Einzelpreis 70 Heller. (Einschließlich 5 Heller Porto! 12 Jahrgang. Samstag. 3. Dezember 1932 Nr 285. i teilt die die der welcher Form cs gelinge» kann,-««offenen Konflikt mit- em Reichstag zu ver° meiden. Hier müsse noch unterstrichen werde«, daß der Faden zwischen dem General von Schleicher und der NSDAP kein es Wegs abgerissen, ist. Es sei anzunehmen, daß die Bemühungen der letzten Tage in der gleichen Richtung fortgesetzt werden, und zwar wahrscheinlich besonders durch Verhandlungen mit dem Reichstagspräsidenten Göring. Eine Verschiebung des'Zusammentrittes des. Reichstages komm« schon aus verfassungsmäßigen Gründen nicht in Frage. Die Verhandlungen mit. dem Reichstagspräsidenten werden sich deshalb in der Richtung bewegen, daß möglichst eine V e r t a g u n g des Reichstages nach dem Zusammentritt erreicht wird. Wen« eine ähnliche Vereinbarung gelänge, so hätte der neue Reichskanzler hinreichend Zeit, sein« Verhandlungen wegen der Haltung des Reichstages zu dem Kabinett hnd dessen Programm in aller'Ruhe weiterzuführen. General Schleicher betraut. Bradlt wird Innenminister.— Besetzung der Wirtsdiaits- ministerien noch in Schwebe. Berlin, 2. Dezember. Reichspräsident von Hindenburg erteilt« heute dem Reichswehrminister General der Infanterie a. D. von Schleicher den Auftrag zur Neubildung der Reichsregierung. Bon Schleicher hat diesen Auftrag angenommen. Wie das Conti-Büro meldet, wird das I Kabinett Schleicher voraussichtlich folgender-- «aßen ausschcn: Reichskanzler und Reichswehr: General von Schleicher, Leußeres: Freiherr von R«u r a t h,- Inneres: Dr. Bracht, Finanzen: Graf Schwerin v. Krosigk, Berkehr und Post: Eltz von Rübenach. Offen sind di« drei Wirtschaftsministerien, also Has eigentliche Wirtschaftsministerium, ferner das Ernährungs- und das Arbeitenministerium. lieber die Besetzung dieser drei Ministerien soll wegen der besonderen Bedeutung, die ihnen zu kommt, noch ein« sorgfältige Klärung herbei geführt werden. An diesen Verhandlungen ist auch Reichsbankpräsident Luther beteiligt, da alle dies« Restarts betreffenden Fragen in enger Be- ziehung zur Reichsbqnk stehen. Reichskommissär für Preußen soll auf Grund der Fastung der ursprünglichen Notverordnung automatisch der neue Reichskanzler werben. Da gegen nimmt man in unterrichteten Kreisen nicht an, daß Reichsminister Bracht die Stell vertretung des Reichstommissariats behjilt. AlS Stellvertreter des Reichskommistqrs für Preußen dürft« voraussichtlich ein»euer Mann er nannt werden. Der Vorschlag ging von Papen aus. Im einzelnen ersähet das Contibüro über die Betrauung Schleichers folgendes: Gestern abends und heute früh hat der Reichskanzler von Papen den Reichspräsidenten ausführlich über seine Ansicht Mr politischen Lage Bericht erstattet. Er hat dabei selbst den Vorschlag gemacht, von seiner Wiederbetrauung abzusehen und den General von Schleicher mit der Bildung des Kabinetts zu beauftragen. Er hat seinen Vorschlag mit der Erwartung begründet, daß eine Ent spannung der politischen^Lage ein treten werde, wem: General von Schleicher die Regierungsbildung übernimmt. Weiter gab Reichskanzler von Papen der Hoffnung Ausdrucks daß man mit einem Kabinett Schleicher o h n e Konflikt mit dem Reichstag auskommen wird. Der Reichspräsident soll erst nach längerer Ueberlegung und nur„sehr schwer e n Her zen s" dem Vorschlag des Herrn von Papen zu» gestinrmt haben, sich von ihm zu trennen. vor allem di« Industrie Einfluß genommen zu haben, der es klar geworden sei, daß Papen zum Staatsstreich hinarbeite, dem als Antwort di« Revolution folgen würde. Schleicher gibt sich momentan die Rolle eines Friedenskanzlers, dessen Bestreben«s sei, dem sozialen Ausgleich zu dienen und allen Ber- fafsungsexperimenten aus dem Wege zu gehr«. Bevsömmna mit den Ländern und politischer Waffenstillstand seien sein erstes Ziel. Zentrum, Bayrische Volkspartei, Deutsche Volks Partei, Deutschnational« und einige Splitterparteien haben die Tolerierung des Kabinetts Schleicher zugosagt. Damit gewinnt Schleicher ein« viel weitere Basis für seine Regierungskunst als es bei Papen der Fall war. Di« Stellung der SPD ist eindeutig und klar. Sie wendet sich gegen die Regierung genau so wie sic es zu jener Papens getan hat. Tier „Vorwärts" veröffentlicht einen Leitartikel aus der Feder Breitscheids, in dem es heißt: Schleichers Politik trennt uns von der unseren durch eine tiefe Kluft. Zwingt uns zur schärfsten Opposition gegen die Präsidialregierung. Der Gedanke der autoritären Staatsführung ist zweifellos jetzt schon schwer erschüttert worden, die völlige Dertrsi'bung dieses Spuks, ist Voraussetzung für die neuerliche Entfaltung Demokratie in Deutschland. „Wirkliche“ Tolerierung wird von den Nazis abgelehnt. Weimar, 2. Dezember. Auf Befragen di« Pressestelle der NSDAP mit, daß NSDAP wirkliche Tolerierung des Kabinetts von Schleicher klar und unzweideutig in Ueber- einstimmuna mit ihrer bisherigen Haltung a b- l e h n e. Sie beziehe sich auf den von Adolf Hitler zur Lösung der, Regierungskrise vorbereiteten Vorschlag, der allein den einzig möglichen beendet, die Staatskrise dauere fort und die Wirtschaftskrise bestehe weiter. Tas ,Perliner Tageblatt" meint, die Betrauung Schleichers müsse auch von denen mit Genugtuung ausgenommen werden, di« dem kommenden Kabinett Schleicher ohne Illusionen gegenübcrstehen. Ein Kabinett Schleicher könne bei-en unsicheren Verhältnissen im Reichstag zunächst nur als eine Notlösung anstreten, als ein Versuch für eine neue Kombination das Vertrauen zu erwerben, das sich Herr von Papen so gründlich-verscherzt habe. Je deutlicher Schleicher gegen das System Papen losziehe, um-s» größer werden seine Aussichten sein, die schmal« Chance zu erweitern, mit der er sein Kanzleramt beginne. Kerne Aussichten auf Stundung. Der Kongreß schon durch die englisch-französische Einheitsfront arg verstimmt. Washington, 1. Dezember. Di« eng lisch« Note wird hier allgemein als diplo matisches Meisterstück bewundert, und einig« der von der englische« Regierung ange führten Argumente werden als durchaus disku tabel bezeichnet. Trotzdem bereitet der Inhalt Enttäuschung, weil man geglaubt hatte, test die amerikanisch« Antwort auf die erste britische Note die Unmöglichkeiten des Auflchnves der Dezemberrate überzeugend dargelegt habe. Die englischen Ausführungen in der heute publizier ten Rote seien wertvolle sMaterkalfür spätere Berhandlnnge«, wenn und so bald der Kongreß die betreffende Kommission ernannt habe, aber sie könnten nicht als Grund für die Nichtzahlung der am 15. Dezember fälli gen 95 Millionen Dollar benutzt werden. Bekanntlich ist auch im alten, seine Tagung am Montag wieder bannenden Kongreß di« Mehrheit gegen Hoover eingestellt und wird sich, da er bisher ein« Einmischung zugun sten der Alliierten ablehnte, kaum dazu verstehen, irgendwelche Vorschläge Hoovers in der Schulden frage gutzuheißen. Die Republikaner und die Demokraten find ständig der gleichen Anschauung, In politischen Kreisen rechnet man damit, daß General von Schleicher die Kabinettsbildung gelingt. Allerdings werden die Verhandlungen— ,chon wegen der wirtschaftlichen Ministerien— bis zur Volleichung noch einig« Tag« dauern. Die Ernennung des Kabaretts wird erst erfolgen, wenn es in allen Einzelheiten fest- steht.. Vertagung des Reichstages? Ein« besonders intercstierendc Frage ist nu«, wie das Contibüro weiter schreibt, in Sdidrister Kampf gegen jede Fortsetzung des Papen-Kurses. Der„Vorwärts" über das neue Kabinett. Der„Vorwärts" nennt das Kabinett Schlei cher ein umgebildetes Kabinett Pa pen, in dem nur einige leichte personelle Ver- ärcherungen vorgenommen worden- seien. Ganz selbstverständlich werde dieses Kabinett aufs allcrschwerstc an dem Mißtrauen weitertragen, daß die frühere Regierung auf sich geladen habe. Ganz selbstverständlich werde auch die Sozialdemokratie de« schärfste« Kämpf weiter führ«« gegen jeden, der den verhängnisvollen Papenkurs fortzusetzen gedenke. Trotzdem könne gefaxt‘teerten, daß der Sturz Päpens im Kampfe gegen das herrschende Shstem einen ermutigenden Anfangserfolg darstell«. Die Regierungskrise sei bis auf weiteres Papen von seinem eigenen Kabinett zum Rücktritt gezwungen. Sozialdemokraten bleiben in unveränderter Opposition zur neaen Regierung, Berlin, 2. Dezember.