Einzelpreis 70 Heller. tWnfLlÄßkich I Hell« Porto! '—■' Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. s» vomo««. venooliong: 0mo li.2»««»»a»lo i»ch r«l»»».!2a7»» II«»»,«achrrtdon.<«» Sl usa>»L»s V 0»81cckuog seiner Einnahmen nicht zu irgeudw«lcheu außerordentlichen Maßnahmen werd« greisen müsse«. Durch dieser Budget wird nach innen w r nach außen dargetan, daß unser« wirtschaftlich: Situation fest ist und sich meister« läßt, daß unftr« Demokratie imstande ist, der bestehende« Schwierigkeit«« Herr zu werden und daß sie keine Experiment« znlasseu will. Die Rückkehr des Vertrauens rin di« Zukunft sei eine der grundlegenden Möglichkeiten, die schweren Zeiren schneller zu überwinden Malype lr plädiert warm für«inen gewissen Opli- inismuS, der noch immer zu e nem besseren Ausgang geführt habe, als hoffnungslos« Verzweiflung. Die Klagen über die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse berresfen vor allem zwei BcvölterungS- schich cn: die Arbeiter und die Landwirtschaft, obzwar auch de übrigen Schichten schlecht daran sind. Die Regierungserklärung hak darauf hingewicsen, daß di« Störung der gegenseitigen wrrischostlichen Beziehungen eine der Hauptnrsächen der Wirtschaftskrise fft. In der Vorkriegszeit waren die gegenseitigen Einkom- metrsoerhäl:nisse der einzelnen Bcvölkrrungssch-ch'en durch Jahrzehnte hindurch konsolidiert: wen« nun eine Gruppe(offenbar die Landwirischaft!) unter Berufung auf die Erschütterung ihrer wirischoftkichen Grundlagen, auf di« unverhältnismäßig große Herabsetzung ihrer Pteie-Basis gegenüber den andere« Gruppen, nach Abhilfe rufe, so dürfe man'das nicht als einseitige aggressive WirtschastS- voli t ik anlchen. ver TielslDn|'M der Krise übersrttrinen? Die allgemeine Not wurde ins Aeußerst« ge- s!«'g«rt, aber verschieden« Anzeichen deuten daraaf hi«, daß die Krise doch schon ihren tiefste« Paukt überschritt«» hat. Der einzig gangbare Ausweg aus der Krise sei daS Bestreben, die Dis P ari t ät zwischen den Ein- komirenSgrundlagen der einzelnen Bevölkerungs- schichten zubeseitigen. ADSiilclcliQnil des Preisniveaus? Man könne aber keine Gesundung des Wirtschaftslebens erwarten, wenn auf der einen Sette ein solches Mißverhältnis in de» Wrtschastszisfern bestehe wie eben jetzt. Daher hat di« Regierung in ihrer Programmerklärung verkündet, daß es ihr B«. streben sein wird, dieses Mißverhältnis zu mildern, und daß sie eine Preispolitik treibe» wirb, bi« heut» wirkungsvoll nur darauf abzielcn kau», bas, was hoch über dem angemessenrn Preisniveau steht, herabzusetzen und zu befettge». Die Regierung wird sich bemühen, die Verhandlungen über das K a r 1«l lg r s« tz zu beschleunigen; ferner werden innerhalb der Regierung di« Grundlage« für die Preisbildung der einzelnen Lebens- Bedarfsartikel studiert; sehr sorgfältig wird die Preisentwicklung in der Produktion, im Großhandel und im Detailhandel verfolgt. Die Regierung wird Gelegenheit haben, auf administrativem.oder gesetzgeberischem Weg ihr Bestreben zum Ausdruck zu bringe«, diesen Ungleichheiten ein End« zuster« fctt jt..., Die rinsmsreseiuns Die Regierung ist sich der Pflicht bewußt,«ine grundlegende Herabsetzung des Zinsfußes zU erzielen, freilich auf'eine solche Weise, daß unser Wirtschaftsleben und di« Mr^schaftsinteressen einzelner. Bevöl- kerungsschichtcn nicht geschädigt und die Lust zur Arbeit und das Vertrauen in di« Zukunft.nicht untergraben werd«. Entweder freiwillig... Daher ist cs das Bestreb«» t«r Regierung, der Orgcm sation unseres Geldwesens dir Möglichkeit zu biete«, im e r g«u« u Wirkungskreis, freilich mit gehörigem Nachdruck, der mit gewisir» Sanktionen zur Durchsetzung der Brschlüsi« verknüpft ist, selbst ein« grundlegende Herabsetzung des Z«S- fußes der Einlagen wSr der Zinsfuß-Spannung durchzusühre», wobei man weiters mit der ausgiebig«« Mitarbeit der Rationalbaak rechne« muß. Di« Reg'«rung wird dafür sorgen, daß die Nationalbauk u. a. auch darnach trachte, unser Wirtschaftsleben vor allem durch ein« Ermäßi- gungderBankrate zu beleb««. Maltzpetr hofft, daß er in kürzester Frist d«r Nationalversammlung dir enrsprrchendeu Gesetzesvorlagen werde zugehen lassen können. DjeWolPrewe: Zur Frage der Subventionierung des bekannten Wölf-Berlages in Saaz, der dadurch in der Lage ist, d«r übrigen deutschen Presse gegenüber eine.unlaut«« Konkurrenz zu betreiben, erklärte der Ministerpräsident in seiner Rede im Budgetausschuß, er könne in dieser Angelegenheit vorläufig nicht mehr sagen, als das, was schon gesagt wurde, daß der Verlag keine Unterstützung aus Staatsmitteln erhalte, aber trotzdem werde«r dies« Angel«genheir neuerdings zum Gegenstand einer Untersuchung machen, um sich zu überzeugen, inwieweit hier«in Wohlwollen s«il«nS der Staatsverwaltung mißbraucht werden könnt«; auch schon au! dem Grunde, weil er es persönlich nicht als ein wirksames Mittel in der Demokratie ansehe, wen immer zu kaufen, daher auch nicht die öffentliche Meinung. Entweder ist di« Demokratie ehrlich und ge«chr und dann kann ihr nichts geschehen, wenn sie es aber nicht ist, dann wird kein Geld sie retten! lAbg:> K a l l i n a ruft:„Bravo!") RoggeiHfonskrlptlon? Aus die Anfrage des Abg. A d a m«k hinsichtlich der angeblichen Auf« ah m e der K o r» v o r- rät e erklärte Maltzpetr, er habe über Wünsch d«s erkrankten LandwirtschaftsministbrS- in der-letzten Sitzung der Wrtschaftsminister aus den.starke« ... oder zwangsweise! Er erinnert daran, daß dabei immer noch di« Möglichkeit bleibt, daß für den Fall, daß durch autonomen Beschluß der Finanzwelt eine befriedigend« Lösung dieftr Frage nicht zustande kommt, dk« Regierung selbst auf Grundlage d«S BankrugesetzeS autoritativ und mit aller Konsequenz den Zinsfuß«gelt. Die Einleger werden sicher anerkennen, daß di« Herabsetzung des Zinsfußes sie wirtschaftlich nicht schädigt, weil das Preisniveau aller Lebensbedürfnisse eine sinkende Tendenz hat, die wir bel- behalten müssen;"wenn es überhaupt zu einer dauernden Gesundung des Wirtschaftslebens kommen soll.■ ir.fi-iitviritfü Ein groocs Investltlons Programm. Di« Regierung hält die Fürsorge für di» Arbeitslosen für eine der größte« Sorgen und auch in der Regierungserklärung wurde gesagt, daß dieser Fürsorge besonders gewisieichaste und tatkräftige Aufmerksamkeit gewidmet werden muß und daß es notwendig sein wird, durch eventuelle A«nd«rungen in der Durchführung dieser Fürsorge vor allem dafür zu sorgen, daß Arbeit dort beschafft werde, wo st« vom private« Unternehmer nicht beschafft werde» kann, und daß aus öffentliche« Mittel» J»vestUi»»r» durchgeführt werden, bei denen ein größerer. Teil unsrrer Arbeitslos«« eine aug«meffene Beschäftigung finde« kann. ES ist notwendig, daß wir unS über die Tatsachen klar find, daß k e in« grundlegende Tnvastitions- ^täfigkrit z» erwarten ist, w«m nicht gewisse D p ra u s s« tz u n g lozialistischc Landarbeiterverband nannte diesen B'riläg unsittlich. e>n Dokument mod'r- ner Sklaverei und e,.ner Rpudlik unwürdig Aber Graf Briesekau kümmerte sich nicht um das b ß- chen Geschrei, das kaum in di? sozialistischen Tageszeitungen und gleich gar- nicht in die einflußreichen großen Blätter drang Se'ne Leut« besaß«« ja nicht die Mittel, von ihm loszukom- VöMger Zu ammendruch der Glasindustrie im Teplitzer Berirl Tcplitz-Schönau, 13. Jänner. Nach der Betriebsstillegung der Firma I n w a l d in Wistritz, wobei achthundert Arbeiter ihre Arbeitsplätze verloren, und nach der Entlastung einiger.Kundert Glasarbeiter durch di« Firma Fi sch Ma n n in Kleinaugezd, hat nun auch die Karls- Hütte in Zuckwantel, die der Firma Slaninn gehört, ihre Arbeiter, und zwar 150 Personen, entlasten und den Betrieb eingestellt. Die Firma erzeugt vor allem Wirtschaftsartikel und gibt als Ursache der Betriebseinstellung Auftragsmangel an. Ebenso wird morgen di« Firma Farben- und Tafelglaswerk« in Zuckmantel ihre aus hundert Personen bestehende Belegschaft aus dem gleichen Grund vierzehntägig kündigen. Es ist allerdings anzunehmen, daß der Auftragsmangel keineswegs so groß ist, daß es zur voäständigen Stillegung der beiden Betriebe kommen müßte. Man geht kaum fehl, wen« man hinter de« Betriebseinstellungen ander« Ursache« und Absichten vermutet. Wir werden unS mit den wahren Ursachen dieser Betriebseinstellung noch beschäftigen. SW er das atftW? Was bei den deutschen Landbündler« möglich sein soll. Die.Deutsche Presse" berichtet über eine Sonderversammluna der konzessionierten Auto- buSbrsitzer, die am 12. Jänner in Prag tagte. In dieser Sonderversammlung hat auch der land« bündlerische Abgeordnete Heller gesprochen, der, noch der„Dättfchen Presse", wörtlich gesagt haben soll:„Ich schäm« mich,«i«er Partei auzu- Sören, welche dieses Schandgesetz mit beschlossen , einer Partei, wo der Mau» nur zu fressen hat, was vorgesetzt wird." Der Herr Abgeordnete Heller ist Mitbesitzer einer AntckbuSunternehmung und also in dieser Angelegenheit sehr stark Partei. Das macht seine Aeußerung zwar einigermaßen wahrscheinlich, doch wundern sich all«, die sich trotz dem täglichen Anschauen der sudetendeutschen Büvgerpolitik noch den Verstand bewahrt haben, daß ein Angehöriger des. Bundes der Landwirte seine Partei so qualifizieren kann, wie es Heller getan, habe« soll. Wer sich einer Partei, schämt».deren Abg> ordneter er ist, der müßt« aus dieser Erkenntnis die Folgerungen ziehen— sofern ihm die Partei nicht zuvorkommt. Darum darf man sehr gespannt sein. waS di« krndbündstrische Press« zum Fall Heller zu sagen haben Wird. Der Bora« chlaq■ 1> des Lande» MKhren-Schlesien von der Regierung genehmigt. Brün», 13. Jänner. In der gestrigen Sitzung dez mährisch-schlesischen Landesausschusses wurde zur Kenntnis gebracht, daß die Regierung den Voranschlag des Landes Mähren-Schle- sftn für das Jahr 1933 genehmigt hat. Gleichzeitig wurde di« Genehmigung zur Einhebung der LandeSzuschläge zu den direkten Steuern und zwar der Zuschlag zur HauS- zinssteuer in der Höhe von 92 Pro-ent und der Zuschlag zu den übrigen direkten landeszittchlagS- fähigen Steuern in der Höhe von 160 Prozent erteilt. Weiters verhandelte der Landesausschuß 258 Gemeindevora.nschläge, von denen i vier zur neuerlichen