Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh.* gt.'taffioanTSertooUuBS: JJraa n, ottW*anla is< Xelaft.: WW, s«ö«,«o®trtOon.(o# 31U64» 3»5« ♦ BoWettfomt:57344 Rr 286. Sonntag, 4. Dezember 1932 12. Jahrgang. kinzelpreis 7S Heller. (Einschließlich S Hell« Porro Radikalisierung der polnischen Bauemmassen. Volkspartei Witos tritt zur Sozialdemokratie über. Warschau, 3. Dezember.(Eigenbericht.) Der früher« Ministerpräsident und Sejmabgeordnet« Witos, der bisherige Führer der gemäßigten Bauernpartei, hat heut« die sensationell« Erklärung abgegeben, daß sich sein« Partei der Sozialdemokratie anschlirße. Witos verlangt in dieser Erklärung, in der et auf die Radikalisierung der polnische« Bauernmasse« hinweift, die entschädigungslos« Enteignung des gesamten Großgrundbesitzes. Der Kapitalismus habe endgültig abgewirtschaftet. Wer das nicht sch«, sei blind. Witos schlägt schlieUich den Zusammenschluß der polnischen Bolkspartei, deren Führ« «r ist und di« größer ist als die sozialdemokratisch« Partei, mit der polnische« sozialdemokratischen Partei vor. BiimiHuniiiiuHnniiiiimunfiHuiuiuuuuiiuiflniiiiiuiiiniiiiiiHiuiiiiiuuiinmiHUHWiiuiimiitniinniimHinHiiniuiiiiiiiiiiHiinniiniiiiiimnHinniiiiiiRiiniiiHiiiHiuiinniHiiiHniinuHffliiiiiHiuiim Kabinett Schleicher ernannt Berlin, 4. Dezember. Der Reichspräsident hat heut«-en General von Schleicher zum Reichskanzler und über dessen Vorschlag di« übrigen Mitglieder des Reichskabinetts ernannt. Schleicher wurde gleichzeitig ,chis auf weiteres mit der Wahrnehmung der Geschäft« des Reichswehtminister s" betraut. Hindenburg soll dies« Form vorgezogen haben, weil er Wert darauf leg«, die Führung der Reichswehr möglichst von der Politik freizuhalten, in die Schleicher«üs Ches des Kabinetts natürlich stärker hineingestellt sei. Ferner wird Schleicher auf die Dauer des Bestehens der Notverordnung über Preußen auch zum Reichs« kamunssär für Preuße« bestellt. Aus-em bisherige» Kabinett wurde« folgende Minister Lbernomm««: von Neurath, Aeußeres, Graf von Krosigk, Finanzen, Dr. Gürt»«, Justiz, Eltz von Rü de« ach, Poft und Verkehr, Dr. Popitz, ohne Portefeuille. Reu ernannt wurden: .... Dr. Bracht, Inneres,../-, Dr. Syrup, Arbeiten, Dr. G e r e k e, Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung. Eine Dotsdiali an den Kongreß wird Hoovers Antwort feint Washington, 3. Dezember.(Reuter.) Staatssekretär S t l m s o n und Finanzminister Mills erklärten nach einer mehrstündigen Konferenz mit Hoover nur lakonisch:„Wir haben noch nichts darüber beschlossen, was zu machen wäre." Es scheint, daß die B o t s ch a f t, die Hoover dem Kongreß senden wird, eine Antwort auf die britische und die französische Not« sein wird. Der Vorsitzende des Außenausschusies des Senates, Senator Borah, erklärt neuerdings, ein Uebereinkommen die Kriegsschulden betreffend, müßte noch mit anderen internationalen Uebexeinkommen verbunden werden, die eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen ermöglichen würden. Er erklärte tvei- ter, er stimme im ganzen mit den in der britischen Note enthaltenen volkswirtschaftlichen Gründen überein. Zu den belgischen Wahlen Das Ergebnis nach Wählerstimmen. Obzwar die endgültigen Stimmengahlen noch nicht vorliegen, kann jetzt schon festgestellt werden, daß die BÄgische Arbeiterpartei bei den ain 27. November abgehaltenen Wahlen«inen viel größeren.Stimmenzuwachs zu verzeichnen hatte, als dies im Mandatsgewinn zum Ausdruck kommt. Nach den vorläufigen Schätzungen erhielt die Belgische Arbeiterpartei rund 867.000 Stimmen gegenüber 808.000 bei den Wahlen Hom 23. Mai 1923. Die Parias hat also rund 64.000 Stimmen gewonnen und damit auch das Wahlergebnis vom April1929 übertroffen, bei dem st« 820.000 Stimmen erzielt hatte. Der Mandats- geminn von drei Mandat««- bleibt jnälich Himer diesem großen Stimmengewinn^ zurück: Die Arbeiterpartei gewinnt drei Sitze und- steigt da? mit von 70 auf 73. In Brüssel hat die Arbeiterpartei ihre Stimmemahl von 96.513 im Jahr« 1929 auf 107.582 gesteigert, also mehr als H.000 Stimmen gewonnen. Auch hier bleibt der Mandatsgewinn infolge der Eigenart des belgischen Wahlrechts hinter dom SitinirneiMwachs zurück. Vie Wiener Klerikalen Studenten treten aus der„Deutschen Studentenschaft" aus. Wien, 3. Dezember. Der brutale Terror, den die hakenkreuzlerischen Studenten seit langem an der Wiener Universität gegen all« Änderechenken- den auSüben, hat heute abends dazu geführt, daß di« Deutsche Studentenschaft", die offizielle Vertretung der Studenten an den deutschen Hochschulen, in Wien gesprengt wurde.-Hakenkreuz- studcnten harten schon seit Tagen di« katholischen Studenten an allen österreichischen Universitäten überfallen mrd niüdergeprügelt. Heute hiel- ten die katholischen Studenten in Wien eine Proteswcrsammlung ab. Nach dieser Vrrsamm- lutig wurden sic jedoch von Hakenkreuzlern in SA-Uniform überfallen und niÄtevgeschlagen. Hierauf trat der Vorstand der katholischen Studenten zusammen und beschloß, aus der deur- ichen Studentenschaft a u s; u t r«t« n. Mussolini befehlt neue Schifssbauten. Rom, 3. Dezember. Mussolini ordnete dem Marineminister an, es mögen sofort zwei Kftuzer der ThP« der führenden Torpedobootflptille zu 7000 Tonnen sowie zwei Torpedobootzerstörer in Bau gegeben werden, die in das Programm der Schifssbauten für das Finanzjahr 1932/33 ein- aeschlosten worden sind. Nicole bleibt in Hail. Zürich, 3. Dezember.(Eigenbericht.) Die Schweizerische Bundesregierung hat am Freitag beschlossen, den i«.Genf in Haft gehaltenen Sozialisteuführcr Nicolo trotz der bevorstehenden Tagung des Nationalrates nicht auf freien Fuß setzen zu lasten. Dem^Nationalrat wird ein entsprechender Antrag vorgelegt werden. Die Regierung setzt sich mit diesem Antrag in offenen Widerspruch’n der bisher geltenden Praxis und zu einem Bundesratsbeschluß vom Jahr« 1919. Die Entscheidung über die Besetzung des Reichswirtschaftsmimsteriums und des Rcichs- crnährungsministeriums bleibt noch Vorbehalten. Von Ostpreußen. Die endgültige Bildung des Kabinetts Schleicher wurde durch wirtschaftlich« und handelspolitische Fragen verzögert. Die Hauptrolle spielen hier die alten Gegensätze zwischen dem Ernähruugsminister Braun und dem Wirt- schaftSminister Dr. Warm bald betreffend die Kontingentierung der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte. Dem Minister Braun ist es bekanntlich im Kabinett Papen nicht gelungen, die angeführte Forderung der landwirtschaftlichen Kreise, die sowohl beim Wirtschaftsminister Wormbold als auch bei dem Jnterestenvertreter der Industrie und bei der Reichsbayk auf Widerstand stieß, durchzusetze«. Die Besprechungen zwischen Warmbold und Braun, an denen auch der Reichsstnanz- miuijter und der Reichsautzeuminister beteiligt wären, fanden über ausdrücklichen Wunsch Schleichers statt, der von vornherein Gewißheit haben will, daß zwischen dem Wirtschasts- und dem Ern^rungsministerinm eine einheitlich« Auffassung über oll« wesentlichen Fragen der Wirtschasts- und Agrarpolitik bestehe. Der Stand dieser Besprechungen wurde am Abend nicht g si u st i g beurteilt. Trotzdem werden sie morgen im Beisein des Reichsbankpräfidenten Luther fortgesetzt werden. Die neue Regierung will erst Mitt« Dezember vor den Reichstag treten. Sie verspricht eine bedeutende Summ« für di« Arbeitsbeschaf- Sdileldiers naditstcllang die des traueren Kaisers. Besorgnisse in der französischen und englischen Presie. Paris, 3. Dezember. In den Betrachtungen über die neue deutsche Regierung und den Kanzler General Schleicher zeigen sich die Blätter durchwegs reserviert. Sie wollen die neue Regie rung nach ihren Taten beurteilen. Es wird darauf verwiesen/daß durch die Bereinigung des Kanzleramtes und des Reichswehrministeriums in einer Person General Schleicher dir Armee, die Polizei und den Art. 48 der Reich-- Verfassung in der Hand habe und daß er. also gerade so mächtig sei, wie seinerzeit der Kaiser.-„Die eiserne Hand.in Samthandschuhen" charakterisiert ihn„Populairc". sung bereitzustellen. Es wird behauptet, daß hiefür ein« Summe von 700 Millionen Mark bereitgestellt werden soll. Sobald das Kabinett vollständig ist, wird der neue Reichskanzler seine Verhandlungen mit dem Reichstagspräsidenten Goering beginnen, di« den Konflittfall mit dem Reichstage vermeiden nnd den Reichst« bewegen sollen, sich zu- nächst zu vertage«. Wieweit das gelingt, das wird mcht zuletzt auch von der Regierungserklärung abhängen, di« Reichskanzler von Schleicher in den nächsten Tagen vor dem Reichstag abgeben wird. Vie künftigen Vetter Deutschlands stehen abseits. . Berlin, 3. Dezember. Der„Angriff" veröffentlicht eine»parteiamtliche Erklärung der NSDAP", in der.es u. a. heißt:„Die NSDAP lehnt jede Tolerierung eines Kabinettes Schleicher als mit dem Willen des Volkes nicht vereinbar klar und unzweideutig ab." Zur Begründung dieser.Haltung wird in der Erklärung darauf hinge- wiefen, daß die nationalf ozial istische Partei sich zu dieser IMchnung dem Polikc gegenüber verpflichtet fühl«, daß sie aber nicht nur jederzeit bereit sei, die Verantwortung zu übernehmen, sondern ihrerseits auch nichts unversucht lassen wolle, damit die verantwortliche Staatsführung, die sie zur Rettung(!) des deutschen Volkes unumgänguch brauche, in ihre Hand gelegt werde. Daher aber werde und müsse sie jedes Kabinett bekämpfen, das dieser Entwicklung den Weg versperre. London, 3. Dezember. Die„Times" sagt in einem Leitartikel in der jetzigen außerordentlich schwierigen Lage Deutschlands sei die Ernennung von Schleichers wahrscheinlich vom innerpolittschen Standpunkt aus das Beste, was geschehen konnte. Hingegen sei einfach ausgeschlossen, daß das Erscheinen eines Soldaten an der Spitze der deutschen Regierung gegenwärtig in den Nachbarländern ohne Bedenken beobachtet werden sollte. Nahezu unvermeidlich würden diese Bedenken in Genf und anderswo in Gestalt einer weniger entgegenkommenden Stimmung ihren Ausdruck finden. Wie friedfertig auch die Erklärungen des Generals in der verantwortlichen Stellung sein mögen, in ganz Europa werde man sich daran erinnern, daß er der Mann ist, der erklärt hat, dqß Deutschland unter allen Umständen, die Reichswehr reorganisieren und nicht mehr die„entwürdigenden" Versailler Bestiiumungcn dulden werde. Banken und Bankangestellte. Wie überall in der kapitalistischen Welt verzeichnen auch wir neben der allgemeine« Wirtschaftskrise eine besondere Krise des Bankwesens, Die Banken, in den Zeiten der wirtschaftlich normalen Entwicklung dazu bestimmt, den Kredit- und Kapitalstrom nach den Gesetzen wirtschaftlicher Vernunft zu lenken, haben in den letzten Jahren mit dieser ihrer Sendung Schifchruch erlitten. Wenn heute von der Fehlleitung des Kapitals gesprochen wird, so anerkennen auch bürgerliche und unternehmerfreundliche Volkswirte die Größe der Schuld und Verantwortung, welche durch die„Irrtümer" unserer verantwortlichen Bankleiter entstanden ist. Die Bankenkrise ist nicht etwa eine bloße Folge der Störungen und des Debakels, die wir im privatkapitalistischen Wirtschaftsprozesse beobachten. Vielmehr wird ein Großteil dieser Störungen(und auch das Debakel selbst) geradezu durch die Mißwirtschaft in unserem Bankwesen hervorgerufen. Die sozialen Konsequenzen aller dieser Erscheinungen verspüren wir überall und. mit am enrpfindlichsten werden von ihnen die Bankangestellten betroffen. Vor dem Kriege daran gewöhnt, eine Art aristokratische Elite unter den Privatangestellten' zu sein und hon den Banklertungen zu dem Irrglauben verftihrt, daß die in den Personen einzelner Baukdirektoren vereinigte Akkumulation des. Machtgefühls auch für sie, die Bankangestellten, einen gewissen. Brocken abwerfen wird, stich ste nunmehr zu einer Umstellung genötigt, die sie verhältnismäßig jäh