Nr. 70. Abonnements- Bedingungen: s Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit tauftrirter Sonntags Bellage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 8,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft- 8ettungs Pretstifte für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. ming] not in st16. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel pavatn zetle oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für bie nächste Nummer müssen bts 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". od jug 15 Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Unsere Poft- Abonnenten wollen umgehend das Abonnement erneuern, damit in der Zustellung feine Unterbrechung eintritt. Der Bauarbeiterschutz- Kongreß und die Scharfmacher. Donnerstag, den 23. März 1899. rung gezwungen, von den Verhandlungen des Kongreffes wenigstens so weit, wie sie in den schriftlichen Berichten niedergelegt find, Kenntniß zu nehmen. Die Arbeiter tönnen mithin mit voller Befriedigung auf den Bauarbeiter- Kongreß zurückblicken. Politische Mebersicht. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. ab; borläufig sträubt er sich noch, schon wieder mit Geld herauszurücken, auf die Dauer aber wird er nicht widerstehen können und schließlich seinen agrarischen Freunden doch noch eine neue iebesgabe aus den Taschen der Steuerzahler befcheeren. Der Antrag wurde der Budgetkommission überwiesen. Der zweite, von den Abgg. Dr. Langerhans( frs. Vp.) und Dr. Barth( fri. Bg.) gestellte Antrag, der die Einführung der freiwilligen Feuerbestattung betraf, wurde abgelehnt. Die konservativ- flerikale Mehrheit besteht auf einem„ ehrBerlin, den 22. März. lichen christlichen Begräbniß". Nach Ansicht des Abg. Mies( 8.) Die Haltung der Regierung dem Bauarbeiterschutz- Kongreß Zentrum und Militärvorlage. geht es schon deshalb nicht an, die Beerdigung zu beseitigen, weil die Verwefung auf einem Richterspruch Gottes beruht und eine gegenüber entspricht ganz der Forderung, welche auch die Die würdelose Haltung des Zentrums hat auch die Strafe für den Sündenfall ist. Daß Leute mit so rückständigen AnScharfmacher seit langem immer von Neuem mit allem Nach- Bentrumspresse in eine üble Lage gebracht. So weit sie gegen schauungen fich durch die sachgemäßen Ausführungen des Antragdruck wiederholen: den Arbeitern müsse bei jeder Gelegenheit die Fraktion nicht Stellung zu nehmen wagt, sucht sie sich stellers, der auf die durch die Beerdigung entstehenden Seuchenflargemacht werden, daß sie mit ihren Forderungen auch nicht wider die bessere Einsicht der Fabel von dem Zentrumsfieg gefahren hinwies, belehren lassen, ist natürlich ausgeschlossen. Morgen stehen fleinere Vorlagen, Petitionen und Rechnungsauf das geringste Entgegenkommen seitens der„ maßgebenden" löblich zu unterwerfen. Ohne Widerruf und Widerspruch geht Kreise rechnen können. Durch die ablehnende Antwort der es dabei nicht ab. So hatte die„ Stölnische Volkszeitung" zu- fachen auf der Tagesordnung. Regierung auf die Einladung zum Besuch des Kongresses ist erst rügend geschrieben, Eugen Richter habe den Werth der Herrenhaus. in der That wohl auch der letzte Delegirte, ja der lezte Bau- Lieber'schen Resolution natürlich" herabzusetzen gesucht, trat Das Herrenhaus besprach heute die Interpellation Mirba ch arbeiter darüber aufgeklärt worden, was auf dem Gebiete des dann aber der herabsehenden Entwerthung bei, wie sie Richter betr. ein Fideikommiß- Gesetz mit Herabsetzung des FideikommißBauarbeiterschutzes von oben zu erwarten ist. taktisch für nöthig hielt. Stempels. Die edlen und erlauchten Herren ließen sich herab, die Die unabhängigeren Zentrumsblätter freilich billigen die Regierung anzubetteln. Ob sie Erfolg haben, bleibt abzuwarten, von Lieber und Richter in Kompagnie gearbeitete Dichtung da der Minister Dr. v. Miquel wohl ein neues Fideikommiß- Geſetz nicht. Der Aachener Boltsfreund" Volksfreund" räumt be- in Aussicht stellte, sich aber über eine etwaige Herabsetzung des dem Handel nicht die Regierung, Stempels und darauf kommt es den Junkern doch schließlich an Kürzeren gezogen hat. Weiterhin schreibt das Blatt, das wir Eugen Richter zur Lektüre empfehlen: Die von der Reichstage.Mehrheit beliebte Art, den Regierungen auf die neuen Militärvorlagen gewissermaßen einen " Wechsel auf Sicht" zu geben, ist nicht geeignet, das Ansehen des Reichstages gegenüber den Regierungen zu stärken, vor allem nicht nach dem ganzen bisherigen Verlauf der Verhandlungen. Zuerst wechselte Herr Abg. Dr. Lieber seinen Standpunkt in der Budgetkommission selbst, erklärte dann aber schließlich, an den Abstrichen bei der Infanterie unbedingt festhalten zu müssen“, scher Ausdrücke auch der" Terrorismus" aufgenommen worden und Obwohl in das Sächsisch- Frege'sche Wörterbuch unparlamentari -und zum Schluß ftellte er in Aussicht, bei der nächsten Gelegen- damit jede parlamentarische Erörterung der Zuchthausvorlage, die heit auch darin nachzugeben! Welchen Werth können denn die von dem Worte lebt, offenbar vereitelt ist, fann es die" Post" theoretischen Verwahrungen haben, wenn fie auf solche doch nicht unterlassen, vom sozialdemokratischen Terrorismus zu Weise in der Praxis doch über den Haufen geworfen fabeln: werden? Hier ist ein Mangel an Selbstbewußtsein zu Tage getreten, der dem Anschen der Voltsvertretung und insbesondere dem Ansehen der Zentrumsfraktion zum Schaden gereichen muß, und der wahrlich nicht geeignet ist, den Militärabfolutismus erfolgreich zurückzuweisen. Ist nun die Hoffnung der Regierung erfüllt, waren die Arbeiter durch die Absage der Regierung so zerschmettert, daß sie ihren Kampf um ihr gutes Recht aufgaben? Durchaus nicht Die Delegirten regten sich noch nicht einmal über die Haltung dingungslos ein, daß bei der Regierung besonders auf. Sie sahen darin nur eine Be- sondern der Reichstag den stätigung ihrer bisherigen Erfahrungen als Arbeiter und wurden dadurch in der Ueberzeugung bestärkt, daß ihre bis jetzt verfolgte Tattit die richtige ist. Gerade deshalb, weil sie sich auf den guten Willen anderer Leute nicht verlassen, haben sie ihre Sache in die eigene Hand genommen und den Kampf fortgeführt trotz aller Hindernisse, die ihnen in den Weg gelegt wurden. Und genau von demselben Geiste war auch der Kongreß beseelt. Geradezu erhebend war es, zu sehen und zu hören, wie diese Männer, die für die ersten Forderungen der Gerechtigkeit, ja der Menschlichkeit kämpfen, die nichts anderes berlangen als Sicherung ihres sauer verdienten Lohnes und Schutz gegen die durch die gewissenlose Ausbeutung heraufbeschworenen Gefahren für Leben und Gesundheit, und die trotzdem noch immer an ihrem eigenen Leibe die furchtbaren Folgen der schändlichen Mißstände fühlen müssen: wie diese Männer in der ruhigsten und fachlichsten Weise ihre Sache führten, die Mißstände schilderten und die Mittel zur Abhilfe Elarlegten. An dieser musterhaften Haltung der Delegirten ist aber auch die Politik der Scharfmacher vollständig gescheitert. Der Kongreß ist trok der Absage der Regierung das geworden, was er werden sollte, eine imposante Demonstration für den Bauarbeiterschutz, eine ernste Mahnung an die Gesammtheit, ein durchdringender Weckruf an die Arbeiter. Derselbe Reichstag besißt zudem auf der andern Seite nicht die Entschlossenheit( für die dauernd, gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit einzutreten. Aus Konfliktsfurcht läßt er die Ungewißheit über die zweijährige Dienstzeit fortbestehen, und wir werden auf diese Weise noch oft schen, wie die Militärverwaltung die Erhaltung der abgekürzten Dienstzeit von weiteren, neuen Bewilligungen abhängig macht. Diese starke Karte wird sie nicht aus der Hand geben, weil die Reichstags- Mehrheit in den Verhandlungen über die neueste Militärvorlage sich zweier schwerer Unterlaffungsfünden schuldig gemacht hat: einmal der politischen Sünde, nicht mehr zu bewilligen, als nachweisbarermaßen nothwendig war, zum anderen der Sünde: auf der dauernden Festlegung der zweijährigen Dienstzeit nicht unter allen Umständen zu bestehen. Der Reichstag hätte nichts zu verlieren gehabt, wenn er den Fehdchandschuh, welchen ihm die Militärpartei und die Regierungsknappen des Parlaments hingeworfen hatten, ruhig aufgenommen hätte und in den Wahlkampf gegangen wäre. So aber ist durch die Verhandlungen des Reichstags über diese Militärvorlage dem Ansehen desselben ein Schaden zugefügt worden, dessen ganzer Umfang sich in diesem Augenblick noch gar nicht übersehen laßt." nicht mit Bestimmtheit äußerte. Außerdem erledigte das Haus, meist ohne Debatte, einige fleinere Vorlagen, darunter den Gefeßentwurf betr. Anlauf der Bernsteinwerte der Firma Stantien u. Beder. Den Schluß der Sigung bildete die Berathung von Petitionen. Morgen beginnt die Etatsberathung. Deutsches Reich. Terrorismus. Man geht, wie die bekannten, bisher unwiderlegten und auch unwiderleglichen Angaben des Abg. Ning im Abgeordneten hause im Einzelnen beweisen, ungescheut soweit, die Arbeiter durch Entziehung der Arbeitsgelegenheit und des Arbeitsverdienstes, durch Belästigung, Beschimpfung, förperliche Bedrohung, ja selbst durch Gefährdung von Leben und Gesundheit zum Eintritt in die sozialdemokratischen Arbeitervereinigungen und zum Verharren in denselben zu zwingen. Wer in der sozialdemokratischen Partei sich dem Gebot der Parteileitung nicht unbedingt fügt, fliegt unrettbar hinaus. Was in dem Zukunftsstaate diejenigen zu erwarten hätten, welche sich auch nur einer von der Auffassung des Herrschenden Proletariats abweichenden Meinung schuldig machen, hat der„ Vorwärts" in dem bekannten Artikel verrathen, in dem er für dieses Vergehen Internirung in einem weitentlegenen Landstriche mit Zwangserziehung in Aussicht stellte. Wortführer einer Partei, welche den Terrorismus zum System erhoben hat und als Hauptmittel für ihre Ausbreitung anwendet, beweisen allerdings ein ungewöhnliches Maß von Unverfrorenheit, wenn sie die Handhabung der nothwendigen Beamtendisziplin als Terrorismus bezeichnen." Wenn die" Post" durchaus von Terrorismus reden muß, so läge es doch ihr näher, statt auf die läppisch- inhaltlosen Märchen des Herrn Ring zu schwören, den unerhörten Fall von Terrorismus jeden sche Reichstagsreden nicht zu lesen scheinen, aus dem Arbeitshaus Tag mindestens einmal zu erwähnen, daß Redakteure, die Stummin der Zimmerstraße hinausfliegen. Durch eine häufige Wieder holung dieser Thatsache tönnte die Bost" allmälig wenigstens den geistigen Befiß der ihr jämmerlich gestohlenen" Briefe zurüdwichtiger sein als die seiner Reden. erwerben. Ueberdies sollte die Lektüre der Briefe Stumm's noch ristischer Folterwerkzeuge folgendes Brachtſtüid gewidmet: Bei dieser Gelegenheit sei der Post" für ihr Museum terro Am 1. April will der Verein der Spiritusfabrikanten eine 8entralstelle der Spiritus Verwerthung, das heißt einen Spiritustrust gründen. Um die dem Reiche fernstehende Kon tingent von 80 millionen Litern Spiritus darstellt. Ein Theil der furrenz zu erdrosseln, bedarf man einer Betheiligung, die ein Kon Säumigen und Feindlichen erließ der Spiritusfabrikanten Verein Brenner mag nun von diesem Plane nichts wiffen, und gegen diese ein Flugblatt: Wie sollt Ihr werben?", in dem die Agitatoren Anweisung erhalten, wie die Widerstrebenden zu bearbeiten seien. Anschaulich werden in dem Flugblatt die Höllenqualen ges schildert, welche die Ringfreien zu erwarten haben, wenn der Spiritusring gefchloffen ist: Geschadet hat die Scharfmacherpolitik einzig und allein der Regierung. Vor wenigen Wochen erst verlangte der Staatssekretär des Innern, Graf v. Posadowsky, im Reichstage Männer, die der Regierung auch wirklich die praktischen Kenntnisse des Lebens entgegenbringen". Die Arbeiter entsprechen diesem Wunsche des Regierungsvertreters, sie scheuen nicht die für ihre Verhältnisse sehr schweren Opfer, um ihre Vertreter nach Berlin zu schicken und dort der Regierung auch wirklich die praktischen Kenntnisse des Lebens entgegenzubringen", fie laden die Regierung ausdrücklich ein aber alles vergeblich. Dieselbe Regierung, die schon so oft bei den Zusammenfünften der Unternehmer anwesend war, findet nicht die nöthige Zeit, um einen Vertreter zu den Verhandlungen des Bauarbeiterschutz- Kongresses zu entfenden. Dieselbe Regierung, die es f. 3. ganz gut möglich machte, daß der zutreffend. So müßte jeder denken und sprechen, der nur Was das Zentrumsblatt hier sagt, ist Wort für Wort Reichskanzler selbst, während der Reichstag tagte, auf die eine Spur konstitutionellen Selbstbewußtseins besitzt. Wenn Saujagd gehen konnte, vermag jezt, da es sich nm den Bau- Eugen Richter in öder ungeschickter Rechthaberei und blindem arbeiterschutz- Kongreß handelt, auch nicht einen einzigen Ver- Wahlschachereifer demgegenüber es für gut befunden hat, die treter zu entbehren. Und noch mehr! Gerade auf diesem Kongreß hätte die ftitutionelle Prinzip in der Haft verrathen und verkauft. Zentrumsposse zu fördern, so hat er eben damit das tonRegierung sehr viel lernen können, nicht nur in Sachen des Bauarbeiter Schutzes, sondern auch mit Bezug auf die wich als für Herrn Lieber. Für Eugen Richter aber bedeutet solch' Spiel Ernsteres tigsten Fragen der gesammten Arbeiterbewegung, namentlich leider nicht auf den Grundsägen und der politischen GeDie Macht des Zentrums beruht auch bezüglich der zu erwartenden Zuchthausvorlage. Hier schicklichkeit seiner Führer. hatte die Regierung die beste Gelegenheit, gleichsam mit Leitung erhält die starke Organisation. Die Kirche, nicht die politische eigenen Augen die Arbeiter mitten in ihrer angeblich so Beichtstuhl bearbeitet, nicht im Reichstag und in der Presse. Die Partei wird im staatsgefährlichen Thätigkeit an beobachten, das Buchthaus Hingegen bedrohen die Zentrumsallüren Eugen Richter's den material direkt an der Quelle zu sammeln. Hätte die Regie- Bestand seiner Partei, sie schrecken die wirtlichen rung diese Gelegenheit benugt, sie hätte davon den größten bemokratischen Elemente, die es im Freifinn noch geben mag, Nugen gehabt. Denn davon sind wir überzeugt, daß der aus dem eigenen Lager und treiben sie wider Willen nach Regierungsvertreter, selbst wenn er mit den ärgsten Vor- links. In dem Richter'schen Freisinn sieht die politische urtheilen auf den Kongreß gekommen wäre, denselben Opposition gegen den heutigen Regierungsfurs nicht mehr dech mit der Erkenntniß verlassen hätte: ein Bucht ihre Vertretung, und damit verdorrt die Wurzel feiner haus- Gesetz ist nicht gegen die um ihr gutes Kraft. Recht kämpfenden Arbeiter, sondern gegen die Unternehmer nothwendig, die in der Weise, wie es von den Delegirten nachgewiesen wurde, die Geseße übertreten und den Geboten der Gerechtigkeit und Sittlichkeit ins Gesicht schlagen. Das Abgeordnetenhaus hat heute zwei Initiativanträge be= rathen. Zunächst den Antrag v. Mendel- Steinfels( t), die Bleiben ganze Gruppen aus, so find fie bald kirre gemacht. Am eingehendsten und gründlichsten hat sich der Kongreß Regierung zu ersuchen, für das Etatsjahr 1900 zur Förderung der Mit dem gewaltsamen wirthschaftlichen Tode werden hier alle naturgemäß mit den speziellen Fragen des Bau- Landeskultur und insbesondere der Viehzucht, größere, den Anforde bedroht, die ihre Freiheit nicht aufgeben wollen. Wie Wild follen arbeiterschutzes im weitesten Sinne beschäftigt. Er hat rungen der Gegenwart entsprechende Mittel in Aussicht zu nehmen. die Unglücklichen gehegt werden. Die schnapsbrennenden Agrarier zu jeder einzelnen Frage Stellung genommen und In der Debatte wurden ausschließlich die bekannten agrarischen kennen teine Gnade. Gewiß, das ist kein Terrorismus, fein Terrodieselbe auf Grund praktischer Erfahrung unter Hin- Reden wiederholt. Der Antragsteller und Oberagrarier v. Mendel rismus mehr, das ist Todschlag, Einsperrung in den Hungerweis auf eine ganze Reihe thatsächlich vorgekommener Fälle bekämpfte die Handelsverträge, Abg. Dr. A rendt( ft.) brachte endlich thurmeine Tattit nach dem Herzen der„ Post".seine Silberrede, mit der er seit Beginn der Session schwanger ging, es gerechtfertigt, daß er für die ganze weitere Behandlung zur Welt, und der Dauerredner Gamp( ff.) sprach so trauses Beug dieser Angelegenheit in der Wissenschaft und in der Gefeß- und so viel Durcheinander, daß er zur Sache gerufen werden mußte. gebung maßgebend sein muß. Deshalb ist auch die Regie- Der Finanzminister Dr. v. Miquel gab teine bestimmte Erklärung Prenkisches Abgeordnetenhaus. Er wird, er und seine Abnehmer, wie ein Wild gehent werden, denn Gnade kennen wir nicht. Hier heißt es, mit in Reih und Glieb oder als Feind niedergekämpft. Ostpreußen hatte bisher fast Berliner Preis, weil es eine Spiritus importirende Broving war. Eine Kleinigkeit Spiritus mehr als gebraucht wird, seitens der Gesellschaft dorthin gelegt, setzt den Preis markweise herab.. Für die Gesellschaft eine Pfennigslast, für die dortigen Brenner bringt es Verluste nach Taufenden. Wahlterrorismus. Die Wahl des konservativen Landtagsa Abgeordneten Landraths Dr. Kersten im Streife Romig Schlochau- Tuchel ist für ungiltig erflärt. Der Bericht der " richtiges Ergebniß verkündigt, was zur Folge hatte, daß fünf Wahl- Mehrbelastung der Industrie und gegen die namentlich in§ 45b des gründen die bisher mit gefirnißtem Müller hat aus SicherheitsAusland. Frankreich. 23ahlprüfungs Stommission stellt wunderbare Versuche des kon- Lasten in Gemeine" und„ Sondervermögen" und in„ Gemein-" und ist nach entlegeneren Gegenden gewendet, und 2öwen und fervativen Wahlkommissars und der konservativen Wahlmänner fest, Sonderlasten" bewirkt werden. Weiter wendet sich die Eingabe Leoparden holen sich ihre Beute aus den Eingeborenendas Wahlglück zu korrigiren. Der Wahlkommissar- andrath gegen die Ausnahmestellung der Saisonarbeiter, die gleichfalls den Ansiedelungen und selbst Europäer Stationen. In MadFreiherr v. 8eblik Neukirch- hat unter Außerlandwirthschaftlichen Streifen zu gute fommen foll, ferner gegen die schama z. B. find innerhalb acht Tagen drei Menschen diesen Thieren atlassung der pflichtgemäßen Sorgfalt" ein nicht durch Einführung einer neuen, fünften Lobullaffe herbeigeführte zum Opfer gefallen, und der Missionar Müller hat aus Sicherheitsmit männer, die für das Zentrum gewählt hatten, sich ent- Entwurfs gefährdete Selbstverwaltung der Versicherungsanstalten schweren Holzläden versehen müssen. Selbst am Tage fann niemand fernten, so daß im folgenden Wahlgang der Konservative fiegte. und die dadurch mögliche Gefahr eines Bruches der berufsgenossen- unbewaffnet in den Busch gehen, ohne sein Leben zu gefährden. Ferner waren siebzehn Wahlmännerwahlen mit Unrecht für schaftlichen Organisation. ungiltig erklärt worden. Der Wahlprotest enthält außerdem noch manche Einzelheiten, die ein eigenartiges Licht auf diese Wahl werfen. So behauptet derselbe, es sei einem Wahlmann Fengler der Mund zugehalten, als er für den Zentrumskandidaten stimmen wollte, so daß er nur mit Mühe sich Luft machen konnte; der Wahlmann Staberow wurde aus dem Lokal von den Gegnern geführt, so daß er seine Stimme für den Zentrumskandidaten nicht abgeben fonnte, der Wahlmann Buchholz war im Saale gar nicht anwesend, bei Aufruf seines Namens wurden aber aus dem dunklen Theil des Saales dreimal hintereinander Stimmen auf den konservativen Namen abgegeben. Das Rastatter Denkmal. Der Gemeinderath bon Rastatt hat den Beschluß gefaßt, zu genehmigen, daß die Grab stätten der 1849 standrechtlich Erschossenen auf dem alten Rastatter Friedhofe in ein Sammelgrab vereinigt werden und die Einfriedigung in einem Quadrat von 6 Meter angelegt werde. Es wird auf diese Weise wie bisher der Fortbestand der Grabstätte genehmigt und die gefeßmäßige Vergütung dafür auch fürderhin nid in Anspruch genommen. Auch gegen etwaige Errichtung eines Grabbentmals wird diesseits nichts er innert, sofern mur jede Spur einer politischen Demonstration ause geschlossen bleibt; letteres gilt als selbstverständlich auch von der etwa beabsichtigten alljährigen Ausschmückung der Begräbnißstätte. Jedwede sozialpolitische Kundgebung müßte jederzeit als durchaus unzulässig und unberechtigt zurückgewiesen werden. au genehmigem, a beat, vo Gegen den Dreschgrafen Pückler soll mun doch das StrafDie Staatsbürgerin", die den erfahren eingeleitet sein. Grafen als Abonnementsreklame ausgebeutet hatte und dabei der Ein englisch französischer Vertrag bezüglich der beiderKonfistation verfallen war, entdeckt bei diesem traurigen Anlaß den Grundfag der freien Meinungsäußerung und grimmig wettert fie: feitigen Befizverhältnisse und Einflußsphären im südwestlichen Grundfag der freien Meinungsäußerung und grimmig wettert fie: Sollte sich die Nachricht, die einer früheren allerdings zuwiders Sudan ist nachdem die Angelegenheit zu einer sehr gereizten läuft, bestätigen, so würde sich an Gerichtsstelle willkommene Stimmung und drohenden Erklärungen zwischen beiden Nationen Gelegenheit bieten, nachzuweisen, daß es einzig und geführt hatte in London zu stande gekommen. Das Abkommen England behält allein Juden sind, die durch den Mißbrauch des zusammen- bildet ein Supplement zur Niger Konvention. gerafften Kapitals, durch ihre Thätigkeit auf allen Ge- danach Bahr- el- Ghajal und Dar- Fur, Frankreich Wadai, Bagirmi bieten des öffentlichen Lebens vor und hinter den Koulissen und das Gebiet im Osten und Norden des Tschad- Sees. England den öffentlichen Frieden stören und das Deutschthum geiährden, erkennt eine französische Einflußsphäre westlich einer Linie, die sich und daß die Deutschen in der Abwehr dieser das öffentliche füdlich vom Wendelreise des Krebses die Libysche Wüste entlang bis Interesse fortgesetzt verletzenden Thätigkeit lediglich im berech zum 15. Breitengrade erstrect, ant. Beide Theile gestehen einander tigten Intereffe verfahren und eine Gesundung unseres nationalen gegenseitig Gleichheit der Behandlung in kommerzieller Hinsicht zu Lebens, eine Versöhnung der Gegenfäße anstreben. Wir wollen in dem Gebiete zwischen Nil und Tschad- See einerseits und dem mur darauf hinweisen, wie sehr gerade Juden bestrebt sind, fünften und fünfzehnten Breitengrade andererseits. Frankreich hat mit ihren materiellen und geistigen Kräften die Elemente somit einen Zugang zum Nil. Die Parteien verpflichten sich gegendes Umsturzes, Sozialdemokraten und Anarchisten, zu stärken feitig, fich der Ausübung politischer oder territorialer Nechte außerund anzureizen und durch Auspowerung der Massen neue halb der im Vertrage festgesetzten Grenzen zu enthalten. Umsturzbataillone zu schaffen. Und demgegenüber soll der Der russische Botschafter in Paris, Zur Dreyfus- Affäre. Der russische Botschafter in Paris, Deutsche nicht berechtigt sein, ein fräftiges Wort der Abwehr Baron Mohrenheim, soll fürzlich in einem Brief an einen Freund und Mahnung ertönen zu lassen? So weit sind wir trotz des erklärt haben, die Versuche, ihn in die Dreyfus- Sache zu verwickeln, an Uebermacht grenzenden Einflusses des Judenthums nun doch zielten auf eine Lockerung des russisch- französischen Bündnisses ab. noch nicht." Die Leiter der Dreyfus- Kampagne feien zweifellos Agenten des Auslandes. = Troy der einschränkenden Untersagung fozialpolitischer" Kund- Wenn das nicht eine Anerkennung des Rechts der freien Meinungsgebungen beweist der Gemeinderath von Rastatt eine historische Ein- äußerung ist, so dürfte es der Anspruch auf ein Dresch- Monopol sicht, von der man wünschen möchte, sie hätte auch in der Reichs- sein, das ihr übrigens niemand streitig macht. Nur sollte das tapfere Paris, 21. März.