Krrzelvreis 70 Heller. (Vuschließlich« Hell« P-riw 12 Jahrgang. Dienstag, 6. Dezember 1932 Nr 287. , durch zollpolitische Maßnahmen gewährt Diejenigen Staatsangestellten, die da j werde» solle«. s glauben, an den sozialdemokratischen Parteien di« Re- Amtlich wurde keine Mitteilung über das in den bereits gemeldeten Verhandlungen erzielte Uebereinkommen zwischen den beiden Ministern ausgegeben, auf" dessen Grundlage sie erst in ihren Aemtern bestätigt w urden. Aus gut informierten Stellen wird jedoch milgeteilt, datz der Landwirtschastsminister von seiner Forderung einer Kontingentierung des Imports landwirtschaftlicher Erzeugnisse, in der di« detusche Industrie eine große Gefahr erblickt, Abstand genommen und sich mit em Versprechen zufrieden gegeben habe, daß je Interessen der I rung Görings gesichert crschcint. Politische Kombinationen, die an dies« Aussprache geknüpft wurden, werden von den Nazis in Abrede gestellt. Die Nazis find jedoch nach chrer gestrigen schweren Niederlage bei den Wahlen in Thüringen offensichtlich nicht darauf erpicht, mit der neuen Regierung sofort in einen Konflikt zu kommen. Es liegen sichere Anzeichen vor, datz sie deshalb der von der Regierung verlangt«« Vertagung des Reichstages bis Mitt«»der sogar Ende Jänner schlietzlich doch z u st i m m e u werden. Heute hat eine Unterredung zwischen dem Reichskanzler und dem Reichstogspräsidentcn . Die Besprechung betraf angcblrchnur die reibungslose technische Durch- vle Agrarhontingcnte gefallen. Hoallhl Warmbold-ßraun dadurch beigeicgt Berlin, 4. Dezember.(Wolfs.) lieber endgültige Zusammensetzung" der neuen gicruiig wird amtlich mitgeteilt: Der Reichspräsident hat auf Vorschlag des Reichskanzlers di« Reichsminister Dr. W a r m- bold und Freiherrn von Broun.in ihren Aemtern als Reichswirtschaftsminifier, beziehungsweise Reichsminister für Ernährung «Nd Landwirtschaft bestätigt. von ihr eingebrachter Anträge und Gesetzent, würfe fordern.'-Dazu gehören die Gewährpirg einer zusätzlichen Winterhilfe für alle Unterstützungsempfänger und Hilfsbedürftigen sowie der Erlaß einer A m n c st i e f n r p o l i- tische Vergehen und Vergehen auS sozialer Not. Unter diese Amnestie würden auch die Verfahren im Anschluß an den Ber- lenlrnm mit Magerer Vertagung einverstanden. Die Nazis zögern nodi. Dagegen bemüht sich der Reichskanzler dringend, den Reichstag sofort nach feiner Konstituierung zu«in« längeren Vertagung zu bewegen und, selbst die Verlesung der Rexierunßserklärung möglichst lange— man spricht sogar von Anfang oder Mitte Jänner— hinauszuschieben. Der Reichskanzler hat heut« über diesen I DertaaungSplan auch mit dem Zentrum ver,'..... handelt. Tas Zentrum hat seinen Wünsche«! stattqesunden. ’**,"’... ,'angeblich nur die-««iw- Äugest l M m t und hat sich darüber hitzans s sührun« der Konstituierung, die nach der Erklä- bereit erklärt, zwischen Schleicher und de« Ratio, «älsozialisten in dieser Frage zu vermittel». In einem Kpmmuniquee über die'heütrge Fraktionssitzung des Zentrums wird festgestellt, daß d'.e Fraktion einer Vertagung des Reichstages aus längere Zeit zustimmte, doch stehe noch nicht fest, wie lange diese Vertagung währen soll. Die Fraktion stehe auf dem Stand» Punkt, daß der Regierung unter allen Umständen Gelegenste kl zur praktischem Abbeit gegeben werden müsse.. nakoikrenznlcflcrlagc in Thüringen, nach gang um 23,3 Prozent— Auch die Kommunisten zdrüdf gegangen. Sozialdemokraten behaupten Ihren perzentuellen Stimmenanteil. Berlin, 5. Tezember.(Eigenbericht.)Tie gestrige« Gemeinde- und Kreisratswahlen in Thüringen zeigen einen weiteren schwere» Rückgang der Hakenkreuzler. Di« Sozialdemokraten haben bei der schwächere» Wahlbeteiligung fast überall ihren perzentuellen Anteil an den abgegebenen Stimmen behaupten können, di« Kommunisten sind etwas stärker zurückgegangen. Ein annäherndes Gesamtergebnis bietet folgendes Bild: Sozialdemokraten.. 190.000 Stimmen(letzte Reichstagswahl: 212.000) Kommunisten..... 143.000 Stimmen(185.000) Hakenkreuzler..... 252.000 Stimme«(320.000) Während der Stimmenrückgang bei den Sozialdemokraten nur 10,5 Prozent ausmacht, was in dem Rückgang der Wahlbeteiligung begründet erscheint, find die Kommunisten um 13,3, di« Hakenkreuzler aber um nicht weoiger als 23.5 Prozent gegenüber den Wahlen vom 8. November zurückgegangen. In manchen Wahlkreise« find di« Verlust« der Nationalsozialisten geradezu katast rop hat. So verloren fi« in Eifenach 40 Prozent ihrer Stimmen, in Sondershausen an 30, in G«ra 28 Prozent. In gar keinem Ort« konnte«' die Nazis den Anteil an den abgegebenen Stimme« gegenüber den Reichstägswahlen auch nur annähernd halten. Die Sozialdemokraten dagegen haben in einer Reihe von Landkreisen sogar ihre absolut« Stimmenzahl gegenüber dem 8. November zu steigern vermocht; in dem politischen Kreis Singenberg gewannen sie fünf Prozent, i« Hildburghausen, wo Hitler zum Gendarmen ernannt werden sollte, trotz dem allgemeinen Rückgang der Wahlbeteiligung zwei Prozent. Heute Reichstagseröftnung. seztaMemokransdics nifitraBcasvotum vorbereitet Perlt», 5. Tezember.(Eigenbericht.) I« der erst«» Sitzung de- am 6. November neu gewählte« Reichstages, die morgen nachmittags stattfinden wird, werden die Sozialdemokraten sofort, ein Mitzt.rau.en'svoruür.gegen die Regierung Schleicher- mit der Begründung einbringen, datz die Zusammensetzung de- neuen Kabinetts keine. Gewähr dafür biete, daß sich dessen Päitik wesentlich- von der des früheren Kabinetts unterscheiden wird. Die Fraktion wird weiters verlangen, daß der Reichstag sofort nach seiner Konstituierung di« Erklärung der neuen Regierung entgegennimmt und daß sich daran eine Aussprache über die wichtigste» politischen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fragen anschließt. Als besonders dringlich wird die Sozialste-1l rner Berke hrsstreik fallen. Ferner vcr- mokratie die schnellste Erledigung einer Reihe!langt die Fraktion die Aufhebung der ■—«....'Terror- Notverordnung und der Sondergerichte, die Wiedeterhö- hung der sozialpolitischen.Leistun- g e n auf den Stand vor Erlaß der Notverordnung vom 14. Juni 1932, die B e s ch a f- fung von Arbeit und eine großzügige Durchführung des S i e d l u n g s w e r k,e s. Gegen politische Falschmünzerei. Verlogene Staatsangestellten-Freunde. Die: deutschen Oppositionsparteien über bieten einander in den Beteuerungen, daß sie die einzigen und wahren Freunde der Staats angestellten feien. Die Christlichsoziolen spie len in diesem Konzert die erste Geige und die Hakenkreuzler haben sich das Dirigentenamt zugelegt. Und wenn man die Blätter dieser Parteien liest, so findet man, daß sich ihr „Kampf" gegen den Abbau der Staatsbeam- tengehälter nur gegen die Sozialde mokratie richtet; fast niemals wird der Tatsache Erwähnung getan, daß bürgerliche Parteien die Hauptverantwortung für ihn tragen.„Sozialistische Mißwirtschaft", „Betrugsnlanöver der Sozialdemokraten an den Staatsangestellten"— das ist so unge fähr der Ton, auf den die Aeußerungen die ser merkwürdigen Staatsangestelttenfreunde abgestimmt sind. Ein Teil der Staatsangestellten läßt sich von den Lockpfeifen dieser politischen Gaukler einfangen. Und wenn wir auch die Erregung der vom Gchaltsabbau Betroffenen verstehen, wenn wir auch begreifen, daß sie sich gegen die Verschlechterung ihrer Lebenslage wehren, so können wir doch nicht schweigen dazu, daß sie in dieser Erregung«ine Stellung beziehen, die ihren Existenzkampf auf das schwerste zu gefährden geeignet ist. Auch die Staatsan- gestellten dürfen über hem Heute nicht das Morgen vergessen. Und sie dürfen sich nicht von jenen eigennützigen politischen Kräf ten rind Parteien mißbrauchen lassen, denen an Verantwortlicher Arbeit viel weniger liegt als an dem' gewissenlosen Zusammentrommeln von Wählerstimnien. Die Kürzung der Slaatsangestellten- bezüge ist eine der vielen Maßnahmen, zur Ausgleichung des Staatsbudgets. Bon der Angleichung der Staatsausgaben an die Staatseinnahmen hängt für die Staatsange stellten viel mehr ab, als es die oberflächliche Agitation der Oppositionsparteien und jene Staatsangestellte wahrhaben wollen, die ob der Kürzung ihrer Bezüge den Blick fiir die großen Gefahren verloren, die jedem einzel'-' neu unter ihnen bei einer anderen Lösung drohen. Es gilt, einen Abgang im Staats- haushalt von nicht weniger als z w e i e i n- halb Milliarden zu beseitigen. Das kann entweder dadurch geschehen, daß die Staatsausgaben' gesenkt oder die Staatsein nahmen erhöht werden. Eine Maßnahnr« ist so unpopulär ivie die andere. Wie sollte es nicht Unzufriedene geben, wenn die Staats führung gezwungen ist, beide Maßnahmen zugleich anzuwenden nird zwar in einer Weise, die in das Leben jedes einzelnen tief ein greift? Wer verübelt es den Staatsangestell- ten, bic bei uns ohnehin nicht gut bezahlt sind, daß sie sich gegen den.Abbau ihrer Be züge wehren? Aber sehen sie nicht, daß in der Staats- verwalluirg, besonders aber bei den sozial demokratischen Parteien, der ernste Wille vor handen ist, alle zur Budge t a u sglei chnng notwendigen und mö g l i ch e n Borkehmn- gen zu treffen? Erst vor wenigen Tagen inel- deten die Blätter, daß eine endgültige Ent scheidung über die Staatsbeamtengehälter erst fallen toerde, wenn das Budget in sei nen Grutwzügen fertiggestellt sein wird. Das besagt nichts anderes, als daß alle an deren Au s ale i chs-' M aß n a hme n den Vorrang haben und daß das ,Opfer, das von den Staatsangestellten ver langt wird, nicht einmal das K e r n st ü ck bei dem Bemühen darstellt, den Staatshaus halt in Ordnung zu bringen. Die Sparkom mission hat allein in der Staatsverwaltung einen Betrag von fast einer Milliarde gestri chen, eine Summe also, die weit mehr aus- ,! macht als die Gehaltskürzungen in ihrer deutschen Landwirtschaft Gesamtheit betragert. „Rache" nehmen zu müssen durch die. Begünstigung jener Politiker, die ihnen jetzt nach dem Munde reden, seien doch an die Schuld erinnert, die z. B. di« Christlichsozialen an den jetzigen Zuständen im Staatshaushalt haben. Der Bürgerblock, dem sie angehörten, hat den Besitzenden durch seine Steuerreform reiche Geschenke davgebracht. Er tvar an der Macht in den sogenannten fetten Jahren, zu einer Zeit also, in der es der Industrie und dem Handel gut ging. Er hätte die Möglichkeit gehabt, vorzusorgen, für schlechtere Zeiten, Das hätte jedoch bedeutet,, daß die Besitzenden einen, wenn auch nur winzi-' gen Teil ihrer Konjunkturgewinne, dem Staat m der Gestalt von Ertragsteuern lnrd anderen Abgaben zur Verfügung stellen. Der Bürgerblock hat jedoch den Staat gewissermaßen von der Hand in den Mund leben lassen und durch seine Steuerreform dafür gesorgt, daß den Besitzenden Lasten a b gebürdet und ihre Gewinne dadurch vergrößert wurden. Sie wurden zum großen Teil veriven- det; zu einer völlig planlosen Rattonalifie- ruicg, deren Folgen di« allgemeine Wirtschaftskrise rioch verschärften. Die Entlastung der Besitzenden wurde aber auch durch das Gemeindefinanzgesetz durchgeführt, das, vWi^üigLrblirck.pejchstijjen, deu Gemein den jegliche Möglichkeit nimmt, soziale Fürsorge auf Kosten der Besitzenden zu treiben. Der BürgeMock hat'.auch aus dem Gebiete der,S oz ia lp o l i ti k nicht vorgesopgt: die-karge Sozialgesetzgebung, die er nicht nur nicht erweitert, sondern verschlechtert hüt in einer Zeit, da die finanziellen Voraussetzungen für ihren Ausbau in reichstem Maße vorhanden lvaren, erwies sich schon zu Begiisn der Krise als völlig unzulänglich. Der Bürgerblock hat aber auch die Steuern, auf die der Staat Anspruch hatte, nicht eiugetriebeit, einige Milliarden betragen die Steuerrirck- stände, die unter seiner Herrschaft aufliefen. Er hat sie nicht gebraucht; würden sie jedoch cingelrieben worden sein, so wären jetzt zusätzliche Mittel vorhanden, die u. a. auch die Kürzung der Staatsbeamten- gehältcr'überflüssig machten. Leute, die so schtvere Verantwortung auf dem Gewissen haben wie die Christlichsozialen, sind sehr verdächtige Staatsangeftellten freunde;• das Schweigen stünde ihnen besser als das Anklagen. So ist es gekommen, daß die Krise Rlaß- irahmen' notwendig machte und macht, die nicht allein den Zweck verfolgen, de-m Staat, der durch die Schuld des Bürgerblocks keinerlei finanzielle Reserven hat, das zu geben, ivas er zum Ausgleich seines Haushalts benötigt, sondern auch den Arbeitslosen, den Krisenopfern, die Erhaltung ihres nackten Lebens zu ermöglichen. Die Krise hat eine Senkung der Staats' einnahmen zur Folge. Aber für die E r- w e r b s l o s e n muß trotzdem gesorgt wer den. Ihre Zahl ist noch immer im Steigen begriffssn. Nicht viel weniger als 600.000 Männer, Frauen und Jugendliche sind auf eine— übrigens unzulängliche.