Sinzelpreis 70 Heller. (Einschließlich 5 Heller Porro> l Antwort Staaten eintreten würden. Von dem Augenblick an, wo der Nichteintritt Amerikas feststqnds habe di« Beteiligung am Völkerbund für Japan sein Hauptinteresse verloren. Rußland hab« die mandschurische Frage und di« Stellung Japans verstände« und enthalte sich jeder Einmischung. Infolge dieser Haltung Rußlands seien jetzt günstige Aussicht«« für den Abschluß des von Rußland gewünschten Richtangrisfsvertrages vorhanden. Zum Schluß teilte der Präsident mit, daß das Präsidium die beiden Entschließnngscntwürfe der Versammlung Freitag Nachmittag unterbreiten werde. Ist es möglich, daß Rußland internierte Chine, sen an Japan anöliefert? London, 8. Dezember. Nach einer— kaum glaublichen— Reutermeldung aus Tsitsikar haben die Sowjetbehörden den vor einigen Tagen auf sowjetrussisches Gebiet geflüchteten und internierten chinesischen General Supingwen zusammen mit 40 chinesischen Soldaten den japanischen Militärbehörden in Mandschnli ausgeliefert. Unter den Ausgelieserteu soll sich auch General Matschangtschen befinden. * Eine Besii ti junö. L o n d o n, 8. Dezember. Wie Reuter aus Tokio meldet, verlautet in japanische« militärischen Kreise«, daß der von Sowjetrußland a« die Japaner ausgelieferte ehemalig« Kommandant der chinesischen Truppen in der Mandschurei General Supingwen wahrscheinlich znm Tode verurteilt werden wird. Genf, 8. Dezember. Die heutige Sitzung der Völkerbundversammlung brachte eine dramatische Zuspitzung des japanisch-chinesischen Konfliktes, in dem der japanische Vertreter Matsuoka in einer sehr entschiedenen Erklärung gegen die heute in ihrem Wortlaut vorliegende Entschließung der spanischen, irländischen^ schwedischen und tsche- choflolvakischen Delegation protestierte. 1 Di« Entschließung besagt im wesentlichen; Bei dem Streit zwischen den beide» Parteien Ware« die Mittel friedlicher Regelung am 18. September 1931 nicht erschöpft. Die Beziehungen zwischen China und Japan sind diejenigen eines verschleierten Kriegszustandes. Die von Japan seit dem 18. September 1931 - unternommenen militärischen Operationen können nicht als Notwehrmaßnahme« betrachtet werde«. Ohne Kriegserklärung ist ei« erheblicher Teil unbestreitbar chinesischen Gebietes gewaltsam von japanischen Truppen besetzt, von dem übrigen China getrennt und für unabhängig erklärt worden. Das gegenwärtige Regime in der Mandschurei kann nicht als das Ergebnis einer spontanen und unbeeinflußten Vnabhängigkeitsbewegung betrachtet lverden. Es konnte nur dank der Anwesenheit japanischer Truppen sich durchsetzen. Sein« Anerkennung ist daher mit den bestehenden internationalen Verpflichtungen nicht vereinbar. Zu dieser Entschließung erklärte Matsuoka, sie enthalte eine einseitige.Verurteilung Japans, sei unvereinbar mit dem Bericht des Untersuchungsausschusses und mit dem Fernost-Konflikt im Völkerbund. Scharfe Sprache der Kleinen Staaten gegen Japan. Japan droht mH Konsequenzen. Teile dieser Anleihen wurden zum Ankauf von Nahrungsmitteln, von Tabak, Baumwolle usw. verwendet. Große Beträge davon haben die Regierungen zugunsten ihrer eigenen Zivilbevölkerung verwendet. Es ist also nicht ganz richtig zu behaupten, daß diese Anleihen zur Gänze für— vom Gesichtspunkt der Schuldn«rregierun- gen aus gesehen— unproduktive Zwecke verwendet wurden. Unser allgemeiner Standpunkt ist der, daß die Ursachen der Weltwirtschaftskrise in weit mächtigeren und bei weit entscheidenderen Kräften zu suchen sind, als in den aus dem Titel der Schulden vorgenommenen Geldtransaktionen. Hinsichtlich der Kr ieg ss chu lde n ro t e zum 15. Dezember führt die Note an: ,^Dir begreifen vollauf die Schwierigkeiten, die sich Ihnen angesichts der gegenwärtigen internationalen Währungslage beim Transfer dieser Beträge in den Weg stellen. In voller Anerkennung dieser Schwierigkeiten hege ich doch das vertrauen, daß der Kongreß bereit sein wird, alle angemessenen Vorschläge Ihrer Regierung, welche di« Bezahluna der zum 15. Dezember fälligen Rate erleichtern werden, zu prüfen. Antwort an Frankreich fertiggestellt. Washington, 8. Dezember. Die der Vereinigten Staaten auf die zweit« französische Not« ist bereits fertiggestellt. Ihre Ueber- gabe an Frankreich dürst« in kürzester Frist erfolgen. Es heißt, daß ihr Inhalt sich von dem der an England gerichteten Antwort wesentlich unterscheidet. Laulon für Nichtzahlung der Rate. London, 8. D^einber. Sir Walter Lah- tou sagte gestern abends in einer Rede, seiner Meinung nach sollte Großbritannien mit der Zahlung der am 15. Dezember fälligen Schuldenraie an die Bereinigte« Äagten in Verzug kom- ,m en. Er glaube, daß die Argum'cntc für Nicht- zahlung noch mehr Gewicht hätten, als die Argumente für eine Zahlung. Geiste und den Aufgaben des Völkerbundes. Die Urheber hätten sich di« schweren Folgen, die er für den Völkerbund haben könne, nicht überlegt. Sollten di« Urh«ber ihn nicht noch Zu- rückziehen, so forderte er sofortige Abstimmung, damit Japan die wirkliche Auffassung der Bolkerbundsversammlung kennen lerne.j,, Der Präsident der Versammlung erklärte, die Bemerkungen des japanischen Delegierten erforderten eine eingehende Prüfung. Im Laufe des Nachmittags wurde feftgestellt, daß die vorgelegte Resolution nur eines jener Elemente ist, die mit allen übrigen Kundgebungen und Ansichten dem Nrunzehncrsouderausschuß einzusenden sind. Der Zwischenfall wird somst keinerlei besondere Folgen haben. Am Nachmittag wurde die allgemeine Aussprache zuendegeführt. Der chinesische Delegierte Quotaitschi führte aus, daß in dem Konflikt die ganze Kulturwelt gegen Japati stehe. China werde seinen Widerstand nicht aufgeben. Der Boykott und das Vorgehen der Freiwillige« in der Mandschurei würde nicht aushören, sondern nötigenfalls bis zum bitteren Ende durchgeführt werden. China weiche niemals den Mandschukuo-Staat anerkennen und nie in die Eroberung dieser reichen Provinz durch Japan einwilligen. Es werde, keine direkten Verhandlungen mit Japan aufuchmen. Japan derntt sich auf Rußland. Der japanische Delegierte Matsuoka pro- 1 testierte. Japan sei dem Völkerbund in der Erwartung beigetreten, daß auch die Bereinigten KartcllgcsctzgdHing. Di« krisenverschärfende Wirkung der Preisüberhöhungen durch Kartellbindung und PrivatmonopoliSmus, die den Automatismus der Krisenüderwindung durch Preisstürze, der in früheren kapitalistischen Entwicklungsstadien waltete, zum wesentlichen Teile ausgeschaltet haben, läßt einen radikalen staatlichen Eingriff in das Kartellwesen immer notwendiger erscheinen. Auch die mchtsozialiftische Oeffentlich- teit beschäftigt sich rinnrer mehr mit den Kartellen, deren Preispolitik mm, da die durch sie bedingte Preisschere immer schmerzhafter fühlbar wird, aus der früheren Undemerklheil heraustritt. Es dürste, daher gerade gegenwärtig gute'Gelegenheit sein, den unter den augenblicklichen Machtverhältnifsen möglichst wirksamen gesetzgeberischen Eingriff vorzunehmen, worauf ja auch di« vor einigen Tagen beschlossen« Koalitions-Resolution hinweist, die die baldige Vorlage eines Kartellgesetzemwur- fes von der Regierung verlangt. Der vorliegende En'twuxf zu einem tschechoslowakischen Kartellgesetze verwertet zwar in mancher Hinsicht die Vorbilder, die die Kartellgesetzgebung anderer Staaten liefert, dock) erscheint der Entwurf vom Standpunkte des Sozialisten aus mrgenügend, denn er ist viel zu weitmaschig angelegt und stellt nu wesentlichen nur eine Ermächtigung an eine Kartellkomnnsfion dar, deren geplante Zusam- niensetzung aus je einem Drittel Beamten-, Unternehmer- und Arbeitewertretern die Ent- scheidungsgewalt im wesentlichen in die Hände der Bureautvatie legt, die erfahrungsgemäß den Einflüssen des Urtteruehmertums williger ihr Ohr leiht, als den Arbeitervertretern, so daß sich die künftige Blajorisierung des einen Drittels von Arbeitervertretern durch die zwei übrigen Drittel der Kommission schon klar abzeichnet. Dabei vermeidet es der Eirtwurf, der Kartellkommission(offiziell„Staatliche Wirtschaftskommission") bindende Richtlinien vorzuschreiben, so daß die Gefahr besteht, daß "zum Schluffe vom ganzen Kartellgesetz nur die Regelung der Rechtsverhältnisse der Kartell- ! Mitglieder untereinander übrig bleibt, was di« Oeffcntlichkeit weit weniger interessiert, und daß der Schutz öffentlicher Interessen, zumal der der Verbvaucherschichten, nur auf dem Papiere bestehen bleibt. Für uns Sozialisten, das sei vorweg au- gemerkt, soll ein Kartellgesetz durchaus nicht den Zweck verfolgen, die Wirtschaft zu rclibc rälisieren. Es soll also die Kartellhindungen nicht zu Gunsten der Entfesselung einer schrankenlosen Kouftlrvenz zerschlagen,, die letzten Endes auf dein Rücken der Lohnempfänger ausgetragen würde. Diesen Zweck verfolgt die amerikanische Antitrustgesetzgebung, was der angelsächsischen Wirtschaftsideologie entspricht, die gewaltsam den Zustand der freien Konkurrenz der kapitalistischen Frühzeit tvieher herbeiführen, möchte. Anders ist die deutsche Kartellgesetzgebung und, in höherem Maße noch, die norwegische Verfahren, die die Preispolitik der Kartelle in den Rahmen der allgemeinen Wirtschaftspolitik des Staates einordnen will. Augenscheinlich sind auch die Kartell Notverordnung vmn 2. November 1923, die das deutsche Kartellwesen gesetzgeberisch regelt, und das norwegische Kartellgesetz von» März 1926 bei unserem Kartellgesetze Pate gestanden, doch haben es seine Autoren unterlassen, gerade di« einschneidendsten Bestimmüngen dieser Gesetze zu übernehmen und, auf den seither und insbesondere in der Krise gemachten Erfahrungen aufbauend, unser Kartellgesetz zu einem, im gegenwärtigen Stadium der Wirt' schaftsentwicklung all; Möglichkeiten der Wirksamkeit in sich schließenden Gesetze zu machen. Gute Handhabe hiezu bietet der Entwurf des Gen. Dr. Breitscheid, der am 31. August 1932 dem deutschen Reichstage vorgelegt wor- Slebenerausschusses. Prag, 8. Dezember. Das„Pr»vo Lidu" meldet, daß der Koalitions-SiebenerausschNtz die Beratung des Budgets erfolgreich beendet hat. Das Budget des Staates ist im Gleich gewicht, auch die Budgets der staatlichen Be trieb« wurden i« Ordnung gebracht. Di« staat liche« Einnahmen und Ausgaben für 1933 werden ans rund 8.6 Milliarden Ke veranschlagt. Sowohl einige der Streichungen und Einspa rungen als auch einige Maßnahmen auf der Einnahmenseite setzen die Erlaflung»euer Ge setze, bezw. die Novellierung früherer Gesetz« vor aus. Diese Vorlagen werden allerdings erst«ach und nach srrtiggestellt werden. Einzelne dieser Maßnahmen sind bisher nur in Umrisse« fertig. Der Ministerrat wird Freitag nachmittag den Bericht ans dem Budget-Siebenerausschuß entgegennehmen, der am Vormittag Wt Schluß redaktion znsamwentritt, und wird wahrscheinlich das Budget en bloe annehmen. Das Budget wird zum Teil bereits gedruckt und kommt nächste Woche in das Abgeordneten haus. Es wird gleichzeitig die Grnndlage für das zweimonatige Budgetprovisorium bilden. Mit der Beratting der Deckungsvorlagen dürsten beide Häuser bis Ende Jänner oder Anfang Feber Arbeit haben. i- Der Siebenerausfchuß hat über folgende Maßnahmen entschieden: Automobilgefetz, Verteuerung der B e« z i n m isch n n g, schärfere Eintreibung der Steuern und Gebühren bei, vermögende« Steuerzahlern, welche säumig find, Aendernngen in der st a a b- lichen Schuld, Erhöhung«iniger Finanz- zöfle und hat im Prinzip auch einige.