( Eig. Ber.) Die diesjährige Kommunehauptstadt eine Stätte. Blatt sich nicht hinter das rothe Gespenst verkriechen, um für sich seier wird in der Geschichte des französischen Sozialismus einen Nach Menzel. Adolf Menzel hat jezt zum jüngsten Ordens- gutes Wetter zu erschmeicheln. Die Betheuerung der guten" Ge- besonderen Ehrenplatz einnehmen. Sie ist zum ersten Wale gemeinsam bruder den Prinzen Waldemar von Preußen bekommen, der finnung bei solchen Zusammenstößen mit der Justiz bezeugt nicht von allen sozialistischen Richtungen begangen worden, die erſte eben das erste Jahrzehnt feines Daseins vollendet hat. lebendige Bekräftigung des sozialistischen Einigungsfomitees, nachdem gerade germanischen Kampfestrog, ist vielmehr ein Schnorren um legteres fürzlich sich auf dem Rundschreiben betreffend die vormildernde Umstände. Katholischer Zukunftsstaat. Der Augsb. Abendztg." wird bereitende Konferenz zum Internationalen Kongreß von 1900 gegemeldet: Beschränkung der Vergnügungen im Rheinland. Die einigt hat. Aus zuverlässigster Quelle erfahren wir, daß die Jufaffen Kölnischen Großindustriellen, welche sich ärgern, daß ihre Arbeiter Die gemeinsame Feier fand wegen Lokalschwierigkeiten erst gestern des Würzburger Priesterfeminars von ihren Vor- in der Kirmeßzeit noch einige freie Tage haben und die Beseitigung Abend statt. Sie bestand in einer zahlreich besuchten Versammlung, ständen zur Ablieferung der in ihrem Besige befindlichen Werte derselben fordern, finden natürlich freiwilliges Ohr bei den Be- an welcher die Vorfämpfer sämmtlicher Nichtungen sich als Redner Schell's aufgefordert worden sind. Einzelne Seminaristen, hörden. Die Regierung in Köln hat dem Verein der Industriellen betheiligten. Neben der Verherrlichung der Kommune kehrte in den welche diese vorsichtshalber in ihre Heimath gesendet hatten, zugefagt, daß fie die Gemeindebehörden veranlassen werde, die Luft- Reden der Einigungsgedanke wieder. Die denkwürdige Versammmußten versprechen, fie nachträglich abzuliefern, widrigenfalls barkeiten durch Steuererhöhungen 2c. einzuschränken. Die Regierung lung schloß mit der einstimmigen Annahme der folgenden ReBischof Dr. v. Schlör die Betreffenden zu den Weihen nicht zu bedauert sogar, daß ihr die Bestimmungen der Verfassung und des solution: laffen werde." Vereinsgefezes nicht gestatten, noch schärfer vorzugehen. Es ist merkwürdig, wie sehr die Anschauungen der Behörden stets mit denen der Unternehmer zusammenstimmen. " " " Die auf Einladung des sozialistischen Einigungskomitees vers sammelten Bürger afflamiren die proletarische Bewegung des 18. März und verpflichten sich, mit verdoppelter Anstrengung darauf hinzuarbeiten, um durch die Mitwirkung sämmtlicher sozialistischer und revolutionärer Kräfte den endgiltigen Triumph des Proletariats und der sozialen Republik zu sichern." Italien. ips and Der Fall Schell und seine jezigen Weiterungen zeigen, wie jede Spur geistiger Selbständigkeit und freier Forschung ausgelöscht werden würde, wenn die katholische Orthodoxie noch mehr Macht in Deutschland gewinnt, als sie jetzt schon besitzt. Gegen eine durch das Deutsche Reich zu leistende Finanzgarantie für den Ostafrika durchschneidenden Theil der afrikanischen Geschäft und Seelenheil. Aus Hessen erhält die„ Münchener Kontinentalbahn wendet sich sogar die sehr kolonialfreundliche und Allgemeine Zeitung" folgende Mittheilung: Eine Sortiments- Buch- hurrahpatriotische Magdeburger Zeitung". Sie führt aus, die Bahn handlung bestellte Schell's Dogmatit. Darauf erfolgte von der von Kairo bis zum sap werde mindestens 9000 Kilometer Verlagsfirma Ferdinand Schöningh in Pader( gegen 4000 von New- York nach San Francisco und 5000 von Rom, 19. März.( Eig. Ber.) Die Knebelung der Presse born mittels Postkarte die Anfrage, ob das Wert von einem Europa nach Wladiwostof) lang werden und bei einer Fahr- möglichst schnell unter Dach und Fach zu bringen, ist die Regierung Nichttatholiten oder von einem Katholiken bestellt sei, dem geschwindigkeit, wie sie unsere gemischten Züge aufweisen, 121/2 Tage auf das Eifrigste bemüht. Die Vorlage hat bereits die zweite die Erlaubniß zum Lesen der Schell'schen Dogmatit ertheilt ist. und Nächte zur Zurücklegung der ganzen Strede nöthig haben. Auf Lesung paffirt und ist jetzt in der Kommission, die viel reaktionärer Bis zum Ein stampfen der legerischen Werke geht das fleritale etliche Tausend Kilometer gäbe es so gut wie gar teinen Lotal fich gebärdet, als die Regierung selbst. Am liebsten möchte man den Gewissen nicht. Der Mann wird dafür zwar leicht, aber doch verkehr. Wenn England die Bahn aus politischen Rücksichten baute, merklich angebraten werden, wenn seine Zeit gekommen ist.- so müsse England auch die Kosten tragen. Bu einer Binsgarantie Swangseid und Ehrbegriff. Auf unsere gestrigen Aus hat Deutschland keine Veranlassung, nicht einmal für eigene Unterführungen über Zwangseid und Ehrbegriff antwortet die reaktionäre nehmung, noch weniger jedoch für fremde." Breffe flüglicherweise nicht. Nur Oertel von der Deutschen Tageszeitung" stellt sich harmlos, und indem er unsere Argumente unterschlägt, verfällt er wieder einmal der Lyrik. Unter Begleitung nationaler Schofar- Töne fingt er überwältigend wie folgt: Karlsruhe, 22. März.( Privat Telegramm.) Das Pfarrdotations- Gesetz ist mit 44 gegen 10 Stimnien von der Kammer angenommen worden. Das Gesetz kommt dem katholischen Klerus weit entgegen. einen verantwortlichen Leiter( Gerant) beseitigen, dafür aber deren mehrere andere schaffen, nämlich den Chefredakteur, den Artikel fchreiber. Man möchte dem Staatsanwalt das Recht des Suchens nach den am Berbrechen Betheiligten" einräumen, sodaß sich durch Anvendung einer Art Zeugnißzwanges" eine ganze Reihe von Angeklagten zur Strede bringen ließe. " Dänemark. = Das Landarbeiteranfiedelungs Gesetz ist vom Landesthing in einmaliger Berathung angenommen worden. Es ist das erste Gefez zu Gunsten von Landarbeitern in Dänemark. wurden für " Nach deutscher und christlicher Auffassung steht der Gelöbnißeid Aus Baden.( Eig. Ber.) In Karlsruhe fanden am und der Bekräftigungseid durchaus auf gleicher Stufe. Es ist 21. März die Stadtverordneten Wahlen für die dritte Auch der Minister hatte seine früher geäußerten Bedenken gegen Unterschied festsegen will. Wer den Gelöbnißeid bricht, ist klasse statt. Der Zudrang zu dem einzigen Wahllokal( großer meineidig und ehrlos, ebenso der Beamte, der den Rathhaussaal) war gegen Mittag ein ganz enormer und zuweilen die jetzige Form des Gesetzes zurückgezogen und so dessen Annahme Beamteneid, leistet und dann sozialdemokratische Agitation treibt, beim Gedränge durch die Pforte lebensgefährlicher. Eine derartig im Landesthing ermöglicht, obwohl er früher mehreres davon für wie der Abgeordnete, der schwört, das unzertrennliche Wohl des unpraktische Aufstellung der 8 Diftriftsurnen in ein- und demselben unannehmbar" erklärt hatte. Wahllokal sollte jedenfalls der herrschenden nationalliberalen Im Folkething naht ein zweites, lange hin- und her. Königs und Vaterlands zu wahren, aber trotzdem für eine Partei Nathhausmehrheit als Mittel dienen, die Massen an der Betheiligung geschicktes Gesez dem Abschluß: die Reform des kom wirkt, die ausgesprochenermaßen antimonarchisch ist. Daran tann 28ahlrecht 8. Die sozialdemokratische Partei nicht gedeutelt und gerüttelt werden. Solange das deutsche Bolt zu verhindern und die liberale Bourgeoisherrlichkeit zu retten. munalen fie Mit dem nationalliberal- fonservativen Brüderpaar hatte sich diesmal hatte mehrere Aenderungsvorschläge gemacht, noch deutsch empfindet, bleibt ihm Eid- Eid und Eidbruch- Mit dem nationalliberal- konservativen Brüderpaar hatte sich diesmal hatte Hierauf stimmte unsere Partei mit der greifinn der Rechtsanwälte Frühauf und Dr. Fr. Weill zu aber abgelehnt. auch Eidbruch." Wie steht es min mit dem Deutschthum König Wilhelms I., der einem ordnungsrettenden Dreibund vereinigt, während das Zentrum den Antrag der Linken, der immerhin wesentliche Verbesserungen den Gelöbnißeid auf die Verfassung gebrochen hat? Ob Oertel eine mit einem Spezialvorschlag seine eigenen Wege ging. Die verbringt. Er schafft das privilegirte Wahlrecht für die Stadt, GeAntwort auf unsere Frage dichten wird? einigten Sozialdemokraten und Demokraten hatten die Wahlagitation meinde- und Amtsräthe ab, das die Höchstbesteuerten jetzt haben. am Vorabend durch eine große Wählerversammlung in der Festhalle Es würde danach nur eine wählerklasse und VerhältnißKriegervereine. Die Bolts Zeitung" emfindet es nicht beschlossen, während gleichzeitig die Ordnungsparteiler im Kolosseum wähler eingeführt werden. Jetzt haben die Bauern in den Landangenehm, daß die„ Berl. Korrespondenz" in ihrem Sammeleifer gegen die Umstürzler predigten. Es herrschte noch bei keiner Gemeinde- gemeinderäthen die Macht, dann würden die Landarbeiter und die Freifinnigen mit in das Kartell gegen die" ehrlose" Sozialwahl eine solche Aufregung, da es den Gegnern darauf antam, die Häusler gleichen Einfluß bekommen. Freilich wird das Gesetz den demokratie aufzunehmen bestrebt war. Um das Unrecht auf solche Scharten bei den Reichs- und Landtagswahlen wieder auszuwegen Landesthing nicht passiren; aber man hofft, daß die Tage der konAuszeichnung zu verlieren, schreibt sie von den Krieger- und die Residenz vor der sozialistischen Invasion zu retten. Es fervativen Regierung gezählt sind und dann wäre die Linke verwurden nur die 16 offiziellen Stadtverordneten gewählt, während pflichtet, das Gesetz durchzuführen. Wir halten es aus anderen als aus den von der Berliner die 4 Erfaßmänner wider jede Regel und Vorschrift später in einem beSchweden. Korrespondenz" angeführten Gründen für überflüssig, daß sonderen Wahlatt ertoren werden. ein Sozialdemokrat oder ein Freisinniger einem Kriegerverein an Stockholm, 22. März. Der Reichstag nahm heute einen Gefeß entwurf an betreffend die Aufnahme einer Staatsanleihe im gehöre. Was die Kriegervereine materiell bieten, ist auf Das Resultat der Wahl, das uns telegraphisch gemeldet wird, Betrage von 23 Millionen. andere Weise billiger und einfacher zu erlangen. Was sie in geistiger Hinsicht bieten, ist gleichfalls für den, der es sucht, außer- ist: Sieg von 14 Kandidaten der sozialdemo Amerika. halb der Bereine leichter und bequemer zugänglich. Die Befratischen Siste, außerdem wurden 2 Bentrums- Kandidaten vormundung aber, welche in politischer Beziehung vielfach gewählt; der Ordnungsmischmasch unterlag mit nur 100 Stimmen an den Striegervereinsmitgliedern versucht wird, kann unmöglich Minorität. nach dem Geschmack eines Mannes sein, der politisch selbständig in zu denken und zu handeln gewöhnt ist. Wir bedauern es, daß dieser Gesichtspunkt nicht in der Kriegervereins- Debatte von frei finniger Seite betont worden ist." bereinen: Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Frauen Stimmrecht in Kolorado. In dem nordamerikanischen Staat Stolorado besigen die Frauen dieselben politischen Rechte wie die Männer, dem Parlament gehören auch weibliche Abgeordnete an. In Erinnerung an das vor fünf Jahren eingeführte FrauenStimmrecht nahm das Parlament mit 45 gegen 3 Stimmen fürzlich folgende Resolution an: In Köln verursachte der Hufschmied Thielen am 17. Dezbr. v. J. auf der Friedrich Wilhelmstraße einen großen Menschen-" In Erwägung, daß gleiches Wahlrecht für beide Geschlechter Der Nichter'sche Freifimm ist eben nicht so peinlich! auflauf, durch den auf kurze Zeit der Verkehr vollständig gehemmt seit fünf Jahren in Kolorado besteht, während welcher Zeit die Im Verbande deutscher Müller war eine Spaltung wegen wurde. Thielen machte großen Lärm; er schrie: Hoch die Anarchie". Frauen es ebenso allgemein ausgeübt haben, als die Männer und der Frage des Schubes der Kleinbetriebe eingetreten. und stieß dabei eine Majestätsbeleidigung aus; den einschreitenden zwar mit dem Erfolg, daß für öffentliche Aemter geeignetere Diese haben den Beschluß, die möglichst beschleunigte Einführung Schuyleuten rief er zu: Ihr seid Lumpen und Sozialdemokraten!" Kandidaten gewählt wurden, die Wahlmethode verbessert, die Gefezeiner in ihren Einheitssätzen mit dem Wachsen des Umfages Bei seiner Berhaftung geberdete er sich wie wild, er trat, biß und gebung vervollkommnet, die allgemeine Bildung gehoben, das steigenden Steuer bei dem Reichsfangler zu beantragen, durch schlug um sich und erst als es vier Schusleuten gelungen war, ihn politische Verantwortlichkeitsgefühl infolge des weiblichen Einflusses Stimmenmehrheit durchgesetzt, worauf die Großmühlen aus- an Händen und Füßen zu fesseln, konnte er auf einer Karre weg- stärker entwickelt wurde, traten und am 4. März d. J. einen Verein deutscher Mühlen- geschafft werden. Am Gerichte spielte Thielen den wilden Mann". Beschließt das Unterhaus, daß im Hinblick auf diese Industrieller" gründeten. Zur Wahrung ihrer Interessen haben die Auf die Frage nach seinen Borstrafen entgegnete er:" Ich bin Resultate die politische Gleichstellung der Frauen ihm beigetretenen Mitglieder jetzt eine Gegeneingabe an den Reichs- 250mal vorbestraft, ich habe schon zwei todt gemacht und vier ge jedem Staate und jedem Territorium der nordamerikafanzler gerichtet, in welcher der Antrag der kleineren Betriebe von fressen, auch sechsmalhunderttausend Mark gestohlen." Sanitäts- nischen Union als eine gefeggeberische Maßnahme rechtlichen und wirthschaftlichen Erwägungen aus unter Hinweis auf rath Dr. Longard hat den Angeklagten beobachtet; Thielen habe ein empfohlen werde, die geeignet ist, eine höhere und beffere die Stellung der Großmühlen im deutschen Er- bewegtes Leben hinter sich, wenn er auch sehr aufgeregt und törper soziale Ordnung herbeizuführen. werbsleben bekämpft wird. lich nicht gefund sei, so sei er doch vollständig zurechnungsfähig. Das Da wird der Herr Reichskanzler vor die sehr schwierige Frage Gericht erfannte auf sechs Monate Gefängniß und eine gestellt, ob er lieber den Mittelst and oder lieber die deutsche Woche Haft. Industrie glücklich machen will. " In Hamburg wurde am Dienstag der Parteigenoffe Tischler Bessier wegen Majestätsbeleidigung, die er in einer Rede über das Koalitionsrecht begangen haben soll, zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. Eine authentische Kopie dieser Nesolution ist durch den Gouverneur Kolorado's allen Staaten der Union und der gesammiten Presse zugefandt worden. Das ganze Vorgehen des Parlaments bedarf feines Kommentars und spricht zu Gunsten des Frauenstimmrechts deutlicher, als alle theoretischen Beweisführungen. Trogdem dürfte diese Sprache für die Mehrheit des deutschen Parlaments noch lange unverständlich bleiben. Auftralien. Bedenken gegen den Entwurf des Jnvaliden- Versicherungs: gefehes machen die Aeltesten der Berliner Kaufmann chaft in einer Eingabe an den Reichstag geltend. In dieser wird gegen die Tendenz des Entwurfes Stellung genommen, eine Hungersnoth und auch sonst recht idyllische Zustände werden Verschiebung der Lasten, welche die Aufbringung der zur Renten aus Ost a frita gemelbet. Aus Jimba wird berichtet, daß die Ju der Samoa- Frage scheint man weiter als je von einer zahlung erforderlichen Kapitalbeträge erfordert, in der Weise ein ganze Maisernte, die ohnehin wegen allzu großer Dürre wenig Verständigung entfernt zu sein. Der„ Chronicle" erfährt aus treten zu laffen, daß die Lasten, die bisher den vorwiegend versprach, von den Heuschrecken vernichtet sei. Viele der Ein- Washington, Deutschland schlug Amerika zur Lösung der ländliche Berufskreise Berufskreise umfassenden Versicherungsanstalten in geborenen verlassen die davon betroffenen Gegenden, während für Samoa- Frage zunächst die Abberufung aller am& onflitt gleicher Weise wie den übrigen oblagen, mehr und mehr ben Rest von dem Gouvernement und den Weiſsionen durch Kalt-| betheiligten Beamten der in Frage kommenden drei Mächte auf die Schultern der Anstalten von wesentlich industriellen brennen, Steinetragen u. f. tv. etwas Verdienst geschaffen wird. In vor. In Washington steht man dem Antrag unfreundlich gegenüber, Berufstreifen abgewälzt werden sollen; dies foll naments Maneromango fieht es, wie früher erwähnt, ebenfalls traurig aus. da angeblich alle Berichte beweisen, daß der amerikanische Konsul lich durch eine in der Novelle festgelegte Theilung der Eine Folge der allgemeinen Nothlage scheint auch die Staubthier- Osborne mit Diskretion verfahren sei, und das Staatsdepartement angesammelten Vermögensbestände und der aufzubringenden plage zu sein. Das Wild hat sich soweit es nicht eingegangen die Entscheidung des Oberrichters Chambers aufrecht hält. Deutscher Bauarbeiterschutz- Kongreß. weisen und sie zu beauftragen, baffelbe als Grundlage für die Nachmittags- Sizung. Eröffnung 8 Uhr. Den Vorsitz führt Bömelburg. Die Diskussion wird fortgesetzt. Wennebid Danzig: Bei uns in Ostelbien sind die Mißstände ebenso groß, wie anderswo. Die bestehenden Vorschriften werden nicht beachtet. Infolge des Fehlens von Schußvorrichtungen haben häufig Unfälle stattgefunden. Beschwerden der Arbeiter an die Polizei betreffs scheußlicher Zustände auf den Aborten sind unbeachtet geblieben. Einige Bauten find theilweise eingestürzt, weil bei der Arbeit schlechtes Material Berwendung fand. Röseler Breslau: Bei uns find am 1. Januar seitens der Berufsgenossenschaft Unfallverhütungs- Vorschriften erlassen worden, aber sie sind bis jetzt noch nicht auf den Bauten ausgehängt. Die Rüstungen, namentlich die für die Stuckateure, entsprechen nicht den Anforderungen der Sicherheit. Auch die sogenannten Fanggerüste, Vorrichtungen, die den Absturz von Arbeitern verhindern sollen, find so leichtsinnig aufgeführt, daß sie den Anprall eines fallenden Körpers nicht aushalten können. Knüpfer Berlin: In Berlin und der Provinz Brandenburg wird seitens der Bauschwindler und der profitsüchtigen Unternehmer in unverantwortlichster Weise gegen Leben und Gesundheit der Arbeiter gefündigt. Daher hat auch die Nordöstliche Bauberufsgenossenschaft die meisten Unfälle zu verzeichnen. Eine große Zahl von Unfällen sind beim Bau der Gewerbe- Ausstellung und beim Bau des ReichstagsHauses passirt. In den letzten 10 Jahren sind im Bereich der Nordöstlichen Bauberufsgenossenschaft 39 645 Unfälle gemeldet worden. Davon hatten 4360 eine 18wöchentliche, 4585 eine theilweise dauernde, 938 eine völlig dauernde Arbeitsunfähigkeit zur je, und 1179 Unfälle hatten einen tödtlichen Ausgang. Wir wollen nicht eher ruhen, als bis zur Beseitigung der Mißstände etwas geschieht. D Silberschmidt Berlin stellt an der Hand eines sehr reichhaltigen, von den Maurern gesammelten Materials die in der Provinz Brandenburg herrschenden Uebelstände dar. Trotzdem wir in Berlin baupolizeiliche Vorschriften haben, wird sehr viel gegen den Bauarbeiterschutz verstoßen. Bezeichnend ist es, daß auf einem Neubau, den der Vorsigende der 1. Sektion der Nordöstlichen Bauberufsgenossen schaft aufführt, in 8 Wochen nicht weniger als 9 Unfälle vorgekommen find. Die in der Resolution niedergelegten Forderungen müssen als Material für unsere Agitation verwandt werden. Wir werden uns von unseren Bestrebungen durch niemand abhalten lassen, möge er sein wer er will und heißen wie er will.( Beifall.) Krusius Mezz bespricht die Schwierigkeiten, welche den Arbeiterorganisationen in den Reichslanden durch die Polizei gemacht werden. Er habe schon oft von Baubuden gehört, und hätte sich als Bauarbeiter auch gern eine solche angesehen, aber in ganz Meg sei keine Baubude zu finden.( Heiterkeit.) Dähne Berlin: Als Arbeitervertreter im Reichs- Versicherungsamt war ich zu einer Sigung hinzugezogen, wo der Präsident Bödiker die Meinung der Interessenten über die Denkschrift hören wollte, die seinerzeit von der Dresdener Kommission eingereicht worden ist. Zu dieser Sizung hatte der Präsident auch den ganzen Vorstand der Berufsgenossenschaft eingeladen, aber nur ein einziger dieser Herren war erschienen. Ich habe dort die Forderungen der Arbeiter vertreten. Herr Dr. Bödider erklärte aber, daß er nichts thun könne, weil er nicht die Macht habe, die Berufsgenossenschaften zu irgend etwas zu zwingen. Das ist der beste Beweis dafür, daß das heutige Unfallgesez ganz ungenügend ist und daß wir damit nicht auskommen tönnen. Heinte Dresden führt aus, daß die in Sachsen bestehenden baupolizeilichen Vorschriften bei weitem nicht ausreichen, um den Bauarbeitern den erforderlichen Schuß zu gewähren. Etwas hätten ja die sächsischen Behörden gethan, wahrscheinlich um den Arbeitern einen Erfaz für die Wahlentrechtung und die Beschränkung der Roalitionsfreiheit zu bieten. Aber die Verordnungen der BauLandesgesetzgebung stehen oft im Widerspruch สิน benen ber Ortspolizei. Deshalb müssen wir auf eine reichsgesezliche Regelung der Zustände im Baugewerbe dringen. Wir haben seinerzeit als Vertreter der Kommission für Bauarbeiter fchus mit dem Direktor v. Wödtke, der bei dieser Gelegenheit den Reichstanzler vertrat, verhandelt, und er hat uns versprochen, es folle das Gewerbe- Inspektorat auf das Baugewerbe ausgedehnt werden. Jufolge dessen betrachten wir es für die verfluchte Pflicht und Schuldigkeit der Reichsbehörde, daß dies Versprechen eingelöst wird. Wir werden nicht eher ruhen, bis unsere Forderungen erfüllt find.( Bravo.) Hoyer- Leipzig: Das Unfittlichste, was ich mir denken kann, ist, daß Frauen, wie das in Sachsen vielfach der Fall ist, auf Bauten arbeiten, wo fie Leitern besteigen und dieselben Aborte, wie die Männer benutzen müssen. In Chemnitz habe ich einen Fall be obachtet, wo auf einem solchen Abort eine weibliche Reversseite sich der Verkehrsstraße zuwandte. Um solche schreienden Mißstände, die dringend der Abhilfe bedürfen, fümmert sich niemand. # Leube Gotha schildert die dortigen Mißstände, die denen an anderen Orten nichts nachgeben. 0 Steinbod Wandsbeck bespricht die Uebelstände, unter denen die Töpfer, wenn sie in der falten Jahreszeit auf Bauten arbeiten, zu leiden haben und empfiehlt die Annahme der Nesolution. Die Debatte wird geschlossen. Das Schlußwort erhält der Referent # Papelow Hamburg: Die Berichte der Delegirten haben uns gezeigt, daß in ganz Deutschland die schreiendsten Mißstände bestehen. Praktische Erfolge hat unsere Agitation noch nicht ge zeitigt. Es wird auch mit der Erfüllung unserer Wünsche noch weite Wege haben, wenn nicht eine machtvolle Arbeiterorganisation hinter uns steht. Die Mißstände abzuftreiten, das wagen heute die Unternehmer nicht mehr, aber von einer Beseitigung derselben wollen fie nichts wissen. Sie selbst haben ja auch von den Unfällen kaum weitere Agitation zu verarbeiten.( Beifall.) Die Resolution wird mit den vom Referenten beantragten Aenderungen einstimmig angenommen und alle übrigen Anträge der Kommission überwiesen. Ebenfalls werden die gestern mitgetheilten Anträge der Steinfeger einstimmig angenommen. Damit ist der zweite Punkt der Tagesordnung erledigt. Es werden nunmehr die selbständig gestellten Anträge berathen. Zunächst wird debattelos folgende Resolution angenommen: Der Bauarbeiterschutz- Kongreß beschließt: Die Kommission für Bauarbeiterschutz in Hamburg wird als Zentralfommission anerkannt und bleibt bestehen. Sie wird beauftragt: 1. Alle Maßnahmen zu treffen, welche sich zur Durchführung der Kongreßbeschlüsse als nothwendig erweisen. Am Dienstag Abend, nach Schluß des Bauarbeiterschuß- Kongresses, hielt die Generalversammlung ihre erste Sigung ab. Der Verbandsvorsitzende Schrader eröffnete dieselbe mit einer Begrüßungsrede, in der er auch der in Dresden zu Zuchthaus verurtheilten Kameraden ehrend gedachte. Knüpfer hieß die Delegirten namens der Bahlstelle Berlin willkommen, dann wurden Schrader und Knüpfer zu Vorsitzenden bestimmt, die Schriftführer und die Mandatsprüfungs- Kommission gewählt, sowie die Tagesordnung und Geschäftsordnung festgeseßt. In der Sizung am Mittwoch Vormittag legte der Vorstand einen gedruckten Geschäfts- und Kassenbericht vor, aus dem Folgendes bes merkenswerth ist: Der Agitation für die Gewerkschaft steht außer dem Widerstande der Behörden und Unternehmer noch insofern ein bedeutendes Hinderniß entgegen, als fast die fast die Hälfte aller deutschen Zimmerer Bimmerer nicht nicht in Industriezentren, sondern in kleinen Städten und Dörfern arbeiten, wo die Bevölke= rung im Allgemeinen rückständig ist und man nur sehr schwer in agitatorischer Hinsicht an die Betreffenden herantommen kann. Trotzdem hat der Verband in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht. Am Ende des Jahres 1896 bestanden 244 Bahlstellen, Ende 1897: 301 und Ende 1898: 408. In dem 3. Sollte die Durchführung der Kongreßbeschlüsse die Wieder- gleichen Zeitraum betrug die Mitgliederzahl des Verbandes: 13 259, einberufung eines allgemeinen Bauarbeiter- Kongresses nothwendig 16 510, 22 104. In den Jahren 1897 und 1898 wurden auf Kosten der machen, so hat die Zentralfommission die Einberufung zu ver- Haupttasse 300 Agitationsversammlungen abgehalten. Im Jahre anlassen. Alle Anträge von Bauarbeiter- Korporationen, welche 1897 fanden 37 Streifs, Aussperrungen und Platzsperren statt, die die Einberufung des Kongresses bezwecken, find von der Zentral- zusammen 188 Wochen dauerten. Betheiligt waren daran tommission zu erwägen und eventuell zu berücksichtigen. 