trifft. Das Machtgefühl der Bankleiter ist noch vorhanden. Aber der Kampf um die E r- Haltung des Arbeitsplatzes und um die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Grundlagen ihrer Lebenshaltung, dieser Kampf um die Existenz setzt nunmehr auch für die Bankangestellten ein. Uns, die wir Zeugen der Vorläufer und Vorboten dieser nunmehr beginnender entscheidenden Auseinandersetzung waren, kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Man brauchte kein Prophet zu sein, um schon in einer Zeit, in welcher die bürgerliche Welt vor den allmächtigen Bankdirektoven und leitenden Bertvaltungsräten auf dem Bauche lag, zu erkennen, daß es eines Tages ein trübes Erwachen geben wird. Man brauchte sich doch nur diesePersönlichkeiten einmal näher zu betrachten. O ja, die eigenen Taschen zu füllen, in Saus und Praus zu leben, glänzende Verträge zu eigenen Gunsten abzuschließen, autokratisch zu herrschen, sich fast die gesamte Privatwirtschaft untertänig zu machen und sich auf Kosten ihrer Institute zu bereichern, das haben diese Herren glänzend verstanden. Alle warnenden Stimmen, die eindringlich davor abrieten, den Eigendünkel der Herren aus der Bankwelt kritiklos als etwas Gottgewaltes hinzunehmen, wurden zurechtgewiesen, als ob es sich um ein Geschrei ewig Malkontenter lind nicht um wirtschaftlich gerechffertigte Beobachtungen gehandelt hätte. Nicht einmal die erste nach den im Jahre 1924 beschlossenen Banken ge- setzen durchgeführte„Re o r-ga n i s i e- rung" und Sanierung unserer Banken schuf Wandel, obwohl schon diese Sanierung Milliardenwerte beanspruchte. Wiederum flössen Millionen und Zehnmillioire», der Bankensubstanz entzogen, in die Taschen einzelner, die— anstatt zur Verantwortung und zum Schadenersatz herangezogen zu wer den— lustig weiter darauf loswirtschafteten und sich einem neuen Steckenpferde, der„R a° tionali sie r u ng" zuwandten. Einigwenige Konjunkturjahre folgten, es setzte die Krise ein und nun mit einem Male wurden die wirtschaftlichen und a u ch' p e r- sonellen"Gebrechen in der Bankens üh rung offenbar. Seite 2 Nr. 286 Sonntag, 4. Dezember 1932 Wir sind mit dem ehemaligen Finanzminister E n g l i Z nicht oft eines Sinnes. Mit einer seiner Thesen stimmen wir aber überein, nämlich mit seinem Ausspruche, daß das Personenproblem das wichtigste Problem unseres Bankwesens ist. Mit diesem Personenprobleme beschäftigt sich nun das neue Bankengesetz und die von der Regierung Heuer im Sommer für die Sanierung festgesetzten Bedingungen, die weitere Hunderte Millionen in Anspruch nehmen, in sehr ausführlicher Form. Direkt und indirekt wird auf Grund dieser Vorschriften den Banken ein Abbau der unangeniesse- nen und die Wirtschaft belastenden Rieseneinkünste vorgeschrieben, welche bisher an die leitenden Bankfunktionäre ausgezahlt wurden. Aber man würde diese Herrschaften schlecht kennen, wenn man glauben würde, daß sie ohne weiteres klein beigeben. Wohl blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich einem gewissen „Abbau" zu fügen. Betrachten wir aber die Ziffern einigermaßen näher, so stellen wir noch immer Beträge in schwindelhafter Höhe fest. Da fft die 2 i v n o st e n s k L b a n k a, die 5 bis 6 Mitgliedern ihrer engsten Geschäftsleitung jährlich über 4 Millionen Kronen auszahkt. Da ist die Escompte- Bank und Credit- An st alt, bei welcher dieser Betrag 3.5 Millionen Kronen auSmacht. Selbstverständlich erhalten die Herren auch einen namhaften Ersatz für die K r i s e n z u- schlüge zur Einkommen st euer. Da ist die L ä n d e r b a n k, bei der das von der Bank an zwei leitende Direktoren ausgezahlte Diensteinkommen auf 1 bis 1.5 Millionen Kronen jährlich geschätzt wird. Da ist die Unionbank, in welcher die geschäftsführende Direktion über 2 Millionen Kronen an Bankbezügen bezieht. Alle diese Ziffern verstehen sich natürlich ohne VerwaltungS- ratstantiömen aus den Konzernunter- nehnmngen, von denen jetzt die Hälft« der Bankkasfa zufließt, während die andere Hälfte verteilt werden darf. Zu diesen Ziffern kom- nren ferner mehrere Zehnmillionen, welche cm die Titulardirektoren, Direktorstellvertreter und Filialdirigenten der genannten Banken gezahlt werden. Das ist also der „Abbau" in den nichffanierten Banken. In den sanierten Banken macht sich zwar der Einfluß der Regierungsmaßnahmen stärker geltend, trotzdem gibt es eine Reihe Direktoren, die von ihrem Institute an 200.000 Kronen jährlich beziehen. Die vorgesehene Säuberung der Direktionen in persönlicher Hinsicht hat nicht stattgefunden. Hier kam es höchstens zu einem solchen Abbau, durch den die betreffenden Herren sehr vorteilhaft abgefertigt wurden. Einige sitzen als fürstlich pensioniert« Verwaltungsräte und„Konsulenten" auch weiterhin in ihrem bequemen Fauteuil. Und nun sollen die subalternen Bankangestellten, entgegen den Intentionen des Bankengesetzes und entgegen den von der Regierung festgesetzten Sanierungsmaßnahmen, zum Abbau herangezogen werden. Die Escompte-Bank und Unionbank haben di« Kollektivverträge gekündigt, die sanierten Banken sind zum offenen Angriffe übergegangen. Beamte, die vollkommen an der verhängnis vollen Entwicklung ihrer Banken unschuldig sind und einen für die Gesamtregie nicht in di« Waagschale fallenden Gehalt beziehen, wird die Kündigung oder vorzeitige Pensionierung oder eine schwere Schädigung ihrer wirffchaft- lichen Existenz angedroht. Die A n g l o b a n k und Mährische Bank haben, abgesehen von der Vorlage eines weitgehenden Planes nach Abbau der Angestelltenbezüge, 75 Angestellte zum Jahresende gekündigt, ohne, daß sie, wie die Sanierungsbedingungen vorschrei» ben, mit den Organisationen verhandelt und die Entscheidung des Finanzministers abgewartet hätten, der sie erst treffen kann, nachdem er auch das Votum des Fürsorgemim- sters eingeholt hat. Diese Absichten und die ganze in den Banken bestehende Sachlage haben nicht nur eine energisch geführte Aktion der Gewerk- ch a f t sondern auch eine vollkommene Aen- derung in der Anschauungsweise der Bankan- IIIIIIIIItllllllWIIIlllllllllltlttllllllllltltltlMIttllltltlllllllltltltltltltlMIIItllllllltlltllWMIIIIIItlllllll gestellten zur Folge. Diese beginnen zu begreifen, daß ein Kampf eingesetzt hat, in wel- chem es sich nicht um Detailfragcn des Ar- beitsverhältnisses, sondern um S e i n o d e r Nichtsein handelt. Sie sind entschlossen, auf ihren Forderungen zu beharren und nach- fichtslos jeden zur Verantwortung zu ziehen, der versuchen würde, sie für die jetzt entstandene Sachlage zu strafen oder zu schädigen. Gründlich ernüchtert, von Erbitterung über ihre Leitungen erfüllt und in Erkenntnis ihrer Klassenlage werden sie . als ein Teil der großen Arbeiterarmee ihre ! Pflicht erfüllen und in der energischesten Weise die von den Bankleitungen ausgehenden Angriffe zurückweisen. Dadurch werden sie nicht nur ihre eigenen Interessen schützen, sondern auch den Repräsentanten des Bank- kapttals und deren Hintermännern beweisen, daß das Spiel mit Angestelltenexistenzen ein Ende finden muß. iniiiiinniiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiuii)iiiiiiiiiiiiniiiiiiifni[iiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Das Problem der Berganmrsno. vortrag des Genossen Dr. Haas aul der Reldishonferenz. Die Tagung beendet. Prag, 3. Dezember. Der heutige Tag der Reichskonferenz lvar dem wichtigen Problein der Bergarbeiterversicherung gewidmet, worüber der berufenste Kennen dieser Materie, Genosse Dr. Haas(nähr Ostrau) ein eingehendes, mit größtem Interesse angehörtes Referat erstattet«. Dr. Haas sprach zuerst tschechisch und wiederholte seinen Dortrag in deutscher Sprache. Er führte aus: Die Frage der Bergarbeiterversicherung, deren kritische Lage allgemein bekannt ist, ist neuerlich in ein aktuelles Stadium getreten, da das Arbeitsministerium eine Kommission unter Vorsitz des Pros. Schoen- b a u m eingesetzt hat, die sich mit dieser- Frage zu befassen hat. Deshalb hat di« Reichskonferenz dieses Thoma aus ihr Programm gesetzt. Di« Bergarbeiterversicherung seit dem Umsturz. Don gegnerischer Seite wird ost— sei es aus Böswilligkeit oder Unkenntnis— der Borwurf erhoben, unser Gesetz aus dem Jahr« 1922 habe die Krise der Bergarbeiterversicherung selbst verschuldet. ES sei erstens«in„leicht- sinnigesExperiment" gewesen und dann seien die darin festgesetzten Raten„zu hoch". Man habe die versicherungstechnische Durchrechnung außer Acht gelassen und dafür überstürzt die Aufwertung der Renten betrieben. In Wirklichkeit war eine versicherungs technische Durchrechnung zu jener Zeit gar nicht möglich, WÄ die nötigen Unterlagen fehlten. Uebrigens hätten die alten Statistiken infolge der durch die Kriegszeit völlig veränderten Verhältnisse ein ganz verzerrtes Bild geboten. Deshalb wurde die Durchrechnung durch eine Bestimmung dieses Gesetzes einer späteren Verordnung überlassen. Die Valorisierung (Aufwertung) der Renten mußte damals aber ohne Verzug erfolgen, obwohl die Höhe der Renten schon beim Umsturz nicht der rm Gesetz von 1889 besttmmten Höhe(ein Drittel des Durch- schnittölohneS) entsprach. Di« Rontenbezieher konnten nicht warten. WaS aber den Einwand hstrifst, daß di« Renten zu hoch bemessen seien, so genügt es, die reichsdeutschen Rentenziffern den unsrigen gcgenüberzustellen. Rach zweimaliger Herabsetzung(durch Brüning 1931, durch Pa- Pen 1932) sind jene doch noch um ein Beträchtliches Höher. Di« durchschnittlich« Jnvaliditätsrente beträgt bei unS 229.10 Ks. In Deutschland 54.80 Mark, d. i. etwa 383.60 iü bei bloßer Be- russunfühigkeit. Bei voller Invalidität(also absoluter»nd allgemeiner Erwerbsunfähigkeit) sogar 82 Mark d. i. 574 Ke. Vor den erwähnten Herabsetzungen betrug sie gar 66 Mark(462 lös) für Berufsunfähigkeit und 107.30(751 Ks) bei Absoluter Invalidität. lieber die wahren Ursachen des heutigen Rofftandes der Bergarbeiterversicherung gibt di« Statistik Auskunft. Im Jahre 1922 gab es 152.353 aktive Mitglieder der Versicherung, auf welche 46.613 Renteneinheit«« entfielen.(Erne Renteneinheit bedeutet bei uns einen Rentner, 5 Witwen bilden 3 Einheiten, 5 Waisen eine Einheit). Auf eine Renteneinheil kamen also 3.27 aktive Mitglieder. Zum 1. Juli 1932 stehen 111.202 Mitgliedern 66.608 Rentcneinhetten gegenüber, d. h. auf ein« Einheit 1.65 aktive Mitglieder. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in Deutschland, wo die Verschlechterung des Verhältnisses zwischen aktiven Mitgliedern und Rentenbeziehern noch laher und krasser erfolgt ist. Di« Zahlen zeigen deutlich die wahren Gründe unserer Bersichc- "rungSkrife. Di« Anspruchsberechtigten steigen— die Beitragslerster sinken. Vor al.l e m anderen sehen wir hier di« Folgen der überstürzten Rationalisierung. Zweck jeder Versicherung, ist nun die Behe- bung der dem Beruf« des Arbeiters nahestehenden Unsicherheit, des R.sikos. Die Eigenart des Bergarbeiterberufes bringt es mit sich, daß die Bergarbeiterversicherung sich zu einem selbständigen besonderen, mit keiner anderen Gruppe der Sozialversicherung verschmelzbaren Typus entwickelt hat. Der für seinen schweren Berus unfähig gewordene Bergarbeiter wird als einseitig qualifizierter Arbeiter kaum einen anderen Beruf finden. So ergab sich die Notwendigkeit, ein besonderes Rentensy« st em zu schaffen und einen besonderen Begriff der Invalidität. Am konsequentesten hat sich die Entwicklung in Deutschland vollzogen(Invalidenrente— Knappschaft-Pension). Bei uns wird den Tatsachen durch Anerkennung der Invalidität bei bloßer DerufSunkähig- keit Rechnung getragen. Die Bedeutung dieser Besonderheiten der Bergattbeiterversichonmg ergibt sich aus der Tatsache, daß nur 60 Prozent der deuffchen ,^knappschaftspensioni- sten"(Provisionfften) Bollinvalide sind, so daß 40 Prozent der Rentenbezieher bei Verschmelzung mit anderen Versicherung s i n st i t u t e n leer ausgingen. Analog liegen die Verhältnisse bei unS. Sehr ausführlich beschäftigte sich Gen. Doktor Haas mit der Frage der Sanierung und bot einen überaus interessanten Ueberblick über die bisher geleistete Arbeit und Abwehr sozial unmöglicher Projette. Die Sanierungsaktion als Pflicht d«r Unternehmer und des Staates wurde eingehend begründet vom rechtlichen, sozialen, aber auch staatspoliti- schen Standpunkt. Di« Hauptpunkte, um die sich die Auseinandersetzung dreht sind dis« zwei: Aufrechterhaltung der bisherigen Ansprüche und Rechte und Verhütung dessen, daß das Difizit auf Kosten der Arbeiter gedeckt wird. Der umfangreiche Vortrag, dessen Inhalt wir leider nur in größten Zügen and outen können, fand allgemeines, ganz außerordentliches Interesse und starken Beifall. Nachdem die Vorsitzenden dem Genossen Dr. Haas den Dank der Versammlung ausgesprochen hatten, wurde eine Resolution der Reichskonsevenz zum Problem der Berg- arbe.lerversicherung einstimmig angenommen, deren Wortlaut wir an anderer Stell« brin- aen. Hierauf wurde die Konferenz mit herzlichen Worten des Dankes und der Ermunterung zu weiterer Arbeit für beendet erklärt. * Zu unserem gestrigen Bericht tragen tvir noch folgende Einzelheiten nach. Eingang nahm die Konferenz eine Sympathiekundgebung für die streikenden Rossitzer Bergarbeiter an. Ein Nachruf für den verstorbenen belgischen Bergarbeiterfühver De- j a r d i n wurde stehend angehört.— Außer dem Vertreter des Arbeitsministeriums wohnten, noch Vertreter des FürforgeministeriumS und der Prager Berghauptmauuschaft der ReichSkonferenz bei. Der nothsdinlkonfllkt in Draunsdiweid. Braunschweig, 2. Dezember.(Gig, Dr.) Der Hochschulkonflikt in Braunschweig droht durch di« entschiedene Haltung von Rektor und Senat, zu einer großen Schlappe für den Naziminister KlaggeS zu werden. Klagges' Vertrauensmann in der Hochschule ist der Nazi- Studentenführer Gille, der im vergangenen Jahr wegen Betrugs im Gefängnis gesessen hat. Diese Tatsache beleuchtete den Charakter von Gille. Der Rektor fügte diesem Bild am Freitag die Erklärung bei, daß der Naziführer in dem gegenwärtigen Konflikt wiederholt unwahre Behauptungen aufgestellt und die Oesfentlichkeit belogen habe. Kein Wunder, wenn jetzt selbst die Nazi- studenten zu zweifeln und zu wanken beginnen, und wenn die Stellung der Hochschulleitung von Tag zu Tag stärker wird. *«■ 11 I Franz Heller: Der k. u. k. Sanilätsdlckus Exzellenz hätte tne Vorwürfe nicht mehr, eine süße Ohnmacht trug ihn in die Arme seiner angebeteten Ria vom kleinen Variete, so daß Emil in Ruhe sein Samariterwerk vollenden konnte. Der Adjutant meinte: ,,Ein Handschuh hätte doch gegen eine Granate mchts genützt." „Ja so, die Granate hat die Brücke abbekommen, das ist ein« klein« Hautaufschürfung von dem Ausfallen auf ein Steinchen. Unsaß- lich ist mir, wie es Exzellenz fertig bringt, aus dieser Veranlassung ohnmächtig jw werden." „Exzellenz kann eben kein Blut sehen, aber ich bitte Sie, lasten Sie ihm die Freude, daß er einen Schuß bekommen hat." „Wenn es weiter nichts ist, mir kann eS recht sein." Die Freude des Divisionärs, nachdem er sich von dem ersten Schreck erholt hatte, war allerdings groß und vollkommen begreiflich: einem General, der sich vor dem Feinde eine Verwundung geholt hatte, würde man auch ein, zwei verloren« Schlachten Nachsehen. Emil machte sich die Gelegenheit weidlich zunutze:„Da ich allen Verbandstoff aufgebraucht habe, mußt« ich Exzellenz mein eigenes Ver- bandsPäckchen geben." »Ich danke! Sie sind ein guter Kamerad' Ich befördere Sie aus der Stelle zum SanitätS- feldwebel und verleihe Ihnen die silberne Tap- ferbeitsmedaill«. Sie scheinen nicht recht zufrieden?" „Exzellenz, ich bitte gehorsamst, ließe sich das nicht irgendwie auf einen kurzen Urlaub umrechnen, ich mein«, wenn so sechs Wochen herousschauen würden, ich würde mich begnügen." „Die soll«« Sie haben, vorausgesetzt, daß Sie Ihr Rogimentskommanüant entbehren kann!" Oberst Steinfels machte keine Schwierigkeiten, er umarmt« den wackeren Kämpen:„Sie haben ja die Ehre des Regimentes geratet." Am Abend, nachdem sich die Situatton wieder beruhigt hatte, war Emil Gast des Herrn Divisionärs. Bei einem fürstlichen Mahl und einem köstlichen Trgznk mußte er den Herren des Divisionsstvbes die heldenhafte Verwundung einer Exzellenz schildern. Am nächsten Tage ühven sie gemeinsam ab, Emil aus Urlaub, eine Exzellenz ins Spital. Die Heilung des Fingers gestaltet« sich normal, wenn auch etwas angsam. Dahm hielten es die Herren k. u. k. Militärärzte für indiziert, den hohen Pattenten ür drei Monate nach Karlsbad ru schicken. Emil am Stammtisch! Wer schildert die begeisterte Ovation, die andächtige Verehrung, die tolze Freude der trinkfesten Runde? Wer die Biere, den Wein und die Liköre, mit denen der Held gefeiett wurde! Das unglaublich rasche Avancement, die höhe Auszeichnung, die Kon- nexiomu mit hohen militättschen Würdenträgern, welch« sich ein« Ehre daraus machten, mit Emil eine Flasche Wein trinken zu dürfen, dar alles wurde nach Gebühr bewundert und begossen. Aber andererseits fehlte es auch nicht an warnenden Stimmen, namentlich der alte Meltsch hatte allerhand Sorgen:„Emil, mein Sohn, höre auf deinen Vater und übertreibe die Sache nicht, dank an Napoleon, was hat er zum Schluß von seinem Heldentum gehabt? Paß auf, daß es dir nicht am Ende ebenso ergeht, mir gefallt der Umgang mit diesen Generälen durchaus nicht, wir sind seit jeher eine friedliebende Familie gewesen, für uns schickt sich das nicht und es schaut dabei nur selten etwas Gutes heraus, schau lieber, daß du dott irgendwie loskommst und trachte, dein Studium zu beenden, alt genug bist du dazu und Verstand könntest du auch schon haben." EmÄ nahm sich diese Worte zu Herzen und beim Regiment angelangt, setzte er ein Gesuch auf, in dem er das Divisronskommando um ein« Abkommandierung in Verhältnisse, die es ihm ermöglichen würden, wieder mit der Wissenschaft in Berührung zu kommen und sein Doktorat zu machen, bittlich wurde. Er unterließ es auch nicht, darauf hinzuweisen, daß er, nach seinen Ansicht, seine soldatische Pflicht stets in musterhafter Weise erfüllt hatte, wovon, abgesehen von seiner Auszeichnung, auch seine Exzellenz, der Herr Divisionär, selbst jcherzeit das beste Zeugnis ausstellen könne. Da seine Exzellenz noch nicht wiederhergestellt war, kam daZ Gesuch in die Hände seines liebenswürdigen Adjutanten. Dieser nahm di« Sache mit der Wissenschaft und dem Doktorat nicht recht ernst, dachte, da will jemand tachinieren, einen Schwindel haben, na meinetwegen und er erledigte das Gesuch in diesem Sinne eigentlich günstig, das heißt, er teilte Emil der k. u. k. mobilen Ent- läusüngsstation Nr. 9 zu.'» Des Anstalt bestand aus zwei Räumen, Abteilungen genannt. Abteilung A für Mannschaft, enthielt ein« Anzahl nebeneinander ange- ördnieter Brausen, deren hervorragerrdste Eigenschaft darin bestand, ständig in Damvf gehüllt und daher unsichtbar zu svm. Natürlich waren auch die Hähne unauffindbar, was den uiche- streitbaren Nachteil hatte, daß man die Brausen nicht in Funktton setzen konnte, anderseits aber auch den Votteil, daß sich der Bettbrauch heißen Wassers ungemein ökonomisch gestalten mußte. Die Abteilung B, welcher Emil zugeteilt wurde, war im wesentlichen ein Backofen, nur wurden an Stelle der Brote di« Monturen und di« Wäsche der Mannschaft, beziehungsweise die darin enthaltenen Läuse, gebacken. Bemerkt muß werden, daß ausschließlich di« aus der Stellung in Retablierung ziehenden Truppen der„Entlausung unterzogen wurden. Daraus könnte vielleicht die irrige Ansicht erwachsen, daß die Kleideäaus als Ueberträgarin von Krankheiten ausschließlich hinter der Front, niemals in der Linie wirken könne, allein Emil als Fachmann erklärte den Turnus wie folgt: erstens wozu einen Mann Ärtlausen, weckn mau nicht weiß, ob sich die ganze Prozedur und die mit ihr verbundenen Auslagen rentieren werden, denn gegen Schrapnelle nützt die Entlausung nichts. Zweitens, warum sollte man im Schützengraben für Hygiene sorgen, so lange Gefahr besteht, daß das Quattier in der nächsten Viertelstunde von jemand anderem bezogen wird. Man wird sich doch mcht für den Feind plagen, mögen ihn ruhig die Läuse ftesten! Zu diesen zwei sachlichen Gründen kam noch ein dritter, sozusagen psychologischer. Es ist nämlich' eine eigen« Passion, so eine Laus zwischen den Daumennägeln zu zerknacksen und man wollte den Sol- daten diese Freude nicht nehmen. Wie überall, hatte sich Emil auch hier rasch eingelebt und stellte wacker seinen Mann. Wie groß aber war seine Freude, als eines Tages sein Regiment zur Entlausung herangeruckt kam. Wohl fehlte manch guter Kamerad, aber das hinderte die übrigen mcht, sich ihres Lebens zu freuen. Nach langen Wochen hrtte man end- lich die Truppe herauSgenommen, um ihr ttnc kurze Retablierung zu gönnen. Emil hatte liebevoll sein Work begonnen und besprach mit den Kameraden Besuche«rtb Zusammenkünfte, als ein reitender Bote mit einer Hiobspost dem geselligen Beisammensein ein Ende machen wollte. „Entlauftmg einstellen, Truppe sofort in die Stellung zurück!" Man hatte wieder einmal den Gegner ein wenig beunruhigen wollen, um ihn über die Stärke seines Gegenübers übertrieben« Vorstellungen zu verursachen und die Serben hatten den Scherz nicht verstanden und wollten sich die Geschichte einmal ein wenig aus der Nähe anschauen. (Fortsetzung folgt.) Nr. 28K Sonntag, 4. Dezember 1932 ^eit« 3 Schleicher kommt— der Kurs bleibt! Bon Rudolf Breitscheid. In den letzten Tagen es konnte sich kaum günstiger treffen— ist«in Buch zur Verherrlichung Pape ns und des Papenkurses erschienen. Sein Verfasser Walter Schotte schmückt seine eigen« Darstellung mit goldenen Worten aus dem Mund des bisherigen Reichskanzlers und eines davon lautet:„Nur der ohne Zeitbe- Srenzung Berufene kann— schwach wie er Mensch ist— wahrhaftig unabhängig sein Und handeln." Es darf dahingestellt bleiben, ob Herr von Papen unter den Berufenen den vom Reichspräsidenten Ernannten verstand, oder ob er, der I« überhaupt gern von seiner Verantwortung vor Gott redet«, an ein« Art von himmlischer Berufung dacht«, jedenfalls hat er erkennen müssen, daß auch die Berufung„ohne Zeitbegven- zung"«in verhältnismäßig schnelles Ende finden kann. Und wenn sein literarischer Propagandachef es an anderer Stelle begrüßt, daß der Reichskanzler Kavallerist sei, das heißt, einen Typ darstelle, den wir brauchten, so sind sich wohl beide, der Sänger wie der Besungene, nicht vollständig im klaren über die Gefahren der Herrenreiterei gewesen. Das Roß kann bocken und an Hürden kann man stürzen. Bei Herrn von Papen ist es so weit. Eine Kris«, die an Wirrwarr, an Kuli^senintrigen, an bewußten Irreführungen der Oe ff« n tli ch i« i t nicht zu überbieten war, hat mit der Verabschiedung des^Berufenen" geendet. Die neu« Staatsführung, als deren Propheten und Helden er sich auSgab, hat einen schweren moralischen Stoß erlitten. Di« Unabhängigkeit, deren sich der Kanzler rühmt«, war eine holde Selbsttäuschung. Schon vom ersten Anfang an begab er sich selber freiwillig in den Dienst bestimmter Interessentengruppen, und als er dann, um von den Fesseln der Parteien frei zu werden, an das Volk appellierte, lehnte ihn dieses Volk einschließlich jener Jnterefsentengruppen ab. Daß ein paar feiner bisherigen Minister sich ihm versagten, war nicht das Entscheidende. Die öffentliche Meinung und nicht zuletzt der Widerspruch, de» die Arbeiterklasse gegen ihn erhob, haben dem Kavalleristen den Hals gebrochen, und es half ihm auch nichts, daß sich noch im letzten Moment der Berliner Polizeipräsident schützend dor ihn stellte und di« sozialdemokratische Kritik ins Eisen zu legen