«tut M a ß nah m e« angenommen. Es find dies ein« N o t a b g a b e der Aktie«- und andere« Handelsgesellschaften, d. i. ei« Rotfond-Ersatz, der hundert Millionen einbringen soll; weiters Ent würfe betreffend die M i l i t ä r t a x e, die Verteuerung der W a f f e n p 8 s s e, gewisse Aende- rung bei der U m s a tz st e« e r(vor allem die Aufhebung der zuschlagssreien Grenz« von 186.669 Kronen), die Einführung des Regres ses mit gewiffe» Begünstigungen für Genossen schaften und sozial Schwache. Die Details aller dieser Entwürfe müssen erst noch von de« Mini- sterkommissioncn beraten werden. Die Abzüge von den Gehalten der Staats beamten werden in der bereits bekannte« Höhe erfolgen. Die Staatsbeamtenvorlage soll schon Dienstag ins Plenum kommen. nnflHiHNiinitfliuiutiniitiuHiiiinuiiiiuuuiiiiiiiiiuiuimHiuiiiiiiitiiiuii>iiiiiiiitiiMmfliiiifliiniHHiuiniui)iiiHiiiiuniiiiiiiiiui(iiiniiiiuiiHiHiiiuiHiiiiuiiuiiuiHHiiuiiHiiiiiiiuiiHiiiiiniiiuiiiiHiiunHiio Keine Schuldenstreichung! krage . in enger Verbundenheit mit dem Problem der Abrüstung.“ Amerika nur zu Zahlungserleichterungen bereit. London, 8. Dezember.(Reuter.) Di« I Antwortnote der Vereinigten Staaten von Amerika auf die britische Rote in der Angelegen heit der Schulden traf in London gegen Mittag ein und wurde sofort den Ministern und den Chefs der einzelnen Departements vorgelrsen. In der Pote heißt es n. a.: Der Präsident der Bereinigten Staaten ist bereit, auf jede Weise, die geeignet scheint, in Zusammenarbeit mit der britischen Regierung die Gesamtsituation zu prüfen und zu erwägen, welche Mittel zur Wiederherstellung der S.t a- b i l i t ä t der W ä h r u n g, zur Wiederbele bung der Handelsbeziehungen und zu einer Steigerung der Preise angowendet werden könnten.- ,. Wir,glauben, daß es wichtige Wege gibt, di« für beide Parteien Vorteile enthalten, welche Wege geprüft werden sollen, allerdings unter der Voraussetzung, daß man an diese Verhandlungen ohne die Absicht einer Streichung der Kriegsschulden i herantritt. Sie werden begreifen, daß das Problem der Auslandschulden im amexikani- | scheu Geist« in enger Verbundenheit mitdemProblem der Abrüstung und der steigende« Laste», welche der Rüstungs wettbewerb der ganzen Welt auferlegt, anfge- faßt wird. Wir können uns den in Ihrer Rote angeführten Konklusionen, daß die von den Bereinigten Staa ten gewährten Anlechen in ihrer Gänze die Aus gaben für den Wiederaufbau- alles dessen, was durch den Krieg zerstört wurde, darstellen,, und daß die Rückzahlungen auf diese Kriegsschulden bis M einem hohen Maße die gegenwärtige Welt depression und di« Goldkonzentration in, den Ber einigten Staaten verschuldet haben, nicht an schließen., Wir stimmen auch der Schlußfolgerung der britischen Rote nicht zu, daß die Streichung der Kriegsschulden zur Herbeiführung der Ge sundung der Welt unerläßlich ist. Zahlreiche Anleihen, die vor dem Waffen stillstand gewährt wurden, und grundsätzlich alle nach dem Waffenstillstand gewährten Anleihen waren kein«stvegs für den Wiederaufbau der durch , den Krieg vernichteten Güter bestimmt. Große Seite S Nr. 290 Freitag, 9. Dezember 1932 den war. Es muß vor allem stipuliert werden, daß mündliche Uebereinkommen nicht nur ungültig sind(denn dies betrifft im wesentlichen nur die internen Rechtsverhältnisse), sondern man muß, neben der Feststellung nach dem Breitscheidschen Entwürfe, daß auch ehrenwörtliche Verpflichtungen und solche, die die Geltendmachung der Rechte nach diesem Gesetze ausschließen, ungültig sind, Vorsorge treffen, daß Kartelle, die trotz Fehlens einer schriftlichen Uebereinkunft gut funktionieren, für die staatliche Preispolitik erfaßbar sind. Es darf doch nicht übersehen werden, daß gerade die bestfunktionierenden Kartelle jene sind, die nur einige wenige große Unternehmungen erfassen, die durch ein sogenanntes„Gentlemen-Agree- ment" sehr leicht ihre Preispolitik festlegen können, ohne daß ein schriftlicher Vertrag vorliegt, ohne daß sie also nach der bisherigen Fassung unseres Entwurfes für das Kartellregister und damit für die Kartellgesetzgebung überhaupt existieren würden. Ueber den Breitscheid-Entwurf hinaus müßte in unserem Gesetze sogar die Ermächtigung für die Kartellkommission festgelegt Wecken, den Kartell- oder moyopokistischen Charakter einer Unternehmergruppe nach den äußerlichen Merkmalen ihrer Preispolitik auszusprechen und sie dadurch der Kartellgesetzgebung zu unterwerfen. Ein Zugriff auf di« Preispolitik der Kartelle wird immer seine Schwierigkeiten haben, ins Ungemessene steigert man aber die Schwierigkeiten, wenn man, wie dies unser Entwurf lut, ausdrücklich die Erzeugungspreis« von der Offenbarungspflicht ausnimmt. Soll die Kartell- komirnssion wirksame Preisbeeinflussung treiben, so bedarf sie zur Preiskontrolle der Kenntnis der Gestehungskosten, zerlegt in ihre einzelnen Faktoren, denn nur so wird sie ein Uebermaß an Gewinn feststellen und nur so wird sie für ihre Arbeit das Gewicht der öffentlichen Meinung mobilisieren können. Dann sind ferner die Sanktionen, die der Kar- tellkommission zur Verfügung stehen, unzureichend, insbesondere gegenüber einem internationalen Kartell, das in unserem Staate Fabriken betriebe. Dies könnte sich unserer Kartellgesetzgebung entziehen, indem es die hiesigen Erzeugungsanstalten sperrt und die Ware aus ihren ausländischen Fabriken, di« unter Umständen keiner oder einer unzureichenden Kartellgesetzgebung unterliegen, in unseren Staat einfuhrt. Man wende nicht ein, daß Einfuhrzölle und Devffenerschwerungen dies unmöglich machen würden. Die Devisengesetzgebung ist nichts ewiges und sie ist, ebenso wie der Zoll, der in einem solchen Falle Finanzzoll wäre, kein Mittel gegen die Einfuhr von Monopolartikeln, zumal solchen lebenswichtigen Charakters. Hierher gehört gegen solche internationale Kartelle die Sanktion der enrschädi- gungSlosen Enteignung ihrer inländischen Betrieb«, wenn sie sich unserer Kartrllgesetzgebung entziehen wollen. Bon größter Wichtigkeit ist der Schutz deS Lohnkostenfaktors. Erzwungene Herabsetzungen der Kartellpreise dürfen nicht zu Lasten der Löhne gehen. Für den Schuh der Löhne aber müßten der Kartellkommrssion Machtmittel im Gesetze selbst in die Hand gegeben werden. Eine ebenso wichtige Frage, die einnehmen, bei welcher die Kartellmitglieder auf die Breitscheidschc Vorlage hingewiesen sein möge, die neben den Beamten, den Unternehmern und den Arbeilerverbänden noch die Konsumentenverbände in die Kartellkommission aufnehmen will. Aufgabe der sozialistischen Parteien wird es sein, alles daran zu setzen, daß bei Schaffung des Kartellgesetzes ernste Arbeit getan werde, denn trotz der Schwierigkeiten der Materie eröffnet sich die Möglichkeit, die KartellDämit würde dem Staate und den um die Geltung in ihm ringenden politffchen und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiterklasse die Möglichkeit gegeben, planwirtschast- liche Maßnahmen in einem wesentlichen Teile C. R. Schw. sabotieren. Garant einer wirksamen Arbeit im Sinne eines solchen Kartellgesetzes kann aber nur eine Kartellkommission sein, deren Zusammenset zung, die Majorisierung durch Unternehmer und Bureaukratie unmöglich macht, weshalb der Produktion anzubahnen. uiuiiiniiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiinniiitiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiii im Zusammenhang« mit dem Kartellgesetzent- wurfe zur Sprache kommen muß, ist die der Betriebsstillegung. Willkürliche Betriebsstillegungen, die privatwirtschaftlich in nerhalb des Kartelles von Vorteil, gesamtwirtschaftlich und sozialpolitisch aber von Nachteil ist, muß unmöglich gemacht werden. Nicht zu-, letzt aber muß auch in unserem Gesetze für' den Schutz derer gesorgt werben, die von ihren Rechten auf Grund des Kartellgesetzes Ge- o 7., brauch machen oder die der Kartellkommission I Preise so zu beeinflussen, daß sie nur jene Höhe bei ihrer Kontrollarbeit behilflich sind, um den wirtschaftlichen Pressionsmöglichkeiten der Kar- gerade noch ein Interesse an der Bindung im telle zu begegnen, die sicher olles aufwenden Kartelle haben und noch nicht die freie Konwerden, um die Arbeit der Kommission zu kurrenz vorziehen. VW Ist„GlddibfTCditlgung und Sldicrhclt“? Diskussion in der ronlmaditckonlcrenz. Genf, 8. Dezember.(Wolff.) Die Fünfmächtekonferenz hielt heute nachmittags eine Sitzung ab, in der Reichsminister Freiherr von Neurath Erklärungen abgab. Wie das Wolffbüro erfährt, legte Freiherr von Neurath die beiden Fragen vor: 1. Wird die Gleichberechtigung praktische Anwendung in der künftigen Konvention in jeder Beziehung finden und ist st« infolgedessen der Ausgangspunkt der künftigen Erörterungen der Konferenz bezüglich der abaerüsteten Staaken? 