12 Jahrgang. Samstag 10 Dezember 1932 Nr 291. ge- vor- Die Arbcltsverhältnissc im Ostrauer Revier. Verhandlungen im Devicrbergamt Mäh r.->O st rau, 9. Dezember. Im Revierbergamt in Mähr.-Ostrau fanden heute unter dem Vorsitz des Rrgierungsrates Pfeifer und in Anwesenheit von Vertreter« der Direktorenkonfereuz und Vertretern der Gewerkschaftsorganisationen der Bergarbeiter Verhandlungen über di« weiter« Beschäftigung der Bergarbeiterschaft bei den * Beratung über das nordböhmische Drannkohlenvevier Prag, 9. Dezember. Unter dem Borsitze des Ministerialrates Dr. Kurz wurden heute im Ministerium für öffentliche Arbci- zweiten Seite ab und schreibt dazu, wenn die gegnerische Presse glaube, aus dieser Tatsache eine Sensation machen und Spekulationen auf einen Verfall der NSDAP ziehen zu können, so habe sie sich gründlich, getäuscht: „Ob«in Gregor Straßer beurlaubt wird oder nicht, das kann niemals etwas daran ändern, daß die NSDAP zielklar(!) uud kompromißlos(!) ihren Weg weitergeht, Der Führer wird das Programm, das er ihr von Anfang an gegeben hat, weder an den Marxismus noch au die Reaktion verraten, auch nicht nm den Preis von Ministersefleln." * Auch Gottfried Feder kattgesfellt? Er befürchtet„ungeheuere Abwanderung der WSHlermasten"... Wie das Contibüro hört, hat der Programmatiker der NSDAP nnd Vorsitzende des Reichswirtschaftsrates der NSDAP Gottfried Feder, Mitglied des Reichstages, Adolf Hitler in einem Brief um«inen mehrwöchigen Urlaub ersucht. In diesem Schreiben fragt Feder, ob die ihm von Gregor Straßer eröffnet« Mitteilung über die von Hitler beabsichtigte Auflösung der Hauptabteilung I(Wirtschastspolitische Abteilung der NSDAP) und der Jugenieurabteiiung, bereu Leiter Gottfried Feber ist, als endgültige Maßnahme anzusehen sei. Feder weist darauf hin, daß ei«« Auflösung der Wirtschaftspolitischen Abteilung als Verzicht der NSDAP auf ihr wichtigstes Gegcnwartsziel,„Arbeit«Nd Brot", angesehen würde. Hieraus sei eine so ungeheure Abwanderung der sehnlichst auf Befferung der Wirtschaftslage hoffenden Wählermasten zu besorgen, daß dadurch die Stoßkraft der NSDAP gefährdet erscheine. her getreue ZiusKnecht. Berlin, 9. Dezember. Wie die Pressestelle der NSDAP nritteilt, hat GottfriedFeder folgende Erklärung abgegeben':„Gegenüber den in der Oeffentlichkeit verbreiteten Meldungen und unzutreffenden Auffassungen über mein Verhältnis zur NSDAP und über meine Haltung gegenüber Ihrem Führer Adolf Hitler gebe ich die Erklärung ab, daß ich auf Ehre und Gewissen in Treue und unerschütterlicher Ergebenheit hinter meinem Führer Adolf Hitler stehe." Wer Ist sdiuld? Der Jud! Berlin, 9. Dezember. Der preußische Presse- pienst der NSDAP, teilt mit:„Der Vorstand der n ationalsozialistrschcn Landtagsfraktion her f tihrcrkrach bei den Nazis. Warum Strasser so plötzlich aul erlaub ging. werden, daß sie aber der Arbeiterschaft keine bestimmte Zahl von Arbeitsschichtengarantieren können. Diese Erklärung bezieht sich nicht anf die staatlichen Unternehmungen im hiesigen Revier, noch den .Lwierzina"- und„Emma"- Schacht der Wilezeksche« Werke. Sie erklären weiter, daß sie aus dem„Iwierzina"-Schacht nach besten Außerbetriebssetzung am 1. Jänner 1933 hundert Arbeiter übernehm en«nd nnd anf ihre Betriebe austeilen werden." Diese Erklärung wurde von den Vertretern Bergwerksunternehmunge« des hiesigen Revieres; der Arbeiterorganisationen zur Kenntnis statt. Bei diesen Berhandlungen wurde beschlos-1 nommen, wobei verschiedene Anmerkungen sen, di« sogenannten Prager Verein-^ gebracht wurden. barungen vom April d. I. über hie Wech selurlaubt nicht zu verlängern, deren Gültigkeit mit 31. Dezember d. I. abläuft. Gegen die Wechselurlaube sprachen sich von feiten der Arbeiter die Vertreter des Jndustrieverban- des der Bergarbeiter und die Vertreter der Na- rodni sdruLeni aus. Di« L b r i g e n A r b«i 1 e r- orgauisationen sprachen sich im Pri«-! ten die Beratungen über die Verlängerung ziPsürdieBelassung derWechsel-!des sogenannten Prager Abkommens urlaube aus. Nach längeren Beratungen über jvom 15. April d. I. betreffend die Verhältnisse die Frage der Beschäftigung der überschüssigenj auf den Gruben des nordböhmischen Braunkoh- Nuternehmervert'reter, die sich gleichfalls nicht für die Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Wech-! von beiden selurlaube anssprachen, folgendermaßen: „«(> 7‘ nehmungen erklären, daß sie bis in Preußen gibt bekannt, daß er nach wie vir unverbrüchlich treu.zu Hitler und zur Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei steht. Dasselbe gilt für alle 162 Abgeordnete der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei im preußischen Landtag. Gerade angesichts der Aerfetzungsbestrebungen des Judentums und der Reaktion ist diese Stellungnahme der preußischen Landtagsfräktion eine un-' bedingte Selbstverständlichkeit." Strasser letzt sein Reidis- tagsmandat nieder? Berlin, 9. Dezember. Im Reichstag interessierte man sich heute vormittags weniger für die Bcrhandlutigen iw Sitzungssaals als für die Vorgänge innerhalb der NSDAP, Wie immer bei solchen Gelegenheiten kursierte eine Unmenge von Gerüchten. So wollte man wissen, daß Gregor Straßer fein Reichslagsmandat niederlegt. In der nationalsozialistischen Führung hofft man, die Dinge, soweit sie über Straßer und Feder hin- ausreichen, bei Zeitgetvinn ausgleichen zu können. „Vorlöuilg" keine Spaltung. Berlin, 9. Dezember. Das schon lange vor-- ausgesehene Zerwürfnis in der Leitung der nationalsozialistischen Partei kam durch den oppositionellen Schritt des Reichsorganisators der Partei Straßer und des Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses Feder zum Vorschein. Vorläufig kann man von einer Spaltung der Partei selbst nicht sprechen, da es als sicher anzunehmen ist, daß Hitler alle seine Kräfte und seinen ganzen ,Einfluß dafür cinfctzcn wird,-uni eventuelle.Erschütterungen unter der Mitgliedschaft zu vermeiden. Demgegenüber ist es aber unbestreitbar, daß Straßer in der. Partei großen. Einfluß.hat (er war nsben-Hitler die mächtigste Person der ganzen Bewegung), so daß also abgcwartet werden niuß, zu welchen weiteren Schritten er sich entschließen wird. Bei-Feder, scheint es nicht, als ob die Ursachen seines„Urlaubes" dieselben wären, wie bei Straßer, denn beide gehören verschiedenen Flügeln der nationalsozialistischen Bewegung an: SA. und SS. noch In Hitlers Besitz. Berlin, 9. Dezember. Wie die nationalsozialistische Korrespondenz mitteilt, hat der Chef des Stabes, Röhm, an die SA und SS folgende Erklärung gerichtet: Der Führer wird, veranlaßt durch die Beurlaubung Gregor Strassers, eme Reihe organisatorischer und Personaländerungen in der politischen Gliederung durchführen. SA und SS werden durch diese Maßnahme nicht berührt. Als dir Kerntruppe der Bewegung stehen sie, Ihrer Verpflichtung und Verantwortung bewußt, in Treue und Geschlossenheit vor ihrem Führer. Arbeiter im nächsten Jahre äußerten sich die i lenreviers fortgesetzt. '.' 7”'i Nach langen und schwierigen Verhandlungen l Seiten haben sich"die Stand- :''-spünkte wesentlich genähert, so daß Di« Vertreter der"privaten Hüttcnuntrr-< begründete Hoffnung besteht, daß in der nächsten d" ,1, Ende Beratung, die für Mittwoch den 14. d. M. fest- März 1983 keine Massenentlafsu«. gesetzt wurde, bereits die Redaktion der betreffen- gen überschüssiger Arbeitskräfte vornehme« den Vereinbarungen erfolgen kann. Wi« wir bereits gestern meldeten, hat ein offizielles Kommunique der Reichspresseftelle der, NSDAP, am Donnerstag abends ganz über- rascheud milgeteilt, daß Georg Straßer, des, Rcichsorganisationsleiter der Nazis uird bis vor' kurzem noch ihr Kandidat für den Posten des preußischen MiiüstcrPräsidenten, auf einen dreiwöchigen Krankenurlaub geschickt würde. Die Meldung hat in der reichsdeutjchcn Press« dir größte Aufmerksamkeit erregt, weil .sie auf schwere Differenzen innerhalb der Parteiführung schließen läßt. Ter Berliner sozialdemokratische„Vorwärts" schreibt hiezu u.- a.: Was war plötzlich geschehen? Herr Straßer ist am Mittwoch noch in bester bäurischer Gesundheit int Reichstag gewesen. Welche von Hitler ,genehmigte" Krankheit hat ihn plötzlich überfallen, was sind das für Gerüchte, di« so eilig und eifrig dementiert werdcri, obwohl sie noch nicht( einmal ihren Weg in die Preffe gefunden haben? Dieser diplomatische Krankheitsurlaub bebt utet einen Schlag gegrn den koalitionsbercitrn Flügel in der NSDAP um Straßer und Frick. Seit den Tagen des Kaiserhofbricflvechsels wird, zwischen dieser Richtung und der von Göb-: dels und Göring geführten Richtung gerun-] gen. Straßer und Frick wollen offen Frieden mit Schleicher machen, Goebbels und Göring vertreten die Ansicht, daß die NSDAP' nur eine. Reichsregierung unterstützen, in der>. Hitler Reichskanzler-fei. Der Kampf der Richtungen hat auch in de«. Berhandlungen um die Neuwahl eines Minister-] Präsidenten in Preußen eine Rolle gespielt, die. zwischen Zentrum und-Nationalsozialisten geführt; werden. Diese Verhandlungen scheinen ziemlich weit fortgeschritten zu sein. Das Bestreben der Reichsregierung geht dahin, die Nationalsozialisten über Preußen zu ihrer Tolerierung;« zwingen. Sie will das Preußen-Kommissariat nur aufheben, wenn der neuzuwählende preußisch« Ministerpräsident zugleich dem Reichskabinett als Vizekanzler ongehört und so der Reichspolitik von Preußen her keine Schwierigkeiten gemacht werden. Die bei den Nationalsozialisten von Gregor Straßer geführte Richtung ist bereit, den von der Schleicher-Regierung erstrebten Weg'mitzugehen. Das Zentruni Has deshalb in den letzten Tagen versucht, Straßer für das Amt eines Ministerpräsidenten, zu gewinnen. Am Donnerstagabend schlugen nun die Rotio- »alsozialiften offiziell Göring als Kandidat«» für die preußische Ministerpräsidentschaft vor. Damit war in der NSDAP der Straßer- Flügel auch in der Preußenftage in den Hinter, gründ gedrängt worden. Gleichzeitig wurde der von Hitler genehmigte „Krankheitsurloub" bekanntgcgcben. Das heißt, daß Straßer als unbequem in den Urlaub abgc schoben wird, daß er an dem weiteren Kuhhandel um Preußen nicht mehr beteiligt fern wird. Diese Abschiebung bedeutet eine schwere Desavouierung von Straßer, der bisher der Kandidat der NSDAP für die preußische Minister Präsidentschaft war. Straßer ist am