— Hilf« angewiesen, die durch die Schuld der früheren Regierungen ausschließlich auf K o- st en des Staates geht und aus dem laüfenden Staatsbudget bezahlt werden muß. Die Gemeinden sind als Faktoren der sozia len Fürsorge zur Freude der Besitzenden ausgeschaltet. Das Loch im- Staatshaushalt ist nun nicht allein durch die Seickung der Einnahmen und durch die schwere Krise uuserec Eisenbahnen entstanden, sondern vor a l le m d u r ch d i e, A u s g a b e n f ü.r die E r w e r b s l o j e n f u r s o r g e, die im kom wenden Winter noch viel höher sein wordc' als in den früheren Monaten. Das Bürgertum ist bestrebt, das Läct Staatshaushalt auch'dadurch zu stopfen, daß Sette 2 Dienstag, 8. Dezember 1882 Nr. 287 es die Erwerbslosenfürsorge ein» schränkt. Können das gleiche aber die Staatsbeamten wollen? Können sie verlangen, daß die Aermsten der Armen, die sich mühselig genug durchs Leben hungern, 'etwas von ihrer Hungerration opfern oder muß nicht im Gegenteil die Sicherung des Lebens der Arbeitslosen und ihrer Kinder die Aufgabe aller sein? Der Besitzenden vor allem, die mächtige Schirmherren ihrer Geldtaschen in der Gestalt jener Bürgerparteien i haben, welchen leider auch viele Staatsbeamte • ihre Stimme zu geben Pflegen. Aber sie ist auch die Aufgabe jedes einzel» nen, der über«in gesichertes Einkommen verfügt. Oder können die Staatsangestellten etwa wollen, daß das Problem durch die Entlassung vieler Tausender überzähliger Staatsangestellter gelöst werde, zu denen nebenbei gesagt, natürlich auch deutsche Staatsangestellte gehörten? Können sie wollen, daß der Ausgleich im Staatshaushalt hergestellt werde durch den Druck neuer Banknoten, der eine Geldentwertung zur Folge hätte? Eine Geldentwertung, die dazu führt«, daß sich der Staatsangestellte um die gleiche Lohnsumme, die er jetzt bekommt, noch weit weniger kaufen könnte als er es selbst nach der jetzt vorgesehenen Kürzung seines GehalteS wird tun können? Geldentwertung— das wäre nichts anderes als eine Senkungder Reallöhne und des Wertes der Unterstützungen. Dazu wird di« Sozialdemokratie nie ihre Hand bieten. Sie denkt, was die unter der geistigen Beeinflussung der Christlichsozialen, Hakenkreuzler und anderer Parteien stehenden Staatsangestellten nicht zu tun scheinen, nicht nur an das Heute, sondern auch an das Morgen. Sie will, in dem sie u. a. auch den Staatsangestellten ein Opfer auferlegt, die Staatsangestellten und die Werktätigen überhaupt vor den gräßlichen Folgen einer Geldentwertung schützen. Opfer der Staatsangestellten! Es wird ja nicht dem Staat« gebracht, wenn der natürlich auch an dem Ausgleich seines Haushaltes interessiert ist: es wird vor allem den Hungernden gebracht, für die di« Fürsorge nicht geschmälert werden darf, sondern ausgebaut werden muß. ES ist ein Aktder Solidarität mit den Hungernden, den die sozialdemokratischen Parteien von den Staatsangestellten verlangen. Ein Aktber Solidarität, der zudem Rücksicht nimmt auf die Fähigkeit des einzelnen Angestellten, sich an dem Hilfswerk zu beteiligen. Viele tausende Arbeiter bringen dies Opfer freiwillig: indem sie, um die Entlassung ihrer Kame- rcwen zu verhindern, Kurzarbeit und damit niedrigere Löhne auf sich nehmen. Wie können di« Staatsangestellten meinen, daß die allgemeine Not urw die Notwendigkeit, ihren ärmsten Opfern zu helfen, nur an ihnen völlig spurlos vorübergeht? Es war, wie die Staatsangcstellten wissen,«ine lineare Herabsetzung der Staatsangestelltenbezüge geplant. So wären vor allem die niedrig bezahlten Schichten in eine äußerst schwierige Lag« gekommen. Es ist dem Eingreifen der sozialdemokratischen Parteien zu danken, daß der Abbau gestaffelt wuiche, daß er also die niedrig bezahlten Schichten der Staatsangest«llten weniger treffen wird. Es ist dem Eingreifen der Sozialdemokraten zu danken, daß auch die neu zu erschließenden Einnahmequellen des Staates vor allem die Besitzenden treffen werden. Urü> es ist den Sozialdemokraten auch die Tatsache zu danken, daß die Tschechoslowakei das einzige Land ist, in dem trotz der Krise die Sozialpolitik und die Fürsovgearbeit nicht nur in vollem Umfang behauptet, sondern noch ausgebaut werden konnten. Und wenn noch manches geschieht, was die arbeitenden Schichten und die Angestellten als unzweckmäßig erachten, so ist zu sagen, daß die Politik nicht eine Frage des Wollens oder Nichtwollens, sondern e i n Ausdruck der Machtverhältnisse ist. Di« Sozialdemokraten verfügen nur über eine Minderheit in Parlament und Regirrung. Sich an ihnen zu rächen für Maßnahmen, die sie nicht verschuldet haben, für Entscheidungen, di« vor allem unter dem Zwang der durch den Bürgerblock verschuldeten Verhältnisse getroffen werden müssen, das heißt wahrhaftig das Pferd beim Schwanz aufzäumen zu wbllen.' „Rache an der Sozialdemokratie!"— das ist der Ruf der Kurzsichtigen, die wahrscheinlich auch früher nicht sozialdemokratisch wählten. „Der Sozialdemokratie die Macht!"— das ist der Ruf aller denkenden Proletarier, das ist auch der Ruf aller jener Staatsangestellten, die sich in dieser Zeit, in der nur die politische Falschmünzerei Konjunktur hat, das klare Denken bewahrten. tuiiiuiMUNiuuiiunHiHunHUiuHiiiuuiuiiHiiiiiuiiuiHiiiiimiNniiiiiiiHmiHUiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiuiiiiinuiiuiiiiiiiiiiiiiiHiiHiiiiniiHiiinmuiiimnnHnnHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiniiiiiimiiiiiiiiinmn Falsche Handelspolitik Die Not im sudetendeutschen Gebiet. In der„Hospodäkska Politika", einem sehr ernsten tschechischen Wirtschaftsorgan, finden wir die folgende wichtige Betrachtung: Der Budget-Siebener-Ausschuß hat sich im ganzen bewährt. Er hat Streichungen durchgeführt, zu denen sich die Reflortbeamten wegen chres Reffortegoismus nicht entschließen konnten und hat gleichzeitig das Prestige des Parlaments gehoben. ES empfiehlt sich zwar nicht, über das Werk in allzu großes Frohlocken auSzubrechen, solange nicht naher bekannt sein wird, wie die durchgeführten Ersparnisse in den Einzelheiten ausschauen und welche Folgen sie schließlich haben wehren, dafür können wir aber darüber nachdenken, ob es nicht eher zu empfeh- len wäre, auch einen handelspolitischen Siebenerausschutz einzusetzen. Unsere handelspolitische Situation ist dauernd kläglich. Es fehlt uns ständig ein Ueber- einkommen zwischen Industrie und Landwirtschaft, und die Differenzen zwischen diesen beiden Interessen lähmen die Arbeit überall dort, wo wir das Jnteresie der gesamten Wirtschaft gegen die handelspolitischen Forderungen des Auslandes zur Geltung bringen sollen. Nur eine kleine Probe davon ist die Geschichte des Kampfes um die Freimachung einiger Textilrohstoffe» welcher sich eben in der Devisenkommission abspielt. Gegen diese Forderung der Textilindustrie erhoben die landwirtschaftlichen Vertreter sofort die Forderung, einige Erzeugnisse freizugeben, welche die Landwirtschaft braucht, hauptsächlich Kunstdünger; sie stießen naturgemäß aus den Widerstand der inländischen Produktion, und unser handelspolitischer Karren, welcher sich ohnedies faul und von einer Seite auf die andere bewegt, ist wieder gebremst. Die Industrie hat bereits einige Male— und noch in besseren Zeiten— die Notwendigkeit einer Einigung mit der Landwirtschaft betont, praktisch wenden aber beide Parteien einander bisher den Rücken zu. Es scheint daher, daß nichts anderes übrig bleiben wird, als die grundsätzlichen Differenzen tm Namen irgendeines neuen Siebenerausschusses zu lösen. Wenn die Mitglieder des Budget-Siebener- ausschusses keine Furcht hatten, den Rätseln der Budgetposten auf den Grund zu gehen— so weit dies allerdings in chren Kräften stand— werden sie vielleicht genügend Mut auch dazu finden, den Grundfragen unserer Handelspolitik Auge in Auge gegenüberzutreten...' Zur Beseitigung dieser endlosen Differenzen ist es auch schon die höchste Zeit. Nicht nur darum, weil unserer Handelspolitik eine klare Richtlinie beim Vorgehen auf dem ftnter- nationalen Forum fehlt, sondern auch darum, weil uns rm Staate selbst die sozialen Schwierigkeiten, die zum großen Teil durch die Schwerfälligkeit und Unentschiedenheit des handelspolitischen Apparates verschuldet sind, bedenklich wachsen. In Karpathorußkand und im östlichen Tell der Slowakei verbreiten sich schon Krankheiten aus Hunger und Unterernährung. Auch das hat zum Teil seinen Grund in den handelspolitischen Fehlern. An Karpathorutzland und in der Slowakei haben wir ei« Beispiel der landwirtschaftlichen Rot, in Nordböhmen einen Beweis für die industrielle Not. Die Situation der industriellen Gebiet« in Nordböhmen ist um so gefährlicher» weil es sich um«ine Bevölkerung handelt, welche zum Teil an eine höher« Lebenshaltung gewöhnt war und sich der Rot weit schwerer anpatzt» als di« Menschen mit niedrigem Niveau im Osten des Staats» di« zur Not niemals weit hatten; außerdem habe« wir«S in Böhmen mit deutscher Bevölkerung zu tun, welche der leere Magen in di« Arme der antistaatliche« Jrredentä, sei es die hakenkreuzlerische oder die kommunistisch«, treibt. Das Problem der Arbeitslosigkeit in Nordböhme« werden wir nicht durch Klage« über de« Minister für soziale Fürsorge lösen, der zufällig«in Deutscher ist— wäre eS ein Tscheche, wär« das Elend im Norden des Staates«och um nichts kleiner. Und Elend herrscht dort, verhehlen wir«nS das nicht. Wir können es vorübergehend durch charitative Tätigkeit mildern, dauernd aber «nr durch ein« solche Handelspolitik, die Mensche«, di« st« verloren haben, und den Fabriken, welche beute fast stehen» Arbeit gibt. Politische Funktionäre, die im Rahmen eines handelspolitischen Siebenerausschusses mit diesem eingefrorenen Problem rühren könnten, würden sich unzweifelbare Verdienste erwerben. Es gibt hier also ein ausgezeichnetes Tätigkeitsfeld für Menschen, die durch ihren Weitblick und Bildung über den Rand ihres Parteiblattes sehen. Was IKHläl wußte. 36. Tag des Stribrny-Prozesses. Jglau, 5. Dezember. Der 36. Tag des Prozesses gegen den Abgeordneten Stkibrny und Sichrovfky begann mit einer Erklärung des Staatsanwaltes Dr. Marjanko zu den Protesten des Zeugen Stejflal, worin konstatiert wurde, daß, als Stejskal während seines letzten Aufenthaltes in Präventivhast genommen wurde, kein« Vorschrift verletzt wurde, u. zw. aus dem Grunde, weil sich auf ihn nicht der§ 15, sondern 8 12 über die Auslieferung von Verbrechern bezog. Mit Rücksicht darauf, daß die Tschechoslowakei schon früher um die Auslieferung Stejskals ansuchte, wurde Stejskal nur zum Zwecke der Zeugeneinvernahme mit der Verpflichtung, daß er Deutschland zurückgegeben werde, ausgeliefert. Hierauf wurde der Zeuge Dr. K a h ü n e k, Redakteur des„Poledni list", vorgerufen, der über den Zeugen Pakosta, welcher Kveimal in. der Sportrrdaktion des genannten Blattes beschäftigt war, und über dessen Scheiden von dem„Poledni list" aussagte. Außerdem erinnerte er an eine weitere Begegnung mit Pakosta am 4. Jänner 1932, als sich Pastoka in der Durchfahrt des„Tempo" dem Zeugen mit einer Bemerkung über Sichrovfky zu nähern versuchte. Bor. Beginn der Einvernahme des zweiten Zeugen, Dr. I. Benes, Redakteur dos„6efls Slovo", aus Prag erklärte der Angeklagte Stki- brny, daß der Zeuge gegen ihn voreingenommen sei. Nach einer entsprechenden Erklärung des Zeugen wurde jedoch der Eid zugelassen. Der Zeuge sagt aus, er sei von seiner Partei beauftragt worden, das Material über die Kohlenlieferungen zu sammeln und zu sichten, worauf Stejskals ehemaliger Kompagnon Janeöek ihm mit Stejflal zwei Begegnungen vermittelt habe. Bei diesen interessierte sich Stejskal für die Ansicht des Ministerpräsidenten UdrLal, der über das Bovgehen der Partei der tschechoslowakischen Nationalsozialisten informiert und entschlossen war, die Untersuchung konsequent durchzusuhren. Erst als Stejskal verfolgt wurde und in das Ausland entkam, tauchten Gerücht« auf, Ministerpräsident UdrLal habe im Namen des Zeugen Stejflal Straflosigkeit zugesichert, was nicht der Wahrheit entspreche. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie sich das Verhältnis Janeöeks zu Stejflal gestaltet habe, erklärte Zeuge; sie seien Geschäftsfreunde gewesen, wobei Janeöek Verluste und Stejskal den Gewinn hatte. Zeuge unterbreitete schließlich das Original des Stejflal-Brieses vom 11. März 1932, der im„A-Zet" veröffentlicht war, sowie mehrere ähnliche Briefschaften, worin Stejflal verschiedenen Personen droht. Die Polizeidirektion in Prag teilte mit, daß Reg'.erungsrat B a ü L s e k des Amtsgeheimnisses nicht entbunden werden wird. Der ehemalige Minister Dr. Hotowstz kommt nicht nach Jglau, da er krank ist. Deshalb wird der Nachmittag der VeMsung der Akten gewidmet. Falls nicht noch weitere Anträge gestellt werden, wurden heute in Jglau die Zeugeneinvernahmen beendet. Im ganzen wurden 114 Zeuge» einvernommen. 2,8 Millionen Arbeitslose m England. London, 5. Dezember(Reuter). Di« Zahl der Arbeitslosen betrug zum 21. November 2,799.806, d. i. um 62.800 mehr als zum 24. Oktober d. I. 12 Das war das ganze, so etwas kann im Kriege vorkommen, deswegen darf man einem aufgeriebenen, erschöpften Regiments nicht seine Retablieruug streichen. Daher erklärte Emil: „Bor zwei Stunden nichts zu machen, so ein« Laus hat ein zähes Leben und ich bin für jedes einzelne Exemplar persönlich verantwortlich, welches lebendig aus dem Etablissement herauskommt." Der Reiters mann bedauert«, an dem Befehl, den er nur überbracht, aber nicht erteilt hätte, nichts ändern zu können, wohingegen der älteste Unteroffizier, welcher das Regiment zu der Entlausungsstation geführt hatte, erklärt«, nichts machen zu können, da die Monturen und Läuse, sobald sie einmal im Backofen wären, seinem Kommando nicht mehr unterstünden. Schließlich einigte man sich, den Schiedsspruch des Divisionskommandos anzurufen, und zwar im Interesse der Langsamkeit der Erledigung auf schriftlichem Wege. Auf diese Weise hoffte man nämlich, über die Zeit bis zum Wiedereintritt der Ruhe in der Front Hinwegzukommen. Leider aber hatte der von der Division eiligst herangesprengte Oberleutnant wohl infolge seiner jugendlichen Unerfahrenheit für die besondere Snuation nicht das entsprechende Verständnis; von dem Unteroffizier verlangte er in fünf Minuten Meldung über Marschbereitschaft der Truppe.„Ganz ausgeschlossen" ließ sich Emil vernehmen,„mit den Läusen mag eS vielleicht noch gehen,«wer ihre Eier sind noch nicht einmal weichgekocht." „Was haben Sie hereinzureden?" „Sehr viel sogar, ich habe die Derantwor- tung." »Dreck haben Sie und keine Verantwortung." „Für jedes einzelne Exemplar, Herr Oberleutnant. Und nach den Berechnungen des statistischen Amtes hat jeder Soldat vierhundertelf und eine halbe Laus, daraus können Sie ermessen, was auf mir lostet." „Wenn di« Sache so ist, dann will ich Ihnen Zeit lassen, und zwar eine ganze Mnute, dann aber werden Sie mir melden, daß die Läuse verschwunden sind. Abtreten!" Emil sah, daß der Oberleutnant nicht zu bewegen war, Vernunft anzunehmen, daher eilte er zu dem Heizer und in einer Minute gab es tatsächlich keine Läuse mehr, ja, so arbeitete der Backofen, wenn man ihm gut zuredete und ihn gut speiste. Merkwürdigerweise war der Oberleutnant trotzdem nicht zuftieden; zugleich mit den Läusen waren nämlich auch die Monturen verschwunden, an deren Stelle ein Häuschen schwarzen Zunders trauernd Zeugnis von dem einstigen Stolz des herrlichen Tuches gab. Armer Emil, was hast du da getan! Das war ein Sabotageakt vor dem Feinde, wie wird es dir ergehen? Mit einem vernichtenden Blick hatte sich der Oberleutnant auf sein Roß geschwungen und die Truppe stand nun ratlos da. Emil sah den Ernst der Situation nicht recht ein. „Wenigstens brauchst du ihm keine Meldung zu erstatten." Allein der älteste Unteroffizier meinte: „Kameraden, wenn wir unseren lieben Freund Emil retten wollen, müssen wir schleunigst an di« Front zurück, so wie wir sind, Gewehre und Munition haben wir, also keine fals«he Siham, vorwärts!" Die Soldaten fanden die Idee köstlich und folgten begeistert dem Rufe ihres Führers, unter Hurrarufen ging e8 durch die Ortschaft. Manch verschämte Maid stieß einen entsetzten Schrei«ms, angesichts dieser Adamiten, mancher verdächtige Irredentist schmunzelte befriedigt„Also so sieht es aus mit der k. u. k. Armee". Nur mit Mühe und dank der Intervention Emils gelang es endlich dem Divisionsadjutanten, den Zug zum Stehen zu bringen, aber auch jetzt ertönten kampfesfreudige Rufe' „Wir wollen zur Front, her«m an den Feind, lasset uns kämpfen!" Dor, Adjutant lobte den guten Geist der tapferen Kämpfer, aber im Interesse der Erhaltung des Ernstes und der Würde des Krieges bat er sie, ihren Enthusiasmus bis zum Anlangen neuer Uniformen«ms dem Mon t urdepot zu bemeisterm, womit sie sich schließlich«mch einverstanden erklärten, zumal ihnen der fürsorgliche Offizier, zur Verhütung von Erkältungskrankheiten, eine außerordentliche Zubuße in Form von heißem Tee mit Rum verabreichen ließ. Zugleich mit den Uniformen kgm die Meldung, daß der Feind wieder zurückgeschlagen sei und das tapfere Regiment konnte ungestört die wohlverdiente Retabliernng genießen; nur Einil erntete schnöden Undank, indem man, imr ähnlichen ZwischenfÄllen künftighin vorzubeugen, auf seine Mitarbeit bei der Entlausungsstation verzichtete und ihn seinem Regimen« zurückgab. Weitere Lorbeeren waren in Serbien weder für ihn noch für sein Regiment noch für die übrige Armee zu holen und eines Tages saß man wieder im Viehwaggon, um sein Waffenglück in Rußland zu versuchen. Die Russen bildeten sich damals viel auf ihre Kunst des geordneten Rückzuges ein. Die k. u. k. Armee stürmte mit seltenem Elan gegen Schützengräben, die schon Tags zuvor ger«mmt worden waren und ftir die Beute, die ihnen dabei in die Hände fiel, hätte kein Schnapshänd- ler in Bielina eine Flasche Rum gegeben. Aber warum blieben die Russen immer wieder stehen und verschwendeten ihre Munition, wenn sie von vorneherein entschlossen waren, zurückzugehen. „Da sieht man wieder einmal, wie rückständig dieses Voll ist" dozierte Emil;„hätten sie nämlich hinter der Front eine anständige Eisenbahn und würden sie den Rückzug Per Bahn durchführen, meine Herren dann wären wir die lackierte« Mitteleuropäer, Natürlich müßten iie eine Strecke fahren, ich mein« so bis Mittel sibirien und nachher müßten sie die Essenbahn sprengen, meine Herren, was wollten wir dagegen machen? Bevor wir zu Fuß nachkämen, wäre der Krieg zu Ende." So aber mußte man wie wild Vorwärtsrennen, um dann stundenlang auf der Straße zu stehen oder gar wieder ein gutes Stück des Weges zurückzugehen, mit einem Wort, in der ganzen Kriegsführung war kein System. Einmal war man zwölf Stunden lang aus den Beinen gewesen und war fünf Kilometer vorgerückt. „Wie kann dich so etwas ärgern, Emil? Sei froh, daß du wieder einmal unter einem soliden Dache übernachten darfst, wir machen dir das Bett und schauen uns nach einem Schlaftrunk für dich um, aber ein wenig gedulden wirst du dich müssen, denn wir sind in dem letzten Häuschen am Ortsausgange untergebracht, die Kompanien liegen vor dem Dorfe auf der Wiese, wir gehen, bevor die nachrückenden Kommandos die Preise in die Höhe treiben." Die Sanitätler gingen und brachten einen alten Juden, der sich weigerte Kognak heraus- zugeben; wiewohl er von ihnen gefesselt und hart bedrängt worden war, wollte er nicht Verraten, wo er seinen Vorrat versteckt hatte und doch sprach die Einrichtung seines Häuschens deutlich für eine Schnapsquetiche.„Herrleben, lieber, ich kann nicht, ich darf nicht." „Wer hat eS vir verboten?" „Unser Väterchen Zar." „Was geht uns der Zar an?" „Herrleben, aber mich geht an, hat bei Todesstrafe verboten, auszuschenken Schnaps an Mannschaft, nur an Herren Offiziere kannst du verkaufen soviel du willst." „Na also, wer sagt dir» daß ich kein Offizier bin, ich bin sogar ein sehr hoher Offizier, so ungefähr der dritte nach dem Kriegsminister, mir kannst du schon den Kognak servieren." (Fortsetzung solgr.) Nr. 287 Dienstag, 8. Dezember 1932 «eite 3 Von der'tschechischen Arbeiter» BUdimgLbewesuug. Am Samstag und Sonntag fand im Ge- werksäMtshause i.i Prag die 19. Hauptversmnm- kung der vor 86 Jahren gegründeten Arbeiter- Akademie statt. An dem Kongreß nahm eine große Anzahl von Delegierten der Filialen der Arbeiter-Akademie aus Böhmen, Mähren, der Slowakei und Äarpalhorußland teil. Der Vorsitzende der Versammlung, der Obmann der Arbeiter-Akademie Abgeordneter Franz Toma- «e k, erinnerte in seiner Eröffnungsansprache daran, daß der Kongreß am 20. Todestag und dem 70. Geburtstag des Gründers der Arboirer- Aademie und Lehrers der Arbeiterschaft Josef Steiner stattfindet. Das Jdeenresevat erstattete der Zentvalsekretär der Arbeiter-Akademie Professor P a tz a k, das organisatorisch« Professor V. Jankovec und das wirtschaftliche M. Rais. Der Kongreß war ein Arbeitstongreß; es wurde allgemein di« geleistet« Arbeit und ine aufsteigende Linie auf dem Gebiete der Arbeiterbildung konstatiert und di« Notwendigkeit einer weiteren intensiven Arbeit unter der Arbeiterschaft besonders in der heutigen Zeit hervor- tzohoben. Es Wurde eine umfangreiche Resolution über die weiteren Arbeiten der Arbeiter-Madeime auf dem Gebiete der Schulreform, der Erziehung der Erwachsenen des Vibliothekavwesens, der Erziehung durch die Kunst und den Rundfunk und über die weiteren besonderen Aufgaben der Ävbefter-Akademie angenommen. K'osäe für eine Ber'afsungsre'form. «egen daS Proportionalwahlrecht, gegen den Senat. ,.i. Im„Lcfkö Tlovo" veröffentlicht Senator Rlofäc einen Artikel, in dem er sich für gewisse Bersassungsrcsormcn einsetzt. Zunächst legt«r die Notwendigkeit der Aenderung der Äahlordnung dar: Di« Demokrat!« muß auch operativer Eingrifft fähig sein, wenn«ö der Staat und dar Jnlerrsft des Volkes verlangen. Ich weiß nicht, wer der Vcrfasier der jetzigen gebundenen Kan- dida:«nlisten ist, noch der Autor desftn, was jetzt d«r Senat ist, aber wollen wir die Wähler und ihre Abgeordneten in ständigem Verkehr bringen, soll«» die Stadt« und Bezirke und deren Bevöl- kerung im gefttzgebenben Körper tatsächlich v«r- ' tre:«n. ftin, muß die heutige unmöglich« Wahlordnung beseitigt werben. Daran dachten wir . schon im Jahre 1985 und deswegen haben wir «inen Antrag aus Abänderung der Wahlordnung schon damals gebracht... ES ist notwendig, daß unsere Leute sich mit Entschiedenheit dieser überreichten Anträge in den««'.sprechenden AnSschüsien annehmen, damit das Interesse daran aus den Ausschüssen in di« Oefftntkichkeil g»brach: werde. Dann beschäftigt sich KlofLS auch mit den, Senat: Was den Senat betrifft, können wir uns auf unser« programmanschen Anschauungen schon aus der Zeit nach dem Umsturz berufen. E« ist undenibar, zwei fast völlig glc'ch« parlamenta- rtschr Körperschaften;u haben, die zwei Adgüsft rin und derselben Sach« sind. Es ist ein Luxus, der keinen Sinn hat, daß die zweit« parlamentarische Körperschaft das Löschblatt dessen wäre, was di« erste tut. Im Senat gibt es sicher diel« Ungewöhnlich quakiftziert« Menschen, umso rrau. r!ger ist«s, wenn der Senat ein« immer bedeutungsloser« Einrichtung wird, obzwar ein« zweite Kammer—' ein WirtschaftSparlamint—r«in« wichtige und beachtenswerte Rolle in unserem Staatsleben wäre.. Die Aeußerungeu des ehemals einflußreichen Führers der tschechischen Nationalsozialisten sind, wie sich unsere Leser denken können, von keinerlei großer Bedeutung. Wenn die Nationalsozialisten gewollt hätten, hätten sie für di« parlamentarische Verhandlung der seinerzeit eingebrachten Anträge etwas tun können. KommnMsche Kundgebung in Reichenbern Reichenberg, 5. Dezember.„Nicht Resolutionen werden helfen, sondern helfen wird nur der Massenkamps d«r Werktätigen." Mit dieser» Morien hatten die Kommunisten die Arbeitslosen für Diontag Nachmittag zum ge'chloffenen Kampf tzegen die Wciterverelendung und gegen den Hun- Ker aufgerufen. Nicht ganz ein Drittel der Ar- veitsloftn kam dem Rufe nach und dieses Drittel wußte wahrnehmen, daß di« geeichten Revolutionär« auch nur zu der so viel verlästerten Re'olu- tion gelangen. Biel verlästert wurden die verhaß- ten Czech-Karten, aber trotzdem wurde eine grö- Rerc Zähl angefordert. Bemerkt wurde, daß die Aktion fortgesetzt wird und neue Aufmärsche erfolgen würden. Sehr umschmeichelt wurden die kleinbürgerlichen Kreis« und besonders scharf wurde die nationale Note betont. Das ist im we. 'tätlichen der Inhalt d«S kommunistischen Hungermarsches, der endlich ein wenig Schwung in den kommunistischen Laden bringen soll. Uebng Blieb, soweit man vielfach feststellen konnte, die Enttäuschung, die sich an dirftn Arrangeuren rlnmal bitter rächen wird.