Einzelpreis 79 Heller. (Einschließlich S Heller Porto» 13 Jahrgang. Dienstag. 3 Zänner 1933 Rr 2. Wahrheitsbeweises har,, wurde der Wahrheit weis v o m Ger ichtfuge lassen und seiner Erbringung die Verhandlung vertagt. Frankreich Std? Oo'.d ab. Paris, 1. Jänner. Nach Informationen deS„Echo de Paris" sind die Goldvorräte Frank- rcichs vom 2. bis 23. Dezember um 540 Millionen Franken gesunken. Die Goldausfuhr- erfolgte hauptsächlich nach Amerika. erklärung nicht entziehen und auch den Zeitpunkt dieser Aussprache dem Reichstag anheim- stellen. lieber den Wiederzpsammentritt des Reichstages wird der Aeltestvncrus schuh bereits am Mittwoch zu entfcheivon haben. Auf jeden Fall wird aber der Reichskanzler dann selbst von der NSDAP ein klares Bekenntnis für oder gegen sich verlangen. Da olle» nationalsozialistischen Parteiführern, tvelcher Richtung immer sie angehören, eine direkte panische Angst vor abermaligen Neuwahlen im Blut steckt, so ist für die Parteileitung die Lage im neuen Jahr alles andere denn rosig zu nennen. Dazu komme, daß aus allen Testen des Reiches neue schwere Zerwürfnisse m der SA und SS gemeldet werden. In vielen Orten der Parteiangchöriyen. Bisher tst ein 56jähriger nationalsozialistischer Kriegsinvalide als Todesopfer dieser inneren Auseinandersetzungen aus der Strecke geblieben. Der nationalsozialistische Redakteur Bartoldi. wurde von einem SA- Mann in den Rücken geschossen. Arbeitsaufnahme bei der Alpine. Graz, 2. Jänner. Die A lpine-Mon tangesell- j schall hat heute in Donawitz das Hüttenwerk, den ! Elektroofen und das Grobwalztverk wieder m 1 Betrieb gesetzt. Die Hochöfen blichen noch weiter- Rew Bork, 2. Jänner. Der im Jahre 1929 vom Präswenten Hoover zwecks Studiums der sozialen und Wirtschafts-Fragen in den Bereinigten Staaten eingesetzte fünfziggliedrige Untersuchungsausschuß veröffentlichte gestern das Er- gebnis seiner Untersuchung. Der Ausschuß führt zahlreiche Empfehlungen zur Verbesserung der Wirtschafts- und sozialen Organisation an und schlägt Maßnahmen zur Hebung der Einnahmen vor. Als Heilmittel gegen die Arbeitslosigteit empfiehlt der Ausschuß di« Einführung der fünftägigen Arbeitswoche und des sechsstündige« Arbeitstages. Ferner schlägt der Ausschuß die Schaffung eines Unterstützungsfonds für Arbeitslos«, die Erhöhung der Alrerspensionen und der Radikale Arbeitszeitverkürzung das einzige Mittel gegen die Krise Vorschläge eines von Hoover eingesetzten Ausschusses.\ Erbschaftsgebühren sowie die Erweiterung der öffentlichen Kontrolle Wer. dir gemeinnützigen Betriebe vor..’ In dem Bericht wrrd Weilers di« Möglichkeit heftiger Erschütterungen, eine, ernste Bedrohung der liberalen, und demokratischen Methoden und der Verlust vieler nützlicher Komponenten des. heutigen Produktionssystems angedeütet, falls' die sozialen Vcrbesse- rungsmaßnahmen nicht wirkungsvoller dürchge- sührt werden. Präsident Hoover hat zu dem Bericht,dic Einleitung geschrieben, in bem es heißt:' Es würde uns allen helfen, wenn wir wissen tpük- den, wo der soziale Druck erfolgt und wo'die größten Bemühungen eingesetzt werden sollten, um die Schwierigkeiten planmäßig zu beseitigen. Besserung in Sicht? Optimistisch« Londoner Blätterstimmen. London, 1. Jänner. Tie Presse gibt anläßlich des Jahrestvechsels der Ueberzeugung Ausdruck. daß die Staaten zwar noch ernste Schwierigkeiten zu überwinden haben, daß sie sich aber allmählich aus der lähmenden Krise zu erholen beginnen. Tie Blätter betonen, daß in England zahlreiche Industrien(einschließlich Eisen, Kohle, Stahl und Textilien)- Anzeichen eines Wiederauflebens auftveisen. Bauern aus Oberösterreich. Die Bauern veranstalteten auf dem Marktplatze eine Volksversammlung, bei der eine Reihe von Rednern, imter ihnen auch Vertreter der Heimwehren, der Nationalsozialisten und der Christlichsozialen, sprach. Einige Redner setzten sich für ein radikales Vorgehen ein, andere rieten zur Mäßigkeit und Ruhe. Die Ordnung wurde bisher nicht gestört. Von dem beabsichtigten Marsch nach Graz zwecks Befreiung der Personen, die im Zusammenhang mit den letzten Demonstrationen verhaftet wurden, wurde Abstand genommen. Im Rathaus von Vorau verhandelten die Vertreter der Behörden mit den Vertretern der Bauernschaft, welche auch weiterhin die Frei- lassung aller Verhafteten, die Einstellung der Exekutionen und Versteigerungen und hauptsächlich die Beseitigung der obligatorischen Krankenversicherung in der Landwirtschaft(!) verlangen. In Vorau trafen auch Organe der Staatsanwaltschaft in f Graz an, die mit der Untersuchung der Ereignisse s betraut sind. Diese machten die Zusage, daß die I Verhafteten in Kürze auf freien Fuß gesetzt f werden. In A d m o n t wurden zehn Kommunisten, i meist Studenten, wegen des Versuches der ge- (waltsamen Störung einer Exekution verhaftet.. Durch Drohunti mit Neuwahlen will Schleicher die Nazis Mein Kriegen. Berlin, 2. Jänner. Im Münchener Brau nen Haus finden derzeit Beratungen der natw« «alsozialistifcheu Führer mit Hüter statt. Di« Meinungen sind geteilt: Göring ist fiir eine Politik der schärferen Tonart, andere sprechen sich wieder für eine leisetketerifch« Politik Di« Meldung eines dtntfchnationalen Blattes» daß 40 der nationalsozialistischen Abgeordneten bereit feie«, Gregor Strass.«« zu folge«, wenn dieser d«e ihm von Schleicher angeblich angeboten« Vizekanzlerschaft sm Reichs kabinett annimmt, sind in dieser Form v e r- fr ü ht. Von Regrerungsselle wird inoffiziell betont, daß die verantwortlichen Reichs stellen solchen Kombinationen fern stehen und daß, fr« sich augenblicklich darauf beschränk:», die Entwicklung des Konfliktes Hitler-Strasser zu verfolgen.. w Sollte in absehbarer Zell eine Klärung dieses i des Reiches kommt es zu Schlägereien innerhalb Konfliktes erfolgen, so wäre davon auch eine""" Klärung des endgültigen Verhaltens der NSDAP zur Regierung Schleicher im Reichstag zu er warten. Die Reichs regle rung werde sich egier politi schen Aussprache im Anschluß an die Regierungs-, Die steirische Dsnernrevoite. vendarmerie und Militär eingesetzt. Graz, 2. Jänner. Aus de» Detailberichten der Provinzpresse geht hervor, daß die Bauern unruhen der letzt«« Tage in Rohrbach und Borau, welch« mit Gewalttätigkeiten gegen die Exekutionsorga«« einsetzten, bedenklicheren Cha rakter annahmrn und sich auch ans weitere Ge meinden, insbesondere aus Pöllan und Friedberg» Hardberg und Admont ausdehnten. Besonders in Admont ist die Situation bedenklich. Am Samstag wurde dort ein neuer Versuch gemacht, mit Gewalt eine Exekution zu ver hindern, welch«» Besuch eine Gendarmerie verstärkung erst nach längeren Anstrengungen verhinderte. Da die Bauer« mit nenen Demon strationen und eventuell mit einem Marsch a u f G r a z drohen, lvenn die im Zusammenhang and» Fntiland i mit den letzten Ereignissen verhafteten Personen »um nicht freigelassen werden, und auch andere For- haut einen„TasdtcnKreuzer. derunge» stellen, wurde in einige besonders »nnhn« unruhige Gemeinden, so namentlich nach Hard- ÄSÄÄ i wurden Ä^zÄ^iÄtzÄsAnAtW ci Dentschland gebaut ha, Weller werde,, M'; Unruhen b^elchu-t wnrde«, verhaftet. Kreuzer, zwei Unterseeboot«, acht Torpedoboot-?-}„ Zerstörer, zwer Schaluppen und ein Magazinschiff!'-Die Gemeinden Rohrbach, Borau, Pollau gebaut werden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr- und Hartberg gliche» am Neujahrstag wegen der beginnen. f ausgedehnten Sicherheitsmaßnahmen einem. l Heerlager. Alle wichtigen Wege'und Kreuzungen s waren mit Gendarmerie oder sogar von Militär j gesetzt. Desgleichen waren' die öffentlichen' Gel! bäude bewacht und durch die Straßen patrouil-, lserten starcke Wachen.-• 1. Z« Borau versammelten sich am Vormittag i loOO bis 2000 BErn"aus. der ganzen Umge-« Betrieb geletzt bung. Anwesend war auch eine Deputation von hm st-iügelegt. Der koschere Hakenkreuz «ihrer Die„Arbeiter-Zeitung" will den Wahrheitsbeweis führe«. Wien,. 2. Jänner. Hcuie begann der Ehren- beleidigungsprozrß des Führers der österreichischen Hakenkreuzlär Frauenfeld gegen die „Arbeite r-Z eitung", di« Frauenfeld einen „koscheren.Hakcnkreuzler" und einen Dunklen Ehrenmann" genannt harre. Die„Arbeiter-Zeitung", bot heute den Wahrheitsbeweis an, daß.Frauenfeld freiwillig und für sein eigenes Geld im Rothschildspital, das der Wiener israelitischen Kultusgememde gehört und nur von Juden unterstützt wird, Aufenthalt gesucht und dorr wochenlang bei koscherer Verpflegung gelebt habe. Als Beweis für den»^dunklen Ehrenmann", führt die„Arbeiter-.Zeitung" an, daß er, ein geborener Antisemit,«in Buch„in t i e f'c r E h r s u r ch t" dem jüdischen Baickier Sieghart gewidmet habe. Trotz des Einspruchs des Klägers, der begreiflicher Weise Angst vor der Erbringung dieses tsbe- zu Japan greift an. Paris, 2. Jänner. Havas berichtet aus Peking: Die Japaner haben die Stadt Schan- haikwäm beschossen und heute eingenommen. . Peking, 2. Jänner. Weurer.). Japanische Flugzeuge warfen 12 Bomben auf Schanhajkwan ab. Gleichzertig wurde die Stadt von vier japanischen Feldgeschütze» beschossen. Aus glaubwürdiger OucÜe wird uiitgezeilt, daß die Japaner und die mandschurischen Truppen den Bahnhof in Schqnhajkwan besetzten, wo 3000 japanische Soldaten, wie cs scheint zum Transport nach Tschinwantaon innerhalb der Großen Mauer, bereitstehen. Es besteht nock) keine Klarheit darüber, ob es sich nur um ein Mißverständnis, oder um eine japanisch« Aktion handelt,- die im Zusamnken- hang vnt dem Jehol-Konflikt steht. Tic chinesisch« Gesandtschaft in London veröffentlicht eine Erklärung, in der sie mitteilt, daß die chinesisch« Zentralregierung in Nanking alle chinesischen Behörden in den nördlichen Provinzen auffordert«, ihr detaillierte Berichte über die Ereignisse in Schanhajkwan zu erstatten und m i t allen Mitteln einen Einfall der japanisch enTruPpcn zu verhindern, Wie aus Schanghai berichtet wird, säibdle der Kommandant der chinesischen Truppen in Schanhajkwan einen z,»eiten Protest gegen Pie Angriffe der japanischen Truppen, die, wie er sagt, durch nichts provoziert wurden. , Aus' den- Bereinigten Staaten komull, wir wrr an oiiderer Stelle melden» eine interessante Nachricht: Der große vorn Präsidenten eingesetzte Ausschuß WM Dträdiuin der Win schaftssvagen dvs.Handes veröffemlicht eine Untersuchung^ in der„die Möglichkeit lzestiger Erschütterringen, eine ernste Brdwhung der Liberalen und deuwkvatischen Methoden' und der Verlust vieler nützlicher Komponenten des heutigen PrddnktivnssystemS" voran sgcsagt wird,„falls die. fozialeti Berbejsevungstzraß- nahmen nicht wirkungsvoller. iurrchgesühr^ werden". Es ist dies ein Embekenntnis der schweren Erschütterung des ka p i- t a l i sti-s ch e n S,yste in s, das um so bedeu- trmgsvotler erscheint, als es aus einenr Lankke kommt, in dem der größte Teil der Bewohner durchaus prrvatkapilalistische Ideale hat und noch bis vor kurzem fest an die Unerschnt"..ex- lichkell des kapllalMschen Systems geglmtht hat. Die Prvfperitätsepochc von 1922 bis.1929 hat in den Bereinigten Staaten. zu cinem Glauben an den Kapitalismus geführt, der unerschütterlich schien. Tie große Krise der Wcltlvirtschaft hat' aber auch diese,» Glauhen erschüttert und selbst im bürgerlichen Aniprika, in dem, weite Kreise auch' der. A.tbciterschast noch an die Zukunft des Kapitalismus, glauben, bricht sich der Gedanke der schwersten Bedrohung der bapktalistischen l^eMschaft und dennu-der Möglichkeit der Umgesrnlllmg der gesellschaftlichen Verhältnisse Bahn. Auch sonst entdecken die nicht ntarxistischrn Atnebrkcknet' Tatsachen,die km WüMMchen Europa schon längst bekannt find. Enw Oicha- uisation von Technikern hat üillaug'srnnt allein Nachdruck auf die sogcnaitilke„iech»tol»gisllu Arbellslosigkeit" anfmerkfam gsinachk, d. b. ans die Tatsache, daß drrrch die rasende Ein- Wicklung der Technik die menschlichen Arbeitskräfte iinmer mehr embehrlich werden. Die iteue Wissenschaft— Technokratie(Herrschaft der Technik) nennt man das in Amerikg— belehrt uns darüber, daß ein Arbeiter in einer Glü'ylampeufabvik heute in einer Stunde dasselbe leistet, wie im Jahre 1914 in.9000 Strrnden! In den neuesten Getvoidemühlen in Miirrieapolis übertvacht ein Arbeiter täglicl» Mrs.Mahlen von, 30.000 Barrels Mehl. Die tägliche Produktiousleistung eines einzige» Arbeiters in einer mademcn Ziegelfabftk beträgt 100.000 Ziegelsteine. In der Roheisen- erzeuguUg kann jetzt ein einziger Arbeiter so viel Herstellen wie 650 Arbeiter vor einen« ha'Lben Jahrhundert. Selbst«ni Falle einer sofortiger: Rückkehr zum Konfurn von 1929 würbe nach Berechrrungen der in Rede stehenden Ingenieure die Hälfte des derzeitigen anie- rikanischen Arbeitslosenheeres von ungefähr. 1-1 Millionen Menschen zur Untätigkeit verurteilt sein. Die Ingenieure kmmnen zu dein Ergebnis, daß es auf Grrmd des lzeutige.n Standes der Technik nur einer ArbcitÄleistnng des Jndividiums zwischen 25 und-15 Jähren von 660 Stunden im Jahre bedürfe, nm das ganze amerikanische Volk aus eine solche Lebenshaltung zu heben, die zehnmal sv hoch lväre, als die des Korrftinkturjahres i92ll. Ebenso stellt der Bericht des erwähnten Stu dienansschusfes fest, daß eine fünftägige Arbeitswoche z« sechs Arbeits st u n h e n i m T a g d e r Aus weg aus die sen fuvchtbarerr Zustmrden sei, in die Amerikas Wirtschaft geraten ist. So Klangen aiinerika- nische Politiker, Bolkswirtschastler rcnd Inge meure zu der Erkenntnis, daß allein durch eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit das durch die Rationalisierung arbeitslos getvor- dene Proletariat wieder in den Arbeitsprozeß eingestellt werden köntze— ansonsten drohen schwere Erschüttemngen der ctmerikanischen Gesellschaft. Diese Erschütterungen werden aber nicht ausbleiben. Selbst wenn wir ni der nächsten Zeit zu einer Verkürzung der Arbellszeit nicht nur in Arncriko. sonderv auch« Europa kommen, wird der Dienstag, S. Jänner 19M Rr. 2 di« Hitlerei. volkswirtschaftlich richtig angelegt... ding ist es, wenn man behaupten will, stungsausgaben erdrückten einen Staat. Die Nachforschungen nach dem Täter waren bis-- lismuS und des Kommunismus dargeletzt har, her ergebnislos. zu folgendem Schluß: Sie rst heute die große Hoffnung aller, die durch u.. v— die Demokratie im Frieden zum Sozialismus| Josef Sobotka zum Landcsprästdcnten von wollen.