1•'«Hi Silchetnt mit Ausnahme des Montag täglich früh. » JartWB a.»rtealtuna: JSroo U. MHajanta ia ♦ Itlepö.: 26795. 31*49. 0ta gegeben wie jetzt. Seit dem Sommer vorigen Jahres ist das Heer der Arbeitslose« in fortwährendem«»steigen. ES wurden gezahlt End« Juli: 453.294(zur gleichen Zeit 1931: 210.908); Ende August: 460.952(215.040); Ende September: 486.935’(228.351); Ende Oktober: 533.616(254.201); End- November: 608.809(337.654); End« Dezember: 749.867(486463). Im Jahre 1931 betrug die Zunahme im Dezember 148.719, im Dezember 1932 war also, die Zunahme, trotzdem End« November 1932 dl« Zahl der Arbeitslosen fast doppelt so groß war wie ein Jahr zuvor, fast ebenso viel», nämlich Gens, 7. Jänner. Di« letzte Note Chinas i a« den Völkerbund wegen des japanische» Angriffes ans Schanhaikwan schließt mit salzenden Worte«: „Die Japaner haben entgegen ihrer wiederholten Versprechungen das Gebiet ihrer militärischen Operationen immer mehr erweitert nnd nun den letzten Stützpunkt südlich der Großen Mauer besetzt, von wo aus sie gegen Tientsin, Peking und Jehol vorgehen können. Der Völkerbund sollte keine Zeit verlieren und alle Maßnahmen ergreifen, um das japanische Borgeheu auszuhalten. Di« chinesischen Truppen werden inzwischen nach beste« Kräften den äußersten offenen Widerstand leisten. * London, 7. Jänner. Wir Reuter ans Schanhaikwan meldet, meinen die dortigen unterrichteten Ausländerkreise, es sei sehr gut möglich, daß di« Feindseligkeiten sich bald in einem größeren Umsange über Nordchina ausbreite» werden. Tie japanischen Kräfte in Schanhaikwan werden auf mindestens 6000 Mann geschätzt. Tie Chinesen entsenden mit großer Elle Verstärkungen nach Tschrnwangtau; sie sind entschlossen, den Japanern Widerstand zu leisten, während die Japaner selbst drohen, ihre Operationen zu erweitern, falls die Bewegungen der chinesischen Truppen nicht aufhören. Etwa 3000 Mann chinesischer Truppen sind yon Tientsin in Richtung auf Tangshan dirigiert worden. Auf Grund von Befehlen aus Nanking, einem Angriff Widerstand zu leisten, sollen die chinesischen Behörden es für nötig befunden haben, diese Truppen zur Verstärkung einer kleinen Streitmacht in der Nähe des Flusses Lwan zu entsenden, die gegen überlegene spanische Streitkräfte den Anmarsch auf Tientsin, und Pck'ng verhindern soll. Sie Lage wird von den britischen amllichen Kreisen in Tschingwangtau als beunruhigend empfunden, und ein britisches Regiment in Schanghai hält sich in Bereitschaft, nach Tschingwangtau abzu- fahren, um dort dir britischen Interessen zu schützen. 141.058. Dabei ist anzunehmen, daß die Ziffer der Arbeitslose«, sowie wir es bereits im Dezember geschrieben haben, über dreiviertel Millionen hinaufsteigen durfte. Bor einem Jahr ist die Arbeitslosenarme« bis zum 1. März gestiegen, während Ende Dezember 1931 die Zahl der Arbeitslosen, wie erwähnt, 486.363 betragen hat, stieg die Anzahl derselben im JLnner auf 583.138, Ende Feber auf 631.736 und erreicht« ihren höchsten Stand Ende März mit 633.907. Es ist also anzunehmen, daß im Frühjahr des henrlgen Jahres die Armee der Arbeitslosen auf«ne Million hinaufschnellen wird. D«r Höhepunkt der saisonmäßig«« Arbeitslosigkeit hangt davon ab, wie lange im heurigen Jahre die Fröste dauern werden und wann die Banbewegnng wieder in Schwung komme« wird. Di« hohe Zifser der Arbeitslosen ist eine Mahnung, alles zu tun, was in unseren Kräften steht, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Es ist selbstverständlich, daß die Arbeitslosen und ihre Famliie« weiterhi« unterstützt werden müssen. Daneben mutz auch die produktive Arbeitslosenfürsorge weiter ausgebaut werden. Es wird ferner notwendig sein, sobald als möglich an die Ausschreibung einer großen Jnvestrtions- an le ihr zu schreiten und öffentlich« Arbeiten auSzufiihren, damit wenigstens ein Teil der Arbeitslosen beschäftigt werden kann. Schließlich wird man nicht an die Belebung unserer Ausfuhr vergesse« dürfen, die vor allem obböngig ist von eisier Lockerung der Devisenvorschriften nnd einer vernünftigen Handelspolitik. Wie lange werden sich die Agrarier dem noch widersetzen? Tie Nankinger Regierung erhält täglich unzählige Telegramme aus den verschiedensten Kreisen uttd von militärischen Befehlshabern auS ganz China, die um Anweisungen bitten, gegen die Japaner nach Nordchina zu marschieren."Ein sehr einflußreicher chinesischer Führer erklärte einem Vertreter der Agentur Reuter, die Chinesen seien einmütig entschlossen, die Provinz Jehol zü verteidigen. Es sei jetzt unmöglich geworden, den Zorn des Volkes vor den wachsenden Herausforderungen der Japaner zu bändigen. Jede Hoffnung, der Völkerbund könne für China etwas Positives leisten, sei in Wirklichkeit aufgegeben worden. Es herrscht in Nanking große Feindseligkeit gegen die Japaner, dort sind die wildesten Gerüchte im Umlauf. Die britische Gesandtschaft hat die chinesischen und die japanischen Behörden davor gewarnt, etwas zu unternehmen, was di« britischen Jnteresien in Tschingwangtau gefährde« könnte. Vor einem(tunesischen Gegenangriff? Marschall T scha n s u elia n, der Koin- mandant des Peipinger Gebietes, entsandte in die japanischen Positionen Kundschafter. Rach diesen Vorkehrungen ist anzunehnnn, daß die Chinesen einen Gegenangriff zu unternehmen gedenken, um die Stadt Schanhaiklvan zurückzuerobcrn. Auch auf japanischer Seite wurden- Positionsverschiebungen beobachtet. Die Stärk: der japanischen Truppen wird auf 6000 Mann geschätzt. Ungarische Pressefreiheit. geht u. a. hervor, daß gegen die„Mpfzava" bisher 749 Presseprozefse angestrebt worden sind, davon allein im abgelaufenen Jahre 94. Im Jahre 1932 wurde das Blatt neunmal konfisziert und zweimal verboten. Seidstentisrvun« Wer betrügt T Der Vorschlag des Genossen Koudelka iin „Prüvo Stbu", zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten einen Mchtangriffspakl nach der Art wie ihn Sowjetrußlanb mit einer Reihe kapi-talistischer Staaten Unterzeichner hat, abzuschließen, hat die kommunistischen Führer in eine eckarmungswürdige Verlegen heit versetzt. Jeden Tag rückt der Reihe nach einer. der kommunistischen Schriftgelehrten nach dem andern aus, um darzutun, daß es sich bei diesem Vorschlag um nichts anderes als ein ein„neues frzialsascistisches Betrugsmanöver" handelt, nicht um einen Pakt zuni Kampfe gegen die Bourgeoisie, sondern um einen„Pakt des gemeinsamen Angriffes gegen die Werktätigen"— die Fülle der aufgetven» beten Kraft- und Schimpfworts ist schon Beweis genug, wie peinlich den von Moskau bestellten Agenten der Vorschlag ist. Peinlich, weil er sie zwingt, Farbe zu bekennen. Eine tiefe Sehnsucht aller ehrlichen Arbeiter, in welchem der beiden Lager sic auch stehen mochten, haben die kommunistischen Führer jahrelang zum Objekt ihrer schäbigsten Parteispekulation genracht. Irl Deutschland hat sich die Sannmlung des reaktionären Bürgertums im Zeichen des Nationalsozialismus vollzogen und es ist dadurch zu einer»rnshcn Gefahr für die Arbeiterklasse, ihrer sozialen und poiitifchen Errungenschafteil geworden. Obgleich bei uns eilte solche Kon- zentration der Reaktion noch nicht besteht, ist das Bürgertum nicht minder arbeiterfeindlich und steht kkassenbewutzt in einer Linie, wenn es zwischen dm Interessen des Besitzes und der Arbeiterklasse zu entscheiden gilt. In der Arbeiterschaft aber herrscht infolge der von Moskau dm kommunistischen Parteien anbc- fohlenen Taktik Zerklüftung lind Zerrisseu- hert, sie vermag sich der intmer dreister wcr- denden Angriffe der Kvpitalistenklasse kauni zu erwehrm und ntanche Position ist infolge dieses unseligen lind verderblichen Brudcr- katnpses verloren gogartgen. Solange Moskau noch selber an di« seither sagenhaft geworden« Weltrevolution glaubte, mochte von kom- munistischen Gesichtspunkten aus der gegen die Sozialdemokratie geführte Haßkrieg einen Sinn haben. Doch das liegt weit zurück. lind mehr als zwölf Jahre unaufhörlicher Hctz- und Minievarbeit, die nicht im geringsten die Kraft unserer Bewegung zu schädigen vermochten, mußten selbst dem borniertesten kommunistischen Arbeiter die Sinnlosigkeit und Schädlichkeit der kommunistischen Politik für die gesamte Arbeiterklasse erkennen lassen.. Darum erstürben die kommunistischen Aktmve die Parole der„Einheitsfront". Sie wußten, daß die Massen die Einheitsaktion der Arbeiterklasse nicht nur als unerläßliche Voraussetzung st'ir die Ueberwindung der kapitalistischen Gesellschaft ansahen, sondern daß sie die Notwendigkeit der Einigkeit lind Geschlossenheit auch im Tageskanlpfe erkannten. Viele kommunistische Arbeiter rind sogar manche leitende Funktionäre in den einzelnen Sektionen der Komnmnistischen Jnlerilatio- nale waren so naiv, zu glauben, es handle sich um eine wirkliche und ehrliche Einheitsfront Das machte den Moskauer Aufsichtsbehörden viel Scherereien. Immer wieder mußten jene Treuherzigen, die da meinten, Einheitsfront wäre Einheitsfront, aus dem kommunistischen Tempel, den sie durch solche Auffassungen lind „Abweichungen" von der vorgeschriebeneil „Linie" entweiht hatten, hinansgcworfen werden und das Komlmmistische Zentralkomitee erließ einen Ukas nach dem anderen. hertsfront eigentlich genieint sei, nicht al-> eine gemeinsame Basis z,tm Kampfe^g:n die Boilrgeoisie, dagegen unl so mehr, wie es in den letztetr Weisungen heißt, als„eine Methode der Agitation und der revolutionäre- Mobilisation der-Mässen" zu?„Entkarv"no" der Sozialdemokratie:„Alle Versuche, diese ■■■■■■■■raKmmMBaiRanfflraKHnaniBMi Ausbreitung des Konfliktes auf ganz Nordchina? China kündigt äußersten Widerstand an. Budapest, 6. Jänner. Di« Staatsanwalt schaft hat im Laufe des Abends im Parteiheim und in der Redaktion der„Nöpfzava" eine Hausdurchsuchung vorgenommen und ebenso wie im Vorjahre den für den eben tagellden sozial-! der den Irrenden zeigen sollte, wie die„Ein demokratischen Parteitag bestimmt«« Jahres bericht beschlagnahmt. Aus diesem Jahresbericht Beite 2 Sonntag, 8. Jänner 1883 Nr. 7 Erfoloreidie Betriebsaussdiußwahl in den Kopierwerken Böhmen. Die Hakenkreuz!« verlieren von zwei Mandaten eins. Bei den gestrigen Betriebsausschutzwahlen in den Kupferwerken Böhmen in Pömmerle wurden für die gemeinsame freigewerkschaftliche Liste des Internationalen Mctallarbeiterver« Landes, Sitz Komotau, und des tschechischen Metallarbeiterverbandes mit dem Sitze in Prag 397 Stimmen(im Vorjahr 418) abgegeben. Die Liste der deutschen Nationalsozialisten erhielt nur 110 Stimmen gegenüber 139 im Vorjahr. Di« freigewerkschaftliche Liste erhielt infolge- dessen sieben Mandate(im Vorjahr sechs), wah- reted dl« Hakenkreuzler nur noch ein einziges Mandat(gegenüber zwei Mandaten im Vorjahr) behaupteten. Dieser Verlust trifft die Hakenkreuzler um so härter, als sie vorher schon siegesgewiß den Gewinn mindestens eines dritten Maräwtcs vorausgesagt hatten. Taktik als politische Koalition mit der Sozialdemokratie auszulegen, sind Opportunismus, der von der Kommunistischen Internationale verworfen wird". Das war wohl hinreichend klar: nicht eine Einheitsfront sollte hergestellt werden, es sollte die Sehnsucht und der Wille der großen Masse nach einer Einigung zum Kampf gegen die bankerotte kapitalistische Wirtschaft und und ihr politisches System lediglich zu einer verlogenen Einheitsfront t a k t i k mißbraucht werden. Dennoch reden und schreiben die kommunistischen Führer stetig von einer Einheitsfront, sich daruaf verlassend, daß die (^ankenlosigkeit mancher Proletarier nicht fragen werde, was eigentlich damit gemeint sei. Bei jenen Arbeitern, welche di« Augen offen und nicht mit kommunistischen Haß- phvasen verschmiert haben, hätte es eigentlich nicht erst des neuerlichen Beweises anläßlich der Auseinandersetzungen über den Vorschlag des Genossen Koudelka bedurft, um zu erfahren, daß die kommunistischen Drahtzieher nicht im entferntesten an eine ehrlich« Einheitsfront denken und daß diese für sie nur ein leeres Schlagwort,«in Mittel des Betrugs ist, aber schließlich kann man die Selbstentlarvung, zu der sich die Herrschaften bei dieser Gelegenheit bequemen müssen, im Interesse der notwendigen Klarheit nur begrüßen. Nichtangriffspakt zwischen den beiden proletarffchen Parteien— der Gedanke allein hat di« kommunistischen Führer in Nervenkrämpfe versetzt. Was, wir sollen unser uns so liebgewordenes Handwerk aufgeben und nicht mehr unsere einzige gefftige Betätigung, daS Beschimpfen und Veffieunchen der Sozialdemokraten, betreiben dürfen? Was bliebe uns dann noch zu tun übrig? Natürlich schützen die Herren andere Gründe vor:„WaS sie(die Sozialdemokraten) wollen, ist nicht die Einheitsfront gegen die Bourgeoisie» sondern ein Generalpardon für alle Verbrechen, die sie an der Arbeiterllasse verübt haben und noch zu verüben gedenken". Zu diesem Schlüsse zu kommen, ist gar nicht so schwer, als es aussieht. Man macht für alles und jede- di« Sozialdemokratie und nur sie allein verantwortlich, beileibe nicht den Kapitalismus und die Wirt-. Die