Mnzelvreir 70 Heller. tEinschlietzkch 5 Heller Porno 12 Ladrgano. Dienstag, 13. Dezember 1932 Rr 293. Preußen als Köder. Der Preis Mir die Tolerierung Sdiieldiers durch die Mail. Berlin, IS. Dezember.,(Eigenbericht.) Die Verhandlungen zwischen Zentrum und den Na. tiönalsozialiften, die bereits knapp vor dem Abschluß zu. sein schienen, wurden unterbrochen, Weil, die Reichsleitung des Zentrums dagegen Einspruch erhoben hat. Die Rerchsleihing erklärt, daß erst di«. Stellung der Nationalsozialisten zqr-Regierung Schleicher geklärt sein müsse, ehe über die preußischen Fragen überhaupt gesprochen werden könne. Heute erschienen der Relchstagsprasident Gör i n g und der preußische Landtagspräsideut Ker hlbei Hindenburg. Tie beiden Hakenkreuze ler wollten sich bereits darüber informieren, wie sich dir maßgebenden Stellen, zu der Wghl eines Nationalsozialisten zum preußischen. Ministerpräsidenten stellen würden. lieber diese.. Konferenz rst nichts bekannt geworden, doch ist die Wahl des Preußischen Ministerpräsidenten infolge. der HalniNg des' Zentrums nicht mehr aktuell..'" -Hindenburg soll sich überhaupt g e ge n die abermalige. Trennung Preußens vom Reich, d. h. igoaen die- Erneuerung des Zustandes, wie er vor der Ernenmwg des Preußenkommifsars bestand, stellen. Die Perbindung, zwischen Preußen und Reich'soll aus- Wstnfch des Präsidenten auch weiterhin bestähchi und zwar in der Form, daß der preußische Miiirsterpräsidcnt immer gleichzeitig auch Mitglied der RcichsreKierung sein lall. Deshalb käme auch schon aüs diesem Grunde die Wahl eines-natioualso^talistrscheu Minister Präsidenten-l'ü Preußen nicht in betracht, wenigstens für solange, als sich de NSDAP nicht mit der Regierung Schleicher einigt... Die Unzufriedenen sammeln sich? Berlin, 12. Dezember. Am gestrigen Sonntag sand in Halle«ine Konferenz statt, di« ein« Fühlungnahme zwischen aus der NSDAP ausgetretenen Nationalsozialisten, der kürzlich gegründeten deutsch-sozialistische« Partei und dem Werwolf diente.: Es wurde beraten, ob und welch« gemeinsamen Schritt« unternommen werde« sollen, und dir Möglichkeiten eines Zn- sammenschlusses erörtert. Die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden, da man zunächst di« weitere Entwicklung des Falles Gregor Straffer abwartcn will. Am gleiche« Tage fand auch eine Konferenz der„Revolutionären Nationalsozialisten" statt, in der Major Buchdrucker sprach. Kompensattonsverliandiiingen mit Ungarn. Budapest, 12. Dezember. Am heutigen Tsge sind im ungarischen Ministerium des Aenßeru die Besprechungen zwischen der tschechoslowakischen, Delegation und den ungarischen Vertretern über ein Kompensationsübereinkominen, das por allem den Austausch einer bestimmten Msngr von Brennholz und von F e t t s ch w e i n e n zym Gegenstand haben soll, ausgenommen. worden. Die Verhandlungen werden auch Gelegenheit bieten, einige andere Fragen des gegenseitigen Warenaustausches zur Erörterung zu stellen. Aus diesem Anlaß ist auch eine Ermöglichung dqs Kuraufenthaltes in den Tatra-Bädern ans Grundlage einer Wavenkompensation zur Sprache gebracht worden. Wie lur oslöwien seine Beamten behandelt Belgrad. 12. Dezember. Heber Antrag des Justizmlnistcrs stimmte die Tkupschtsna einer vom Minister beantragten Auslegung des Paragraphen.110 des Gesetzes über die Staatsbeamten zu, wonach den letzteren kein« dienstliche S t a b i l i r ä t z u g e s i ch e r t tpird; den Behörden wird daü Recht zucrkannr, jederzeit nach e ige n c m Ermessen die Staatsbeamten vom Dienste zu entlassen. ftekordcrnie in Argenlinien. Buenos Aires, 12. Dezember. Tas Sandwirtschaftsministerium veröffentlichte Sonntag einen Bericht, in welchem es mitteilt, daß die kcmmenpe Hafer-,-Gerste- und Roggenernte in Argentinien viel größer sein werde, als di« bisher in der Geschichte dieses Landes verzeichneten Ernt«», Deutschlands Gleichberechtigung anerkannt. Genfer Fünfmächte-Formel ar Genf, 12. Dezember. Di« am Samstag von der Fünfmächtekonferenz ausgearbeitete Erklärung, die es Deutschland, ermöglicht, an der Abrüstungskonferenz wieder teilznnehmen, ist ge- stern vormittags in einer Schlußsitzung von sämtlichen fünf Machten endgültig angenommen und unterzeichnet worden. Die eine Schreibmaschinenseite umfaffende, in englischer Sprache abgefaßtr Erklärung hat folgenden Wortlaut: Die Regierungen des Bereinigten Königreiches, Frankvrichs und Italiens haben erklärt, daß einer der Grundsätze die di« Adviistungskon- feveuz leite» solle«, darin bestehen mnß, Deutschland und den anderen durch Vertrag abgrrüftiten StÄcken die Gleichberechtigung zu gewähren, in einem Shstew, das allen Staaten Sicherheit bietet, und daß dieser Grundsatz in dem Abkom men, das di« Beschlüsse der Abrüstungskonferenz enthält, verkörpcrt werden soll. Dies« Erklärung schließt in sich, daß die Rüstungsbeschränkungen für alle Staaten in dem in Ausficht genommenen AbrüftnngSablom- mrn enthalte« sein muffen. Es besteht Einigkeit darüber, daß dir Art und Weise der Anwendung dieser Gleichberechtigung auf der Konferenz erörtert werden soll. Auf der Grundlage dieser Erklärung hat Deutschland seine Bereitwilligkeit ausge- iprochen, an der Abrüstung'onfrrritz..lm«dt!k..«si? Mnehmen. Tie Regierungen des Bereinigt«« König» reiches, Frankreichs, Deutschlands und Italiens find bereit, gemeinsam mit allen anderen europäische» Staaten feierlich noch einmal zu bestätigen, daß st« unter keinen Umstäiide« versuchen werden, gegrnwärüge oder künftige Streitfragen zwischen den Unterzeichnern mit Gewalt zu lösen. Dies soll Berlin von dem Moli Berlin, 18. Dezember. Nach einer Conti- Meldung wird in Berliner politischen Keifen die Einigung in Genf als ein starker Erfolg der deutschen Abrüstungspolitik gewertet. Die Reichsregierung habe jetzt erreicht, daß die deutsche Gleichberechtigung in der Abrüstung von den anderen Mächten grundsätzlich und effektiv anerkannt tvorden ist. Dieser Erfolg trete um so stärker hervor, Werin man sich vergegenwärtige, daß Frankreich es noch im Juli abgelehnt hat, die Gleichberechtigung überhaupt zu diskutieren. Die deutsche Gleichberechtigung sei jetzt nicht mehr, wie es bisher der französische Standpunkt wär, das spätere Ziel, sondern al. grundlegendes Prin- sip dcr Ausgangspunkt aller weiteren 'Abrüstungsverhandlungen. Die Erklärung gehe I aber auch noch einen Schritt weiter Yom grundsätzlichen zum praktischen Zugeständnis, indem ! sic die Entschlossenheit betone, darauf hinzuwirken, daß das Abrüstungsahkommen unverzüglich ausgearbeitet wird. i Sonntag unterzeichnet. einer nähere» Erörterung der Frag« der Sichrr- hrit nicht vorgreis««. ...Di« Regierungen der Bereinigten Staaten, des Bereinigten Königreiches, Frankreichs, Deutschlands und Italiens erklären, daß st« entschlossen find, auf der Konferenz gemeinsam mit den anderen Staaten darauf hinzuwirken, daß unverzüglich«in Abkommen ausgearbeitet wird, das eine wesentlich« HrSabsrtzung und eine Begrenzung d«r Rüstung«« herbeiführt und gleichzeitig eine künftige Revifion zum Zweck« der weiteren Herabsetzung vorficht. Auf Grund dieser Erklärung nimmt Deutschland wieder seine Mitarbeit an der Abrüstungskonferenz auf und wird zu den für diese Woche vorgesehenen Sitzungen des Präsidiums und des HauptausschuffeS der Abrüstungskonferenz Vertreter entsenden. GlUdtwnnsditelegrainm an Pani Boncour. Paris, 12..Dezember. Die amtlichen französischen Kreil« sind mit der in Genf erzielten Listung zufrieden. Als Beweis hiefür kann das Glückwunschtelegram in angesehen werden, das Hcrriot im Namen der Regierung Paul Bonconr nach Genf sandte. r jx- Apch allgcuuuncr Genugtuung die Tatsache, daß es zu einem Einvernehmen gekommen ist, das di« Rückkehr Deutschlands in die Abrüstungskonferenz. ermöglicht. Dabei betonen die Blätter, daß das Genfer Abkommen einen«hestso großen Wert haben wird, als die deutsche Regierung guten Willen zeigen werde, sich eher. an den G e i st als an den Buchstaben des Abkommens zu halten. I befriedigt Eine wesentliche Bedeutung der Genfer Erklärung liege in der Tatsache, daß die Revision derEntwaffnung8.de st immunsten des Versailler Vertrages damit e i n g e l e i t e t sei. Der Teil 5 des Versailler Vertrages könne nicht mehr als eine Son- dcrbestimmung gegen Deutschland gelten. Wenn Dciitschland gleichberechtigt ist, dann müffe die ihm auMezwungene Entwaffnung auch auf die übrige Welt angewandt werden. Dieser Teil des Versailler Vertrages' könne also nur insofern aufrechterhalten tverden, als seine einzelnen Bestimmungen von allen an der Abrüstungskonferenz beteiligten Staaten für sich selbst in Anwendung gebracht tverden. Als besonders erfreulich sei schließlich noch tu unterstreichen, daß der Erfolg der deutschen Bemühungen das Problem gleichzeitig für di« anderen entwaffneten Staaten erfass«, also auch für Oesterreich, Ungarn und Bulgarien. In der Erklärung wird ausdrücklich von„allen Staaten^ gesprochen. Zuipilzung des Oßllralikts Enoland-Perlien. England kämpft um die BrennMoli-Basis Mr seine Flotte. London, 12. Dezember. Di« englisch-persische Spannung wegen der Aushebung der Kon- z.ssion für di« anglo-perfische Raphthagesellschaft durch di« persische Regierung hat heute eine weitere Zuspitzung ersahreu. Die britische Regierung hat der persischen Regierung ein Ultimatum übersendet, in dem sie verlangt, daß bis Dönuers- tag, den 15. ds., die Aushebung der Konzession widerrufen werde. Als Borwand hiesür benützt die englische Rrgirrnng dir Behauptung, daß auf dem Terriwrium dieser großen britischen Naphtha-Konzession sowie auch in der breiteren Umgebung eine wahre Anarchie herrsche. Ein angesehenes englisches Wochenblatt brachte einen Artikel, in dem erklärt wird, daß der englisch-persische Konflikt zu einem Krieg führen könne, da sonst die Gefahr droh«,' daß die britische Marine nicht genügend mit Brennstoffen versehen wird. Auch sonst sprach man am Sonntag in informierten politischen Kreisen Londons ganz ernst von der Möglichkeit, eines Krieges. Wie gemeldet, sind einige britisch« Kriege' jchsjl'c aus anderen Stationen im Indischen Ozcan bereits nach dem persischen Meerbusen abgedampft, uni nötigenfalls Leben und Eigentum britischer Staatsbürger in Persien zu schützen. Dir Garnison von Jerusalem wurde HochAba» dan gebracht, um dort die Büros der Naphtha- Gesellschaft vor Angriffen zu schützen. In Masdschab und Suleiman sollen die Bohrtürme von versi'cheii Arbeitern vernichtet ivorden sein. . Zn Loudon wird allerdings allste mein erwar- tttj daß dir persische Regierung auf das Ultimatum noch vor Donnerstag