« Böhmen. Nationalsozialistische Arbettsbesdiallung. In der„Betriebszelle", der für Arbeiter be- stiulmten Beilage der reichsdeutschen nationalsozialistischen Zeitungen, steht Mitte Dezember ein Aufsatz unter der Ueberfchrift„Rüstung schafft Arbeit". Darin wird u. a. gelehrt: „Alles Geld, das für Rüstungs- Heereszwecke aufaewendet wird, ist aut volkswirtschaftlich richtig angelegt... Ein ralscher Verflacht Wien, 2. Jänner.(Eigenbericht.) In der Silvesternacht ist eS in Steiermark bei Leoben zu Ausschreitungen gekommen, di« anfänglich sozialdemokratischen Arbeitern und Schutzbündlern zur Last gelegt wurden. Es wurden dort mehrer« Brandbomben geworfen, durch die großer Schaden angerichtet und auch einige Leute verletzt wurden. Die Erhebungen der Polizei haben jedoch ergeben, daß di« Urheber dieser Anschläge Hakenkreuz!«« und Heimwehrleute waren. Zwei Nazis und ein Heimwehrler wurden bereits verhaftet. Der dritte Dombenan'dila*. Landsberg a. Warthe, 2. Jänner. Auf das Haus eines Maurers in Genuin wurde heute in den ersten Morgenstunden ein Bombenanschlag verübt. In das Mauerwerk des neben dem Wohnhaus« liegenden Stalles wurde ein großes Loch gerissen und daS Dach des Stalles zum Teil abgedeckt. Dies ist bereits der dritte Anschlag, der auf das Gehöft des Maurers verübt worden ist. und und Un- Rü- Wir hatten in Europa vor 1914 reines Wettrüsten, und trotzdem befanden sich alle Staaten in hoher wirtschaftlicher Blüte. Di« Kosten für das Heer fhw eine Bersicherungsprä- mie für den Frieden... Ein Rüstungsprogramm wäre kein« gekünstelte Arbeitsbeschaffung, sondern eine auf natürlichem Wege." Daß Heereskosten eine sehr schlecht« Verstche- rungSgefellschaft für den Frieden sind, sollte der Weltkrieg selbst den Nazioten gezeigt haben. Richtig ist, daß eine starke Rüstung Arbeit schafft. Aber dafür wissen wir ein noch besseres Rezept: man sollt« alles in Grund und Boden schießen, und dann— hätte man an dem Wiederaufbau mindestens«in Jahrzehnt zu tun. Eine derartige geistig« Verwirrung kann man nur mit Kopfschütteln lesen. Aber die R ü- stungSindustri« wird sich freuen, daß eS Leut« gibt, di« so aufopfernd für ihr Geschäft arbeiten. Sie finanziert nicht umsonst Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht los. MögM diese Wort« noch so abgegriffen sein, sie kommen UNS in Erinnerung, da wir in der bürgerlichen Presse das Gejammer über den Kampf gegen die Einheitsgeschäfte und den Kommentar zu dem Antrag der deutschen Gewerbepartei, den diese im Senat cinbvachte, um ein Verbot der Einheitsgcschäfte in der Tschechoslowakei herlbeizuführen, lesen. Solange in den Fabriken, in Bergwerken und den Staatsbetrieben rationalisiert wurde, ließ das Bürgertum und seine Presse die Sozialdemokratie mit ihren Mahnrufen, der ganz systemlosen Rationalisierung Einhalt zu gebieten, allein, ja man schrieb in hohen Tönen von den Sparmaßnahmen, die mit großem Erfolg in der Produktion und rm Verkehr angewendet wurden. Das Gewerbe witwrte die Gevfyr der Rationalisierung erst, als Bata in wenigen Jahren einen bisher bedeutenden Zweig des Gewerbestandes proletarisierte,— die Schuhmacher, deren es heute in der RepuAik nur wvnige mehr gibt. Daß die Unternehmer der Metall-, der Glas-,' der Textil- und anderer Industrien durch Ratio- nalisierung und Typisierung der Erzeugung, zehntausend« braver Arbeiter brotlos machten» störte die Gewerbeparteiler nicht, obzwar die Folge der köpf- und sinnlosen Produktionsumstellung, die Arbeitslosigkeit, recht bald auch den Mittelstand erfaßte. Erst als sie sahen, daß die technische Revolution, unmittelbar auch den Gc- w^rbestand bedrohte, wurden sie aufmerksam und riefen um Hilfe, besonders jetzt, da sich das Großkapital anschickt, in allen größeren Städten der Tschechoslowakei den Dienst am Kunden zu organisieren. Jetzt wird den Mittelständlern die große Gefahr offerckundig und weil sie das Wesen deS Kapitalismus und seiner Tendenzen nicht kennt, käntpferr sie gegen diese Gefahr, wie sie immer zu kämpfen gewohnt sind,— mit Verboten. Damit aber haben sie die Schlacht mit dem Großkapital im vorhinein schon verloren, wie die Schuhmacher den Feldzug gegen Tomas Bafa verloren hatten, ehe sie chn begannen. Die Ge- tverbeparteKcr fragen nicht, hat der Fortschritt eine Berechtigung und wenn ja, wie kann man seine schädlichen Begleiterscheinungen unwirksam machen? Sondern sie sagen, die Einheitsgelchäfw kaufen, weil sie kapitalskräftig sind, billig ein. bedrohen damit den kleinen.Händler, deshalb schnell ein Verbot der Rationalisierung im Handel. Sie lernen nichts, aber auch gar nichts aus der Geschichte ihrer Klasse. Hätten sie g. lernt, dann iväre ihnen nicht unbekannt geblieben, daß mit Verboten die Entwicklung in Handel und Produktton bisher noch nie aufgehalten wurde. Sie geht im Zeitalter des Kapitalismus den Weg eherner Gesetze. Wäre ihnen weiter nicht unbekannt, daß nicht die Verbesserung der Produktion und der Organisation des Handels zu bekämpf?» ist, sondern die Gefeitfchaftsform, die es zulaßt, daß der Fortschritt der Technik, der Gewinn der Rationalisierung in Fabrik. Bureau rind Laden, dem einen Reichtümer zuschanzt und gleichzeitig hunderte schaffende Menschen zum Hlrngern znttngt. Lernte der sogenannte Mittelständler aus seiner eigenen Geschichte, er müßte wissen, daß sein Schicksal daS Sch'cklal des Industriearbeiters ist, mit dem er sich verbinden und den Kampf geg.n den Kapitalismus bis zu dessen Ni> In des Kampfes Wettern und Flammen, Wenn das Volk sein letztes„Schuldig" spricht. Dann stchen wir wieder zusammen! Mit dem Wort, mit dem Schwert, an der Donau, am Rhein— Eine allzeit treue Gesellin Wird dem thronezerschmetternden Volke sein Die Geächtete, die Rebellin! CS hat lange gedauert, ehe die Vergeltung kam, aber sie ist gekommen, unerbittlich wie das Schicksal. Und wenn■ in trüben Stunden der Zweifel über den AüSgang unseres Kampfes unS beschleichen will, dann genügt, um den Dtttt wieder zu frrwen, ein Blick in die Vergangenheit. Im Juni 1848 aus den Barrikaden von Paris waren es zwölftausend Rebellen, und zwei Tage genügten, um sie niederzuwerfen. Nach dem Krieg von 1870, der Napoleon III. stürzte, erhob sich di« Kommune und sie dauerte s«chs Wochen. Am Ausgang des Weltkrieges erhob sich di« russische Revolution und sie besteht noch immer. In dieser Zeitspanne ist die Internationale entstanden. Zweimal durch Kriege zerbrochen, ist sie zweimal wjedeverstanden, und jedesmal mit gewaltig gesteigerten Kräften. Sie war am Be- g'nn nichts, als der edle Traum einiger weniger. Sie ist heute die große Hoffnung aller, die durch Der Vorsitzende der Sozialistischen Arbeiter-Internationale hat soeben ein Buch über die großen aktuellen Probleme der in« '■>! ternatjonalcn sozialistischen Bewegung vollendet, das er„Die Alternative.— Staatskapitalismus oder demokratischer Sozialismus" Nennt und das demnächst erscheinen wird/- Die„Arbeiterzeitung" bringt das Schlußkapitel dieses Buchet Ich beende diefeL Buch in einer Sttmdr der Unklarheit^ in der gewaltige Problem« vor uns sichen, von denen wines gelöst, kaum eines der Lösung nahe ist. Di« Krise dauert fort.. Das Geschlvür der Arbeitslosigkeit frißt immer weiter um sich. Die verhängnisvoll«« Folgen des wirtschaftlichen Nationalismus drängen sich schmerzhaft deutlich vor das Auge. In einer'gärigen Reihe von Staaten droht der Bankrott. Uoberall herrscht das Defizit. Ueberall, in der privaten wie in der öffentlichen Wirtschaft bieten di« Herrschenden des Kapitalismus dasselbe Bild der Ratlosigkeit und des Unvermögens. Der Völkerbund sieht sich offenkundigem Bruch des Völker echtes, schreiender Verletzung der Verträge gegenüber und tut nichts oder kann nichts tun. Auf die Vereinbarungen und die Hoffnungen von Lausanne folgte ein enttäuschendes Nachspiel. D« WrltwirtschaftSkonfe- rentz steckt im voraus in engen Grenzen. Die Abrüstungskonferenz kämpft in Agonie, und dir Plane, di« eine Regierung nach der andern ihr vorlegt, habe» eine verzweifelte Achulichkeit mit SauevstoffballonS, di« man an das Bett eines Sterbenden bringt. Es ist nicht sicher, daß sie überhaupt zu einem Ergebnis, daß sie keineswegs bringen wird, was die Böller von ihr erwarten. Dve besten Absichten werden enttäuscht, di« schlimmst«» Heucheleien finden freies Feld. Ern so vorsichtiger, so zurückhaltender Mann wie der Führer der englischen Konservativen, Baldwin, mußte erklären, daß aller Anlaß bestehe, schon jetzt, mindestens aber in sehr naher Zukunft mit einem neuen Krieg zu rechnen. In dieser Zeit dos weltweiten Mißvergnügens, das stets«och anschwillt, in dieser Zeit der gehäuften Opfer, die den Enterbten, den Erniedrigten und Beladenen ausgebürdet werden, wächst auch der Haß und die Stimmung der Revolte greift um sich. Unter diesen Verhältnissen dürfen wir sogen, daß der Kapitalismus am Ende, angelangt ist. Aber wer wagt zu prophezeien, wie dieses Ende ausseihen und aus welche Weis« aus dieser ästen sterbenden Welt die neue hervorgehen wird, die' bereits unter ihren fliegenden Mauken zittert? Inmitten dieser tragischen Ungewißheit bleibt nur eines klar und gewiß: was immer geschehe, der Sozialismus wird eS überdauern, wie das Christentum hie antike Gesellschaft überlebt bat. Die Formen, die er annohmen wird, die Wechselfälle, durch welche er sich, durchringen wird, die Bringungen, unler denen er siegen wird, bleiben unbestimmt, und es hieße sich in engherzigen Doktrinarismus verrennen, wollte man vorgeben, sie alle in fertige Formeln einfangen zu können. In einer SchrP„Der Sozialismus und di« alte Weltt^ kommt einer der Vorläufer des französische» Sozialismus, Victor Considevant, nachdem er die verschiedenen Formen des Sozia- Die Kellnerin Molly. Roman von Hans Otto Hanoi, TvpyriM bt> gackelr«tt«r-Derlag. Berlin. Nachdruck verboten. Aber gerade dazu war das Mädchen nicht zu bewegen. Es fürchtete sich, bei Heller Sonne unter Menschen zu gehen, und fürchtet« sich noch mehr vor einem Gang am Abend. Nachts fuhr st« schreiend und tränenüberströml aus dem Schmfe auf. Und immer war es der gleiche Traum. Sie glaubte sich von ztvei zähnefletschenden Hunden gehetzt, die nicht tierköpfig waren, sondern menschliche Gesichter mit den Zügen des Kriminalwachtmeisters Pubilke und deS Justizamtmannes Gottvertrau trugen. Als sie zum Gericht bestellt wurde, um ihre Zeugenaussage über Vas Verhältnis zu Pubilke und Gottvertrau zu machen, mußten Daker und Mutter sie begleiten. Sie wär« vor Angst sonst nicht hingegangen. Nach der Vernehmung wurde sie zu Haus« stundenlang von Wrinkrämpfcn geschüttelt. Sie hatte auf der Straßk»n'emanh anzufchauen gewagt, aber schmerzhaft gefühlt, wie jeder, der ihr begegnete, sie ohne Scheu mit den Blicken untersuchte. Sicherlich gab es in Schneidewald keinen Dtenschen mehr, der Male Habenicht nicht kannte. DaS war d:i größte Kummer der Eltern. Trotzdem verhielten sie sich immerhin gütig zu dem Kinde. Sie fühlten sich mit ihrem Kinde zu einer Schicksalsgenleinschast verbunden. Auch Males jüngere Schwester litt sehr unter tem Unglück der älteren. Di« Justtz, die nach den Vorschriften der Reichsgcfttze unparteiisch und gegen sich selbst'ein soll, führte das Untersuchungsverfabven gegen ihre beschuldigten Beamten durch. Ob—jck—tiv, toi« Staatsanwalt Dr. Schneise hcrvorhob. In der sozialistischen„Bolksstimme für den Kreis Schneidewald" wurde zwar bemängelt, daß Pubilke wie auch Gottvertrau ihre Aemter weiterführten, Pubilke also über die Sittlichkeit wachte' und Gottvertrau di« Unsittlichkeit protokollierte, obwohl beide wegen Sittlichkeitsvergehen angeschuldigt waren. Aber da beide nach wie vor zur Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten amtierten, fand man keinen Grund zur einstweiligen Entfernung vom Amte. Die Bemerkung der„Bollsstimme" wurde im bürgerlichen„Tageblot?' zurückgewiesen als ein unzulässiger Versuch, mit schmutzigen Mitteln gegen die altpveußischen Traditionen des pflichtgetveuen Beanttenstmrdes zu Hetzen. Di« vorgesetzt:« Behörden der beiden Beamten lieferen vorzügliche Zeugnisse über das Wohlverhalten ihrer Untergebenen zu den Akttn. Als am Tage der Hauptverhandlung die Angeklagten, der fünfundvierzigjährige Pubilke uitd der vierzigjährige Gotwertrau, in feierlichen schwarzen Röcken vor Gericht erschienen, boten sie das Bild peinlicher Ehrenhaftigkeit und beleidigter Würde. Der erfahrene Gerichtspolizist, der i sie vor die Anklagebank führen mußte, stellte für sich fest, daß ein schuldiger Verbrecher sich niemals so korrekt, mit den Fingern an der Hosennaht und, die Hacken zusammenknallend, leinen Richtern stellt. Auch kannte er sie vom Militärverein her als zwei tadellose Ehrenmänner. Dagegen machten die Belastungszeugen, der Bürovorsteher Habenicht und seine jugendliche Tochter, einen kläglichen Eindruck. Die Blicke, die Habenicht an di« Angeklagten wie auch an die Gericht-Personen verschickte, konnten als böses Gewissen oder auch als tückisch« Wut gedeutet