärte diesbezüglich:„Solange aber di« Unabhängigkeit der Justiz nicht wieder gewährleistet erscheint, haben wir kein« Veranlassung, durch unser eigenes Zutun ohne Sinn und Zweck die Zahl der Opfer dieses Systems ohne Gegenwert zu vermehren. Wir werden, wie ich schon gesagt habe, zu unserem AuSlieserungsbegehren nichts beitragen." Nun werden im Auftrag der hakenkreuzl-'ri- schen Parteileitung in den diversen Gemeindevertretungen Dringlichkeitsanträge gegen die Auslieferung der fünf nationalsozialistischen Abgeordneten Jung, Krebs, Kasper, Kmrsch, Schubert und auch von Abgeordneten anderer Parteien(also auch der kommunisttschen) eingebracht. Dienen dettei Anträge nur der parteipolitischen Agitation oder glauben die Hakenkreuz!« ernstlich, hiedurch einen so starken Druck auf die tschechische Oeffentlichkeit, resp. die tschechische Parlamentsmehrheit auszuüben, daß dem Prozeßverfahren ein vorzeitiges Ende bereitet wird? Erhöhte Beschäftigung in den Staatsbahnwerkstätten. Amtlich wird gemeldet: Die Werkstätten der Staatsbahnen sind ebenso wie daganze Eisenbahnunternehmen von den Folgen der Wirtschaftskrise betroffen, denn im Hinblick aus den verringerten Verkehr wie auch infolge unzulänglicher finanzieller Mittel sind die Eisen- bahnwaggons in einem weit bescheideneren Maße in Stand gehalten als in normalen Zeiten. Damit es nicht notwendig wird, Arbeiter zu entlassen, schritt man schon vor längerer Zeit zur Arbeitsaussetzung der Vertrags- und Hilfsarbeiter, wodurch allerdings ihre Löhne bedeutend herabsanken. Besonders in der Borweih- nachtszeit wirkt sich dies« Maßnahme sehr hart auS. Der Eisenbahnminister entschloß sich daher, nach dem Beschluß des Verwaltungsrates, daß einige dringende Erhaltungsarbeiten an den Eisenbahnbeförderungsmitteln noch im Dezember vorgenommen werden sollen, so daß es möglich sein wird, von einer Arbeitsaussetzung in den Werkstätten als auch in den Reparaturwettstätten der Staatsbahnen für Dezember ausnahmsweise abzusehen. „AreunbsGaft" der ftoieuOer de» QlröeHerttnber gehört in jede proletarische Fa^nilt«! Der k. u. R. Sanltätsdlckus Dort am Zusammenfluß der Drina mft der Save hatte Emil sein Zelt aufgeschlay.in, dort schritt er sonder Furcht und Tadel am Ufer einher und sah den Wellen zu. Er war wohl in eine kurze Ruheperiode hineingekommen, doch gab es auch da ab und zu ein paar Schrapnelle oder Beunruhigung durch Jnfanteriefeu« und eS fiel allen auf, daß sich Emil niemals deckte oder duckte. „Du bildest dir wohl ein, durch deinen Fettpanz« würden die.Kugeln nicht durchgehen?" „Nein, ich weiß, daß ich nicht hierher gehöre, ich besitze nicht den Ehrgeiz, mich irgendwie hervorzutun, mir ist der Feind so lieb wie das Vaterland, ich will nur zurück in mein Stammlokal, die Geschichte hi« geht mich nichts an, ich habe damit nichts zu tun, mir kann bah« hi« nichts passieren." „Wieso? Das verstehen wir nicht." „Das ist doch ganz klar. Mir kann hin ebensotvenig etwas zustoßen, wie ein«, d« bei ein« Kartenpartie kicbitzt, jemals fein Geld verloren kann." Die Logik mochte stimmen oder auch nicht jedenfalls umgab sie Emil mit einem propbeti- fth-N N'mbus und steigerte sein Ansehen, bis eines Tages die Soldaten_ eine Beobachtung machten, welche die Glaubwürdigkeit von Emils Furchtlosigkeit arg erschüft«« mußt«. Nicht etwa, daß er feig gewesen wäre. nein, feig war Emil niemals, sondern die Geschichte war durch feine Ausrüstung bedingt. An sein« linken Seite hatte der Sanitätsgefreite eine Vevbandstasche und als Waffe em kurzes, breites Schwert, ein sogenanntes Faschier» Mess«, zutragen, ein Gerät, welches am ehesten zum Spänemachen geeignet erschien. Diese beiden Ausrüstungsstücke legte Emil ohne zwingende Notwendigkeit niemals an, sondern ließ sie in seinem Zelte liegen, dagegen trug« aus der rechten Hüfte stets die voraeschriebene große Armeepistole, sorgfältig verschlossen in dn zugehörigen Ledertasche. Von dies« Tasche trennte sich Emil niemals, auch im Schlafe hatte er sie umgurtet und niemals entfernte^ er seine rechte Hand von diesem Ausrüstungsstück. „Emil, warum hältst du die Hand imm« aus der Tasche?" „Das geht niemanden was an." „Du hast wohl Angst jemand könnte dir die große Pistole klauen? Geh, die ist doch eh nichts w«t, die wurde schon im zweiten Kreuzzug als veraltet bezeichnt." „Mir langt sie." „Laßt ihn doch in Rich, d« kann ja mit dem Ding nicht«st umgehen, der hält nur die Hand draus, weil« sich fürchtet, es könnte loS- gehen." „Emil, laß mich einmal einen Schuß ab- geben!" „Ausgeschlosien, die Pistole gebe ich nicht aus der Hand, täte ick das, wäre es um mich geschehen, sie ist nämlich mein Talisman." „Was heißt das?" „Mit d« Pistole in der Hand traue ich müh, einem ganzen Regiment bewaffnet« Krie- g« entgegenzutreten, ohne die Pistole gibt es für mich kein Leben." Man wollte nicht an seinem gesunden Menschenverstand« zweifeln und ließ ihn, in Ruh. ab« seltsame Gerüchte verbreiteten sich am Saveufer, di« Pistole wäre mft einem gif. tigen Gase geladen, das Emil erfunden hat. Dieses Gas wäre selbst in kleinsten Mengen imstande, eine ganze Stadt zu töten. Und eines Tages kam der Dwisionswastenmeister, ein uralter, für den Krieg reaktiviert« Feldwebel, um — wie es hieb— sämtliche Armeepiswlen zu visitieren, in Wirklichkeit, um das Geheimnis des giftigen Gases zu lüsten.„Mein lieber Emil, jetzt Wirst du deine Pistole aus der Hand geben muffen." „Nur abwarten, mein Lieb«." Und in der Tat trat Emil ohne Pistole an. „Sanitätsgesreft« Meltsch, wo haben Sie Ihre Armeepistole?" „Ich melde gehorsamst, ich habe sie Mrloren. „Ah, do schau her, ein Soldat vettiert ferne Waste. Und wo haben Sie sie v«loren?" „Im Kampfe mft ein« Schar von Komi- tatschis. Muttetteelen ganz allein auf einer Sa- nitatspatrvuille, vor dem Schützengraben, auf der Suche nach Verwundeten begriffen, sah ich mich Plötzlich von einer Ueb«machl umzingelt, gegen welche den Kampf aufzunehmen einen tanischen Fehl« bedeutet hätte. Und als ich die vielen Gewehrläuse gegen mich g«ichtet sah, da warf ich meine Waste zu Boden und hob meine Hände in die Höhe. Gleich kamen sie mir gemütlich entgegen, um mich gefangen zu nehmen. ich ab« rettet« mich," durch raschen Lauf und kühnem Sprung die Umzingelung durchbrechend. fti unseren Schützengraben zurück, glücklich, Gott. Kais« und Vaterland wieder dienen zu können." „So, di« anderen können abtreten, Sie warten hi« auf mich!" D« Waffen meist« ging m das Sanitätszelt und holte Emils Ueoerschwuna samt Pistolentasche, offenbar hatte« di« Waste bereits visitiert, denn während« zu sprechen begann, schloß er die Tasche wieder.