— Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh.• gt.tattlo« u. SertoattuBB; Oraon,oteUUanta 13* ZrltsD-: 20703, ai-töo, 3ta<6trtOon. a6 31 Uur): 33336 ♦ MMMM;MM* Samstag, 31. Dezember 1932 Rr 308. 12 Iahrgang. Anzelpreis 7- Heller. (Einschließlich» Heller Paris-, dem 10. Jänner. Mißtrauensvoten abgestimmt werden. Es heißt, daß diesmal auch die Nationalsozialisten den Wunsch haben, vor der Abstimmung über die Mißtraurnsanträge di« Regierungserklärung zu hören und die politische Debatte durch- zufiihren. Weiter verlautet, daß unmittelbar«ach dem Zusammentritt des Aeltestenrates, also nach dem 4. Jänner, die Koalitionsbesprechungen zwischen den Nationalsozialisten und dem Zentrum wieder ausgenommen werden. Präsident Masaryk an Grippe lel treffen die umfassendsten Maßnahmen. | in den Laden ein und zerstörten das gesamte Inventar. Der Schaden wird auf 300.000 Peseta I geschätzt. * Verdacht stehen, an dem lehren Tränengasattentat an sein Wiener Warenhaus beteiligt gewesen.zu sein. Jetzt hat die Polizei erfahren, daß im Braunen Haus ein Fcmegericht eingesetzt wurde, das die sieben verhafteten Haken- kreirzler zur Berantwortting ziehen will, weil sic angeblich auf der Polizei das-Attentat gestandcn haben und die Zusammenhänge zwischen dem Tränengasattentat und dem Braunen Hous aufgedeckt hätten. Hclmwehr-lumpcn. Wien, 30. Dezember. Im Prozesse gegen Funktionär« der„.Heimwehr Deutschofter- i". die betrüaerisch e Sammlun- fnn reichs, K».* v».,«..- gen veranstalteten und Orden gegen Ent- a e l t verteilten, wurde heute der Hauptaizge-- klagte Nikolaus Rudolf Bogel zn 18 Monaten schweren.Kerkers, Edmund Woppravil zu 6 Monaten schweren Keulers und zwei weitere Mtschuldige zu je 4 Monaten einfachen Kerkers verurteilt, während die restlichen Angeklagten freigesprcchen wurden.. vrove Verwaltungsrelorm In Amerika? Roosevelt will eine Milliarde Dollar einsparen. Washington, 30. Dezember. Di« Führer der Demokraten im Kongreß beschlossen am Donnerstag, dem neuen Präsidenten der Bern.-Dre Ponzer hat bereits.inxi(Gerüchte verbreitet, daß aus dem Auslände di« französische Ratifizierung bis morgen ringehen sonen^ festgenommen. wird, da hi« Kammer, wie besonn!'ihre Znstim-1 S« siufloi j/vuwiuigvi«ij ,»u-«uw Al<-roiisier mung gegeben hat. So kann das Prorckoll am. ncrs-ag abends ein eigenartiger Borfäll abgc- letzten Tag seiner Ratifizierung doch noch in Kraft! spielt, dcsicn.Hintergründe. stoch micht aufgeklärt^Regierung.«yd.^ WW treten. Der Äultraooeber der Dresdner Feme-Mörder - ein Nazl-Ab^eordnctcr! Aufsehenerregender»rief eines SA-Mannes. Dresden, 30. Dezember.(Eig. Drahtb.) Der Staatsanwaltschaft und einem Teil der Dresdener Prefl« ist zum Fall Hentzsch ein aufsehen erregender anonymer Brief eines SA-Mannes zugegangen, der die Mordtat von einer neuen Seite beleuchtet und gewisse Gerüchte, die seit einiger Zeit im Umlauf sind, bestängt. In diesem Brief heißt es, daß der Leiter des Nachrichtendienstes der NSDAP, Abgeord neter Dr. Benneck«, der Auftrag geber au Schenk und Genossen(die Mörder des Hentzsch) gewesen sein müsie. Denn Schenk h t a g s p l e n u m bei seinem Wieder Zusammentritt in der zweiten Jännerdekade ein« länger« politische Aussprache durchführen wird, die etwa eine Woche dauern soll. Grundlage dieser Aussprache soll anßer den Mißtrauens- anträgen noch ein« große Zahl weiterer Anträge verschiedener Fraktionen, vor allem über wirtschaftspolitische Tinge, sei». Am Ende derAnsspräche würde dann über di« * AnflinllMarlstcn «er* KoniunKtur. Es fällt ztveifeklos jedem auf, daß sich die deutschbürgerliche Presse üt letzter Zeit in außerordentlicher Weife mit dem Militärbudget des Staates beschäftigt und an' den darin enthaltenen Zifferst schärft Kritik übr. Von der„Bohemio" bis zum Massageblatt hinunter hört man, daß der Finanzmisere des Staates Wie auch den Wirtschaftsfchstnerigkei- ten beizukommen wäre, wenn die Ausgaben sür das Heer eingeschränkt werden wirrderi. Dft Kritik am Militächridget sucht den Esti druck zu erwecken, als märe sie von starker Empörung erftrllt, so, als käine sie von ehrlichen Antimilitaristen, die dem Frieden und der Wohlfahrt des Volkes dienen wollen. Liest nran in diesen Tagen dieft l"''rgerlichen Zeitmrgen, damit muß man sich ftagen, rck denn der Gedanke des AntiNriWarismus wirklich solche Fortschritte gemacht hat, daß auch schon die Obersten Schichten der Jrchtistrft und Finanzwelt von ihm erfaßt worden sind.. Man könnte glamben, daß unter den deust'chen Parteien überhaupt nur Kriegs- und Militä.ftg- ner zu finden sind, j■ So scheint es, aber der Sckftin trügt nr.; denn ft. Der Sinn dieser Polemiken gegen das Militärbudget wird offenkundig^ weisst nwn der Sache ein we>ng auf den Grund geht. Der Mrlitarismus ist im Wesen der bestehenden GeMlf'chast vevanftrts- kamst"nicht lp^gelöst werden bön ihr, kann" nirr. mit ihr fallen oder- bestehen bleiben. Tftx airf dem Boden dieser Geftllfchaftsfornr steht, ihr Nutznießer ist, sie bei feder Gelegenheit verteidigt, verlvidigt gleichzeitig auch die Institution des Militarismus, stützt sie, ganz gleich, ob er aus rein egoistischen Motiven heraus gerne tvcni- ger Geld für das Budget des Heeres" ausgeben möchte, weil er, nicht gerne oder überhaupt keine Steuern zähleir will oder persönlich" den Krieg verabscheut. Das ist die einfache Formel über dft Stelstnrg des einzelnen oder der Parteien zum Ncilitarismus, wer sie nftlsk gelten losten will, ist entweder ein Demagoge oder ein Dirmmkopf. Es muß gefragt werden: Seit wann de steht denn eigentlich pft. abfthnende Hglwng der deutschbüvgerlichen' Parteftn und ihrer Presse zum Militarisnrus'? Ist eilt Wechsel ihrer Gesinnung eingelreten oder haben d-i besondere Ereignisse ine Taktik der Ablehnung bestimmt? Untersuchen wir doch! Alle diese Zeitungen, soweit sic seit dem Zusammenbruch des alten Staates nicht Titel und Herausgeber geändert haben, hatten doch ftüher schon Gelegenheit, ihw Stellung zuui Militarismus dazutun. Früher haben sie nft versäumt, klare Front zu beziehen. Tanfenoe Beweise ließen sich erbringen, daß diese gleiche Presse, die heute zum entschiedensten Berneiner der Baterlandsverteidigung geworden ist, sich nft darin genug tun konnte, den Ausbau des Heeres und der Flotte zu fordern rind zu verteidigen, mit der gftichen Leideirstltzzft. mit der sie heute auklagt, die Sozialdeniotraten anzugreifen, zu beschimpfen und bei jeder postenden und unpassenden Gelegenheit zu denunzftren, weil sie als einzige Partei deti Kampf gegen den Militarismus in entschiedener Weise geführt hat. Diese Parteien, dft heute mit ihren Zeitllngen in Antimilitarismus machen, haben im alten Oesterreich für jeden Marktflecken eine Kaserne, für jede Stadt nnt über viertausend Einwohnern eine Garnison gefordert. Fhr Geist, der im Mititarisinus- auf ging, hat eine neue Richtung genommen, fest dem Tage, da die Monorchie zum Teufel ging, hie Republik zur Wirklichkeit wurde, in der tu allein rrock) die llmerdrückten von gestern zu Einflliß gelangten. Bon diesem iviomen'- gn schien allen, die vorher jeder inilitärijchen . Mstupg. zugcsnmmt, jeder militärischem Schru- Zftllung. zugejubelr Haben, das Heer und das SamStag, 31. Dezember 1932. Nr. 308. Seit« 2 Militär überhaupt mehr als überflüssig zu sein, sie wandelten sich aus überzeugten Militaristen, zu Antimilitaristen grinnttigster Art. Es ist also in erster Linie, genau gesehen, die Staatsform und die nationale Gliederung, die bei den Deutschen, soweit sie im bürgerlichen Lager stehen, die plötzliche Abneigung zum Heer und zu den Heeresausgaben hervorgerufen hat. Die Wahrheit zu sagen und den Kampf in offener Form gegen den Staat zu führen, getraut man sich nicht, also nimmt man gegen alle Einrichtungen dieses Staates Stellung, selbst gegen die, von denen das Wohl und Wehe der ganzen bürgerlichen Gesellschaft abhängt, wobei man in Wirklichkeit dem Militarismus ernsthaft gar nicht wehe tun will, den man ja doch braucht. Dazu kommt vor allem, daß die Sozial- deniokraten zu Einfluß gelangt sind. Allerdings bringt dieser Einfluß fürs erste den kapitalistischen Staat und seine Einrichtungen noch nicht in Gefahr, da Forderungen, die den Kapitalismus im Mark treffen würden, durch das Uebergewicht auf der andern Seite immer noch abgewehrt werden können, trotzdem ist nicht zu leugnen, daß der Kapitalismus große Konzessionen an die Sozialisten machen muß, wenn er noch eine Zeitlang Geschichte machen will. Mag jeder die Welt und die Entwicklung sehen wie er will, die Tatsache, daß die Arbeiter zu Macht, Einfluß und Erfolgen aller Art gelangt sind, kann von niemand geleugnet werden und damit sicher auch nicht ihr Anteil an den Erfolgen der Arbeiterklasse in der Zukunft. Diesen Cnrfluß abzubauen, um di« Erfolge, di« zu hundert Prozent auf Kosten der Kapitalisten gehen, unmöglich zu machen, ist die Aufgabe aller Verteidiger urü» Anhänger des bestehenden Systems der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Es ist nicht leicht für das Bürgertum, den Kampf gegen die sozialistische Arbeiterklasse in dieser Zeft, die den Sozialdemokraten in allem Recht gibt, zu führen. Die grundsätzliche Auseinandersetzung wird mit Recht gescheut, bleibt also nur der Kampf mit den Mitteln der Verleumdung und der Demagogie. Von diesen macht man in außerordenllicher Weife Gebrauch. Der geschickt maskierte Angriff auf den Feind,— das haben unsere Gegner aus der Geschichte des Krieges gelernt,— war immer am erfolgreichsten. Also maskieren sie auch im politischen Kampfe, wissen sie doch, daß die Polltische Unkenntnis und Unreife bei der Mass« der Spießer und der Indifferenten diese Maskierung erlaubt. So verstecken sie sich jetzt in das Kleid des Antimilitarismus, wohl wissend, daß sie nur in dieser Masllerung vorübergehend Leichtgläubige einfangen können. Da stellen sie sich hin und heucheln: Seht, wer der eigentliche Gegner des Militarismus ist, nicht die Sozialdemokraten, die es immer zu sein vorgaben, sondern wir, die man stets als Kriegshetzer hingestellt hat. Solche Redensarten sind sehr billig, sie können dem Militarismus nicht im geringsten schaden, weil ihre Klassengenossen aus der andern Sprachfront genügend Schutz für den Militarismus bieten. Das gleiche deutsche Bürgertum, das gegen den Ausbau des reichsdeutschen Militarismus kein Wort zu sagen weiß, im Gegenteil alle Forderungen auf Wiederherstellung des deutschen Kriegsapparates warm unterstützt, spielt hier eine erbärmliche Komödie, sich darauf verlassend, daß so mancher keine Ahnung hat von der Kompliziertheit btt Koalitionspolitik und der Lage der Sozialdemokraten, die,, um die Arbeiterllasse in dieser schweren Zeft zu schützen und zu erhalten, gezwungen sind, den Staatsvoranschlag mit samt dem Militärbudget zu genehmigen. So baut sich die ganze verlogene Argumentation der deutschbürgerlichen Parteien und ihrer Presse auf Not, Unkenntnis und Dummheit auf, hat zur Voraussetzung vollständige Kritiklosigkeit breiter Massen, die es hinnehmen, daß die Sozialdemokraten von den ärgsten Kriegshetzern als„Freunde des Militarismus" gescholten werden. Die Geschichte wird auch diese große Lüge, deren sich die bürgerlichen Parteien heute schuldig machen, rest los aufdecken. Denn sie werden früher oder später von der Entwicklung bestimmt werden, belastet nrit aller Verantlvortung, zu entscheiden für oder gegen den Militarismus. Wir wissen schon jetzt, tvie diese Entscheidung ausfallen wird. Sie wird für den Militarismus und den Krieg fallen. Denn Geld, Ausbeutung uNd Maschinengewehrs sind vom Kapitalismus untrennbar. Ohne Militarismus keinen Kapitalismus, das wissen wir und auch das Bürgertum, dem gegenwärtig die polftffche Konjunktur nahelegt, Antimilitarismus zu mimen. Es irrt aber, wenn es glaubt, die Sozialdemokratie mit diesem Schachzug aus dem Felde zu schlagen. Schließlich wird es die Sozialdemo- kraffe sein, die den Militarismus vernichten und damit über alle Lügen und alle Demagogie des Bürgertums triumphieren wird. »Durcheinander