werden. Tatsächlich stand er nur äußert verlegen einer ihm peinlichen Situation gegenüber. Doch glaubte er mit Ueberzeugimg, daß Gerichtsverhandlung dasselbe sei wie Äerechtigkeilfindcn. Das^gab seinen Aussagen einen herausfordernden Ton der im WÄerspruch zu seiner Erscheinung stand. Male weinte während der Vernehmung meist vor sich hin, sah keinem Menschen in das Gesicht, stotterte upd konnte keine genaue Antwort geben. Ueberhaupt unbeantwortet ließ sie die Frage, wie oft die angeklagten Herren sie „angeblich mißbraucht" hätten. Sie bot in allem das Bild deS armen Sünders, obwohl doch sie die anklagende Zeugin war. Der Staatsanwall wünschte ihre Vereidigung, aber das Gericht gab dem nicht statt. Die Begründung der Eidesver- weigerung schöpfte der Vorsitzende aus den hin- zugezogenen Akten des Brodecker-P''0tes''eS. Trotz Males Scham, ttotz ihren Tränen, ttotz ihrer zögernden Bekundung ergab sich immerhin ein ziemlich klares Bild auS ihren Aussagen. Sie behauptete, unter dem Zwange der beiden Angeklagten gestanden zu haben. Dem stellt« der Verteidiger der beiden Justtzbeamten gegenüber, daß die Zeugin— er versprach sich einmal und redett von der„Angeklagten" Habenicht— in noch jugeMichcm Alter ein« ähnlich fragwürdig« Rolle schon in einem gerichtsbekannten Skandal- Prozeß gespielt habe. Seit dieser Zeit sei, sie stadtkundig übel beleumdet. Er stellte dem Gericht anheim, den Rektor des Hohenzollern-GymnasiumS vorzuladen, der bezeugen könne, daß für die Verjagung eines Oberprimaners von der Schul« sein Umgang mit diesem Mädchen maßgebend gewesen sei. Aber diese Umstände seien wohl dem Gericht hinreichend bekannt. Ihre Würdigung erblickt« er in der Tattache, daß die Zeugin nicht einmal vereidigt wurde, obwohl sie eidmündig sei. Wohl um ihr di« Schuld eines eventuellen Meineides.zu ersparen. Habe die Zeugin nicht selbst zugegeben, daß sie Wochen hindurch ihre achtbaren Eltern über den Grund des abendlichen Ausbleibens getäuscht hatte? Darum könne das Zeugnis diese- Mädchen- keinesfalls gegen' zwei ehrenwerte Männer gelttn. di« einen vettüent guten Ruf genössen und dem Vaterland« als bewährte Beamt« anerkannt« Dienst« leisteten. Nun ja, geiviß wären sie gestrauchelt und vom Pfade ehelicher Treue abgewichen, wie das ja überall einmal vorkomme. Aber nicht bei ihnen habe die Anregung gelegen, sondern bei Fräulein Habenicht. Von ihr leien sie aufgemuntert, ja verführt worden. Male hört« die starke Stimm« des Verteidigers hinausdringen bis auf deii Korridor, wo sie mit zitternden Knien auf einer Bank wartete. Kein Wort entging ihr. Jawohl, er wolle nicht verfehlen, die Männer der Wissenschaft, di« Scxualpshchologen. darauf hinzulveiten, daß hier wieder einer jeuer charakteristischen Fälle vorliege,', wo ein triebhaftes kindliches Mädchen mit ernsten Männern frivoles Spiel getrieben habe. Es sei nur allzu menschlich, wenn die beiden Herren der Verführung erlegen seien. Aber nicht verdominenswert. Der Verteidiger schloß: „Die Angeklagten sind genugsam bestraft durch das Bewußtsein, einen an und für sich edlen Trank aus unlauterer Quelle geschöpft zu haben. Wahrscheinlich auch durch familiäre Unbill, denn — beide Herren sind verheiratet. Und Ebcfrauen sollen manchmal in solchen Dingen nicht über die konziliante Weitherzigkeit verfügen, dl« kür den gerechttgkeitsuchenden Richter schönste Amtspflicht ist." Wäre die Oeffentlichkeit nicht wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen gewesen, hättt der Verteidiger sicherlich auf heiteren Beifall für den Schlußsatz rechnen können. Der Gcrichtsvor- sitzende, die Beisitzer und der Staatsanwalt begnügten sich mit verständnisvollem Schmunzeln. Äaatsanwalt Dr. Schneise fordertt Freisprechung der angeklagten Justizbeamten. Er stellte es dem Ermessen des Gerichts anheim, ob die Kosten des Verführens dem Anzeigeerstatter oder der Staatskasse zur Last fallen sollten. Er möchte daS erster« befürworten, denn Herr Habenicht habe bei der Erziehung seines Kindes acht nur die rechte Sorgfalt vermissen lassen, sondern ihr ftivoles Treiben durch sein« Anschuldigung zweier verdienter Beamten gedeckt. (Fortsetzung solgt.) Nr. S Dienstag, 3. Jauner 1933 Seite 3 Vom Rundfunk i Empfehlenswertes ans ven Programmen Mittwoch; Prag: 6.15 Gymnastik, 11.00 Schallplatte», 18.25 I Deutsche Sendung:«rbeitrrfunk: Dr. Walter j Klein-Teplitz: Das neue Wohnungsrecht. 19 20 Kon- zerl, 20.00 Jrnufa, Oper.— Brün«: 15,30: Alte Klaviermusik, 16.00 Jugendfunk, 18.25 Deutsch« Sendung.- Mähr.-Ostrau: 10.00 Orchesterkonzert, 18.25 Rumänische Lieder.— Berlin: 21.00 Unbekannte Haydn-Sinfonien.— Breslau: 19.00 Orchesterkonzert.— Mühlacker: 20.00 Heiterer Abend. — Leipzig: 20 00„Das Schühenliesl", Operette von ; Eysler.— München: 20.00 Orchesterkonzert.— Wien: 19 25 Uebertragung aus der StaatSoper, 22.05 ! Tanzmusik. Der * Der Vorstand der Ausland den Eindruck mit dem italienischen mit Gewalt regiert, geschlagen hatte, bearbeitete er dessen Schläfen mit den Fäusten, obwohl Unger bereits zusammengebrochen war. Unger ist bald nach der Tat seinen schweren Verletzungen erlegen. Er hinterläßt ein« blinde Tochter, die sich in einer Anstalt befindet, außerdem drei Kinder in jugendlichem Alter. Bertram befindet sich in Haft. denen die Polizei eingreifen und verschiedentlich vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußte. Durch Revolverschüsse wurden insgesamt acht Personen verletzt, davon drei so erheblich, daß sie der Universitätsklinik zugeführt werden mußten. Kampf gegen Arbeits freiwillige. Weimar, 1. Jänner. In der Silvesternacht wurde auf das Lager der Arbeitsdienst» freiwilligen auf dem Ellenbogen in der Hohen Rhön ein k o m m u n i st i s ch e r U e b e r. fall ausgeführt. Di« Kommunisten kamen durch den Wald von dem Dorf« Oberweid her, überstiegen die das Lager umgrenzende Steinmauer. Auf die Alarmrufe der Wache stürzten di« Arbeitsdienstler, die gerade bei einer Silvesterfeier waren, den Kommunisten, die zum Teil bewaffnet waren, entgegen. ES kam zu einen: Hand, qemenge und zu einer Schießerei. Mehrer« Personen wurden verletzt. Die Arbeitsfreiwilligen trieben die Angreifer in die Flucht. rr Personen schwerverletzt. bei einet Rauferei in einem burgenländischen Gasthaus. Wien, 2. Jänner. In einem G a st h a u S in Olbendorf bei Güffing im Burgenland kam eS bei einer NeüjahrSfeier zu einer schweren Rauferei, an der sich 40 Männer beteiligten. 22 Personen wurden schwer verletzt; davon schweben zwei in Lebensgefahr. Neuer Hakenkreuz Nord. SA.-Flann erschlagt einen Slahlhelmcr. Sozialistischen Partei Frankreichs hat einstimmig fol- gende Entschließung angenommen: „Der Vorstand der Sozialistischen Partei (S. F. I. O.) legt angesichts des AuffehenS, das div angeblich großherzigen Maßnahmen der italienischen Regierung hervorgerufen haben, Wert darauf, die ifffentliche Meinung vor den unrichtigen Informationen, die in dieser Angelegenheit verbreitet worden sind, zu warnen. Hunderte Antifascisten, die zu Strafen von 10 bis 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden sind, bleiben im Gefängnis, da sie nur eine Herabsetzung ihrer Strafe um fünf Jcchve erhalten Koben. Alle Rückfälligen sind auch von dieser Vergünstigung ausgeschlossen. Die Ausnahmegesetze bleiben in Kraft, die Sonderyerichte arbeiten weiter. Die Arbeiterklasse und die intellektuelle Jugend werden noch immer verfolgt. Das fascistische Regime ist niemals hassenswerter gewesen und hat niemals die Verurteilung der Sozialisten der ganzen Welt mehr verdient als gerade jetzt. * Die Landesexekutive der britischen Arbeiterpartei faßte am 81. Dezenrber folgende Entschließung: „Trotz der laut verkündeten Amnestie, durch di« sich der italienische Fascismus vor kurzem der WÄt als großmütiger Sieger zeigen wollte, bedauern wir aufs tiefst«, daß die Ausnahmegesetze und das Sondergericht weiterbestehen» die Deportierungen andauern und die tapfersten der Demokraten. Sozialisten, Gewerkschafter und andere Gegner des Fascismus weiter im Gefängnis blecken. Wir protestieren gegen dies« bezeichnenden Ausnahmen, die der Amnestie den Charakter weicherzigen Großnrutes,* der ihr zugcfprochen worden ist, nehmen." Mißglückte Streikversuche der spanischen Anarchisten. Madrid, 2. Jänner. Der Eisenbahnerstreik, den am 1. Jänner die Anarchisten in ganz Spanien entfesseln wollten, scheint vollkommen gescheitert zu sein. Auf allen Eisenbahnlinien herrscht regelmäßiger Betrieb und nur wenige Arbeitseinstellungen sind zu verzeichnen, Nur in S a r a g o s s a ist es zu einigen Störungen gekommen. Mehrere Personen wurden festgenommen. Arbeitslagers, dem der mutmaßlich« Täter angehört, wurden 25 Nationalsozialisten 'zwangsgestellt. In der Ackerstraße— im Norden Berlins— wurde eine 37 JahrealteFrau durch einen Schutz in die Herzgegend getötet. Der Täter ist unerkannt entkommen. Der 16 Jahre alte National- sozialist Magnitz wurde im Norden der Stcwt von unbekannt gebliebenen Tätern dnrch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt und starb. Im Zentrum der Stadt, in der Potsdamer Straße, wurde ein Polizeioberwacht- m e i st e r, der sich außer Dienst befand, mit emer schweren Kopfverletzung aufgefunden. Adil Verletzte In Gießen. Gießen, 1. Jänner. Im Lauf« der Silvesternacht kam es hier zu mehreren Schlägereien, bei Anslldcrungshcgeliren Hegen die Dresdner Mörder und ihre Hintermänner. Dresden, 2. Jauner. Im Falle Hentsch hat der Generalstaatsanwalt beim sächsischen Landtag den Antrag auf Aufhebung der Immunität des Abg. Dr. B e n n e ä e wegen des Verdachts der Begünstigung der Mörder gestellt. Dr. Bennecke ist FL hrerder Untergruppe Dresden der SA und direkter Führer und Vorgesetzter des flüchtigen Schenk. Der Antrag auf Auslieferung der i n Italien weilenden drei Dresdner SA^Lrut«, die des Mordes an Hentsch verdächtigt find, ist heute dem deutschen Botschafter in Rom zur Ueberreichuug an die italienische Regierung zugeleitet worden. Unabhängig von diesem AuSlieserungsver- sahren hat die sächsische Regierung an den deutschen Generalkonsul in Malland das Ersuchen gerichtet, bei den zuständigen italienischen Polizeibehörden die Festnahme der Verdächtigen, die in Bozen weilen sollen, zu beantragen. vas zynische Verhalten Her rnazNNhrer. Weder die Empörung der Bevölkerung über die grauenhafte Ermordung des SA.- Mannes Hentzsch noch die beginnende Erregung innerhalb der Nazipartei konnte bis jetzt die Braunen Häuser dazu bewegen, von den Mördern abzurücken. Dieses zynische Verhalten der Nazifübver wirkt ebenso abstoßend wie die grauenhafte Mordtat an Hentzsch selbst. Immer mehr verstärkt sich die Ansicht, daß die Wer die Grenze gebrachten Mörder„auf höheren Befehl" den Mord verübt haben und deshalb in der Nazipartei geduldet werden müssen. Das ist der Preis, nm der ihre Verschwiegenheit über die Auftraggeber erkauft wird. Der Führer der Dresdner SA., Landtagsabgeordneter Dr. Brennecke, der zwei Tage nach der Entdeckung der Leiche des Ermordeten„in Urlaub" ging, ist immer noch v e r s ch w u n d e n. Die Mörder hatten ihm aus Italien fröhliche, Po st kartengrüße gesandt, und statt nach'Dresden zu kommen und sich zu rechtfertigen, soll Brermecke nach natio- nalsozialfftischer Mitteilung dem Wintersport obliegen. Die Frage und Suche nach diesem SA-Führer tritt immer mehr in den Vordergrund. Segen die homSdle der iascistischen Amnestie. Auf Antrag Banderveldes hat der Generalrat der Belgischen Arbeiterpartei einstimmig folgenden Protest beschlossen: „Angesichts der Tatsache, daß di« vor kurzem in der ausländischen Pv.sse bekanntgegebene fascistische Amnestie keinen Unterschied macht zwischen den gemeinen Verbrechen und den wegen politischer Vergehen verhängten Strafet»; in Anbetracht der Tatsache, daß nur dann ein Erlaß der Strafe eintritt, wenn diese die Dauer von fünf Jahren nicht übersteigt; in Kenntnis dessen, daß fast alle vom fasci- stischen Sondergericht ausgesprochenen Urtelle über fünf Jahre Hinausgeyen und die Amnestie somit fast keinem verurteilten Antifascisten zugute kommt; in Kermtnis dessen, daß die sogenannte Amnestie sich nicht auf die Antifascisten erstreckt, die einfach im Verwaltungswege auf di« Inseln verbannt worden sind; erklärt der Gcneralrat, daß die zur Schau getragene angebliche Milde der fascistischen Regierung sich nur auf die gemeinen Verbrechen erstreckt und nur jenen Fascisten zum Vortell gereicht, die von ordentlichen Gerichten abgeur- torlt worden sind; und brandmarkt vor der Oeffentlichkeit die Heuchelei des vom Fascismus ausgeführten Manövers, das vor dem“ erwecken soll, daß er sich Volk, das er weiterhin aussöhne." * Die Empörung der Mitglieder In der Nazipartei prägt sich darin aus, daß täglich viele Nazileute die Hitler Part ei verlassen. In Dresden steigt dies« Austrittsbewegung ständig. Nach ihrem Austrittsgrund gefragt, hört man immer wieder: „Wir wollen nichts mehr mit einer Partei zu tun haben, in der die eigenen Kameraden ermordet und die Mörder begünstigt und geduldet werden." Feuerhesiatfung des Ermordeten Die Hakenkrenzler blieben feen. Dresden, 2. Jänner. Hm Tolkowitzer Krematorium fand heute die Einäscherung der Leich« des ermordeten SA-Mannes Hentsch statt. Auf dem Friedhof hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Na t i o n a l s o z i a l i st e n bemerkte man nicht, dagegen waren zahlreiche Reichsbannerleute und Anhänger der Eisernen Front erfchieiren. Die Polizei mußte die Zugangsftraße zum Friedhof sperren. Die Trauer feier verlief ohne Störung und Zwischenfälle. Eine Verhaltung in Dresden. Dresden, 1. Jan.