„Ich erinnere mich noch an Sie aus meiner aktiven Dienstzeit, Sie sind d« Medizinmann, d« seinerzeit die Toch- t« des Regimentskommandanten geheilt hatte, tagen Sie mal, was hat dn eigentlich gefehlt?" „Hinfallende Krankheit." -„Na also, das schickt sich gerade, meine Frau hat nämlich eine Nichte und die hat auch di« hinfallende Krankheit; wenn Sie mir»«sprechen, daß Sie sie ausheilen werden, gebe ich Ihnen«in« andere Pistole und die Sache bleibt unter uns. Und jetzt sagen Sie mir nur noch, wie die zwei Fläschchen herrlichen Kognaks in Ihre Pistolentasche kommen." „Gut, ich will es Ihnen aufklären, Herr Waffenmeister, ab« das muß auch streng unter uns bleiben; gegen diese zwei und noch em paar Naschen Kognak habe ich nämlich meine Armeepistole bei ernem Schnapshändln in d« letzten Eioppenstation eingetauscht." Das Verhalten Emils war gewiß wenig patriotisch und von diesem Standpunkte aus betrachtet, ist es kaum geeignet, ihm Sympathien zu erwerben, überdies darf nicht verschwiegen werden, daß auch die zweite Pistole schließlich den Weg zu dem Schapshändler nach Bielina gegangen ist; trotzdem ab« muß als«leichtern- d« Umstand betont werden, daß hiedurch d« Verlaus und schließlich das Ergebnis des Ktte« aes nur in sehr unwesentlichem Maße beeinflußt wurde. Der serbische Feldzug mag em ruhmreiches Kapitel der k. u. k. Armee darstellen, ein erfolgreiches gewiß nicht. Zwei grobe tokttsche Fehl« waren Emil ausgefallen und Emil war wicht d« Mann, eine Erkenntnis, die geeignet war, der Allgemeinheft zu dienen, für sich zu behalten. Urft» als man daranging, bei Ratscha eine Pontonbrücke zu bauen, über die nun er mit seinem 9kwim«nt nach Serbien einmarschieren sollte,«hob er warnend seine Prophetenstimme. Dank sein« Popularität. seiner Unerschrockenheft und seinem Humor, verschaffte« sich nicht nur bei den Kameraden, sondern auch bei den vorgesetzten Chargen und Reserveoffizieren und schließlich auch bei seinem Hauptmann Gehör; allein bis zur Gen«alität drang sein« Stimme nicht durch und so kam es zu dem Debakel. (Fortsetzung solgr.) Nr. 284 Freitag, bett 2. Dezember 1932 Seite 3 Offener Brief an Herrn Abgeordneten Fritz Oe hl Inger, Mitglied der Deutschen christlichsozialen Volkspartei. Herr Abgeordneter! Es ist mir ein Bedürfnis, an Sie vor aller Oeffentlichkeit die Frage zu richten, wie Sie die grob unwahre Darstellung eines Ahnen genau bekannten Lorfalles durch Ihre offizielle Partei- Presse mit Ahrem christlichen Gewissen sowie mit den primitivsten Begriffen der politischen Moral und der persönlichen Anständigkeit verantworten können. Meiner offenen Anfrage liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Mitte Oktober d. I. sprach auS dem Bezirk Hohenelbe eine größere Deputation, gebildet aus Vertretern mehrerer Parteien, bei den Prager Ministerien in Sachen der Arbeitslosenfürsorge vor. Sie waren daran nebst einem Sekretär Renner von der christlichsozialen Bolkspartei beteiligt. Obwohl wir mit solchen gemischten Vorsprachen bisher nicht die besten Erfahrungen machten, habe ich mich über ausdrücklichen Wunsch der dortigen Parteiorganisation und im Auftrage meines Klubs als Vertreter der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei daran beteiligt. Boi den Vorsprachen wurde ausdrücklich der überparteilich^ Charakter des Einschreitens betont und hervorgehoben, daß es lediglich darum gehe, die ungeheuere Not der Arbeitslosen des Bezirkes Hohenelbe zu lindern. Wie ich nun inzwischen feststellen mußte, hat die Presse Ihrer Partei nachträglich auS dieser Aktion unter handgreiflicher Verdrehung der Wahrheit einen Agitationsschlager gegen das Fürsorgeministerium und seinen Leiter zu fabrizieren versucht. In der„Deutschen Presse" vom 22. Oktober erschien ein Bericht über die Vorsprache, worin behauptet wurde, ein Ministerialrat Pctlik habe den Arbeitslosen dm Rat gegeben, sie sollen arbeiten oder auswandern. Wörtlich wurde in bezug auf den Genannten. referiert: „Seiner Meinung nach gibt eS nur ein Mittel: Arbeiten oder auswandern. Wie der Ministerialrat sich dies weiter vorstellt, konnte er selbst nicht sagen." Infolge unserer Parteitagsarbeiten sowie meiner anschließenden Teilnahme am reichsdeutschen Wahlkampf entging mir dieser Bericht und ich hatte nicht Gelegenheit, ihn sofort öffentlich zu korvigieren. Da. dies mit Rücksicht auf eine noch zu kennzeichnende Lügenfabrikation notwendig erscheint, sei es hiermit nachgeholt. Herr Oehlinger! Wenn Sie einen Funken Wahrheitsliebe besitzen, werden Sie diese Darstellung als richtig und die anderslautende der„Deutschen Presse" als erlogen bezeichnen müssen: 1. Die Deputation verhandelte mit keinem Ministerialrat Petfik, sondern mit dem Abteilungsvorstand, Obersektionsrat Tel Lik. Wenn Sie sich als Abgeordneter jemals mit Arbeitslosenfragen beschäftigt habe«, so dürfte« Sie ja wisien, wer feit Monaten der leitende Beamte dieses Ressorts im Fürsorgeministerinm ist. 2. Herr Obersektiousrat TelLik hat die Wen- dung vom«beiten oder auswandern nicht als Antwort auf die konkreten Forderungen der Deputation gebraucht. Im Lause einer längeren Aussprache, in der Teldik das größte Verständnis für die Lage der Arbeitslosen zeigte, kam die Rede auf die schon seit Jahren stillftehenden Textilbetriebe im Hohenelber Gebiet.- Auf die Frage, was aus den dort beschäftigt gewesenen Menschen werden soll, meinte der Beamte, daß nm zwei Auswege für sie übrig blieben: eine andere Beschäftigung im Jnlande oder Auswanderung. Sofort aber fügte er Hinz«, daß beide Wege vorderhand ungangbar seien. Niemand von den Beteiligten hat darin eine» Zusammenhang mit dem augenblicklichen Fürsorgeproblem erblickt, sondern ein Stück akademischer Diskussion über die Frage unseres Menschenüberflusses. Niemand hat irgendwie gegen diese ganz gut gemeinte, sorgenvolle Redewendung des Beamten an Ort und Stelle remonstriert.-Selbst der an der Borsprache beteiligt gewesene deutsche Nationalsozialist Abgeordneter Simm hat es verschmäht, in seiner Presie aus dieser Unterredung Kcchital zu schlage«. Es blieb christlichsozialen Teilnehmern Vorbehalte», sich unter tiefen Bücklingen bei dem Beamten für fein entgegenkommendes Verhandeln zu bedanken und sodann seine Worte zu entstellen. 3. Sekretär Renner führte in dieser Aussprache an, daß die Zahl der im Hohrnelber Bezirke gemeldete» Arbeitslosen per 1. September 3574 betrug. Obersektionsrat Teliik mußte sodann feststellen, daß an diesem Termin ai's dem Bezirke nur 1551 Arbeitslose amtlich gemeldet waren. D«auS folgt, daß an der unzureichenden Karteuzutellung au den Bezirk— und zwar im Verhältnis zu dem allgemeinen Zuweisungsschlüssel— nicht das Fürsorgeministerium, sondern die schlechte Berichterstattung im Bezirke schuld war. Statt dort Ordnung zu machen, wirft man lieber Steine gegen den Fürsorgeminister und hofft wahrscheinlich mit den in diesem Falle angewandten Methoden das Verständnis der Beamtenschaft für die deutschen Notstandsgebiet« zu fördern. Menn ich recht unterrichtet bin, io wurden die Kosten dieser Deputation aus die Industriegemeinden des Bezirkes Hohenelbe aufgeteilt. Ein Grund mehr zu fragen, ob auf Kosten allgemeiner Steuergelder eine christlichsoziale Agitationskampagne aufgezogen werden darf. Denn, Herr-Oehlinger, es liegt der Verdacht nahe, daß diese Deputation inszeniert wurde, nicht um das Elend der Arbeitslosen zu lindern, sondern, um der christlichsozialen Partei und Presse Angriffsmaterial gegen den sozialdemokratischen Für- forgeminister Dr. Czech zu liefern. Herr Oehlinger, was sagen Sie zu dieser bodenlosen Gemeinheit? Der christlichsoziale Dachauer„Grenzbote" bringt in seiner Ausgabe vom 8. November einen auf di« Hohrnelber Vorsprache anfpielen- den Bericht, der die Phantasie der„Deutschen Presie" allerdings weit übertrifft. Dort wird unter dem Titel:„Die Himalajaerfolge des Ministers" der Vorgang mit dichterischer Ausschmückung folgendermaßen dargestellt: 3. Akt.— Vorletzter Aufzug. (Die Arbeitslosen beim Minister. Luxuriös eingerichtete Kanzlei, Klubmöbelgaruilur, Perserteppiche, Gardinen, Kronleuchter...) Die Arbeitslosen.(Hagere ausgehungerte Gepalten, Kleider geflickt, Schuhe zerrissen.) „Herr Minister! Wir leiden Hunger. Wir haben schon viele Wochen kein Brot, keine Arbeit, keinen Verdienst. Unsere Kinder laufen halbnackt herum, haben keine Schuhe, keine Kleider, keine Wäsche. Wir frieren; in der schönen Jahreszeit haben wir uns Klaubholz geholt; jetzr ist der Wald auSgeraubl, nichts mehr zu finden. Seit Monaten sind wir die Miete schuldig. Wir lesen so oft in der Zeitung, daß Sie, Herr Minister, so viel erreicht haben, man rühmt Ihnen Himalajaerfolge nach. Wir bitten um eine Unterstützung, wir bitten um Hilfe. Die Not ist groß. Noch nie ist es uns Arbeitern so schlecht gegangen. Unsere deutschen Betriebe wurden in tschechisches Gebiet verlegt, eine andere Arbeit können wir nicht finden." Ei» Minister.