von Vermutungen. Sein« ganzen Beweisstück«, auch der sogenamne Vertrag, seien nur Päplerfetzen. Weiters suchte Dr. Raöin di« Behauptung zu widerlegen, daß Stribrny an der Waggonlieftrung ein materielles Inreress« gehabt Hale In Obcrthor und in Lustig sieht er keine idealer Beschützer der ausländischen Interessen der Repu Mir; Stkibrny sollte vielmehr dazu benützt werde, die Firma Arons& Walter zu zwingen, den Wm gonpreis zugunsten des Lustig-Angebotes herabzu setzen. Wenn Lustig schon-nicht 38 Million« i verdienen konnte, so sollt« er doch wenigstens 11 Millionen verdienen. StxibrNy gereiche es nur zur Ehr«, wenn er durch Vermittlung des Ick- tionschess Hala Verhandlungen wegen eines weiteren Preisnachlasses anordnet«. Die Ermäßigung .habe faktisch 30 Millionen betragen. Wenn dann die Provision der Lies«rant«n.noch 26 Millionen betrug, so könne man sich nicht wundern. Die Staatskassa hat an dem Marksturz 102 Millionen verdient. Herauf behandelte Dr. Raöin den letzten in- kriminlerten Ausdruck des Angeklagten, daß er Sichrovfkh persönlich nicht kenne. Er bezeichnet diesen Punkt als den peinlichsten der ganzen Anklage. Das Eingreifen der Prager Polizei in dieser Angelegenheit vcrgl«icht Dr. Raöin mit der ärgsten österreichischen Perseku- t i on. Bor der Paus« erklärte Vorsitzender Dr. StibiNger, er habe zu seinem Bedauern von feiten Dr. RaöinS schr scharf« Angriff« gegen die Polizeidirektion in Prag gehört. Er halte«S für seine Pflicht; sich der Sicherheitsorgane auf das entschiedenste anzunehmen. Di« Polizeidir«ktio« mutz sich manchmal zu cin«n inquisitorischen Vorgehen entschließen und. kann sich nicht immer nur auf«in Verhör nach her Strafordnung beschränken. Ganz allgemein werden auch von feiten der Angeklagten verschiedene Methoden angswendet, damit die Wahrheit überhaupt nicht zu Tag« komme. Darum müssen die Sicherheitsorgane, die Polizei und die Gendar- meri«, auf das beste ausgestattet sein, um ihren Zweck überhaupt zu«rr«ichen. Nach der Paus« befaßt« sich Dr. Raöin mit den Zeugenaussagen Tronitzeks und Bäuerles wobei er erklärte, daß Frau Junger, wen« st« zur Zeugenschaft zugelassen worden wär«, mit- geteilt hätte, daß auf jener Photographie vom Keilberge di« unbekannt« Perfon Vetrovsku ist, den Baierle mit Sichrovskh verwechselte. Bon allen Zeugen, di« bestätigten, daß di« beide« Angeklagt«« einander kannten, steht dir Zeugenschaft Frhs's, der behauptet, daß. di« Angeklagte« miteinander. gesprochen haben,. isoliert da. Di« übrigen gaben bloß Indizien an. Am Schluß er- wähnte. Dr. Raöin die Beurteilung der objektiven Seite der Straftat, und die Motiv« der Angelegen- heit, wobei di« Anklage unklar von einer Schädigung des, Staates spricht.und verwahrt« sich entschieden gegen diese Modifizierung der Anklage. Ein Schaden, den der Staat erlitten chatte, wurde nicht fistgestellt. Durch das Bcweisvevfaihrrn in diesem Prozeß sei.festgestellt worden, daß der einzige Mann, der die Wahrheit sprach und der das Interesse des Staates verteidigte, Georg Stktbrnx war. Ter Verteidiger beantragte dann, Stkkbrn^ von der Anklage freizusprechen Hierauf ergriff der Staatsanwalt Dr. Marianko das Wort zu einer Replik in juristischer Hinsicht. Der Vorsitzende eröffnet« hierauf neuerlich daS Beweisverfahren, das aber nichts Wesentliches erbracht«. Das Urteil wird Donnerstag, den 12. Jänner 1983, um S Uhr früh,, verkündet werden. niiiiiniiiniiiiiiniHiiiiiiiiiiiimininiiiiiiiiiiiiniiiiiiiniinnnimiiiiiiiiiHimiiiiiiinniiiiiiiiiiimiiuiiiiiiniiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiin Was ist die Einheitsfront? „Betrug an dem werktätigen„Volk“ sagt der Reichenberger„Vorwärts“. Der Vorschlag des Nichtangriffspaktes von Kommunisten und Sozialdemokraten, den daS „Prävo Lidu" in seiner Weihnachtsnummer gemacht hat, hat die Kommunisten in große Verlegenheit versetzt. Sie, die immer nach der Einheitsfront rufen, deren Osaf Gottwald die Parole„Bereinigen, kämpfen, siegen" aufgestellt hat, sehen sich nun in die Lage versetzt, di« Einheitsfront in dem Augenblick, da sie ihnen von Sozialdemokraten angebot«» wird, abzulehnen. Kein Argument hinkt genug, als daß sich die Kommunisten seiner nicht bedienen wüicken, um der drohenden Einheitsfront zu entgehen. Der Reichenberger„Vorwärts" beschäftigt sich in seiner Ausgabe vom 29. Dezember mit den Vorschlägen des Genossen Koudelka und sagt,„daß sie jetzt wiederum gestellt werden, ist nur der Ausdruck des wachsenden Einheitswillens der arbeitenden Massen". Diese Behauptung des„Vorwärts" ist gar nicht so falsch.. Wir haben niemals abgeleugnet, daß in de« Arbeitermasien ein gesunder Drang «ach Bereinigung der proletarischen Kräfte lebt, der brennende Wunsch, endlich dem Bruderkamps zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten und der Spaltung ein Ende zu setzen, welche die Kommunisten hervorgerufen haben und die so viel Unglück über-das Proletariat der ganzen Welt gebracht hat. Die Sozialdemokratie will ganz offen und ehiäich die Trägerin des Vereinigungswillens des Proletariats fein. x Plädoyer Mir StHDrnfls Unschuld. Jglau, 30. Dezember. Heute(am 47. Ber- handlungstage!) setzte der Verteidig«! Stkibrnys, Dr. Raöin, sein Plädoyer fort. Er befaßt« sich eingehend mit den Ministerratsverhandlungen vom Jahr« 1980 über den Wag- gonkauf und verwies darauf, daß Stkibrnys Vorgänger im Eisenbahnministerium, Dr. Franke, die Bewilligung von 85 Millionen AS für den Ankauf von 1000 Waggons aus Deutschland aml 2. Mai ISA im letzten Augenblick unter-f Was machen aber die Kommunisten? Erkennen sie den„wachsenden Einheitswillen der Arbeitermassen" an? Fällt chnen nicht im Traume ein. Sie nützen zwar den Wunsch der Arbeiterllasse nach der Vereinigung aus und stellen die Parole der Einheitsfront auf, sobald aber nur die Möglichkeit besteht, daß es zu einer Annäherung zwischen den Sozialdemokraten und Kommunisten kommen könnte. lause« sie vor der Einheitsfront fluchtartig davon. Plötzlich erkennen sie, daß die Zusammenarbeit von Kommunisten und Sozialdemokraten nichts anderes wäre, als, wie der„Vorwärts" vom 29. Dezember sagt, ein betrug an dem werktätigen Volk". Wenn also die Sowjets mit den kapitalistischen Staaten Verträge abschließen, so ist das natürlich kein Betrug am arbeitenden Volk, wenn aber Kommunisten mit Sozialdemokraten zusammengehen, dann wird die arbeitende Bevölkerung betrogen. Die Kommunisten sind bereit, selbst mit dem Teufel gemeinsam vorzugehen, mit Fascisten, Halbfascisten, Reaktionären und bürgerlichen Staaten, die am liebsten bewaffnet in Sowjetrußland einmarschieren möchten, nur nicht mit der Sozialdemokratie. Sie wissen,- warum sie es tun. In dem Augenblick, wo«in wirllichrs Zu- sammcngehen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten erfolgt- ist eS mit der koMmü- nistischen Demagogie au». zeichnet habe, als er im Begriff« war, das Ministerium^ zu verlassen.(Stfibrny hat das Eisenbahnministerium nach Dr. Franke am 28. Mai übernommen.) Sämtliche Verhandlunggen mit der Firma Arons& Walter, di« die Waggons zu günstigeren Bedingungen anbot als di« sächsischen Fabriken, hätte Sektionschef Burger geführt. Raöin polemisiert« mehrmals mit den Aussagen des Dr. Engliö, denen er die Behauptungen anderer Zeugen gegenüberstelltr, und erklärte, daß nicht das Vorgchen Stkibrnys, sondern das des Dr. Engliö unrichtig gewesen sei. Engliö's Zeugenaussagen seien aus den Akten konstruiert. Die Aussagen Kreysas kennzeichnete Raöin als ein Die Kellnerin Molly. Roman von Hans Otto Honet Copyright tt) Fackrlreit«r-Derlaa. Berlin. Nachdruck verboten. Der Studienrat schien ihn nicht zu sehen, aber die Klasfenkameraven knurrten wie zurückgehaltene Wolfe, Wollt« der„Pollack" darauf pochen, daß selbst die Lehrer mit dem besten vaterländischen Willen ihn im baldigen Abttu- rientenexamen nicht durchsallen lassen konnten, weil er von Quarta bis Oberprima zu den am meisten gelobten Schülern zählte? Di« Oberprima sHvur auf dem Abtritt die alte Feme- sovmel„GraS, Grein, Strack, Stein" und handelt«. Gegen Slöffchewer. Eine Abordnung wurde während der Pause bei dem Klassenlehrer vorstellig. Der Klassenerste und ebenso auch der Klassenletzte Siegmund Ros«nblüth«in eleganter Fabrikantensohn, der schon seit Sekunda«in früheres Mädchen seiner Eltern alimentierte, sprachen für di« Klasse. Der Slotschewer sei leider nicht nur, wie der Herr Studienrat selbst wisse, ein Mensch ohne Gottesfurcht und vaterländische Gesinnung, sondern obendrein ein frivoler und sittenloser Gesell«. Sie wollten hiermft angezeigt haben, daß Slot- schewer«in Verhältnis mit einem stadtbekannt anrüchigen Mädchen unterhalt«. Es Handl« sich um die Male Habenicht, dl« m dem Brodecker- schen Unsittlichkeitsprozeß ein« Hauptrolle gespielt hab«. Kameraden, ihrem schulischen Pflichtbewußtsein folgend, waren ihm nachgeschlichen und hatten festgestellt, wie er auf offener Straße vertraulich mtt dem übelbeleumoeren Mädchen gegangen war. DaS wollten sie beeiden. Was sonst zwischen den beiden vorgefallen sein möge, wüßten sie zwar nicht, denn Slotschewer sei von jeher«in Duckmäuser gewesen, der sich nie über persönliche Dinge ausgesprochen habe. Aber selbst das äußerste hielten st« nicht für unmöglich. Sie erlaubten sich, den Herrn Studienrat darauf aufmerksam zu machen, daß sämtliche Oberprimaner mit ihren Eltern gesprochen hätten. Auch die empfänden das enge Zusammensein ihrer Söhne mit einem so verkommenen Menschen wie dem Slöffchewer als ein« sittliche Gesährdurm. Der Studienrat versicherte den Schülern feine Freude über ihr hochentwickeltes Sittlich- keitSgefühl und trug die Angelegenheit eiligst dem Rektor vor. Der Rektor lächelte zufriedengestellt. „Sehen Sie, lieber Herr Kollege, meine Erfahrung sagte mir gleich, daß Sie gegen einen Unwürdigen allzu nachsichtig waren. Nun, wir werden unfern Stall— wollte sagen, unsere ehrwürdige Schola— schnellstens von dem schwarzen Schafe befreien. Wir nähren grundsätzlich keine Viper an unserem Busen. Aber ich verhehl« nicht meine trübr Ahnung. Wir gehen einem sittlichen Verfall entgegen, der«n den Zeiten des Sallust und des Sueton nur ein schwaches Gegenstück findet" Vor der sofort einberufenen Lehrerversammlung stellte Slöffchewer nicht in Abrede^ mit dem jungen Fräulein Habenicht auf der Straße gegangen zu sein. Er wollt« darin nichts Ber- urteilenswertes sehen, zumal die Familie Habenicht schon seit vielen Jahren mit seiner Familie gut Nachbarschaft hielt. Der Rektor und nach chm sämtliche Lehrer entsetzten sich. Dieses Mädel Habenicht sei doch gerichtskundig eine unzüchtige Person. Ob der Schüler Slöffchewer nicht an den guten Ruf des Hohenzollern-Gym- nasiums gedacht habe, al» er sich mit ausgerechnet diesem Mädchen öffentlich zeigt«? Freilich, wer sich für zu gut halt«, einen greisen Feldherrn Kehren und überhaupt kein Baterlandsgefüyl be, der müsse ja zu allem fähig sein. 