(Eig. Drahtb.) Die Dresdner Polizei hat im Zusammenhang mit dem Verbrechen an dem Nationalsozialisten Hentzsch noch einen Nationalsozialisten, den Gärtner Tenzik aus Hainsberg bei Freital verhaftet. Tenzyk dürst« dem Mörder Schenk auf der Flucht Vorschub geleistet haben. Nazi-Börgermnisfer: zwei lehre Gefängnis wegen Beirug. Stuttgart, 1. Jänner.(Eig. Drahtb.) Bürgermeister von Maichingen bei Böblingen, Eberhard Zetzmann, ein strammer Nationalsozialist, der vor einiger Zeit Weyen Beteiligung an einem bewaffnetem UeberfM auf Arbeiter in Böblingen eine Gefängnisstrafe erhalten hat, wurde jetzt von der Großen Strafkammer Stuttgart twagen fortgesetzter Unterschlagung im Amte, Untreu« und Betrug, die er zuerst als Obersekretär in einer anderen Ge- meindeverivaltung, dann in seiner Amtsstelluny als Bürgermeister sich hatte zuschulden kommen löffelt, zu zwei Iahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Dein Angeklagten, der sich seit August in Untersuchungshaft befindet, wurde nachgewiesen, daß er s e h r ausschweifend gelebt und das unterschlagene Geld meist in Stuttgarter Nachtlokalen vergeudet sowie di« Sparkasse durch falsche Angaben zur Auszahlung eines Kredits ohne Deckung veranlaßt hat. /. Dresden, 1. Jänner.(Eig. Drahtber.) In Breitenau wurde beim Fußballspiel der Stahlhelmmann und Wehrsportsührer Unger aus Oederan von einem SA-Mann namens Bertram erschlagen. Die Untersuchung hat ergeben, daß Unger schon seit Wochen von Bertram angepöbelt worden war. Nachdem Bertram den Unger nieder- * Verschärfung der Spannung zwischen den Mazedoniern Sofia, 1. Jänner. Der Chefredakteur des BlatteS„Makedonia", Eftimov, der am Mittwoch :m Kampfe zwischen den mazedonischen Organi sationen verwundet wurde, ist gestern seinen Ver letzungen erlegen. Sein Tod rief in den makedo nischen Kreisen große Erregung hervor. Die Poli-....... A allen Kräften^muht, diel« Erreaung g«g«nd t o t aufgefunden. Als Täter kommtan- ,u besänftigen. Es wird berichtet, daß in Sofia«fci* c in uniformierter Nativnalsozia- zahlreiche Mitglieder der Terroristengruppen der I[ j st j n Frag«,«ei einer Durchsuchung eines Protogerow- und der Michaflow-Anhänger kon-——— zentriert wurden. Blutiger Silvester Drei politische Todesopfer in Berlin. Berlin, 1. Jänner. In der Silvesternacht haben sich in Berlin mehrer« Schießereien und Äeberfäll« ereignet, di« drei Tote und mehrere Verletzte forderten. Bei politischen Zusammen stößen wurden insgesamt 28 Personen fest genommen. In Lichtenrade, einem südlichen Vorort, wurde kurz nach Mitternacht ein Reichsban nerangehöriger von etwa 15 unifor mierten SA-Leuten überfallen. Er wurde mit einer leichten Gehirnerschüt terung ins Krankenhaus gebracht. In dem selben Vorort wurde in den ersten Morgenstun den ein noch nnbekannter KPD-An» b ö n g e r mit einem Messerstich in der Herz- ....„...~ i-. uufgrfunden. Als Täter kommt an- zu besänftigen. Es wird berichtet, daß in Sofia e j n uniformierter Natiänalsozia- Jede Kalfeepreissteigerung ungerechtfertigt. Eine amtlidie Darstellung. Prag, 2. Jänner. Zu der von uns bereits gemeweten Erhöhung des Rohkaffeezoll s wird amtlich mitgoteilt: Zur Zell befinden sich im Handel noch so große Kafseevorräte, die noch nach dem unerhöhten Zolltarif verzollt wurden, daß gegenwärtig nicht der geringste Grund dafür besteht, daß aus dem Tllel des neuen Zolle- im Detailhandel der Preis der Kafseemischungen in irgend welcher Weise erhöht werde; besonder- darf es zu keiner Zollüberwälznng auf die niedrigsten Kaffeesorten, also zu keiner Preiserhöhung dieser Kaffeearten im Konsum kommen. Die zuständigen Behörden wurden deshalb bereits angewiesen, den Kaffeepreisen im Detailhandel erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Die Aufgaben der Genostenschasten in Ver Krise. In der„Konsumgenossenschaft" finden wir zwei Neujahrsbetrachtungen der Geschäftsführer der Großeinkaufsgesellschaft, der Genossen Rudolf Krejsky und Rudolf Fischer. Gen. Kreisky schreibt u. a. über di« Genossenschaften in der Krise: W«r den Sinn der GenossenschaflS- i d e e erfaß: hat und wer mit klarem, unge:rübt«m Blick auf die Entwicklung der Genossenschaftsbewegung schaut und sodann feststellt, daß diese wirtschaftliche und soziale Bewegung, trotz der Schwierigkeiten, die st« umgeben, in dieser furchtbaren Krise unversehrt geblieben ist, der sieht den Weg klar und offen vor sich. Er allein führt zu der ersehnten Planwirtschaft, die kein« Konjunktur und keinen Profit erstrebt und deswegen in ihrer Zielerreichung auch di« Krisen aus. schließt. Jn den schweren Zeiten, welche die Menschen jetzt durchleben müssen, gelten unsere Gedanken mehr denn je unseren kampferprobten Genossenschaften. Sie sind in dieser furchtbaren Zeit Unser Trost und unsere Zuversicht? Je größer und verheerender die Krisen der kapitalistischen Wirtschaftsweise sind, desto stärker und wirkungsvoller wird der Gedanke der genossenschaftlichen Selbsthilfe sein. Es ist erhebend, auch in dieser trüben, traurigen Zeit feststellen zu können, daß in der ganzen kulturellen Welt nicht nur ein« Festigung der genossenschaftlichen Organisation, sondern vielfach Wachstum und Borwärtsschreiten zu verzeichnen ist. Wenn das herrschende kapitalistisch« Profilsystem umgestaltet werden soll in«ine gemeinnützige, allen arbeitenden Menschen dienend« Wirt, schäft, dann müssen di« Pro d u k t i v n s m i l t ei in die Hände jener gelangen, in die sie. von Rechts wegen gehören, in di« Hände der schassen- den Volksmassen. Alle Kräfte müssen auf- geboten werden, um dieses Ziel zu erreichen. Helfen wir in Stadt und Land, die große Volksgemeinschaft der organisierten, arbeitenden Konsumenten aufrichten und ausbauen, um auf diesem Wege die schwer geprüfte Menschheit von dem fiirchtbarcn Druck« des Kapitalismus zu befreien und so den sozialen Staat aufzurichten! Gen. Fischer beschäftigt sich vorwiegend mit den Aufgaben der genossen schäft- l i ch« n Funktionäre. In der schlimmsten Zeit, die den Genossen-' schäften noch bevorsteht, wird«8 sich erweisen, ob die verantwortlichen Genossenschafter dl« moralische Kraft aufbringen, um di« klar« Erkenntnis der ihnen gestellten Aufgaben zur praktischen Tat zu gestalten. Die deutschen Kon- sumgenosseiischafteu dieses Landes sind von der Krise am härtesten betroffen. Der Segen oder daS Unglü», di« Entscheidung über ihr Siechtum oder neuen Aufst'eg, ist mehr denn je von der Willenskraft ihrer Führung abhängig. Dies« muß in jeder Genossenschaft erweisen, daß sie in trüber Zeit den klaren Blick für die rauhe Wirklichkeit nicht verloren hat. Von den leitenden Genossenschaftern muß das Vertrauen, da- sie In die Kraft ihrer eigenen Arbeit und in die Wirksamkeit der genossenschaftlichen Wirtschaftsweise setzen, ausstrahlen bis zu den Mitarbeitern und muß sich von Liesen auf die Mitgliedschaft übertragen. Es ist nicht möglich, daß wir unsere Zeit mit Klagen übet die schiech- ren Verhältnisse hinbringen, sondern unsere vornehmste Aufgabe muß es werden, alles daranzusetzen, daß diese überwunden werden. Eine zielbewußte Führung, die mit allem Ernst an di« Probleme geht, die unS-gestellt sind, wird viel zu ihrer Lösung beitragen können. Kein« Aufgabe ist so schwierig, als daß sie nicht gemeistert werden kann». Fasten wir mit ganzer Kraft zu! Auf den Genossenschaften ruhen die Erwartungen der arbeitenden Menschen, die in Ihnen die Wegweiser zu neuen Wirtschaftsformen sehen. Der Vertrauensmann um die Tribüne Monatsschrift Mr ArbeitsrpoIItUi and Arbeiterkultur. Dl«..TrIMns“ unterrichtet Sen sozialistischen Vertrauensmann Ober die aktuellen Probleme des Internationales Sozialismus, der Oekoaomie and der Kulturpolitik, 'shresbezng« KB. vterlUtrUch IS KB. Einzelhelte 4 KB. testelluncen dnrch den Vertrauensmann, die ScbriftenabteilM* en. Volksbuchhandlung oder direkt durch die Verwaltung St Prag tU Nekazanka Ml Seite 4 Dienstag, 3. Jänner 1933 Nr. 2 Zwei Todesopfer-es Eis-oÜeMels. kin Zunge zieht seinen Retter mtt in die Tiefe. Tagesneuigkeiten Doppelmord in Karpatyornbland urhorod, 1. Jänner.' In der Gemeind« Kostovo Pastil im Bezirke Belke Berezny drang«« unbekannte Täter in die Wohnung des Samuel Marcel ein. Sie ermordet«« d«n Mann und verletzt«« d«ss«n Frau so schwer, daß sie mit dem Tod« ringt, Zur Ergreifung der Täter wurden unter Mitwirkung der Fahndungsstation in Urhorod die notwendigen Maßnahmen ergriffen. Der Hungertod einer Arbeiterin verhindert die Sperrung einer Fabrik. Warschau, 2. Jänner. In der Industriestadt T z o r t k o w kam cs heute zu stürmftchen Demonstrationen vor dem Gebäude der großen Textilfabrik der Firma Schlösser. Die seit drei.Wochen gekündigten Arbeiter der Fabrik, etwa 1500, hielten seither die Fabriksräum« besetzt und tvcigerten sich, die Fabrik zu verlassen. Di« Direktion-es Unternehmens versuchte in der letzten Zeit dir Arbeiter dadurch zum Verlassen der Fabrik zu zwingen, daß sie das Fabriksgebäude versperrte, um es den Familienangehörigen der Streikenden unmöglich zu machen, dce Arbeiter nnt Lebensmitteln zu versorgen. Die Streikenden verblieben infolge dieser'Maßnahme seit drei Tagen ohne Nahrung. Infolge dieses Hungerstreiks ist nun eine Arbciterinan Entkräftung in der Fabrik gestorben. Die Nachricht von ihrem Tode hat in- Czortkow große Aufregung hervorgerufen. Mehr als tauend Personen sammelten sich Vor dem Fabriksgebaude an und nahmen eine drohende Haltung gegen die Besitzer der Fabrik ein. Nach einer Konferenz zwischen den Vertretern der Streikenden und der Fabriksdirektion erklärt« sich di« letztere bereit, um 10. Jänner d i e Fabrik wieder in Betrieb zu setzen. Daraufhin haben die Streikenden die Fabrik geräumt. Auch in der Brünner Waffenfabrtt sind Konstruktionsskizzru verschwand««. Brünn, 2. Jänner. Die Polizeidirektion in Brünn teilt mit: Im Zusammenhang mit der Untersuchung in der Strafangelegenheit in den Pilsner Skooawcrken wurde auch in den Betrieben der tschechoslowakischen Wasfenfabrik in Brünn eine Durchsuchung vorgenommen. Hiebei wurde scstgestellt, paß in der Konstruktionsabteilung dieses Betriebes einige Kopien der Hcrstellungsskizzen verloren gegangen sind. Auf Grund dieser Feststellung wurden einige Hausdurchsuchungen vorgenommen und eine größere Anzahl von Zeugen einvernommen. Die Untersuchung hatte bisher kein Ergebnis, wird jedoch fortgesetzt. Verhaftet wurde niemand. Ein neugeborenes Kiud aus-em Zuge geworfen. Pardubitz, 1. Jänner. Gestern nachts wurde auf der Strecke Pra g—P ardubitz bei Svit- kov die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden, das offenbar gleich nach der Geburt aus dem fahrenden Zuge geworfen wurde. Di« Gendarmerie hat die Nachforschungen nach der Mutter eingeleitet. Die gerichtliche Obduktion des Kindes wurde angeordnet. Ni« Häusler als Falschmünzer. Falsche lO-Ue-Münzen. Mähr.-Ostrau, 2. Jänner. Die Polizeikorrespondenz meldet: In Oderberg wurde ein Soldat verhaftet, der auf dem Bahnhof in Suchdol eine falsche 10-Lö°Münze in den Verkehr bringen wollte. Auf dem Polizeikommissariat in Reu-Oderberg wurde er einem eingehenden Verhör unterzogen. Er sagte aus, daß er von einem Häusler in R a t i b o r bei Vsetin, wo er während der Weihnachtsfeiertagc auf Urlaub weilte, vier 10-Lö-Falstftkate erhielt. Es wurde daher angeordnet, in der Wohnung des Häuslers in Ratibok eine Haussuchung vorzunchmcn, wobei eine vollkommene Einrichtung zur Herstellung falscher 10-Lö-Münzen gefunden wurde. Außer dem Häusler wurde noch eine Person sestgenom- men. Die Falschstücke sind nicht künstlerisch ausgeführt und wurden aus einer Blei- und Z i n n-L e g i e r u n g hergestellt. Auf den Münzen ist dir Jahreszahl 1930 eingeprägt. Die Falsifikate sind auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Sie wurden der Zentrale für Verfolgung von Falschmünzern in Prag gesandt. Schmuggel lm Panzerauto. Ein« aufregende Verfolgung. Köln, 2. Jänner. In dem Waldgelände von Wemb stellten gestern Fundbeamte euren großen Personenkraftwagen, der von der Grenze her kam und eine für den Kratftvagenvcrkehr gefpcrrte Privatstrahe mit abgeblendeten Lichtern befuhr. Als die Grenzbcamten sich dem Wagen in den Weg stellten, gab der Führer des Autos Vollgas und feuerte auf die Beamten los. Diese brachten sich durch einen^eiteusprung in Sicherheit, schossen hinter den Schmugglern her und nahmerr in einem zweite» Wagen die Verfolgung auf. Unterdessen war eine zweite Beamtenstaffel an der nächsten Schranke alarmiert worden, die den Führe? des herannahenden Schmugglerautos mit Scheinwerfern blendete, so daß der Wagen Pilsen, 1. Jänner. Heute nach 16 Uhr brach auf dem schwache« Eise des Bolevecer Teiches bei Pilsen beim Hockeyspiel der zwölfjähriger Bolksschuler Wenzel B r u 5 e k aus Pilsen ein. Dem Knaben eilte der Lljährig« Handlungsgehilfe Ferdinand Groh- manu aus Pilsen zu Hufe. Brukek zog jedoch Grohman« an sich, so daß beide unterging««. Das in voller Fahrt gegen die Schranken s a u st e, sich überschlug und in den Graben stürzte. Die Insassen konnten unverletzt fe st genommen werden. Der große Sechssitzer war.mit doppelten Stahlplatten vollkommen gepanzert und enthielt 10 Zentner Tabak und Kaffee sowie 2000 Zigaretten. Bei den Festgenommenen handelte es sich um einen Holländer und einen Polen. Man fand bei ihnen mehrere Armecpiftolen mit Dumdum geschoffen. Wer andern eine Grube grabt... Graz, 2. Jänner. In unmittelbarer Nähe der Stelle, wo vor einigen Tagen in Libenau ein Anschlag auf die Starkstromleitung der Stcweag vollbracht worden war, wurde gestern der arbeitslose Wagnergehilfe Josef Schwarz aus Graz als Leiche aufgefunden. In der Hand hielt er krampfhaft einen Kupfer- draht, au dem ein Stern befestigt war. Gegen 21 Uhr wurde