Kellnerin Molly. Roman von Han» Otto Honet, LoptzriM du gackelreiter-Derlaa. Berlin. Nachdruck verboten. Man hatte sie zu Dillgen gezwungen, die sie nicht wollte, woil sie Scham davor empfand. Niemand hatte sich um ihre Scham gekümmert. Der Pastor, der ihren Leib entblößt«, hatte nur vollendet» was die Polizcibcamten und die Richter begonnen hatten. Die amtliche Macht hatte aufgedeckt, was das Mädchen selbst nm alles gern verborgen hätte. Sie fühlte, daß sie sich weit weg von diesen harten Beamten verbergen müßt«, wenn das Schänren überhaupt noch einen Sinn haben sollte. Und schämen schien ihr schön und notwendig. Aber alle Wege in die Verborgenheit waren ihr verrammelt. Die Kameradinnen ihrer Schlafsaalgruppr fanden Male' vor dem Fenster auf dem Boden liegend. Ihr Körper zuckte in Krämpfen. Sie antwortete weder auf den Zuruf der diensttuenden Saaloberin noch aus die Bitten der besorgten Kameradinnen. Die Mädchen, die annahmen, daß Male sich zum Fenster hatte hinausstürzen wollen und nur durch einen Ohn- machrsanfall daran gehindert worden sei, trafen wohl daS richtige. Tie Oberin verbot ihnen den Mund und befahl, die Besinnungslose in ihr Bett ß»t wagen. Die Nacht wurde für den Schlafsaal sehr unruhig. In kurzen Zwischenräumen bäumte sich Male in Schreikrämpfen auf. Ta sie aus keine Frage, auf kein Trostwort antwortete, bemächtigte sich der anderen Mädchen eine bange Ratlosigkeit. Tie Saaloberin wurde bestürmt, es möge, ein Arzt gerufen werden. Sie lehnt« es ab. Erst um Mitternacht, als die Schreie Males immer häuschast und nicht die wahrhaft herrschenden Gewalten. Das bedeutet zwar eine Ablenkung von den wnÄichen Schuldigen an der Not und dom Elend der Arbeiterklaffe, di« Kommunisten etablieren sich so als Ex offo-Berteidiger der kapitalistffchen Ordnung und führen einen Dolchstoß in den Rücken der kämpfenden Arbeiterschaft, aber das liegt nun einmal auf der Linie der ihnen von Moskau erteilten Vorschriften. Alles verlegene Gestammel- der konunu- nfftischen EinheitSfrontschwiMer kann nicht darüber Hinwegtäuschen, daß sie keine Verständigung, ja nicht einmal einen Waffenstillstand, geschweige denn eine wirkliche Einheitsfront wollen urtd wollen dürfen. Es würde ihnen sonst— nur um einen Fall zu erwähnen— so ergehen, wie dem kommunistffchen Reichstagsabgeordneten Jürgensen, der kürzlich in Elmshorn bei Hamburg den Durchfall des rechtsbürgerlichen Bürgevmeifterkandida- ten und die Wahl eines Sozialdemokraten zum Büvgermeffter ermöglichte und den dafür die kommunistische Parteileitung sofort zur Verantwortung zog, worauf ihm nichts anderes übrig blieb, als demütig seine„falsche Haltung" abzubitten. Es wird also beim alten bleiben: die Linie des Irrsinns, die auf die Vernichtung der Sozialdemokratie abzielt, wird weiter befolgt werden. Nicht das Einigende, sondern das Trennende wird gesucht werden. Die Kosten wird nach wie vor die gesamte Arbei- lerklasse bezahlen. Di« annen Tropfe, die vorläufig noch„Führer" spielen dürfen, werden uns weiterhin„Verräter" und„Betrüger" schimpfen. Längst schon hört man auf das öde Geschimpfe höchstens noch gelegentlich nur aus Neugierde hin, um zu erfahren, ob nicht doch endlich eine neu« Walze eingelegt wurde. Man wird sich damit abzufinden wissen und dafür sorgen, daß endlich auch der letzte Proletarier, der von den kommunistffchen Moskau« söldnern mißbraucht wird, einsieht, daß die Ablehnung des Angebotes auf einen Nicht- angriffSpaft zwffchen den proletarffchen Parteien nur gleichbedeutend mit dem Willen ist, den Feinden der Arbeiterklasse auch in der Zukunft gute Hilfsdienste zu lei st en! Ein Lumpenftreich der Kommunisten mitzgliiüt Sie wollten die Kinder arbeitsloser Glasarbeiter um ihre Weihuachtssrende betrügen. Wer noch daran zweifelte, daß die kommunistische Bewegung in mancher Hinsicht immer mehr statt eines politischen ein kriminelles Problem darstellt, wird durch einen eklatanten, schamlosen Betrugsversuch, den vor einigen Tagen zwei Kommunisten a n d e n Kindern arbertsloser. Glasarbei- t e r in P i b l bei Haida versucht haben, eines besseren belehrt. Unsere Prager Genoßen hatten im Wege der dortigen Arbeiterfürsorge vor kurzem eine Hilfsaktion für die bedürftigen Kinder des Haidaer Glasindustrieaebietes durchgeführt und eine ÄMhl dieser bedauernswerten Kinder für einige Wochen nach Prag in Kost und Berpfie- a genommen. In Fortsetzung ihres Hufs- :S hat dann die Prager Ilrbeiterfürforge beschloßen, den bedürftigsten Familien arbeitsloser Glasarbeiter des Haidaer Bezirkes Wcih- nachtspakcte mit Lebensmitteln zu senden. Dre Aufstellung der Lfften der bedürftigsten Fami- li«n lag in den Händen der Lokalvertrauens- leutc und Funktionäre, bezw. der lokalen Für- sorgcstellen der Arbeiterkürsorge und der Partei. Die Listen mit den Namen und genauen Adressen würden von Gen. Wenzel Hackel in Haida gesammelt und sollten von diesem an die Arbei- terfürsorge in Prag eingesandt werden. Als nun am 11. Dezember die eingelangten Listen vom Gen. Hackel nochmals durchgesehen wurden, stellte er fest, daß bei der Liste von P i h l die Hausnummern nicht angegeben waren. Da die Absendung der Listen drängte, frug er telephonisch bei der Arbeitsvermittlung in Haida an, ob dort nicht ein Arbeitsloser aus Pihl anwesend sei und wenn ja, so möge dieser zu Gen. Hackel in die Kanzlei des Konsumvereins kommen. Im Laufe des vormittags kam dann auch ein gewißer Watzke zu Genoßen Hackel, den dieser ersuchte, die unvollständigen Listen mit nach Pihl zu nehmen, sie dem Lokalvertrauensmann unserer Partei, Gen. Fiedler zur Ergänzung zu übergeben und diesem mitzuteilen, er möge sie womöglich noch am sel ben Tage wieder dem Gen. Hackel zusenden. Watzke erklärte sich dazu bereit und nahm die Listen mit. Am Nachmittage kam Watzke wieder zu Gen. Hackel und übergab ihm eine Liste, die dieser, ohne sie näher zu besehen, nach Prag weiterleitet«. Di« Präger Genoßen hatten ursprünglich die Absicht, die Pakete per Post zu befördern, kamen jedoch davon ab und schickten sie per Auw an die Bestimmungsorte. So wurden auch;n Pihl am 22. Dezember die für diesen Ort bestimmten Pakete in der dortigen Konsum- vereinsfiliale abgegeben. Jedes Paket enthielt Lebensmittel im Werte von 50 Kronen. Nach der Uebernahme der Paket« stellten dann unsere Genoßen Fiedler, Bendel und Christoph fest,»atz die Adressen auf den Paketen ganz anders lautete« al» ans der vou ihnen angesrrtigtcn Liste, und daß 6 von de« 10 Adreßaten Angehörige von Kommunisten waren. DaS Raffel war bald gelöst:' Watzke, selber Kommunist, war nicht zu unserem Vertrauensmann gegangen, sondern zu dem kommunistischen Lokalver- trauensmann Stefan Weineri und diese beiden Ehrenmänner hatten eine eigene Liste angelegt und Watzke hatte diese schamlose Fälschung dünn dem Gen. Hackel übergeben, von dem er wußte, daß ihm die Personennamen in Pihl nicht geläufig sind und der daher den ehrvergessenen Sckwindel nicht merken würde. Nur dem Umstande, daß die Pakete nicht per Post zugestellt wurden, fft es zu danken, daß dieser Betrug an den armen Glasarbeiterfamilien noch im letzten Augenblicke vereitelt wurde. Es versteht sich, daß gegen die Schuüugen die Anzeige wegen Betruges erstattet wurde. Aber auch ohne Gerichtsurteil sind die Burschen in den Augen aller anständigen Menschen, auch der anständigen Kommunisten, gerichtet. Nationale Einheitsfront — weil nie Närodni Politika sie will? Bon Dr. E. Jranzel. In der Jubiläumsnummer des Karlsbader ,^olkswille" habe ich— nicht zum erstenmal und keineswegs abweichend von dem Programm, das die Deuffche Sozialdemokratie in aller OeffenÄichkeit feit mehr als einem Jahrzehnt vertritt— über die„nationale Frage in der Tschechoslowakei" geschrieben. Ein großer Teil deS Artikels war der Darstellung der grundverschiedenen Rolle gewidmet, die der Staat in den nationalen Kämpfen des alten Oesterreich und di« er als bürgerlich-kapitalistische Republik in der nationalen Frage spielt. Aus dem geschichtlichen Vergleich der verschiedenen Voraussetzungen des„nationalen Ausgleichs" im feudalen und im bürgerlichen Staat leitet« ich den Nachwis ab, daß der ost herbeigesehnt« und gefordert«„Ausgleich von Volk zu Voilk^ heute mindestens sehr unwahrscheinlich, höchsten» in einer historischen AuLnahmSsitua- tion denkbar, und daß lediglich der Ausgleich von Klaß« zu Klasse möglich sei. Nur durch di« Hervorkehrung dieses einen Gesichtspunktes stellte mein Artikel zur nationalen Frage ein zur Diskussion anregende- Novum dar, keinesfalls durch die Darstellung unserer konkreten Forderungen und unserer Ansichten über die Verwirklichung des Autonomiegedankens. DaS hat die„Närodni Politika" nicht gehindert, in dein Artikel, und zwar gerade in seinem durchaus selbstverständlichen und Bekanntes wiederholenden Teil eine Demaskierung der deutschen S^ialdemokratie zu erblicken, die endliche Offenbarung ihres„nationalistischen Programms", das auf die Zerschlagung der Staatseinheit und di« Atomisierung und Parzellierung deS Staates hinauSlauf«. Weder, d a ß si« schrie, noch was sie schrie, war neu oder interessant; man ist von der hysterischen alten Bettel derlei Gekeife längst gewohnt und sie wär« wahrhaftig das letzte Organ der sogenannten öffentlich«« Meinung, dem man ohne äußerste Not Beachtung schenken würde, steht sie doch aus einem Niveau, zu dem selbst Stkibrny noch hinabblicken könnte. Der„T a g" jedoch hat es für nötig gehalten, daS Gezeter einer im übelsten Sinne staatsbekannton Hökerin vom Meinungsmarkt als Beweis für die Verkehrtheit der sozialdemokratischen und für die Richtigkeit der national- sozialistischen Politik aufzugreifen und in großer Aufmachung(vierfpaltiger Titel mit rotem Balken darunter) zu publizieren. Er sucht zunächst die Faffch'melkung' zu' cr-; wecken, als spielten wir deutschen Sozialdemo- kraten dem ffch«chischen Nationalismus gegenüber als die braven Buben auf, die„bei vielen Gelegenheiten«inen dicken Strich zwischen sich und der deutschen Opposition ziehen", um ihre Loyalität zu erweisen. Tas mag für die Landbündler zutreffen, der dcuffchen Sozialdemokrati« wär« eS schwerer nachzuweisen als etwa der„Närodni Politika" ein wahres Wort. Wer gelesen hat, was wir zu den Exzeßen des Nationalismus in beiden Lagern vor und nach unserem Eintritt in di« Koalition gesaat haben, wer unsere Stellmtgnvhm« zu ganz konkreten Vorfällen, wie;. B. dem Volkssport Urteil kennt, der Weitz auch, daß die deuffche Sozialdemokratie niemals geglaubt oder oar versucht hat, der Lösung der nationalen Frag« durch i< k i 15 V ■r< d li h u r fc ibi fc In n n> Iw In w (£ r lA bi r figer und verzweifelter wurden, verstand die Oberin sich dazu, telephonisch den Pastor Zickmann anzurufen. Er ärgerte sich über die Storung seiner Nachtruhe und gab die Weisung, sich nicht um das„bockige Ding" zu kümmern. Und wenn sie nicht mit Schreien aufhöre, solle man sie mit einer Waschschüffel kalten Wassers übergießen. Des Pastors Anordnung blieb unausgeführt. Die Anfälle wurden schwächer und Male schien auch nach und nach wieder zur Besinnung zu kommen. Als aber um füiff Uhr morgens die Weckqlocke durch dtit Saal schrillte, stand sie nicht mit den andern auf. Sie versuchte es wohl, aber der Körper gehorchte nicht. Sie murmelt« ein paar Worte und versank wieder in Regungslosigkeit. Die Kameradinnen mußten sie liegen lassen. Pastor Zickmann, der morgens gegen neun inlmer die leeren Schlafsäle der Mädchen zu inspizieren und die Ordnung der Betten zu kontrollieren pflegte, fand sie noch im B^tt. Er empörte sich über ihre Verstocktheit. Sic antwortete ihm nicht einmal auf seine wiederholten Befehle, aufzustehen, sondern schloß nur. die Augen. Erst wollte er neue Strafen über sie verhängen, aber nach einer Rücksprache mit der Oberin vom Nachtdienst verstand er sich dazu, e:ncn Arzt aus der kleinen Nachbarstadt herbeizurufen. Er hat diese Nachgiebigkeit, die außerhalb seiner Erziehungsgrundsähe lag, nachher sehr bereut. Der Arzt kam am Nachmittag. Als er den Puls des teilnahmslos daliegendcn MÄchens kühlen wollte, zuckte Male abwehrend zusammen. Selbst seinem freundlichen Zuspruche blieb sie unzugänglich. Erst als er unter Berufung auf seine ärztliche Autorität den Pastor und die Schwester Bahtseba a>ks dem Schlaffaale wies und er mit Male allein blieb, gelang es ihm, die Abwehr des Mädchens zu besiegen. Unter Zittern mW unaufhörlichen Tränen gab sie schließlich Antwort auf s«in« Fragen. Ein« körperliche Untersuchung bestätigt« seine Vermutung und die Angaben Males. Der schwer« Nervenschock verlor seine Gewalt in einem befreienden Träncnstrom. Obgleich Pastor Zickmann dem über die schwere Züchtigung erregten Arzt« erllärte, das Mädchen habe natürlich nur die Hiebe erhalten, weil es„in sittlicher Richtung einen höchsten verderblichen Einfluß ausgeübt" habe, gab dieser die Angelegenheit an die Oeffenrlichkeit weiter. Sozialistisch« Zeitungen unterstellten Pastor Zickmann andere Motive bei den von lhm beliebten Züchtigungen