— Nach Schluß der Kundgebung kam- es zu kleineren Zusammen, stötzen zwischen Demonstranten und der Polizei. Gemeindewahl in Tabor. Bei den am Sonntag stattgesunden Wahlen in die Gemeindevertretung Tabor wurden von 9449 eingetragenen Dählern 8621 Stimmen abgegeben. Auf die ein- Klnen Parteien entfielen(angeführt ist zuerst die Zahl der Stimmen und der Mandate bei den heutigen Wahlen, in der Klammer sodann die Zahl der Stimmen und Mandate hoi den letzten Wahlen am 10. Oktober 1928 und schließlich die Zahl der Stimmen bei den Wahlen in das Abgeordnetenhaus im Jahre 1929): Republikanisch? Partei 217 St., 1 M.(182, 1— 276), tschechische Sozialdemokraten 850 St., 3 M.(1278, 6— 1156), tschechische Nationalsozialisten 3465 Sr., 15 M.(1631, 8— 2588), tschechische Bolkspartri 735 St., 3 M.(948, 5— 893), tschechische Nationaldemokraten 1294 St., 5 M.(907,"4— 935), tschechische Gewerbepartei 744 St., 3 M.(609, 3 — 895), Nationale Liga, bürgerliche oppositionelle Gruppe 258 St., 1 M.(—,— 158), komm»- Washington, 5. Dezember. Der Bundeskongreß wurde heute mittags in beiden Häusern feierlich eröffnet. Am 4. März 1933, mittags 12 Uhr, muß er nach der Vorschrift der Verfassung seine Sitzungen beenden. Bis zu diesem Tag muß auch das Budget für das am 1. Juli beginnende Haushaltsjahr verabschiedet sein. Außer dem Budget harren zahlreiche andere Fragen der gesetzgeberischen BeaÄeitung, darunter die Einführung 3prozentigen Bieres, die Vorbereitung einer baldigen Aufhebung der Prohibition, Hilfsmaßnahmen für die notleidende Landwirtschaft, die Unterstützung der mit den Familienangehörigen etwa 25 Millionen Köpfe zahlenden Arbeitslosen, die Reform der Bankengesetze usw. Angesichts dieser Problem« treten di« außenpolitischen Fragen in den Hintergrund, und Problemen, Wieden Kriegsschulden der Alliierten, dem Eintritt in de« internationalen Gerichtshof, dem Mandschureikonflikt und der Frage der Unabhöngig- Eine der konjunkturempfindlichsten Industrien ist die Textilindustrie. Die Wirtschaftskrise hat darum auch in der Textilindustrie aller Länder schwer« Schäden angerichtet. Ganz besonders Ist aber di« Textilindustrie in den deutschen Gebieten der Tschechoslowakei von der Wirtschaftskrise betroffen worden. Mehr als 50 Prozent des Exportes find verloren gegangen, mehr als ein Drittel der in der deutschen Textilindustrie be- Mstigten Arbeiter stich arbeitslos und,, viele Tausende arbeiten nur noch wenige Ta« im Monat. Tag für Tag sind in den letzten Monaten Betriebe geschlossen worden, Hundert« und Tausende von Textilarbeitern wurden entlassen, ebenso vftl« wurden durch die Rationalisierung und durch BetriebSeinschränkungen dazu verdammt als Kurzarbeiter mit einem erbärmlichen Lohn ein elendes Dasein zu fristen. In dieser für di« Textilarbeiter so schweren Zeit haben diese die einzige Stütze— an ihrer Organisation gefunden. Mittels der nachfolgenden Aufstellung, die wir dem Fachblatt„Der Textilarbeiter" ent« nehmen, wollen wir zeigen, wie groß die Arbeits- lostgkeft unter der Textilarbeiterschaft der deutschen Gebiete ist und welche Leistungen dis „Union der Textilarbeiter" seit dem Jahre 1929 allein auf dem Gebiete der Arbeitslosenfürsorge vollbracht hat. Der Umfang der Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern des Verbandes ist ersichtlich auS der folgenden Uebcrsicht über die angewiesenen und verrechneten Fälle und Arbeitslosenunterstützungstage. Mit dem Ministerium Arbeitskösen- Jahr verrechnete Unterstützungs-. Unterstützungsfälle tage 1929 22.148 582.662 1930 46.880 1,438.286 1931 76.256 2,938.817 1932 84.226 3,647.798 Schon aus dieser Uebersichl ist zu ersehe», Laß innerhalb von 45 Monaten Sems italienische nuitar- ilugzeuge überfliege« seelenruhig österreichisches Gebiet. Klagenfurt, 5. Dezember. Gestern überflogen zum zweitenmal sechs italienische Militärflugzeuge österreichisches Gebiet. Sechs Doppeldecker— drei Jagd- und drei Beobachtungsflugzeuge—. erschienen über der Kor- alpe und nahmen Kurs auf Gleisdorf und dir Oststeiermark gegen das Burgenland. Anscheinend handelt es sich um dieselben sechs Flugzeuge, die bereits am 29. November zu einem Flug Udine— Budapest gestartet waren, aber infolge, schlechten Wetters über dem Rosenthal in Kärnten knapp vor Klagenfurt umkehren mußten. Am 29. vorigen Monats waren die italienischen Militärflugzeuge beobachtet worden und gestern konnte» sie einwandfrei gezählt und erkannt werden, obwohl sie in einer Höhe von mindestens zweitausend Metern flogen. Di« Geschwindigkeit betrug etwa 180 Stundenkilometer. Di« Ueberflie- gung österreichischen Gebietes stellt einen Bruch der zwischenstaatlichen Vereinbarungen und eine Verletzung der österreichischen Hoheit-rechte dar. nistische Partei 810 St., 4 M.(1150, 5— 979), Hous- und Realitätenbesitzer 200 St., 1 M. (—,), Gruppe Dr. Kolar—,—,(546, 2), Kleingewerbevereinigung(90,—), Natio nale Arbeitspartoi—,—(255, 1), Domov—,— (331, 1). Genosse Dr. Strauß Mitglied des Landesschulrats für Böhme«. An Stelle des verstorbenen Dr. Gustav Kuhn wurde in der gestrigen Sitzung der Zentraldertretung von Groß-Prag der deutsche sozialdemokratische Landesvertreter Genosse Dr. Emil Strauß als deutscher Vertreter der Stadtgemeinde Prag in den Landesschulrat mit 47 St im nre n gewählt. keit der Philippinen wird nicht viel Zeit gewidmet werden können. Nach Pressemeldungen wird Hoover in seiner Jahresbotschaft an den Kongreß, die morgen verlesen werden wird, voraussichtlich auch die Frage der Kriegsschulden streifest, voch dürfte aber diese Angelegenheit nicht vor dem 15. Dezember eingehender durchberaten werden. Hoover wird hierauf dem Kongreß empfehlen, eine Kommission zu wählen, die mit einer neuerlichen Ueberprufung der Kriegsschuldenfrage betraut würde.- Die Parlamentsfuhrer erklären diesen Standpunkt Hoovers in der Weise, daß Hoover erwarte, die zum 15. Dezember fälligen Raten würden tatsächlich bezahlt werden. Nach anderen Meldungen sieht man im Weißen Haus überhaupt keine Möglichkeit, die letzten Noten Englands und Frankreichs dem Kongreß mit der Bitte um weitere Behandlung vorzulcgen. Ton und Inhalt der beiden Noten seien derart, daß Hoover sich ernsthaft überlege, ob er überhaupt irgendwie darauf reagieren solle. di« Arbeitslosigkeit i« den«eu« Monaten dieses Jahres um das Vierfache größer ist als im Jahre 1929, daß die verrechneten Unterstützungsfälle in demselben Verhältnis angestiegen sind, daß aber di« Zahl der Arbeitslosenunterstützungstag« i« den neu« Monaten dieses Jahre- das Sechsfache im Jahre 1929 betrug. . Wenn schon die vorhergehende Ausstellung deutlich die von Jahr zu Jahr st«i«nde Arbeitslosigkeit zeigt, so gibt di« nachfolgend« Uebersicht über di« ausgezahlte Arbeitslosenunterstützung der Union an ihre Mitglieder noch viel eindringlicher das Anwachsen der Krise in der Textilindustrie und damit daS Steigen JMY Verelendung unter den Textilarbeitern wieder. Die ausgezahlte Arbeitslosenunterstützung (gewerkschaftliche und Staatsbeitrag) betrug 1929 K 5,703.336:85, 1930 K 16,044.293.80, 1931 K 37,437.818.70 und in den ersten neun Monaten 1932 8 49,773.009.10. Dä di« monatliche ansgezahlte Summ« gegenwärtig ungefähr sechs Millionen beträgt, dürste sich insgrsamt die für 1932 ausgezahlt« Summe auf fast 79 Millionen Krone« belaufen. Dies« tvenigen Zifftrn genügen, um zu zeigen, daß di« Gewerkschaften iudieftm Falle insbesondere die Union der.Textilarbeiter alles getan haben, um gegen di« Not ihrer arbeitslosen Mitglieder anzukämpfen. Wer bedenkt und weiß, daß di« gewerkschaftliche Organisation nur allein auf die Kraft ihrer eigenen Mitglieder angewiesen ist, und daß die ungeheuren Summen, die vom Verband an die Mitglieder ausgezahlt wurden, in jahrelanger, mühseliger, Arbeit von den Funktionären als Mitgliedsbeiträge an die Organisation zusammengetragen wurden, der wird erst richtig verstehen, welche Bedeutung die a e w a l- tige Leistung des Verbandes für die arbeitslosen Mitglieder hat. Japanischer Vormarsch in der Mandschurei. Bei 30 Grad Kälte. Paris, 5. Dezember, Wie der Korrespondent des„Petit Parsswn" in Schanghai meldet, setze« die japanischen Truppen ihren Vormarsch in oer Rordwesttnandschurei fort. Sft hätten die Khin- gan-Berg« überschritten und rückten trotz Schnee und großer Kälte(30 Grad unter Null) auf Hailar vor. Ein Bombenfluggouggeschwader habe bereits Khlngan überflogen und das Hauptauar- tier des Generals Suprngwen zusammcngeichos- sen. Supngwen und sein Stad hatten Khingan unter Mitnahme ihrer Kostbarkeiten auf Kamelen und Pferden verlassen. Sie wurden von japanischen Flugzeugen verfolgt. Die Japaner hatten vorgestern etwa 150 Kilometer vor Hollar gestanden, dessen Einnahme unmittelbar beporzustehe« schein«. Ein neuer Wahlsieg der belgischen Sozialdemokraten Brüssel, 4. Dezember. In Belgien fanden heute di« KreisratSwachlen statt. In den bisherigen KreiSrSten hatten die Katholiken 301 Delegierten, die Sozialist«« 222, die Liberale« 124, die flämischen Rationalisten 35, die Kommunisten 3, die Agrarier 2 und die Autonomisten drei Delegierte. Außerdem wählten heute die znrücktretenden Räte vierzig weitere Senatoren in den neuen Senat. Rach den bisherigen Ergebnissen der gestern stattgefundenen Provinzialratswahlen werden die Katholiken etwa 314 Mandat«(Gewinn 13), di« Sozialisten rund 249(Gewinn 16), die Liberalen 96(Verlust 28), die Kommunisten 7 (Verlust 4) und die flämischen Nationalisten 31 Mandate(Verlust 4) habe«. Entscheidende Phase in Genf. Beratungen der führenden Staatsmänner im Gang. Gens, 5. Dezember.(Wolff.) Matdonald, H e r r i o t und Norman Davis sind heut« vormittags zu einer gemeinsamen Beratung zusammengetreten. Dieser Meinungsaustausch gilt zweifellos der Vorbereitung der entscheidenden Phase, in die di« Abrüstungsbesprechungen mit der heute nachmittags erfolgten Ankunft des deutschen Außenministers eintreten werden. Freiherr von Neurath begab sich um 18 Uhr zuMaedonäld, der den Wunsch geäußert hatte, den deutschen Außenminister nach seiner Ankunft in Genf zu sprechen. Die Besprechung dauerte etwa«ine Stund«, lieber Inhalt und Ergebnis werden keinerlei Mitteilungen gemacht. Es verlautet lediglich, daß di« Besprechung einen allgemeinen Charakter hatte und einzelne Fragen nicht behandelt worden wären. ES ist anzunehmen, daß die Unterhaltungen am Dienstag konkrete Gestalt annrhmen werden. Jü den Berichten der Genfer Berichterstatter der Pariser Blatter herrscht der Eindruck großer Unsicherheit vor. Macdonald soll die feste Absicht haben, bei den bevorstehenden Beratungen der Fünf den Plan eines auch für Deutschland annehmbaren Abrüstungsabkommens zu erreichen., Herriot aber verharrt auf dem Standpunkte, daß Deusschland die Gleichberechtigung erst dann zuerkannt werden kann, bis der Welt die Sicherheit nach den im französischen Plan enthaltenen Richtlinien garantiert sein wird. Der Berichterstatter des„Petit Parisien" ist der Ansicht,' daß die AbrüstuygSkonferenz vor- iäusig a u f u n b« st i m m te Z« r t v e r t a g t wevden wird. Vorher würde eiste Art feier-- lich« Erklärung redigiert werden, welche die bisherigen Ergebnisse dieser Konferenz zusaminen- fassen würde. Die Chinesen sind nach dem gestern abend erfolgten Bombardement Hailars vollkommen d e s o r g a n i s i e r.t u»d fliehen jetzt in einigen Zügen der Ostchinabahn auf sowfttrussisches Gebiet. Die Nachricht, daß die japanischen Abteilungen bereits nach Hailar eingedrungen seien, ist amtlich noch nicht bestätigt. Gleichzeitig wird gemeldet, daß sämtlich« Geiseln, die General Supingwen gefangen gehalten hatte, mit Ausnahm« von 27 Personen, wohlbehalten auf dem Gebiete der Sowjetunion eingetrosfen sind. Für die Mitarbeit von Staatsangestellte» an den Ersparnngsmatznahmen in der staatliche« Wirtschaft' setzt sich an leitender Stell« das„Nürodni Osvo- bozeni" ein. Zunächst stellt das Blatt fest, daß die Methode der neuen Regierung, das Parlament zur stärkeren Mitarbeit am Budget heranzuziehen, wie dies in den erfolgreichen Beratungen der parlamentarischen Siebener-Kommission geschehen sst, sich bewährt hat, und schreibt dann weiter: Bei gutem Willen könnte man noch rveiter gehen, Der Grundsatz der demokratischen Zusammenarbeit.müßte, sich, nicht nur auf die Schaffung einer Zusammenarbeit der Regierung mit dem Parlament beschränken, sondern könnte in zweckmäßiger Weis« auch auf die weiteren Kreise der Interessenten und Fachleute erweitert werden. Heute, haben wir z. B. unter den Staatsangestellten ein« starke Bewegung für die wirkungsvolle Zusammenarbeit an den Enspa- rungSmaßuahmcn in der Staat-Wirtschaft. Es wäre eine verdienswoll« Tat der Regierung, wenn sie diese Bewegung auffangen und im Interesse des Staates ausnützen könnte durch eine vernünftige Zusammenarbeit mit allen seriösen Organisationen und Fachkreisen und so in der Bevölkerung die Atmosphäre eines dauernden demokratischen Interesses für di« wirtschaftlichen uitzd finanziellen Angelegenheiten des Staates schaffen würde. Insbesondere in so schweren Zeiten, wie ei die jetzigen sind wär« es auch aus psychologischen Gründen notwendig, dies« neue Methode demokratischer Mitarbeit zu«rweittrn und die Lasten der groß«« Verantwortlichkeit des Regierens aus breitere Kreis« mitverantwortlicher Faktoren zu verteilen." Dies« Anregungen des Legionär-Organes sind sicherlich beachtenswert. »er Kongreß eröffnet Wird Hoover überhaupt aul die letzten Sdiulden-Nolen reagieren? Leistungen einer Gewerkschaft in der Wirtschaftskrise. Die Krise In der Textilindustrie.