Donnerstagabend von Berlin abgereist. Tie Gerüchte, die so eifrig und beflissen dementiert worden sind, besagten, daß Straßer in einem Schreiben an den Parteiführer seine Parteiämter und sein Reichstagsmandat zur Verfügung gestellt habe, ohne jedoch aus der Partei-ausgeschieden zu sein.. Straßer habe diesen Schritt mit der von ihm nicht für richtig gehaltenen politischen Führung der NSDAP begründet. Es hieß weiter, da§ sich Straßer ins Privatleben zurückziehen wolle. Noch wcitergehendc Gerüchte besagten, daß Straßer bereits seinen Austritt aus der NSDAP erklärt habe. Auf jeden Fall ist damit der Führerkamps in der NSDAP öffentlich geworden. Alle krampfhafte« Versuche, di« Einigkeit der NSDAP-Fvhrer öffentlich zu beteuern, find damit Lüge« gestraft. Di« Partei Hitlers ist in einer tiefe» inneren Kris«. * Her,kompromißlose* Führer Der„Angriff" druckt die parteiamtliche Meldung von Straßers Krankenurlaub aus der Vom Trapl-Plan zum Budgetausgleich. Niemand wird behaupten wollen, daß der Komplex gesetzgeberischer und administrativer Maßnahmen, über die sich die Regierungsparteien nach wochenlangen hartnäckigen Ausein- andersetzuttgen nun im Wesen geeinigt haben, eine- erfreuliche Weihnachtsbescherung bildet. Wer sich aber den ganzen Ernst der finanzpolitischen Situation vor Augen hält, der wird verstehen, daß die sozialistischen Parteien, und gerade sie, sich der Aufgabe, das bedrohte Gleichgewicht des Staatshaushaltes herzustellen, nicht entziehen durften, sollten nicht die Lebensinterefsen der Arbeiterklasse in die schwerste Gefahr geraten. Denn ohne Ordnung in den Staatsfinanzen kann die Stabilität der Währung unmöglich aufrechterhalten werden. Daß aber eine Erschütterung der Währung vor allem die Entwertung der Arbeitseinkommen bedeutet, muß nach den Erfahrungen der Äcäch- kriegsinflation niemandem auseinandergesetzt werden. Im Interesse des Arbeiterhaushaltes mußten sich also die Sozialisten um die Ordnung des Staatshaushaltes bemühen und dabei dafür Sorge tragen, daß diese Ordnung nicht auf Kosten der sozial Schwachen hergc- stellt werde. In diesem Sinne haben sie gute Arbeit geleistet. Die Aufgabe, vor der sie standen, war außerordentlich schwierig und ihre Schwierigkeiten wuchsen von Tag zu Tag. Denn'die Wirkungen der Krise machen sich gerade'jetzt»nt voller Wucht im öffentlichen Haushalte' fühlbar. Während die Siebenerkonnnission des Budgetausschusses tagte, liefen immerfort neue Hiobsposten über die Höhe des Abgangs der staatlichen Unternehmungen ein, das Defizit, mit dem sie rang, wuchs ihr förmlich unter der Hand. Es galt schließlich, ettva zwei und eine halbe Milliarde, teils durch Ersparungen, teils durch neue Einnahmen zu bedecken. Der Finanzminister harte, wie wir ivis- sen, zur Behebung dieser Schwierigkeiten ein einfaches Rezept: lineare Kürzung der Staattz- angestelltenbezüge um fünfzehn Prozent, Abbau der Arbeitslosenfürsorge, Ausschaltung eines großen Teiles der Kriegsinvaliden aus denr Rentenbezuge, Neueinführung oder Erhöhung von Massensteuern und schließlich, als alles nicht langen wollte, die Kopfsteuer. Das Ergebnis, das nach schweren Kämpfen erzielt wurde, sieht denn doch ganz airders aus'als dies« Vorschläge, die durchaus den Bedürfnissen der Bourgeoisie entsprachen. Der Abbau der Bezüge ist gestaffelt und erreicht auch in der höchsten Stufe bei weitem nicht jenes Maß, das der Finanzminister gefordert hat. Ein großer Teil der Angestellten bleibt überhaupt vom Abbau verschont. Was sonst dabei an reaktionären Anschlägen erfolgreich abge- lvehrt wurde, wird noch eingehend zu besprechen sein, bis die Vorlage in ihren Einzelheiten bekannt ist. Die Kürzungen am Sachuuf- wand des Budgets entsprechen sicherlich nicht in allem unseren Wünschen. Wir hätten es für nötig gehalten, daß dem Militarismus schärfet an den Leib gerückt wird, wir müssen auf der anderen Seite bedauern, daß auch sozial und kulturell wichtige Posten den Abstrichen;um Opfer fielen. Aber die Anschläge auf die Invaliden, die Anschläge auf die Arbeitslosen vor allem sind restlos abgewehrt und der Minister für soziale Fürsorge wird diesmal, im Gegensatz zum laufenden Jahre, einen ansehnlichen Betrag sirr Arbeitslosensürsorge zwecke rm Finanzgesetze sichergestcllt uud bedeckt haben. Freilich war auch die Schaffung neuer Einnahntsquellen nicht zu umgehen. Es ist gewiß nicht erfreulich, daß einige Finauzzölle erhöht werden, daß die Begünstigung der Kleingewerbetreibenden, die bei der Erhöhung der I Umsatzsteuer gewährt wurde, nicht aufrcckner- !halten wird, daß einige Sätze der pauschaler Seite 2 samstag, io. Dezemvrr xwz. Nr. 291. ten Umsatzsteuer neu bemessen werden sollen; aber nach allen Erfahrungen der letzten Jahre haben wir nicht zu befürchten, daß durch diese Maßnahmen eine Verreuerung wichtiger Lebensmittel herbeigeführt wird. Da die Erhöhung der Fleischsteuer, die neuerliche Erhöhung der Biersteuer vermieden wird, können wir mit gutem Gewissen sagen, daß es den Anstrengungen der Sozialdemokratie gelungen ist, die Lebenshaltung der Massen wirksam zu schützen. Daß der Automobilverkehr schärfer besteuert wird, kann Wohl niemand als Anschlag auf die breiten Massen bezeichnen. Daß vollends Maßnahmen getroffen werden sollen, jum die Steuern der Besitzenden schärfer ein- szutreiben und so das Steuererträgnis zu erhöhen, dürfen wir mit Genugtuung begrüßen, tEndlich ist es auch gelungen, den Widerstand der bürgerlichen Parteien gegen eine Abgabe der Kapitalisten, die der Arbeitslosenfürsorge hundert Millionen Kronen zuführen soll, zu brechen. Diese Abgabe ist als Sonderabgabe der zur öffentlichen Rechnunglegung verpflichteten Gesellschaften gedacht, sie hat also eine etwas andere Form, als die vom Parlament nicht zu Ende beratene Krisenabgabe, wie diese aber bringt sie, und das ist von großer prinzipieller Bedeutung, zum erstenmal« auch in unserem Lande den Grundsatz zur Geltung, daß di« Unternehmer zu der Fürsorge für die Krisenopser beizutragen haben. Die Kopfsteuer dagegen, di« trotz der geplanten Staffelung ein« höchst ungerechte Lastenverteilung bedeutet hätte, wurde zu Fall« gebracht. Zwischen den Vorschlägen des Herrn Dr. Trapl und der schließlichen Gestaltung des Budgetausgleiches besteht also ein gewaltiger Unterschied, in dem die erfolgreiche Arbeit der Sozialisten deutlich zum Ausdruck kommt. DaS wird unsere Gegner freilich nicht hindern, nach gewohnter Art über uns herzufallen und uns in Grund und Boden zu verdonnern. So wie sie unter den Staatsangestellten nicht etwa gegen den Herrn Dr. Pveiß agitieren, der ihre Bezüge linear um zwanzig Prozent zu kürzen beantragte, sondern gegen uns, die wir die Abbauvorlage sehr wesentlich Verbeffert haben, so werden ste nicht den Kapitalismus, sondern unS für die unvermeidlichen finanziellen Wirkungen der Krise verantwortlich machen. Sie werden nicht das Pürgertum anklagen, weil eS die Sozialpolitik zerstören und alle Lasten am liebsten ausschließlich den Konsumenten auferlegen möchte, sondern uns, di« wir die Sozialpolitik gerettet und Anschläge auf den Haushalt der Massen abgewehrt haben. Aber im Vertrauen auf die Reife der Arbeiterklasse, die verstehen wird, daß wir das Möglichste geleistet haben, was unter den bestehenden Verhältnissen überhaupt zu leisten war, werden wir um diese Demagogie unbekümmert unseren Weg gehen, um auch di« Aufgaben zu lösen, die nach der Arbeit am Budget gestellt sind. Denn mit dem Budgetgleichgewicht ist noch nicht alles getan. Seine Herstellung war die unerläßliche Voraussetzung für eine Politik der Arbeitsbeschaffung, an die nun mit aller Energie geschritten werden muß. Wenn der Finanzminister bereits angekündigt hat, daß nach Beendigung der Budgetarbeiten eine Jnvestitionsanleihe ausgenommen werden soll, wenn die„Prager Presse" heute berichtet, daß' eine Gesetzesvorlage vorbereitet wird, die den Selbstverwaltungskörpern Mittel für produktive Zwecke verschaffen soll, wenn sie von Maßnahmen zur Senkung des Zinsfußes, von Verhandlungen über das Kartellgesetz berichtet, so werden schon die Umrisse«ines neuen Arbeitsprogrammes sichtbar. Ein Stück harter, aber notwendiger Arbeit ist getan, neue, nicht minder wichtige Aufgaben stehen bevor. Die Sozialdemokratie wird auch bei ihrer Bewältigung ihren Mann stellen! *** Rotmzge'etz im Mlnlsterrat angenommen. Billigung des«esetzentwur'es über Personal-Sp ermähn ahmen. Prag, S. Dezember.(Amtlich.) In der Freitag, de« S. dS., stattgesunden«« Sitzung des Ministerrates wurde di« Vorlage des Regie« rungSentwurfeS des Finanzgesetzes für das Jahr 1933 durchberaten und angenommen. Rach eingehender Prüfung der notwendigen StaatSauS- gabrn im nächsten Jahre und«ach sorgfältiger Schätzung der wahrscheinlichen Einnahme« gelangte der Ministerrat zu der Ueberzeugung, daß die durchgreifende« Einsparungen in der Staat-Wirtschaft zu, Deckung des BudgetSdefizUes nicht genügen. Di« Regierung wird daher der Rationalversammlung einig« Vorlagen zur Del- kung des Defizite- embringen. Darunter eine« Gesetzentwurf über Sparmaßnahme« i« de« Personalausgaben «nd«inen Gesetzentwurf über de« Verkehr mit Motorfahrzeuge«. Diese beide« Vorlage« hat der Ministerrat gebilligt. Im Zusammenhang« damit wurde«in« Debatte über Wirtschaftsmaßnahmen, insbesondere über di« Preispolitik abgesührt, deren Grundsätze di« programmatisch« Regierungserklärung andeutete. Angenommen wurde«in Antrag der politischen Minister aus Einsetzung einer interministerielle« Kommission für di« beschleunigte Vorbereitung eine- neue« allgemeine« Zollsatzes unter besonderer Bedacht, nahm« aus di« zu erwartend« Erneuerung der Handelsverträge«ach der Weltwlrtschastsko«. ferenz. Schließlich wurde die Tagesordnung- der laufenden. Angelegenheiten erlebet. * Der Ministerrat beschäftigte sich unter anderem auch mit der Notlage der nordböhmischen Gemeind««, denen Unterstützungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gewährt werden sollen. Die eine Hälfte dieser Unterstützungen im Betrag von 5 bis 6 Millionen soll bereits jetzt, die andere Hälfte im Jänner flüssig gemacht werden. Ferner sollen diese und die übrigen Notstandsgebiete einen Betrag in ähnlicher Höhe für Zwecke der WeihnachtSauShilfe für Kinder der Arbeitslosen erhalten. Reichstag beschließt Amnestie und geht in die Weihnachtsferien. Berlin, 9. Dezember. Zunächst wurde in dritter Lesung ohne Aussprache über das von den Nationalsozialisten beantragte Bertretungsgesetz für den Reichspräsidenten namentlich abgestimmt. Das Gesetz besagt: „Der Reichspräsident wird im Falle seiner Verhinderung durch den Präsidenten des Reichsgericht- vertrete«. Das gleich« gilt für den Fall einer vorzeitigen Erledigung o«r Präsidentschaft bis zur Durchführung der neue« Wahl." Die namentliche Abstimmung ergab die Annahme des Gesetze» mit 404 gegen 127 kommunistische und deutschnationale Stimmen. Nach einer sozialpolitischen Debatte wurde ein kommunistischer Antrag auf AuKebung der ganzen Notverordnung vom 4. September gegen d:e Stimmen der Sozialdemokraten und Kommuni st en abgelehnt. Der vom Zentrum«ingebracht« Gesetzentwurf auf Aufhebung des zweiten Teile» ,Mo» zialverstcherungsmaßnahmen" der Notverordnung vom 4. September wurde dann gegen di« Stimmen der Deutschnationalen und der Deutschen Volk-Partei angenommen. Auf Antrag de» soziald. Aba. B r«i t s ch e i d mußt« die Abstimmung über die AuSfchußüber- weisung des Winterhilfeantrages in namentlicher Abstimmung«rfomen, in der die Sozialdemokraten und Kommunistengegen die Ausschußüber- wessung stimmten; die Deutschnationalen und die Deutsche Volk-Partei gaben Stimmenthaltungskarten ah, die übrigen Parteien stimmten für di« Ueberweisung des Winterhilfeantroge» an den HauShaltsauSschuß. Die AusschußÜber- Weisung wurde m i t 295 gegen 206 Stimmen bei 48 Stimmenthaltungen be- schlossen. Der au» Anlaß der Katastroph.