und wiesen auf einen Erlaß des Vollswohlfahrtsministers hin, welcher angeordnet hatte:„Tie Eigenart weiblicher Zögling« läßt cs dringend geboten erscheinen, das für ihr« sittliche Entwicklung überaus werwolle Gefühl körperlicher Unberührtheit bei ihnen zu schonen und, wo es verloren oder gcschrvächt sein sollte, zu wecken und zu stärken. Bei den Mädchen wird daher die Vollendung des 16. Lebensjahres durchaus als Grenzpunkt des Züchtigungsrechtes festzulegen sein." Man rief auch die Vormundschaftsbehörden an, die den Pastor befragten, warum er die Züchtigung der doch schon reifen Mädchen, falls cr sie überhaupt für notwendig hielt, nicht durch eine der weiblichen Erziehungsbcamtinnen habe vornehmen lassen. Pastor Zickmann antwortete zurück, er habe immer Wert daraus gelegt, mit seinen weiblichen Zöglingen väterlich zu verkehren, und er werde das auch in Zukunft so halten. Die Vormundschaft mußte es mit dieser Antwort bewenden laßen, denn es heißt im deutschen Gesetz ausdrücklich:„Tie Fürsorge-Eruehungsbchör- den sind nicht im strafrechtlichen Sinne für die Beobachtung der Richtlinien verantwortlich." Und darum konnte der Magdalenenbnnd von der inneren Miffion, der Besitzer des„Gartens Gethsemane", auf alle die von der politischen Linken ausgehenden Vorstöße grundsatzgetrru er- L. Widern:„In unserem-Heim wurde die Prügelstrafe bisher angewandt und wird auch weiterhin angewandt werden." Di« Kontrollkommiffion der Kreisverwaltung, die unter dem unliebsamen Eindruck der Zeitungsmeldungen unvermutet den„Garten Gethsemane" inspizierte, konnte einen beruhigenden Bericht erstatten. Die Bormundschaftsbehörde hatte ja bestimmungsgemäß gehandelt, als sie den weiblichen Fürsorgezögling Habenicht dem Mag« dalenenbund überwies, da nup.einmal in Deuffch- land die Fürsorgeeerzichung von Staats wegen den christlichen konfessionellen Mißionsanstalten überlassen ist, wenigstens zum allergrößten Teile. Im„Garten Gethsemane" hatte man sich nichts zuschulden kommen lassen, was gegen staatliche oder kirchliche Gesetze verstieß. Urch was die im Berfolg deS Erziehungswerkes eingetretenen körperlichen Beschädigungen des Zöglings Male Habenicht betrifft, so stellte die Kommission ausdrücklich fest, daß sie mit Hilf« der aus dsx Anstaltsapotheke kostenlos gelieferten Pflegemittel im Verheilen seien. Eine Christi« wird in Marsch gefetzt. „Du wirst einmal in der Gosse eltden, unter Huren und Ehebrechern. Dannefft wirst du ein« sehen, was du Gutes bei uns empfingest. Uttd wirst mich vielleicht auf den Knien um einen Backcnstrcich von meiner väterlichen.Hand an« flehen. Aber dann werde ich mich bedanken. Denn wer Schmutz angreift, besudelt sich. Und ich greife keinen Schmutz an. Alle anständigen Menschen sollen dich mit Verachtung strafen." « Tas sagte Pastor Zickmann zu Male, als sich M die Kontrollkommiffion freundschaftlich verab- b schiedet hatte. Male antwortete ihm nicht, was W allerdings auch gegen die Anstaltsregeln gewesen fft wäre, die vorschreiben, daß Antworten nur auf»» direkte Fragen zulässig sind. q (Fortsetzung folgt.) Rr. 7 Sonnkag, 8. Jänner 1833 Seite 3 Liebedienerei vor dem Nationalismus der tsche- ! chifchen Gasse und Gosse näherzukommen. Was aber folgert der„Tag" aus dem Gezeter der„Politika" unmittelbar? Die„öffentliche Meinung" in den tschechischen Kreisen ist einer Reform der inneren Verwaltung und des Sprachengesetzes tm Sinne der nationalen Gleichberechtigung gleich unzugänglich, mag der Vorschlag einer solchen Reform, von welcher Seite aus dem deutschen Lager immer komnten. Der politische Druck, der sie zu einer solchen Reform zwingt, ist von Seite der Deutschen nicht vorhanden, für poli- tischc Sentimenlalltiken aber haben die Prager Nationalstaatler kein Verständnis. Wir haben der„Närodni Politika" kein« Vorschläge gemacht und sie hat daher keine abzulehnen. Wir haben nicht an rin« wie immer beschaffene„öffentliche Meinung" der Tschechen schlechthin appelliert und es ist unwichtig, wie i di« verächtlichsten Repräsentanten«inet angeb- ; lichen Volksmeinung darauf reagieren. Wir behaupten heute wie vor zehn Jahren nicht mehr /«nd nicht weniger, als daß dir Arbeiterklasse der Tschechoslowakische« Republik aus ihrem eigenen Klassenintcresse heraus die Temoknatisierung der Verwaltung wird durchführen müssen, um den Klassenfeind niedcrzu ringen, und daß damit auch Iden nationalen Minderheiten ihr Recht geschas- Ifen werden wird. Wir erklären nicht mehr als: Idaß die Arbeiterklasse, sobald sie stark genug »sein wird, durch die Kulturautonomie die »nationalen Minderheiten befriedigen und den ! nationalen Zank, der den Kampf um den So- IzialiSmuS beeinträchtigt, auS der Welt schaffen «wird. Ob das der„Nwrodni Politika" patzt oder : Inicht, ob sie«S für staatsgefährlich oder utopisch «hält, ist gleichgültig. Wir überlassen«S dem .„T a g", sich von dem Blatt deS tschechischen »Chauvin belehren und seiner Partei die pÄi- , j tische Richtung weisen zu lassen. Ihm erscheint nämlich nunmehr durch die lAuSlassungen der„Politika" der Nachweis«r- «bracht, datz uns nur die nationale Einheitsfront l« retten kann. Er schreibt: Di« einzig« Ausweg wär« die fudttendrutsch« Einheitsfront für di« sudetendeutsch« Autonomie mit Einschluß der Sozialdemokraten. i 1 Nur ein« solche politische Front könnte«inen [ derartigen Druck auf di« Tschechen 1« uSüben, daß sie sich von dem Gedanken , I nationalpolirischer Verhandlungen gefügiger zei- t| gen würden. Leider aber ist da» Sudeien- . I deutsch rum, wenigsten« soweit seine Parteien in , I Frage kommen, von dieser großen Linie einer .| einheitlichen Nationalpolitik weit entfernt. Die ' I sudetendeutschen Parteien glauben, zum Teil in der Regierung und zum Teil in der Opposition, , I zwei Eisen im Feuer zu halten, in Wirklichkeit verbrennen sie sich beide nur die Hände. Dieses 'n Feuer ist zu groß, um«S mir der •I Gartenspritze aus der RegirrungS- L I laub« löschen zu können. Die Ant- L-1 wort der„Rar. Politika" auf den sicher- e 1 lich sehr gut gemeinten Artikel des Genossen t J Franzel ist ein neuer, schlagender B«- - 1 weis für di« total« Verfahrenheit und Aus- I sichtSlosigkeit der bisherigen poli- > tischen Taktik der sudetend«utfchen ■. I Parteipolitik, die das Volk immer mehr ’ j auseinanderjagt, statt es zusammenzuschmieden, j I Tie politisch« Anschauung der deutschen f I Nationalsozialisten, daß die nationale , I Frage in der Tschechoslowakei nur durch Jn-die- I 1 Waagschale-Werfen der ganzen sudetendeutschen L I Schicksalsgemeinschafr gelöst und entschieden wer- 1 den kann, findet durch die— Antwort der I„Narodni Politika" an den Regierungs- t 3 I sozialisten Franzel eine glänzend« Bene st ä t i g u n g. [, 1 Ganz im Gegenteil! Die hysterisch« Wut x dcS nationalistischen BlattchenS ist nur ein Be- rt oveiS dafür, daß sie Nationalisten nichts so sehr v«wünschen wie die Rückkehr zu dem System der )e mativnalen Fronten, b«i dem immer die deutsche „ Minderheit der tschechischen Mehrheit gegenüber- ,, Stehen wird, daß sie nichts so sehr fürchten C wie di« dauernde Verständigung und Zusam- imenavbeit der proletarischen Parteien. Und n die geistooille Bemerkung des„Tag" über die f„Gartenspritze aus der Regierungslaube" beweist wiederum nur, daß di« Nationalsozialisten keine ie Ahnung von dem grundsätzlichen und ' Wesentlichen Unterschied haben, der zwischen «der R«gierungSb«teili"ung bür- «Ekerlicher Parteien mit ihrer Sym- . piose-Theorie und d«r Zusammenarbeit ^der sozialdemokratischen Par» " teien besteht. Di«s« und nicht die RegierungS- 1 veteiligung ist uns die Gewähr des endlichen Erfolges unserer Politik. Nicht durch unsere Reaierungsbeteiligung und angeblich«„Loyalität" gegenüber dem Nationalismus der Tsche- ct rhen, aber auch nicht durch«ine den NationaliS- mus stärkende national« Einheitsfront, sondern 10 durch di« internationale Einheitsfront des Pro- -"letariats werden wir die Demokratisierung des rt' Llaates erreichen. kN I sei Wenn die„Nürodiu Politika" dabei über en uns herfällt, io ist das für uns io wenig ein« ^Abfuhr", al« es ein Argunieni gegen«in ich Denkmal ist, wenn ein Köter vor ihm das Bein b- Lebt. Nur wer an den Köter appellieren wollt«, aS Ivie«S gewisie deutschnatioual« Politiker mit en Ihrer Theorie des Ausgleichs von Bolt zu Volk ufktun, müßi« sein« Antwort als ein«„Abfuhr" quittieren! 40 Waggons italienischer Waffen via Oesterreich nach Ungarn unterwegs. Dcberrasdiende Enthüllungen der..Arbeiter-Zeitung'. Wien, 7. Jänner.(Eigenbericht.) In Oesterreich ist soeben, wie di« morgige„A r» beiter-Zeitung" mitteilt,«in« Wasfenjchiebung von ganz großem Ausmaß aufgedeckt worden, die zweifellos auch außenpolitisch« Komplikation«« nach sich ziehen wird. In den letzten Tagen sind, als„Eisenware" deklariert, nicht weniger als 40 Waggons Gewehr««nd Maschinengewehre au» Italien in der österreichischen Patronenfabrik Hirtenberg eingetroffen. Als Aufgeber fungiert«in italienischer Offizier namens Ginseppe C o r- t e s e aus Verona, Empfänger ist die Hirtenberger Patronenfabrik. Dir Waggons werden in Hirtenberg««geladen, und zwar ausSutomobile, di« ihren Weg«ach Ungarn nehmen. Einige dieser Automobile sind bereits über die ungarisch« Grenze gegangen. Auch in der Nacht zum 81. Dezember sind bereit» zehn Waggon» italienischer Waffe« auf diesem Weg« nach Ungarn geschmuggelt worden. Angesicht» der in letzter Zeit verschärften Spannung zwischen Italien und Jugoslawien sind dies« italienischen Waffentransporte nach Ungarn«in ernstes«nd gefährliche» Symptom. Da di« Hirtenberarr Patronenfabrik unter der Leitung de» HeimwrhrfÜhrer» Mandl steht, liegt die Vermutung nah«, daß diese dunkle Sache durch di« guten Beziehungen de» Herrn Mandl zur Hrtmwehr und zu den österreichischen Heimwehr Ministern gefördert worden ist. Die„Arbeiter-Zeitung" verlangt» daß dir Wasfentransporte sofort eingestellt und alle noch auf österreichischem Boden befindlichen geschmuggelten Waffen sofort beschlagnahmt werden. 10 Milliarden Francs Abstriche Im französischen Budget. Details werden noch streng geheim gehalten. Paris, 7. Jänner. Die vor drei Wochen vom Finanzminiltrr EHeron ernannt« Kom- Mission von fünf Finanzsachverständigen überreichte ihm heut««inen Rapport, der Vorschläge zur Ausgleichung des Budgetdesizit» von 10 Milliarden Franken enthält. Der Rapport ist streng vertraulich und der Finanzminnter will ihn bi» zum letzten Augenblick aehrimhalten, um zu verhindern, daß sich di« verschiedenen Interventionen und Protest« der betroffenen Korporationen und Organisationen noch vor der Verlautbarung der Regie rung-Vorschläge wiederholen, wie e- dem Finanzminister in der letzten Regierung erging. Finanzminister Cheron wird di« Vorschläge erst Ende der nächsten Woche dem FinanzauS- schuß der Deputiertenkammer bei der Beratung o«S zweite« Budgetzwölftels bekanntgeben. Eine» scheint aber sicher zu sein, daß nämlich bi« Regie, rung nicht zur Herabsetzung der Bezüge der Staatsangestellten und Pensionisten greifen wird. ES werden bloß di« ReprasentationSjulagen der hohe» Beamten gekürzt werden.. „Grane Front“ am GMW der Großindustrie. Das neueste ziel der deutschen Nationalisten. Berlin, 7. Jänner. Die Konzentrationsbestrebungen im nationalistischen Lager werden fortgesetzt, wie eine Reihe von weiteren Beratungen zwischen verschiedenen Persönlichkeiten aus den nationalen Kreisen beweist. Der ehemalige Reichskanzler von-Papen nimmt ebenfalls weiter an den ganzen Verhandlungen teil. Gestern hatte er in Düsseldorf eine Beratung mit dem Vorsitzenden der, westdeutschen Katholikenvereine Dr. Glasebock, bei der„über die Eingliederung der katholischen konservativen Kreise in eine zu bildende große nationale Einheitsfront" verhandelt wurde. Zu Beginn der kommenden Woche, wahrscheinlich schon am Montag, wird Papen de m KanzlerSchleicher einen Besuch a b st a t t e n. Diesen Besuch soll Papen dem gegenwärtigen Reichskanzler deshalb angeboten haben, um die Mißverständnisse zu zerstreuen, die sich an die Kölner Zusammenkunft Papen-Hitler knüpften. Darüber, wie di« vorbereitet« nationale Front aussehen soll, werd«« jetzt eingehende Angaben bekannt. Darnach denke man nicht an di« einfache Wiederherstellung der ehemaligen Harzburger Front, in der die Deutschnationalen, die Nationalsozialisten und der Stahlhelm zusain- mengcschlossen waren. Di« Nationalsozialisten sollen vorläufig nicht direkt in die neue Front ausgenommen werden, dafür ivürde aber zwischen ihnen und den Deutschnationalen eine Aussöhnung stattfinden. Die nationale Front leibst sollte sich dann auS der deutschnatwnalen Partei und der deutschen Volkspartei zusammensetzen. Weiter sollten dazu gehören der nationali stische Stahlhelm, der Kyffhäuserbund(Verband ehemaliger Frontsoldaten) und die nationalen Jugendverbände. Hinter dieser Front, die mit Rücksicht auf die Beteiligung der ehemaligen Frontkämpfer schon im vorhmein als ,^raue Front" bezeichnet wirb, würde der«ntscheNwnd« Teil der industrielle« Kreise stehen. Durch diesen Zusammenschluß heterogener! Element« sollte die„graue Front" nach dem. Wunsch ihrer Autoren ungefähr jene AnfangS- stärke erhalten wie die nationalsozialistische Pak' tei und könnte demnach bei den späteren Verhandlungen mit den Nationalsozialisten als gleichwertiger Partner auftreten. Bisher habe eben das große zahlenmäßige Uebergewicht der Nationalsozialfiten jedwedeS Einvernehmen im nationalistischen Lager erschwert. In der Sozialpolitik würde sich die „graue Front" allerdings zu einem antisozialen Programm etwa in der Form, wie es von der Regierung Papen verfolgt wurde, bekennen. Unterredung Schlelcher-llltlcr? Berlin, 7. Jänner.