Behandlung den Gemeinden ! zurückgestellt wurden. men, und wenn das wirklich der Fall gewesen, l Sann Voten sich ihm mehr polnische Landarbeiter an, als er brauchte. Biel, viel billiger noch als dir schlecht bezahlten deutschen Arbeiter., Briesekau war der Meinung', daß er di« Arbeiter nicht so gut wie sein« Hunde vehandeln dürfe. Darum empfand er eS als eine republikanische Dreistigkeit, als man ihn eines Tages vor das Schöffengericht der Kreisstadt zitterte, wo er sich gegen die Anklage einer Arbeiterin verteidigen sollte. Eigentlich war die Anklägerin noch ein Kind, und verteidigen könnt« sich der Graf auch kaum, denn der Tatbestand lag klar und bewiesen zmäge. Ein fünfzehnjähriges» schwächliches Mäd-- chen aus dem.Dors«, in der gräflichen Haushaltung beschäftigt, wqr von dem Herrn Grafest vergewaltigt worden. Hätte das jung« Ding daS sech^hnte Lebensjahr schon vollendet gehabt, würde natürlich keine Anklage erfolgt sein. Im allgemeinen werden ja dergleichen Dinge auf deutschen Rittergütern nicht so genau genommen, wenn auch das jus primae noctis dem Buchstaben nach nicht mehr besteht. Noch peinlicher als die Tatsache, daß man einen gnädigen Herrn e:ner Kätnertochter wegen vor Gericht zu ziehen wagt«, war deS dem Grafen, daß seine Frau und seine drei schon verheirateten Töchter davon erfuhren. Gras Briesekaus still« Hoffnung,«n pom- merscheS Schöffengericht werde wenigstens wissen, was es einem deuffchen Grafen nach der Meinung diese- Grafen schuldig ist, wurde Nichi enttäuscht. Ex entschuldigte sich vor Gericht damit, daß er leider einmal eine schwache Stunde gehabt habe. TroPum wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Sein dabei blaß werdendes Gesickn belebte sich iofort wieder, als der Gerichtsvorsitzende hinzufügte, der Herr Graf erhalt« für diese Strafe eine dreijährige Bewährungsfrist, falls er sich verpflichte, dem infolge der Vergewaltigung dauernd kranken Kinde ein« Buß« von dreihundert Mark zu zahlen. Preiskontrolle. Ein Entwurf des Justizminstteriums. Tas Justizministerium teilt mit: DaS Ju- stl-ministermm hat deni interministeriellen Verfahren den Entwurf eines Gesetzes betreffend Iiaatsaufsicht über Preise der Bedarfsgegenstände - nigeführt. Durch dieses Gesetz soll oie Wirksamkeit- dex-, bisherigen Bestimmungen über Kriegs- WÜHer(Gesetze Nr. 568/19, 129/21 und 80M sowie Verordnung 516/20) nur auf den Kriegsfall beschränkt werden. Der Regierung soll jedoch das Recht Vorbehalten werden, die Gültigkeit dieser Vorschriften auch außerhalb der Kriegszeiten zu erllärcn, wenn dies mit Rücksicht auf die herrschenden Verhältnisse zur Erhöhung des Schutzes der Bevölkerung gegen den Wucher notwendig sein sollt«. In diesem Falle wäre die Möglichkeit gegeben, die Wirksamkeit nur auf einzelne Bestimmungen und nur auf bestimmte Gebiete des Staates zu beschränken. Zum Ersatz dafür, daß die Wucheraesetz- gebung äußer Kraft gesetzt werden soll, witt> im Entwurf den politischen Behörden die Pflicht auferleat, darüber zu Wachen, daß Gegenstände des Bedarfes, d. s. Sachen, die zur Ernährung von Menschen oder Haustieren dienen, ferner bewegliche Sachen, die rur Bekleidung, Beleuchtung und Wohnung dienen fowi« Rohstoff«, Halbfabrikate, Werkzeuge und Hilfsmittel, die zur Erzeugung dieser Sachen um) zum Betrieb der Landwirtschaft und des Kleingewerbes überhaupt bestimmt sind, nicht z« übertriebene» Preise» verkauft und allfälliger Mangel an Wohnung-n nicht zu übertriebenen Mietzinsen auSgenützt wird. Zur Erfüllung dieser Pflichten gewährt der Entwurf den Behörden AnfsichtS- und Kontrollmöglichkeiten sowie Befugnisse zur unmittelbaren Einwirkung auf das Preisniveau. In dieser Beziehung soll den Behörden insbesondere die Möglichkeit gegeben weroen, Richtpreise nnd Höchstpreise festzustellen, Erzeugern und Händlern zu verbitten, daß sie über ein gewisses Maß Vorräte sammelst und unter gewissen Bedingungen än- zuordnen, daß sie Gegenstände deS Bedarfes, die sie erzeugen«wer mit denen sie handeln, in einem von der Behörde festzustellenden Ausmaß iveiter produzieren oder vertreiben. De« politischen Behörden«währt der Entwurf Strafbefugnisse zur Erzwingung ihrer Anordnungen. Di« gerichtliche Strafbefugnis Witt) nur auf einige bedeutendere Handlungen beschränkt, wie bewußte Irreführung der Behörden, absichtliche Störung der Aufsicht nnd Wiederholung straf- barett-Taten/ die auf«ine Erhöhung der Preise 'vdev- Mfrechtcrhältustg'^luf^Ann-ngttneffest«^ Höhe cchzielen.•?.; V.'■’//i. Mann kommt die kn'allverfichervng tür die Land- nnd Foritarbeiter? Unter diesem Titel veröffentlicht„Der Land-, und Forstarbeiter"(Saaz) einen Artikel, worin das Blatt eindringlich auf die Notwendigkeit der gesetzlichen Einführung vor Unfallversicherung für die Land- und Forstarbeiter hinweist. Wie bekannt, fallen gegenwärtig nur lene Arbeitsunfälle unter die Bestimmungen des Un- fallversicherungsg.'setzes, die von Arbeitern erlitten werden, welche ständig an Maschinen arbeiten, die durch mechanische oder tierische Kraft in Bewegung gesetzt werden. Das bedeutet praktisch, daß die meisten landwirffchoftlichen Ar- Dcr Graf wies auf seine Emkommenslosig- heit hm, die von der Steuerbehörde bezeugt werdest könne, Daraufhin billigte ihm das Gericht monatliche Ratenzahlungen von dreißig Mark zu. Immerhin fand- der Graf diese Bewertung von Ehre st'nd. Gesundheit.eines LandarbriterkinoeS zu hoch. Doch Kihlte er. Aber nach der Gerichtsver- händlüug konnte er das Lachen nicht verbeißen, wenn er sich erinnerte, Wie feierlich der GerichtS- vörfitzende das Urteil„Im Namen des Volkes" ausgesprochen hatte. Dabei saßen aus den Schöf- fenstühlen^ einen plebejischen Gutsinspektor ausgenommen^ nur Rittergutsbesitzer,..'dem Grafen bekannt oder befreundet. M Dr«i-'Vsru>alt«r rind einen Oberinspektor beschäftigt«^r Gräf. Er hielt sie nicht anders, als wie etwa früher preußische Offiziere ihre Unteroffiziere zu behandeln pflegten. Dies« Herren wagten gegen ihn nicht zu mucken, wußten aber, daß der Graf ihnen nach unten hin uneingeschränkten Spielraum ließ. Auf Ramersdorf ist es, wie auf den meisten der ostelbischen Güter, selbstverständliche Sitte, daß die Verwalter prügeln. Dir männliche Jugend muß sich das gefallen lasten,, in den reiferen Jahren allerdings nur zähneknirschend. Dem weiblichen Geschlechte gegenüber kennen die Herren keine Schonzeit. Male lernte eine Frau von 50 Jahren kennen, die im vergangenen Herbst beim Karwsselgraben in Gegenwart ihrer Kinder von dem dreißigjährigen Verwalter Schweinen verprügelt wott>en war. Und später war sie Zeug«, wie der Oberinspektor ein« schwangere Freiarbeiterin, di« bei der Ernte Fuhren machte, im Verlaufe eines WortwechftlS nach Haufe schickte. Den Herrn, einen, ehemaligen Offizier, mochte die Ruhe der Frau ärgern. Er sprengte ihr auf seinem Gaul nach und tttt sie im Galopp nm, so daß di« Frall sich dreimal überschlug. Bon den ortsansässigen Leuten duldete Graf Briesekau nur dies«« Oberinspektor und den heitsverrichtungen nicht unter das Gesetz fallen» die Forstarbeit ist gänzlich ausgeschlossen. So ist weder für diejenigen, die einen Unfall in der Landwirtschaft erleiden, noch für ihre Angehörigen gesorgt. Der Widerstand gegen die Einbeziehung der Land- und Forstarbeeter in di« Uii? faklversicherung geht von den agrarischen Parteien aus. Sie reden zwar vom patriär- chqlischen Verhältnis zwischen Unternehmer und Ärbeitek in der Landwirtschaft, ssnd aber viel;« geizig, uw Unfccklversicherunaspramien zu zahlen. Di« unwürdigen Zustande können nur dadurch beseittgt werden, daß sich di« Landarbeiter organisieren und von der Gesetzgebung die ErfiÜttrng ihrer Forderungen verlange». Kartell brr Berbandsstoffabriken. Bor kurzem ist ein Kartell der Berbandsstoffabriken gegründet Worden, an dessen Spitze die Firmen Ratzek- Brünn, Brüder Ä-ek-Prag, Rico-Brür und Klei- ning und Co.-Hohenelbe stehen. Der Zweck dic'es Kartells ist die Verteuerung der Verbandsstoffe.- worunter insbesondere Krankenanstalten und Krankenkassen leiden. Das Vorgehen diefts Kär- tels ist die beste Begründung für die Notwendigkeit eines Kartellgesetzes. Kehl Lohnabbau bei Arbeltszeltverlcllrzw. Eine Erklärung der Arbeitervertreterin Genf. Genf, 13. Jänner.(Tsch. P-B.) Der In« ternationalen ArbeitSzeitkonfennz ist heute von der Arbeitergruppe eine Entschließung vorgelegt worden, in der gesagt wird, bei den Beratungen« sei davon anSzuaehen, daß di« Wochenlöhne und di« Monatsgehälter durch di« sichet hätten. Die ganze Gegend war damals noch kommuttistenfeindlich. Als fünf oder sechs Jahre später infolge der nicht verstummens den Gerüchte die Polizei noch einmal illachsori schungen mit deutlicher Spitze gegen den Pfarreik aüftellt«, wurde die„völlwe Haltlosigkeit" der Kommunistenbeschuldigung sestgestellt und acg«ii den Pfarrer ein Strafverfahren infolge schwerwiegender Verdachtsmomente eingeleitet. Daraus kam der Generalsuperinteudent nach Rainersdorf, donnerte von der Kanzel gegen die Polizei, und man hort« nichts wieder von dem Strafverfahren. Ob«S eingestellt wurde oder einschlief, weiß man heute noch nicht. Pfarrer Knorr amtiert nach wie vor, und zum Gottesdienst ist die Kirche voll. Die Bauern schätzen ihn nicht, aber sie sind religiös veranlagt uiä> di« weniger frommen GutSarbei- ter kommen zur Kirche, weil sie sonst fürchten müßten, vom Pfarrer bei ihrem Brotherrn, dem Grafen, als gottlos angezeigt zu werde«. Nr. 12 TamStag, 14. Jänner 1933 S«rt« 3 Außenpolitische Schatten über der Budgetdebatte. Prag, 13. Jänner. Im Budgetausschuß wurden gestern abends noch die beiden Kapitel Aeußeres und Rat i o na lv e r t e id i- gu ng in Verhandlung gezogen; heut« ging die Debatte den ganzen Tag fort und sollte in den späten Abendstunden durch ein Exposee des Ministers Benes abgeschlossen werden. Dafür ist der Samstag. sitzungsfrei. In der Debatte wurde witt>erholt die Affäre der italienische» Waffenlieferungen an Ungar» angeschnitten. Gleich nahm der Referent Teplansky dies« Gelegenheit zum Anlaß, sich gegen jede Kritik an der Hohe des Militärbudgets zu verwahren. Man müsse auf der Hur sein; Oesterreich, mit dem wir immer sehr freundschaftlich umgegongen seien und dem wir im Interesse seines wirtschaftlichen Gleichgewichtes Opfer gebracht hätten, revanchiere sich jetzt dadurch, daß es große Waffentransporte über sein Gebiet nach Ungarn gehen lass«. Auch Flugzeuge seien auf dem Luftwege über Oesterreich nach Ungarn gebracht, worden, ohne das Oesterreich dagegen protestiert habe. ES gehe da ein« gewiss« Gruppierung der Staaten nach rein militärischen und außenpolitischen Gesichtspunkten vor sich, die wir nicht unberülksichligi lassen könnten. Die Kürzungen im Militärbudget. Teplansky rechnete weirerS aus, daß seit der Limitierung des.Militärbudgets auf 1400 Millionen (ohne Rüstungsfonds) der Militärverwaltung durch neue Gesetze(Gehaltsgesctz,'Längerdienend« usw) neu« Auslagen im Betrag von 120.6 Millionen erwachsen seien, di« man ihr nicht vergütet hab«. Gegenüber dem Limit wurde das Militärbudget Heuer, um 117 Millionen herabgesetzt; insgesamt betxage di« Herabsetzung des Militärbudgets etwa 245 Millionen; seit dem Jahr« 1822 seines gar um 87 Prozent gesenkt worden. Der Referent bemerk ferner, daß k« in« Koalitionspartei die Herabsetzung des Soldatensoldes zulassen wolle;,«s werd« notwendig sein, auf ander« Weise. Ersatz zu finden, da ja. das Budget schon mit dieser Herabsetzung rechne. 