droht«. DaS eben ist daS Erfreuliche an dem AuSgang der Krise: eS hat sich herausgestellt, daß Man sich, selbst wenn der Reichstag lahm gelegt ist, doch nicht einfach über die Stimmungen und den Willen der Wähler hinwegzusetzen vermag. Ein Staat wie Deutschland kann nicht nach italienischen und russischen Methoden verwaltet werden. Die Staats» form der parlamentarischen Demokratie mag durch di« Schuld von Parteien, di« sich di« Diö tatur zum Ziel gesetzt haben, schwer erschüttert sein, aber daß das Vertrauen des Reichspräsidenten nicht genügt, um einen Kanzler am Ruder zu halten, hat sich deutlich erwiesen. Nur freilich bedeutet di« Beseitigung PapenS Nicht die Rückkehr zu den Zuständen, die dem Sinn und Geist der Weimarer Verfassung entsprächen. Ein„Präsidialkobinett" wird durch ein andres abgelöst. An di« Spitze des neuen soll Herr von Schleicher treten und wenn wir de« einen Mann mit großer Genugtuung scheiden sehen, so heißt das nicht, daß wir den anderen mit Befriedigung begrüßen. Möglicherweise ist Herr von Schleicher geschickter und weniger unbekümmert als fein Vorgänger. Möglicherweise stützt «r sich weniger aus den Glauben an sein« göttliche Mission und rechnet mehr mit den Realitäten des Diesseits. DaS kann ihn sogar veranlassen, gewissen Forderungen der Arbeiterschaft ein geneigteres Ohr zu leihen und es wird ihn wahrscheinlich zu einem Verzicht auf die wilden Verfass» ngSpläne bestimmen, zu deren Befürworter sich im alten Kabinett namentlich der Freiherr von Gayl gemacht hat. Aber der größer« Tatsachensinn und die bessere Anpassungsfähigkeit des Generals sind für uns kern Grund, zu ihm und seiner Regierung prinzipiell ein« andere Stellung einzunehmen als zu dem des verstossenen Kavallerie- MajorS. Seine Politik wird von der unsrigen durch «ine gewaltige Kluft geschieden sein. Die Wege, auf denen er, wie man vernimmt, zu einer Gesundung der Wirtschaft und zu einer Einschränkung der ArbertSlosigkeit gelangen will, sind nicht unsere Wege. Sein« gelegentlichen Verbeugungen vor dem Gedanken der Verstaatlichung gewisser In du st ricn haben mit Unserem demokratischen Sozialismus nichts zu tun. Seine Absicht, Herrn Bracht zum Innenminister zu machen, kann weder für die Gestaltung der Dinge im Reich, noch für die des Verhältnisses zwischen dem Reich und Preu« len irgendwelche Hoffnungen erwecken. Seine bekannten Rüstungspläne vertragen sich Nicht mit unseren Äuffaffüngen von Wehr— und auswärtiger Politik und schließlich— auch er bezieht seine Machtvollkommenh-iren nicht von der Volksvertretung, sondern vom Reichspräsidenten. Für unS gibt?S also nichts anderes als das Verharren in der Opposition. Nur von dieser Linie aus sind wir in der Lage, unsere politischen Ansichten u»ld Absichten klar herauszuarbeiten und dem Volke verständlich zu machen. Nur mit der Fr o nt gegen dle Präsich ialle g i e r u n g können wir mit Aussicht aus Erfolg di« Wiederbelebung des demokratischen Willens in den heut« dem Diktaturgered« zum Opfer gefallenen Arbeitermassen in Angriff nehmen. Die ReichSkonfcrenz der Bergarbeiter nahm gestern einstimmig folgende Resolution an: Die gesamtstaatliche Konferenz der Vertreter >er koalierten Bergarbeiterverbände und der Re- lierräte vom Mai 1931 hat auf den bedrohlichen, ch katastrophal«» finanziellen Stand der Bersor- gungsversicherung der Bergarbeiter hingewiesen und die rascheste Sanierung dieser Bereicherung unter voller Wahrung der Rechte und Ansprüche der Versicherten und Rentner verlangt. Diese warnend« Stimm« der berufenen Vertreter der Versicherten und Rentner wurde jedoch von den verantwortlichen Faktoren nicht beachtet. Die Folgen der Wirtschaftskrise bedrängen die Versicherung der Bergarbeiter immer mehr und mehr, so daß die Auszahlung der angefallen«« Renten ernstlich bedroht ist, geschweige denn dir Sicherstellung der erworbene« Anwartschaften der aktiven Mitglieder. Seit der gesamtstaatlichen Konferenz der Vertreter der koalierten Bergarbeiterverbände vom Jahre 1931 sank die Zahl der Mitglieder um 20.000, während die Zahl der Invaliden- und Altersventner gleichzeitig um 8000 stieg. Die Beiträge reichen schon längst nicht mehr zur Deckung der laufenden Renten und erreichte das Betriebsdefizit bereits den ungeheueren Betrag von 65,000.000 K jährlich, so daß die ungekürzt« Auszahlung der angefallenen Renten Die autoritäre Stäatsführung hat einen schweren Stoß erlitten. A u f.g.a bedersozi abdemokratischen Politik ist es, die Voraussetzungen für die völlige Vertreibung dieses Spuks zu schaffen und damit di« Bahn für den Staat des arbeitenden Volkes zu bereuen. nur durch die Aufnahme von Darlehen unter der Garantie des Staates möglich ist.. Dieser Zustand ist unhaltbar, soll eS nicht zum Zusammenbruche der Versorgungsversiche- runa und zur Vernichtung der erworbenen Rechte und Ansprüche kommen. Die Bergarbeiter können, wollen und werden der sich nähernden Katastrophe nicht wie einem unabwendbaren Geschick« ruhig und untätig ent- gegenblicke«. Die Bergarbeiter erwarben und erwerben nicht nur durch di« Leistung von hohen Versicherungsbeiträgen, sondern auch durch ihre aufreibende und gefährliche Arbeit gegenüber dem Staat« und allen, di« aus dieser Arbeit Vorteil zogen und ziehen, das unbestreitbar« und unveräußerliche Recht auf Erhaltung ihrer Versicherung mit allen bisherigen Ansprüche« und Rechten. Die Reichskonferenz erwartet darum von der Kommission, die zur Reform der Bergarbeiterversicherung eingesetzt wurde, daß sie all« Maßnahmen trifft, damit diese bisherigen Ansprüche und Rechte der Bergarbeiter voll gewahrt werden. Der Regierung«nd den gesetzgebenden Kör- perschaften gegenüber erklärt di« Reichskonferenz, daß jede Verschlechterung der Bergarbeiterver- sicherung den größte« Widerstand der Bergarbeiter auslösen müßte. inimiiiiinimiiiinniiiiflininflniiiiiiiiiinuuinmmiinniiiuiiiiintuniiiiiiinimiiiniiiiiniimHHniuiiiinninnniinmniiiitinniimiiinniiiniiiNHinniiininiimnniiniiiniiumininnuHiiuiiniitiiiiuiinn Pessimismus in Genf. Amerika drängt auf ein Abrüstungsprovisorium. Genf, 8. Dezember. Die vorbereitenden Beratungen in der Abrüstungsfrage zwischen Her- riot, Paul Boncour, Macdonald, Sir John Simon, Norman Davis und Dr. BeneS, haben bisher kein positives Ergebnis gebracht. Die Situation ist sehr unsicher und man stellt über das Ergebnis der Beratungen ziemlich pessimistische Erwägungen an, genau so, wie man auch die künftigen Beratungen der fünf Großmächte pessimistisch beurteilt. Die Erwägungen über«ine weiter« Vertagung der Abrüstungskonferenz, di« dieser Tage Norman DadiS durch sein« Anregung konkretisierte, werden nicht günstig kommentiert. Norman DaviS schlägt im Prinzip vor: 1. Provisorische Uebereinkommen über die Grundsätze der Abrüstung. 2. Wenigstens theoretische Anerkennung der Grundsatzes der Gleichberechtigung in der Rüstung und des Grundsatzes der Sicherheit. 3. Sofortige Bildung einer ständigen Ab- rüstungskommifston, die die weitere Lösung aller Vie Reldisbanh zahlt Währungskredite ab. Basel, 8. Dezember. Die deutsche Reichsbank hat die Bank für internationalen Zahlungsausgleich benachrichtigt, daß sie auf den ausstehenden Rotenbankkredit von 90 Millionen Dollar, welcher am 5. Dezember 1932 fällig ist, 4 Millionen mrückzahlen wird. Di« BIZ, die Bank von Frankreich, die Bank von England und die Federal Reservebank of New Hork haben zugestimmt, den auSsteheiwen Betrag von 86 Millionen Dollar in gleichen Beträgen für einen Zettraum von wetteren drei Monaten zu verlängern. Verbotsdrohund HcUcn den„Vorwärts“ Dem„Vorwärts" ist von dem Berliner Polizeipräsidenten wegen seiner Schreibweise eine Verwarnung mit der Dvohung eines längeren Verbots für den Fall zugegangen, daß er seine Schreibweise nicht mäßige. Der Berliner Polizeipräsident begründet diese Warnung und Drohung mit einem Leitartikel des„Vorwärts" in der Abendausgabe vom 29. November. Dieser Artikel mahnte den Reichspräsidenten und seine Ratgeber noch einmal vor den Folgen einer Wiederernennung des Herrn von Papen. Das sei gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung an das Volk, die eine Katastrophe unvermeidlich niache. Hindenburg, so schloß dieser Artikel, sei nicht gewählt, Krieg gegen das deutsche Bolk zu führen, und zwar Krieg im wahrsten Sinne des Wortes mit allem Blut und Elend! Dieser Artikel, so sagt der Berliner Polini- Präsident Melcher in seinem Brief an den vorwärts", müsse besonders in den Augen deS unbefangenen Durchschnittslesers, als ein«„besonders rohe Mißachtung u^d böswillige Verächtlichmachung des^-rr° Reichspräsidenten" empfunden werden. Deshstb die Warnung und deshalb di« Drohung mit einem längeren Verbot. Mrüstungsarbetten• übernehmen würde. Im Jahre 1926 soll di« Abrüstungskonferenz dann neuerlich zusammentreten, um di« von dieser ständigen Kommission ausgeavbetteten Anträge anzunshmen. Ueber die Ergebnisse der heutigen Verhandlung informierte der Generalberichterstatter der Abrüstungskonferenz, Dr. Benes, den Vorsitzenden der Konferenz Henderson. Außerdem hatte Dr. Benei eine Unterredung mit dem Vertreter deS Generalsekretärs des Völkerbundes Aveivol. Ueber di« gestrige Unterredung zwischen Macdonald und Dr. B«n«8 meldet das Wolff- büro: Dr. Benes hab« den Standpunkt vertreten, daß man mit gewissen Ergänzungen der Entschließung vom 23. Juli die zweite Phase der Abrüstungskonferenz einwandfrei abschließen könnt«. Gegebenenfalls könnt« ein Protokoll aufgestellt werden, in dem für di« Durchführung der ersten Etappe der Abrüstung«ine Frist von fünf oder acht Jahren festgesetzt würde. Der ,^VorwärtS" veröffentlicht sie und entgegnet dem Polizeipräsidenten:„Wir be- antwort.en di« Warnung mit einer Warnung. Wir warnen den Polizeipräsidenten nachdrücklichst vor der Methode, die er mit feinem ! Schreiben zur Anwendung bringt. Mit seiner ! Auffassung, wir hatten den Reichspräsidenten be- I schimpfen wollen, steht Herr Melcher völlig allein, i Ts war eine Warnung in«ntschoideicher Stunde, ].der wir die neue hinzufügen: Der Herr PMzoi- prästdent möge eS unterlassen, sich an der Freiheit der Presse zu vergreisen!" ein naaonalsozlollsflsdier „Indenderziehcr“. Braunschweig, 2. Dezember. lEig. Dr.) Der nationalsozialistische Rektor der Schule in Thiege hat sich an zahlreichen Schülerinnen vergangen. Mehrere Eltern haben deshalb Strafantrag gegen ihn gestellt. Die Untersuchung ist eingeleitet. Trotzdem läßt Nazi-Minister K l a g g i 8 den Beschuldigten seinen Dienst weiterversehen. Sein vor kurzer Zett als Rektor seines Amtes enthobener Vorgänger, war der republikanische Lehrer Freienberg. Er mußte dem jetzt unter Anklage stehenden Nazimann weichen, weil Freienberg feindselige Bemerkungen gegen die Hitler- Bewegung gemacht haben soll. ynndmord öder politischer Mord? Köln, 2. Dezember(Eig. Drahtb.) In einem Gebüsch bei Kirchen an der Sieg wurde der seit fünf Wochen vermißte frühere christliche Gc« Werkschaftssekretär Jung aus Siegen, seines Geldes und seines Mantels beraubt, tot aufgefunden. Die Leiche wies erhebliche Kopfverletzungen aus, die wahrscheinlich von Messerstichen herrühren. Außer einem gemeinen Verbrechen kann auch ein politischer Mord in Frage kommen, da Jüng eine politisch stark umkämpfte Persönlichkeit war. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiitiiitiiitiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii)iiiiiiiiiii]iiiiii)iniiii)iiiiiiiiii{iintiiiiiiiiiii]iiiiiiitiiiiiitiiitiiiiiiiiiii]iii]iiiiiiiiiiiijiiiiiiiiiii Bergarbeiter-Versicherung in Gciahr! Bergarbeiter fordern sofortige Maßnahmen zur Wahrung Ihrer Rechte. Der Landervizepröfident entscheidet über Beschwerden gegen ihn selbst! Der Irrsinn der BerwaltungSresornr. Welch widersinnige Folgen di« Verwaltungsreform zeitigt, die dem Landcspräsidenten die Befugnis erteilt, Beschlüsse der Bezirksvertre- tungen aufzu heben, und das Richt einräumt, es der Bezriksvertretung zu verwehren, selbst gegen ungesetzliche Entscheidungen den Rechtsweg zu betreten, zeigt ein groteske» Vorkommnis in der Karlsbader B«zirksvertr«1ung. Die Karlsbader Bezirksvertretung hat die Shstemisierung von Straßenwärterstellen und die Gleichstellung der Bezirks st raßen- Wärter mit den st a a t l i ch« n Straßenwär- tcrn beschlossen. Der amtierende Lanoesvize- präsidcnt hat den Beschluß, der dem Gesetz m jeder Weise Rechnung tragt, nicht genehmigt und verlangte, oaß auch die Bezirksstraßenwärter, denen mit Rücksicht auf di« elende Beschaffenheit der Bezirksstraßen Straßenabschnitte in der Länge von ourchschnittlich 4.1 Kilometer zugewiesen wurden, ebenso wie die StaatSstraßen- warter Abschnitte von 5 bis 6 Kilometer zugeteilt erhalten sollen, obwohl die Wartung der Staatsstraßen mit festen Decken weniger Arbeit in Anspruch nimmt, als di« der Bezirksstraßen. Die Bezirksvertretung beschloß am Freitag einstimmig, ihren bisherigen Standpunkt beizubehalten und gegen die Entscheidung des LandeS- vizepräsidenten, gegen di« ein Rekurs nicht zulässig ist, Beschwerde an daS Oberste Ber- waltungsgericht zu erheben. Nun wurden durch die BerwaltungSreform an die Spitze der Bezirksvertretungen die Bezirk sh a u p t m ä n n e r gesetzt, welch« dem Landespräsidenten unterstellt sind. Würde der Bezirkshauptmann von Karlsbad als Vorsitzender der Bezirksvertretung den einstimmigen Beschluß durchführen, müßt« er eine Beschwerde gegen seinen eigenen Vorgesetzten unterschreiben. Er erklärte also, daß er den einstimmigen Beschluß der Bezirksvertretung sistiere und dem Landesvizepräsidenten zur Entscheidung vorlegen würde. Der Landesvizepräsident hat also darüber zu entscheiden, ob eme Beschwerde gegen ihn zulässig ist. Er wird auch darüber entscheiden, ob seine Verfügung angefochten werden darf. Jedem Menschen, jeder Gemeinde steht der Weg zum Obersten Berwal- tungSgericht offen, nur einer Bezirksvertretung nicht! Auf jeden Fall kündigt« die sozialdemokratische Fraktion die Beschwerde an das Innenministerium an, falls der Landespräsident der Bezirksvertretung das Recht verweigern sollte, die Beschwerde an das Oberste Verwaltungsgericht zu richten. Ei« merkwürdiges Ä onfiskntionserkenntnis. Wie wir bereits mitteilten, ist der Karlsbader „Volkswille" wegen deS Abdrucks deS Artikels „Ein Dokument des Grauens. Folterungen in den rumänischen Polizeigefängnissen" beschlagnahmt worden. DaS Egerer Gericht har diese Beschlagnahm« bestättgt, denn— so heißt eS in der Begründung— in der erwähnten Stelle wird in d er Druckschr i s> dnrch Not- züchtigungStaten die Sittlichkeit und Schamhaftigkeit gröblich verletzt. Daß NotzüchtigungStaten in einer Druckschrift begangen werden, ist doch einigermaßen merkwürdig. Semator Lokota z« acht Monaten Kerker verurteilt. Ungvar, 3. Dezember. Der Straffenat hiesigen Kreisgerichtes verurteilt« heute den kommunistischen Senator Ivan Lokota wegen Gewalttätigkeit bei einer Volksversammlung in Mu- kaöevo im Jahve 1930 zu acht Monaten Kerker. Lokota, der außerdem noch ein« dreimonatige Strafe abzubüßen Hat, wurde sofort in Haft genommen, da gegen ihn noch ein« Stmfanzegc wegen Gewalttätigkeiten, begangen in der Gemeinde Stavnö erstattet wurde. Wegen dieses DÄiktes wurde er dieser Tage vom Senate der Nationalversammlung ausgeliefert. 32 Dom sdie Linkssozialislen zu iahrelanuem Gefängnis verurteilt Warschau, 1. Dezember.(Eig. Drahtb.) In Lodz wurden in einem Prozeß gegen 86 Mitglieder des.stinken Flügel»" der polnischen sozialistischen Partei 32 Angeklagte zu Gefängnisstrafen von zwei bis sechs Jahre» verurteilt. Sie werben beschuldigt, angeblich verkappte Kommunisten zu sein. Dieser Tag« verhaftete di« Warschauer Polizei eine kommunistisch« Versammlung von 195 Personen. Erwerbsioscnifundgehnng- adit verletzte. Gevelsberg(Westfalen), 8. Dezember. Als Protestaktion gegen Verkürzung der Unterstützungssätze Veranstalteten Erwerbslose am Freitag wiederholt Straßenkundgebungen. In einem Demonstrationszug, der von der Polizei mit dem Gummiknüppel und schließlich unter Gebrauch der S hußwaffe aufgelöst werden mußte, wurden auch Kinder mitgesi'chrt. Drei Personen wurden verletzt. Seite 4 Sonntag, 4. Dezember 1932 fix. 286 Tagesneuigkeiten I I Käthe von Nagy, spiel« nicht mit Schietz- WeihnachtSgeschenke gewehr! Die Filmschauspielerin Käthe von Nagy Kultur, wie Bücher erlitt am Freitag einen eigenartigen Unfall. Sie Technik ersetzt die Kaufkraft der Menschen nicht. In Düsseldorf fand dieser Tage eine Wirtschaftskonferenz statt, die sich unter an- derm mit den sogenannten Fehlinvesttttonen und dem bisherigen Ergebnis der Rattonali-1 sierung beschäftigt«. Bei dieser Auseinander-1 setzuwg mußten die ersten Männer der Schwer- industrie,— die gleichen Leute also, die noch vor wenigen Jahren nach der Rationalisierung als dem Allheilmittel für eine gesunde Wirtschaftsführung riefen,— zugeben, daß sie sich bei all ihren seinerzeitigen Annahmen arg verrechnet haben, denn der gegenwärtige Stand der Industrie und des Handels ist nicht zuletzt auf die ganz verfehlte Betriebs- führung dieser Herren zurückzuführen. Die bisherigen Erfahrungen, die man mit der Rationalisierung der Betriebe machte, hatten ergeben, daß wohl tausende Arbeitskräfte erspart werden konnten, und also die Lohnsumme gewaltig gesuicken ist bei gleichzeitiger Vermehrung der Produktion, auf der andern Seite jedoch verzeichnet man einen ungeahnten Ka- pttalverbrauch für die Jnvestttionen, die durch die Rationalisierung notwendig wurden und damit auch eine dauernde, ost unerträgliche Belastung der Produktton durch die Berzin- sung dieser Kapitalien und ihrer Amortisation.. Dos schlinunste Ergebnis der Rationalisierung aber ist die heute feststehende Tatsache, daß Maschinen, sie mögen eine noch so raffinierte Technik verkörvern, und noch soviel Kapitalien verschlungen haben, außer elcktri- schem Strom, Dampf oder Wasserkraft, im besten Falle etwas Oel konsumieren, aber von den Gütern, die sie schnell ,und reichlich hervorbringen, nichts verbrauchen können. Das ist nach der heutigen Meinung der großen Wirtschaftsköpfe der Mangel der Rationalisierung. Maschinen sind sehr teuer und haben die schlechte Eigenschaft, daß sie das für sie verwendete Kapital endgültig ableiten, d. h. (anbin wurde so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen geztverfelt wird. Auch in dem Stva- ., der ebenfalls erheblich beschädigt Produktionsmittel ivurdc, gas es mehrere Verwundungen, jedoch Urban ist in das Haus seiner Ellern nach Karls-1 bad zurückgekehrt. I! Kein Absatz für Kleinautos. Wie die„Neue I' Frei« Presse" mitteilt, werden die österreichischen I Steyrerwerk« mit Ende d.J. die vor einiger Zeit' in Zusammenarbeit mit den Oppelwerken in 11 Rüsselheim ausgenommen« Erzeugung von Klein- I' automobilen wegen ungenügenden Absatzes ein-!, stellen.' Em' großer Teil dieser Automobile ist l unverkauft auf Lager geblieben. Ein maskierter Räuber schlug Freitag! abends im Nebenbahnzug der Strecke Kelheim—I Saal an der Donau von der Plattform des Post-1 wagens aus das Fenster des Postwagens ein, drang in den Postwagen, raubte eine Kassette mit 11.000 Mark Postgeldern und sprang aus dem! fahrenden Zug. Den diensttuenden Postbeamten I hatte er mü vorgehaltoncm Revolver in Schach I gehalten. Der sofort mit Kraftwagen herbe igebotte! Streisdienst der Reichsbahn hat mit der Gendarmerie nutz mit Spürhunden die Suche nach dem I I Täter ausgenommen. Verhaftung zweier internationaler Taschendieb«.! Die Komotauer Polizei verhaftete auf dem frei»! tägigen Wocheninarlt den 37jährigen Bladislav Za-! grzevskh aus Warschau und dessen Komplizen, den 24j8hrigen-öbl Huttmann au« Krakau. Die beiden Polen sind bekannte Langftnger, di« internattonalen! Ruf genießen. Autounfall. In der Nacht aus Samstag fuhr ein Mretauto, dar etnem Lastautomobil ausweichen wollte, in Brüx in einen Straßen-! graben und stieß dabei mit aller Wucht an I einen Baum, so daß es zertrümmert wurde. Bon den sieben Insassen wurden zwei ernst! ( und fünf leicht verletzt. Ein guter Fang ist der Gendarmerie in! Bünaubuvg(Bez. Tetschen) geglückt. In Oberlausitz war am Freitag ein Kassenbote überfallen I und UM dse Lohngelder, die er bei sich trug, beraubt worden. Der Verdacht der Täterschaft siel auf eigen gewissen Josef H i e k m a n n, der kurz nach der Tat flüchtig wurde. Hiekmann, der auS dem Duxer Bezirke stammt, wandt« sich über die Grenz«, nach Novdböhmen und über Stein- fchönau nach Bodenbach, um sein« Eulauer Verwandten aufzusuchen. Der telegraphisch verständigten Gendarmerie gelang es, ihn in dem auf der Strecke Bodenbach—Eulau-KonigSwald I verkehrenden AutobuS bei Bünaüburg festzunehmen. Einen kleinen Teil des geraubten! I Geldes trug er bei sich, nach dem anderen wird I noch gesucht. Schuß aus dem Gebüsch. Auf dem Wege vom I Breitenberg in Brüx gegen Tschaulsch wurde gegen ( den 17jährigen Malerlehrling 6erny aus einem Ge- ! husch heraus«in Schutz abgegeben. Eine Schrot- , I lgtzung drang dem jungen Mann in den rechten , I Oberschenkel, so daß die Ueberführung des Getrost -! fenen ins Krankenhaus erfolgen mußt«. Wahr« .! schei'nlich war der Schutz von einem Wilderer -1"bgegeben worden i1 Die Ultralurzwellr. Am Freitag hielt in London >l in den Räumlichkeiten der Königlich Wissenfchaft- '' lichen GeseMchaft Marquis M a r c o n i mit grotzem Erfolge einen Vortrag, in welchem er die praktischen Ergebnisse darlegte, di« er in einer ganzen Reih« von unlängst erfolgten Versuchen zwecks Erreichuna eines größere» Radius bei Ultrakurzwellen erreicht Vom Rundfunk Empfehlenswerte« aus ven Programme«. Montag: Prag: 6.15 Gymnasttk, 11.00 Schallplatte«, 15.30 Moderne tschechische Lieder, 17.30 Kinderfunk, 18.25 Deutsche Sendung: Dr. Glaser: Deutschlands erste Dichterin Roswilha, 20.00„Bankrott", Schauspiel von Björnson.— Brünn: 18.25 Deutsche Sendung: Pros. Dr. Jellinek: Französisch für Anfänger, 18.35 Volkslieder. Preßburg: 16.10 Orchesterkonzert, 18.00 Blasmusik. — Berlin: 15.55 Heitere Lieder, 16.30 Orchesterkonzert.— Breslau: 16.20 Unterhaltungskonzert.— Mühlacker: 19.30 Volkstümliche Lieder.— Hamburg: 1930 Gesänge mit obligater Geig«.— Königsberg: 20.45 Klassische Dialoge.— Leipzig: 19.00 Lieder zur Laute.— Wien: 20.00 Orchesterkonzert. Dienstag: Prag: 6.15 Gymnasttk, 11.00 Schallplatte«, 15.30 Klavierkonzert, 18.25 Deutsch« Sendung: „Ter gestiefelte Kater", 19.40 Unterhaltungsmusik. 21.40 Konzert, 22.15 Blasmusik.— Brünn; 12.30 Orchefterkonzert, Frauenfunk, 18.25 Deutsch« Sendung: Prof. Steppan: Die Zeitungsanzeige als Werbemittel, 21.00 Biblischer Abend.— Berlin: 16.55 Biolinmusik, 18.00 Moletten.— Mühlacker: 21.30 Biolinsonaten.— Königsberg: 19.30 Bunter Abend.— Laugenberg. 20.00 Tänze von heute.— Leipzig: 16.30 Konzert.— München: 20.15„Ein Walzertraum", Operette von Strauß. — Wien: 18.10 Chorkonzert, 20.00 Wagner-Stunde. Freilpruch Bullerjahns. Leipzig, 3. Dezember.. Im Bullerjahn- Prozetz verkündet« das Reichsgericht heut« mittags folgendes Urteil: Der Angeklagte Walter Bulle r j a h n wird unter Aufhebung des Urteils des vierten Strafsenats des Reichsgerichtes vom 11. Dezember 1925 aus Kosten der Reichskasse frei- gesprochen. Rach der Urteilsverkündigung erlitt die im Znhörerraum sitzende Mutter Bullerjahns einen Zusammenbruch; sie mußte von dem Bruder des Angeklagten hinausgeführt werden. l»3..