(Conti.) Dem„Temvo" zufolge soll im Anschluß an den Beiuch deS' früheren Reichskanzlers,von Papen beim Reichskanzler auch eine Unterredung des Kanzlers mit Adolf Hitler am Ende nächster Woche in Aussicht, genommen sein.— An zuständiger Stelle ist von' derartigen Absichten nichts bekannt. Streik In Handlovd. Preßburg» 7. Jänner.(C. P.-B.) In den Kohlengruben in Handlovs brach heute um 14 Uhr aus Lohngründen ein Streik auS. Die Ruhe wurde nicht gestört. In der letzten Zeit hatten Berhairdlungen über einen von der Betriebsverwaltung gcsor- dertcn Lohnabbau stattgesunden, die zu keinem Ergebnis führten, so daß schließlich ein Proviso- rium für Jänner abgemacht wurde, das durchschnittlich einen dreiprozentigcn Abbau bei den Schichtlöhnen über 80 Kronen' voriah. Gegen dl« Annahme dieses Provisoriums stellten sich di» Kommunisten, di« schließlich heut« die gesamte Belegschaft^ von 2100 Mann in den Streik trieben. Da Montag nicht gearbeitet wird, wird sich erst am Dienstag ein richtiges Bild über di« Ausdehnung de» Streiks ergeben. Aerztlich« Brhandlunq der Arbeitslosen. Am 3. Jänner iand im Ministerium für soziale Für- 'vrge ein« Beratung des Ministers Dr. C; e ch mit den Vertretern der wirtschaftlichen Acrzte- craani'ationen und Vertretern des Ministeriums vfseutli^''S Gkl,,ndbeitew«sen über di« Teil- n-hme der Aerzte an der Aktion der freiwilligen ärztlichen B.^ndl'"'q^rr Arbeitslosen und ihrer Familienmitglied.': firn. di« vom Ministerium?ür 'oziale Fürsorge organisiert wird. Di« Acrzte- orqanüatiouen erklärten grundsätzlich an der Aktion mitzuarbeiten und auch die^einzelnen Aerzr« zur aktiven Arbeit aufzufordern unter Wahrung Öen- Bewertung ihrer Arbeit, Nach Erklärung des Ministers, daß derzeit an di« Beschaffung irgenv- welcher Mittel aus öffentlichen Fonds, oder an die legislative Regelung dieser Frage nicht gedacht werden könne, erklärten' sich die Vertreter der Aerzteorganisationen bereit, an der Aktion mitzuarbeiten, auch wenn sie auf rein charitativer Grundlage organisiert würde, ober unter der Bedingung. daß das Ministerium für iozial« Fürsorge sich dafür«insetzen werde, daß das Finanzministerium durch ein generelles Eingreifen den Streit der Aerzteschaft mit der staatlichen Finanzverwaltung wegen der Besteuerung der Kranken- kasienärzte mit der Erwerbsteuer liquidiert werden wurde, welche den Aerzten vorgeschrieben und von ihnen auch weiterhin eingetrieben wird, trotzdem daS Oberst« DerwaltungSgertcht im November des BorjahreS entschieden hat, daß die Aerzte zu den Kranfenkasien in einem Dienstverhältnisse und die aus ihren Einnahmen fließende Erwerbsteuer ungesetzlich vorgeschrieben wird. Außerdem stellten sie die Forderung, daß die Ministerien für soziale Fürsorge und öffentliches Gesundheitswesen beim Finanzminister vorstellig werden, oaß die Steuer- fatierung der an der Heilfürsorge filr die ArbestS- loien sich freiwillig beteiligenden Aerzte benevolent beurteilt und ihr Steuersatz nicht unberechtigt erhöht werde, wie eS heut« allgemein geschieht. Der Minister versprach, an den berufenen Stellen diese Aktion der Aerzte werktätig zu unterstütze,r. Schleiferei in ftussolinlen zwischen Karabinier, und Demonstranten. Rom, 7. Jänner. Tic Agenzia Stefani meldet aus Salerno: Infolge von Streitfragen lokalen(?) Charakters waren 300 Personen aus der Gemoinde Mont« San Giacomo nach Demonstrationen vor dem Rathaus in den benachbarten Ort Sassano gezogen. Dort griffen sie eine Kavabinerictvache an, bewarfen sie mit Steinen und beschossen sie. Ein Unteroffizier wurde Verivundet, rin KarabiniM schwer verletzt. Die Karadirrieris sahen sich genötigt, gegen die Demonstranten mit Schüssen vorzugehen. Drei Tot« und vier Verwundete blieben auf dem Platz. Die Ordnung ist vollkommen wiederhergestellt und di« Verantwortlichen sind in Haft genommen worden. kln«eil treibt den andern« Paris, 7. Jänner. Der Minister für die Kriegsmarine L e y g u« s hat heute in Toulon das erste französische Geschwaher besichtigt. Nach der Besichtigung gab er einen Rückblick über die Tätigkeit der Kriegsmarine im vergangenen Jahre. Dabei war er u. a. bestrebt, den am 26. Oktober 1932 gegebenen Auftrag zum Bau des 26.200-Tonncn-Kveuzers„Dunkerque" zu rechtfertigen. Er erklärte, Ke Indienststellung des Kreuzers«D.e u t s ch l a n d", das ein moderne-, gut- gepanzertes, mit L80-Mlliw»terqe- schützen versehenes Kriegsschiff, mit 26 Knoten Geschiviudigkelt und mit einem beträchtlieben Aktionsradius sei, sowie die Jnangviffnahm« deS Baues zweier ähnlicher Kriegsschiffe bilde eine Bedrohung für di« französischen Verkehrslinien. Dieser Gefahr habe man begegnen müssen. Daher habe er den Auftrag zum Ban deS Schiffes erteilt,^ das stark gepanzert und mit 233-Millimctcrgeschützen versehen sei und eine Geschnnnbigkeit von 30 Knoten entwickeln könne. Der Bau des Schiffes sei am 26. Dezember begonnen worden. lenere hrfisldentschaffswahlen Washington, 7. Jänner. Der mißlungene Versuch, Hoover neuerlich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten Zu Wählen, kostete den NationölauSschuß der republikanischen Parte, 2,670.652 Dollar(90 Millionen K), b. i. etiva um eine Million Dollar mehr, als die demokratische Partei für die Präfidenienwahlkampagne aurgegeben hat. GefchStte mH den Matt^rsten. Man schreibt ünS: Im Lauf« der letzten Woche liest man von dem Plan, die staatlichen Forste zu kommerzialisieren und die Verwertung von deren Produkten einer, neugegründeten Aktiengesellschaft, unter Beteiligung der Firma Körner, zu übertragen. Es ist,ein großer Jnter- essenkampf auSgebrochen, in dem das Interesse der Allgemeinheit gegen das Interesse einer einzigen Privatgesellschaft steht. Ist tatsächlich das Schicksal der StaatSsorste ein Jntereff« der Allgemeinheit? Diese Frage ist zu bejahen, da, wenn die Staatsforste Verluste haben, diese doch vom Staatsbudget getragen werden müssen. Es ist daher undingt im allgemeinen Interesse, in dieser Frage Klarheit zu schaffen. Hat di« Firma Körner so großartige Erfolg« für sich zu buchen, daß diese Gesellschaft, di« ihre inländischen Interessen vollkommen liquidiert und sich nur auf einen Aufgabenkreis eines bescheidenen Zwischenhändlers zurückgezogen hat, trotz allgemeiner Krise von heute auf morgen, mit einem derartigen Erfolg arbeiten wird, daß nicht nur die staatlichen hievon Vorteil l-aben können? Wenn man sich mit einem Geschäftspartner zu Tische setzt, muß man doch wissen, welche Erfolge dieser aufzuweisen hat und welche Erfahrungen aus seiner, bisherigen Geschäftsführung resultieren/ Diesbezüglich wäre kehr interessant, wenn man die Erfahrung der Banken, deS Bodenamtes und der Forstverwaltung des Mili- tär-AerarS, die unseres Wissens mit Körner gearbeitet haben, kennen würde. Wieviel schuldet die Firma Körner dem Bodenamte? Cs wird berichtet, daß daS Geschäft bereits abgeschkvffen ist. Nachdem VIeS wichtige öffentliche Interessen betrifft, sei hiemit daS Landwird- schaftsministerium angefragt, ob diese Nachricht oen Tatsachen entspricht. Geheimnistuerei ist hier nicht am Platze. Krise in der Rationakdemokratischen Jugend. ,,Närodni Lifth" veröffentlichen eine Erklärung dos Präsidiums der nationaldemokratischen Partei, welche für alle Organisationen dieser Partei bestimmt ist, daß der Kongreß der„Jungen Generation", der für den 7. und 8. Jänner einberufen ist, kein« Parteiberatung darstellt, denn die Ein-berufcr find nicht berechtigt, die Funktion des Zentvalausfchusfes oer„Jungem Generation" auszuüben, weil„ dieser Ausschuß vom Parteipräsidium aufgelöst worden ist. Das Präsidium erklärt, daß Einberufung und Beronftaltung des Kongresses dem OvgamsationLstatut entspricht ebenso wie di« Teilnahme am Kongreß. ES scheint also, daß die Teilnehmer des Kongresses aus der Partei«»erden ausgeschlossen werden. Der Führer der„Jungen Generation" ist der Advokat Dr. R a s i n. der Sohn des ehemaligen Finanz- m'inisterZ und gegenwärftg Verteidiger im Stki- brnh-Prozch. Seite 4 Sonntag, 8. Jänner 1983 Nr. 7 Tagesneuigkeiten 2Me Ädee. Raum für das Wichtige! Heber das Nichtige, Schwankende, Flüchtige, Lust oder Weh, hebt sich ein Bleibendes, Schassendes, Treibendes, Ewigkeit Schreibendes: herrscht die Idee. Trostlicht der Peinigung, Schmelzglut der Reinigung, Fackel der Einigung, seuria gedacht, Menschen gestaltest du, Völker entfaltest du, Welten verwaltest du, Sonne der Macht. Daß nicht im Kläglichen, drückend Alltäglichen, kaum noch Erträgliche« Tatkraft vergeh', weise den Tüchtige« Wege zum Richtigen; fort a«S dem Nichtigen führ uns, Idee! Karl Schneller. Tegelschiffbraud im Göteborger Hofe«. Göteborg, 7. Jänner. Eines der großen Segelschiffe Schwedens, der Fünfmaster„Forest Dream", ist im hiesigen Hasen durch einen Brand völlig vernichtet werden. Das Feuer war bereits am Donnerstag im Innern des Schiffes ausgebrochen. Alle Löscharbeiten waren vergebens, da der gesamte Oelvorrat des Schiffes von den Flammen ergriffen wurde und schließlich mit deftigem Getöse explodierte. Wie durch ein Wunder blieben die Feuerwehrleute dabei unverletzt. Als der Wind sich drehte, drohte das Feuer auf die Stadt überzugreifen. Das Schiff wurde deshalb auf offenes Wasser hinausgeschleppt. Dennoch zündeten herumfliegende Funken mehrere Häuser an. Durch rechtzeitiges Eingreifen der Feuerwehr wurde größerer Schaden verhindert. zwei Jahre Gesffrrgnk für de« Goldmacher. Paris, 7. Jänner. Tas Uebertretungsgericht verurteilte heute den polnischen Ingenieur Dum- kowski, der sich bekanntlich als modernen Älchy- misten ausgab, wegen Betruges und Vertrauensmißbrauches zu zwei Jahren Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe. Die Zkvilparteien, die sich der Klage angeschlossen hatten, erhielten den Anspruch auf Rückerstattung der 800.000 Franken, die sie Dunikowski zu dessen Einrichtungsarbeiten gewährten, zugesprochen. ßi« russisches Luftschiff verunglückt. Kopenhagen, 6. Jänner. Nach einer Meldung der„Berlingske Tidcnde" aus Helsingfors ist die russische Luftflotte gestern von einem schweren Unglück betroffen worden. Bei dem mit drei Motoren ausgerüsteten Startluftschiff ,M 2" setzten während der Fahrt von Kräsnogordeis nach Leningrad die Motoren aus, so daß das Schiff vor dem Winde trieb. In der Nähe von Nowgorod zerschellte es an den Bäumen eines Waldes. Der Besatzung gelang es, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Das Luftschiff hatte einige Tage vor Weihnachten Moskau mit Kurs auf Leningrad verlosten, wo es'an einer Flugveranstaltung toilnchmen und später stationiert werden sollte. Bei Kräsnogordeis mußte das Schiff jedoch wegen Maschinendefektes eine Notlandung vornehmen. Gestern vormittags startete es nach Behebung des Schadens zur Fahrt nach Leningrad. zwei Kontinente genarrt. Der Grotzbetrüger als UniverfitätSprofeflor. Berlin, 7. Jänner. Eine Verhaftung, wie sie in der internationalen Kriminalgeschichte bisher noch nicht zu verzeichnen war, wird aus Amerika gemeldet. Dort ist an der Harlvarb-Universität in Cambridge(Massachusetts) bei Boston dxr Aus- tanschprosestor Normativ, der seit November v. I. Vorlesungen über Nationalökonomie hielt, festgenommen worden.. Ter Professor Sntpuppte sich als der sei: dem Jahre 1929 flüchtige Inhaber eines Berliner Bankhauses Dr. Isaak Lewin, der in Kiew geboren ist, der auf bisher nocht nicht geklärte Weise es verstandeit hat,' sich in den Be- sttz von gefälschten Papieren zu setzen und damit unter dem Namen„Professor Normativ" eine Anstellung von der amerikanischen Universität zu erlangen. Lewin hatte einen sehr guten Rus, und seine Vorlesungen waren stets überfüllt. Er wurde aus den: Universitärsgebäude herausgeholt und in das Staatsgefängnis gebracht. Die ersten. Verdächtigungen gegen die Firma Lewin wurden von ausländischen Banken geäußert. Jur Jänner 1929 erstatteten sie Anzeige mit der Begründung, daß Lewin Wechsel für etwa 300.000 Mark gefälscht habe. Die Untersuchung ergab, daß die Summe der gefälschten Wechsel eine Höhe van 5 Millionen Mark erreichte. Trotz der Vottlosenpropaqiaoda. Moskau, 7. Jänner. Am gestrigen Tay«, hem größten Feiertage der orthodoxen Weih- UnerMdies bei der Bergung der„MHgne“ Han rauft um die Beute nach Piratenredil. Paris, 7. Jänner. Das Wrack der„Atlan- tique" wurde von den Remorqueren um Mitternacht bis zum Hafen von Cherbourg gebracht