2. Alle Bestimmungen zu sammeln, nach welchen in Deutsch land und dem Auslande öffentliche Bauarbeiten vergeben bezt. ausgeführt werden. Die Sammlung ist in geeigneter Weise der Agitation zugänglich zu machen. Der Bauarbeiterschutz- Kongreß fordert die Bauarbeiter ganz Deutschlands auf, die Zentralfommission in jeder gewünschten Weise thatträftig zu unterstützen und möglichst an allen Orten gemeinsam Bauarbeiter- Kommissionen( Lokalkommissionen) einzusehen. Diesen fällt die Aufgabe zu, in ihrem Kreise für die Durchführung von 132 339,09 M. erforderte. Die Streiffoften wurden 1897 zu der Kongreßbeschlüsse bezw. für Beseitigung der baugewerblichen Mißstände zu wirken, wobei die Anleitungen der Zentraltommiffion zu berücksichtigen sind. Weitere Anträge, welche sich auf die Einschränkung der Frauen arbeit und die Arbeit von jungen Leuten unter 18 Jahren beziehen, werden nach unerheblicher Debatte der Kommission zur Berücksichtigung überwiesen. 1933 Personen, welche für 25 570 Tage Unterstützung bezogen, wofür 55 871,04 M. ausgegeben wurden. Im Jahre 1898 gab es 44 Streits, Aussperrungen und Platzsperren, deren Dauer insgesammt 440 Wochen betrug. Daran waren 4150 Zimmerer mit 62 579 Unterstützungstagen betheiligt, was einen Kostenaufwand 83,18 pet. und 1898 zu 89,36 pt. aus der Hauptkasse, örtlichen Fonds und Beiträgen der arbeitenden Berufsgenossen gedeckt und nur zu 16,82 refp. 10,64 pct. durch Gewerkschaftskartelle, Listensammlungen 2c. aufgebracht. Die zahlreichen Lohnbetvegungen hatten natürlich in einer Beit, wo das Unternehmerthum die schärfsten Maßregeln gegen die ihr Koalitionsrecht ausübenden Arbeiter durchzudrücken sucht, eine Anzahl von Bestrafungen wegen sogenannter Streit Ohne Erörterung wird folgende, das Koalitionsrecht be bergehen zur Folge. Im Jahre 1897 wurden 11 Personen treffende Resolution einstimmig unter lebhaftem Beifall zu insgesammt 25 Monaten, 6 zu 25 Wochen, 11 zu angenommen: 91 Tagen Gefängniß und 20 ชน 288 Mart Geldstrafe " Die anwesenden Delegirten erkennen aus den gepflogenen verurtheilt. Die Zahl der Freigesprochenen ist nicht festgestellt, Int Verhandlungen über die vielseitigen Mißstände auf den Bauten Jahre 1898 wurden 133 Mitglieder angeklagt, von denen 64 freiund die Gefahren, denen Leben und Gesundheit aller Bauarbeiter gesprochen wurden, während fünf Klagen zur Zeit noch schweben. täglich ausgesetzt sind, wie über die allgemeine Stellung derselben Verurtheilt wurden: Neun Personen zusammen zu 24 Monaten und die gebrückte wirthschaftliche Lage, aufs Neue die un- und 10 Tagen, 12 zu 52 Wochen und neun zu 49 Tagen Geabweisbare Nothwendigkeit der gewerkschaft- fängniß. lichen Organisation. Der Kassenbericht schließt folgendermaßen ab: Einnahme: . 1897 Der Kongreß ermahnt deshalb eindringlich alle Bauarbeiter Deutschlands, bis auf den lezten Mann sich ihren Verbänden anzuschließen, in der Ueberzeugung, daß der wirtsamste An Eintrittsgeldern und Beiträgen. 134 790,10 M. Arbeiterschutz in der Gegenwart allein in einer starken Für den Zentral- Streitfonds Organisation der Arbeiter selbst gewährleistet ist. Sonstige Einnahmen.. Zentralverwaltung. " 1898 Summa 19 358,15 19 452,81 173 601,06 m. 177 011,40. 34 525,73 " " " 29 313,68 240 850,81 M. . Ausgabe: 1897 5795,71 M. 3 927,85 27 698,26 944, " Sachliche und sonstige allgemeine Verwaltungsunkosten Die gemachten Erfahrungen hindern die Theilnehmer des Nongresses, auf die Hilfe der Regierung und Kommunalbehörden zu vertrauen, wie auch die Ablehnung der Reichsregierung, Vertreter zu diesem Kongreß zu entsenden, nur als eine Mißachtung der Arbeiter angesehen werden kann und zur Befestigung der Üeberzeugung beitragen muß, daß die Arbeiterklasse in der Wahrung ihrer Interessen völlig auf sich selbst angewiesen ist. Sind die Bauarbeiter sonach gezwungen, nicht nur die Ver- Verbandsorgan befferung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, wie sie zur Reife- Unterstügung Sicherung ihrer wirthschaftlichen Existenz erforderlich find, Agitation durch die Organisation zu erkämpfen, sondern auch in Streifunterstützungen dem Streben nach dem Schutz ihres Lebens bor Un Verbranntes Werkzeug fällen und ihrer Gesundheit vor den schädigenden Einflüssen der Rechtsschutz Berufsthätigkeit sich auf die eigene Macht zu verlassen, so muß der Kongreß aus diesem Grunde auf Schärfste Protest erheben gegen die ausgesprochene Absicht der Regierung, durch weitere Beschränkung der Koalitionsfreiheit die Arbeiter an der Wahrung ihrer Rechte und Interessen zu verhindern. Beiträge an die Generalfommission. Generalversammlung Sonstige Ausgaben der Hauptkaffe Lokale Ausgaben in den Zahlstellen 4 166,82 38 063,25 239,70 " 2 397,69 1 770,65 " " " " 9 406,90 260,84 53 806,70 148 460,37 M. Bestand am Jahresschluß: Summa In dem angeblichen Schutz der Arbeitswilligen" erkennt der Kongreß mur eine neue Maßnahme zur Stärkung der ohnehin überwiegenden Machtstellung des Unternehmerthums, und pro- In den Zahlstellen testirt energisch gegen diese einseitige Förde- In der Hauptkasse....... rung der Unternehmer- Interessen. Angesichts des Zuchthausturses fordert der Kongreß alle deutschen Berufskollegen auf, ihre Pflicht zu thun, und mit der gesammten Arbeiterschaft zusammen zu stehen, um ihre Rechte zu vertheidigen und auch ihren Interessen als Staatsbürger in Zukunft die ihnen gebührende Anerkennung zu er zwingen." Endlich nimmt der Kongreß mit allen gegen 4 Stimmen eine Resolution Böttcher- Hamburg an, wonach die Delegirten, un die Unfallgefahr auf Bauten einzuschränken, verpflichtet werden, nach der Beseitigung des Affordsystems zu streben. Damit ist die Thätigkeit des Kongresses beendet. Nach einer mit stürmischem Beifall aufgenommenen Ansprache des Abgeordneten Stadthagen, der der kulturfördernden Thätig feit des Kongresses gedenkt, und nachdem der Vorsigende Bömel burg in warmen Worten die Anwesenden zu neuer Arbeit angefeuert hat, schließt der Kongreß mit einem dreifachen Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung. Dreizehnte Generalversammlung des Verbandes der Zimmerer Deutschlands. Der obere Saal des Keller'schen Lokals, in dem die General 1895 d " 1898 7 542,84 M. 6 127,10 32 442,41 935,25 7 267,07 90 303,60 354,50 3 987,59 2 357,63 " " 273,89 77 894,54 229 486,42 M. " 1898 27 464,30 M. 37 192,03 m. 56 630,92 66 267,50 Summa 94 095,22 M. 108 459,53 M. Nachdem der Zentralvorsitzende Schrader Hamburg und der Hauptfaffirer Römer Hamburg einige Erläuterungen zu dem Bes Licht gegeben hatten, berichtete Stehr Charlottenburg über eine Reihe von Beschwerden, die dem Ausschuß vorgelegen haben. Die Diskussion, welche darauf folgte, betraf immere Verbandsangelegen heiten, welche kein allgemeines Intereffe haben. D In der Nachmittagssigung berichtete die MandatsprüfungsKommission, daß 93 Delegirte, 2 Vertreter des Hauptvorstandes und 1 Vertreter der General- Kommission anwesend find. Dann wurde über das Verbandsorgan„ Der Zimmerer" debattirt, dessen Haltung allgemein als eine durchaus zufriedenstellende bezeichnet wurde, so daß nur Ausstellungen ohne besondere Bedeutumg zur Sprache kamen. Dem Redakteur Bringmann wurde auf Antrag der Preßfommission Decharge ertheilt und zu dem Punkt Presse" folgende Resolution angenommen: Wenn auch die statistische Zusammenstellung über den Kostenpunkt der Presse, die Ausgaben für den Bimmerer" zu Irrthümern Veranlassung geben tönnen, so ist doch anzuerkennen, daß das bis jetzt bestehende System in Bezug auf Redaktion und Verlag das Beste ist und beschließt deshalb die 18. Generalversammlung, es bei dem Beschluß der 12. Generalversammlung zu belassen. einen Schaben, und die Gerichte urtheilen oft milde über fie. bersammlung stattfindet, ist mit rothen Fahnen, Büften und In Fünfter Verbandstag des Zentralverbandes der Maurer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands. Berlin, 22. März. Die Straftammer von Annaburg 3. B. sprach einen Bau- fchriften in würdiger und geschmackvoller Weise geschmückt. Besonders Unternehmer auf das sachverständige Urtheil seiner Kollegen fällt die Dekoration der Bühne auf, wo in malerischer Darstellung die hin frei, obgleich wegen Fehlens einer Schutzvorrichtung wichtigsten Daten aus der Geschichte der Zimmererorganisation veran ein Maurer bom bierten Stockwerk herabgefallen und auf schaulicht sind. Die moderneẞimmererbewegung fonnte amSchluß des ver der Stelle getödtet worden war. Die Sachverständigen führten gangenen Jahres auf ein 30 jähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Der fünfte Verbandstag des Zentralverbandes der Maurer und unter Anderem aus, daß im ganzen Kreise die Unfallverhütungs- Entstehung ist zurückzuführen auf den ersten deutschen Zimmerer verivandter Berufsgenossen Deutschlands trat heute in Keller's Fests Vorschriften umgangen werden und der Unternehmer infolge dessen tongreß, der vom 28. bis 80. Dezember 1868 in Braunschweig tagte. sälen in der Stoppenstraße zusammen. Es sind vier Tage für die in gutem Glauben das Anbringen einer Schußvorrichtung unter- Bu einem Preßorgan tam die Zimmererbewegung erst, als am Verhandlungen in Aussicht genommen. laffen hatte.( Hört! hört!) In Helmstedt wurden in einer Ver- 1. August 1874 die erste Nummer des Bionier", Organ der sozialistischen Gegen 9 Uhr eröffnet Silberschmidt Berlin die Sigung sammlung die schlechten Niiftungen auf einem Bau besprochen. Am Gewerkschaften Deutschlands, erschien. Bevor die zweite Nummer mit einer herzlichen Ansprache, in der er auf die Bedeutung der folgenden Tage ging ein Polizeibeamter auf diesen Bau und sagte des Blattes ausgegeben wurde, berfügte die Rathstammer des Berliner Verhandlungen hinwies. " A 0 dem Polier, daß seine Rüstung kritisirt worden sei, und er sie den Stadtgerichts die vorläufige Schließung des Deutschen Zimunerer Im Namen des Vorstandes hieß Bömelburg Hamburg die polizeilichen Anforderungen entsprechend herstellen möge. Das bundes, die dann durch Urtheil vom 20. März 1875 definitiv be- Anwesenden willkommen. Reduer schilderte die Stolle, die Berlin geschah. Als dann am folgenden Tage der Bau von der Polizei ftätigt wurde. Am 6. Jnni 1875 erfolgte in Berlin eine Neugründung in der Maurerbewegung gespielt hat. Von hier ist bor kontrollirt wurde, war Alles in Ordnung. Nachträglich erhielten unter dem Namen Deutscher Zimmerer Verein", den aber das nunmehr 30 Jahren der erste Anstoß zur Gründung einer die, welche die Mißstände in der Versammlung der Versammlung besprochen Berliner Stadtgericht schon am 24. Mai 1876 abermals für Preußen Maurer Organisation erfolgt, die sich im Laufe der Jahre hatten, eine Anklage und wurden bestraft. Redner geht als geschlossen erklärte. Ein im August 1876 tagender Kongreß über ganz Deutschland verbreitet hat. Leider ist der Jus sodann auf die zur Resolution gestellten Abänderungsanträge deutscher Zimmerer beschloß die Gründung einer Bentral- differentismus unter manchen Maurern heute noch so groß, daß noch ein und empfiehlt unveränderte Annahme der Resolution, organisation, die den Namen„ Deutsches Zimmerergewert" erhielt viele Arbeitskollegen den hohen Werth der Organisation nicht vers da dieselbe Alles enthalte, was zur Durchführung der Forderungen imb ihren Sig in Hamburg hatte. Diese Organisation standen haben; immerhin aber hat das Samenkorn, das ein Häuflein der Bauarbeiter zu geschehen hat. Es bestehen ja schon mancherlei bestand bis Oktober 1878, wo sie auf grund des Sozialistengesetzes Männer vor dreißig Jahren ausgestreut hat, Früchte getragen trotz behördliche Vorschriften für den Arbeiterschutz im Baugewerbe. der Auflösung verfiel. Der Pionier", der trotz seines Titels Organ ber Schwierigkeiten, die das Unternehmerthum und die Behörden Wenn diefelben nicht durchgeführt werden, so liegt das einerseits der sozialistischen Gewerkschaften" eigentlich nur das Organ der ihnen bereiteten. Wiederholt sind die Maurer in Berlin zusammendaran, daß keine genügende Aussicht vorhanden ist, andererseits Bimmerer und des„ Allgemeinen deutschen Arbeiter- Unterstigungs- getreten, um zu rathen und zu thaten. Hier wurde u. A. auch aber ist den Arbeitern auch ein Theil der Schuld an der Verbandes" war, wurde, nachdem letzterer Verein sich aufgelöst hatte, zum ersten Male die 9stündige Arbeitszeit gefordert und dafür Nichtbeachtung der Schußbestimmungen zuzusprechen, weil sie die vom 3. Juni 1876 an ausschließliches Organ der deutschen Zimmer gefämpft. Möge die Entwickelung der Organisation in der Wohlthat derselben noch nicht erkannt haben. Wenn wir mit unserer leute. Das Sozialistengesetz machte dem Blatte am 9. Nov. 1878 bisherigen Weise bor fich gehen und mögen die DeleAgitation nicht nachlassen, dann werden sich die maßgebenden ebenfalls ein Ende. Im August 1888 wurde in Berlin der jetzt be- girten, die heute zahlreicher als je fich eingereiden haben, auch Faktoren einer reichsgefeglichen Regelung des Bauarbeiterschutzes stehende Verband der Zimmerer Deutschlands gegründet, der ein im in Zukunft wirken und tämpfen für die gute Sache, für die wir nicht entziehen können, wenn es auch in der nächsten Zeit noch nicht Privatbesig befindliches Blatt„ Die Zimmererkunft" zu seinem Organ streiten. zu erwarten ist. Unser Vorgehen hat ja schon den Erfolg gehabt, machte. Dieses Blatt diente den Bestrebungen der organisirten Hierauf konstituirt sich der Verbandstag. Bu Borsigenden daß die sächsischen Behörden eine Reihe von Schußbestimmungen Zimmerer jedoch nicht in der gewünschten Weise, deshalb gründete werden gewählt Bömelburg- Hamburg, Silberschmidta erlassen haben. Nach den Aeußerungen, die Graf Pojadowsky im der Berband sein jest bestehendes Organ Der Zimmerer", dessen erste Berlin und Beyer- Leipzig. Reichstage gemacht hat, ist anzunehmen, daß auch andere Einzel- Nummer am 6. Juli 1889 erschien und seitdem sein Theil zur För staaten auf diesem Wege vorgehen werden. Aber das kann uns von derung der Bimmererbewegung beigetragen hat. Diese Daten dem Verlangen nach einem Reichsgesetz nicht abbringen. Ich bitte, find es, welche durch die Dekoration des Saales den Delegirten in die vorliegenden Anträge der Kommission als Material zu über Erinnerung gebracht werden. Die Tagesordnung wird wie folgt festgelegt: 1. Bericht des Vorstandes, der Revisoren und des Ausschusses über ihre Thätigkeit seit dem letzten Verbandstage. 2. Die fernere Agitation zum weiteren Ausbau des Verbandes 8. Statistische Erhebungen. 4 Taktit bei Lohnbewegungen und Stellung des Verbandes zur Tarifgemeinschaft. 5. Wahl der Delegirten zum nächsten allgemeinen GewerkschaftsKongreß. 6. Beitragsfrage. 7. Anträge aus den Zahlstellen, von den Mitgliedern, Statutenberathung, Wahlen 2c. 3 und ea Behandlung derselben, die sie durch das Unternehmerthum und| stand auf der sehr abschüssigen Straße ein Wagen mit Holz, das für den dessen Vertreter zu erdulden haben, abschütteln läßt, Bäcker bestimmt war. Die Dorfjugend machte sich den unnügen Spaß, die erklärt der 5. Verbandstag des Zentralverbandes der Maurer tonform Bremse des Wagens zu lösen, und der Wagen rollte die Straße dem Beschlusse des 4. Verbandstages: hinunter, auf eine Schaar kleinerer Kinder zu, die in der Nähe der Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, für die größtmögliche Frau Weins spielten. Frau W. sprang beherzt hinzu, um die Bremse Ausbreitung und Festigung des Verbandes unter den Berufs- anzuziehen. Hierbei wurde sie nicht unerheblich verlegt. Sie ver genossen zu agitiren. Insbesondere haben die örtlichen Verwaltungen langte von der landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft eine Rente, Sie Pflicht, Einrichtungen zu treffen, die es ermöglichen, daß mit wurde aber mit ihrem Antrage abgewiesen. Das Schieds der wöchentlichen Zustellung des Grundstein" zugleich auch die gericht erkannte ebenfalls zu ihren Ungunsten, indem Beiträge von den Mitgliedern abgeholt werden, damit nicht nur gleich der Berufsgenossenschaft geltend machte, daß ein der Mitgliederbestand des Verbandes in Zeiten wirthschaftlicher Unfall Betriebe Prosperität erhalten, sondern auch ein Stamm tüchtiger Kollegen Wenn auch das Essentragen dem Kleinen landwirthschaftlichen Bes beim landwirthschaftlichen nicht borliege. herangebildet werde, der befähigt ist, in Zeiten wirthschaft triebe ihres Mannes zuzurechnen sei, so habe doch die Thätigkeit, lichen Niederganges das Banner der Organisation hoch bei der die Klägerin verunglückte, in gar feinem Zusammenhange zuhalten gegen alle Angriffe erfolgreich au vers mit der Landwirthschaft gestanden. Auch sei das Holz auf dem theidigen. Bei Agitation ist besonders darauf hin- Unglüdswagen nicht zu landwirthschaftlichen Zweden bestimmt ge zuweisen, daß das Unternehmerthum nicht gewillt ist, die in wesen. Die Klägerin ergriff noch das Rechtsmittel des Returses unferem Gewerbe Herrschenden Mißstände zu beseitigen und eine und betonte, daß durch den führerlos dahineilenden Wagen auch ihre Besserung der Lebenslage der Angehörigen unseres Berufes ein eigenen Kinder und sie selbst bedroht worden seien. Das Reichstreten zu laffen. Es muß den Kollegen dauernd zum Bewußtsein Versicherungsamt hob denn auch die Vorentscheidung auf gebracht werden, daß sie durch die Organisation allein befähigt und sprach der Klägerin die Rente zu. Zur Begründung werden, Mensch unter Menschen zu sein. wurde ausgeführt: Es sei kein Zweifel, daß die Klägerin, indem sie Die Debatte, die die ganze Nachmittags- Sizung ausfüllte, be- ihrem bei der Berufsgenossenschaft versicherten Manne das Essen auf wegte sich ganz im Rahmen der Resolution; nur machte Bömelburg das Feld brachte, sich in Ausübung einer landwirthschaftlichen Begeltend, daß dem Vorstande das Recht ertheilt werden müffe, bie- triebsarbeit befunden hatte. Die Gefahr, die der herabrollende jenigen Zahlstellen, bei denen sich die Erhebung der Beiträge mit Wagen auch für sie bedeutete, habe sie somit betroffen, als sie dem der wöchentlichen Zustellung des„ Grundstein" nicht durchführen läßt, landwirthschaftlichen Betriebe diente, denn zu jener Arbeit gehöre von diesem Theil des Beschlusses zu entbinden. die Rücklehr vom Felde. Wenn nun auch allgemeine menschenfreundwurde unterbrochen, um den Bericht der Mandatsprüfungs- entscheidend, daß die Klägerin sich selbst ebenfalls bedroht Die Diskussion über den zweiten Punkt der Tagesordnung liche Motive bei ihrem muthvollen Handeln mitwirkten, so sei doch Kommission entgegenzunehmen. Danach haben 150 Wahl- glaubte. abtheilungen 171 Delegirte entsandt. 1 Mandat wurde für un giltig erklärt. Partei- Nachrichten. Prozeß Landaner. Der Prozeß gegen Landauer und Rubber hat nach achtstündiger Verhandlung mit der Verurtheilung des ersteren zu anwalt hatte für diesen anderthalb Jahre, für jenen sechs und des anderen zu zwei Monaten geendet. Der Staatsdrei Jahre Gefängniß beantragt. Zum ersten Puntt der Tagesordnung erstattet zunächst Bömelburg Hamburg den Bericht des Vorstandes. Wir heben daraus Herbor, daß die Mitgliederzahl im Durchschnitt des Jahres 1897 42 652, im Durchschnitt des Jahres 1898 60 175 betrug. Der Kaffenbestand belief sich am Ende des vorigen Jahres auf 286 015 M., 131 820 M. mehr als Ende 1897. Für Streits im eigenen Gewerbe wurden 1897 insgesammt 412267 m., 1898 425 410 M. berausgabt, für Streits in anderen Gewerben 37 748 beztv. 5639 M. Bei Genehmigung von Streiks und Leitung der Bewegung im Allgemeinen waren für den Vorstand dieselben Grundsäge maßgebend wie in früheren Jahren. Abwehrstreits famen vor 1897 in 28 Orten, 1898 in 35 Orten. Dann waren 1897 betheiligt 1063 Gefellen und 68 Unternehmer, 1898 3448 Gesellen und 183 Unternehmer. Die Ursachen waren in zusammen 70 Fällen Maßregelung, in 19 Fällen fchlechte Behandlung, in 12 Fällen Lohnreduzirung, in 89 Fällen Nichtinnehaltung der allgemein üblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen, in zwei Fällen Nichtzahlung des verdienten und in zwei Fällen Nichtzahlung des versprochenen Lohnes, in zwei Fällen Maßregelung und Nichtzahlung des allgemeinen üblichen Lohnes, in je einem Falle fchlechte Behandlung und Lohnreduzirung bezw. Verlängerung der Arbeitszeit, in 25 Fällen verschiedene andere Urfachen; in 28 Fällen waren die Ursachen unbekannt. 1897 endeten die Sperren bei 53 Unternehmern 1898 bei 187 Unternehmern mit Erfolg, bei 15 beziehungsweise 46 Unternehmern ohne Erfolg, Angriffs- Streits famen bor 1897 88 allgemeine und 18 partielle, 1898 40 allgemeine und 26 partielle. Im Jahre 1897 waren 15341 und 1898 12 407 Arbeiter daran betheiligt. waren 1897 in 82 Fällen verweigerte Verkürzung der Arbeitszeit Die Ursachen und Lohnerhöhung, in 19 Fällen verweigerte Lohnerhöhung; 1898 in 81 Fällen verweigerte Verkürzung der Arbeitszeit und Lohn Genossen solchen Anflang gefunden, daß die Auflage bereits vorige Parteiliteratur. Die diesjährige März- Zeitung hat bei den erhöhung, in 82 Fällen verweigerte Lohnerhöhung, in je einem Falle Woche vergriffen war und die noch täglich eingehenden Nachbestellungen verweigerte Einführung der achttägigen Lohnzahlung, verweigerte nicht mehr erledigt werden tönnen. Die gegnerische schriftliche Anerkennung des Lohntarifs und Sympathie zu streitenden Bresse hat mit ihrem Geschimpfe zu diesem Erfolge jedenfalls nicht Versuch, die Wiederaufnahme des Verfahrens in der BiethenIn diesem Prozeß handelt es sich bekanntlich um einen Bauarbeitern. Von den Streits endeten 1897 mit Erfolg 24 mit wenig beigetragen. Auf die alberne Bemerkung der Kreuz- Zeitung" fache zu erwirken. Das Ergebniß ist: der Beweis konnte 6668 Arbeitern, ohne Erfolg 4 mit 301 Arbeitern, 1898 daß es sich bei dem Mary- Bild um ein angeblich altes Kunstmit Erfolg 27 Streits mit 4569 Arbeitern, mit theilweisem blatt handle, können wir den schriftgelehrten Schulmeistern, Pastoren nicht erbracht werden, daß Polizeikommissar Gottschalt Erfolg 34 mit 5150 Arbeitern, ohne Erfolg 5 mit 2688 Arbeitern. und Junkern heute mittheilen, daß auch in der Berliner Magistrats- die von Landauer behauptete Fälschung der Beweis. Die Abwehrstreits( Bausperren) endeten 1897 bei 56 Unternehmern, bibliothel ein Exemplar dieser 1843 erschienenen Lithographie fich stücke gegen Ziethen berübt hat. 1898 bei 187 Unternehmern mit Erfolg, bei 15 bezt. 46 Unter- befindet. nehmern ohne Erfolg. Um die Lohnbrüderei durch italienische Das, sonst außerordentlich schwerwiegende Beugniß Arbeiter, deren sich das Unternehmerthum in immermehr aus Gotthardt hat die bürgerliche Breffe doch wirklich recht wenig Glüd Präzision. Dieser Erfolg der Anklage ist aber wesentlich ba Ein neuer Eideshelfer. Mit den Lorenzen, Fischer und des Kreisphysikus Berger ermangelte hier der nöthigen gedehnterem Maße bedient, zu vereiteln, hat der Vorstand ein da italienisches Blatt, L'Operaio Italiano", gegründet, das schon einen gehabt; namentlich der Reinfall mit dem Gotthardt war arg und durch herbeigeführt worden, daß die Beweisaufnahme über bemerkenswerthen Einfluß auf die italienischen Arbeiter ausübt. Herrschaften nicht ab, sich schon wieder einem neuen Helden in die Bola Prozeß der Fall war auf die inkriminirten ist noch dazu kaum einige Tage her. Das hält aber die armseligen die Thätigkeit Gottschalk's ähnlich wie das im Auch mit den Genossen in Böhmen hat der Vorstand Fühlung ge- Arme zu werfen, der mit lieblichen Enthüllungen" die Sozial- untte beschräntt ward, und daß namentlich das nommen, um zu verhindern, daß czechische Arbeiter den kämpfenden demokratie vernichten will. 8immermann heißt die neue Kraft Niederwald Attentat und die Beziehungen Gottdeutschen Genossen in den Rücken fallen. Der Vorstand hat einen und mit dem unbeirrtesten Muthe stürzt sich die bürgerliche Presse schweren Stand gehabt, aber er hat sich der Arbeit mit Freuden auf den frischen, aber ach, so dürren Knochen. Dieser Zimmermann schall's zu dem Lockspikel Palm nicht berührt werden blicken.