(Eigene Dleldung.) Für die Zusammensetzung der neuen Regierung gilt als feststehend, daß derselbe« die bisherigen Minister Gayl, Braun u. Schä- if e r. nicht mehr angehören werden, ES heißt Wetter, daß Papen durch die Drohung Brachts und Warmholds, unter keinen Unstän den in ein Kabinett Papen zu gehen, gezwun- gen wurde, von der Bildung einer Regierung unter seiner Führung Abstand zu nehmen. Auf 'diese Wendung bei der Regierungsbildung scheint nämlich gegen eine Stundung und erküren gleichzeitig, daß der Versuch der Einsetzung eines Sonderkomitees für das Studium ter Schulden- ftage nicht erfolgreich enden würde. Der republikanische Senator Watson, ter Obmann des Bndgetausschustes des Repräsentantenhauses Col lier und ter republikanische Senator Robinson, welche eine Unterredung mit Roosevelt hat ten, erklärten, daß gar keine Aussichten auf eine Stundung ter Dezemter-Raten- zahlungen bestehen. Roosevelt schreibt überdies selbst in ter Jänner-Nummer des„Cosmopolftan", der gesunde Menschenverstand verlange, daß den Schuldnern aus allen Kräften geholfen werde, doch fei eine Schuldenstreichung weder praktisch, noch ehrenhaft. Bon einem Moratorium macht Roosevelt keine Erwähnung. Die Lage wird ferner dadurch verschärft, daß auch Frankreich eine ähnliche Not« hier über geben hat und damit wiederum ter Eindruck einer a l l i ie r t e n E i n h e i t S fr o n t geschaf-1 Weg aufzeige,"ein Kabinett ter nationalen Kon» fen wird, das erfahrungsgemäß den Bunteskon-,:«ntration zu bilden, das gleichzeitig durch den greß stets noch mehr zur Ablehnung geüeigt i Willen des Volkes untermauert und von ihm -macht. s getragen werd«. I Internationale Rüstungsindustrie. I. Schneider-Creusot. Aufmerksamer denn je zuvor muß heute die Arbeiterklasse die engen Verflechtungen der internationalen. Rüstungsindustrie verfolgen. Oft genug ist schon festgestellt worden, daß gerade die Internationale der Kanonen- und Tankfabvikartten es ist, welche hie größte Gefährdung des Weltfriedens bedeutet. Sie fördert in allen Ländern den schärfsten Siati'o- nalismus, finanziert in großzügigster Weise die chauvinistische Press«, um auf Grund der so künstlich genährten und aufgepeitschten nationalen Gegensätze und der-durch sie bewirkten Unsicherheit ihre Geschäfte machen zu können. Daraus ergibt sich das Streben Mer Rüstungskonzerne nach politischer Geltung, die dann in Proftte umgemünzt wird. Unter den drei größten Rüstungskonzernen der Welt(Schneider-Crvusot, Vickers- Armstrong und Bethlehem Steel Company) ist wohl der französische Schneider-Konzern der politischeste. Seine internationalen Beziehungen decken sich ziemlich genau mit der politischen Einflußsphäre Frankreichs und er ist nicht nur der absolute Beherrscher der französischen Waffenttkdustrie, sondern auch der tschechoslowakischen und polnischen Waftenfabriken, er beeinflußt iveitgehend die belgische Schtver- rndustrie.und.über die OMerreichischc Kredit- anstaili und die Ungarische Kreditbarck auch die Industrien dieser beiten Länder. Lothar Baue r~ unternimmt, es. in ter „Wirtschaftskurve",', eine. Darstellung- ter Rüstungsindustrie dxr Welt zu"geben, und es liegen vorerst di« Schilteruirgen des französischen und des englischen Rüstungskonzerns vor. Darnach gründete 1ß36 ter Saarländer Ernzen Schrreider, also ein Deutscher, in Le Creusot eine Komi na nditgesellschafi mit tem danrals sehr erheblichen Kapital von 4 Millionen Franken, welche das bereits bestehende Eisenwerk übernahm. Ursprünglich als Maschinenfabrik ausgebaut, wuche das Werk unter tem dritten Kaiserreich und dann unter ter dritten Republik zu einem ausgesprochenen Rüstungsbetrieb. Haupterzeugnisse waren Panzerplatten, Eisenbahnmaterial und Brücken, während angegliederte Werke in Chalons und Champagne sur Seine Torpedoboote und Unterseeboote herstellten, ein Werte ree- Werk in Ls Havre Artilleriematerial. Den politischen Jir- teressen des Vorkriegs-Frankreich entsprechrnd, hatte das Werk auch enge Beziehungen zu den russischen PuMow-Werkeil, außerdem tourte auch in Chile ein Stahlwerk gegründet. Die Entwicklung der Elektrizttätsindustrie zwang bereits vor tem Kriege zu Beteiligungen an dieser, doch erst in ter Nachkriegszeit wurden diese Beziehungen in größerein Umfang ausgebaut. Sie wurden besonders durch eine gemeinsame Gründung mit dein zweitgrößten amerikanischen Elektrokonzern, ter W e st i n g- h o u s e, gefördert. An dieser Gesellschaft ,.Le Matöriel Electrique" ist Sck)neider kapitalmäßig stark beteiligt, während Westinghouse ihre Erfahrungen und ihr Verfahren zirr Verfügung stellte. Dieser Gesellschaft gehört auch ein großes elektrotechnisches Werk in Lyon, ferner ist Schneider an einigen Elektrizitätswerken im Jura und an ter Rhone interessiert. Die hauptsächlichsten Elektrointeressen verbinden ihn aber mtt ter belgischen„Em- Pain"-Gruppe, welche die Pariser Straßenbahnen, die ElektrizitätÄverke von Paris und dkr Seine, die Pariser Untergrundbahn, die nordfranzösischen Kmfttverke in Lille, die elektrotechnischen Werke in Charleroi(Belgien) und zahlreiche andere Werke beherrscht. Die„Matöriäl Electriguc" verfügt beute über ein Aktienkapital von 300 Millionen Franken (interefsanterweise begnügt sich Schneider in' Stammwerk in Creusot mit 100 Mill. Fr. A. K.) die Pariser Elektrizitätsgescllschaft über em. solches von 310 Millionen Franken, dir Seite 2 Samstag. 8. Dezember 1932 Nr. 283 Alle kommunislisdien Angestellten vom Schweizer Bundesrat entlassen. Bern, 2. Dezember. Der Bundesrat hat einen Beschluß gefaßt, wonach all« kommunistischen Beamten, Angestellten und Arbeiter aus den Bundesdiensten ausgeschlossen werden. Der Beschluß tritt sofort in Kraft, niniiiiniiiiiiiiiiiimiiiiiiniimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiitiiiiiniiiiiniiiiiiiniiiinuiiiiii Elektrizitätswerke der Seine 100 Millionen Franken und die elektrotechnischen Unternehmungen„Forges et Ateliers de Construktion Electriques«de Jeunwnt" über 80 Millionen Franken. Dazu kommen noch Elektrointeressen im Jura und in Burgund, so daß Schneider mit der Enrpaingruppe einen maßgeblichen Teil der französischen Elektroindustrie beherrscht. Daneben übt er auch einen Einfluß auf di« Automobilindustrie aus; ursprünglich bei den Automobilwerken Dion-Bouton, nunmehr bei Citroen. Die rüstungspolitische Linie des Konzernaufbaus ist so schon in Frankreich sehr deutlich. Noch deutlicher wird sie bei einer Betrachtung der ausländischen Interessen des Schneider-Konzerns. Durch die Borkriegsbeziehungen zu Puti'low bestanden auch schon damals gewiss« Verbindungen zu der damals österveichrschen Waffensabrik Skoda in Pilsen. Nach dem revolutionären Umsturz im Jahve 1918 erwarb Schneider um den verhältnismäßig geringfügigen Betrag von 100 Millionen Kronen die Skodawerke, wobei die Finanzierung der ausländischen Beteiligungen durch die„Union Europäerin« Industrielle et Financiäre" in Paris erfolgt. Die Skodawerke sind wieder ihrerseits gemeinsam mit dem tschechoslowakischen Staat an der Waffenfabrik in Brünn, an der Patronenfabrik in Bratislava und damit auch an dem neugegründeten Metallwalzwerk in Waag-Bistritz in der Slowakei beteiligt, ferner an der Flugzeugfabrik„Avia" in Prag und an der Kabelfabrik in Kl«chno, so daß auch hier der Ring geschlossen ist. Um aber den tschechoslowakischen„Po- tentiel de guerve" auf industriellem Gebiete völlig zu beherrschen, drang Schneider auch in die Berg- und Hüttenwerks-Gesellschaft ein, die ein großes Eisenwerk in Trzynietz in Ostschlesien besitzt, ferner große Kohlengruben im Mähr.-Ostvauer Revier, die maßgeblich beteiligt ist an den Coburger Mannesmannwerken rn Thrnau in der Slowakei, gemeinsam mit Petzold das große Blechwalzwerk in Karlshütte besitzt und schließlich an den tschechoslowakischen Stickstoffwerken in Mähr.