« im I. G.- Farben-Werk Premnitz von den Kommunisten«ingebrachte Antrag, wonach die Ursachen des Unglücks unter s u ch t, di« Schuldigen zur Verantwortung gezogen und die Hinterbliebenen der Opfer sowie die dab«i verletzten Arbeiter unterstützt werden sollen, wurde dann«ach kurzer Aussprach« mit den Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten und Nationalsozialisten angenommen. Als letzter Punkt stand auf der Tagesordnung die zweite und dritte Beratung der Amnestieentwürfe. v Ehe es dazu kam, wurde auf.Antrag des soziab-, demokratischen Abg. L o e b e die Sitzung um eine halbe Stund« unterbrochen. Di« Sozialdemokraten wollten nämlich noch einmal über ihre Stellungnahme zur Amnestie beraten, weil nach der Ausschußberatung, di« schon«ine gewiss« Kompromißlösung gebracht hatte, vom Zentrum em neuer Antrag«»gegangen ist, der di« Kom- Promißvorlage in wesentlichen Punkten ändert. Nach Wiedereröffnung der Sitzung kam es zu einer lebhaften Aussprache, in der als grundsätzlicher Gegner der Amne- st i e nur die Vertreter der Deutschnatio- jnalen und der Bayrischen Volkspartei auftraten. Bei der Abstimmung blieb von dem Aenderung-antrag des Zentrums nur der Absatz bestehen, der den Zersetzungshochverrat von der Amnestie ausnimmt. Diese Aenderung wurde gegen di« Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten in die Ausschußvorlage hineingebracht,. während alle übrigen Aenderungsvorschläge an dem Widerstand der Nationalsozialisten, K o m m u stift e n und Sozialdemokraten scheiterten. Daraufhin erklärten die Vertreter des Zent rum, s und de» Christlichfozialen Volksdienstes, baß sie nun der Ausschußvorlage nicht mehr zustimmen könnten. Die Schlutzabstimmung ergab mit 395 Stimme« der Nationalsozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten gegen 144 Stimme« und 4 Stimmenthaltungen der übrigen Parteien die zur Annahme des verfassungsändern» den Amnestiegesetzes erforderliche qualifiziert« Mehrheit. Nach der so beschlossenen endgültigen Fassung sollen Strafen für Delikte, die aus p o l i- tischen Beweggründen oder aus Anlaß von wirtschaftlicher Not begangen sind, vollständig erlassen werden, wenn di« Strafe nicht mehr als füntJahre betrug. Längere Strafen sollen zunächst um fünf Jahre gemindert und der Rest noch halbiert werden, wobei Zuchthausstrafen in Gefängnis um- gcwandelt werden. Für Straftaten, die infolge wirtschaftlicher Not begangen wurden, soll die Strafe erlassen werden, wenn der Täter nicht oder nur mS zu drei Monaten vorbestraft ist und wenn es sich um eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als sechs Monaten handelt. Nicht amnestiert werden Verbrechen gegen das Lebens gegen§ 1 der Antiterrorverordnung, wenn ein Mensch getötet oder verletzt worden ist, ferner gemeingefährliche Verbrechen mit Todesfolge, Verbrechen des schweren Raube», de» Landesverräte» und Verrates militärischer Geheimnisse, wenn die Tat aus Eigennutz begangen worden ist, ferner Sprengstoffvergehen und Zersetzungshochverrat bet Polizei und Reichswehr-. Die Reichsregierung dürfte zu dem Amnesttebeschluß des Reichstages voraussichtlich nicht Stellung nehmen, sondern die Entscheidung dem Reichsrat überlassen, der wahrscheinlich Einspruch gegen den Reichstagsbeschluß erheben wird. Nach Erledigung der Tagesordnung'gab der Staatssekretär der Reichskanzlei Dv> P l a n ck für die Reichsregierung die Erklärung ab, daß sie Maßnahmen für eme besondere Winterhilfe treffen und sich im Ausschuß mit den Parteien üoer da» Ausmaß verständigen Werde. Damit sollt««S dem Reichstag, erleichtert werden,-- seine B r» tir.gum g'bi» zum"Jänner des nach-' neu JahreS- zu.- beschließen.. Die-- S o z o emo traten und Kommunisten erklärten sich von der RegierungSäußerung. nicht befriedigt und beantragten eine weitere Reichstagssitzung für Montag, in der auch nach dem Wunsch der Sozialdemokraten das R e g i e- rungsprogramm vorgelesen, nach dem Wiptsch der Kommunisten der Mißtrauensantrag abgestimmt werden sollte. Bei der Ab- stimmung blieben aber Sozialdemokra- ten und Kommunisten allein. Die Nationalsozialisten stimmten mit den übrigen Parteien dem»Vorschläge zu, daß der Reichstagspräsident im Einverständnis mit dem Aeltestenrat den Tag der nächsten Sitzung bestimmt. Damit ist also die vom Reichskanzler gewünschte Weihnachtspause des Reichstages bis zum Jänner bewilligt. 16 Franz Heller: Der k. ul k. Sani!9tsd>cl(us Damit halten sie es nicht sehr eilig, sondern blieben friedlich nebeneinander in den Ehebetten von Minke» Eltern liegen. Mit der Zett schwächten die Bein«, die ewig nicht benützt worden waren, derart ab, daß ste bei hereinbrechender Nacht bequem aus dem Verbände berauSgezogen und gegen Morgen wieder schön hereingebracht werden konnten. . Wie die Verletzten die Einteilung bezüglich Minkes getroffen haben, darüber fehle» leider alle Nachrichten. Nach endlosen Märschen, harten Kämpfen Und schwersten Entbehrungen, zermürbt durch Frost und Hunger, war das Regiment endlich zur Ruhe gekommen. Man stand mitten im Feindesland, aber die Russen kümmerten sich stheinbar nicht darum, der Krieg hatte aufgehört ne zu interessieren sie hatten andere Sorgen bekommen. Das Regiment dachte: wenn es euch nicht geniert, uns kann es recht sein und man begann sich zu rasieren, zu entlausen, sich einzurichten. Aber die Freude sollte von kurzer Dauer sein, kaum war die Arbeit in Rußland getan, hieß es: Matsch nach Italien! Emil räsonnierte über dir Ungerechtigkeit und sann vergebens aut einen Ausweg, sein Kommandant tröstete ihn: „Es muß ja di« ganze Division fort, nur die Kriegsgesangenen-Arbeiterabteilung bleibt hier." „Wohl, damit sie es näher nach Hause halben sollen? Ewig kaun doch der Krieg nicht mehr dauern, da» letzte Marschbataillon kam schon ohne Hemdenmit dem Ziele der Einsetzung eines Dik- jtators und der Errichtung einer Reichskam- imer, die dem Diktator zur Seite stehen soll, an- kstreben. Weiter werde sie für die Wiederherstel- »lung der allgemeinen Wehrpflicht, für sdie Wiedereinführung der Todesstrafe, für f di« Entpolitisierung des Staatsbeamtenapparates, fdes Schulwesens und der Gewerkschastsorganisa- !-tionen, für die Beseitigung des Paria- kmentes, der Landtage und vor allem der Ge- smeindevertretung der Stadt Wien »kämpfen. Die Partei erklärt, daß ebenso wie in .Preußen im Falle einer Restauration nur die sHohenzollern und in Bayern nur die Wittels- fbacher ans Ruder kommen könnten, auch in Oesterreich unter analogen Umständen nur die Habsburger in Betracht kämen. Der neuen Partei gehören u. a. der ehemalige Erzherzog . I o s e f F e r d i n a n d neben mehreren anderen -Mitgliedern der Familie Habsburg, Mitglieder der alten Adelsfamilien und der Generalität an. Seelsorger und Bomhenwerier Breslau, 8. Dezember.(Eig. Drahtb.) Im Zusammenhang mit dem großen Kynau^r Sprengstoffdiebstahl, bei dem vor einigen Wochen mehreren inzwischen verhafteten Naziterroristen rund ein Zentner Dynamit in die Hände gefallen war, wurde am Donnerstag der evangelische Pfarrer Fuchs aus Dittmannsdorf- Kreis Waldenburg von der Polizei fe st genommen. Pastor Fuchs steht unter dem dringenden Verdacht, der Begünstigung. Er wurde dem Waldenburger Kreisgefängnis zugeführt. Vernunft bei Erziehern stroihnr. Weimar, 9. Dezember. Die thüringische Staatsregierung hat beschlossen, den Studienrat Dr. Fiedler am Reformgymnasium in Altenburg vorläufig feines Amtes zu entheben und gegen ihn ein Dienststrafverfahren einzuleiten, da er sich trotz eindringlicher Mahnungen beharrlich geweigert habe, den Spruch gegen den Versailler Kriegsschuldartikel, wie von der Regierung vorgeschrieben, am Schluß der letzten Wochenstnnde, sprechen zu lassen. Diesen offene» Widerstand ge^m eine oberbehördliche Anordnung betrachtet das Staatsministerium als Erschütterung des Gefühls der Schüler für staatliche Autorität und als schwere Verletzung der dienstlichen und erzieherischen Pflichten. Die Japan-Komödie in Genf. Genf, 9. Dezember. Die Völkerbundsversammlung hat heute nachmittags zu dem chinesisch-japanischen Konflikt eine vom Präsidium vorgeschlagene Entschließung angenommen, in der der Neunzehnerausschuß von der Versammlung beauftragt wird, erstens den Bericht der Studienkommission, die Bemerkung der Parteien sowie die in der Versammlung, in welcher Form auch immer, zum Ausdruck gebrachten Meinungen und Anregungen zu prüfen, zweitens Vorschläge zur Regelung des Streitfalles auszuarbeiten und drittens diese Vorschläge der Versammlung in kürzester Frist vorzulegen. Ein festes Datum für den Zusammentritt des Neunzehnerausschusss ist noch nicht vorgesehen. Die Annahme der Entschließung erfolgte ohne Aussprache. Keine Auslicierung des Chinesrngenerals. Moskau, 9. Dezember. Die Nachricht, der- zusolge die sowjerrussischeu Behörden den General Supingwen den