(Im weichen Klubsessel, die Beine übereinandergeschlagen, die dicke Zigarre mit einer breiten Bauchbinde im Munde):„Genossen! Unterstützung können wir Euch nicht geben."(Anschließend zählt der Minister auf, wofür der Staat Geld braucht, darunter auch für Militärausgaben, die bekanntlich Ihre Partei, Herr Oehlinger, unter dem Bürgerblock recht wacker In höherem Maße als heute bewilligt hat.) Nicht wahr, Herr Oehlinger, genau so hat damals Dr. Czech gesprochen! Er, der eingefleischte Nichtraucher, hat sich just wegen der Hohenelber Deputation«ine decke Zigarre mit Bauchbinde angesteckt, um den armen ausgehungerten Senator Kahler vom Bunde der Landwirte, der auch dabei war und diesmal ausnahmsweise für die Arbeitslosen eintrat, zum Bolschewiken zu machen. DaS mit den Persorteppichen, mit den Gardinen und Kronleuchtern scheint zwar«ine Verwechslung mit der Einrichtung der päpstlichen Nuntiatur zu sein, aber eine Kleinigkeit stimmt gewiß nicht, und das wisien di«. Herren Oehlinger und Renner ganz genau: die Dfuutallon war dar nicht beim Fhrsorgcmlnlster! Die Veranstalter wußten, daß Dr. Czech am diesem Tage nicht zu sprecken war und sie haben auch gar keinen Versuch gemacht, zu ihm zu gelangen. id'au hostet bisher nur 17.462 Itt. Neue Zeugeneinvernahme StejskalS abgelehnt. Jglau, 1. Dezember. Im Stribrny-Prozeß erklärte heute der Vorsitzende gegenüber den Pressemeldungen, wonach der Prozeß dem Staate im Laufe der zwei Monate bereits dreieinhalb Millionen koste, daß diese Nachrichten völlig irreführend seien. Die bisherigen Prozeßkosten betrugen nur etwa ein halbes Prozent dieser Summs, nämlich 17.462 Kronen. Bis zum Ende des Prozesses dürften sie kaum auf mehr als auf 20.000 KroneU anwachsen. Es kam heute eine ganze Reihe von Zuschriften verschiedener Aemter und Privatpersonen zur Verlesung, die an bisher im Prozeß zutage getretenen Umstände anknüpfen. U. a. würbe aus den Verlassenschaftsakten des verstorbenen Rates H a l i k das Memorandum an den Kanzler«amal verlesen, in dem sich Halik über den ehemaligen Minister Burger wegen dessen feindseliger Einstellung beschwert hat. Nach längerer Analysierung der Kohlenangelegenheit verdächtigte Halik Burger der Verbindung mit den deutsch-jüdischen Gewerken. Betreffs des Kaufes der Eisenbahnwaggons erinnerte er daran, daß der Kauf sehr geheimnisvoll vor sich ging und den Hauptmangel des Geschäftes erblickte er darin, daß die Waggons auf Drängen des Ministers Burger nicht direkt gekauft wurden, so daß der Gewinn der Firma Arons u. Walter 8000 bis 10.000 pro Waggon, insgesamt 20 bis 25 Millionen Kronen betrug. Dr. Georg Benes aus Prag sendet eine dringende Information über Franz und Georg Striorny, gegen d- en Verlesung sich Stribrny und sein Verteidiger mit der Erklärung verwahren, daß es sich um den Versuch einer DaS aber, Herr Oehlinger, hindert Ihr Parteiblatt„Grenzbote" nicht, den Verlauf der Borsprache weiter wie folgt zu schildern: Der Minister.„Genossen! Wenn ich Euch noch einen Rat geben kann, geht zu meinem Referenten, dem Herrn Mirkisterial» rat(!), er wird Euch die finanzielle Lage des Staates schildern und insbesondere Euch die Erfolge der Ministeriums für soziale Fürsorge klarmachen." Die Arbeitslose«.„Wir danken noch einmal verbindlich." (Mit dem sozialistischen Gruß „Freundschaft" und mit der bekannten Handbewegung ziehen die hageren Gestalten ab Letzter Aufzug. (Vornehme Kanzlei, Klubmöbel, Teppiche, modernster Schreibtisch, Stehpult aus Eiche.) Die Arbeitslose» treten ein, grüßen mit dem Gruße„Freundschaft". Der M nisteriälrat.„Die Herrschaften wünschen?"—„Fasten Sie sich kurz, jeden Tag kommen solche Debutationen- aus dem oeutschen Gebiet. Was diese Deutschen nur haben. Mr haben Ihnen den Staat errichtet, die Nationalitätenfrage glänzend gelöst, sogar zwei deutsche Minister hat unser Staat. Also was wünschen Sie?" Die Arbeitslosen.„Herr Ministerialrat, wir wollten eine Unterstützung; wir kommen vom Minister für soziale Fürsorge und der Herr Minister hat gesagt:„Genossen, geht zum Herrn Ministerialrat und laßt Euch die Erfolge meines Ministeriums klarmachen." Der M nisterialrat.„Meine Herrschaften! Der Staat hat kein Geld, die Zeiten sind schlecht. Es gibt nur ein Mittel: Arbeiten oder auswander»!" Diese üble Nachrede, daß Sie, Herr Oehlinger, und Ihre Parteifreunde im Fürsorgeministerium statt des gewohnten„Grüß Gott!" mit „Freundschaft" grüßen, mögen Sie sich mit Aren Parteivejmkteuren bereinigen. Die Herren Stmm und Kahler dürften auch nicht sehr erbaut davon sein, unter di«„Freundschaft"-Grüßer gezählt zu weiden. Doch das sind kleine Lächerlichkeiten, die den großen Ernst der Sache nicht verwischen können. Daß nach den gebrauchten Wendungen mit dem „Ministerialrat" und dem„arbeiten oder auswandern" der ergänzende Bericht des„Grenzbote" auf die Hohenelber Bor spräche bezogen ist, darf als zweifelsfrei gelten. DaS berechtigt mich, Herr Abgeordneter Oehlinger, an Sie vor aller Oeffentlichkeit die nachstehenden Fragen zu stellen: Könuen Sie diese Nichtswürdigkeiten Ihrer Partctpress«, begangen an dem deutschen Für. sorgeminister, mit Ihrem Namen und mtt Ihrem politischen Ehrgefühl decken? Warum habe« Sie, Herr Oehlinger, als K«nn««r des wahre« Sachverhaltes, dies« Verdrehungen Ihrer Parteipresi« geduldet, warum gebietet Ihnen nicht Ihr Charakter, sie richtig« zustellen? Wenn Sie dies auch auf diese Aufforderung hin unterlassen, dann, Herr Oehlinger. sind Sie mitschuldig an einer elenden Komödie, di« mit der Not der deutschen Arbeitslosen auS Politischen Geschäftszwecken hier betrieben wird. Wenn Sie, Herr Oehlinger, diese meine Darstellung bestreiten sollten, dann bin ich bereit, unter Zeuaenschaft aller Toilnebmer an der Borsvrache in einer öffentlichen Volksversammlung in Hohenelbe oder Arnau den Beweis dafür anzutreten! Prag, 28. November 1932. Wenzel Iaksch. Skandalisierung handle. Staatsanwalt Dr. Marianko beharrt auf der Verlesung der Information. Nachmittags wurden Akten verlesen. Die Verteidigung beantragte ein neues Verhör StejskalS, bezw. die Beschaffung eines neuen freien Geleites für ihn; Steiskal sei vergeßlich und habe sich erst bei seiner Rückkehr nach Berlin einiger Dinge erinnert, die er in Jglau noch nicht gesagt habe. Der Staatsanwalt spricht sich dagegen aus. Das Gericht lehnte die neue Einvernahme StejskalS. Als neuer Zeuge wird Dr. Georg Benes nach Jglau geladen werden. Re Nudster»Ledmrkla amtiert wieder Prag, 1. Dezember. Heute vormittag fand eine Beratung der Mitglieder des Budget- Siebenerausschufles der Koalition mit dem Ministerpräsidenten Malypetr, seinem Stellvertreter Bechynö und dem Finanzkninister Trapl statt. Die Beratung beschäftigte sich an Hand der von der Regierung ausgearbeiteten Vorschläge erneut mit der Deckung des Budgetdefizits. Der Ausschuß wird in den nächsten Tagen die Beratungen über die mit der Budgetdeckung zusammenhängenden Fragen weiter fortsetzen. Senatsausschuß urgiert Gesetzentwurf gegen MasiagesalonS. Der Gesundheitsausschuh des Senats nahm gestern ein Exposä des Ministers Dr. Spina über aktuelle Fragen seines Restarts entgegen; die Debatte wird in der nächsten Sitzung abgeführt werden. Ueber Antrag des Vorsitzenden beschloß der Ausschuß, das Handelsministerium nm eheste Einbringung eines Gesetzentwurfes über die MasiagesalonS zu ersuchen. Vom 15. bis 22. Dezember: WUlmrzeldmlsse kontrollieren! Das Gesetz über die ständigen Wählerverzeich- nisse bestimmt im 8 2, daß alle Staiaitsbürger der Tschechoflowafischeu Republik ohne Unterschied des Geschlechtes, die am Tage»ach der Auflegung der Berzeichniste das 21. Lebe« Sjahr