22 Millionen für AuSlandspropagauda nicht zu viel? Aus dem Referat Dr. Patejdls über, das Außenministerium wäre hervorzuheben, daß er 22 Millionen für Propagandazwccke mit dem Hinwers zu rechtfertigen suchte, daß andere Staaten für Auch landspropagandä viel höhere Beträge aug- gebeu; so verwende Ungarn hiefür 30 Millionen, Italien 134 Millionen, England und Frankreich je 100 Millionen und Deutschland gar über 200 Mil- lionen. * Dir Debatte trup der nicht gerade rosigen außenpolitischen'Situation in einem gewissen Grade Rechnung. Selbst Mayr-Harting erklärte,'dir Tschechoslowakei könne' gewiß nicht allein' mit der Abrüstung beginnen; er beschränke sich daher auf die Forverung,'daß sie den Abrüstungsgedanken energischer zum Ausdruck bringe. Di« konstruktiven Nazis. Der Nationalsozialist Knirsch befaßt« sich mit dem militärischen Gutachten im Brünner Volkssport- Prozeß, wobei er sich der durch die Jung-Rede an. gebahnten Neuorientierung der Parteipolitik vollinhaltlich anschloß und zum Schluß nachdrücklich betonte, seine Partei habe seit der Gründung dieses Staates immer nur„konstruktive Politik" gemacht. Der Volkssport- sei keine militärische Organisation und hätte mit militärischen Dingen überhaupt nicht das geringste zu tuu. Er bemühte sich dann, die Feststellungen der militärischen Sach- verständigen auch hinsichtlich der reichsdeuffchen SA zu entkräften: auch im Reich hätten die Nationalsozialisten kein Kriegsmaterial und nichts deute daraus hin, daß sie dort eine militärische Macht dar stellten. Der tschechische Agrarier Klemen sinket ziemlich scharfe Worte der Kritik über den übergroßen Beamtcnapparat unserer diplomatischen und Kanin- larveriretungen, der in keinem Verhältnis zu dem Rückgang unseres Außenhandels stehe. Namens dar tschechischen Sozialdemokraten vertrat Genosse Hummelhans die Meinung, daß man in der Amtsführung des Verteidigungsmini- steriumS wie in der Hecresorganisation(durch Verringerung der Zahl der Regimenter einer Division von vier auf drei) noch viel ersparen könnte; be> den Sachlieferungen vergesse man überhaupt zu sparen; zumindest sei nicht zu erklären, warum mau die LebenSmittel für die Soldaten nicht direkt vom Produzenten oder von den Staatsgütern kaufe. M't Rücksicht auf die außenpolitische Situation erklärte der Redner, daß keine Partei keinesfalls wolle, Saß der Staat in dieser bewegten Zeit nicht mir Mitt:'» zu seiner Verteidigung ausgestattet werde, solange eine eventuelle Neutralität nicht gesichert sei nnd solange man in Genf nicht jeden Angriffskrieg verhindere. Er hofft aber, daß es in Zukunft gelingen werde, Kriege zu verhindern: er appelliert in diesem Zusammenhang an die Jugend, vor allem an die Jugend in Deutschland. * Bon unserer Fraktion beschäftigte sich Gv- noffe Kremser rn ausführlicher Weise mit einer Reihe aktueller Fragen der Außenpolitik sowie auch mit dem Kapitel Ralionalvcrttidi- gung. Wir weren die Rede Kremier« rm Auszug morgen nacktragen. Aussperrung in Le Havre. Paris. 12. Jänner. Der Umcrnehinerver- band des Hakens von Le Havre hat kur morgen die Aussperrung der Haftnarbeiter beschlossen. bis Wäh- und Was ein ehrlicher Mann Ist, hSIts bei den Nazi nicht aus! Austritts-Begründung eines der Gründer der Bewegung Teilen Spaniens ist«S rm " öu neuen An schlägen gekommem"In Granada wurde ein« Bombe—'*'*'*-*—* werten wurden unweit des Bahnhofs die Eisenbahw- einem Vorort Ballacas haben die Festkalender 1933; März btt Mal Kart Marx-Gedenkfeier». 14. März— SO. Todestag. März Srauentag. 1. Mal. 18. 2uni mnöertag. Rüstet schon jetzt zu diese« proletarische« Feier«! Der Völkerbund hofft auf- Roosevelt. Und unterdessen machen die Japaner, was sie wollen. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag: Prag: 6.45 Gymnastik. 0.00 Ehorkonzerr. 11.00 Orchesterkongert. 18.00 D« urscheSendung: Iu> betendeulsche Komponisten. 19 40„Zwei Witwen", Oper von Suietana. 22.20 Jazzmusik.— Brüuu: 17.30 Bläserquintett. 18.00 Deutsche Sendung. „Erwin und Elmire", Singspiel.— Berlin: 16.35 Orchesterkonzert. 18.10 Tschaikowfly.- Breslau: Alter und neuer Humor im Liede.— Mühlacker: Blasmusik.— Hamburg: 18.10 Kammermusik des 18. Jahrhunderts. 20.00 Deutscher Opernabend.— Königsberg: 20.05 Großer bunter Abend.— Langenberg: Lachen im Hintergrund.— München: 18.50 Volkslieder zur Laute. 20.00 Philharmonisches Konzert.— Wien: 11.80 Haydn-Sinfonie. 17.05 Blas musik. 20.00„Die keusche Susanne". Oper«tle von Gilbert. Demission der grledtisiien Regierung. Athen, 13. Jänner.(Ag. d'AihenesJ Heute um 8 Uhr früh wurde die Regierung Tsaldaris in der Kammer mit 109 gegen 91 Stimmen geschlagen. Ministerpräsident Tsaldaris hat die Ge- somckemission überreicht. Der Präsident der Republik wird im Lauft des Tages die Verhandlungen aufnehmen. Blättermeldungen zufolge wird Venizelos die Bildung eines Kabinetts der nationalen Einigung unter dem Vorsitz Tsaldaris empfehlen. Sollte cs nicht möglich sein, ein« Regierung in dieser Zusammen- sctzung zu bilden, glaubt man, daß eine Regierung der breiten Konzentration mit Ministerpräsident Kafandaris gebildet werden soll. Tsaldaris schlägt vor, das neue Kabinett aus den Parteien zu bilden, die bei der heutigen Abstimmung in der Kammer die Mehrheit hatten. Schulen ohne Schulfunk. In den Städten Nordböhmens ist es um den Schulfunk schlecht bestellt. Nur die allerwenigsten Schulen haben eine eigene Empfangsanlage. Die anderen können entweder ihre Schüler am Schulfunk überhaupt nicht teilnehmen lassen oder mir mit ausgrborg- ten Geräten. Den Ortsschulräten fthlen die Mittel zum Ankäufe von Empfängern. Außerdem nehmen die Bcwilllaungsverfahren io viel Zeit in Anspruch, daß das gegenwärtige Schuft ehr wohl zu Ende gehen wird, bevor die;, oder icne Detmold, 13. Jänner.(Eig.-Dr.) Der Gründer der Nazi bewegung im Freistaat Lipp«, Dr. Fuhrmann, hat den Gauvorsitz im nationalsozialistischen Aerzteverband rrie- dergelegt und ist aus der Hrtlerpartei ausgetreten. Fuhrman« begründet seinen Austrftt in einem Brief, in dem er sagt, er könne nicht länger einer Partei angehören, die ihre Grundsätze verleugne und das Zentrum zu einer natio- len Partei erkläre; zweitens sei weder der mit Hitler getriebene Byzantinismus noch der Röhmskandal zu ertragen und außer Röhm gehe es noch ganz andere Fälle im Braunen Haus; drittens treibe die Nazipartei einen Zick- h a l b Roms bestehenden Möglichkeiten zur Die spanische Anarchisten* Rebellion. Madrid, 13. Jänner. Nach Zeitungsmeldun- gen aus Medina Sidonia(Provinz Cadiz) ist es bei Casas Viejas erneut zu Zusammen- st ö ß en zwischen Aufständischen und der Polizei gekommen. Der Ort selbst ist von Gendarmerie besetzt worden, die mit 80 Maschinengewehren zackkurs wie der Wilhelms II.; fünftens neuntens sei die Partei voller Bonzen, Bürokraten und Sklavenseelen, mit denen kein Freiheitskampf geführt werden könne. Dieft Bonzen lebten untereinander nur mit Stunk, Jntriguen, Verleumdungen, gegenseitiger Bespitzelung und Sieger blieben dabei nicht die Tüchtigen und Fähigen, sorckern nur die Charakterlosen, die Gerissenen und die besten Speichellecker! Deshalb sei für einen freien, aufrechten und ehrlichen Mann kein Platz mehr in der Näzipartei und deshalb bedanke er sich, ihr länger anzugehören. Angriff auf di« Hauptstadt der Provinz Jehol, Tschantefu, eröffnen werden. „Sehr herzliche“ Unterredung Ober die Kriegsgefahren... Tokio, 13. Jänner.(Reuter.) Der britische Botschafter besuchte gestern, wie aus informierten Kreisen mitgeteilt wird, den japanischen Außenminister und machte ihn auf ine Gefahren aufmerksam, welche infolge der gespannten Situation in Nordchina den Interessen der britischen Staatsbürger drohen./ Die Unterredung soll sehr herzlich verlaufen sein. USt braudit nottcnbasls gegen Japan. Hoovers Beto gegen di« Unabhängigkeit der Philippinen. Washington, 13. Jänner.(Reuter.) Präsident Hoover teilt« dem Kongreß mit, daß er gegen den Gesetzentwurf über die Unabhängigkcft der Philippinen sein Veto einlege. In ftiner Erklärung betont Hoover, daß dre Lage im Fernen Osten chaotisch sei; er macht auf oie Gefahr aufmerksam, welche den Philippinen aus der überaus großen BevAkerungszahl in der Nachbarschaft entsteht, und verlangt, daß die Autorität der Bereinigten Staate» auf den Philippinen gegenwärtig nicht eingeschränkt werd«.