und wird im Laufe des heutigen Vormittags in den Hangar der Gesellschaft im Hafen geschafft werden. Gleich darauf wird die Untersuchungskommission an die Feststellung der Brandursache und des Schadensumfanges schreiten. Es kann fast als sicher gelten, daß der Dampfer zu weiteren Fahrten nicht mehr brauchbar sein wird. Die Reparatur- und Sicherungsarbeiten würden fast soviel kosten, als eine Neukonstruktion, abgesehen davon, daß wohl keine Versicherungsgesellschaft eine neuerliche Versicherung dieses Schiffes auf sich nehmen würde. Die Schiffahrtsgesellschaft dürste nur einige Bestandteile des Schiffes zur Wiederverwendung abmontieren lasten und den Rest an den Meistbietenden verkaufen. Mgemeine Verurteilung in der Presse und in der Oeffentlichkeit findet die Behauptung einer holländischen Schiffahrtsgesellschaft, daß drei Mann der Besatzung ihres Schleppschiffes als Erste das Grund der internationalen Seerechtes dos Wrack Grund des internatinoalen Seerechtes das Wrack holländisches Eigentum sei. Hiezu bemerken di« französischen Blättelc, daß ein Kapitän der französischen Kriegsmarine ausdrücklich bezeugt habe, der Kommandant des französischen Schleppschiffes„Abeille", Kapitän Pi- chard, sei unter Einsetzung des eigenen Lebens auf das brennende Heck der„Atlantique" gestiegen, habe die französische Fahne gehißt mü> die beiden Schiffe mit einem Drahtseil verbunden. Erst zehn Minuten später habe sich der holländische Schlepper dem Heck des Wracks genähert, und drei Mann seiner Besatzung seien dort an Bord gegangen. Das die„Atlantique" mit dem französischen Schleppschiff verbindende Seil wurde dann durchgeristen. Außer dem holländischen Schiff nahm später auch der deutsche Schlepper „Simsott" das Wrack ins Schlepptau. Kapitän Schoofs forderte zweimal radiotelegraphisch den Kommandanten der„Simson" auf, das Seil zu nachtvn, ivaren die Kirchen ganz Rußlands von Gläubigen gestillt. Trotzdem die Sowjetbcchörden bereits seit Jahren die Gottlofen-Propoganda betreiben, waren die Kirchen in Moskau und anderen großen Städten der Sowjetunion bis aus das letzte Plätzchen von Männern, Frauen und Kindern besetzt. Die Gottesdienste wurden von den Behörden nirgends gestört. „Nur von lokaler Bedeutung" ist nach offiziMer japamscher Aeußerung ihr„Operationsschritt" gegen die Stadt Schanhaikwan, die noch vor wenigen Tagen eine blühende Siedlung von 30.000 Menschen war: heute ist sie ein Schutthaufen, unter dem lausende Leichen verwesen. Japan hat wieder einmal die Sicherheit seiner Untertanen geschützt und rechtfertigt sich vor dem Völkerbund, der vnrinermehr in operetteirhaste Humorschlager verfällt. Dort ist es nämlich möglich, vor toierysten Würdeträgern zu erklären, daß diese Operationen von Tanks, Bomben, Artillerie und Fliegern mit Krieg nichts zu tun haben, weil China kein einheitlicher Nationalstaat sei, kein Nationolbelvußtsein hätte und nicht von einer einhettlchen starken Zentralregierung aus regiert werde. Diese Argumentation ist ganz im Geist des offiziellen Kapitalismus gehalten, der die Koloniylvölker unterwirft, um sie durch Industrialisierung und Kommerzialisierung ernheitlichen Kapitalsmächten zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig ein„Natio- nalbewußtsein" zu Wecken, dessen Repräsentanten immer zufällig mit den Geldmachthabern identtsch sind. Wer eine annähernde Vorstellung von China hat, weiß, daß diese neue ganz ungeheuerliche These Japans eine bewußte Verdrehung ist. Dieses China ist an Flächeninhalt ungefähr gleich groß wie Europa und hat um nrehr als einhundert Millionen mehr Einwohner: wer wiirde eS wagen, Europa seine kontinental« und staatliche Integrität abzusprechen, weil viele Nationen in ihm vereint leben? Ist der Umstand, daß auf einem Kontinent Deutschland neben Frankreich mid Rußland bestehen in den Augen der .Kulturmenschheit schon Grund genug, um allen diesen Völkern das Recht auf das Leben abzusprechen und sie offiziell den gewissenlosen Angriffen eines besinnungs- und erbarmungslosen Imperialismus auszuliefern? Dieses China ist heute der offene Spielball imperia- listtscher Beutejäger: in seinen ungeheuren Gebieten ist noch viel„unerschlossen", das! heißt unerpreßtes Gut und ungeknechtete Kraft. In seinen Mittelprovinzen wetteifert Englarrd nm die Vorherrschaft im Unterdrücken, den Norden will Japan okkupieren und die übrigen Kulturmächte begnügen sich vorläufig mit Waffensendungen: Hotchins, 8koda, Krupp und Schneider-Creuzot sind wieder einmal in einer Front. Deshalb kann der Völkerbund auch kein Eingreifen für geeignet halten, um den Mord von neuen Abertausenden zu verhindern. lösen, da die französischen Schlepper das Vorrecht hätten, doch weigerte sich der deutsche Kommandant dies zu tun, indem er erklärte, daß der deutsche Schlepper in Diensten der holländischen Gesellschaft stehe.— Der französische Leutnant Even vom Dampfer„Atlantique" wurde in dem Augenblick schlver verletzt, als er versuchte, das Seil des holländischen und deutschen Schleppers zu kapen. Die französische Presse protestiert erbittert gegen die Handlungsweise der holländischen Schiff- fahrtsgesellschaft und der holländischen Matrosen. Sie erklärt, daß diese sich allzu sehr beeilen, die. „Atlantique" als ein verlaffenes Wrack anzusehen. In Wirklichkeit habe die Mannschaft den Dampfer nur des Brandes wegen geräumt, ihn aber niemals seinem Schicksal überlasten, abgesehen davon, daß die Beamten der französischen Kriegs- und Handelsmarine ausdrücklich erklären, daß Mitglieder der französischen Marine als Erste das Wrack der„Atlantique" besetzt hätten.(Nach einem alten, aus der Piratenzeit stammenden Brauch gehört ein Wrack demjenigen, der es zuerst ins Schlepptau nimmt.) * Cherbourg, 7. Jänner. Die Lage der „Atlantique" hat sich feil gestern nicht geändert. Das Schiff.hat 50 Grad Schlagseite und aus dem anscheinend kaum beschädigten Schornstein steigt noch immer Rauch aus. Die Brandstellen am Bug und Heck sind noch nicht gelöscht. Heute nachmittags hat sich eine aus offiziellen technischen Sachverständigen bestehende Kommission an Bord der„Atlantique" begeben, um die Ursachen des katastrophalen Brandes auf dem Schiffe zu untersuchen. * ronl Leichen geborgen Die Feuerwehrleute haben im Lause des heutigen Dages an Bord der„Atlantique" fünf Leichen bergen können, von denen nur zwei identifiziert werden konnten. Eisenbahnminister Bechynö ist an Grippe erkrankt und ist seit dem 31. Dezember bettlägerig. Zu der Grippe kam noch eine verhältnismäßig starke Rippenfellreizung. Die Krankheit nimmt einen günstigen Verlauf. Der Patient gedenkt, nach dem 10. Jänner sein Amt wieder zu übernehmen. Muffoliuiordeu für Agrarier? Es kann der geitpunkt nicht mehr fern fein, da es den fie- ivhaften Anstrengungen des agrarischen Witzblattes„Deöer" gelirmgen sein wird, einem der republikanisch-deinakratischen Bolksfuhrer, etwa dem BoUskämpfer Vrany, den Mussoliniorden zu verschaffen. Neben der sensationellen Entdek- kung, daß Coolidge ein Farmerkind war(wählt darum nur agrarisch!!) und der obligaten Enthüllung über den Luxus in Arbeitslosenheimen und xn Mißbrauch der Staatsfürsorge entdecken wir im gestrigen Blatt ein Kontorssi des kleinen Bittorio(zu deutsch: Sieger) Mussolini, der mit vierzehn Jahren erstens Chefredakteur des Ju- genvblattes„Die Feder der Knaben" und zweitens Autor eines Filmlibrettos geworden ist: wobei uns nicht verraten wird, wer sich diese Feder hinter den Hut stecken wird, gewiß nicht die agrarischen Restgutjäger. Da das Filmlibretto tatsächlich gäncht werden wird und die Zeitung bpi der organisierten Fascistenjugend große Abnahme findet(hört, hört!!) können wir beruhigt schlafen: Mussolini stirbt niemals aus urch wird auch in den Herzen ehrlicher„befreiter" Republikaner weiterleben. Hoffentlich wird er sich recht bald für dos gute Zeugnis, daß sein Knabe zwar zerfahren, aber sympathisch ist, wie oben erhofft, revanchieren. Familienidhll: Blutter und Sohn prügeln den Bater blutig. Aus Saaz wird uns gemeldet' Die im gemeinschaftlichen Haushalte mit dem Arbeiter Wenzel M. auS Saaz wohnhafte Marie B. in Tronitz geriet dieser Tage mit ihrem Lebensgefährten in einen Streit, der so heftige Formen annahm, daß die Frau ihren Sohn und ihre Tochter aus erster Ehe aufforderte, M. aus der Wohnung zu entfernen. Gemeinsam fielen Mutter, Tochter und Sohn über M. her und beförderten ihn auf die Straße, wobei der Sohu der B. mit einem barten Gegenstand so heftig auf den Kopf schlug, daß M. das Bewußtsein verlor und blutüberströmt von 4lachbarn in später Abendstunde auf der Straße liegend aufgefuuden wurde. Man brachte den Schwerverletzten ins Krankenhaus, woselbst festgestellt wurde, daß die Kopfwunde von einem scharfen Gegenstände herrühren dürfte. Bei der sodann vorgenommenen Einvernahme behauptete der Sohn der B., nur mit einem Hohzstück nach M. geschlagen zu haben: gegen ihn, seine Schwester und die zärtliche Lebensgefährtin M.'s wurde die Anzeige erstattet. Der Tod hat ihn gefunden. Freitag früh wurde in der Nähe Par Gemeinde Haki bei Bere- hovo(Karpathorußland) die Leiche des kommunistischen Sekretärs und Bürgermeisterstellvertreters von Bcrehovo Dezider Petras gefunden. Die gerichtliche Obduktion ergab, daß ein Herzschlag die Todesursache sei. Petras sollte eine zweijährige Gefängnisstrafe antreten, da er vom Kreisgerichte in Bevehovo wegen Vergehen gegen des Republikschutzgesetz verurteilt worden war, verbarg sich aber auf dem Lande, um dir Strafe nicht antreten zu müssen. Die Sprach« verlor««. Auf der'Eisenbahnstrecke bei Matöjovce unweit von SpiSskä Nova Bes(Slowakei) wurde der Landwirt Stefan Mi Hal ko aus Matöjovice von einem Lastzug erfaßt und mit solcher Wucht weggeschleudert,! daß er eine schwere Verletzung am Kopfe erlitt! mW die Sprache vollkommen verlor. In host» nungÄosvm Zustande wurde er ins Knmkenhaus überführt. Neues Kloster in Pardubitz. Der Pardu» bitzer Stadtrai genehmigte den Verkauf des Ge> »».'mdegüterkonrplexcs im Viertel Na Skrivanku! an den Salesianer-Orden. Der Orden wich hieb ein Kloster und eine große Erziehungsanskalv für 800 Zöglinge errichten. Dem Internat wer»' den auch umfangreiche Rekroationsfiächen und ein Sportstadion angeschlossen werden. Der! Orden wich gemeinsam mit der Kirchengememtz« in Pardubitz eine neue r öm sich- kathol ische Kirch« Mit einem Aufwand von etwa 5 Millionen lü! erbauen. Mit den Bauarbeiten wich im Herbst dieses Jahves begonnen werden. Die Lag« des Eisbrechers„Malygin" Hal sich, wie aus Moskau gemeldet wich, infolge eines stärkerem Sturmes wesentlich verschlechtet Die„Malygin" wich während der Flut von de» Wogen überflutet. Die Rettungsacheiten muß»! ten zeitweise onraestcllt werden. Die Besatzung verließ das Schiff. Der Eisbrecher„Sedoffl! streifte bei dem Versuch, näher an die„Malhgiin heranzukommen, den Meeresboden und verlor seinen Anker. Einige Taucher sind aus A«hall'! gelsk nach der Unfallstelle abgefahren. Gutsbranb bei Jglan. In Pavov bei Jglan brannte in der Nacht auf Samstag das groß« Gm Oswald KaserSs mit allen Gebäuden und Mas schinen, einer dort untergebrachten Autowerkstatt und einer Gemischtwarenhandlung bis aus dis Grundmauern nicher. Der Brand dauerte dr« Stunden. Der 600.000 K betragerwc Schaden bis 400.000 K durch Versicherung gedeckt. Dc> Brand wurde von acht Feuerwehren bekämpfst welche lediglich das benachbarte Gasthaus rette* konnten. Die Jglauer Feuerwehr postierte d» Spritze aus das Eis des Teiches, das aber ball unter den Auspuffgasen taute, so daß dis Spritze einzubrechen begann und auk festen Boden gebracht werden mußte. Tauwetter beseitigt die Reisbilduna. Sam» tag, den 7. d., trat im Jglauer Kreis Tauwettck ein, bei dem der Reif von den Drähten uill Bäumen zum größten Teil äbfiel. Erst jetzt zciH sich der katastrophaleSchoden, der durs Brüche in den Wäldern an den Bäumen a»' gerichtet wurde. Die definitiven Reparaturen W 1 zerrissenen Drähte werden einige Wochen in Äv spruch nehmen. Eine ganze Familie von Rändern erschlage» In einem Torfe in der Nähe von Leätbett wurde in der Nacht auf heute die aus vier Mi^ gliedern bestehende Familie Feld von vier Air greifern mit einem Beil ermordet. Die Bandit« Plünderten das-Haus aus, worauf sie ei if Brarw steckten, um die Spuren ihres Verbrci chens zu verwischen, und die Wucht ergriffe» Der Brand wurde von den Nachbarn nur uw großer Anstrengung gelöscht. Die Leichen dcst Opfer wurden verkohlt oufgefundcn. Ausgeplünderte Briefpost. In der letztest Zeit wurden bei verschiedenen Postämtern ist Wien einige Beamte verhaftet, die Geldbriefsem düngen ausraubten. Dieser Tage wurde sestgä stellt, daß auch am Norbbahnhof in der Amb^ lanz, welche die Post nach Znaim befördert, flb wohnliche und rekommandierte Briese verlörest gehen. Es wurde eine strenge Untersuchung geleitet und der 31jährige Assistent des Post» um Telegraphendienstes Adolf Krätschmer Heid Diwstahl betreten. Es stellte sich heraus, das Krätschmer allein in der letzten Woche neuf solch« Diebstähle beging. Revolver in der Hand des Zehnjährigen. Eist tragischer Unglücksfall• ereignete sich Samsi« nachmittags in der Ortschaft Hehnevholt im Ruh? gebiet. Der zehnjährige Sohn des Arbeiters B^ ten hatte im Küchenschrarck den geladenen Revm ver seines Vaters gefunden und richtete die Wafst zum Scherz auf sein zweijähriges Schwesterchist mit den Worten:„Soll ich dstch mal toffchießen^ In diesem Augenblick löste sich ein Schuß, der do! Mädchen auf der Stille tötete. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus ven Programme» Montag: Prag: 6.15: Gymnastik. 11: Schallplatten. 18.Ä Deutsche Pres'enachrichten. 18.30: D«»! sche Sendung: Intendant Robert Voll »er, München: Moderne Gedichte. 20.3» Richartz Strauß-Lieder.— Brünn: 17.40: Jugei? musik. 18H5: Deutsche Sendung: Framösm für Anfänger. 19.25: Das russische Lied.— Mäh' Ostrau: 10: Blasmusik. 12.30: Orchesterkorycrt. 18.SJ Deutsche Sendung: Salier: Umwclteinflm und geistige Entwicklung des Kindes.— Berlist 15.35: Lieder und Balladen. 21.20: Zu Zilles ls Geburtstag.— Breslau: 20:„Der verlorene Soh» Ballade.— Königsberg: 21.10: Kammermusik.' Leipzig: 19.35: Volksmusik.— Wien: 20: Klävk aus dem alten Wien. Dienstag. Prag: 6.15: Gymnastik. 11: Schallplatte». 18.v Deutsche Sendung: Lieder.— Brünn: IZLst Orchesterkonzert. 1825: Deutsche Senduns 1920: Bi^ksblaskapell«. 20.30: Orchesterkonzerl. j Pretzburg: 20: Sinfoniekonzen. 22.15: Zigeun? musik.— Berlin: 15.35: Schubert.— Breslau: i Mechanische Musik einst und jetzt.— Hambrick 19.30: Konzert an zwei Klavieren.— Königsbeck 16: Orchesterkonzert.— Leipzig: 2020: Wiche» Busch.— München: 21.20: Kammermusik.— Wick 15.20: Schumann, Carneval. 20.05: Orchcsterkonzcf Nr. 7 Tonntag, 8. Jänner 1933 Leite 5 Genoise« und Genossinnen, ge- veuket bei Anlässen jeder Art der Mrvetter fürforge durch Spende«! «amvi Setzen üea veisl. In Frankreich sind, wie gemeldet wird, 1000 Textilarbeiter in den Ausstand getreten, weil ein neuer breiter Webstuhl in Betrieb gesetzt werden sollte, der eine wesentliche Verminderung der Arbeiterzahl bei gleichzeitiger Erhöhung der Leistung möglich macht. Es handelt sich also bei dem Streik der französischen Textilarbeiter um einen Abwehrkampf gegen eine— wahrscheinlich bedeutende— Erfindung, von der die Arbeiterschaft mehr Noch- als Vorteile erwartet. Diese Auseinandersetzung zwischen den Interessen des Kapitols und jenen der Arbeiter, ist typisch für unsere Zeit. Dabei eine Wiederholung der Geschichte. Schon einmal haben die Arbeiter den Kampf Segen die Maschine geführt, weil sie Arbeitslosigkeit hcrvorrief. Tas war in der Zeit der großen technischen Revolution, als die moderne Maschine ihren Siegeszug in der Welt antrat und neben ungeheurem Profit maßloses Elend mit sich brachte. Dieser Kampf endete mit einer Niederlage der Maschinenstürmer, sie lernten erkennen, daß der Geist noch immer über die Materie gesiegt hat und daß der Fortschritt, selbst dann, wenn er sich für weite Schichtet: der Menschheit als Unglück erweist, nicht aufgehalten werden kann. Seither haben die Arbeiter oller Länder Wirtschaft und Technik zu verstehen versucht und den Kampf um die Vorteile geführt, die der Technik zu verdanken sind. An diesen Vorteilen hat die Arbeiterklasse wohl großen Anteil aber eben so groß sind die Schäden, die der plötzlichen Entwicklung der Technik ihren Ursprung zu verdanken haben. Die Technik ist der gesellschaftlichen Organisation, die im Wesen die gleiche geblieben ist, die sie int Zeitalter des Handwerks war, um Jahrhunderte vorausgeeilt. So wie vor mehr als hundert Jahren, wird die Technik heute zuin gefährlichsten Konkurrenten des Arbeiters und er sieht weniger in der Anwendung, als in der Modernen Erzeugung der Güter eine Gefahr und richtet sich mit Erbitterung gegen die Maschine. Er bekämpft einen Unschuldigen. Tenn die Maschine ist an und für sich keine Gefahr für die Arbeiterklasse, sondern sie wird eine solche nur im Besitz des Kapitalisten. Für diesen ist die Technik nicht ein Mittel zur Erleichterung der Arbeit und des Lebens, sondern ein Werkzeug, mit dem man mehr verdienen kann, Deshalb wendet sich auch der Känrpf der, franchsischen Textilarbeiter, so verständlich er auch erscheinen Mag, gegen ein mißverstandenes Objekt. Nicht die Maichme muß bekämpft. werken, nichts der Geist, der in jeder großen Erfindung zum Ausdruck kommt, sondern der Kapitalismus, der ihn mißbraucht, um sich imnter n:ehr zu bereichern. Er ist der Feind, gegen den der Kampf zu führen ist! Hoang-Ho Das größte Wasserbauprojekt der Welt. Eine Milliardenaufga SPD. Das Deutsche Forschungsinstitut für Wasserbau und Wasserkraft in München hat von der chinesischen Regierung den Auftrag erhalten, durch Versuche sestzustellen, welche Maßnahmen zur endgültigen Bändigung des Hoang- Ho, des Gelben Flusses, getroffen werden können. Es handelt sich hier um di« größte wasserbauliche Aufgabe der Welt. Die UeoerschwemmungSkata- strophen, die der größte Löß-Strom der Erde in China herbeiführte, sollen für alle Zeiten unmöglich gemacht werden. Di« deutschen Forscher haben nun in der Nähe des bekannten Walchensee-Werkes in den Bayerischen Alpen an einem Seitenkanal der schnellfließenden Isar, der dem Walchenseewerk Kraftwasser zuführt, ein genaues Abbild des Hoang-Ho geschaffen. Im richtigen Ausmaß verkleinert, streßt so Chinas Katastrophenstrom in Deutschland. Kohlenstaub muß den Forschern den fehlenden Löß, den Schutt, den der Hoang-Ho in seinem Lause mitführt, ersetzen. Sie studieren nun die Wirkungen, die dieser künstliche Schutt in einem schlammreichen Fluß hervorruft. Aus den gemessenen Veränderungen im Strombett des deutschen Lili- Put-Hoang-Ho wird dann das Ausmaß der in der Wirklichkeit im Bette des Riesenstroms auszuführenden Bauten bestimmt werden. Man kann sich in Deutschland im allgemeinen die Wirkungen eines HochwafferS, wie es der Hoang-Ho nicht weniger als dreimal im Jahre führt, kaum vorstellen. Unter dem Einfluß dieses Wasserandranges hat der Gelbe Fluß seit 1858 seine Mündung um mehr als 300 Kilometer nach Norden verlegt. Bis zu diesem Zeitpunkt führte er seine Waffer dem Gelben Meere zu. Dann aber wurde er plötzlich toll und leitete seine Flut, Menschen und Ortschaften vernichtend, in den Golf Tschi-Li. Damit nicht genug: Jahr um Jahr bedroht seine Ueber- schwemmung, die nicht wie die des Nils eine sehnsüchtig erwartete Wohltat ist, Millionen von Menschen. Nie ist dieser Fluß zur Ruhe gekommen. Ungeheure Lößmafsen schwemmt er in seinem Bett" von den Hochebenen und Hochgebirgen meerwärts. Di« gewaltigen Schuttmassen, di« er mit sich führt, erhöhen Jahr um Jahr sein Bett, so daß es di« reißenden Schmelzwasser des Frühjahrs und die Hochwasier des Sommers nicht mehr zu fassen vermag. So schuf der Fluß selbst unter ständiger Veränderung seines Laufes eine gewaltige Hochaben«, die er aus den Berfallsprodukten der von ihm durchflossenen Landschaft aufbaute. Sein Wasserstand unterliegt ganz ungewöhnlichen Schwankungen, Während map das normale Ansteigen des Wassers in der Ueberfchwemmungszeit im Unterlauf auf 6 bis 7 Meter schätzt, erhöht sich dieser Wasser-, stand in Katastrophenjahren bis zu 40 Meter. Dann sind weite Landschaften einfach zu ausgedehnten Seen geworden. Blühende Städte und Dörfer versinken in den gelben, quirlenden, ewig unruhigen Wasiermassen. China hat im Laufe der Jahrhundert« nur m Mayern. — Deutsch-chinesisch« Zusammenarbeit.— *c für Generationen. zu oft die Sintflut des Hoang-Hö kennen gelernt. Seit 1868 wurden allein sechs solcher gewaltigen Naturkatastrophen gezählt, die in den Jahren 1868, 1869, 1872 und 1874 geradezu schlagartig aufeinander folgten und die betroffenen Gebiete nicht mehr zur Ruhe kommen ließen. 1889 und 1925 erfolgten die letzten Ueberschwemmungen, di« unsägliches Elend über China brachten. Die Chinesen, die eine hohe technische Begabung und eine durchaus anerkennenswert« technische Initiative besitzen, haben versucht, durch umfangreiche Deichbauten des Stromes Herr zu werden. Der unberechenbare Fluß jedoch läßt sich nicht mit den althergebrachten Mitteln einer handtverksmäßigen Technik ins Joch zwingen. Immer wieder zerbrach er di« Deiche, spülte ihre Erbmassen mit elementarer Gewalt hinweg und bahnte sich seinen Weg nach Belieben. Nur zu oft verlegte er dabei sein Bett zum Entsetzen der Bewohner. Es gehört wirklich die ganze Unverdrossenheit und Schicksalsgläubigkeit des Chinesen dazu, diesem Ansturm des Flusses immer wieder durch neu« Bearbeitung des an sich furchtbaren, aber ewig bedrohten Landes zu begegnen. Nur der bienenhafte Fleiß und di« für europäische Verhältnisse unfaßbare Genügsamkeit des'Asiaten vermochte daS verwüstete Land wieder und immer wieder aufznbauen. Di« letzt« Ueberschwemmung veranlaßte die chinesische Regierung, den Plan zu fassen, dem Hoang-Ho anders als bisher zu begegnen. Sein Lauf soll wissenschaftlich untersucht werden. Man will über die Tätigkeit des Stromes volle Klarheit gewinnen, und er selbst soll durch sein Verhalten bestimmen, welche Maßnahmen ihn ge- fertig machen können. Ter Hoang-Ho hat«ine Lauflänge von nicht weniger als 41lD Kilometern. Er entspringt im mittleren Äuenluen-Gehirge in 4400 Meter Höhe über dem Meere. Mehr als ein Viertel seines Laufes gehört dem Hochgebirge an. Vielleicht werden sich hier schon Regnlierungsarbeiten nötig machen. Menn man weiter bedenkt, daß der Fluß in seinem heutigen Zustand nur streckenweise schiffbar ist, so ergeben sich aus dieser Tatsache weitere, sehr umfangreiche Ausgaben, deren Durchführung Jahrzehnte beanspruchen wird. Man wird sich aber nicht nur auf den Hauptstrom allein beschränken können, sondern auch die Wasser Zufuhren seiner Nebenflüsse untersuchen müssen. Unter diesem Gesichtswinkel wächst die Aufgabe geradezu, ins Phantastische, denn das Stromgebiet des Flusses umfaßt rund 9800 Onodratkilomeper,, also«in Gebiet, das mehr als doppelt so groß ist wie ganz Deutschland. Aber China hak andere geschichtlich bemerkenswert« Großbauten durchgeführt. Es sei da nur an die berühmt« große Mauer und an den Kaiserkanal erinnert. Es wird daher auch mit diesem Werke fertig werden, und wenn Generationen darüber hinfterben sollten. W. M. Totentanz. Eine Berliner Momentaufnahme. Folgendes artistisches Kabinettskunststückchen ereignete sich vor kurzer Zeit in Berlin und blieb der Oeffentlichkeit fast völlig verborgen. Freund.Hein betrat eine der vornehmsten Tanzstälten des Berliner'Westens. Es war zur Zeit des 5-Uhr-Tees..Mondänes Gewühle. Ein Jazzorchester wartet mit den neuesten, verrenkten RhMhmen auf und jene Welt, die sich auch heut« noch amüsiert, verballhornisierte unverdrossen alte Niggertänze. Die Zwischenpausen beherrscht der Flirt mit dem nächsten Tanzpartner. An einens kleinen Ecktischchen sitzt ein älterer Herr und betrachtet nachdenklich das Treiben. Plötzlich wird ihm anscheinend übel. Er lehnt sich mit einem Seufzer zurück, und stützt'einen Kopf auf den Arm. Nach einiger Zeit sollt dem vörbe.gehenden Kellner etwas an dem unbeweglich Dasitzenden auf. Er tritt hinzu und fragt, ob dem Herrn vielleicht nicht wohl iei. Ais er-kerne Antwort bekommt, berührt er ibn an der Schulter. Jetzt merkt er, daß-er distinguiert« Herr, da auf dem Sessel— tot ist. Entsetzt teilt er seine Wahrneh- , inung einem anderen Ober mit und beide tvenden sich eiligst an den-Geschäftsführer. Was-st z» tun? Man hat schon illustr« und vornehme Gäste in diesem Lokal gesehen und Fremde aus USA« von deren noch immer intakten Banknoten mit scheuer Andacht geflüstert wurde. Auch Hochstapler und elegante Taschendieb« hatten sich auf diesem Parkett bewegt und andere, die Fortuna ein bißchen die Karten mischen halfen. Es war aber bisher stillsehweigerrde Gepflogenheit gewesen, während des Aufenthalts in die- -«n heiligen Hallen in der Ausübung beruflicher Angelegenheiten eine kleine Unterbrechung eintreten zu lassen. Man hatte das anerkannte und jedem smokingbewaffneten.Kavalier, dessen Heuschlag angesichts der Preisliste normal blieb,«in gleichbleibend Maß von Höflichkeit«ntgegen- gebracht. Hier aber halt« Freund Hein rüde die Tradition des Hauses verletzt und den Geschäftsführer in eine außerordentlich peinliche Lage gebracht. Wer hätte ihm eine solche Geschmacklosigkeit zugetraut! Der Geschäftsführer entschied: Der Tot« bliebt b's zum Schluß ruhig auf seinem Platze sitzen. Niemand hat etwas gesehen und niemand wird etwas merken. Der gute Ruf des Hauses darf keine Schmälerung erleiden. Der schlecht« Scherz Freund Heins mußte vertuscht werden. Und so geschah es, Die Saxophone heulten triumphierend auf uird das Schlagwerk klapperte, Schleifen der Tanzbein«. Lachen und Geplauder erfüllte den Ranm. Dieser Totentanz wickelte sich ungestört uiid reibungslos ab,. Der tote Mann sag ruhig mzf seinem Stuhl»lid hatte'keine be- -fonderen^üpsche' mehrl.Vielleschi ütachte ihm die Rechnung, die er nun nicht mehr bezahlen konnte, etwas Sorgen. Ab?r das ist nur ein« Vermutung.... Um sieben Uhr, als der letzte Statist dieses Totentanzes den S-Ml Verlässen hatte, macht« man den Toten daraus aufmerksam, daß es nun an der Zeit sei, sich um den Totenschein bei der zuständigen Behörde zu bemühen. E. M. Pferdeassentierung. Bon Geza Garda. Kaum sind die Jungen und Altjungen, aus der Schulter den Soldatenkoffer tragend, eingerückt, ist die Assentierungskommission der Pferde erschienen. Es dröhnte die Gefahrtrommel in den Dörfern: Am frühen Morgen des nächsten Tages ist ein jeder verpflichtet, sein Pferd vor die Assentierungskommission zu bringen. Die Bauern brummten, murrten, sie waren surchtbar aufgebracht. Man nahm das Beste ihrer -Jugend weg, die arbeitenden Hände beförderte nian an die Front. Und jetzt will man ihnen auch ihre liebenswürdigsten Kinder: die Pferde entziehen. — Wir können doch unsere Felder nicht mit den Händen aufackern. Lächerlich! Weder gciiug Menschenkrüfte noch Tiere haben wir zur Verfügung... Nun, unsere Frauen können wir doch nicht vor den Pflug spannen— sagten im allgemeinen die Bauern. Es war uumöglich gegen den Wind mit Erfolg zu politisieren, gegen die Assentierung etwas zu unternehmen, schon deshalb, weil dw Zivilisten die Verordnungen noch strenger cm- halten mußten als die Soldaten— brachen doch die Zivilisten nicht ihr eigenes Leben in Gefahr. Und sie mußten doch immerhin froh sein, wenn die Heldensoldaten:hr Leben schützen. * In unserem Torfe drang die Assentierung der Pferde besonders tief in s Herz des Jstv-iin Termetes. Er ist in seiner Verbitterung zu seinem Nachbar, einem Kaufmann, gegangen, um sich mit ihm zu beraten. Ter Kaufmann betrieb neben feinem Geschäft auch Landivlrkjchaft. Er war also auch an der Pferdeassenticrung interessiert. — Turka bücsi(Onkel Turka)— lagle Ter- Metes,— ich kann mein Pferd nicht hingeben. — Das breitknochlge Gesichl des Termeies ver- jerrtc sich. .