-Ostrau beteiligt ist. Da durch die neu« Grenzziehung nach dem Umsturz ein Teil des Besitzes der Berg- und HüttengeseNschaft in Polen verblieb, der dort unter dem Namen„Wezierfka Gorka" mit dem Sitz in Krakau nostrisiziert wurde, reichen hier schon die Beziehungen Schneiders nach Polen herüber; sie werden verstärk durch die maßgebliche Beteiligung an dem polnischen Eisenwerk„Huta Bankowa", daö mit einem Aktienkapital von 60 Millionen Franken ausgestattet ist. Schneider unterstützte auch aus sichtlich militärstrategischen und naturgemäß aus Profitgründen den Bahnbau Gdingen—Oberschlesien und den Ausbau des polnischen Hafens Gdingen, scheint aber bei diesem Geschäft nicht gerade allzu gut abgeschnitten zu haben. Nicht feststellbar sind Beziehungen zu dem großen rumänischen Eisenwerk Reschitza, obwohl man annimmt, daß solche bestehen. Hier ist es aber vorwiegend der englische Vik- kers-Konzern, der maßgeblich beteiligt ist. Nicht ganz klar sind auch die Beziehungen zu der österreichischen„Alpinen Montangesellschaft", wo vorwiegend deutsche Interessen(Stahlverein) in Betracht kommen. In der luxemburgischen„Arbed"- Gruppe übt Schneider ebenfalls einen entscheidenden Einfluß aus, indem er selbst etwa ein Viertel der Arbed-Aktien kontrolliert, mit der durch die Elektrointeressen verbundenen „Societe Generale de Belgique" sogar die Mehrheit. Die tschechoslowakischen Stickstoffwerke sind über die„Arbed" auch an der Verwertung der Bergius-Patente beteiligt. Der französische Rüstungskonzern hat es so verstanden, seine wirtschaftliche Macht aufs engste mit der politischen Machtsphäre Frankreichs zu verbinden. Daß diese enge Verbindung der französischen mit der mittel- und osteuropäischen Rüstungsindustrie den Weltfrieden in keiner Weise fordert, ist ganz klar. Schon die riesenhaften Kapitalien, die hier investiert wurden, zwingen dazu, angemessene Absatzmöglichkeiten zu erzielen, die zu immer neuer Aufrüstung und damit zu steigender Unsicherheft führen müssen. Die weitgehende internationale Verflechtung zeigt aber auch deutlich, daß der Kampf gegen die Rüstungsindustrie nicht in einem einzelnen Lande, sondern nur auf internationalem Gebiete geführt werden kann. I. B. öreitner^ Ahschiedsworte an seine Mitarbeiter: Dienst am Gemeinwohl Ist höchstes Lebensglück. Genoss« Hugo Breitner, der vierzehn Jahr« hindurch das schwere Amt eines Finanzreferenten der roten Wiener Gemeindeverwaltung bekleidete und der nun aus Gesundheitsrücksichten dies« Funktion an Genossen Robert Danneberg abgibt, verabschiedete sich von seinen Mitarbeitern. In einer Ansprache, di« er im Sitzungssaal des Wiener Stadtsenats hielt, entwick«lte er Gedankengänge, die den ganzen tiefen Ethos sozialistischer Gemeinschaftsarbeit umfassen und die den lauteren Charakter dieses Mannes in hellstem Lichte erscheinen lassen. Breitner führte nach dem einleitend betont«» Wunsche, ihm eine freundliche Erinnerung zu bewahren, aus: Meine zweit« Bitte geht dahin, daß Sie sich der großen Schönheit bewußt sein mögen, die im öffentliche»Dien st gelegen ist. Ich bm aus der Privatwirtschaft gekommen. Nicht als ein dort etwa Gemaßregelter, nicht als ein Mißvergnügter. Es war mir vergönnt, dort die im Rahmen der Privatwirtschaft erzielbaren Erfolge auch wirklich zu holen. Und dennoch habe ich immer gefühlt, daß diese Art Arbeit kein« wahre Befriedigung bringen kann. Es heißt nicht», sein« Kräfte anzuspannen, z« nichts Höherem, als Profit«, als Dividenden, als da» eigen« Einkommen z« steigern. Von all d«m, was ans dem Gebiet der Privatwirtschaft«inst«in so stolz«» Werk gewesen ist, ist übrigens nicht allzu viel übriggeblieben. Dann hab« ich d«tt öffentlichen Dienst kennengelernt. Rur er kann den Menschen ganz ausfülle«! Wir leben in einer Zeit des Ueberganges. Die Privatwirtschaft zeigt gewaltige Zersetzungserscheinungen. Wir gehen offenkundig in die Epoche, in der der öffentliche Dienst einen immer breitere« Raum einnehme« wird. Ich hab« eS an mir selbst erfahren, daß das wirkliche große Glück nur im Dienste der Allgemeinheit gefunden werden kann, und ich wünsche, daß auch jeder einzelne Angestellte und Arbeiter der Stadt Wien sich zur gleichen Auffassung bekenne, sie-" aber auch innerlich so beglückend empfinden möge. Breitners weitere Bitte ging dahin, seinem Nachfolger das Amt durch freudige Mitarbeit zu erleichtern. Dr, Danneberg feiert« in seiner Antwort Breitner als den Mann, der der Stadt Wien neue Lebenskraft und neuen Lebensmut gegeben hat m einer Zeit, in der Dichter und Wirtschaftspolitiker ihren Untergang prophezeiten. Bon programmatischer Bedeutung sind Dannebergs weitere Ausführungen, in denen er die sozialistische Auffassung über den Zusammenhang von Volk und Verwaltung darlegte.' „Verwalten heißt— so führte er aus— die Angelegenheiten der Gesamtheit im Dienste des Volkes führen. Dazu ist natürlich ein bestimmter Wille notwendig, und diesen Willen bestimmt das Volk all« paar Jahre. Der Wille soll aber seinen Ausdruck finden nicht nur an dem Tage, an dem das Volk ihn kundgibt, sondern er muß n a ch w i r k e n für die Jahre, bis das Volk Gelegenheit hat, seinen Willen kundzutun. Dieser Wille muß sich nicht nur in der Gesetzgebung ausdrücken, er muß auch seinen Ausdruck finden in der Führung der ganzen Verwaltung, Dessen wollen und müssen wir immer eingedenk sein. Wir müssen immer eingedenk bleiben- daß nicht di« Bevölkerung wegen der öffentlichen Verwaltung da ist, sondern daß die öffentliche Verwaltung, daß wir all« wegen der Bevölkerung da sind und ihr zu dienen haben. Wir wissen, daß Verwalten nicht heißt, den Menschen nur als eine Aktrnnummer zu betrachten oder als«inen Geldautomaten zu nehmen, sondern daß Verwalten heißt verstehen, was notwendig ist,«nd verstehe«, daß die scheinbar kleinsten Ding« für«inen andern lebenswichtig sein können, daß sich in den Aemtern manchmal auch das Schicksal eines Menschen entscheidet. Ich glaube, in diesem Geiste ist di« Verwaltung.hier bisher geführt worden, und in diesem Geiste soll sie weitergeführt werden." Lui dem Wege zur größten sudetendeuisdien Partei, auf dem sich die Nationalsozialisten nach den Angaben des„Tag" befinden, sind anscheinend einige Leidenöstationen zu passieren. Davon gibt, die folgende Veröffentlichung im A m t S b l a t t vom 1, Dezember 1932 Kund«: Bereinsanflösung. Infolge Mangel an Mitglieder sehen wir . uns gezwungen, den Bezirksverein deutsche nat.» soz. Arbeiterpartei Kaaden aufzulösen. 36741/62 ■ Für die letzte Vereinsleitung: Josef Kern m. p. Hans Perlik m. p. Wie viel von dem, was die Nazis hätten oder wünschten, ist schon den Weg zu Wotan oder vor die Hunde gegangen! Wenn die Nazipartei überhaupt Mitglieder hat, so nur infolge ihres Mangels an Verstand. Was kann Abg. Sparet ausfagen? Akten nicht studiert, zu Sitzungen nicht erschienen. Jgla«, 2. Dezember. Im Laufe des heutigen Vormittags wurden unter anderem die Protokolle der Zeugen Inseld, Stejskal, Schreier, Alv en sieben und Sch iff aus dem Prager Prozeß verlesen. Der vorgeladene Zeuge, Abgeordneter Jaroslav Lpoöek, war Schriftführer des UntersuchunSausschusseS. Laut Ver- handlungsordnung war er nicht verpflichtet, allen Sitzungen beizunzohnen. Nach Aussagen deS Zeugen glitten die Verhandlungen dem eigentlichen Untersuchungsausschuß schließlich völlig aus der Hattd. Den Bericht des Untersuchungsausschusses hat eigentlich Abgeordneter Koudelka allein ausgearbeitet, und bei dieser Formulierung blieb es. Auf die Frage des Staatsanwalts Dr. Mar- janko, ob der Zeuge sämtliche Akten durch studiert hat, antwortet Abgeordneter ZPaoek, daß dies nicht möglich war. Er erstattete aber seinem Klub ein Referat. Abgeordneter Spaöek fügt hinzu:„Ich hatte den Eindruck, daß di« Sache Sen Abgeordneten Stkibrny juristisch un- . tbar ist, allerdings— und Herr Abgeordneter Stkibrny wird es mir verzeihen— paßten mir einige Sachen nicht und blieb.mir manches unklar." Zeuge gibt zu, daß er elnige- male telegraphisch in den Untersuchungsausschuß gerufen wurde. Doch habe er sich nicht eingefunden. Auf eine Frage des Verteidigers Doktor Ra Sin gibt Abgeochneter Sparet zn daß alle Mitglieder des Untersuchungsausschusses berechtigt waren, di« Akten durchgustudieren. Abge-j ordneter Koudelka habe auch einigemal« dar- dauf aufmerksam gemacht, daß die Akten zur Disposition seien. Verteidiger Dr. RaSin:- Ist, Ihnen etwas darüber bekannt, daß aus dem Bericht: de» Abgeordneten Koudelka einige Par«- teien^ auf Drängen der politischen Parteien d»' strichen wurden? Der Zeuge: Ja, es ist mir be*~ kannt. Schließlich sagte Wgeordneter SPaSek auf eine Anfrage des Abgeordneten Stkibrny hin, daß die Verhandlungen im Untersuchungsausschuß zu Unstimmigkeiten zwischen den Parteien führten, so daß damals di« Worte fielen:„Wegen Stkibrny werden wir die Koalition nicht zerschlagen." Der Chefredakteur des„Rudä Pr»vo" zu zwei Monaten Kerker verurteilt. Das Kreisgericht in Mähr.