antworten und Ber» Handlungen Vorschlägen werde. Meldungen aus Teheran via Rom besagen allerdings, daß der persische Ministerrat unter dem Borsitz des Schah den Beschluß gefaßt habe, das britische Ultimatum abzulehnen. Der Ministerrat soll ferner beschloffen haben, die aller- itrengstrn Maßnahmen zu verlautbaren, um alle ''rindseligen Kundgebungen und Tätlichkeiten gegen Ausländer, di« England«inen Borwand zu einem bewaffneten Einschreiten liefern könnten, zu verhindern. LchrcrpolHik im luftleeren Raum. Eine notwendige Klarstellung. Durch die deutsche Tagespvessc ging kürzlich folgende Kundgebung: „Mit sonst nicht übler Geschäftigkeit hat das Abgeordnetenhaus die vollständige Einstellung der Weihnachtszulage beschloffen. R e- gierungsparteien, die in Redensarten so oft ihr Wohlwollen für die Festbesoldeten des Staates bekundet haben, reichten willig die Hand dazu. Durch das Gesetz vom 14. Okwber 1830 wurde die Weihnachtszulage gegeben, durch daö Gesetz vom 28. November 1931 wurde,sie erheblich herabgesetzt und durch das Gesetz vom 25. November 1932 vollständig beseitigt. Es ist empörend, welches Spiel im Verlauf von 2 Jahren mit den Staatsangestellten und Lehrern getrieben wurde. Durch die Streichung der Weihnachtszulage werden die Bezüge der Lehrerschaft um mehr als 5 Prozent des Grundgehaltes gekürzt. Trotzdem Plant die Regierung einen weiteren Gehaltsabbau, und das beim Ansteigen r«r Preise für die wichtigsten Bedarfssachen. Auf das höchste erbittert, warm die Lehrerschaft die Regierungsparteien, auf diesem Wege fortzuschreiten. Die Grschästslritung des Deutfchru LebrrrbunbeS." So wendet sich die große Fachovganisativn der deutschen Lehrerschaft,. die vorgibt, politisch neutral zu seist, an die QeffentÜchM.-' Weüst wir' usts vom sozialdeüt akratischen Standpunkt mit dieser Kundgebung befassen, so sei voransgeschickt: Es ist das selbstverständliche Recht jeder Berufsvereinigung, für die Interessen und Wünsche ihrer Mtglieder ein- zutveten. Niemandem, auch der Lehrerschaft nicht, kann es verwehrt sein, seinen Lebensstandard mit allen zweckdienlichen Mitteln zu verteidigen. Die Frage, die wir an die zitierte Kundgebung anknüpsend aiufwerfen, ist diese, ob die hier gewählten Argumente zweckdien lich sind— auch vom Standpunkte der Lehrer. schäft. Ohne Umschtveife sei ausgesprochen: der Ton, der da gegen die sogenannten Regierungsparteien angeschlagen wird, muß vor allen: jeden Sozialdemokraten mit tiefer Bitternis erfüllen, der das Eintreten für Schule und Lehrerschaft bisher als selbstverständliche Parteiaufgabe betrachtet«. Ist es wahr— so kragen wir die Geschäftsleitung des Deutschen Lehrerbundes— daß die Sozialdemokratie bisher nur in Redensarten tzhr Wohlwol len fiir di« Festbesoldeten bekundet hat? Ist schon vergessen, was ein Habrmastn für die weitgehende Gleichstellung der Lehrersclzast getan hat, gar nicht zu reden von den heißen Kämpfen, die schon in der Vorkriegszeit für die Befreiung von Schule und Lehrern aus den Fesseln klerikaler Bevormundung geführt wurden? Dann müßten wir aufrichtig bedauern, daß Funktionäre, die hier im Namen einer großen Organisation sprechen— ob mit Zustimmung aller Mitglieder, bezweifeln wir — über ein so kurzes Gedächtnis verfügen. Seit zwei Jahren, so wird behauptet, habe man das empörende Spiel mit' den Lehrern und Staatsangestellten getrieben. Also war auch schon die Bewilligung der Mcihnachtszn läge ein empöreudes Spiel? Damals aller- dings hat es der politisch neutrale Lehrerbunt unterlassen; eine Kundgebung heraus,zugebei', worin Vie Geschäftigkeit des Abgeordnetenhauses belobt und anerkannt worden wäre, das? die Regierungsparteien der Lehrerschaft zu einer Erhöhung des Grundgehaltes nm mehr als fünf Prozent verholfen haben! Die'Gunst der Geschäftsleitung des Lehrerbundes schein demnach auch vor zwei Jahren der Sozialdeim kratie nicht in jenem Maße gegolten zu habe. als sie ihm heute ihre Mißgunst zuwendest Mas nun die Streichung der Weihnacht-, zutage anbelangt, ergibt sich die weitere Frage, Seite 2 Dienstag, 13. Dezember 1932 Nr. 293 stenz der Arbeitslosen zu retten und der Arbeiterklasse neuen Aufstieg zu bahnen, dann wird auch das Daseinsproblem der öffentlichen Angestellten besser zu lösen sein. Müßte aber das Proletariat in Not und Knechtschaft versinken, dann möge niemand glauben, daß sein Anstellungsdekret ihn trocken durch die Sintflut führen wird. Die sozialdemokratischen Lehrer und Feskbesoldeten haben diesen Zusammenhang schon längst begriffen und sie legen tatkräftig mit Hand an, eine glückliche Schicksalswende allen herbeizuführen. Auch ihre Kollegen, die heute noch Standespolitik im luftleeren Raum treiben möchten, sollen sich dessen bewußt werden- daß man den Weltenlauf nicht aus dem Schmollwinkel heraus lenken kann. Nicht Kampf gegen die Regierungsparteien, sondern Kampf gegen Massennot und Wirtschastsnot, Ringen um eine vernünftigere Gesellschaftsordnung lautet der Ruf der Zeit an alle Hand- und Geistesarbeiter. Wenn dem Wahnwitz des Kapitalismus kein Ende gesetzt wird, dann haben die Festbesoldete« nnd Lehrer noch zwölf weiter« Monatsgehälter zu verlieren. Rußland und China wieder in normalen Beziehungen. Genf, 12. Dezember. Durch einen heute statt gefundenen Notenaustausch zwischen Litwinow Ulw dem chiiresischen Delegierten Dr. Jen sind die normalen diplomatischen und konsularischen Be ziehungen zwischen Sowjetrußland und China wieder hergestcllt worden. mfiinnniimiiimHiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniifflniiniiiimHiiiiiiHiiiuiiiiiifiiiiiitHinHinnHiiiiiiiiiiiimi ob auch die Geschäftsleitung des Lehrerbundes dieses schwierige Problem ohne einen einzigen Seitenblick auf die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse beurteilen darf. Wenn wir die zitierte Kundgebung recht verstehen, so scheinen ihre Verfasser der Anschauung zu sein, daß bei dieser Frage der gute oder schlechte Wille der Regierungsparteien ausschlaggebend wäre. Kann denn der Lehrerbund an der Tatsache Vorbeigehen, daß von der Bewilligung bis zur Streichung der Weihnachtszulage die Zahl der Arbeitslosen in diesem Staate von 155.000 auf 601.000 gestiegen ist? Bedeutet es garnichts für die Beurteilung der gegebenen Möglichkei ten, daß unsere Ausfuhr, die im Jahre 1929 noch den Wert von 20.5 Milliarden repräsen tierte, im Jahre 1932 kaum 7.5 Milliarden erreichen wird? Hätte nicht jede Organisation der Festbesoldeten die Pflicht, sich ein wenig zu blassen mit den Auswirkungen der kapi talistischen Weltkrise auf die öffentlichen Finan zen und damit auf die Lage der öffentlichen Angestellten? Daß es dabei nicht um rein 'politische Entscheidungen, sondern um die Folgen des herrschenden Wirtschaftssystems geht, zeigen die täglichen Meldungen, wornach die Lehrer in Chikago wie in Ungarn und Rumänien monatelang auf ihren Gehalt war ten muffen, daß deutsche Länderregierungen harte Streichungen vornehmen und daß auch im reichen Frankreich der Gehälterabbau auf der Tagesordnung steht. Damit kommen wir zur wesentlichsten Frage, die wir aus diesem Anlaß nicht nur an die Lehrerschaft, sondern an alle öffentlichen Angestellten der unteren und mittleren Kategorien richten, ob man in der heutigen Zeit überhaupt isolierte Standes politik machen kann. Wer vermag die Augen zu schließen vor der sozialen Massentragödie un serer Zeit, vor den Jndustrieftiedhöfen unserer Heimatsgebiete, vor dem Zusammenschrumpfen des Volkseinkommens, vor dem Rationalisie rungswahnwitz, der aus Tragern öffentlicher Lasten fortschreitend Objekte öffentlicher Für- ' sorge macht? Daß ringsum Grundstürzendes vorgeht, daß es Grundlegendes zu ändern gilt an dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausbau der Gegenwart— wie lange will inan sich gegen diese Einsichten noch mit Kundgebungen gegen die Regierungsparteien zur Wehr setzen? Nach der Bewilligung der Weihnachtszu lage haben di« sozialdemokratischen Ber- . tvauensmänner in den Versammlungen der Arbeitslosen wahrlich Blut schwitzen müssen, wm diesen Schritt vor Menschen zu rechtferti gen, die nicht wußten, wovon sie morgen ein Stück Brot kaufen sollen. Wir haben uns trotz aller Schwierigkeiten zu dieser Politik bekannt und dargetan, daß unser Ziel nicht Abbau son dern Ausbau des Lebensniveaus ist, daß wir., auch den manuellen Arbeiter und den Ar- Decküngsvörkagen"wird er voraussichtlich nur die Borlag« über di« schärfere Handhabung der Steuereintreibung zuerst zugewiesen erhalten. Alle Deckungsvorlagen, die eine Mehrbelastung bringen, sollen zuerst dem Parlament vorgelegt werden. Daß der Senat zwischen Weihnachten und Neujahr tagen wird, muß als sicher gelten, da di« Gehaltskürzung und auch das Budgetprovisorium unbedingt noch vor dem 1. Jänner verabschiwet sein müssen. Ob das Abgeordnetenhaus in dieser Zeit tagen wird, steht noch nicht fest. lieber den Voranschlag berichtet das„Leske S l o v o", daß die Einnahmen mit 8634, die Ausgaben mit 8632 Millionen veranschlagt sind. Die Ausgaben der staatlichen Betriebe sind mit 7687 Millionen festgesetzt; ihr Gewinn wird mit 1100 Millionen veranschlagt, wovon allein die Tabakregie eine Milliarde versteuern soll. Die übrigen Deckungsvorlaßen soen nach dem genannten Blatt erst nach Neujahr drankommen. Dann werde erst die Frage einer großen inneren Anleihe spruchreif werden, di« mindestens eine Milliarde einbringen und ausschließlich für Notstands- und JnvestitionSarbeiten Der. Wendung findftr soll. beitslosen emporheben wollen auf die Höhen eines Kulturdaseins. Diese Haltung gibt uns Sozialdemokraten das Recht, heute im Ange sichte von mehr als einer halben Million Krisenopfern an die Solidarität derer zu appellieren, die in einer gesicherlen Zone leben. Heute gilt unsere Hauptsorge den entwurzel ten Rothauer Arbeitern und den hunderttau senden Schicksalsgenossen im ganzen Lande, die hungernd und frierend den Leidensweg durch einen neuen Krisenwinter gehen. Man klage uns nicht deswegen an, denn diese Ro thauer und ihre Schicksalsgenossen haben im Oktober 1929 durch Abgabe des sozialdemo- kralischen Stimmzettels ermöglicht, daß im Herbst 1930 die Weihnachtszulage beschlossen werden konnte und diese Proleten werden es sein, deren Solidarität die öffentlichen Ange stellten wie die Lehrer auch in Zukunft brau chen werden. Jahrzehntelang schon betonen wir die Schicksalsgomeinschaft der Hand- und Geistesarbeiter, an sie erinnern wir auch in dieser Stunde. Gelingt es, unter schwersten Mühen und Opfern über die drohenden sozia len Katasttophen Hinwegzukommen, die Exi- iiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiHiiiiHiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiHniiiiiiiiniiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiHHHiiiiiiiiiimiiiniiinmimmniiniiiniinnHiiniinitiHiiuiiuuuuiiuiiiiiiiniuniiiiiiuuiiiiiuuuunniiuiiiiuHiiiiiiB J WM• ter früher bei voller Beschäftigung rund 187.000 Arbeiter beschäftigt gewesen sind.Am Schluffe des Jahres 1931 waren in diesen Betrieben nur- mehr 127.323 Arbeiter tätig, von welchen 87.635 voll arbeiteten, während 39.688 weniger als 48 Stunden in der Woche beschäftigt waren. Die Zahl der arbeitslosen Textilarbeiter betrug demnach mit Ende des Jahres 1931 in diesen Betrieben 56.244. Im Jahre 1932 haben sich die Verhältnisse noch verschlechtert. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter in oen in Red« stehenden Betrieben sind nach einer sicheren Schätzung auf 98.900 gesunken, von welchen mindestens die Hälfte Kurzarbeiter find. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte auf rund 85.000 angestiegen sein. Die Krise in-er Texttiin-uftrie. 3m Srganisaiiousgediet-er„Union-er Textilarbeiter" 85.000 arbeitslose Textilarbeiter. Wir haben bereits über die Enquöte berich tet, die im Handelsministerium stattfand und sich mit der katastrophalen Lage der tfchechoslo- wakrschen Textilindustrie beschäftigt«. An dieser Enquöte nahm auch der Redakteur des Textil arbeiter", Genosse Mayer teil, der, wie das genannte Fachblatt berichtet, in der Rede, die er dort hielt, unter anderem feMellte, daß die Tex tilunternehmer zu einem Teile an der verschärf ten Krise in der Textilindustrie selbst Schuld tragen, Werl sie durch die ununterbrochene Sen kung des Lebensstandards der Textilarbeiter durch den Lohnabbau einen wesentlichen Teil der Kauf kraft des inneren Marktes vernichtet haben. In seinen weiteren Ausführungen teilte Genosse Mayer mit, daß in 857 Betrieben des Orgamsationsgebietes der Union der Textilarbei- Budget am Nlftwmh. Prag, 12. Dezember. Ministerpräsident Ma- lypetr besprach heute nachmittags mit den Klubobmännern der koalierten Parteien di« technische Durchführung der mit der Vorlage des Budgets an das Parlament verknüpften Arbeiten, Die Regierung wird das Budget samt dem Finanzgesetz am Mittwoch im Abgedrdnetenhaus auflegen; zugleich mit dem Budget wird auch di« Vorlage über die Senkung der Staatsangestelltengehälter eingebracht werden. Die Vorlage dieser Gesetz- entwürfe wird der Finanzminister wie üblich mtt einem Exposö verknüpfen. DaS Budgetvrovisorium soll jedoch nicht jetzt, scndern erst in einem Zeitpunkt eingebracht werden, bis der Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses feine Arbeiten ausgenommen hat. Die Gebaltsvorlage soll dem sozialpolitischen und dem Budaetausschuß zugewiesen werden. Eine Frist für die Berichterstattung an das Plenum wird nicht in Aussicht genommen. Der Senat wird morgen das neue Motorfahrzeuggesetz zugewiesen erhalten. Von den Die Spalter und die Einheitsfront. Unter einem zweispaltigen Titel berichten di« Blätter der KP2. über den Terrorakt, den di« Nazi an unserem Genossen Birnbaum verübt haben. Interessant ist nicht so sehr die Meldung wie der Kommevtar, den Reimann beistellt. Es heißt da: Dies« Bluttat stellt sich den zahlreichen llebcr- fällen von Hakenkreuzlern auf kommunistisch« Arbeiter an die Seit«. Ist es nicht sonnenklar, daß der Terror der faszistischen Mordbanditen nur dadurch abgewehrt werden kann, daß sich sozialdemokratische und kommunistische Arbeiter in einer gemeinsamen antifaseistischen Front zusammenschließen? Aber di« sozialdemokratischen Führer, vre ourch ihre Politik den Hakenkrruzfaseismus grozgezogen haben, tun alles, um die gemeinsame Kampfftont der Arbeiter gegen den Fascismus zu verhindern. Die blutigen Vorfälle von Saitz müssen ein Signal zur Bildung der Einheitsfront über die Köpf« der foziak- demokratischen Führer hinweg sein. Den Terror der Nazi würden wir zur Not Wohl aus eigenen Kräften abwehren und unsere Ordner haben den Nazis einige dutzendmale bewiesen, wie man mit ihnen fertig wird. Wir brauchen nur an die Versammlung in T u r n zu erinnern, die so kräftig wirkte, daß di« Nazi ihren Leuten nachher den Besuch unserer Versammlungen untersagten. Aber selbstverständlich ist eS jedem Denkenden längst sonnenklar, und es hat dazu nicht erst, der Bluttat in Mähren bedurft, daß di« Arbeiter den Fascismus nur überwinden können, wenn sie einig sind. Wem das leider bis heute noch immer nicht klar ist, dasind die kommunistischen Führer und ihre klein« Gefolgschaft von Dickschädeln und berufsmäßigen Hetzern, die leider noch immer Zehntausend« brave Arbeiter zu verführen imstande find. Ueber di« Köpfe(wenn sie welch« hat) dieser von Moskau ausgehaltenen Clique hinweg müßten di« Arbeiter sich finden, wollten sie endlich de» Fluch der Spaltung los werden. Die„sozialdemokratischen Führer" versuchen doch seit zehn Jahren, di« Einheit der Arbeiter« kkrfse herzustellen, sie haben nicht das geringste gegen di« wirkliche Kampf- und Einheitsfront der Arbeiter; wer aber, angefangen von der Berliner Konferenz der drei Internationalen im Jab« 1922 bis heut«, diese Einheitsfront verhindert hat, das war der Moskauer Apparat. In Deutschland haben wir in zahllosen Fällen feststellen können, wie dieKP 6. dieErnheitS- front mit den Fasei st«n gegen die Sozialdemokratie verwirklicht hat und auch bei uns fehlt es nicht an solchen Erfahrungen. Noch vor wenigen Monaten, als wir große Kundgebungen gegen den Fascismus veranstalteten, sind uns in einer Reihe von Versammlungen die Kommunisten entgegengetreten. In Deutsch-Liebau in Mähren haben sie, obwohl im Reftrat kein Wort gegen sie gefallen war, unsere Kundgebung gesprengt. Ueberall werfen sie sich zu freiwilligen Verteidigern der Nazis gegen uns auf. Es soll uns freuen, wenn sie nun einsehen, daß man so nicht weiter kommt. Aber wir zweffeln sehr daran, daß der Aufruf zur Einheitsfront, den di« Reimann und Konsorten täglich loslassen, bis an ihr eigenes Ohr dringt und in den Kopsen dieser Kaffeehausstrategen und ehrgeizigen Bourgeoisjüngel, di« sich als Arbeiterführer aufspielen, ein wenig Verantwortungsgefühl weckt! 18 > Prim Heller: Der k.u.k. SaniWckns So, Wenzel, jetzt nimm du das AaS auf eine Weile, ich habe genug. Das täte dir so paffen, du alte Scharteke, jeden Tag auf so fesche Burschen zu stoßen, wie wir, was?" Emil bat die Dame, die Zudringlichkeiten seiner Mannen mit ihrer, ja begreiflichen Verwilderung zu entschuldigen. Sie schien indessen durchaus zufrieden und bedauerte nur, nicht schon früher gekommen au sein, aber sie hätte sich auch den Krieg niemals so schön vorgestellt. Schließlich mußte man denn doch an den Aufbruch denken und damit die Frage des seltsamen Choleraforschers ventilieren, nur der Putzfleck war dafür, sich hier im Walde zu etablieren und den alten Idioten seinem Schicksal zu überlassen. Emil sand, das wäre nicht gastfreundlich, feig und nicht gut. Er hatte den Plan gefaßt, mit Hilfe dieses Wosiewicz die Choleraepidemie über die bewilligten sechs Wochen hinaus zu verlängern. Schwester Sarsaparilla, die Emil die nötigen Informationen über Wosiewicz und seine Choleratropfen gegeben hatte, war von der Idee begeistert. Sie wäre am liebsten bis an ihr Lebensende oder noch länger bei den fidelen Patienten geblieben, um sie zu pflegen und ihnen willig alles zu bieten, was sie hier, ach wie schwer entbehren mußten. So hatte nur der Gcfteile mit der zerschcpperten Flasche allerhand Sorgen. Nachdem er aber geschworen hatte, der Inhalt hätte mit Rum, Kognak und Schnaps auch nicht eine entfernte Verwandtschaft gehabt, erklärte Emil die Sünde für verzeihlich und versprach, den Unglücklichen unter seine schützenden Fittiche zu nehmen. Der Zorn deS Stabsarztes hatte sich gelegt und Emil hatte ein verhältnismäßig leichtes Spiel. Er ließ Wosiewicz von seinen Mannen umringen und sie mußten ihn einen Frauentanz auffuhren und dabei rufen:„Sei uns gegrüßt, du Wundermann, wir zogen in den Wald, um zu sterben, da sandtest du uns deinen Wundertrank und wir sind genesen." Emil stellte sich dann dem Stabsakt vor und berichtete ihm, die Kranken hätten sich mit einer derartigen Gier auf das wunderbare Medikament gestürzt, daß davon in wenigen Minuten nichts, nicht ein Tropfen, ja nicht einmal die Flasche übrig geblieben sei. Wosiewicz strahlte vor Glück und erklärte, das sei recht so, er werde jetzt nach Hause fahren und bald mit neuem Vorrat wiederkommen, hauptsächlich für die Russenabteilung und für den Fall, als Neu- erkrankilngen auftreten sollten. Da die Cholera bei den Gefangenen längst erloschen war, waren die Erfolge mit dem Wostewiczschen Mittel auch hier glänzende. Emil ließ der Reihe nach alle seine Leute und alle Russen die Erkrankung durchmachen und sie durch die Tropfen prompt genesen. Wosiewicz wurde zum Schluß selbst mißtrauisch und vermißte die bei jedem Mittel un- ausbleibtichen Versager. Um ihn zu beruhigen, ließ Emil ab und zu den einen oder anderen Soldaten, besonders solche, die nicht Frieden hallen wollten, Rizinusöl trinken und rief bei ausgiebiger Wirkung Wosiewicz zur Bestätigung der Diagnose herbei, dann hört« er mit dem RÜinuS- öl aus und gab die Tropfen und Wosiewicz konnte sich von der Wirksamkeit seines Medikamentes überzeugen. Solche Erfolge mußten denn doch anerkannt werden und der Armeeobersanitätschef gab schließlich, entgegen der Ansicht der Wifsen- schast, den Befehl heraus, das Mittel in den Spitälern und Sanitätsanstalten zu prüfen. Das geschah auch und Wosiewicz erhielt die Berichte 'ingeschickt.. Er erklärte die Mißerfolge durch unrichtige Anwendung, indem man die Patienten gewöhnliches Waffer nachtrinken ließ, statt ihnen Lourder- oder zumindest Wechwafler zu reichen. Die Wissenschaft, die bisher Wosiewicz nicht ernst nehmen wollte, war damals stark vaterländisch orientiert und da die Habsburger, wenn der Vergleich gestattet ist, ähnlich wie die Juden stets stark mit Gottes Hilfe rechneten, wagt««s niemand, die Behauptung Wosiewiczs als Unsinn zu bezeichnen. Nur Emil meinte im Vertrauen zu dem greift» Gelehrten: ,Mein«r Ansicht nach werden mit den Choleratropftn die besten Erfolge dann erhielt, wenn man Kognak in starftn Dosen nachtrinren läßt." Wosiewicz war durchaus nicht, rechthaberisch und ließ jedermanns Ansicht, wenn sie nur ehrlich war, gelten; er sorgte dafür, daß Emil fiir seine Kranken das entsprechende Quantum von Kognak fortlauftnd zugewiesen erhielt und hörte die Neuerung von den Kranken nur loben. Auf di« Dauer