überschritte» haben, in der Gemeinde seit wenigstens drei Monate» vom Tage der Auflegung zuriick- gerechnet ihre« Wohnsitz haben, insofern ihnen nicht ausdrücklich daS Wahlrecht aberkannt worden ist, im ständigen WSHlrrverzeichniS eingetragen fein müssen. Wähler oder Wählerinnen, die trotz dem gesetzlich festgelegte» Recht im Wählerverzeichnis nicht enthalten sind, können in den Tagen, da das Wählerverzeichnis zur öffentlichen Einsicht aufliegt, das ist vom 15. bis 22. Dezember» beim Gemeindeamt« die Eintragung verlangen, haben ferner auch das Recht, eine» anderen Wähler in das Verzeichnis hineinzu- reklamieren. Wahlberechtigte, die im WählerverzeichuiS, welches vom 15. bis 22. Dezember aufliegt, nicht eingetragen find, verlieren für das nächste Halbjahr ihr Wahlrecht. Deshalb ist es die Pflicht eines jeden Wählers, im ständige» Wählerverzeichnis nachzusehen, ob sei« Name im Verzeichnis enthalten ist. Die Lokalorganisationen der deutschen sozialdemokratischen Partei werden besonders auf die Kontrolle der Wählerverzeichnisse aufmerksam gemacht und ersucht, alle Maßnahmen lokaler Natur zu ergreife«, damit kein Arbeiter, kein Angestellter, kein zur Arbeiterklasse gehörender Mensch sein Wahlrecht verliert. Was Ion das Boffenlvle!? Vor einiger Zeit stand in der Jugendbeilage des„Tag" das Wort von dem„alten Plunder", der die Demokratie sei. Und noch früher war der „Tag" von den Diktaturgelüsten abgerückt, sich auf P a tz e l berufend. Nun bringt dieses charaktervolle Blatt Tag um Tag die widerspruchvollsten Gerüchte und Berichte über die Versuche zur deutschen Regierungsbildung und lügenhafte von der traurigen Rolle, die Hitler dabei spielt. Und da„Der Tag" grundsätzlich für die Demokratie ist, weil sie von seiner Partei gebraucht wird und grundsätzlich dagegen, weil sie Hitlern nicht paßt, lesen sich seine Nachrichten, die immer einen Tag nach dem Schwinden ihrer schmalen Grundlagen erscheinen, wahrhaftig wie Memoiren auS einem ToWhaus. Da erzählt er in der Donnerstagausgabe, daß die Verhandlungen über die Bildung einer Regierung„wie im Film als ein Poffenspiel ersten Ranges vor den Augen des deutschen Volke« abrollen"— und vergißt, zu sagen, daß Hitler dabei die die Zuschauer sehr belustigende Rolle eines Kasperls übernahm. Und mit einer gewissen Wehmut meint„Der Tag":„W i e v i e l e i n- facher war doch früher die Bildung «ineS rein parlamentarischen Kabinett s", um in der nächsten Zeile eben darüber zu spotten. Die Mandate seien dabei nicht gewogen, sondern gezählt worden.(Die von Bombenschmeißern und Fememördern wiegen schwerer als die anständiger Menschen.) Das Zimmern einer Mehrheit habe man verdammt, und zwar mit Recht, und man will, daß das nicht wiederkehren soll". Dann versucht Tag", sich über die autoritäre Regierung lustig zu machen, die die Parteien und Gewerkschaften nur als Steigbügelhalter für den Kanzler benützen wolle. Hat nicht„Der Tag" erst vor wenigen Tagen die— allerdings falsche— Behauptung ausgestellt Hitler habe sich um eine parlamentarische Mehrheit bemüht und sei nur an dem Widerstand HugenbergS gescheitert? Hat„Der Tag" dieses Scheitern nicht bedauert?— Nun höhnt und lobt er in einem Atem eben daS, worum sich die Primadonna bemüht habsn soll, und weist in seiner Kritik an der„autoritären Regierung" darauf hin, daß die Parteien und Gewerkschaften eine größer« Rolle spielen müßten als die von Steigbügelhaltern, also eine solche, die sie in den bisherigen Koalitionen spielten! WaS solldieseSPossenspiel?„Der Tag" kann seinen gläubigen Lesern zwar vieles zumuten, der sudetendeutschen Oeffentlichkeit jedoch nicht, daß sie seine Bocksprünge und seinen fortgesetzten Verrat an der Demokratie übersieht Nach der Demokratie rufen und sich gleichzeitig über sie lustig machen, das kann man nicht straflos tim. Man beseittgt dadurch die geistigen Grundlagen der Demokratie, liefert ihren Gegnern Waffen in di«.Hand und erreicht in der Tschechoslowakei nichts anderes, alS daß die Politische und kulturelle Position deS deutschen Volkes verschlechtert wird. Ist die Demokrafie alter Plunder, dann möge„Der Tag" keine Krokodilstränen um sie vergießen. Ist sie ihm aber mehr, dann möge er sie nicht beschimpfen. Entscheidet er sich aber gegen die Demokratie, daun sind er und die Partei, die hinter ihm steht, Verräter am sudetendeutschen Volk, das sie zur Verantwortung ziehe» wird! Seite 4 Freitag, beit 2. Dezember 1982 Nr. 288 Hitler in Unterhosen. Eine aufregende Macht. Folgerns begab sich, ivi-c dem Berliner„Vorwärts" aus allerbester Quelle berichtet wird, in der Nacht zum Mittwoch und am Morgen daraus: Am Abend des Dienstag halte der Oberosaf beschlossen, sich an den Ort der Verhandlungen, „nach B e r l i n", zu begeben. Nach den üblichen, ziemlich umfangreichen Vorbereitungen bestieg er zusammen mit dem Hauptmann Röhm den um 21.20 Uhr vom Münchener Hauptbahnhof abfah. reichen ll-Zug und zog sich alsbald in den Schlafwagen zurück, nachdem er den Auftrag gegeben hatte, ihn kurz vor Berlin.zu wecken. Am Mittwoch, um 522 Uhr morgens, erreicht« der Zug fahrplanmäßig Jena. Alles lag im Schlafwagen in tiefstem Schlummer, als sich plötzlich im Gang Polternde Schritte und eine rauhe Männerstimme vernehmen ließen. Eine Faust donnerte an die Tür des Abteils, in dem der Führer der Rich« pflog- Hitler erschien nach spannungsvolle« Sekunde» halbangezogen im Türrahmen(Hitler, wie ihn keiner kennt!) und erkannte in dem rauhen Störenfried keinen anderen als— den Reichstagspräsidenten Göring. In fliegender Hast setzte der Reichstagspräsident dem Führer— der erleichtert aufatinete, da er einen Eisenbahnunfall vermutet hatte— auseinander, daß er nicht weiter, nach Berlin fahren und nicht mit Schleicher verhandeln dürfe, sondern mit ihm nach W e i m a r fahren müsse, wo auch Goebbels sie erwarte. Der Führer, froh, daß es nichts Schlimmeres war, beendete schleunigst seine Toilette, und der gänzlich verdutzte Hauptmann Röhm, der oben noch in den angenehmsten Träumen gelegen HtiiiiitniiuiHiiiiiHiiiuiiHniiiiiiiiimiiiitiiniiiiiiiiniiuiiiiiiiitiiiiiiiiiiniiuiuiiNiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiii T agesneuigkeiten Zug der Arbeitslosen- Zug der Zeit. Washington, 30. November. Aller Urlaub für Polizei und Militär wurde für die nächste Woche, beginnend am Sonntag, gesperrt, da man anläßlich der am Montag beginnenden Wintertagung des B u nde s ko n g r e sse s De- mvnftrattonen und Unruhen befürchtet. Aus mehreren Teilen Amerikas sind Arbeitslofentrupps auf dem Marsch zur Hauptstadt begriffen, darunter ganze Familien mit kleinen Kindern. Seit der Ausweisung der Kriegsteilnehmer im Juli d. I. hat die Staptbehörde Washingtons den Zuzug geschlossener Trupps sowie alle Umzüoe durch die Straßen verboten. Die Stadtbehörde weist täglich darauf hin, daß angesichts der großen Not unter den Armen Washingtons keine Mittel zur Unter- bringungund Ernährung von Austvär- tigen zur Verfügung stehen. Trotzdem kommen, zumal aus der Industriestadt Detroit sowie aus dem Farmergebiet W i s c o n si n, lange Züge mit arbeitslosen Arbeitern und landwirtschaftlichem Personal, um vom Kongreß eine schleunige Unterstützungsaktion zu verlangen. Die Einsetzung vo« Militär gegen diese Demonstranten soll nach Möglichkeit vermieden werden, die Polizei ist deshalb mit Tränengasbomben ausgerüstet worden. Feuergesecht im Bostantt. Bier Tote.