— Die Tätigkeit der„Union der Textilarbeiter**. Seit« 4 Tienskag, 8. Dezemver 1932 Nr. 287 Tagesneuigkeiten )tr binzus der Arbeitslosen in Wmiugtou. Washington, 5. Dezember.(Reuter.) Der erste Zug von Arbeitslosen in der Stärke von etwa tausend Personen ist in Washington eingetroffen. Die Polizei führte jedoch dre Demonstranten in einen einsam liegenden Wald in der Umgebung der Stadt. Die Demonstranten sind sehr gut organisiert und es scheint, daß sie genügend Geld bei sich haben. Einer ihrer Führer erklärte, daß sie, wenn ihrem Verlangen nicht entsprochen wird, einen Angriff auf den Kongreß unternehmen werden und daß es zu einen Blutvergießen kommt, wen» Hoover Militär gegen sie entsendet. Gandhi, der Kamerad. Poona, 5. Dezember. Zum Protest gegen di« angeblich schlechte Behandlung eines seiner Mitgefangenen im Gesängnis von Jervodajal führte Mahatma Gandhi einen 24 st u» d i g e n Hungerstreik durch und erklärte, er werde den Hungerstreik am Dienstag wieder beginnen, wenn die Gefängnisverwaltung ihr Verhalten gegenüber de» Gefangenen nicht ändert. Ku Todesurteil in Böhm-Lelpa. Löhm-Leipa, 5. Dezember. Bei der heute ac^en Wenzel Blodek aus Großmergtal bei Zwickau i. B. durchgeführten Schwurgerichtsverhandlung wegen Meuchelmord, begangen an seinem eigenen Schwiegersöhne Oskar Runge, beantworteten di« Geschworenen die Hauptfrage auf Meuchelmord mit zwölf Stimmen ja. Hierauf sprach der Gerichtshof über den Angeklagten das Todesurteil aus. Ueber den Prozeß werden wir noch ausführlicher berichten. Vorsitzender war Krcisgerichts- präsident Dr. R i p k a, Staatsanwalt Dr. Z u m p e, Verteidiger Dr. Kriege! st ein.' Todesflug von Argentinien nach Europa. Buenos Aires, 4. Dezember. Der irländisch« Flieger Ellis«, der einen Ozeanklug von Argentinien aus in Richtung nach Europa versuchen wollte, ist bei Rosario tödlich abgestürzt. Trotzki darf Antwerpen nicht betteten! Brüssel, 8.«Dezember. Leo Trotzki ist gestern äbend mn"seiner Frau an Bord des Dampfers „Bernstorff" in Antwerpen eingetroffen. Er darf das Schiff nicht verlassen. Der Zugang zum Q u a i ist gesperrt. Heute nach mittags wird Trotzki die Reise nach Dünkirchen fortsetzen. Sexualmord au einem Kind. Am 8. November verschwand aus einem Lrr bei Nimburg der neunjährige Miroslav Mareüek. Alle Nachforschungen nach seinem Verbseiben blieben erfolglos. Erst jetzt wurde seine Leiche gefunden und damit ein gräßliches Verbrechen entdeckt. Am 8. Dezember fan- deti Arbeiter ungefähr dreißig Schritte von dem Häuschen der Eltern des Knaben die Leiche, welche schrecklich verstümmelt worden war. Rach d?m Gutachten des OrtSarztes wurde an dem Kind ein Sexualverbrechen verübt. Vor längerer Zeit wurde auf dieselbe Weise hei B o k o v i c in der Nähe von Prag ein Lustmord an einem Knaben verübt; weder der Polizei noch der Gendarmerie gelang es bis heute, jenen Mord'aufzuklären. Man hofft jetzt auf di« Spur des Täters, welcher allen Anzeichen nach beide Morde verübt hat, zu kommen. Eine o«festen erregende Versta-tung Benfe», 5. Dezember. Heute morgens gegen 8 Uhr wurde hier der praktische Arzt Dr. Eduard Kreibgch von der Gendarmerie verhaftet und dem Kreisgerichte in Leitmeritz eingeliefert. Dr. Kreibich steht im Verdacht«, an Frauen wiederholt verbotene Eingriffe vorgenommen zu haben. In zwei Fällen soll der Eingriff den Tod der betreffenden Frauen zur Folge gehabt haben. Tie Verhaftung des bekannten Arztes hat großes Aufsehen erregt, da Dr. Kreibich auch öffentliche Funktionen bekleidete. Er war nicht nur Obmann des deutschen Gesangvereins, sondern er war auch auf der Kandidatenliste der deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei in die Stadtvertretung von Bensen gewählt worden, wo er eine extrem nationalistische Stellung einnahm und zu den Wortführern der Nationalsozialisten gehörte. Mit koscherer Spitalskost ins Dritte Reich! Den Wiener Naziführer Frauenfeld haben unsere Leser sicherlich noch im Gedächtnis. Der Mann hat sich schon einmal unsterblich blamiert, nämlich mit seinem bekannten Roman, in dem ein gewisser Körperteil liebend ausgezogen wird. Solche Dummheiten macht der Frauenfeld, wenn er gesund ist. Ist er aber krank, dann geht er nicht etwa zu einem gutarischen Feldscher mit Monako löst seine Armee auf. Das Fürstentum Monako hat aus Erspar» ngsgründcn sein« Armee— die allerdings nm aus 71 Mann und drei Offizieren bestand— auflösen müssen, da die Gelder für die Unterhaltung der malerischen blauweißrot gekleideten Truppe nicht mehr aufgebracht werden konnten. Bekanntlich sind die Einnahmen aus der Geldquelle des Zwergstaates, der berühmten Spielbank, seit der Wirtschaftskrise außerordentlich stark zurückgegangen. seinen behandlungsbedürftigen Körperteilen, sondern— es ist zum Totlachen!— zu den Juden! Die„Arbeiter-Zeitung" teilte Sonntag mit, daß Herr Frauenfeld im Jän- ner-Febcr 1929, damals schon eingeschriebenes Mitglied der nationalsozialistischen Partei, in der er es seitdem zum Gauleiter gebracht hat, sich in ünentgeltlicher Spitalspflege der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien befand, und zwar im sogenannten Rothschild- Spital! Schon dieser Name müßte einen waschechten Nazi lieber sterben lassen, als daß er in solchem Hause sich zum Kampfe gegen das gottverfluchte Juda wieder Herrichten ließe. Aber man denke nur: in diesem Spital sind nur jüdische Aerzte angestellt, in diesem Spital wird nur streng koscher gekocht — natürlich auch für das eine Zehntel nichtjüdischer Patienten; die anderen neun Zehntel sind lauter„Saujuden"— aber der Frauenfeld hat es dort mehr als drei Wochen ausgehalten! Urrd damit niemand sagen könne, die„Arbeiter-Zeitung" sauge sich solches auS dem Finger— das Saugen überlassen wir nach wie vor dem Frauenfeld und seinem Fvauenheld— so reproduziert sie im Faksimile den gedruckten, ausgesüllten und gestempelten Entlassungszettel des Rothschild-Spitals für den geheilten Frauenfeld. Natürlich wird es keinem Menschen einfallen, anzunehmen, ein Nationalsozialist könne so charakterlos sein, bei den Juden, die er doch am liebsten alle baumeln sähe, unentgeltliche Pflege und Heilung zu suchen! Nein, nein, das könnte man gewiß nicht einmal vom Frauenfeld behaupten. Die Geschichte ist jedenfalls so, daß der Frauenfeld bis zum Jahre 1929 Jude war; dann schloß er sich den Nazis an, nahm rasch noch Abschied von den Juden, indem er sich von jüdischen Aerzten, bei jüdischer Kost und in jüdischer Umgebung umsonst auskurieren ließ. Und also geheilt, schimpft er jetzt auf di« Juden. Wenn es auf ihn ankäme, würde er alle Wiener Juden hinrichten laffen— bis auf die Verwaltung und di« jüdischen Aerzte im Rothschild-Spital. Di« diirften noch so lange weiterleben wie der Frauenfeld selbst— denn man kann ja nicht wissen, ob er sie vielleicht nicht doch noch einmal braucht! Diphtherieerkrankungen dauern an. In zahl-, reichen Schulen und Kindergärten mußte in den letzten Tagen die Sperre verordnet werden, weil viele Kinder an Diphtherie erkrankt sind. Dieser Tage wurde auch der Kindergärten in W e i p e r t gesperrt, ebenfalls gesperrt wurde die Schule in Groß tippen bei Saaz, in der elf Kinder von der Krankheit befallen worden sind. Die täglichen Selbstmorde. In Stanko- w i tz bei Saaz hatte sich, wie uns berichtet wird, vor mehreren Tagen die 64jährige Frau Anna Arnold, di« bei ihrem Schwiegersohn in Stan- kowitz wohnhaft gewesen war, von daheim entfernt, nachdem sie schon durch einige Zeit ein gedrücktes, schwermütiges Wesen gezeigt hatte Man nahm daher an, daß die Frau sich mit Selbst- mordgcdanken trug; diese Annahme hat sich nunmehr als zutreffend erwiesen, denn di« Unglückliche wurde im Ortsteiche ertrunken aufgefunden. Sie ist offenbar während der Nachtstunden mS Wasser gegangen und hat so den Tod gefunden.—' Eine erschütternde Tragöde« hat sich am gleichen Tage in Neu-Wernsdorf bsi Klostergrab abgespielt. Schon seit langem war der dort wohnhafte Kaufmann Franz Gerl, ein junger Mann von kaum 26 Jahren, arbeitslos, und alle seine Bemühungen, wieder einen Erwerb zu finden, scheiterten. Um nicht überhaupt uMätig sei« ju- müssen, betätigte er sich im Geschäft« seiner Eltern, wofür er durch Nahrungsmittel üsw. unterstützt wurde. Angesichts seines Notstandes, der keine Besserung erfuhr, verließ vor kurzer Zeit die Frau Gerls den gemeinsamen Haushalt, worüber der Mann so verzweifelte, daß er beschloß, aus dem Leben zu gehen. Er begab sich auf den Hausboden und hängte sich auf. Ms man ihn fand, war er bereits tot. Ein mißglücktes Eiseubahuattentat in der Slowakei. Amtlich wich mitgeteilt: Am 2. Dezember fuhr auf der Streck« Pleüivec— Vrutky der Schnellzug Nr. 107 in Kilometer 271.3 auf drei Stuck Stammholz von etwa zwei Meter Länge und einem Durchmesser von 23 Zentimeter sowie auf einen Stein von etwa sechzig Zentimeter Durchmesser, der durch kleinere Skeine unterleg t war, auf. Der Zugsführer, der ein« Erschütterung des Dienstwagens verspürte, brachte Yen Zug durch die Notbremse zum Halten. Die Lokomotive des Zuges hatte den Stein zermalmt und zwei Stämme zur Seit« geworfen. Der dritte Stamm war aber«nter dem Zuge geblieben, verursachte eine Erschütterung des,-Dilmst- üiagqnsi und rammte den Fußboden des ersten PepsoneirwagenS dritter Klasse,, in welchem er den Fußboden in der Länge von etwa. einem halben Meter beschädigt«. Nach Beseitigung des Hindernisses setzte der Schnellzug die Fahrt mit einer Verspätung von 21 Minuten fort. Verletzt wurde niemand. Der Zwischenfall wurde sofort der Gendarmerie mitgeteilt, welche die entsprechende Untersuchung«ingeleitet hat. Et« internationaler Taschendieb gefangen. Der A u s s i g e r"Polizei wurde ein Mann vo«- gefiihrt, den zwei Frauen,beim Taschcndiebstahl ertappten. Es handelt sich um den 1906 m Lembetg geborenen internationalen Taschendieb S. Märtyrin, der für immer aus der Tschechoslowakei ausgewiesen ist. T«r Verhaftete suchte feine Opfez zumeist in den Zügen auS. Bei Mar- thszin wurde ein Apparat zum Ausschneiden der Taschen gefunden. Nach Verbüßung eine» vierzehntägigen Polizeiarrestes nach dem Paßgesetz wird er dem Gericht« übergeben werden. Reichsdeutsche Anwälte fordern«umerus rlausus. In einer Abgeordnetcuversammlumg des Deutschen Anwaltsvereins in Berlin wuvde eine Entschschließung gefaßt, deren Hauptforderung eine Sperre der Zulassung zur Rechtsanwaltsschaft zunächst auf die Dauer von dreiJahren mit anschließender Beschränkung des Zuganges zur Anwaltschaft(numerus clausus) der Rechtsanwälte ist. Im Waschtrog zu Tod« verbrüht. Ms Frau Anna Janus am letzten Donnerstag in der gemeinsamen Waschküche ihres Wohnhauses in Pilsen Wäsche wusch, fiel in einem unbewachten Augenblick ihr Enkel Kari Janus in den Trog mit kochendem Wasser. Das Kind crl tt schlvcre Brandwunden, denen es SmnStag m Krankenhaus erlag. Selbstmord einer bekannten Pariser Künst- lcriu. Die bekannte französische dramatische und Filmschauspielerin Marccla Roms«, Mitglied der Coniedie Francaise, hat durch Selbstmord geendet, indem sie in der Umgebung von Paris in d>« Seine gesprungen ist. Samstag nachts ist cs ihr gelungen, aus dem Sanatorium für Nervenkranke, wo sie sich zur Behandlung befänd, zu flüchten. Es scheint, daß sie ihrem Leben— sie war 29 Jahre alt— in einem Anfall von Geistesstörung ein Ende gemacht hat. Durchforschung der Macocha-Gegend. Airs Grund der Projekte des Professors Dr. Absolon würde mit dem Abichöpfen des Wassers aus den letzten bisher nicht durchforschten Räumen zwischen' der Macocha und dem Lauf der Punkwa begonnen. Sonntag pumpte die Pumpstation un- aeheüre Wassernrengen aus, und das Niveau der unterirdischen Punkwa ging langsam zurück. In '14 Stunden stellte Prvs.