2. Schließt der Ausdruck„System, welches Sicherheit aller Nationen verschafft" das Element der Sicherheit ein, das in der allgemeinen. Abrüstung beruht, so wie es von der Völkerbundversammlung anerkannt worden ist? Zu diesen beiden Fragen gab Freiherr von Neurath einige ergänzende Erläuterungen. Er erklärte, daß zunächst diese Fragen in befriedigendem Sinne beantwortet werden müßten. Die Erklärung HerriotS, baß die Anerkennung der Gleichberechtigung eines der Ziele der Konferenz fein solle, könne mißverstanden werden. Zu der zweiten Frag« bemerkte der Reichsaußenminlster, diese könne nicht mißverstanden weichen und er nehme an, daß daS Sicherheitsproblem, daS in Herriots Erklärung erwähnt sei, auch die Sicherheit umfaßte, die durch die allgemeine Entwaffnung herbeigeführt wurde. Er bestehe aber voraus, daß diese Auffassung ihm ausdrück, lich bestätigt werde. Nach den Ausführungen des deutschen Außenministers erklärte der französische KriegS- minister Paul B o n c o u r, daß H e r r i o t die Formel über die Gleichberechtigungsfrage selbst ausgearbeitet habe und daß ihm infolgedessen auch die heute vom deutschen Außenminister vorgelegten Frage« zur Stellungnahme übermittelt werden mußten. Paul Boncour fragte sodann noch den deutschen Außenminister, was er ge.nau unter Gleichberechtigung verstehe. Freiherr von Neurath stellte dem französiühen Vertreter in Aussicht, daß er auf diese Frage in den weiteren Verhandlungen genau antworten werde. Daraufhin wurde die Sitzung auf Freitag vertagt. Dcutsdiland wieder in die ADrflstongsKonlerenz? Gens, 8. Dezember. Das Conti-Büro meldet: Ueber de« verlauf der heutigen Besprechung der fünf Mächte verlautet aus französischen Krei. sen noch, daß der englische Außenminister Sir John Simon Freiherr« von Neurath die Frage gestellt habe, ob Deutschland sich wieder an den Arbeiten der Abrüstungskonferenz beteiligen werde, wenn die von Herr« von Neurath gestellten Fragen positiv im Sinne der deutsche« Auffassung beantwortet würden. Von Neurath habe diese Frage Sir John Simons bejaht. Die Amnestie in Dcutsdiland. Berlin, 8. Dezember. Wie das Nachrichtenbüro des VDZ hört, hat der Amnestievorschlag, den Reichsjustizminister G ü r t n e r dem Rechis- auSschuß des Reichstages am Donnerstag abends vorlegte, u. a. folgende Einzelbestimmungen in Aussicht genommen: Strafe» bis zu 1 Jahr werden erlassen. Zeitliche Freiheitsstrafen von längerer Tauer werden auf die Hälfte herabgesetzt, mindestens jedoch um ein Jahr ermäßigt. Nicht zeitlich bestimmte Strafen(lebenslänglich) werden um. gewandelt in eine Gefängnisstrafe von siebeneinhalb Jahre«. Voraussetzung für die Amne. stie soll sein, daß es sich um Straftaten aus politischen Gründe« oder nm Straftaten infolge von Wirtschaftsnot handelt. Schon am Mittwoch haften unverbindliche Vorbesprechungen darüber zwischen den Führern der größeren Parteien stattgefunden. Am Donnerstag vormittag hatten di« Juristen der einzelnen Fraktionen verschiedene Besprechungen untereinander, um di« Ausschußberatungen vorzubereiten. Die lasdstisdic Amnestie. Rom, 8. Dezember. Nach den gestrigen Meldungen sind seit 80. November aus Grund der anläßlich der Feier des zchnten Jahrestages der fascistischen Revolution erteilten Amnestie 19.572 Häftlinge auf freien Fuß geestzt werden. lö Fran» Haller: Oer k. o. k. Sanitätsdlckus Seine Exzellenz wird gegen meine Verpflegung nicht viel sagen können, sein eigenes Bäuchlein würde ihn Lügen'strafen, ferner Stabsarzt Robitschek, dann der Feldkurat oder hat der vielleicht seinen Bauch von der Milch der frommer» Denkungsart? Und Emil Meltsch, das dicke Sanitätsschwein, und noch ein paar Schwergewicht«, die nicht zu verachten sind! Burdach hatte beschlossen, dies« guten Leut« auf einer Älitzlichtphotographi« dem Onkel Armeekommandanten zu präsentieren. Die Herren wurden sorgfältig, lose in zwei Reihen liegend, sitzend, Emil gar auf einem Sessel stehend, mit Gläsern und Tellern, Flaschen und Zigarren ausgestattet, gruppiert; es wurden die Lampen hinausgetraaen und jetzt hieß es, ein freundliches Gesicht machen.„Einen Moment, ich muß mein« Adjustierung in Ordnung bringen," rief Emil.„Aber bitte, rasch!" ,^lann schon loS- gehen!" Die Lampen Ware» draußen auSgelöicht, ihr Heveinbringen und Wiederanzünden dauert« ein Weilchen und unterdessen hatte sich Emil verdrückt. Prost Mahlzeit! DaS Bild konnte gut werden. In der Dunkelheit hotte Emil Kehrt« euch gemacht, die Hosen heruntergelässen und in leicht gebückter Stellung dem Apparat zwar emen freundlichen Körperteil, leider aber durchaus nicht das Gesicht zugewendet. Die Aufnahme sandte Burdach einem guten Freund« beim Armeekommando, der sie entwickeln, und das Bild unter zartem Hinweis auf di« Notwendigkeit, den verdienstvollen Ätähr- vatex der Gruppe zu dekorieren, seiner Exzellenz, dem Onkel Armeekommandanten, überreichen lollt«. Seine Exzellenz meinte:„Es ist ja ganz schön, wenn man hin und wieder einmal an seinen Onkel denkt, ober derartige Witze versteh« ich nicht, die soll er mit wem andern machen." Urü> das erwartet« Signum ist wieder ausgeblieben. Auch die Herrlichkeit seiner Exzellenz, des Herrn Divisionärs sollte nicht von ewiger Dauer sein, di« verfluchten Russen gingen wieder einmal nicht schnell genug zurück und eines Tages wurde Exzellenz mit Wartegebühr beurlaubt, der erst« und letzt« Triumph des Oberleutnants Burdach.„Um mich ist es mir weniger zu tun, aber Sie machen mir Sorge, Meltsch, ich bin nicht der erste General, der den sprichwörtlichen Undank des Hauses- ,Habsburg ertragen muß. Jetzt heißt es Hühner züchten, Briefmarken sammeln und vor allem Memoiren schreiben: mein Gott, es gibt Leute, Lenen es im Krieg noch schlechter gehen soll, aber, daß ich Sie nicht Mitnahmen darf, sehen Sie, das tut mir leid." „Exzellenz, wenn ich mir ein« Bemerkung erlauben darf und wenn iich mit den Wartegebühren halbwegs ein Auskommen finden ließe, ich wäre nicht abgeneigt, mitzugehen. So es aber nicht zu machen ist, dann bitt« ich Exzellenz, sich meiner ab und zu mit einem Fläschchen Kognak zu erinnern und ich will zufrieden sein." „Abgemacht, und nachher, ms Sie geiund wickeraekehrt sein werden, Sie wackerer Feldscher, oann müssen Sie Ihren Mitbürgern er- zählen, wer der tapferste unter den österreichischen Generälen gewesen ist, und wohlgemerkt, der einzige, der sich rühmen darf, vor dem Feind« eine Verwundung erlitten zu haben." Emil duldete eS bei dem Abgang seiner Exzellenz bei der Division Nicht länger, er kehrte zu seinem Regiment zurück. AIS Sanitätsfähnrich wurde er Chefarzt eines Bataillons. Zwar war er noch kein fertiger Arzt und es konnte ihm, wie auch anderen in der Wissenschaft gleich weit Vorgeschrittenen, aus diesem Posten widerfahren, daß er beim Vorbringen dieser oder jener Schmerzen bedauern mußte:„Entschuldigen, bitte, das haben wir.»roch nicht gehabt," im allgemeinen aber war man mit diesen Jüngern AeskulapS recht zufrieden und Klagen über sie i'.aren ,il:cn. Das ist wobl begre.ittch, denn sie machten es;edem recht; hatte ihre Medizi» go- hi'lsin, wu.'e der Pa' mt gesund, dann hatte er keinen Grund zur Klage, na. und wurde er nicht gesund und mußte in» Spital, war er zu- meist auch zufrieden. Vvn Emil aber verlangt« man Unmögliches, jeder, dem er einmal ein« Zigarre geichenkt hatte oder den er einmal trinken ließ, beansprucht« auf den Hilfsplatz kom- marckiert zu werden, ohne Rücksicht darauf, ob es möglich war oder nicht. Am ärgsten trieben eS Zugsfubrer Hofhansel und der Regimentsschneider, der sich überdies arg benachteiligt fühlte, weil er Nadel und Zwirn mit Gewehr um) Patronen vertauschen mutzte. Zwischen diesen beiden Emil so lieben Leuten war außerdem ein böser Streit entbrannt und jeder von ihnen beschwor Emil, nur ja nicht den anderen zu nehmen. Die Sache war die: Sie stammten beide aus der gleichen Ortschaft und in dieser Ortschaft gab es ein Mädchen namens Mink« und diese Minke schrieb dem Schneider, daß sie nur ihn liebe und ihm die Treue halte, damit sie zusammen nach dem Krieae eine Damen- und Herrenschneiderei eröffnen könnten, während sie an den Zugsführer Schnaps und Kuchen als Beweis ihrer Liebe sandte. Das war natürlich ein unhaltbarer Zustand und Emil war entschlossen, die Angelegenheit ins Reine zu bringen.„Ich werde euch beide nach Hause schicken und machet euch die Sache mit ihr au8 wie ihr wollt." Nach langer Zeit waren die feindlichen Brüder zum erstenmal Wicker einig. Schüchtern meinte der Zugsführer:„Wie wirft du das machen, Emil, mir fehlt doch nichts." „So. das sagst du. aber ich sehe, daß du den rechten Oberschenkel ausgekegelt hast." Strasser gegen inner? Politischer„Krankenurlaub“. Berlin, 8. Dezember. Die Reichspressestelle der NSDAP teilt mit, daß Gregor Straf- s e r mit Genehmigung des Führers einen Krankheitsurlaub von drei Wochen antritt und daß alle weiteren daran geknüpften Gerüchte und Kombinattonen unzutreffend seien und jeglicher Grundlage entbehrten. Die Mitteilung hat in politischen Kreise« lebhaftes Aufsehen erregt. Das ist umso natürlicher, als vor Bekanntgabe dieser parteiamtlichen Mitteilung Gerüchte verbreitet waren, denen zufolge Strasser an Adolf Hitler einen Brief geschrieben haben sollte, mit dem er sein« A e m t e r in der Partei nieder- legt. Das Nachspiel in 6eni Vier Soldaten verurteilt.— Genosse Dupont verhaftet. Genf, 8. Dezember.(Eig. Drahtb.) Vier der Genfer Soldaten, die während her Genfer Unruhen den Gehorsam verweigerten sowie zum Ungehovsam aufgefordert hatten, sind am Mittwoch vom Lausanner Militärgericht zu je 90, 75 und 60, bzw. 45 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Der Genfer s o zi a l i st i s ch e Stadtverordnete Dupont wurde am Mittwoch im Zusammenhang mit den Unruhe« am 9. November verhaftet. Ne« York unter Banken- Kontrolle. New N»rk, 8. Dezember. Auf einer Beratung führender Barckenvertreter kam gestern di« Finanzkrise der Stadt New Aork zur Sprache. Nachdem die Vertreter der Stadt di« Zusicherung gegeben hatten, daß das Budget für 1933 um 20 Millionen Dollar herabgesetzt werde, gaben die Vertreter der Banken ihre Zustimmung zur Gewährung von Nachtragskredlten und versprachen, der Stadtkasse die Krckite nach dem 15. Dezember zur Verfügung zu stellen. Autarkiewalmslnn im Hirn. Oesterreich boykottiert Deutschlaud? In Wien fand DienStag eine Sitzung des Bundes der Filmindustriellen Oesterreichs statt, an welcher sich auch die Vertreter der Kinobesitzer beteiligten. Diese richteten an die Filmverleiher die dringliche Aufforderung, dahin wirken zu wollen, daß den geradezu ins Untragbare steigenden Ansprüchen der reichsdeutschen Filmproduktton ein Riegel vorgeschoben wecke, widrigenfalls ein Boykott von in Deutschland hergestellten Filmen unvermeidbar wäre. Di« Kinobesitzer seien fest entschlossen, wenn die Lizenzgebühren nicht ermäßigt werden würden, in Zukunft Film« reichsdeutscher Prove- nienz abzulehnen oder nötigenfalls ihre Betrieb« zu sperren.. So begreiflich der Widerstand gegen die überspannten Lockerungen der Filmproduzenten ist, so bedenklich sind die Mittel, welche vorgeschlagen werden. Denn durch einen Boykott der ausländischen Film« wird nur herbeigeführt wecken, daß dem Publikum eine ganze Reche werwoller Film« vorenthalten Wecken Wick, während die Filmindustriellen in die angenehme Lage versitzt werden, von ihrer Konkurrenz befreit, ihre Bedingungen nach eigenem Gutdünken zu diktteren. Schließlich wären es Wicker die Kinobesucher und auch die Kinobesitzer, die bei diesem Streite draufzahlen würden. „Und was fehlt mir?" fragte der Schneider. „Du hast den linken Oberschenkel ausgekegelt, beides die Wirkung der gleichen Granate, morgen kommet Wicker zu mir, dann wecken wir weiter sprechen." Während sich Emil Schienen und Gipsbinden zurechtl^tc, ragte sich in dem Zugsführer doch daS Gewissen: ,^Jst eS nicht schade um daS teuere Verbandsmaterial?" „Gut, wir wollen damit sparen." Und Emil trachtete mit der Hälfte auszukommen, indem er beide Oberschenkel auf eine gemeinsame Schien« legte und die Binde um beide Gliedmaßen herumführte.