'Slotschewer wollt« sich und vielleicht auch di« Mal« Habenicht verteidigen, aber der Rekwr verbat sich das als eine Ungehörigkeit. Professor Dumoulin, der Deuffchlehrer, bat, an den ange-' klagten Schüler die Frage richten zu düffen, ob er nicht nur der erwiesenen Gesinnung nach, sondern auch als zahlendes Mitglied der Kommunistischen Partei angehöre. Slöffchewer antwortete, er kümmere sich überhaupt nicht um Politik. Denn feine Ueberzeugung, nach d«r er in der Republik die einzig zeitgemäße Staatsform erblicke, könne in einer Republik unmöglich als politische Betätigung angesehen werden. Die Erregung der Lehrer wuchs. Der Rektor knallte im Zorn die Schreibmappe auf den Tisch.. „Da haben Sie die Sittenverdevbnis: ein Oberprimaner gesteht, Demokrat zu sein. Das «st ein Tiefpunkt der Entartung, und wir Pädagogen sind dafür verantwortlich. Durch«inen flaumbärtigen, unreifen Jüngling wird verwerfliche Politik in unsere ehrwürdige Schola getragen. Ein wandelndes Eitergeschwür, eine Pestbeule ist dieser Verblendete, Wenn unser Gymnasium den Namen einer erhabenen Kaiserdynastie fernerhin in Ehren tragen soll, müssen wir wissen, was zu tu» ist. Mr dürfen di« uns anvertraute Jugend nicht mit Unzucht und Politik veffeuchen lassen." Der Rektor hat später festgestellt, daß in den Annalen des Hohenzollern-Gymnasiums sich glücklicherweise kern ähnliches Beispiel einer so abgründigen Unverschämtheit Nachweisen lasse, wie sich der Schüler Slotschewer zuschulden kommen ließ. Slotschewer beachtet« nämltch nicht di« Aufforderung des Rektors, das Zimmer zu verlassen und m seiner Klasse den Urteilsspruch der Lehrerkonferenz abzuwarten. Er trat unter seine Lehrer und sagte ihnen, mit zitternder Stimme allerdings und doch sichtlich ohne Scheu, daß er sich von ihnen betrogen und verlassen fühle. Zwölf Jähre lang hätten sie ihm den Mut zur Wahrheit als die vornehmste Pflicht des Deuffchen hingestellt. Er habe sich erlaubt, Hirse Eigenschaft geltend zu machen, habe gegbaubt, sein« Ansicht über das Deutschlandlied und erlogen äußern zu müssen. Und deswegen hätten di« Lehrer ihn verraten. Sie hätten ihre Schüler «ine Horde schlecht erzogener und ungebildeter Rüpel, gegen ihn ausgehetzt, hätten dir ihnen anvertrauten Jünglinge politisch mißbraucht. Dieses aus einer hohen Schule betriebene Deutschtum sei der Kult des FaustrechtS, der organisierten Heimtücke, offiziell gefordert von der Lehrerschaft. Mer derartig minderwertigen Schulmeistern wünsche er seine Erziehung nicht länger anvertraut zu sehen, und er erkläre hie- mft seinen Abgang von der Schule. . Gelähmt vor Schrecken hockte das Lehrer-, kollegium in den hochlehnigen Stühlen. Ms schließlich der Rektor mit äuSgestrecktem Arme efti hinaus!" donnert«, batte Slotschewer die Türe schon hinter sich geschloffen. Bariatton«» über das Volkslied„Schön ist di« Jugendzeit. Fast ein Jahr dauerte es, ehe Herr Habenicht eine Lehrstelle für seine Tochter fand. DaS Geschäftszimmer des Baumeisters Winkler, wo Male für ein monatliches„Taschengeld" von fünfundzwanzig Mark die Kontorarbeit erlernen und aus- üben sollte, genoß keinen rntten Ruf in Schn eide- wald: Winkler war ein Ausbeuter und Leuteschinder, aber Habenicht hätte das Mädchen selbst beiin Teufel und ohne Vergütung arbeiten lassen, um sie nur überhaupt endlich im Berufsleben unterzubringen. Ueberall, wo die fast Sechzehnjährige uu Arbeit Vorgesprächen hatte, gefiel sie. Ihre guten Schulzeugnisse, ihre bescheidene Kindhaftiqkeit und trotzdem ein für ihr Alter seltsamer herber Errtst machten den besten Eindruck. Aber wenn sie dann wiederkam, um sich endgültigen Bescheid zu holen, hatte man sich mittlerweile über sie erkundigt. (Fortsetzung folgt.) Nr. 308. GamStag, 31. SejentBet 1982. Seite 3 Slaa- I dings verpflichtet,^«ntsprechende Kenntnisse Recht ab, als Vertreter von Arbeit» das Wort Wurf durch die Bestimmung, daß in allen Bezir- Herrn und wissen, daß er den Putsch des Herrn ken mit mindestens zwanzigprozentiger deutscher von Papen, der die preußischen Munster Braun Minderheit dir sprachlich- Eignung auch für das! und Severino mitMilitargewalt aus chrem Amte Personal notwendig ist: de» Umsang dieser entfernen ließ, nickt nur authleß, sondern bet Pas- intet« Hilfe an brat der Seele. Fruchtab- auf Mord gevierterlt b a h n c r um einen nationalpolitischen Vorteil gebracht hat, welchen die deutschen Sozialdemokraten für sie errangen. Die deutschen Sozialdemokraten habcir in keinem einzigen Falle eine Verschlechterung der nationalen oder sprachlichen Gesetze und Verordnungen zugelassen, wie bürgerliche Parteien es taren, als sie in der Regierung waren. Sie werden auch in Zukunft als die einzige Partei die Interessen der deutschen Arbeiter und Angestellten wirksam zu vertreten wissen, wirksamer jedenfalls, als die Schreier, die nichts von den heute so schrecklich ausgemalten Gefahren sahen, als der Gesetzentwurf vor ihnen lag und die auch heute noch nichts wüßten, wenn wir sie durch unsere erfolgreiche» Bemühungen, das Gesetz zu verbessern, nicht aufmerksam gemacht hätten. Sprachkenntnisse im Verkehr mit den Reisenden Wird eine Regierungsverordnung festlegen. Run geht ei natürlich nicht an, daraus abzuleiten,— wie es die„Bohemia" tut—, daß die Sprachenvorschriften für Deutsche weiter gehen werden, als die entsprechenden Bestimmungen sür tschechisches Persotral. Es ist vielmehr durch den Beschluß des Ministerrates und dutrch unser Eingreifen der Grundsatz der gleichen Verpflichtung durchgesetzt worden. Und es ist ein Irrtum, bei einigen Blättern wahrscheinlick ein bewußter Irrtum, zu behaupten, daß nun Sprachenprüfungen für deutsche Angestellte beginnen sollen, welchen keine Grenze durch Gesetz- oder Regierungsverordnung gesetzt ist. Ein grüitdlicheres Studium des Gesetz- textes, als cs der Artikel in der„Bohemia" verrät, zeigt, daß der Paragraph 12 vorläufig nur einen Grundsatz festlegt, welcher ohne beson- de.e Durchführungsverordnungen in der Praxis nicht durchgesührt werden kann. Denn das Gesetz enthält keine Bestimmungen darüber, bis zu welchem Zeitpunkte bereits angestelltes Personal die andere Sprache entsprechend kennen lernen muß, welchen Umfang diese Kenntnisse haben müssen und wer dazu berufen ist, die Eignung festzustellen. Tie Bcdctikcn, welche die„Bohemia" in, dieser Beziehung ausspricht, sind also nicht gerechtfertigt, umso weniger, als ausdrücklich festgelegt wurde, daß sich die Sprachenkenntnisse auf das unumgänglich Notwendige beschränken sollen. Wenn man bedenkt, daß in der Praxis auch in rein dentschem Gebiete kein Autobusuttterneh- unterstüüen und bei allen Rationen zu venirre«, di« internationale gegenseitig« praktisch durchzuführen. Trotzdem die Union eine zwischen den tcn geschaffene Förderation ist, bedeutet sie eine sehr enge Zusammenarbeit der privaten Korporationen, namentlich jener des Roten Kreuzes. Die Union wird von einem Zentralausschuß geleitet, der aus Delegierten aller Mitglieder besteht. Jene Staaten, die Mitglieder der Union sind, verpflichten sich, der Union und den in ihrem Ranzen wirkenden Organisationen alle Vorteile und jede Hilfe zu gewahren. Die einzelnen Mitglieder der Union Verpflichten sich, einen Stamms ortds durch Zeichnungen von Aktie»'zu einem Nominale von je 700 Schweizer Franken, u. zw. im Verhältnis zu der Zahl der Einheiten, zu bilden, mit welcher sie zum Budget des Völkerbundes beitragen, y*-. .Heute sind bereits 28 Staaten Mitglieder der Union, darunter auch die Tschechoslowakische Republik. CnPknlatfiAn«darauf bedacht ivärc, auch tschechisch sprechendes Jd lvllllC välUSUllVll»' Personal^anzustcllcn, so muß man den Vorwurf, Die Wahrheit Uher dos Autobus teseu.\ Vor einigen Tagen wurde im Senat und kurz darauf im Abgeordnetenhause das Gesetz über den Au lotran spart erledigt. Der An nahme gingen tagelange B e r al u n g e n in den Ausschüssen und zwischen den Koalitionspar- teien voraus, da einzelne Bestiinmungen des Ent- wurfes umstritten, die sprachenrechtlichen Vor schriften des Paragraphen l. für die deutschen Re gierungsparteien in der Form, wie sie unter den Ministern M l öoch und,Ing. H ü l a im Eisenbahnministerium ausgearbeitet worden waren, nicht angenommen werden konnten. In schwie- rizen Verhandlungen gelatig es den deutschen Regieriurgsparteien, vor allem den Sozial demokraten, die als erste die Gefahren dieses Paragraphen erkannten und bekämpften, Aende- rüngen durchzusetzen, durch welche die Gefähr dung deutscher Arbeiter und Angestellten ausge schlossen und die Sprachenvorschriften nur auf einen Teil der Autotransportunternehmungen be schränkt wurden. Warum erhebt nun plötzlich die national sozialistische und kommunistische Presse, sekundiert von der„Bohemia", den Vorwurf, das Gesetz sei überstürzt und durchgepeitscht wor den? Ist das Geschrei berechtigt, ist die Em pörung echt? Rein, es zeigt nur die Verlegenheit derjenigen, die verständnislos und untätig bei seite standen, als wir uns— mit Erfolg— sür eine Verbesserung des Entwurfes und"für die be troffenen deutschen Arbeiter und Angestellten einsetzten. Es ist der Versuch der Hakenkreuzler und Kommunisten,«ine Begründung dafür zu finden, daß sie erst jetzt angeblich furchtbare Ge fahren für den deutschen Arbeitsplatz entdecken. Je stiller sie waren, als es galt, etwas z« tun, nmso lauter schimpfen sie jetzt. Was bedeutet der bekämpfte Paragraph 12 des Gesetzes in Wirklichkeit? Nach einer ur- s p r u»glichen Fassung legt« er allen Ange stellten im Transportgewerbe» gleichgültig, ob Personen- oder Lastentransport ob Mafsenver- kehr durch Autobusse oder Beförderung von Ein zelpersonen durch Autotaxis, die Pflicht auf, die tschechische Sprache zu beh e r r s ch e n. Bereits angestelltes Personal hat sich diese Sprach nkenntnis binnen einer später sestzusetzen- den Frist änzueignen. Gegen diese unbegründete Forderung erhoben zuerst die deiitschen Sozialdemokraten Ein spruch. Ihren Bemühungen ist es zu verdan- ieij, daß vor allem nicht nur der Lastentrans port, sondern auch der Personentransport, so weit er nicht ausgesprochener Massentransport ist, von den Vprachenvorschriften befreit wurde. Das Personal, welches beim Personen- massentransport den Verkehr mit dem reisenden Publikum zu besorgen hat, wird aller- I\“ der^ tschechischen Sprache zu besitzen. Die Spra chenbestimmungen reduzierten sich also im Laufe der Verhandlungen aus Vorschriften für de» öffentlichen Massentransport von Personen, auf welchen der Staat seit jeher infolge seiner Monopolstellung itn öffentlichen Verkehr einen besonderen Einfluß ausübt. Alle privaten Unternehmungen, in welchen besondere Sprachen kenntnisse unbegründet und unnötig sind, bleiben also in Zukunft von gesetzlichen Vorschriften ausgenommen. Um jedoch die Ungleichheit zu vermeiden, daß zwar der deutsch« Autobusschaffner tschechisch sprechen muß, der tschechische Schaffner im deut- sen Gebiet jedoch nicht in demselben Maße deutsch,, ergänzte auf Verlangen der deutschen Sozialdemokratie der Ministerrat den Gesctzent- senden und unpassenden Gelegenheiten noch darüber höhnte. Im übrigen ist es eine Anmaßung, für die sudetendetltsche Arbeiterschaft zu sprechen und zu fordern, denn diese seht sich glücklicherweise zum überwiegenden Großteil aus sozialdemokratischen Arbeitern zusammen, die sich für eine Aenderung des Systems gemäß den Wünschen Kaspers energisch bedanken.„Brot und Ar- beit" von den Nationalsozialisten beschaffen, bedeutet, Arbeitsdienstpflicht und Entsagung sür den Arbeiter auf allen Gebieten des Lebens. Und erst die„Freiheit" und das„Recht" nach dem er ruft! Es ist die Frecheit der Kapitalisten, wie Deutschland gelehrt hat, es ist das Recht der Osfizierskaste, mit der Herr Kasper persönlich sehr verburrden isft es ist kurz gesagt, Freiheit der Besitzenden und Sklaverei der Schaffenden, deshalb mag Herr Kasper in Hinkunft das Fordern andern, die mehr als er zuständig sind, überlaffeit aber, so wie es die Christlichsozialen bezw. di« Klerikalen tun-, mit unernsten, lächerlichen Argumenten und Behauptungen gegen die Reform Itimniung zu machen versucht wird, dann hort! die Diskussion auf, ein Mittel zu sein,»m die. Gestaltung eines. Gesetzes zu beeinflussen, sie wird für die einen zu'M Dogma, für die andern aber zur Humoreske. Das gilt auch für die Meinungsäußerung des Prager Erzbischofs Dr. K a spar, welcher m der Weih- nachtsauSgabe der ,Iid. Lisch" zur Reform des Paragraphen 144 Stellung genommen hat und unter anderem folgendes ausführte: ,Mäe Abtreibung' Ist Nrcht u it' eiq ge- . m«i Mo rd'gfl«inenl^naschtilbitzssi ' wesen, sonderst«in bedeÄkÜib schwereres■ brechen und eine Sünde, da es sich um ein menschliches Wesen mit einer msstcrblichcn Seele handelt, das Gott schon in der Frucht geschaffen Hai. Wer auf irgendeine Art die Frucht' im ' Mutterschutz tötet und auf irgendeine Art bei diesem Verbrechen Hilst, begeht cisten'doppel- t e n Mord, bei« Mord am Körper und den Mord an der Seele des, werdenden Kindes. Die Seele kann er allerdings nicht löten: denn sie , ist unsterblich Da sie aber durch die Taufe von der Erbsünde nicht befrekt worden ist,- kann sie der Ewigkeit G'öttes nicht' teilhaftig werden und in die ewige Seligkeit nicht ekngehcn.