-ssor Dr. Absolon mrt seinen Mitarbeitern fest, daß das Geräusch der beim Ausfluß der Punkwa arbeitenden Maschinen Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus ve« Programme«, l Mittwoch: Prag: 6.15: Gymnastik, 11: Tchallplatten, 15.30: Oboe-Verträge, 17.lv: Marionettenchea-ter, 18.25:' Deuts ch'«: Sendung: Arbeitersunk: I. Reitmann:. Irrensürsorg«, 19.25 RaSuz und Mahulena, Manchen, 22 25: Tauzuutstk— Brünn: 15.36: Lüder. 18.35: Deutsche Sendung: Meixner: Kaufmannsdiuisch- Mohr.-Ostrau: 10: Militär-' konzerl, 18.30: Tculsche Sendung: Klar:' Björnson und d:e Gegenwart.— Berlin: 15.85:, Heitere Lieder, 20. Smsometonzerr.— Hamburg: 1 20: We!:eriolg« der Operette.— Königsberg: 18.30: Chornmsik, 19.35: Laukenumsik— Leipzig: 19.15: Blaskonzeut.— Münzen: 21: Kammermusik.'— Wien: 19.45: Das Experiment, Hörspiel, 20.80: Uknerhattungskonzerr. HiHHJiiutiiiunii)iim>iiiiii!!Tiitiiiiii!iiiiininHniniiiiiutniiiiiiumuii»iiHitjiiiinimiiiniiiiniiaii bis in die Höhlen am Grund der Macocha ge- langsi so daß man mit aller Wahrscheinlichkeit annehmen kann, daß di« Verbindung zwischen der Maco cha und dem Ausfluß der Punkwa schon bei diesem ersten Versuche gesunde» wurde. Bis Sonntag abends gelang es, das Niveau des Wassers in den Höhlen um etwa 3>4 Meter zu senken. Eine Beschleunigung der Arbeit wird nach der Montierung von weiteren sogenannten Tauchpumpen erwartet, bei denen der Motor und di« Pumpe unter dem Wasser fiiÄ Die ersten dieser Pumpen werden in einer Woche in Tätigkeit gesetzt werde». Milderung des amerikanische» Einwande- rungsgcsetzcs? In dem Jahresbericht des Ak- beitsministeriums wird eine Milderung des Ein- wanderungSgesetzes in dem Sinne vorgeschlagc«, daß Ausländern, die tatsächlich ein unentbehrliches Handivrrk betreiben, die Einwanderung erlaubt werde. Eine der Bedingungen der Natur«-" lisierung soll die Beherrschung der englische« Sprache in Wort und Schrift bilde». Altgriechische Kunst im Zemeutabguß. Dü griechische Regierung beabsichtigt, die bedeutens antiken Bauten durch Zementabgüsse der Plastiken, welch« aus Griechenland weggeführt wurden und sich jetzt in ausländischen Museen befinden, systematisch zu ergänzen. Am Sonntag wurden in Anwesenheit britischer und griechischer Konservatoren in das Fries von Parthenon dü Abriße der jetzt im Britischen Museum befindlichen Plastiken eingesetzt. Mussolinis Opfer. Marquis Crispolti, der Direktor und Chefredakteur eines der vLrbrritet- sten italienischen Blätter, des„Messaggero", Hal sein« Demission gegeben. Nachtnebel fordert drei Todesopfer. Bei Peggau, unweit von Graz, ereignete sich Sams" tag nachts im dichten Nebel ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Motorrad und einem Fuhrwerk, wobei drei Personen den Tod fanden. Tas Motorrad, auf dem sich ztve' Personen befanden, stieß mit einem Fuhrwerk, das ihm entgegenkam» mit solcher Wucht z«' sammen, daß die zwei auf dem Motorrade befindlichen Personen über den Wagen und dü Straße hinweg auf eine Wiese geschleudert wurden, wo sie tot liegen blieben. Der L« n k e r des Fuhrwerkes fiel mit den Zügeln in den Hände« vom Wagen und wurde von den scheu gewordenen Pferden 300 Meter weit geschleisl und dabei zu Tode gerädert. Die Finanzlage der Stadt Dresden verschlechtert sich von Monat zu Monat. Tas letzte Sechste! des Novembergeheiltes kann den städtischen Beaw- ten erst am 8. Dezember ausbezahlt werden. Et ist noch nicht abzusehen, wann und wie die Stad: die sechs Raten für das Dezembergehalt flüssig machen kann. Akbeitertod. In einer in der Nähe der melnde Ajka in Transdanubien liegenden Grube wurden fünf Arbeiter bei der Reim- gulkg eines Brunnens von den Auspuffgasen eines in den Brunnen hineinmontierten Benzinmotors betäubt. Alle fünf Arbeiter erlitten' ein« tödlich« Vergiftung und konnten nur mehr als Leiche« geborgen werden.— Beim Demolieren eines Hauses in Genua stürzte, als die Arbeiter aus Versehen ein« Stützmauer entfernten, ein« Zimmerdecke ein, wobei drei Arbeiter getötet wurden. Ein vierter vermochte sich an einer« Mauerhaken frsthaltrn, so daß er nach einiger Zeit mit leichten Verletzungen geborgen werden konnte. Verhaftete Eiubrecherbanb«.• Verschieden« Einbrüche der letzten Zeit in Lebensmittel- und Strick' Warengeschäfte in Reichenberg stehen kurz vor ihrer Aufklärung und führten zur Verhaftung einer weitverzweigten. Einbrccheribandc. Der Haupttäter und Organisator der Bande, der 31jährige bekannt« Ei«- brecher J.mes B a n e l aus Roztoky bei Starkenbach, von Beruf Bäckerg« Hilfe, ist zwar derzeit noch flüchtig, seine Komplizen, insgesamt nenn Personen, darunter zwei Frauen, konnten jedoch bereits fistgenommen werden. Der Gesamtwert der gestohlene« Sachen sonnte bisher noch, nicht festgestellt werbe«, dürste sich aber auf mehr als 100.000 K belauft« Durch die Autonummer verrate». Di« Gendok- inerie-Fahnduugsstelle in Äglau stellte eine Räuberbande-sicher, di« am 1 Dezember in Hurnpolel eine Kasse auSgeraubl und«ine Schreibmaschine gestohlen hatte, wodurch ein Schaden in der Höhe vo« 8000 K rerursachr wurde. De Täter wurden durch di« Rümmer des Automobils verrate«, daS si« zur FluckN benützten. De Nummer sührü zur Sicherstellung des Rutomabikbesitzers Alois Mcruiüa und der übrigen Mitglieder der Grupp«, nämlich des ehemaligen Lokomotivführers StSpanek, des Kaufmannes KoÄLck und des Chauffeurs Gazda, die durchwegs aus Jglau stammen. Dir Mitglied«! der Band« bereiteten auch di« Ausraubung des Post- a»n«s in MährischBudwitz vor und lind verdächtig zwei weitere Einbruch« verübt zu habe». Nr. 287 Dienstag, 6. Dezember 1932 Seite 5 Krankenfiirsoroe für Arbeitslose im fezirx Mist. Als Genosse Tr. Gruschka in der„Freien Gemeinde" das Problem der ärztlichen Hilfe sür die Arbeitslosen aufrollte, gav es sehr viele die da meinten, es sei leichter geschrieben als gehandelt und tausende Wenn und Aber wurden gegen diese so wichtige und dringende Forderung ins Treffen geführt. Aber während die Diskussion über die Hilfe der Arbeitslosen-Kranken weitergeht, ist das Probleni praktisch schon gelöst worden. Vorläufig allerdings handelt es sich nur um einen Versuch in Teplitz, den die Arbeitslosen in erster Linie der sozialdemokratischen Partei zu verdanken hat. Ueber Initiative unserer Partei hat sich die Leitung der BKVA Teplitz in den Dienst der Sache gestellt und in kurzer Zeit durch Verhandlungen mit der Bezirksbehörde, dem Bezirksärzteverein, der Apothekerorganisation und durch Konferenzen hat man unter dem Titel „Arbeitslosenhilfswerk im Bezirke Teplitz-Schö- nau, Abteilung Heilbehandlung" den Arbeitslosen und ihren Angehörigen im Krankheitsfalle die Möglichkeit geboten, ärztliche Hilfe, Heilmittel und Medikamente zu erlangen. Diese Hilfsaktion für arbeitslos« Kranke gliedert sich: 1. Persönliche Leistungen, 2. Sachliche Leistungen und 3. Administratives. Durch Entgegenkommen der Aerzte, der Apotheker und vor allem der BKVA Teplitz erhält der Arbeitslose, welcher seit 1. Jänner 1929 mindestens durch drei Monat« Mitglied einer Krankenversicherungsanstalt war, im Krankheitsfälle beim Gemeindeamt eine Anweisung, mit welcher er den Arzt aufsuchen kann, der ihn entweder selbst behandelt, oder wenn es notwendig ist, zu einem Spezialisten schickt. Kann die Krankheit nicht ambulant geheilt werden, dann überweist man den Kranken einer Anstalt. Durch ein besonderes Rezept erhält er in der Apotheke Arznei und andere Heilmittel. Außer Medikamenten werden ihm, wrnin es nottut, Bäder Höhensonne, Zahn-_ und physikalisch« Behandlung, Brillen, Bruchbänder, Plattfußeinlagcn, Irrigatoren, Gummistrümpfe, Leibbinden usw. verschrieben. Diese vorbildliche Fürsorgeaktion für die Arbeitslosen hat zur Voraussetzung daß die Aerzte nur Fahrtspesen und Barauslagen bei der Behandlung verrechnen, die Apotheker die Heilmittel und Arzneien nur zum Selbstkostenpreise abgeben und die BKVA Mittel und Menschen für die Administrative zur Verfügung stellt. Außerdem wird natürlich auch der Bezirk Teplitz Geld beisteuern müssen und wenn eS gelingt, andere Quellen ausfindig zu machen, dann scheint dieses Hilfswerk, das einen wunderbaren Erfolg unserer Partei darstellt, auf lange Zeit hinaus gesichert. Auf jeden Fall haben die Teplitzer bewiesen, daß vieles geht, wenn der Wille-Gutes zu schaffen, da ist.---, i x.s.-.-,.. E wir den Nez'wb! Braunschweig, Ende November. Im Naziparadics Braunschiveig ist jedenfalls das Gesängnislehen paradiesisch, wenigstens wenn der Sträfling ein homosexueller Nazi ist In das Gefängnis von Hasselfelde im-Harz wurde eines Tages ein wegen Betruges verurteilter Nazi eingelicfert, der sich Freiherr pvn R a b e n c ck und Freienjels nannte, mit seinem bürgerlichen Namen ledoch schlicht Metzger hieß, Im Gefängnis war Metzger aber ein wahrer Freiherr. Er ließ es sich Wohlergehen mit dem Taschengeld, das ihm sein Vater reichlich schickte, und fuhr mit Erlaub« s des nationalsozialistischen Amtsge*richtsrates M e h n e ck e, dem das Gefängnis unterstand, lustig im Auto spazieren. Anfangs begleitete ihn dabei der Justizwachtmeister H e u m a n n, später leistete Meh- neckc selbst seinem Gefangenen bei-en Autofahrten Ge'ellschaft und nahm auch Frau und Kinder mit. Man unternahm Ausflüge zum Brocken oder nach Blankenburg, wo Tennis gespielt wurde. Die Ausflüge zogen sich manchmal so in die Länge, daß Metzger bei der Rückkehr das Gefängnistor schon verschloffen kand und über die Mauer klettern mußte, um in das«ältliche Gefängnis zurückzugelängen. Ganz Hasselfelde wußte von diesen Lnstpart'en. nur die Behörden erfuhren davon erst durch die Beschwerde eines andern Gustav ncgrink gestorben 64jährig ist,. wie aus München gemeldet wird, Gustav Meyrink gestorben, der Autor des „G o l e m", bevor ihn dieser Roman berühmt machte, in engerem Kreise längst als der Führer einer absonderlichen Richtung in der deutschen Literatur bekannt. Meyrink(eigentlich: Meyer) wurde 1863 in Wien geboren, kam in späteren Jahren nach Prag, lebte dann in der Schweiz und endlich in München. Die Novellen, die er in einer Reihe von Sammelbänden und dann unter dem gemeinsamen Titel „Des deutsch e« Spießers Wunderhorn" veröffentlichte, waren ein satirischer, stellenweise recht leidenschaftlicher Protest gegen den Bernunftsglauben des 19. Jahrhunderts, gegen die materialistische Alleswisserei und zugleich ein früher Protest gegen die Mechanisierung des gesamten Lebens, für die erst so viel später das Wort„Rationalisierung" Mode wurde. Ob Meyrink dabei rein snobistisch eine Mode mitmachte und sich an dem Gruseln, das seine Dichtungen weckten, erlustigen wollte, ob er selbst an das Wirken geheimer Mächte glaubte, konnte man lange Zeit und besonders nach dem Erscheinen der Romane bezweifeln, in denen das Thema immer mehr verflacht wird Spater hat er aber in einer Art philosophischen Buches„An der Schwelle des Jenseits" ein Glaubensbekenntnis abgelegt, das ihn selbst durchaus im Banne der Ideen zeigt, die er in seinen Erzählungen propagiert hat. Gefangenen, der es nicht so gut hatte, wie Metzger. Nun wurde Mehnecke endlich seines Postens enthoben und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Dabei kam heraus, daß die Beziehungen zwischen dem Amtsgerichtsrat und seinem Sträfling so intim waren, wie Beziehungen zwischen zwei Hakenkreuzlern nur sein können. Metzger duzte den Amtsgerichtsral und schrieb an dessen Gattin Briefe, die zu schließen pflegten: ,^küss' mir d^r Nazibub!" Mit dem Nazibuben war Meyneckes ältester Sohn gemeint, den Vater küßte Metzger selbst. Auch der Straßenbau leidet unter der Fiuanzkrise. Die Aussichten für den Bau von Straßen in Böhmen sind für das nächste Jahr sehr unbefriedigend. Es wurden zwar Straßenzüge in der Lange von 138.870 Kilometer zur Herrichtung ausgeschrieben und für diese Straßenherstellung 92 Millionen K veranschlagt, aber ob sie zur Gänze rekonstruiert werden können ist mehr als zweifelhaft, weil man endgültig erst dann bestiminen kann, wenn man weiß, welcher Betrag dem Straßensonds zuflietzen wird. 1932 wurden für den Bau und Herrichtung von Staatsstraßen 161 Millionen K verwendet und 90 Millionen kür die Bezirksstraßen. Die Einnahmen des Straßenfonds in diesem Jahr betrugen bis Ende September 205.3 Millionen'K. Es flössen dem Fonds zu: aus der Verbrauchssteuer für Mineralöl« 97.7 Millionen, durch die Einfuhrbewilligungen für Mineralöle 