-Ostrau verurteilte gestern den Chefredakteur des„Rude Prävo" G u t t m a n n, über dessen Verhaftung wir vor einigen Tagen berichteten haben, wegen Vergehens gegen, das Schutzgesetz zu zwei Monaten Kerker. 10 war er überstieg ich rate noch di« daran, was der Herr Major in seiner Ansprache an uns gss-agt hat! Die Serben sind geflohen, sie geben den Widerstand auf, wir werden un- eghiudert nach Belgrad marschieren, in der Nacht werden sie aus den Kanälen herauskrie- chen, denn dort halten sie sich verborgen, aber wir werden es ihnen beweisen, zu jedem Kanal kommt ein FÄdwebsl und zwölf Mann, mögen sie herauskriechen, wenn sie Lust haben." „Mein Lieber, das sind Won wieder die schwachen feiMichen Kräfte! Warum, wenn die Sache so glatt gchen soll, hat man mich zum Sanitatskorporal befördert, warum hat. man meine Patrouille durch einen Gefreiten und weitere acht Mann verstärkt? Nein, wenn es nach mir geht, bleiben tvir hier." Dar Regiment marschierte tatsächlich unbs- helligt, es kam aber nicht nach Belgrad, sondern auf den serbischen Artillerieübungsplatz. Hier, wo der Gegner auf jeden Strauch und jedes Bäumchen genauestens eingeschossen war, konnte des BletbenS nicht lange /ein. Wacker tat Emil seine Pflicht, manchem Kameraden hilfreich beigesprungen, aber schließlich es seine Krafft:„Herr Hauptmann, Ihnen gut, gehen wir zurück, solange Pontonbrücke steht!" „Ausharren, Emil, ausharren!" „Cs tut mir leid, ich muß zurück, ich habe dort meinen Hausschlüssel vergessen, den muß ich mir holen, heut oder morgen kann der Krieg aus sein und ich könnte dann nicht heim, das wäre so etwas! Zum letzten Male rate ich Ihnen, Herr Hauptmann, kommen Sie mit! Mr hatten doch besprochen, immer beisammen zu bleiben, und jetzt wollen Sie mich im Sriche lassen, das ist wirklich nicht schön von Ihnen." „Du bist ein seiger Hund, Emil!" „Damit kommen Sie mir nicht: es gehört vielleicht mehr Mut dazu, jetzt den Rückzug auf eigene Faust anzutreten, als hier zu warten, bis einen ein gnädiger Teufel holt." Offenbar hatten Emils Ansichten doch Der erste Fehler war ein psychologischer: die ganze Kvkgsausbrldung der Truppen ging von einer falschen Voraussetzung aus. So oft es nämlich auf dem Exerzierplätze oder im Gelände zu einer Uebung kam. hieß die Annahme immer: Schwache feindliche Kräfte dort und dort. Die Antwort auf die Frage, was man mit diesen feindlichen Kräften zu machen hätte, lautote stets: Verfolgen und Vernichten. Das war gewiß ein an sich löbliches Beginnen, nur hatte man es unterlassen, sich mit dem Feinde über die Einhaltung dieser Voraussetzung zu einigen. Der zweite Fehler bestand darin, daß nach einer mißlungenen Offensive jedesmal die Generale äbgssetzt wurden. Und gerade diese Generäle besaßen doch, zum Unterschiede von ihren Nachfolgern, Erfahrung, denn wenn sie auch nicht wußten, wie man es machen muß, so wußten sie doch, wie man es nicht machen darf, das ist doch klar, nicht? Nun ließe sich vielleicht ein- weriden, die abtretenden Herren hätten ihre Erfahrungen den neuen mitteilen müssen. Aber die gegenseitigen Sympathien zwischen diesen Herrschaften darf man nicht überschätzen, die alten dachten, wir haben uns unsere Köpfe doch nicht für euch eingerannt und die neuen mußten sich naturnotwendig gescheiter Vorkommen «l» ihre Vorgänger und hätten sich von'hnen Nichts Weismachen lassen. Emil war gegen den Vormarsch.„Jetzt, wo Wir uns hier so schön eingewöhnt haben, sollen wir fort, das ist ungerecht! Zwei Tage ist"kein Schuß gefallen, wenn wir sie in Ruch lassen, machen sie uns auch nichts. Die Stellung wäre zu halten, so lange der Krieg dauert!" *Aber Emil, das ist dein Elam? Denk doch manches Bestechende für sich, denn der Hauptmann erinnerte sich, daß er schon lange nicht die Fahrküchen inspiziert hatte und machte sich mit Emil auf den Rückweg. Um nicht allzu viele Bekannte zu treffen, gingen sie etwas seitwärts vom Kriegsschauplatz ab uuh gelangten in die Ortschaft Czrna Bara. Hier-sahen sie sich von zwei Reitern der eigenen Formation verfolgt. Es war der Major mit seinem Ovdonnanzreiter. Der Hauptmann, dessen Füße schneller waren, flüchtete sich in ein für einen.Reiter.unzugängliches Struppiverk, Emil versucht« sich in einem Kanal zu verber- gch,„da über die Oeffnung für seinen Körper- umfang zu klein und er am Ende seiner Kräfte angelangt war, ließ er sich neben dein Kanal nläer. „Was haben Sie hier zu suchen, Korporal?" „Herr Major sehen doch, ich warte, bis die Serben herauskriechen werden, wie der Herr Major gesagt haben." „Wo ist Ihr Hauptmann, warum verläßt er das Schlachtfeld?" „Er mußte dringend tveg, die Fahrküchen inspizieren." „Sagen Sie, ihnk, bis er damit fertig ist, möchte er sich bei mir melden, ich werbe chn erschießen, verstanden?" „Jawohl, Herr Major. Ich bitte gchor- samst, Herr Major, wo soll Herr Hauptmann Hemm Major suchen?" „Wo mein Platz ist, ich harre ans." Emil überbrachte pflichtgemäß die Meldung, doch konnte sein Hauptmann dem Befehl nicht gut entsprechen, denn der brave Major harrt bis heute in der lemigen Erde Serbiens. Der Ordonnanzreiter aber hatte Emil bald wieder eingeholt:„Ich weiß nicht, worauf der Alte noch wartet, alles läuft schon zurück, da können es doch zwei Leute auch nicht mehr her- ausreihon." Emil hatte an dem Tage noch eine zweite Begegnung zu überstehen, und zwar mit nie» mand geringerem als mit feiner Exzellenz, dem Herrn Divisionär selbst. Die Pontonbrücke halft er als einer der letzten glücklich passiert, als Exzellenz mit feinem Adjutanten hevangeritten kam. Die Herren stiegen ab und der Adjutant begann leutselig«in Gespräch:„Wohin des Äft- ges, Sanitätskorpoval?" „Verbandsmaterial fassen, alles aufgebraucht." „Donnerwetter, da muß es heiß zugegangen sein, aber jetzt ist Rrche, nicht wahr?" .„Gewiß, sonst hätte ich auch meine Truppe nicht verlassen." „Sechstverständlich. Brav gesprochen. Und glauben Sie, daß man da jetzt vorübergehen kann?". „Ich würde gehorsamst empfchlen, den Spaziergang in einer anderen Richtung zu wählen, diese Brücke führt nämlich direkt nach Serbieir." Im gleichen Moment bekam die Brücke einen Treffer. „Was heißt das?" schrie Exzellenz auf, „man beschießt die Pontons und da kommen flüchtende Truppen, wo hat man mich' da hin- gefirhvt, so eine Schweinerei, unerhört! Zu Pferd! Zu Pfeft>!" Und er lag am Boden. „Um Gottes ivillen, Exzellenz, nur keine Aufregung!" „Ich blute, ich blute!" Tatsächlich hielt der greis« Krieger Emil seinen kleinen Finger, der von einigen Tropfen Blutes und von freili«en- dein Flaksche rötlich verfärbt war, Hilfe heischend entgegen.„Glauben Sie, daß es ein Schuß war, Korporal, Sie sind ja von, der Sanität, Sie. müssen es verstehen." „Ohne Zweifel eine Granate, Exzellenz, scheu Sie, das kommt davon, wenn man keine .Handschuhe trägt." I(Fortsetzung folgt.)- Nr. 288 SamStmz, 8. Dezember 1882 «eire a Angestelltenfreundlichkeit der„Bohemia". Die gestrige ,bohemia" bringt. begeistert die nach- stehende Notiz: Verkaufsfreiheit am.Kupfernen Sonntag" in Dresden. Der. Rat der Stadt Dresden hat beschlossen, mil.RüMcht auf di« gegenwärtig« Wikt- schaftskrrs«,- die es erfordert, jede Möglichkeit erhöhten Weihnachtsumfatzes auszunützen^ in. diesem Jahre nebst, den bisherigen zwei Verkaufssonntagen noch einen dritten für den allgemeinen Handel freizugeben.