auch eine kleine Störung in der Starkstromleitung bemerkt. Es wird angenommen, daß Schwarz in dieser Zeit den Anschlag verüben wollte und hiebei den Tod fand. Bei Schwarz wurde ein kommunistisches Parteiabzeichen gefunden. FamMendranra. War«« iMeklenbuvg), 2. Jänner. Der Kraftwagenführer Hoppe und sein neunjähriger Sohn wurden gestern abends in der Wohnung am Ofen erhängt aufgefunden. Die Feststellungen ergaben, daß Hoppe seinen Sohn erhängte und dann auf die gleiche Art Selbstmord beging. Der Grund zu der Tat soll in ehelichen Zwistigkeiten zu suchen sein. Eine Hausgehilfin von 8'mbrechern ermordet. K ö l«, 2. Jänner. In einem Hause in der Bismarckstraße drangen Einbrech«r in eine Wohnung ein und ermordeten ein« allein anwesende 27jährige Hausangestellte. Die Täter entkamen unerkannt. * Essen, 1. Jänner. Einbrecher drangen in der vergangenen Rächt in das Anwesen eines Landwirtes im Stadtteil Mtenesien ein. Sie wurden von den beiden Söhnen des Landwirtes überrascht und ergriffen die Flucht. Der eine der Verbrecher gab ztvei Schüsse ab, durch d« einer der Verfolgten tödlich verletzt wurde. Die Täter sind entkommen. Gin scheußliches Sexualverbrechen. Dem trunken gemachten Opfer die Kehle durchschnitten. Gladbach-Rheydt, 2. Jänner. Der 25jährige Gustav Jansen aus Rheydt ist einer scheußlichen Bluttat zum Opfer gefallen. Man nmß annehmen, daß cS sich uni eiu Sexualverbrechen handelt. Der Mörder ist ein gewiffer Rütten. Er erklärte beim Verhör, der Junge habe ihm zwar leid getan, allein er empfinde keine Reue. Uebcr die Tat selbst gab er an, er habe den Ermordetest abgeholt und mit ihm eine Bierreise gemacht. Später habe er«in verrostetes Rasiermesser aus seiner Wohnung geholt, mit dem er dann das Verdrecken beging. Zuvor habe er noch, eine Flasche Wein gekauft und sein Opfer auf einem jFcldwegc berauscht. Als Jansen infolge feiner 'Trunkenheit zu Boden stürztet ihabez sich Riitien über ihn gtknlet und imst' mildem Messe r die Kehle durchgeschnitten. Er habe dann abgewartet, bis Jansen völlig verblutet war und veinlich darauf geachtet, daß auf seine Kleider keine Blutspritzer gelangen. TW Leiche habe er in einen nahen Busch geschleppt und sei dann ruhig nach Hause gegangen. Verpönte Gedanken. Der Völkerbund hat seine- Rüstungsstatistik für 1930 herausgegeben: danach wirb auf der ganzen Welt siir direkte Rüstungen die Summe von 103 Milliarden Francs cmsgegeben, das sind e i n- hundertfünfrigtilsend Millionen Kronen; da es cintausendfiinfhundert Millionen Menschen gibt, bedenter diese Zahl, daß inan für jeden Menschen, Kinder^ Eski mos und Taubstumme eingerechnet, einhun dert Krmien jährlich für offizielle Rüstungen ausgibt. Lehmann-Rußbült hat an Hand eines umfangreichen Materials errechnet, daß für strategische Bahnen, Hafenonlagen, Militärpensionen usw. ungefähr außerdem der gleiche Betrag ausgegeben wird; und do zerbrechen sich die kapitalistischen Wissenschaftler den Kopf, woher Geld für die Arbeitslosen zu neh men, oder wir die auf der'Wirtschaft lastende Krise zu überwinden wäre. Da aber der mrli- anwesende Publikum warf Grohmann zusam- mengeknüpfte Gürtel zu, die jedoch zerrisse«, worauf beide ertrank««. Die Leichen wurden eine halbe Stunde später geborgen. Der Arzt stellte Tod durch Ertrinken fest»nd ließ die beiden Leichen in die Totenhalle auf den Pilsner Zentralfriedhof bringen. tärifche und polizeiliche Diachtapparat in» Lebensinteveffe der herrschenden Klasse gelegen ist, wird dies« Erkenntnis unter den gegebenen MachtverhälMifsen nicht viel Erfolg haben. Alle diese Beträge gehen in die unendlich ausnahmsfähigen Säckel der Rüstungsindustrie; in Deutschland wurde vor wenigen Wochen eines der Opfer der Spionagedelirien der herrschenden Justiz nach langwierigen Kämpfen befreit: B u l l e r j a h n wurde freigesprochen. Man hat ihm vorgeworfen, daß er an die Alliierten ein deutsches Waffenlager verkauft habe. Und dies geschah zu derselben Zeit, da di« deutsche chemische Rüstungsindustrie mit den I. G. Farbenwerken an der Spitze die Giftgaserzeugung und alle übrigen Patente an den französischen, offiziellen „Feind" verraten Hai. Das sind die Hauptgeldgeber der Nazi s, die ruhig zusehen, daß in Frankreichs Sildproviuzeu von Krupp und Schneider-Creuzot zugleich chemische Waffenwerke errichtet werden, die nur zur Aufgabe haben, deutsche Patente„rationell" auszunützen und- zu verwerten. Während die von ihnen bezahlten Journalisten bei den Proleten beider Völker die geeignete Kriegsstimmung am laufenden Band erzeugen, sitzen die Herrn Verteidigungspatrioten zur Zeit ruhig am grünen Tischchen, um die notwendigen vaterländischen Taten in geeignete Provisions- und Lizenzverträge umzugießen. Dieselben Menschenfreunde haben schon einen Wellkrieg„er- zielt"; dabei sind an der Front 13, durch Hunger und Elend 14, durch Seuchen 15 Millionen Dien scheu zugrunde gegangen... Jubiläumsnummer des Karlsbader„Voltswille". Am 1. Jänner ist der Karlsbader„Volkswille" anläßlich seines vierzigjährigen Jubiläums im Festgewande erschienen. Die reich illustrierte Jubiläumsnummer zeigt sowohl die redaktionelle als auch die technische Leistungsfähigkeit des Blar- tes. Auf ungefähr 60 Seiten wird dem Leser«ine Füll« von Material geboten. Die ersten Funktionär« der ivestböhmischen Arbeiterbewegung sowie auch Genossen aus anderen Gebieten unseres Landes hoben Artikel beigesteuert, in denen entweder bedeutsame Probleme der Arbeiterbewegung erörtert werden oder die Geschichte unserer westböhmischen Bewegung erzählt wird. Auch der Parteivorstand sowie der Parteivorsitzende und der Parteisekretär würdigen das Jubiläum und die Bedeutung des Blattes. Raubübersall. Am Silvester spät abends überfiel unweit des städtischen Friedhofes B u d- weis ein unbekannter Bursche die 51jährige Josefa Kotrbova und ihr« 17jährigc Tochter Marie. Der Angreifer schlug zuerst auf die Josefa Kotrbova ein und entriß ihr ihre Handtasche mit einem Betrage von 42 K. Die Tochter rief um Hilfe. Als der Bursche einige Leute nahen sah, verschwand er im Dunkeln. Nach dem Tater hat die Gendarmerie die Nachforschungen eingeleitet. Schnee im Riesengebirge. Dae Natur hat ihre Launen, sie kann sogar boshaft sein. Wäre sie es nicht, dann hätte Fron Holle den dringenden Bitten der Sportler und dem Flehen der Baudenbesitzer Gehör geschenkt und die Berge noch vor den Weihnachtsfeicrtagen mit einer weißen Hülle versehen, irm den Skifahrern eine ante Bahn und den Gastbetrieben ein gutes Feiertagsaeschäft zu sichern. So aber blieben die Berge stellenweise ganz ohne Schnee und teil,? weise nur mangelhaft bedeckt,—,für he».Sport-, und Baudenbctrieb ohne Anziehungskraft. Das Resultat dieser, offenbar der Bosheit entsprungenen Laune, war ein totunglückliches Heer von Sportlern und fluchende Wirte, deren Aerger sich zudem noch auf eine ansehnliche Anzahl von Gläubigern übertrug. Die Pointe dieses Wetter- dramas trat in der Nacht vom 1. auf den 2. Jänner ein, also knapp nach Abschluß der Weihnachts- und Neujahrsferien: Da fing es plötzlich heftig an zu schneien, dicht strebten die weißen Flocken zur Erde, es war als ob die Natur einholen wollte, was sie bisher versäumt. Dion tag früh lag der Schnee bis weit herciir ins Land in bohen Schichten und verdeckte die Schande des Neujahrs— den Straßenstaub. Riesenaustrag für eine Bildhauerin. Die dänische Bildhauerin Thhra Boldson har in ihrer Laufbahn einen-Haupttreffer gemacht. Sie hat eine Bestellung auf eine Statue der„Weltenmutter" bekommen. die das größte Marmormonument der Welt werden soll. Es wird in einem Park an der kalifornischen Küste errichtet werden, und es ist ein Betrag von 3 Mllionen Dollar dafür ausgeworfen worden. Die Bildhauerin, die durch diesen Riesenauftrag ausgezeichnet wurde, hatte in Los Angeles eine Mar- inorstatu« der Terpsychore ausgestellt, durch die sie die Ansme^k'cnnkeit Kaliforniens auf ihre Kunst gelenkt hat. Die Sozialdemokratie ist kein AnstzarneWld- und hat nichts gemein mit nationalistisch«» Ungezogenheiten. Prag, 2. Jänner. Heute kam eine Sache vor] dem Senat des OGR. Trost zur Verhandlung, die vom prinzipiellen Standpunkt aus energisch« Stellungnahme verdient. Herr jur Land. Roman Jllner aus Schatzlar hat in alkolisier-I ter Stimmung ein«„Heldentat" begangen. Tie» I ser Rechtshörer hat es im Mai d. I. Mr gut I befunden, eine Korrespondenzkarte, auf der sich- eine! Reproduktion des bekannten Sokolplakates! befand, mit hakenkreuzlerifchen Schmie-] r e r e i e n zu verzieren, wie„Heil Hitler" und I vielfachen Hakenkreuzen. Im Text der Karle| fand sich der Passus, daß der„geliebte und gütige I Staat" zwar das„Rothemd" erlaube, aber das| „Braunhem t>" verbiete. Weiters fand sich da die I Aufforderung an die Deutschen,„fanatische! Deutsche" zu sein und dazwischen das schon er-> wähnte„Heil Hitler" u. dgl. mehr Ti« Verantwortung des Angeklagten läutete> Sahin, er sei darüber entrüstet gewesen, daß] man der deutschen Minderheit Korrespondenzkarten I aufMingr, die ein« Reklame für das Sokolfesl de»' deuten. Im übrigen fei er betrunken gewesen, I als er die Kart« schrieb. Aber nicht genug damit— I der Angeklagte versuchte sich ein moralisches Alibi dadurch zu verschaffen, daß er in össentlicher Verhandlung eine Parteilegitimation unserer Partei vorlegte, was viel bemerkt wurde. Dies« Parteilegitimation sollte beweisen, daß der Angeklagte mit den Ha- i kenkreuzkern nichts zu tun habe, daß sein« Schmierereien als bloß« Ironie auf den! nationalistischen Ueberschwang auszulegen seien. Für uns war die Sache von Anfang an klar. 1 Wer sich vor Gericht hinter seine Parteilegitimation] verkriechen will, ist kein bewußter Sozialist. Ter] Sozialismus will Männer, opferfreudige und< selbstlose Männer. Wer es Wer sich bringt, vie I große Partei des Proletariates als Aushänge-! s ch i l d zu gebrauchen, wer in öffentlicher Gerichts-! Verhandlung mit der Parteilegitimation hanti«ri, ist I himmelweit von der Sach« des Sozialismus ent- t sernt. Und dieser erst« Eindruck hat sich auch als I berechtigt erwiesen. Wir stellen fest, daß Roman Jllner erst seit 30. Juni b. I.> in nnserer Parteiorganisation eingetragen erscheint, also nach' dem besagten Vorfall. Wir brauchen nicht erst zu betonen, daß di«] notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Wir! Sozialisten lehnen solche jungenhafte Schmierpro-] paganda mit Verachtung ab. Wir, deren Weltün- i schauung im Prinzip der sozialen Gerechtig-I leit verankert ist, wissen uns mit wirkungsvolle-i reu Waffen zu verteidigen, als durch verantwor-] tungÄose Schmierereien. ., Der Angeklagte, kam übrigens glimpflich weg. I Er bekam 10 Tage Arrest wegen ,;Aufr eizü ng I zum H a ß g e g e n eine Grupp« d e r. B e-1 völkerung"(der„Sokol" ist nämlich nach An! schauung des Gerichtes eine solche) nebst 200 Kr. Geldstrafe, bedingt auf zwei Jahre. rb. Von einem Auto totgefahren. Sonntag, nachts stieg der pensionierte Direktor der Skoda-1 werke, Wilhelm Glähl, in Karolinenthal] aus der Straßenbahn und wollte die Fahrbahn i überschreiten, als in diesem Augenblick hinter! der Straßenbahn ein Auto hervorkam und der t Straßenbahn vorfahren wollte. Dabei ergriff das l Auto den Direktor und'warf ihn zu Boden. Mitt schweren Verletzungen wurde der alte Mann von! einem Wagen der Rettungsgesellschaft ins Kran-! keitkaus geschafft, starb aber noch unterwegs. Nach j dem Chauffeur, der Gläßl überfahren hatte und l mit gelöschten Lichtern davonfuhr, wird geforscht.! Direktor Gläßl, der vor seiner Pensionierung in] der Kaffe der Skodawcrke arbeitete, hinterläßt- seine Frau und sein einziges Kind, einen Doktor| Juris, der schwer Kriegsmvalide ist und zurzeit! als Notarsubstitut arbeitet Arbeitertod. Im-Hafen von L« Havres wurden am Samstag durch einen umstürzenden s Kron drei Arbeiter getötet und drei] schwer verletzt. Dor Weltrekordzug Berlin—Hamburg—Berlin wird vorauHichtlich A n f a,n g M ä r r in den, regelmäßigen Dienst'gestellt werden.! Ter Zug fährt jetzt auf«ittJt Strecke 2 Stunden: 20 Minuten, nach erfolgter Streckenkorrektur soll> die Fahrzeit auf zweiStunden herabgedruckt f tverden. Der Doppcl-Schnelltriebwagen hat ein-] heitli.ch zweite Klasse; mit dem üblichen FD-Zu-t schlag kostet die Reise hin und zurück 46 Mark. Zwei Tot« und ein Motorrad... Ein »vohner von Galbuhncn(Ostpreußen) fanden neben einem Baum zwei Tote und ein Motor-! rad. Der Polizeiarzt stellte fest, daß beide das; Genick gebrochen hatten. Einer der Bcruu-k glückten ist der Amtsanwalt Ho,rst Wil-! Helm aus Bartenstein; die Personalien des an-] deren sind noch unbekannt. Ailch die Ursache de? 1 Unglücks konnte noch nicht ermittelt werden. Mit Mann und Maus... Aus Lorien:i wird gemeldet, daß mehrere Fischerboote! und Dampfer überfällig sind. Ein Segler] mit sieben Mann Besatzung ist unter-1 gegangen. Zionistisch« Pleite. Wie der„Neue Weg" i das in Brün» erscheinende„Wochenblatt surf sozialistischen Zionismus" meldet, hat der ge-i ;chostsfivhrende Ausschuß des zionistischen Zen' tralvcrbandcs für di« Tschcchofläwakische Repu- i blik, dvffen Vorsitzender Dr. Josef Rufei seu l (Mähr.