„Und jetzt marsch mit euch auf daS SanitälSauto, ihr siamesischen Zwillinge hofsint- lich kommet ihr glücklich an Stabsarzt Robitschek in der DivistonssanitätSanstalt vorbei!" Stabsarzt Robitschek war b^eistert:„Welch genial« Idee! Und welch tiefe» Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lao« der Monorchie! Na ja, Meltsch, meine Schule!" Emil erhielt da» goldene Veckienstkreuz mit der Krone und di« Zusammengewachsenen waren glücklich an der ersten Klippe vorbei. Weiter ging dann die Reise erstaunlich glatt. Da nämlich die Verletzten nirgends über Schmerzen klagten und der Verband wcker drückte noch locker gewocken war und sich beim Militär auch im Krieg« nur selten jemand um di« Arbeit zu reißen pflegt, gelangten sie in dem Wunderwerke Emils, welkes überall nach Gebühr gewürdigt wucke, bis ins HeimatSspitol. Hier wucken sie um Entlassung in häuslich« Pflege bittlich. Da sie beide in daS gleiche Dorf und in daS gleiche Haus, nämlich zu der besagten Minke wollten, bestand auch da keine zwingende Notwendigkeit, den Verband zu wechseln, sondern man willfahrte ihrem Wunsche-«n Verbandwechsel durch den-im Dorfe ansässigen Arzt vornehmen zu lassen. (Forrjeyung folgt.) Nr. SSO Freitag, S. Dezember 1982 Seite 3 Geio« und Genossinnen! W Unterstützt die Hilfsaktion der Kinderfreunde! Jedem Arbeiterkinde eine Weihnaditsireade! HS wraiiii MWW lillllll llil 1! Itlllfii 1 tlilfflflllllilll 1 Mi'aryk öder die Demokratie. Der Wiener„Tag* bringt eine Unterredung mit Masaryk, worin sich der Präsident über di, Demokratie, ihre Aussichten und ihre Gegner" äußert. Er sagt da u. a.: „Nichts kann mir den Glauben an die große Mission, di« di« Demokrati« hat, rauben. Mögen ihr auch da und dort Gegner erwachsen— ft« ist die einzige unzerstörbar« Kraft, die dir allgemein« und politische Weit belebt, und die den um ihr« Recht« ringenden Völkern den endlichen Lieg bringen wird.' Neber die augenblicklichen Schwierigkeiten der Demokratie äußert sich Masaryk wie folgt: „Die Demokratie befindet sich auf denr Marsch«. Daß sie dabei an Hnwermfsc gerät, ist doch nur selbstverständlich. Vieles, das sich heut« scheinbar gegen den organischen Lauf der Dinge wendet, ist durch di« Ereignisse des letzten Jahrzehnts begründet. Vergessen wir nicht, daß wir noch immer mit den Uedcrbleibseln, mit den Rosten der alten Zeit zu rechnen haben, Kräfte, die sich »och immer bemühen, irgendwie zur Geltung zu kommen. Si« können den Siegesgug der Demokratie vielleicht verzögern— aber nicht verhindern." Schließlich spricht der Präsident seine Meinung über den Parlamentarismus aus: „Wenn eiinnal di« wirtschaftlichen Nöte, von denen heute kein Land, kein Voll, niemand verschont ist,«in« Milderung erfahren, wenn di« gewählten Vertreter wieder in die Lage kommen werden, dem Volk« nicht immer nur Lasten auf- zuerlogen, wird der Unwille gegen den Parlamentarismus, der sich vielfach bemerkbar macht, wieder schwinden. Ob der Pariamentarismus nicht reformbedürftig ist, ob nicht neu« Formen der Volksvertretung eingeführt werden, ist von nebensächlicher Bedeutung. Daß aber der Parlamen- tarismus als«in Instrument der Demokrati« not- wvirdig rst und nach den durch di« Umwälzung notwendig gewordenen zeitgemäßen Aenderungen bestehen wird und bestehen muß, beweisen ja, wie ich schon gesagt habe, am deutlichsten jene Staaten, die nur eine Diktamr wollen, aber ohn« Parlamentarismus doch nicht auskommen." Beratung über die Soz'al- verflcherung. Ueber Anregung der bei der Zentral-Sozial- Drrsicherungsanstalt eingesetzten ministeriellen Fachkommission wurde am 6. Dezember d. I. im Ministerium für soziale Fürsorge eine Beratung unter dem Borsitz des Ministers für soziale Fürsorge Dr. C z e ch abgehalten. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Minister berichtete der Vorsitzcndestellvertreter Kutschern über das Ergebnis der bisherigen Arbeiten der ministeriellen Fachkommission und erörterte einige Fragen, über die bisher eine Einigung noch nicht erzielt wurde. Der Generalsekretär der Z. S. B. A. Dr. 8 t e r n referierte sodann über die Nvvellie- rungsanträge, die sowohl den Bereich der Krankenversicherung als auch den der Invalidi- täts- und Altersversicherung betreffen. Der Minister betonte, daß ihm die heutige schwierige Lage der.Krankenversicherungsanstalten bekannt sei, und verwies auf eimge Fragen, welche mit dem ganzen Komplex der der Fachkommission zufallenden Aufgaben zusammenhängen und von grundsätzlicher Bedeutung sind. Hierüber entspann sich eine rege Debatte, in teeren Verlaufe die Herren Borsttzendestellvertretcr Kutschern, Abgeordneter Tüön-, Univer- sitätsprofeffor Dr. S ch ö n b a u m, Dr. S o t t- u e r und Direktor Dr. K l u m P a r das Wort griffen und in der die einzelnen grundlegeichen Fragen erörtert wurden. Hieraus faßte der Minister das Ergebnis der Beratung zusammen, ersuchte die Kommission, die bisherigen Arbeiten fortzusetzen, und erklärt«, daß das Ministerium für soziale Fürsorge zu den '.Mdgültigen Anträgen nach Borlagc derselben Stellung nehmen werde. Der nnpoHtisme Herr Wintfrsdi gegen di«„Politisierung" der Landeskulturräte. Fast unbeachtet von der breiten Oeffent- «chkeit hat der Ausschuß der deutschen Sektion des LandcSkulturrates für Böhmen am DonncrS- kag wieder eine Sitzung abgehalten. Die dort führenden Herren scheinen das langsame Verkümmern dieser wertvollen Institution in Ordnung zu finden und sie haben offenbar eine Heidenangst davor, daß die Landeskulturräte wie- Arbeitslose sind Nichtstuer sagt der Gewerhsdialtsobmann der deutschen Nationalpartei. Als vor etlichen Jahren di« Nazi der deut- chen Nationalpartei die Gefolgschaft verweigerten und di«„Wahlgemeinschaft" in Scherben ging, gründete die Nationalpartei„b i e Arbeitnehmergewerkschaft in der deutschen Nationalpartei." Es bedurfte keines be- onderen Scharfblickes, um den Zweck dieser„Ge- werkschaftsgründung" zu erkennen. Eine ausge- prochen« Partei des besitzenden Bürgertums, in der Fabrikanten und Unternehmer, Großkaufleute u. dgl. die erste Geige spielen, also eine Gruppe von Menschen, die schon in ihrem Klasseninteresse in Gegnerschaft zur Gewerkschaft stehen muß, gründet ein«„Gewerkschaft". Eine wirkliche Gewerkschaft, deren Aufgabe es von Haue aus ist, die Lebensinteresfen der Arbeiter wahrzunehmen, die die Arbeiter vor der Willkür der Unternehmer schützt, deren Lohn- und Sozialpolitik im schroffen Gegensatz zum Unternehmertum stehen muß, wurde seit eh und je gerade von den Deutschnationalen aufs wütendste bekämpft, und dieselben Elemente, ja dieselben Leute» auf di« jede freie Gewerkschaft wirkt wie das rote Tuch auf ein bekanntes Säugetier, wurden zu Gründern einer Gewerkschaft. Kann eine von Unternehmern gegründete und aufge- päpelte„Arbeitnehmergewerkschaft", die zu allem noch in den Rahmen einer politischen Partei des besitzenden Bürgertums einigssklammext vegetiert und von deren Wohlwollen abhängig ist, auch nur im entferntesten eine im Interest« der Arbeiter gelegene Tätigkeit entfalten? Wir haben eS nie geglaubt und diese„Arbeitnehmergewerkschaft" stets als eine Hilfstruppe der Unternehmer besonders bei Wahlen bezeichnet, die keinen anderen Zweck hat, als den Deutschnationalen Stimmen zuzutreiben und den verdorrenden Leib der deutschen Nationalpartei«in wenig aufzublähen. Nun ist uns ein neuer Beweis in die Hände geraten, der den wahren Charakter dieser„Arbeitnehmergewerkschaft" mit aller nur wünschenswerten Klarheit enthüllt. In einem Oxt« in der Nähe von Teplitz- Schönau hatte die Mutter des dortigen Oberlehrers(Ort und Name sind uns bekannt) um Zuweisung der Lebensmittelkarten für Arbeitslose angesucht und war, da ein Anspruch nicht gegeben war, abgewiesen worden. Durch die Abweisung seiner Mutter fühlte sich der Oberlehrer beschwert und klagte sein Leid— na wem denn anders als der Schriftleitung der„Sudetendeut-- schen Tageszeitung" und diese beeilt sich nun, den Herrn Oberlehrer entsprechend aufzuklären. Der Herr HauSmann, dessen Unterschrift der Brief trägt, gibt zuerst den Herrn Oberlehrer Auskunft über di« Lebensmittelkarten, die er als „Cech-Karten"— nicht einmal den richtigen Namen deS Fürsorgeministers weiß er— apostrophiert und schüttet dann sein fürsorgeerfülltes Herz folgendermaßen aus: „Daß di« Arbeitslose nfüvsorge Ungerechtigkeiten auiftveist, ist sehr richtig. Wir haben hier Fäll«, wo Arbeitslose, di« über den Sommer ge, arbeitet haben, jetzt ihre GkwerSschaftsuntevstützung beziehen, außerdem die staatliche Kart« und die gemeindeamtlich« Unterstützung(Ausspeisung, Kohlen, Brot uifw.). Di« jetzige staatlich« Fürsorge für die Aibeiisloson ist auch eine Ursache zur Verschärfung d«r- Wirtscha ftskrise. Wir haben seit 1980 nach Tetschen an staatliche Zuwendungen, Lebensmittelkarten, einen Gesamt- betrag von rund 730.000 Kronen erhalten. Tas sind 250.000 Kronen jährlich. Tie Gemeind« Tetschen bringt jährlich außerdem noch 130.000 Kronen durch Sammlungen für Arbeitslose auf, das sind insgesamt 400.000 Kronen jährlich. Wa s könnt« mit diesem Geld« gemacht werden, wenn eS produktiv angelegt würde? Und so ist cs in vielen Fällen. Ueberaltertc, Wit- wen und wirtlich Arm« niüssen darben und Not leiden und gesund«, kräftige Arbeitslose bekommen für ihr Nichtstun noch dir laufend« Unterstützung; das ist soziale Gerechtigkeit." Bravo, Herr Hausmann; das ist einmal ein offenes, wenn auch nicht für die Oeffentlichkeit bestimmtes Wort und es wird gewiß auch bei den Mitgliedern der„Arbeitnehmergewerkschaft" seine Wirkung nicht verfehlen, um so mehr, als es nicht «in Scharfmacher aus Unternehmerkreisen sagt, sondern ein Hauptfunktionär, der Obmann der Ortsgruppe Tetschen der Arbeitnehmergewerkschaft in der deutschen Nationalpariel, namens Anton Hausmann! Hört es, ihr deutschen Arbeitslosen, ein Hauptfunktionär der Arbeitnehmergewerkschaft, ein Gewerkschafter(!) sagt es euch! Gesunde, kräftige Arbetter bekommen für ihr Nichtstun noch die Unterstützung! Und dieser nationalparteilicher Gewerkschafter, in besten Augen di« von deutschnationalen Fabrikanten aufs Pflaster geworfene deutschen Arbeiter Nichtstuer sind, die man nicht unterstützen soll, ist nicht nur Gewerkschafter, er ist Bizebürgermeister und Fürsorgereferent, er ist Vorsitzender der Arbeitslosen- kommistion der Stadt Tetschen. Schlaglichtartig beleuchtet das Schreiben des „Gewerkschafters" Anton Hausmann die Ein- stellung der Nationalpartei und ihrer famosen „Arbeitnehmergewerkschaft" zu