- Er spricht schließlich di« Ansicht auS, daß es notwendig sein wird, Maßnahmen zu treffe«, durch welche die Unabhängigkeit der Philippinen garantiert würde, jedoch so, daß die Grundlage ein« Volksabstimmung wäre, welche in 13 bis 20 Jahren stattfinden würde. Das Pepräsentantenhaus hat das Veto Hoovers zwar mit der nötigen Zweidrittelmehrheit abgelehnt, doch dürfte im Senat dies« Mehrheit nicht zu erreichen sein, so daß das Bew doch I schließlich Rechtskraft erhalten durfte. ADhan fies Militärbudgets in Schweden. . Der sozialdemokratische Ministerpräsident Schwedens, Per Albin H a n s s o n, erklärte in einer Rede in Norrköping am 5. Dezember 1932, daß Einsparungen mit dem Anwachsen der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage unvermeidlich würden, aber so gehandhabt werden müßten, daß sie prodtttttven Unteruehmun- geu freien Spielraum ließen. Unter, diesen Umständen konnten die Militärausgaben nicht unberührt bleiben. Sie bilden den grössten Posten im Voranschlag und eröffnen außerdem die besten Möglichkeiten für sofortige Sparmaßnahmen. Zu dem von verschiedenen Seiten sehr energisch ins Feld geführten Argument, daß Cin- fparuugen aus diesem Gebiete nur die Uebertra- gung der Ausgaben vom Militärbudget auf das Arbeitslosenunterstützimgsbudget bedeuteten, bemerkte Hansson, daß dieses Argument einer sorgfältigen Prüfung nicht standhalt«. Die Anweisungen, die für die Verteilung der Sparmaßnahmen auf die einzelnen Posten des Voranschlags gegeben wurden, lauteten, daß eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit vermied e n werden müsse. ES ist kam« Red« von einer Herabsetzung der Zahl der in den Militärwerkstätten beschäftigten Arbeiter über das durch das normal« Ausscheiden von Arbeitern bedingt: Maß hinaus. Di« Herabsetzung der Zahl der zum Militärdienst Eingezogenen soll zu keiner Mehrb.ela- stung der Aweitsloscnfürsorge führen. Die Mensttage dos Heeres belaufen sich nur auf eineinhalb Millionen. Das bedeutet eine Ersparnis von 5 Millionen schwedischen Kronen. Selbst wenn allen die gewöhnliche täglich« Arbeitslosenunterstützung auSgezahlt wüicke, so könnte doch eine Ersparnis von zwei bis drei Millionen erzielt werden. Aber nicht all« Milrtärdienstpffichtigen sind arbeitslos. Aus iedm Fall sollte es möglich sein,-di« Arbeitslosigkeit bei der Aufnahme der Re» krüte« in Betracht zu ziehen. Dann wäre für eine Anzahl von Arbeitslosen während einiger Monate gesorgt und der ganze Betrag der berechneten Ersparnisse wäre sichergcstellt. Die französischen Genossen gegen eine Ungarn-Anleihe. Paris, 19. Jänner. DaS Sozialisten-Orgau „P o p u l a i r e" beschäftigt sich heute in einem ausführlichen Politischen Leitartikel mit der Ge- Heimrü st ungUngarns und verweist u. a. darauf, daß die Ausgaben für die Rüstungen in den Budgetposten der übrigen Ministerien... r»-» versteckt Werdem So habe das Budget der Unter-, ausgerüstet tft. Die Gendarmene hat Verstärkung richtsministeriumS im letzten Staatshaushalte^gefordert, damit sie ern« neue Aktion gegen ine 6.5 Millionen Pengö erreicht. Das Blatt b«- Aufruhrer unternehmen kann. Man beabsichtigt, leuchtet di« Rolle, welche der zum künftigen die Rebellen bis ins Gebirge zu verfolgen, wohm ungarischen Außenminister ausersehene Koloman ß* zuruckgezogen haben. Konya bei der Geheimaufrüstung Ungarns spielt,! Ä Auch in anderen Teilen Spaniens ist eS^rm einer ArÜeihe an Ungarn" aus^ DaS heutig« Regime in Ungarn fei von der la seistisch e n Diktatur errichtet worden und werde vom AuSlande künstlich aufrechterhalteu, wäh rend- sich daS ungarische Boll nach einem Sturz dieses Regimes sehne. Washington, 13. Jänner. Nach, den hier aus Genf eingetroffenen Meldungen legen di« Völker- bundsmitglieder große Hoffnungen in den neu- gewälten Präsidenten Roosevelt, in der Ueberzeugung, daß dieser durch eine entscheidende Tat dazu beitragen werde, aus der jetzigen gefährlichen Sackgasse des chinesischjapanischen Problems herauszukommen. Die hohen'Funktionäre des Völkerbundes haben der Presse zu verstehen gegeben, daß eine eindeutige Erklärung Roosevelt dem Döller- bundrate außerordentlich helfen würde, und erwarten mit Spannung ein Anzeichen, welches darauf schließen lassen. würde, welche« Standpunst Roosevelt zur chinesisch--japanischen Frage einnimmt, bevor sie sich selbst zu einer Aktion in der Angelegenheit entschließen. Man hofft, daß eS ehebaldigst zu irgend einem Schritt kommt. Inzwischen drohen aber die Japaner, sofort aus dem Völkerbünde a u S zutreten, falls irgend ein Standpunkt des Völkerbundes gegenüber dem Tokioter Mandschurei- Programm ,st>ie japanische groß« Politik, gerichtet auf die Erhaltung des Friedens und der Ordnung in Ostasien,»er gar die Existenz Japans bedrohen würde." Aus Peiping werden heftige H&mplc Im Norden an der Großen Plauer längs der Provinzgrenze Jehol gemeldet, rend des gestrigen Tages kam es zu Zu sam men stoßen zwischen japanischen uni chinesischen Streitkräften. Große chinesische Abteilungen operieren westlich von Litschiapao, wobei sie auf die Truppen des Staates Mantschukao stießen. Aus beiden Seiten gab es Tot« und Verletzte. Chinesischen Meldungen zufolge, haben die Japaner sechstausend Mann in den Frontabschnitt in der Nähe der Stadt Lingiuan nördlich von Tschiumenkau geworfen. Man erwartet, daß in kürzester Zeit die verstärkten japanischen Truppen den Oesterreichlsche Inlands anleihe zur Sanierung der Kreditanstall. Wien, 13. Jänner. Im Bundesministerium ,„ für Finanzen werden Vorbereitungen zur AUS- Romano' außer der Berkündungsbulle. in den. schrerbung einer inneren österreichischen Anleihe nächsten Tagen n o chd r e i B u l l e n erscheinen.> getroffen, welche mindestens zweihundert Mil- Mit der ersten Bulle werden die außer- lionen Schilling betrogen und in erster Reihe halb Roms bestehenden Möglichkeiten zur zur Deckung der Verpflichtung des Staates Gewährung des Sundenablasses s u s- s gegenüber der Nationalbank, die im Zusammen- pendiert, bzw. auf Sonderfälle, wie sterbe- Hang mit der Sanierung der Creditanstalt entfalle, und auf außerhalb Roms abzuhaltend« standen ist dienen wird Feiern des heiligen Jahres beschräickt. In der I' zweiten werden di« weitgehenden Vollmachten der ordentlichen Beichtpriester i n R o m aufge- zählt. Di« dritte enthält die Bestimmungen, aus Grund deren Kranke, Strafgefangene und ander weitig an einer Pilgerfahrt nach Rom materiell verhinderte Personen des Sündenablasses teil haftig werden können. nie Degierungsbildnng in Rumänien Bukarest, 13. Jänner. Der König bat den früheren Ministerpräsidenten Bajda-Voje- vr a„, lvod mit der Neubildung des Kabinetts betraut..^ Schule die erforderliche Anlage kaufen wird. und Ipricht sich entschieden gegen jede Gewährung Laufe der^ vergangenen^Nacht^u neuen An- C orfen,"die jedoch keinen nennenS- en anrichtete. Jn^ Valencia schienen aufgenssen und in ^Madrider 57 7*7"„ GW iRebellen versucht, eine Kirche in Brand zu Päpstliche Bulle Im Dienst desp e(fcn‘ Italienischen Fremdenverhehrs Wer kann, mutz sich in Rom Sündennachlatz' holen!. Rom, 13. Jänner. Zum heurigen Jahr werden nach. einer Mitteilung des„Ofservatore: Seite 4 SamStag, 14. Jänner 1933 Ar. IS Tagesneuigkeiten einer Reparatur wird unterzogen werde» griechischen und armenischen Katholiken in der ten Durchschnitt von 17.6 vom Tausend betragt Slowakei(26.5 vom Tausend).— In den h i st o» die Krimiualitätszifser der polnischen Minderheit > In der Nacht auf Bei Befragen erklärten klasse in Brünn und sie'seien von zu Haus« fortgelaufen, well sie in der SHule schlechte Fortschritte gemacht hatten. Einer der Herde« Jungen entwendete$« Hause 300 Kj und mit diesem Gelde wollten sie nach Afrika auswandern. Die beiden Knaben wurden««gehalten und chre Eltern verständigt. „Ohne Schwertstreich" haben die Japaner, wie dieser Tage in einer Meldung vom chinesi- schen Kriegsschauplatz zu lesen war, eine Stadt besetzt. Eine der wenigen Meldungen, die glaubhaft sind. Was hätte ar»ch das Schwert don zu suchen, wo man mit Luftbomba r-- Tode verurteilt. Von diesen Todesurteilen wurden 42 in Gefängnisstrafen umgewandelt, in 197 Fällen wurden sie v o l l st r e ck t. Die Sozialdemokraten stellten den ««trag auf Aufhebung der Standgerichte; der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Bei einem kommunistischen Nr verfall auf zwei Polizeibeamte in Essen gab einer von diesen einige Schüsse ab, durch die ein Ä r b e i» 1 ter schwer verletzt wurde. Bei einem Automobilunglück in P a r i s i wurde der Attache der litauischen Ge-Ä andt'chokt in Paris Jurgis M e r k i S. schwer J verletzt. Mertis ist gestern seinen Verletzungen erlogen. Eine sieben Mann starke schwer bewaffnete Räuberbande überfiel DonnerSiag abends den Besitzer de- Gutshofes Siclbcisiepl i» Schwerte(West- i (den) und erzwang die verausgabe sämtlicher I Blrmittel. Di« Inhaber von Polizzen österreichischer Bee» fichcrnnzögesevjchaftcn oor drin 26. Feber 1929 werden aufgesordert, sich in ihrem eigenen Interesse bei der SeDslhilfe-Bereinigung der Rechnungsbeamte» in Prag XII., Fochova 140(Sväpomornck sdruilenl I uietnich ukedmkü), Tel 53328 zu melden. Diese Po- I lizzen müssen bei Fälligkeit und Vorlage in tschechoslowakischer Währung auf Grund' des tschechoslowakisch-österreichischen Abkommens vom 29. Mai 1925 honoriert werden. Feuer im Bezirksamt. Am 10. Jänner abends brach in dem Bezirksamt in Starä Lnbovnä ein Feuer aus, das die Kanzlei des Bezirkstierarztes, Nebenräume und einen Teil des alten auf dem Boden untergebrachten ÄrchiveS vernichtete. Um 2 Uhr früh wurde das Feuer von drei Feuerwehren gelöscht. Die übrigen Räume des Bezirksamtes wurden — bis auf drei— durch die Wasserstrahlen so stark beschädigt, dal; das ganze Gebäude vor seiner Benützung müssen. 25 Ztt». Kleiuiser: Hunderts und die Technik des 20., sie sprachen noch immer von Ehre und Ritterlichkeit, als es um Erdöl, Kupfer, Baumwolle und Dividenden ging, sie trugen„schimmernde Wehr", als der Soldat das genaue Gegenbild der Phrase, ein erdbrauner, lehmverschmierter Haufen Elends war, sie fabelten noch von des„Kaisers Rock", als er verlaust und zerfetzt war wie keines Zigeuners jämmerliche Kluft. Die Phantasie reichte nicht aus, sich vorzustellen, was hinter der Phrase als grausame Wirklichkeit stand. Und weil sie zu phantasielos war, um hinter der heldischen Phrase den nüchternen, dreckigen technischen und chemischen Massenmord zu sehen, opferte die Menschheit 12 Millionen Leben auf dem„Altar der Vaterländer", um heute, 15 Jahre nachher, noch immer von ^Schwertstreichen" zu reden, wo es Senfgas und Lewisit regnet! Zwei Holzfäller tödlich verunglückt. Freitag nachmittag wurden im staatlichen Walde Berle- bak bei TkebnSan(Karpathorußland) beim Herablassen von Holz von einem hohen Hang zwei Arbeiter durch einen Stamm getötet und einer schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich dadurch, weil die unten Arbeitenden das Signal der oben Arbeitenden nicht rechtzeitig befolgten. Selbstmord ans Scham wegen einer bevorstehenden Exekution... In T y r n a u warf sich der 83jährige Ludwig D e v L t aus der Ortschaft Waga, unweit der Bahnstation Leopoldau, vor die Lokomotive des Galgocer Personenzuges. Der Greis wurde zerstückelt. In der Geldtasche des Selbstmörders fand man einen Abschiedsbrief, in welchem ei als Motiv der Tat eine bevorstehende Exekution bezeichnete, welche Schande er nicht überleben wolle. Eine Fra« zum Tod« vernrteflt. Aus Sz«- ' i wird gemeldet: Das Strafgericht hat die dem Spitznamen„bet Pista mit der Wlnlersporlweller: Umgebung Prag: den bekannten Ausflugsorten, die auch für ilersport in Betrachr kommen, liegt 10 bis 15 limeter Pulverichnee Ries.'ngebirgr: Johannisbad:—10, 23 Zrm »>!