-Ostrau), seine Demission gegeben. Ms f Grimd für den Rücktritt werden finanzielle s Schwirrrgkeiten angegeben. Die Uederschuldung der Organisation soll 400.000 Ku betragen. Sir. 2 Dienstag, 3. Jänner 1933 Seite 5 färbung ist zinnoberrot. Dieses Rot ist mit schönen schwarzen Ringen durchzogen. Auch dt« in Südchina, Hinterindien und Nepal heimische, gegen 60 Zentimeter groß« Maskenschmnckotter ist ein« Aistschlange mit einem hübschen Aussehen. Ihre rötlichbraune Oberseite ist durch schwarzweiße Ouer- binden unterbrochen. Wohl mit zu den gefährlichsten Schlange» gehört die Brillenschlange, die Kobra. Ihr Biß ist oft tödlich. Bon ihr kommen jedoch verschiedene Arten vor; die eigentliche Brillenschlange, die 110 bis 180 Zentimeter lang wird und die afrikanische Schildviper, auch Uräus- und Kleopatraschlange genannt, sind die bekanntesten davon. Bon einer afrikanischen Schildviper soll sich Kleopatra haben töten lassen. Diese Schlange wird etwas länger als die eigentliche Brillenschlange. Die Brillenschlange ist heimisch in ganz Ostindien, in den südlichen Teilen von China, in Siam und auf der Malahischen.Halbinsel. Die Kleopatraschlange ist in vielen Teilen Afrikas anzutrrffen. Besonders gefährlich ist auch eine Art Giftschlange, di« ebenfalls in einigen Unterarten von verschiedener Größe in Ostindien vorkommt, das ist die Bungär. Die größte Art wird gegen 178 Zentimeter lang. Ein« kleinere Art ist sehr gefürchtet, weil sie sich auch in die Behausungen einschleicht. Roch häufiger dringt dir Keltenviper, die in Ostindien, Siam und auf Ceylon heimisch ist, in die Behausungen ein. Diese Schlange wird daher in. Ostindien noch urehr gcsnrchtct als die Brillenschlange.- Die Riesenhutschlange, die in Bengalen, ans Borneo und auf den Philippinen häufig vorkommt, wird gegen 4X Meter lang. S.ie ist besonders in graSreichen Dschungeln anzutreffen, ist sehr angrisfs- lustig und gefährlich. ES ist schon beobachtet worden, daß von ihr gebissene Menschen bereits nach drei Minuten tot sind. Die gefährlichst« der australischen Giftschlangen ist die 180 bis 225 Zentimeter lang« Schwarzotter, von den Eingeborenen Spring- schlänge genannt. Auch dies« Schlange richtet sich in den Behausungen ein. Beinahe ebenso gefährlich ist die 100 bis 150 Zentimeter lange Kurzotter, die von den Ansiedlern di« Todesschlange genannt wird. Bon den Giftschlangen des amerikanischen Kontinents gelten die Klapperschlangen als dir gefährlichsten. Von ihnen gibt es sechs Arten, davon sind vier Arten in den Bereinigten Staaten von Amerika anzutreffen. Die Klapperschlangen Nordamerikas werden 160 bis 200 Zentimeter lang. Die schönste von ihnen ist die Diamantenklapperschlangr. Größer wird eine in Zentralamerika und in Brasilien heimische Giftschlange, der man den Namen Bnschmeister gegeben hat. Sie wird 2 54 bis 3% Meter lang und haust meistens in dichten Wal» düngen. Rur wenn sehr rasch Hilfe geleistet wird, sind Menschen, die vom Bnschmeister gebissen worden find, noch zu retten. Weit verbreitet in Nordamerika ist auch di« Mokassinschlang«, di« gegen 100 Zenfimeter lang wird. In Europa haben wir nur wenig« Giftschlangen. Dazu gehören vor allem die Kreuzotter,, die in Europa bis hoch nach Skandi« navien und auch in>Veiten Teilen Asiens in einigen Abarten vorkommt, sowie die gegen 95 Zentimeter lange Sandotter in Italien. Aber nicht allein auf dem Lande gibt es Giftschlangen. auch im Meere leben solche Schlangen, besonders im Indischen Ozean und" in den südlichen Teilen des Sfillen Ozeans. Di« bekannteste der giftigen Seesch langen ist wohl di« gegen 100 Zenti: rn«ter lange Zeilenschlang«. die von Fischen.unk anderen Meeresfieren lebt, die aber auch badenden Menschen an seichten Meeresstellcn gefährlich werden kann- Kurt Pickert. daL Krieidendks Bist der der wurde beim Flucht So manch« Annehmlichkeit und mußte er sich versagen. Den Löwen- Geivinn aus seinen Schriften hatten Das pflegt ja seit jeher bis zum so üblich zu sein. Karl Quenzel. Di- des un» di« da» ganz« Jahr, in Sommerhitze und Wint«rkält«, gleichmäßig gekleidet gehen, können stch nicht wundern wenn sie zu Erkältungen neigen. Die Frau dagegen kann sich in ihrer Kleidung jedem Wärm«- und Kältegrad anpassen. Gerade das ist das Wünschens- wert«. Zu leicht« Kleidung im Winter und zu dick« im Sommer sind ungefähr gleich schädlich. Hinzu kommt noch, daß Pan in letzter Zeit darauf aufmerksam geworden ist, wie günstig farbig« Kleider für die Bestrahlung des Körpers sind. die Firma C. G. Naumann in Leipzig übergegangen. Dieser Verlag zahlte der Schwester des Philo- süphen von 1889.bis 1899 Honorare in Höhe von 82.355 Mark und 1899 bis 1909 den Betrag von 255.210 Mark. Im November 1909. verkauft« Naumann sein Verlagsrecht an den Schriften Nietzsches Summ« dürfte doch wohl etwas zu hoch gegriffen sein.) Für die Zeit nach 1909 sind keine Angaben über die Honorare mehr bekannt geworden. Tie Honorare von insgesamt 337.565 Mark, die Nietzsches Schwester erhalten hat, sind nach deren eigenen Mitteilungen vollständig verschlungen worden durch die Begründung des Nietzsche-Archivs in Weimar, den Ankauf des Grundstücks mit dem Sterbehaus Nietzsches, den dreimaligen Umbau für Archivzwecke, den Ankauf von Briefen und Manuskripten, di« in ftcmden Händen waren, und durch Herausgeberhonorare. Auf die Baseler Pension hatte Nietzsches Schwester«in für allemal verzichtet. Man darf also sagen: Der Philosoph selber hatte nur einen sehr geringen materiellen Gewinn aus seinem Schaffen und mußt« ziemlich bescheiden l«ben. 77 Bequemlichkeit anteil an dem die Verleger. heutigen Tage 5chstrgr3ber im Blätterwald. Weltgeschichte in Zeitungsausschnitten. schicken— und eine bekannt« Reichstagsabgeordnete all« Bericht« über Ehescheiduugsprozesse. Sechs Zündholzsabriken wollen alles lesen, was über Zündhölzer erscheint— und fünfzehn Margarinefabriken alles über Margarine. Ein Professor der Zoolologie verlangt sämtlich« Erwähnungen des Kamels in der Tagespresse, und ein bekannter Dompteur sämtliche Erwähnungen des Löwen. Mister Henry Huntington, New Aork,— er ist keine Erfindung! ist abonniert auf alles, was in deutscken Zeitungen über Wilfried Monod, den Erzbischof von Trier, die Nacktkultur und die„Lichtbewegung" erscheint— und«in Okkultist auf alles über„Tischrücken". Verleger erhalten Buch- b e s p r« ch u n g e n, die Berliner Kriminalpolizei verlangt sämtliche Berichte über Kriminalfälle aus allen Gegenden und allen Zeitungen des Reiches— und ein« Gasanstalt sämtlich« Meldungen über Gasvergiftungen. Die Liste solcher durch das Ausschnittbüro bedienten Interessengebiet« umfaßt allein 150 Hauptgruppen mit je drei bis fünf Untergruppen, die entferntesten und ungewöhnlichsten Dinge werden gewünscht— und tatsächlich: man finde tsi? ist den, Zeitungen. Allerdings! wie- eS ge- inacht wird, daß nichts übersehen, sondern jed« Erwähnung jed^m Interessenten richtig zugestellt wird das ist ein Geheimnis, das man nicht preiSgibt, ein vertvickelter Vorgang. - Auf die Artikel, di« in Deutschlands Presse über Eisenbahnwesen erscheinen, sind u. a. abonniert: die Japanisch« Staats bahn; die Schivedisch« Staatsbahn; die Canadian Pacific Railwah; die Budapester Straßenbahn; auf Artikel über Landwirtschaft das International« Agrarinstitut in Moskau; auf bestimmte Artikel über Politik der ftanzöfischen Industriell« und Zeitungsbesitzer Coty; und, natürlich, sämtlich« ausländische Botschaften auf Artikel über ihr Heimatland. Das NobelpreisComilö will wissen, was die deutsche Preste über seine Kandidaten und Preisträger sagt— und der größte schwedische KonsumgenostenschaflS Verband wünscht deutsche Pressestimmen über Kunstdünger. Für jede Idee, die Menschen beschäftigt— für jede Arbeit, die Menschen nährt, ftagt man aus allen Winkeln der Welt nach der Stimme der Oeffentlichkeit. Und ein Büro annvortet mit Zeitungsausschnitten. Drei Dutzend Scheren schneiden Weltgeschichte aus. —rh— Warum errälten sich MLuue» leichter als Fräste«? Tas stark« Geschlecht ist sehr oft das empfindlicher«, das fit durch Tausende von Erfahrungen bestätigt. Di« Frau besitzt die größer« Widerstandskraft. Das zeigt sich deutlich schon darin,.daß di- Sterblichkeit inner den männlichen Säuglingen west größer ist als unter den weiblichen, so daß infolge d.ssen, wenigstens zum Teil, der Frauenüberschuß entsteht. Obwohl mehr Knaben als Mädchen geboren werden. Auch liegt die Sterblichkeit der meisten Männer in einem jüngeren Lebensalter als di« der Frauen; der Beweis sind di« zahlreichen Witwen I» den meisten Ehen stirbt der Mann vor der Fran, und zwar nicht nur, weil er meist der ältere ist. Aerzte schieben die geringere Widerstandskraft Mannes neuerdings zum großen Teil auf sein« vernünftige Art sich anzuziehen, und sie loben Fran, die sich zweckmäßig kleidet. Männer, die Furchtbares Bersichcruugsverbrechrn einer Mutter. Aus Friedrichshafen wird ge meldet: Ein furchtbares Bersichcrungsverbrechen wurde in Ober-Büren aufgedcckt. In daS dortige Krankenhaus wurde ein kleines Mädchen: eingeliefert, dem sämtliche Hetzen des^ rechten Fußes fehlten. Die Mutter des'■ an den Alfred Körner Verlag in Leipzig, und zwar, Kindes erzählte, es sei ihr beim Holzspalten die! wie behauptet wird,, sür eine Million Mark.(Diese Art aus der Hand und ihrem Kinde so unglücklich i~ auf den Fuß gefallen, daß die Zehen durchpetrennt i worden feien. Das kleine Kind jedoch schlug wild' um sich und rief immerfort aus:„Ich will nicht mehr zu der bösen Mutter heim!" Ti« Nachforschungen ergaben, daß be reits vor zwei Jahren ein a n d r e s K i n d dieser Frau auf ungeklärt« Weil« zwei Fin ger der reckten Hand ein?«büßt hatte. Die Mutter hat tatsächlich ihrem Kinde selbst mir der Axt di« Zehen abgehackt, um«ine beträchtliche Unfallvergütung zu erhalten. In dem früheren Fall Ivar ihr dies bereits gelungen. Der New Aorker„Milchkönig" rrschosirn. Laurence Fay, der berüchtigte New fjorker Gangster, bekannt unter dem Spitznamen„der Milchkönig", der nie anders als in einem Pan- zerantomobil ausfiihr, wurde auf dem Gang des Nachtklubs, besten Eigentümer er war, erschossen. Die Polizei fahndet nach dem Portier des Klubs, der der Tat verdächtig erscheint. Von Larry Fay wurde ihm kürzlich der Gehalt herabgesetzt, und eS ist nicht ausgeschloffen, daß stch der Mann rächen wollte. Ei« Schmuggler«rschosie«. In der Nähe von Bracht an der niederländisch-deutschen Grenze ein LOjähriger Schlosser aus Krefeld, Schmuggeln ertappt iborden war, auf erschaffen. Rechtskräftig. Tie Rcvisionssrstt für im Berliner Caro-Petschek-Prozeß ist abgelaufen. Der Freispruch Geheimrat Caros ist damit rechtskräftig. Der Nebenkläger hat sämtliche Kosten zu tragen. Schlepper kentert im Hamburger Hafen. Das Fl«nSburg:r Molorschiss„H. C. Horn" sollte am Montag in den Hamburger Segelschifshafen gelegt werden. Hiebei kollidierte das Schiff bei diesem Manöver mit einem seiner beiden Schlepper. Ter Schlepper„Edith" der Firma Louis Meyer kenterte und sank, sofort. Tie drei Mann starke Besatzung des Schleppers konnten jedoch sogleich von den in der Nähe befindl'chen Fahrzeugen ausgenommen werden. Das Jahr 1931 im Licht« ftatist scher Daten. Unter diesem Tiiel hat das Stallstisch« Staatsamt soeben«ine übersich.liche Textdarstellung der Sta tistik aus allen Gebieten fiir das Jahr 1931 ver öffentlicht. Sie behandelt!n zugänglicher Weise di« natürliche Bevölkerungsbewegung, das Schulwesen, das Auswanderutzgswesen, di«, sozialen Verhältnisse, die Preisentwicklung, die landwirtschaftlich« Produk tion, di« landwirtschaftliche Industrie, den Bergbau, den Außenhandel, den Verkehr, den Verbrauch, die Einlagen bei den Geldanstalten, die Tschechoslowa kische Nationalbank, die Postsparkasse, die Aktien gesellschaft«» und Gesellschaften m. b. H., die Genos senschaften, Konkurse und Ausgle'che. Auch die Zins sätze in der Tschechoslowakischen Republik und di« Devisenkurse werden angeführt Tie Tarstrllung, di« durch zahlre'ch« Diagramme ergänzt ist, ist als Nr. 137—143 der„Mitteilungen des S stiftischen Staatsamtes" erschienen und ist durch all« Buchhand lungen bei der Fa. Bursik& Kohout, Prag II., Vac- lavske namösti, für 7 li zu beziehen. Tin betrügerischer Konsul flüchtet. Ter garische Konsul Friedrich Schulz Z o p p o 1 ist nach llntcrschlggung von 33.000 den aus Danzig verschwunden. Schulz, der angesehen« gesellschaftlich« Stellung in Danzig u n- aus Gul- eine . hatte, war Prokurist einer Lotterieeinnahnt« der preußisch- süddeufichen Klassenloiteri« in Danzig Er war seit 30 Jahren bei dieser Firma tätig und^enoß besonderes Vertrauen. Seine Unterschlagungen reichen bis in daS Jahr 1930 zurück. Schul war als hoher Spieler im Zoppoter Kasino bekannt. Drei Dutzend Mädchen sitzen in einem Saal, an\ I Hellen langen Tischen, und schneiden aus— wühlen i I mit Scheren in Zeitungsbergen. Ueber sie nicckir Urteil gehen Zeliungsregen, Z«itungsgewitt«r, ganze Zei- 1 tungSwinterstürme— sie aber schneiden aus: mit' halb maschinellen, elektrisch angelriebenen, rasend< klappernden Scheren. Sie schneiden aus, was eine i andere Abteilung vor ihnen gelesen und mit Kreuzen' und Zeichen versehen hatte— dann versehen sie selbst: hre Abschnitt« mit Namen und Datum der Zeitung und schicken sie hinaus in di« Welt. Das ist das Büro, das für«inige hunderttausend Menschen Zeitung liest. Wieso und warum? Was tut eine F i l m s ch a u. s p i«I« r i n, di« sämtliche Kritiken^ sämtliche Erwähnungen ihres Namens lesen und sammeln will? Unnötig aufzuzählen, wieviel tausend Zeitungen und Zeitschriften, wieviel Illustriert«, Magazine, Witzblätter in Europa täglich«vscheinen— jedenfalls ist es für den Einzelnen ganz unmöglich, auch nur«inen Bruchteil davon selbst zu lesen. Dennoch müssen all«, die öffentlich wirken, di« Stimme der Zeitung Höven. Um bei der Filmschauspielerin zu bl«!ben: so ist eS nicht Sache, der Eitelkeit, alles zu lesen, was über sie erscheint— es ist Sache ihres gesamten künstlerischen, Schaffens, sich zu betrachten im Spiegel der Wirkung, die sie auf di« Mast« ausübt. AuS diesen Gründen entstand: das ZeitungS- auSschnittbüro. Mit dem Zweck: di« gesamte Press« auf bestimmte Namens- und Sacherwähnungen zu beobachten, die'betreffende Erwäh- nung dann auS der Zeitung auSzuschneidcn und sie dem Interessenten zuzustrllen. In Paris gab es vor vielen Jahrzehnten schon«in ähnliches Unternehm men dieser Art,«in deutsches folgt« 1891. Heute gibt es AuSschnittbüro in fast allen Ländern der Welt— sie stehen miteinander in Verbindung und arbeiten gemeinsam an jenen Aufgaben, di««ine Beobachtung auch der internationalen Preste notwendig machen. Um Wichtigkeit und Umfang des Geschäfts zu kenn« 'e'chncn, genügt nur rin« Zahl; da« größt« brutsch« Autschnittbüro versendet täglich 39.00» Ausschnitt« aus alle« Jnter- esiengebieteu. Da kommen die merkwürdigsten Wünsche zutage. Tas Museum in Kolberg läßt stch sämtliche Zeitungsartikel über den Wisent und über Walfischfang f Ausweis für de« Monat Dezember 1882. Die erste Zahl bedeutet Parteisonds, die«inge- klammert« Wahfionds: Bodenbach K. 3200.