Erscheint mir Ausnahme des Montag ISg'ich früh■ StrbaMon und Brrtoaltuag: Brog Otcfäjanlo* Xfltpöon: 16 J«3. 3146g.*(Otatreöanion); 36797* Doftfcftedaint; 37344 13. Jahrgang. Samstag, 21 Jänner 1933 Rr iS. Anzelpreis 78 Heller. illi t r! 1 i' \ I 1 ! «1 Reichstag erst am 31. Jänner. Berlin, 2V. Jänner. Der Aeltestenrot des Reichstages beschloß ans Antrag des Zen. trvmS mit Mehrheit, di« ReichstagSsihung auf den 31. Jänner zu verschieben. Der Aeltestenrot tritt am 27. Jänner erneut zusammen,«m di« Tagesordnung festzusetzeu. Ein Nationalsozialistischer Antrag, dem Reichstag-Präsidenten Goering di« Vollmacht für die Festsetzung der nächste» Reichstagssitzung zu geben, wurde gegen di« Antragssteller ab gelehnt. Die Nazis kneifen! Begründete Angst vor Neuwahlen. Konferenz Boover-Koosevelt. Verhandlungen mit England über Sffiuldcniragc hesthiossen. Washington, IO. Jänner. Präsident Hoover und Gouverneur Roosevelt traten heut« vormittags zu einer Besprechung zusammen, di« sich auf die Kriegsschuldenfraae bezog. Staat-, sekretar Stimson, Staatssekertar Owen Mills und Professor Raimond Moley als Pertrauensmann Roosevelts nahmen an der Besprechung teil. Hoover und Roosevelt find dabei übereingekommen^ mit Großbritannien unmittelbar über die Schuldenfrage in Verhandlungen einzntreteN. lieber die Unterredung wurde folgende Erklärung vereinbart:- „Die britische Regierung hat um Verhandlungen wegen der Schuldensrag« gebeten. Die neue amerikanische Regierung will die britischen Vertreter zu diesem Zwecke gern bald nach ihrem Kabinettsantritt im März empfangen. Es ist natürlich erforderlich, gleichzeitig die wirtschaftlichen Weltprobleme, an Venen Amerika und Großbritannien-' gcmcin» . sam interessiert sind, zu erörtern. Deswegen sollte England auch Vertreter entsenden, die in der Lage sind, Mittel und Wege zur Verbesserung der Weltwirtschaft-lage zu erörtern. Staatssekretär Stimson wurde beauftragt, mit der britischen Regierung di« entsprechenden Vorbereitungen zu treffen." Ferner wurde beschlossen, nur mit denjenigen Schuldnerstaaten über«in« Revision ihrer Kriegsschulden zu verhandeln, die im Dezember 1932 die fällig« Röte bezahlt haben. Die Verhandlungen mit Frankreich werden also, solange Frankreichs die Zahlungen sticht nachholt, nicht begonnen werden Ein schärferer Ton gegen Japan? Gens, 20. Jänner. Die japanische Regierung bat bis heute abenps ihrer Genfer Delegation keinerlei Instruktionen zugchen lassen; der Ncun- zchncrausschuß ist aber entschlossen, mit Beschleunigung an die Geletcndmachung des Artikels 15, Absatz 4 des Dölkcrbundpakles zu schreiten. Falls die japanische Delegation die ursprünglich« Resolution dcS Neunzehnerausschusses nicht binnen. 24 Stunden annimmt, so erwartet man, daß zur weiteren Lösung der Weg von Empfehlungen beschritten wird, welche die Bölkerbuudversammlung nunmehr ohne die Teilnahme der Streitparteicn erlassen würde. Wie das Wolffbüro dazu meldet, wird die Lage dadurch charakterisiert, daß man in der Festsetzung einer neuen Sitzung des Ausschusses innerhalb 24 Stunden ein ausgesprochenes Ultimatum erblicken wollte. Plan hat den Eindruck, daß die japanische Haltung darauf zielt, die, Verantwortung für Listen eventuellen Bruch dem Ausschüsse zuzu- lchieben. Aufrüstung in Polen. Warschau, 20. Jauuer.(Eig. Drohtber.) Am Freitag ließ die Pilsudski-Regierung vor dem Eejm mehrere Tanks und PauzerautoS borfahreu. Der Haushallsansschuß des Sejm wllt« sich von der Tüchtigkeit der polnischen Aüstungsiudustri« überzeugen, die sich»ach den Erklärungen des Bi»«-Krieosministers von der Ausländischen Produktion fast gänzlich unabhängig gemacht habe. Um die Qualität der polnischen Heeresproduktion noch mehr vor Augen zu füh- ren, erschienen spater im HaushältsanSschuß Mehrere Soldaten in voller Feldausrüstung, mit Gasmasken und anderem Zubehör, di« eingehend auf ihre Ausrüstung hin geprüft wurden. . Ter diesjährige Voranschlag des Militäravis sieht im Gegensatz zu dem aller andere« AessortS keinerlei AuSgabenverriu« 0 e r u n g vor. Die einzelnen AuSgabetitek sind ö»m Teil sogar erhöht worden. krmsrimsims zur Waflenbcsffifatfnähme. - Washington, 20. Jänner.(Wüter.) Der denar nahm gestern eine Resolution an. durch "i« dem Präsidenten.das Recht zugestanden wird, ?Ur Ausfuhr bestimmte- Waffe» in den Häsen be- Ichlagnahmen zu lassen. Trotz der laute» Feiern des Wahlerfolges in Lipp« und trotz der wiederholten Behauptung, daß ihr Streben aus den Sturz des Kanzlers Schleicher gerichtet ist, sind di« Nationalsozialisten also plötzlich abgeschwenkt und zeigten nicht im geringsten Neigung, di« Gelegenheit zu einer grundsätzliche« Abrechnung mit dem jetzigen Kabinett und zur Erlangung der angekündrgten neuen Wahlsiege auszunützen. Di« Aufklärung für diese Wendung ist: die Nationalsozialisten fürchten baldig« Wahlen, welche ,btc notwendige Folge einer parlamentarischen Nieder. Verlage des Kanzlers Schleicher wären. Ter Grund für diese Befürchtungen sind die immer häufigeren Zwistigkeiten, di« innerhalb der natwnalsozialifnfchen Partei auftreten und sie so innerlich schwächen. In de« letzten Tagen ist die- insbesondere die offene Revolte der * lieber den Verlauf der Aeltesteuratsitzung des Reichstages erführt VDZ noch folgendes: Di« Nationalsozialisten, beantragten Beginn der Sitzung, dem Reichstagspräsidenten Goering die Vollmacht zu"erteilen, die nächste Sitzung des Reichstages festzusetzen. Sie brachten dabei den Wünsch zum Ausdruck, daß der Etat möglichst bald dem Reichstag vorgelegt wird und daß die Regierungserklärung dann mit der erste» Lesung des Etats verbunden wüÄ>e. Dem wurde von Sozialdemokraten und Kommunisten widersprochen, da das auf eine Reichstagsvertagung b i S in den Mär^ oder April hinein hrnauS- laufen könnte. Staatssekretär P l a n ck erklärte für die Reichsregierung, daß diese es Nach wie vor im Interesse der politischen Beruhigung des Landes und seiner wirtschaftlichen Gesundung für dringend notwendig halte, die politische Lage möglichst bald unzweideutig zuklären. Der Etat könne so schnell nicht vorgelegt Werde» und der Finanzminister habe die sachlichen Gründe dafür schon im Haushaltsausschuß dargelegt. Auch die Vertreter des Zentrums erklärten, daß sie einer fristlosen Vertagung des Reichstages nicht zustimmen könnten. Abg. Dr. Bell(Zentrum) beantragte daher, die Plenarsitzung deS Reichstages um eine Woche auf den 31. Jänner zu verschieben. Hierzu erklärte Die Nazis, deren Barometer infolge der Vorgänge in Deutschland und der Bittprozession der hakenkreuzlerischen