( Beifall.) die Aussagen Berger's nach dieser Namens der Revisoren berichtet Hartwig Hamburg, daß bei Das Blatt schreibt: Richtung hin neues und erhebliches Material geliefert. allen Revisionen die Kasse und die Buchführung in Ordnung be- Mühfale des Berufes eines Voltsbildners in einem ostpreußischen betrifft, so meinte stvar " Wer ist Zimmermann? Ein ehemaliger Schullehrer, der die Was nun die Wirkung auf die Ziethen- Sache funden wurde. zwar der Vorsitzende, die Aus Als Vertreter des Ausschusses erstattet Dähne Berlin den Dorfe mit dem eines sozialdemokratischen Agitators vertauschen fichtslosigkeit der Bewegung zu Gunsten der WiederBericht. Es fanden 24 Ausschußfizungen statt, in denen über Bewollte, bald aber erfahren mußte, daß man ihn nicht gebrauchen aufnahme schwerden entschieden und dafür gesorgt wurde, daß alles im Ver- fonnte. Nach zweimonatiger Thätigkeit als Redakteur in Chemnis Aber dieser Anschauung stehen doch gewichtige Thatmüsse jezt jedem flar geworden sein. band in Ordnung ist. Außerdem waren zwei kombinirte Sigungen Wuch die Arbeiter wollten nichts mehr von seinen Reben hören, fachen gegenüber. war es mit seinem Wirten in unserer Partei so gut wie aus. des Ausschusses und Vorstandes nothwendig. Eine für die Wiederaufnahme sehr Es wird die Diskussion über alle drei Berichte eröffnet. weil sie belehrende Vorträge, aber keine blöden Schimpfereien ver- günstige Thatsache ist zu Lage gefördert und Müze I- Lübed vermißt eine Erwähnung der Arbeitsfabrikation, auf die sich Zimmermann nun warf, nicht von langer rühmten Partitelchen", welches am Messer Ziethen's langten. Unter solchen Umständen konnte auch die Broschüren- fe ft gestellt worden: nämlich daß von dem be nachweisfrage. Wie ist die Stellung des Vorstandes? Bömelburg glaubt, daß diese umfangreiche Frage taum im Dauer sein. Alles, was er hervorbrachte, war nichts als ein ver- gefunden wurde, und welches einen wesentlichen Grund zur Rahmen des Vorstandsberichtes diskutirt werden kann. Wenn im worrenes Geschimpfe. Das zeigt sich auch deutlich in einer uns vor Berurtheilung bildete, nicht festgestellt worden ist. Bericht auf sie nicht eingegangen ist, so deshalb, weil ihr der Vorliegenden Broschüre aus der Zeit, wo sich 8. noch Sozialdemokrat ob es von dem Holz des hammers, mit dem der stand keine entscheidende Bedeutung für den Verband beimißt. In nannte, in der er die Arbeiter in einem bandwurmartigen Phrasen Mord begangen wurde, herrührte, ja nicht einmal, unferem Gewerbe ist es bei seiner eigenartigen Lage ausgeschlossen, welche die Opfer abschlachten. Nachdem nun Zimmermann endlich ob es mit Menschenblut getränkt war. gedreich als Opfer feiert und die Kapitalisten als die Priester, daß die Unternehmer den Arbeitsnachweis als Waffe gegen uns eingesehen, daß, um in der Sozialdemokratie thätig zu sein, mehr brauchen können. Der Arbeitsnachweis, den die Stettiner Unter- als Bhrasengedreiche und starte Ausbrüde nöthig sind, ging er hin Verurtheilung Landauer's zu einem halben Jahr Doch wie man auch über den Fall Ziethen denkt nehmer gegen die„ bösen" Gesellen gegründet hatten, hat Fiasto und schimpfte auf die Sozialdemokratie, erzählte von Streberei und Gefängniß geht weit hinaus über das Maß, welches ſelbſt gemacht. Dasselbe Schauspiel haben wir in anderen Orten gehabt. Wenn wir den Unternehmer- Arbeitsnachweisen keine Bedeutung bei- Postenjägern, von Betternwirthschaft, geistiger Knechtschaft und ähn- diejenigen erwarten konnten, die Biethen für schuldig und messen, brechen sie in sich selbst zusammen. Gottschalt für einen Ehrenmann halten. Landauer hat im besten Wohl bekomm Euch der Zimmermann! Glauben gehandelt, er war von edlen Motiven geleitet, er Das neue sozialdemokratische Tageblatt, das durch Ver- wollte einem Menschen helfen, den er für un schuldig berschmelzung der beiden bisher wöchentlich dreimal erscheinenden urtheilt hielt. Die Richter hätten es sich genügen lassen müssen, Blätter Beobachter" in Chemnik und„ Boltsstimme" in Burgstädt die Unrichtigkeit seiner Meinung festzustellen. Das harte gebildet wird, wird am 1. April d. J. zu erscheinen beginnen. Es Urtheil wird dem Verurtheilten und der Sache, die er ver wird den Titel führen Die Boltsstimme", Organ für das arbeitende trat, neue Sympathien erwecken. Volt des 10., 14., 15., 16., 17., 19., 20. und 21. sächsischen ReichstagsWahlkreises. Der Preis ist auf 50 Pfennige pro Monat mit freier Bustellung festgesetzt. D Fischer Weimar wünscht, daß die scheinbare Abneigung zwischen Maurern und Bauarbeitern( Hilfsarbeitern) durch eine Er Klärung des Verbandstages beseitigt wird. Bömelburg erwidert, daß die Bauarbeiter sich ganz zu Unrecht zurückgesetzt fühlten. Für die Verschmelzung der Organi fationen der Bauarbeiter und Maurer sind keine Gründe vorhanden. Die Verschmelzung würde einen Rückschritt in der Organisation bedeuten. Ein Zusammenarbeiten ist nur nothwendig, wenn in einem Orte Lohnbewegungen im Baugewerbe in Aussicht stehen. Sonst fährt jede Organisation am besten, wenn sie für sich allein arbeitet. Selbstverständlich üben wir Solidarität gegen die Bauarbeiter. Schulze- Köln bittet um kräftigere Förderung der Agitation im Rheinlande durch den Vorstand. Die weitere Debatte bringt einzelne lokale Angelegenheiten zur Erörterung, aber keine Einwendungen gegen den Vorstandsbericht. Gewünscht wird von 0 Muth Elberfeld und anderen Rednern, daß ein Bahlstellen faffirer, der sich Unregelmäßigkeiten zu schulden tonunen läßt, sofort seines Postens enthoben und der Staatsanwaltschaft angezeigt wird. Dem Gesammtvorstande wird hierauf ein ftimmig Decharge ertheilt. Die Mittagspause tritt ein. referirt lichem mehr." " Jm 15. fächsischen Reichstags- Wahlkreise giebt es nach einer Statistik, die in der legten Parteiverſammlung des Kreises mitgetheilt wurde, etwa 70 sozialdemokratische Gemeindevertreter. gericht sagt: # bie Tehte Nachrichten und Depeschen. zwischen Hoyerschleuse und Sylt sind Eises halber bis auf Weiteres Husum, 22. März.( W. T. B.) Die Dampfschiffs- Fahrten eingestellt. München, 22. März.( W. T. B.) Wie die Münchener Neuesten Polizeiliches, Gerichtliches u. f. w. Zum Versammlungsrecht hat das Kammergericht eine Ent- Nachrichten" melden, hat Professor Franz Stud es ab. scheidung gefällt, die zu großen Bedenken Anlaß giebt. Die Ent. gelehnt, seinen Fries im Reichstagsgebäude nach dem Wunsche der Ausschmüdungs- Kommission abzu ändern. scheidung wird in der Deutschen Juristen- Zeitung" bekannt gemacht. Paris, 22. März.( B. H.) In der Kammer wiederholte heute große öffentliche Versammlung nach einem öffentlichen Lokal berufen, zweier Bariser Blätter gegen den früheren russischen Botschafter Der Vorstand eines sozialdemokratischen Vereins hatte eine der antisemitische Abg. Lafies die Interpellationen über die Angriffe in welcher ein Reichstags- Abgeordneter sprechen sollte. An dem be- Baron Mohrenheim. Ministerpräsident Dupuy forderte die stimmten Tage hatte sich eine größere Anzahl von Personen ein- Kammer auf, die Debatte darüber auf einen Monat zu Den Borsiz führt in der Nachmittags- Sigung Bayer auf die Erklärung des Vorstandes, daß die Versammlung wegen schuldigungen von der betreffenden Persönlichkeit mit Empörung gefunden, welche der Eröffnung der Versammlung harrten, indessen vertagen. Er erklärte, daß die in Frage stehenden Be Leipzig. nicht erfolgter Anmeldung nicht stattfinden könne, auseinanderging. Agitation zum weiteren Ausbau des Verbandes" Verordnung vom 11. März 1850 verurtheilt worden. Das Kammer- mit der betreffenden Persönlichkeit solidarisch und protestire energisch das aus 12 ber Silberschmidt Berlin: Die Agitation hat noch viel zu weil die im Auslande in ein schlechtes Licht stellten. Die in Frage stehende thun; organisirt sind erst 38 pet. der Maurer und noch über Es genügt zur Strafbarkeit, daß die Vereinigung einer größeren Bersönlichkeit habe ein Anrecht auf die Sympathien des ganzen 2000 Orte mit einer Einwohnerzahl von mehr als 2000 haben keine Anzahl von Personen zu demselben Zwede an einem bestimmten Landes. Sie sei der Urheber der intimen Allianz zwischen Frankreich Bahlstelle des Verbandes. In den lezten Jahren war die Organi. Orte zu stande gekommen ist. Eine förmliche Gröffnung und Konsation besonders in den kleinen Orten erfolgreich, die früher als stituirung der Versammlung ist nicht erforderlich. Daraus, daß im und Rußland. Lafies zog seine Interpellation zurüd. London, 22. März. Unterhaus. Bei der Berathung über organisationsunfähig galten. Die Agitationskommissionen und Bahl- 8 12 außer dem Unternehmer auch der Vorsteher, Ordner, Leiter den Eintritt in die zweite Lesung der von Lionel Holland stellen haben ihre Schuldigkeit gethan; doch muß in Zukunft nicht so und Redner mit Strafe bedroht ist, ist daher nicht zu folgern, daß eingebrachten Alterspenfioneu- Bill erklärt Chamberlain, er sehr auf das Gründen von Bahlstellen das Schwergewicht gelegt zur Strafbarkeit des Unternehmers auch eine förmlich organisirte akzeptire die Vorlage im Prinzip. Die Regierung habe beschlossen, werden, als darauf, daß in den Orten, in denen Bahl- Bersammlung, in welcher ein Vorsteher, Ordner, Leiter ihre Thätig nach den Osterferien die Niedersehung eines besonderen Ausstellen gegründet werden, teit entwickelt haben, stattgefunden haben muß. auch genügend Personen borHanden find, die Muth und Energie genug befizen, sich der Nach dieser Entscheidung wäre es nicht mehr möglich oder schusses zur Untersuchung der Frage zu beantragen. Organisation zu widmen. Auch haben die Zahlstellen ihr Augenmert mindestens sehr erschwert, in der öffentlichen Einladung zur Vermindestens sehr erschwert, in der öffentlichen Einladung zur Ver- früheren Untersuchungen hätten gezeigt, daß nicht allein auf die Lohnbewegung zu richten, sie müssen vor allem ſammlung einen früheren Beitpunkt für den Beginn der Ver- Versuch, obligatorische Beiträge seitens der arbeitenden Klaffen zu dafür sorgen, ihre Mitglieder zu überzeugten Arbeitern zu erziehen. fammlung anzugeben, wie in der Anzeige an die Behörde, eine erhalten, aufgeben müsse. Dieses auf dem Festlande eingeführte Nur so können Kämpfer herangebildet werden, die den kommenden lebung, die sich aus der Praxis ergeben hat und sehr gebräuchlich System hätte in Deutschland nicht einen so großen Erfolg, um Stürmen und Krisen trogen. Neben der Ausbreitung muß das ist, weil die Versammlungsbesucher erfahrungsgemäß vielfach zu England zu veranlassen, dasselbe gleichfalls einzuführen. Die Re Hauptgewicht auf die Befestigung der Organisation gelegt werden. pät kommen. Denn erstens fönnte es eintreten, daß infolge deffen gierung erkenne die Wichtigkeit der Angelegenheit sowie die sich bei Ueber die Lohnbewegungsfragen hinaus muß das Interesse für die die 24 stündige Frist zwischen Anzeige und Beginn als nicht gewahrt Behandlung derselben ergebenden Schwierigkeiten an und wünsche, Beseitigung der sonstigen Mißstände, Attordsystem; Vorschuß- erschiene, andererseits aber, daß die Frist von einer Stunde zwischen ein Abhilfemittel ausfindig zu machen. der Zeit der Anzeige und des Beginns der Versammlung nicht voll- Rom, 22. März.( Melbung der„ Agenzia Stefani") Die hier unwesen u. s. w. geweckt werden. Redner schlägt folgende Resolution vor: ständig ausgenugt werden könnte, da auch selbst ohne die frühere unter dem Vorsitz des Ministers des Aeußeren Cane varo tagende " In Erwägung, daß die Unkenntniß in wirthschaftlichen Einladung häufig Besucher vor der festgesezten Zeit im Ber- Konferenz der Botschafter Englands, Rußlands und Frankreichs aur Dingen, in der sich noch die große Masse der Maurer Deutsch- fammlungslotale erscheinen. lands befindet, ein fortwährendes Hinderniß für die Besserstellung der Lage aller Berufsgenossen ist, worunter auch die bereits aufgeflärten und organisirten zu leiden haben, Soziale Rechtspflege. Die man jeden Kontrole der fretischen Angelegenheiten hat das Ansuchen des Prinzen Georg um Gewährung eines neuen Kredits für Kreta abgelehnt und beschlossen, Mittel und Wege ausfindig zu machen, um der tretischen Regierung die Erlangung eines Kredits auf den europäischen Märkten zu erleichtern. in weiterer Erwägung, daß, sobald diese Unkenntniß beseitigt Unfall auf der Straße als landwirthschaftlicher Betriebs- Peking, 22. März.( Meldung des Reuter'schen Bureaus".) ist, die Kollegen auch bemüht sein werden, sich der Organisation unfall. Die Frau des Landwirthes Weins hatte eines Tages ihrem Die Gesandten Englands, Deutschlands und Amerita's ihrer Berufsgenossen anzuschließen, durch welche in der gegen Manne das Mittagessen nach dem Felde gebracht und war bei der richteten an das Tiung- li- Yamen Noten, in welchen sie die Regelung wärtigen Gesellschaftsordnung mur allein sich eine Befferung der Rückkehr auf der Dorfstraße stehen geblieben, um sich mit einer der Frage der Erweiterung der Fremdenniederlaffung in wirthschaftlichen Lage der Arbeiter erkämpfen und die unwürdige Nachbarin zu unterhalten. Oberhalb der Stelle, wo die Frau sich befand, Shanghai fordern. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: 2b. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. i.. io. lo. i. lifiinjf dts„ömtiätts" Knlim KMIR s-*»»!>W. Prozeß Landauer. Vor der III. Strafkammer des Landgerichts I begannen gestern die Verhandlungen gegen den Schriftsteller Gustav Landauer und den verantwortlichen Redakteur des..Sozialist" Franz Rubbert wegen Beleidigung des jetzigen DistriktskomnüssarS Gottschalk. Es handelt sich bei der Anklage im Wesentlichen um die Angelegen- heit des im Znchthanse zu Werden sitzenden Barbier Albert Ziethen. In Nr. 6 des„Sozialist" vom S. Februar v. I. veröffentlichte Landauer einen mit seinem Namen unterschriebenen Artikel, in welchem es u.N. heiht:„Ich klage den Polizeikommissar Gottschalk, früher in Elberfeld, jetzt DislriltSkommissar in der Provinz Posen, an, dah er in der Untersuchung gegen den Barbier Ziethen, viel- leicht in der Ueberzeugung, der Mann sei schuldig, und in dem Glauben, es werde ohne das ein Schuldiger bielleicht frei ausgehen, wichtige Beweisstücke gefälscht hat". Der Angeklagte Landauer hat diese Erklänmg in der A b s i ch t erlassen, eine Anklage wegen Beleidigung gegen sich zu veranlassen, um auf diese Weise Gelegenheit zu erhalten, die Angelegenheit Ziethen, für den schon so oft die Wiederaufnahme des Verfahrens vergeblich angestrebt worden ist, vor Gericht zu bringen und auf diesem indirekten Wege die Unschuld des im Jahre 1884 zum Tode verurtheilten und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Mannes nachweisen zu können. Als die Verjährungsfrist abgelaufen war, versandte Landauer am I. September 18S8 an sämmtliche Mitglieder des neugewählten Reichstages ein gedrucktes Rundschreiben. Er wiederholte darin seine Anschuldigung gegen Gottschalk und erweiterte diese dahin: Er behaupte, dah der Polizeibeamte Gottschall seine Fälschungen da- durch zum ausschlaggebenden Beweisstück gemacht habe, daß er am 28. Januar 1884 und den folgenden Tagen in der Verhandlung gegen Albert Ziethen unter seinem Eide wissentlich Un- wahres zum Nachtheile des Angeklagten ausgesagt habe, ein Verbrechen, welches nach Z 154 Str.-G.-B. mit Zuchthaus nicht unter drei Jahren bedroht sei. Es heißt dann in dem Zirkular:„Ich trete an jede? einzelne Mitglied des Reichstages mit dem Ersuchen heran: bei dem Herrn Staatssekretär des Reichs» Justizamtes anzufragen, ob er gewillt ist, auf Grund von Erkundi- gungen bei der preußischen Regierung mitzutheilen: 1. ob und warum� der Polizeibeamte Gottschall und seine Vor- gesetzten eS für nothwendia halten, daß crsterer diese höchst ehren rühnge Nachrede sich gefallen läßt. 2. Ob und wie lange der Polizeibeamte Gottschall noch fernerhin im Staatsdienste beschäftigt werden soll?— llebrigens handelt es sich bei mir nicht um die Bc- straftmg des Gottschall, sondern um die Feststellung der Wahrheit, einer Wahrheit, von der die endliche Befreiung des nn- schuldig wegen Mordes verurtheilten Ziethen wesentlicht abhängt." Auf Grund dieser Behauptungen hat sowohl der Distrikts- kommissar Gottschall und auch dessen Vorgesetzter, der Regierungs- Präsident zu Bromberg, gegen beide Angeklagte Strafantrag wegen Beleidigung auf Grund des§ 186 sVerächtlichmachung durch Verbreitung nicht erweislich wahrer Thatsachen) gestellt. Der Angeklagte Landauer ist am 7. April 1870 zu Karlsruhe in Baden geboren, religionslos und wegen Aufforderung zum Un- gehorsam gegen Anordnung der Obrigkeit und wegen Anreizung zu Gewaltthätigkeiten vorbestraft. Der am 22. November 186S zu Stettin geborene Rubbert ist unbesttast. Die Verhandlungen finden im kleinen Schwurgerichtssaal statt. Vorsitzender des GenchtShofes ist Landgerichtsdirektor R ö s l e r. die Anklage vertritt Staatsanwalt S ta ch o w I, die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Wolfgang Heine. Der � Vorsitzende Landgerichtödirektor Rösler eröffnet die Sitzung in Anwesenheit einer zahlreichen Zuhörerschaft. Für die Vertreter der Presse hat der Vorsitzende die Gcschworenenbänle zur Arbeit eingeräumt; dort nimmt auch Reichstags- Abgeordneter Liebknecht Platz.— AIS Vertheidiger des Angekl. Sftlbbert ist neben dem Rechtsanwalt Wolfgang Heine der Rechtsanwalt V. Frankel thätig. Landauer über den Fall Ziethen. Angekl. Landauer erklärt auf Befragen des Vorfitzenden: Es handle sich bei ihm nicht um einen Angriff auf eine einzelne Person, sondern um einen kleinen Bestandtheil des Falles Ziethen. Er balte Ziethen für völlig s ch u l d l o s und beharre bei der Ueberzeugung, d aß die von dem Kommissar Gottschal k im Jahre 1884 gegen Ziethen vorgebrachten Schuldbeweise gefälscht worden seien. Wenn das am Messer Ziethcn's angeblich entdeckte Holzsplitterchen echt und vorher an dem Messer nicht vorhanden war, so muß eine Fälschung vorliegen. Diese könne nur am Morgen des 26. Oktober 1888 von Gottschalk vorgenommen worden sein, denn dieser allein habe Gelegenheit dazu gehabt und sich seiner Entdeckung gerühmt. Ziethen habe damals sofort gesagt, daß das Holzsplitterchen, welches Gottschalt ihm am Morgen des 26. Oktober entgegenhielt, von ganz anderem Ansehen gewesen sei, wie das Holz des Hammers, und von Gottschalk zwischen den Fingern gehalten worden sei.— Präs.: Es wird hier ein Zeuge auftreten, der bekunden wird, daß schon am 25. Oktober Nachts an dem Messer ein Holz- partikclchen vorgefunden ist.— Angekl: Dieses augeblich schon vorher gefundene Holzpartikelchc» mutz ein anderes geivesen sein und ist von keiner Bedeutung für die Schuld des Ziethen gewesen.— Präs.: Ihnen ist doch auch bekannt, daß die Frau des Ziethen noch fünf Tage nach dein Attentat gelebt und zuerst sofort ihren Ehemann als den Thäter bezeichnet hat. Wie sollte nun Herr Gottschalk dieser Bezichtigung durch die Frau gegen- über dazu kommen, ein so minutiöses Beweisstück wie das stecknadel- knopfgroße Holzstückchen sich zu beschaffen, um den Ziethen zu über- führen?— Angekl.: Die Frau Ziethen ist nach den, Urtheil der Sachverständigen nach der That im Zustande des D e I i r i r e n s ge- Wesen und so ist auf deren Acußerungen nichts zu geben. Ich nehme an, daß Herr Gottschalk gewiß überzeugt war von der Schuld des Ziethen und danach strebte, nun auch ihn zu überführe».— Präsident: Wieso kam denn wohl bei Herrn Gott- schall die Ueberzeugung von der Schuld des Ziethen? — Angekl.: Das böse Leben, welches Ziethen mit seiner Frau führte, mußte in ganz Elberfeld sofort den Verdacht auf Ziethen lenken. Der Polizeikommissar Gottschalk mußte sofort ein- sehen, daß Ziethen, ber eben erst aus Köln von seiner Geliebten hrimgckehrt>var, keine Zeit mehr hatte, den Mord zu begehen; er mußte sich deshalb andere Uebcrführungsbeiveise schaffen.— Präs.: Welchen Grund sollte nun wohl Herr Gottschalk gehabt haben, sich einer solchen Fälschung schuldig zu machen?— Angekl.: Der Polizeikommissar Gottichalt ist, wie bewiesen werden könnte, ein sehr sirebsamer, ein besonders strebsamer Beamter, der sich vielleicht ge- sagt hat, daß es für ihn von besonderem Vorth eil sein würde. ivenn er den Ziethen überführen könnte. In Sozialisten- kreisen traut man ihm dies zu. denn in diesen Kreisen glaubt man Beweise dafür zu haben, daß Herr Gottschall an dem Attentat ans das Nicderwald-Denkmal im Jahre 1883 und an dem kurz vorher begangenen Dynamit- Attentat in Elberfeld nicht unbetheiligt gewesen i st, mindestens schon vorher davon gewußt hat.— Präs.: ES liegt doch aber gewiß ein Widerspruch darin, daß ein Mann, der dieses große Verbrechen des Anschlages auf das Nicderwald-Denkmal hätte entdecken können, diese kleine Sache der Ueberfllhrung Ziethen's zur Vergrößerung seines Ruhmes hätte ausnutzen wollen.— R.-A. Heine: Der Angeklagte behauptet, daß Herr Gottscholl der Ent- dccker des Niederwald- Denkmals- Attentats gewesen ist, daß es aber zu einem verunglückten Versuch nur gekommen ist.— Präs.: Ich mache darauf aufmerksam, daß wir uns hier nicht ins Uferlose verlieren können, sondern bei der Sache bleiben müssen. Bei der ganzen Sachlage im Falle Ziethen kann man ja Wohl annehmen, daß jemand, der die Ansicht vertritt, in jener Sache sei ein Fehlspnich gethan, in gutem Glauben handle, und daß ber AngeNagte in erster Reihe eS wohl nicht auf eine Beleidigung abgesehen hat, sondern der Sache Ziethen dienen wollte.— Staatsanwalt S t a ch o w I sucht die Behauptungen des Angeklagten als unzutreffend zurückzuweisen. ES sei falsch, daß Gottschalk die ersten Amtshandlungen gegen Ziethen über- nommen habe, und es sei nicht richtig, daß er damals schon sofort von der Zeit, die dem Ziethen zur Verfügung stand, Kenntniß erhalten habe. Was die Behaupttmgen des Angeklagten bezüglich des Niederwald- Denkmals betrifft, so lassen diese es doch als zweifelhaft erscheinen, daß der Augeklagte in gutem Glauben gehandelt habe. Er müsse entschieden dagegen protestiren, daß hier in öffentlicher Sitzung ein Mann, der sich des größten Vertrauens seiner Vorgesetzten erfreue, in solcher Weise beschuldigt werde, ohne daß direkte Beweise dafür erbracht werden. Gegen diese Art, einen preußischen Beamten zu beschuldigen, ein fürchterliches Attentat gegen die Hohenzolleru- Familie und die deutschen Regenten angestiftet zu haben, müsse er entschieden Einspruch erheben.— Präs.: Auch er bitte, im Rahmen dieser Verhandlung zu bleiben und nicht Dinge hereinzuziehen, die nicht streng dazu gehören. Der Staatsanwalt habe mit Recht den Beamten gegen die Beschuldigungen in Schutz genommen, wofür keine Beweise vorliegen und die nicht zur Sache gehören.— Rechtsanwalt Heine: Sie gehören doch insofern zur Sache, als es dem Angeklagten darauf ankommt, nachzuweisen, daß Herr Gott- schall ein Mann ist, dem man sich der That versehen kann. Ich habe nach dieser Richtung hin eine ganze Reihe von Anträgen gestellt, die leider abgelehnt sind. Ich hatte beantragt, den früheren Weber Palm. jetzigen Aufseher im Arbeitshause zu Brauweiler, zu vernehmen, der bekunden sollte, daß Gottschalk sowohl das Attentat auf dem Nieder- wald. als auch 14 Tage vorher das Dynamit- Attentat im Jahre 1883, wenige Wochen vor der Ermordung der Frau Ziethen angestiftet habe. Ick hatte ferner beantragt, den Kammergerichtsrath U h l e s- Berlin, s. Z. erster Staatsanwalt in Elberfeld, zu laden, der bekunden sollte, daß Herr Gottschalk ein übermäßig strebsamer Beamter sei, der auch ihm gegenüber nicht korrekt gehandelt habe.— Staatsanwalt: Von einer Vorladung des Herrn Kammergerichtsraths UHIes ist aus dem Gesichtspunkte Abstand genommen worden, weil dieser der in der Sache Ziethen thätig gewesene Erste Staatsanwalt gewesen ist. llebrigens ist Herr Kammcrgerichtsrath U h l e s erforderlichen Falles sofort zu erreichen.