* Bullerjahn hatte das Waffenlagcr der Deutschen Waffenwerke im Rheinischen zu verwalten und wurde über«ine anonyme Anzeige verhaftet, weil er es angeblich den alliierten Mächten ver-I raten hätte; der Prozeß wurde auf Betreiben der durch diesen Verrat sehr geschädigten Deutschen Waffenwerke recht geheimnisvoll und schnell zu! Ende geführt und ist in seinen einzelnen Phasen I ein« der unglaublichsten Justizskandale des zwanzigsten Jahrhunderts. Walter Bullerjahn hatte viel mit Franzosen verkehrt, hatte sich immer ungeheuer ungeschickt benommen, den Mantel des I Geheimnisses um seine Verwaltertätigkeit gelegt, so daß«in oberflächlicher Beobachter wirklich hätte Verdacht schöpfen können. Trotzdem konnte ihm nichts nachgewiesen werden; nur ein Brief des Generaldirektors der an der- Sache interessierten Waffenwerke lag dem Gericht vor» das zwar den Herrn Direktor nicht einvernommen hat, aber auf Grund dieses Schreibens das verurteilende Erkenntnis fällte. Und so war di« Justiz im Banne der vaterlandstreuen Munitionsfabriken, daß auch das Reichsgericht di« Urteile gegen Bullerjahn bestätigte(wie dies auch in Franst reich im Falle Dreyfus geschehen ist). Die ganze freigesinnte Oeffentlichstit wandte sich sofort gegen den Rcckitsbruch und hat nach komplizierten Nachforschungen öffentlich behaupten können, daß Generaldirektor Gontard an Bullerjahns Verurteilung materiell interessiert war, weil das Reich „verratene Waffenlager" bezahlt. Wäre Buller- jahn freigesprochen worden, dann hätte das Deutsche Reich nicht blechen müssen; so mußte es geschehen, daß di«„verratenen Waffen"(die von den Alliierten konfisziert wurden), bereits zweimal bezahlt sind; als Gontard vergangenes Jahr ein drittesmal Bezahlung verlangt«, hat. das Reich abgewinkt und unter diesem Beweismaterial mußte di« Glaubwürdigkeit seines ominösen Briefes erledigt sein, das ist wieder einmal eines der vielen Beispiele, mit welchen Mitteln die blutige Internationale der Rüstungsindustrie arbeitet. Gontard ist einer jener, die schon vor dem Weltkrieg deutsche Maschinengewehre nach Frankreich lieferten!■' Der Freispruch wird von der Linkspresse, die in ihm die Beseitigung eines Justizirrtums sieht, mit Genugtuung ausgenommen. Trotzdem kritisieren die Blätter dieser Richtung die Begründung des Freispruches, der zufolge Buller- iahn wegen„Mangels an Beweisen" freigesprochen wird, und erklären, daß di« Strafprozeßordnung ein solches Urteil nicht zulasse, nach welchem auch an einem Menschen, dem nichts nachgewiesen werden konnte, ein Verdacht anhaft«. hatte: Marroni erklärt«, es sei ihm bereits gelungen, i einen vollauf reinen Empfang aus eine Entfernung von 275 Kilometer zu erreichen. Di« Versuche mit' Ultrakurzwellen, di« sich Lurch eine überaus groß« i Klarheit und Genauigkeit der Reproduktton aus- t zeichnen, eröffnen einer neuen Entwicklung der" radiotelegraphrfchen Technik ganz neue Aussichten. Di« Wiener Polizei verhaftete nach langen Fahndungen«ine große, mehr als 24 Mitglieder; zählende Räuberbande, die bereits seit mehreren Jahren in Wien und in der Umgebung die Mi*■ wegtnsten Einbrüche verübt und einen Schaden< von mehr als 100.000 Schilling verursacht hott«. An der Spitze der Bande stand«in gewisser Hube«, ein Mann namens M n n« und der 73jährige Wen» zel< Stratil. Prager Sonderzug in Wie«. Der von der Prager Staatsbahndirektion abgesertigte ermäßigt« Sonderzug traf Samstag früh mit etwa 300 Pas» sagteren auf dem Franz-JosestBahnhof ein. Ein«- österreichische Eifenbahnerkapelle spielte zur Begrü- ßung der Gäste die Leiden Staatshymnen, worauf die Gäste in ihr« Quartiere(die Hotels„Post",- i„Metropol" und„de France") gebracht wurde«. Frä« Roosevelt hält Rundfunkreden. Die Gattin des neugewähltes Präsidenten der Bereinigten Staaten Roosevelt hat den Antrag an» genommen, im Rundfunk zwölf Reden zu halten.! Ti« Reihe ihrer Kundgebungen wird Frau Roose»( velt am 9. Dezember beginnen und in jener Woche beenden, in der ihr Gatte das Präsidenteuamt übernimmt. Gcfängnisbirektor zu Boden geschlagen. Ei» flüchtiger, aber wieder festgenommener Sträfling unternahm einen Angriff auf den Gefängnisdirektor I in Dartmoor(England). Er protesttert« gegen die ihm wegen Verletzung der Gefängnisdisziplin aufdiktierte.Haftverschärfung durch Dunkelkammer nick ! ersuchte, der Direktor möge ihn in der Zelle auf- I suchen. Als der Direktor in der Zelle erschien, I warf sich der Sträfling auf ihn und schlug ihn ! zu Boden, wobei der Direktor ein« ernste Kopf- I Verletzung erlitt. Weshalb gute Schwimmer sinken. Es trifft nicht zu, daß Herzschlag— wie vielfach behauptet wird die häufigste Ursache dafür ist, daß gute Schwimmer zuweilen Plötzlich unteisinke« und in den Wellen den Lod finden. Biel öfter trägt eiy nicht beachtetes, von früheren Ohren» I evkrankungon Zurückgebliebenes Loch im Trono mclfcll Ke Schuld daran, durch das beim I Schwimmen Wasser in die Paukenhöhle dringt. Dadurch wird der im Ohrlabyrinth befindliche Apparat für Gleichgewichtslage gestört. Der (Schwimmer verliert seinen Meichgewichtsfin«, merkt nicht mehr, was oben und unten ist, findet di« Wasseroberfläche nicht und versinkt und crsttckt rm Wasser. Alle Menschen, di« wissen, daß sie em durchlöchertes Trommelfell haben, und ! auch tziejenigen, die es nicht wissen, bei betten laber wegen früherer Ohrenerkrankungen«in« derartige Möglichkeit besteht, sollten daher stets, bevor sie ins Wasser gehen, das Ohr mit einem gut emgefetteten WattAfropfen verschließen, der ' das Enid ringen von Wasser verhindert. Schoß I I oft ist aus die Notwendigkeit dieser Vorsicht»- l! maßregel hingewiesen worden, und doch wird »(immer wieder dagegen gefehlt! 1 1 Ausgabe der Bahnjohres- und-Halbjahres» 1 1 karten. Dl« Prager Staatsbahndirektion teilt mit, daß die Ausgabe von Jahres- und HalbjahreSkarte» für 1933 in eigener Regie durchgeführt werden Witt»: Die«rnsgabestelle befindet sich nn Masaryk-Bahnhof (über der Gastwirtschaft), erster, Stock, Eingang Hibernergasse. Di« Karten können bestellt und behoben werden vom 12. bis 17. d. M.(einschließlich) von 8 bis 1 Uhr, Vom 19. bis 23. d. M.(ein» schuetzUa,) von 8 bis 12 und 2 bi» 5 Uhr, am 84. d. M. von 8 bis 1 Uhr, vom 27. bis 30. d. M- von 8 bi» 12 und 2 bi» 5 Uhr, am 31. d. M. vo» 8 Pis 1 Uhr. Die Ausgabe für die spätere Zeit wir» neuerdings mitgeteilt werden. Schriftliche Beste»» lungen äus der Provinz und sämtliche Anfrage» können durch Bermitttung des nächsten Eisenbahn» stattonsamts oder direkt bei der Staatsbahndirektion in Prag II., Masarykbahnhof, vorgenommen werden. der primitiven Maschine stand, kostete auch s Ein Kapitalverbrechen wurde am Samstag Geld, aber er brauchte es für seinen dauernden 2*. einer Wohnung in Tegel bei Berlin enweät. Unterhalt, kaufte also Ware, um attbeitsfähig St^otyp^M dte b«dem Generalvetstche- bleiben führte trö ßUfh unmittelbar nnrfu rungsaocnten Bessert beschäftigt.st, fand diesen M vlerven, suytte vas Gew unmrttclvar, nach- ftüh in ferner Wohnung erschlagen aus. dem er es erhalten, sofort wieder der Produk- Behelfsmittel, Schränke und Schreibtische tton zu. Man wird nach dreien Feststellungen Maren anfg-brochen und durchwühlt. Zwischetr wohl etwas vorsichttger rationalisieren, oder, dem Mörder und feinem Opfer muß sich ein wenn man will, investieren. Die endgülttge(heftiger Kampf abgespielt haben. Lehre aus diesem Ergebnis freilich werden die I Verkehrsunglück in Wien. Auf dem Währin- Großindustriellen nicht zieh». Denn sie müßte(ger Gürtel stieß am Samstag ein Lastkraftwagen, zur Ueberzeugung führen, daß innerhalb der! der in iibeörus schnellem Tempo fuhr, gegen bestehenden Ordinrng keine Methode mehr ge-1 ekNen Straßenbahnzug. Bei dem Zusammenstoß funden werden kann, um den Schwierigkeiten Itt>urdt das^Automobil vollftamdtg zettrümmevt -uszuweichen, die sich bei dem heutigen Swnd^^^,,M^n^^^l>tet.^ Eme^ Pas- der Gutererzeugung immer und immer wie-(f der ergeben, denn diese Methode kann nur die l Bergefellschaftlichung der s* und der Wovenherstellung sein— das Ende! meist leähüer Natur^ des Kapitalismus. Fortschritt oder Rot? sind Ebenso Gradmesser der.. M,,.-ISBi v und Gemälde, die ihre Entstehungsepoche charakte-1 feuerte den Startschuß zum Kölner Dechstage-! risteren. Deshalb muß man die großen Auslagen rennen a!b. Da>bei hielt sie unvorsichtigerweise der Kaufhäuser so kritisch betrachten wie man den Zeigefinger über die Pistolemiründung, so Bücher, Bilder, Theaterstücke, Filme und die daß st« nicht unerheblich verletzt wurkte. Im Musik zu betrachten gewohnt ist. Entt'cheidend für Krankerchaus wurde eine Hautübertragung vor-! das Urteil über den Sinn und Inhalt unserer genommen. Di« Filmdiva muß dort einige Tage Zeit und ihrer Kultur, ist wohl vor allem das bleiben. Spielzeug, das in diesen Tagen zum Kaufe! Talsperrenweihe! Am Freitag mittag wurde für Weihnachten angeboten wird. Mit Spiellack»en in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Rei- formt man den kommenden Menschen, erzieht ihn ches und der Limder zwischen Saalscld und zu Haß oder Liebe. Was sahen wir früher in der Schleiz bei Saalbuvg die 215 Millioiren Kubik- Hanptsache bei den Spielzeughändlern? Unifor- ine ter Wasser fafferwe Saaletalsperve erngeweiht. men, Gewehre, Säbel, Kanonen, Trompeten, Dft Fertigstellung der Saaletalsperre dauerte Trommeln und ganze Regimenter Bleisoldaten, sechs Jahre. Auf einem Gebiet von 920 Hektor Alles Dinge, die dem ost vier- bis fünfjährigen 28 Kilometer Länge mußten u. a. 20 indu-- Knirps den Krieg veranschaulichen und demon- I striellc Anlagen und 120 Hauser, die ehemals strieven sollten. Dte Arbeitermutter und der Vater, von 700 Menschen bewohnt waren, unter Mas sie kauften dem Kinde, wenn schon nichts anderes, I ser gesetzt werden. Das mit der Sperre verbun- fo doch ein Gewehr oder ein« Trommel, damit es dene Kraftwerk wird den von vier Turbinen mit den Kindern anderer Proleten dem Soldatett--(erzeugten Spitzenstrom(Jahresmenge 50 Mil spiel frönen kontlt«. Den Geist der erwuchs, lionen KW) über 50.000 und 100.000 Voltlei- haben wir 1914 Mr Genüge kennen gelernt. Nun I tungen nach Thüringen, Sachsen und Preußen wieder Auslagen! Man glaubt es fast nicht! Die l liefern. Militärspielzeuge haben sich wesentlich verringert. Haftentlassung w«g«n Sinnesverwirrun« im Sfe sind zwar noch da, aber un Verhaltn.szu«^«tW der Tat. Wie aus Karlsbad ge- Jahren sind sie geradezu unbedeutend I meldet wird, wurde der Mörder der Braut seines fc"*£^V.^r-«fe.«ner rohen Bruders, H^ns Urban, vom Egerer Kreisgerichte l^rltnr entsprtngenden SptÄfachen tmmer noch, pxghalb aus der Haft entlassen, weil er die Tat rn aber wo sie zu sehen sind, vcrschwtnden sie m der vollständiger Sinnesverwirrung begangen hat. Menge der anderen Spielzeuge, die aus modernen, I----—•—--- der Arbeit und der guten Bildung dienenden h \ Kindergeschenken bestehen. Man kann dies eine höchst erfreuliche Feststellung nennen. Allerdings!, wird sie von dem Gedanken getrübt, daß diese(1 Verminderung verwerflicher Spielfachen vielleicht< zum Teil der großen Not zu verdanken ist,'in der!, sich die breiten Schichten der Bevölkerung befnt-1 den. Denn Sokdatettspielzeug wurde gerade meist I von den Äermsten der Armen und von lleinbüv- l, gerlichen Patrioten gekauft. In diesen Kreisen! fehlt jetzt das Geld MM Kaufe von Geschenken.! Die Industrie weiß das sehr gut und verlegt sich' deshalb in der Hauptsache aus ändere Spielfachen. I Aber unbestreitbar ist dennoch die Tatsache, daß in den letzten Jahren durch den systematischen! (Kampf, der von den sozialdemokratischen Btl-( dnngs- und Erziehungsorganisationen ausging, das Gewehr und der Blersoldat mit all dem I andern militärischen, dem Kriege dienenden I (Plunder vom Weihnachtstisch des Arbeiterkindes! (verdrängt worden ist.