Führer hierzulande einen gewissen Tiefstand erreichte, versuchten am 19. Jänner im„Deutschen Haus" in Bodendach ein« provokatorisch« Versammlung abzuhalten. Ein gewisser N e u w i r t h aus Nikolöburg, der von den Kommunisten zu den Hakenkreuzlern j hinübergewechselt war, sollte gegen den Marxismus losgehen. Den Nazis, die jeden Marxisten als„Untermenschen" beschimpfen, war dieser Ueberläufer gerade recht, um ihn als „Iturmbock" gegen die„Marxisten" zu oerwen- den. Um sich vor unliebsamem Besuch möglich' zu schützen und dabei auch noch auf die Kosten zu kommen, wurde ein Eintrittsgeld von 2 Ke«ingehoben, das schließlich auf 4 und 8 K erhöht . wurde. Die Versammlung flog nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen de» anwesenden Kommunisten und den Nazi auf. Ji» Handgemenge kam es zu einigen blutige» V e rletzungen. Eine Anzahl Versammlungsteilnehmer wurden mittels Gummiknuttel braun und blau geschlagen. DaS Signal zu der Keilerei gab der Wurf eine- Stuhles von der Galerie in den überfüllten Saal, durch den ein Bersammlungs- teilnebmer verletzt wurde. Während Sturmabteilungen in eine« großen Teile Bayerns, die von dem Abgeordneten Steg. maNn gegen di« Zentralleitnng der Partei geführt wwd und den Nationalsozialisten große Sorge bereitet. Es ist daher begreiflich, daß die Partei keine Lnst zeigt, sich in emer so kritischen Zeit in ei««» Wahlkampf eiuzulassen. Die Frag« ist allerdings, inwieweit die übrigen politischen Parteien den Nationalsozialisten sie Freiheit der Entscheidung belassen werden. Der Verlaus der heutigen Sitzung des Aeltesten- rats zeigt, daß die Verzögerungstaktik der Nationalsozialisten kaum gelingen wird und daß sie sich schon in den nächste« Tagen entweder zum Rückzug vor dem Kanzler Schleicher werden entscheiden müssen, widrigenfalls ihnen der Wahlkampf a u f g e z w n» g e» werden wird! StaatÄekretär Planck, wenn der Reichstag noch eine einwöchige Frist dazu wolle, die Mehrheits- vevhältniffe im Parlament einwandfrei festzustellen, vermögesich di« Reichsregierung dem nicht zu widersetzen. S i e selbst se i naturgemäß an derartigen D e r h a n d- langen nicht interessiert. Auf eine Frage des Abg. Torgler(Kam.), ob die Regierung in einer Vertagung des Reichstages eine Tolerierung durch das Parlament sehen würde, erwiderte Staatssekretär Planck, daß auch bei einer Vertagung für längere Zeit die Regierung eiNe unzweideutige Klärung der politischen Lage für unbedingt notwendig halte. Bon den Deutschnationalen wurde in der Aussprache zum Ausdruck gebracht, daß auch sie eine baldige poli- tische Klärung wünschten, gegen eine kurzfristige Vertagung aber nichts einzuwenden hätten. Die Abstimmung ergab, daß der nationalsozialistische Antrag, auf unbestimmte Verschiebung der Parlamentstagung gegen die Antragsteller abgelehnt wurde. Auf Antrag des Zentrums wurde als Termin der nächsten Reichs- jagssitzung der 31. Jänner bestimmt, lieber die Tagesordnung dieser Reichstagssitzung soll ein« neue Aeltestenratssitzung am 27. Jänner entscheiden. es aber im Saal« des„Deutschen-Hauses" wüst drüber und drunter ging, standen N e u g i e r i ge in der Teplitzerstraße, unter ihnen auch eine An- «Ohl unserer Parteigenossen, welche vor Beginn der Versammlnug ein von uns herausgegebenes, gegen die Nazi gerichtetes Flugblatt verbreitet batten.(Das Flugblatt behandelte den bekannten Nazi-Fememord in Dresden.) Eine größere Anzahl Gendarmen nnd Polizisten besorgten den Ordnungsdienst. Rach Auflösung der Versammlung trat die Gendarmerie in Aktion, indem sie die Straßen „säuberte". Hiebei kam es vor der„Bolkshalle" zu einer nicht ungefährlichen Szene. Eine größer« Anzahl von Passanten suchten im Garten und in den Gastlokalitäten der„Volkshalle" einen geschützten Platz vor den amtshandelnden Gendarmen. Einige von diesen stürmten die Stufen hinauf und da die, Menschen nicht rasch genug verschwinden konnten,.kam es zur Drängerei. Infolge des Eingreifens der Genossen Schweich- hart, R e i tz n« r und Kober konnte Unheil verhütet werden, doch war die Empörung der Genossen über das Borgehen der Gendarmen nicht gering. Auf der Straße kam es später noch beim Abzug der Hakenkreuzler zu kleineren Zwi- fchensällen, die aber ohne weitere Folgen blieben. WMM WMMMW iss kssttO. Blutige emigrieret/ CeDerllllssliie Sdineldlgkelt der Gendarmerie Trotz Not und Elend klare Kamptcsiront! Zuerst waren es die Konferenzen, mir deren Hilfe das deutsche Bürgertum und die Kommunisten den Beweis zu erbringen versuchten, daß sie Freunde der Arbeitslosen seien und nichts wichtiger erscheine, als der Kampf gegen den Hunger. In diesen Konferenzen gab es oft sehr verdächtige Arbeiterfreunde und wir versäumten nicht, rechtzeitig auf das unehrliche Manöver, das von den Bürgerlichen in den Konferenzen aufgeführt wurde, aufmerksam zu machen. Der Zweck dieser Tagungen war, die Verantwortung für die Notlage und die Hilfe für die Arbeitslosen vom Bürgertum auf Regierung und Staat abzuwälzen, den Groll der vom Schicksal jo hart getroffenen Menschen von sich auf andere abzulenken.. Die Not der Arbeitslosen ist in den letzten Monaten weiter gestiegen und. damit, ist auch die Stimmung unter den Massen nicht besser geworden. Die Verbitterung wächst, besonders dort, wo im Orte selbst nicht das. geringste für die Arbeitslosen getan wird. Man sucht daher nach neuen Möglichkeiten, um die Empörung abzuleiten, vor allem aber, um ihnen selbst nichts geben zu müssen. Man setzt die Arbeitslosen in Bewegung itnd um jedchr ! Verdacht der Mitschuld von sich abzulenken, mischt man sich unter die Demonstrierenden, Wenn, nicht gar die. Wölfe, im Schafspelz an der. Spitze der. Arheitslosenzüge/ warschieren. W ist geradezu, grotesk, daß der Führer des in- den letzten Tagen immer wieder genannten Hungermarsches in Prcßnih der Bürgermeister von Weipert, der F a b r i- kant Frank, war! Allo ein Mann, den man wohl selten noch in einer. Front mit der Arbeiterschaft gesehen hat, noch viel weniger gewohnt war, ihn an der Spitze revoltierender Massen zu finden. Llber nicht nur daß sich Angehörige des deutschen Bürgertums mit einemmal als Inspiratoren und Führer von Demonstrationen auftun, auch die deutschbür- gcrliche Presse schreibt zur Zeit in Tönen über diese Kundgebungen, die jedem sehr verdächtig Vorkommen müssen. So schreibt, ibae- sehen vom„Prager Tagblatt" und der„Bohe- mia", die„Sudetendeutschc Tageszeitung" Donnerstag, den 19. Jänner, u. a.: '„Nicht Parteien jnaren es, die diesen traurigen Weg antraten, sondern das ganze