-Es wurde daher genehmigt, daß die Ge-'rbäfte S o n n t a-g, den 4. Dez em der, am sogenannten„Kupfernen Sonntag", ihre Läden von 11 bis 6 Uhr offenhalten dürfen. Auch die Kreishauptnrannschafl Dresden hat für di« Landbezirk« die Verkaufsfreiheit am 4. Dezember zugelassen. Wahrend sich die Angestelltenoertretcr in der Tschechoslowakei bemühen, den Angestellten die vollständige ganzjährige Sonntagsruhe zu sichern —- mich vor Weihnachten— möchte die„Bohemia" außer dem goldenen und.silbernen noch einen-dritten Sonntag vor Weihnachten, den „kupfernen" einführen, um so die Angestellten um ihr bischen Sonntagsruhe zu bringen. So schaut die Angestelltensreundlichkeit des Herrn Abg. Dr. Bacher aus. Was sagt dazu die deutfchdemokra- tische Angestelltenovganisation? Ein schwerer Junge gefaßt. Aus Wei- tzert wird uns gemeldet: Bor einigen Wochen suchten Einbrecher das sogenannte Hegerhaus an der fächsifch-tschechoflvtvakischen Grenze bei Jöhstadt-Pleil heim und entwendeten daraus nckbvn Geldbeträgen und Lebensmitteln auch einen Radioapparat. In Jöhstadt selbst fiel den Dieben eine Schreibmaschine in die Hande, und gleichfalls recht ergiebig gestalteten sich die Beutezüge der Einbrecher in anderen Orten des Grenzgebietes, darunter auch in Chriftofhammer. Der Gesamtfchad« beziffert sich aus 86.000 Kronen. Einen Teil der gestohlenen Ware schafft«: die Diebe nach Kaaden und Komotau, wo sie sie teilweise bei Hehlern einstellten, teilweise versetzten. Ms der Tat dringend verdächtig wurde der bekannte Einbrecher Tausch aus Kupferberg verfolgt, der sich indessen bis jetzt zu verbergen verstanden hatte. An einem der letzten Tage ereilte ihn in Kaaden sein Schicksal: er sah vor einein Gasthaus« ein nicht verschlossenes Fahrrad stehen und beschloß kurzerhand, es sich an- zueignen. Der Diebstahl wurde aber unmittelbar nachher enÄeckt, und die Besucher des Gasthau-. fls machten sich zusammen mit dem Bestohlenen an di« Verfolgung des Diebes. Es gelang-ihnen in der Tat, Tausch einzicholen und ihn, nachdem sie ihm eine tüchtige„Abreibung" verabfolgt hatten, der Gendarmerie zu übergeben. Vorerst leugnete lür Festgenvmmen«, die Diebstähle um> Einbrüchs im Obererzgebirge verübt zu haben, doch gestand er nach längeren Kreuzverhören und nannte auch sein« Komplizen, von denen ebenfalls einer bereits in sicheren Gewahrsam gebracht worden ist. Der verhaftete Tausch ist erst vor kurzer Zeit aus Karthaus entlassen worden, wo er wegen verschiedener Berbrechen ein« fünfjährige Kerkerstrafe verbüßt hatte. Ueberfall auf Kassenboten. Im Preußischen Oberlausitz wurde Freitag, den 24. November, ein Kassenbote überfallen und um die Lohngelder, die er bei sich trug, beraubt. Der Verdacht der Täterschaft siel sofort auf einen gewissen Josef Diekmann, der kurz nach der Tat flüchtig wurde. Die Such« nach Hiekmann, der aus dem Durer Bezirke stammt, wurde auch von der telegraphisch verständigten tschechoslowakischen Gendarmerie ausgenommen und Hiekmann in einem Autobus der Strecke Bodenbach—Eulau—Königsmald bei Bünauburg festgenommen. Man fand nur etwa 150 Mark bei Hiekmann vor. Die Suche nach dem Rest deö GÄdes ist im Gang«. Der verzweifelt« Ausbruchsversuch, eines Sträflings. Durch einen Revolver, den die Frau eines Sträfling- im Zuchthaus von Brooklyn in Amerika ihrem Mann bei einem Besuch zustcckle, wurde eine aufregende Zuchthaus-Schlacht entfesselt. Lucille McCorynck, die Frau..eines, gefährlichen Verbrechers, der wegen Dantcinbrsichs zu 30 Jahren verurteilt worden war, bat noch spar abends den Inspektor Höneck, ihren Mann sehen zu dürfen. Obwohl die Besuchsstunde-bereits rängst vorbei war, tat der Beamte der reizenden Blondine den Gefall«», und das Paar- ipräch miteinander in Gegenwart eines Wäxters-namens Rolan. Als LUcille.den Sträfling juin Abschied umarmte, steckte sie ihm einen Revolver- zu. McCornnck richtete ihn sofort aus Nolan und schrie:„Gib mir die Schlüssel."„Die Hai der Oberinspektor McConcll," erwiderte der Wärter. McCormick stürzte in das Büro des Oberinspektors und brüllte:„Du, Lump, gib mir dir Schlüsiel!" MeConell zog seine Waffe und feuerte, stürzte aber von zwei Schüssen ins Herz aetros- ?en tot zusammen. Bon seiner Frau gefolgt, ver- uchte nun McCormick, aus dein Gefängnis auszubrechen. Er stieß dabei auf Honeck und feuerte auf ihn, verwundete aber seinen Sohn. Unterhessen war das ganze Zuchthaus in Aufruhr geraten, ei« Aufgebot von 450 Schutzleuten rückte herbei, die, nrit Maschinengewehr und Trärrrn- aasbomben bewaffnet, die Strafanstalt umstellten. McCormick stürmte von Korridor zu Korridor, um einen Ausganz zu suchen, hinter ihm seine Frau, die in hysterische Schrei« ausbrach. Als der Sträfling erkannt«, daß di« Flucht unmöglich sei, richtete er den Revolver gegen sich selbst und starb in den Armen seiner Frau, die wegen Einschinugg- lung einer Waffe ins Gefängnis verhastü wurde. „500 Gefangene sind bei uns," erklarre- Honeck, „von denen wenigstens 200 bereit sind, ihr Leber zu wagen, wenn sich ihnen auch nur eine Aussicht vork 1 zu 100 zum Entweichen bietet." j<. Ein schöner Verlagserfolg unserer Bildungszentrale. Die Broschüre„Ka P i ta l ist is ch e Wah n w i r t sch a f t" von Franz R e hwa ld, die,im Verlag unserer Zentralstelle-für das Bil- dungswefen erschienen rft, war trotz einer, verhältnismäßig hohen Auflage in wen'gen'Wichen vergriffen. Eine zweite Auflage, auf die bereits zahlreiche Bestellungen.vorliegen, wird in nächsten Zeit erscheinen.— Auch das Arbeiter-Jahrbuch 1933 lvar in wenigen Wochen ausverkauft, so daß die Zentralstelle den„Volkswille" ersuchen mußte, ihr einige hundert Exemplare seiner Auslage(die Leser des„Völlswille" erhalten das Jahrbuch gratis von ihrer Artung) zu überlasten. Trotzdem wird es nicht möglich sein, allen Bestellungen gerecht zu werden.— Diese schönen Erfolge unseres Verlagsbetriebes beweisen, wie leistungsfähig und schlagkräftig unser Partei-Apparat, wre opferbereit und inter- csiiert an dem geistigen Leben der Partei alle unsere Mitglieder sind.— Die Partei hat zur gleichen Zeit eine kleine Franenbroschür« erscheinen lassen und bringt jetzt die Broschüre „Jugend und Sozialismus"(Rede des Genossen Franzel auf dem Parteitags in einer Massenauflage heraus. Die Zentralstelle für das Bildungswesen bereitet für das erst« Quartal 1933 neue Broschüren vor(wahrscheinlich wird eine handliche Broschüre über Sowjetrußland, ferner zum Todestag Karl Marx eine Broschüre über den Historischen Materialismus erscheinen). Billig« Brieftelegramme mit mehreren Adressen. 5 n dem Bestreben, der Telegraphenkundsihast entgegenzukommen, hat di« Telegraphenverwaltung im Jnlandsverkehr Brieftelegramme mit mehreren Adressen eingeführt, bei denen blaß die für ein einziges Telegramm zustehend« Gebühr zu entrichten ist und außerdem di« Gebühren für die Telegrammabschriften und fiir die weiteren Adresien. Bedingung ist aber, daß die Telegramm« an denselben Ort adressiert sein müssen. Diese Neueinführung ist insbesondere für diejenigen vorteilhaft, die durch Zirlulartele- g r a m m e ihr« Kundschaft auf neue Erzeugnisse oder neue Preise aufmevkfam machen wollen und von Vorteil sind, z. B. vor den Weihnachtsfeierragen. Nähere Informationen erteilt jedes Tele« graphenamt. Die letzten Hoeenis. VL»styn»»«venve 9tomanlH.— Ä» e«Setzetinntfse von^llexanvete« rLrStzer Kairo, Mitte November.