—Ich gebe mein Tier dem Kriege nicht hin. Seit fünf Iahten bekommt etz von mir das Fressen, i ch erziehe es, striegle es, daß es nur so glänzt. So schön ist der Glanz..seiner Haare, daß sich eine Tame darin begucken könnte. Je- Tag in- aller- Früh' bin ich auf den Beinen, um es zu besorgen. Außerdem frißt das Luder ja von niemand, nur von mir. Es nimmt von Fremden kein Geschenk an, könnte auch nicht von Gnadenbrot leben. — Das ist ja doch kein Gnadenbrot. Das Tier riskiert ja sein Leben an der Front. Es verdient sein Brot. — Das stimmt schon alles, Onkel Turka, aber das ist ein zimperlicher Junge. Wenn es das Futter nicht von mir. sondern von einem Fremden bekommt, so hält es das unter allen Umständen nur für ein Geschenk. Ein- Fremder kann es nicht einmal anrühren, aber mir leckt es den Handteller und das Gesicht ab, wenn ich auch Striemen auf seinen Rücken haue. Und dann Turka bücsi, sie sind doch ein starker Mensch... sie verstehen mich... sie wissen es... wie meine Familie ist... eine Tochter von mir hat einen Klaps... die andere ist verdorben ... mein Sohn ein Trunkenbold... me... e meine Frau ist— er spuckte spitzig auf den Fußboden—... sie wissen doch, meine Frau hält den mir mir geschlossenen Ehevertrag,... nut anderen ein. Wir leoen nicht miteinander, sondern nebeneinander... Sie geht mit einem anderen. Sv ist es hall... Nur riiemc brave Ilka ist die einzige, die mir geblieben ist. Ich habe mich so an sie gewöhnt.— Jstvün Ter- metcs hat fast geweint. Und Turka bücsi drehte seine Männlichkeit: die Schnurrbartspitze, schan- kelte seinen großen, schweren Körper hin und her und nickte bedauernd mit seinem Kops. * Man führte die Pferde am Halfter vor das Gemeindehaus, wo die Assenlierungskommission staltfand. Das Heer der grauen, schwarzen, braunen Pferde benahm sich sehr unruhig. Einzelne blähten die-Nüstern, bockten, stellten sich auf die Hinterbeine. Biele wollten aus und davon, als ob sie die Gefahr witterten. Fein, empfindlich ist die Seele der Pferde. Es schien ihnen eigentlich so sonderbar, an einem Wochen-, bzw. Arbeitslag am Halfter geführt zu werde», ohne Geschirr— also nackt— nichts tun, nur warten, warten... auf einem Hügel stehen, n einer Gruppe, inmitten ihrer Brüder. Wenn sie. zu zweit auf der Landstraße in den Spuren der Räder, aus geordneten Friedenswegen schritten, oder vor dem Pflug gingen, wie vielmal hübscher war das. Sie stöhnien jetzt alle und ihre Herren streichelten milleidend ihre intelligenlen Kürbis köpfe. Die Pferde fühlten, daß ihr« Herren anders waren als sonst. Wenn sie auch im allgemeinen immer gut zu ihnen waren, so waren sie doch jetzt noch besser, angenehmer. Echte gute Freunde. Aus den Äugen der Bauern, der Termetefe, strahlte eine tiefere als tiefe Tierliebe. Sie tätschelten fortwährend ihre Pferde und diese fühlten, diese Liebkosung ist anders als früher. Das bezog sich besonders auf das Pferd von Termetes, der seinen Kops zärtlich an den seiner Ilka schmiegte. So verliebt. Der armen Ilka gefiel das.— Tann küßte Termetes Ilka. Aufrichtiges Gefühl und Herz steckte in diesem Kuß, den das Pferd traurig-glücklich mit seiner leckenden Zunge erwiderte. — Sündor töt,— posaunte jetzt das Haupt der Musterungskommission. Ter Tierarzt untersuchte das Pferd des Aufgerufenen. Man schrieb es ein, führte es weg. — Jstvün Termetes— wär der neueste Aufruf zu hören. Termetes schrin mit seinem Pferde vor. Seine Augen: Angst, seine Lippen: Stummheit, seine Seele:-Donnern. Die Kälte schiittelte ihn und gleichzeitig quälte ihn der Schweiß, Noch einmal tätschelte er Ilka. Das Fleisch,— Vas dicke Fleisch war damals auch bei den Tieren noch modern— wogte an ihrem Hinterteil. Tie Ausregung zerzauste die sonst glatten, ruhigen Haare und die Mähne Ilkas. Ihr Mund schäumt«. Ihr Atem wurde tiefer und tiefer. Ihre großen, schwarzen Augen starrten die Kommission an. Sie stand dort, als ob sie unschuldig angeklagt vor einem Blutgericht stehen würde. Dann.wendete sie sich mn einer stummen, schmerzvollen Frage an ihren Gebieter: was ist los, was wollen die Leute von mir? Die meinen es mit mir nicht aut! Um sie zu trösten und zu beruhigen, streichelte Termetes sic wieder. Ilka legte daraus, wie ein lebendes Tischtuch, ihre traurige Seele auf Termetes.— Der Tierarzt nahte sich Ilka. Ihr wurde schwindlig, die Welt drehte sich vor ihren-Augen.... Der Tierarzt untersuchte Ilka. Man schrieb sie ein, führte sie weg. Tie Tiere kamen in fremde Hände. Sie bissen, sträubten sich. Kaum konnte man sie beruhigen. Die Bauer» liefen ihren weggenomine- ncn Pferden noch nach. Tie Pferde schauten.auf sie zurück Wer weiß, vielleichi ichauten sie an der Front,- nuiuttcn des Donnern und Gero ses der Kanonen, noch immer zurück, auf ihren Gebieter, Termetes und auf di« vielen andere» unvergeßlichen Termetefe. Die Verbitterung packte Termetes an der Kehle. Kaum ein elendes Tier blieb zurück. Tie noch an die Rerhc kommende», Halbwegs gesunden Pferde zitterte» vor der Assentierung. Tas Gesicht der. Kommission, lauter Frenider, Hergelaufener, schaute sie am Termetes!— Termetes! Termetes!— Termetes! schrie ein verzweifelt gegen die Kommission laufender Junge. Alle drehten sich erschrocken zu ihm. '— Der Termetes ha-t sich aufgehängt!— — Warum?— frage» mehrere atemstotternd. — Er könne nicht ohne Ilka leben, sagte er immerfort!— Ter Tierarzt spannte seine GesichlSmuskeln an, biß in. seine Lippe und. sagte:— So ein Pferd. Es wäre besser gewesen, statt des Pferdes den Alten selbst zu assentieren. No, so ein Dummkopf!— In des Wachtmeisters Seele tanzte wilde Neugier.— Nun, schauen wir nur,— sagte der Wachtmeister,— wie fchaur denn diese Ilka aus— und er betrachtete das. traurige, tränenäugige Tier, das zu fühlen schien, daß sein guter Jstvün Termetes verschied. — Ha, ha,— brüllte der Wachtmeister auf, — ich sage ja, immer nur ein Weib ruiniert die Wett. Daß dieses Serbien in unserem Weg steht, daran kann auch nur ein Weibsbild schuld haben.— — Schön, schön ist diese Ilka,— me:nre der Wachtmeister—■ aber aus Liebe zu jo einer Venus alten Fleisches möchte ich nichi sterben.— . Der größte Teil der Bauern lief zum Ter- metes, der int'Namen ihrer aller starb. Er starb einen Kollektivtvd. Schon breiteren sich neue-Nachrichten über Jstvün Termetes Tod aus. Mehrere haben ihn gesehen. Nach des elnen Rede band er seines Pferdes Furrersack an sein Herz und knüpfte sich so auf, nach des anderen anderswie. Jedenfalls' konnte er nicht so sterben, als er gestorben'st. Das haben die Reporter nicht erlaubt.—■ Seite S Sonntag, 8. Jänner ISN Ät. 7 PRÄGER Weitere Kranzablösungsspenden zum Gedächtnis Prof. Kreibichs. Zugunsten des Deutschen Studenten« notopfers widmeten Prof. Dittrich und Direktor H Mkattoni jun. je 100 K als Kranzablösungsspend« -um Gedächtnis Pros. Kreibichs. Die Staatsbahndirektion in Prag fertigt am 16. Jänner einen SönderausflugSzug aus Prag nach Reichenberg zu den Ski-Wettläufen auf dem Lubokeier Kamm ab. Abfahrt aus Prag um etwa 8 Uhr früh, Rückkehr um 22 Uhr. Der Zug hält in Vöekaty, Jungbunzlau, Bakcw und Münchengrätz Fahrpreis ab Prag 63 K, ab Bsetaty 53 ll, ab Jungbunzlau 40 X, ab Bakov und Münchengrätz 38 K, ab Turnau 30 K. In den Preisen sind inbegriffen: Mittagessen, kaltes Abendessen und.Eintrittskarten. Anmeldungen mit einer Angabe von 20 I? bei der Kassa Nr 13 auf dem Masarykbahnhof in Prag und bei den angeführten Stationen. Gerichtssaal Zuerst Hauvtzeugin, dann selbst angellagt. End« im Irrenhaus. Prag, 7. Jänner. Bor zwei Jahren wurde bekanntlich di« Masseuse und Hebamme Rosa Novy «egen vierfacher Herauslockung und Berschacherung kleiner Kinder zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. Im April des Vorjahres wurde ein neuer Fall gegen st« verhandelt. Eine gewifle Anna Slanina hatte in der Gebäranstalt einem Kinde das Loben geschenkt. Als sich di« Vormundschaftsbehörde später nach dem Kinde erkundigt«, war es verschwunden. Di« Kindesmutter behauptete, ein« unbekannt« Frau habe ihr das Kind abgenommen und erklärt, es in Pflege zu nehmen. Sie habe ihr auch ihre Adresse ausgeschrieben, di« süh aber später als fingiert herausgestellt habe. Den untersuchenden Gendarmen legte die Sla- uina auch wirklich den angeblich von dieser Unbekannten geschriebenen Zettel mit der Adresse vor. Da man damals unter dem Eindruck der von Rosa Rovy verübten Schandtaten stand, konfrontierte man di« Slanina mit der Novy, die im- Frauen- gefängnis B o r y ihr« Strafe verbüßt. Di« Slanina erklärte hiebei, wie auch später bei der Haupwer- Handlung,die Rosa Novy mit Bestimmtheit als jene unbekannte Frau zu erkennen. Dor Schriftsachverständige, Red. Flanderka, erklärte damals in seinem Gutachten, daß mit allergrößter Wahrscheinlichkeit der Zettel von der Slanina selb st geschrieben worden sei und nicht von der Novy. Dennoch erkannte« di« Geschworenen die Novy einstimmig schuldig und st« wurde zu«irrer Zusatzsttäf« von et ne kn Jahr verurteilt. Später stellten sich die Angaben der Slanina als unwahr heraus und in neuerlichem Verfahren wurde die Novy in diesem Fall freig«sproch« n. Die Folge war die str afgepci chtlich e Verfolgung der Slanina wegen des Verbrechens der B«rl«umdung. Das Wesen der Beschuldigten veranlaßte jedoch den Untersuchungsrichter, sie einer Beobachtung ihres Geisteszustandes zu unterwerfen. Diese Psychiatrierung ist nun abgeschlossen und endet« mit dem dringenden Antrag der untersuchenden Acrzte, die S l a n i n a unverzüglich der Anstaltspflege zu überweisen. Sie sei unzurechnungsfähig und für ihr« Taten nicht verantwortlich und es bestehe Gefahr, daß die leicht zu beein- flnstend« Schwachsinnige zu kriminellen Zwecken miß braucht werde. rb. Demokratisches. Der staatsgesährlich« Drache. Prag. 7. Jänner: Am 25. September sand in N e u- S t r a s ch i tz ein Wettbewerb:m Drache u- st e ig« n statt, zu dem sich 50 bis 60 Drachenbesitzer «infanden, um sich mit ihren mehr oder weniger künst. Irisch gestalteten und bemalten Papier- und Lein« wauddrachen lehen zu lasten. Außerdem hatte sich aber auch eine Anzahl Gendarmen eingestellt, um diese Beranstalmng zu überwachen und di« „öffentliche Ruhe und Ordnung' zu schützen. Offenbar hatte zu dieser Vorkehrung die Tat- fach« Anstoß.gegeben, daß di« konimunistisch« „Vöela" in ihren Auslagescheiben für dieses Unternehmen Propaganda gemacht Halle. Und sich«— die Wächter der öffentlichen Ordnung und staatlichen Sicherheit fanden bald Gelegenheit«inzugreifen Der 47jährige Stock machet Alois Tichy harr««inen schönen großen, rote» Drachen mitgebrachr, aus dem ncbst dem Sowjei- stern die goldene Jn'chrift leuchreie:„Es lebe SSSR!" Hurtig mochten sich die eifrigen Sicher- hcitSorgane ans Werk, auf daß nicht di«„aufreizende" Inschrift gut« und louale Sraaisbürgcr auf Abwege führ«, wenn der Drache hoch in den Lüften schweb« Der„Untertan" harte iür dar Vorgehen der Obrigkeit leider kein Verständnis. Er erklärte daß er sich den Drachen nicht konfiszieren lasse, denn er lrr fei» ehrliches Eigentum und außerdem könne doch kein Mensch in der Jnichrifi cine Aufreizung erblicken. Kein logisch Denkender wird d'csen Einwänden Berechtigung absprechen können Da der Gendarm aber auf der Konfiskation bestand, riß dem llnicrtan Tichy die Geduld Er nahm den Drachen dem Wachtmeister ans der Hand und zerbtach ihn in klein« Stück« Damit war aber di« demokratische Justizmaschinerie auch schon angekurbclt und der widerspenstige Un'erlan Tichy stand heute vor dem ZEBTBNg Senat des OGR. Formänek unter der Anklage des Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit und Uebertretung gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung. Und tatsächlich wurde der Untertan Tichy schuldig erkarmt und zu zwei Monaten schweren Kerkers verurteilt. rb- Kunst and Wissen Heute halb 3 Uhr Arbeitervorstellung:„Figaros Hochzeit" im Reuen Deutschen Theater. Karten an der Theaterkasta. Wochenspielplan des Renen Deutschen Theaters. Sonntag/halb 3 Uhr: Arbeitervorstellung:„Figaros Hochzeit"; 8 Uhr:„Die Wunderbar" (D 1).