— Angekl. Landauer: Er habe seine Be- hauptungcn nicht ohne Beweis aufgestellt. Er beantrage ja gerade die Vorladung des Palm, damit er mitthcilen solle, daß daS Geld, welches er für die Reise nach RüdeSheim bekommen, von Gottschalk herrühre und daß letzterer ihn selbst angestiftet habe. Er berufe sich weiter auf verschiedene Kundgebungen des verstorbenen Oberstleutnants v. E g i d y, daß die Sache Zieihen und das Attentat auf dem Niederwald bei allen Eingeweihten schon längst verquickt worden sind. Er sei überzeugt, daß im Falle schon längst etwas geschehen wäre, wenn nicht derjenige, der in diesem Falle Fälschungen begangen, auch andere Fälschungen hochpolitischer Natur auf dem Gewissen habe.— Der Vorsitzende ersucht nochmals, die Sache auf den Rahmen der Anklage zu be- schränken.— Was die weiteren Vorwürfe des Angeklagten Landauer betrifft, daß Herr Gottschalk die angeblich von ihm entdeckten Blut- spritzen auf der Manschette des Ziethen nachträglich hergestellt habe, so beruft sich Landauer auf den Brief des Kreisphysikus Dr. Berg er, der seiner Zeit nichts von diesen Blutspureu bemerkt habe, oblvohl sie ihm nicht hätten entgehen können. Dr. Berger habe dies in einem an den Staatsauwalt Pinnoff in Elberfeld gerichteten Briefe ausdrücklich bekundet und seine Uebcr- zcugung von der Unschuld Ziethen's ausgesprochen. Der Vor- sitzende hält dem Angeklagten aus den Akten verschiedene Momente vor. die darauf hindeuten, daß die Ansicht des Angeklagten über die Umstände unter welchen die Blutspuren an der Manlchette vorgefunden seien, nicht zutreffen. Der Angeklagte bleibt aber bei seiner Darstellung. Herr v. Egidy gegen Gottschalk. Landauer benift sich außerdem darauf, daß der Oberstleutenant v. Egydi dieselben Anschuldigungen dem Gottschalk gegenüber dirctt ausgesprochen und denselben brieflich aufgefordert habe, der Wahrheit die Ehre zu geben und damit die Unschuld des Ziethen zu bekräftigen. Auf dieses Schreiben sei Herrn v. Egidy eine amtliche Bescheidung nicht geworden! es sei somit anzu nehmen, daß Herr Gottschalk den Brief nicht weiter gegeben habe.— Staatsanwalt: Das ist ganz irrig. Herr Gottschalk hat den Brief ganz ordnungsmäßig seinem Vorgesetzten übergeben. Es ist auch erwogen worden, gegen Herrn von Egidy strafrechtlich vorzugehen, man hat aber davon Abstand genommen, weil kein Zweifel darüber war, daß Herr v. Egidy in guten» Glanben gehandelt hatte.— Da L. in seinem Zirkular auch darauf aufmerksam gemacht hatte, daß auf den ersten Artikel man die Verjährungsfrist habe verstreichen lassen, so macht der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß solche Strafverfolgung doch nur auf An- trag eintrete. Da ein solcher Antrag auf das Zirkular hin, welches auch Herrn Gottschalk zugestellt worden war. sofort gestellt worden, sei doch wohl anzunehmen, daß Gottschalk jauch wegen des Artikels Strafautrag gestellt hätte, wenn er Kenntniß davon erhalten hätte.— Angekl. Landauer erklärt dem gegenüber, daß er nach seiner Meinung auch den ersten Artikel Herrn Gottschalk zu- gesandt habe. Die Vernehmung der Angeklagten ist hierauf beendet und es beginnt die Zeugenvernehmung. Der erste Zeuge ist KreiSphhstkuS Dr. Berger: Er sei bald nach der That zur Frau Ziethen, die noch am Leben war, gerufen worden. Er habe gehört, daß Ziethen als der ver- meintliche Thäter verhastet worden fei. Er habe die Frau in einem Zustande vorgesunden, daß man auf ihre Aeußerungen— sie be- zeichnete ihren Mann als den Thäter— gar keinen Werth legen konnte. Daß Ziethen der That verdächtig erschien, war natürlich, denn eS sei in Elberfeld bekannt gewesen, daß er mit seiner Ehekau sehr schlecht lebte und ein jähzorniger Mann war. Er habe auf der Polizei- Wachtmeisterstube den verhafteten Ziethen angetroffen und ihn auf Blutspuren untersucht. Es hätten mehrere Polizeibeamte daneben gestanden und an der Besicktigung theilgenommen. Die Beleuchtung sei eine sehr gute gewesen, Ziethen sei mit einem schwarzen Anzüge bekleidet geivesen und habe weiße, reine Wäsche angehabt. Er habe keine einzige Blutspur vorgefunden und nur an dem einen Stiefel eine erbsengroße, grauröthliche Masse. die wie G e h i r n s u b st a u z aussah.— Präs.: Seien Sie recht vorsichtig!— Z e u g e: Ja wohl, ich weiß ja, was darauf ankommt.— Präs.: ES ist nur seltsam, daß nack dem einen gerichtlichen Protokoll die Polizeibeamten Splittgerber und Holle solche Blutspritzen an der Manschette gesehen haben wollen.— Zeuge: Das weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, daß ich die Manschetten genau unter- sucht habe, keine Blutspuren gefunden habe und solche mir nicht hätten entgehen können. Die Manschetten wären auch sicher konfiszirt toorden, wenn sich Blut daran befunden hätte.— Präs.: Würden denn die Blutflecke von entscheidender Bedeutung gewesen sein? Es ist doch ganz natürlich, daß, wenn jemand bei der Heim- kehr aus Köln seine Frau ermordet vorfindet, sich über die Frau beugt und sie auch wohl hochhebt und es wäre doch nicht wunder- bar. wenn sich Ziethen dabei die Manschetten etwas mit Blut ätte. Das ist doch wirklich nicht so etwas Auffälliges schäftiqen, ein Indizium zu fälschen, welches von gar keiner Ausschlag gebenden Bedeutung war.— Zeuge: Eins komnit zum andern: die Blutflecken kommen zu dem augeblich ge- fundenrn Holzparttkelchen.— Angekl. Landauer stellt aus dem stenographischen Bericht über den Ziethen-Prozeß fest, daß damals der Vorsitzende ganz besonderes Gewicht auf die Blut- flecke gelegt und es als belastend wiederholt hervorgehoben habe. daß eS nicht Blutflecken seien, die vom Berühren der Verwundeten herrühren konnten, sondern daß es Blut spritzen waren.— Präs.: Die Manschetten sind am folgenden Tage gerichtlich mit Beschlag belegt worden und auch in der Hanptverhnndlung gegen Ziethen sind sie vorgelegt worden.— Zeuge: Ich habe erst während des Plaidoyers des SiaatSauwalts zu meinem größten Erstaunen von der blutbefleckten Manschette gehört und habe sie mir auch genau angeschen. Die hcllrothen Flecken auf der leinenen Manschette hatten nur die Größe eines Stecknadelknopfes und ich kam zu ber Ilcbcrzeuguug, daß diese rothen Flecke gar nicht Blutflecke, sondern Spritzen von rother Tinte seien. Ich wollte dies auch dem Staatsanwalt sagen, wurde aber abgerufen. Der Vorsitzende derthcidigt Gottschalk. Vors.: Man müßte also zu folgendem Schluß kommen: Herr Gottschalk hätte sofort übersehen müssen, daß die Blutflecke, die er angeblich an die Manschette gebracht, nicht Streisflecke, sondem Spritz- flecke sein mußten, wenn sie einen Werth für die Ucberführuug haben tollten. Sodann hätte Herr Gottschalk so unglaublich naiv sein müssen, diesen scktveren Ucbersiihrungsbewcis nicht mit wirklichein Blut, sondern mit rotber Tinte herzustellen. Glauben Sie, daß cö einen königlich preußischen Polizeikommissar gicbt, der eine so kindische Fälschung begehen und nicht wissen sollte, daß solche Flecke sofort genau untersucht werden würden? Glauben Sie, daß es in der ganzen Monarchie einen Untersuchungsrichter geben würde, der auf eine solche Fälschung hineinfallen könnte?— Zeuge: Zuerst glaubte ich an gar keine Fälschung, sondern glaubte, daß bei Benutzung rother Tinte Spritzflccke an die Manschette gekommen sein kömiten; später allerdings bin ich anderer Nebcrzeiigung geworden, weil ich eben später von der Schuld Ziethen's eine andere Meinung erhielt und für mich bann die Frage so stand: wemt Ziethen unschuldig i st, dann müssen die Ueberführungsstücke gefälscht sein. Was die Fälschung des Holzpartikelckcn an dem Meffer betrifft, so erklärt der Zeuge, daß er nach allen sorgsam von ihm in Erwägung genommenen Umständen nach uiid nach zu der vollen Ueberzeugung gekommen sei, daß Ziethen nichtschuldig und Wilhelm der M ö r d e r s e i. Er habe sich daher gesagt, daß das Holzpartikelchen fälschlicherweise zur Ueberführuug des Ziethen an das Messer ge- bracht worden sein müsse, und da er erfahren, daß Gottschalk daS Messer dcS Ziethen an sich genonnnen habe, so sei es ihm auch nicht zweifelhaft gewesen, wer bie Sache ge« macht habe.— Präs.: Wie kommen Sie aber zu der so unendlich schweren Schlutzsolgerung, daß ein königlicher Bcaniter, Herr Gottschalk, eine so gewissenlose und str a f wü rdige Fälschung begangen habe? Bedenken Sie, S i e s i n d s c l b st königlicher Beamter, auf Ihre Worte wird selbstverständlich der höchste Werth gelegt, und nun häufen Sie eine so schwere Beschuldigung ans einen Beamten? I Welche Beweise sind denn dafür vorhanden? Ziethen lvar bekanntlich Vogelsteller. Sollte es nun da so wunderbar sein, daß an dem Tai'chemnesier des Ziethen ein kleines Hvlzpartikelchen gefunden wurde?— Zeuge: Das Holzpartilelchen stimmte aber mit dem Holze des Hammerstieles überein, welcher zur Mord« that benutzt worden war. Und sollten denn da zwei so sonderbare Zufälligkeiten zusammengetroffen sein: die Blutflecke und das Holzparttkelchen? Das ist kaum zu glauben. Ich habe auch lange geschwiegen, als es sich aber um das Wiedcraufiiahme« verfahren im Jahre 1887 handelte, habe ich meinen Verdacht in einer Unterredung mit dem Staatsanwalt Pinnof Ausdruck gegeben. Später hatte sich der Rechtsanwalt Dr. Friedmann der Sacke angenommen und da habe ich es für meine Pflicht ge- halte», ihm einen Brief zu schreiben, in welchem ich ihm meinen Verdacht, daß Gottschalk die Ueberführungsstücke gefälscht habe, an- deutete und mich bereit erklärte, event. Näheres noch mündlich zu sagen. Auf diesen Brief ist seitens des Dr. Friedmann nichts er- folgt, dagegen habe ich im Jahre 1830 in einem Schreiben an den Stacitsanivalt Pinnof ganz rücksichtslos meinen Verdacht gegen Gottschalk wiederholt und begründet.— Es wird hierauf der Brief des Dr. Berger an den Staatsanwalt Pinnof in Elberfeld aus dem Jahre 1830 verlesen.— Zeuge: Ich wiederhole, daß ich lange gezögert habe, da es nun aber einmal sein mußte, wollte ich alles, was ich auf dem Herzen hatte, mittheilen. —Der Vorsitzende macht den Zeugen auf verschiedene W i d e r-� s p r ü ch e aufmerksam, die sich nach seiner Meinung ergeben, wenn' man seine verschiedenen Kundgebungen betrachte. Der Zeuge be« streitet solche Widersprüche.— Präs.: Sie haben einmal gesagt, Ziethen thue ganz recht, wenn er sich auf die Uhr berufe. Nach meiner Meinung hätte es näher gelegen, loenn er sich auf die eigene Frau hätte berufen können. Diese hat aber fortgesetzt ihren Mann als den Thäter bezeichnet.— Z e u g e: Ich bin der Meinung. daß die Frau überhaupt nicht wußte, wer sie überfallen hatte, und nun den Ehemann, der sie oft schon geschlagen hatte, als den Thäter be« zeichnete. Die Bekundung dieser Frau hatte aber gar keinen Werth, denn sie hatte eine schwere G e h i rn h a ut e ntz ü n d un g und konnte unmöglich die Situatton klar übersehen.— Vors.: Sie sagen immer: nach meinem Dafürhalten ist Ziethen un- schuldig, folglich sind die Beweisstücke gefälscht. Das ist doch eine etivas kühne Logik. Legen Sie Ihrer Ueberzeugung eine so ausschlaggebende Bedeutung bei?— Zeuge: Ich habe seiner« zeit gar nicht geglaubt, daß meinem Briefe eine so große Bedeutung beigelegt werden würde.— Präs.: Sie haben, als Sie zum ersten Tennine hierher geladen iverden sollten, an die Staatsanwaltschaft geschrieben, daß Sie, um einer Vertagung vorzubeugen, Ihre vorherige Vemhmung fordern müßten, da Sie über Gottschalk noch Dinge von großem Belang mit- zutheilen hätte. Sie haben dann auch vor dem Elberfelder Staats- anwalt Mittheilungen gemacht und es ist ein Protokoll darüber aufgenommen worden.'— Zeuge: Jawohl.— Der Zeuge be- tom noch, daß bei der Hauptverhandlung Gottschalk gesagt habe: die Ueberführungsstücke habe ihm die Vorsehung in die Hände ge- liefert. Ferner habe Ziethen eine Belohnung von 100 Thalern ftir die Ermittelung des Mörders ausgesetzt und da habe ihm der Unter- suchungSrichter Lenders gesagt: Dann gebenSie die hundert Thaler nur dem Gottschalk, dieser hat den Thäter ent- deckt uiid Sie sind der Thäter I— Von dem eben erlvähnten Protokoll über die Mittheilungen des Dr. Verger an den Staatsanwalt nehmen die Angeklagten und die Bertheidiger Kenntniß. Nochmals der Kronzeuge Palm und das Niederwald-Attentat. Rechtsanwalt Heine: Der Zeuge soll von einer inzwischen ver- storbenen Frau Hüsemann erfahren haben, daß Herr Gottschalk die Zusammenkünfte der Anarchisten, die später das Attentat auf dem Niederwald-Denkmal begangen haben, schon längere Zeit vorher beobachtet hat.— Zeuge: Das ist wahr. Die Frau hat gesagt, daß die Zusammenkünfte in dem Hause des Kronzeugen Palm, bei welchem die Attentate ver- abredet wurden, von Geheimpolizisten beobachtet worden seien und die Polizei von allem unterrichtet war, was dort vorging. Die Frau, die ihm vor etwa 3 Jahren diese Mittheilung machte, habe gesagt, daß Gottschalk das HauS des Palm von Hufe-.______...� WW und diese kleine Blutspritze würde wohl schwerlich gegen Ziethen ihrem Hause aus beobachtet habe.— 3i.-A. Heine: Bei der etwas beweisen. Und mm sollte Gottschalk sich damit be-' Verhandlung vordem Reichsgericht ist festgestellt worden, daß Palm�, fcet letzt ArbeltshanS-Aufseher ist. die Seele deS Ganze» gewesen »st und den Attentätern daS Geld gegeben hat.— Präs.: Und daraus ziehen Sie nun den Schlutz. dak Gottschalk das Attentat angestiftet hat?— Zeuge: O nein, da kommt doch noch mancherlei hinzu. � Ich verkehrte viel mit dem Polizei-Jnspektor Hahne! und habe eines Abends auch anläßlich eines Gesprächs auf der Kegel- bahn über die Zuverlässigkeit des Gottschalk mit ihm gesprochen. Da hat er gesagt, er könne über ihn nicht klagen, aber bei der Aus- übnng der politischen Polizei sei er nicht sehr zuverlässig.— Staatsanwalt: Solche von einem Verstorbenen auf der Kegel- bahn gemachten Aeußerungen können doch nicht als Beweise herangezogen werden.— Präsident: Für das Gericht haben diese Aeußerungen nur Werth zur Beurtheilung, wie leicht oder wie schwer sich der Zeuge ein festes Urtheil bildet.— St a a t s a n w.: Darüber dürfte wohl die bisherige Verhandlung fchou� genügenden Aufschluß gegeben haben. Im Ue'brigen ist nicht abzulchen. in wiefern der Polizeikommissar Gotischalk gegen seine Pflicht verstoßen haben sollte, wenn er Attentäter über- wachen läßt.— Der Zeuge bekundet snoch, daß ihm ein Rcstaurateur mitgetheilt habe, daß Gottschalk Z n s a m m e n I ü n f t e mit Palm gehabt habe.— Präs.: Was berechtigt Sie nun zu der Annahme, daß Herr Gottschalk, desien verdammte Pflicht es ifl, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln Beobachtungen an- ziistcllen, wenn er Unrath wittert, bei den Zusammenkünften mit Palm Unrechtes begangen. Attentate angestiftet und in weiterer Folge Fälschungen begangen hat? Wir sind hier Richter und können aus solche allgemeinen Erzählungen hin niemand für überführt er- achten. Sie sind selbst königlicher Beamter und ich frage Sie: was würden Sie dazu sagen, wenn auf Grund Ihrer Aussage jemand plötzlich mit der Behauptung austreten und sagen würde: Der köniq- liche Krcisphhsikus Dr. Berger hat Fälschungen begangen? Ich glaube, Sie würden sich für eine Justiz, die so schnell mit ihrem Urtheil fertig wäre, bedanken.— Zeuge: Ich habe meine Schlüsse aus den mir .bekannten Thatsachen gezogen. Die Vernehmung des Zeugen ist hiermit beendet. Der zuverlässige und glaubwürdige Beamte. . Der nächste Zeuge ist Landrath v. Eisen Harb /Rothe aus Brombcrg, der dienstliche Vorgesetzte deS Zeugen Gottschalk. Er schildert diesen hinsichtlich seiner dienstlichen Berichte und Acußerungen als einen durchaus zuverlässigen Beamten, den er bei Ucbcr- treibungen noch nicht betroffen habe.— Rcgierungs-Assessor Schumann- Bromberg weiß auch Nachtheiliges über Gottschalk's .Dienstführung nicht zu berichten.— Oberbürgermeister von Elber- seid. Geheimer Regierungsrath Dr. I ä g e r. ist über dieses Thema kommissarisch vernommen worden. Er schildert Gottschalk als zu- verlässigen und glaubwürdigen Beamten. Die„Blutspnreu" a» der Manschette. Polizeisergeant Holle: Er sei zur Zeit der Ermordung der Frau Ziethen in Elberfeld gewesen. Als Ziethen kurz vor 12 Uhr auf die Polizeiwachtstube gebracht wurde, habe er seine U n- schuld betheuert. Die Wächter hätten dem Zeugen mitgetheilt, daß die Frau mehrere Namen genannt und dabei auch gesagt habe: Mein Herr Gemahl, der Ziethen. Zeuge hat dem Ziethen alle Gegenstände aus der Tasche auf einen Tisch gelegt, das Messer, mit dem der Mord ja nicht begangen sein konnte, aber nicht weiter angesehen. Ziethen hatte schmutzige Hände vom Anfassen seiner Frau, wie er sagte, und fand Gelegenheit, sich auf der Polizei- wachtstube an der Wasserleitung die Hände zu waschen. Er habe sich dann ganz ausziehen müssen und man habe seine Kleider und Wäsche genau untersucht, aber keine B l u t s p u r e n ge- funden. Ob an der einen Manschette kleine rothe Sprenkel waren, wisse er nicht mehr.— Der Vorsitzende stellt aus der Vcr- nehmung des Zeugen bei der Hauptverhandlung fest, daß er damals gesagt habe: an der einen Manschette seien Blutfleckchen gewesen: das Messer habe er nicht geöffnet und sich von dem Zustande der Klinge nicht überzeugt; Messer und die übrigen Gegenstände habe der Polizeisergeant Splittgerber genommen und ver- schloffen. Gottschalk habe seines Wissens das Messer nicht in der Hand gehabt, auch sei auf der Polizeiwachtstube keine Gelegenheit gewesen, Fälschungen der Ueberführungsstücke vorzunehmen. Seines Wissens habe Splittgerber nach einigen Tagen gesagt, daß er ein Holzspähnchen an der Messerklinge entdeckt habe.— Die in Frage stehenden Manschetten werden hier einer auf dem Gerichtsttsche stehenden Kiste entnommen, die auch das Messer des Ziethen, den Hammer, mit dem die That verübt worden, den S ch ä d e I der Frau Ziethen zc. enthält.— Zeuge Dr. B erg e r bleibt dabei, daß die kleinen rothen Fleckchen auf der Manschette, die er in der Haupt- Verhandlung gesehen habe, entschieden kein Blut gewesen seien.— Staatsanwalt S t a ch o w betont dem gegenüber: Die Manschetten seien seiner Zeit Sachverständigen übergeben worden, welche Gutachten darüber abgaben und der Meinung waren, daß bei der minimalen Größe der Flecken mit Sicherheit nicht festzustellen sei, welcher Art sie seien.— Der Vorsitzende konsiatirt, daß die Sachverständigen in ihrem Gutachten gesagt hätten: nach ihrer Ansicht scheinen die Flecke Blutflecke zu sein.— Zeuge Dr. Berg er: Ich habe die Flecke genau angesehen, es war kein Blut? die Herren haben offenbar eine genaue Untersuchung, die sehr wohl möglich war, garnicht vorgenommen.— Präs.: Ich bitte, Ihre Bekundungen sachlich abzugeben, nicht aber U r- t h e i l e.— Zeuge Holle bestreitet, daß auf der Polizeiwachtstube rothe Tinte an die Manschette hätte kommen können. Polizeisergeant, jetziger Werkmeister Splittgerber hat auch den Eindruck gehabt, daß die Spritzfleckchen an der Manschette Blut gewesen seien. Er glaube, daß er die dem Ziethen abgenommenen Sachen noch cm demselben Abend sicher verschloffen habe. Das Messer habe er geöffnet und an demselben ein schmutziges Holzpartikelchen gesehen, ebenso habe die Messerklinge Spuren angettockncten Blutes gezeigt. Er habe dem Messer damals noch gar keine Bedeutung beigelegt und dasselbe verschloffen, noch ehe Gottschalk auf die Wachtstube kam. Es sei ganz ausgeschlossen, daß auf der Wachtstube Blut an das Messer gekommen sei. Erst am nächsten Tage sei Herr Gottschalk auf die Wachtstube gekommen und habe den abgekratzten Hammer gebracht. Da habe er(Zeuge) dann auf das am Meffer befindliche Holzpartikelchen aufmerksam gemacht und daS Messer herbeigeholt. Es sei ganz ausgeschlossen, daß Gottschalk daS Holzpartikelchcn mit einem änderen verwechselt haben könne.— DaS vielbesprochene Holz- parttkelchen wird nach längerem Suchen in der Kiste vorgefunden. Der Zeuge hat das Partikelchen für Holz gehalten. Rechtsanwalt Heine stellt aus dem s. Z. von den Sachverständigen abgegebenen Protokoll fest, daß die Sachverständigen eine weiche Masse vor- gefunden haben, in Ivelcher sich erst ein kleines, winziges Holz- parttkelchen befand, bei welchem sie mikroflopisch Identität mit Theilen des Hammerstieles festgestellt haben.— Angekl. Landauer betont, daß nach den stenographischen Berichten über die Haupt- Verhandlung damals der Zeuge gesagt habe, er habe das Theilchen für Fleisch oder Knochen gehalten. DistrikkSkommissar Gottschalk wird hierauf als Zeuge aufgerufen und vom Präsidenten dringend ausgefordert, recht objektiv zu bleiben und sich nicht durch die schweren Leiden, die er erduldet, verleiten zu lassen, eS diejenigen entgelten zu lassen, die ihm diese Leiden bereitet haben. Er schildert zunächst die ersten Vorgänge, nachdem der Mordanschlag gegen Frau ?; i e t h e n entdeckt worden war. Er hat auch an der Manschette leine rothe Fleckchen gesehen, weiß aber nicht, ob dies gleich an dem ersten Abend war. Dagegen weiß er. daß er daS Taschenmesser auf- geklappt und, da er etwas DunkleS daran bemerkte, dem Ziethen die Frage vorgelegt habe, ob er Kommißbrot oder dergl. mit dem Meffer geschnitten habe. Er habe aber damals noch nicht daS ge- ringste Gewicht auf das Meffer gelegt. In der Mordnacht noch habe er die Frau Ziethen aufgesucht und sie gefragt, wer die That wohl begangen habe. Sie hat dann zuerst einen anderen Namen und dann den ihres Mannes genannt,.es war jedoch' kein Zweifel, daß sie nicht zurechnungsfähig war. Den ersten Verdacht gegen Ziethen habe er gefaßt, als er diesen ver« Höste und Ziethen ihm sagte, er sei auS Köln gekommen und habe beim Anblick seiner zu Boden geschlagenen Frau auS- gerufen:.Ach meine arme Emma." Dies sei ihm(Zeugen) ausgefallen, da Emma der Name nicht der Ehefrau, sondern der Konkubine deS Ziethen gewesen sei. Ziethen habe sich mit seiner Aufregung entschuldigt. Am nächsten Tage habe Zeuge den Hammer mit dem abgeschabten Stiel und am Fuß- boden die abgeschabten, blutigen Spähne gefunden. Er habe sich darauf auf der Wachtstube daS Messer vorzeigen lassen und das linsengroße Partikelchen gesehen, welches an der Mefferklinge neben Blutflecken gesessen. Er selbst sei selbstverständlich nicht an das Spind mit den Ueber- führungsstücken gekommen. eS sei aber möglich, daß er das Messer dem Untersuchungsrichter bezw. dein SanitätSrath Dr. Velt- mann zur Untersuchung übergeben habe. Ob er die Manschetten auch an sich genommen, kann Zeuge nicht sagen, er erinnert sich aber, daß damals auf die blutigen Spritzen an der Manschette gar kein Gewicht gelegt wurde, weil eben bekannt war. daß Ziethen auf der Wachtstube sofort an den Ausguß geeilt war und sich die blutigen Hände gewaschen hatte, ohne daß er daran verhindert werden konnte. Zeuge erklärt weiter: er habe Ziethen das Messer mit dem Partikelchen gezeigt und ihm allerdings gelagt, daß er nun wohl nicht mehr leugnen könne, der Thäter zu sein und daß dies Partikelchen gewissermaßen ein Fingerzeichen der Vorsehung sei. Die Behauptung, daß er die Ueberführungsstücke gefälscht habe, um Ziethen der verdienten Strafe zuzuführen, weist der Zeuge ent- schieden zurück. Er habe weder mit dem Messer, noch mit den Manschetten irgend welche Manipulationen vor- genommen.— R.-A. Heine: Kann der Zeuge eine Erklärung dafür abgeben, weshalb er den Hammer und die Spähne am Morgen gleich dem Staatsanwalt, das Meffer aber erst am Nach- mittag dem UntersuchungSstchter übergeben hat?— Zeuge giebt in dieser Beziehung einigen Vermuthungcn Raum. verweist aber darauf. daß inzwischen 16 Jahre verflossen seien. Jedenfalls sei mit dem Messer nichts Bedenkliches passirt. Er sei mitten in der, Nacht geweckt worden, habe die ganze Nacht mit der Vernehmung Ziethen's zu thun gehabt und sei auch den ganzen nächsten Tag nicht zur Ruhe gekommen. Daß er bei solcher' Abspannung sich nach 16 Jahren nicht noch der einzelnen Momente entsinnen könne, sei doch begreiflich. Jedenfalls sei das Pastikelchen an dem Messer schon vorher, ehe er es er- halten, festgestellt werden.— Auf eine Vorhaltung deS Rechts- anwalts Heine erkläst Zeuge: er halte auch heute noch das S ch>v u r a e r i ch t S- U r th e i l für das allein wahre und zutreffende. Richttg fei eS, daß er. nachdem Wilhelm sich selbst bezichtigt hatte. auch den Gedanken erwogen habe, ob Ziethen, der auch Vogelfänger war, nicht etwa zu diesem Zwecke Holz mit seinem Meffer geschnitten haben könne. Er sei seit 16 Jahren der Gegenstand aller möglichen An- feindunaen geworden und da seit vielen Jahren immer wieder der Ruf:.Ziethen ist unschuldig" laut wurde, so habe er als gewiffen- hafter Mensch natürlich noch allerlei Möglichkeiten erwogen, wieder- hole aber, daß er das Schwurgerichtsurtheil auch heute noch für durchaus richttg halte. Er habe auch seiner Zeit ebenso wie heute noch die Ansicht, daß Wilhelm bei der That mitbetheiligt gewesen sei.