wurde aber der Neid und die MiMmst der Kollegen so stark, daß eine Kommission in das Choleralager abgesandt werden mußte, um sich von der Richtigkeit der Angaben Wosiewiczs und Emils zu überzeugen oder aber sie richtigzustellen. Ws Arzt wurde imeder Dr. Pavliöek«stimmt, dem man gesagt hatte: „Sie haben unS die Suppe eingebrockl, jetzt löffeln Sft sie aus!" Dr. Pavliöek faßte sein Gutachten dahin zusammen, daß die Tropfen nur bei einer ganz bestimmten Form der Cholera Heilung versprächen, nämlich bei der Cholera tachinensis. Sein Gutachte« ging dahin, die Choleraabteilungen zu liquidieren und Emil zwecks Er- tüchtlgung in der k. u. k. Medizin einen Studienurlaub zu gewähren. Da Emil tatsächlich über große Militär, und Kriegserfahrung verfügte, :oar vielleicht der Gedanke, jetzt auch die wissen- 'chaftlichc Seit« seines Berufes ein wemg zu pflegen, gar nicht ft schlecht, aber was er in Serbien noch dankbar angenommen hätte, erschien ihm jetzt ein Greuel. Er fand es unter der Würde eines Militärgewaltigen, der er nun einmal war, sich nach Art-ineS Schulbuben mir Bücherweisheit zu befassen Ihm, der bei dem Donner feindlicher Kanonen und bei dem Wüten eigener Vorgesetzter stets ruhigen Gleichmut bewahrt hatte, fiel es schwer, sich von ein paar lausigen UniversitätSprofefforen imponieren zu lassen und ihnen nach dem Munde zu reden, waS sie insbesondere bei den Prüfungen verlangten. Bei der Prüfung aus Bakteriologie kam es überdies zu einem sehr bedauerlichen Mißverständnis. Der Profeffor, einer der erbittertsten Gegner Wosiewiczs, verlangte von Emil etwas über den Erreger der Cholera zu hören und als Emil die Weisheit nicht gerade aus dem Aermel schüttelt« tat der Profeffor sehr verwundert und sagt«:„Wenn Sie nicht wissen wer der Erreger der Cholera ist» wer soll es dann wiffen?" Emil faßte diese Bemerkung als Beleidigung auf, indem er meinte, der Profeffor werfe ihm vor, daß er, Emil Meltfch, der Erreger der Cholera, zumindest gewisser Formen dieser Krankheit sei. Er verwahrte sich gegen persönliche Anspielungen und verlangte«ine andere, womöglich selbstgestellte Frage. Der Professor versuchte ihn zu beruhigen und versicherte, er häte die Frage nur gestellt da es ihn besonders interessiert hätte, Emils Einstellung zu der Cholera kennenzulernen und sich mit ihm in unvoreingenommener Weise über den Unterschied zwischen der wissenschaftlichen Cholerabehandlung und der durch Wosie- wieczs geübten zu unterhalten. Nur allmählich und sehr langsam hatte sich Emil entschlossen einzulenken, indem er betonte, daß nicht alles, WaS die Wissenschaft hervorgebracht hatte, solchen Sogen gestiftet hätte, wie dr« Choleratropfen des großen Märtyrers Wosiewiczs. Die Herren Professoren sollten sich ja nicht einb'ldcn, daß«S vor der Entdeckung ihrer Bakterien keine Cholera gegeben hatte nein, auch iw gab es schon Epidemien dieser Krankheit und man hatte es "erstanden. dieft Epidemien zu ersticken auch ohne s: e Bakterien der Herren Professoren. (Fonietzung folgt.) Nr, 293 Dienstag, 13. Dezember 1932 Seite 3 vor Analphabet und die deutsche Kultur. Wie völlig unbeleckt von der Kultur auch jene Vorkämpfer des Dritten Reichs sind, di« vermittels der unseligen Erfindung des Rotationsdruckes ihren Mit-Analphabeten täglich vortäuschen dürfen^ daß sie des Lesens und Schreibens kundig waren, beweist das nationalsozialistisch« Wochenblatt, das im Anhang de-„Tag" erscheint. Dort befaßt sich einer, der mit einem 'Stern(*) signiert, obschon ihm noch kein Licht oufgegangen ist, des langen und breiten, mit der Tatsache, daß uns kürzlich in unserem Gerhart Hauptmann-Artikel ein(schreib- oder drucktechnischer) Fehler unterlaufen ist. Das Motto unseres Artikels war ein Zitat aus Hauptmanns Drama„Bor Sonnenaufgang". Durch das erwähnte Versehen kam aber als Quellenangabe zustande„Bor Sonnenunter- gana". Da aber der Artikel dann an das Motto anknupfte und sich ausführlich gerade mit der denkwürdigen Premiere des sozialen Dramas .Jßor Sonnenaufgang"(1889) befaßte, mußte der Ixrtum jedem Leser, wenn er nicht überhaupt darüber hinweglaS, klar sein.. Wir stellten den Irrtum am nächsten Tage in einer Notiz richtig, auf die sich der Troglodht nun stürzt. Jeder mit einem Mindestmaß von Intelligenz und Bildung ausgestattete Glossator würde sich, wenn er hier überhaupt den Stoff für eine Betrachtung gegeben sähe, natürlich an die einzige scheinbare Blöße des Gegners halten und argumentieren, dieser habe Hauptmanns neues Drama„Bor Sonnenuntergang" mit dem mehr als 40 Jahre alten Drama„Bor Sonnen- aufgang" verwechselt. Das wär« zwar durch den garten Inhalt des Artikels widerlegt, aber bei einiger Berlogenheit, an der«S ja dem dümmsten Hakenkreuzler nicht fehlt, ginge die Sache. Wie aber packt der Analphabet eS an? Er hat den Artikel selbst gar nicht gelesen oder zwar zu lesen versucht, aber nicht verstanden, und macht es so: Schreibt also da irgendein Redaktionsmitglied des„Sozialdemokrat" anläßlich des 70. Geburts tages Gerhart Hauptmanns einen Leitartikel, dem er als Leitspruch eine Stelle aus Hauptmanns„Bor Sonnenuntergang" richtig zitierend vo raus setzt Der Oberschreibwart der Sozipresie kriegt plötzlich einen Gedanken, einen verdammt peinlichen. Heiliger Herr——Verzeihung!—„Seliger Mar- dochai! Wie h a i ß t es eigentlich: Bor Sonnenaufoder-Untergang? Die Gedanken fahren lustig aus und ab, und kreuzen einander hurtig und neckisch; ja, wenn man, nur wüßte!'Dieser verdammte „Sonnenaufgang!",,-^ Oder heißt es doch-Untergang?" Der Oberschreibwart der Sozipresie, dem natürlich alles durch und auch leicht von der Hand geht, bessert im plötzlichem, selbstverständlichen Entschlüsse„Sonnenuntergang" in„Sonnenaufgang" um. Unter dem Motto läßt er dir Sonne untergehen, im Leitartikel aufgehen; hat er darauf vergessen, vielleicht auch kalkuliert er, eines muß doch richtig sein, lassen wir's stehen! Gedruckt schaut di« Sache allemal anders aus. Man bespricht den Fall. Ah und zu— auf und nieder. Sonnenaufgang findet nach parlamentarischen Begriffen die Mehrheit der Soziredakteure, Wahrscheinlich deshalb, weil es am Vortage größer, eindringlicher— gedruckt wurde. Und man korrigiert in der nächsten Folge" „Im Motto unseres Leitartikels über Gerhart Hauptmann sollte die Quellenangabe selbstverständlich„Bor Sonnenaufgang", nicht vor „Sonnenuntergang" heißen." Sollt« heißen! Natürlich, selbstverständlich. Sollte! Aber richtig heißt es halt doch„Bor Sonnenuntergang", woran wir den„Sozialdemokrat" und seine famosen Schrei bwarte erinnern wollen. Hat man so etwas schon erlebt! Der Junge hat tatsächlich keine blasst Ahnung, daß Gerhart Hauptmann ein Drama »Bor Sonnenaufgang" geschrieben hat, daß mit diesem Drama die Geschichte des deutschen Naturalismus und der Aufstieg Hauptmanns beginnen, daß cs ein Standardwerk der Literaturgeschichte ist, zwischen zwei Epochen stehend wie Goethes„Götz"(den der Troglodht aus einctn Zitat kennt, dem einzigen, das seine Welt mit der Goethes verbindet). Er weiß wahrscheinlich von Hauptmann überhaupt nur, daß er einen Geburtstag gefeiert und ein Stück„Bor Sonnenuntergang" geschrieben hat, das er von den Theaterzetteln kennt. Und so etwas belehrt uns noch, will uns »erinnern", sagt uns, was„richtig" ist. Da soll Wan sich noch die Arbeit machen, derlei Analphabeten mit Grubenhunden hineinzulegen. Nein, lieber Eulen nach Athen tragen, als Grubenhunde für ein Blatt fabrizieren, das ja mit seinen ernstgemeinten Aufsätzen jeden Grubenhund übertrifft. Wie soll man Breschen schießen, wo nichts als Bildungslücken sind, wie eine Ignoranz demaskieren, die groß genug ist, einer ganzen Nation bie Sonne zu verdunkeln. Wir wollen den Strert darüber, ob es„Vor Sonnenuntergang" oder »Bor Sonnenaufgang" heißt, ruhig mit der Feststellung schließen, daß die Sonne im Dritten Reich nie untergehen kann, weil sie nie aufgehen wird und daß einem„Satiriker" wie dem oben Geschilderten gegenüber nur übrigbleibt, den Schlußsatz aus der Geschichte von dem Preußischen Major zu variieren: So einen Trottel hab' ich mein Lebtag nicht gesehen! Kieselsteine, Revolver— Mittel der EinyettSsront. Kommunisten überfallen eine Arbeiterin. Wie die Kommunisten darangehen, die Einheitsfront zu verwirklichen, zeigt der nachstehende Fall. In einer, vom kommunistischen Betriebsausschuß der Firma Czersovsky in Ketten' bei Kratzau einberufenen Betriebsversammlung, fühlte sich ein richtiglinierter und wohlorganisicrter Jungkommunist zu der Feststellung veranlaßt, in der Versammlung seien auch sozialdemokratische Arbeiter und Arbeiterinnen anwesend. Ihretwegen könne man über die zur Verhandlung stehenden Betriebsangelegenheiten nicht sprechen, weil die Gefahr bestünde, daß diese Arbeiterinnen, durch Geschenke bestochen, dem Chef den Gang der Verhandlung mitteilen könnten. Dieser kommunistische Edelknabe beruhigte seine Mitarbeiter mit der Aeußerung, daß er dafür sorgen werde, daß nichts verrate« wird,' indem er den Verdächtigen aüflauern werde und es ihm dann gleich sei, ob einen oder mehrere der Teufel hole. Zum Unterschied von seinen großen Führern, die nur Worte haben und keine Taten, organisierte er mit seinen Freunden einen regelrechten Ueberfall auf eine in Kratzau wohnende Mitarbeiterin, die der Sozialistischen Jugend angehärt. Mit seiner Band» fuhr er am gleiche« Abend«ach Kratzau, postierte sich a« einer finstere« Straßenecke in der Rah« der Wohnung der Washington, 12. D^ember. Die letzt« englische Rote, in der die Zahlung der am 15. Dezember fälligen Schuldenrat« angekündigt, zugleich aber vorgefchlagen wird» di« Zahlung nicht als normal« Rate, sondern im Falle des Zustandekommens einer späteren Vereinbarung als Abschlagszahlung auf das Kapital zu betrachten, ist vom Staatssekretär Stimson binnen sechs Stunden gänzlich ablehnend beantwortet worden. Stimson erklärt« in der neuen Rote, daß der amerikanisch« Schatzsekretär n i ch t das Recht be- sitze, die Zahlung in anderer Form als normal« Rat« in Uebereinstimmung mit dem Wortlaut des seinerzeitige« Schuldenabkommens entgegenzunehmev. Das heißt also, die amerikanisch« Regierung betrachtet den britischen Standpunkt als unannehmbar, daß die Ratenzahlung zum 15. Dezember nicht als eine Wiederaufnahme der Zahlung der Jahresannuitäten, wie sie in dem allgemeinen Schuldenübereinkommen vargeschrieben ist, ausgelegt werde. Die Regierung der Vereinigten Staaten, respektive das Schatzamt, habe kein Recht, irgendwelche Abänderungen in den bestehenden Uebereinkommen, die die Schulden betreffen, oder irgendwelche Vorschläge für