— Die Banditen zweimal entwischt. Lemberg, 1. Dezember. In ein Postamt hier drangen acht bewaffnete Männer ein, welche gegen die in dem Postamt befindlichen Funktionäre ein Revolverfeuer eröffneten. Die Funktionäre des Postamtes sowie Beamte des in demselben Gebäude befiirdlichen Finanzamtes erwiderten das Feuer. Im Verlaufe des Feuergefechtes wurden zwei Angreifer getötet, zwei Postfunktionäre schwer und zwei Finanzbeamte leichter verletzt. Den Räubern gelang es, einen Geldsack, in welchem sich 4000 Zloty befanden, zu rauben und zu entkommen. Die Polizei unternahm sofort ein« Verfolgung, welche heute morgens zu einer Begegnung zwischen zwei Mitgliedern der Räuberbande und der Polizei auf einer Bahnstation bei Lemberg führte. Als die Polize- zur Verhaftung der Mitglieder der Räuberbande schritt, wurde bei dem Revolverfeuer der Polizeipostenführer Kajak und ein Polizeisoldat getötet. Ten Verbrechern gelang es, neuerlich zu entkommen. Raubmord au rlnem Natronsvrrrsteher. Lübeck, 1. Dezember. Der Stationsvorsteher Stollmann in Bad Schwartau ist in seinem Dienstzimmer nrir schweren Verletzungen ermordet aufgefunden worden. Stollmann hatte sich Donnerstag früh kurz nach 5 Uhr zum Dienst begeben. Die Täter haben aus der Kleidung des Ermordeten die Schlüssel zum Kassewchrank entnommen und 650 M a r k geraubt. Bisher fehlt von den Räubern jede Spur. MMelaUer in Amerlla. Dörfler morde» eine„Zauberin" und ihre Tochter! Bogota(Columbien, 1. Dezember.(Reuter.) In einem Dorfe im Staate Columbia zündete die Volksmenge ein Hans an in dem ein« Greisin Mit zwei Töchtern schlief. Alle drei Frauen kamen hatte, folgte seinem Beispiel. Mit einigen Minnien Verspätung verließ der Ö-Zug Jena und fuhr ohne Hitler und Röhm nach Berlin weiter. Aus dem Anhalter Bahnhof hatten sich zum Empfang des Oberosafs Straßer und Frick eingefunden. Sie waren munter und guter Dinge. Waren sie es doch, die die Verhandlungen geführt hatten und denen es gelungen war, unter Ueber- windung beträchtlicher Widerstände den Führer nach Berlin zu lotsen. Hatten sie ihn erst da und ließ dann Herr von Schleicher den ganzen Zauber seiner Persönlichkeit wirken(es ist doch schön, wenn ein General mit einem Gefreiten so menschlich redet!), dann kam die Sache schon auf den richtigen Weg. Wer beschreibt das Erstaunen der beide« deutschen Manner, als ein Fahrgast nach dem ander« den Zug verließ und kein Führer, kein Röhm zu sehe« war! Unrat witternd, eilten sie nach dem Hotel, daS Telephon spielte nach allen Windrichtungen, und schließlich erfuhren sie, daß Göring in Jena z« nachtschlafender Zeit den Führer überfallen und nach Weimar verschleppt hatte, um ihn dort gemeinsam mit Goebbels in entgegengesetzter Richtung, also gegen Schleicher, zu bearbeiten Wutentbrannt warfen sich Straßer und Frick in ein Auto und rasten in Hu>tder1kilometcrtempo nach Weimar... Dort hat dann jene nationalsozialistische Führerkonferenz stattgefunden, über deren Verlauf und Ergebnis das tiefste parteiamtliche Geheimnis gebreitet wird. Dort saßen sie mittwegs zwischen Berlin und München, zwischen Demagogie und Avang zur Verantwortung und kämpften darum, von wem„der Führer" geführt und wohin er geführt werden solle. iiiriii!iiiiiiHiiiriiH!iitii]mifii!JHiiiiniiii!i{iiiiiiiimiJfiiniiniiiiiiiifiii!iii|iiiiii!iiiijHmtiiiiiniiHniii» in den Flammen um. Die Menge hatte die Alte verdächtigt, eine Zauberin zu sem. Zehn Per-! s o n e n, die zur Brandstiftung aufgewiegeit hatten, wurden verhaftet. der r°d de!« Mllitir. Aus Saaz wird uns gemeldet: Einem bisher noch nicht völlig geklärten Unfall ist der 21- jächrige Otto Gruß aus Klern-Holletttz, der some aktive Mrlitärzeft in Lucenee in der Slowakei abdiente, zum Opfer gefallen. Anfangs dieser Woche langte bei seinen Angehörigen em Telegramm vom Ragimeittskommando ein, in welchem es heißt, daß Gruß an die Deichsel eines unbespannten Wagens angerannt sei, wobei er so schwere Verletzungen erlitten habe, daß er nach kurzer Zeit gestorben ist. Einzelheiten über den Tod des unglücklichen jungen Mannes, der wegen seines sonnigen Wesens allgemein beliebt war, fehlen bisher. Besonders tragisch ist der Umstand, daß die Eltern des fern der Heimat im schönsten jugendlichen Mer Verstorbener« so arm sind, daß sie nicht in der Lage waren, zu dem am Mittwoch in Luoenec erfolgten Begräbnis zu fahren... Raubmord an eluem Geldbr-eftröger. Der 19jährige Mörder nach wenigen Stunden gefaßt. Frankfurt a. M., 1. Dezember. In einem Hause am Sttegelschlag im Stadtteil Bornheim wurde heute mittag kurz vor 2 Uhr der Geldbriefträger H o f f m a n n erschossen. Als Täter kommt ein ISjähriger junger Mann namens Knirsch in Frage, der flüchtig ist. Der Gcldbriefträger hatte eine Keine Rente an die Großmutter des Täters auSbezahlt, als er von diesem noch einmal in die Wohmmg zurückgerufen wurde. Zn der Wohnung selbst hat dann der 19jährige Knirsch, der Enkel der Rentnerin, dem Briefträger eine Kugel in den Kopf gejagt, die den sofortigen Tod des Mannes zur Folge hatte. Knirsch raubte darauf' 2800 Mark, worauf er die Flucht ergriff. Der Mörder konnte bereits im Laufe des Nachmittages in Wiesbaden verhaftet werden. Man fand bei ihm noch einen Geldbetrag von 2000 Mark. Der Mörder wurde noch, Frankfurt gebracht. Sine Msenbahn-Muberbande verhaftet Halle(Saale), 30. November. Der Fahndungsdienst der Reichsbahn hat eine siebenköpfige Eisenbahn-Räuberbande unschädlich gemacht, der eins ganze Reihe Güterzugberaubun- gen zur Last golegi wird. Tie Führer waren mit modernen Selbstladepistolen bewaffnet. Ans- gesamt wurden bisher 20 Zugsüberfälle aufgeklärt. Etwa 14 Personen werden sich wegen Hehlerei zu verantworten haben. Selbstmord einer zwAMrigen. Die Eltern folge« ihm in de« Tod. Wie«, 1. Dezember.(AN.) Gestern abends hat sich der 12jährige Realschüler Alfred Star- jan in der Wohnung seiner Eltern mit Leuchtgas vergiftet und wurde von seinen Eltern tot aufgesunden. Heute vormittags wurden nun auch die Eltern des Knaben, der Straßenbahnschaffner Alexander Starjan und dessen Frau, gleichfalls mit Leuchtgas vergiftet, in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Sie haben sich offenbar den Tod ihres Kindes so sehr zu Herzen genommen. Abgetrennte Frauenbeine bei Pretzburg aus dem Zug geworfen. Pretzburg, 1. Dezember. Auf der Eisenbahnstrecke zwischen Pezink und Grinava bei Preßburg Wurden heute früh zwei vom Rumpfe losgetrennte Frauenbeine gefunden. Ein unbekannter Täter hatte diese Leichenteile während der Fahrt aus dem Zuge geworfen. Weitere Körperteile der ermordeten. Frau wurden bisher nicht gefunden. Die Gendarmerie und die Polizei haben die Nachforschungen' eingeleitet. Arbeitslose, denen es gut geht. Es gibt noch' Arbeitslose, die keinen Hunger haben und denen es nicht schlecht geht, trotzdem ihre Arbeitslosigkeit schon längere Zett andauert. Diese Sorte von Arbeitslosen hat keine Sorgen, sie brauchen weder die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung noch Czechkarten, noch produktive Arbeitslosenunterstützung, sie brauchen gar nichts— weil ihnen die Tausender— wie im Schlaraffenlands— in die Taschen fliegen. Diese Herrschaften sind die Herren Börwaltungsräte, die einmal in vier Wochen in eine Sitzung kommen, zu allem, was der allmächtige Generaldirektor sagt, mit den Köpfen nicken, ein bisserl einen Ber- dauungsschkaf machen, während ein Direktor referiert und in den meisten Fällen von den Einzelheiten der verhairdelten Gegenstände nicht die blasseste Ahnung haben. Man sehe sich nun einmal an, was diese Nichtstuer für ihre meist völlig wertlose Arbeit erhalten. Es zählten heuer— trotz aller Krise— die nachstehend angeführten Aktiengesellschaften ihren Berwaltungsräten an Tantiemen:„Solo"-Zündholzfabriken 991.398 X, Union-Versicherung 116.684 X, Explosivstoff- Fabriken 161.902 X, KriÄk-Wcrke 400.824 Kronen, Böhm. Handelsgesellschaft 531.303 Kronen, Rakonitzer keramische Werke 124.476 Kronen, Ferdinands-Nordbahn 902.941 Kronen, Olleschaner Papierfabrik 140.577 Kronen, Tschech. Agrarbank 