>lig,Schwarzschlagbaude 20 Zim Neu'chmx, pulvrig sehr gur.-- Grenzbauden: 15 Ztm. Neuschnee. 25 Zim Neuschnee. Mühle:—12, 107 Hinrichtungen in vier Monaten Henkerre'ord in Polen. 200 Mengen in Seenot. W u s u n g, 13. Jänner.(Renier.) Die hiesige Radiostation hat eine drahtlose Depesche ausarsangrn, in der gemeldet wird, daß ein russischer Dampfer mit Volldampf von Riko- laiewsk auS dem russischen Dampfer „Sachalin";« Hilf« eil«, der im Ochotskischr« Meer scheiterte. An Bord des in Seenot befindliche« Dampfers, an dem auch«in großer Brand herrsche« soll, besinde« sich zweihundert Personen. ged in wird gemeldet: Das Strafgericht hat die unter dem Spitznamen„bet Pista mit bet Pfeife" bekannte Raubmörderin Frau Rieger, die im Jahre 1919 den Landwirten Börcsvk und im Jahre 1922 den Landwirten Dobak auf An- stlstung der Ehegattinnen der Opfer ermordet hatte, zum Tode durch den Strang verurteilt. Wegen A n st i f t u n g wurden Frau Börcsök zu fünfzehn Jahren, Frau Dobak zu lebenslänglichem Zuchthaus und vier Taglöhner, die Frau Rieger bei den Morden behilflich waren, wegen Mittäterschaft zu sechs bis fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Einer, der hingerichtet werden will. Das Schwurgericht in Saarbrücken verurteilte den Angeklagten Josef Groß wegen Mordes an einem Taxichauffeur zum Tm>e. Groß nahm das Urteil an und bat um sofortige Vollstreckung. Ziehung der fttaffenlotfttie (Dl)ne Gewähr.) 130.000 K: 84.140. 20.000 K: 4.766, 87,833. 10.000 K: 10.889, 66-524, 90.438, 96.257, 99.(535 5.000 K: 1.464, 23.390, 29.284, 47.608, 60 648, 62.432, 78.223, 87.599, 89.121, 92.608. 2.000 K: 261, 8.489, 4.880, 7.722, 9.214, 9.783 14.862, 16.251, 20.173, 21.776, 24208, 31.646, 40.072, 45.7?2, 47.283, 47.812, 65.564, 69.941, 70.157, 77.04t, 78 626, 81.542, 82.506, 87.283. 720 K: 2.525, 2.658, 9.703, 10.659, 38.149, 48.079, 63.709, 63.942, 80.500, 82.575, 86.347, 86.615, 94.899 101.912, 102.307, 108.083. 9 sonnig 5 Zim Rodelbahn befahrbar Schyee, locker. Ski- d e m e n t s und weittragenden Geschützen arbeitet! Aber eben weil di« Phrase Wahr heit ist, zeigt sie die ganze Verlogenheit einer heroischen Weltanschauung, an der die Mensch- heit sterben wird, wenn sie nicht alle Kräfte sammelt, sich von ihr zu befreien. Es ist das Verhängnis vor allem der heutigen Jugend, sich von dem heroischen Stil, von der mittel alterlichen Phrase nicht losmachen zu können und in einer heillosen Verwirrung der Be griffe aus^ den. technischen Mordinstrumenlen und den überkommenen Vorstellungen ritter lichen Lebens und Sterbens ein techno romantisches Bild vom Kriege zu zeichnen. Als Wilhelm II., der während des ganzen Weltkrieges niemals wirklich an der Front, nie in der vorderen Linie und in einer wirklichen Kampfstellung war, sich aus dem Berliner Schloß nach Koblenz und dann nach Luxem- tnrrg mS Hauptquartier begab, da erzählte er seinem Volle, daß er„zum Schwert greife". In der Phrase und im Bill« haben sie dann vier Jahve Hang ,Has Schtvert gezogen", hoben geschworen, den„Tegen nicht eher in die Scheide" zu stecken, als btS der Gegner die Waffen strecke, in„Nibelungentreue" standen sie Schulter an Schulter zaeinander und all bas in einer Zeit, da es Schwert und Degen nicht Mehr gab, sondern rm äußersten Fall, wenn di« Materialschlacht sich ins Chaos der Nahkämpfe austöste, die Streiter einander das Bajonett in den Bauch rannten, ein Messer durch die Gurgel zogen oder auch da von der technischen Möglichkeit der Handgranate Ge brauch machten. Sie stiegen noch immer zu Pferde, als längst schon die gichtbrüchigen und von Fettherzen geplagten Soldatenväter, Mar schälle urck> Generale das Auto dem Schlachtroß vorzogen, sie ließen den Feind„die gepanzerte Faust" fühlen, wenn sie ihn in Wahrheit ver gasten, sie hatten den Wortschatz des 15. Jahr- mniifmmmnnnnimmifflmiiflmiiinmnitmimnnnnniiniiintiimfliniiiiimiiiiniiiiiiiiiiiiniiinuniniiiiKiiiiuiiiiiiiiiitiiiiHuiiiuiiiiiiuiinuiiiuiiiiuniiiiunuiiunuimiiiiiinunamuiiHmiwiiUüii; Konfession, Nation und Kriminalität. Slnlge Bemerkungen zur ffrlmlualstatistU. Di« vom Statistischen Staatsamt heraus- aller Art inSgesamt. Im Verhältnis ju gegebene ,Kriminalstatistik f""—~ w* Jahre 1923-27" legt uns auf ihren 400 Sei- nalität der Deutschen mit 16.2 vom Tausend ten eine Fülle von Material vor, daS uns die Gunter diesem Durchschnitt. Die der„< 2., Möglichkeit bietet, nicht nur die IN. ziffernmäßig durch einen fünfjährigen Zeitraum hindurch zu erfolgen, sondern auch vom sozio logischen Standpunkt aus eine Reihe inter essanter Feststellungen ermöglicht. Wenden wir uns z. B. oem Problem Äel ginn und Kriminalität zu, so genügt ein Mick ans die statistischen Ber- gleichSziffern, um festzustellen, wie geringder konfessionelle Einfluß auf di« Ent wicklung der Kriminalität ist, wi« seh ihren Vertretern so hoch gerühmte J iJV-"-“'... niffe gegenüber anderen Faktoren und Mlcgen- ...**'T‘'““'' ich noch bei den religiösen Minderheiten und. kleineren Glaubensgemeinschaften ein solcher| Einfluß annehmen, wie z. B. der Anteil der in der Slowakei lebenden Evangelischen an' der Kriminalitätsziffer sehr gering ist(14.1 vom Tausend) gegenüber den römischen Katholiken (20.2 vom Tausend) oder gar gegenüber den I« der Sitzung der Sejm haushaltkom- m'ssion gab der Regierungsvertreter bei der Behandlung des Budgets des Justizministeriums Aufklärungen über di« Tätigkeit der Standgerichte in Pole«. Danach haben die Stand gerichte vom 2. September 1932, dem Tage ihrer Einführung, bis heute 149 Person«« zum :n Anhöhen 30 bi» 40 Ztm pulvrig. Sporwer- hälinisie sehr gur— Lpttzberg:-7 40 Zr«- Pulverschnee Skifähre eh' gut— Dtubenbach:—6. N Zrm. Schnee- Wintcrbcrg:-3 in, Tal 15 Ztm Bulvrrlchnee aut den Anböhe-.i 30 Zrm Arsähr« -nrae^Liier Rodel- und Eisbahnen'ehr zur— Wallern:—8 30 Zrm Sä'!«. locker Skisähr« sehr rmr- J»sef«thal: n H» 50 Zrm Rruschnee, Aifähre sehr gur vkwölk:. Kriminal statt st ik für die diesem allgemeinen Durchschritt liegt di« Krimi. Hähre 1M3-27" legt uns auf ihren 400 Sei- nalität der Deutschen mit 16.2 vom Tausend ton eine Fülle von Material vor, das uns die j u n t i i diesem Durchschnitt. Die der„t s ch e- Mr^liihkrit"rcht die Entwrck-'choslowakischen" Bevölkerung(das Stati- l u n g^d e r Kriminalität in diesem Staate stische Staatsamt unterscheidet nicht zwischen *'~ Tschechen und Slowake«) steht mit 18 vom Tausend etwas über dem Gesamünrrchschnitt. Be- merkenswerterweise übertrifft die deutsche Kriminalität lediglich in der Gruppe„Delikte gegen die öffentlicheRuhe und Ordnung(Schutzgesetz!) die ffchechisch« Ziffer(3.4 gegen 2.8 vom Tausend), bleibt dagegen bei der Gruppe„Eigentumsdelikts, mit 5L gegen 7.8 vom Tausend unter jener. Besonders ehrenvoll schneiden die Deutschen in den 3. inlernationa'es Treffe» der Arbeiter-Wivler-TourNen. Sonntag, den 22. Jänner ans der Aönigshöh« im Jsergebirge.. Dir erste Ablauf beginnt um 8.30 Uhr Von der Naturfreund«-Baude. Es müssm daher di« Teilnehmer schon üiu 8 Uhr in d:r Hütte aiNveseud s«m und ihre Meldungen Ichrlfklch atgeben. Samstag Kauwradschafrsabend in der Bande. Anmeldungen stird von 15 Gruppen eing-laufen mit 100 Teilnehmern. Das Interesse an dem Treffen ist allerorts'ehr groß, doch wird nur den näher Wohnenden die Teilnahme als Gast möglich sein. Bon Prag dürfte sodoch eine sehr starke Gästezruppe nckien einer schr starken Dportlergruppe amvesend sein. Gäste müssen sich rechtzeitig zwecks Einquartierung direkt an die Hültenverwaltung wcnd-n Weitere Veranstaltungen der Naturfreunde: In Gottesgäb findet ein Fahrtvartkar» am 15. Jänner statt. Leiter unser Reichsflilehrwart Hügl. Reichenberg. Um die Lausche wird sich ein« Sporiveran» nalttnrg der Gren'.ler-Naturfreurche, damische und sächsische, am 28 /29. Jänner abwickeln. Standort Waltersdorf in Sachsen. Das Naturfreundehaus in OberlichteiNvalde stehl ebenfalls für daS Treffen bereit. Teiluahnw an I. Eckardt, Warnsdorf VII., 362. melden. Auf der Königshöhe findet ein« Gauver- stalrung der Naturfreniide anläßlich des 25jährigen üawdes der Wintersestion Reichenbcrg statt, am Feber. In Großhqmmer, Jsergebirge, findet A großes Treffen der Turner am 11./12. Feber statt. In Vorderzinnwakd am 5 Feber«ine ^csirksveranstastung her Naturfreund«. Jy Rallendapf am 12. Feber Bezi^S- Dintersvort-Treffen der Naturfreunde, Wicklung der Kriminalität ist, wi« sehr die von! ö,stli che n Lä>ck>ern ab(9^3 vom Tausend). Auch ihren Vertretern so hoch gerühmte„sittlich- d,e Na t ron al j ud e^n haben eine sehr geringe religiöse Macht" der diversen Glaubensbckennt- Krnmnalrtatszrffer(6.9 vom Tausend), niffe gegenüber anderen Faktoren und Liegen-^wieweit hier Volkscharakter. nationale hntm m den Hintergrund tr.ttü. Allenfalls ließe und Erziehung mitspricht, wollen wir i mcht untersuchen. Dagegen wMen wir an Hand i eines anderen Beispieles auf die vorstehend er- i wähnten„verhüllten sozialen Tatsachen" Hinweisen: Die allerschlechteste Kriminalstatistik iveisen die P o len auf. Gegenüber dem evwähn- Bei N 29.7 vom Tausend. In den Gruppen„Eigentumsdelikte" und„Delikte gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung" sind die Polnischen Kriminalitätszffßern mehr als doppelt so hoch als die deutschen Zahlen. Und warum? Weil die polnisch« Bevölkerung dieses Staates ausschließlich jenes Gebiet bewohnt, Uw die kapitalistisch« Ausbeutung de, Kohlenbarone und Grubenherre« Hand i« Hand geht mit dem materiellen und moralischen Elend der auSgebeuteteu Bevölkerung. Don der Richtigkeit dieser Behauptung kön- ' nen wir nnS mit Leichtigkeit überzeugen, indem ! wir einige Seiten westerblattern und die Knmi- !nalstakistrk Mähr.