— Präs.: Bei dieser Ansicht Ivürdc es natürlich gar nicht ausgeschlossen erscheinen, daß bei einer Mitwirkung Wilhclm's das Aethen'sche Messer zum Abschaben des blutigen Hammerstiels benutzt sein könne.— Zeuge Gottschalk: Er habe allerdings die Ansicht, daß Wilhelm seine Hand mit im Spiele gehabt habe. Obgleich in der Verhandlung für die Schuld Wilhelm's nichts beigebracht worden sei, habe er selbst ein Interesse daran gehabt, den Jungen vielleicht zu überführen, er habe ihn deshalb auch am fem Amtszimmer kommen lassen, es sei aber nicht gelungen, etwas aus dem selten verlogenen Jungen herauszubringen. Die Beweisaufnahme schließt mit der Verlesung des Augenschein-Protokolls über die nach der Ermordung der Frau Ziethen vorgefundenen lokalen Verhältnisse. Der Angeklagte Landauer beantragt, daS Partikelchen aufs neue durch Sachverständige unter- suchen zu lassen. Bis jetzt sei, wie er zugebe, seine Behauptung der Fälschung nicht stritte erwiesen. Wenn die neue UMersnchung ergebe. daß das Pastikelchen gar nicht vom Hammerstiel herstihre, daß sich vielmehr die früheren Sachverständigen geirst haben, so würde er nicht anstehen zu erklären, daß er sich bezüglich der Behauptimg einer durch Gottschalk begangenen Fälschung getäuscht habe. Werde aber aufs Neue festgestellt, daß das Pastikelchen wirklich vom Hammerstiel herrühste, so müsse er allerdings auf weitere Beweis- anttäge eingehen, da er von der Unschuld Ziethen's über- zeugt sei und eine Fälschung für vorliegend erachten m L ss e. Diese würde nach seiner Meinung in erster Reihe dem Zeugen Gottschalt zu vindiziren sein und er würde Beweise antreten müssen, daß dieser auch bei anderen Untersnchtmgen über seine Be- fugnisse hinausgegangen sei. Ebenso müßte nach seiner Meinung hier über Schuld ober Unschuld Ziethen's entschieden iv e r d e n.— Staatsanwalt S t a ch o w beantragt, den Antrag des Angeklagten abzulehnen. Der Gestchtshof lehnt den Antrag ab. Die Plaidoyers. Sodann nimmt Staatsanlvalt S t a cb o w I daS Wost: An den heutigen Tag seien von dem schwer beschuldigten Beamten, dem man ein sehr böses Verbrechen vorgeworfen, große Erwartungen geknüpft worden, ebenso aber auch von der Gegenpastei, die man wohl als Ziethen-Komitee bezeichnen könne.' Alle diese Erwartungen mußten natürlich getäuscht werden, da das hiesige Gestcht gar nicht kompetent sei, über Schuld oder Un- schuld Ziethen's zu entscheiden. Wenn aber irgend ein neues Moment in der Ziethensache sich ergeben hätte, so wäre es Pflicht jedes preußischen Staatsanwalts oder Richters gewesen, sich dieses Moments zu be- mächtigen und es selbst als Handhabe zur Erreichung eines Wiederaufnahme-VersahrenS zu benutzen. Die Verhandlung habe aber absolut kein derartiges neues Moment für die Unschuld Ziethen's ergeben. Der jetzige Prozeß dränge unwillkürlich zu einer Vergleichung mit dem Prozeß Zola, und der Angeklagte habe ja auch daS Zola'sche „j'aecuse" in Anwendung gebracht. Aber nur in dieser Aeußer- l i ch k e i t bestehe die Sehnlichkeit dieser beiden Prozesse, sonst sei nichts ähnlich. Zu verdecken oder zu verheimlichen gebe eS hier gar nichts, die gesammten Akten der Ziethen-Angelegen- heit von der ersten bis zur letzten Seite haben den Angettagten bezw. den Vestheidigern zur Verfügung gestanden. In diesem ganzen Prozesse gebe es nichts, was daS Licht zu scheuen habe, am allerwenigsten nicht«, was die Person deS Herrn Gottschalk betreffe. Es sei festgestellt, daß letzterer gar nicht mit den Manschetten in Verbindung gekommen sei, ganz abgesehen davon, daß die kleinen Fleckchen an der Manschette in der That gar nicht für die S ch u l d f r a g e von b e- sonderer Bedeutung gewesen seien. Was der Kreis- plhysikuS Dr. Berger in dieser Beziehung vorgebracht habe, seien lediglich Vermuthngen, die von seinem un- begreiflichen Mißtrauen gegen daS Schwur- gerichtS- Urtheil ausgehen. Was daS Holzpastikelchen betreffe, so liege ja die Möglichkeit einer Fälschung seitens deS Zeugen Gottschalk vor. eS sei aber auch nicht der Schatten eines Beweises hierfür erbracht und gar nicht abzusehen, wie dieser allseitig als sehr pflichtgetreu gerühmte Beamte dazu kommen sollte, eine solche Fälschung in Szene zu setzen. Angesichts der Ergebnisse dieser Verhandlung hätte man erwarten können, daß der Angeklagte Landauer offen und ehrlich eingestanden hätte. daß er ohne irgend welchen Beweis schwere Anschuldigungen gegen einen Beamten erhoben habe und diese zurücknehme. Dies sei nicht geschehen. Bei der Strafabmessung werde man einerseits erwägen müssen, daß in der Ziethcn-Sache fost und fort gänzlich falsche und in das Bereich der Märchen zu verweisende Nachnchten in die Zeitungen lanzist worden seien, auf der anderen Seite aber auch die unerhöste Schwere der Beleidigungen, die einem in lang- jähngem Dienste stehenden Beamten zugefugt worden seien. Er beantrage gegen Landauer drei Jahre Gefängniß. Publikationsbefugniß ec., gegen Rubbert ein Jahr sechs Monate Gefängniß. Der ivcrtheidiger Rechtsanwalt Heine hält nur eine Handlung für vorliegend. Er giebt zu, daß durch die Beweisaufnahme erbracht sei, daß der Zeuge Gottschalk mit der Manschette überhaupt nichts habe beginnen können. Anders liege die Sache mit dem Holzpartikelchen, bei welchem Herr Gottschalk an sich in der Lage ivar, das erösterte Kunststück ausführen zu können. Er verweise darauf, daß über das Ding, was an der Kliuge klebte, die verschiedenen Per- sonen verschiedene Eindrücke gehabt haben. Auffallend sei dies immerhin und es sei doch nicht ganz so abwegig, wenn man annehme, daß ein Kriminalbeamter solche Kunst- stücke vollführen könne. Er brauche vor dieser Kammer wohl kaum auf die Erfahrungen hinzuweisen, die man im Tausch- Prozesse gemacht habe. Wenn Herr Gottschalk durch daS Partilelchen zur Ueberführung des Angeklagten Ziethen geführt hat, so blieb natürlich Herrn Gottschalk der Ruhm dafür. Trotzdem stehe er nicht an, anzuerkennen, daß eine Ueberführung des Zeugen Gottschalk, die Fälschung vorgenommen zu haben, sich nicht ergeben habe und die aufgestcllren Behauptungen nicht ausreichen. Weitere Beweise habe der Gerichtshof abgelehnt und so bleibe ihm nur übrig, sich über das beantragte Strafmaß zu äußern. Da müsse er doch darauf hiniveisen, daß der Angeklagte Landauer von der Unschuld Ziethen's so fest überzeugt war wie weite Volkskreise und wie der in der Lauterkeit seiner Gesinnungen n na nta st bare Oberstleutnant von Egidq. Diese Meinung von der Unschuld gründete sich darauf, daß für Ziethen die Zeit viel zu kurz war, um die M o r d t h a t und alles ivas druni und dran hing, zu begehen, anderseits aber darauf, daß Wilhelm schon z» einer Zeit, als eine Einwirkung auf ihn nicht möglich ivar, ein Geständnitz seiner Schuld abgelegt hatte. Dann aber sei der Angeklagte doch auch der vollen Ueberzeugung gewesen, daß man dem Kommissar Gottschalk die That zutrauen könne. Die Nieder wald-Ge- schichte sei doch nicht so harmlos, wie sie der Staatsanwalt hinstelle. Es stehe fest, daß der Weber Palm, der vom Reichs- gericht als Zeuge nicht vereidigt worden sei, weil er als Mit« thäter an dem Verbrechen zu gelten hatte, schon vor dem Attentat mit Herrn Gottschalk in Verbindung ge- standen, daß er die Verbrecherbande schon vor dem Attentate observist hat und dennoch zweimal kurz hintereinander zwei Attentate sich ereignen konnten. Allerdings haben einige Vor- gesetzte dem Zeugen Gottschalk ein günstiges Zeugniß ausgestellt, aber der für das Gegen theil benannte Ka'mmergerichts-Rath Uhles sei nicht vernommen worden. Der Angeklagte sei also im besten Glauben gewesen, als er in der Weise vorging, die ihm die Anklage zugezogen habe, er habe opferfreudig den Kampf aufgenommen, er habe nicht ein freventliches Spiel mit der Ehre dritter Personen getsteben, sondern seiner Ueberzeugung Ausdruck ge« geben, nachdem er sich tvohl auch überzeugt haben werde, daß zede Aussicht auf ein Wiederaufnahme-Vcrfahren geschwunden sei. denn eS gebe keinen Punkt mehr, der nicht in früheren Verfahren schon voll erörtert ivorden wäre. Aus allen diesen Gründen sei eine wesentliche Herabsetzung der ganz exorbitanten Strafe, die der Staatsanwalt beantragt, geboten. Es handle sich hier doch um einen anständigen Menschen, der das Gute gewollt habe. Rechtsanwalt V. Frankel äußert sich in ähnlichem Sinne. Die Angeklagten hätten nicht ein frivoles Spiel mit der Ehre des Kom- miffars Gottschalk treiben, sondern der Klarheit und Wahrheit dienen wollen. Staatsanwalt S t a ch o w I erklärt nochmals, daß durch diese Verhandlung jeder Schatten eines Verdachts von dem Polizei- kominissar Gottschalk genommen worden sei. Angeklagter Landauer giebt zu, daß ihm der Wahrheitsbeweis nicht in der Weise gelungen lei, wie er es erwartet hatte. Was er gesagt habe, sei der Ausdruck seiner festen Neberzeugung gewesen und er habe im besten Glauben gehandelt. Er bedauere umsomehr, daß Oberstleutenant v. E g i d y, der ihn mit seinem bewundcrnswesthen Eintteten für Ziethen mit sich fostgerisien und der auch sein Zistular durchgesehen und an einigen Stellen korrigirt habe, leider gestorben sei und ihm in diesem Prozesse mit seinem eidlichen Zeugnisse nicht mehr habe dienen können. Er sei fest von der Unschuld Ziethen's überzeugt und glaube, daß sich diese sofort ergeben würde, wenn man erst einmal zum W i e d e r a u f n a h me- V e r sah r e n übergehen würde. Die Schwiestgkeit liege nur darin, daß nach Lage der formalen Anforderungen das Wiederaufnahme- Verfahren sich nicht erreichen lasse. Der Angeklagte setzte alsdann ausführlich auseinander, wie er zu seinem Vorgehen gekommen, er betont, daß seine HandlungS- weise von dem Wunsche, der Sache zu dienen, geleitet worden sei und hält dafür, daß dies durch Auferlegung emer Geldstrafe aner- kannt werden könnte. DaS Urtheil. Der Gerichtshof erkannte nach kurzer Berathung dahin'• Der in Frage stehende Artikel enthält ichwere Beleidigungen gegen den Kommissar Gottschalk; der Gestchtshof nimmt aber an. daß nicht zwei Handlungen, sondern nur eine Handlung vorliege. Die Verhandlung hat auch' nicht die Spur eines Beweises für die Richtigkeit der Beschuldigungen gegen Gottschalk gebracht, im Gegen- theil ist der Gestchtshof der Ueberzeugung. daß dem Kommissar Gottschalk keine solche Fälschung zur Last fällt. Bei der Strafabmesiung ist erwogen, daß der Angeklagte Landauer in ?utem Glauben n n d aus edlen Motiven gehandelt at, ferner, daß der Verdacht solcher ordnungswidriger und strafbarer Handlungen schon seit Jahren in mehr oder minder verblümter Weise gegen Kommissar Gottschalk erhoben worden sei. Die wesentliche Genugthuung des letzteren liegt nicht in der möglichst hasten Bestrafung, sondern in der Feststellung seiner Unschuld und deshalb hat der Gerichtshof Landauer mit sechs Monaten, Rubbert mit zwei Monaten Gefängniß bestraft und dem Be- leidigten die Publikationsbefugniß im„Reichs-Anzeiger", dem.Brom- berger Tageblatt", der»Ostdeutschen Rundschau" und im.Sozialist" zugesprochen._ Mommunales. Der Stadtverordnete Kyllmann, in Gemeinschaft mit einer Anzahl anderer Mitglieder der Stadtverordneten-Vestammlimg. haben folgenden Antrag in der Versammlung eingebracht:.Die Stadt- verordneten-Versammlung ersucht den Magistrat um eine Vorlage betreffs der einstweiligen Verlegung der Sammlungen des Märkischen Provinzial-Museums' aus dem Köllnischen Rathhause, ge- gebenenfallS in die Martthalle an der Grünthaler- und Badstraße. zum Zwecke der baldigen Beseittgung der Verkehrshindernisse in der Gertraudtenstraße.- Tokslrs. Der sozialdemokratische Wahlverein für den fünften Berliner ReichStagS-Wahlkreis hält heute Abend S'/e Uhr im Saale der Bötzow' scheu Brauerei am Prenzlauer Thor eine Versammlung ab, in der Genosse Dr. Wehl über»Die ärzt- lichen Ehrengerichte und die Arbeiterklasse' sprechen wird. Um regen Besuch bittet Der Vorstand. Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hält am Montag Herr Dr. P enzig einen Vortrag über das Thema:»Die Strafe in der Erziehung". Um recht zahlreiches Er- scheinen der Mitglieder und Gäste wird gebeten.— Ferner die Mit- theilung, daß der Verein für Sonntag, den 9. Apstl, Nachmittags, die Urania gemiethet hat. Es gelangt zur Aufführung:.DaS Land der Fjorde". BilletS find zu haben bei: Frau W e n g e l S, Fruchtstr. 30; Frau Junk, Gcäfestr. 6; Frau Lutz, Puttkamer- straße 7; Frau Mesch, Lychenerstr. 3. Der Borstand. V Freie Volksbühne. Am Sonntag wird für die I. Abtheilung nach der Höhe des Gehaltes, empfahl mir, statt aufs Land Friedrichshains, liefert einen Beweis bavon, daß bie Fabrikthätigkeit eines ( rothe Karten) Otto Ludwig's Trauspiel in 5 Atten: während der Tischzeit( 1) und vor und nach der Geschäftszeit Großstadt sich immer mehr nach der Peripherie hinzieht. Anfangs von 200 Der Erbförster" aufgeführt im Friedrich Wilhelm- spazieren zu gehen, und begab sich dann zum Chef. ( Wozu?) Schülern besucht, ist jetzt die Zahl nahe an 1000 gerückt. Zu den bestehenden städtischen Theater. Kursen werden mit Beginn des Semesters 6. April Oberkurse im Nach der Rücksprache ließ sich mein Chef sofort( der vorher den Englischen und Französischen, ein Gesangkursus, solche für Stenographie und Im Lessing Theater findet gleichzeitig für die IV. Abtheilung Verein nicht kannte) Offerten von Buchhalterinnen vom Verein Maschinenschreiben, kaufmännische Korrespondenz sowie Handelslehre und ( braune Karten) die Aufführung Hartleben's:„ Erziehung schicken zum Engagement zur Aushilfe, event. dauernd, als Ersay Wechselrecht eingerichtet. Mit der Schule ist der Gewerbesaal und die Berfür mich. Eine Kollegin erhielt vom Hilfsverein während einer liner Tischlerschule verbunden, wo Fachzeichnen für Schlosser, MaschinenMeldungen zur Theilnahme an der Opernvorstellung im Theater Halsoperation im Krankenhause eine„ Unterſtüßung" von 30 M., bauer, Mechaniker, Drechsler und Tischler gelehrt wird. Anmeldungen des Westens sind für den 23. April bis spätestens 30. März in die„ Vertrauensdame" erschien darauf auch bei deren Chef.( Aus werden täglich von 12-2 und von? Uhr Abends ab vom Leiter der Anstalt, den Zahlstellen zu machen.( Siehe heutiges Juferat.) welchem Anlaß?) Dem urlaubsbedürftigen Mädchen wurde übrigens Rektor Luzenberger, im Schulhause entgegengenommen. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. ein Monatsgehalt von 80 M. abgezogen. Aus Furcht vor Kündigung protestirte die Gehilfin nicht dagegen. zur Ehe" und Liebesträume" statt. " Theater. Im Schiller Theater wird der demnächst beginnende Shafeipcare Byllus besonders günstige Abonnementsbedingungen bieten. Der Zyklus umfaßt sechs Vorstellungen, die an fechs Sonntag: Nachmittagen stattfinden werden. Die näheren Abonnementsbedingungen und der Beginn der Ausgabe der Abonnementshefte wird heute an den Anschlagsäulen be fannt gegeben. Der letzte Dichter- Abend diefes Winters, der am Sonntag, den 26. März, im Bürgerſaale des Rathhauses stattfindet, wird dem Schußherrn des Schiller Theaters geweiht sein. Den einleitenden Vortrag über Friedrich Schiller hält Dr. Raphael Löwenfeld, die Gesangsvorträge hat Herr Konzertsänger Frizz Gruselli übernommen. Eine Auswahl volksthüm licher Dichtungen Schiller's wird von den Mitgliedern des Schiller- Theaters Im Ostend Carl Weiß Theater gelangt heute vorgetragen. Das Wartepersonal der städtischen Jrrenanstalten Der ,, Tuten- Mautner" bildet seit einigen Tagen die neueste hat, wie in den Vorjahren, so auch im Jahre 1897/98 wieder sehr Erscheinung im Berliner Straßenbilde. Tuten- Mautner" ist ein stark und rasch gewechselt. Nach Angabe des lezten Berichts der Kartoffel- Großhändler aus der Schönhauser Allee und läßt seine Deputation für das städtische Irrenwesen schieden aus der Frren- agen nach dem Beispiel des„ Klingel- Bolle" die Straßen durch anstalt Dalldorf 89 Wärter und 77 Wärterinnen, wovon 45 bezw 37 ziehen. Die Anwesenheit der Wagen wird aber nicht durch Klingeln, erst in demselben Jahre eingetreten waren. Die Frrenanstalt Herz- Nachtwächter feligen Angedenkens erinnert. sondern durch Tuten angekündigt, ein Ohrenschmaus, der an die berge hatte einen Abgang bon 101 Wärtern und 53 Wärterinnen, das find 110 bezw. 70 pCt. der Durchschnittszahl der dort vorhandenen Todtgefahren worden ist gestern Abend gegen 6 Uhr die Stellen. Aus der Epileptikeranſtalt Wuhlgarten, über die der Bericht 54 Jahre alte aus Gubatsch im Kreiſe Czarnitau gebürtige Wittwe Otto Vischer's Schauspiel„ Schlimme Saat" zur ersten Aufführung. bezüglich des Wechsels des Personals die ausführlichsten Angaben Karoline Rettig, die in der Wrangelstr. 5 wohnte und in der bringt, Die Therese Leßmann'sche Stiftung hat den Zwed, in Berlin gingen ab oder wurden entlassen 81 Wärter Mustauerstr. 36 bei dem Buzfedern- Fabrikanten Cohn als Kinder- ortsangehörigen hilflofen Wittwen und unverehelichten Personen und 18 Wärterinnen, davon 31 Wärter und 9 Wärte frau beschäftigt war. Die Frau wurde auf dem Mariannenplatze weiblichen Geschlechts, welche keinen Ernährer haben und einen rinnen nach vorheriger Kündigung, 50 und von einem Arbeitswagen des Pianoforte- Fabrikanten M. Janowsky tadelsfreien sittlichen Lebenswandel führen, Unterstützungen zu ges 9 Wärterinnen ohne Kündigung, unter den legteren aus der Memelerstr. 31 überfahren und äußerlich nur unbedeutend, währen. Am 10. Juli d. J. findet die Verleihung der für die Zeit 6 Wärter wegen Mißhandlung von Kranken. geschiedenen Wärtern waren beschäftigt gewesen. 16 pCt. noch nicht Dienstherrn, wohin man sie trug, bald ihren Geist aufgab. Von den aus innerlich aber so schwer verletzt, daß sie in der Wohnung ihres vom 1. Juli 1898 bis 1. Juli 1899 zur Verfügung stehenden Unterstügungen statt. Die einzelnen Unterstügungen betragen 180 M. und 1 Monat, 16 pet: 1-2 Monate, 1812 pCt. 2-3 Monate, also zuwerden vierteljährlich mit 45 M. pränumerando gezahlt. Unterfammen 50% pCt. nur bis 3 Monate, fernen 37 pCt. 3-12 Monate wurde auf Antrag seines Schwiegervaters der 28 jährige Kauf des Tages und Orts der Geburt der Bewerberinnen an das Auch eine Kennzeichnung der modernen Ehe. In Hamburg ftüßungsgefuche sind mit Angabe der Vor- und Zunamen, und nur 12/2 pet. über 12 Monate; von den ausgeschiedenen Wärterinnen 16½ pet. 1-2 Monate, 11 pet. 2-3 Monate, alſo vermittlers die Bekanntschaft des 29 jährigen Fräulein S. gemacht bis spätestens 8. April d. J. einzureichen. Mit Rückſicht mann 2. verhaftet. Der junge Mann hatte mit Hilfe eines Heiraths- Kuratorium der Therese Leßmann'schen Stiftung, Poststraße 16, zusammen 271/2 nur bis 3 Monate, ferner 391/2 pet. 3-12 Monate und 33 pct. über 12 Monate. Der Bericht flagt über diesen starken schlossen, diese zu heirathen. L. beabsichtigte, sofort nach der Hochzeit Hälfte der verfügbaren Mittel an christliche, zur anderen Hälfte ar und nach einer Rücksprache mit dem Vater der jungen Dame be darauf, daß nach Bestimmung der Stiftung die Unterstützungen zur Wechsel und seinen störenden Einfluß auf den Betrieb der Anstalten. Zu der Frage nach den Ursachen des llebel- in Berlin ein Geschäft zu eröffnen, wozu ihm die Mitgift jüdische Personen zu verleihen sind, ist in den Gesuchen zugleich auch standes und nach den Mitteln der Abhilfe wird ein Langes und einer Braut in Höhe von 30000 M., die ihm am Tage der die Religion der Bewerberinnen anzugeben. Gesuche von Personen, Breites erzählt erzählt über die Schwierigkeit, geeignetes Warte- Standesamtlichen Verbindung auszuhändigen war, die Mitte! welche von der Armen- Direktion oder anderweitig unterstützt werden, personal zu bekommen, über die Nothwendigkeit, die Brauchbarkeit gewähren sollte. Am Montag wurde der gefeßliche Aft auf bleiben unberücksichtigt. des Personals nicht durch Ueberbürdung zu beeinträchtigen, dem Standesamt vollzogen, und da das junge Ehepaar von einer " Aus den Nachbarorten. sowie über die von der Verwaltung gemachten Versuche, den Wärkern firchlichen Trauung Abstand nahm, so wurde die Feier im engsten Feuerbericht. Mittwoch früh 2 Uhr war auf dem Städtiund Bärterinnen eine Erleichterung ihres anstrengenden Dienstes Familienkreise abgehalten. Am Abend gegen 7 Uhr verließ der schen Viehhofe in der Albuminfabrik Kraftfutter in Brand und eventuell Gelegenheit zur Erholung zu verschaffen. Von der Ehemann für eine halbe Stunde die Wohnung der Schwiegereltern, gerathen, der aber leicht unterdrückt werden konnte. Dienstag Abend fehr wichtigen Angelegenheit der Lohnerhöhung schweigt der um, wie er sagte, der jungen Frau vor der Ueberfiedelung nach der erfolgte aus geringfügiger Ursache ein Alarm nach Thurm str. 56. Bericht. Für 1897/98 iſt ja bereits so etwas wie eine Lohngemeinschaftlichen Wohnung noch eine Ueberraschung zu bereiten. Alexandrinenstr. 57 hatte in einem Glaswaarengeschäft die erhöhung" bewilligt worden, aber nur für diejenigen, die schon Doch vergeblich warteten die Hochzeitsgäste auf die Rückkehr des Strohverpadung Feuer gefangen, doch ist wesentlicher Schaden nicht drei Jahre in ihrer aufreibenden Stellung ausgeharrt haben. Wir Bräutigams. Beunruhigt machte man sich auf die Suche entstanden. Außerdem mußte Bremerstr. 47 noch ein Zimmerhaben seiner Zeit die Befürchtung ausgesprochen, daß diese halbe nach dem jungen Kaufmann. In der neu eingerichteten Woh- brand abgelöscht werden, der Gardinen und Möbel zerstörte. Maßregel kaum dazu beitragen werde, daß sich geeignete Personen nung war er nicht gewesen, wohl aber in seinem alten Jungbereits gepackten Koffer abgeholt und war mit der Droschke gesellenheim. Wie die Wirthin mittheilte, hatte 2. einen nach dem Lehrter Bahnhof gefahren, um, wie er erzählt habe, mit Wilmersdorf und Halensee. Ein erfreuliches Wachsthum seiner dort wohnenden Braut die Hochzeitsreise anzutreten. Der zeigt in diesem Jahre der sozialdemokratische Arbeiterverein. junge Ehemann hatte es aber vorgezogen, die Reise unter Mit- während im Jahre 1898 die Mitgliedszahl bis auf 59 herabgefunken nahme der gesammten Mitgift allein auszuführen, vermuthlich in war, gehören dem Vereine zur Zeit beinahe 100 Genossen an. Die der Absicht, das gelobte Land Amerifa zu erreichen. Der mit Recht neugegründeten Zahlstellen des Vereins find: Für Halensee bei entrüstete Schwiegervater benachrichtigte telegraphisch sofort die Ham- Schieffer, Ringbahnstr. 116; für den Ortstheil Wilmersdorfburger Polizeidirektion von dem Eintreffen des Flüchtlings, der Friedenauer Bahnhof bei Rudloff, Bruchsalstr. 13; außerdem im denn auch gestern Mittag in einem Hotel in der Nähe des Kloster Volksgarten, Berlinerstr. 40. Möge der Verein auch künftig in seiner thor- Bahnhofes festgenommen wurde. Der alte Herr S. ist heute Entwidelung träftig vorwärts schreiten. Morgen nach Hamburg abgefahren, um den Flüchtigen in Hymens Fesseln zurüdzuführen. in größerer Zahl zur Uebernahme einer Wärterſtelle bezw. zu längerem Berbleiben in einer solchen bewegen lassen. Der neueste Bericht zeigt, daß unsere Befürchtung begründet war. Den Edelsten allererster Güte liegt es vermöge ihrer un antastbaren Ritterehre vornehmlich ob, Religion, Ordnung und Sitte gegen den frech herandrängenden Umsturz zu vertheidigen. Die Tugenden, die sie unausgesezt pflegen, machen fie start und so fann es benn eigentlich kaum Wunder nehmen, daß die wagemuthigen Kämpfer die Sünden und Laster dieser Welt in deren eigenem dunklen Revier aufsuchen, um sich, starken Glaubens voll, fed mit ihnen zu messen. " Auf diese Weise wird eine Mittheilung verständlich, die das Die Lokalkommiffion von Deutsch- Wilmersdorf ersucht uns Berliner Tageblatt" im Anschluß an eine Betrachtung der letzten um Aufnahme folgender Mittheilung: Gegenüber den umlaufenden Bebel'schen Reichstagsreden bringt:„ Wenn auch einige auf den betheiligt find, werden augenblidlich vom Untersuchungsrichter am habe den Genoffen Klingenberg, früheren Inhaber des Volksgartens, Zwei gewerbsmäßige Spieler, die bei verschiedenen Affären Gerüchten, der Genoffe Witte, jeziger Inhaber des Volksgartens, Turftlub bezügliche Angaben des Abgeordneten nicht ganz zu- Landgericht I durch Steckbrief gesucht. Es handelt sich um einen ausgemiethet", erklären wir, daß dieses der Wahrheit nicht entspricht." treffend waren, so ist doch ein öffentliches Geheimniß, daß im Turf- Arbeiter Emil Grabowski aus Friesack und einen Bäcker und flub", der sich erst fürzlich ein Grundstück in der Schadowstraße ge- och Franz Jost i es aus Remmersdorf. Beide wohnten zuletzt bei Auch ein Zickzackkurs. Herr b. Oppen zu Adlersy o kauft hat, von Spielern, die den verschiedensten Kreisen angehören, einer Frau S. in der Kaplerstr. 