419.126 K, Roth- kosteletzer Spinnerei 111.648 K,„Orion Schokoladenwerke 244.672 K, Westböhmische Kaolinwerke 328.237 K, Kloster-Brauerei 81.379 X, Spiritusfabrik Brosche 150.520 8, Metallwerke Stabenow 72.000 8, Podoler Zementfabrik 45.992 K,' Knpferwerke Pommerle 2044)00 K, Milchindustrie 118,548 K, Slowakische Ziegelwerke Gödmg 92.400 Kronen,' Dux-Bodenbacher Eisenbahn 149.155 K, Centva-Fettwarenwerke 30.000 K, Ringhof- fer-Werke 69.763 X, Tatrowerke 86.805 Kronen, JBels Eisenindustrie Fveistadt 40.959 Kronen, Äussiger chemischer Verein 185.784 Kronen,„Käblo"-Drahtseilfabrik 255.000 X, Legionärbank 415.738 Arpnen. Das macht für den einzelnen Verwaltungsrat ein ganz net- tes Sümmchen aus. So haben die Rakonitzer keramischen Weck einen aus sechs Personen bestehenden Berwaltungsvat, der die oben angeführten 124.476 L bÄommt. Ein Mann des Berwaltungsrates bekommt also 20.746 Kronen. Das ist gewiß ein ganz schönes Nebeneinkommen. Bei anderen Unternehmungen gibt es aber viel mehr. So entfällt beiden KftLik-Werken auf jeden der neun Berwal- tungsräte ein Betrog von 44.534 Kronen, bei der tschechischen Agrarbank bekommt auch jeder der neun Berwaltungsräte 46,569 X, die Solo-Zündholzfabriken zahlen 19 Verwaltungsräten je 52.178 Kronen, bei der Böhmischen Handelsgesellschaft gibt es für zehn Berwaltungsräte je 53.130 K und bei der Ausweis jür den Monat November. (Die erste Zahl bautet Parteifonds, die ein- . geklammerte Wahlfonds.) Bodenbach X 7100.—(1600.—), Bruni, K 600.—(150.—), Karlsbad X 6000.—(1500.—), K e sm a rk X 40.—(10.—), Landskro« X 540,—(100.—), Pilsen-Budweis X 2200.- (550.—), Prag X 174.—(40.—), Preßbär- X 80.—(20.—), Teplitz-Saaz X 3600.— (900.—), Trautenau X 2070.—(500.—), Troppau X 2160.—(540.—). FerdinandH-Nordbahn kommt auf jeden der neun Verwaltungsräte das hübsche Sümmchen von 100.326 Kronen. Bei den Lohnzahlungen für die schwer arbeitenden Menschen sind die Leitungen der Unternehmungen nicht so frei«. gebig. Das ist nämlich das Bild des Kapitalismus: Für den kapitalistischen Nichtstuer Hunderttausende, für den Arbeitsmen- fchen Lohnabbau, und für einen großen Teil des Arbeitsvolkes Hinauswurf und Hunger. Ueberfall auf«inen Kaffenbote«. Donnerstag - mittags, kurz vor*12 Uhr wurde der 17jährige Kassenbote einer Fabrik in Halle a. d. Saale von zwei Männern im Alter von etwa 25 Jahre« überfallen und niedergeschlagen. Die Räuber schnitten die an dem Rade des Ueberfallenen befestigte Geldtasche, in der sich 1600 Mark Lohn- Seldcr befanden, ab und flüchteten. Der Kassen- ote hat erhebliche Verletzungon davongetragen, konnte aber eine Beschreibung der Täter geben, iso daß die Polizei- hofft,.sie in kurzer Zeit er- ! Mitteln zu können. Die einträglich« Anstellung. In Brünn Wunde, der Inhaber der Loszentrale Anton Pokorny verhaftet. Seine Festnahme erfolgte auf Grund einer Anzeige eines Landwirtes hin, dem er. in betrügerischer Weis« einen Betrag von 10L50 Kronen unter der Vorspiegelung her- ausgelockt hatte, daß er seinem Sohne eine einträgliche Anstellung verschiffen werde. In der letzten Zeit verhall sich Pokorny dadurch zu Geld, daß er durch Vorspiegelung verschiedener Vorteil« die Inhaber von Losen zum Umtausch gegen Staatsbarüvse anderer Art zu überreden suchte, wobei er die Lose verkaufte und mit dem 'Gelbe seine dringendsten Schulden bezahlte. Pokorny Wuwe nach einem Verhör in die Haft des Kreisstrafgevichtes in Brünn eingeliefert. Im Zusammenhang damit wurde auch der 27jährige P. verhaftet, der an dem Geschäft mit 50.000 Kronen beteiligt war. Es besteht der Verdacht, daß er sich dieses Geld dadurch verschaffte, daß er mehreren Mädchen versprach, si« zu heiraten, und sich von ihnen Geld geben ließ. Bemerkenswert ist, daß P. bereits verheiratet ist. Ein« sehr begrüßenswert« Neuerung für Skifahrer führen die Staatsbahnen mit sofortiger Gültigkeit ein. Es werden in den Stationen Prag-Wilsonbahnhof und Moldau Ski-Aufbewahrungsstellen probeweise errichtet. Die Anfbewcchrungsaebühr beträgt für ein Paar Ski(mit und ohne Stöcke) für die Zeit von fünf Tagen bis zu einer Woche X 2.50(von Sonntag zu Sonntag), für eine kürzere Zeit für den ersten Kalendertag 1 X, für jeden weiteren Tag 50 Heller. Skifahrer, die nach Beendigung ihrer Skitour die Zu^rücksahrt in den Stattonen Eichwald, Klostergrab, Ossel—Riesenberg antreten, können in diesen Stationen ihre genau bezeichneten Ski. übergeben, welche die Bahn nach Moldau befördert und dort aufbewahrt. Bei Antritt einer neuerlichen Skitour werden dje Ski in dieser Station gegen Entrichtung der Aufbewahrungsgebühr sowie des Manipulationszuschlages von 1 K für ein Paar Ski ausgefolgt. Am Schauplatz der Katastrophe der Schauinslaud-Bahn. Unsere Bilder berichten von dem Unglück an der SchauinSland-Bah», wo bekanntlich eine Perionenkabine mit drei Insassen in die Tiefe stürzte. Auf dem Bilde links sieht man die Endstation der Bahn im Tal, wo sich das Unglück ereignete; rechts die zertrümmerte Kqbine am Fuße eines Mastes. Aus den Trümmern wurden zwei Personen tot herausgezogen, e nr dritte ist jetzt im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen. Nr. 284 Freitag, den 2. Dezember 1932 Seite 5 Geschenke, dü willkommen sind- Ihr Weihnachtseinkauf braucht Ihnen kein Kopfzerbrechen zu machenI Die geschmackvollen und dabei so preiswerten Elida Kassetten machen Ihnen die Wahl leicht. Sicherlich werden Sie unter den 28 hübschen Kassetten das finden, was Sie sich gedacht haben. ELIDA KASSETTEN iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiioniiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiniiiiiiiiiiiiiiiH Die Klage des„Sozialdemokrat“ gegen Anton Kuh. Das Beveisveriahren.- Nene fiesdimaiklosiakeiten des Kuh.- Rertagung. Nationalistischer Zwischenfall in Klausen, bürg. In Klausenburg kam es nach einer Volksversammlung im Rahmen der Feierlichkeiten aus Anlaß der Vereinigung Rumäniens zu Ausschreitungen als Protest gegen die revisioni- Asche Kampagne. Als die Teilnehmer an der Versammlung durch die Klausenburger Straßen zogen, bemerkten sie, daß an dem Hause, wo sich das u n g a r i s ch e Konsulat befand, nicht die rumänische Nationalsahne ausgehängt sei. Als di« Bewohner des Hauses aus die Auf- wrderung der Menge, die Nationalfahne zu hissen, sich weigerten, dies zu tun, zertrümmerten die Manifestanten einige Fensterscheiben und zündeten einen Vor- h a n g in der Parterrewohnung eines Angestellten des ungarischen Konsulats an. Das alles war das Werk einiger Augenblicke. Als die Polizei am Tatort erschien, waren die Manifestanten bereits zerstreut... Das geheimnisvolle Motorboot. Bei dem Ort« Sukosan in der Nähe von Zara wurde ein Paket mit Explosivstoff auf die Landstraße geworfen, das jedoch bei der Explosion keinen Schaden verursacht«. Nach den bisherigen Erhebung soll das Paket von einem italienischen Motorboot während der Fahrt entlang der südslawischen Küst« auf südslawisches Gebiet geschleudert., Leider nicht überall, leider nicht alles! Aus Tokio wird gemeldet: Das Marineministerium beschloß, das Marineluftschisf, das einzige Luftschiff Japans, abzuwracken. Als Grund werden die großen Reparaturkosten und Schwierigkeiten der Nachfüllung von Gas angegeben. Die Luftschiffhalle, die den,„Graf Zeppelin" während seines Fluges um die Welt beherbergte, wird geschlossen. Wiener Ritterstück 1832. In Wien traten Mittwoch die Ritter des Ordens vom Golde- nen Vließ zu einem Kapitel zusammen. Den Gegenstand der Beratungen bildete die Vorbereitung für die Uebernahme der o b e r st e n Leitung des Ordens durch den Sohn des ehemaligen Kaisers Karl, Otto. Ten Vorsitz im Kapitel führte Prinz Johan,les von und zu Liechtenstein. Uebcrdies wurden verschiedene interne Ordensfragen behandelt. Wie di« „Reichspost" erfährt, wird sich demnächst eine Abordnung von Ordensrittern nach Steenocker- zsll zu der ehemaligen Kaiserfamilie begeben. Gewissenloses Spiel mit Arbeitslosen. Aus Berlin wird berichtet: Gestern wurden im Bezirk Wedding— besonders in der näheren Umgebung der Arbeitsämter— eine Anzahl gefälschter Anweisungen aus Fre^ kartosfeln für Erwerbsloie verteilt. Offensichtlich wollen die Urheber dieser gefälschten Anweisungen größere Teile der Erwerbslosen des Bezirkes Wedding auf einen Ort konzentrieren, um dann durch die begreifliche Erregung unter den Arbeitslosen über die Nichtvrvabfolgung der angeblich versprochenen Kartoffeln Unruhe in di« Massen hineinzutragen. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Hersteller und Verteiler dieser gefälschten An- Weisungen festzustellen. Erklärung. Zu dem in Nummer 218 dieser Zeitschrift vom 11. September 1932 unter der Ueberlchrift„Der Schandfleck der Hauptstadt Prag^ veröffentlichten Artikel erklären wir, daß der Inhalt dieses Artikels auf irrigen Informationen beruht hat und daß wir darum die Behauptungen dieses Artikels, durch welche Herr Dr. Karel Baza, Primaror der Hauptstadt Prag, in seiner Ehr« verletzt worden ist, mit dem Ausdruck des Bedauerns widerrufen. Di« Redaktion. Bluttat eines Pensionisten. Im Wiener Han- delSministerinm feuert« Donnerstag vormittags der SOjährige, vor einem Jahre wegen hochgradiger Nervenschwäche pensionierte, in Brünn geborene Amtsrat des HcnwelSministeriumS Franz Kares auf den Amtsrat Äosef Uhl, als dieser aus seinem Amtszimmer heraustrat, aus einem Revolver«inen Schuß ab, der Uhl an der Schläfe streifte. Der Täter wurde verhaftet, Uhl auf di« Unfallstelle gebracht. — Nach den letzten Meldungen soll es sich um einen Raubmordversuch handeln. Uhl trug eine Tasche mit Gehältern im Ausmaße von mehr als 20.000 Schilling bei sich. Als Kares den Schuß aus ihn abseuerte, ließ der Amtswart, obwohl er stark blutet«, die Tasche nicht los und eilte hilferufend weiter, bis der Angreifer festgenommen werden konnte. Kare» hat beim Verhör angegeben, daß er seit seiner Pensionierung im Dezember 1831 immer mehr in Schulden geraten sei und daß er im Ministerium vorsprechen wollte, um sich von Bekannten Geld auszuborgen. Als er Uhl, den er von frsther her kannte, mit der Geldtasche sah, sei in ihm plötzlich der Plan zum Raubüberfall entstanden. Den Revolver, aus dem er den Schuß abgab, trage er ständig bei sich. Warnung vor einem Betrüger. In Böhmen und Mähren treib: sich e»n Betrüge? namens Max Fisch«! hernuz, der sich als Handschuhreisender ausgibt und Anzahlungen auf bestellt« Handschuhe auf Grund von Mustern entgegenuimmt. die er der Firma Frankl& Herrmann itt DobklS g«. st o h l e n Hai. Er sucht vornehmlich Modetvaren» geschäfl« auf in denen Frauen beim Verkauf beschäftigt sind Der Betrüger unterschreibt sich auch Fischer. Er ist kleinerer Statur, schwarzhaarig, Hot Ahwarze Augen und trägt eine Brill«. Tie Gendar- merieitarion in Dobkil macht darauf aufmerksam baß Fischel Betrügereien in Sternberg,.tzokowitz Veraun oerübt har und setzt in Mähren sein Unwesen treibt Eine Paßsalschrrzenttal« wurde von der politischen Polizei in Berlin ausgehoben. Alpei Falscher wurden auf frischer Tat gefaßt. Rach den Hintermännern der Fälscher wird noch gefahndet. Prag, 1. Dezember. Heute wurde vor dem Bezirksgericht(OGR. Rozum) di« Verhandlung über dir Klage der Redaktion der„Sozialdemokrat' gegen An ton Kuh fortgesetzt. Kuh hat bekanntlich am 19. April d. I. in einem Vortrag in der „Urania" die Schleusen seiner' Beredsamkeit gegen unser Blatt und insbesondere gegen den ihm unbekannten Autor einer Notiz aufgezogen, in welcher der geplante Goethevortrag des Kuh olS Goetheschändung bezeichnet wurde. Dir Redeflut des in seiner Eitelkeit gekränkten Kuh schwemmt«, was weiter nicht Wunder nimmt,«in« Meng« unsauberster Redewendungen hervor, die von Vortragsbosuchern notiert worden waren. Kuh erklärte in der ersten Verhandlung, er habe dies« und noch ärgere Ausdrücke gebraucht, um den u n b e k a n n t e n A u t o r zu treffen. Nur gegen diesen und nicht gegen die klagende Redaktion hätten sich di« Ausdrücke gerichtet. Naben den allgemein verständlichen Ausdrücken wie „Schweinehund",„Sch rei b e r s ch lie f e r l". „Stinkgasse dieser Burschen" nsw. gab cs da den in Prag unverständlichen Ausdruck „miekerig", de» Herr Kuh in seiner Art bei der ersfen Dechandlung erläutert«, als Typus des abortdeckelartigen, bucklig«» Degene- rierten für Karl Kraus schwärmenden Intellektuellen'. Heute begann di« Zeugeneinvernahme. Der erste Zeug« war Genoss« Erich Helle r, der während des Vortrages einig« der Blüten Kuh- lcher Rhetorik notiert hat. Mil deneingeklag- :'ren Behandlung der neue Ausschuß betraut wurd.. Nach 11 Uhr abends schloß Obmann Genosse Schrader mit einem Appell zu weiterer intensiver Mitarbeit di« anregend verlaufene Versammlung. Das Lieblingsspiel der Knaben ist, wie das Rheinische Institut für Arbcits- und Berufsforschung in Düsseldorf durch eine Rundfrage feststellt«, Fußball. 8000 Knaben, di« um ihre Lieblingsbeschäftigung in der freien Zeit befragt wurden, entschieden sich zu 87 v. H. für sportliche Betätigung. Fast, die Hälft«, 48 v. H., bevorzugt Fußball, 18 v. H. Handball, 7 v. H. Turnen. Uoberraschend unbeliebt ist der Schwimmsport, für den sich nur 6 v. H. entschieden. Bon 3000 BoUsschülerinnen erklärten nur 29 v. H., daß der Sport ihre Lieblingsbeschäftigung fei. International« Arbeiter-Eishockeyspiele. Zwischen Oesterreich und Lettland schweben Verhandlungen wegen Austragung von Länder-Eis- hockey,spielen in Wien und Riga. Geplant sind auch Werbe spiele Mischen Lettland und Oesterreich in der Tschechoslowakei. Vereinsnadiriditen Die außerordentlich« Generalversammlung der Singgemeinde findet heute abends um.8 Uhr im Verein deutscher Arbeiter, Be SmeAach SYS, statt(nicht, wie in der Vorwoche gemeldet wurde, im Vereinslokal der deutschen Buchdrucker >m selben Hanse). Sozialistisdie Jagend, Kreis Prag. Freitag, den 2. Dezember, 20 Uhr, in der „Besrda" des Lidovy dum(Hybernsko 7) „Arbeiterjugend und Abrüstung" Referent: Genosse Karl Kern. 2. Bericht vom Kongreß der Sozialistischen tilgend-Inter nationale. Alle S. J.-Mit- gkiedcr find zur Teilnahme verpflichtet. sehen und dann einige Bilder des Foxreporters aus Deutschlands Rhcingauen mit den dazugehörigen schlagenden Studenten; wir dürfen auf dieses Dokument.nicht stolz sein. Das Programm wird er- 0 durch die wie gewöhnlich soldatentreuen nsfhauen. W. Lg. Literatur Julius Deutsch: Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung. 2. Band: Im Weltkrieg und in der Nachkriegszeit, unter der Mitarbeit von Käthe Leichter, Eduard Straas und Richard Wagner. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, Wien 1932. 