(Eig. Ber.) In den letzten 15 Jahren hat sich die orientalische Welt grundlegeno verändert. Nur an sehr wenigen Plätzen des Ostens kann man heute nock ursprüngliches Leben, geformt nach alten mohammedanischen Sitten und Gebräuchen, vorfinden. Insbesondere ist die alte Haremsromantik, falls es jemals überhaupt eine gab, im Absterben. Die Lebensverhaltnisse des Orients tragen heute vielfach den Stempel der europäischen Kris«. Wo selbst gesetzlich dem Haremsbrauch nichts im Wege steht, können es sich nur wenige leisten, mehr als eine Frau zu halten. Insbesondere klagen auch die Mohammedaner des Balkans darüber, wie— teuer die Frauen geworden sind. Seitdem nämlich die Väter gemerkt haben, daß ihre Töchter durch die auch im Balkan eingeführt« Frauenarbeit verdienen können, ist die Frau im Preis und Ansehen gestiegen. In Aegypten sind die alten muselmanischen Sitten heute noch am lebendigsten. Hier gibt es auch noch Harems, von deren Art freilich jene, die man geheimnisvoll den Touristen zeigt, keinen Begriff kiefern; di« Tomisten-Harems sind meist nur Nachtlokale zweifelhaften Rufes und die Eunuchen, die herumstehen, Angestellte eines Reisebüros.... Eine junge französische Journalistin lebte jetzt ein Jahr in Alexandrien mit den Eingeborenen und sah bei dieser Gelegenheit vieles vom Leben der ägyptischen Frau, die ihr Dasein noch nach der alten Tradition verbringt. Die .Haremshäuser der Eingeborenenstadt Alexän» rias sind echt nicht nur außen, sondern auch innen. Die großen Kaufleute finden hier ihr Vergnügen; es sind reiche Aeghpter, die selbst restlos europäisiert, auch europäisch gekleidet sind, ihre Geschäfte nach europäischer Sitte oder vielmehr Unsitte machen, in teuren amerikanischen LuxuSautos durch die Stadt rasen, aber doch ihr Familienleben ganz traditionell nach dem alten mohammedanischen Gesetz gestalten. In diesen Kreisen gilt es einfach als nicht standesgemäß, weniger als sechs Frauen zu haben. Die Fremden sehen manchesmal in der Eingeborenersitvdt von Alexandria schwarz vermummte Fraucngestalten durch die Straßen huschen: Haremsfrauen. Ost sind es moderne, junge ägyptische Mädchen, dre von ihren Eltern zur„guten Partie" gedrängt wurden. Nur in der Vermummung dürfen sie sich öffentlich zeigen; im übrigen verbringen sie ihre Zeit hinter den Gitter« der Harems, während ihre Freundinnen, die vernünftigere Eltern haben, auf dem Strand von Alexandria in Badeanzügen turnen. „Paschas" nennt der modern« Aegypter verachtungsvoll die reichen Männer Aegyptens, die noch heute einen Harem um sich bauen. Einer von ihnen, der als besonders„vrominente" galt, starb kürzlich; er hinterließ in seinem.Harem 45 Frauen und 88 Kinder! Unter den Frauen waren mehrere junge Mädchen im Alter von 12 Jahren., Als diese Nachricht bekannt wurde, griff der Staatsanwalt ein; es sollen jetzt, insbesondere auch auf Betreiben des englischen Kommissars, die Harems auf Minderjährige untersucht werden. Fast jede Haremsfrau ist auf der Straße von einem Polizisten begleitet. Warum? Die Antwort offenbart eine Tragödie. Die eingesperrtem Frauen finden ihr Leben so unerträglich, daß sie sich durch Rauschgifte zu betäuben versuchen. Die Polizei weiß, daß die zahllosen alexandrinischen Harems Großabnehmer der Opium-Schmuggler sind. Sie überwacht deshalb jede HaremS-Dame, weil die Opium-Händler gern ihren Spuren folgen. i. Das moderne Aegypten will jetzt auf der ganzen Front einen Angriff gegen das rückständige Alexandria eröffnen. Die englischen Behörden zeigen sich wenig interessiert. Sie achten nur darauf, daß kein« weiße Frau in einem Harem gelangt. Einmal war es einem Pascha möglich, sich eine Engländerin einzufangen. Er bekam dafür 10 Jahre Zuchthaus. Die Aegvpterin aber schützt vorläufig noch niemand vor der Willkür und der Unmenschlichkeit der„Tradition". G. Hans Much. . 52 Jahre alt ist in Hamburg der Tuberkulose- Forscher und Schriftsteller Haus M u ch einem Herzschlag erlegen. Eine bedeutende, kampfsrohe, stets strebend bemüht«, zuletzt im Lübecker Calmette-Prozeß heftig umlärmte Persönlichkeit ist mit Much dahingegangen. Jede fachmännische Enge war ihm fremd. Er wollt« die Wissenschaft ins Leben stellen, st löst zu-einem Teil. des Lebens machen. Sein Lebenswerk umriß er in jener selbstbewußten Weise, die ihm viel Feinde schuf, indem er an seinem Geburtshaus in dech märkisöhen Städtchen Zechlin eine- Gedenk- tastl nn't folgender Inschrift anbringen sieß: „Hier wurde am 24. März 1880 der Arzt sind Forscher, Denker und Dichter Hans. Much geboren." Daß er sich in den Lübecker. Gerichtssaal, in dem er ein Sachverständigen-Gntachtesi abgab, von seinen Verehrerinnen Blumen bringen ließ, liegt auf derselben Linie ungebändigtrr Eitelkeit. Er empfand sich als Genie, als Goethe- änlich. Seine endgültige Bedeutung ist wohl noch nicht bestimmt. Much, ein Pfarrerssohn, der als Dreiund- zwanzigjährigcr das Staatsexamen bestand,wurde im Jahre 1905 von seinem Lehrer Behring zum Abteilungsvorstand stines Seruminstituts ernannt. Später leitete er eine eigens eingerichtete bakteriologisch-serologische Abteilung am Krankenhaus Homburg-Eppendorf, außerdem rin Tubcr- kuloseforschungsinstitut. Neben manchen Mitteln zur Krankheitsabwehr fand er die Heilbedeutung der Bestrahlung von Milch, Gemeinsam mit dem I Lübecker Professor Deycke führt« er ferner die ' Partigenbehandlung der Tuberkulose ein. Seine letzten Versuche galten der Uebertragung von Tuberkelbazillen auf Pflanzen; er suchte ein Tuberkulose-Pflanzenheilmittel. Im Lübecker Prozeß sprach er zuerst gegen seinen Freund und' Mitarbeiter Deycke, bemühte sich aber dann um den experimentellen Nachweis, daß der Callmettesche Impfstoff von selbst wieder virulent werden könne. . Auch der— zuletzt dem Buddhismus zugeneigte— Denker und Dichter Much war im kulturellen Hamburg, eine bekannte Erscheinung, bewundert In mancher gedankenvollen Schrift, bestaunt in der Vielseitigkeit seiner Interessen. Unter den etwa vierzig, Büchern, die Much veröffentlichte, finden sich außer mehreren fachwissenschaftlichen Werken über das Wesen der Heilkunde, über die Beziehungen zwischen Körpergesundheit und Weltwirtschaft usw. eine Reihe von exotischen Reiservmanen, mehrere Bände plattdeutscher Predigten(in Waldgottesdiensten sprach er zu den Bauern der Lüneburger Heide!) und ein wichtiges Buch über die Norddeutsche Backsteingotik. Er hatte immer etwas zu sagen und— sagte es in einem ausgezeichneten Stil. Zu Muchs Freunden und Bewunderern gehörte der Lübecker Calmette- Richter: Amtsgerichtsrat Wibel. Als man ihn nach dem Prozeß, .der ihn im Innersten erschütterte, in einer Irrenanstalt internierte, war es Much, der sich für seine Freilassung einsetzte. Als Wibel freige- laflen worden war, besuchte er Much an seiner .Hamburger Arbeitsstätte. In der Nacht darauf hat sich Wibel erschossen: Much selbst aber ist nun schon der Fünft« in der Totenliste, die das Schicksal im Anschluß an den Cälmetteprozeß, dem Sühneversuch für einen 76fachen Tod, eröffnete. pei Unbehagen Prager Zeitung. Wärmestuben... sind an und für sich eine liehensivürdige Einrichtung für jene Besucher, die nicht für„tajny" (Geheimpolizisten) gehalten werden... Der Verfasser will nichts Näheres verraten, als das, daß er als besonderes Kennzeichen ein wenig die Nase «ingehaut bekam und natürlich herausflog. Was mochten sich die, gleichfalls armen Teufel, nur so denken?— Die Sache kam so: es ist eine Prager Sitte geworden, daß an den Orten der Aermsten Brennspiritus niit Wasser vermischt„na Sink" verkauft wird. Je nach Ort und Stärke 40—SO Heller. Als dem Schreiber ein Schluck angcbot«n wurde, dankte er nicht nur, sondern versuchte den Leuten klar zu machen, was Spiritus, gar denaturierter Spiritus, bedeutet. Aus der Wechselrede, die im Satze des Verkäufers gipfelt«: Wie soll man ohne innerliches Einheizen dieses Schweineleben ertragen?— entspann sich der Schrei, den der Schreiber übersetzt wiedevgibt:„Das ist ein „Geheimer!" Schmeißt ihn raus!" Und im selben Augenblick zerbrach eine Flasch« an dem harten Schädel, der zufällig der meine war. Bier gegen einen ist arithmetisch viel... Polizei? Deshalb? — Man liebt sich selbst und erspart sich und andern Unangenehmes. Wenn aber schon Wärmcstuben eingerichtet werden, wäre es denn nicht möglich, einen derartigen, lebensgefährlichen Unfug, wie es der Ausschank methylhaltigen BrennsprritusseS ist, ein Ende zu machen? Wenn schon die Behörde zu allem Ja sagt, was Steuern einbringt, sollten doch die Kameraden, die Vernunft besitzen, eingreifen! Wissen di« Leute nicht, daß solcher Spiritus Blindheit verursachen kann? Abgesehen von anderen Folgen, der Brennspiritus ist nicht immer gleichartig. Der Methylgehalt srhivanlk, und wenn das einemal nichts passiert, kann es das nächstem«! zmn Unglück kommen. Ueber den Charakter jener Elendsgenossen zu urteilen, di«— nicht nur in den Wärmestuben— Alkohol„na iiluk" verkaufen, erspart sich der Schreiber. Es ist menschlich verständlich, daß in der größten Not zu allen möglichen Mitteln gegriffen wird, sich„über Wasser" zu halten. Aber, an den eigenen Kameraden, Genossen, eine Gemeinheit zu begehen, das ist mehr, als entschuld'gi werden kann. Und, merkwürdigerweise war der Verkäufer kein Sozialist, sondern betonte stolz, daß er national und christlich sei und beitragen würde, damit die Deutschen und Juden—„eine solche Rasse!" — ciusgerottet würden.