15. Sie besuchten fleißig die Kenn hat dieser Tage erst vor dem Kammergericht in der Angelegen ganz toloffal gejeut wird. Es wird nicht um baares Geldbahnen, spielten dort den Buchmacher und hatten Glüd. Infolge heit des Illuminationsprozesses eine so unangenehme Nieder gespielt, sondern mit sogenannten jetons bezahlt, wie dies fürzlich beffen tonnten sie bald auch sehr elegant auftreten. Grabowsti lage erlitten, daß ihm selbst das Geschenk eines Päckchens 2 ich te in unserem Feuilleton aus Spaa näher erläutert wurde. Vor nicht fnüpfte auch Beziehungen zur„ Spieler- Marie", einer in Spieler: das er zu Weihnachten von der Ehrsamen Zunft der Letzten zu langer Zeit gab es im" Turftlub" einen Standal. Es wurde freisen nicht unbekannten Dirne, an, und diese führte den beiden die Adlershof erhalten hat, nur noch ein sehr magerer Trost gewesen da nämlich ein„ Kavalier", der in furzer Zeit über 250 000 M. ge- Kunden für ein Jeuchen zu. Gespielt wurde in verschiedenen Wirth- sein wird. wonnen hatte, beim Falschspiel ertappt. Man suchte die Sache schaften des Westens, u. A. auch in der Pallasstraße. Die Spezialität todtzuschweigen und nahm dem Falschspieler nur das Ehren- der beiden Freunde war ein harmloser Stat zu„ Dreien", wobei der dem sinnigen Geschenk dedizirt wurde: wort( 1) ab, nicht wieder zu spielen. Er wurde dann aus der Liste Spieler in die Mitte genommen und so gründlich als möglich geder Reserve Offiziere gestrichen und von dem Korps, rupft wurde. Vor einem Vierteljahr machten die Freunde einen dessen alter Herr er war, erkludirt. Im Uebrigen aber blieb er Hauptschlag, der ihnen 4000 M. an einem Tage einbrachte. Nun unbehelligt und soll nach Amerika gegangen sein." Wohnung verschwanden sie. Josties soll nach Amerika gegangen hielten fie es für gerathen, sich einstweilen zurüdzuziehen. Aus ihrer sein, Grabowski aber ist noch in Berlin, wenigstens ist er vor einigen Tagen in einer Schankwirthschaft in der Steinmegstraße, in der er früher auch verkehrte, gesehen worden. Es hieß damals in der Widmung, die dem Amtsvorsteher mit " 1" Sieh mal, mit dem Rechte, die Da hat es manchmal so sein eignes Wesen, Drum fehr' in Zukunft nicht mit scharfem Besen. Es kommt ja vor, daß auch der Frömmste gegen die Tüden Der Vorwärts" macht statt Spott- dann Lobgedichte. dieser Welt nicht Stand zu halten vermag. Was meinst dazu? Hier haft ein Päckchen Lichte!" Haben dereinst die Anfangs machte Herr v. Oppen es, wie alle Leute feines tapferen Vorfahren der Kavaliere von heute vor dem korsischen Naturells; statt den wohlgemeinten Nath seiner parteigenössischen Barvenü das Hasenpanier ergriffen, so ist es kein Wunder, wenn sie felber im Kampfe mit dem noch viel stärkeren Spielteufel unterliegen. Freunde zu befolgen, bekämpfte er den inneren Feind und die Ihr tapferer Muth wird trotzdem bei allen Christen moderner des Tischlers altermann erstach, ist gestern Vormittag vom Rigdorfer Auflösung der diesjährigen Märzversammlung zeigt, bis intent Die Näherin Lina Gleinik, die am Maybach- Ufer die Frau licher. Wirthe, die dies Ungethüm beherbergten, nur um so eindringDas ging gegen wie Rouleur Bewunderung finden. die Sozialdemokratie, Die Klage auf Anerkennung der Beamtenqualifikation, geführt worden. Das Mädchen hat sich im Nixdorfer Gefängniß bedachten Wirthe betrifft. fo mag es den Amtsvorsteher von Alt Amtsgefängniß nach Moabit in das Untersuchungsgefängniß über- letzten Tage mit gewohnter Forsche. Was aber die mit Strafen welche die ehemaligen städtischen Nachtwächter gegen das Tage lang geweigert, Nahrung zu sich zu nehmen. Polizeipräsidium führten und die bekanntlich zu Ungunsten der mit den Mitgefangenen, zu denen man es in eine Zelle brachte, kein mandate, die er im Kampfe für Ordnung, Religion und Sitte vers Es sprach auch Glienecke unangenehm berührt haben, daß die Gerichte die StrafWächter entschieden wurde, hat nunmehr seine endgiltige Er- Wort, sondern saß, Stunden und Tage lang vor sich hinbrütend, hängt hatte, recht oft wieder aufhoben und den„ Angeklagten" ledigung gefunden. Etwa 290 Wächter, die bei dieser Stlage be- stumm da. Die Gefangene machte dem Hausvater Dühring auf von Strafe und Kosten freisprachen. theiligt waren, haben in den letzten Tagen je 11,30 M. als Rest- diese Weise viele Schwierigkeiten, da es ihm vor allem an den Ein- daher mit Strafverfügungen auf dem VerwaltungsEr versuchte es quote zur Dedung der durch den Prozeß entstandenen Kosten zahlen richtungen fehlt, die eine Zwangsernährung ermöglichen. Deshalb we ge. Das wäre nun recht genial gewesen, wenn man dem müssen. mußte die Ueberführung in das Moabiter Gefängniß stattfinden, das Amtsvorsteher diesen Weg nicht auch verrammelt und ihn veranlaßt mit allen solchen Einrichtungen ausgestattet ist. hätte, das, was bisher die Gerichte thaten, nun selber zu thun. Herr v. Oppen hat sich nämlich in die Lage versezt gesehen, an den Gastwirth Schmauser, dem er in lezter Zeit nicht weniger als 7 Strafmandate das Stück zu 50 Mart ins Haus geschickt hatte, am Dienstag folgendes Schreiben zu richten: " Hiermit schlage ich diejenigen Straffeftfegungen, welche ich in Gemäßheit meiner Verfügung vom 29. November 1898 gegen Sie erlassen habe, nieder." Die Zukunft wird ja lehren, ob diefer„ Niederschlag", was wir im Interesse unserer Agitation beinahe wünschen möchten, nur die Netirade in einem Bidzadkurs ist, oder ob die erwähnte Widmung ihn nachträglich zu der Einsicht gebracht hat, daß es nicht die Sozialdemokratie war, die von der bisher geübten Kampfmethode den Schaden hatte. Zu unserem Artikel ,, Im Hilfsverein" vom 18. cr. sendet uns der Hilfsverein für weibliche Angestellte eine Berichtigung", in Marktpreise von Berlin. 21. März 1899.( Nach Ermittelungen welcher er von unrichtigen Behauptungen und Entstellung des des Polizeipräsidiums.) Weizen 15,95-15,00 M., Roggen 14,10 bis wahren Sachverhaltes spricht und ad 1 erklärt, daß der Stellen- 13,30 M. Futter- Gerste 13,30-12,90 m.( ermittelt pro Tonne von nachweis des Vereins auch Nichtmitgliedern offen stünde. Dies hat der Zentralstelle der preuß. Landwirthschaftskammer- Notirungsniemand bestritten. Die Nichtmitglieder haben wie in jedem stelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppelanderen Stellenbermittelungs- Bureau( ausgenommen Letteverein) zentner). Hafer, gute Sorte 15,20-14,70 M., Mittel- Sorte 14,60 bis Einschreibe und Provisionsgebühr zu bezahlen. Ad 2 14,00 m., geringe Sorte 13,90-13,40 M., Nichtstroh 4,16-3,66 m., bestreitet der Verein, daß seine Handelsschülerinnen nur Heu 7,10-4,50 M., Erbsen, gelbe zum Kochen 40,00-25,00. mit einem Gehalt von 25 oder 20 Mark als bor Speisebohnen, weiße, von 50,00-25,00 m. Linsen von 70,00 gebildete Lehrlinge" untergebracht würden. Die durchschnittlich bis 30,00 m.( Kleinhandelspreise.) Kartoffeln von 6,00 bis erzielten Gehälter feien ganz erheblich höher. Die fämmtlichen 4,00 m.; alles per 100 Kilogramm. Rindfleisch von der Keule von Handelsschülerinnen" sind aber nicht alle Lehrlinge, sondern viele 1,60-1,20 M., Bauchfleisch 1,20-1,00 M., Schweinefleisch von 1,60 Stomptoiristinnen fuchen sich dort fortzubilden, die bereits Stellung bis 1,20 M., Kalbfleisch von 1,60-1,00 2., Hammelfleisch von 1,60 haben. Rechnet man hiervon das Durchschnittsgehalt heraus, bis 1,00 M., Butter von 2,60-2,00 m.; alles per 1 Kilogr. Eier So muß sich ja natürlich ein günstigeres Resultat scheinbar 4,00-2,40 m. pr. 60 Stüd. Fische per 1 Kilogr.: Karpfen von legten Gemeinderathssigung bekannt gegeben wurde, in Einnahme Der Gemeinde- Etat von Adlershof balangirt, wie in der ergeben. In öffentlichen Handlungsgehilfinnen- Versammlungen ist 2,20-1,20 m., Aale von 3,00-2,00 M., Zander von 2,60-1,00 m., und Ausgabe mit 170 250 M. Auf eine Anfrage des Gemeindes es dem Hilfsverein an der Hand von reichhaltigem Material ja Hechte von 1,80-1,00 M., Barsche von 1,80-0,80 m., Schleie von vertreters Bach, warum nicht ebenso wie dem Männer- Turnverein häufig genug vorgehalten worden, was für billige Stellungen er 3,00-1,40 m., Bleie von 1,40-0,80 M., Krebse 60 Stüd 12,00 bis auch dem Arbeiter- Turnverein das Recht eingeräumt werde, die bermittelt hat, ohne daß seine anwesenden Leiter widersprochen hätten! 4,00 m. Ad 3 will der Verein demnächst beweisen, daß„ tros des enormen, Turnhalle der neuen Schule zu benutzen, fand Schöffe Pförtner die das Bedürfniß weit übersteigenden Angebotes von Arbeitskräften die Rindern etwa 70 Stüd unbertauft. Der Kälberhandel gestaltete sich nicht einräumen werde, weil dieser ein politischer Verein sei. Auf dem Schlachtviehmarkt am Mittwoch blieben bei den unglückliche Antwort, daß man dem Arbeiter- Turnverein dies Recht Gehälter im Handelsgewerbe nicht gesunken, sondern für einzelne ruhig. Vom Schafauftriebe wurde ungefähr 3/4 abgefeßt. Der Schließlich stellte dieser Herr an die Arbeiter das Anfinnen, sie sollten Thätigkeitsarten sogar gestiegen" wären, wenigstens soweit seine Ver- Schweinemarkt verlief ruhig, aber feft und wird wohl geräumt.doch dem gutgesinnten Männer- Turnverein beitreten. mittlung in Betracht fame. Der Nachweis wird schwerlich gelingen. Doch Auf dem Produktenmarkt der Börse verlor am Mittwoch zur Staats- Einkommensteuer ist auf 140 pet. festgesezt, die GewerbeDer Zuschlag vielleicht wird dort das Aufkommen höherer" Mädchengehälter vom Weizen 1, M., Roggen 1/4 M. Die Kauflust am Spiritus- steuer in den Klassen 1-4 auf 150 pct. Berein bewiesen" werden, wo die Männerarbeit verdrängt wurde markt hielt auch gestern für Hamburger Rechnung an, die Zufuhr und ein Buchhalter mit 125 M. Gehalt einer Buchhalterin mit 75 M. war mäßiger und die Tendenz infolge deffen fest. Bugeführt waren Die Stadtverordneten- Versammlung von Rigdorf hielt Gehalt weichen muß. Ad 4 wird bestritten, daß Mitgliedern, die eine 130 000 Liter 70er Waare, die mit 40,50 M.(+0,70 M.) fast durchweg gestern ihre erste Sigung ab. Landrath von Stubenrauch erordnungsmäßige Bescheinigung ihrer Erwerbsunfähigkeit bringen, von Hamburg aus dem Markt genommen wurden. Termine zogen öffnete die Sigung mit einer kurzen Ansprache und verpflichtete die Auszahlung von Krankengeld verweigert und statt deffen eine gegen 40 Pf. im Werth an. Kartoffelfabritate. Berlin, dann in üblicher Weise die Stadtverordneten durch Handschlag. Nach Unterstügung" angeboten wird, sowie daß die zum Nachweis der 22. März. Bima Kartoffelmehl per 100 Stilogr. 20,00 M., Prima Annahme einer vorläufigen Geschäftsordnung wurde die Silfsbedürftigkeit angestellten Nachforschungen benutzt würden, trodene Kartoffelstärte per 100 Stilogr. 20,60 m., feuchte Kartoffel- Wahl des Stadtverordneten Vorstehers vorgenommen. Einum dem Chef Ersaz anzubieten; es sei dies auch nicht stärte per 100 Stilogr. 10,20 m. möglich, stimmig gewählt wurde Fabrikant Sander. Dieser übernahm alsweil die Stellennachweis Abtheilung" mit der dann die Leitung der weiteren Verhandlung. Zum stellvertretenden jenigen der Unterstützung nichts zu thun habe. Hierzu Zirkus Busch zieht demnächst nach Wien. Die Ueberfiedelung Vorsteher wurde Justizrath Bürdner mit 30 von 45 Stimmen erzählt uns die betreffende Gehilfin selbst:" Im Verein sagte mir follte schon vor Ostern erfolgen; aber des winterlichen Wetters gewählt. Die übrigen 15 Stimmen fielen auf den Parteigenossen die Bureau- Dame auf meine Bitte um Krankengeld:„ Das fönnen wegen hat Direktor Busch beschlossen, seine diesmalige Stagione biste er au. Zu Schriftführern wählte die Versammlung den wir nur in Form von Unterstügung gewähren. Reichen Sie ein über Ostern hinweg auszudehnen und in Berlin noch die 150. Auf- Sekretär Mier und den Rechnungsrath Marggraff. Gesuch nebst ärztlichem Attest ein." Dies that ich. Hierauf er- führung seines Schaustüdes" Persien" zu ermöglichen. Steuer- und Gebühren- Ordnungen, deren Uebernahme aus der Landschien die Vertrauensdame" des Vereins bei mir. Ihr erstes Die 4. gewerbliche und kaufmännische Fortbildungsschule für gemeinde vorgeschlagen ist, wird auf Veranlassung Negerau's getrennt Wort war: Sehen Sie aber gesund aus!" Dann frug fie Jünglinge und Erwachsene, Heinersdorfer Straße 18, in der Nähe des abgestimmt. Die Ordnungen werden genehmigt. Die Sozialdemokraten " 3 lleber die " stimmen nicht für die Biersteuer und für die Rustbarkeitssteuer. I lose Waare" auf andere Weise geregelt würde. Die christlichen Jbem am Boulevard Morlan gelegenen militärischen VersuchslaboNach dem Steuerplan pro April 1899/1900, der hierauf ohne Wider- Führer haben es nun diesmal durchgefeßt, daß die Delegirten des ratorium fand heute, während man mit neuten Pulvern experimentirte, spruch gebilligt wird, sind nach Abzug der auf 532 538 m. ver- christlichen Verbandes ohne vorherige Rücksprache mit den Vertretern eine Explosion statt. Der Direktor des Laboratoriums, ein anschlagten übrigen Einnahmen durch direkte Steuern noch auf der anderen Verbände einstimmig folgenden Antrag annahmen:„ Alle Ingenieur und ein Angestellter wurden leicht verlegt. Der Direktor zubringen 1002 999 M. Diese Summe soll auf die Einkommensteuer erklären sich bereit, vor allem selbst die Arbeit wieder aufzunehmen und des städtischen Laboratoriums Girard ist der Ansicht, die Explosion und auf die Realsteuern derart vertheilt werden, daß auf die Eins alle Mitarbeiter zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen, wenn, statt des sei nicht auf böswillige Veranlassung zurückzuführen; doch tommensteuer 1831/3 pet., auf die Grund- und Gebäudesteuer 206 pet. sogenannten Busages bon 1-10 Bf. für tadellose Waare", pro find die Ursachen derselben bisher nicht aufgeklärt. Folgende und auf die Gewerbesteuer 180 pCt. der staatlich veranlagten Meter 10 Bf. fester Lohn zum jezigen Meterlohn auf der Fabrikanten- Telegramme über die Explosion liegen noch vor: Paris, Säße entfallen. Die höhere Belastung des Grundbefizes und des Lohnliste hinzugefügt werden." den 22. März. Die amtliche Auffassung von den Ursachen ist Gewerbes wird damit begründet, daß infolge des rapiden Wachs Damit würden die Arbeiter die Grundlage der neuen Lohnliste die, daß die Explosion im Verlaufe von Versuchen mit Gasthums des Ortes die Grundbesißer gegenüber den anderen annehmen, nur wird sie aufgebessert durch 10 Bf. Meterlohn. Die mischungen für die Beleuchtung der Straßenbahn stattgefunden habe. Einwohnern ganz erhebliche Vortheile genossen und daß dies Wachs- Fabrikanten haben aber auch selbst diesen Vorschlag abgelehnt und Nach einer anderen Lesart aber wäre die Explosion herbeigeführt thum auch den Gewerbetreibenden zu Gute täme, wenngleich nicht damit deutlich bewiesen, daß es ihnen mit der versprochenen Zulage durch Versuche, die zum Zweck der Aufklärung der Explosionen von in dem hohen Maße wie dem Grundbesiz. Mit der Vor- für gute Waaren nicht ernst war; sie haben also die Befürchtungen Toulon und Bourges über die Berührung verschiedenartiger Pulverberathung des Stadthaushalts- Voranschlages betraute man die der Arbeiter gerechtfertigt. Freilich, daß die Fabrikanten jest teine forten angestellt sein sollen. Ueber die Explosion wird noch bealte Etatskommission, die vollzählig der Stadtverordneten Ver- Lust zum Nachgeben zeigen, daran sind auch in erster Linie die richtet, daß zwei Chemiker Versuche mit einem neuen Bulver fammlung angehört. Bu ihr gehören die Genossen Ostermann und christlichen Führer schuld. anstellten; deshalb werde auch vollständiges Stillschweigen Mezerau. Die Vorbereitung der Wahl der unbesoldeten und über die näheren Umstände, unter denen die Explosion erfolgte, beder befoldeten Magistratsmitglieder wurde einem fünfzehn obachtet. gliederigen Ausschuß übertragen, in dem die Sozialdemokraten durch die Genossen Ostermann, Rezerau, Konrad, Jäger und Janiszewsti bertreten sind. Und schließlich überwies die Versammlung noch den Vertrag, betreffend das Ausscheiden der Stadtgemeinde aus dem Kreise Teltow, einem Fünferausschuß zur Vorberathung. Hierzu wurden dieselben Herren gewählt, die als Gemeindevertreter den Vertrag schon vorbereitet haben. Als Bürger- Deputirter gehört dem Ausschusse auch der Genosse Ph. Thomas an. Der Landrath und der Amtsvorsteher wohnten der Sigung bis zum Schluß bei. Die Arbeiterschaft ist denn auch sehr erbittert über die Quer treibereien der christlichen Führer und in verschiedenen Fabriken ist ihr Vorschlag abgelehnt worden. Die Arbeiter fordern einen Minimalwochenlohn von 12 Mark( für In Schwabach ist ein Schuhmacherstreit ausgebrochen. jugendliche Arbeiter 9 Mart); wo Kost und Logis gegeben wird 6 m. 50 Pf., resp. 3 m. 50 f., einen entsprechend erhöhten Lohn tarif bei Stüdarbeit nebst 68 stündiger Arbeitszeit. Trotz dieser be fcheidenen Forderungen stoßen dieselben bei den Brinzipalen vielfach noch auf hartnäckigen Widerstand. Bei der Gewerbegerichtswahl in Fürth( Arbeiterbetfizer) wurden 974 Stimmen abgegeben gegen 890 im Jahre 1897. Gewählt wurden die Kandidaten der Gewerkschaften. Eine Gegenliste war nicht aufgestellt. In Mainz erhielten die Kandidaten des Gewerkschaftstartells 1275 Stimmen, die Gegner 146. Ansland. Aufopferung. Unser Parteiblatt in Offenbach berichtet: Bor geweiht und ihm die Stelle eines Kaplans in einer Pfarrei in der einiger Zeit wurde der Sohn einer hiesigen Familie zum Priester Brovinz Oberheffen übertragen. Durch einen unglücklichen Zufall gerieth das Bett des jungen Priesters während der Nacht in Brand, wobei er sich so starke Verlegungen zuzog, daß kaum noch Hoffnung vorhanden war, das Leben desselben zu retten. Die Brandwunden waren derart, daß, sollte Heilung erfolgen, die Haut eines ges stellen des Leidenden einverleibt werden mußte. Um nun ihrem sunden Menschen abgetrennt und dann den offenen WundZu der Reform des Gemeinde- Wahlrechts, die demnächst Freund und Mitschüler wieder zur Genesung zu verhelfen, haben sich den preußischen Landtag beschäftigen soll, liefert ein Vorfall in eine große Anzahl Schüler des bischöflichen Seminars bereit erklärt, Charlottenburg einen merkwürdigen Beitrag. Dort war, wie diese Abtrennung der gesunden Haut an sich vornehmen zu lassen, die„ Lib. Korresp." schreibt, eine Erhöhung des Schulgeldes an den damit diese dem Kranken aufgelegt werde. Der Kranke ist nun vor höheren Lehranstalten beantragt, aber damit bekämpft worden, daß einiger Zeit in das hiesige Josephsstift verbracht worden und jeden fie namentlich den kleinen Beamten- und Handwerkerstand schwer treffen Die Pariser Gasarbeiter stehen im Konflitt mit der ton- Tag werden nun an den fich freiwillig hierzu gemeldeten Schülern würde. Trotzdem beschlossen die Stadtverordneten am 15. 5. M. die Er- geffionirten Gasgesellschaft wegen willkürlicher Entlassung von zwei Ar- und dem kranten Kaplan die Transplantationen vorgenommen. Die höhung, und zwar mit 32 gegen 20 Stimmen. Es ist nun ausgerechnet beitern. Vorläufig haben die Arbeiter von zwei Fabriken die Arbeit Aerzte sind mit den Erfolgen, die sie erzielen, sehr zufrieden und worden, daß die in der 3. Klasse gewählten Stadtverordneten über- eingestellt. Das hat genügt, um die vom Gemeinderath abhängige wird in absehbarer Zeit der Kranke wieder als geheilt das Stift wiegend gegen die Erhöhung gestimmt haben( 14 gegen, 4 für), schon Gesellschaft zum Nachgeben zu zwingen. Sie will die Entlassenen verlassen können. Bis jetzt haben 14 Schüler die Operation an sich die der 2. überwiegend dafür( 14 dafür, 6 dagegen); den Ausschlag wieder anstellen, nur aber in einer anderen Fabrik. Die Gewerkschaft vollziehen lassen und noch sind eine Anzahl Operationen nothwendig, aber gab, daß die 14 anwesenden Vertreter der 1. Klasse sogar ge- verlangt außerdem eine schriftliche Verpflichtung, feinen Streifen- um eine vollständige Heilung zu erzielen. schlossen für die Erhöhung eintraten. Charlottenburg hat 26 881 Geben zu maßregeln. Von der Antwort der Gesellschaft hängt es ab, Aus Bonn wird der„ Boff. 8tg." berichtet: Als eine Mutter meindewähler, von denen nur 247 die 1. Klasse bilden. Diese um- ob der Konflikt sofort ein Ende nimmt oder zu einem allgemeinen mit ihrem sechsjährigen Töchterchen einen zwischen Godesberg und faßt im Wesentlichen die Wähler, die mehr als rund 8000 M. Steuern Streit der Gasarbeiter sich auswächst. Bonn belegenen Privatgarten, in dem gegen ein Eintrittsgeld wilde zahlen. Ein derartig plutokratisches Wahlrecht muß im höchsten Maße Thiere gezeigt werden, betrat, kam das Kind einem durch ein verbitternd wirken und die von der Regierung geplante Reform" Gitter nicht abgezäunten Verbindungsgang zwischen zwei Löwenwird dies Wahlsystem in seinen Grundlagen unverändert beifäfigen zu nahe. Ein Löwe erfaßte plötzlich mit der Pranke die Schulter des Mädchens, zog das Kind an das Gitter heran, riß ihm einen großen Theil der Kopfhaut ab und verlegte es durch einen Schlag erheblich im Gesicht. Als die Wärter hinzueilten, ließ der Löwe von dem Kinde ab, das alsbald in die Klinit gebracht wurde, wo es im Sterben liegt. Die Mutter des Kindes, die Zeuge des schredlichen Vorganges war, ist gleichfalls erkrantt. behalten. Im Londoner Stuckateurgewerbe sind Konflikte zum Ausbruch gekommen, die möglicherweise große Dimensionen annehmen tönnen. Ein Theil der Arbeiter ist ausgesperrt worden, weil, wie die Meister behaupten, die Organisation der Stuckateure die ein Eine zweite Petition gegen die Erhöhung des Schul gegangenen Verträge gebrochen habe. Die Londoner Unternehmergeldes an den höheren Schulen Charlottenburgs ist jegt in fchaft will, wie man uns mittheilt, versuchen, in Deutschland Arbeiter Umlauf gesetzt worden. Die Stadtverordneten- Versammlung hatte, anzuwerben. Mögen die deutschen Stuckateure, Gipser, Modelleure 2c. wie berichtet, beschlossen, die Sätze nach den Vorschlägen des Etats- fich nicht dazu verleiten laffen, Arbeit in England anzunehmen; ausschusses zu erhöhen. Die zweite Petition wendet sich an den nachdem der Friede wieder hergestellt ist, würden sie doch bald wieder Magistrat. Deffen fester und sicherer Haltung in der Schulgeldfrage entlassen werden. verdanke die Bürgerschaft die Abwehr aller bisherigen Bestrebungen auf eine Erhöhung. Die Gesuchssteller richten demgemäß an ben Magistrat die dringende Bitte, in dieser Haltung auch ferner verharren zu wollen. Der Stegliter Haushaltsetat für das Jahr 1900 stellt fich in Einnahme und Ausgabe auf 623 500 M. Der Gesammtaufwand für das Schulwesen beläuft sich auf 168 879 M., die extra ordinären Fonds schließen mit 323 767 M. ab. Der Kanalisationsfonds hält sich in den einmaligen Einnahmen und Ausgaben mit 22 000 M., in den laufenden mit 145 000 m. im Gleichgewicht. An Personalsteuern entfallen ausschließlich der Kreissteuer 100 pet., an Gewerbesteuern 1331/2 pet.( gegen 180 pct. i. 2.). Die Schuhmacher in Zürich stehen in einer Lohn bewegung. Sie fordern: Behnstundentag, Minimallohn von 40 Cts. pro Stunde für die Zeitlohn- Arbeiter, Abschaffung von Koft und Logis bei den Meistern und unentgeltliche Lieferung der Fournituren seitens derselben. Schweizerischer Gewerkschaftsbund. Dem zu Ostern in ein Antrag des Genoffen Greulich vorgelegt werden, daß sich der Luzern tagenden Bundestage des schweizerischen Arbeiterbundes wird schweizerische Gewerkschaftsbund auf politisch und religiös neutralen Boden stellen soll. Sobald der schweizerische Gewerkschaftsbund und seine Berufsverbände und Vereine fich auf politisch und religiös neutralen Boden stellen, sollen alle bestehenden wie alle neu zu bildenden Berufsverbände und Vereine zum Anschluß an den Gewerkschaftsbund bewogen werden. Arbeiterrifiko. Aus Brüssel wird gemeldet: Auf dem Bahnhofsgebäude in Schärbed sollte gestern ein Fernsprech- Gerüst angebracht werden. Infolge falschen Manövers ereignete fich ein schwerer Unglücksfall. Von acht dabei beschäftigten Arbeitern stürzten sieben auf den Bahnsteig herab. 