(!) Die Kirche straft in solchen Fällen di« Mutter sowie alle,, die in irgendwelcher Weise an dem Verbrech«»' mithelfen, mit schwersten Strafen. Wer sich etwas derartiges zuschulden kommen läßt,' wkrd ex- ko mmu niziert." Wenn wir also richtig verstehn: Mord in gewöhnlichem Sinne des Wortes ist di« Abnahme der Leibesfrucht nicht— ganz gleich, ob diese zwei oder drei Monate alt ist,— sondern sogar Toppelmord. Einmal Mord Fleisch und dann noch der Mord an Daraus ist zu sotzern, daß an der nähme beteiligte Menschen, weil die festgclcgte Todesstrafe nicht ausreicht, werden müssen. Wie verhält es sich da bei den I nächtlichen Samenergießungen geschlechtlich enthaltsamer Menschen? Da wird' doch sicher auch eine„Seele" geniordet! Da kann man nichts sagen als: haltet Wort, chr Gottesmänner und exkommunizieret! Helfet den Menschen von einer Kirche loszitkommen, deren Repräsentanten so beschaffen sind, wie dieser Herr Dr. Kaspar! Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus ven Programmen. Sonntag. Prag: 6.45: Gymnastik. 9.40: Bioloneelloloyzert. IO."3O: Neujahrsfeuilletons. 18: Deutsch« Sendung: Konzert. 19.1V: Blasmusik. 20.05: Philharmonisches Konzert.— Brünn: 11: Matinö. 42.05; Orchesterkonzert 18: Deutsch« Sen dun g: Heiter« Musik.— Pretzbnrg: 16: Slowakische Stniide. 18: UuterhaliuiigsinusL., r- Berlin: 19.30: Orchesterkonzert.— Breslau: 14.lv:„Das kalte Herz",-Hörspiel. 18:„Die Meistersinger von Nürnberg", Oper von Wagner.— Hamburg: 11.45: Stünde des Humors. 20: Das Wagner-Brahms-Jahr.— Königsberg: 14.55: Lieder zur Laute. 18.10: Mando- linentonzert.— Leipzig: 15.45: Gesänge aus der Miniiesängerzrii."-^""München: 16.507° Akte' Musik für Violinen— Wien: 15.30: Gitarre-Kammermusik. Soziale Indikation ist- Doonelmordt Die angckündigte Reform des berüchtigten Paragraph 144 hat zu einer Auseinandersetzung der zwei in Frage kommenden Richtungen geführt. Jeder, der an dieser* Diskussion teilnimmt, hat gewiß das Recht, alle juristischen, sozialen, medizinischen, politischen und religiösen Argumente zu gebrauchen und insoweit sie ernst und wahr sind, hat man sie zu respektieren, Niemand will leichtfertig ein« Reform des bestehenden Mutterzwanges herbeiführen, sondern peinlich erwogen und untersucht, soll d«u grausamen Bestimmungen eines-mittelalter- men existiert, welches nicht>n eigenem Interesse! lichen Gesetzes ein Ende bereitet werden. Wenn Aus Genf wird gemeldet: Mit dem 27. Dezember tritt die Konvention über die Bildung der Union für internationale Hilfsaktionen in Kraft, deren Initiator der italienische Senator Giovanni Ciraola ist. Es ist dies eine zwischen den Staaten errichtete Föderation— bestehend aus Mitgliedern und Nicht mitgliedern des Völkerbundes— die aus inter nationale Solidarität gegründet ist. Ihre Ziele sind folgende:. t 1. Die erste Hilfe bei Katastro phen, die ans höhere Gewalt zurückzuführen find und deren ungewöhnlicher Ernst die Hilfs quellen der betroffenen Nation übersteigt, dieser Nation zu gewähren und zu diesem Zwecke Spenden, Hilfsmittel und Hilfsaktionen aller Art zu vereinigen. 2. In allen Fällen von öffentliche» Kata strophe« di« Hilfsbestrebungen der Hilfsorgani sationen aus kollektive Art zu koordinie re«, das Studium von Präventivmaß nahme« gegen derartige Katastrophen z« iuiiinHiitiHiui!iiniuiniiiiiiiiiiniHi!iitiuiiiiniWHiiiiiiii!iiiiuiiiiiiiiiiiiintitiiiiiiiiuiiiiuiuiiiiiiitmiaiiiHiiuiuHiiiiiiiiiiiuiiiHiiiiiiiiiHiiiiniiuiuiiiHHiiiiiiuiiuifiiutuuiiuiuuiHUUU>MuiiiHuiuiiHiuu Eiqe Forderung wird zur Drohung. In der Weihnachtsnummer der„Sudetendeutsche Tageszeitung" veröffentlicht Herr Rudolf Kasper, nationalsozialistischer Abgeordneter und Vorsitzender des„Gewerkschaftsverban- des deutscher Arbeiter", einen Artikel„Sudetendeutsche Weihnacht. Er sagt darin nicht viel Neues, er wiedercholt nur die Ziffern über die Arbeitslosigkeit in der Republik und schmückt sie mit den üblichen Darlegungen über die Not der deutschen Arbeiter aus. Dazu haben wir eigentlich nicht viels zu sagen, wenngleich Herr Kasper der letzte Verteidiger deutscher Arbeiter sein, darf, 4* denn seine Vergangenheit als Beamter der Radowenzer Kohlenwerk« und das Schicksal der Bergarbeiter von Radowenz, sprechen ihm jedes '*‘ I_.J itt ergreifen,— aber abgesehen von all dem, ar-, braucht Herr Kasper im Schlußabsatz des Artikels Worte, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Er sagt:„Mehr als jede andere fordert sie(die Weihnachtszeit d. B.) gebieterisch eine Aenderung des heutigen Systems und vereint den gellenden Schrei nach Arbeit und Brot mit dem Rufe nach Freiheit und Recht." Was meint denn der Herr skasper mit Forderung nach„Aenderung des Systems", was versteht er denn unter„dem gellenden Schrei nach Arbeit und Brosts was bedeutet ihm denn„Freiheit und Reckt"? Wenn ein Hakenkreuzler von dem Schlage Kaspers von„System" spricht, dann meint er doch offenbar nur di« Demokratie. Will er an ihre Stelle Diktatur und offene Gewalt setzen? Wir kennen doch die Neigungen dieses j daß die Existenz deutscher Angestellter gefährdet sei, als demagogisch zurückweisen. Es ist noch nicht lange her, seitdem aus denselben Lagern, aus denen heute das nationale Vetratsgeschrei kommt, die Anklage gegen uns erhoben wurde, daß wir die Angestellten der Elektrizitäts- Unternehmungen um ihren Arbeitsplatz bringen würden. Auch damals brach die Hetze nach ganz kurzer Zeit zusammen. Am allerwenig sten Berechtigung über uns zu urteilen, haben die Hakenkreuzler. Sie seien daran erinnert, daß vor ganz kurzer Zeit eine ihrer parlamentarischen Größen von den Staatsbeamten abgesägt werden mußte, weil der betreffende Herr aus bloßem Parteiinterefle die deutschen Eisen- '■ iWW!W!UWMM»WW^^MW!1WttWttWMWM1WWWW^WWWWWW«W!WWWWWWWIWWWMWWWWWMWM Internationale Hilfe bei Katastrophen Eine zwischenstaatliche Föderation. Ninisterrat. Aenderung einzelner Zollposten. Prag, 30. Dezember. Tie gestrige Sitzung des Ministerrates dauerte bis in die späten Nachtstunden; das'übliche amtliche Kommuniquee wurde deshalb erst heute ausgegeben. Demnach wurden sür einen weiteren Zeitraum die notwendigen Mittel sür die Ernährungsaktion sowie für dir Milch- a k t r o n für dir Kinder arbeitsloser Eltern, bewilligt. Auf Antrag der Wirtschaftsminister wurde die(zu den angekündigten administrativen Maßnahmen zur Deckung des Budgetdefizits gehörige) illovelle zur Regierungsverordnung über die Aenderung des Zolltarifs bei einer Reihe von Zollposten genehmigt und die Berichte- über die Beratungen der Ministerkomitees zur Kenntnis genommen. Weiter wurden Dispositionen für die Freigabe von Mitteln aus dem Budget für 1932 zur Beschaffung notwendiger und unaufschiebbarer Bedürfnisse getroffen und gleichzeitig für alle Zweige, der staatlichen Vertvaltung Spar- Richtlinien für die Gebarung mit den Ordentlichen und außerordeiitlichen Krediten für die Zeit des Budgetprovifariums, das ist für die Zeit bis Ende Feber 1933, heransgeacben.— Das Budget des Landes Mähren-Schlesien wurde gepehmigt.. Feruer ivurde das neue K ompensa- t,i o n s a b k o m in e n mit Ungarn, das ant 22. d. in Budapest abgeschlossen wurde und über das in der Tagespresse bereits referiert wurde, genehmigt. Die bisherigen Bestimmungen über die sogenannten Begünstigungen bei der Vergebung staatlicher Lieferungen und Arbeiten wurden um ein Fahr verlängert.- Endlich. wurde das< A b t o in m« u betreffend die Ueberführnug der Bildergalerie der „G e s e l l s ch a f t v a t c r l ä n d i s ck« r K u n st- -f.reunde" in Prag in die staatliche Vertvaltung zugestimmt. AnMeüteN'Geivküsihllftzrenttalkii übet einen tfMoHotooliffrunniiriMen Handelsvertrag. Donnerstag, den 29. Tezemver ö. Z., trar in Preß bürg«ine Beratung von Vertretern der tschechoslowakischen und-er ungarischen Ange» stellten-Gewerksehastszentralen zuiammen. Tie tschechoslowakische Gewerkschafisvereinigüng oer- traten die^Abgeordneten T a y e r l« und Klein und der Sekretär Satttniäcl, die ungarische Ge- wevkschaftszentrale di« Abgeordneten P e y e r und G i'[ und der Sekretär Kertvsz.$n der: Beratung wurden die gegenseitigeu Wirtschaftsbezielnrngen der beiden Lander durchbesprochen, ihrs Bedeutung für die Angestellten in beiden Ländern l>cr- vorgehobeii, die N o t w e n d i g k ei, t einer Regelung des gegenseitigen Ber»' chä l t n'i sss< s' betont'Mtd a»rf die'Schäden, welche' aus dem jetzigen Zustande für beide Länder ent» stehen, hiligewiesen. Tie Beratung gewagte zu der lleberzeuguug, daß es, sowohlim Iuteress« der Arbeituehiner>als.auch im Interesse der. Wirr-, schäft bejder'Länder ist, daß ehestens eine Regelung normaler Äittschasts- und Handelsbeziehungen erfolge, deren Ausdruck ein ordentlicher Ha nde.ls V e r tra g wäre. Tie Konferenz^ nahm die vorläufig provisorischen Konpensatiöns- verträqe zur Kenntnis und verlangt«, daß der ordentliche Handelsvertrag nicht hinausgeschoben tverde. Die Vertreter der. Gewerkschaftszentralen der beiden Staaten sind überzeugt, daß ehestens dauernde freundschaftliche Beziehungen vorbereitet und gesichert werden müssen, inrd sie betrachten diese Änfgabe als einen Teil der internationalen Zusammenarbeit der gewerffchaftlichen Organisationen der beiden Länder, da sie die ivirssckiastliche Zusammenarbeit und den weitestgehenden Schutz der Arbeiterschaft als die beste Garantie sür den Frieden unter den Pülbirn ansehen. Das Land MLHren-Schlesten spart. Brünn, 30. Dezember. In der heut« abgehaltenen Sitzung des Landesausschusses wurde eine umfangreiche Tagesordnung noch rasch vor Jahresende erledigt. Es wurden Beratungen über di« geplanten Ersparungsmaßnahmen in der autonomen Landesverwaltung gepflogen und beschlossen, die diesbezüglichen Vorlagen für die Frühjahrstagung der Landesvertretung auszuarbeiten.£ee Landesausschuß genehmigte eine Reihe von Jahresabschlüssen der Bezirke für das Jahr 1931 und bewilligte mehrere vorgelegte A n l e i h e a n s tt J chen der Bezirke und Gemeinden. Weiter wurden 213 Gemeindevoranschläge für das Jabr 1933 beraten und erledigt. In Komtnunalange- legcnheiten wurden mehreren Bezirken der Lan- desbeitrag für S t r a ß e n b a u t e n'nnd einigen Wassergenossenschaften Vorschüsse auf den Landes beitrag bewilligt. rst Der Landesausfchuß für Böhmen verhandelte in seiner Sitzung vom 30. Dezember außer einer Reche von laufenden sachlichen und personellen Angelegenheiten 164 Gemeindebud gets, bewilligte 64 Gemeinden die Einhebung verschiedener Äbgaben und Gebühren und gewährte den Heilanstalteii für Lungen-, tuberkulöse>rnd den Lungcuabteiluiigen bei den öffentlichen allgemeinen Krankenhäusern des Lande? Böhmen eine Unterstützung von insgesamt 300.000 X. Seite 4 Samstag, 31. Dezember 1932. «r. 308. Drei Kinder in einer Woche Verloren! Grau'ames Unglück in einer nordweftbShmlscheu Bergarbeiterfamttrc Tagesneuigkeiten Zur Sairesweade. Bon RobertHartberg. Mitternacht: I« Armeleutenftnben wacht Die Rat Und schreit»ach Brat! DaS Jahr zu Ende Und leer die Händr! Ei» banges Hoffe» dämmert auf: vorbei der Zeit«« schlimmer Lauf? Wird uu» aus Erde» ES bester werden? Mitternacht: In Räumen, lichtdurchflutet,»»acht. Wer hat, Vergnügt und satt! Silvesterrummel, Dau« RrujahrSbummell Obs wohl den Sündern dämmert auf Wie hohnvoll««» der Welten Lauf: Hier Gold und Freud«», Dort Rot u«d Leide»! Mitternacht: Heut' eine Welt voll Hunger wacht! Run schlägt di« Uhr die zwölfte Stunde; vom alten Jahr die letzt« Kund«: Sie droht Und schreit: Gebt Brot! Bringt's nene Jahr Erlösung nicht. Behält dir Welt ihr alt'«estcht? Hört: Rot Kennt lei« Gebot! Selbstmord-Tragödien Ein« Olmützer Hausgehilfin. Einen furchtbaren Selbstmord hat die 19jährige Hausgehilfin Franziska S t e p a n in Olmütz verübt. Während ihre Dienstgcberin abwesend war, ergriff das Mädchen ein scharfes Küchenmesser und schnitt sich die Halsader auf. Bald darauf hort« das Mädchen das Erscheinen ihrer Dienstgeberin, die von Besorgungen zurückgekehrt war. Die Unglückliche hatte noch so viel Kraft, sich, trotz des schweren Blutverlustes, durch die drei Zimmer der Wohnung in das Vorzimmer zu schleppen und aUS dem Fenster der im dritten Stockwerke gelegenen Wohnung aufdenHokzu springen. Durch den Sprung in die Tiefe erlitt das Mädchen, daS bereits zwei Liter Blut verloren hatte, schwer« Schädel- und innere Verletzungen. Sie lebt« aber noch, als die Rettungsgesellschaft erschien und st« in vie Landeskrankenanstalt brachte. Doch besteht keine Hoffnung, dir Unglücklich« am Leben zu er- Ich abonniere u und end Aba„u.mru»sgcbü'r' Lriagichel in. Name- Genaue Adresse I halten. Der Beweggrund der Tat liegt noch ganz rm Dunkeln. Ei« Ostrauer Ehepaar. Die Eheleute JuliuS und Marie Scha- mann in M.