« Ostraus, der Metropole i dcs ostschlesischen Kohlengebietes, zu Rate ziehen. I Ostrau ist eine vorwiegend tschechische Sucht. Sein« Kriminalitätsziffer ist— 30.3 vom Tausend gegenüber dem Durchschnitt von 17.6! (B rü nn hat nur 17.5. Prag sogar nur 12.8). wir sehen also, daß der Verlauf der Kriminaki- tätskurve weder von religiösen, noch von nationalen Voraussetzungen wesentlich bestimmt wird, sondernvonderwirtschaftlichenund iozlalen Situation der Bevölke- Länder entfallen 17.6 Verurteilungen für Delikt ,' n n g. Dr. Bg. rischen Ländern steht die katholische Kirche mit 29.2 vom Tausend weit an der Spitze. Die niedrigste Kriminalitätsziffer haben die Juden mit 20.2 vom Tausend.(Die Frauen sind hier außer Acht gelassen.) Bei all dem muß sehr eindringlich vor Mißdeutungen gewarnt werde«. Jeder, der von der soziologischen Struktur der Bevölkerurrg eine Ahnung hat, weiß, daß manche Religionsgesellschaften(besonders im Osten der Republik) sich Vorwiegend aus gewissen Schichte» rekrutieren, deren jeweilige soziale Lage dann günstiaere oder ungünstigere Voraussetzungen für die Kriminalität schafft. Mr werden solche verhüllte soziale Tatsachen noch anderweit am We«e sehen. Zum vorliegende» Problem Korffession— Kriminalität können wir jedenfalls(ohne sonstige voreilige Folgerungen zu ziehen) zu der Fesfftellung gelanqen, daß von einem wohltätigen Einfluß der diversen Glaubensgeme ins ch asten auf die Kriminalität nicht gesprochen werden kann. Die ffrimina'ktitt der einzelnen Na ionalMen. Auf je tausend Einwohner der historischen Abenteuernde Schuliugend. Pretzbnrg, 13. Jänner. In der Nacht auf heute wurden hier zwei Knaben angehalten, die sich herumtrieden. Bei Befragen erklärten sie, sie seien Schüler der zweiten Dürgerschul- klasse in Brünn und si« seien von zu Haus« fortgelaufen, weA si« in der S chul e entwendete zu Seite 5 Nr. 12 Samstag, 14. Jänner 1833 ^rbobelm pünktlich Jeden Freitag mit großem Europaprogramm Bezugspreis vierteljährl. Kc 18.10 Zu bestellen beim Postamt Funkhörererhalten eine Probenummer kostenlos Volksfunk-Verlag G.m.b.H. Berlin SW63. Linderistraße 3 Ein greises Ehepaar buchstäblich verhungert! Der 7st Jahr« alte Rentner Bomoer in König s v e r a wurde lN seiner Wohnung tot auf- «funden. Bomber ist an Unterernährung gestorben. Neben ihm, fand man seine Frau m Völlig erschöpftem Zustände vor, die inzwischen ebenfalls infolge Schwache gestorben ist. Wie festgestellt wurde, haben die beiden alten Leute, die«in« kleine Rente und Wohlfahrtsunterstützung bezogt«,, tagelang nur von Holzspruge» lebt. Zuletzt war Bomber von Bekannten bei der Weihnachtsfeier der Heilsarmee gesehen worden, von der er ein Weihnachispatek mit Lebensmitteln erhielt. Fkngzeng stürzt inö Meer. In der Bucht von Plymouth ist heute ein Militar-Hydroavion mit einer dem Marine-Arsenal gehörenden Schaluppe zusammengestoßen. Tas Flugzeug Prallte kurz nach dem Start mzt einer Tragfläche an die Schaluppe, stürzte-ins Meer und ging unter. Bon den nenn Mitgliedern der Besatzung des Flugzeuges wird ein Mann vermißt der orkenbar ertrunken ist. Ein Mann ist schwer verletzt und sechs Mann, darunter ein O;».ztcr und der erste Pilot, find leicht verletzt. Ans der Schaluppe wurden ein Matrose und ein-Passagier verletzt.; Eine Kirche durch Brand vernichtet. Die katho lisch« Kirche des Hl- Ludwig in Montreal wurde durch einen Brand vernichtet. Der Materialschaden beträgt rund eine halbe Million Dollar und ist durch Versicherung fast zur Gänze gedeckt. Bei dem Brande wurden jedoch auch zahlreiche wertvolle Ge- m ä l d r und Reliquien^ darunter die besonders wertvolle Reliquie des Hl. Ludwig, des französischen Königs, vernichtet. Acht benachbarte Gebäude erlitten gleichfalls leichten Brandschaden. Das Todcssalz. In B u k a r e st hat sich eine fünsköpfige Familie das Mittagessen versehentlich statt mit Salz mit Arsen bestreut. Alle fünf Personen starben unter entsetzlichen Dualen. Zwei Flugzrugkatastrophrn. In Rordafrika ereigneten sich zwei schwere Flugzengunfälle. Dar Postflugzeug Algier-Marseille schlug beim Start im Hasen von Algier infolge.des zu hohen Wellenganges um; der Telegrafist kam ums Leben. In der Rahe von Tunis stürzt« ein Militärflugzeug in einen Bee; die vier Insassen wurden getötet. New fsorker Gehälter werden gekürzt. Die Budgetsmnm'ision der Stadt New Äork hat di« Reduzierung der Gehälter der städtischen Beamten und Bediensteten genehmigt. Die Herabsetzung bewegt sich zwischen 6 Prozent bei Gehältern brs 2000 Dollar jährlich(ca. 68.000 R) bis zu>33 Prozent hei Gehältern in der Höhe, von 15.000 Dollar jährlich(ca. 310.000 K) Auf-Grund'dieser Maßnahme wird das Gehalt des neuen'Oberbürgermeisters- O'Brien von40.000 Dollen (.1,360.000. Ki auf 29.915 Dollar(1,017.000-R) .herabgesetzte Die- GehaltsherabseÄing- erfolgte über Drangen der Bankgruppen^ die die^Stzödt m-ihrer größten wirtschaftlichen e. VcdranHris Knänzierten.... f’-Jji D«r Tesraudantrn-Professor. Der in Carn-! bridge(Mästachttseits, USA) verhaftete„Pro- .fefsor" Norman Levons der nach Ausgabe ge- ^AschtUk Wechsel in Hohe von fünf. Millionen Mark vor drei Jahren aus Berlin geflüchtet war, wurde Ins Cambridger Untersuchungs-. aejängnis gebracht; die BmideesUiatsanwaltfchaft beabsichtigt,- die Gefängnishaft bis zum Eingang rtzcs Aü'sliefcrungsantrags der deutschen. Re- sgierung quszudehnen:-.£ Das Geheimnis Australiens. Eingeborene auf niedrigster Kulturstufe.— Ein' reicher Erdteil dünn bevölkert.—•: Dir Schas- ''>-- weide der Welt.'- Was ist- uns Australien? Ein fernes Land, von dem wir nur den Namen wissen und-mastch- mal staunend hören, daß es auch dort Großstädte gibt, wie die unseren, die nur in manchen Einzelheiten fortschrittlicher und moderrker sind. Aber wie ungeheuer reich das Land, ist und was für seltsame Gegensätze es in sich- vereinigt/ davon machen wir uns eigentlich kein« Vorstellung. Australien finden sich noch Menschen, die den in der Steinzeit lebenden vollkommen gleich sind. Sie leben ausschließlich von der Jagd und besitzen eine Kenntnis von dem Leben der Tiere und-er sie umgebenden Natur, die jede».WissenfchqfÜrr in den Schatten stellt. Wäre daS nicht-er Fäll,' so wäre dieser Volksstamin längst ausgestorben. An der Fährte auf dem Erdboden lehen sie nicht nur, welches Tier hier gegangen ist, sondern auch, ob eS iung oder alt war. Wenn sie erst di« Fährt« eines Tieres aüfge- spurt haben, glbt.es für das Tier kein«. Rettung mehr; sie lasten in der Verfolgung nicht nach, bi? sie di« Beut« erlegt hoben. Sie verschmähen als Nahrung weder Schlangen noch Eidechsen. Ahr« Schrift besteht darin, daß sie Ze^tl und Linien in Stöcke schnitzen und diese Stöcke dann dnrch Boten an entfernt wohnende Mitglieder ihres Stammes senden, um ihnen auf Hiese Weise.eine Nachricht zukommen zu lasten. Noch merkwürdiger aber ist die Ausdrucksmöglichkcit, die ihnen der Rauch gibt, durch den sie sich in vollendet«« Weise verständigen können. Sie entzünden das Feuer, indem sie ein Holzstück gegen ein anderes reiben, wählen aber das Holz sehr sorgfältig aus, denn sie wisten, daß die verschiedenen Holzarten einen ganz verschiedenen Rauch geben, sowohl in bezug auf die Dicht« als auch auf oi« Farbe. Jede Schattierung^ von Braun, Gelh, Schwarz.-Blau, Grau oder Rötlich hat nach-ihrer urafteu Toadr- tion eine ganz verschieden« Bedeutung;"-as gleiche gilt von-er Art der Ballung des Rauches., ob er leicht kräuselnd aussteigt, ob er sich flockig zerteilt, in Spiralen sich windet oder dicke Masten bildet. Die Kunst des Rauchlesens wird meisterlich beherrscht. Aber nicht nur eigenartige Menschen hat Australien,— auch seine Tierwelt ist reich an >onst nirgends vorkommenden bzw. sehr seltenen Arten. Da findet man zum Beispiel eine winzig« Kängcruh«MauS„ di« wie«ine kleine Ausgabe-Ls großen Känguruhs anmutet und, wenn sie verfolgt wird, genau solche Sprünge macht wie dieses. Jnterestant ist auch eine Eidechse, di« bei der Flucht die Vorderbeine vom Boden hebt und nur die Hinterbeine bewegt, und zwar in einer rasen« -sn Geschwindigkeit, so daß man sie mit einem Radrennfahrer verglichen hat. An Bodenschätzen ist Australien wohl reicher als jeder andere Erdteil. Es beliefert den Weltmarkt mit Opalen und an seinen Küsten werden köstliche Perlen gefunden. Merkwürdig ist, daß die Perlausterschalen, di« früher vernichtet wurden, heute Perlmutter geben, das etwa den stvan« zigfachen Gewinn bringt wie-t« Perlen selber. Unter den in Australien gefundenen Perlen ist das sogenannte ,^Kreuz des Südens"-berühmt, das waren Perlen, die von der Natur kreuzartig aneinander gefügt waren und so gefunden wurden.