Japanern ausgeliefert hätten, wird dementiert. General Supingwen und seiner Umgebung Wurde auf ihre Bitten gestattet, die Grenzen der Sowjetunion in der Richtung nach Europa verlassen zu oürfen. Die Ausreise erfolgt in den nächsten Tagen. Ein beträchtlicher Teil der internierten Soldaten von der Armee des Generals Suling- wen drückte den Wunsch aus, in der Sowjetunion als Arbeiter verbleiben zu dürfeir. Die Enteignung der spanischen Putschisten. Madrid, 9. Dezember. sHavas.) Wie gemeldet, haben die Cortes ein Gesetz verabschiedet, durch das in die Aufftandsbewegung vom 10. August verwickelten Grundbesitzer zugunsten der Agrarreform enteignet werden sollen. Es handelt sich um insgesamt 3582 auf 156 Personen verteilte Landhäuser. Paris, 9. Dezember. Die gestrige« Unterredungen zwischen den französische« und britischen Staatsmännern stellten di« Schuldensrage aus«ine« e n e Grundlage. Aus offiziöse« Kreise» wird jetzt erklärt, daß die Frage der Schnldenrate, welche bisher in den Augen des Parlaments und der breiten Oeffe.ntlichkeit eine Geldangelegenheit zwischen Amerika und Frankreich war, jetzt als grundsätzliche Frage der französisch-britischen Zusammenarbeit gestellt wird. Das Problem wird somit mehr aus das diplomatische Gebiet übertragen, und zwar weniger alp französisch-amerikanische Frage und mehr als französisch-britisch« Frage. Es wird daraus hingewiese«, daß es sich darum handelt, ob das herzliche französisch-britische Einvernehmen gebrochen oder gestärkt werde« soll. Das gemeinsame Borgehen Englands und Frankreichs gegenüber Amerika sei einzig«ud allein imstande, die Stelluugnahme Europas und den Weg für die küustige« Verhandlungen mit den Vereinigte« Staate« zu erleichtern und den Erfolg der Schlutzverhand- lungen über di« Liquidierung der Frag« der internationalen Schulden herbeizuführen. H e r r i o t will darauf Hinweisen, daß«in« Ablehnung der Bezahlung am 15. Dezember«nd di« Lostrennung von Großbritannien Frankreich sowohl von Amerika als auch Stundung ittr Frankreich abgelehnt! Paris, 9. Dezember. Der New Aorker Berichterstatter des„Petit Parifi«n" teilt mit: Der frau- zöfifch« Botschafter in Washington erhielt gestern abend amerikanischer Zeit die Antwort der amerikanischen Regierung aus dir zweite Rote Frankreichs eingehändigt. Diese Antwort lehnt das Gesuch nach Stundung der Ratenzahlung zum 15. Dezember neuerdings ab, doch soll ihr Ton im ganzen weit günstiger gehalten sei«, als bei der erste» amerikanischen Antwort. 150 Kommunisten demonstriere« i« Bilsen «nd die Polizei veranstaltet„Borführungen". Pilsen, 9. Dezember.(Tsch. P.-B.) Die hiesige kommunistische Partei hatte für heute 14 Uhr eine Demonstrations-Versammlung vor den Skodawerken vorbereitet. Für diese Kundgebung wurde in der Stadt und am Lande unter der Parole„Hungermarsch auf Pilsen" stark agitiert. Die Versammlung war verboten worden. Trotz des Verbots versammelten sich vor den Skodawerken etwa 150 Personen, an die der Senator der kommunistischen Partei Kindl eine Ansprache zu halten versuchte, der jedoch sofort vorgeführt wurde. Bei der Vorführung zog die Meng« hinter der Wache in der Richtung gegen die Husstraße, wo die Demonstranten aufgehalten wurden. Der kommunistische Abgeordnete Dvorak wurde wegen verschiedener Ausrufe vorgeführt. Die Demonstranten wurden dann von der Wache zerstreut. Außer dem Abgeordneten Dvorak wurden drei Sekretäre der kommunistischen Partei und zehn weitere Personen vorgeführt, die nach Sicherstellung alle entlassen wurden. Gegen einige aber wird die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Pilsen erstattet werden. Nach der Vorführung der Personen versammelte sich ein Teil der Kommunisten auf dem Republikplatz, doch wurde die Ruhe und Ordimng nicht gestört. von England isolieren würde. Die Rate am 15. Dezember soll die letzte sein und es soll außerdem garantiert werden, daß sie Frankreich von den nächsten Reparationszahlungen abgerechnet wird. In den Couloirs des Senats waren heute gewisse Stimmen für diesen neuen Standpunkt der französischen Regierung hauptsächlich iu den Kreisen der Linke« deutlich. Insbesondere scheinen die Sozialisten nachzugeben«nd stellen sich nicht grundsätzlich gegen die Bezahlung am 15. Dezember. Wenn es Herriot gelingt, überzeugende Beweise für die Notwendigkeit, die gemeinsame französisch-britisch« Front aufrecht zu erhalten und insbesondere zufriedenstellende Garantien zu finden, z. B. daß di« Rate von 20 Millionen Dollar— 500 Millionen Franken— welche Frankreich am 15. Dezember an die Bereinigte« Staaten zahlt, Frankreich aus dem Rest der von Deutschland nach dem dreijährige» Moratorium zu bezahlenden Reparationen zurückerstattet und jetzt nicht bar, sonder« von dem Geld« bezahlt wird, welches bereits in der Bank für international« Zahlungen in Basel blockiert ist, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Regierung in der Kammer mit den Stimmen der Radikalen und der Sozialisten die Mehrheit erhalten könnte. England wird in Gold zahlen. London, 9. Dezember. Das Reuter-Büro erfährt, datz Ministerpräsident Macdonalo Ende dieser Woche nach London zurückkehren wird, um dort mit seinem Kabinett di« neue Rote an di« Bereinigten Staate» vorzubereiten. Dari» wird Großbritannien bekanntgeben, datz es am 15. Dezember beabsichtig«, an dir Bereinigten Staate» in Gold zu zahlen. Gleichzeitig wird in der Rot« ersucht werde», alles Mögliche zur Beschleunigung des Studiums der Gesamtsituation zu unternehmen. Tagung des Straßenrates. Prag, 9. Dezember. Im Autoklub der Tschechoslowakischen Republik sand heut« vormittags unter Vorsitz und Leitung des Sektionschoss Jng. Roubil als Vertreter des Ministers für öffentliche Arbeiten di« X. Tagung des Straßenrates statt. Den. ersten Programmpunkt bildeten die von Srk- tionsoberrat Jng. 8i8a erstatteten allgemeinen Berichte. Aus diesen geht hervor, daß im heurigen Jahre bisher eine einzig« Anleihe im Betrage von IW Mill. K bei der Zentralsoziawersicherungsanstalt abgeschlossen wurde, die zur Deckung der Ausgaben für di« Verbesserung der Staatsstraßen sowie zur Deckung der mir der Durchführung des Gesetzes über den Straßensonds verbundenen allgemeinen Benvaltungsausgaben bestimm: ist. Neben dem erwähnten Betrag stand dem Fonds zur Verbesserung der Staatstraßen nur noch ein Betrag im Nominalwert von 36.68 Mill. K zur Verfügung. Di« lausenden Einnahnren des Straßenfoirds betrugen in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres insgesamt 205,383.438.— K. Davon entfallen auf Prag 118,754.183.35 X, auf Brünn 39,336.147.75 K, auf Troppau 3,626.382.90 K, aus Bratislava 16,604.807.35 Kronen, auf Urhorod 2,366.870.05 X und auf das Ministerium für Industrie, Handel und G^verde 24,665.046.60 K. Die Einnahmen des Straßenfonds im ersten Jahrfünft seines Bestandes, d. i. vom 1. Oktober 1927 bis 30. September 1932, einschließlich der Anleihen und der laufenden Einnahmen 1,896.193.737.91 X. Davon entfallen auf die laufenden Einnahmen insgesamt 954,564.351.91 K. Von den durchlaufenden Einnahmen betrug die Anleihe bei der Zentraüsozialversicherungsanstalt 645 Mill. K, der Vorschuß aus der staatlichen Jnvestitionsanleih« 296,629.386.—. K. Aus dem Berich:« über di« Verbesserung der Staatsstraßen geht hervor, in welchem Umfange das Ministerium für öffentliche Arbeiten im Jahr« 1932 die Herrichtungsarbeiten an den. Staatsstraßen durchzuführen beabsichtige. Im Juli l. I. wurden Justandsetzungsarbeiten an 31 zusammenhängenden Strecken der Staatsstraßen, u. zw. solchen für Schweifuhrwerk, in einer Gesamtlänge von 138.370 Kilometer ausgeschrieben. Hievon entfallen auf Böhmen 47.312 Kilometer, auf Mähren- Schlesien 50.738 Kilometer, auf die Slowakei 35.093 Kilometer und auf Karpathorußland 5237 Kilometer, j Di« Justandsetzungsarbeiten für diese Straßen erfor- j dern einen Aufwand von etwa. 92 Mill. X. Außer-, dem hat das Ministerium für öffentliche Arbeiten4 von den ihm unterstellten Aemtern ein Vierjahr-', Programm über die Regulierung der Staatsstraßen« in den Jahren 1933 bis 1936 mit einem jährlichen! Aufwaich von etwa 130 Mill. K a«gefordert. Tie Brotaktion für Karpathorußland. Die Vorarbeiten für die staatliche Brot-Hilfsaktion in Karpathorußland sind bereits Abgeschlossen. Das Brot wird im Divisionsproviantmagazin ins Kaschau erzeugt und. durch Vermittlung des! Tschechoslowakischen Roten Kreuzes unentgeltliche in den Notstandsbezirten, namentlich in der: B r ch o v i n a, verteilt werden. Insgesamt sollen> 275.000 Laibe Kouunißbrot im Gesamtgewicht von 3850 Zentnern gebacken werden. Außerdem wurden im November 100 Zentner Mais>n vier i Gemeinden des Bezirkes TaSevo zum größten Teil umsonst ausgeteilt. Geschichte wiederholt sich. Blättert man in den Zeitungen zurück, bis auf das Jahr 1922 und hier bis zum Dezember, dann glaubt man, die neuesten Zeitungsmeldungen vor sich zu sehen. Was immer wir heute iu Politik und Wirtschaft erleben, eS zog in fast gleichen Szenen vor zckhu Jahren an uns vorüber. Wir lesen in den Zeitungen im Dezember 1922: Der Staat baut die Gehälter ab, verschärft durch diese durch nichts gerechtfertigte Maßnahme die Wirtschaftskrise außerordentlich. Im Dezember 1932: Die Gehälter der Staatsbeamten und Angestellten werden abgebaut, trotz aller Forderungen nach Hebung der Kaufkraft der Menschen. Dezember 1922: Spionageprozeß in Brünn. Der-Held des Dranms flüchtet ins Airsland. Dezember 1932: Volkssportprozeß in Permanenz, die Helden der Affäre machen zwar nicht ins Auslaich, dafür aber in die Hosen. Dezember 1922: Wirtschaftskonfercnz in London, Deutschland und der ganzen Welt muß geholfen werden. Dezember 1932: Konferenzen in Genf, der Kampf um die Schuldenabstattungen wird geführt, denn der WAt muß geholfen werden. Dezember 1922: Unruhen werden auS Warschau gemeldet. Dezember 1932: In Polen und besonders in Warschau werden Juden massakriert. Dezember 1922: Berlin: Die Agrarier fordern siebenfache Erhöhung der Getreid«Preise. Dezember 1932: Die Agrarier fordern Maßnahmen zur Erreichung höherer Getreidepreise. Dezember 1922: Die Alliierten unterbreiten Vorschläge für die Entmilitarisierung der Meerengen. Dezember 1932: Die Abrüstungskonferenz tagt.