-Ostrau, der Mann 62, die Frau 60 Jahre alt, versuchten durch Einatmen von Gas auS dem Leben zu scheiden. Sie hinterließen mehrere Abschiedsbricse. In einem dieser Briefe warnen sie die inS Zimmer Eintretcnden, Licht zu machen, da Explosionsgefahr bestehe. Die Polizei öffnete die Türe gewaltsam und fand di« Eheleute fast völlig bewußtlos auf. Julius Schamann ringt mit dem Tode, während man hofft, seine Gattin am Leben zu erhalten. N o t dürfte das Motiv der Tat sein. Var Krlsendrama der Prokuristen. Mit der 80jährige» Wirtschafterin in den Tod. Wie«, 30. Dezember. Heute vormittag wurde in seiner Wohnung im IX. Bezirk der ÜOjährige ehemalige Prokurist Emil Palle st er und seine 80jährige Wirtschafterin Antonie Zeman tot aufgefunden. Beide hatten Briefe hinterlassen, in denen sie mitteilten, daß sie infolge der Wirtschaftskrise aus dem Leben scheiden. In der Wohnung wurden ferner 87 Pfandscheine sowie Briefe vorgefunden, auS denen hervorgeht, daß sich der gewesene Bankprokurist vergeblich um den Posten eines Kellners bewarb. Professor Krebich gestorben. In der Nacht auf gestern starb nach längerer Krankheit der Vorstand der Prager deutschen dermatologischen Klinik Prof. Karl Kreibich im Alter von 64 Jahren. Er erlag einer Embolie, welche vor kurzer Zeit sein Leiden komplizierte. Die medizinische Fakultät verliert in Prof. Kreibich emeS ihrer hervorragendsten Mitglieder. Der Gelehrte, welcher am 20. Mai 1869 in Prag geboren wurde, absolvierte hier auch seine Studien. Dann kam er nach Wien, von wo er als Professor nach Graz und im Jahre 1908 als Ordinarius nach Prag berufen wurde. Seine wissenschaftliche Tätigkeit wurde auch im Auslande in hervorragendstem Maße anerkannt, so daß Kreibich häufig als Bortragender auf internationalen Kongressen berufen wurde. Er war Präsident der deutschen dermatologischen Gesellschaft in der Tschechoslowakei, Vorsitzender der Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten und einer der Herausgeber des Archivs fiir Dermatologie. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit fand Kreibich auch Zeit, sich k ü n st l e r t s ch zu betätigen. Nicht nur als Maler, sondern auch als Schrift steiler fand er Beachtung. Unter anderem führte das Prager Deutsche Theater ein Stück von ihm auf. DaS Verhältnis K r e i b i ch S zu seinen Schülern und Kollege« war ein ausgezeichnetes. Sein Ent. die M 9ttntc WoÄhe" "on Kö 13— für ein Vierteljahr per Brüx, 30. Dezember. Bon einem harte« Schicksalsschlage wurde die Familie des Berg» arbeiters Josef Herrmann in Bartels» darf betroffen. Im Verlauf« einer Woche verlor di« Familie drei Kinder im Altervon sechs, acht nnd zehn Jahren. Die drei Mäd» chen waren mit Diphtherie ins Komotaner Krankenhaus gebracht worden, wo sie verschieden. Di« den Eltern verblieben«« zwei weitere» Mädchen im Alter von vier und zwölf Jahren sind jetzt schwer an Grippe erkrankt. Der schwergeprüften Familie wird allseits das tiefste Mitgefühl entgegengebracht. Bewabret die Schuljugend vor dem Tod« auf dem Eise. Brüx, 30. Dezember. Auf dem Eise einer Pinge bei T r i e bs ch itz tummelten sich gestern gcgenkommen, seine Lebensfreude und sein Humor machten ihn überall beliebt. Zahlreiche Anekdoten, die von Kreibich erzählt werden, legen ein Zeugnis dafür ab. Die Nachricht von seinem Tode wurde nicht nur von der deutschen, sondern auch von der tschechischen Öffentlichkeit mit großer Anteilnahme ausgenommen. vom letzten Verdacht gereinigt. Bern, 30. Dezember. Der Kassationshof hat dem praktischen Arzt Riedel 51.000 Franken und seiner Frau 28.000 Franken als Entschädigung zugesprochen. Außerdem erklärte das Gericht, daß beide Eheleute nach der Rechtsordnung als unschuldig betrachtet werden müssen. Mit diesem Urteil findet eine Angelegenheit ihren Abschluß, mit der sich die Oesicntlichkeit mehrere Jahre lang wiederholt beschäftigt hat. Dr. Riedel und seine damalige Freundin waren wegen Vergiftung der Gattin des Arztes im Jahre 1926 vom Schwurgericht zu Burgdorf zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ende der Vorjahres wurden beide im Wiederaufnahmeverfahren von der Anklage de8 Mordes freigesprochen. Der Freispruch ließ jedoch einen gewissen Verdacht gegen die Angeklagten übrig. Dem Arzt wurden damals 38.000 Franker», seiner Freundin 23.000 Franken als Entschädigung zuerkannt. Di« Freigesprochenen heirateten, nachdem sie das Gefängnis verlassen hatten, und betrieben, auf dem Revisionswege ein« Erhöhung der ihnen zugesprochenen Entschädigung und die Anerken» nung ihrer vollständigen Unschuld. Mit dem jetzt gefällten Urteil haben sie beide Ziele erreicht. Leu Gatte« ermordet weil er ei« Trunkenbold war. Beamte der Berliner Kriminalpolizei verhafteten in Berlin O. die 26jährige Ehefrau Klara Waldhelm. Sie hat Anfang Dezember ihren Ehemann, den um ein Jahr älteren Telegraphenarbei'ter Wilhelm Wawhelm, mit Leuchtgas vergiftet. Die Täterin gibt an, daß Verzweiflung über die Trunksucht des Mannes das Verbrechen ausgelöst habe. Es steht fest, daß Waldhelm alles Geld, das er in die Hand bekam, vertrank und so seiner Ehefrau und ihrer fünfjährigen Tochter ein qualvolles, oft von Streit erfülltes Dasein bereitete. Auch am Mordtage war es zu Streitereien gekommen. Als WaDhelm schließlich sinnlos betrunken auf sein Bett gefallen und eingeschlafen war, öffnete die Ehefrau den Gashahn, warf nach und nach zehn Zehnvfennigstück« in den Auwmaien, verschloß di« Wohnungstür und übernachtete mit ihrem Kind bei ihrer Mutter. Am folgenden Tage suchte Frau Waldhelm wieder ihre Wohnung auf, kam aber nach"wenigen Minuten wieder heraus, rief um Hilfe und. erzählte den herbeigeeilten Nachbarn, daß ihr Mann das Opfer- eines Unglücksfalls geworden sei. Als aber für den Hergang des Unglücks keine rechte Erklärung gefunden werden konnte, wurde die Angelegenheit der Mordinspektion übergeben. Der Verdacht wurde durch das Geständnis der Täterin bestätigt. Friedensliebe im Zeitalter der Abrüstung. Nichts kann als größere Komödie des kapitalistischen Zeitalters angesehen werden als die Krampfbestrebungen der Regierungen, die Aufrüstungstendenzen durch die militärischen Sachverständigen als Abrüstungsdeklarationen zu propagieren. Es ist allgemein bekannt, daß über die Hälfte der Delegaten der Abrüstungskonferenz aus Militärs besteht, die ihren Gehalt dafiir beziehen, daß sie Kriege vorbereiten, und die nichts mehr zu beißen hätten, wenn di« stehenden Heere tatsächlich aufhören würde«: da ist es natürlich schwer, den Friedensgeist einzuführen und alle Proklamationen können nicht darüber hinwegtäuschen, daß man mit allen Mitteln darauf hinarbeitet, die Proleten wieder einmal zu der Industriellen Gewinn aufeinander loszujagen. Das nennt man bekanntlich edle Tat und Vaterlandsliebe: als darum der New Yorker Verleger G. P. P u t n a m ein Kriegsbuch herausgeben wollte, in dem der wahre Charakter des Krieges aeschilden wird, erfechte er das Archiv des KriegSministeriumS, Bildermaterial zur Vermehrer« Schulknaben. Zwei von ihnen brachen ein. Während der eine gerettet werden konnte, ging der andere, der zwölfjährige Berg- mannssoh» Josef Jupp« unter und ertrank. Drei Kinder uaterm Weihuachts- vaum verbräunt. Budapest, 29. Dezember. Die drei Kinder eines Landwirtes auS Miskolcz(Oberungar») zündeten in Abwesenheit der Eltern die Christbaumkerzen an. Der Baum fing Feuer, das rasch um sich griff. Zwei Kinder im Alter von vier und zwei Jahren fanden in den' Flammen den Tod. Das d r i t t e K i n d im Alter votr sechs Jahren wurde mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht: sein Zustand ist hoffnungslos. fügung zu stellen. Dieses Ansuchen wurde von General Jrvung Carr mit Empörung abgelehntr „Bilder über vir Schrecken bei Krieges können Ihrem Verlag nicht zur Verfügung gestellt werden, nur Material über dir»«genehmen Sriten d«S Krieges. Ihre Publikation ist vom Gesichtspunkt d«S Staates qu« unklug,»»sittlich und unmoralisch." Ganz diesen Geist der Kultur(die im Wesen den Borträgen über die Wehrproblcme unserer Armee entspricht, die allmonatlich im Prager Stefanikhaus gehalten werden) bekundet rin Leutnant T. Synge im„Journal of the Royal United Service Institution", indem er das Problem der künftigen Kriegsgefangenen radikal löst. Danach werden die mechanisierten Armeen zu wenige Mannschaften haben, um sich um die Gefangenen zu kümmern, weshalb er vorschlägt, sie a u f d e r Stelle zu füsilieren. In einem Buch, „Das internationale Geheimnis", das vom Böllerbund in englischer Sprache herouSgegeben wurde, stellt man lakonisch fest:„Die internationale Rnstungs- indnstrie bestrebt sich, eine Kriegsstimmung hervorzuru^en und die Welt zn bewegen, hn Eiltempo zu rüsten und Kriegspolitik zu treiben. Deshalb werden falsche Nachrichten über Rüstungen der Nachbarstaaten verbreitet, üm die Regierung zu größeren Rüstungen zu bewegen! Unter diesen Voraussetzungen entstehen die Thesen über Sicherheiten, di««r- fülll werden müssen!" Das alles sind Erscheinungen, die bewußt von der Bürgerpresse tot geschwiegen werden; die Wahrheit über die dunklen Wege der internationalen Rüstung wird als Spionage verpönt und mit Strafgesetzen auszurotten bestrebt, bei offiziellen FrievenSbankells unterhandeln die Agenten ruhig über, ihre Provisionen aus Rüstungsaufträgen und in einer Zeit, wo in der Mandschurei Japaner und Chinesen Zehntausend« Menschen mit gleichen Waffen französischer Provenienz totmachen, darf man die heiligsten Güter der herrschenden Klasse, den Rüstungsrebbach kaum mit Namen nennen. Aber trotz allem sickert die Wahrheit immer wieder durch: Rüstungsaktien sind die einzigen, die konstant steigen! Fleisch billiger— in Wien... Tas Falle» der Fleischpreise in Wien dauert an. Auf allen Märkten zeigt sich Ende dieser Woche ein Rück-, gang der Fleischpveise u m 20—30 Prozent gegenüber den Preisen zu Weihnachten Frost stört Telegraph und Telephon. Aus Jglau wird berichtet: In West mähren sind in den letzten Tagen infolge Eisbildung bei dichtem Nebel Telephon- und Tekegraphcnleituuaen, ähnlich wie vor Weihnachten, gerissen und Leitungsmaste gebrochen. 64 Arbeiter, die bisher die Reparaturen an den schadhaften Stellen, die durch die letzte Kalamität entstanden sind, noch nicht aufarbeiten konnten, arbeiten jetzt neuerlich auf den Strecken bei strengem Frost und Sturmwind. Verlängerung der Gültigkeit der Thri-Gedrnk- markcn..Die Gedenkbriefmarken mit dem Bilde, Dr. Miroslav Tyräs, von denen im ganzen 152 Millionen Stück ausgegeben wurden, verbleiben auch im Jahr« 1933 bis zu ihrem vollkommenen Verbrauch weiterhin in gültigem Umlauf. Im Wahnsinn vier Mensch«» getötet. Aus Fort Huachuca(Arizona) wird berichtet: Ein in der amerikanische Armee dienender Neger wurde plötzlich von Wahnsinn(Amok) befallen. Er begann sinnlos um sich zu schießen. Durch die Geschosse des Negers wuwen zwei Kapitäne und ihre Frauen auf der Stelle getötet. Außerdem verletzte de- Irrsinnige noch einen Leutnant schwer. Schließlich gelang es den übrigen Soldaten, den Wahnsinnigen zu erschießen. Et« Radfahrer tödlich verunglückt. Der Arbeiter Josef Hübner aus Reichenau in Sachsen wurde in Bullendorf bei Friedland, unweit der LandeSgrenze. mit schweren Verletzungen neben seinem Fahrrade auf der Straße liegend aufgefunden. Ein Rettungö» auto brachte ihn ins Krankenhaus nach Friedland, doch ist er dort schon bald nach seiner Einlieferung gestorben. Cs ist bisher noch nicht einwandftei fes! gestellt, a«f welche Weise Hübner verunglückt ist. Sonntag erscheint: BunteM-Woche tBo*taooo|«k(|tr Stobt Hl lall rii!lk*«ai»eit kh« 4i TKtNSMmU: DmUinaiUf U I—. meiut- M U<«i Ar O» iawnMM« hnM*MM M Orrtchtu: Ni OtotacMMrt: OncMNMM MHtMt. MMM M PAmIc.