•— Und dieser ungeheure, überreich«. Erdteil'hat nur sechs Millionen Einwohner. Fast die- ganze Bevölkerung lebt an den Küsten; in Inner- Australien gibt es noch ungeheure Gebiete, die noch nie eines Weihen Fuß betreten hat. Schafe hat man in Australien- fast so viele wt« in der ganzen übrigen Welt zusammengenom- men, unh die Wolle von 100 Millionen Schafen bringt- Hunderte, von Millionen an Gold. Durch die Züchtung' sind in bezug auf den Wollertrag erstaunliche Ergebnisse erzielt worden; während ein Durchschnittsschchf etwa sieben Pfund Wolle gibt, hat mast Schafe, die bis zu achtzehn Pfund Wolle geben.' Dies glänzende Ergebnis war möglich,, weil das heiße Australien kalte Nächte bat, die die- Tier« zwingen, einen möglichst dicken Pelz zum Schutz anzulegen._ Dies« Tendenz ist durch die Wissenschaft unterstützt worden. Die natürlichen GraSwciden versehen die Schafe mit einer unvergleichlichen. Nahrung.. Dabei' brauchen die Besitzer der ungeheuren Schafherden, die riesigen .Weideflächen nur von dem Staat für einen verhältnismäßig geringen Betrag.zu pachten. Für di« Erschließung deS Landes-'sind die .reichlich vorhandenen Eisenbahnen wichtig.' Man kann von Brisbane nach Perty mit der Eisenbahn -fahren, braucht dazu aber sechs volle Tage. Noch vier Tage länger braucht man für die Strecke von Dajarra inQueensland nach- Meekatharra in West-Australien. Kilometerweit- überquert diese Bahn nicht einen einzigen Fluß, kilometerweit ist kein- Baum zu leben. Man findet nur verschiedene Arten von Büschen, deren Blätter di« Fähigkeit habens die Feuchtigkeit aus der Luft aufzusaugen, da.die Wurzeln im Sande keine Fäuchng- ieit findeu. Jn den unfruchtbaren Wüstenstxccken, wo rnrr sehr selten Regen fällt' liegen die Samen -von Blumen und Gräsern--jahrelang'ich Sande, -ohne ihre Keimfähigkeit zu verlieren; sobald abör ielntn««in Regen kommt, keimen sie im Handumdrehen und übergrnnen das ganze Land. Da Australien sowohl tropisches wie gemäßigtes Klima aufweist, gedeihen dort alle Pflanzenarten. Man baut mit Erfolg Zuckerrohr, auch di« Baumwolle gedeiht gut. Mit Tabakpflanzungen hat man begonnen, und selbst Reisfelder wurden auf künstlich bewässertem Lande angelegt. Die australischen Weinberg« er- '-'ingsn keinen schlechteren Wein als Europa. Di« Goldfunde, di« gemacht wurden, waren ''«sonders in der» siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erstaunlich. Man erzählt von einem Siedler, der auS seinem Teich einen Eimer Wasser holte. Er sah am Boden deS Gefäßes ctsväs glitzern, griff hinein und fand, daß es .t^old war. Da er seins Hütte aus Schlammschollen gebaut halte dir dem Teich entnommen waren, r'ß er das Haus nieder und wusch ein Vermögen ans.Goldstaub daraus. Heute ist die australische Goldprcduktion zurückgegangen,, die Bewohner deS LärdeS legen mehr Wert mif ihre Schafzucht, di« ihnen mehr cinbringt und zuverlässiger Ist als Gold. Aber im ganzen ist Australien ein wirkliches Wun-erlan- und wird es für diejenigen, die dort eine Heinzar gefunden haben, wohl bleibest, so lange ,.England lo streng« Ein- wänderungsbe'schränkungen durchführen kann, wie «S das bis heute tüt. W. H e l l i n g. Mi-aheans Idealstaat aut dem Ringe des Satorn. Von Edmund Reimer-Jronsid«. In einem Prager Privatdruck hat Heinrich Conrad Mirabeaus„B i b l t o n Erostiko n" übersetzt. Ter Preis voll Ä00 R bezieht sich wirkl'ch nur auf besondere Ltebhakyir des 1780 von Mrrabeau im Gefängnisvexfaßt^n „Biblions":. einer Bcispielsammlung chaotischer,, besser gesagt: sexueller... Nebengeleis«, die wenig beschrieben, aber ziemlich allgemein In Praxis sind. sFust diese interessieren uns nicht, Etnzg- artig ist der soziologische Teil des Biblions. Man darf den genialen und sehr scharf-klugen Mirabeau den Verdacht um dem Hals hangen, daß er daS„Erotische" deS„BiblionS" als 173V(!) Gewalthaber irreführendes Berpackungsmittel für die, politisch« Utopie benütztes'Besonders reizvoll wirken die Satire wie di« Jrom« dieser Politismen.— So ist der Inhalt:.~: Jeremias Shackerley reiste in den Weltraum, geleitet Von einem zu Pompeji gefundenen Mauu- flript in mozaribischer Sprache, mühsam entziffert Da der Sanrrn ielbst sich noch>u geologischer Revolution befind«! landet, Jeremias auf dem Ring«. Dieser ist schmäler, früher erkaltet,«her bewohnbar."' Unsere Sonne auch Zemralgewalt für Saturn aber kaum ein Dreißigstel st> groß wie der irdisch« Abendstern. Merkur. P«nus Erd«, Mars: un'ehbar. Bewohner des Ringes zweifetn am Taiein dieier Welten. Jupiter in Phasen, gleich Erdenmond. Astronomie auf dem Saturnring weit entwickelt- Berechnung der Sonnetientfernung auf 313 Million«« Meilen Wärmequelle des Ring-Staates der Saturn selbst Tie Katastrophen auf dem Saturn selbst vom Ring aus gut zu beobachten. AnzichuügSkraft des Planeten.hob die des Ringes zum Teil aus. Deshalb S ch w e r k r a f t auf dieem- qering-wtrk- 'am. lLehen fast ohne Anstrengung. Körper haben nur nötig, sich zu berühren, um.sich ganz nahe >n sein. Alles wie ein Hauch..Di« zartesten Einst» sindungcn-haben Dauer. Die Organ« chtmil-eir nicht und unterliegen nicht,-em Fluch-eS^Sich- gewöhnens. Ungeheure. Pervollkomtnnungssäht^> keit der Sinne. Dielsinnigkeit. Körper pchr groß und' der Schilderung so wenig zugänglich, wie dir uns fehlenden Sinne der Saturnier. Die Bor^sd'nminq bei Unterschiedes zwischen Erdenmensch und Saturnringwesen: Geringe Schwerkraft Trägheit Beharrungsvermögen); wenig Aether« drnck, ebenso nahezu kein Repulsionsdruck der Sonne. Erinnerung schwindet jenen Weien nie: ewige Gegenwart. UnauSlöschbar Leidvolles hat noch nie ein Saturnier erlebt. Gedankenubertra- gung erfolgt direkt, ohne Zeichen, ohne sprach«. Di« Saturnier kennen keine Geschichte, keine, Literatur. Ausführung der Gedanken kann mit größt ter Schnelligkeit erfolgen. Kenntnisse werden unvorstellbar raich erworben. An Stell« des Konglo- merates von Irrtümern, die aus Tradition. Literatur uiw. aufschiehen. tritt exakter Jnstiykt. Die Allgemeinheit des Volkes: Ideal«- Genittz, von uns an? gesehen. Den Saturniern- ist in vvllendeter Weise empfindbar, daß jeder Körper, nicht nux der menschliche, seine ihm eigene Atmosphäre und Strahlung besitzt. Auf groß- Entfernung können Saturnier die Emanationen ihres Körper senden: Liebende können sich in ihren, dem Körper ja ver- bifn-en bleibenden Emanationen auf Entfernung liebe», vereinigen. Di« Erde des Satiirnrmges .gewährt ohne Pflege, mühelos alles Lebensnot- wcndjge. Besitz ist deshalb'-kein Anreiz, sondern unnütz ustd also-lästig, Zu Streit, Feindschaft -nahezu, kein« Gelegenheit,"In pöliticis: bedin gungslö'«: Gleichheit,-.da kein Besitz,, und geistiger Besitz schnell und mühelos erreichbar. Fast, waren (vsse Pchihefnisie"wie' der kosmische Reistnde fest- Utxfttl' stn' voraus- befriedigt--7 Indexen: ein -Oöilück fehlte- ihiteu voraussichtlich: Wunsch, Bor- i srckide^. Sehstsstchl, Erwartung<. r'Einzige Gefährdung: durch'„das Gift der Sattheit".(Mira- l>oau-Conrad.) Vielleicht lastet auf ihnen der Fluch, nicht unglücklich sein zu können. So fehlt Distanz. Perspektive: Vorbedingung des Glücksgefühls... Die Völker des Taturnringes kannten nur ein einziges Streben: die Allgemein- h«i t- u ri d'? sechshundert Pfund wiegen, smo kein« Seltenheit Auch unter den Vögeln gibt es Sch o-"g«. wichtler, tvenn sie auch natür-ich niema s auch nur annähernd di« Äuswaßc der Lano-er« er» reichen. Immerhin kann ein Ge'cr ei.-, ganz beträchtliches Gewicht haben. Aber weder Elefant, noch Flußpferd können es mir dem Riesen des Meeres, dem Walfisch, aufnehmen, dessen Gewicht 150 Tonnen betragen kann. Ein einziger Blauwal ist sein« 15.000 Mark wert; meist bekommt ein Kapitän eines WalbooteS für einen Wal hundert Mark und jeder der Matrosen etwa 10 Mark. Auch Steuermann und Maschinisten erhallen ihr« besonder« Belohnung. Wird ein großer Wal' gefangen, so müssen riesige- Maschinen mit Ketten in Bewegung gefetzt werden, um ihn auf das Schiff oder an Land zu schaffen. Es ist auch nicht leicht, das Abziehen zu besorgen, denn Vie Speckschicht'st mindestens zehn Zentimeter dick. Gewöhnlich werden zunächst mit großen, breiten Messern Längseinschnitte gemacht. Dann wird„in das ein« Ende eines solchen Streifens ein Loch geschnitten, durch das ein« Kett« gezogen wird, die zu einer Winde führt..Dies« Winde wird>n Bewegung gesetzt, und auf diese Weise wird-die' Speckschicht abgezogen. Wenn di« eine Seite abgezogen ist. wird der Wal mit Hilf« der Kette auf die ander« Seite umacdreht und auch diese enthäutet. Ter Speck wird nun in kleine Stücke zerkleinert und in riesigen Kesseln gekocht. Auch das Walfleisch wird in große Stücke zerhauen, aus denen das Oel gekocht wird. Das Rückgrat des Tieres wird zerkleinert und zu feinem Mehl gemahlen, das als Dünger und auch als Hübnerfutter Verwendung findet. Ebenso wird das Fleisch, nachdem daS Fett bcrausgekocht ist. getrocknet, gemahlen und zu Dünger- oder Filtter- zwecken benutzt. Auch ein Seehund bedeutet für die Völkerschaften des Nordens einen werwollen Fang, da sie ja alle Teile des Tieres verwenden können. Selbst die Gedärnie werden gegessen: will man sie nicht verzehren, so werden sie torgfältig gereinigt, geglättet und dann zu Kleidern und Vorhängen verarbeitet. So ein aus(Gedärmen ycrgestellter Neberrock wird hoch geschätzt, da er das Wasser nicht durchläßt. Dos Blut des See- hlluds wird mit Wasser vermischt und als Supp« gekocht. Man läßt es aber auch wohl gefrirren und verspeist-cs dann als Leckerei. Auch kocht man cs und formt nach dem Kochen runde Kugeln daraus, die man-in der Sonne trocknen läßt und für die Zeiten der Rot anfbcwahrr. Tie Rippen des Seehunds werden als Nägel verarbeitet und dienen als Spreithölzer für- die Fell«. Die Schulterblätter ergeben-Spaten: aus den Sebney verfertigt man Zwirn. Fell, Tran und Flc'fch sind natürlich das Wertvollste. DaS idunkle Fleisch wird gern gegessen. Aus dem -Speck kocht man einen gutSn-, leichtflüssigen, Tran, der. bisweilen mehr einbringt cüs Fell-und Fleisch zusammen. Die Felle.werden. mit' Por- ltebe für Frauenhosen gebraucht. Eine:, iung« Grönländerin ist hochbeglückt, wenn ihr eiit Paar Hofen aus SeehundSfcll geschenkt werden.-Der einzige Körperteil, der verschmäht.wird, ist--: dir Leher, wenigstens in'vieleik, Gegendsn, da man ihr giftige Eigenschaften zuschreibt, di« sis.Äber in^Wirklichkeit nicht besitz».~ Ai : E r nst Ger n» er. Heileres. Sin grober Klotz. Der große schottische Komiker Harry Lauder Ist auch im täglichen Leben° von bemerkenswerter Schlagfertigkeit. Einmal stieß er etwas unsanfl mit einem grobschlächtigen Herrn zusammen., der.ihn darauf„Rindbieh" tituliert«. „Lauder", stellt« sich der Komiker' seinerseits- vor. „WaS? Frech wollen Si« auch noch werden! Ich joll Sie wohl mal zusammenquetschen und in Tusche stecken'?"„Dann hätten Sic mehr Geist in Ayrer Tasche als in Ihrem Kopfe", sagt« Lauder im Wriie'gehen. * Philosophisch« Geduld. Ein Schwätzer langweilt«, Aristoteles mit endlosem Erzählen. Schließlich fragt« «rt„lind nun sag« mir, Aristoteles, ob du erstaunt bist über da», wa« ich dir erzählt habe!" Aristo" es «rw dertit„Ich btn nm über«ins enstannt- paß ich mein« Ohren zum Zuhöretz benutz«, währens tch doch Füße zum ForUaufr» habe.' Seite 8 SamStag, 14. 