(3000 Chinesen flüchten über die russische Grenze, um den Maschinengewehren der Japaner zu entgehen.) Dezember 1922: Die Kommunisten fordern die Herstellung der Einheitsfront. Dezember 1932:„Internationale" Einheits- konferenz wird über die Köpfe sozialdemokratischer Führer hevg«stellt.^ Dezember 1922: Die Zahl der Arbeitslosen in der Republik ist auf 600.000 angewachsen. Dezember 1932: Di« Zahl der Arbeitslosen beträgt am 1. Dezember 600.000. Dezember 1922: Die bürgerliche Presse jubelt über den Niedergang der sozialdemokratischen Bewegung. Dezember 1932: Die bürgerliche Presse stellt fest, daß der Rückgang-er sozialdemokratischen Bewegung katastrophale Formen annimmt. * Wahrhaftig, es hat sich in den 10 Jahren nichts geändert! Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus ven Programmen. Sonntag. Prag: 7.30 Kollert aus Karlsbad. 18.00 Deutsche Sendung: Ein Winterabend in einer Rie- sengedirgSbaude. 20.30 Orchesterkonzert.— Brünn: 18.00 Deutsche Sendung.— Berlin: 12.15 Wagner-Matinee. 15.30 Populär« Orchesterkonzert. 16.30 Schallplatten. 20.05 Philharmonisches Orchester.— Breslau: 21.10 Wagner-Aberw.— Mühlacker: 9.50 Klaviersonaten von Beethoven. 14.30 Schubert-Lieder. 21.00 Das klagevde Lied(von Gustav Mahler).— Hamburg: 6.35 Hafenkongert. 20.00 Drei Wiener Meister.— Königsberg: 6.35 bis 8.15 Orchesterkonzeri. 18.25 Klaviermusik zu vier Händen. 20.10 Aus klassischen Operetten— Langenberg: 13.00 Konzert. 20.30 Operuabend.— Leipzig: 15.00 Felix Draesecke: Quintett.— Wien: 15.30 Kammer- mchik. 16.50 Konzert.— Kopenhagen: 15.00 Sin- foniekonzert. Seite 4 Samstag, 1V. Dezember 1932. mr. zn. Feuer in der Settenzer Zementfabrik. Sie Fabr'.ksobjekte zum grSb eu Lei! zerstört. Vorläufige Unterbrechung des Betriebes. Gestern gegen 3 Uhr morgens entstand im Magazingebäude der Kalk-- und Ziegelwerke in Settenz aus unbekannter Ursache ein Feuer, das jsich in wenigen Minuten über das ganze Objekt ausbreitete und bald auch auf die benachbarte Fabrik Übergriff. Im Magazin, das ein altes Gebäude war, in dem sich die Papier- und Jutesäcke befanden, konnte sich das Feuer sehr rasch entwickeln. Durch den Wind begünstigt, griff der Brand auch auf das nur wenige Meter entfernt« Fabrikgebäude über, in dem sich di« wertvollen Erzeugungsmaschinen befanden. Das Feuer fand dort an den zahlreichen Holzbestandteilen des Gebäudes reiche Nahrung. Di« Maschinen wurden durch die Flammen zerstört. Es bestand große Gefahr, daß der Brand auch ein Oellager erfaßt, doch wurde durch das Eingreifen der dort beschäftigten Arbeiter und später der Feuerwehr die Gefahr abgewendet. Sonst wäre ein« Explosion mit unabsehbaren Folgen unvermeidlich gewesen. Große Gefahr bestand auch für di« übrigen Gebäude der Fabrikanlage, insbesondere auch für die Arbeiterwohnungen. Nur dem Umstand, daß -sich auf den zumeist mit Pappe bedeckten Dächern !im Lauf« der Jahr« ein« dicke Schicht von >Zementstaub, der bereits erhärtet ist, gebildet hat, war es zu verdanken, daß diese Objekte verschont blieben. An den Löschungrarbeiten beteiligten sich neun Feuerwehren aus der näheren und weiteren Unrgebung. Durch zahlreich« Sirenen der benachbarten Fabriksobjekte wurde die Feuerwehr und die Bevölkerung auf das weithin sichtbare Feuer aufmerksam gemacht. Di« Arbeit der Feuerwehren wurde durch das Vorhandensein genügender Wassermengen erleichtert. Der Betrieb wird unterbrochen. Die Gebäude dürften wieder aufgebaut werden, zumal der Schaden, der einige Hunderttausende Kronen beträgt, durch Versicherung gedeckt ist. Die Firma beschäftigte in' der letzten Zeit 180 Arbeiter und erzeugt« Kalk, Zement und Ziegeln. Der Betrieb der Ziegelei wird durch den Brand nicht gestört. Zu irgend welchen Unfällen, bis auf eine leicht« Verletzung eines Wehrmann-cS, ist es bei den Löschungsarbeiten nicht gekommen. Die Settenzer Feuerwehr hielt noch während des gestrigen Tages auf dem Brandplatz Wache und beteiligte sich an den Aufräumungsarbeiten, insbesondere an dem Niederreißen eines Turmes, für den Einsturzgefahr bestand. Tagesneuigkeiten Sine Spur des Vrebdurger Frauenmörders? Ein Mitarbeiter der M.-Ostrau«r„Morgenzeitung" berichtet Folgendes zu der kürzlich«» erfolgten Meldung über die Auffindung von Teilen einer Frauenleiche bei Gru- nau(auf der Bahnstrecke zwischen Preßburg und Sille ins: Die Witwe eines Thrnauer Arztes war am vergangenen Mittwoch mit dem Motorzug Nr. 8009, der um 14 Uhr 23 die Station Tyrnau verläßt, nach Preßburg gefahren. Eie stieg in ein Abteil und fand sich einem robusten Mann mit abstoßenden Gesichtszügen gegenüber. Der Mann, der das Aussehen und Gehaben eines Schlächters hatte, war in einen fast neuen blauen Anzug gekleidet, er trug einen altmodischen, blaue«, auf Taille gearbeiteten Winterrock, zerrissene schwarze Halbschuhe, ein lichtblaues Sporthemd mit grauer Krawatte und einen hellbraunen Velourhut. Der Mann zeigte sichtliche Nervosität, und als er bemerkte, daß die Frau ihn anstarr«, erhob er sich und blickte zum Fenster hinaus. Dabei bemerkte die Frau noch, daß er eine große Glatze habe. In Preßburg stieg dieser sonderbare Passagier aus, blickte sich aber noch oftmals nach der Frau um, so, als ob er fürcht«, verfolgt zu werden. Als die Aerztenswitwe am Abend wieder nach Hause kam, war sie von dem schrecklichen und sonderbaren Aussehen ihres Reisege- sährten noch so stark beeindruckt, daß sie davon ihren Töchtern erzählte. Am nächsten Tage wurden dann die Leichenteile auf der Strecke gefunden. Als die Frau davon erfuhr, machte sie mir von ihrem Reiseabenteuer Mitteilung, die sofort an die Gendarmeriestation weitergegeben wurde. Viermal rum Tode verurteilt. Görlitz, 9. Dezember. Das Schwurgericht verurteilte den des Giftmordes angeklagten Schuhmacher Eduard Just wegen Ermordung seiner zweiten Ehefrau und der dreiköpfigen Familie Groba viermal zuw Tode und im Fasle seines Schwiegervaters Türke zu lebenslänglichem Zuchthaus. Autounglück bei Brünn Tod zweier Briiver. Brünn, 9. Dezember. Heut« gegen abend ereignete sich auf der Staatsstraße zwischen Byükov und Rousinov ein Automobilunglück, dem zwei junge Menschenleben zum Opfer fielen. In der Nähe von Tuöapy geriet das Auto, in welchem di« beiden Söhne des Bezirksarztes MUDr. V y t o- p i l ans Vhökov fuhren, auf der verschneiten Betonstraße ins Schleudern. Der Wagen fuhr in den Straßengraben, überschlug sich und die beiden Brüder blieben unter den Trümmern des Autos tot liegen. Si« neuer Sriola der russischen Wissensliait. Moskau, 9' Dezember.(AR.) Das Moskauer amtliche Radio teilt mit, daß im Laboratorium zur Erzeugung künstlichen Klimas in Moskau die Schaffung künstlicher klimatischer Bedingungen für jedes Gebiet der Sowjetunion gelungen ist. Dieses künstliche Klima wird in besonders dazu eingerichteten Räumen geschaffen. Das Institut das einzige seiner Art in der Welt, will seine Arbeiten in breitem Maßstabe fortsetzen. Die 8r'or chung der Macocha. Brün«, 9. Dezember. Di« Forschungsgruppe, die bereits einige Wochen in dem unterirdischen Labhrint der Punkwa arbeitet, drang Donnerstag nachmittags in weitere Raumgebilde im Flußbett der Punkwa ein, tzie in den allernächsten Tagen eingehend erforscht werden sollen. Zum MarochaÄrund ist die Expedition auf die- Hm Wege vorderhand noch nicht durchgedrun gen. Die Verbindung der neuentdeckten Raumgebilde mit der Maeocha konnte bereits festgestellt werden, doch ist es bisher noch unsicher, ob es der Expedition ohne größere Hindernisse gelingen werde, auf den Grund ver Maeocha vorzudrln- gen, oder ob es notwendig sein werde, einen Teil oes Massivs, das gegebenenfalls im Wege stünde, durch Dynamit weMuräumen. Im Zusammenhang mit diesen Forschungsarbeiten soll auch der obere kleine See in der Maeocha entwässert werden, um so den Eingang in das große Höhlen- labhrint zwischen der Maeocha und dem Eloup freizumachen. Einbrecherpech. Urhorod, 9. Dezember. In der Nacht auf heute durchbrachen unbekannt« Täter in der Gemeinde Chlumcc bei Uihorod die Mauer d«S dortigen Postamtes, schleppten di««inbruchS- sichere Postkassa auf di« Straß«, dl« sie dann mit großer Anstrengung in eine Entfernung von etwa zwei Kilometer wegtrugen. Dann verbargen sie cie Kasse, da inzwischen der Tag dämmert«, im Bach. Frühmorgens wurde die Gendarmerie an den Ort d«S Einbruchs gerufen, di« mit Hilfe eines Polizeihundes ein« Fährt« entdeckte, die zum Bache führte, wo die Kaste versteckt lag. Ihr Inhalt, 1800 X in barem und 1200 K an Wertpapieren, blieb unberührt. CS handelt sich wahrscheinlich um das Werk derselben Bande, die in ULHorod bereits zahlreiche Einbrüche begangen hat, wobei vor allem einbruchssichere Kasten ausgesucht wurden. So versuchte sie zuletzt di« Kaffe der Dunabank in Belke KapuSany zu erbrechen. Ihre bisherige Beute macht jedoch bloß einige Hundert Kronen aus. Geschmackssache. In einer der letzten Nummern des„Tag" hat ein offenbar reinrassig germanischer Edelmensch ein„Feuilleton" abgelagert, dessen er sich vermutlich selber schämt, in dem er eS nämlich unterläßt, seinen Namen zu nennen. Er hat sich einen Besuch bei der sotvjetrussischen Handelsvertretung ausgedacht urw ist dabei, wie es ja bei einem Nazi nicht anders sein kann, auf lauter Juden gestoßen. Eine jüdische Umgebung hat aber schließlich nicht einmal dem Gausaf von Wien, dem Herrn Frauenfeld etwas geschadet, der sich bekanntlich im Spital der jüdischen Kultusgemeinde behandeln ließ und dem nicht nur die Behandlung durch jüdische Aerzte, sondern auch di« koschere Kost recht wohl bekommen ist. Aber der Feuilletonschreiber des„Tag", der in der russischen Handelsvertretung war nnd dori höflich und anständig behandelt wuicke,— nicht mit Nilpferdpeit- scheu, Gummiknüppeln, Totschlägern und ähnlichen Kulturbringern, wie sie in den braunen Häusern üblich sind,— schleudert nun ähnlich wie Frauenfeld gegen Leute, die ihm mit Takt und Bildung begegneten, seinen Schmutz. Er har natürlich nichts gesehen als Nasen und mit Margarine geschmierte Haare. Und als ihm so ganz und gar nichts mehr einfiel, was er seinen Nazihuben zu Gefallen zu Papier bringen konnte, schrieb er von„rotzverklebten Mammutnasen" und„schweißverdunsteten Plattfüßen". Halt jeder nach seinem Geschmack! Der Feuilletonschrerber des„Tag" interessiert sich für Nasen und Plattfüße, auf den Stabschef des Osaf und andere„Führer" üben ander« Körperteile eine größere Anziehungskraft au-... Baron Bombenschmrißer. Bei einer Haussuchung in dem Schloß des wegen Verdachtes der Beteiligung an dem Kynauer Sprengstoffdied' stahl festgenommenen BaronS Zedlitz Neukirch fand die Polizei eine Anzahl Gewehre und Revolver und einen Teil des in Kynau gestohlenen Sprengstoffes. Der übrige Sprengstoff konnte ebenfalls zum größten Teil aufgefunden werden, u. zw. zum Test im Schloßteich, zum Teil in der Talsperre. Auf dem Schlachtfeld der Arbeit gefallen. Mittwoch, den 7. Dezember, war der Arbeiter Adolf Popelka aus Türnau mit Dynamit- Sprengarbeiten im Gemeindebruch in Brohsen bei Mährisch-Trübau beschäftigt. Es erfolgte eine vorzeitige Explosion, hiebei wurde Popelka schwer verletzt. Beide Hände wurden ihm vom Leibe gerissen. Der Schwerverletzte ist aus seiner Ohnmacht nicht mehr erwacht und verschied heute früh im Mäyrisch-Trübauer Krankenhause. Popelka hinterläßt eine Witwe mit zwei unversorgten Kindern. Der Tod im Steinbruch. In einem Steinbruch bei Mähr.