24.6 Millionen, die Motorsahrzeugsteuer 44 Millionen, die Personenautobussteuer 11.4 Millionen, die Einfuhrzölle für Mineralöle 6.9 Mllionen, die Zölle ! für Einfuhr von Pneumatiks u. a. 19 2 Mtllio- I ncn und der Kontrollzuschlag für Spiritus 1.2 Millionen Der Straßensonds verzeichnet seit seinem Bestand, also seit 1. Oktober 1927 bis 30. September 1932, 1896.1 Millionen K an Einnahmen. Davon wurden für nichtstaatliche Straßen 426.4 Millionen X bewilligt. Der Gistkoch. Bor dem Schwurgericht Görlitz ^beginnt am Montag die Verhandlung gegen den des fünffachen Giftmordes angeklagten 35jährigen Schuh machen Eduard I u st aus Klein-Partwitz. Ter An- goklagde hat nach und nach seine zweit« Frau, seinen Schwiegervater, die Schwägerin, deren Ehemann und Kind mit Arsen, das er ins Essen mischte, vergiftet. Höchstwahrscheinlich sind Just noch weitere Verbrechen zur Last zu legen, illach den bisherigen Ermittlungen hat ihn in jedem der Fälle nackte Geldgier zur Mordtat getrieben. Die Berhastung des Angeklagten erfolgte bei her Beerdigung seines letzten Opfers;«in Geständnis legte er erst im Kreuzverhör vor der Breslauer Mordkommission ab. Di« Dau«r des Prozesse-, zu dem 32 Zeugen und 12 ärztliche Sachverständige geladen sind, wird aus vier Tage veranschlagt. Volkswirtschaft imd Sozialpolitik Die Obsternte in der Tschechoslowakei. Das Statistische Staatsamt legt der Oeffentlichkeit die Ergebnisie der Schätzung der Obsternte in der Tschechoslowakischen Republik im Jahre 1932 vor. Die Daten über die Kirschen- und Weichselernte sind endgültige, die Daten über die Aepsel-, Birnen-, Zwetschken-, Pflaumen- und Walnußernte vorläufige. An Kirschen wurden im ganzen Staate 592.502 Zentner geerntet. Der Durchschnittsertrag von 100 Bäumen(fruchttragende und junge zusam? men) betrug 15.3 Zentner. Der Durchschnittspreis von 1 Zentner Kirschen betrug im ganzen Staate 228 Ke; der Gesamtwert der geernteten Kirschen wird auf 135,026.000 Ks geschätzt.— An Weichsel» wurden im ganzen Staate 74.983 Zentner geerntet. Ter Durchschnittsertrag von 100 Bäumen betrug 10.9 Zentner. Der Durchschnittspreis für 1 Zentner Weichsel» betrug im ganzen Staate 282 K. Dtt Gesamtwert der geernteten Weichsel« wird auf 21,166.000 lü- geschätzt. Der Durchschnittsertrag von 100 Bäumen betrug bei Aepfeln 25.19, bei Birnen 14:8 Zentner, bei Z w e t s ch k e n 17.7 Zentner, ben Pflaumen 14.5 Zentner und bei Walnüssen 10.3 Zentner.— Die Ernte an Aepfeln würde auf 2,854.790 Zentner geschätzt, die Ernte an Birnen 804.957 Zentner, Zwetschken 2,640.649 Zentner, Pflaumen 175.304 Zentner und an Walnüßen 88.041. Zentner. Meyrinks erster Glaubenssatz ist demnach gewesen:„Es gibt eine unsichtbare Welt, die die sichtbare durchdringt." Das Jenseits beginnt nicht mit dem Tode, es est da und man muß nur. die Sinne haben, es zu sehen. In den banalsten Vorgängen entdeckt Meyrink das Walten geheimer Mächte, für Alltägliches und für das Krankhafte, Fremde, Widersinnige entdeckt er gleichermaßen die transzendente Ursache. So ist Meyrink ein Nachfahre der E. T. A. Hof f.m a n n und E. A. Poe geworden. Ob er der Schöpfer der okkulten Richtung in der Neuromantik ist, die dann von manchem Snob des Geschäftes halber eingeschlagen wurde, läßt sich heute schwer sagen. Wahrscheinlich ist auch diese Richtung wie so viele in den vergangenen 50 Jahren von Hermann Bahr kreiert worden. Daß sie sich aber entwickeln und Anklang finden konnte, hat seine gute soziologische Ursache. Die Kulturkrise, mit der das 20. Jahrhundert endet und di«.im Sieg der Philosophie Bergsons, in dem Aufstieg der Machschen und daN» der Einstein- schen Richtung in der Naturwissenschaft, in der ungeheuren.Bedeutung, die beinahe über Nacht das Beispiel Nietzsches erlangt, in dem raschen Absterben des Naturalismus und dem Siegeszug der Neu- romanttk— um nur einige der wesentlichen Symptome aufzuzeigen— ihren deutlichsten Ausdruck findet, hat ihre Ursache in dem AuseinanderUaffen zwischen technisch-geistiger und sozialer Entwicklung. Dem Fortschritt jener entspricht der Stillstand, wenn 01» Haupteigenschaften des„630". 1. Vervollkommnet«„Super>lnductance"-Schaltung. daher äußerste Selektivität. Mühelose Ausschaltung starker Ortssender. 2. Vollkommene Einknopfabstimmung mit neuer Mikro- mefereinsteilung; ,,schweigende'.'( Abstimmung; die . Sender werden mit derselben leichtihkeit und Sicher - heit empfangen, wie man Mit der Wahlerscheibe das Telephons'eine Verbindung herstellt. 3. Unerreichte Tonschönheit; gr. Lautstärke u. Empfindlichkeit. Vornehmes Gehäuse aus kaukas. Nußbaum. .... ruft der Mann vom hohen Ausguck in der MastspiUe, denn sein Auge erspäht das Schiff am fernen Horizont. In gleichem Maße ermöglicht Ihnen der„Super Inductance"-Empf änger PHILIPS 630 eine vollkommene Obersicht über alle Länder Europas. Er bietet Ihnen kristallklaren Empfang jeder gewünschten Station, reden Störsender einwandfrei ausschaltend. Die neue durchleuchtete MIKROMETER SKALA ergibt eine bisher ungekannte Abstimmschärfe; mühelos kann der Hörer jeden Sender wiederfinden. Der„Super-Inductance* PHILIPS 630 erwartet Sie bei Ihrem Radiohändler. Prall Kt 4.290'- PHILIPS 620, derselbe Apparat ohne eingebauten Lautsprecher. Preis K« 3.79O-- s Für gute Wiedergabe großer Lautstärke i PHILIPS „MINI WATT"-ROHREN I An di« Fe.„PHILIPS**, Prag II., Karlovi» ndm, I. Senden Sie mir Ihren Prospekt Ober die Empfänger 620/630. Adresse r Gerichtssaal Die Amt-Person mit dem goldenen Herzen. Prag, 5,-.Dezember. Ein« Verhandlung über das Verbrechen der öffentlichen Gewalttätig k«i t, begangen durch versucht«„Vereitelung einer Amtshandlung": Di« Amtsperson, deren Amtshandlung„vereitelt" wurde, ist in unsevem Fall«in Feld- und Waldhüter, und der reibellischc Untertan ein ärmlich gekleidetes, ausgehungertes Weiblein, di« Witwe nach einem Kleinhäus- ler, die. für drei Kinder zu sorgen hat und in deren Hütt« Not und Elend zuhause ist. Di« Sache spielt in einem Torf des Brdywaldes Die besagte A m t s p e r s o n fühlt« sich vor dem Gerichtshof bemüßigt, gleich zu Beginn hitzig zu nicht die weitere Verelendung auf sozialem Gebiet. Das erschüttert den Glauben an Technik und Wissenschaft. Unter den Literaten, die für' dieses Gefühl zuerst Worte geftinden haben, ist Meyrink, der schon zu Beginn des Jahrhunderts eines seiner Geschöpfe lagen läßt: Schon heute kann man füglich sagen, ist die Maschine ein würdiger Zwilling des weiland goldenen Kalbes geworden, denn wer sein Kind zu Tode quält, bekommt höchstens 14 Tage Arrest, wer aber irgendeine alte Straßenwalze beschädigt, muß drei Tage ins Loch. Lesen wird man aber Meyrink über seine Zeit hinaus, weil er, besonders in der Novelle ein meisterhafter Schilder er sonderbarer Milieus gewesen ist. Auch im„G o l e m" sind die eingegliederten Kurzgeschichten fesselnder als der Roman selbst. In ihnen wird Alt-Prag, wird das Ghetto von Prag fortleben. Die Gestaltungskraft, die Meyrink im„Golem" für das Rätselhafte und Nichtgreifbare der Landschaft und des Milieus bewies, läßt im„Grünen Gesicht",^„Walpurgisnacht" und im„Weißen Dominikaner" merklich nach. In den letzten Jahren hat man wenig mehr von Meyrink gehört. Er verdient aber, besonders in diesem Lande, dem er geistig zugehörte, nicht so bald vergessen zu werden. ft, erklären, sie sei im Besitze eines„g o l d« n« n H e r- zens". Zur Illustrierung diases goldenen Herzens dient der vorliegende Sachverhalt.- Der Feldhüter hat der armen Frau, die er mit einetn irdenen Tops P r«i ß«l b«« r e n am Waldrand antraf, diesen Topf konfisziert und ihn an einem Baumstamm zerbrochen(angeblich unabsichtlich). Tie Frau aber habe sich nach seiner Aussage wütend auf ihn gestürzt und seine„Amtshandlung" zu vereiteln gesucht. Dabei wurde er an der Hand gekratzt. Das „Goldene Herz^' erachtete den zerbrochenen Topf und di« Vernichtung der in stundenlanger Arbeit ge pflückten Beeren keineswegs ass ausreichende Strafe, sondern erstattete außerdem auch die Strasanzeig« wegen des eingangs erwähnten Verbrechens, aus das nach dem Gesetz«ine schwere Kerkerstrafc von sechs Monaten bis zn einem Fahr steht' Dieses goldene Herz schlägt nicht unter-iner Uniform, sondern nur unter einem Zivilanzug, welchen aber im Dienst auf der linsen Brnstseit« ein „Meta ll"(Hüterabzeichen) ziert. Sobald der Mann dieses„Dtetall" ansteckt, avanciert der Hungerleider zur Amlsperson und verwandelt sich der umgängliche Zivilist in den brutalen Büttel. Er hat schon mehrere-solcher Fälle gehabt und die Dörfler kennen die Gefahren dieser Verwandlung Bei derartigen Verhandlungen pflegt der Richie» dem beamteten Zeugen die Frage vorzu legen: „W a r u m hat sich nach ihrer Meinung der Angeklagte widersetzt?" Dies« Frage'ist-meist ausschlaggebend. Zuweilen— selten—7 zuckt der Zeuge di« Achseln oder äußert die Ansicht, es sei in jäher Aufwallung geschehen.' Dann hat der Angeklagte die Chance, frei gesprochen, oder nur wegen der Uebertretung der AmtSehrenbeleidi- gung zu einer kürzeren Arreststrafe verurteilt zu werden. In 96 Prozent der Fälle aber knallt die Anttsperson die Hacken zusamnien und deklamiert im cingelernten Amtsstil:„U m. m e i n« Amtshandlung;u vereiteln!"— Goldenes Herz! Ms diese entscheidende Frage" an unseren Feld Hüter gestellt wurde, entschied er sich nicht zu einer neutralen Antwort, sondern bestätigte eifrig die böse Absicht der Angeklagten.—-Gleichwohl bildete sich der Gerichtshof sein« eigen« Ansicht, sprach di« Angeklagte von dem„Verbrechen" frei und vcrur- teilt« sie nur wegen Beleidigung- zu einer bedingten Strafe von drei Wochen Arrest. rb. Seite 8 „Sozialdemokrat" Dienstag, 8. Dezember 1932 Nr. 287 'Warme Kinder- Hausschuhe. 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Nach einer unverbürgten Nachricht, die durch Zeugenaussagen bisher nicht zu bestätigen war, sah eine Frau in der kritischen Zeit einen unbekannten Mann aus der Ziegelei fliehen. Ter Schaden ist groß, jedoch durch Versicherung gedeckt. Das Feuer, welches weithin sichtbar war, konnte erst nach einer Stunde gelöscht werden. Freie Vereinianno soi Akai em 8.1. Mittwoch, 7. Dezember, 8 Uhr, im Heim, (BartolomöjskL 14) Vorles«abrud, Arn. Erich Heller. „Stimmen des Sozialismus.“ Kunst und Wissen „College Crampton“ Ensemblegastspiel Basiermann. Hauptmanns älteste Komödie, noch vor hem „Biberpelz' entstanden, hat zwei todtraurigc Wte, in denen der Humor nicht über die Schwelle will- Dann springt sie ins Heiter« über, um versöhirlich zu enden, beinahe eine frohe Botschaft: Es gibt noch gute Menschen! Es gehört ein großer Menschengestalter dazu, die Entwicklung Über den Bruch zwischen zweitem und drittem Akt zu führen. Wer wär« es, wenn nicht Albert Bass ermann! Dieser Dausteller ist trotz allem Nachwuchs, der in manchem Punkt« die Konkurrenz mir ihm nicht schlecht bestechen mag, doch die weitaus stärkste Persönlichkeit des deutschen Theaters. Folgt man, hin gerissen von seiner Kraft, Menschen zu schaffen einen Abend lang diesem gewaltigen Spiel, dar niemals als Spiel erkennbar ist, dann fragt man sich, wo es d a s heute auf der Bühn« überhaupt noch gibt. Neben ihm sind fast alle Schauspieler nur Träger schlechtsitzender Masken, di««ine Rolle le> wen, wo er einen Menschen erlebt und erleben läßt. Muß man sich vor anderem Darsteller oft zu der Vorstellung zwingen, daß hier nicht. Herr L agiere, sondern die Figur des Stückes, so fällt einem bei Bassermann schwer, sich zwischen den Akten zu erinnern, daß dies nicht der Professor Crampton, sondern der Darsteller Bassermann ist. Alles an'»er Roll« ist ausgewogen, jede Bewegung ist an ihrem Platz, keine könnt« anders sein, ein Extempore noch wirkt so organisch, daß er nicht mehr.wegzudenken ist. '.In Basftrmanns Darstellung wurde der verbummelte Maler Crampton, den sie wegen seines Suffs, seiner Schlamperei und Ketzerei von der Akademie jagen, der dann im Hinterzimmer e:n«r Spießerkneipe. haust und von einem unwahrscheinlich treuen und aufopfernden Schüler wieder in ein« bürgerliche Existenz eingesetzt wird, zu weit mehr als einer Lustspielfigur. Ewig« Künstlertragik wird offenbar und Crampton wird«in Kollege, ein Vorläufer von Michael Kramer, dem dorngekrönten Künstler-Märtyrer. So groß ist die mitreißende Leistung Basser- manns, daß er die Unebenheiten seines Ensembles vergessen macht. Denn hier gab«S. neben sehr schönen Leistungen(Herr Wieland als Löffler, eine prächtige Hauptmannfigur, schlesische Holstchnitzerei! Eugen Jensen ein blutechter Adolf Strähler, Leon Epp ein sympathisch frischer.Max) doch allerhand Mängel. Cramptons Tochter Gertrud iähe man schon lieber von einer resoluteren kräftigeren Darstellerin gespielt als von der jungen Dame, der di« Roll« anv«rtraut war. Die kleinen Episodisten zeigten Unsicherheit im Dialekt. Else Bassermann selbst spielte tue klein« Rolle der Agnes Strähler,>n der sie warme Mütterlichkeit auszudrücken vermocht«. Das Publikum gn:ei» Schauspiel gegenüber in letzter Zeit immer ein wenig unsicher, kargt« anfangs mit dem Beifalls bereitet«-Bassermann aber dann herzliche Ovationen. E. F. lieber DUellanten-Theater. Anläßlich der„Komparserie". „Komparserie" von Richard D u s ch i n s k Y im Vereinstheater. Well das große Theater dieser Zeit, an die Ge- schäftsbedürfmsse keiner Finanziers, und an die Amüsierbedürfnisse des noch zahlungsfähigen Publikums gebunden, geistig, künstlerisch, moralisch tmnrer mchr verödet, ist Dilettanten ein«'wirkliche Aufgabe gestellt, wäre Laienspielern ein« gesellschaftliche Funktion zugewiesen; sie hätten in di« Bresche zu springen, die der offiziell« Thcatcrbctrieib in«in« Tradition höchster Theaterkultur geschlagen hat, hätten in ihrem Wirkungskreis die„Schanbichne" wieder zu einer„moralischen Anstalt" in noch einem andern als dem klassischen Sinn der Wort« zu machen. Dilettantentheater sei die tätige Opposition gegen den künstlerischen, weltanschaulichen, politischen Leerlauf der modernen Bühne, sei G e- sinnungstheateroder es sei nicht. Dort, wo es sich innerhalb der Repertoiresphär« des Berufs-, besser des Goschäststheaters bewegt und dessen Spivlplan ergänzt, statt ihn zu widerlegen, hat es keinen Anspruch auf kritische Nachsicht, die allen den technischen Mängeln des oppositionellen Laientheaters gegenüber geboten wäre.