1888 Jtx. 12 PHAfiEK ZEIIDia. — iinririrTBwwamiBii.tii.ai—w■— D«r Schassner als Lehrer, als unerbetener, vnbeüufttaHter, freiwilliger Lehrer der Fahrgäste, mehr noch: als Bormund der Fahrgäste— eine Präger Besonderheit. Bo» einigen erstaunten, belustigten, entrüsteten Zuschriften nur eine: Mein zehnjähriges Töchterchen unterhielt sich während einer Straßenbahnfahrt mit einer gleich» alterigen Freundin. Richt allzu, laut, aber laut genug, um die empfitldsamen Öhren des Schaffners zu verletzen, der das Mädchen fragte, warum eS nicht tschechisch spreche? Wer tschechisches Brot esse, müsie auch tschechisch sprechen.'— Welche Auffassung! Schenkt jemand meiner Tochter Brot? Ihr Vater mutz es für sie erarbeiten; er ist ein Deutscher, n i ch t bei einem tschechischen Unternehmer beschäftigt— aber was hat das alles mit der Sprache, in der man Private Unterhaltungen führt, zu tun? Was geht's den Schaffner an? Woher nimmt er das Recht zu Borwürfen und Belehrungen? Er hat die Pflicht, dem Reisenden gegen Entrichtung der Fahrgebühr eine Fahrkarte auszufolgcn, aber sich- gar nicht darum zu kümmern, ob die Gäste und in welcher Sprache sie sich unterhalten. In welcher anderen Grotzstadt' ist eine solch«- Einmengung eines Schaffners' in die Privatangelegenheiten Reifender auch nur vorstellbar?— Der Prager Primator ist Parteigenosse des Außenministers Dr. Beneä, besten Parteigenossen auch die meisten Stratzenbahnschaffner sind: Dr. Benes gebärdet sich sehr weltmännisch, sucht allüberall den Eindruck zu erwecken, die Tschechoslowakei sei «in völlig moderner, kultivierter Staat— wäre es nicht billiger und wirkungsvoller, die Parteigenosten Stratzenbahnschaffner aufzuklären, zu- rechtzuweisen, zu erziehen. Die Freundin meiner Tochter war nur für wenige Wochen auf Besuch in Prag. Was ist selbstverständlicher, als daß sie daheim erzählt, in Prag werde man vom Schaffner belästigt, wenn man in der Strahenbahn deutsch spricht. Will Herr Dr. BeneS eine solche Propaganda für Prag und die Tschechostowakei? Da» neue Telephou-Teilnehmerverzeichni« des Prager Ortsnetzes für da« Jahr 1833 wird am 20. Jänner d. I. herausgegeben werden. Im neuen DerzeichniS werden bei einigen Telephonnebenzentralen des Prager Netzes die Anschlußnummern der Perbindnngsleimngeu, die aus Betriebsgründen serienweise eingeschaltet werden müsten, abgeänveri wechen. Diese Abänderung wird mit 21. Jänner dürchgeführt werden. Geriditssaal SÄmutzwMe. Der Fabrikant und seine Kostspielige Geliebt«. Prag, 12. Jänner. Heute kam vor dem hiesigen KreiSgericht ein Fall zum Abschluß, über den wir bereits gelegentlich seiner ersten Verhandlung berichtet haberr. Ein reicher Fabrikant(verheiratet) Halle durch fünf Jahre ein intimes Verhältnis mir einer gleichfalls verheirateten Frau, deren Mann von der Sache wußte und nichts dagegen einzuwenden hatte Rach fünf Jahren kehrt« der Fabrikant reumütig zu seiner Gattin zurück. Das Verhältnis endete mir einem häßlichen Mißton: die gewesene Geliebte be- zichtet« den Exliebhaber bei der Polizei fälschlich, der Mörder von VZenor zu sein und der Herr Liebhaber revanchierte sich seinerseits dadurch, daß er gegen sein« Geliebte di« Anzeige erstattet«, sie habe ihm in betrügerischer Weise 400.000 Kronen herausgelockt. Der Herr Fabrikant erklärte bei Erstattung der Anzeige, er.habe dieses Grchaften 'ehrimponierend wirkte, wenn nicht gar einen überwältigenden Eindruck hinterließ. Di«.mu- st« rg L lti g« D i szi p li n, die st raffe Organisation stellte alles, was ich bisher sah, tief in den Schatten. Di« polnischen Arbeitersporrler spielten eleganter als ihre deutschen Gegner, doch waren ihre Kombinationszüge von einem übertriebenen Dribbling zur Aktionslosigkeit verurteilt. Di« Mas- ?en jubelten. Die Begeisterung wuchs und arte», als die Kapelle die Arbeilerhymm intoniert«, in s p o n- :ane Freundschaftskundgebungen aus." Ungeachtet dieser Tatsachen stimmt der Korre- tpondent der erwähnten Zeitung ein K l a g e l i« d! an- „Keines falls darf in Zukunft unsere Jugend dem Arbeitersport zu geführt werden. Wo bleibt der patriotisch« Glanz, der jeden nationalen Polen ehren mußte? Der Pole Und darin ist auch der Arbeiter«inbegriffen, darf nicht seine nationale Würde zugunsten eines demagogischen Pazifismus verleugnen! Der polnische Sportler gehört in den All- polnischen' Wehrsporwerband!" Der„R o b o t n i k"(Arbeiter), Organ der Sozi alde mok ra te n in Polen, yuittiert die Auslassungen der„Gazeta Wartzawska" treffend wie folgt: „Und wenn die Chauvinisten ganze Bataillone Schützenregimenter, ja Divisionen gegen di« international« sozialistisch-demokratischen Friedensbestrebungen mobilisieren, vermögen sie den kommenden Sozialismus und die Solidarität aller Werktätigen keine Hemmungen zu bnvirten; der Friede ist ei» grundlegen, d e r Faktor für jeden Sozialisten!'. Di«„Gazeta Warszäwfka" zog«s vor, auf eine tveitere Zeidungspglemn zu verzichten. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag IL. PFikopy, Palais Koruna. CenMank dar deutschen Sparkassen In dar Cecheslnnklschen Republik. Hauptanstalt: Prag H. Bredauergassa 14. Zweigniederlassungen.- Asarin Brflan. Iga. AanM. Raiehtnber^ C. T«Mh«a, Trant»nao. Troppoa. Ma Batak dar deutschen Speranstalten und 14,? Gemeinden. Der Film Der zweite rvergner- sonfilm. Sein Titel ist^>er träumende Mund"; er weist darauf hm, wohin der Film will: in die Sphäre eine übertultivierten, degenierten, verfeinerten Welt, deren Krankheit'er sinnbildlich darstellt. Es ist diesmal keine Traumfabrik, die uns geboten wird; nicht’ eine der huuderttaujende arbeitender Mädchen wird auch nur eine» einzigen Moment glauben, daß diese kleine, überzarte Gaby ihr.Schicksal, ihre Zukunft sein könnte.'Dieser bewußten Lüge der Massenproduktion an Operetten und sonstigen Schlagern geht der' Film Paul Czin'ners,'wch auch schon früher, aus dem Wege: er bleibt.beim Filmkammerspicl, das er schon in.der„Ariane" gezeigt hat, er. ist, von unserm Standpunkt aus ge«. sehen, bürgerlich bis in die feinsten Details; aber ungefährlich, ist so zu werten, wie eine der zahllose» Tragödien des bürgerlichen Theaters, ist als Produkt der herrschenden Klasse zu erkennen und demgemäß zu werten. „Der träumende Mund" ist schlechthin ein Mei- sterwerk filmischer Detailkunst; er schildert, wie schon in den klassischen Tragödien seit Emilia Galotti, ungezählte Male die Tragödie einer Frau zwischen zwei Männern. Dieses urälteste Problem des kla|- fischen Dramas wird von Czinner, dem ständigen Regisseur und Gatten der Bergner, mit einer kultivierten Sorgfalt sondergleichen in Szene gesetzt. Er zeigt den Mann: Edthofer, voll Natur und Frohsinn, ohne Bierfimmel und Phrase, einen naiven Musiker, der eben toll in seine kleine, degenjerte Frau verliebt ist;, und dann ihn, den genialen Geiger, dem die Frau auf den ersten Blick unterliegt: ihn spielt Forster mit der gleiche» Ruhe und Ueberlegenheit, mit einem feinen Hintergrund an Leidenschaft, der ihn immer auszeichnet, einem Hauch von Blasiertheit und seltener Kälte im Ausdruck. Und zwischen ihnen taumelt die Bergner, bezaubernd und hinreißend bis ins kleinste Detail, raffiniert photographiert, so daß. ihre Züge rast immer weich erscheinen, kompliziert in Szene gestellt mit Bewegungen, über die ganze Regiepebatten ali- gehalten worden zu sein scheinen.: Die Kamera ersaßt die bescheiden., eingerichteten Interieurs ebenso vollkommen wse. di« Konzertsale; sie verfolgt Ke Akteure und schwenkt immer'wieder zurück, als ob sie sich davon überzeugen wollte, ob nichts vergessen wurde; sie erforscht und zerlegt di« Züge, zeigt komplizierteste Affekte und verrät seelische Konflikte rn geschickten Symbolen. Und diese weiche Photogravhii umkleidet die Bergner mit einem weichen Hauch, der uns rührt- und mit dieser Frau fühlen läßt, die ein 1 so rechtes Symbol ist der schönen Frauen ohne Charakter, die angeblich unsre Zeit erfüllen. Dies; Atmosphäre ist vergiftet mit LuruS, mit Unnatur, nur hie und da tönt ein gedämpfter Schrei geqrnz die ewige Fessel der Ebe: aper dieser Schrei ist kraftlos, ist harmlos, geht am Probke.m vorbei: und weiß nichts vom wabren Geschick der Gesellschaft und ihrer Opfer zu künden. Unsere Heldin gicht diesmal, nicht so wie in „Ariane", mit ihrem Liebsten durch; sie pflegt ihren; Gatten, den sie schon betrogen, sie harrt beim Pei-rle i aus und wie ein klein«?, verdorbenes Kind träumt sie von Befreiung und Vergiftung ihres Mannes; in diesem Moment frägt sie ihn im Traumbild, ihn, den schon Vergifteten, wie lange die Gattin noch bei ihm fitzen muß und er antwortet: dreißig, zwanzig..^ vierzig Jähret Darin liegt ein Programm, an dca! der Film vorbeigeht: er will ein Kammerspiel lein, «ine indwiduelle Tragödie, die uns nahe oder lern I steht. DaS erscheint unS restlos erfüllt. Technisch steht er turmhoch über allem, was leit langem die Kinos gefüllt hat; bis ins kleinste DetailJ ist jede Szene durchdacht, kleine Sprachentgleisungen! und Banalitäten fallen dem routinierten Librettisten i Meyer zur Last. Die Bergner gewinnt auf der ganzen Linie: wie immer, kann sie von Naivität n-cht überzeugen, aber ihr Spiel zeigt einen Menlch-n I dessen Sentiments un- verständlich werden, dessen Geschick uns ergreift Si« bat nickt die Kraft einer! Garbo, nicht den Uebermut einer Dolb?-aas: aber ihr Spiel ist das formvollendste des Tonfilms nb«r-s bauvt. Edthofer übersteht seine Feuertaufe mit viel t Geschick, sein Gatte ist ein echter, aufrechter Mensch. I Forster ist wie immer über der Situation. Tin! Film wird unS gezeigt, wie ihn di« Produktion nicht oft zustande bringt. W. L.\ § Da9 Wochenblatt der Frau kostet ttttr M Heftet Redaktion and Verwaltung i Prag If.» Nehazanka 18. ti«s«(tk*r. UiegftUk test— 11 r 111111■ t Siftel« ftititt- BeranlworMchri Srtafteut Dr UntU® t«««t, vr»,— Dr»a S•» fti Äettaa» tiuchdru« ftto— gül»es DruU MManrarttta vrn Mit Im«, m wu deiiunjimottinftonhiut mtbr M« Set P»ft. A. IdcgupUrntitHtin*tr Urlatz ji» I.T[pIW kemiütgt- 0ua«(Dtb:n«ungt* Bei Zuskellaaß int bont ömt M Bezuch Durch»i, Boß monatlich U U.- Dterieliährtich K4 a-' tzät»t«4»e K4 Nm. nauriui U WB,—,— 3a|ctMi UMkca te« Mitf tewax VA Mnua SuUBmWMM V»i1»achWtz.— Nnchtea«, WO Mauchttvi«, M M Uiaitataaa Ml