deutsche Obererzgebirge, die Arbeiterschaft, der gedrückte Gewerbe- und Hanbe18Jiaitb, die Landwirtschaft, HauSbesitze ri Arbeitgeber und Arbeitnehmer." Wir drinnern uns an den Ausspruch des deutschen Kaisers zu Beginn des Weltkrieges: „Ich kenne keine Parteien mehr". Es scheint jetzt eine ähnliche Situation eingetreten zu sein, die das deutsche Bürgertum urplötzlich bestimmt, seinen Haß gegen die Arbeiterklasse zu verhüllen und so zu tun, als wäre es vom größten Wohlwollen für die Arbeiterschaft erfüllt. So wie damals ist es auch heute wohl die Angst, die das Bürgertum„keine Parteien" mehr keimen läßt. Die Angst, die Mitverantwortung für das Weltgeschehen tragen zu müssen und für alles Elend haftbar zu sein. Wäre es wirkliche Solidarität, die bei den Demonstrationen der Arbeitslosen, an denen sich die Bürgerlichen mit soviel Begeisterung beteiligen, zum Ausdruck kommt, dann müßte sich diese Solidarität auch bei anderer Gelegenheit äußern. Wie verhält sich aber dasselbe deutsche Bürgertum zu den.Arbeitslosen im eigenen Wirkungskreis? Nur einige größere Städte und Gemeinden, in denen der Einfluß der Sozialdemokra tie stark ist, versuchen aus eigener Kraft den: Elend unter den Arbeitslosen beizukommen, die Mehrheit der deutschen Gemeinden aber hat bis jetzt nichts unternommen, um die Ar beitslosenfürsorge zu organisieren. Vielfach sind größere Beträge für die Arbeitslosen in den Voranschlägen der Gemeinden unter- «cue L SamStag, 21. Jiknner 1933 Str. tu gebracht worden, ohne daß für die notwendige Bedeckung gesorgt wurde. Mit der Unterstützung der Arbeitslosen aus den Mitteln der Gemeinden wird deshalb zugewartet, bis der Boranschlag genehmigt ist und wenn zu dieses Zeitpunkt noch Geld vorhanden ist, wird es für die Opfer der Wirtschaftskrise verwendet.. Gewöhnlich sirid aber dann die Beschlüsse der Gemeindevertretung illusorisch geworden weil der Abgang im Gemeindehaushalt die Auszahlung der budge'.ären Beträge für die Arbeitslosen nicht zuläßt. Man hilft sich deshalb meist mit Sammlungen, deren Erträgnis von Monat zu Monat geringer wird. Selten aber geben bei dieser Gelegenheit die deutschen Fabrikanten das gute Beispiel für die andern ab» Es ist eine hinlänglich bekannte Tatsache, daß die Unternehmer für die Arbeitslosenhilfe aus eigenen Mitteln bis jetzt wenig oder gär nichts getan haben. Verlangen jedoch die Vertreter der Arbeiterschaft in der Gemeinde für die Arbeitslosenfürsorge besonder« Abgaben oder eine Erhöhung der Umlagen, dann stellen sich die Deutschbürgerlichen mit einer bewunderungswürdigen Präzision— gewöhnlich auch einhellig— gegen den Antrag. In den letzten Jahren haben viele Gemeinden die staatliche Ernährungsaktion sogar dazu benützt, um die örtliche Armenpflege zu entlasten, indem sie an die Ortsarmen statt der üblichen geldlichen Unterstützungen einfach Er- nährungÄarten abgaben und so die Arbeitslosen um die für sie bestimmte Unterstützung brachten. . Hundert« von Gemeinden hätten ohne besonderen Aufwand aus den Gcmeindewal- dungen Brennmaterial für die Arbeitslosen bereitstellen können, wenn die Solidarität bei den bürgerlichen Vertretern so entwickelt wäre, wie es, nach den Demonstrationen zu schließen, der Fall sein müßte. Sie taten es nicht, weil „das Eigentum der Gemeinde nicht angegriffen werden darf". Die Kinos der Gemeinden stehen den ganzen Tag über leer, man denkt aber nicht daran, die Arbeitslosen dort für zwei Stunden ihr Elend vergessen zu lassen. Eine Reihe deutscher Gemeinden haben dank der Initiative der Sozialdemokraten gezeigt, was alles für die Arbeitslosen getan werden kann, die Gemeinden mit ausschließlich bürgerlicher Verwaltung gehen achtlos an diesen Beispielen vorüber und beschränken sich dar- auf, den Staat als Helfer anzurufen! Wer ist aber dieser Staat? Es ist immer noch der Staat des Bürgertums! Alle, seine. Einrichtungen entspringen der Denkweise des besitzgierigen Bürgers oder mußten ihr in der Hauptsache angepaßt werden. Was da an überflüssigen Ausgaben zu verzeichnen ist, ganz gleich ob es die Ausgaben für daS Heer, ob es jene für die Diplomatie sind, ob sie für eine überflüssige Bureaukratie oder für verkrachte Banken verzeichnet werden, es sind Aufwendungen, die der bürgerliche Staat nicht preisgibt, weil ohne sie sein System der politischen und wirtschaftlichen Macht in Gefahr kommt. Wenn das Bürgertum ernsthaft an eine vollkommene Arbeitslosenfürsorge durch den Staat denkt, dann muß es seine Vorrechte auf Besitz und Schutz desselben aufgeben, muß den Staat dazu autorisieren, über den vorhandenen Besitz im Interesse der* ! Massen zu verfügen. Bei diesem Bemühen wird es unsere restlose Unterstützung finden. Solange aber in Staat und Gemeinde jedem Versuch, die Leistungen der Besitzenden zu erhöhen, um mehr Mittel für die Fürsorge zu bekommen, der heftigste Widerstand entgegengesetzt wird, bleibt die bloße Forderung nach mehr Hilfe für die Arbeitslosen ein Vcrlcgen- heitsgestammel und eine Phrase. Die Arbeiterschaft aber muß beweisen, daß sie aus der Geschichte des Klassenkampfes gelernt hat, Worte und Taten des Bürgertums auseinander zu hallen. Glaubt sie den heuchlerischen Reden, dann wird sie, wie schon so oft in einer entscheidenden Situation, von ihrer Sendung, den Kampf gegen die bürgerliche Welt zu einem Vorstoß gegen den Besitz zu machen, abgebracht und wich versagen. Nie war die scharfe Trennung zwischen der Ar- Dcr tsdiedioslowahlsdie ArbeiterVertreter: Die heutige Abstimmung über die Resolutionen der Arbeitervertreter und der Regierungsver- treter bildet den Abschluß der ersten Etappe'der vorbereitenden Konferenz für die sOstündige Arbeitswoche. Die Mitglieder der tschechoflowakischen Delegation gaben dem Vertreter des Tsch. P.