«WMttrlt Mk I- hi hi iliiat loiiiiii h—Aumpitr lewmf r«b>•» Die„Bunte Woche 0 bringt: Fest der rasenden Stier«. Bon Carlos Ojcda. Der Meisterbandit von New Kork. Bon Erwin Stranik. Ei« Mädchen— 20.000 Franke«. Von Karl Frisch. Di« Armee fällt ab. Von Bruno Brehm. Tannenzapfen gibt«S nicht. Bon Universitätsprofessor A. Ginzbevger. Giftgas im Mineuswlle«. Bon Dr. Fritz Hautmann. Sin Reporter besiegt den schwarze« Erbteil. Von Jakob Wassermann. Di« Bestie von BogliaSco. Von Siegfried Vegesack. Wir machen einen Kaiser. Bon Paul Ken. Glückwunsch an di« Unpolitischen. Bon Erich Kästner. Steinschneider aus Boskowitz» Hellseher und Hitler-Barbe. Don Alexander Stern. Ter geheimnisvolle Silbergulden. Von Emund Finke. Susi stiftet«ine Eh«. Von Eugen Heltei. Wie sieht es auf den Sternen ans? Von James Jeans. Filzersepp. Von Walter Kiaulcheu. Tie Bente der sieben Meer«. Don Harden Taylor. Hocken Sie richtig? Von Ludwig Krenek. Wie Wanja um ihr Eheglück kam. Von Michael Sostfchenko. Telephonzeichnungen bringen«S an den Tag. Don Elizabeth. Das Gewerbe des Meisters Hans Sachs. Bon Artur Redlich. Zigeuner der Lieb«. Bon Sophie LazarSfeld. Basteln mit Bast. Bon Herta Mayer. Turne auf der Elektrischen. Von Steffi Endres. Aus dem Land« der unbearenUen Möglichkeiten. Ten Roman:„Nora hat eine famose Idee." Von Hermhnia Zur Mühlen. Drei Preisfragen für Briefmarkensammler. Ei« Brei-Problem für Schachspieler. Tas Preisausschreiben„Zeichne mit Buchstaben". Tas komplette Ra^oprogramm der Woche. Dir..Buiue 4'?.'ch?' umfaß: 16 Seit:»:n Großformat.— Preis K8 1.—. In allen Trafst«» erhältlich ereilt schein. iiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiitiuiiuiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiitiiitititiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii)ii)liiiiiiiiifliiiuiiüiiniTitriitiiTiiiiiiiißiiiiiiniiiiiiniiiiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiinifliiiiiliiiiiiiiiiiiHiiH Rr. 308. Samstag. 31. Dezember 1932. Seite 5 Die Zeit der Einbrüche. Ei»«„eirrdrnchfichere Postamts Kaffa erbrochen. ULhorod, 30. Dezember. In der Ätachl auf- heute erbrachen-unbekannte Täter die- Instergitter im Gebäude des Postamtes in P c reöi n und drangen in-die Räumlichkeit ein, in der sich eine e i n b r u chs i ch c r.e Kassa befindet. Den Einbrechern gelang es auch, die Kassa" ju.; cp brechen, poch sielen ihnen bloß ein i g e hundert Kronen in du Hände. E» hat den Anschein, daß es sich um geübte Einbrecher"handelt, da sie außer Geld nichts entwendet, haben. Verschiedene Wertpapiere zerstreuten sie über den Boden, um sie dann zu zertreten und mit Asche zu bestreuen. Am Einbruchsorte stellte sich die ULHoroder Fähndungssülle mit eiiieht Polizeihunde ein. 3n Kaaven: fiedeu S'ndrüÄe ui einer Rächt. Kaaden, 30. Dezember. Heute nachts wurden hier in sieben Pillen Einbruchsdiebstählc verübt. Die Diebe entwendeten vorwiegend Pretiosen im Gesamtwerte von 45.000 KG. Unter den Bestohlenen befindet sich u. Ä. der Advokat Dr. Ehmig, die Majorswitwe Dürr und der Betriebsleiter der Kaadener Kaolrnwerke Schmutzer. Gelehrige Bursche». Lundenburg, 30. Dezember. Bom 28. auf den 29. Dezember um Mitternacht wurde im Hause des- Geschäftsreisenden Tomaöek in LanL- hot bei Lundenburg ein Raubübcrfall verübt. Zwei Einbrecher gelangten über einen mit Stacheldraht versehenen Zaun in den Hof dieses Hauses. Ins Haus selbst stand ihnen der Weg offen, da es überhaupt nicht abgesperrt war. So gelangten sie bis in das Schlafzimmer der Eheleute Tomasek, wo einer der beiden Ä-'rbre- cher die schlafende Frau Tomasek mit einem Stecken über den Kopf schlug. Frau Tomaäek wurde hiedurch betäubt. Durch den Lärm erwachte auch ihr G a t t e. Es gelang ihm, beide Einbrecher zu verscheuchen. In der Wohnung selbst wurden bloß Kleinigkeiten, wie z. B. eine goldene Füllfeder, eine Puderdose u. ä., entwendet. Die Gendarmerie in Lanihot ging einer bestimmten Spur nach und es wurden heute vormittag bereits drei Bürger von Lan4hot in die Haft des Bezirksgerichtes eingeliefert. Es handelt sich nm einen 17 j ö origen Burschen(wegen der Minderjährigkeit darf sein Name nicht genannt werden), werter um den 19jährigen Adalbert Gajdä, die den Raubnbersall aus Än- stiften des dritten Verhafteten, des 30jährigen Franz M r a z, durchgeführt hatten. Alle drei Verbrecher sind von Beruf Zimmermaler, di« sich durch die Welt schlagen und hiezu Geld benötigen. Aus diesem Grunde lehrte Franz Mraz seine jüngeren Genossen, sich Geld durch Diebstähle zu verschaffen. Durch ihre Verhaftung wird wahrscheinlich eine Reihe von Raubversuchen aufgeklärt lverden, die in der letzten Zeit in Lanihot verübt worden sind. Sin Berliner Einbrecher er Men. Ein Wachtmeister schwer verletzt. Berlin, 30. Dezember. In der Nacht zum Freitag drangen zwei Einbrecher in den Keller eines Kolonialwarengeschäftes in Reinickcndorf- Ost ein. Hausbewohner benachrichtigten einen im gleichen Haus wohnenden W a ch t m c i st e r. Als dieser den Keller betrat, wurde er von den Einbrechern mit einer Brechstange zu Boden geschlagen. Der Beamte erlitt eine schwere Kopfverletzung. In der Not wehr gab er einen Schuß ab und verletzte den einen Einbrecher schwer; der zweite flüchtete. Der ! Ei n b r e ch e r st a r b vor seiner Einlieferung ' ms Krankenhaus. Der„Liegende Hamburger" - der lchnettste Zug der Wett Berlin, 30. Dezember. Ter„Fliegende Hamburger" ist mit den Vertretern der in- und ausländischen Presse fahrplanmäßig um 15 Uhr 5 Min. aus Hamburg abgefahren und pünktlich 17 Uhr 35 Mn. ohne Zwischenfall wieder auf dem Lehrter Hauptbahnhof eingetroffen. Der-Zug- hat die 286 Kilometer lange Strecke Berlin— Hamburg in 2 Stunden 30 Min. zutückgelcgt und seine Fahrtzeit vom Bortage um 5 Mim unterboten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 130 Kilometer auf freier Strecke und eine S tu n de n höchstg e schw i n di g- k e i t von 165 Kilometer. Damit ist ein neuer Rekord aufgestellt. Der Schnellbetrieb- wagcn ist 28 Prozent schneller gefahren als der übliche D-Zug, der eine Stundendurchschnitts» geschwindigkeit von 97 Kilometer zu verzeichnen hat. Der„Fliegende Hamburger" ist damit der schnellste Eisenbahnzug der Welt. Den grau diosesten Eindruck von der Geschwindigkeit ge- wannen die Reisenden, denen es vergönnt war, die Strecke vom Führtzrstand aus zu betrachten. Wie im Fluge schien der Zug Kurven, Weichen und Kilometer zu verschlingen. Der strahlende Körper. Dor der Pariser Strafkammer- begann nach monatelanger Voruntersuchung die Ber- handlung gegen den französischen„Goldmacher" Dunikowski, der zahlreiche fran- -ösifche und englische Kapitalisten um boträcht- lichc Beträge geschädigt hat. Dunikowski behauptete; eine Maschine, durch die reines Gold hergcstellt werden könne, erfunden zu halben. Als er den Zauberapparat feinen Geldgebern vorführte, funktionierte er auch— die Anklage meint: mit Hilfe betrügerischer Tricks.< Vor gerichtlichen Sachverständigen arbeitete die Maschine nicht... Die Zeugenvernehmung verlief für den Angeklagten bisher negativ. Ein Sachverständiger erklärte:„Dunikowfkis Verfahren ist ein Schwindel. Seine Apparate sind Kiicherspiel- zeuge." Aber der Angeklagte bekennt sich nach wie vor zum Wert seiner Erfindung; er behauptet. sie beruhe auf einem„strahlenden Körper..." Das Geheimnis des Heger«. Aus Ung. H r a d i sch wird berichtet: Bor sechs Jahren wurde bei Jankovice die Leiche.der Antonie T o m i 8 e k gefunden. Wegen Mordverdachtes wurde damals der H e g e r F r a n z 5 u b r t verhaftet, jedoch später in Freiheit gefetzt. Der Heger behauptet, daß die TomiZek von Wilderern erschossen wurde.. In der letzten Zeit wurde öubrt abermals verhaftet und er gestand jetzt, die Tomiöek erschosien zu haben in der B e r m u t u n g, daß es sich um einen Wilderer handelt. Seine Tot vertraute er seiner Frau an, die auf dem-Totenbett dieses Geheimnis ihrer Kameradin mitteilte und sie ersuchte, auf ihren Mann zu achten, dgß er sich nicht wieder verheirate. Als ^ubrt wieder heiratete, teilte die Freundin der Verstorbenen die Angelegenheit der Gendajr- merie mit, welche Lubrt verhaftete und in die Haft des Kreisgerichtes nach Ung. Hradisch. brachte. 5ubrt gestand die Tat ein und wurde! sie vermitteln daher auch Kinder an KindessS". Schonzeit für Büre«'" Karpathornßlaa». Durch eine Kundmachung des/andesprästdenten von Kar- pathorutzland wurde ff das gesamte karpachorussi- sche Gebiet eine g rufi 8’n f 6« Schonzeit für Bären angeordner« Tiere dürfen weder gefangen noch getötet werdenMuf die Tölnng eines Bären im Falle der Notw/ bezieh! sich diese Verordnung nicht. Die alte»ordnung, wonach Grundbesitzer unter bestintmteil/^mgungen^f ihrem Boden Raubwild ausro/» können, wird durch die neue Verordnung üb/ die Schonung von Bären nicht berührt. 1 öin Mas^uenhans niedergebrannt. Gestern UM 6 Uhr fr brach im Maschinenbaus der ehemaligen C i k s ä g e in N e u h a u s Feuer aus. Das Masch/^uhaus brannte völlig nieder. Nur den BemMüpen der'Neuhauser Feuerwehr ist es zu dai/u, baß die gleichfalls bedrohten hölzernen Ntff-'"ä^däude der Säge gerettet wurden. Abbau der Wiener Bankbeamten-Gehälter? Zwischen den Wiener Banken und der Organisation der Bankangestellten finden gegenwärtig, wie das Tschechoslowakische Preßbüro aus Wien meldet,.Verhandlungen über eine Herabsetzung i der Personallasten statt, Eine gewisie Einigung' wurde bereits in der Frage des tourtichen Avan-1 cements erzielt. Es werden auch Besprechungen, über die.Abänderung der Dienstpragmatik geführt werden. Neben den aktiven Bezügen sollen auch die P e n sionen r e d u ziert werden. An einigen Instituten wurden Vereinbarungen über eine drei- bis fü irf ze h n pr v zeve tige Kürzung der Bezüge, die bloß, für - eine' vorübergehende Zeit abgeschlossen worden waren, verlängert. Der Eisenbahnattentäter Silvester Matuschta soll demnächst den ungarischen Gerichten zur Verfügung gestellt werden, aber eine endgültige Entscheidung ist bisher noch nicht gefallen. Tie Ratskantmer des Wiener Laudesgerichtes wird sich erst itf einigen Tagen mit. dieser Angelegenheit befassen. In letzter Instanz entscheidet dann das Justizministerium.,. t' Allah heißt weiter Allah. Aus Konstan- t i n o p e l wird berichtet: Das historische' Ra- madan-Fest, eine der fünf unerläßlichen Pflichtzeremonien des mohammedanischen Glaubens, hat Donnerstag auf übliche Weife begonnen, da den Gläubigen im letzten Augenblick gestattet .wurde, ihre zeremoniellen und traditionellen Gebete wie bisher in arabischer und nicht in türkischer Sprache zu. verrichten, wie dies Khe- mal Pascha angeovdnet hatte. Die türkische Regierung hat knapp vor dem Feste den Muezzins bekanntgegeben, daß sie das Fest durch den üblichen arabischen Ruf Vom Minaret aus ein- leiteu können und daß das D e k r e t M u- stapha Khemal. Paschas sür sie nicht verbindlich sei. Die Bauernrevolte in Rechbcrg. Donnerstag nachmittags versammelten sich vordem Rathause in Vorau etwa 200 Bauern, die erregt die Freilassung der verhafteten Teilnehmer der vorgestrigen Bauernrevolte in Rechberg forderten. Die Bauern stießen Schmähungen gegen die Behörden aus und nahmen eine immer bedrohlicher« Stellung ein. Erst als die Bauern erfuhren, daß Gendarmerie heranrücke, die dm Auftrag habe, mit der. blanken Waffe den Platz zu säubern, zogen sie sich zurück, wobei st« erklärten, am nächsten Tag muerdings in Vorau gegen die Einkerkerung ihrer Standesgenossen zu protestieren.