8wei blieben sofort tobt, fünf wurden schwer verlegt. Der achte konnte sich dadurch, daß er sich an den Drähten festhielt, retten. Witterungsübersicht vom 22. März 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Barometers stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Swinembe. 754 SSD 3 wolfig 751 WSM 756 SO கி Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Winds Bunja Windstärke Wetter Temp. n. 6. 2wolfent- 18 -6 Haparanda 764 92 35th. bed.-3 Petersburg 753 3wolfig-5 Cort 759 2hlb. bed.- 5 Aberdeen 755 NM 4woltent- 9 Paris 755 S wolfent- 7 2 bedeckt 3beiter -10 801 4516.beb. 2 1bebedt 2 761 Still Wetter Prognose für Donnerstag, den 23. März 1899. Nachts etwas gelinder, am Tage etwas tälter, ziemlich trübe mit Schneefällen und frischen westlichen Winden. Zur Einschränkung der fremden Kirchhöfe in den Vor: orten beabsichtigt jetzt der Verein Berliner Vororte" an den ReDie Hafenarbeiter im Kopenhagener Freihafen haben hamburg gierungspräsidenten zu Potsdam ein Gesuch um Erlaß von Ver- die Arbeit niedergelegt. Es handelt sich auch hier wieder Biesbaden 753 SO Berlin 756 SS waltungsmaßregeln bezi. Herbeiführung von gesetzlichen Be- um einen Versuch, die Organisation der Arbeiter zu vernichten. München stimmungen. Es sollen dabei nicht nur die Rücksichten auf die Der Direktor der Kopenhagener Freihafen Attien Gesellschaft", Bien Entwickelung der Vororte, sondern besonders die hygienischen Be- Thielsen, hatte den Arbeitern mitgetheilt, daß die Gesellschaft 250 denken geltend gemacht werden. bis 300 Arbeiter fest gegen Jahresgehalt von 1000 kronen mit dreimonatlicher Kündigung engagiren wolle; aber sie sollten einen langen Kontrakt unterschreiben, der sie unter anderem dazu verpflichtete, teinem anderen Verbande anzugehören, als einem von ihnen selbst zu bildenden. Die Arbeiter erklärten, daß fie den Kontrakt nicht Verbande verhandeln solle. Da er dies nicht thun wollte, legten sie unterschreiben könnten und verlangten, daß der Direktor mit ihrem die Arbeit nieder. Vier Berliner Bauhandwerker, die im Waarenhause M. Hirsch zu Spandau beschäftigt waren, sind verhaftet worden. Sie hatten das Lager längere Zeit bestohlen und die Beute unter ihren Kleidern mitgenommen. Der Versicherungsagent Auerbach, welcher wegen verfchiedener Strafthaten steckbrieflich verfolgt wurde, ist in Spindlers feld durch die Köpnider Polizei festgenommen worden. Gerichts- Beitung. Gewerbliche Konflikte in England im Monat Februar. Bei den 36 neuen Konflikten, die im vergangenen Monat beim englischen Handelsamt angemeldet wurden, waren 5348 Arbeiter betheiligt. Von Veränderungen in der Höhe der Löhne wurden 272 400 Arbeiter betroffen. Davon erreichten 270 600 eine Erhöhung von 11/2 M. pro Kopf und Woche, 1800 mußten eine erabfezung von etwa derselben Höhe im Durchschnitt über sich ergehen lassen. Soziales. Charlottenburg. durch die traurige Nachricht, daß mein Allen Freunden und Bekannten hier lieber Mann, der Tischler Robert Hein, heute früh n. langem Leiden verstorben ist. Um stille Theiln. bittet die Wittwe Helene Hein geb. Pritzkow nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. März, Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Wilmersdorferstr. 128 aus statt. Deutscher Holzarbeiter Verband. = Zahlstelle Charlottenburg. Den Mitgliedern hiermit zur Kennt der Tischler niß, daß unser langjähriges Mitglied, Robert Hein Bolle's Kindermilch stand im Mittelpunkte einer Verhandlung, welche gestern vor dem Schöffengerichte am Amtsgericht II stattfand und die für die weitesten Streise von hervorragendem Interesse sein dürfte. Herr Kommerzienrath Karl Bolle hatte gegen den Schriftsteller Alwin Vormeng, den Milchhändler Johannes Bulay und den Oberamtmann Büttner zu Laboissund bei Friesack die Privatflage wegen Beleidigung erhoben, welcher folgender Thatbestand In den lothringischen Industriebezirken hat das Zusammenzu Grunde lag: Im November 1897 erschien in mehreren Bei- strömen italieniimer arbeiter, die bort bei Gijenbahn und tungen ein von dem Beklagten Vormeng eingereichter Artikel, Straßenbauten, in Steinbrüchen und bei den Neubauten für die in Tauf welchem im landwirthschaftlichen Verein zu Friesac zur Sprache io außerordentlich raschem Aufschwung begriffenen Bergwerks- und gekommen sei, daß ein Mitglied des Vereins, ein Bauerngutsbesitzer, Süttenbetriebe beschäftigt werden, in diesem Frühjahr ganz un fämmtliche Milch seiner Kühe an Bolle liefere, der dieselbe als geheuere Dimensionen angenommen. Noch immer treffen die Söhne Kindermilch verkaufe. Die Hälfte dieser Kühe haben auf Tuberkulin des Südens in großen Trupps, oft zu mehreren Hunderten, in jenen reagirt und sich damit als tuberkulös erwiesen. Diese Impfung sei Ortschaften ein. Daß unter solchen Umständen die Wohnungs- am Dienstag, den 21. März, an auf Betreiben des Herrn Bolle erfolgt. Die tuberkulösen Kühe seien verhältnisse dieser, stellenweise zu Tausenden auf wenige fleine Orte Lungenfrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, aber keineswegs von den gesunden getrennt und die Milch der ge- zusammengedrängten Arbeiter fast durchweg die denkbar traurigsten 24. März, Nachm. 3 Uhr, vom Trauer: funden und kranken Thiere sei zusammengegossen und als Kinder- find, läßt sich leicht vorstellen. Die Art und Weise, wie sich diese hause Wilmersdorferstr. 128 aus statt. milch in den Handel gebracht worden. Der Vorsitzende des landwirth- Leute zusammenpferchen, spottet jeder Beschreibung. 20-30 Mann 79/3 Die Ortsverwaltung. schaftlichen Vereins in Friesad, Oberamtmann Büttner, habe in einem liegen in Dachstuben auf Britschen, die nothdürftig aus Brettern Briefe dem Verein der Berliner Milchpächter zu Händen des Vor- zusammengenagelt find. Um sich gegen die ungewohnte Stälte Charlottenburg. fizenden Bulay Mittheilung von diesem Vorkommniß gemacht und unserer Nächte zu schügen, halten die Leute, die fich in den meisten Zentral- Kranken- u. Sterbedieser Verein werde nun die Angelegenheit weiter verfolgen. Fällen beim Schlafen nur mit ihren wenigen Kleidungsstücken zu Nach der Vertagung der ersten Verhandlung in dieser Sache hat bedecken in der Lage sind, die spärlichen Fenster der Schlafräume tasse der Tischler u. Herr Bolle die Klage gegen Herrn Oberamtmann Büttner zurück dicht geschlossen. Welche Luft darin entsteht, fann man sich leicht gezogen und auch mit den beiden anderen Beklagten sind Vergleichs- denken. Wie sich die sanitären Verhältnisse in diesen beispiellos ververhandlungen gepflogen worden, die in heutiger Verhandlung daran nachlässigten Arbeitermassenquartieren während der heißen Jahres- unser Mitglied, der Tischler fcheiterten, daß Herr Bulay sich weigerte, 1/3 der Kosten zu übernehmen. zeit gestalten sollen, ist nicht abzusehen. Der Ausbruch einer Epidemie Das Gericht tam zu folgendem Urtheilsspruch: Objektiv ist der müßte von den gefährlichsten Folgen begleitet sein. Es ist unter Firma Bolle der schwerste Vorwurf gemacht worden, nämlich daß solchen Umständen nicht zu verwundern, wenn die ansässige EinKindermilch als solche in Verkehr gebracht wurde, wohnerschaft der lothringischen Industriegegenden die Verwaltungsdie von tuberkulösen Kühen tomme. Aber die behörden zu durchgreifenden Maßregeln gegen diese traurigen behaupteten Thatsachen find in allen Punkten Wohnungszustände zu veranlassen sucht. als wahr erwiesen worden. Auch daß die Impfung auf Betreiben des Herrn Bolle geschehen, ist als wahr unterstellt worden, denn der in Bolle's Dienst stehende Thierarzt Schröter handelte für Bolle's Interessen und für dessen Handlungen mußte Herr Bolle Vermischtes. Schiffsunfälle. Auf der Unterelbe stieß, wie aus Hamburg ( E. H.) Hamburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Robert Hein am Dienstag, den 21. März, nach langem, schweren Leiden verstorben iſt. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. März, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Wilmersdorferstraße 128 aus statt. 79/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Gastronen, 12 M. Doppel- Gasarme mig( chwarzupfer) an. Gastocher von 1,50 M. an. Gasvon 2 M. an. Gaslyren von 1,60 m. fugeln, Laternen, Illuminationsförper ( 1 Adler, 2 Sterne) sowie Verbindungsstücke verkauft Carl Kauffmann, Müllenhoffftr. 5, am Urban.[ M53/ 2 auf Theilzahlung. Möbel J. Kellermann, Prinzenstr. 97. Wer auf gute und reelle 11792 Steppdecken reflektirt, taufe direkt vom Anfertiger G. Schmerzler, Blumenstr. 131. Betten Gardinen, Stores, Stepps Teppiche, Bettvorleger, Tischbeden, decken, Portièren, Waffeldeck., Paletots, Anzüge, Hosen, Remontoirs uhren, Operngläser spottbillig Pfandleihe Neanderstr. 6. Vermiethungen. Zimmer. Ein Zimmer an 2-3 Herren zu verm. Fuchs, Stallschreiberstr. 61, v. IV. Allerlei Anzeigen. Alte Aften, Zeitungen, Abfallpapier fauft jeden Posten M. Lange, Oppelnerstr. 2 I. 18276 Yellow- Kid- Zigaretten.50/ 3* Meyer, Brehm, Brockhaus und alle anderen Bücher beleiht und fauft Antiquariat Kochstr. 56, Amt IV 895. 52/ 12* Platinlinke zahlt immer noch höchste Preise jezt Auguststr. 4, 1 Tr. r. einstehen. Da nun auch die Form nicht beleidigend ist, so muß auf berichtet with, in der Nacht zum Dienſtag der von Afrita tommende Metallarbeiter-Verband Fahrräder- Theilzahlung Freisprechung erlannt werden. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. " Dampfer der Wörmann- Linie" Thekla Bohlen" mit dem ausgehenden Bremer Hansa- Dampfer Minneburg" zusammen. Der Bug des legteren brang in den Bug der„ Thekla Bohlen" ein, wodurch zwei dort schlafende Feuerleute getödtet wurden. Auch die Minneburg" ist schwer beschädigt. Beide Schiffe wurden nach Hamburg geschleppt. Die Rettungsstation Thiesso w telegraphirt: Bur Lohnbewegung der Krefelder Weber schreibt die Am 21. März von dem bei Karlshagen gestrandeten schwedischen Niederrheinische Boltstribüne": Die Führer der christlichen Weber Schooner Juno", Kapitän Röhing, 4 Personen durch das Rettungsfind wieder am intriguiren. In der letzten Sizung, welche die boot der Station gerettet, ein Mann ertrunten, einer erstarrt geSoziale Kommission mit den Delegirten der Arbeiterausschüsse abhielt, hatte diese den Arbeitern anheim gegeben, bei ihren Mit borgen und gestorben. Rettungsboot 51% Stunden unterwegs. arbeitern nachzufragen, ob fie gesonnen wären, die Arbeit wieder Pulveregplofionen gehören jest in Frankreich zu den allaufzunehmen, wenn der sogenannte„ Zusatz von 1-10 Pf. für tabel- täglichen Ereignissen. Aus Paris wird vom 21. de. gemeldet: In Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. ( Verwaltungsstelle Berlin). Nachruf! Sonntag, den 19. März, verftarb unser Mitglied, der Metalldreher Ernst Sperling. Ehre seinem Andenken! 111/4 Die Ortsverwaltung. mäßige Anzahlung, foul. Theilzahlung. 1 Jahr schriftl. Garantie. 33. Oranienstr. 33 II.[ 1141* Neuer Halbrenner u. Brennabor, spottb. v. Liebe, Eisenbahnstr. 36b III Wirthschaft wegen Todesfalles ganz oder getheilt Straße 85, 4 Tr. Besichtigung v. 3-9, billig zu verkaufen. John, Sebastianmeinen Namen zu borgen, da ich für Schlaffopha, 24 M., wie neu. feine Zahlung aufkomme. Weberftr. 40b, Tapezier. 12812 21656 Pantow, den 20. März 1899. Sopha, Bettstelle u. etwas Betten Otto Jahnke, Restaurateur, Heynstr. 31. bill. zu vert. Bimmerftr. 31, 4 Tr. r. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Frau Louise geb. Haase etwas auf Siermit warne jedermann, meiner Ir. 70. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dounertag, 28. März 1899. Versammlungen. Direktion nicht abgeneigt, einen Arbeitsnachweis benußen zu wollen, dem Abkarren in die Kähne müssen diese Arbeiter oft Tag und Nacht welcher von der Gewerkschaft für obige Berufe gegründet werden soll. hintereinander ohne Ruhe arbeiten, und wird die Arbeitszeit täglich Herr Thiele Rigdorf betonte, daß er sehr ordentliche Leute habe, auf 14 und 15 Stunden ausgedehnt. Es sei dringend nöthig, daß Die Lafikutscher, Müllkutscher und Mitfahrer hatten am welche seit Jahren in seinem Betriebe thätig sind, und brauche er die Stadtverordneten über die Zahlungen des Herrn Tabbert, die er Sonntag, den 19. b. M., eine öffentliche Versammlung in den bei seiner Bezahlung keine Strafparagraphen. Er sei fogar bereit feinen Arbeitern gewährt, nähere Erkundigungen einziehen. Die Firma Arminhallen abgehalten, in welcher Genosse ein über die Wer- dafür einzutreten, daß in einer Unternehmer- Versammlung ein Ber- Bohlmann bezahlt ihren Leuten die schlechtesten Löhne und zwar 18–21 M. handlungen, welche er mit einigen Unternehmern genannter Branchen treter der Arbeiter zugelassen werde, um über die Miß- Diese Bezahlung benutzte der bekannte Herr Scheller- Rigdorf zu gepflogen, referirte. Die Direttoren der Wirthschaftsgenossenschaft stände im Berufe sprechen zu fönnen. Rebner erörterte folgendem Echachzug: Die Arbeiter wurden im Bureau zusammen Berliner Grundbesizer haben sich nicht ablehnend den Forderungen nun die Mißstände auf dem Abladeplay bei Stralau. gerufen und ihnen eröffnet, daß ein Kutscher von Pohlmann ge= Der Arbeiter gegenüber verhalten. Die Wascheinrichtungen auf Wagen- Die Unternehmer betonten, daß sie schon wiederholt petitionirt hätten schrieben habe, er wolle für 18 M. arbeiten. Wenn in diesem Be plägen seien in Arbeit und erhielten die Schaffner jegt zwei Blousen, und Abhilfe wünschen, jedoch wisse die Stadtverwaltung selbst gegen- triebe nicht mehr gezahlt würde, müsse Herr Scheller ebenfalls um jeden Montag mit reiner Kleidung antreten zu können, wärtig feinen Ausweg, da man verschiedene Versuche mache, um den Abzüge machen. Der betreffende Kutscher war in der Versammlung während die Blouſe der vorhergehenden Woche in dieser Zeit Müll loszuwerden. Sollte sich jedoch das Schmelzsystem als brauch- anwesend und erklärte die Behauptung des Herrn Scheller für ungereinigt werden könne. Ferner werden die Müzen jezt kostenfrei bar erweisen, so können auch mit diesem für die Angestellten geregelte wahr. Reicher Beifall wurde dem Redner für seine Ausführungen geliefert. Die Strafparagraphen feien seit den Versammlungen, Arbeitsverhältnisse geschaffen werden, indem dann die Kutscher auf zu theil. Die Diskussion bewegte sich im Rahmen der erörterten welche sich mit diesen Dingen beschäftigten, nur selten zur Anwendung den Blägen ihre Mittagszeit machen können, was für die jetzigen Mißstände. gebracht, auch seien die Prämien in den letzten Monaten an zirka Abladepläge unmöglich ist. Große Klage wird von den Arbeitern Verband deutscher Barbier, Friseur und Perrückenmacher. 40 bis 42 Schaffner gezahlt. An Lohnkürzungen, wie man befürchtete, auch darüber geführt, daß die Abfahrt vom Blaze aus einem Gehilfen. Heute Abend 10% Uhr bei Schiller, Rosenthalerstr. 57: Vers sei nach der Antwort des Inspektors nicht zu denken. Auch ist die Privatunternehmer übergeben ist, und zwar Herrn Tabbert. Bei sammlung. Bericht der Delegirten von der Braunschweiger Konferenz. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Donnerstag, den 23. März. Opernhaus. Regina oder: Die Marodeure. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Das fünfte Rad. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Der Biberpelz. Anfang 712 Uhr. Lessing. Die Frage an das Schicksal. Hierauf: Die Erziehung zur Ehe. Anfang 72 11hr. Berliner. Das Erbe. Anfang 72 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen: Ron: trolleur. Borher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Neucs. Der Herenmeister. Anfang 712 Uhr. Metropol. Der wilde Meier. Hier auf: Die Engelsjäger. Anfang 72 11br. Schiller. Don Juan und Fauft. Anfang 8 Uhr. Westen. Der Barbier von Sevilla. Anfang 72 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 7 Uhr. Thalia. Der Registrator auf Reisen. Anfang 7 Uhr. Luisen. Der Hüttenbesizer. Anfang 8 11br. Belle Alliance. Die Gräfin von Schwerin. Anfang 8 1hr. Cflend. Schlimme Saat. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fuhrmann Henschel. 8 Uhr. Anfang Alexanderplay. Die Konfettioneuſe. Anfang 8 Uhr. Wiener Bolts Theater. fchuldig. Anfang 7 Uhr. un Apollo. Spezialitäten-Borstellung. Anfang 7 Ubr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg lich geöffnet von 10 Uhr Bor mittags ab. Eintritt 50 f. Abenos 8 11hr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstrasse 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern tarte. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen. Palast. Spezialitäten- Bor fledung. Paijage Panoptikum. Spezialt täten Borstellung. Schiller Theater ( Walluer Theater). Donnerstag, Abends 8 Uhr: Don Juan und Faust. Tragödie in 4 Aften v. Ch. D. Grabbe. Freitag, Abends 8 Uhr: Don Juan und Faust. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Don Juan und Faust. Luisen- Thenter 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Schauspiel i. 5 Atten v. Georges Ohnet. Freitag: Das bemoofte Haupt Freie Volksbühne. Sonntag, den 26. März, Nachm. 23 Uhr: 2 Vorstellungen im Lessing- Theater: im Friedrich- Wilhelmstädt.Theater 1. Abtheilung( rothe Karten): IV. Abtheilung( braune Karten) Der Erbförster. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Otto Ludwig. Die Erziehung zur Ehe. Hierauf: Liebesträume. Die Mitglieder können im Lessing- Theater, sowohl als auch im Friedrich- Wilhelmstädt. Theater nur noch die Vorstellung ihrer eigenen Abtheilung besuchen. Meldungen zur Opernvorstellung am 23. April im Theater des Westens ,, Der Freischütz" müssen bis spätestens 30. März in der Zahlstelle des Mitglieds angebracht werden. Von diesem Termin ab gelangen Karten à 90 Pf. zur Ausgabe, die zur Theilnahme an der Verloosung berechtigen. 229/4 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Das Land der Fjorde. Im Hörsaal: Dr. Spies: Wärme u. Arbeit". ( Experimentalphysik 10.) Invalidenstr. 57/62: Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas Der Registrator auf Reisen. Poffe m. Gef. in 7 Bildern( 3 Att.) von A. L'Arronge und G. b. Moser. Mufit von N. Bial. Anf. 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Tagl. Sternwarte. Feen- PalastNachmittags täglich 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Mittw., Sonnabd., Sonntag 4 Uhr: KinderVorstellung Die Kreuzfahrer. Großes Ballet von 500 fünft: lichen Menschen. Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Neu! Dreyfus- Esterhazy. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute, Donnerstag: Der wilde Meier. Berliner Vaudeville in 7 Atten von Leon Leipziger. Musit von Franz Wagner Hierauf: Die Engelsjäger. Ballet in 14 Bilbern von 5. Regel und J. Mayer. Freitag u. folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Voranzeige: Am 1. April zum ober: Der lange Israel. 1 Male: Gastspiel des Mr. Sévern! Sonnabend Nachmittag 3 Uhr: 20. Schüler- Vorstellung zu besonders ermäßigten Preifen: Das Käthchen von Heilbronn. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Bum 76. Male: Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Utten und einem Borfpiel von Sturgeß und Orbonneau. Musik von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die uppe( La Poupée). Sonntag, Nachm. 3 Uhr, zu halben Breifen: Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Atten v. Joh. Strauß. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Schlimme Saat. Schauspiel in 4 Aften v. Otto Vischer. Regie: N. Wach. Anfang 8 Uhr. Im Tunnel von 7 Uhr an Frei- Konzert. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Freitag bis Sonntag: Schlimme Saat. Sonntag Nachm.: Der Brandstifter. In Borbereitung: Die Bulgaria. ( Frankreichs größter Mimiter). Chand d'Habits( Derkleiderhändler), Bantomime in 4 Bildern von Camille Mendés, Musik von Jules Bouvalt. Apollo- Theater. Das beste Programm der Saison Wallno& Mertens Curtis& Gordon Scheherazade The 5 Julians 3 Yoscarys Segommer Freedgy Sidley Barma SonicSato etc. Sens. Ausstattungsstüd mit Gefang Vorverkauf täglich im Theater u. belm in 10 Bildern( Wahrheit u.Dichtung). ,, Künstlerdank", Unter den Linden 69. Novität. Anfang 7 Uhr. Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Donnerstag, den 23. März: Benefiz 44 für die beliebte Soubrette Helene Voss. Gr. Extra- Vorstellung des gesammten vorzüglichen Künstler- Personals. Neues Riesen- Programm. Neu! Fliegende Menschen.. 3 Gebr. Helbig. Neu! 8um 1. Male: Neu! Fuhrmann Henschel. Boltsstück mit Gesang von W. Geride. Fuhrmann Henschel: Direktor Wilhelm Fröbel. Anf. 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sämmtl. Ehren- u. Freikarten haben heute Giltigkeit. Billet- Vorv. Vorm. v. 11-1 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger ( Mensel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Möhl, Schneider und Schrader.) Großartiges Programm. Unter Anderem: Britton als Pauken- Schulze der Stolz vom Regiment. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 Pf., Num. Balkon 75Pf., Balkonloge 1 Mk., OrchesterLoge 1,50 Mk., Fremden- Loge 2 Mk. Tagestaffe von 11-1. Jeden Freitag: Neues Programm. CIRCUS BUSCH Donnerstag, 23. März 1899: Gala- Vorstellung. Bum 130. Male: Garantie: Nur Malz und Hopfen. Keine Surrogate. 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Referent: Reichstags- Abgeordneter Otto Antrick. Referent: Reichstags Abgeordneter Fritz Zubeil. Tages Ordnung: 1. Die bürgerlichen Parteien im Lichte der Wahrheit. 2. Diskussion. 210/17] Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Wahlkomitee. Freitag, den 24. März, Abends 8% Uhr, in Keller's Fetsälen, Koppenstraße 29: Volks- Versammlung Atung! Kistenmacher. Achtung! Steuerreklamation, Gesuche u. 21646 Sonnabend, den 25. März, bei Stechert, Andreasstraße 21: Klagen, füde jachgemäß und billig, Grosser Wiener Maskenball, beranstaltet vom Intereffenverein d. Kistenmacher Berlins. Anfang 8 Uhr. Billet 50 Pf. Gäste sind willkommen. Billets find bei allen Vorstandsmitgliedern zu haben. Der Vorstand. J. A.: Franz Schulz, Griebenowstr. 5. Da vielfach angenommen wird, daß unser Maskenball wegen des Vorstand es für seine Pflicht, mitzutheilen, daß der Maskenball wie jeder [ 94/7] bisherige die ganze Nacht dauert. D. 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Bericht des Borstaudes über das Kurfürstenstraße) und 135. Ifffland- Bad Marsilinsstr. 9, SOOL- zwischen Blumen- u. Gr. Frankfurterstr. KLEIE SCHWEFEL FICHTENNADELBADER Bäder. Loh Tanninbäder, = Dampf- und Heißluft- Bäder. Annahme sämmtlicher Krantenfassen. Geger 9279* abgelaufene Geschäftsjahr. 2. Bericht Für Damen Dienstag und Freitag Vormittag. Sämmtliche medizinischen der Revisoren. 3. Anträge von Mit gliedern: Aenderung der§§ 7, 16, 20 und 35. 4. Wahl von drei Vorstands: mitgliedern und drei Revisoren. 5. Ver schiedenes. Das Quittungsbuch resp. letzte Quittung der Sterbefaffe legitimirt. Der Vorstand. Oeffentl. Derlammlung Th. Seese, Borf., Sirtenſtr. 6. ber Droschkenkutscher Berlins. Wer keinen Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubeil. 2. Rechnungs legung des Agitationsfomitees vom Agitations- und Streitfonds. 3. Bericht der Revisoren. 4. Neuwahl des Agitationskomitees. 5. Bericht des Ge: werkschaftsdelegirten und Neuwahl desselben. 52/8 Das Agitationskomitee. Arbeiter- Bildungsschule. Stoff hat zum Anzug, Baletot od. Hose, fauft bei mir billiger, wie beim Tuch: fabrikanten, da ich große Bosten Partie Waaren per Kasse spottbillig eintaufe. い Stoff z. Herren- Anzug 9 M., reine Wolle, neueste Muster, ff. TuchRammgarnstoffe, nie glänzend werdend, Am Sonntag, den 20. März, Abends 7 Uhr, in Cohn's in schwarz. Hosen- Reste, schönste Festsaal, Beuthstr. 19: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten E. Wurm über: Volksernährung und Volkseinkommen". Nach dem Vortrag: Gemüthliches Belsammensein( u. A. Zither- Konzert). Eintritt 10 Pf. Garderobe 10 Pf. Sonntag, 0. April 1899, Abends 7 Uhr, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29: Vortrag des Herrn F. S. Archenhold ( Direktor der Treptow- Sternwarte): Ausflug in die Sternenwelten. Mufter, zu 4-5-6 M. Reste zu Knaben- Anzügen. Gleichzeitig netberet! Anzug zu fertigen 20 Mt. 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