— Montag, halb 8 Uhr:„Cavalleria t u stican a",„Balazzo"(A. A.).— Dienstag, 8 Uhr:„Salome"(A. 1).— Mittwoch, halb 8 Uhr:„Bor Sonnenuntergang"(B. 2s. — Donnerstag, 8 Uhr:„Salome"(C. 2).— Freitag, 8 Uhr:„Hokuspokus"(D. 2).— Samstag, halb 8 Uhr:„Hoffmanns Erzählungen"(A. 1). Wochcnspielpla» der Kleinen Bühne. Sonntag, 3 Uhr„Weekend"; 8 Uhr:„Ich habe einen Engel geheiratet".— Montag, 8 Uhr:„Bor S o n ne n u n te rtza ng"(Bankbeamten l).— Drenstag, 8 Uhr:„Der Geisterzug".— Mittwoch, 8 Uhr: Bargeld lacht"(BünSbeam- ten ll.)— Donnerstag, halb 8 Uhr:„Ein Held gesucht"(Erstaufführung).— Freitag, 8 Uhr: „Susannens Geheimnis",„Rosen kava- lier- Walzer",„Brüderlein fein"(Kul- turverbandsfreunde)/— Samstag, 8 Uhr:„Ein Held ge.su cht". Soarl* Spiel* Köroerplleae Luropa-Fußballmeisterschast der Arbeiter-Fußball«: Lesterreiüi gegen Ungarn 4:4(3:2). In Wie» sand am Freiiqg'das erste Spiel beider Verbände um di« Europa-Fußballmeisterschaft, statt, das einen überraschenden Ausgang nahm. Das Treffen stand auf hohem Niveau und war vom Anfang bis zum Schluß sehr spannend. Oesterreich war technisch besser, aber zu langsam. Dir Ungarn spielten mit großer Begeisterung und ist das Unentschieden ein großer Erfolg für sitz. In der ersten Halbzeit erzielt« Oesterreich in rascher Folge drei Tor«(3:0), di« aber keineswegs ti« Ungarn deprimierten. Ihren ungestümen Angriffen folgten bis zur Paus« zwei Treffer(3:2). Nach der Paus« wechseln di« Angriffe beiderseits rasch und es gelingt den Ungarn der Ausgleich(3:8). Oesterreich kommt nach kurzer Zeit wiederum in Führung(4:3), doch fünf Minuten vor Schluß können die Ungarn wiederum den Ausgleich(4:4) erzielen. Das Eckenverhältnis lautet 8:3 für Oesterreich. Schiedsrichter Ü e p a(Tschechoslowakei) sehr korrekt. 8000 Zuschauer. Heute, Sonntag, findet schon das Rückspiel— ebenfalls in Wien— statt und Oesterreich wird auf keinen Fall ein leichteres Spiel haben als am Frci- »afi. Oesterreich rüstet für die nächst« Olympiade. Der Arbeilerkraftsportverband bestimmt, daß man di« Vorbereitungen zu einer Olympiade nicht einig« Wochen und auch nicht ein Jahr vorher, sondern noch viel frühtzr beginnen muß. Zur Teilnahme an einer Olympiade gehören nicht nur Wettkämpfer, sondern auch das Geld, um si« zu den Kämpfen entsenden zu können: Die Arbeiterkraftiportler werden nun schon in der nächsten Zeit«inen Rersesonds für di« Beschik kung der dritten Arbeiter-Olympiade schaffen, um nicht erst in den letzten Monaten vor der großen B«r- awstaktung nachdenken zu müsten, von wo si« das Reisegeld hernehme» sollen. Bei sämtlichen Veranstaltungen der Arbeiterkraftsportler, ob sie nun von den Vereinen, Kreisen oder vom Verband durchgesührt werden, wirb bis zum Juli 1037 für jede Eintrittskarte ein Zuschlag von 5 Groschen eingehoben werden. Man hofft, dadurch so viel Geld«inzunehmcn. um etwa hundert Wettkämpfer zur dritten Olympiade lchicken zu können. Erst« Skilehrerprvfuug im deutschen Arbeiter, spart. Am 11 und 12. Febcr sühn der Arbrilcrlurn- und Sporlbund E B in Schreiberhau i. Riesengeb erstmalig ein« Prüfung für f'-hrer im Schneeschuhe laufen durch. Zugelassen werden nur Bundesmit- zlirder über 21 Jahre alt, mit Mindestens dreijährig« Bundcsmitgliedschaft. Jeder Prüfling muß ein Amt im Bund ausüben. Der Zweck der Prüfung ist die Teilnehmer auf ihr« Fähigkeit als Skilehrer -u prüfen Di« geprüften Skilehrer können mir Genehmigung des Bundes Skilehrgäng« bei anderen Arbeireroraanisationen leiten Dem Prüfling steht eS frei, den Skilauf auch berufsmäßig zu lehren. Die Prüfung erstreckt sich aus: Kenntniste über Skigevät«, Kleidung, Reparaturen, Gebirgstouren, praktisch« und theoretische Prüfung in allen Schrittarten, Schwüngen und Sprüngen, außer Schanzensprung, Leitung einer UebungSstunde im Gelände. Leitung von Trockenskikursen,«rst« Hilf« bei Unglücksfällen, Vortrag über di« Geschichte des Skilaufs,«ine schriftliche Abhandlung. Der Prüfungsausschuß stellt zwei Themen zur Wahl. Nach bestandener Prüfung erhält der Prüfling«ine Bescheinigung und hat das Recht, sich geprüfter Skilehrer zu nennen. Der Ausweis gilt nur ein Jahr, er verliert mit dem Austritt aus der Organisation sein« Gültigkeit. Der Wintersportausschuß des Bundes ist berechtigt, den Inhaber eines Prüfungsausweises einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Wird die Nachprüfung abgelehnt, verliert der PrüfungsauS- weis seine Gültigkeit. Auf besonderen Antrag kann von der Nachprüfung Abstand genommen werden. Aas der Partei Juge»vbewegu«g. Freie Bereinigung soz. Akademiker— S. I. IL Sonntag im Heim Bunter Nachmittag. Schallplatt«» und Gedichte von W. Mehring und E. Kästner, vorgetragen von Genossen Hans Taussig.— Montag um 7 Uhr wichtige Ausschußsitzung.— Mittwoch um 8 Uhr spricht Genosse Dr. H. Hoffmann über„Das Proletariat als revolutionäre Maste".— 18. Jänner: Hauptversammlung.„Sozialismus als Kulturbewegung." Referent Genoste Erich Heller.— 15. Jänner: Liest Erich Heller aus Karl KrauS-Werken.— 1. Feber: Genoste Wenzel I a k s ch über das Thema„Arbeiter und Bauer".— 's. Feber: Genossin Ruth Slonitz, zweit«r Abend „Die Frau im Klaffenkampf". Mitteilungen der„Urania". Wochenprogramm: Sonntag, halb 11 Uhr:„Mit der Filmkamera durchDeutschland." Kulturfilme. Bon Bbenre», dem Torr der Welt bis zur Zugspitze. Montag, 8X4 Uhr:„Mit der Filmkamera durch Deutschland." Letzte Vorführungen. Dienstag, 8 Uhr:„Die Presse Sowjetrußland 8". Egon Erwin Kisch. Mit anschließender Diskussion. Dienstag, 8 Uhr: Urania-Radiobund. Mittwoch, 3 Uhr: Kindernachmittag im K in o. 'Mittwoch, halb 7 Uhr:„Moderne gesellschaftliche Formen". Caroline Schönau. Letzte Kursstunde. Mittwoch, 8 Uhr: ,Lith e rko nze rt", Richard und Lrly Grünwald. Berlin. Donnerstag, 8 Uhr:„Hollywood und E u r o p a", Registeur Berlow Viertel. Freitag, 8 Uhr:„Worüber man nicht sprich t", Dr. Rudolf U r b a n t s ch i t s ch, Wien. Samstag, 3 Uhr:„Die Schweiz". Kulturfilm. Urania-Volkshochschule. Beginn des 2. Seme st e r s, l5. Jänner Karten zu allen Veranstaltung«». Mitglieds: Anmeldungen und Mitgliedskarten Erneuerungen. Urania-Kaste: halb 10 bis halb 1 und 3 bis 7 Uhr Gemessen r Xrafict Bei jeder 0eleaen9eit«Buer WarresaSzereHeiw; nrninraüM-- r,«gsss=Bs>~'.I.U r.'ljg'j Medizinische Tatsachen für den Arbeiter. Auf Ser Tagung für innere Medizi» wurde über eine bisher wenig beachtete Berufskrankheit berichtet, und zwar über die Tylolvergif- t ung. Tylol. ist ein höherer Kohlenwafferstofs der dem Benzol nahesteht und im Tiefdruck- o e'lr' ck h r e n Anw«"'' N-' i'ndet. Di« Eingangspforte in den Menschlichen Körper ist die Lunge, in dir die ikyloldämpfe der warmen ArbeitSräume gelängen. Das Tylol ist wenig flüchtig und bleibt daher lange im Körper. Die Symptome der Vergiftung sind im Anfang recht unbestimmt. Teils Müdigkeit und Gew'chtsehnabm«, teils Schmerzen in der Herzgegend. Die Unter'uchung ergibt einerseits schwer« Veränderungen gewiffer Blutbestandteile, andererseits Vergrößerung des Herzens und der Hauptschlagader. Der Blutdruck er- nivdrjgt sich meistens. Die Schädigung ist in den meisten Fällen eine dauernde und schwere. Reihenuntersuchungen in einer Fabrik Deutschlands — di« Arbeiter wurden im Reich der Generale bis jetzt mit ihren Entschädigungsansprüchen abgewir- sen— ergaben, daß von 34 Arbeitern bereits 19 krankhafte Veränderungen zeigten. Davon waren In England hat die Grippe den leichtesten Verlauf. Engländer geniessen schon seit langem viel Zucker. ■MWrnHSI Arbeiter-Tum- und Sportverein Prag Mittwoch, be« 1L Jänner, halb oeht Uhr abends, im H o t e l„M o u o p o l"(g anüber Aukuustsseit« des Masaryk-BahnhoseS) Mitgliederversammlung mit Vortrag des Genossen Karl Ker» über bas Thema «Probleme der lugend-. Kommet alle und agitieret für eine« zahlreiche» Besuch! Gäste willkommen! filme Ib Prager LifWeiiräumn bis einschließlich Donnerstag, de» 12. Jänner Wran- Urania:„Der Draufgänger."- — Adria:„Anton öpelec— der Scharfschütze."— Alsa:„Bring sie lebend heim"— Beränek:„Schwester Angelika."— Fe»ix:„Ein blonder Traum."—s Flora:„Pepina Rezholec"— Gaumont:„Kindet oer großen Lirbe."— Hollywood:„Di« oder keines" — Hvezda:„Anton 8pel«c— der Scharfschütze." ck Juli»:„ES war einmal ein Walzer..."— Kapitol:„Melodie der Liede"— Kiuema, B.-Th4 Journ., Report., Grotesk«. Ab halb 11 bis halb 8. — Koruna:„Im Namen des Gesetzes."— Kotva: „Hochzeitsreise zu dritt".— Lucerna:„Hochzeit« reise zu dritt."— Metro:„Ein Mann mit Herz.f — Olympir:„Ein blonder Traum."— Passage: „Ein Mädel mit Temperament."— Praha:„ll m Recht und Ehre."— Radio:„Kiki."— Stau» „Fürstenlietchen."— Svötozor:„Ein Manu nut Herz."— Alma:„Hölzerne Kreuz«."—f Avion:„Fürstenliebchen."— Bajkal:„Kiki." Favorit:„Schwester Angelika."— Konvikt:„Beps geffene Patrioten".— Lido:„Gitta. hat ihr Herz entdeckt.".— Louvre:„Schwester Angelika."-4 MareLka:„Schwester Angelika."— PerLt/u:„Pe- pina Rejholec."— Roxy:„Ter weiße Rausch."—1 Valdrk:„Pepina Rejholec."— Aeademia:„Melodik der Liebe."— Belvedere:„Gilgi, ein« not u n 1."— Biseda:„Pepina Rejholeck"— Carlton: „Pepina Rejholec"— Illusion:„Geld oder Leben' — Sport-Smichov:„Knall u>rd Fall."— U Bei- vodü:„Bor der Matura."— Zvon:„Knall und Fall." «Die gesperrt gedruckten Filme können empföhle« werden.) Heileres- Di«„Perle". „Luzi«, Luzie," sagt« Met« zu ihrer Freundi« „du geihjt abends in Lüstern immer mit den grotev Sipo; wenn datt man goht geiht; wenn he di matz »ich uvp enmal mit'n Kind sttren lätt!" Luzie aber erwiderte mit überlegenem Lächeln» „Oh, de meent-all ehrlich mit mi, nn dröfst mit mi dohn wart he will; aberst Si« möt he to mi segi gen, damit he Respeckt för mi beholen deiht." Kleines Mißverständnis. Zwei Bauernburschen standen vor dem Amis' gcricht Hachlach wegen Feststellung einer unsichere« Vaterschaft. Als der junge Baier eruiert war. fragst d«r Richter, w« es mit den Alimenten stehe. Verständnisloses Maulaufreißen des Kindes» vaters, der sich bereits zum Gehen anschickcn wollt« „Wie es mit der Bezahlung steht?' erläuterst der Richter sein« Frag«. „Bezahlung—?" antwortete da der Bravei „ Na, na,'do verlang i nix!" In der Straßenbahn. „Mach der Dam« Platz, Bubi." „So viel Platz hab' ich aber nicht. Mama!" Varianzen Sie In leder verKautsstelle da* Konsumvereines SCLCHWAREN der Hrme HEGNEQ« Cie.. PILSEN Selchwaren der fe. rtEGNfcß a Cie., PILSEN SIND DIE ALLERBESTEN 1 19 erst kurz tut Betrieb«, trotzdem halte sieben voll ihnen di« Krankheit schon erfaßt. Dieses Kran« heüSb'tld wird häufig werden, denn der Tylol» verbrauch steigt, nach Albert(Wien) in den letztes 'echs bis sieben Jahren um zwei Millionen Kilo« gramm jährlich. In Oestevaeich werden Arbeit«! der Tiefdrückindustrie viermal im Jahr blutunieH sucht. * Seit 1837 ist durch Couper di« Manga n.e Vergiftung bekannt. Die Erscheinungen sin-A lispelnde Sprach«, Speichelflnß, Allg.meinschwatlei eventuell Lähmungen der unteren Erlremitäicm Dies« Krankheit geriet in Bergeffenheit, bts ii« 1901 ber Trimmern und Manganmüllcrn neu enti deckt wurde. Jetzt sind aber Fäll« aus d.-r v 4 arbeitenden Industrie bekannt geworden, uns pvar aus der Ta sch e n la m P en ba t t e t ei nnd Elementenfabrikation. Erkraust sind Mischer, die ohne Schutzvorrichtung vtA Staub aus Graphit und Braunstein ausg"r,'^ waren. Wchtia ist, daß zwischen Vrrg'stuap ittÄ Krankheit zwei viS zwölf Jahre vergchcn köniw» Vorbeugen ist das einzig Mögliche, für die m.inl feste Krankheit gibt cs kein« Heilung. Di« r>el ihr Befallenen sind rettungslos verloren. Dr. E§| H der eiegfrie»-<6«11«6«>'-» r Silttlm R t ek«• t- vnamw»«Nch« Jt ebaftem De tm««ttaak. Vr»,- Drv«:«-» ft,»uchdeu«, Dra,- SÄr»«, t>nt Ott. Mtt Prag. Stt Zet0taLddtarts»lraatatm wurde vaa d« Poft- a. Telegeaphendieettioa aut Erlaß Nr tA.S0vtVHNA80 drwrlligt— VftvgDvtbinauageA. Boi Zustellung irr» Haug oder der Vegrra durch dro Üöst arorroUrch 8« ft.— vierteliädrtrch La ru baftiutzrr« M M,—, gau|]ä{)ttg M Ufc,—.— AttjergN»(töca lau| iaiq dtürgft derechirrt, Um ilft-kvi PlaratiLchUrtz.— Riutjttiuät N> Kaai^lrtpte» erfolgt tuu der Niajuchrorg der'