dem Hilfswerk der Arbeitslosen. Mit den„Czech-Karten" unkontrolliert ein wenig Wohltäterei betreiben, Protektionskinder und Liebediener damit beteilen, so ein wenig polittsche Geschäfte damit machen, di« gesetzliche Armenversorgung der Gemeinden damit zu umgehen und die Arbeitslosen, di« Krisenopfer, die ,gesunden, kräftigen Arbeiter" draußen zu lassen, bis sie von der Not zermürbt, zur Freude der Unternehmer ihren wenigen noch in Betrieben stehenden Arbeitskollegen in den Rücken fallen, bedingungslos jeden Lohn und jede Arbeitsbedingung annehmen, die Gewerkschaften zer- fchlagen und die absolute Willkür der Arbeitgeber in ihren Betrieben wieder hergestellt ist, das bezweckt die Nationalpartei mit ihrer„Arbeit- nihmerge Werkschaft. Wir sind dem Herrn Hausmann für sein Bekenntnis dankbar. Die Arbeiter wissen nun wer diese„Arbeitnehmergewerkschaft ist und wie ihre Drahtzieher wirklich denken. der in eine lebendige Verbindung mit der Landbevölkerung kommen könnten. Herr W i n d i r s ch sprach sich in längeren Ausführungen, die alles andere als richtunggebend waren, auch für die Beibehaltung des heutigen unhaltbaren Zustandes aus. „Bon Interesse ist, daß unter den Vorschlägen, die zur Beseitigung der Landwirtschaftskrise gemacht werden, sich auch die Forderung nach der sogenannten Demokratisierung der Landeskultur- räte befindet, das heißt, es sollen die Landes- kulturräle, auf deren Boden bisher für die Landwirtschaft eine stets sachliche, unparteiische Arbeit geleistrr wurde, nunmehr zum Betätigungsfeld politischer Parteien gemacht werden. Vernünftigen Erwägungen entsprechend sollen in den LandeSkulMrräten jedoch nur dis Vertreter der Landwirtschaft bestimmend sein, um in gemeinsamer Arbeit die für die Landwirtschaft notwendigen Ziele skstzusetzen und zu erreichen. Di« Ausdehnung politischer Einflüsse auf di« Landeslulturräte würde di« bisherige ersprießlich« Tätigkeit zum Nachteil der Landwirtschaft zunichte machen." Wenn wir Herrn Windirsch recht verstehen, so meint er damit, daß ein richtiger unpolitischer Vertreter der Landwirtschaft nur der sein kann, der in der politischen Partei des Bundes der Landwirte oder in der tschechischen Agrarpartei organisiert ist. Warum B. ein Kleinlandwirt, der von einer anderen Gruppe in den Landeskulturrat entsendet wird, nicht als Vertreter der Larwwirtschaft gelten könnte, müßte doch noch näher erläutert werden. Eine Ausdehnung der politischen Einflüsse in den Landeskulturräten, die Herr Windirsch sorgenvoll befürchtet, wäre kaum mehr möglich, denn eS gibt keine zwZte Körperschaft in der Republik, die solcherart dem Diktat privilegierter Parteien ausgeliefert ist. Oder will mau jemandem riurede», daß daS mit Politik nichts zu tun habe, wenn di« Herren Abgeordneten Windirsch. Zadina und Böhm dieselben Reden in den LandrSknlturräte» halte«, di« fie vor oder nachher im Abgeordnetenhaus« Vorbringen? Die Argumente des Herrn Windirsch stehen also aus ganz schwachen Füßen. Damit wird er die Zehntausenoe von Klemlandwirten, die heute in den Landeskulturräten politische Machtpositionen des AgrariSmus sehen, nicht überzeugen können, daß sie auch fernerhin von einer gleichberechtigten Vertretung ausgeschlossen bleiben sollten. Die Landeskulturräte werden entweder demokratisiert werden, oder sie weihen an dem berechtigten Mißtrauen der Landbevölkerung scheitern. Die Welt bleibt nicht stehen bei einem Wahlrecht, das vor 35 Jahren geschaffen wurde. Und di« Kleinlandwirt« werden sich die Demokratisierung der Landeskulturrät« erkämpfen, ob eS den heutigen agrarischen Machthaber« gefällt oder nicht. Tatarennachricht d«S„Rudi, Veceruik". Das kommunistische Abendblatt brachte gestern in sensationeller Aufmachung die Nachricht, daß in Georgswalde 45 Fälle von Hungertyphus zu verzeichnen und 9 Menschen an der Krankheit schon gestorben seien. Woher die Kommunisten das erfahren haben, ist unbekannt. In GeorgS- walde selbst weiß jedenfalls niemand von solchen Erkrankungen, geschweige denn von tödlichen Fällen. Das Arbeiter-Jahrbuch Ivrr vergriffen.— Wir bitt«« alle Organisationen zur Kenntnis zu nehmen, daß unser Arbeiter-Jahrbuch völlig vergriffen ist. Wir können also keine Bestellung mehr erledigen. Zentralstelle für das Bildungswesen. Seuoffe Rudolf Birnbaum auS Saitz, der, wie wir berichteten, das Opfer eines bestialische« Urbrrfalles von Haken- kreuzler« wurde. Genosse Birnbaum schwebte mit einer schweren Kopfverletzung durch einige Tage in Lebensgefahr, befindet fich jetzt aber wieder auf dem Wege der Besserung. aiHiuiiiiiiuiiiiiiiiiuiiiiiHiiiiiiiuiiiiiniiiiiiuiiiiiiiinniiiiniiiiiniiiiiiHiiiiiiiiuiuiiiiiuuiiuiiiimnii 600.000 Arbeitslose und trotzdem vierzehnstündige Arbeitszeit! Man könnte meinen, daß die geradezu erschreckend anwachsende Arbeitslosenziffer die Menschen zum Denken und zu vermehrtem Verantwortungsgefühl erziehen muß. Aber die für Wirtschaft und Handel entscheidenden Personen, wenden heute die genau gleichen Methoden in ihren Betrieben und Häusern an, die schön vor mehr als zwanzig Jahren für die Wirtschaft und die Menschen als schädlich bezeichnet wurden. Jedes Kind kennt die Lehr« über die Wirkung der verkürzten Arbeitszeit auf Wirtschaft und Kultur, jeder weiß heute auch, daß eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit dringend geboten erscheint, wenn die Kris« eingedämmt werden soll. Tausende aber gehen an diesen Lehren und Forderungen blind vorbei, ganz so, als ob für sie eigen« Wirtschaftsgesetze maßgebend ivären. Man beobachte doch jetzt in der Weihnachtszeit einmal wie das Gesetz über den Achtstundentag mißachtet wird. Mißachtet in Stadt und Land, vor allem im Handel. Die im Handel tätigen Menschen müssen früh um acht Uhr, oft auch schon eine halbe Stunde früher, im Geschäft sein. Stehen hier meist mit einstündiger Unterbrechung bis einhalb, bis dveiviertel sieben abends. Muffen, auch an Sonntagen von acht bis elf Uhr hinter dem Ladentisch stehen, wenigstens dort, wo di? Sonntagsruhe noch nicht eingeführt ist. Es ergibt sich also fiir die Angestellten im Hanl mindestens ein« ftchzigstündige, wenn nicht gar siebzigstündige Arbeitszeit pro Woche. Zwei bis drei Angestellte machen durch diese überlange Arbeitszeit einen dritten überflüssig. Sie zwingen ihn durch die Verletzung der Gesetze zur Arbeitslosigkeit, damit zum Hunger und bringen sich selbst in Gefahr, arbeitslos zu werden. Aber wie wird«rst jetzt in der Weihnachtszeit das Gesetz über den Achtstundentag umgangen? Einmal durch di« unglaubliche Einführung des silbernen und goldenen Sonntags, die vollständig überflüssig ist. Diese zwei Sontage bringen den Angestellten, durchschnittlich zwölf Stunden Mehrarbeit. Im Monat Dezember könnte bei vier Angestellten ein fünfter beschäftigt werden, wenn diese Uebcrzeitarbeit nicht wäre. Wieviel Uebersttntden werden aber im Dezember sonst noch gemacht! Ein Gang durch die Hauptstadt Prag gegen acht oder neun Uhr abends gibt die Antwort auf diese Frage. Nach Geschäftsschluß werden in den kleinen, mittleren und oft auch großen Geschäften di« Ausräumungs- und Teko- rationsarbeiten besorgt. Manchmal müssen da die Angestellten bis 10, ja bis 12 Uhr an der Arbeit sein. Tausende Angestellte könnten wenigstens für einen oder zwei Monate beschäftig: werden, wenn mehr soziale Einsicht bei Angestellten^ und Chefs vorhanden wär«, und bei den Behörden etwas präziser gearbeitet würde. So aber läßt man den Karren laufen, wie er vor Jahrzehnten schon gelaufen ist, weil man Verständnis bei den zuständigen Stellen offenbar nur fiir die Prinzipale, keines aber für die Angestellten und die hungernden Arbeitslosen hat. Deshalb muß die Oeffentlichkeit mit eingreifen: jeder ist. zur Kritik dieser unmöglichen Zustände im Handel berufen und jeder ist verpflichtet, die Behörde zur Erfüllung ihrer Aufgabe zum Schuhe der Angestellten und der Gesetze anzurufen. Nur bei Zusammenfassung aller vernünftigen und klarsehenden Menschen wird auch der Mißbrauch der Angestellten in Gewerbe und Handel aufhören, lvird die Zahl der Arbeitslosen in diesem Zweige der Wirtschaft vermindert werden können. Aufschwung der tschechischen sozialdemokra- tischen Jugendbewegung. In der letzten Zentral- ausschußsitzuna der tschechischen sozialdemokratischen Jugend konstatierte Sekretär Genosse Raus, daß sich die sozialdemokratische Jugend eines erfreulichen Aufschwungs rühmen kann. Im Agitationsmonat wurden viele neue Mitglieder gewonnen. Insgesamt wurden seit dem 1. Jänner laufenoen Jahres 48 neue Organisationen ins Leben gerufen. Die Gründung drei neuer Organisationen in der Slowakei steht bevor. Die Jugendbewegung hat nunmehr insgesamt 341 politische Organisationen um» 10.000 Mitglieder. Sette 4 Fvekttg, 4. Dezember 1332 Nr. 290 T agesneuigkeUen Die Arbeiterschaft Nordmährens und Westschlesiens hat einen schweren Verlust zu bellaqen: Nach langem, ungemein qualvollem Leiden ist in Sternberg Genosse Rudolf Richter, der jahrzehntelange Führer der Textilarbeiterschaft ge- storben. Ein tückisches Krebsleiden hat seinem Leben ein Ende gemacht. Diese Nachricht wird innerhalb der Arbeiterschaft Nordmährens und Schlesiens tiefe Trauer auslösen. Tausende kannten Richter als den unerschrockenen Vertreter der Interessen der Textilarbeiter, der Zeit seines Lebens ein unermüdlicher Agitator, als der berufene Führer der Textilarbeiter im ganzen Kreise anerkannt wurde. Richter wurde am 14. Dezember 1871 in Hof als Sohn armer Taglöhnersleute geboren. Mit 7 Jahren verlor er die Mutter, mit 17 den Vater. Schon im Alter von sechs Jahren mutzte sich der Knabe zum Spinnrad setzen, die Schule wurde nur hie und da besucht und mit zehn Jahren wurde die Schule verlassen. Richter giW in die Fabrik und erlernte die Seidenweberei. Schon im jugendlichen Alter wandte sich Richter der Arbeiterbewegung zu. Dem 1890 in Hof gegründeten Arbeiterbildungsverein trat er hei und wurde bald eines seiner tätigsten Mitglieder. Die Wanderlust trieb chn im Alter von 20 Jahren nach Wien, er erlernte in Oesterreich die Bandweberei und blieb dort einige Jahr«. Dann kam er wieder in di« Heimat und nahm 1897 an der Agitation für die Wohl in die fünft« Kurie teil. Infolge seiner politischen Tätigkeit gemaßregelt, ging er nach Deutschland und arbeitete zuerst im Rheinland und dann in Thüringen. Hierauf kehrte er wieder in die Heimat zurück, bekam in Bergstadt Arbeit, wo er bald Obmann der Textilarbeiter-Gewerkschaft wurde. Als 1909 in Römerstadt ein Textilarbeitersekretariat errichtet wurde, setzte sich der unvergeßliche Hanusch dafür ein, daß Richter die Stelle bekam. 