-, Knabenmord. In einem Park in Kott- bus wurde, unter Laubwerk und Aesten versteckt, die durch WitterungSeinflüsfe und Tier- fraß grauenvoll zugerichtete Seiche des seit dem 10. Slovembkr dieses Jahres vermißten 6 Jahre alten Helmuth Kaina gefunden. Die Obduktion ergab, daß bas Kind anscheinend einem Sittlichkeitsverbrecher zum Opfer gefallen ist. Der Tod des Knaben scheint durch wuchtige Schläge auf den Kopf herbeigeführt worden zu fein.- Tragödie des„Abgeschafften". Der italienische Staatsbürger Marcello Ferrari, der im Juli d. I. von den Kärntner Behörden aus dem österreichischen Gebiete abgeschafft, aber nach Wien zurückgekehrt war, sollte nach Verbüßung seiner Strafe an die Grenze überstellt welchen. Während der Fahrt erbat er sich von den begleitenden Beamten die Erlaubnis, das Klosett aufsnchen zu dürfen und sprang in Bernardstal in der Nähe der tschechoslowakischen Grenze durch das Fenster des Klosetts aus dem fahrenden Zuge hinaus, wobei er tödlich verun- olücktc. Die verstümmelte Leiche wurde auf dem Bahnkörper aufgefunden. Fremtzenlegioiar Nr.? Ihr Brüder dort, weil in der Ferne, Ich denk an euch, wenn ich hier ein- . svm steh'. Es plätschert die Flut UM die Seilenwänöe des FrachwaMpfer«„Royal Castle", öch dieser Fraß! Legte man ein Stück Hartbrot auf die Bank und ging für kurz« Zeit an Deck, so lag es sicher nach Rückkehr auf der anderen Seit« des Tisches, denn die weißen Maden mit den gelben Köpfen waren der langen Inhaftierung in den Provianffässcrn müde und krochen, an die frisch« Luft gebracht,, sofort uy- ternehmungslustig los und schleppten ihre Umhüllung. in der kic seit Monaten laßest, mit. So madendurchsetzt, wie dos Brot, war auch das Salzfleisch und all«, di« vor dem Mast« lebten, ersehnten das Anlaufen eines englischen Hastns, uni«Mich von diesem Sargnagel erlöst zu werden.. Di« glutrote Scheib« der' untergeheipen Sonn« sinkt immer tiefer und im Abendrot ftm- Mert an der Oberfläche des Wassers«in breher, kupferroter Streifen. Eintönig klatschen die Wogen und den Strand und ihr weißlicher Gischt sprüht phosphoreszierend durch di« anbrechcrd« Nacht. An Bord ist es ruhig und still geworden. Ich sitze, beide Füße außenbords hängend, als der Back und sehe den langsam nach der Küse fahrenden Lastkähnen nach, d«r«n Konturen ist- mer undeutlicher werden. Hatte ich im zwecklosen Grübeln Stündei verträumt?— Wozu nur das Heraufbeschwörer der sorgenlosen Kindheit, die doch wie di« At lantiS der Sag« für immer in der Vergangenheit versunken fft?— Ich greife nach der obersten Stange des Geländers, ziehe meine fast steif gewordenen Füße nach oben und gehe im grellen Lichtkegel des, Scheinwerfers, den der«infam stehende Leuchtturm über daS Wasser sendet, nach der Foxel. Auf dem harten Strohsack läßt eS sich grrt wei- tertränmen. Was mochten die aus den Bergkämmen, teilweise schon verfallenen Fvr-s nicht alles erlebt haben? „Halloh!— Halloh!"— Ich hebe eingcdus- selt noch im.Halbschlummer den Kopf an daS offenstehende Bullauge und horch«. Doch es bleibt still und nichts ist zu hören als daS Plätschern der Flut, di« an den beiden Ankerketten zerrt. Ich muß wohl getrautstt haben Und mißmutig drehe ich den Kopf zur Seit« und schlafe ein. & Der Reservekessel, der im Hafen den Dampf für die Winden abgibt, steht den beiden Haupt-j kesseln gegenüber. Es ist-«in« harte Arbeit, die- so schrffi es mir die Holzpantoffel erlauben, sen Spucknapf unter acht Atmosphären Druck zu enter if die steile Leiter hoch und sehe, an Deck halten, wenn sämtliche Winden an Deck ununtn- j gekomMN- einen noch jungen Menschen, dem brachen rasseln und wieder greif« ich nach der i unrer^iuchen der Sergeant die. Hand« mit einer Schleuß«, um den verdreckten Rost etwas frei-StahMli« fesselt, zulegen.— Da werde ich nach oben gerufen.^>immelherrgoltsakrament" und ich kann —„Nein?—■ mm tiges gehört oder gesehen?" Ich schaue den mich fragenden Franzosen an, der mit vier gewchrbemesseiten Soldaten neben dem Kapitän steht und der jetzt dem fahrungen zu verfügen, denn nach einem oberflächlichen Blick in die LogiSräume her Matro-, sen und Heizer begibt er sich in das Vorkaftle und sucht dort zwischen den Ankerketten und anst gerolltem Tauwerk, kriecht wieder an Deck uw seder Winkel des Vorschiffes wird gründlich überholt. „Was suchen denn di« eigentlich?"—„Einen Deserteur?"— Und ich erinnere mich an-en halblauten Ruf, der sich nicht mehr wied«rh-it«. Und beim Hiuabsteigen der Hei'zraumleiter überhole ich in Gedanken alle Möglickikeiten^ines^ scheren Versteckes und verdammt, di« sind sehr zering.— Der Zeiger im runden Metallläuse zeigt« nur mehr fünf Atmosphären Wannüng und ich vergesse in dem hastigen Dmpo cher Arbeit die sich oben vollziehende „Ah,— jetzt wühlen si« schon in den Bun- kem herum";—„na, so dumm wird er wohl nist gewesen sein".. und k^nerlich wich über die bisher resultatlose Schnüffelei freuend, stoße ich di« Krücke in die Glut. gekom^"-«inen noch, jungen Meuschen, dem ...„-cjsfatfieH der Schleuß«, um den verdreckten" Rost etwas^frei-! StahMti« fesselt. MM 1■* s... i Kümmelhrrrgollsakramenr" ind Sie gestern abend« an Land" gewesen?; benFlitf nicht von dem Burschen reißen, der nur ein? Und Sie haben nichts Berdäch- 1 mitK>emd und Hose bekleidet zwischen den Sol- " Ä®'' j da«t steht und der wie nach einem Ausweg ' su^ttd immerzu ringsum blickt. \/ Dann gehen sie nach deut Fallreep, neben i tzUtl eine Dampfspinasse liegt. Als Erster steigt der rÄ'S” ä 8™”«“ wfew« sch-'-t ÄÄ wer Deserteur seine gefesseltW Hände hoch und »stößt sie dem Sergeanten ins. Genick, so.daß die- I fer stolpert und nach vorn« in die Pinasse stürzt und ehe der hinter ihm gehende Soldat zugreifen kann, springt der Legionär, beide. Hände hoch über seinem Kopf« haltend, in den schmalen bläuen Streifen und fährt in die Tiefe, die an der Oberfläche einen leichten Welleukreis schlägt. Totenstille. Aber ein Glühen in der Luft, die das Blut fieberhaft erregt.,'~ „Ob es ein Deutscher war?"—„Weiß ich nicht, ist ja schließlich auch gleichgültig, r- Es war jedenfalls ein Mensch,, den das Heimweh packte und der mit feinem Leben den Wechsel bezahlte, zu dellen voller Einlösung er nicht mehr die Kraft besaß." * Steil nach oben kräuseln sich di« Rauchwolken auS d«m Schornstein der„Roval Castle", die ihre Anker hievt. Langsam versinkt di« Küste, aber das Schisi bleibt noch lange durch das breite, glitzernde Band des Kielwassers mit ihr verbunden und iJn das Klirren des weggeworfenen' Ge-1 die^r Streifen schimmert rot, scheint in die Tiefe räie'i mischt sich lautes Rufen und Gebrüll und I zu gehen. Aug. W o ft u patsch. Seite 6 Samstag, Kl. Dezember 1982. Sk. 308. PBAfltB 1EITIJSC. Die einsame Badewanne. In der nun schon-beriiljinrcn Landesgebära nstalt\ befindet sich— z. B. aus der im Aerztlichen vorbildlichen Deurichen Klinik'"Pros. Dr. Weibel Kzw. Pros. Dr. Sch« n kl eine rinsanze Badewanne j für sämtliche Patientinnen. Wie wir bereits berichteten, wird der oft recht große und naturgemäß eilige Betrieb dadurch stark gehindert, daß eine Frau aus die andere warten muß. Aber die allgemein« und durch die lange Nichtbehandlnng der Avbeits losen start augestiegcne Zahl der Geschlechts kranken mach! nun h ö ch st« Eile für zeit- und; hygieneentsprechende Einrichtungen dieser Änstal:! notig. Eine entsprechende Desinfektion dieser einzigen und einsamen Badewanne ist unmöglich, ltzesund« und kranke Frauen, genug davon geschlechtskrank(Gonorrhoe und- Lues, samt Dermatosen(Hautkrankheiten) nassen durcheinattder gebadet werden. Das gehl nicht so weiter, will sich die Verwaltung, will sich der Landesausschuß nicht eines sehr nahen Tages Anklage wagen„Vernachlässigung der pflichtgemäßen Obsorge" und außerdem den Landesfonds schwer belastende Entschädigungsklagen jener Frauen zuzivhen, die durch das Baden nach einer kranken Frau ebenfalls erkrankten! Das wird kommen, weil um diese Zeit der Hochbetriüb beginnt(Allein am 24. Dezember waren aus der Deutschen Klinik 14 Aufnahmen!) Die Verwaltung, das Gesundheits- inintzterium, der Landesausschuß, das Stadtphysikat lverden nochmals zur Beseitigung der Bademiiere anfgesorderf! Es muß anders werden! Und zwar so: Nachdem man ein Badezimmer nicht so schnell bauen kann, schaffe man für jedes Zimmer zwei Badewannen auf Rädern an, eine für gesunde, eine für kranke Frauen. Dazu die eine Ecke abschließenden Rollschutzwände. Das wird die Welt nicht basten und wird Unglück verhüten, K B Gerichtssaal Sin gefährlicher„Zimmerherr". Frecher Trick eine» routinierten Gauners. Prag, 3V. Dezember. Ein gewisser Vinzenz K o h a u t, ein bekannter Berufsdieb, hat sich aus «inen eigenartigen und, wie wir gleich feststellen wollen, überaus erfolgreichen Trick spezialisiert. Er reiste durchs Land und überall, wo er. hinkam, trat der elegant gekleidete Gauner als vermögender Herr auf, der ein.gut möbliertes Zimmer suche. An Angeboten fehlte es natürlich nicht und wo immer der vermeintliche reiche Wohnungssucher hinkam, wußte er großen Eindruck zu machen. Die Frage des Mietzinses pflegte-er mit eleganter Geste kurz abzutun, was den Eindruck erweckte, daß der elegante Fremde ein Many fjj, tej über kleinliche Geldsorgen erhaben ist. Dagegen sprach'er viel von den verlangten Bequkei:en, von der Art der Küche, die er gewohnt sei u. dgl. m., so daß die vermietende Hausfrau sich schon im Stillen zu dem vornehmen Zimmerherrn beglückwünschte. Das Ende dieser Brrhandlangen war immer das gleiche. Der vornehme Fremde begann sich Plötzlich über Unwohlsein zu- beklagen und bat mit matter Stimme die Vermieterin, ihm eine kleine Erfrischung zu besorgen. Während dje Frauen nun davoneilten, um dem künftigen Zimmerherrn den kleinen Liebesdienst zu erweisen, benützte dieser die Gelegenheit und plünderte die Wohnung aus. Da er große Routine in solchen Dingen hat, ging ihm die Arbeit schnell von der Hand und wenn die unvorsichtigen Frauen nach einigen Minuten mir der verlangten Erfrischung zurückkckhrten, war der elegante„Mieter" verschwunden und mit ihm die Wertsachen und Geldbeträge, die ihm erreichbar gewesen waren. Auf solche Art führte der Gauner ein behagliches und müheloses Leben. Seinen Trick hat er fast dreißigmal mit gutem Erfolg ausführen können. Natürlich wechselte er täglich feinet» Aufenthalt. U. a hat er auch Brüx, Dur. Trplitz und Saaz mit seiner Anwesenheit beehr:.. In Prag borgte er von einer ganz fremden Tabak, Verkäuferin 50 K, wobei er sich als Freund des Chefs ausgab und nicht genug damit, stahl er noch der, arglosen Verkäuferin die Aktentasche mit der Tageslosung von 2000 K, für di« das arm« Geschöpf natürlich austommen mußte. Der Senat des OGR. 8 u d o m a verurteilte den Gapner zu. 18 Monaten schweren und verschärftenKerkers. rd. zehn Monate Kerker für einen Winterrock. Prag, 30. Dezember. Diese außergewöhnlich hohe Strafe für den versuchten Diebstahl eines Winterrockes erklärt sich aus den zahlreichen Vorstrafen des Angeklagten Franz SirokY, der vom abge- bauten Beamten ruurprofessionellen Rockmarder herabgosulcken und tvegcn solcher Diebstähle vielfach vorbestraft i-st. Der eingeklagte Fall spielte sich am 33. November in dem bekannten Dräuhaus„11 Fleckn" ab. wo ein Gast gerad-' im letzten Moment noch bemerkte, wie der Angeklagte mit seinem Mantel zur Türe hinaus verschwinden’»otüt. Es gab einen großen Wirbel und der Bestohlene ließ es sich nicht nehmen, auf der Stelle ein« Ar:, vorläufige Schnelljnsti; zu.