^n dieser» Tatsache sehen I I wir einen Erfolg der sozialdemokratischen Bewe-! gmta/Dieser Erfolg hllst den neuen Menschen! schaffen, der dem Aufbau und der Liebe leben wird,- während die Generationen vor ihm dem I Haß und der Vernichtung gelebt haben. Vom Schlachtfeld der Krise. Aus Neuhäusel wird berichtet: Im Speisesaal der Sandrtk-! Fabrik veriwte der Beamte Gustav M e d z i-( h r a d s k y Drlbstmovd. Die Direktion der Fabrik I hatte einige Angestellte abgebaut und den ande-1 pen den Gehalt gekürzt. Unter diesen befand sich auch Medzihvadskyi, der nunmehr einen so klei-( nen Gehalt bekommen sollte, daß er glaubte, da- mit nicht auÄommcn zu können. Er war 42 I Jahre alt. Die Freiheitspfeil« in der Internationale.! ! Das Kampffyntbol der Eisernen Front in I Deutschland, die drei Pfeile, erlmtg eine immer( größere internationale Verbreitung. Nunmehr ist es auch in Ungarn als offizielles Parteiabzei- ! chen«ingeführt worden. Dre drei Pfeil« sollen I dort die Forderung nach Freiheit, Boden! und Arbeit verstnnbiWichen.. Ein sozialistisches Filmarchiv in der Schweiz. ' I Tie Schweizerische Arberterbillmngszetttrale II(Bern, Monbijoustraße 61), läßt soeben ein Ver zeichnis der in ihrem Archiv befindlichen Filme, Bildbänder und Lichtbilder erscheinen. Das Ver zeichnis, das später durch Nachträge ergänzt wer den soll, enthalt wertvolle Filme aller Art, darunter auch abendfüllende Spielfilm«, die für die Arbeiterdildungsbestrebungen nützliche Dienste zu leisten vermögen. Ter«en« Landesverteidiguugsminister Däne marks. Der Vorsitzende des dänischert Unterhau ses, H. P. H a n s e n, sst als 9lachfolger des gegenwärtigen sozialdemokratischen Regierungs- I»Mitgliedes, Rasmussen, zum Landesvertei- digungsminrstcr criprmtt worden. Rasmussen hat vor den kürzlich stattgefundenen Wahlen mitgeteilt, daß er mit Rücksicht auf sein hohes Alter zurückzutreten wünsche. Hansen erklärte beim Antritt seines neuen Amtes, daß er seine Aufgabe darin erblicke, das Weik seines Vorgängers (fortzufetzen. Bor allem würde er wiederum und ,... I so bald wie möglich dem netten Reichstag den nicht zum Unternehmer im einfachen Kreise sozialdemokratisch en Abrüstungs lauf zurückbrmgen. Der Arbeiter, welcher anjgesetzenlwurf vorlegen. Xt. S8S Sonntag, 4. Dezember 1982 Seile 5 l dem Finger an den Hut, als er sein« Frage stellt. Ander- der Gefragte: Er lüfter fein« Kopfbedeckung und erklärt dem Bnn- dcSbruder von der Spree mit einem Wortschwall, wie er zu gehen habe, um sich nicht zu verlaufen. Zum Schluß kann er sich die Bemerkung nicht ver- sagen:„Verzeihen's, Herr Nachbar, aber warnm nehmen'- denn Ihren Hut net ab. wann'- etwas wünschen?" Lehmann au» Berlin stehl ihn an wie rin Wundertier, dann entfliehen dem Gehege seiner Zähne di« klassischen Won«:„Lieba valoof Ick mir!" Sprachs und setzt« grußlos seinen Weg fort. Ehrendoktorat. Samstag fand im Festjaal der Technischcn Hochschule in Wien in Anwesenheit der Vertreter de- Bundes und der Hochschulen die feierliche Promotion des österreichischen(iudetendeutschen) Historikers mittelalterlicher Baukunst, des Hofrate- Professor» Dr. Josts N e u w i r t h zum Ehrendoktor der technischen Wistenschaften statt. Prof. Dr diru- wirth kam im Jahre 1899 von der Prager Universitär nach Wien und ist Ehrendoktor der deutschen technischen Hochschule in Brünn Er Ist der Autor einer iudetendeutschen Kunstgeschichte. Tie Mitglieder der Regierung empfangen w«gcn der Teilnahme an Beratungen über dringliche Regie» rungsarbeiren vom 5.-16. Dezember keine Besuch«. Von der Stefanik-Bolkssternwarte. Im Monate Dezember ist die Sternwarte dem Publikum zugänglich täglich außer Montag um 6 Uhr abends. Schul- und Bereinsbasuche sind gleichfalls täglich mit Ausnahme des Montag willkommen, und Uvar: Schulbesuch« um 5 Uhr abends, Pereinsexkursionen um 7 Uhr abends. Sonntag ist die Sternwarte gleichfalls von 10—3 Uhr nachmittags offen und auch die Besichtigung der Einrichtung gestattet. In der ersten Monatshälfte können durch das groß« Fernrohr der Mond und durch das klrinere die Doppolgestirne beobachtet werden,- in der zweiten Hälfte die Nebelfleck« und Sternhaufen. Sonderausflugszug für Sportlrute ins Riefengebirge. Di« Staatsbahndirektion in Prag fertigt vom 8.—11. Dezember einen Sondersportzug mit Verpflegung und Führung zum Kart«npreis von 209 K pro Person ab. Abfahrt vom Wilsonbahnhof am 8. Dezember um i Uhr 40 Minuten, Rückkehr nach Prag am 11. Dezember um 22 Uhr 12 Miimtcn. Der Zug wird über Groß-Osek dirigiert. Kartenpreis ab Kotin 198 K. Di«. Einlogierung findet je nach Wahl in Spindlermühlc oder auf den Gebirgsbanden statt, und Mar aüf'der Sokolbaude, auf der Schwarzfchlagbaude, Koliner Baude, der Schwarz- und Havelbaude auf der Geiergucke. An- mÄdungen bei' Entrichtung einer Angabe in der Höhe von 50 K nimmt bis Montag, den 5. Dezember, 18 Uhr, Schalter Nr. 13 des Prager Mafarykbahnhofes entgegen. Kunst and Wissen Vor Sonnenuntergang Gerhart Hauptmann-Zyklus IV. „Vor Sonnenaufgang" hieß das erst« Drama des jungen Hauptmann, das unter Protest und ! Skandal, aber dennoch siegreich über di« Bretter ! gegangen ist. Wie gut der Namen gewählt war, ! das hat man erst vier Jahr« später wisst« rönnen, | als die„Weber" kamen. Das war nun wirklich I Ausgang einer Sonne in der Nach: der deutschen Theater-, üt die auch der Naturalismus bis dahin nur Raketen verschosst« halt«. Ein Jahrzehnt gab die. Sonn« Hauptmann- vollen Glanz, strahlendes Licht. Dann begann sie zu sinistni Ob man bei dem greisen Dichter heut« noch von einer Abenddämmerung sprechen kann, ob er noch vor Sonnenuntergang sicht, oder ob seine Sonn« längst versunken ist, wird jeder nach seinem Geschmack entscheiden müsse». „Bor Sonnenuntergang" lebt von den früheren Werken der Dichter», der alt« Motiv«, die schon in den„Einsamen Menschen" angeschlagen wurden^ neu gestaltet. Aber einen hochbürgerlichen, patri- zisch-n Fuhrmann Henschel zu zeichnen, wobei das Problem sich auch innerlich verschiebt, der alte Geheimrat Clausen nicht wie Henschel an d«r jungen Frau, sondern an dem Widerstand der Umgebung gegen di« Liebesehe des Greists zugrunde geht, das wäre wohl noch ein Vorwurf, der sich dichten ließe. Nicht an dem Thema liegt es, wenn da- Drama auf weiten Strecken«inen geradezu peinlichen Eindruck macht. ES liegt daran, daß dem Dichter dar Erlebnis nicht mehr zur Gestalt wird, daß es flach bleibt. Hauptmann kommt auch hier im dramatischen Stil nur selten über den bloßen Bericht hinan-, der uns nicht- angeht..Die Sprache ist meist abgegriffen und farblos. Die Bildung im Haust Clausen ist nicht nur bei den mißratenen Kindern, sondern auch bei dem Geheimrat selbst Bildungsphilisterri; wenn man den alten Herrn als ein« komisch-satirische Figur zeichnen wollte, nie könnte man ihn kaum besser charakteriesteren als durch den ganz äußerlichen Goethekult, der die Kinder Bettina, Ottilst, Wolfgang und Egmont nennt und mit Goethe-Worten die Rede würzt. Ein schwacher Stück also, mit einem kaum erträglichen ersten Akt, um einem vierten, der von den Wirkungen lebt, die der dritte vorweggenommen hat. Selbstverständlich gibt es Höhepunkte, dramatische Moment«, in denen man den alten(jungen) Hauptmann noch erkennt, aber immer setzt sofort ein Wortschwafl ein, um die Wirkung auszulöschen. Beim Vergleich mit anderer zeitgenössischer Dramatik wird das Drama Hauptmanns nicht schlecht wegkommcn, beim Vergleich mit Hauptmann wird der Dichter den kürzeren ziehen. Die Aufführung(unter Licbis Regie, der erfreulicherweise Reinhardts berühmte Bibliothek mit Ausblick auf den freien Himmel nicht übernommen hat, sondern es bei einem Salon und für die Schaulust bei einem richtigen Diner bewenden ließ) machte einem zuerst gar nicht und später nur mäßig warm. Herr V a l k machte den feurigen Greis, in den sich eine Zwanzigjährige sterblich verliebt, nicht glaubhaft. Es war kalt wie immer, anfangs geradezu verdrossen und beamtenhaft korrekt. Auch seine Zornesausbrüche ließen die donnernde Stimm« und di« Glut, die durch den Gletscher bricht, vermissen. Es war wieder wie bei diesem Künstler nun schon in jeder Rolle«ine sorgfältig berechnet« Virtuosenleistung, der nur eines, aber. das. Entscheidende fehlte, die inner« Wahrheit der" Gestalt. Die hatte, bei einigen äußerlichen Mängeln(im Sprechen) Frl. Ander- g a st als Inken Peters. Der Liebreiz der Jugend, da- übersprudelnde Temperament, die Fähigkeit zu großer Liebe und der Mut zu Opfer und Bekenntnis waren bei ihr so glaubhaft, wie bei ihrem Gegenspieler das Wesentliche unwahrscheinlich war. Eine ausgezeichnete Figur stellte Herr Renner mit seinem plebejischen Klamroth. Gut gesehen war auch die Hysterikerin Bettina der Warnholtz. Alle anderen Rollen sind im Grunde episodisch und als Episoden wurden sie auch zuläNglich gespielt, zum Teil auch scharf pointiert wie der Pastor Iantschs, der Sekretär T a u b s, der Diener Willi Bauers. Bei Ströhlin(Sohn Wolfgang), Musil.(Justizrat) und Carola Behrens hätte man gern ein wenig mehr Farbe aufgetragen gesehen. Die andern waren: Frey, Rösner, Holzlin, Beit, die Domen Beilke und Bertram. Das Haus spendete zunächst anerkennenden, später auch herzlichen Beifall. Wie weit«S sich auch bei diesem vom Zwang der Konvention leiten ließ, muß unentschieden bleiben. E. F. Der sozialdemokratische Schiller. Di« Nationalsozialisten erspüren manchmal wirklich di« unglaublichsten Ding«. Das„Hakenkreuzbanner" hat entdeckt, so berichtet die„Frankfurter Zeitung" daß der Mannheimer Intendant Herbert Maisch„eine SPD.-Demonstration inszeniert". daß er„die„T«ll"-Aufführung zu einer sozialdemokratischen Mtion nmgefWscht" habe. DaS ist geschehen? In diesem„Wilhelm Teil' werde — 5. Auszug, 1. Szene— der Ruf des erlösten Schwyzer Volk»„Freiheit! Freiheit!' durch„geballte Fäuste in Reichsbapnermanier... deutlich durch die Form des SPD.-Pckrteigrußes" begleitet. Nun ist ja sicher, daß den Nationalsozialisten d«r Ruf „Freiheit" an sich schon unsympathisch klingen muß. Aber daß, wie das Blatt meint,„ein freies Volk mit geschwungenem Arm und geöffn«ter Hand „Freiheit" rufen würde,— also mit dem italienischen Fascistengruß—, das ist wirklich fabelhaft. Der Freiheitsgruß wird in der heftigen Polemik sogar zu einem„a ltsemi tischen H«ilsz« ich e n", und wer weiß, vielleicht hat Schiller stinen„Tell' überhaupt nur geschrieben, um der Sozialdemokratie ein Agitationsstück zu liefern. Der Grund allerdings, daß sich das„Hakenkreuzbamrer" an der vor ilngefähr Jahresfrist«instubierten Aufführung roibt, liegt anderswo. Intendant Maisch hat es nämlich ab gelehnt, nach dem Wunsche der Nationalsozialisien „nur noch deutschblütige Künstler(Nichtjuden).in Vorstellungen austreten zu lassen, die eine zu bildende nationalsozialistische Bühnengemeinde übernehmen" wollte. Er hat erklärt: er.kenne in seinem Theater nur Künstler und Mitarbeiter, Konfession und Rass« spielten bei ihm keine Rolle. Darum jetzt di« Geschichte mit dem„Wilhelm Tell". Wochenspielplan de- Rene» Deutsche» Theater». Sonntag, 11 Uhr vormittags: Kammermusik; halb 3 Uhr nachmittags:„Cavalleria rüst Irans", „Der Bajazzo"; halb 8 Uhr: Ensemblegastfpiel Albert Bassermann:„College Crampton'.— Montag, halb 8 Uhr: Gastspiel Alice Verden:„Der Kaufmann von Venedig". — Dienstag, 7 Uhr:„Aida"(A L).— Mittwoch, halb 8 Uhr:„Bor Sonnenuntergang" (B 1).— Donnerstag, halb 8 Uhr:„Der Troubadour"(C 1). Freitag, halb 8 Uhr:„Bor Sonnenuntergang"(D 1).— Samstag, halb 8 Uhr:„Der fliegend« Holländer"(D 2). Äochenspielplan der Klein«« Bühn«. Sonntag, 3 Uhr:„Ich habe einen Engel geheiratet"; 8 Uhr:„Dreimal Offenbach".— Montag, 8 Uhr:„Essig und O«l".— Dienstag, 8 Uhr: „Ich habe einen Engel geheiratet".— Mittwoch:„Essig und Del"(Bankbeamten ll). — Donnerstag, halb 8 Uhr:„Bargeld lacht". — Freitag, 8 Uhr:„Essig und O«k"(Kulturver- bandrfreuiwe).