1913 wurde er dann Sekretär in Sternberg, was er bis zu seiner wegen Krankheit erfolgten Pensio- nierunq im Jahre 1929 blieb. Aber nicht nur in der Gewerkschaft, auch in der Partei war Richter jahrzehntelang tätig. Er hat mehrere Male ins Parlament kandidiert, war jahrelang Stadtrat in Sternberg und seine Opferfähigkeit ging soweit, datz er als todkranker Mann noch auf der letzten Kreiskonferenz der Partei den Kontrollbericht erstattete und bei einer nur wenige Tage vor seinem Tode stattgefundenen Gemeindesitzung nicht fehlte. So war Richter: treu bis in den Tod! Treu feinen Idealen bis zu seiner Sterbestunde. Sern Andenken wird deshalb bei allen, die ihn kannten wach sein, in der nordmährisch-schlesischen Arbeiterschaft wird er als Vorbild von Gesinnungstreue, Pflichteifer und Opserbereitschaft weiterleben. KMauer Urteil»der Spione. Siebe» und fünf Jahr« Zuchthaus. ’ Das Kreisgericht in Kaschau verurteilte nach geheimer Verhandlung Franz ßperllk aus Kaschau wegen Spionage zugunsten Ungar n s zu sieben Jahren Zuchthaus. Die Mitangeklagte Blanka Hajosz wurde zu fünf Jahren verurteilt, tzperlik, der in Kaschau ein Kolonialwarengeschäft und später ein elektrotechnisches Geschäft besah, war bereits im Jahre 1929 wegen zahlreicher Betrügereien zu drei Jahren Kerker verurteilt worden. Um das Schicksal der deutsche« piidagogischen Akademie. Die Leitung der deutschen pädagogischen Akademie, bezw. der deutschen Peftalozzigesell- schaft hatte für den 8. ds. eine erweiterte Ätzung de» wisienschaftlichen Beirates einberufen. Im ReferM des Prof. Dr. Otto wie in der lebhaften Debatte kamen vor allem die Befürchtungen zum Ausdruck, die für die Zukunft der deutschen Lehrerakademie bestehen. Während die tschechische Akademie in Prag(abgesehen von der Brünner) für ihren eigenen Aufwand und zur Abhaltung von Fortbildungskursen für Bürgerschullehrer 260.000 Kronen aus dm budgetären Mitteln des Staates erhält, wurden der deutschen Akademie die versprochenen 18.000 Kronen für das Jahr 1931 überhaupt nicht ausgezahlt und die für heuer zugc- sogten 15.000 Kronen stehen bis dato auch noch aus. Dir Existenz der deutschen Lehrerakademie erscheint unter diesen Umständen schwer gefährdet. Die Sitzung beschloß, an die Gesamtregierung und an das Parlament mit der Forderung heranzutreten, der deutschen Lehvcrakademie die Gleichberechtigung zumgestthen. Die Sitzung befaßte sich dann mit der Frage der viersemestk'gcn Akademie und beschloß, diese grundsätzlich zu fordern, wobei der Berufsbildung der Lohrer das Hauptarrgenmerk zngewandt werden soll. In zweiter Linie soll die fachliche Ausbildung in Deutsch und einem frei zu wählenden Hauptfach erfolgen, in dritter Reibe die Vorbildung für den-Beruf des Bür- gerschullehrers. Zur Beratung der Lehrpläne für eine viersemestrige Akademie wird ein Ausschuß aus den Vertretern der Lehrerschaft und der verschiedenen sozialen Schichten gebildet werden. Fahrt um die Welt. Wilhelmshafen, 8. Dezember. Der Kreuzer„Äoln" trat heute vormittag die Ausreise zu einer einjährigen Fahrt um die Welt an. Das Unglück bei den I.G.-Farben. erlag. Das Unglück scheint dadurch verursacht worden zu sein, daß Koksch einem siebenjährige» Schulkinde, das ihm unerwartet in den Weg lief, ausweichen wollte. Durch das heftige Einbiegen des Autos geriet dieses auf der durch den ersten Schneefall Müpfrig gewordene« Straße ins Schleudern und stürzte in den Graben. Versuchter politischer Mord. Der 38jährige Ingenieur Julius Bergmann, der der NSDAP, angehött, wurde i» der Mittwoch» Nacht in seiner Wohnung in dem Berliner Vorort Hohenschönhausen, die zu ckbener Erde liegt, niedergeschossen. Als der Ingenieur die erleuchtete Küche betrat, krachte plötzlich von der Straße her ein Schuß. Die Kugel zertrümmerte die Fensterscheibe und traf Bergmann in de« linken Oberschenkel. Ein Arzt entfernte die Kugel und stellt« fest, daß die Verletzung nicht lebensgefährlich ist. Der Täter, vermutlich ein politischer Gegner, ist in der Dunkelheit entkommen. Di« Khnauer Sprengstoffdiebstahle. Die Vernehmungen der bisher in der Khnauer Sprengstoffdiebstahlsaffäre Verhafteten haben zu der Feststellung geführt, daß neben dem Baro« von.Zedlitz und Neukirch, seiner Hausdame Sydow und dem Förster Tietze noch andere Personen in die Angelegenheit verwickelt sind. In diesem Zusammenhänge wurden gestern Pastor Fuchs in Dittmannsdorf, der bekanntlich als Zeuge im Reichenbacher Attentats Prozeß vernommen und wegen des Verdachtes der Begünst'gung nicht vereidigt wurde, und der Landwirt des Gasthauses„Zur Brauerei" in Khnau, Franke, verhaftet. Die Vernehmungen sind noch nicht abgeschlossen. Serie von Einbruchsdiebstählen. In den letzten Rächten waren Einbrecher im Kaadener und Saazer Kreise abermals fleißig am Werke. Sie versuchten in Horn im Kaadener Bezirke in einem Stall des krndwrrtschaftlichen Anwesens Weber ein Schwein abzuschlachten und mitzu- nchmen, wobei sie allerdings gestört worden sei« dürften, so datz sie die Beute liegen lassen mußten, in Görkau stiegen Diebe in das Geschäft des Kaufmannes Feigl ein und entwendeten aus der Ladenkasse 4000 K und aus einem anschließenden Zimmer zwei Anzüge. Reiche Beut« machten Einsteigediebe in der Filiale der Launer Sparkasse in Domauschitz; sie brachen die Panzertür eines Kassenschrankes auf und stahlen Papiergeld im Werte von 82.000 K. In Kaaden wurden in einer Nächt nicht weniger als sieben Ein« bxuchsversuche unternommen, die jedoch alle mißglückten, da die Diebe bei ihrer Arbeit gestört wurden. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programme«. Samstag. Prag: 6.15 Gymnastik. 11.00 Schallplatte». 18.83 Deutsche Sendung: Dr. Szana: Weihnachten im Lied der Völker. Brünn: 18.25 Deutsche Sendung: Die Biolinsonat« vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.— Mähr.-Oftrau: 10.00 Blasmusik. 18.25 Chorkonzert.— Berlin: 19.15 Aus Opern.— Breslau: 20.00 Lustiger Abend.«— Mühlacker: 17.00 Orchesterkonzert.— Hamburg: 19.30 Zitherkonzert.— Königsberg: 18.30 Der Roisekame- lad.— Langenberg: 18.50 Natur und Geist.-- Leipzig: 19.30 Weihnachtslieder.— Wien: 15.15 Li«- derlstunde. 19.40 Schlagerlieder. Feuer im englischen Mariue-Arsena!. London, 8. Dezember. In der Elektrizitätszentral« des Marinearsenals in. Chatham brach gestern in den späten Abendstunden ein Feuer aus, das große Verheerungen anrichtete. Das Dach der Zentrale fft in seiner ganzen Ausdehnung eingestürzt. Das Arsenal, die Gebäude der Marmeverwaltung und die Kasernen sind ohne Strom. Kommunistischer Schwarzsender von d« Berliner Polizei entdeckt. Berlin, 8. Dezember. Der kommunistische Schwarzsender machte sich heute gegen 14 Uhr wieder bemerkbar. In Zusammenarbeit mit Beamten der Post und Reichsrundfunkgesellschast gelang es der politischen Polizei, den Schwarzsender in dem Hause Reinickendorferstraße 100 in dem Augenblick festzustellen, als er von drei Leuten abmonttert und fortgeschafft werden sollte. Der Apparat ist beschlagnahmt worden. Die drei Personen, über die im Interesse der weiteren Ermittlungen noch nichts gesagt werde» kann, sind dem Polizeipräsidium zugcführt worden. Berlin, 8. Dezember. I« Premnitz find, von der Pressestelle der J^Farbe« mitgeteilt borgen Sieben Persone»find sch zwei der Allem Anschein nach befinden fi der USA- hat festgesteltt, daß auf der ganzen Erde nicht weniger als 35 Millionen Hörer vorhanden sind. Absolut genommen ist dies eine gewaltige Ziffer, di« allerdings an der gesamten Einwohnerzahl der Erde gemessen viel von ihrer Bedeutung einbüß!. Bon 1000 Personen, die auf unserem Planeten wohnen, haben nur 18«inen Radioempfänger. Rechnet man jedoch di« familiäre Bindung, so kann man dies« relativ«.Hörerdicht« mit vier multiplizieren und es haben dann tatsächlich von 1000 Erdbewohnern vielleicht 80 die Möglichkeit, regelmäßig am Rundfunk teilzunchmen. Immerhin ist diese Zahl noch .reichlich gering und man sicht, daß der Rurchfunk noch viel zu leiste» haben wird, um ein günstigere« Hörerverhältnis zu schaffen. In Nordamerika sind die Verhältnisse am allergünstigstcn. Hier betrögt die Dicht« 125, d. h., daß in diesem Lande jeder di« Möglichkeit hat, am Rundfunk teilzunehmen, soweit er au diesem überhaupt«in Interesse hat u-nd sofern er sich nicht in einer Gegend befindet, die vom nächsten Sender zu»reit entfernt ist, was aber ziem- lich sollen vorkomm:. Zu bemerken ist allerdings, daß gerade in Nordamerika di« Zahl der Rundfunkhörer schr schwer zu erfassen ist, ba dort keine Gebühr«» eingehoben werden. In einzelnen Staaten und Städten steigt di« Höreidichte noch Wer dieses Maß hinaus. In New Uork ist di« Dichte Wer 300, d, h., daß jeder am Rundfunk teilnimmt, mancher aber auch zwei oder mchrer« Apparat« besitzt und in der Statistik verzeichnen ließ. Anders wäre ■ diese enorm hohe Hörrrdichte nicht zu erklären. Im allgemeinen ist aber Nordamerika auch das Land der größten Gleichmäßigkeit in der Hörerdichte. Während nämlich in den meisten Staaten di« Tendenz vorherrscht,. Großstationen zu errichten und das Sendenetz«weichst weitmaschig zu gestatten, ist es in Amerika' umgekehrt. In Nordamerika gibt es an 1000 Sender, von denen natürlich die meisten nur ganz schwache Leistungen aufweisen. Sie befinden sich all« in privaten Händen und es kostet schon beträchtliche Mühe, di« Lizenz zum Betriebe einer Station zu erhalten, die«ine Leistung von Wer fünf Die heilige Wehrkraft. Darüber wird heutzutage recht viel geschrieben und mit Genuß gesprochen; die um Schleicher sprechen in Deutschland viel und ausgiebig davon, daß Deutschlands Söhne vom unwiderleglichen Willen beseelt sind, wehrhaft dazustehen, den sogenannten Wehrwillen in Wort und Schrift heilig zu sprechen und sich gegen den Unwehrwillen(der mit den Profiten der Rüstungsindustrie' im Widerspruch steht) energisch zur Wehr zu setzen. Bei uns spielt sich alles sozusagen in intimerem Rahmen ab; das tschechische Volk ist sozusagen mehr auf die Probleme des Zivillebens eingestellt, ihm ist der Mann in schmucker Uniform trotz aller Bemühungen der Generalität noch nicht der Herrgott und darum findet die nunmehr zweite Vortragsreihe über die„Wehrkraft der Nation" in trautem Kreis der Offiziere und der mit ihnen beileibe nur befreundeten Industriellen statt. Ort der patriotischen Aktton ist Prags Stefanikhaus, besucht wird auf Grund des Garmsonsbefehls und applaudiert ebenfalls. Der Verband der tschechoslowakischen Offiziere belehrt sich sozusagen selbst über die notwendige Wehrpolitik; es ist nun einmal ein dem Wehrwillen angeborenes Geschick, daß er die öffentliche Kritik nicht verträgt und wohl längst ausgestorben wäre, wenn nicht Staatsanwälte urü» alte Strafgesetze zu seinem Schirm und Schutz den Machtapparat der Justiz mobilisierten. Warum getrauen sich die Herren, deren Sinn erst dann besriüngt werden dürfte, wenn die Kinder mit dem Säbel an der Seite zur Welt kommen sollten, nicht an die Oeffentlichkeit? Weil diese nun einmal unbotmäßige Oeffentlichkeit nicht mehr mitmachen will mit dem Rüstungswahn, weil ihr die Tatsache auffällig ist, daß die Folgen dieses ihres Wehrwillen so verdammt teuer zu stehen kommen, daß um die ganze patentierte Das erste Bild von der Explosionskatajtrophe im I. G.