— Dazu wäre nur eine Frage: Warum verkauft er das Tcuselsgetränk seinen Landsleuten?... K. B. ElraßendahnzusammenMIe mit zahlreichen Verletzten. Mittwoch nachmittag stieß ein Straßenbahnwagen der Linie 6, der zur Hlavkabrücke fuhr, in der Bubentschexstraße in Prag VII mit einem Straßenbahnkvagen der Strecke 8, welcher vom Stoßmayerplatz kam, zusammen. Wie der Lenker des Achter-Wagens aussagt, sah er infolge der schlechten Beleuchtung zu spät, daß vor ihm der Sechser-Wagen auf dasselbe Geleise einbog. Durch den Zusammenstoß wurde der 6er-Wagen aus den Geleisen geschleudert. Der im Wagen sitzende Zimmermann S a h u l a erlitt eine Quetschung des Brustkorbes, der Arbeiter Brettschneider anscheinend innere Verletzungen, da er über Schmerzen im ganzen Körper klagt«. Ernstlich verletzt wurde ferner der Arbeiter Trrjbal, der ebenfalls eine Brustkorbquetschung erlitt. Der Installateur Novak mußte mit einer Gehirnerschütterung und einer Rückgratverletzung ins Krankenhaus geschafft werden. Kaum zwei Stunden später kam es in Bkevnov zu einem zweiten Zusammenswß zwischen einem Straßenbahnwagen der Einser- Linie und einem Pferdefuhrwerk. Der Straßenbahnwagen schleifte da- Gefährt ungefähr 48 Schritt« weit und sprang dabei aus den Schienen. Der Anhängewagen stieß in den aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Wagen der Lnie 22, wobei beide Wagen stark beschädigt lvurden. Drei in der Elektrischen fahrende Frauen, die einen Nervenchock erlitten, wurden vom Polizeiarzt behandelt. Der Verkehr war eine halbe Stunde lang unterbrochen. Auto demoliert zwei Auslagen. Antounfall in den Mittagsstunde«.— Fünf Personen verletzt. Gestern, einigen Minuten vor 11 Uhr, wurden die Passanten in der zu dieser Zeit stark frequentierten Heinrichsgasse durch Lärm und klirrende Fensterscheiben aufgeschrcckt. Gleichzeitig wurden Schmerzensschrei« verwundeter Menschen hörbar. Das Personenauto des Eigentümers des Kinos Skaut, welches von dem DEN WEIHNACHTSEINKAUF Besuchen Sie uns schon jetzt, wo wir Sie bequemer und ruhiger bedienen können, denn Sie vermeiden pen Andrang in unseren Verkaufsstellen vor den Festtagen.— Die Auswahl ist ebenfalls reicher. 4648 Seit« 8 Samstag, g. Dezember 1932 ^tr. 788 Literatur 3 Vereinsnadiriditen Der Film E. WMWMMIMOIWMWMWIWW Kunst und Wissen Seidenwarenhaus lil Aus der Partei RytiFski 30 Wollstoffe I. Elektrischen in Hluboöepy, führt Platz. Sonntag, den 11. Dezember, 8.15 Uhr Smichawer Bahnhof, führt Schaffer. Verlangea Sie ausdrück* 'ich die PALABA 444 Wildes i* ver- wenn Sie eine Batterie haben wollen, die kräftig ist und länger leuchtet Die PALABA 444 hat vierkantige Elemente und ist eine salmiakfreie Trockenbatterie. Chauffeur Stke cha gelenkt wurde, fuhr knapp vorher in rasendem Tempo vom Wenzelsplatz in di« Heinrichtsgaffe und raste aus bisher nicht aufgeklärten Gründen in die großen Auslagsscheiben der Firma Krause& Co. Der Chauffeur gibt an, er wisse nicht, ob er nicht statt auf die Bremse auf den Gashebel getreten habe. An der Unfallstelle entstand ein großer Menschenauflauf, so daß die Polizei Mühe hatte, die Straß« wieder frei zubekommen. Im Augenblick, als das Auto in die Auslage fuhr, gingen an dem Geschäfte zwei Studenten der Prager Handelshochschule vorbei, die von dem Wagen erfaßt und zu Boden gerissen wurden. Ein dritter Passant wurde in die Lust geschleudert und verlor das Bewußtsein. Ernstlich verletzt wurde eine Frau, die einen Unterschenkelbruch erlitt, und in das Allgemein« Krankenhaus gebracht werden mußt«, wo auch ein fünfter Leidtragender, der Rißwunden davongetragen hatt«, behandelt werden mußte. Der ganze Vorfall spielte sich so schnell ab, daß die Augenzeugen kein klares Bild davon neben können. Der Wnter dauert noch drei Monat« und er wird angeblich sehr streng sein. Kaufen Sie sich, Gnädigste, daher Ihren Pelz-Mantel jetzt schon. Sie genießen ihn länger und er kommt Sie daher noch billiger zu stehen. Wir haben Jnnen-Pelze (Mode-Mäntel, bis hinunter mit echtem Fell gefüttert, mit Fell-Kragen) schon von Ke 490.— auf Lager— bis zum feinsten Genre und für jede — auch di« allerstärkste— Figur. Busch, Damen- und Mädchen-Kleidung en gros und en detail, Prag, Pkikopy 27(Mitte des Grabens), Eingang nur innen im Hause im 1. Stock. 100 OTTO KOLLinm Di« Kosmos-Kalender. In der F r a n ck h s ch e n Verlagshandlung, Stuttgart, sind erschienen: Kosmos-Wandkalender 1933." Der Kalender für Naturfreunde. Preis Mark 2.40. Format 24 zu 16 Zentimeter. Der Kosmoskalender umfaßt 64 Blatt, ist auf feinstes, halbmattes Kunstdruckpapier gedruckt. Jedes der Blätter bringt ein Bild von Blumen, Tieren oder Landschaften, alles von erlesenstem Geschmack und wissenschaftlichem Wert. Aus jeder Seite spricht Liebe, Verständnis für die Schönheiten und Geheimnisse der Natur und die angefügte» Erklärungen enthalten viel des Belehrenden. Oie Sorgfalt der künstlerischen Ausstattung verdient vollste Anerkennung.—„Sport und Körperkultur" Der Kalender für Sport- steunde. Preis Mk. 2.40. Auf den 64 Blättern dieses Wandkalenders sind in doppelter Tonfarbe schöne Bilder aus dem Gebiete des Sportes und der Körperkultur gedruckt: Mecherkämpfer, Faltbootfahrer, Fußballspiele, Schwimmer, Reiter, Tennisspieler, Tänzer usw. Die Bilder sind nach photographischen Aufnahmen gemacht und durchaus hochwertig. —„Kosmos-Taschenkalender für die deutsche Jugend." Preis Mk. 1.50. Im Heu- rigen Jahr-ist auf diesen Schüler- und Jugendkalender eine noch größere Sorgfalt verwendet worden .als in den Vorjahren und er hat auch beträchtlich an Umfang zugenommen. Er bringt eine Menge praktisch brauchbarer und wichtiger Ueberstchtett aus den, verschiedensten Gebieten, z. B.: Die Flächen- und Rauminhalte, die wichtigsten Giftpflanzen, Ber- kehrSzeichen, Monatsübersichten über die Pflanzen- und Tierwelt, den Sternenhimmel usw. Daneben Aufsätze und eine größere Anzahl von Bildern und Tafeln. Strapazierfähiger Ganzleinenband mit Tasche und Bleistift. Jugendbewegung. Frei« Vereinigung soz. Akademiker— S. Sonntag, den 4. Dezember, um 9 Uhr vormittags Schwimmen in der Klimentska; halb 7 Uhr abends kommt all« ins Heim. Montag, den 5. Dezember, halb 7 Uhr Ausschußsitzung. das Bad PRAG- Kimiska• 176t) Neues vom Film. E. Kisch soll angeblich einen Film Nikolo-Feier Sonntag, 4. Dezember, halb? Uhr: Freie Vereinigung soz. Akademiker. Theodor Pistorius:„Co znamenä spotfeba pro liospodärsky iivot"..„Was bedeutet der Berbrwuch für tzas Wirtschaftsleben.") Prag, Orbis, 1982. In dem über 100 Seiten umfassenden Büchlein macht der bekannt« tschechische volkswirtschaftliche Publizist, der Radakteur des„Prüvo lidu" ist, den Versuch einer systematischen Darstellung der Bedeutung des Konsums für die Gesamtwirtschaft. Es ist dies der «oste derartige Versuch in der tschechischen volkswirtschaftlichen Literatur und das Buch wird deswegen beachtet werden, wenn vielleicht auch manche Fragens wie das Auseinanderklaffen von Produktion und Konsums das gerade jetzt in der Krise im Mit« xfyuntt der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung stehen sollte, nach der theoretischen Seide hin etwas zu kurz kommen. Dafür bekommt aber der Leser ein reichhaltiges Material vorgesetzt, das ihn über die einzelnen Seiten des Konsums gut orientiert und das sehr belehrend ist. Es ist erfreulich, daß jüngere sozialistische Volkswirtschafter sich in der tschechischen volkswirtschaftlichen Literatur zur Geltung bringen. E. St- PRAG I., _ mit Vlasta Burian drehen, der unter dem Titel „Reise von Prag nach Preßhurg in 365 Tagen" In Prag gearbeitet weiden wird. Gegen den Film„G i l g i, eine von uns" wurde eine einstweilige Verfügung beantragt, weil angeblich aus einem Film der Gnomgefellschaft Dekorationen verwendet wurden; der Antrag wurde abgew lesen........»’