-B. ein« zusammenfassende Darstellung über die geleistete Arbeit und über die Lage bei der Konferenz. Der Abgeordnete Broder!y, der Vertreter der Arbeitnehmer, erklärte, di« Kürzung der Arbeüszeit als einrs der wirksamste« Mittel der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei durch den Beschluß der Konferenz ermöglicht worden. Die früher erzielte Arbeitszeitkürzung sei fast stets ausschließlich als ein Mittel zum sozialen Schutz der Arbeiter angesehen worden. Diesmal stellen jedoch die Bemühungen nach einer Verkürzung der Arbeitszeit eine weltwirtschaftlich« und staatspolitische Maßnahme.', bar, De^Be- schWß der Arheitergruppe, welche. die Aweckmäßig-. kiit der Arbeitszeitkutzung unter Beibehaltung ungekürzter Löhn« genau darlegte, Hai zwar auf der Konferenz nicht die Stimmenmehrheit gefunden, hat aber doch einen gewissen Einfluß auf den jetzigen von den Vertretern der Regierungen und der Konferenz mit beinahe Zweidrittelmehrheit angenommenen Entwurf gehabt. Auch in diesem Beschluß der Regierungen wird eme Kürzung der Arbeitszeit unter Aufrechterhaltung des Lebensstandards der Arbeitnehmer empfohlen. Die Ergebnisse der werteren Arbeiten bei den Einzelverhandlungen der Konferenz auf Grund des heute angenommenen Antrages werden zeigen, ob es möglich sein wird, durch friedliche Verhandlungen aller beteiligten Parteien zu einem gemeinsamen Ziele zu gelangen, und ob es beiterklasse und dem Bürgertum so notwendig als jetzt, da das System des Kapitalismus an seinen Fehlern scheitert. Jetzt erst recht klare Front der Arbeiterklasse! Es gibt zwischen ihr und dem Bürgertum keine Solidarität! Die Kommunisten, denen Agitation und Verwirrung unter den Arbeitern alles bedeutet, mögen ihre Anhänger in die Arme der Ausbeuter führen. Wir aber sehen trotz aller Not der Zeit den Gegner so, wie er immer war und ist, ob mit der Peitsche cder der Maske des Arbeiterfreundes; als Verteidiger der Welt, die ihn reichlich nährt und schützt und die den Sklaven hungern und verderben läßt. Mit ihm in einer Reihe marschieren, hieße die Vergangenheit und den Kampf der Arber t e rkla ss e verleugnen, hieße so möglich sein wird, die Konferenz für den Mai vorzubereiten bei welcher Beschlüsse gefaßt werden sollen, auf welche di« ganze Welt wartet. Vas Abkommen nur aut kurze Zelt Die Konferenz hat heut«, nachdem sie sich grundsätzlich zugunsten einer internationalen Bindung in Form eines Konventionsentwurfes ausgesprochen hatte, die Aussprach« über die Form rind den Inhalt des Abkommens fortgesetzt. Die Frage, ob die Konvention einen Dauercharakter habe« soll, ähnlich wie daS Washingtoner Acht- stunden-Abkommen, oder ob sie als ein« Krisenmaßnahme auf kurz« Zeit beschränkt werden soll, wurde zwar von der Mehrheit der Versammlungsteilnehmer im Sinne eines Abkommens ans kurze Dauer entschieden: di« Abstimmung war aber aus technische« Gründen ungültig. Sodann beschloß di« Konferenz, dem Abkommen einen möglichst dehnbaren Charakter, zu geben. Das Urteil gegen den Pfarrer Hofft. Blutrichter Töreky schickt den 73jährigen in den Kerker. Budapest, 19. Jänner.(MTJ.) Nach 23 Uhr wurde das Urteil im Prozeß des Pfarrers Joharm Hock verkündet Der Gerichtshof erkannte Hock in Verbindung mit dem im ,^öecsi Magyar Ujsag" erschienenen an di« Jnterparla- mentarische Union gerichteten Memorandums für schuldig und verurteilte ihn unter Zuerkennung mildernder Umstände zu einem Jahr Kerker und zehn Jahren Amtsverlust. Die Verkündung des Urteils wurde vom Publikum mit großem Applaus ausgenommen. Nach Verlesung der umfangreichen Urteilsbegründung wurde der Angeklagte auf Antrag des Verteidigers auf freien Fuß gesetzt. Nidit um Gottes- sondern um des Geldes willen. Zwei Wirtschaftsmächte liegen sich in du Haaren. Herr Dr. Beaufort-Spontin in Petscha« und der Vermögensverwalter des Kr- chcnkapitals zu Altbunzlau, Prälat Pauli. Jeder der streitenden Teile behauptet, ein gut r Christ zu sein und wenn man weiß, welche Rolle Frau„Gräfin" Beaufort bis in die letzte Zeit in der christlichsozialen Bewegung gespielt hat, dann wird man Such an der guten christlichen Gesinnung des Großgrundbesitzers Beaufort keinen Zweifel hegen. Frau Beaufort war die Paraderednerin bei allen größeren Veranstaltungen der christlichsozialen Partei, sie war und ist vielleicht noch heute der„lebende Beweis" für die Bchaup- tiing der Christlichsozialen, daß es bei ihnen keine Klassengegensätze gibt. Nun aber liegen die beiden Großgrundbesitzer im Streit«, weil schließlich daS Geld mächtiger ist als der Glaube. Die Herrschaft Beaufort mußte dem Kirchenkapitcl für die durch die Bodenbeschlagnahme verlorenen Grundstücke einen großen Waldkomplex abtreten undbei der Verrechnung über diesen Bcsitzwechsel kam es zu Gegensätzen, die nun vor dem Richter ausge- ticagen werden müssen. Die GütervertvaltUng Beaufort soll den Betrag von 6,7.000 L von dem Waldvrrkaus unter dem Titel ,L«ntralverwal-. tnng" für sich behalten haben, wahrend die Kirchendomäne behauptet, dieser Betrag gehöre-ihr^ Schließlich kam noch ein Streit um einen Fisch-- trich dazu und was bisher durch Gott vereint' War, trennte sich um des Geldes willen, um sich nur noch vor dem Kadi wiederzusehen. Darüber hinaus beschäftigt sich auch die„Deutsche Presse" mit dem Streit der feindlichen Brüder, sehr zum Ergötzen der übrigen Welt, denn die Dinge, die bei dieser Auseinandersetzung zutage gefördert iverden, sind alles andere nur nicht erfreulich für di« Christenheit. Die Verteidiger des Kirchenkapitels werfen Dr. Beaufort in aller Oeffentlichkeit vor, er hätt« niemals einen Auftrag, die Zcntralverwaltung zu führen, bekommen, also auch keinen Anspruch auf den Betrag, der auf diesen Titel entfalle. Weiter wird ihm der Borwurf gemacht, er habe seine Pflicht als Patronatshcrr nicht sehr ernst genommen und die Kirchen in sehr desolaten Zustand geraten lassen. Dr. Beaufort stellt in einer Entgegnung auf eine Darstellung über die Differenzen fest; daß bei der Waldübertragung das Kirchenkapitel ein glänzendes Geschäft gemacht habe, das sich bereits im ersten Jahre mit 38 Prozent verzinst«. Dir Angaben über d'e Ueberträgung der Zentralverwaltnvg seien unrichtig, obzwar beide Teil« ihr« Angaben beeideten. Dr. Beaufort bestreitet, daß er-seine Patronatspflichten verletzt habe und bc-, Haupt«!, daß das Kirchenkapitel.nicht di«i Kirche in Gabhorn;-sion her u-di« Moh-< nuntz fft d« it- P räl ase nP a-uti und sein«> Verwandten,---- tm. Gahhvme.r: Schlößchen hergerichtet habe und daß man sogar-in dem vom Prälaten Pauli geführten Lürusucubau zu Peter und Paul arbeiten ließ, sich also an dcn Geboten der Kirche versündigte. Kurz und gut, es wird iu der„Deutschen Presse" ein für die Christlichen recht peinliches Kapitel behandelt, das auf alles ander« denn auf christliche Duld- und Genügsamkeit schließen läßt. Bei dem nicht das Seelen-, sondern das Heil des Goldes gesucht wird. Hoffentlich läßt sich Frau Beaufort wegen dieses kleinen Streites, bei dem beide Teile beeiden, daß sie trotz der gegenteiligen Aussage die Wahrheit sagen nicht abhalten, ihre Propaganda für die Kirche und vor allem für die christlichsoziale Partei in unvermindertem Maß weiterzuführen. Hoffentlich auch sind die streitenden Teil« wieder vereint, wenn sie um die Menschen werben. Verrät am Soz.ralrsmusbegehen! iiiiii)iiiiiiiiiiiiiini]iiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiniiiiHiiinniiniiiiii(iiiiiinniiiniimniiiiiiiijiiiiiii]iiiiiiiDnjiiiniuiifniiniiiinii!iiiiiiiiiHiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii]iHiiiiimiiniiiiiifliiiiiniiifniiiiiiii(üiiin Der Internationalen AMskonlraz im Mai wird ein UeberelnKommen Ober die Verharzung der Arbeitszeit vorgesdilagen werden. Genf, 20. Jänner.