-Farbenwe»k Premnitz. werden, daß die zwei»och vermißte« Personen nicht mehr am Lede« find, leben Personen Jfmib schwer verletzt. *'■„' sie sich aber nicht i» Lebensgefahr. Aufdeckung eines geplanten Attentats auf den rumäu.fchen Ttzronfolger- London, 8. Dezember. Der gestrige„Daily Expreß" bringt eine Nachricht seines Bukarester Korrespondenten, wornach die Polizei der Vorbereitung eines Attentates auf den Kronprinzen Michael aus die Spur gekommen ist. Im Gatten der Schule, die der Kronprinz besucht, sollen einige Bomben gefunden worden sein. wie 1_ wird, zwei weitere Leichen geborgen worden. Es handelt sich offenbar«m( vier vermißten Personen, so datz jetzt neun Totegeborgen find. Es mutz damit gerechnet nmmnnniiiiinniiniiiniiiininiinniiiiiiiiiiiinniiiiuiiiiiinunininiiiiinmiuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiniHmmiimunmuHUHiHninHifnnnniiiBiuAnjmiHUHiiuinHiiiiiiiiuniunniuiniiiuiminuiuiHHunnD Baterlandsvetteidigung ein undurchsichtiger Schleier des Geheimnisses gezogen wird, der undurchdringlich ist und von der Zensur als tabu Akschützt wird. In einer Zeit, wo die Lebensmittelpreise um die Hälfte verfallen, geht das Militär nur um fünfzehn Prozent mit seinem Austvattd herunter, in einer Zeit, wo den Rüstungsfabritanten die unerhörtesten Preiswuchereien öffentlich vorgeworfen werden, gibt es keine öffentliche Preiskontrolle, keine Angaben, wieviel alljährlich und zu welchem Preise verschossen wird. Das sind denn auch die Gründe, warum di« Herrn Baterlandsver- teidiger über ihren Patentietten Wehrwillen hinter geschloffenen Türen debattieren; sie dürfen darum auch niemals verlangen, daß man diese Debatten ernst nimmt. Das Volk wünscht nun einmal Abrüstung, Verminderung der untragbaren Lasten, auch wenn Herr Schneider Ereuzot darüber zu erzürnen droht... Autounglück bei Podersam. Am Mittwoch stürzte in der Gemeinde Schaab bei Podersam der Kaminfegermeister Anton Koksch aus Lertrneritz, der mit seiner 32jährigen Frau Sophie zu seinen in einer lleinen Gemeinde bei Karlsbad leibenden Eltern fuhr, mit seinem Auto in den zweieinhalb Meter tiefen Straßengraben. Das Auto wurde nur wenig beschädigt, Koksch, der das Auto selbst lenkte, kam mit eistet leichten Berletzung am Kopfe davon, während seine Frau schwere Verletzungen erlitt, denen sie während der lleberführung ins Podersamer Krankenhaus immflmmnmnmiianHnmininiiniiiiiimimmiuiniinnininiuimnniinininniininninntmimnHnnmnmninnninunmmiiiniiinfflininiiiiiniiiiiiuiiunnHniiniiniiiimniiiiuiunniiKnnmHW 35,000.000 RandfunhhOrcr aut der Welt Nordamerika voran. Das statistische Amt des Handelsdepartements I Kilowatt besitzen soll, wahrend in Europa solche Stader USA. hat festgestellt, daß auf der ganzen Erde tionen mit der Zeit ausgelassen und durch gröfe«* ersetzt werden. Die zweüsest« Hörerdichte bositzs Oceanien mit 48 bis 50. Europa kommt erst an dritter Stelle mit 35. Aber auch hier sind die Unierschicde zwischen den einzelnen Staaten sih* groß. Während auf der einen Seite die Durchschnitte einiger Staaten, wie Dänemark, Deutsche land und England zur Gänze oder zumindest disi-iktweis« an amerikanische Ziffern heranreicheN- gibt«s andererseits Staaten, di« überhaupt noch keinen Rundfnnt haben, wi« Griechenland u«d Albanien. In diesen Staaten sinkt die Höret' dichte auf den afrikanischen und asiati^ sch en Durchschnitt. Trotz der großen Verkireituvt des Rundfunks gibt es oder doch noch inAbeiondere in Afrika Gegenden, die überhaupt noch keine»' Rundfunk haben, und wo einige Beamte, Mifsiopäls u»d ander« Europäer die einzigen Hörer sind. 3" Aftika kompien auf 10.000 Einwohner erst siebe" Hörer. In Asien, also einem Erdteil«, der schließ' sich hochzwilisiett« Gebiete, wie Russisch-Situ rie», Japan und einige englische Kolonien, umschließt, kommen auf 1000 Einwohner kaum neun Höret. Allerdings darf nicht übersehen werden, daß’» China, einem Lande mit etwa 400 Millionen Ei»' wohnern, fast gar kein Rundfunk existiert. Die<£, ringst« Hörerdichte gibt es in Afrika. Dort i» eine Gegend, in der auf 250.000 Einwohner«p Hörer kommt. Die gleiche Hörerdichte vorausgesißt« müßte Brünn einen und Prag drei Hörer habett In der ganzen Republik wären dann 60 Hörer. wenn man diese Zahlen betrachtet und damit di« unS tatsächlich in wenigen Jahren erzielten Zifstr" verglicht, wird man erkennen, welche ungehe»^ flvbeit geleistet wurde. Denn diese geringen Tei»' nehmerziffern, die wir heute in Ueberseestaaten als Kuriosa betrachten, waren doch vor zehn Jahre» be> uns noch Wirklichkeit und jene, di« vor zehn Jahres prophezeiten, daß es nie anders würde, sind munter in unserer Mitt« und führen sogar oft da» große Wort.(PR.) Nr. 290 Freitag, 9. Dezember 1932 Seit« 8 Der Ge'rette Hitler, -er„höchstens zwei Woche« in der vordersten Linie" war. Zwischen Hitler und feinem Feld- zna-Chronisten Mend herrscht Kriegszustand. Mend war als Offizier und Regimentskamerad iu das Braune Palais nach München gerufen worden, um Hitlers Heldentaten rm Weltkrieg in einem Buch zu verewigen. Mend tat es, das Buch ist erschienen. Der ehemalige Offizier konnte es jedoch bei dem aufgeblasenen Gefreiten Adolf nicht lange aushalten und er fängt deshalb an, auszupacken. * In einer Münchener Zeitschrift erklärt Mend, daß Hitlers Heldentaten an der Front nichts anderes sind als erdichtete und von Hitler gut bezahlte Märchen. Mend bestätigt, was bereits in einer Gerichtsverhandlung in Augsburg festgestellt wurde: Hitler war höchstens zwei Wochen in der vordersten Linie. Wörtlich schreibt Mend: „Wahr ist, daß nach Veröffentlichung meines Buches viele meiner ehemaligen Kameraden vom List-Regiment sich darüber entrüsteten, wie ich dazu komme, Hitlers Leist ungen im Feld so hervorzuheben, der doch nicht mehr und nicht weniger als Meldegänger vom Regimentsstab geleistet hat. als die absolut« Pflicht erforderte. Selbstverständlich wäre es nach der Darstellung von Mend für Hiller möglich gewesen, einen höheren Dienstgrad zu erreichen. An Abgang von 'Offizieren und Unteroffizieren hat es auch dem Regiment List in vierjähriger Kriegszeit nicht gefehlt. Aber„der große Führer Adolf" liedte sein Leben und seinen Druckposten als Stabsordonnanz mehr als Vaterlam» und Ehr«. Deshalb blieb er lieber hinten Gefreiter im bombensicheren Unterstand, als Unteroffizier zu sein im windigen Graben. Und also wurde Adolf nach dem Krieg der große Held und ,^>er Gefreite deö Weltkrieges". Ei« Liebespaar erhängt sich an einem Strick. JnHajouHadhaza(Ungarn) hat sich ein Liebespaar, besten Eltern nicht in di« Heirat willigen wollten, an den beiden Erchen eines Strickes, der an dem Dachballen befestigt war, erhängt. International« Taschendieb«. Wie uns aus Brüx berichtet wird, wurden dem dortigen Kreisgerichte drei internationale Taschendiebe eingeliefert, di« in den letzen Monaten zahlreiche Orte Nord- und NordwestböhmenS unsicher gemacht hatten; es handelt sich um Ros« Mariska und Antonia Hörl aus Prag und Ladislaus Janik aus Polen. Neuer Auto• Rekordversuch. Sir Malcolm Campbell hat di« Einladung eine- Klubs zu einem neuen Rekordversuch angenommen. Campbell- bisheriger Rekord beträgt 254 Studenmeilen. Campbell wird am 4. Feber von England abkei- sen. Er wird di« Rewrdversuchsfahrt mit d«m „Blauen Vogel", demselben Wagen, unternehmen, mit dem er im Jahr« 1931 den erwähnten Rekord erzielt hat. Erdbeben. Mittwoch wurde in Mexiko ein Erdboden verzeichnet, dessen Epizentrum einige hundert Meilen von der Küste des Stillen Ozeans ent- fernt gelegen fein dürft«. Am stärksten wurden dir Einwohner der Stadt Colima beunruhigt. Durch das Erdbeben kamen di« Glocken in Bewegung, Uhren blieben flehen und viele Mauern, di« bereits durch frühere Beben unterhöhlt waren, stürzten ein. Das Reer gibt nichts wieder... Di« feit neun Monaten unternommenen Versuche, das in der West Bay gosunkene U- B o o t„N 2" zu heben, sind, wi« au» London berichtet wird, endgültig gescheitert und Server un üochatias. Endlich lag Tissili, die erst« Berberan- siedlpng im südlichen AtlaS, vor uns. Drei Tage lang waren wir bis hierhin über die Zentralkett« marschiert, die bis über 4000 Meter Höhe ansteigt. Unterwegs begegneten uns nur Eselkarawanen, die mit schweren Lasten über das Gebirge zogen, und vereinzelte Hirten mit großen Ziegenherden, die sich von dem mageren, auSge- dörrten Gras ernähren. Doch jetzt sollten wir in das erst« Dorf auf der südlichen Seit« des Hochatlas kommen, di« noch zu der militärisch«« Zone Marokkos gehört, wo di« französische Verwaltung keine Gewähr für die Sicherheit der Rei>en- den leistet. Wir waren ganz im Ungeivisten, was für Menschen dort unten leben würden. In Marrakesch hatte man uns di« schlimmsten Greuelmärchen erzählt. Nun lallten wir also mit eigenen Augen sehen und selbst ausprobieren, wie sich diese wilden Gebirgsvölker zu unserem ungewohnten Besuche stellen tvürden. Unter ein paar Nußbäumen an einem herrlich klaren Gebirgsbache machen wir Rast. Well unter uns liegen die ersten Lehnihütten. Sie sind geschützt- an die Bergseite geklebt, und zu beiden Seiten des Tales hat man hohe Trrrassenfelder mit Mai» und Getreide angebaut. An diesem wir dafür geschaffenen Aussichtspunkte wollen wir zunächst eine magere Mahlzeit einnehmen, bevor wir den Gefahren da unten entgegengehen Vorsichtig entfachen wir ein Feuer von dem knarrdürren Holz, das überall herumliegt. Ein« dünne Maggisuppe wird eS geben: sonst enthält unser Rucksack nichts mehr. Dazu einen Tee au» dem Pfefferminzkraut, das an den Abhängen wächst. Hinter uns liegen die kahlen Felsberge de» HochatlaS. Neber kaum auffindbare Hirtenwege hatten wir uns nach der total verzeichneten Kart« des französischen-UpeirklnbS bi» hierhin zurechtgefutlden. Ueber riesige Felsblöcke und werden wahrscheinlich nicht wiederausgenommen werden. Es gelang, das Wrack so weit zu heben, daß es sich nur noch wenige Meter von der Wasseroberfläche befand; aber dann sank es mit dem Bug abwärts und alle Versuche, es wieder ins Gleichgewicht zu bringen, btiobm vergeblich. Di« häufig wiederholt«» BcrgnngSvevfuche waren durch schlechtes Wetter und starke Meeresströmungen behindert, die daS Niedergehen von Tauchern schwierig und oft unmöglich machten. 