- Trübau sollte Donnerstag eine Sprengung mit Dynamit vorgenommen werden. Hiebec ging die Ladung wahrscheinlich zu früh los und der Arbeiter Adolf Popelka Wurde von den herumstiegenden Steinen derart schwer getroffen, daß er auf der Stelle tot war. Eine Kindesmörderin. Am 2. November wurde im Walde bei der Gemeinde Neulengbach (Niederösterreich) die Leiche eines Kindes gesundem das aller Wahrscheinlichkeit kurz nach der Geburt erdrosselt worden sein mußte. Nunmehr ist es der Gendarmerkstation in Neulengbach gelungen, di« Kindesmörderin in der Person der landesverwiesenen Mechanikersgattin Therese W y s k u p aus Horni Lhota in der Tschechoslo- wake, ausfindig zu machen und festzunehmen. Si« wurde dem Kreisgerichte in Neulengbach übergeben. Di« Erneuerer Deutschlands.... Aus der Breslauer Nazikaserne wurde am Donnerswg nachts ein schwerverletzter AS-Man« auf die Straße geworfen. Die Polizei transportierte den Bewußtlosen in das Krankenhaus. Die Untersuchung dieser Feme- Angelegenheit ist noch nicht abgeschlossen. Auf der Spur eines Mordes. Am Freitag, den 9. d. M., um 13 Uhr 30 wurde in Preßburg, an der Stelle, wo sich die Ftscherdarken befinden, eine an der Handwurzel abgeschnit- tene linke Hand, Wahrscheinlich«ine Frauenhand, aus der Donau gezogen. Di« Wintersport weiter: Naturfreundehaus Königshöh« im Jsergebirge (880 Meter) 8 Grad Kälte; 15 Ztm. Neuschnee. Naturfreund«Hans Nollendorf. 4 Grad Kält«, 5 Ztm. Neuschnee, Nordwind, Ai- und Rodelbahn auf Wiesen; Schneefall wahrscheinlich. Josefstal(Böhmerwald). 5 Grad Kält«, 10 Ztm. Alt-, 8 Ztm. Neuschnee, Schneefall. Marirnbad. 1 Grad Kälte, 10 Ztm. Schm«. MMMWWWWWIMMMMMVkWH Hand weist manikürte Nägel auf und dürfte erst vor kurzem ins Wasser geworfen worden sein. Der Fund wurde oem Institut für gerichtliche Medizin übergeben. Die Polizei untersucht die Angelegenheit. Brand in der VrrgniigungSstadt. Aus dem Hamburger Domplatz entstand Freitag früh gegen%6 Uhr in einer der Hauptreihen der Vergnügungsstadt aus noch unaufgeklärter Ursache ein Schadenfeuer, zu dessen Bekämpfung drei Züge der Hamburger Feuerwehr aufgeboten werden mußten. Der Besitzer einer Schaubude erlitt Brandwunden und mußte ins Krankenhaus gekrackt werden. Der Schaden ist beträchtlich. Nach etwa einstündiger Tätigkeit gelang eS der Feuerwehr, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Im Strohschober erschossen und verbrannt. In Wafschowctz bei Proynitz geriet am i. Dezember ein großer Strohschober in Brand, der viele Tage lang nicht gelöscht werden konnte. Erst Mittwoch konnte die Gendarmerie zum Brandherd gelangen. Bei dieser Gelegenheit sand sie das verbrannte Skelett eines etwa 18jährigen jungen Mannes und unweit von dem Skelett einen Revolver. Wie nun fest« gestellt wurde, ist der junge Mann von einem etwa 40jährigen Mann, der mit ihm in dem Strohschober übernachtet hatte, erschossen worden. Um die Spuren zu verwischen, hat er dann den Strohschober in Brand ge st eckt, worauf er flüchtete. Die Gendarmerie forscht eifrig nach dem Mörder. HiifflnnnnmmnnfflnnmiiiinDimiimHHnmnniimmiuiiiHnifflinniiiuinniiniuiiiHiiiinNniimmiinnniiinuiiniinnuiiiiimiunuiiniuiiiiniiuniiiiiiiiiiiiiiiHuiiiiiNHnnnniiiiiHuuiniiiiinuiinn Frauen, die Millionen erschwindelten. Ein riellger tzypotoeleubetrug ausgedeckt. Durch eine« reine« Zufall wurde i« Prag— wie jetzt bekannt wird— ei« H y p o. thekenbetrug verhindert, der durch sein« Kühnheit alles hier Tagewesene übersteigt; zu- gleich kam mau aber darauf, daß die beiden Frauen, di« im Zusammenhang damit verhaftet wurden, schon seit Monaten auf betrügerischer Weis« verschiedene« Geldinstituten mehr al- eine Million Kronen heransgelockt habe«. Die Gattin des Stadtarztes in Taus, Barbara Kodak, Eigentümerin des Hauses Nr. 11 i« der Waffergass«, wurde, als sie zufällig am Dien-taa nach Prag kam, von de« Mietern ihres Hause- darauf aufmerksam gemacht, daß einige Tage zuvor Beamte der Versicherungsanstalt Viktoria den Wert des Hauses geschätzt hätten. Frau Kodak, die mit der Viktoria in keinerlei Verbindung steht, erkundigte sich naturgemäß sofort nach oe» Gründen und so kam man darauf, daß zwei raffinierte Betrügerinnen seit Monaten ihren Namen zu einem tollen Schwindel mißbraucht batten. Die Vorgeschichte reicht in die ersten Monate d«S Jahres 1981 zurück. Damals geriet die 8öjährige Eigentümerin eines Bankgeschäftes im Palais Fenix, Franziska Skala, infolge verfehlter Börsenspekulationen ist Geldschwierigkeiten. Mit Hilfe einer alten Bekannten, der bereit- erwähnten Frau Kodak, welche für sie bürgen sollte, wollte st« sich das fehknde Geld bet einem Geldinstitut ausborgen. Dann verlor sie aber den Mut, sich ihrer Freundin anzuvertrauen und griff zum Betrug. -le falsche Frau„dvott'.". Sie veranlaßte ihre Beamtin, B o 1« n a Seidl, sich Freunden gegenüber als Fra« Kodak anSzugeben. So stellt« sie st« unter dem falschen Name» dem Baumeister A. Sklenar aus Prag VII.. vor. Einige Tag« später ersuchte sie diesen beim Notar Dr. S. in Smlchov die Identität der Fra«„Kovar" zu bestätigen. Diesen Identitätsnachweis braucht« si«, weil sie mit der Kreditanstalt der Deutschen über«ine !Hyp»th«k a«f das Hau- der echten Frau Kovar verhanbeltr. Ti« Bank war bereit, ihr 400 000 Kronen zu borgen, welche auf das Hau- in der Waffergaffe sichergestcllt werden sollte«. Auf Grund der Aussage de- Baumeisters Sklenak stellte der Notar die Beleg« aus. welch« zu dieser Eintragung in das Grundbuch notwendig waren. Di« Kreditanstalt folgte daraufhin der Skala ein Einlagebuch ans 488,880 Krone« aus, welches di« Skala sofort zur Deckung ihrer Verbindlichkeit«« aus den Börsenspekulationen weitergab. 750.(109 Fronen. Nun hatte sie wieder kein Geld. Sie wandte sich also an den Advokaten Dr. D. und gab ihm den Auftrag, ihr eine Anleihe von 780.000 Kronen, wiederum aufdaS Haus in der Wasser gaffe, zu beschaffen. Der Advokat stellte die Verbindung mit dem Wohl» tätigkeitSverein„Providentia" her, welcher jedoch verlangte, daß vorerst die Hypothek von 400.000 Kronen, welche von dem ersten Schwindel aus dem Haus lastete, gelöscht werden müsse, da die„Providentia" statutengemäß Geld nur auf erste Hypothek leihen darf. Der Kredit kam trotzdem zustande: die „Providentia" folgte dem Advokaten ei« Ein» lagebuch aus 758.008 Kronen au-, dieser be zahlt« 480.800 Krone» an di« Kreditanstalt, ferner die Provisionen für sechs Vermittler dieser Anleihe, welche 170.000 ti ausmachtcn; den Rest erhielt di« Skala, welche damit einige Schulde« zahlt« und das übrig« weiter verborgte. Kleinere„Geschürte". Denn neben diesen großen Transaktionen sand sie noch Zeit, kleinere Schwindeleien durchzusuhren. Sie etablierte sich als Kreditunternehmen, allerdings verlieh sie Glld nur gegen Garantie. Man vertraute ihr Ein- l a g e b ü ch e r, W e r tpap i e re iznd so weiter an, mit welchen sie gleich Geschäfte für eigene Rechnung machte. Auf diese Weise brachte sie einige vertrauensselige Personen um weit über hunderttausend Kronen. Als alles nicht ausreichte, begann sie Versicherungen unter fingierten Namen abzuschließen, wobei ihr immer die Seidl behilstich war. Sobald die Versicherungen abgeschlossen waren, benützt« sie sie als Grundlage für Anleihen. Schließlich gründet« sie einen Unterstützungsverein „Prccha", welcher nach seinen Statuten Menschen, die ihr ganzes Vermögen verloren hatten,' helfen sollt«. Solche Lent« suchte sie sogar mit Inserate«. Welche Tätigkeit der Verein ausübt«, ist nicht ganz klar. Die Skala behauptet jedenfalls, daß sie dabei 88.000 Kronen zugesetzt habe. Der Verein wurde übrigens wegen Nichteinhaltung der Statuten vor einigen Monaten p o I i- zeitlich aufgelöst. Sturz vor dem Ziel. Tas Glück, welche- die beiden Fronen bis dahin hatten, machte sie immer kühner. Als sie wieder ohne Geld dastand«», versuchten sie den bewährten Trick mtt der Hypothek auf daS Haus in der Wassergasse zum dritte« Mal«. Diesmal wollte« sie nicht weniger als 1,200.080 Kronen. Als Vermittler sollt« wieder Dr. D. die«,«. Jetzt erreicht« sie aber das Schicksal. Am Dienstag, im entscheidende« Augenblick, als di« neue Anleihe abgeschlossen werden sollte, kam di« echte Frau Kodak nach Prag«nd di« ganze Sach« flog auf. Die beide« Frauen wurden verhaftet. Festgestellt wurde bisher nur, daß weder die Skala noch die Seidl«inen roten" Heller besitzen. Der Schaden, den verschieden« Geldinstitut« i» Prag erleiden, macht weit über eine M i l- lion Kronen aus, die natürlich uneinbring- l i ch sind. Hätte man die Machenschaften sticht zufällig entdeckt, so ist gar nicht abzusehen, welch« Dimensionen die Affäre angenommen hätte, denn, wie die Hausdurchsuchung ergab, stand die Skala schon wieder in Verhandlungen mit einer Reihe von Instituten, die schon grundsätzlich bereit waren, ihr Geld zu borgen. Außerdem verhandelte sie über den Ankauf von zwei Miethäusern in Smichov. Es fft nicht ausgeschlossen, daß die Untersuchung noch neue Ueber- raschungen zutage fördern wird. *WWWV Nr. 291. SamStag, 10. Dezember 1982. S«te 5 er Kunst und Wissen tion. halt eines BerfuchS, die streng Opernlinie auch mir«in verlassen. Freilich wär«-er Tirektion, halten, daß sie ja programmgemäß erst Opernrefervoire zu schassen sich vornahm, sie jederzeit und in jeder schwierigen aus etwa zwanzig sicher und girt«in» Opern das notwendige Repertoirefülliel Nur di« theoretischen Grundlagen ihrer Bewegung haben sie, so versichert