(Tsch. P.-B.) Die International« Arbeitszeitkonferenz hat heute mit der Einzelaussprache begonnen. Es wurde beschlossen, der Internationalen Arbeitskonferenz im Mai die Ausarbeitung eines internationalen Uebcrcinkommens über die Verkürzung der Arbeitszeit vorzuschlagen. 2k Die Kellnerin Molly• Roman von Hans Otto Henel. äovvnabt t» jzockelreitki-Derlaa Berlin. Nachdruck verboten. Ueser den Unterschied zwischen einer Person und ihrer Herrschaft. Male hätt« eS nicht für möglich gehalten, daß ein« Fran, die so jung aussieht wie Frau Direktor Albers, schon so große Kiiwer und einen (hatten mu grauem Haar haben könnte. Als sie aber die wohlriechenden Wasser und Cremes und Puder und Schminken auf dem Tolletletisch der gnädigen Frau erklickte, sagte sie sich, daß man mit soviel Hilfsmittel freilich leicht einen jugendlichen Eindruck Hervorrufen kann. Tie gnädige Frau, entzückt von Males Anstelligkeit schon in den ersten Tagen, äußerte, das ^Mädchen solle wie die Tochter des Hames behan- delt werden. Mole nahm da? nicht wörtlich, denn sie hätte nicht den Mut gehabt, ko feinen Leuten sich gleichgestellt zu wünschen. Sie hielt sich ver- tzflichtet, schon für die Magdstellung dankbar zu sein. In einem io vornehmen Haus« war sie ihr Lebtag noch nicht gewesen. Die Familie Albers bewohnte sieben große, nach Males Ansicht wundervoll auSgestattete Zimmer. die zum Teil nach dem botanischen Garten zu lagen, und sie'ctzle ihren Stolz darein diese sieben Zimmer in Glanz und in Ordnung zu halten. Ihr eigenes Zimmer war allerdings nur so schmal daß es vom Bett in der Breite fast ausgefüllt wurde. Die Lage neben dem Klo'ett mit einer ewig rieselnden Wasserspülung störte sie wohl, vermochte sie aber nicht am Schlafen zu hindern, da sie immer tod- müde zu Bette kam. Unangenehmer waren ihr die Schlvaben. Diese häßlichen Käser hatten sich durch unbekannten Zufall in der Mädchenkammer eingenistet. Als Male, der Ungeziefer wie jede Unsauberkeit überhaupt ein Greuel war, der gnädigen Frau davon Mitteilung machte, ordnete dies« an, ihr Sohn Horst möge das Ungeziefer vertreiben, sobald er auS der Schule komme. Das tat Horst. Er streute in Males Kammer Schweinfurter Grün aus und vernagelte emige Ritzen im Fußboden mit Blech. Gänzlich ließen sich die Schwaben dadurch allerdings nicht vertreiben. Male mußte sich mit Widerwillen an die Tierchen gewöhnen.. Horst, der siebzehnjährige Gymnasiast, war der einzige im Hause, der Male mit stetS gleichbleibender Freundlichkeit begegnete, und sie emv- fanü das wohltuend. Der Herr Direktor Albers aber beachtete sie nur, wenn er Grund zum Schimpfen zu haben glaubte. DaS geschah oft. Sonst dankt« er meistens nicht einmal auf rvlales ängstlich- schüchternen Gruß- Sie ging nun mit Bangen zu iüm in das Zimmer. Der große,-icke Herr mit den Wülsten im Nacken schüchterte sie ein. Bon der gnädigen Frau ließ sich Mal« an-, .-reiben, herumhetzen, auszanken, beschimpfen, ohne sich viel Gedanken darüber zu machen, daß man eigentlich auch netter zu einem Menschen sein könnte. Zu einem Menschen, der vom frühesten Morgen bis in die spät« Nacht für-en Haushalt sich abrackert, während die Hausfrau und die .Haustochter auk Ruhebetten liegen und Romane lesen. Aber das Benehmen von Fräulein Anne- lvre, der Haustochter machte sie unglücklich. Die Frau Direktor sah in Male die Arbeiterin, aus der man bedenkenlos di« höchste Leistung herauszuholen hat. Aber Fräulein Anne- lore, jünger als Male, behandelte das Mädchen ivie einen verächtlichen Schmutzfink. Sie gönnte ihr nicht einmal den Namen, nannte sie„die Perle", wenn sie gnädiger Laune war, meist aber „Perlon" oder ,^>as Ding". Beionders wenn ihr Bruder Horst in der Nahe war, legte Fräulein Annelore es darauf an, das Dienstmädchen krän-- kend herabzusetzen Horst milderte die Kränkungen häufig, indem er Mole danach ein Stückchen Schokolade oder paar Pralinen zusteckte, und Mäle vergaß dann bald die würgenden Tränen, froh, daß sie eines Menschen Güte fühlte. Male mußte mit dem Essen immer warten, bis die Herrschaft gespeist und sie Geschirr und Reste abgetragen hatte. Sie aß zwar das gleiche wie Direktors, aber es blieben vom Fleisch meistens nur die Knochen für sie übrig. Sie aß dann näuftg noch Brot und trank übriggebliebenen Kaffee dazu, um den Hunger zu stillen. Sie brauchte viel Kräfte, denn sie leistete ja nicht nur die Haup. rbeit des Kochens, sondern mußte ganz allein die Siebenzimmerwohnung und lämtliche Wäsche versorgen. Denn die gnädige Frau hatte bei der Stellenvermittlerin einfach geschwindelt, als sie behauptete, eine besondere Köchin zu beschäftigen. Zufrieden sein«nd aushalten! In drei Monaten kam Male nicht anders aus dem Hause, als wenn sic vormittags einkaufen ging, oder abends, wenn sie die gnädige Frau und das gnädige Fräulein vom Theater oder aus dem Konzert abholen mußte. In LitstockS Grünkramladen hörte sie natürlich bald, aus Gesprächen der immer freundlichen Frau Litstock mit Sem Schwarm von Hausgehilfinnen der Nachbarschaft, daß andere Dienstmädchen ihre festgesetzten AuSgehzeiten haben. Aber Frau Direktor AlberS hatte Male keine Ausgehzeit angeboten, und sie getraute sich nicht, von selbst darum zu bitten. Frau Litstock, di« Grünkrämerin, bekam bald her- aus, daß Male vollständig unerfahren über daS war, was sie hätte verlangen können, und gelegentlich suchte sie das Mädchen zu überreden, sich nicht ausnutzen zu lassen. Aber das hatte keinen Erfolg, denn Male wies alles von sich, was ihr die endlich erlangte Geborgenheit hätte zerstören können. Sie wollt« -um jeden Preis zufrieden sein. Sie war ja nicht in der glücklichen Lage wie andere Dienstmädchen, die im Besitze eines Arbeitsbuches dreist von einer Stellung in die andere gehen können. Frau Direktor Albers hatte nicht nach dem Arbeitsbuche gefragt. Eine andere Gnädige aber würde das vielleicht tun, und dann bestand die Gefahr, daß Behörden auf das Mädchen aufmerksam geworden wären. Ünd hinter den Behörden lauert« der ,>Garten Gethsemane" mit dem Pastor Zickmann. Darum wollte Mol« nicht unzufrieden sein. Und wenn sie bedachte, daß sie sich von dem Lohn für fünf Monate schon j»ci Paar Strümpfe