— Samstag, 8 Uhr:„Bargeld lacht". WM Bill VCTOTSlMtlMMI „Amerika- Europa- Rußland", wie«- der Herr Knickerbookrr sieht. Donnerstag sprach im großen Saale der städli- schen Bücherei zu diesem Ä)cma der amerikanische Reporter Knickerbooker,. der bekanntlich die Welt bereist und mit stinen Reportagen gute Geschäfte gemacht hat. ES konnte nicht auMeiben, daß er beschloß, ein« Vörtragstouryee zu managen und so hatte auch Prag Gelegenheit, den Amerikaner kennen zu lernen. Trotz der gesalzenen Eintrittspreise herrschte gewaltiger Andrang. Man erwartete offenbar viel von dem Vortragenden. Der Titel des Vorträge- war anspruchsvoll genug, was geboten wurde, unterbot aber die bescheidensten Erwartungen Herr Knickerbooker sprach(oder vielmehr: las) in fließendem Deutsch mit geringem Akzent: Es war Reportage, und zwar«in« wissenschaftlich aufgemacht« Reportage, di« durchaus an der Oberfläche der Dinge blieb. Wenn sich der Vortragende aber zu Deduktionen aufraffte, so waren diese so seicht und flach und schablonenhaft, daß man sich nicht wundern kann, wenn das Publikum sich offenkundig langweilte. Bon Amerika bekam man wenig zu hören, höchstens, daß sich dort nun«ine„koSmopoliti- f ch e" Richtung Bahn gebrochen habe.(Dies« Richtung hat inzwischen durch ihre intransigeante Haltung in der Schuldenfrage das Gegenteil bewiesen.) Aber Knickerbooker ist nun einmal Optimist und dieser Optimismus verleitet ihn zu sonderbaren Feststellungen. Zwar gibt es 30 Millionen Arbeitslose— ach was! Die Mehrzahl hat ja doch noch ;u essen. Also ist es nicht so schlimm! Auf diesen Ton war ungefähr der gange Vortrag cingestimmr Europa kämpfe gegen Ueberproduktion und Unter- konsum, Sowjetrußland gegen Unt«rprodukl!ou. Der Irrtum der Sowjets bestehe in dem T e m p o de- Jnbustrieausbaus. Wenn es Rußland gelinge,'den enfscnGutttt Wenn Sie beim Kouf eines Photo-Apparates, einer Schreibmaschine, eines Klaviers oder von Rasierklingen usw. ein Erzeugnis höchsterreichbarer Qualität haben wollen, so lassen Sie sich in Ihrer Wahl durch den Markennamen leiten. Um so mehr müssen Sie beim Kauf eines so wichtigen Bedarfsartikels, wie es heute im Zeitalter der guten Beleuchtung die Glühlampe ist, auf Qualität Wert legen. Eine Glühlampe mit der Marke»Osram« verbürgt Ihnen unbedingt Qualität. Kaufen daher auch Sie in Zukunft Osram-Lampen! Erhältlich in den Elektro-Fachgeschäftenl Seit« 6 Sonntag, 4. Dezember 1832 Nr. 286 Kinverfreunve HSras- Heute, Sonntag, den 4. Dezember, halb 3 Uhr nachmittags im große» Uraniasaal Falken-Feier. Programm: Lieder, Spr«chchSre, Spiel«, im zweiten Teile der Fallenzirkus Quatsch. Kommet bestimmt!! »<»<0 'Lebensstandard seiner Bevöllerung zu heben, werde les«ine mächtige Position gegen Europa haben, s Vorläufig lebe es in Angst vor einer militärischen Intervention u. dgl. ‘ Der Optimismus des Vortragenden kannte auch jbei Beurteilung der Weltwirtschaftslagc keine Grenzen. Man bekam zu hören, daß die AutarkiebSftrebungen im Abbau begriffen seien, di« Zölle sinken wüüden, daß di« Kreditkrise so. ziemlich überwunden sei, die Aktienkurse in fröhlichem Auf- stieg usw. Auch dies« Schalmeien sind längst verstummt und di« Propheten des„Sikbevstreifens am ! Horizont" haben sich längst in düsteres Schweigen 'gehüllt. Außer diesen überholten„Aktualitäten" ^operierte der Vortragende noch ein bißchen mit der -bekannten„Theorie der langen Wellen" nach Prof. Ackermann, welche die periodischen Krisenzyklen der !kapitalistischen Wirtschaft zu erfassen trachtet. lieber solche PrMeme möchten wir denn doch lieber be- rufenere Männer hören. Der Beifall war sehr kühl. Auch die Eigentümer der zahlreichen vor dem l Gebäude wartenden Luxusauws waren von ihrem Mann nicht begeistert. Bg. Siiort* Spiel»MmllM Europa-Fiißballmeistcrsdialt Hehl weiter. Weihnachten: Deutschland—Polen, Belgien—Holland, Oesterreich—Ungarn. Jndermitteleuropäischen Gruppeder -Landcsvevbände der Sozialistischen Arbeiter-Sport- iAnternationale(Ungarn, Oesterreich, Polen, Tschecho- Istowakei-Aufsiger Verb., Deutschland) findet bereits das 8. Rundenfpiel mit der Paarung Deutsch- Ila nd—Polen am Weihnachtsmontag, den 26. Dezember, in Leipzig statt. Die Ergebnisse der zwei vorherigen Spiel« sind: Österreich—Deutschland 1:0, i Deutschland—Tschechoslowakei(Ausisiger Verb.) 4:0. Das Spiel in Leipzig bringt die Entscheidung, ob «Deutschland di« Führung an sich reißt. Gelingt das j nicht, stehen Oesterreich, Deutschland und Polen punktegleich. Wie die Futzballeitung des deutschen Arbcitcr-Turn- und Sportbundes mitteilt, wird sie He stärkste Mannschaft ausstellen. Die Stärke der Polen ist ihr aus den zurückliegenden Kämpfen sehr «gut.^bekannt und wird nicht unterschätzt. Bei der 2. Arbeiterolympiade 1931 in Wien kam Polen bis in die Vorentscheidung. Die ö st e r r«i ch i s ch e n Arbeiterfußballer wollen im Dezember in Wie» einen Europameisterschaftskampf durchführen. Die erste Dezemberhälft« fwird noch mit Meisterschaftsspielen und mit Nach- itragsspielen für di« Cupkonkurrenz ausgefiillt sein, • als geeigneter Termin bleiben im Dezember daher Nur die Weihnachtsfeiertage übrig, an denen gegen Ungarn oder gegen ein andres Land der mitteleuropäischen Zone gespielt werden soll. Die österreichischen Arbeiterfußballer werden sich bemühen, daß sie alle Kämpfe— auch die Rückspiele— gegen die Gegner ihrer Zone, also gegen Deutschland, Ungarn, Pokn und die Tschechoslowakei(Aussige» Verband), bis zum Ende des Jahres 1933 durchfüh ren, damit sie, falls sie Gcuppcnsieger werden, die Spiele der Endrunde in aller Ruhe im Laufe d«S Lahres 1934 erledigen können. Der gesamt« Wettbewerb soll bekanntlich den Ausschreibungen gemäß bis zum Ende des JahreS 1934 abgewickelt werden. In der w« st europäischen Gruppt (Schweiz, Frankreich, Belgien, Holland) beginnt die ersteRund« mit dem Treffen Belgien— Holland am 25. Dezember in Belgien. Allgemein ist mit einem Sieg der spielerfahrenern Belgier zu rechnen, doch leicht wird«r bestimmt nicht, wenn es nicht gar«ine holländische Ueberraschung gibt. Eine hart«, aber gerecht« Strafe über einen rohen F u ß b a l li p i e l e r verhängt« das Gericht in Boulogne, daS den Spieler namens Corton aus Boulogne wegen absichtlicher Verletzung eines Gegners, wobei sich dieser einen Beinbruch zuzog, zu drei Jahren Gefängnis verurteilte. Strafverschärfend kam hinzu, daß sich Corton, als er den Rohcitsakt beging, loeit vom Ball entfernt befand. Das Berufungs- gcricht in Douai bestätigte das ergangen« Urteil Aas der Partei Jugendbewegung. Frei« Bereinigung soz. Akademiker- SJ. Mittwoch, 7. Dezember, 8 Uhr, im Heim(Bar.olo- möjska 14) Gen. Dr. R. Wiener:„Unsere Stellung zum Kommunismus"; Freitag, 9. November, 8 Uhr, im Heim, Gen Ruth Slo- n i tz:„D i e F r a u i m K l a s s e n k a m p f." Genossen, meldet Euch sofort für das Winterlager im Riesengebirge hei Gen. R. Willimek. Schmers Weihnachlsverkauf Karlsbad PRAG, Na phkop« 7 n Pilsen 49 bis 39 Kd 19 >2 Schlafrock franko Muster 39426 Mode katalos Seidenbluse Kt 29- Flanellbuse Ki 14'®° 7 Servierkleid aus Cloih Kt 48- Damenhemd aus weitem la Ch.f/on K< 6 ,9° Robe Siddy 3% m Vistraneide in allen Sommer, arben. Aufputz Schweizer Stickereikregen « 29- Kumtreiden-Cachene? (85X85) Ke 9*®° Wollshawl(30X125) Ke 6 ,9° Robe Daisy 8% m Wollcrcpe in allen Mode* färbeu mit gödtreifi em Seidenaufputz.- Ke 80- WOLLSTOFFE 1 Meter, 100—140 cm breit.... Kc D awr Weites Tischtuch mit färb. Rand(90X90, Ke 6’®° 9 TUASTOUT.. 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Alle, di« sie in dem Roman handelnd austreten läßt, sind plastisch getreu gestaltet und sie erzählt ihre Schicksale packend und eindringlich. Alice Gruner hat etwas von den großen nordischen Erzählern und läßt doch nirgend ihre Eigenart vermissen. Sie weiß den Leser in den Bann ihrer Erzählungskunst zu ziehen, so daß in ihm ein tiefer nachhaltiger Eindruck zurückbleibt. „Der Götze", Roman von Alma M. Karlin. Verlag Müller u. Kiepenheuer, Potsdam. Preis kart. Mk. 4.20, geb. Mk. 5.20. Zum erstenmal« versucht sich die Verfasserin als Romanschriftstellerin. Vordem hat sie ein zweibändiges Reisewerk geschrieben, das man als geradezu sensationell bezeichnen kann. Sensationell ist auch das Leben dieser Frau. Aus der Enge ihrsr Lebensverhält- nisie hat sie die Sehnsucht nach der blauen Ferne in die Welt getrieben und so gur wie aller Mittel bar, hat sie acht volle Jahre auf einer der abenteuerlichste» Reis« um die Erde zugebracht, welche die Geschichte der Weltfahrer überhaupt kennt. Jahrelang hat sie, das junge Mädchen, unter primitiven Ureinwohnern fernabgeschiedener Jnfel- gcbiet« verbracht, har die seltsamen mystischen Gebräuche dieser„Wilden" kennengelernt und nun hat sie, offenbar unter der Einwirkung ihrer Erlebnisse, dieses Buch geschrieben. Es erzählt von einem chinesischen Götzenbild, das vpr Jahrhunderten von den Inkas geraubt und nach Amerika verschlepp: worden ist, das später in die Hände eines europäischen Forschers gerät und dessen Besitz für die jeweil-gen Eigentümer von verhängnisvollen Folgen sich erwesst Zufall oder geheimnisvoll« Kraft, die Frage mag unLntschieden bleiben, auch wenn die Autorin zum Glauben an das letztere hinzuneigen scheint. Jedenfalls hat sie mit flüs- iger, gut gestaltender Feder«in fesselndes, an Geschehnissen reiches Buch geschrieben. Seltsam und ungewöhnlich wie diese Frau sst auch ihr neuestes Buch.—r. M. Pollak:„Bankensanierung und Bankenrekonstruktion", Verlag Rudolf M. Rohrer, Brünn, 1932. In der vorliegenden Schrift wird«ine übersichtliche Darstellung der Bankensamerungen der letzten /Jahre gegeben, wobei leider die tschechoslowakische Bankensanierung von 1932 etwas zu kurz wegkommt. Auch di« Ursachen der Bankenkris« werden besprochen, wobei an den Forschungen marxistischer Oekonomen nicht achtlos vorübergegangen wird. Zum Schluss« macht der Autor positive Vorschläge zur Rekonstruktion der Banken, die im wesentlichen darin bestehen, di« Depositenbanken von den Jndustriefinanzierungsinstituten zu trennen und daS Gew zur Finanzierung der Industrie durch Industrie- obligationen aufzubringen. E. St Mitteilungen der„Urania". Wochenprogramm 4. bis 19. Dezember. Sonnlag, halb 11 Uhr:„K r i ß", Tonfilm. Die paradiesische Insel Bali. Montag, halb8 Uhr: ,^Der Kaufmann von V e n e d i g". Klassikervorstellung des„Dent- schen Theater", gemeinsam mit der„Urania". Montag, 8% Uhr:„Ä r i ß", Tonfilm in deutscher Sprache. Mitwirkend: das Orchester und die Chöre der„Großen Oper" in Paris. Für Jugendliche nicht zugänglich. D.enstag, ab 7 Uhr: Urania-Radiobund. Dienstag, 8 Uhr:„Ein Prager unter- w« g s." Richard Katz. Montag, 8 Uhr:„Auf Skiern durch das Land Salzburg", mit zahlreichen Lichtbildern. Max Hilber, Salzburg. Mittwoch, halb? Uhr:„München" mit Lichtbildern. Prof. Dr. R. Messer.— Halb 7 Uhr: .^Häuslichkeit—, Kultur— Benehmen". Caroline Schönau.— 7 Uhr:„Die volkswirtschaftlichen Rubriken der Tageszeitungen", Dir. F. Gell»er. 18 Uhr:„PhotokurS", Dr. Libora. Mittwoch, 8 Uhr:»Infektionskrankheiten im Kinde.saltei"', mit Lichtbildern. Dr. Josef Langer.— 3. Vortrag:„Unser Kind." Samstag, 3 Uhr:„D e m ä n o v a"— die Wun- dephöhle in der„Hohen Tatra", Kulturfilm. Dazu alle Sprach- und praktischen Kurse der „Urania-Volkshochschule". Karten zu alle» Brraustaltungeu: Uraniakasse. Halb 10 bis halb l und 3 bis 7 Uhr. Wissen Sie, daß Sie als Urania-Mitglied (Jahreskarte 18 bl, Familienzusatzkart« 3 K) Ermäßigung bei allen Urania-Veranstaltungen, bei Konzerten und bei verschiedenen deutschen Firmen haben? Wran-Urania-Kino. „Aorck!— Aorck!— Aorck." Versäumen Sie nicht! 8.(letzte) Woche im Wran-Urania- K i n o. Normale Preise. WelhnaditsAbverhau! bei Ifirsdi. Sehr billige Preise. Anzüge und Wintermäntel für Knaben und Jünglinge Mädchenmäntel Skidreß .HM, Prag Zeieznä 14. I8 m SchuUmarke Filiale: Narodnitr.37. Planets. Verlangen sie In lecker Verkaufsstelle aas Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER 4 Cie.. PILSEN Selchwaren der Fe. HEGNER a Cie.. 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