di« Zukunft«ntgegenzunebmen. Eine definitive Ent- scheidung in Sachen der Durchführung der Ratenzahlungen oder irgendwelcher Aenderungen stehe nur dem Kongreß zu. Paris, 12. Dezember. Die Deputiertenkam- mer trat heute nachmittag in einer etwas anderen Lage zusammen, als man erivartet hätte. Auf di« Stimmung der Deputierten wirkte die Washingtoner Meldung ungünstig ein, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die englische Art der Zahlung der Kriegsschuldenrate unter Vorbehalten abgelehnt hatte, die Art der Zahlung, der auch die französische Regierung sowie der Finanz- und der Wirtschaftsausschuß der Kammer zuneigten. Unter lebhaftem Beifall der ganzen Kammer sprach Ministerpräsident H e r r i ö t sein Bedauern aus, daß die Bereinigten Staaten, die an dem Kriege und an den Friedensverhandlungen an der Seit« der Alliierten teilgenommen hatten, schließlich weder die Friedensverträge unterzeichnet hatten noch in den Völkerbund eingetreten wären. Mit erhobener Stimme führte Herriot aus, Frankreich habe ein viel größeres Anrecht auf Repartionen und Entschädigung als andere Staaten. Di« französisch« Regierung hat sich für di« Zahlung entschlossen, aber nicht für eine Zahlung ohne jedweden Vorbehalt und sie wird auch nicht auf ihr Recht auf Reparationen verzichten. Das französische Volk und di« Regierung, di««S vertritt, weichen Bertragvverpslichtungen, di« sie auf sich nahmen, nicht aus, so wie auch in der Vergangenheit Frankreich sich niemals seinen Pflichten entzogen hat. Wir haben lang« üb«r dies« Lösung«achgedacht, »ach reiflich«« Ueberlegung wollt«« wer aber nicht zu jenen gehören, die die Ehrlichkeit der Unterschrift Frankreichs de sirr..«». Wen« Frankreich seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkomm«« würde, dann jugendlichen Arbeiterin und lauert« ihr auf. Ob diese Kampfmittel in den letzten Beschlüssen der kommunistischen Parteizentrale vorgefchlagen werden, oder ob er sie aus einem Tom-Shark- Heftchen bezogen hat, wissen wir nicht. Jedenfalls war die Bande mit Ziegelsteinen und Revolvern bewaffnet. Zum Leidwesen der Banditen machte die Jugendgenosiin aber den Heimweg nicht allein. »Als sie und ihr« Begleiter, vom Bahnhof nach Hause gehend, di« Stell« des Hinterhaltes passierten, kamen ihnen plötzlich Ziegelstücke zugeflogen und der Lauf eines Revolvers blitzte ihnen in der Dunkelheit entgegen. Ein Begleiter hatt« die Geistesgegenwart, dem richtiglinierten Revolverhelden di« Waff« rechtzeitig aus der Hand zu schlagen. darauf fielen die Wegelagerer, vier an der Zahl, über ihn her, schlugen ihn blutig und verschwanden dann vom Schauplatz ihrer revolutionären Tätigkeit. Am nächsten Arbeitstage konnte sich der Held im Kreise seiner Freunde nicht enthalten, zu versichern, daß die Sache noch ganz anders auS- gegangen wäre, hätte sich das ausersehene Opfer allein dem Hinterhalt« genähert. Di« Gendarmerie hat sich des Revolutionärs urrd seines Revolvers angenommen. Stimson erinnert zum Schluss« daran, di« Regierung der Bereinigten Staaten sowie auch die amerikanische Nation legten der genauen Einhaltung der ursprünglich gültigen Ueberein- kunst große Wichtigkeit bei und es wäre mehr Hoffnung vorhanden, daß man die ganze Frage werde neu durchstudieren können, wenn sich die Parteien an diese Politik halten würden. Im Staatsdepartement wird erklärt, ein« mündliche Anfrage des britischen Botschafters bei Stimson hätte genügt, um die britische Regierung endgültig davon zu überzeugen, daß die am 15. Dezember fälligen Raten gezahlt werden müßten, und zwar als Zinsen- raten und nicht, wie die englische Note vor- geschlagcn hatte, als Abschlagszahlung aus das Kapital, falls Europa nicht die Möglichkeit irgend einer späteren Revision des gesamten Schuldenkomplexes empfindlich stören wolle. Einflußreiche Mitglieder des amerikanischen Kongresses billigen im allgemeinen den Wortlaut dieser Antwort. S«Mne weilte Zähne L-ss» Ihnen meine BtMte Anerlennung und»ollst« Zusriedenhest üb« bl«.Chloro. bonl-Zahnpast« ju übermitteln. Ich gebrauche.Chlorodonl" schon lest Jahren und werd« ob««in« ichüaen weiften Höhne oft beneidet, die ich letzle» Lndet» nur durch den täglichen Ge- öranch Ar«^Älorodont- Zahnpech«" erreicht^be.'& Reichest, Sch.. Man»«lang« nur die echte Ihloradont.Zahn. pajle, Tube« K& und«LS. und weil« leben ikrla» dalür»urück. könnten seine Schuldner das Gleiche tun. Frankreich darf auch das gemeinsame Vorgehen mit England nicht bedrohen, da es auf der anderen Seite sein Schuldner ist. Frankreich darf von> der vertrauensvollen Mitarbeit mit England nicht ablassen und gegebenenfalls auf Abwege gelangen, wo es dann vollkommen vereinsamt wäre. Das französisch« Parlament hat sich in der Vergangenheit immer für die Respektierung der Verträge ausgesprochen. Ich bi» überzeugt, das es dies auch jetzt tu» wird, schloß Herriot. Gegen Abend fand ein telephonischer Meinungsaustausch zwischen den Regierungen in Paris und in London statt. Bei der gemeinsamen nach 20 Uhr zusammengetretenea Sitzung des Außen- und des Finanzausschusses der Kammer werden Herriot und der Finanzminister den genauen Standpunkt und di« Barbe- Moskau, 11. Dezember. Das Zentralkomitee der kommunistischen Partei der Sowjetunion hat angeordnet, daß im Laufe des Jahves 1933 eine sogenannte„Tschistka", eine Säuberung und Revision des Mitgliederbestandes der kommunistischen Partei sowie der Anwärter für die Par- teimitgliedschift durchgeführt wird. Weiterhin wird vom 11.- Dezember ab ein« Aufnahmesperre sowohl für die Mitglieder als auch die Parieianwärterschaft für das Gesamtgebiet der Sowjetunion in Stadt und Land verhängt. Soeben erschienen: Emil Franzel, lügend und Sozialismus Preis 50 b, für Organisationen 40 b. Bestellungen an das Parteisekretariat Prag. halte darlegen, unter denen die französisch« und die englisch« Regierung die Zahlung vornehmen wollen. Man nimmt an, daß sich die Sitzung bis in die späten Abendstunden hinziehen wird. Sozialisten Mir Aufschub der Rate. Die sozialistisch« Kammersraktion nah« aus Grund der ablehnenden Haltung Amerikas in der Frage der Dezemberrat« einstimmig eine Entschließung an, in der die Regierung aufgefordert wird, im Einvernehmen mit England eine allgemeine Konferenz einzuberufen, di« alle internationalen Transferierungen ohne Gegenleistuug zu beseitigen hatte. Inzwischen möge die Regierung di« Zahlung am 15. Dezember a u f s ch i e b e n. Anschlag\ gegen den Eikaiser? Doorn, 12. Dezember. Im Haus Doorn, der Besitzung des ehemaligen deutschen Kaisers, kam es heute zu einem aufsehenerregenden Vorfall, bei dem vermutlich ein Anschlag auf das Leben des Exkaisers geplant war. Im Lauf« des Nachmittags überstieg ein unbekannter Mann an einer einsamen Stell« die Haus Doorn umgebende Mauer, ohne daß ihn jemand bemerkte. Später wurde der Eindringling von mehreren Dienern in einem der Türme des Schlosses entdeckt, überwältigt und der Polizei übergeben. Es stellte sich heraus, daß er einen Revolver schweren Kalibers sowie einen großen Dolch bei sich führte. Der Festgenommene ist deutscher Staatsangehöriger. Er verweigert hartnäckig Auskunft über seine Personalien, sowie den Zweck feines auffälligen Treibens. Es ist jedoch bereits festgestellt worden, daß er sich seit vergangenem Samstag in Doorn aufgehalten hat. Unheimliche Vermehrung der Tchankstötten. Für den Klub der ischechi-schen sozialdemo- - kritischen Abgeordneten haben Genoss« NetzaS und Genossin Jurneökova eine Interpellation an di« Regierung gerichtet, in d«r auf di« abnormale Vermehrung der Schankkonzessionen erneut hin gewiesen und auch darüber Beschwerde geführt wird, daß die Regierung ein« früher« Interpellation über dieses Thema noch nicht beantwortet ha«. Die Interpellation verweist namentlich auf di« unerfreulichen Verhältnisse in der Slowakei und Karpathorußland, wo ganze Gegenden von Schnaps und Brennspiritus verseucht werden.. Di« Oeffentlichkert müsse erpst durch die Meldung beunruhigt sein, daß die Zahl der Schankkonzessionen feit dem Umsturz von 50.000 aus 70.000 angewachsen ist, d. i. um 40 Prozent, obwohl der Bevölkerungszuwachs nur 10 Prozent beträgt. In drei nordflowakischen Bezirken ist di« Zahl der Schankkonzessionen allein in den letzten drei Jahren nm 50 Prozent gestiegen; eine Konzession entfällt dort bereits aus 150 Einwohner! Außerdem beschäftigen sich viele unverantwortliche Elemente mit dem Verkauf von denaturiertem Alkohol, der aus Böhmen, Mähren und Polen nach der Slowakei geschmuggelt wird. Auch werden fortwährend geheime Brennereien entdeckt, die Getränke mit hohem Alkoholgehalt^erstellen. Weiters verweist die Interpellation darauf, daß die sogenannte lex Höllischer über das Verbot des AlkoholverkauseS an Jugendliche allgemein übertreten wird. Die Interpellanten verlangen vom Ministerpräsidenten energische Schritte zur Bekämpfung des Alkoholunwesens und Förderung des Verbrauches von Milch und alkoholfreien Getränken durch Propaganda in den Schul«» usw. Derarige Parteisäuberungen haben wiederholt stattgesunden, so unter Lenin im Jahre 1921 und später in.den Jahren 1928 bis 1930; dies« Säuberung betraf vor allem di« Anhänger der Trotzki-Opposition. Di««euangekündiate Generalsäuberung soll wiederum oppositionell« Einflüsse zurückdammen und durch hartes disziplinarisches Durchareifen den Gehorsam der Parteimaffen gegenüber der obersten Führung Stalins sichern. Amerika beirrt an! bedinonngsloser Zahlung. Nur der Kongrca zu Aenderungen beredingl. Kammerdebatie In Paris. Herriot für Zahlung unter Vorbehalten. Wer nicht kuscht, fliegt hinaus! Stalin„säubert" die russische kommunistische Partei von seinen Gegnern• Seit« 4 Dienstag, 13. Dezember 1932 Kt. 299 T agesneuigkeiten Diplonratentod^urch Schlangengift Kanton, 1. Dezember. T sch ut sch autln, ein bekannter chinesischer Diplomat und früherer Bizeminister des Aeußeru, starb hier plötzlich nach einem Bankett im Flottenhauptquartier zu Ehren des britische« Oberkommandierender» der britischen Chinastation. Eines der servierten Gericht« bestand aus einer Schlangenspetse und der Tod des Diplomaten soll, wie behauptet wird, auf genossenes Schlangengift zurückzuführen sein. Französisches Poftflimeug verbrannt. Zwei Tote. Paris, 1. Dezember. Ein seit Samstag der- mißtes Postflugzeug der'Strecke Marserlle-Bar- relona ist Sonntag, sechs Kilometer nordwestlich von Saint Dio ries de LqiMer, verbrannt aufgefunden worden. Der Unfall hat sich Freitag früh ereignet. Tas Flugzeug war mit einem Passagier und Post an Bord ausgestiegen. Ter Flieger hatte aber