besonders eindringlich das Duxer Halenkreuzlerblatt, mit der Partei des Osaf Adolf gemeinsam, die sir-et«»deutschen Nationalsozialisten. Nur die politische Grundeinstellung ist gemeinsam/ nicht aber die Organisa- Nun, die Gemeinschaft der Idee, was man so in nationalsozialistischen Kreisen als * Da diese Berichtigung dem zu allem gejugen Pressegesetz entspricht, müssen wir sie veröffentlichen, waS übrigens gar nicht so ungern geschieht(und nur des Raumes wegen, den wir damit wichtigeren Dingen entziehen, zu bedauern ist): der Wortlaut also der so geschmackvoll«» und höchst« Menschlichkeit verrateichen Wendung Ruhs über die Rückgratverkrümmungen sind das Einzige, gegen das er trotz Ausrüstung mit dem Derichtigungsparagraphen an unserem Gerichtssaalbericht relouchiert wünschen kann! Alles andere, daS in diesem Bericht über Kuh steht, vermag er nicht einmal kraft des Pressegesetzes als„unwahr" zu bezeichnen. Das genügt uns. den 13. d. M. staffieren, wo er wahrscheinliche für den Beobachter am größten scheinen und auch Sem unbewaffnete« Auge sichtbar sei» wird.'Schon jetzt kann di« Erscheinung mit einem Opcrnglas.beobach- tet werden, wenn ein geschwärztes- Glas zu Hilft genommen wird. Bei günstigem Wetter kann sder erwähnte Sonnenfleck in der Stesanik-Vtzlksstein- warte am Laurenziberg"(neben der Bergstchion sder Drahtseilbahn) mittels Fernrohrs bwbachtet werhen, u. zw. am Sonntag vormittags um 10. llhr und nachmitags um 14 m3 15 Uhr. Ausnahmsweise, ist diesmal auch eine Besichtigung.am Samstag voiL 14 bis 15 Uhr möglich."? Sie Klage des„Sozialdemokrat" gegen Anton Kuh. Herr Dr. Paul Kafka, der Anwalt des Anton Kuh, ersucht uns um Veröffentlichung folgender Berichtigung(im Sinne de« 8 19 des Pressegesetzes) des unter deui obigen Titel in der Nummer unseres Blattes vom 2. Dezember veröffentlichten Gerichts- säalberichteS: Es ist nicht wahr, daß Anton Kuh auszuschreien begann, er werde an diesem Tage in Prag«inen Borrrag halten zum Thema:„Die Einwirkungen des Ähetw auf Rückgratverkrümmung", sondern es ist wahr, daß Anton Kuh«Märt«, er (werde in Prag einen Vortrag halten zum Thema: „Die Einwirkung der Rückgratverkrümmungen auf die Bourgeoisie." Zu lärmende« Kundgebungen im Kino Fenix kam es in der Abendvorstellung des vergangenen Donnerstag. Das Publikum gab seinem Mißfallen gegen den unglaublich großen Umfang und die Tauer der Lichtreklame durch Pfeifen, Johlen und Händeklatschen Ausdruck. Als es meinte, daß die eigentliche Vorstellung schon begonnen habe und es sich darum schon beruhigt hatte, wurde offtubar, daß ein verheißungsvoll begonnener Wintersport-Film auch nur ein— noch dazu sehr geschmackloser— Reklamefilm war. Der Lärm setzte von neuem und in verstärkter Form ein. Erregt rief ein Herr aus dem Publikum, ob man für daS Gehen der Reklame so hohe' Eintrittspreise bezahlen muffe; seine Worte fanden lebhafte Zustimmung, Aufs Reue begannen die Kundgebungen, als nach der Pause wiederum einige Reklamebilder gezeigt wurden.— Der Reklameunfug in den Kinos hat -tatsächlich schon einen Umfang erreicht, der es begreiflich erscheinen läßt, daß das Publikum protestiert. Es geht schließlich nicht ins Kino, um sich bei GeschäftSanzcigen zu langweilen, sondern um-sich zu unterhalten. Manche der Kinounternehmungen werden sich darum entschließen müssen, entweder auf den größeren Teil der Licht- Ireklame oder auf daS Publikum zu verzichten. Kranz niedergelegt— und ern«> Hutdigungs- anspräche an den italienischen Fascismus geholten... O, sie dränen sich jetzt in Italien, die deutschen Fascisten! Dem Autm ist der Alfred Rosenberg gefolgt, der Chefredakteur des„Völkischen Beobachter", und dieser Mann, faltet ein Aus- landsdeutscher, erklärte im Regime Fascista", Tränen des Welt- und LiebessHnierzes gründ Bargeld lacht Ihm zu, seit er.von der Erotik seines„Doktor. Angelo" jtv greif- Formen der Liebe gefunden hat, einem Soziussitz habe den Erklärungen Hitlers über Südtirol nichts hinzuzufügen(also billigt er siel) und jene Oesterreicher, die über Hitlers Benot an Südtirol entrüstet sind,„irredentistische Kreise"! Einig im Dervat an den geknechfetsten.aller Deutschen! Der Fascismus knechtet und entrechtet die Südtiroler Deutschen, er mordet dort die deutsche Sprache, er drängt sich zwischen Eltern und Kin- dein, indem er die Kinder deutscher Ettern gewaltsam zu Italienern macht, er hat sogar die Ftalienisierung deutscher Grabaufschristen erzwungen— und just diesem rohen, brutalen, alle Minderheitsrechte mißachtenden Fascismus wende» sich hündisch-kriecherisch, wenden sich demütigergeben die deutschen Nationalsozialist» zu! Euer„Parteigenosse", dieser Prinz Auwi, ihr wackeren Führer Knirsch und Krebs und Jung! Euer Gesinnungsfreund! Der Hohenzollern-Nazi, der unbekümmert um die Gefühle versklavter Deutscher den Versklavern,, tue Herren sind nur kraft ihrer ungeheuren Mehrheit, seine Huldigung darbringt— er ist der Geistes- genösse, er ist der Gesinnungsfreund, er ist—- mit einem Worte— der„Pg," derer, die bei uns sich als Entdecker des Autonomiegedankens aufspielen. Oder haben di« Herren wirklich ausnahmsweise einmal Bekennernurt? Den Mut, sich offen zu bekennen zur Knechtung Deutsch-Südtirols, zur Freundschaft mit den Mördern der tirolischen Freiheit? Haben sie den Mut, sich offen an die «ite Anwis und Eickes und gegen die Tiroler deutschen' zu stellen? ... Die Sudetendeutschen tvarten auf' das Bekenntnis des sanften Herrn- Knirsch, des kämpfe» rischen Herrn Krebs, des Ehrendoktors Fester' Denn sie wissen, daß für solche Führer»kehr' als für andere, von ihnen selber als Leitwort.be- stinlmt. der Ausspruch Langbchns gilt:, „Der Deutsche ist nur dann deutsch, wenn er wahr ist!" I '»Mee bezeichnen mag, ist wesentlicher und wichtiger als organisatorische Gemeinschaft... Aber bekennen sich die hiesigen Hakenkreuzler wirklich zu allen Lebensaußcrungen der nati-nal- sozialistischen„Idee", bekennen sie sich wirklich zu den Grundlinien nationalsozialistischer Politik? Offen, mutig? Es zu tun, erfordert keineswegs Mut etwa vor irgendeiner Behörde,—' nur Mut vor der sudetendeutschen Oeffentlichkeit,— nur den Mut, zur eigenen Gesinnung zu st e h e n! Denn schließlich ist's, tvenn auch die vorstellbar dreckigst« und niedrigste, so doch eine Gesinnung! Und wenn es;u dieser Gesinnung gehör:, daß man's für gut und recht findet, wenn em wegen Bombenerzeugung verurteilter und vor dem Zuchthaus entflohener Verbrecher im dianrcn des deutschen Nationalsozialismus bei der Zehnfahrfeier des Faseisnuis vor dem Sicgesdenkmal m Bo>en einem italienischen Gesinnurrgsgcn assen beglückwünschend di« Hand drückt— ja dann gibt's doch für heldische Menschen kein Herum- «den, sondern nur stolzes Bekenne« der. Ge- sinnmrgSgsmernschaft mit diesem Herrn Theodor Eicke! Wollen sie auf einmal auch den Herrn Eicke nicht kennen und nicht als waschechten Hakenkreuzler anerkennen? Nun, den Auwi, den Hohen- zollern-Prol«tarier, den Hakenkreuz!«rische« Lanh- tagsabgeordneten, den werde sie doch anerkennen! Anerkennen als volltvertigeu, sogar als höherwertigen, weil zwar auch jüdisch gemischten,' ater doch kaiserlichen Blutes, also zur Führung einer Arbeiterpartei geradezu von Gottes Gnaden bestimmten Hakenkreuzler! Prinz Auwi hat am 18. November als Führer einer nationalsozialisti- scheu Abordnung am Denkmal für die gefallenen sFascisten in der Botivkapclle des Palazzo Lito- irale(Sih der faseistischen Partei) im Namen der nationalsozialistischen Pattei Deutschlands und des gewesenen Reichslagspräsidenten Göring einen Eine •beton* wirksam« (ante ist heute lern moder» «ea Geschask-manv«n der Anzeige tn due■»ano gegeben wtrki am meisten in lern der arg an Arbeiter unb arbeitet Ml>»«.«DM*a( n atogt kuMagca hat and— das — Erfolg lat fu immer! Birl Berte gibt«S Heuer im Deutschen Theater; dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn mit Wagner und Mozart entsprechender'Ausgleich geichafsen würde, wenn wir nicht Richard Strauß, aber aich Weber und Meyevbeer, bisher vollkommen hätwn entbehren müssen— ganz zu schweigen von ter Unsichtbar^«! konservative wenig zu zugute zu ein festes aus dem Situation studierten herausgreifen könnte. Kann sie das bereits? Die nach langer Paus« erste Wiederholung des„Troubadour" am Donnerstag zeugt« nicht dafür. Da wurde arg niir Wasser gelocht, es gab Unstimmig- kritcn in Menge, unsicher« Ehoreinsätzc, von ten Solisten stand, bei all«r Anerkennung ter schönen Stimmen Hagens und Riawez's, kaum einer auf ter Höh«(etlich« leider nicht einmal immer aus ter geforderten Ton höhe». Frau K i n d e r in a n u, um derentwillen wir die Vorstellung besuchten, sang hier erstmals di« Azucena, hatte weg«n Indisposition um Nachsicht bitt«« lass««, di« aber doch nicht io weit gehen konnte, alle die vielen technischen Mängel zil überhören, die in ter Indisposition nicht ihre Ursache, sondern nur ten Grund ihrer Verschärfung haben können. Da di« Künstlerin auch dem Darstellerischen allzu viel schuldig blieb und kaum Ansätze zur notwendige« groß«« dramatischen Gestaltung ter Parti« erkennen ließ, nähert man sich, trotz ter Vorzüge, di« wir an ihr«r Amncris soskstkllen konnten, doch der Mutmaßung, es hier mehr mir«iner Spielaltistin zu tun zu haben, für welches.Fach Frau Kl übermann wirklich sehr schätzenSuterfa stimmlich«, gesangliche und schauspielerische Qualitäten besitzt, l. g. „Bargeld lacht" von Franz Eamnerlohr und Erich Ebermayer.(Erstaufführung in der Kleinen Bühne.) Dem Problemte^cheverlen Dichter der deutschen Jugendbewegung Erich Ebcrmayer sind di« .trocknet fubtile« bareren netten Monteur, ein süßes Mädel aus den seiner Motorrades setzt und einem.resoluten Stubenkätzchen' zwickend« Gestalten nahebringt."Der witzige Einfall, ter tn diesem Stück«in Riesenunternehmen mit dem ganzem ncuromaNtischeu Aufwand der Finarrzterminolögie auf einem Siebzigtaufenddollar- fund erstehe» läßt, einem Kapital, dar erstens am nächsten Morgen dem Fuichamt Abttgeben werten soll, mit dem zweitens von dem■ nichtsahnenden Großer Svnnenfleck: In diesen Tagen ist auf der Sonnenotersläche ein großer Fleck im DurH- messer von etwa 42.000 kni sichtbar, dessen dunkler Kern etwa 20.000 km im Durchmesser mißt. Die Fläche des Sonnenflecks ist etwa zehnmal so groß, als der Flächeninhalt des Querschnitts unserer Erde. Der Fleck erschien am Ostrand der Sonne am 6 Dezember und wird den Sonnenmeridian am DienStäg, flniiiniiiiiiiiiiiinin!fliiiiniiHiiiiiiiiiiitiiiiuiHnmiRiiiiiii!iiiiiiiniii!Hiiiiiiiiiiiiiiii]iiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiuninnniiniinuiiiiiininiiinniiniiin!niiinilnnniiuinuiiHiiiiiitiiiiiiJJiiiiiitiifliiiiin Der Verrat an Südtirol. VW Js Elektrische «•» Ktndezfeennde Urag. Dienstag, den 13. Dezember,.6 Uhr abends im„Sozialdemokrat" wichtige Ausschutzsitzung. Eine Statistik der DTJ. und im Doppel blieben Möbius—Taub und Goldreich—Weiß siegreich.