(Und als bloße Zurschaustellung des neuen Kleides, der guten Figur, des guten Talentes zu einem wohltätigen Zweck und vor einem Publikum, das herbeieilt, weil es den Vater noch gekannt hat, mit dem Oickes Geschäfte macht und. mit der Kusine, was doch«in« geboren« 1. I. ist, Bridge spielt, als Familienexhibition und als„Warum nicht» wenn«r--Talent hat" würde es doch bestimmt nicht di« Presse und am allerwenigsten tziü fazialistische'zu Referaten aus- fordern.) Richard Duschinskys„K o m p a r i e r i e" könnt« dank, einigen anarcho-kommunistischcn Sentenzen im letzten Bild dem oberflächlichen Betrachter als Gesinnungstheater erscheinen. Wollte es das Prager Vereinstheater so verstanden und als solche Absicht ausgrlegt wissen, so würde dies« Absicht ja allen chon durch die„Eva", die„keinen Papa hat", widerlot, die es demnächst zu spielen gedenkt. Davon abgesehen aber ist„Komparserie" kein Gcsinnungs- iheater, sondern ein mit billigen Effekten vorge« brachtes, mit Gesinnung garniertes, an einem wirklichen Problem arg daneben agierendes Stück. Denn .'aß ein Star nach eigenem Bekenntnis ein Schwein .st, ein Sexualerpresser, der auf der Bühne nur dis als Partnerin duldet, die es ihm auch im Bett sein will, daß er so einem schwärmerischen arbeitslosen Schauspieler di« geliebte Frau nimmt und ihn in den Tod treibt, trifft das eigentliche Problem des Theaters überhaupt nicht. Ten» Starwirtschaft, Regisseurnervofität, Komparsenelend sind nur Symptome einer inneren Verwüstung, di« dies« Gesellschaft innerhalb der künstlerischen Ausdrucksformen notwendig anrichten mußte und die wirklich aufzuzeigen kaum der Stofs eines in den Hauptstädten«n suite gespielten Repertoirestückes fein könnte. Nach der prinzipiellen Stellungnahme zur Aufgabe des Laientheaters erübrigt sich eine Kritik der unendlich langen Aufführung, weil mit der Sekbst- »erstäisdl'chkeit, daß in der„Kleinen Bühne" viel besser gespielt wird, alles gesagt ist. e. h. Hans Walter Süßkind, Klavierabend, 14. De- t.'mber, 80 Uhr, Produktenbörse Am Programm: Schumann, Strawinsky Barto! Debussü und Erstausführungen von Mossolov: Sonate op. 1l, Ml- haud' Trpis Rag-Capri« s. Karten in den bekannten Vorverkaufsstellen. Prohaska, der demnächst ein dreimonatiges Gast- pielengagement an der Berliner Staatsoper antritt singt zum letzten Mal am Sonntag, den 11 Dezember, die Titelrolle in Verdis„Falstaff". Sonntag Gastspiel Haust Riese:„Sturm im Wasserglas" in der Kleinen Bühne. 11 bis 85 Kroiren. Wochrnspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Dienstag, 7 Uhr:„Aida"(A 2).— Mittwoch, halb 8 Uhr:„Vor Sonnenuntergang" (B 1).— Donnerstag halb 8 Uhr:„Der Troubadour" lC D— Freitag, halb 8 Uhr:„Vor Sonnenuntergang"(D 1)— Samstag, halb 8 Uhr:„Der fliegend« Holländer"(D 2) Wochrnspielplan der Kleine« Bühne. Dienstag, ? Uhr:„JchhabeeinenEngel geheiratet". - Mittwoch:„Essig und Oel"(BankbeamtenH). — Donnerstag, halb 8 Uhr:„Bargeld la i",t" — Freitag, 8 Uhr:„Essig und O«l"(Kulturver- bandsfreunde).— Samstag, 8 Uhr:„Bargeld lacht". Snorl* Spiel* Köroewnene Die Tisch-Tennissparte des Atus Prag trug azn Donnerstag vergangener Woche«in weiteres Liga- meistevschaftsspiel aus, und zwar gegen D T I. Buben«!!, das mit 5:4 für den Atus endete. In den Einzelspielen gewannen Taub, Goldreich und Haibich ihre Spiel«, während Möbius von Svoboda mit 0:2 geschlagen wurde. Im Doppel siegten Möbius—Taub und Goldreich—Weiß; die letzteren schlugen überraschenderweis« die starke Kombination Svpboda—Bakata mit 2:1.— Mittwoch spielt die Atus-Mannschaft in der'Liga gegen DTI. Nusl«, das in Nusl« stattfindet.— Am Donnerstag findet ein Fre u ndsch ästsma t ch gegen TT. 8m id Straschnitz statt. Bürgerlicher Sport. Der, Kampf um den AmateuriSmus im DFB. fand in Graslitz auf der Tagung des Gaues West seinen Niederschlag. Der Antrag der AmateurkoNi- mission pes DFV. betreffs Einführung des Schweizer Systems(der inhaltlich nur Fußballer, aber keiye Amateure und Profi kennt) wurde mit Stimmen* mehrheit abgelehnt. Ferner gelangte ein Antrag zur Annahnte, der die Schaffung einer deutschen Prosi- -Liga verlangt.' Die Ausführungen des Verbandsvertreters fanden kein Gehör, der u. a. ausführte, daß der tschechisch« Staatsvevband eine deutsche Profi-Liga niemals bewilligen würd«. Ter Karlsbader Verein„Sparta" Überwichte«in« Entschließung, di« sich in scharfen' Worten gegen die Amateurkommission wandt« und der, iuShesorcherr Unfäh ig!«! t zmn AdÄvürf'geinächk wi'tdl‘ Die Tagung wurde in seiner' Mehrheit von den'ü'a t i o- l e n(lieö deutschnailonalen un8"hakenkreuzkerischen) Vereinen beherrscht, sie haben den Gauvorstand unter ' sich verteilt und die Zukunft wird wohl aus diesem Gau noch manche Ueberraschungen für den Verband wie die-Oeffentlichkeit bringen. DFC. Prag gegen Schlesien 5:1(1:0). Am Sonntag spielten di« Prager in Breslau gegen :it e schlesische Auswahlmannschaft nnd gewannen sicher und verdient. Die Schlesier waren technisch nicht so gut wie die Prager. Prager Wintertnrnier. Slavia errang gegen die besser spielenden Bohemians«inen knappen 2: s- (1:0)-S>eg. Ausschlaggebend war die größer« Energie der Slaviastürmer vor dem Tore.— Im zwei len Spiel fand eine Neuauflage Viktoria Pilsen und Sparta statt.-' Der Herbstmeister war aber nicht imstande, di« P.lsener zu schlagen. Rach der Paus« log Vittorig lange mit 2:1 in Führung, ehe es Sparta gelang, den Ausgleich herbeizuführen. Von beiden Teams wurden ft zwei Mann ausgeschlossen. Holland schlägt Deutschland 2:0(2:0).«Das in Düsseldorf durchgeführte Länderspiel brachte als Uebsrraschung einen völlig verdienten Sieg der Holländer, die ihren Gegnern an Arbeitsfreude und Schnelligkeit sowie Ausdauer überlegen waren. Der deutsch« Sturm war trotz seiner Kanonen ein aufgelegter Versager. Süddeutschland gegen Paris 5:2(1:0). Die Pariser Städtrmairnschaft mußte aus eigenem Boden nach einer überlegenen ersten Halbzeit nach der Pause den Süddeutschen, di« dann das Spiekseld beherrschten, den verdienten»Sieg überlassen. Sdnftig« Ergebnisse. Pilsen: SK. gegen 6SÄ- B.-Budwers 9:3(4: 3).— Komotau: DFK. gegen Schwalbe Brüx 6:2(0:1).— K a a- den: Karlsbader FK. gegen DFK. 10:0(S:0).— Saaz: DSB. gegen TSK. Dux 7:1(3:1).-* Aussig: Tepl tzer FK. Profi gegen DFK. 5:0 (3:0).— Bodenbach: SpVg. gegen Lobositzer FK. 7:0,(5:0).— Gablonz: BSK. gegen DSK. 7:1(3:1).— Preßburg: DSK. gegen Donaustadt 5:0(3: 0).— Budapest: 3. Bezirk gegen Ferencvaros 3:2(2:1), Hungaria gegen Somogy 8:0(3:0), Uspest gegen Attila 4:1(3:1), Budg» gegen Rem-et i 2:2(2:1).— W i e n: Admira gegen Richokson 2:0(1:g), Sportklub gegen Vienna 3:1 (2:1), Rapid gegen Floridsdorfer AC. 6:1(2:0). —, m m: FD. gegen Bayern München 1:8. v- Nürnberg: 1. FC. gegen SpVg. Erlangen 10:3. — Fü rth: SpVg. gegen Germania Nürnberg 2:0. — Berlin: H«rtha gegen Minerva 10:1.-r- Bautz« n: Budissa gegen Warnsdorfer FK. 4:2 (2:1).— Marseille: Austria Wien gegen Olym- , piyüe 2:2(1:2).— Roubaix: Viktoria 2i!kov . gegen Excelsior 3:1(2:1). Bom deutsch«« Prosisutzball. Die Stadt Frank- furt a. M. hat das Gesuch des Profi-ManagerS Bauer auf Ueberlassung des Frankfurler Stadions abschlägig beischftden Diesem Beispiel dürften sich andere süddeutsche Städte an« schließen. Die im Saargcbiet von Bauer angewor* denen Spieler haben Bauer übrigens ihr« Verträge zurückgeschickt,, nachdem ihnen vom süddeutschen Verband Straffreiheit zugesicherl worden ist. Eishockey. Prag: LTC- gewann aut Samstag gegen TzLHG. verhältnismäßig knapp mit 6:0 und am Sonntag gegen Stadion B.-Budweis mit 19:0. — London: Edmonton Superiors(Kanada)'gegen englisches Auswahlteam 7:1.— Zürich: EHE- Davos gegen Akademisches Team 2: 2 und gegen Schlittischuhkluib Zürich 1:1.— Paris: Oxford University gegen Pariser Auswahlteam 0:1,— Mailand: Grashoppers Zürich gegen HC. 8:2. Aus der Partei Jugendbewegung. S. 2. III. Donnerstag, 8 Uhr, Liga, Petrfköho nÄbkeL, spricht Genosse Hofbauer über „Leb«nsg«staltung und Klassenkampf", anschließend Diskussion. Gast«, besonders Mitglieder der anderen Gruppen, willkommen. Rot« Falken, Prag. Leveller-Kameradschaft. Donnerstag, nachmittags um 2 Uhr. kftiit« Wanderung ab Endstation der 6er Elektrischen' im Baumgarten. Anschließend Zusamntenkunft im Verein deutscher Avbeiter. Verständigt all« Falken, welche die Zeitung nicht lesen!— Falkenrat. Donnerstag, 6 Uhr tffeenbä im Verein deutscher Arbeiter. An dieser Besprechung des Fallenrates sollen auch dre älteren Falten der«inzelneti Kameradschaft«-', teilnehmerr.-,..... Sozialistisch« Jugend, Prag. Freitag, den i>. Dezeychex, itN Bexeill-Wtzschfr Arbeiter Kreis- leitungssitzung. Da wir uns über die Arbeit im 1. Semester 1933 aussprechen wollen, ist pünktliches und vollzähliges Erscheinen notwendig! Soz. Jugend, Gruppe I. Morgen, Mittwoch 8 Uhr abends: Bunter Abend im Heim api Fügnevplatz. Mitwirkende früher sein! Vereinsnadiriditen Jk Ausschußsitzung, Mittwoch, den 7.- Dezember, iw Restaurant „U kupcu", Sidvanska. Beginn sieben Uhr'abends. Es ist Pflicht Xe 1711Kwl aller Funktionär«, bestimmt und pünttlich zu erscheinen: da eine wichtige Tagesordwtng vorliegt. Literatur „Durch die weite Wett" Tas von der Franckhscheü Verlagsbuchhandlung in S-utt'gart herausgegeben« Jugendjahrbuch („Durch die wette Welt",'.Jahrbuch für Natur, Sport und Technik Mit zwei großen, mehrfarbigen Beilagen, vier bunten, Tafeln und rund 400 Textbildern. Preis in Ganzleinen Mk 5 60) ist Heuer im 10. Jahrgang erschienen. Hat sich dieses Jahrbuch schon bisher größter Beliebchest erfreut, so wird der vorliegende stattliche Band es allen Jungen erst recht als unentbehrlich erscheinen lassen. Auf 330 Seiten ist eine unglaubliche Fülle von Lesestoff zusammengetragen und bis auf einige Einzelheiten auf das Sorgfältigste aysgewähl:. Ein dicker Band, ein wahrer Wälzer, erhält das Buch alles nur Erdenkliche, was ein Bubenherz erfreut. Neben spannenden Erzählungen, Reise- und Abenteuer-Berichten findet man darin ungemein anschau- liche Schilderungen aus der Welt der Technik, aus Naturkunde und Menschheitsgeschichte.. Auch dem Sport ist ein beträchtlicher Raum gewährt daneben kommen di« Basller und Exp.erimentierer auf ihre Rechnung und Spiel«, Scherze,. Rüffel vervollständige» den reichen Inhalt des Buches Die meist.'» der überaus zahlreichen Aufsätze sind so geschrieben daß sie von jedem neun- oder zehnjährigen Junge» leicht verstanden werden können, und man kanu sicher sein, daß das Buch von allen damit beschenkte» Buben eifrigst verschlungen und studiert werden Pird. Es wird seinen jungen Besitzern sii Monate Unterhaltung und Beschäftigung gebe» verbreitet die Arbeitrrskeff — Mt de» Dili««eraxnvortlich v!lr d°lv. »wnatiich VU 16.-»«entljätilich£t Ü—. «ta[e»»uag de, SRewuanade«,