infolge Nebels kehrt gemacht und beabsichtigt, aus einem etwas sumpfigen aber baumfrcien Gelände eine Notlandung vorzunehmen. Beim Landen scheint ein Strauch das Flugzeug gestreift zu haben. Der Apparat schlug dabei um und geriet in Brand. Der Flugzeugführer wurde auf seinem Pilotenfitz vollständig verkohlt vorgefunden. Der Passagier war anscheinend bei dem Sturz herausgeflogen; seine Leiche fand man 20 Meter entfernt. Es handelt sich um einen französischen Flugingenieur, der geschäftlich nach Barcelona reifen wollte. •* Tod zweier amerikanischer Flieoer Bernardswille(Staat New Jersey), 12. De- zembcx. Sonntag stürzre unweit von Bernards- will« ein Flugzeug der Nationalgard« brennend ab. Der Absturz war durch einen Sch ne e stu rm verursacht worden. Beide Flieger, Offiziere der Nationalgarde in New Jersey, wurden verwundet und kamen dann in den Flammen um, da sie sich aus den Trümmern des Apparates nicht mehr befreien konnten. Millionen, die dem Meere rülkentriffen werden sollen. Stockholm, 12. Dezember. In der nächsten Zeit werden schwedische Arbeiten mit der Hebung eines Goldschatzes iw Werte von rund 200 Millionen K beginnen, der von dem im Jahre 1917 in dir',Nähe des finnischen Archipels unter- gegangenetr'russischen-Kriegsschiff«„Za r Peter L er^Gro ße"'stammt. Kürzlich weilte der schwedische Korvettenkapitän Graf Wach- mester in Finnland, wo er mit dem Kurator des Museums in Heksingfors auf alten Landkarten die genaue Lage des untergetzangenen Schiffes studiert hat.. kiü Tttandkafiuo Raub einer Windhose. Paris, 12. Dezember. Bon der französischen Riviera wird eine heftige Wind-! Hose gemeldet, die vor aslem in der Umgebung von St. Maxim« wütete. Diese Stadt wurde bereits im Herbst d. I. von einer Windhose heim- s gesucht. Das Strandkasino wurde von den hes-! tigen Sturm weggetragen. Die Staatsstraße ist an mehreren Stellen unbefahrbar. Bier Kinder ertrunken Memel, 12. Dezember. Auf dem Dorsteiche in Korellischken im Kreise, Memel brachen gestern sechs Kinder durch die dünne Eisdecke. Bier Kinder ertranken, die übrigen beiden konnten mit Mühe gerettet werden. Ihre Magnifizenzen, die Rektoren der deutschen Universität und der deutschen Technik, halten es mit den Nazis. In der Bro- scl)üre, mit der die Hakenkveuzler den» Volkssportprozeß mit eineni„Tatsachenbericht" den Prozeß zu machen suchen, finden sich folgende Tatsachen vermerkt: Seite 81: Di« Rektoren der beiden deutschen Hochschulen halten für die in Pankr-tz verhafteten deutschen Studenten größer« Geldbeträge deponiert, damit die mittellosen Hochschüler sich«ine Aufbesseruna ihrer Verpflegung gestatten können. Seite 3V: Di«. Rektoren, di« sich über den Fortgang der Untersuchung und über die persönlichen Verhältnisse der verhafteten Studenten laufend berichte ließen, um schwere Schädigungen des Studienfort- gangc» zü vermeiden, erkundigten sich auch bei»er Gesängnisveiwaltung über di« Gelddepots der Verhafteten, die, soweit sie nicht hinreichend waren, ergänzt wurden. Daß Nicolo von Zeil zu Zeil nach Pankratz fuhr, als dort Hakenkreuzstudent-en in Untersuchungshaft saßen, daß er die bösen Buben auffuchte, mag er seinem Namen schuldig sein. (Wie oft faßen wohl schon kommunistische Studenten im Kittckwn? Aber freilich, die hätten für Nicolo-Bräuche wohl weniger Verständnis.) Aber daß er dann den Verurteilten noch nn Gerichtssaal treudeutsch die Hand schüttelt«, daß er nicht nur aufmunternde Wort« und freundliche Gesten in die ausgehängten Strümpfe tat, sondern auch goldene Zwei furchtbare Frauenmorbe. «ne arme Mutter vou vier Kindern erschlagen. - Graz, 12. Dezember. I« der Gemeind« ; St. Peter bei Graz wurde gestern abend ein furchtbarer Frauenmord aufgedeckt. Man fand auf freiem Felde die Leiche einer Frau, die eine sdurchschnittene Kehle und einen zer- j lrümmerten Kopf aufwies. Das Opfer ' dürfte, nach einem in den Kleidern der Toten ausgefundenen Bestellschein zu schließen, die 30jährige Witwe Maria St-inkleibl, Mutter von vier Kindern sein, die in * Drei Todesopfer eines Raudiiverjalls. Königsberg, 12. Dezember. Iw Kreis Sialltchönen wurde Sonntag morgens von unbekannten Tätern ein schwerer Raubüversall auf , Vas alleinliegende Gehöft Küch ausgesührt. Die - 50 I a h r e a l t e T o ch t e r wurde im Stall beim jAepfel, daß er gegen die Verurteilten einer Partei geradezu Par- t e i p f l i ch t e n erfüllte, stimmt vor allem den ärgerlich, der weiß, wie schwer es die linksgerichteten Stundenten mst diesem Rektor haben, der viel eher nach Pankratz als in einen Hörsaal seiner Universität findet, wenn hier sozialistische Akademiker des Prof. Wahr- mund gedenken, und der viel lieber zur Feder greift, wenn er einem völkischen Hochschulführer kernige Worte mit auf den Weg geben darf, als wenn er sein Fernbleiben von der Wahrmund-Feier entschuldigen sollte. Da uns di« Hochschulpolitik der Rektoren ein wertvolles gesellschaftliches Stüdienobjekt bedeutet, werden wir,„um schwere-Schädigungen dieses Stu- dievfortganges zu vermeiden", uns„weiterhin laufend berichten lassen" und vielleicht gelingt es uns doch noch, eine„Aufbesserung der— moralischen— Berflegung" an disser Hochschule und eine gerechtere Verteilung des rektoralen Wohlwollens zu erreichen. : Der Staatsbeitrag gemäß§ 176 des Peusious- vcrsicherungvgesetzes. Tas Ministerium für soziale Fürsorge hat di« Frist'zur Vorlage der zur-Be- legnng der Ansuchen um die Zuerkennung des Itaatsbeiträges gemäß§ 176 des Gesetzes vom 21. Feber 1929, S. d. G. u. V. Nr. 26, betreffend die Prnsionsversicherurlg der Angestellten m höheren Diensten, erforderlichen Nachweise b i s zum U). Juni 1933 verlängert. Professor Wahrmunds letztes Werk. Im Nachlasse des verstorbenen Professors Wahrmund fand sich ein Werk unter dem Titel„Eherecht in rechtsgeschichtlicher Entwicklung". Nach einer Darstellung der Urzeit des Menschengeschlechtes behandelt das sich an weiter« Kreise der Bevölkerung wendend« Werk aus der Feder des Verstorbenen alle Völker von den Babyloniern und Assyriern angefangen bis in die Gegenwart mit Ausblicken auf die künftige Entwicklung. Mit der Ausarbeitung der Hauptstücke über die Ehe bei den Griechen und Römern hat Professor Wahrmund den Professor Dr. Egon Weitz betraut. Das Werk dürfte schon in der nächsten Zeit im Verlag Hermann Böhlau in Weinrar erscheinen und insbesondere bei den Freunden und Verehrern des Prof. Wahrmund lebhafter Anteilnahme begegnen. Der deutsche Flieger Bertram hat Sonntag den Flug Australren—England angetreten. Bertram ist nach gut verlaufenem Fluge, von Bima kommend, in Surabaja gelandet. Kurz nach dem Abflug von Bima entdeckte der Mechaniker Allen einen blindenPafs agier, der sofort nach der Ankunft in Surabaja, dre um 18 Uhr 30 Minuten Ortszeit erfolgte, f e st genommen wurde. Bertram erklärte aus Befragen, sein Flug sei bislang nur durch starke Gegenwinde gehindert worden. Er beabsichtigt, bei Sonnenaufgang Surabaja zu verlassen, und hofft ohne Zwischenlandung die Stadt Medan im Nordwestcn der Insel Sumatra erreichen zu können. Entgleiste Jugend. Aus Tkebi 8 ov wird berichtet: Im Gasthaus der Witwe Grünseld erschienen zwei junge Leut«, die vom nahegelegenen Friedhof ein hölzernes Gr ab kreuz mitbrachten. Sie tanzten um das aufgestellte Kreuz und machten sich darüber lustig. Die Gendarmerie hat die.beiden jungen Leute heim Gericht zur Anzeige gebracht. Bankbramteu-Tragödie. Ter 31 Jahre alte Reichsbankbeamte Lothar Knapke in Berlin hat sich erschossen. Er hatte Ende September, als er auf fiirze Zeit den Kassier vertreten mußte, einem Boten tausend Mark zu viel herausgegeben. Alle amtlichen und Privaten Ermittlungen verliefen ergebnislos. Obwohl dem Betroffenen das verlorene Geld nur in ganz kleinen Monatsraten vom Gehalt abgezogen wurde, nahm er sich den Vorgang so zu Herzen, daß er ihn nicht überleben wollte. Der Sohn des Meisters erschießt eine« Angestellten. Das Schwurgericht in K a s ch a u verurteilte den 28jährigen Josef Marhansch zu acht sehr ärmlichen Vrrhältuissen in Graz gelebt hatte. Bo« dem Blörder fehlt jede Spur. Raubmord an einer Greisin. Plaue«(Vogtland), 12. Dezember. Di« 61 Jahre alte Ehefrau des Lebensmittelhändlers Maximilian Hofer wurde in ihrer Wohnung i«! der Ostvorstadt eruiordet aufgesunden. Die Leiche! wies mehrere Messerstich« am Hals auf. Die! Täter haben etwa 10 Mark aus der Ladeukafle! geraubt. Im Schlafzimmer und Badezimmer! durchwühlten sie sämtlich« Behältuiss« und sanden weitere 90 Mark. 0 «en versuchte, wurde ebenfalls erschossen. Ein juuger litauischer Arbeiter» der geflüchtet ist, ftcht unter dem Verdachte, an dem Ueberfall beteiligt zu sein. Und Mordversuch au einem Arzt. Berlin, 12. Dezember. Der Berliner Arzt Dr. Leo Hirsch wurde abends telephonisch iu«ine Lichtenberger Laubenkolonie gelockt, überfallen und schwer verletzt. Zwei mutmaßliche Täter sind festgenommen worden. Jahren Zuchthaus. Marhansky hatte am 20. August am Hofe seines Vaters den Bediensteten des Vaters Anton Ridaröik erschossen. Der Vater Marhomskys ist Maurermeister und er hatte Ridaröik nach Hause geschickt, um Bauholz zu holen. Trotzki ist, von Brindisi kommend, wieder in Konstantinopel eingetroffen. Kauf nicht bei Juden— rufen die koscheren Frauenfelds. Die Nationalsozialisten in Wie» haben in großer Anzahl Flugblätter in Vorbereitung, in welchem ihre Parteigänger und die deutsche Bevölkerung Wiens überhaupt aufgefordert werden, zu den Weihnächtsfeiertagen in Geschäften, die Israeliten gehören, nicht zu kaufen. Das Flugblatt wurde über Auftrag der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Motiv: Rot und Schulden. Eine entsetzliche Familientragödie hat sich in Wien im elften Bezirk zugetragen, wo Montag früh die Bedienerin Theresia Haruda mit ihren drei Kindern im Alter von drei, neun und zwölf Jahren mit Leuchtgas vergiftet tot aufgefunden wurde. Das Motiv fft Not und Schulden. Vom Starkstrom getötet. Montag um neun Uhr vormittags reinigte im Elektrizitästverk der Döllschen Kaolinwerke in Lübau bei Podersam der 33 Iah« ale ledige Arbeiter Anton B r et- schn e i o e r die sogenannten Transformatorenkammern. Dabei berührte er mit der rechten Hand die elektrische Hochspannungsleitung. Er erhielt einen heftigen elektrischen Schlag und wurde auf der Stelle getötet. Der sofort herbeiacrufene Arzt machte zwar Wiederbelebungsversuche, doch mußten diese nach eineinhalb Stunden als ergebnislos aufgegeben werden. Slach fünf Jahren. An Bord der Dacht „Sita" ist von Rio de Janeiro eine i t a l i e n i- sche Exkursion eingetroffen, die in den