und ein gestricktes Jäckchen für die neblige Winterkälte hatte kaufen können und außerdem noch dreißig Mark zurücklegen, dann kam sie sich sogar reich vor. Zu Weihnachten schenkte ihr dann die gnädige Frau sogar ein Paar Schuhe und ein Äseid, Sachen, die Fräulein Annelore nicht mehr trug, weil-sie verbraucht und unlnodexn geworden waren. Darum wollte Male zwei Jahre noch zufrieden aushalten. Dann hatte die Fürsorge des Pastors Zickmann den Anspruch an sie verloren. Dann hatte sie genug erspart, uni sich i« Ruhe die Arbeit suchen zu können, die ihr zusagln Zufrieden sein und aushalten! Mal« lagst es sich rmmer wieder und weil sie cs sich so ost mit Gewalt cinhämmern mußte, spürte sie schließ' lich selbst, daß diese gewaltsam« Zufriedenheit u»- natürlich war. Sie konnte ja gar nicht zufrieden sein. Kein freier Sonntag, kein freier Abend fü* sie. Das war zu ertragen. Aber, von den etwa« gönnerhaften Schokoladengeschenken Horsts abg<' i sehen, gab cs keine Freundlichkeit, kein nette? Wort. Fräulein Annelore hatte sie wegen des g«' strickten Jäckchens verhöhnt. Es sähe kaffrigan? und verrate ordinären Bauerngoschmack. Mast mußt« ihr recht geben, denn auch ihr hatten best" HärÄler andere besser gefallen. (Fortsetzung folgt.) Nr. 18 SamStag, 21. Jiknner 1933 Seite 3 Ans den Briefen Rosa Luxemburgs: Warengruppe 3.873 um ein Drittel unter dem letzten Absdiluft der SdiuIdeDattc 49.883 7.349.876 666.459 7,488.727 829.541 1,385.813 5.116,800 Ausfuhr 20.498,869.000 17.473,732.000 13.149,893.000 7.349,676.000 Einfuhr . 19.987,858.000 . 15.714,503.000 . 11.800,535.000 . 7.488,727.000 die- die Kapitel Landwirt- Staatsgüter und Forste, öffentliche Arbeiten>owie knüpfen, restlos auf, indem er sagt: „Äarf Liebknecht und Rosa Luxemburg hatte» > selber di« Politik, di« zu ihrem Tode führt«, bekämpft. S!e waren aber auf dem Kommunistischen Parteitag, der zwischen Weihnachten und Neujahr stattfand, in der Minderheit geblieben. DaS gilt besonders für Rosa Luxemburg. Sie hatte de« Plan, die Wahlen zur Nationalversammlung mit Waffengewalt zu vechiudern, auf das entschiedenste bekämpft.„Genossen, Maschinengewehr« gegen gleiches Wahlrecht, daS ist eine schlechte Parole"— so hatte sie dort auS- grrufen. Mer sie war unterlegen und fügte sich dann nur der Disziplin..'. Wenn di« Kommunisten noch immer lügen, di« Sozialdemokratie habe schuld an dem tragischen End« Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs, so kann man ihnen darauf antworten, daß es der kommunistische Spartakusbund selbst«ar, der durch seine wahnwitzigen Beschlüsse sein« Führer in den Tod getrieben hat. Wollen die Kommunisten das bestreiten? Wollen sie bestreiten, daß Rosa Luxemburg überhaupt nie in Ihrem Sinne Kommunistin war und daß ihr Andenken bei ihnen verfemt ist, soweit es nicht noch gerade gut genug scheint, mit ihm ein« nichtsnutzige Hetze gegen die Sozialdemokratie zu treLbrn? Daß ihre Schriften in Moskau auf dem Index st«hen? Daß jedes B e- kenntnis zu ihren Ansichten mit dem sofortigen Au sschlu.ß bestraft wird? Warum zitieren sie nicht auS ihren nach- gelassenen Schriften z. B. folgende Stell«: IIHIIIII IMMWni lll i I II III. Rohstoffe. IV.““ Jänner-Dezember 1932 Einfuhr Ausfuhr in Tausenden XL 137.445 auSlicsern. Auch der frühere Schulminister Dr. Hodika hat sich gegen di« konfessionelle Schal« aus- Prag, 20. Jänner. Die Schuldebatte wurde\ gesprochen und sie iu d-esem Staate als unmöglich heute vormittags durch ein« längere Rede des Schulministers Dr. Dürer abgeschlossen, die jedoch erst morgen ausgegeben werden wird. Aus der gestrigen Debatte sind von deutscher Seite noch Dr. PeterS(AWG.) und Dr. Hodiua nachzutragen. Ersterer erklärte, daß er das Studium do» 26.000'Hochschülern für eine politisch« und kulturell« Gefahr halte, die di« Unter- richtSverwaltung keineswegs übersehen dürfe.— Dr. Hodina(B. d. L.) bringt«Sn« Reih« von Beschwerden über überflüssige tschechische Minder, heitsschulen vor, die nur künstlich mit deutsch«» Kindern aufgefüllt werden. Nach wie vor liegen Uebergriffe der Bchörden und ungesetzliche Einfluß, »ahme der tschechischen Schuld«reine und NLrodnt vyborh vor, wofür Redner ein« groß« Zahl von Beispielen ansührt. T«n Reformplan Dürers nennt Hodiua«inen ersten zaghaften Schritt. Der tschechisch« Genosse Bojta Benes wendet sich gegen die klerikalen Angriffe auf die Türerfch« Schulreform und erklärt, die, Teinokratie sei viel mehr als jede andere Regieruugsform von der Erziehung abhängig; sie könne sich daher In die Erziehung mit niemanden teilen, und sie niemandem Das Statistische Staatsamt gibt soeben die Ergebnisse des tschechoslowakischen Außenhandels im Dezember 1932 bekannt, fo daß man einen Ueberblick über die Ein- und Ausfuhr des Landes im ganzen Jahre 1932 gewinnen kann. Danach war der Gesamtwert der Spezialeinfuhr und -Ausfuhr in der Periode Jänner-Dezember 1932 der folgende: I. Lebende Tiere.. II. Lebensmittel u. tränke... teten Inhaber ist auch wegen Uebertretung der Devisenordnung die Strafanzeige erstattet und ein Steckbrief erlassen worden. Bern, 20. Jänner.(SDA.) Ueber den Zusammenbruch der ungarischen Handelskammer in Zürich erfährt„Der Bund", daß der geflüchtete Gründer der Handelskammer, Oberregierungsrat von L a s k a y auf eigene Verantwortung verschiedene Unternehmen gründete, später aber jährlich Subventionen von 6000 Franken bis einschließlich 1931 von der ungarischen Regierung erhiüt, die jedoch infolge der Devisenknappheit eingestellt wurden. „Der Bund" fügt hinzu, es werde eine interessante Frage sein, ob der ungarisch« Staat für die etwa eine Million Schweizer Franke» bettagenden Schulden aufkommen müsse. Mehrere größere Banken haben lebhaftes Jntcr.ssc daran, auf solche Wei'e für d'e gewährten Hypothekaranleihen Deckung zu rinden.'.- ,, »Die Greuel der Bolschewlkl lassen mich nicht schlafen!“ Zur Illustration einer hommunisilsdien Gcsdilditsfälsdiung. Den oben unter Anführungszeichen zitierten I Satz finden wir in einem Brief«, den Rosa Der Außenhandel der Tschechoslowakei im Jahre 1932. Einfuhr auf 40 Prozent, Ausfuhr auf 37 Prozent von 1929 gesunken! Di« Praxis des Sozialismus erfordert ein« ganze geistige Umwälzung iu den durch Jahrhunderte der büvgerlichen Klassenherrschaft degradierten Massen. Soziale Instinkte an Stelle ego. istischer, Masseninitiative an Stelle der Trägheit, Idealismus, der über all« Leide» hinwegträgt nsw.,«sw. Niemand weiß daS besser, schildert das eindr'glicher, wiederholt das hartnäckig« als Lenin. Nur vergreift er sich völlig im Mittel: Dekret, diktatorische Gewalt der FÄrik» aufsrher, drakonisch« Strafen, Schreckensherrschaft, daS sind alles Mittel, die diese Wiedergeburt verhindern. Der einzig« Weg zn dieser Wiedergeburt ist die Schule des öffentlichen Lebens selbst, uneingeschränkt«, breiteste Ge- .. 