— Das für Sonntag angesetzt gewesene Ausscheidungsturnier findet infolge anderweitiger' Besetzung des Heimes nicht statt. Der neu« Termin wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Sozialistisches Massenfestspiel. Auf die vom Arbeiterbund für Sport uich Körperkultur Oesterreichs (Askö) vorgenommen« Ausschreibung für rin sozialistisches Mafsenfestfpict sind 35 Entwürfe«inge- gangen, darunter zehn aus Deutschland und einer aus der Tschechoslowakei. Durch di« be- sondere Güte der Entwürfe wird dem Askö die Entscheidung bei der Auswahl sehr, schwer fallen. Vereinsnadiriditen Kinderausflug zum Lusthasen Gb«ll. Die Haida er Kinder, di« in Weinberge und in den oberen Bezirken Prags wohnen, versammeln sich Samstag, punkt 2 Uhr nachmittag beim Museum auf der Ramp« beim Brunnen; Führung Genossin Glas, Genosse Adler. Die Kinder aus Bubna- Hollefchowitz treffen am Stroßmcyerplatz bei der Uhr um 2 Uhr zusammen. Führung Genossinnen Paul und I a k s ch. Bezirksverein„Avbeitevfürsorge". Centralbank der deutschen Sparkassen in der Cechoslovakischen Republik. Hauptanstalt: Prag II., Bredauergasse 14 Zweigniederlassungen? Aussig, Brfinn, Eger. Jägern darf. Reichen berg, C. Taschen I Traatenau. Troppau. Olt Bank der deutschen Spsranstalten und I 142. Gemeinden. Stubenmädchen der Kamin angeheizt wird und das sich drittens als gefälscht erweist;.— di« durch den Film(„Es geht auch ohne Geld" und„Die Koffer des Herrn O. F.') bereits erschöpfte Glosse auf di« klappernde Betriebsamkeit moderner„Wirtschaftstechnik" bedarf zu einem wirkungsvollen Service einer leichten Hand und graziöser Ironie und verträgt nicht die Mitarbeit des grüblerischen und beschaulichen Temperaments Ebermayer. Zudem wizd ja überhaupt die Gesinnung fragwürdig, di« es vermag,«in System, dem di« Anklage von Millionen physischer und psychischer Leichname, der Schrei einer zu Tode geschundenen Kultur unlösbar und heillos verbunden ist, sanft und ost schlecht witzelnd einem Parkett von Mitwissern als leichten und ost ödfn Ulk und nicht als tödliche Satire vorzusetzen. Wer die Szene zur Börse tverden läßt, ist heute verpflichtet, sie auch zum Tribunal über diese zu machen, statt mit dem organisierten Betrug zu versöhnen, indem er di«, di« ihn inszenieren, liebe Kerls sein läßt und zum Schluß in der verlumpten Hundehütte einem glücklich liebenden Paar Raum anbsttet. Tas .soll kein« unartistisch«, moralisierend« Kritik sein, sondern eine durchaus künstlerische Forderung, di« es verbietet, vor den Knlisien eines Friedhoss seicht« Spaßmacher agieren, in der Atmosphäre des Unheils Sex-Appeals flirten zu laffen, ohne daß der Autor das satirische Vermögen hat, solchen Kontrasten unheimlichste Wirkung abzugewinnen. Ter Regisseur und vor allem der Darsteller Hans Götz war bemüht, der Ausführung die Grazie zu geben, die ihr von den Autoren aus versagt bleiben mußt«, und wurde darin von seiner Partnerin Etmny Car- peniicr liebenschürdig unterstützt. Gerda Melker und Walter Taub waren wohlgeluugeue Figuren der Finanzhalbwelt, Bruno Ha rp recht ein zu wenig humorvoller, ans zu großeui Fuße lebender Papa. Tilde O u d r a war es sichtlich peinlich, ständig von ihren Zwickerlebnissen mit zudringlichen Mannsbildern zu erzählen. Das ausvcrkaufte Haus zeigt« sich zusri«den. e. h. Wochenspielplan des Neuen deutschen Theaters. Sonntag, halb 3 Uhr:„Der Biberpelz"(Ar- beitervorst ellungs;.Gastspiel Hansi Nies«. — Halb 8 Uhr:„Falstaff."— Montag, halb 8 Uhr, Festvorstellung der dentschdemokratischen Frciheitspartei.— Dienstag, halb 8 Uhr:„Bor S o n n e n u n t e r g a n g."— Mittwoch, halb 8 Uhr: „Ter fliegende Holländer."— Tonners- täg, halb 8 IHr:„Die drei Musketiere."~- Freitag, halb 8 Uhr:„Elifabeth von Eng- WWWWWWW>WWW>WMWW>WVWWWWWMW>llV Mitteilungen aus vem PadlUum. Feuersichere Weihnachts-Kerzen. Unter den Frst- fymbolen des Jahres, nimmt das Weihnachissymbol «in« besondere Stestupg ein. Es ist unser schönstes Fostsymböl, aber auch ,das gefährlichste, de,nn darüber ist sich wohl jeder klar, Saß Kerzewstaunnen rn unmittelbarer Nähe von leicht entzündlichen Tannenzweigen ein« ständig lauernde Feuersgefahr bilden. Trotzdem hält mau an diesem Symbol fest, weil man Von Kindheit an daran gewöhnt und gefühlsmäßig darauf eingestellt ist, Ausschlaggebend bleibt hierbei der optische Eindruck. Man will leuchtende Kerzen qm Baum sehen, nicht Glühlampen. Deshalb konn- ten gewöhnliche kleine Glühlampen keinen Anklang finden. Anders steht»s mit den Osram- Weih uachlsterzen. Tas sind Glühlampen, di« nicht nur in ihrer äuhereit Erscheinung, sondern auch tn ihrer Lichtwjrkung brennenden Wachskerzen so ähnlich sehen, daß sie vom Uneingeweihten ohn^weitcres auch dafür gehalten werden. Aber welche Vorteile bieten sie gegenüber diesen! Sie sind völlig feuersicher, tropfen nicht, brennen beliebig lange, lassen sich bequem ein- und ausschalten. Sie werden in an- schlußferrigen Ketten zu 16 Stück mit 2 Ersatz-Kerzen geliefert und wie Wachslichte mit Klemmen an den Zweigen befestigt Einmal angeschafst, halten sie viele Jahre vor.und könne» auch bei anderen festlichen Gelegetcheiten im Heim als feierlicher Licht- sihmuck verwendet werden. O—. 1719 Im Auftrage des Verbandes der ischechoslmvaki- schcn Avbeiterturner(DTJ.) hat dessen Sekretär, Genosse Rudolf S i l a b a, eine Statistik für daS Jahr 1931 zusammengsstellt, di« in übersichtlicher Forur über die Mitglicderbewegung und die Tätigkeit reichen Aufschluß gibt. Die Statistik ist die zchnte stit der Spaltung durch di« Kommunisten im Jahre 1921. lieber den erfolgreichen Wiederaufbau seien zwei T a t« n angeführt: 1981 veMiöben dem Verbände 791 Vereine und 88.103 Mitglieder und für 1931 werden 1264 Vereine und 138.791 Mitglieder aus- grwiesen. Das bedeutet seit 1921 einen Zuwachs von 463 Vereinen und 5 0.2 9 8 Mitglieder«; gewiß ein sehr schöner Erfolg. Tie für 1931 ausgewiefene Mtlgliederzahl verteilt sich wie folgt: 51.053 Männer, 17.841 Frauen, 7682 männliche und 6832 weiblich« Zöglinge, 27.258 Schüler und 28.725 Schülerinnen. Der stärkste Verein im Verbände ist Prag-LiLkov mit 1083(1930: 1008) Mitgliedern, an zweiter Stell« folgt Pilsen ll mit 950(908), sodann P r o ß n t tz mit 678(613) Mitgliedern. Interessant ist die soziale Stellung der Mitgliedschaft: Industriearbeiter sind 38.515, landwirtschaftliche Arbeiter 3076, Handrlsangestellte 7759, Beamt« 3110, Gewerbetreibende 2108, Lehrer und Professoren 469, Aerzte 61, Rechtsanwälte 71, Ingenieure 41, Studenten 683 und Frauen im Haushalt 9874. Bei der Jndustrir- irbeiterschaft sind die Metall- und Textilarbeiter am stärksten vertreten, denen die Bau», Holz- und Bergavbeiter folgen. Ban den Mitgliedern sind 30.663(1930: 29.424) gewerkschaftlich, 31.694(30.449) politisch und 19.728(17.846) genossenschaftlich organisiert. Freidenker sind 35.634(84.145) oder mehr als 50Prozent und Alfliuenten waren 5589(5390) oder 8.1 Prozent der erwachsenen Mitgliedschaft. In Schulturnhallen turnen 336 Vereine, in Gafchausräumen 655,-in eigenen Turnhallen und Arbeiterheimen 53, ohne Uobungsräume sind 22 Vereine. Diese vorstehenden Ziffern erheben aber keinen Attfpruch auf Vollständigkeit, da eine größere Anzahl von Vereinen nicht darüber berichtete. Es kann aber angenommen wer- den, daß mehr als 52 Prozent der Verein« in Gasthäuser n, nicht ganz 28 Prozent in Schulen, 4 Prozent in eigenen oder Arbeiterheimen den Turnbetrieb abwickeln, während der restliche Prozentsatz mangels Räumlichkeiten nur im Sommer 'n uns." Bajkal:„Jonny stiehlt Europa.".KouvEt: Katttor Ideal." Lido:„Jottny stehlt Europa" Louvre:„Knall und Fall." Perst^n:„Die Blutsauger." Roxy:„Hölzerne Kreuze." Baldek: „Hölzerne Kreuze." Aeademia:„Frau Lehmanns Töchter." Belvedere;„Der Glöckner von Rv.tr« Dame." Brseda:„Harold— Schuhe— Wolkenkratzer." Carlton:„K r i ß." Illusion:„Hölzerne Kreuze." Sport:„Zigeuner-Symphonie." Zvou: „Mephisto." * (Die gesperrt gedruckten Filme können empfohlen werden.) Das ist wieder mal zu sensationell reduzierten Preisen. Motto: BILLIG BILLIGER NOCH BILLIGER — aber immer tadellos in Schnitt und Qualität! ’DAMEN KLEIDER°° tfeide VORKc 72 auf*. I'IrBIGE MATTEL“m Feil, IBS*„ INNEN PELZE Ä™; 4W. •. mit echtes Fell Kragen’* .bis zum feinsten Genre! Für Schlanke und Starke| 3030 die richtige Marke« Literatur Ernst v. After: ISeschicht« der Philosophie. Alfred Kröutzr-Perlag, Leipzig. Leinen Mark. 3.50. DaS handliche, dabei sehr ausführliche Büchlein soll nicht nur ein« Geschichte der philosophischen Ideen fein, sondern eine Einführung in di« Philosophie überhaupt. Das ist es auch. Es ist vollstümlich geschrieben und wird jedem, der Belehrung über rrgend- (in philosophisches System.oder«inen Philosophen lucht, gute Menst« leisten. Bon der Phrchsoschi« des Altertums bis zur Philosophie der Gegenwart—- dieser Teil ist besonders wertvoll— werden uns all« Weltanschauungen dargestcllt, wobei hervorzuheben st, daß auch die philosophische Seite des Marxismus objektiv gewürdigt wird. Für Studierend« de: Philosophie insbesondere ist damit ein nützliches Wert geschaffen worden. E. St. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag 1L, PHkopy, Palais Koruna. Vetou«;ebet. 6teair.es r,,»— Cktftctattesr. Wilhelm Xtekiet- Berairlwortltcher Redakteur Dr»mU 6! tf»k, Prag— Druck.Aal»- A.-ch für Zeituttg. och Buchdruck, vra,— gar bn Druck»eeemrw-rllich. Otte Holl», ■üa.— D>« Zeitungsmarleuicankarur wurde vau»er Poft-«. relegruddeudirettio»»u Ertöt Sir U>.S00/VUUSS0 bewilligt- BqvglMBinäinuea. Bei Zuftellmi« iw» Haue oder del Bajus durch»le Poft oeou.ckich Ur IS.—,»ieitoliädrltch L» 44—, kaUMus U SS-—. O-«tiätzu, iu UB,—,— Zpstemr, miMa tau i«ij diLisß doech»««, Ba olrere» MatchaUiiiiaes Preickauchl-tz,— iiück,nllue>i M iWanui freies«qolg» m de>«tchoLouu» d«