— (800.—). Brünn K 320.—(80.—)/ Karlsbad K 4000.—(1000.—), Landskron K 400.—(100), Pilsen-Budw«i8 X 535.—(125.—), Prag K 610.—(160.—), Preßburg K 200.— 150.—), Reichenbcrg K 400.—(100.^—), Sternberg K 3360.—(840.—), Teplitz-Saaz K 3520,— (880.—), Trauten« u K 800.—(200.—), Trop- pau X 1760.—(440.—). litte mit gatM Magen. Kürzlich wurde ein Film gezeigt, der«ine spanische Kröt« beim Frühstück zeigt«. Dies« Kröte war, wenn sie Hunger hatte, imstande, fünfnndsicbzig Mehlwürmer auf einen Hiob zu verschlingen. Nachdem sie dies« Mahlzeit zu sich genommen harte, war sie fast doppel: so dick wie vorher. Sie' fraß aber so schnell, daß man nicht Genaues sehen konnte, dir die Zeitlupe sich das Tier vornahnr, so daß man nun di« unglaublich« Geschwindigkeit, mir der sich die Zunge bewegt«, beobachten konnte. Eine andere Kröt«, die in einem Zoologische« Garten mit fünf Eidechsen zusammensaß) vergaß sich in ihrer Freßgier eines Tages so weit, di« Eidechsen zum Mittag zu verschlingen. Aber ihr Appetit und ihr Magen standen nicht im richtigen Verhältnis. Sie konnte die fünf Eidechsen nicht herunwrbringen, und eine gaiy« Weile ragten die Schwänze der fünf Opfer aus ihrem Maul. Es war ein trauriger Anblick und das Tier muhte sein« Gier mit sehr viel Unbehagen bezahlen. ES erholt« sich von diesem RekordesstnOzwar wieder, hat aber seitdem keine Eidechsen wieder gepesten. Unter den Fischen sind di« Hecht« besonders gierig. Es kommt vor, daß«in Hecht in«inem Teich nach einer Hand schnappt, di««in Mensch über den Rand eines Bootes hängen läßt, ja, einmal versucht« so«in Freßsack den Kopf eines Schwans hcruntrr- .nschlingen, als dieser nahrungsuchend taucht«. Diese Uiworsichtigkeir kostete den Hecht aber sein Leben. T«r hart« Schnabel des Schwans verletzt« ihn so schwer, daß er«inging. Daß die Affen sehr gefräßig sind, kann man am Affenhaus beobachten. Sie huldigen durchaus dem Grundsatz, alles Eßbare an sich zu bringen, auch wenn sie keinen Hunger mehr haben und der Magen schon überfüllt ist. Trotzdem jagen sie den Käfiggenossen die Brocken ab. Alle Tauchervögel schsing«» ihr« Nahrung so hastig hinunter, als hätten sie nicht viel Zeil an ihr« Mahlzeit zu wenden. Der geschickteste Nah- 'ungsjäger ist uni«r ihnen der Pii^uin, der an Land so schwerfällig und behäbig, als Nahrungsjäger im Master all« Rivalen aus dem Feld« schlägt. Drei groß« Heringe sind für ihn nur«in Schnabel »oll und«S ist fast rätselhaft, nur schnell diese Fische »er schwinden. Da di« Tauch« rvögei so überaus gierig 'Hessen, kommt eS recht häufig vor.-daß sie an der Nahrung ersticken, wenn der Fisch zu groß' für si« war. Wenn das unglückliche Tier dann nicht armen kann, tritt der Tod mestt nach wenigen Minuren ein. Seelöwcn gehören auch zu den Biel- und Schnellfrostern, nehmen aber selten Schaden daran, da ihr Organismus darauf eirlg«richt«t zu sein scheint. Ein Seelöwe kann sein« vierzig Pfund Fisch täglich verzehren, ohne in seiner Geschmeidigkeit dadurch de- bindert zu werden. 2n«inem Zoo kam«S einmal vor, daß rin Wärter d«n ganzen Fischvorral für die Tier« des Zoos im S«elöwentäfig stehen lieh.. Er kam nach wenigen Minuten zurück, aber von dem aanzen Fischvorrat war kein einziger Fisch übrg- geblieben. Ein alter Seclöwe hatte alles geftestrn und damit einen Rekord selbst unter den Seelöwen aufgestellt. Unter Schlangen ist es nicht festen, daß zwei hungrige Schlangen gleichzeitig dasselbe Kaninchen -ressen möchten. Da kommt es vor, daß di« größere Schlang- di« kleiner«, die das Kaninchen verspeist hat, mitsamt dem eben geschluckten Kaninchen zu sich nimmt. Das Krokodil verschlingt Tauben und anderes Gefiügel ebenfalls lebendig. Ernst Germer. Was Welche verdient hat. SPD. Angesichts der überaus großen Verbreitung, die Nietzsches Schriften erfahren haben dürfte es von Interesse sein, aus sicherer Quelle zu erfahren, was Nietzsche selbst und seine Erben an den Werken des großen Dichrerphilosophen verdient haben. Friedrich Nietzsche war von 1869 bis 1879 Profestor der alten Sprachen an der Universität Basel. Als er 1879, im Alter von 35 Jahren, sein Lehramt aus Gesundheitsrücksichten ausgab bezog er«ine Pension von jährlich 3000 Schweizer Franken(2400 Mark) und außerdem die Zinsen eines Vermögens, die ungefähr 1000 Franken(800 Mark) ausmachten. Er hatte also im ganpn eine Jahreseinnahme von 3200 Mark. Di« Honorare für seine Bücher waren'zunächst sehr gering Nietzsche ließ sie bei seinem Verleger Ernst Schmeitz- ner in Chemnitz stehen und sich erst im Oktober 1886 auszahlen. Es waren insgesamt rund 6000 Mark. Diese Summe verteilt sich jedoch auf zwölf Jahr«, so daß der Philosoph an seinen Schriften jährlich nur 500 Mark(!) verdient hat. Dir Ironie dej Schicksals wollte eS, daß Nietzsche für seine späteren Werke überhaupt keinen Verleger mehr sand und deshalb ihren Druck selbst bezahlen mußte. Für diesen Zweck wandte er von den empfangenen 6000 Mark ungefähr 3500 Mark. auf. Anfang 1889 brach Nietzsche seelisch und körper- Nch zujamuicn. und sein« Schwester, Frau Elisabeth Förster-Nietzsche, die bald darauf aus Paraguay, wo si« verheiratet gewesen war. zurnckkehrte, nahm sich seiner an und psiegtc ihn. TaS Verlagsrecht her Schriften ihres Bruders war inzwischen auf Die gefährlichst«« Schlangen drr Erd«. Auf der Erde gibt es insgesamt gegen 200 Gift- schlangenarten, von denen einige Arten^sonders gefährlich sind. In der Gsttwirkung besteht ei.r ziemlich erheblicher Unterschied zwischen dem Gift der Vipern rmd der Nattern. Letzt««, zu denen auch die so gefürchtete Brillenschlange gehört, haben Gifte, die zwar auch Veränderungen im Blut« hervorbringen, in der Hauptsache sind jedoch di« Gifte der Nattern Nervengifte, die den Tod durch AtmungSlähmnng Herbeiführen. Dagegen ist die gefährlichste Eigenschaft des Bipergiftcs, das B'ut zum Gerinnen zu bringen. Das Schlangengift hä't sich übrigens viele Iah« lang; noch nach 12 bis 15 Jahren ist es wirksam. Bon den gefährlichsten Schlangen genügt der Bruchteil einer Gifttropfen«, nm schwere Giftwirkungen au-zulösen. Die Wirkung ist jedoch nicht immer di« gleiche. An sehr heißen, schwülen Tagen wirkt daS Gift weit schärfer als an kühleren Tagen. Ebenso ist das Gift viel gefährlicher. wenn eine Schlang« seit längerer Zeit wieder zum erstenmal beißt. Di« meisten Giftschlangen sind heimisch in Ostindien und in den angrenzenden Gebieten und weiter in Australien sowie in den heißesten Gebieten von Amerika. Im Verhältnis zu der Zahl der überhaupt vorkommenden Schlangenarten hat Australien die meisten Gifffchlangen. Der Färbung nach gehören die Giftschlangen in der Regel nicht zu den schönsten drr Schlangen. Doch gibt eS auch Ausnahmen. So gehört die 60 bis 70.Zenfimeter lange, in vielen Teilen des amerikanischen Kontinents und in Weltindien heimische Korallenschlange mit zu den schönsten Schlangen. Ihre Grund- Seite 8 Dienstag. 3- Jänner 1933 «r. S PRAGER Gtadlrat Dr. Epstein gestorben. Ueberraschender Weise ist in der Nacht auf gestern der noch nicht 50 Jahre alte deutsche Stadt rat Dr. Leo Epstein gestorben. Er war erst Vor wenigen Tagen an einer Grippe erkrankt, zu der sich eine Skiruhöhleneiterung und später eine allgemeine Sepsis gesellte. Dr. Epstein war 1883 in Prag als Sohn des Professors der Kinderheilkunde an der Prager Universitär Dr. Alois Epstein geboren, absolvierte auch hier die Universität und war dann bis zu seiner 1980 erfolgten vorzeitigen Pensionierung(rvegen eines Artikels in der„Bohemia" wurde er in Disziplinarunter- suchung gezogen) Beamter der Finanzprokuratur. Politisch trat er nach dem Umsturz hervor, war seit 1919 bis 1922 Mitglied der Prager Stadtver- tvetung. 1922 bis 1931 Mitglied der Ortsvertretung und seit 1931 wieder Mitglied des Stadt- verordnetenkollegiums und seit einigen Wochen an Stelle des zurückgetretenen Architekten Föhr Stadtrat. Aber darauf beschränkt« sich seine Tätigkeit nicht, er war auch wissenschaftlich tätig, hat vielfach an Zeitschriften mitgearbeitet, anr bekanntesten ist seine Ausgabe der tschechoslotvaki- schen Berfassungsgcsetze, von der eine Autorität wie Prof. Hoctzl sagte,, daß sie der beste Kommentar der Verfassung sei, den es gebe. Sein juristisches Hauptinteresse galt dem'Minderheitenrechte. In seiner politischen Tätigkeit war er ungemein agil,■ wdnn er auch manchmal durch einen gewissen Doktrinarismus und Eigensinn sich den Weg zu politischen Erfolge» für das Prager Deutschtum verrammelte Bei der Armut an politischen Begabungen in der Prager deutschen Bourgeoisie bedeutet sein Tod für seine Partei einen schweren Verlust. Unfall auf dem DeuiS-Bahnhof. Die StaatS- l-ahndirektwn in Prag gibt bekannt: Am 2. Jänner um 6.55 Uhr entgleisten bei der Verschiebung auf dem Tenis-Bahnhof in Prag drei leere Eisenbahnwaggons sür den Personenverkehr und verrammelten die Strecke, wodurch die Aus- und Einfahrt der Züge unmöglich gemacht wurde. Infolgedessen kam es zu einer halbstündigen Verspätung der in der Zeit zwischen 7 und a Uhr absahrenden Züge aus Prag. Eiilige Züge konnten nicht bis zum TeniS- Bühnhof fahren, sondern beendeten ihre Fahrt schon früher: der Zug Nr. 1815 in Prag VIH., unterer Bahnhof, und die Züge Nr. 1211 und 1813 in Prag X. Di« Ursache des Unfalles wird untersucht. Hundertjahrfeier der Nikolauder-Realschule in Prag. Im Herbst 1938 werden es hundert Jahre seit der Begründung der erster: Realschule im ehemaligen Oesterreich, der Nikolander-Realschule in Prag. Um diesen Gedenktag'würdig begehen zu können, werden" diejenigen:,'welche diese Anstalt i~ und sei eS auch nur für kurze Zeit— besucht haben, gebeten, ihre Adressen der Direktion der Deutschen Realschule in Prag II., Mikulandskü, bekanntzugeben. Eine Gedenktafel für Reruda. Am Hause Nr. 14 in der Vladistavova ul. wurde Sonntag vorm. eine Gedenktafel für den am 22. August 1891 verstör- benen Dichter und Schriftsteller I. Neruda enthüllt. Die Gedenktafel übernahm in die Obhut der Stadt Prag der Bürgermeister der inneren Stadt Jng Rotnügl, der erklärte, daß die Enthüllung die erste Abzahlung auf die Schuld sei, welche die tschecho- stowakische Oeffentlichkeit Neruda gegenüber hat. Die Feier begann mit den Fanfaren aus„LibnZa" und fand mit dem Vorträge der- Staatshymne ihren Abschluß. ZEITIJMC. aiw.ui. ii»■mwiMnwwwmnMiw Der Sonderausflugszug nach Niederlindewiese, der für die Tage vom 5- bis 8. Jänner geplant war, wurde wegen der ungünstigen Schneeverhältnisse abgesagt. Di« bereits geleisteten Anzahlungen werden an der Kasia Nr. 13 auf dem Masaryk- bahnhof rückvergütet. M'iAe iillll Veranstalinimefi Dr. Alice Rühle-Gerstel(Dresden) hält eilten sechs Abende umfassenden Kurs über „Erziehung und Selbsterziehung". Ort: Spielzimmer im Kaffeehaus Produktenbörse, Prag II., Havliöek-Platz. Zeit: Donnerstag, 20 Uhr abends. Erster Kursabend ö. Jänner. Teilnchmerbeitrag 20 K.— Dr. Alcie Rühle-Gerstel, Schriftstellerin und sozialistische Erziehungstheoretikerin, ist in unseren Reihen so bekannt, das Kursthema von solchem Interesse, daß dieser Kurs kaum noch besonderer Empfehlung bedarf. Kunst und Wissen Die Silvester-Vorstellungen im Neue» Deutschen Theater kamen unter Hochbetrieb beider Bühnen zustande, mit mehr Aufgebot an Willen und- Arbeit älS an Wirkung und Erfolg. In. der-Kleinen Bühne wurde eine Einakter-Nachtvorstellung mit dem in Prag lange nicht gehörten musikalischen Intermezzo„Susannens Geheimnis" von Wolf-Ferrari eingeleitet. Diö entzückend archaisierende, spielerische und kammermäßige Musik dieses in der Handlung „modernen" und doch leider schon reichlich überholten Werkchens kam unter der Leitung Kapellmeisters Rudolf wohl ohne dessen Schuld nicht voll zur Geltung, vielmehr scheint ein Allzuwenig an Vorbereitllngszeit di« Unsicherheit und Unklarheit im Orchester wie auf der Bühne verursacht zu haben. Und gerade auf Flüssigkeit und Transparenz kommt es-doch bei diesem reizenden Sächelchen an! Herr Hagen, obwohl selber auch fühlbar nervös, rettete mit der Noblesse seiner schönen Stimme, was zu retten war. Was das Fräulein Holland anlangt, so wollen wir uns im Hinblick auf di« erwähnten Umstände auch noch-nach dieser Probe Zurückhaltung im Urteil auferlegen, obwohl ein halbes Dutzend technischer Mängel im Gesanglichen aufzuzählen wäre. Herr Bandler, der Regie führt«, versuchte als stummer Diener das Möglichst« an Komik zu geben. Der Beifall war schwach. .. Den Rest dieser Lorsielluirgs-Nacht, der in der Kleinen Bühne mit einem Rosenkävalirr-Ballett und, tzem Fall'schen Vaudeville„Brüderlein fein" ausgefüllt wurde(wie wir hören: recht langwellig und stimmüngsloS) verbrachte ich in der„Wunder-Bar" des festlich beleuchteten, Bühne und Zuschauerraum zu einem einzigen Bilde verschmelzenden Hauses. Ein Teil des Publikums schien sich recht gut zu unterhalten, dank dem Humor, den vor allem D u d e k und T a u b entwickelten. Unter den Einlagen, durch die die Theaternacht bis in die dritte Morgenstunde ausgedehnt wurde, macht« vor allem die stupende Leistung zweier Steptänzer Furore, aber auch Tanzgirls, die Solotänzerin Lea Niako und die Szene der gastierenden Frau Halovaniö erweckten Aufmerksamkeit. Die Verjazzung führte Herr Libal, in dem der Kapellmeister den Tenor immer noch zu überflügeln" scheint. Ich will im Interesse des Theaters und seiner Besucher hoffen, daß vielen diese Nacht in dem völlig ausverkauften Haufe Vergnügen bereitet hat. Es dürste ihrer aber auch etliche geben, die gleich mir sich nur durch ein paar Lacher über Taub und Dudek immer wieder von der Langeweile zu befreien juchten. l. g. Freitag:„Salome", neu. einstudiert und neu inszeniert., Dirigent: Szell. Die Regie liegt in den Händen von Professor Wilhelm von W Y m c t a l, der vor dem Kriege Oberregisseur der Wiener K u. k. Hofoper urw danach 12 Jahre hindurch Öber- regisieur der New Korker Metropolitan Opera war. Besetzung: Salome: Forrai, Herodes: Masak, Hr- rodias: Kindermann, Narabot: Riave;, den Jocha- naan singt Walter Großnrann von der Berliner Staatsoper. Wachenspielplan des Neuen Deutsche» Theaters. Dienstag, halb8 Uhr:„La Boheme"(A 2).