... J Der deutsch-französische Film von Duvivier, dem Schöpfer von David Golder,„Hallo, Berlin — Hallo, Paris" ist mit Erfolg in Paris uraufgeführt worden. Für die DAR. wurde er noch nicht erworben. In Hollywood wird die erst« große Parodie auf die Dschungelfilme unter dem, Titel„Bring sie heil zurück" gedreht; Regie Mac Senett. tragen Sorge Gentralbank der deutschen Sparkassen in der Gechoslovakischen Republik, Hauptanstalt: Prag kl., Bredauergasse 14. Zweigniederlassungen: Brttan. Bger.«Berndorf. Reichet,berg, Ö, Tewäien Tramezxao. Troppau. Me Baak dar deutschen Sparanstalten und 1*3? Gemeinden. Pola Negri und Marlene Dietrich schwarzlackierte Fingernägel; zu größerer konnten sie sich nicht entschließen. Marcel L'Herbier wird in Paris Oscar' „Das Bildnis des Dorian Gray' tonf lmen. Rense Claire hat die Aufnahmen zu seinem neuesten Film„14. Juli" beendet und mit dem Schnitt begonnen; das Werk wird ein Milieustück fe’n, wie sein erster Tonfilm„Unter den Dächern von Paris". Prag feiert ein ganz stilles Jubiläum; der fünfzigste tschechische Tonfilm wurde beendet; eS ist Haslers„S t r a ß e n s ä n g e r". Die Pariser Kinos siiw beunruhigt, well di« Sprechtheater ihr« Preise so gesenkt haben, daß sie den teueren StadtkiuoS erfolgreich Konkurrenz machen; man könnte dieses Beispiel wohl auch anderswo nachahmen. Gloria Swanson dreht nur noch in Paris; sie ist bekannllich an«inen in Paris lebenden Prinzen Verheiratet. Ihr nächster Tonfilm muß, wi« sie wünscht, im Lande der Basken spielen. So entstehen dann Kunstwerke. In Berlin wurde der neueste Film mit Hanns Albers„Der weiße Dämon" uraufgeführt; da es diesmal um einen Abenteurerfilm geht, gibt die Ufa etwas Tendenz in die Handlung und propagiert gegen den Rauschgifthandel. Peter Lor« und Gerda Maurus spielen neben Mbers di« Hauptrollen. In Berlin werden im Marmorhaus systematisch die besten S ummfilme gezeigt; di« letzte Veranstaltung brachte„Die Pest von Florenz", Buch von Fritz Lang, Regie Otto Rippert, dem Schöpfer von Homunkulus. Die Abende haben großen Erfolg. W-Lg— Arbeitervorstelluug:„Der Biberpelz" mit Frau Hansi Riese als Gast am Sonntag, den 11. De. zember, um halb 3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8—2 und 4—6 Uhr bei Optiker Deutsch, Graben, Palais Koruna. Wocheuspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag, halb 7 Uhr:„Die Meistersinger von Nürnberg".— Sonntag, 11 Uhr: Kammer- musik; halb 3 Uhr:„Cavalleria rusticana", „Der Bajazzo"; halb 8 Uhr: Ensemblegastspiel Albert Bassermann:„College Crampton".— Montag, halb 8 Uhr: Gastspiel Alice Verden:„DerKauf.mann von Venedig". — Dienstag, 7 Uhr:„Aida"(A 2).— Mittwoch halb 8 Uhr:„Bor Sonnenuntergang" (B 1).— Donnerstag, halb 8 Uhr:„Der Troubadour"(C 1).— Freitag, halb 8 Uhr:„Bor Sonnenuntergang"(D 1).— Samstag, halb 8 Uhr:„Der fliegend« Holländer"(D 2). Wocheuspielplau der Kleine» Bühn«. Samstag 8 Uhr:„Essig und Oel".— Sonntag, 3 Uhr' „Ich hab« einen Engel geheiratet"; 8 Uhr:„Dreimal Offenbach".— Montag. 8 Uhr:„Essig und Oel".— Dienstag, 8 Uhr: „Ich habe«inen Eng«! geheiratet"— Mittwoch:„Essig und Oel"(Bankbeamten II). -7- Donnerstag, halb 8 Uhr: Bargeld lacht". — Freitag, 8 Uhr:„Essig u n d O e l"(Kuliurverbandsfreunde).— Samstag, 8 Uhr:„Bargeld lacht". Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prikopy, Palais Koruna. Naturfreunde. Prag. Sonntag, den Zsggä&L 4. Dezember, 9 Uhr Endstation der Ser- Satan Erdöl. Der junge Jaques Gregor, aus dem Südosten stammend, hat in den Hauptstädten des westlichen Europas studiert und gelebt, versteht sich ebenso auf Geschäfte wi« auf Frauen, kommt in seine Heimat. Das ist ein kleines, in der Entwicklung steckengebliebenes Städtchen. Das ändert sich mit einem Schlage, als der findige Jaques in einem Walde nahe der Stadt, die Anatol genannt wird, eine Erdölquelle entdeckt, deren Aufbohrung ihm mit dem Kredit einer deutschen Gesellschaft gelingt. Der Boden birgt einen riesigen Reichtum des„flüssigen Goldes. Das bis dahin geruhsame, friedliche Städtchen vollzieht min in seinem Getriebe, in seinen Daseinsbedingu'ngen, seinen Sitten und seiner Moral eine gründliche Wandlung. Oel, Oel, das rs: di« Parole, das ist der Lockruf, der die Profitjäger anzieht. Das Gesicht der Stadt verändert sich mit amerikanischer Geschwindigkeit. Ueberall wird der Boden durchwühlt, Bohr- und Oeltüpme werden gebaut, ein wilder Taumel der Spekulation greift um sich, der moderne Kapitalismus hat seinen Einzug gehalten. Damit brechen über die Bewohner bisher unbekannt« Gewalten herein, das Leben wird von Grund aus ein anderes, Genußsucht, locker« Sitten, Ausbeutung und Betrug feiern Orgien. Einer sucht auf den Schultern des anderen empor- zukommen, nn kleinen Voltziehen sich hier all« die Veränderungen, wie sie der Kapitalismus im großen in der Welt Herborgerufen hat. Das alles schildert Bernhard Kellermann in seinem neuesten Roman„Die Stadt Anatol"(Verlag S Fischer, Berlin),' einem Buche.voll höchster Spannung und schöpferischer SuggestionAraft. Seht, so ist es dort, wo der Kapitalismus Einzug hält! Ob Kellermann dies« Absicht vorschwebte, ist un- gcwiß, jedenfalls erhält man diesen Eindruck. Di« Menschen, die er vor uns hinstellt, sind mit vollendeter Kunst dem Laben abgelauscht und es sind Typen darunter, die brillant gezeichnet sind. Um das Buch schreiben zu können, dazu mußte der Dichter, uitzweifäkhaft s«hr umfassende technisch« Studien vornehmen, dennoch ist der Roman weit mehr als«in„Roman der Technik", man darf ihn ein Kunstwerk nennen.—r. Her«,»«»er Siegfried r»»»— C tz«I r«», k I«» e.«Ilhil» Rieß,,»- Brra«»,rtlicher Setattati De tmB S«««»>. Bro,- Druck»-a fit Zetnmg-«i* Buchdruck vro,- Für»roDrock»»»»»Iwurilich^ Ott» Greg.*-* Di« Letlxaglmarlunfrankawr wurde dn«ü». xelegropheudiruiio» aut Erlab 9h I3.800/VII/19M bewillig!- Bezugsbrd ugimge» Bei Zustellung io, hau»»der»ei Legu, durch du Bost monailich M>8 wenei’aorius. o« tzatbzahrig Ci 94,—, Arujjagrig y UH.„ Zajerorr werde, lut tgrii düiig^ derechner, Bee siiereo EiolchoNuageo PreUoachias.— Ajuckstklluirg v», MdUUlirrpie, rrfolgi nur bei Eialeovuog der rletzourulurrerr. ea e> ee KiNtnfmmte JSrag. Sonntag, den 4. Dezember, halb nachmittags im großen Uraniasaal Falkeu-Feier. Programm: Lieder, SpKchchSre, Spiele, im zweiten Telle der Falkenzirkus Quatsch. Kommet bestimmt!! ee» wi n>-ea Mitteilung au dem Pnvlilsor. .j mjmmmr«flapeaMBneoMMaaaeaaaBisaauMianaEasaBaaieMnBKBaagi Nicht jede als vierkantig auf den Markt gebracht« Batterie ist wirllich salmiakfrei und vierkantig. Oft sind in den vierkantigen Hüllen ganz gewöhnliche runde Salmiakelemente. Die Pälaba 444 ist aber wirklich salmiakfrei aus vierkantigen El«men:cn. Sie enthält wirksame Stoffe, ist schwerer und hält deshalb auch länger aus. 1805 liioln-Elementar ! Versicherungs- Aktien- I! ! gesellschaft in Wien'» [ Direktion für die C. 8. R. In Prag,« i' i General-Agentschaft Reichenberg i> * empfiehlt eich zum Abschluß von Feuer*,'> ' Unfall*, Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-, Trans! i port-, Pferde* und Viehversicherungen zu i i kulanten Preisen. 8743 1[ i Bargarantiemittel in der C. S. JL 66 Millionen, i* i Büros: Prag, Narodnf tf. 17. Reichen berg, Schützeng. Nr. 21.', Brünn, Theatergasse Nr. 8. MSaMMHMMaaaMHMMHgMB* Scheu«enbra«d bei Prag. Untcrkunstsstätte für Obdachlos«.— Menschen Verbrannt? Vorgestern gegen 5 Uhr früh brannte in der Nähe Von BreVnoV eine große Scheune, welche zu dem Grundbesitz der Stadt Prag in Kej bei Poöernic gehört, nieder. Die Scheune, welche 80 Meter lang und 20 Meter breit war, stand an derselben Stelle, an welcher vor drei Jahren bei einem ähnlichen Brand vier Obdachlose, die dort Unterschlupf gesucht hatten, verbrannten. Auch diesmal verbreiteten sich sofort Gerüchte, daß in der letzten Zeit täglich bis zu 40 Personen dort genächtigt hatten und einig« verbrannt sein dürften. Die Polizei hat infolgedessen die Brandreste der Scheune, die trotz der Arbeit von fünfzehn Feuerwehren vollkommen vernichtet wurde, nach Spuren von Menschen durchsucht, ohne jedoch irgend welche Anhaltspunkte HU finden, die die Befürchtungen rechtfertigen würden. Man nimmt an, daß die Menschen, die vielleicht dort übernachtet hatten, rechtzeitig geflohen sind und sich aus gewissen Gründen jetzt nicht melden wollen.