nächsten Tc^en den Amazonenstrom flußabwärts fahren wird, um nach den Obersten F a w c e t t ru forschen, der mit seiner Begleitung vor etwa fünf Jahren im oberen Gebiet des Amazonenflusses spurlos verschwunden ist. Frau Amy Johnson-Mollison, die erst unlängst einen neuen Flugweltrekord aufstellen konnte, startete Sonntag von London aus nach Kapstadt zum Rückflüge. Frau Johnson- Mollison ist entschlossen, ihren letzten Weltrekord noch zu überbieten. Sie verließ um 7 Uhr morgens auf ihrem kleinen Doppel dicker, den Flughafen von Kapstadt. Mord an eiuem SA-Mann? In der Nähe der Ortschaft Köchelsdorf wurde Montag früh ein SA-Mann in Uniform auf der Landstraße als Leiche aufgefunden. In der Nähe lag ein Revolver. Die Leiche hatte eine Schußwunde in der Schläfe. Die Polizei untersucht, ob der SA-Mann das Opfer eines Verbrechens geworden ist, oder ob ein Selbstmord vorliegt. Tod im Schacht. Auf der Zeche„Graf Bismarck" in Gelsenkirchen ereignete sich ein schwerer Betriebsunfall. Zwei Bergleute, die mit Bohrarpeiten beschäftigt waren, überhörten einen Steinzug, von vem sich stoei Wagen lösten und infolge des starken Gefälles zurucksausten. Die beiden Arbeiter wurden überfahren und so schwer verletzt, daß einer von ihnen kurze Zeit später verstarb. Sturz aus eiuem Ballon. Sonntag früh ging südlich vom Haag bei einer Bauernwirtschaft plötzlich ein Ballon nieder, der aus Düsseldorf stammt und dort mit vier Insassen aufge- stiegen war. Einer der Insassen fiel aus dem Ballon,.so daß er ernstlich verletzt wurde und in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Die anderen Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der Ballon wurde geborgen. Drei Todesopfer einer Schwarzfahrt. Auf der Landstraße Perleberg- Wittenberge hat sich Sonntag gegen 3 Uhr morgens ein folgenschweres Autounglück ereignet. Ein Kraftwagen, der von dem Hamburger Otto Cölln, dem Chauffeur des Besitzers, zu einer Schwarzfahrt benützt wurde, fuhr mit 120 Kilometer Ge- schwrnoigkeit gegen einen Baum: di« Insassen würden herauSgeschlcudert, drei von chnen. Bildung. Der liicrarlsme NazicneircdaKteor Der Chefredakteur des nationalsozialistische« „Westdeutschen Beobachters", Dr. Peter W i u- kelnkemper, wollte Hugenberg anulken. Da setzte er sich hin, sammelte die Bruchstücke seiner literarischen Bildung und schrieb: „Wohl hat die Volksvertretung in geziemen- Lyti Mitgefühl den namenlosen Schmerz des un- :.östlich«n Geheimrates mit der Toga des Schrift- sichreramtes zu lindern versucht, aber dennoch soll gestern aus dem Mund« des alternden Mannes jenes Lied erklungen sein, das einstens der gefallene Zar Nikolaus so ergreifend sang: Einst spielt ich mit Zepter und Krone und Schweif., Ist er nicht gebildet, der Dr. Peter Winkelu- kemper? Es war vor kurzem Nikolaustag, und der Nikolaus wollte ihm nicht aus dem Gedächtnis. Es gab auch einen Zaren Nikolaus und richtig, von einem Zaren hatte er doch einmal ein Lied gehört? Wie war es doch gleich?„Einst spielt ich mit Zepter und Krone... w« ging es doch weiter? Dr. Winkelnkemper, Chefredakteur des„Westdeutschen Beobachtetzs", hatte nun endlich die GÄranken seines glänzenden Leitartikels beisammen- Der Geist überkam ihn, Lortzing und Goethe im Olymp verhüllte» schaudernd ihr Haupt und wandten sich ah, während er schrieb. Ergreifend schön ließ er für de« Opcrnzaren Peter den gefallenen Zaren Nikolaus singen: '„Ctü spielt ich mit Zepter und Krone ut* Schweif. f Mein Sohn, es war ein Rebelstveif! zwei Mädchen und ein Kellner, waren auf der Stelle tot, der Chauffeur selbst und der vierte Jnsasse wurden schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Radfahrer vom Auto getötet. Montag zeitlich früh stieß an der Kreuzung beim städtische» Brauhaus in Pilsen ein leichtes, Von dem 35» jährigen Chauffeur Karl Svozil aus Pilse» gelenktes Automobil mit einem Fahrard zusammen, auf dem der 61jährige Maschinist des stqb» tffchen Brauhauses Josef Li8ka fuhr. LiSka wurde auf das Pflaster geschleudert, wo er bewußtlos liegen blieb. Das gleiche Automobil brachte ihn ms Krankenhaus, wo er jedoch«ach einer halben Stunde seiner schweren Verletzung unterlag. Svozil wurde festgenommen, die Angelegenheit wird untersucht. Schisfszusammeustoß. Auf einer Kieler Reed« stießen der Mnigsberger Dampfer„Tilsit' und det Bremer Dampfir„Elektra" zusammen. Di« „Elektra" müßte in sinkendem Zustand an Strand gesetzt werbend Ein See verschwindet. Der Arsa-See m £ st- Istrien wird in zehn Tagen vou der Land- kart« von Europa verschwunden sein. Am Sonntag wurde das' südliche Felsufer oberhalb des reißende» Abflusses des Arsaflufses mit' 20 mächtigen Dynamit m i n e n unterminiert, die gleichzeitig entzündet wurden und den das Südufer des Sees bildenden Felsdamm sprengten. Gewaltig rauschten di« Mute« des Sees, die sich durch das Arsatal i a i Meer ergossen. Das Gebiet von rund 1700 Acres, das der Arsa-Se« gemessen hatte, wird nunmehr neuen Boden für den faseistischen Boni- fikationsplan bieten. Betrogen« Patiente«. In der Umgebung von Lipt. Sv. MikulaS besuchte ein unbekannter Warm Kranke und schrieb chnen für teueres Geld wertlose. Medikament« vor. Damit man auf seine Betrügereien nicht komme, nahm er t-e t» Geld von den Leuten. Er stellte chnen nur Re- ze p le'aus,'mit welchen aber di« Leute in ein bestimmtes Gesch äft in Lipt. Sv. MikulaS gehe« mußten, wo sie die verordneten Arzneien einkauften. Das Geld erhielt sodamr der angebliche Arzt. ES handelt sich um«inen gewissen Georg LivaSka aus N8m. Lupöe. Zeug!« Schallplatte. Die Propagandc^endun- gen des am Donnerstag iu Berlin aüsgehobenen kommunistischen Geheimsenders sind sämtlich aul Platten ausgenommen worden. Bei-em kommenden Prozeß gegen die angeklagten Schwarzfunker werden die Platten vermutlich als Bc- lastungSindizien eine wesentliche Rolle spielen Wie Stahlhelm und Nazi Weihnachten feier«. Zwischen Nationalsozialisten un- Angehörigen des Stahlhelms kam es im Borraum des Hotels Kaiserhof in Altona zu einer Schlägerei. Zwei junge Nationalsozialisten waren wegen politischer Auseinandersetzungen aus einer Weihnachtsfeier des Stahlhelms verwiesen worden. In den frühen Morgenstunden erschienen daraufhin im Vestibül«-eS Hotels etwa 22 Nationalsozialisten, die mit den Stahlhelmlestien rn Streit gerieten. Bei der Schlägerei wurden fünf Personen verletzt. Ein 16jähriger SA-Mann wurde festgenvmmen. Der Sachschade ist rocht erheblich. Vom Rundhink Arbeiterreise«— Arbeiternrlaubsorga«isatto«en In der deutschen Arbeitersendung des Präger Rundfunk spricht Mittwoch, den 14. ds. uM 18.25 Uhr Genoss« Franz Kögler-Bodeubach unter dem Titel Urlaub— Lebensfreude— Volksgesundheit über pbiges Thema. Die Arbeiter-Rundfunkhörer werden aus diesen Vortrag besonders aufmerksam gemacht- i V-ehsüttern überrascht und durch mehrer« Schüsse | getötet. Die Burschen drangen dann i« das j Wohnhaus«in und töteten dort durch einen Kops- ! schuß den Greis Küch, der sich gerade anklei- j den wollte. Die Ehefrau Küch, die zu entkörn- > uHiiiiiii!tiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiEiiiii]i)ii[iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiuiTiiiiiiiiiiiiiiitiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii]!iiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiuiiii!iiiiiiiiiiiiiiin ftt. N3 Dienstag, 18. Dezember 1932 Seite 8 PRÄGE» IEITBKC. Sonbrrziig«. Die Staatsbahlidirektion in Prag fertigt«inen Soudermotorzug nach Freiheit am Samstag, den 17. Dezember ab; Abfahrt von Prag nm Mitternacht, Rückkehr Sonntag vor Mitternacht. In dem Preis von 68 X ist die Fahrt mit dem Motorzug, ein« Erfrischung und die Unfallversicherung inbegriffen. Bei genügender Zahl von Inter» esfenten(50) wird dieser Motorzug jeden Samstag adgefertigt werden, doch müssen sich genügend Interessenten stets bis Freilag abends bei Schalter Nr. 13 am Masatpk-Bahnhos anmclden. Zu Weih, nachten expediert die Staatsbahndirektion Prag folgend« Souderausflugsziige: Bom 23. bis 27. Dezember nach T r e n t s ch i n- T e p l i tz für 321 K, dem 24. bis 27. Dezember ins Gesenk«, Riederlinde- triose, für 198 K; vom 26. Dezember bis 2. Jänner 1933 Weihnachtswoche in Italien, Rom, Florenz, Venedig,' 1098 K; vom 30. Dezember bis 2. Jänner Silpsster' und Neujahr in B u d a p«st, 828 K.— Sämtliche Anmeldungen und Informationen beim Schalter Nr. 13 am Masaryk-Bahnhof, bei Len AuSlandszügen auch bei allen Verkaufsstellen der Oehok. Gerichtssaal Ser ZellenkameraS- Das End« eines Weges zum ueuen Leben. Prag, 12. Dezember. Im August d. I. hattet «in Abgsstrafter die Strafanstalt M ü r a u nach Verbüßung einer dreimonatigen Kerkerhaft verlassen. Er war kein schlechter Kerl— Rot und Leichtsinn harten ihn seitrerzeit ins Kriminal gebracht. Er gedacht« ernstlich, ein neues Leben zu beginnen. Und daS Unwahrscheinliche geschah: er erhielt tatsächlich«ine Stellung, ein« verhältnismäßig gute Stellung als Reisender einer Firma, die Plüsch- sl o f f e erzeugte. Man wies ihm«inen Rayon zu, in dem seine. Firma bereits eingeführt war und so hatte«r Aussicht, durch fleißige Bearbeitung des Kundenstockes sich eine bescheiden«, aber verhältnismäßig sichere Existenz zu schaffen. Der ehemalige Sträfling machte sich mit Feuereifer an sei ne Aufgabe. Er war glücklich in dem Gefühl,^wieder Boden unter den Füßen zu haben. Aber die gütige Bor- sehung hatte«s anders beschlossen. Auf einer Geschäftsreise traf er im Waggon mit einem früheren Schicksalsgenossen zusammen, einem gewissen S a.b e r d a, mit dem er seinerzeit di« Zelle geteilt hatte. Saberda bemächtigte sich seiner sofort und erfuhr bald von der verhältnismäßig glücklichen Lage des gewesenen Zellenkameraden: Er erfuhr auch, daß dcffen Musterkoffer Warenproben im Wert« von einigen, hundert Kronen enchalt«. Lader da halte seinen Plan sofort gemacht. Er schwindelte ihm vor, ihm in einem nahegelegenen Ort ein R i e s:« n g« sch'ü f t Berschaffen zu könn«n, «in Geschäft, das dem Reisenden bei seiner Firma zu hohem Ansehen verhelfen könne. Und er fand tollen Glauben. Denn im Kriminal war ja S a b e r d a immer der aufopferndste Kamerad gewesen, der selbstlos alles mit seinen Kameraden geteilt hatte. Er stieg daher in der bezeichneten Station willig aus und vertraut« den Musterkoffer dem genxsenen Kameraden an, der ihm erklärte, als „aüer Freund des betreffenden Kunden" diesen zu-. erst alt«in besuchen und informieren zu wollen.! Saberda verschwand mit dem wertvollen Musterkofser| rnd kam nicht wieder. Einen halben Tag lang i wartet« der arme Vertrauensselige hungernd und frierend auf der kleinen Station, argwöhnisch beobachtet von dem mißtrauischen Bahnpersonal Schließ, lich kam ein Gendarm und erkundigt« sich nach dem Woher uno Wohin des Wartenden. Als hm d'«>er alles erzählt hatte, nickt« der Gendarm mitleidig und Vevständnisvoll und sagte ihm, er solle das Warren aufgeben. Der Lump Saberda sei«ine bekannte Firma. .. Heul« stand Saberda vor Gericht und gestand seelenruhig, den Musterkoffer v«r lauft zu haben. Dreihundert Kronen bekam er und der bestohlene Kamerad flog aufs Pflaster. Die Firma hielt den Vorfall für«in einverständliche» gut. eingefädrltes Gaunerstück.