— Mittwoch, halb 8 Uhr:„T: c Wunder-Bar" (B I)..— Donnerstag, halb 8 Uhr:„De r fliegende Holländer"(C 1).— Freitag, halb8 Uhr:„Salome"(D 1), neueinstudiert.— Samstag, halb8 Uhr:„Wenn die kleinen Veilchen blühen"(C 2).— Sonntag nachmittags: Arbeitervorstellung:„Figaros Hochzeit." Wochenspielplan der Kleinen Bühne Dienstag, 8 Uhr:„Der Geisterzug."— Mittwoch 8Uhr: „Susannes Geheimnis", Rosenkava- li er-Walzer",■„33 r ü be r lein fein".— Donnerstag, 8 Uhr:„Ich habe einen Engel gcheIrat ei.“.— Freitag, halb 8 Uhr:„H o k u s- pokus", Kulturverbandsfreuird«.— Samstag, 8 Uhr:„Der Geisterzug." Snori* Spiel* MsWlem Deutscher Futzballbund wenig gefragt. Der Wert des Deutschen Fußballbundes aus der internationalen Spielbörse sinkt ohne Unterlaß. Deutschland verlor gegen Holland in einem sehr mäßigen Spiel 2:0. Wenige Tage später folgte in London das große Spiel England—Oesterreich 4:3. Im Anschluß daran schrieb die angesehene englische Sportzeitung„Sporting Chronicle":„Jahr für Jahr sollten wir nach Verdienst die verschiedenen Kontinentalverbände bei uns empfangen. Nach Verdienst; und weder Holland noch Deutschland ist zur Zeit repräsentativ genug, um gegen England in London zu spielen. Holland gibt das zu, aber es liegt ein Vorschlag vor, daß Deutschland unser nächster Gegner sein soll. Dies wäre ein Fehler; laßt sie alle kommen, aber der Qualität nach." Der beste deutsche Kenner der Berhältnisic im Deutschen Fußballbund, Herr Bensemann, Hauptschriftleiter der süddeutschen Sportschrift„2>er Kicker" schreibt dazu in Nr. 51-1932:„Der Besuch der Engländer in Berlin im Jahre 1930 steht wohl noch.lebhaft in der Erinnerung aller- Leser; das Spiel ging unentschieden-aus. Es stand iw Zeichen der-Tövr Richard Hofmanns und des unglücklichen und bedauernswerten Verlustes eines englischen Läufers. Seitdem ist die Qualität unserer Län- dermannschast um ein Bedeutendes zurückge- gange«; wir müsien nächstens Angst haben,gegen die Schweiz anzutreten. Jeder Mensch, mit Auä- nähme des DFB: selbst, hat diesen Rückgang bemerkt; warum sollte er der Hellfehenden, hellhörigen engl:- schen Presse entgangen sein?" n üa§ Seim des klasienbevnchlen Arbeiters gehört d. Zevlralorgmi. 11 Deutschen kozialvcmokr. Arbeiterpartei 11 „Sozialdemokrat"—II Der Film Es war einmal ei« Walzer. Es ist nicht einmal wahr, daß der Film nur noch Idiotisches zu bringen vermag; wer die Pariser Programme, di« Berliner und Wiener Ankündigungen liest, weiß, daß es noch genug erträgliche Werke gibt, die einzuführen keine Provokation denkender Menschen bedeuten würde. Aber wir brauchen eben diese Variationen der„Her- ;en im Dreivierteltakt". Auch wenn der Abwechslung halber die Prinzen und Gardeofsiziere manchmal durch Inhaber von(etwa verkrachten) Bankfirmen ersetzt werden oder wenn answtk' stimmungsvoller Prinzessinnen manchmal die romantischen Töchter von Generaldirektoren(die wieder nur scheiiwar reich sein müsien) auflreten, das alles ändert nichts an dem einstimmigen Urteil der weiblichen Besucherwelt: ,^Jst dieser R a l p h v a n Goth als ! Rudi nicht gotwoll?" Diese tiefe Erkenntnis hebt den Film in jene Sphären, wo es bekanntlich nie» ! mals zur Geldheirat kommen darf, wo aber beide ! Helden bereits andere Ehegenossen wohlbcreitet kredenzt werden; wie sich herumspricht, gedenk?» manch« tränenerstickten Herzen an den Gründer- des Wien» Prinz-Walzer-Kults, unseren Liedtke, der eben im jungen Goth seinen Besieger noch nicht gefunden hat. W. Lg. Das Haus an der Grenze. Der erst« polnische Tonfilm, der zu uns gekommen ist, kann mit dem tschechischen Brirder ruhig in die Schranken treten. Hier wie dort Nationalgefühl; nur daß die Polen eine geheimnisvolle Kriegsgeschichte wählen, in der sich niemand auskennt, die aber zur gewollten Apotheose Gelegenheit gibt. Daß es den schlimmen Deutschen dabei nicht gut geht, wird uns aus Pil- sudskiew nicht wundern. Ter Film ist naiv und verlogen; er ist erfüllt von näiveck nationalen Haß und jener Beschränktheit kleiner Nationen, di« man aus den internationalen Berbrüderungskomödien genugsam kennt. Ihn zu importieren, war kein zu begrüßender Einfall, ihn mit Temperament abzulehnen, wäre zu viel Ehre: denn dergleichen Kindereien packen hierzulande nicht mehr, wo die offiziellen Kriegsfilme verkehrten Vorzeichens noch in warmer Erinnerung sind. Technisch ist die Sack: erträglicher Durchschnitt, gespielt wird ganz dezent, der Ton ist ziemlich klar, die mufikalischcn Vtrfirä,: sind allerdings jämmerlich. D. Lg.. Vereinsnadiriditen PRAO Ausschußsitzung, M it: woch. den 4. d. M-, 7 Uhr abends: Restaurant„U kupcu". Stdpanjkai Bestimmtes und pünktliches Er scheinen wird erwarte:: Der Tnrnbetrieb wird ab heut«. D: cnsläg, de» 3. d. M wieder' a u f g« n o m m e n, und zwar in der bekaänien EintellilNg.'••... j. Richtigstellung zu unseren Reulasirsgltilktoitnschen Teplitz-Schöuau: Start Millner Alfred und Frau, Turn/ soll es richtig heißen: Mildner Alfred und Fran, Tyrn Mähr.-Schönberg: Statt Bauer Franz und Familie: Kauer Fron; und Familie Troppau: Statt Kutscher Emil und Frau, Krefiisekretär: Kutscha Emil und Frau, Kreissekrctär. Nachtrag: Enrukel Viktor und Frau. Prag. Kinder dieser Zeit. Bon F. Joachim. Er hat das unbestimmte Alter der jungen Männer von morgen, die gefährlich und all aussehen, wenn sie über Philosophie und Geldverdienen sprechen, denen ich aber selten mehr als achtzehn Jahve gebe, wenn sie lochen. S: e trägt gerollte Strümpfe über schlanken, trainierten Beinen, ein selbstgeschneidertes Leinenkleid salopp und schick mit wehendem Schal; das Gesicht ist jung und alt wie seines auch, denn es herrscht UnmPmrng in den Lebensaltern, nian nimmt es nicht mehr so genau. Wie sie leben und wovon, das wissen sie selbst nicht immer; manchmal halten sie wohl Abrechnung und versuchen sich in Bilanzen, me'st aber essen und hungern sie nach dem Bestand dos Bavvermögcns in seiner Hosentasche. Wie sie es Verdienen, das richtet sich nach der Konjunktur, nnd da sie alles können, so gehl es ihnen bis jotzl nicht eigentlich schlecht. Vor allen Dingen aber leben sie für die Zukunft. Ich traf sie eines Tages, wie er und sie um die Mittagsstunde bummelten. Immer an den Vorgärten entlang, von Reubaublock zu Nonbaublock, bewohnt und noch sm Werden,, westliche Vorstadt. Ein Ettvas n ihren Schritten, der unbekümmerte Schwung ihres Morsches verlockt« mich, hinter ihnen.herzugehen: ihnen gehört« die Welt. Hinter den Siedlungen, wo neue Straßen asphaltglatt pfeilgerade ins Land hinausführen, steht seit Jahresfrist Mischen Billen gemäßigten Temperaments ein weißes Haus: Kubisch aus Beton und Glas, flach gedeckt ohne Erker «nd Sims mit riesigen Fenstern gegen Nord, und den» Süden prgewandt Lichtfänger aus Glas vom First bis zum Boden. Dem Auge heut« noch fremd, obwohl schon reizvoll, eine häusliche Maschinerie. Waren die beiden bislang, der Umgebung nur flüchtig achtend vorhoispaziert an den wohl- habenden Gärten, eingehakt und er mit der freien Hand heftig gestikulierend— wer weiß, zu welchen Problemen— plötzlich blieben sie stehen, magisch angezogen von der weißen, klaren, gläsernen, leuchtenden Front. Dies ist ciivas für sie. Bestimmt sind beide nicht häuslich. Heimweh wird das geringste ihrer Gefühle sein. Er, braungebrannt, ist der geborene Nomade der Zukunft. Wahrend sic entschieden ein Gefühl be- lvahrt haben wird für Seßhaftigkeit und Familie. Tenn sie ist es, die ihn jetzt festhalt, der nach kritischem Blick schon wieder vorüber will und weiter. Man kann es besichtiget:, dieses Hqus. Kein Käufer- hat sich bis heute gefunden, so steht es, verlockend eingerichtet, wie ein Museum der Zu-- kunft dem Eintritt frei. Schon knirschen des Mädchens Schritte auf dem GarrenkieS, der h'nanfführt zur gastlich geöffneten Tür,»vährend er sich noch mit Vorsicht versichert, daß keinerlei Auslage» verbunden seien mit dieser Besichtigung. Aber wie er sich endlich anjchickr ihr zu folgen hat sich die Tür geschlossen, lautlos und wie verzaubert. Er steht verdutzt und etwas umvillig, ruft mit Heller befehlender Stimme: Lisa, hallo, wo bist du? und dcrht sich auf dem Absatz um, sie hinter sich in dem Gebüsch zu suchen. Aber sie ist verschwunden. Da eilt er mit ein, Mei hastigen Sprüngen, die seine plötzliche Angst verraten, an die Tür; er nimmt sich nicht Zeit die Kingel zu suchen, ion- zu Tür. in die Z'mmer. die mit erlesenem Ge- I auf de» Straßen, denn ich liebe sie. um Stufe, höre ich noch, höre auch Lisa rufen: Kommst du, es ist alles vorbereitet. Und wie ich an die Tür eile, sehe ich den Wächter dieses Paradieses sich nahen. Nun werde ich gutmachen, daß ich cinbrach in ihr Spiel. So rufe ich, in der Hoffnung, sie möchten es hören und gewarnt sein, ihm entgegen: Ist es erlaubt, sich die Wohnung anzusehen? Es war niemand hier, so gingen wir hinein. Und wie er mir diensteifrig entgegerrkommt, höre ich ihre Schritt« schon die Treppe heruntersteigen. Wortlos kommen sie. gehen vorüber an mir. Aber ein sanfter Blick des Borwurfs trifft mich dennoch aus Lisas Augen, die so läh aus dem sehnsüchtigen Spiel ihrer heimatlosen jungen Jahre' gerissen wurde. Er führt sie am Arm, und als stolze Vertriebene treten sie in den Mittag. Eingehakt, nicht ermüdet und nicht verzagt, sondern jeweils zufrieden mit den Stunden, wie sie sein .mögen, und mutig. Mein Herz sucht sie tägl:ch der» mit der Faust schlägt er gegen di« Täfelung, i schmack möbliert sind, und entdecke über die Lehne daß es im Haus widerhallt, und sein« Stimme, des tiefen Stuhls im-Herrenzimmer(zum Preise hat nun d:e tiefere Rauheit der Erregung: Hallo, von 2475 Maül) seinen braunen Haarschopf: Da wo bleibst du, Lisa! liegt er, blickt durch die gläsern« Wand hinaus Ich.aber, die ich jetifeits der Straße stehe auf di« Blocks der Kolonie. Sie sind im Spiel und;«lbst ein wenig erregt war von dem selt-, besangen, haben Zeit und Umwelt vergessen, 'amen Vorfall, ich darf nun sehen, wie das Fen- l Ich rühre mich nicht, plötzlich beschämt, hier zu fier des Stiegeuhauses sich langsam in der Angel störe::, aber da erhebt er sich, reckt die Ann«, dreht und Lisas dunkler Kopf mit verschmitztem dreht-sich auf dem Absatz um und erblickt.mich. Lächeln.herauslugt. So bleibt er stehen, gespannt starrt er mich an. „Dix Klingel ist rechts in der'Mauer, mein Unschlüssig läßt er die Hande sinken, die Berzau- Herr," ruf: sie und iveg war sie. Währnrd ich berung weicht aus ihm, verlegen blickt er zu mich noch frage, was hat sie vor, wirft er sich, Boden.•* d« eben«och sprachlos hinausblickt«, schon wie j Ich p^ m diesem Knabengesicht, das aus Sttchwort.m Poptur, tritt jente ichwfen: plötzlich sich wandelt, ist die verschlos. Schuhe.am Ersen ab und mit komod:ant:scher Züge der Reife. Daß er hinaufgeht, Stufe Lust druckt er di« Kluigel..1'—»v D,-’, Was für Kinder! Kennen sie kein« achtbare Fremde und keine Beklemmung? Jeder Horizont, den sie erblicken, ist jeweils ihre Heimat, und«in 'ceres Haus dient ihnen zum Spielplatz. Run nöffet sich die Tür, umrahmt Lisa, die mit Ernsthaftigkeit den Handkuß empfängt, den Gefährten herembittet— dann schließt sie sich Mischen ihnen und mir. Ich bin ausgeschlossen. Ich blicke auf dies verzaubert« Haus, das nun Mei höchst lebendige Vertreter seines Zeitalters beherbergt. Bald eng umschlungen, bald rvennen sie sich wieder, tauchen auf in verschiedenen Räu men und beginnen ein Zwiegespräch über di« Stockwerke hfirweg. daß es bis zu mir hirwuS- schallt. Welch ein Leben wohl in diesen Räumen der Zweckmäßigkeit. Und so reift der Entschluß. teilzuhaben an ihrer Freiheit; ich trete ein. Nie mand in der Loge des Wächters, aber sein Hut hängt da. er kann nicht weit sein. Denken sie dort oben nicht an ihn? Ich taste mich von Tür etegfrick X• i k— IKf'Oalteat-SiWelm Ri«kar'l CeraHtmur-lidjn Redakteur Dl«mV Prag Druck.Nur«->-A NN Zettuu^- uu» Buchdruck vuug" NStdeuDruck»««unuuriNch Ot» ■mm»— Dir ScituÄßlmattettfian&ituT wurde von der Poft- R. Lelegrapdendirekuo» m»k ErlaÄ ih IS.iMwA ll’HW» dgw.lligl Vepugsbed na Wage» Be» Auftellun- Haut»der bei BetzUG durch di» Pop«ouanrch y wertet w)nt< m tzüdjä-rrg itt» 9G.—. eantiöferig M UV.—.— Jujerar, werde» io« Loris düil-p berechaer. Pez öftere» teuud»Uuaae» Preis»acht»!-— ALLfteüuo» te« KLLujkru-le» erfolg, bui bei Llujeadurr, der»tetounnarZea.