320 Seiten, Preis geheftet so K. Leinen gebunden 55 KS. Der zweite Band der Gewerkschaftsgeschichte von Julius Deutsch, der soeben erschienen ist, füllt endlich eine schon ost empfundene Lücke aus: an einer Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung, ihrer vielfältigen Ausgaben und Kämpfe, die bis in die jüngste Zeit reicht— es ist damit auch der erste Versuch einer Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung bis zu ihrer Gegenwart gemacht und wie man sagen kann wirklich mit Erfolg Für Kinder nur Kaffee Hag Dlenschen zu gestalten. Recht geglückt ist auch die Leistung Steimars als Napoleon, vor allem in der tadellosen Maske; leider. versucht Regisseur Svoboda die Größe des Dtenschen Napoleon durch laute Gefühlsausbrüche zu charakterisieren, ganz im Stil klassischer Tragödien, und es ist interessant, daß diese ernst gemeinten Stellen Lacherfolg hatten. Aus dem übrigen Ensemble ragt V e v e r k a als greiser betrogener Gatte hervor. W. Lg. Sonntag, halb 8 Uhr: Gerhart Hauptmann- Zyklus V:„Colldge Crampton". Enirmblegastspiel Albert Basser mann-, Eugen-Jensen, Elle Bassermann, Elma v. Bulla. ES kosten Plätze im Parkett 35 bis 45 X, Plätze auf der Galerie schon von 11 K an. Montag:„Der Kaufmann von Venedig". Die Porzia spielt Aliee Verden vom Dresdner hören, darunter 30 Kinder. Nach anschließender Debatte wurde auf Antrag der Kontrolle dem Kassier Getroffen Weber und der Vereinsleitung die Entlastung erteilt. Sodann sprach M>g. Genosse Ja ks ch über das- Thema„Arbeiterturner und Eiserne Front". Seine interessanten Ausführungen fanden ein« aufmerksame Hörerschaft und der zustimmende Beifall am Schluffe sind Gewißheit dafür, daß auch di« Prager Arbeiterturner, sobald sie aufgerufen werden zur Sammlung, zum Kampfe für die Freiheit und die Demokratie, ihren Mann stellen werden. Die. Neuwahlen ergaben u. a, die einstimmige,Wiederwahl des.Genossen Schrader als Obmann. Den ausgeschiedenen Funktionären wurde der Dank für ihre Mühe ausgesprochen, insbesondere dem Genossen Weber, der«ine Wieder- vahl als Kassier aus beruflichen Gründen ablehnte, -lnd dem Mbg. Genossen I a k s ch. Unter„Eventml- Werte Gen offen! Wir werden wie im Vorjahre wieder die Reujahrr-Knthebunge» i« unserem Blatte veröffentlichen, wodurch den Genoffen die mit den NeuiahrS- gratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enchebungcn werden, nach Orten geordnet, erscheinen und lediglich Namen und Berus enchaltcn. Eine Enthebung wird mit Ks 10.— berechnet. Wir ersuchen Sie, die tieferstehende Enthebungsbestellung frdl. auszufüllen und umgehend an uni einzusenden. Die Bestellungen müffen bis spätestens 10. Dezember bei unS einlangen. Wir rechnen zuversichtlich damit, daß sie von unserem Angebote Gebrauch machen werden und zeichnen mit Parteigrutz: Verwaltung ves„Gozlnwernokral" ^rag il., Rekazanka 15. ——— i Hier abtrennen!— Hier abtrennen!————————— Reujayrs Entyevung für„GoMalöemotrat". Ich bestelle hiemit unter dem Beruf: Ort: «in« Neujahrsenthebung zum Betrage von KL 10.— und sende Ihnen diesen Betrag gleichzeitig mit der Abonnementsgebühr pro«in. Unterschrift: Aus der Partei Bezirksorganisation Prag. Heute, Freitag, den 2 Dezember, um 8 Uhr abends Sitzung der Bezirksvertretung im Odborovy dum, Vcgetarfla. Jugcnvbewcgung. Rote Falken, Prag. All« Fallen müffen Samstag um halb 4 Whr im Ligaheim gestellt sein. Sopn- tag vormittags 9 Uhr Generalprobe im großen Uramasaal. Kinderfreunde I3rag. Sonntag, de» 4. Dezember, halb 3 Uhr nachmittags im große« Urauiasaal Falken-Feier. Programm: Siebet, SpKchchör«, Spiele, im zweiten Test« der Falkenzirkus Quatsch. Kommet bestimmt!! Der Film Äoqann Gtrautz. Der Tonfilm über das Leben von Johann Strauß ist ungefähr auf derselben kulturellen Linie wie das„Drermäderlhaus": hier wie dort wollen nichtskönnende Menschen mit fremdem Können Tantiemen verdienen. Auch Hanns May, der Komponist dieses Films hat mit keinem einzigen Takt bewiesen, daß er überhaupt gewillt ist, Strauß zu achten und nicht auf das beschämende Niveau laufenden Tonfilmschmarrns herabzudrücken. Bruchstücke aus der Fledermaus, dem Walzer„Wiener SÖIut", auch der Anfang vom Donauwalzer ziehen, wahllos anetnandewerecht, an uns vorüber, die wir gesetzlich nicht die Möglichkeit haben, gegen dieses Dokument menschliche» Nichtkönnens zu Protestieren. Johann Straußens„Fledermaus" fällt im Tonfilm bei der Premiere deshalb durch, weil Graf Domskv aus Lilli Dumont eifersüchtig ist; und Josef Strauß kriegt die Enzinaer nach der Berliner Premiere. Haslinger, der Verleger, ist ein rechter FÜmtrottel und hat ein Gegenstück im Sekretär Tipferl, recht aut gespielt von unserem Max Schipper. Michael Bohnen in der Titelrolle verleugnet nicht den Preußen; dafür hat auch Regisseur Conrad Wiene das rechte Verständnis; wie so eine Französin nicht aussehen darf, zeigt Lee Parry und Gretl Theimer versucht die Filmenzinger sympathisch zu gestalten. Die Handlung wiederzugeben, sei um Straußens Andenken vermieden; seine Musik wird auch in dieser unerträglichen Verschandelung die Kaffen füllen, womit für die Industrie des lebenden Bilds seine Kulturmission erfüllt ist. W. Lg. Aktuelles bei Buriau. Ein ganz großartiges Stück mit Bimbo als Torreador verdient wirklich größte Beachtung; noch niemals hat der geniale Zeichner Max Fleischer im Tricktonfilm soviel Satire und so tadellose Technll gezeigt- Ferner gibt es eine sehr interessante Reportage aus Mittelchina zu gemacht worden. Julius Deutsch, der in seinem ersten Band der Entstehung der ersten österreichischen Gewerkschaften bis in ihre ersten Anfänge nachge- gangen ist, ist im zweiten Band vor allem der Historiker der bewegten Zeit und der Kämpfe der österreichischen Arbeiterbewegung in den letzten zwei Jahrzehnten. Die österreichischen Arbeiterorganisationen in den Wirren von Kriegszeit und, Umsturz, im Schicksalsjahr 1927 und in den schweren Abwehrkämpfen gegen Heimwehrvorstoß und fascistische Gefahren aller Art werden von ihm, belebt durch eigenes Erleben, dargestellt und machen.damit das Buch aus einer bloßen Gewerkschaftsgeschichte zu einer Geschichte der Klaffenkämpfe tu Oesterreich überhaupt. Richard Wagner schildert die ersten Jahre der Republik, die Zeit, in der Diachtzuwachs und siegreicher Vormarsch der Gewerkschaften die Schaffung der modernen Sozialpolitik, des neuen Arbeiterrechtes und der wirtschaftlichen Mitbestimmung der Arbeiterschaft ermöglichten, bis die Gegenkräfte in der Revolution erstarken, Währungs- und drohender Wirtschaftszusammenbruch di« Bourgoisie in das Joch von Genf treibt. Käthe Leichter schildert die Aufgaben der Gewerkschaften in ihrer Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Möglichkeiten: wie die Gewerkschaften in der Zeit wirtschaftlicher Stabilisierung ihre Methoden den geänderten Verhältnissen anpaßten und wie es ihrer Entschlossenheit- und Kampflrast gelang, auch in der Zeit der WirtschastS- katastrophe die Arbeiterschaft vor Entrechtung zu schützen. Eduard Straas gibt ein Bild der gr- werkschaftlichen Internationale ihrer Aufgaben und Leistungen seit Kriegsende. Das Buch ist nicht nur gründlich, mit wiffenschaftlichem Ernst und kritischer Sorgfalt geschrieben, mit reichem Zahlenmaterial versehen— es ist auch, was bei einer Gewerkschaftsgeschichte besonders zu vermerken ist, keine trockene Aneinanderreihung von Begebniffen, sondern eine Darstellung, in der das an Problemen und Ausgaben reiche Leben und die bewegten Kämpfe dieser Jahre pulsieren, ein Buch, das qerade in Krisenzeilen Hoffnungen und Ausblicke eröffnet. KINO-PROGRAMM i; vom 2. Dezember bis 8. Dezember 1932.( Wran-Urania-Klno«76 einzige» eti"'Ciie n<>>r»‘ lei 41,29 Dritte(letzte) Woche verlängert. „YorckI!“-„Yorck!!“ Der langerwartete epochale Großfilm! Werner KrauB mit seiner Glanzleistung! Größtes deutsches Starensemble: Rudolf Forster, Theodor Loos, Grete Mosheim usw. Wo vefüetiren wir? | Cara„CoaUnealar, Prag, Braten] ft et a n 5 g e l> e r. Stellte» tut- C h< f ve»< 11 e u e. Wildel» Rtetznee- veremweetlichet»rtafteitt Di«mtl Streetz. Prag- Druck Stete* n.« fnt Zeitung. U» Buchdruck Breg_ gär»en Druck emstteeitttA. Ott» Sein. ■m«_ Da Zrltungimarlrnsranlatur wurde von der Poft. A. lelegropdindirettien nut Otlafc Str 13.8UO/V lingso»«willigt- ve«n,»bkd:ugungen. Bei Zustellung m» San» oder bei Ke,vg durch die Post monatlich ne lS.—. vierteljährlich Lg iS.—, tzatdtzchrch LL.«Uchl-tzri, Li UM,—.* JMewU M«M iMt i«uf»tllchtz gerechnet, Ba eitern, BtaMaUiuvut Preintachiatz.— Rüstzeit»«, M SUtutflüm erjoiai itu, des Smjrtedun, de,»ietoutmarle«.