„Hans, wie hast du mir das an tun können?!" klagt« der Bestohlene während seiner Zeugenaussage. töans Saberda lachte nur Er hat noch anderes airf dem Gewissen. Dc>«r 37jährige ehemalige Buchhalter, der nun ganz zur kriminellen E r i st« n z geworden ist, leb: fast nur von der Ausnützung rerrraueus'eliger Menschen Er hat als Hriraksschivfiidlcr«in« Rcihe von Mädchen um ihre lebten Groschen gebracht u. dgl Hem« bekam er acht Monat«'chwer-en und verschärften Kerkers und ioll nach verbüßter Strafe der ZwangsarbeitSanstalk Übelgeben werden. rb. Beziriisoraantsation Prag der Deutschen sozialtem. Arbeiterpartei 'Tonne r.s tag. den 15. Dezember, i acht Uhr abends iin Gewerkschaftshaus, Bergstein Parte'-Bersamm unq Referat des Gen. Dr. Robert Wiener AaL oem Parteitag die rwlitiflve Lage. D i e B e z i r k s v e r t r e t u n g. Kunst und Wissen Arbeitervorstrllung„Der Biberpelz"(Gastspiel Hansi Niese)'. Bor einem erfreulicherweise bis aufs letzte Plätzchen gefüllten Hause ging Sonntag „Der Biberpelz" als vierte Arbeitervorstellung in Szene. Der BildungSvcrein deutscher Arbeiter feiert« mit dieser Vorstellung zugleich in sinnvoller Weise den siebtzigsten Geburtstag beS Dichters, der dem Proletariat zuerst einen Platz auf der deutschen Bühne erobert hat, nicht minder in der herrlichen DiebAomödie vom Biberpelz als in den„Webern". Beide Werke sind mindestens innerhalb der bürgerlichen Welt geradezu zeitlos und heute so aktuell wie vor fast 40 Jahren. Wie die Wsbernot dem allgemeinen Elend dieser Zeit, so entspricht das Regim« der Wehrhähn« von 1894 dem der Wehrhähns von 1832, die seit einem halben Jahr in Deutschland wie- der im Sattel sitzen. Ohne Zweifel hat diese Aktualität dazu beigetragen, während der sonntägigen Vorstellung des„Biberpelzes" immer wieder Beifallsstürme bei offener Szene zu enlsesieln.— Die Ausführung selbst steht unter Liebls Regie eigentlich seit vier Jahren im Repertoire und hat trotz mancher Umbesetzung ihren Stil bewahrt^" Götz ist, ohne die Satire zu übertreiben, ein ausgezeichneter Wehrhahn, der sehr gut nicht nur die bornierte Aufgeblasenheit, sondern auch die Unerfahrenheit des jungen Beamten herauSarbeitet, der den„König" spielen will«ich sich unsterblich lächerlich macht. Ein Kabinettstück ist Renners Rentier Krüger, der sich auch diesmal«inen Sonderapplaus holte. Gut gesehen der Denmqiant MoteS des Herrn H ö lzli n, eine recht gelungene Neubesetzung Manfred S t i e g l« r s Glafenapp. Di« Mutter Wolff der Niese stellt zwar eine nicht immer zu rechtferti- gende Aufpulverung des norddeutschen Temperaments durch einen zu kräftigen Schuß wienerischer Laune dar, aber sie gefällt mit ihrem sprühenden Witz, ihrer packenden Menschlichkeit dem Publikum und sie ist bei allen Einwänden selbstverständlich eine Wulffen, vor der man allerhand Hochachtung haben muß.— Zu erwägen wäre, ob man nicht für die paar Sätze, die der kleine Philipp zu sprechen hat, ein Kind auftreiben könnte, das halbwegs deutsch spricht. Es ist peinlich, wenn in einer Komödie, die Lat^virkungen garq anderen Formats zeitigt, plötzlich übet ein jüdslnd-bömakelndes Kind gelacht wird.-Es wirkten noch mit die Herren Jantsch, Rösner, B a l k und L i«b l, di« Damen Bertram, Warnholtz und Motz. fr. Wochenspiclplan des Reuen deutschen Theaters. Dienstag, halb 8 Uhr:„Bor Sonnenuntergang."— Mittwoch, halb 8 Uhr:„Der fliegende Holländer."— Donnerstag, halb 8 Uhr: „Die drei Musketiere."'— Freitag, halb 8 Uhr:„Eli sabeth von England."Samstag, halb 8 Uhr, zum ersten Mal:„Hokuspokus;" Wochenspiclplan der Kleinen Bühn«. Dienstag, halb 8 Uhr: Ensemblegastspiel Tilla Durieux „Der Schatten."— Mittwoch, 8 Uhr:„Essig und O e l."— Donnerstag, 8 Uhr:„Bargeld lach),"— Freitag, halb 8 Uhr:„Ich habe einen Engel geheiratet"(Kulturverbandsfreunde).— Samstag, 8 Uhr:„Dreimal O f f e n b a ch." SDorl- Spiel' KöinerpHene Bürgerlicher Sport. Für und wider den Schrinamateurismus im DFB. Sonntag fanden in Mähren-Schlesien zwei Gautagungen statt, auf deren Tagesordnung als Hauptpunkt der Antrag der Amateurkommifsion auf Einführung des Schweizer Systems stand. In M.» Ostrau, wo der Nordostga» tagte, wurde dieser Antrag angenommen, dagegen lehnte ihn der Südostgau, der sein« Beratungen in Jglau abhielt, ab. War der erstere gegen ein« sogenannt« Oberliga, befürwortet sie wieder der letzter«. Dieser„Nur-Fußball«r-Antrag" scheint ein« richtige K o ni ö d i e zu werden und der kommende Ber- bandstag des DFB. wird wohl das Maß voll machen. Das Winterturnier der Profis wurde am Sonn- :ag fortgesetzt und brachte als Ueberraschungen di« glatt« 9:1(5:0)-Niederlage SK. Kladnos durch Sparta und einen 3:1(1:1)-Sieg S K. 8 i- b e ü s über S l a v i a, di« aber mit Ersatz änirat. In Pilsen remisiertcn B o h« m i a n s B rag mit Viktoria; das Ergebnis lautet 2:2 M: 2)7 Oesterreich gegen Belgien 6:1(3:6). In Brüssel bestritt am Sonntag die von London kommende österreichische Auswahlmannschaft ein Länderspiel, das si« verdient und. sicher gewann. Belgien erzielte sein einziges Tor beim Stande 5:0. Sonstige Ergebnisse. Karlsbad: KFK. gegen Sparta Kladno 4:1(3:0).— Brüx: DSK. gegen DFK. Komotau 3:2(2:0).— 2 aa z: DSD. gegen SK. Soborten 13:0(9:0).— Bodenbach: LpVg. gegen Spordbrüdcr Bensen 7:0(3:0).— Warnsdorf: WFK. gegen Sportlust Neugersdorf 9:1.— Pr« ßburg: Hungaria Budapest gegen 6:1(1:2).— Budapest: Uspest gegen Soroksar 9:0(4:0), Budai gegen FC. Szeged 4:1 (1:0).— W ien: Admira gegen Wacker 8:2(4:1), Hakoah gegen.Liberias 6:2(1:0), Sportklub gegen Nicholson 4:3(2:1),. Rapid gegen Vienna 3:1 (2:1).— München: Bayern gegen DSV 3:0. — Bayreuth 1. FC. Nürnberg gegen FC. 2:1. — Erlangen: SpVg. Fürth gegen SpBg. 6:1. Antwerpen: Austria Wien gegen Städte- Bb ...«in so leistungsfähiges Gerät zu einem derart niedrigen Preis nerzustellen I" So lautan die Urteile über den Empfänger „SUPER-INDUCTANCE-JUNIOU" PHILIPS 830 Dieses Gerät bietet Ihnen: rür gute Wiedergabe großer Lautstärke PHILIPS „Ml NI WATTERÜHREN! 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Di« Fisa hielt in Paris eine VorstandSsitzung ab, deren Zweck mehr oder iveniger darin bestand, ein Komitee zu bilden, das di« weiteren Arbeiten für die Weltmeisterschaft durchführen soll. Anscheinend hat man nach dem seinerzeitigen Hirsch- mann-Skondal wieder genug Geld beisammen! Eishockey. In Prag besiegte am Sonntag der LTC. den EKE. Wien(früher Pötzleinsdors) mit 2:0(1:0, 0:0, 1:0); die Wiener schlugen am Samstag ein« Prager Gaumanffschafl ö: 1.--- Bu- d a p e st: BKE. gegen WAC. Wien 8:0(Sanistag) und Sonntag wurden die Wiener, von BKE. II gar 7:1 geschlagen.— Berlin: Schllttschuhclub-gegen Wiener Eislaufverein 5:0.— London: Edmonton Superiors(Kanada) gegen Auswahlteam 6:0. Dir tschechoslowakische Leichtathletik-Union, der u. a. auch der DLAB. als Unterverband angehört, hat am Sonntag in Prag seine Haupltagung ebgchalten. Sie dauerte gur« zwölf Stunden und nahm einen sehr st ü r m i s ch e n Berlaivf. D« Bechairdlungsgegenständ« wurden zu einem Kampf Provinz gegen Prag, in dem die Provinz schließlich siegreich blieb. Nikotin und Sport. In Aldershot(England) wurden an 2000 Sportsleuten zehn Jahre lang Beobachtungen über den Einfluß des Rauchens auf di« körperliche Leistungsfähigkeit angestellt. Di« Untersuchten waren Läufer und wurden in drei Gruppen eingereilt: Nichtraucher, mäßige Raucher mit weniger als 20*Zigaretten und starke Raucher mit mehr als 20 Zigaretten täglich.. Es ergab sich bei dieser Untersuchung einwandfrei die Ueberlegenhetl der Nichtraucher. Bei einem Drei-Meilen- Querfeldein-Laufen z. B. waren von den Nichtrauchern 18.8 Prozent unter den ersten Zehn am Ziel. von den anderen Gruppen 8.6 bpv. 6 Prozent. Unter den letzten.Zehn befanden sich dann nur 4 Prozent Nichtraucher, aber 11.4 Prozent der Rancher.'- Aus der Partei Jugenvbewegung. LJ. 1. Mittwoch, 8 Uhr. abends im Heim am Fügnerplatz Jngrndversamml.ung.- Vorher um>L8 Uhr Ausschußsitzung. Frei« Vereinigung so;. Akademiker.— 3. I. II. Heute, Dienstag, 7 Uhr, Wint«rlageranrfchuß. 8 Uhr Seminar.— Mitt woch. den 14. Dezember 12 Uhr, Carolinum, Promotion des Genossen 51 a 11 Lederer. 8 Uhr„Unsere Stellung zum K o m m u n i s m u s". Referent- Genosi«' Dr. R. Wiener.— Genossen, meldet euch für- das Winterlager. Literatur „Raubvögel." Kriminalroman von G>c rard Fairti«. Phönix-Verlag Carl Siwinna, Berlin SW. 11. Trotz mancher.Zumutungen, die an den Leier gestellt werden, ist dem Roman, der«ine Füll.' von Begebnissen in sich schließt, Spannung«ich: abzusprechen, doch haue man nach feinen ersten Set' ten zu schließen, noch mehr von ihm erwarnn. Zn der Einleitung spricht der Amor nämlich seme Verwunderung darüber aus, daß diiz Hauplcharcstrerc m den Kriminalromanen eigentlich nie Letzte aer Unterwelt, sondern fast immer groß« Derekttve sind, obwohl seiner Meinung nach. unter den Männern der Unterwelt viel eher sympathische Burschen zu fin-- »en seien, als unter den Detektiven. Da Nun de Autor Chef einer kleinen Bande zu sein.vorgibi. er wartete man nun ein Neues, eine neue Richtung des Kriminalromans, was aber nicht zsu trifft Mu ist. daß in denr Buch« der Kampf, verschieden er-Band,'« gegeneinander geschildert wird.?.’,—r. Wer nicht ständig I inseriert ,TL wird versessen I ne: ii i: i c«iesfiie* les» C» e f t e» e 11 e■ t ttiftelw«ieksct- Baatttwonti JetÄtSataui; Dr«I»«»*. Sta«. H»ta-«,-a fü: ZeNun«.«nt Buchdruck,«io#.— Mir de» Druck eeurnnsertltA: Otte ballt X..... Pi, Xtu. iiü»matU-nfionfatu:»urde v«n der vaft.». Iele,ra»de»direnl«» Wüt Irlat Jh IS-80WVIXI19U0 diwrllr«!_, d«Lef"di>nimige» Vel Zuftrllu», 1,4 Harü Ott bet Bez UW durch He nunattitb Ki 1«.—. vierieliädrlich U<3.—* . S-iti-'j-fl U«MtlHniS für Damen und Herren KE 2.- DEN KLEINSTEN I Schuhe aus einfarbigem Filz mit geschmeidiger Sohle. DER SCHUL- JUGEND! Der Stolz der Jugend „GENERALSTIEFa." Warm gefütterte Ganzgummistiefel. 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