üben,' indem er dem Dieb einige kräftige Ohrfeigen gab und khn dann erst verhaften ließ. Vor Gericht erklärte der Angeklagte hartnäckig es habe sich nur um eine Ver wechslung gehandelt. Mit Rücksicht auf seine! früheren Delikte ähnlicher Art schenkte aber das, Gericht dieser Verantwortung keinen Glauben und! verurteilte ihn zu zehn Monaten schweren! Kerkers, nach denen Verbüßung er der! Zwangsarbeitsan st alt übergeben werden soll- r b. I Kunst und Wissen Gablonzer Ttadtthealer lu Rot. Gablonz, 30. Dezember. Die Wirtschaftskrise hat in letzter Zeit auf den Geschäftsgang des Gablonzer Stadtcheaters ungünstig eingewirkt, so daß Direktor Josef Weniger, der seit Jahren die Leitung des Sradttheaiers inne hatte, sich außerstande erklärt, das Stadtkheater in eigener Regie weiterzuführen und vorbehaltlich der Genehmigung des Stadtrates von seinem Vertrag zürüstgetreten i-st. Die A n g« st e l l t e n des Stadtcheaters, 110 Personen, deren Existenz mit der Weiterführung des Betriebes verbunden ist, haben sich, zu einer Arbeitsgemeinschaft zu samnienge schloffen, um das Theater a-b 1. Jänner 1L33 mit finanzieller Unterstützung der Stadt, wie sie bisher gewährt wurde, in dem bisherigen Umfang weiterzuführen. Die Stadt überläßt der Arbeitsgemeinschaft das Theater zur kostenlosen Benützung, stellt Beheizung und Beleuchtung bei und gibt eine monatliche Subvention von 33.000 X. Den Kostümfundus stellt Dir. Weniger zur Verfügung. Die artistische Leitung des Theaters wird in den Händen der Herren Sofla, Lustig und Speer liegen. Schlierseer Volksbühne— versteigert! Nach einer Meldung aus Kufstein wurden die Jnier- essenten dort benachrichtigt, daß die weltbekannte Schlierseer Volksbühne, die das Schauspielerehepaar laber und Anna T e r o f a l gegründet hat, samt den Neuwirtsauwesen in Schliersee am Freitag, den 27. Jänner zur Versteigerung gelangen. Das Schlier^ feer Bauerntheater fällt ebenfalls der Wirt« schaftskrise zum Opfer. Märchenspiel im Rationaltheater. Josef 6 a p e k hat mit dem Komponisten Jaroslav Kriöka eine Märchenoper für jung und alt geschrieben, die recht geglückt»st.„Urgroßvater, die Räuber und Detektive' ist ein nettes Milieustück, in deffen Mittelpunkt ein alter Mann steht, der in ein Schauergasthaus mit Räubern kommt und sie durch seine Unerschrockenheit den Detektiven in die Hände spielt. Der Autor bemüht sich mit Erfolg, ein lebenswahres Bild voll Satire aus die großen Schauerstücke zu bringen, der Komponist KriSka hat viele feine Melodien erfunden, die-in bescheidenen-Liedchen ganz paffckbel klingen; auch seine JirstrUmttltation für keines Orchester fst voll Witz und Charme. Besonders gefallen Opernparodien in den Szenen, da die Räuber als Spielpuppen unauffällig sein wollen. Die Aufführung ist vom jungen Regisseur Frejka mit Sorgfalt einstudiert und namentlich in den Enscmbleszenen voll Leben.—wl— Spielplan des Reuen Deutschen Theaters. Samstag, 7 Uhr:„Hokuspokus"(C 2); halb 11 Uhr: „Silvester in der Wunderbar"(AA). Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 7 Uhr:„Dreimal Offenba ch": halb 11 Uhr:«Susannens Geheimnis", Sil vester'» Ballett,„Brüderlein fein". Was Ist das„Internationale Poiariahr"? Arktis und Wettervoraussage.— Tas System der Beobachtnngsposten.— Wo unser Wetter gemacht wird. Vielfach liest man jetzt, daß das 3. internationale Polarjahr begonnen habe. Die wenigsten können sich darunter etwas vorstellen. Was heißt das: Internationales Polariahr? Was wird darunter verstanden, was meint die Wissenschaft und was beabsichtigt sie damit? Der Internationale Meteorologenkongreß, der vpr zwei Jahren unter äußerst zahlreicher Beteiligung tagte, ist zwar nicht der Erfinder, aber der eigentliche Neuschöpfer des Internationalen PolarjahrS. ES hat nämlich schon einmal ein solches Jahr gegeben und zwar im vorigen Jahrhundert. Auf Vorschlag des österreichischen Gelehrte» Wehprecht wurde das Jahr 1882/88 zum Internationalen Polarjahr erklärt. Mehr als dreizehn Expeditionen verschiedener Staaten begaben sich damals in die Ärktis und mochten gleichzeitige Beobachtungen. Daraus wird schon etwas klarer, was ein Jnternationals Polarjahr ist. Die Wissenschaft aller an der arktische» Forschung interessierten Länder sollen innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts an bestimmten, wichtigen Punkten zu genau festgelegten Zeiten und unter vorher ausgemachten Voraussetzungen meteorologische Beobachtungen machen. Dazu gehören Beobachtungen über den Erdmagnetismus, Temperaturmessungen, Untersuchungen über die Luftfeuchtigkeit, Wind- und Wirbelentstehungen mit den dazr gehörigen Lustbewegungen sowie die Erforfchunj der höheren, und höchsten Lustregionen in tenot kür die Wettervoraussage in der ganzen Welt v bedeuffamen Zonen. Es geht, mit einem Wort darum, die Grun>- Der Film HMcher stnUntlUm. Afrika ist uns schon recht gut bekannt: der! Fliegerfilm Udets, Amerikas«Trader Horn" und Schoedsacks'„Rango" waren SpitzenleisMngen, die nicht so bald werden-erreicht werde» könne». Die jetzt laufende Neujahrs- und Festesüberraschung heißt:„Bring sie lebend heim" und schildert die Expedition des Hauptlieferanten amerikanischer Zoos, Frarck, der im Ruhm steht, uur alleräußerst von der Waffe Gebrauch zu machen. Was allerdings humaner ist, das rasche Töte» durch'die Kugel oder die Kulturschande der nuckernen Tierparks, wo die Riesendestie» anstatt ihrer angeborenen Freiheit täglich einige.Stücke Fleisch erhalten, bleibe dahingestellt. Der Ausflug der Expedition nach Hinter- Indien und die Dschungel im Malayischen Archipel wird recht gut photographiert und gibt 90 Minuten interessanten Anschauungsunterrichts, der gewürzt wird durch nachsynchronisierte Geräusche, damit niemand daran vergißt, wie so ein Tiger brüllt. Das Besondere an diesem Film sind die Kämpfe der Bestien untereinander: einen Tiger sieht man nicht immer gegen Panther,- Riesenschlange, diese wieder nicht immer gegen Krokodile kämpfen. Es gelang allerditrg- dem Regisseur Elliot der„Radio-Pictures" nicht, die unübertreffliche Wirklichksitstrene des„Trader Horn" auch nur annähernd zu erreichen, obwohl e-r wahrscheinlich wengier Szenen gestellt hat als die Konkurrenten aus Hollywood. Selbst der anfrichtigsie Liebhaber dieser Art von Filmen wird die Empfindung nicht los, daß erstens diese aufregenden Tierkämpfe nur Roheitsinstinkte anstacheln und mehr in einen Zirkus gehören als in einen Kulturfilm und daß sie obendrein noch sehr kompliziert arrangiert wurden; trotzdem sind sie aber für Menschen mit besonders statten Nerven sehr interessant. Unübertrefflich wie immer sind die traurigen und überaus klugen Physiognomien der Affen; namentlich ein weißer Seiltänzer erzielt unaufhörliche Lacherfolge. Auch ein kleiner Urwaldbär, ein Elephantenbaby und sine Rieseneidechse finden lebhaft«» Anklang in diesem Werk, Pas so wohltuend fern steht jeglichem bis an die. Neige bekannten Startnm. Denn das ist ja der selterie Wert dieser FAme: daß sie wieder Vertrauen geben zur Kraft des Films, dessen edelster und wichtigster Zweck die Belehrung ist. Trotz immer wiedrrkchrcnder Traumproduktc, wie gut es doch den armen Leuten auf dieser Welt geht, wie leicht sie die Zufallskarriere bis zu den höchsten Gipfeln der Mei^chheit, das ist das Himmelbett, führt, lobt noch der Film der Wahrheit, der Belehrung; und wenn auch diese Sensationskulturfilme viel zu sehr, an- zehaucht sind vom Geist der Hollywooder Busineßmänner, von ihren Kalkulationen, die eben die Schlange zum Kampf zrvingen, so werden wir in den heutigen Zeiten der Geistesarmnt mit Recht aufatmen darüber, daß uns im Kino endlich, wieder einmal Loben, Neues und Belehrendes gezeigt wird. Der Vertrauensmann IM«• Tribüne Monatsschrift für Arbeiterpolitik end Arbeiterkultur. Die-„TrlMne** unterrichtet den•oziallstlschea Ver- iraaensmann Ober die tkloellu Probleme des internationale* Sozialismus, der Oekonotnte und der Kalturpolltik. Jabresbezus 40 Kd. vierj&hrlicb 10 Kd. Einzelheit* 4 Kd. Bestellungen durch den Vertrauensmann, die Schrlftenabtellw 40a. Volksbuchhandlung oder direkt durch die Verwaltung» Prag 1U Nekazanka 10. lagen nicht nut der meteorologischen Wissenschaft überhaupt, sondern ihrer praktischen Anwendung in der Wettervoraussage zu erweitern und immer zuverlässiger zu macherr. Durch die zahlreichen gleichzeitigen Beobachtungen an den verschiedensten arktischen Punkten gelingt es schließlich, ge- wisse Gesetzmäßigkeiten aufzudecken, die von entscheidender Wichtigkeit sind. Es gibt jetzt bereits mehr als 50 ständige wissmschaftliche Beobachtnngsposten in der Arktis. Diese werden im Pölarjahr zu einem festen lückenlosen System zusammengefaßt. Zu ihnen treten dann noch ebenso viele provisorische Posten, die nur für das Polarjahr selbst ihrt Zelte in der Arktis und Antarktis aufschlagen Auf Franz-Joseph-Land und Nowaja Semlja finden wir russische Stationen, auf Grönland dertsche, dänische und norwegische, schwedische urid norwegische auf Spitzbergen, italienische auf Brfsins-Laitd und vorwiegend amerikanische in dec Antarktis. Großzügiger als früher will man dieses Mal a»ch wieder Flugzeuge und wenn es möglich ist, dis Luftschiff in den Dienst der arktischen For- sgung stellen. Sie haben bereits ganz außer- crdentliche Dienste geleistet. Besonders groß war sie wissenschaftliche Ausbeute der Arktisfahrt des Grafen Zeppelin. Die erforderlichen Mittel sind größtenteils schon bereitgestellt. Einen großen Anteil hat di« amerikanische Carnegiegesellschaft übernommen, in den Rest teilen sich russische, amerikanische und skandiiravische, sowie italienische Stellen. Eine besondere Kommission von Gelehrten wird dann nach Ablauf des Internationalen Polarjahres die wissenschaftliche Ausbeute prüfen und über ihre Ergebnisse auf dem nächsten internationale» Meteorologenkongreß ausführlich berichten. Ten Nutzen dieser Arbeiten werden wir alle haben, denn er fvird der Wettervoraussage in unseren Zone» direkt zugute kommen. K. Zurland. MaM dar deutschen Sparkassen ii dar Cedioslovakischen Republik. Haaptamtalt: Prag L. Bradauaraasse 14. Zvtlgniederlass«Bgen,: Aum<, Brtan, Eger. Jggetadorf. Bciebenberg,& TeMh.n. Tnutsaan. Tropp.n. M« Sank dar dMdadran Sparanstalten und ugi Gemeinden. AM• Spiel• Körperpilepe Crsolgreiche Ratursrermdearbeit Immer wieder erreichen uns Nachrichten von weiteren Erfolgen zäher Aufbauarbeit der a t urfreund«. Zu einem besonders freudig aufgenom menen Ereignis wurde die Jubelfeier aus dem Padasterjoch in Tirol, wo vor 25 Jahren das erste Raturfreundcheim eröffnet- wurde. In Deutschland allein wirden acht neue Heime per Oeffentlichkei: übergeben. Als Ferienheim wurde das bei Villmar-an der Lahn gelegene Lahntalhaus des Gaues Mittelrhein-Main eröffnet. Weit mchr als hundert Gäste können dort.unter- gebracht werden, ein guter Bootsraum für Waffer- wonderer steht zur Verfügung. Für Falibootsahrer als Stützpunkt wichtig ist auch das Bootshaus der westfälischen Gruppe Hüls, und das prächtige Haus der Leipziger an der Elster, das allein 1.80 Boots- ständc hat und auch sonst ausgedehnte Heimräum- lichkeiten enthält. Ein Wapderheim errichtete die Ortsgruppe Sangerhausen im Südharz, ebenso Alfeld im Westen des Harzes mit dem Leinetal und dem Hils als Wandergebiet. Tie Ortsgruppe Este» eröffnete ihr Stadtheim, und die Schweinfurter konnten an Stelle des infolge Brandstiftung abgebrannten kleinen Heimes auf der Hohen Wann am Wcschange der Haßberge ein neues schönes Heim ein weihen. Bon Bedeutung ist auch die beträchtliche Erweiterung Les Freiburger Natürfreundeheimes bei Breitnau, das jetzt über hundert Besuchern Raum bietet. Ferner sei das neue Heim der Erfurter in Tambach-Dielharz erwähnt, das ein Stützpunkt für Wanderungen im Thüringer Wald ist. Schließlich darf als außerordentlich erfreulich das Schaffe» dec völlig isoliert wirkenden Danziger Naturfreunde gewertet werden, die neben ihrem Wanderhelm in KahNube, nahe aer polnischen Grenze, ein zweites Ferienheim der Oeffentlichkeit übergeben konnten. Auch in der Tschechoslowakei war man rührig. Die Warnsdorfer schufen im nordböhmische» Industriegebiet in Riederli chten- was de am Fuße des Plissenberges ein bestens ausgebautes Ferienheim mit rund 80 Lagerstätten, und die Tra»L«na-u■' Sitten» Siekntt-««amworMch-r Srtaftt« Dr«rf ettlli. gr-,-«rat-Stot»*«.••. ffa tz-tte»» sw- W.-L.Dxos o«» btia, «4.— Dir SehiinflOmaxUnftattffltui»uxb« vo» uez Votz- v Lelegraphendireliion am Erlaß Nr baoLigt— VeLuasbeül»gunaea: Bei KustellnA« ins-ans oder bei ve-uo durch»io W^«aMch« 10.-7. mywuiQ M Kr-. leüiiäbne U 06.—. KA UL.—.— Aujevat, inuUs laut Larrs diLi-K Bet ötvrea fcuüÄalhinaca PreiLuachlä-— dou Mamdkri-trn«M-t««»« UMjend«, WM irmnaeiM.