26 Taucher der britischen Marine sind insgesamt mehr als 1500 Mal in die Tief« gegangen, um die Hebung vorzubereiten. Da dachte man keinen Augenblick an di«„Stempelkarte" daheim in Berlin, die war vergesten, ad acta gelegt. Bis auf weiteres. Warum also schon heute schimpfen— heute, wo man sich auf der Buhne so wundervoll ausqetobt hatte und „Hold aller Mädchentraume" geworden war? Vorläufig konnte man ja noch spielen... W. K. Sportgedanken vor 180 Fahren, eie waren damals so ar» wir heut«. Der Sport gehört zu unserem Leben. Der Gedanke, durch vernünftig« sportliche Betätigung der Gesundheit zu dienen, wird ja gerade von den Arbeitersportlern im Gegensatz zu den auf Rekordleistungen«ingeschworenen bürgerlichen Sporwer- einen gepflegt. Sport darf niemals Selbstzweck sein. So paßt auch nicht jeder Sport für jeden, und darum sollt« auch jede sportliche Leistung im Zu- sammeilhang mit der jeweiligen, gesundheitlich zulässigen Leistungsfähigkeit des Sportler- betrachtet werde«. Diese Gedanken find in den letzten Jahren durch verständige Sportärzte immer und immer wiederholt worden. Sie muten daher auch völlig modern an. Allein auch hier hat der gute und weise Ben Akiba wieder einmal recht gehabt: Nichts ist so neu, als'daß es in irgend einer Art nicht schon früher einmal dagewesen oder gedacht worden mär« Bor mehr al» 150 Jahren, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, ließ der In Nürnberg lebend« Arzt Gottlieb Ackermann in der Martin-Jakob-Bauerschen Buchhandlung ein Werl mit dem langatmigen Titel „Ueber die Krankheiten der Gelehrten und. di« leichteste und sicherste Art, sie abzuhalten und zu heilen" erscheinen. In diesem Werke, finden sich folgende ganz modern anmutende Regeln für die Ausübung des Sportes:• „Die erste, vorzügliche und unslreitbar wichtigste Regel bei dem rechten Gebrauch der Leibesübungen ist dies«: Man erwähle solche Hebungen, die dem Körper angemessen sind und treibe keine derselben zu weit. Ein Mensch, der sich bewegen will, und von dem Vorteil der Bewegung für seinen Körper überzeugt ist, muß daher anfangs nie stark« Bewegungen unternehmen, sondern erst sehen, ob«r gelinde Bewegungen ohne Nachteil ertragen könne. Wenn er alsdann durch diese sein«n Körper vorbereitet und zu härter«« Arbeiten gestärkt hat, dann kann er nach und nach zu stärkeren Bewegungen übergehen. Aber auch hier läßt sich das Maß der Bewegungen nicht auf Stunden und Minuten einschränken, sondern di« Wirkungen der Bewegung selbst bleiben die allgemeine Richtschnur, nach welcher die Größe und der zu erwartende Vorteil von d«r Bewegung abgemessen werden muß. Ein Mensch muß sogleich mit der Bewegung aufhören, wenn er msidr wird und«ine Erschöpfung der Lebensgeister verspürt, denn die Bewegung soll kein« Ermüdung, sondern eine Erholung für jeden fein Also ist bei jedem Körper d!« Bewegung auf«inen gewißen eigenen Zeitpunkt eingeschränkt, der ohne Nachteil nicht überschritten werden kann. Diesen Zeitpunkt allgemein zu bestimmen, ist unmöglich, weil er mit der verschiedenen Beschaffenheit einp» ieden Körpers selbst in dem genauesten Verhältnis stehen muß. Die Müdigkeit und unsere Empfindung bestimm-n am besten." Diese.Regeln sind in der Tat da» A und O des ganzen zweckmäßig betriebenen Sportes. Wer Tag um Tag Im Büro oder in W WrW.ib' tätig ist, kann seinem Körper nicht ungestraft Neber« leistungen abverlangen Und so liegt das große Verdienst der Arbeitersportbewegung gerade darin, diesen Gedanken, der schon vor anderthalb Jahrhunderten konsequent zu Ende gedacht wurde, zum Segen der werktätigen Bevölkerung verwirklicht zu haben. Aus eingemauierten Wegen,, durch die bas Wasser auf die Felder geleitet wird, kommen wir nach Tiffiii. Di« L«hmhöhl«n sind übereinander an den Berg gebaut und sehen alle wie verkappte Burgen aus. In den Häusern sind nnt«U die Stallungen, während die Menschen ineist aus einer Art Dachgarten leben, der durch Baftma:- ten nach außen abgesperrt werden kann. Auch jetzt stehen die Einwohner überall auf den flachen Dächern und schauen un» nach. In den Gasten stinkt es evbärmlich, und in allen Ecken liegen Rest« von menschlichem Kot verstreut. Jung. Frauen in bunten Gewändern mit Tontrüaen auf dem Kopfe drücken sich vor uns an die Han irrwände und verstecken ihr Gesicht, das in die- sein Alter ost noch recht hübsch ist. Dagegen stehen die Männer in Gruppen zusammen und unterhalten sich erregt über den merkwürdigen, ungewohnten Besuch, dessen Zweck sie nicht ersehen können. Aber niemand sagt auch nur etwas gegen uns, und unbehelligt können wir durch das fruchtbare Tal den schmalen Weg weiter marschieren. So öde und ausgetrocknrt di« Berg« sipd, so üppig ist die Begetatton in den Gärten, wo durch künstlich« Bewässerung ein Paradies geschaffen worden ist. Psirsichbaume und Granatäpfel wachsen da, lvährend das Koz^n auf den Feldern mit Stöcken ausgedroschen wird. Es ist-'ne friedliche Landschaft, und die Mensch«: b; rr f- e t läßt bei Williams u. Co., Berlin, ein feines Buch erscheinen:„Post, Polizei, Redaktion and Verwaltung> Prag II., Nekazanka 18. Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker Sozialistische Jugend, Kreis Prag H e n t e, 9. Dezember, 8 Uhr, im Heim der S J. H(Odborovy dum): ,Die Frau im Klassenkamps" Referentin: Genossin Ruth S l 0 n i tz. Das Wodtenblatt der Frau kostet nur 60 Heller je'flen di« Kontraste der heutigen Welt, die Schwierigkeiten kapitalistischer Demokratie, pointieren di« Unkultur der Herrschenden in ihren lasziven Vergnügungen, die Beschränktheit der blinden Bürokratie mit ihrer blinden Sucht, ,chie dort oben" Nachzuahmen, obwohl sie niemals erreicht werden können, und zeigen die Arbeitenden mit ihren Problemen der Einheit, der Führung, der Ruh« oder des Kampfes. Hier hat die Truppe noch nicht den wahren Ausdruck gefunden, denn hier bricht ein sentimentales Mitleid mit der arbeitenden Klaffe durch, das nicht am Platze ist und durch Härte und Zielbewußtsein ersetzt werden muß, soll sich die Gesellschaft zum Bessern wenden. Aber der Rhythmus der Darstellung, die Betonung des Inhalts, der Tendenz ist in jeder Szene geglückt; das Spiel steigert sich von Auftritt zu Austritt karrikiert d^ent und witzig, zeigt gut« Melodien der Lieder und gibt eine begeistere Lösung: den Moment, da sich alle in einen hinreißenden Song der Arbeit zu gemeinsamer Arbeit finden. Das Ensemble arbeitet mit Lust, mit Begeisterung: die junge Feund zeigt eine naturalistisch-klar« Stimme, die 8 ü r k o v L und L h o t o V ä kattkierrn die Leere der nicht arbeitenden Frau,■ Trojan zeigt bourgeoises Rich stun, R a z o v den pflichtbewußten Kapitän, dessen Härt« nicht der Ration, sondern nur einer Klaff« dient. Das Spiel, eine Kulturtat ersten Ranges, hat durchschlagenden Erfolg; man muß nur bedenken, was es heutzutage bedeutet, wenn von tschechischer Szene herab das sterotype„Nazdar" ebenso verhöhnt wird, wie di« Leere des heutigen SokoliumS... Dienstag: Gastspiel Tilla Durieux mit Ensemble: „Der Schatten" von Nikodemi(mit Carola Toe 1 le und Hugo Werner-Kahle). KINOPROGRAMM vorn 9. Dezember bis IS. Dezember 1932. „Bum-batz." Schon dieser Titel des neueste«. Films mit Pat und Patachon zeigt, wohin die beiden recht begabten Komiker gelangt sind; hier geht«S um eine^rfindung, die nicht m di« Hände von Banditen kommen darf und von P.& P. eben gerettet wird. Und damit alle zufrieden sind, finden sich im letz en Moment noch zwei Mädchen, die glücklich werden. Manchmal gibts Lacherfolge, filmisch ist die Sach« recht arm und naiv. W. 2g. Aktualitäten bei Burian. lieber Kalifornische Manöver, den britischen König, geht es di«Smal bis zur Fliegerin Amy Johnson; auch Arbeitslose als Goldgräber werden gezeigt,«in« der traurigsten Grotesken, die dies« Saison zu sehen waren.„DaS Antlitz der Tiere" ist eine ausgezeichnete Studie aus Hagenbecks Tierpark,„M i t B o l l- dampf voraus" ein« schandbare Kriegspropa gauda der amerikanischen Rüstungsindustrie. W. Lg. Hund« und Räuber."(Preis 2.50 Mk.) Post und Polizei haben im gewöhnlichen Loben meist nichts Märchenhaftes an sich. Diese Seite hat Carl Lapek an den löblichen Behörden entdeckt, di« er höchst amüsant mit Drachen und Prinzeffinnen, Kobolden »ich Wassermännern verquickt. Reizend erzählt er, wie der gute Herr Traumintt seiiren siobeicköpfigoi, Drachenlhund spazievcnführt und sich an den sieden Steuermavken für di« si«den Drachenhäks« fast zugrunde richte:, wie der brave Postbote mit Hilfe der Postkobcklde den adreffenlosen Brief an di« richtige Adresse befördert, wie di« Wassermänner ihre Generalversammlung abhalten und wie der aus Höflichkeit schlecht florierende Räuber zu einem grobeet Zolleinughmer wird; zum Abschluß bringt 6apek eine legendenhaft« Hundegeschichte. Sein Märchen- Ion und di« lustigen Illustrationen Fritz Wolffs werden den Kindern wohl gefallen. Auch Dr. Dolitfle ist wieder mit von der Partie, und zwar finden wir den vielgereisten Arzt und Naturforscher mit seinen Kameraden diesmal auf dem Mond:„Dr. Dolittl« ans dem Mond" von Hugh Lofting, bei Williams u. Co., Berliü. lPreis 4.50 Mk.) Hugh Lofting, der mit diesem 8. Band di« Dolitfle-Seri« abfchließt, berichtet von der Landung auf dem Mond«nd den Durstqualen, die die kühnen Reisenden dort ertragen haben, von sich bewegenden Bäumen und sprechenden Pflanzen, von einer Reise um dn Mond und schließlich von dtzr Begegnung mit dem Mondmann, der Dr DolittleS ärztlich« Hilfe in Anspruch nimmt. Der Doktor mutz seine Praxis auf dem Mond eröffnen und nur sein Sekretär kann vorerst auf einem Riesenfalter zur Erde zurückkehren. Besonders die Gedanken über die Pflanzensprache und den„Großen Rat' machen den neuen Band zu einer echten Dichtung. Die netten Jllustrationon stammen von der Hand des BerfafferS Besonders erwähnt muß noch der„Iprelumfchlag" j Wran-Urania-Kino 176 (Iw tea stne im»»r«l‘'.129 „Almenrausdi' Tonfilm aus den Alpen. Herrliche Aufnahmen der alpinen Schönheiten. Stimmungsvolles' Spiel von Beck-Gaden« Elga Brink.— Kleine Preise von 2 bis 6 Kronen. ■ 231 I 1 «lefffrU* S««k.— 1 b e I i e b a 1t1«t. Silbelm«itkitt- vrr-iMiwrUtchrr Sebafteni Dr Cutt Prag- Druck: Sota-«füi Rettung, aa» Buchdruck, tfaa- Für ben Druck»eroiMrortUch: Otta hol». Grog.— Dil Hrilungdmart-ntrankaNir wurde von de, Poft.». rnrgra»h«udirct,i« mit Erlaß Nr 13.80« vn<«S0 bewilligt- B«»a«bed ngunge« Sei Zustellung in« Han» öder bä Sezug durch di« Bost monatlich u« 16. oiertellährlich U «-»jaßri« U#6,—, M US,— 4— Japan» mA«i Im| tauf drütgs barechuq, Pq»prr«, Ernttzaiiuugu, giricknachiatz,— P-'ickj'-"»-'»»*» Maaulklpir, rrjvlgi uu bei Ctejcatiua de, Sltwanaadca. «laaiwtrt-:s< UDDWf»vra <. Wi.li«9ut>i>atrn4) Konzert. PRAG II.,