1,566.521 .. 3,311.060 .. 2.446,183 Demokratie, öffentliche Meinung. Gerade die Schreckensherrsch.sst demoralisiert. Kann man Tot« dadurch ehren, daß man ihre Stimme unterdrückt? Ihr« Stimme unterdrücken, das heißt, sie noch einmal töten! Und an ihren Grabern lügen, das heißt, ihre Gräber schänden!" Das als Antwort auf die Fälschungen der geschichtlichen Wahrheit durch die Kommunisten. Im übrigen aber: wo immer seit dem Jahre 1918 von einer revolutionären Erhebung gesprochen werden kann, kämen nicht nur die Soldaten der Revolution, sondern auch die „Generäle" aus den Reihen der Sozialdemokratie. Es wird auch in Hinkunft so sein. Die Kommunisten stellten bisher nur gewissenlose Provokateure und feige Maulhelden, di« dem sozialistischen Kampf nur Niederlagen und Verderben brächten. In ihren Reihen war und ist kein Liebknecht und auch kein« Rosa Luxemburg. Die Tatmenschen werden, wie im Jahre 1918, auch in der kommenden Revolution aus den Lataillionen der Sozialdemokratie kommen. vrcl Blicke In die Kommcrzwelt 1933 Schieber, Betrüger, Schuldenmacher. erklärt. WaS die kulturelle Autonomie anlangt, so mag mau nicht nur,«klärte Benes, das in Erwägung ziehru, worauf wir(die Tschechen) ver. harr«», sondern auch das, was bi« Minderheiten fordern. Das ist die wahr« Demokrat^! Man muß den nationalen Mi.^erheite» bis zu dem Ausmaß derart«ntgegenkomoseu, daß der Staat nicht -'schädigt, solcher» gestärkt wird. D«r Weg, den bi« Dörerschr Vorlage weist, verfolgt gerade Sun Gedanken der Stärkung und Demokratisierung des Staate». Gegen die deutschen Beschwerden über di« Min- derheitSschulen wendere sich Rhpar(Lid.) mit der etwas merkwürdigen Auffassung, daß bi« deutschen Familien, die heute ihre Kinder in die tschechischen Schulen schicken, wahrscheinlich früher einmal g e r. manis i e r t worden seien; daraus erfließr das „moralische Recht" der Republik,-en Ellern zu ermöglichen, mir ihren Kindern wieder dort- Tschechen ihnen freiwillig gegeben haben Einigermaßen wesen beziehen! Jekek(Nat.-Dem) sucht die m«hr schwache Schülerzahl gewisser höchst überflüssiger MiuberhettS- schulen, über di« Hodina gesprochen hatte, durch allerhand Lokale" Verhältnisse zu erklären und die Tichechisierung lausender deutscher Kinder in diesen Minderhe'tsschulen harmlos so darzustellen. daß diese Kinder ja nur auf Wunsch ihrer Eltern dort Tschechisch lernen sollten... I» einer nationaldvmokrattschen Rede zum Schulkapir«! darf ja niemals das Auftrumpfen mit der Faust fehlen und so blieb uns der übliche^Hinweis nicht erspart, daß die Deuifchen. wenn es nur auf den von der Tsch«choflowakei unterschriebenen Minderheitenfchntzvertrag antäme, nicht einmal einen kleinen Teil dessen bekommen würden, was die Tschechen ihnen ftriwillig gegeben haben. Ganz neu— man weiß nicht, ob man über solche Anmaßungen lachen oder weinen soll— war di« These des Herrn IeLek, daß es überhaupt fraglich sei, ob sich die Berpfl'chtungen auS dem Minder- heiienschutzvertrag sich auch auf das Mittel sch u l- wesen beziehen. Wlrtsctiaftsdebatte. Nach der Red« Dr. Derer» ging der Budgetausschuß heute in die Debatte über die Wirt- schaftsressorts ein, schastsministerium, Bodenamt, Handel. den StroßenfowdS und di« beiden wosserwirt schaftlichen Fonds umfaßt. 693.977 8,155.186 Ferttge Waren V. Edelmetalle». Münze»....• Zusammen.. Davon: Edle Metalle für Münz- zwecke und Münzen.. Reiner Warenverkehr.. Die Gesamthaudelsbilauz der Tschechoslowakei war im Jahre 1932 mit dem Betrag« von rund 756 Millionen passiv, während sie in der gleichen Zett des Vorjahres mit 1348 Millionen aktiv gewesen ist. Wie sehr der Auhenhandel durch di« Krise leidet, wollen wir an einer Entwicklung der Ein- und Ausfuhr von 1929 bis 1932 darstellen. ES betrugen in KL: Luxemburg kurze Zeit vor chr«m Tod« an Luise Kautsch schrieb. Wir wiederholen ihn, wezs der„Vorwärts" und die übrigen kommunr- stischen Blätter der Tschechoflowakei, so wi« alte Jahre, den Todestag Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts dazu benützen, um di« Sozialdemokraten zu beschimpfen und anzuklagen. Die Kommunisten bedienen sich alljährlich o«r zwei in der Revolution gefallenen Sozialisten, um die Geschichte zu fälschen.. Der Artikel in der Kommunistischen Presse liest sich so, als ob am 15. Jänner 1919 zwei Kommunisten von Sozialdemokraten ermordet worden wären. Wir haben uns daran gewöhnt, die Methoden, welche die Kommunisten im Kampf wider di« Sozialdemokraten anwenden, mit größter Ruhe zu beobachten. Wenn sie aber, so wie es am 15. Jänner der Fall war, zwei Tote, die alles andere denn Kommunisten waren, mißbrauchen, um gegen die Sozialdemokratie Stimmung zu machen, dann muß doch dieser Leichenschändung «ntgegengetreten werden. Wir tun daS in Entgegnung folgender Stell« ihre Artikels: „Auch In der Tschechoflowakei haben doch di« Führer der Sozialdemokrat!« im Dezemberstreik 1920 dieselbe Rolle gesp'elt, wir die Noske, Ebert und Scheidemann in den Jännertagen 1919 Auch in der Tschechoflowakei hat der Betrug der sozialdemokratischen Führer i mit der' bürgerlichen Demokratie di« Arbeiterklasse in eine solche Lage versetzt, di«■ nur durch den siegreichen Befreiungskampf der Arbeiterllasse beseitigt werden kann. Diose Führer, d'e damals den Kampf der proletarischen Massen niederschlugen, die verantwortlich dafür sind, wenden sich-jetzt an die Arbeiterklasse mit Borschlägen von„Nichtangriffspakten" uftv. Diesen Führern antwortet das llaflenbewußt« Proletariat am heutigen Tage, daß zwischen ihnen, den heutigen M'nistern in der bürgerlichen Republik, und uns, den Führern der kämpfenden Arbeiterllasse, da- Blut von Liebknecht und Rosa Luxemburg einen ewigen, unauslöschlichen. Trennungsstrich gezogen hat." Mil den gleichen Zitaten, mit denen der Berliner „Vorwärts" den Kommunisten auf ihre Angriffe am 15. Jänner«ntgeoentritt, antworten auch wir. T«r Berliner„Vorwärts" deckt di« ungeheuerlich« Lüge, welche die Kommunisten an den Tod Liebknechts und Rosa Luxemburg 63.332 7,399.359 Berlin, 20. Jänner. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft I wurden der Berliner Kor- kespondent der französischen Finanz- und Bör- sennachrichten-Ageutur Bruno Weiß und der Ingenieur Mandel in Haft genommen. Die Festgenom menen werden beschuldigt, I. G. F a r- ö.e u- Aktien im Werte von 142.000 Mark, "i« aus ausländischem Besitz stammen, verkauft Und den Erlös nicht, wie vorgeschrieben, auf Sperrkonto gelegt zu haben. Damit dürften alle vu dieser Devisenschiebung beteiligten Personen ^griffen sein. Wien, 20. Jänner.(AR.) Die Gesellschafter Jet Radioröhren-Firma„Eagle", Dr. Max Be r g l« r und Samuel Kantor, gegen die Mehrere Firmen, die um insgesamt 100.000 Schilling geschädigt worden sind. Anzeigen erstarrt haben, sind, wie d'e Wirflchaftsp"lizei festgc- nellt hat, schon vor Erstattung dieser Anzeigen in Erkenntnis des drohenden Zuftlmmenbruches der Firma aus Dien geflüchtet. Sie dürften sick t>ach London gewendet haben. Gegen die gesiüch I 1929. 1930. 1931. 1932. Vergleicht man den Außenhandel der Tschechoflowakei im Jahre 1932 mit dem im Jahre 1929— dem letzten Konjunkturjahre— so beträgt unsere Einfuhr nur noch 40 Prozent jener von 1929, unsere Ausfuhr nur noch 37 Prozent der Ausfuhr des letzten Konjunkturjahres. Gegenüber 1931 beträgt unsere Einfuhr 68 Prozent, unsere Ausfuhr 56 Prozent. Welthandel 15-20 Prozent unter 1913. Gleichzeitig werden die Außerchandelsziffern der wichtigsten Staaten der Welt für das dritte Quartal von 1932 bekannt. Der Außenhandel von 48 Ländern(sieben Achtel des Welthandels) ist wertmäßig gegenüber der gleichen Zett des Vorjahres um 11 Prozent urw mengenmäßig um 7 Prozent zurückgegangen. Der damit erreichte Tiefpunkt liegt dem Werte nach um zwei Drittel und mengenmäßig um ein Drittel unter dem letzten Konjunktürjahr 1929. In absoluten Ziffern ist der i Welthandel seit 1929 von 62,3 auf 21.9 Milliarden Maick gesunken. Damit ist der Welthändel hinter dem Durchfchnittsstand von 1913 um etwa 15 bis 20 Prozent zurückgeblieben. kettet Sie Gemeinden! Vorspradie des Verbandes der deutschen Selbstverwaltung körper bei der negierung. Am 17. Jänner hat ein« Abordnung des Verbandes der deutschen SeMwerwaltungÄörper beim Ministerpräsidenten M a l y p e t r, beim Minister des Innern öerny und beim Finanzminister Dr. T r a p l unter Führung des Abgeordneten Kremser und der Berbandsvorsitzcn- den Bürgermeister P ö l z l und Beziicksausschuß- beisitzer P e t e r l e Vorgesprächen. Im Name» der dem Verband« angeschlossenen Gemeinde« legte Dr. L o d g m a» an Hand einer Denkschrift die unhaltbare Lage der Selbstverwaltungskörper dar, deren Finanzen erschöpft und die durch die Arbeitslosigkeit so schwer getroffen seien, daß ein« geregelte Amts- urw Wirtschaftsführung heute bereits in Frage gestellt werde. Der Verband schlägt eine Reche von Maßnahmen vor, die im Verwaltungswege durchführbar sind und im Verlaufe der Besprechungen erörtert wurden. Wir gebe» im Folgenden den wesentlichen Inhalt der Denkschrift wieder, die den Minister« überreicht worden ist: Si« gipfelt m dem Wunsche nach Einberufung der von der Regierung eingesetzten Kommission zur Beratung der Finanzverhältnisse der Gemeinden, der die Erstattung von endgültigen Vorschlägen obliege» soll. Da aber di« Durchsi'chrung solcher Maßnahmen schon wegen der erforderlichen Gesetzesänderungen ohne entsprechend« Borbereitung nicht möglich i«i, also immerhin längere Zeit erfordere, schlägt der Verband Maßnahmen vor, di« im Verwaltungswege durchführbar und geeignet wären, wenigstens einem großen Teil« der Gemeinden di« notwendig« rasche Unterstützung, wenn auch nicht endgültig« Hilf« zu bringen. Als solche Maßnahmen käme» in Betracht: Der vorläufige Verzicht des Staates auf Rückzahlung der i», frühere« Jahren von den Gemeinde« bezogenen Ueberzahluugen au Steuerzuschlägeu und UmfatzsteueranteU, die Stundung der staaüicheu Steuern von Gemeiudebetriebeu, bei solchen Gemriu- den. die schon jetzt außerstande find, ihren Nagbare» Verpflichtungen nachzukommen» Vorschüsse auf di« Steuerzuschläge späterer Jahre, allenfalls die Ueber» Weisung erhöhter Mittel aus dem Wege über die Länder aus der Umsatz-, Luxus- uud Biersteuer, verhältnismäßige Beteilung der Gemeinden mit den von den Steuerträgern ringehobrneu Verzugsziuseu, di« heute zur Gänze iu den Staatssäckel fließen. Der Verband verweist dann auf di« Notwendigkeit, hochverzinslich« Kommunaldarleheu abzustoßeu und verlaugt in dieser Beziehuug die Unterstützung der Regierung, foserne eine solche Aktion nicht ohnedies im Rahmen der iu Aussicht genommene» ZiuSseu- kung durchführbar wäre. Die Deukschrist fordert dann weiters dir Erstellung eine» allgemeinen Ar- bcitsbefchaffungöprogrammes für eine planmäßige Durchführung der produktiven Arbeitslojensürsorg«, allenfalls im Rahmen der geplante« Investitionsanleih« und eine regelmäßige Beteilung der Gemeinden mit Lebensmittelkarten. Der Ministerpräsident und di« Minister nahmen diese Vorschläge zur Kenntnis und stellten chre eingehende Prüfung in Aussicht; sie anerkannten, daß diese Vorschläge im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten erwägenswert seien und versicherten der Abordnung ihrerseits, daß die Regierung nach wie vor bestrebt sei, der dringendsten Not der Selbswerwaltungskörper abzuhclfen, wobei freilich zugegeben werden muffe, daß eine Erreichftng normaler Verhältnisse von der Ueberwindung der Krise abhänge uns daher zunächst nicht zu erhoffen sei. Es wurde der Abordnung. mitgeteilt, daß die im Finanzministerium eingesetzte Beratungskommis- sion in der nächsten Zeit zusammentreten und daß sie Gelegenheit haben werde, sich mit einem von der Regierung ausgcarbciteten Programme zu beschäftigen. Die Minister nahmen die Vorschläge als Unterlage sür diese Beratungen und zur weiteren Verfügung im Rahmen der Verwaltung entgegen. Ergebnislose Verhandlungen im Rofsih-Lslawaner StreUrevier. Gestern fanden in Segengottes di« vom Brünner Revierbergamt angebahnten Verhandlungen, die die Beendigung des Streiks im Roffitz-Oslawaner Revier herbeiführen sollten, statte Die Vertreter der Bergbaugesellschaften schilderten die Situation und erklärten, daß die Gruben vom Untergang bedroht seien. Die Vertreter der Gewerkschaftsorganisationen betonten, daß sie damit einverstanden seien, daß Borkehruu- gen getroffen werden, die Gruben zu retten. Nur die Kommunisten gaben ausweichende Anttvorten und wiesen die Unternehmer an den Streikausschuß. Die Verhandlungen endeten ohne Ergebnis. .Aufgehobene Konfiskationen. Die Konfiskationen der Blätter„Lioovä lisch",„Nürodni stked" und„Deutsche Presse", durchwegs vom 20. Jänner, wurden infolge Anordnung des Justizmini-* steriums aufgehoben. Diese Blätter waren wegen ibrer Stellungnahme zum Strrbrn^prozeß konfisziert worden. ver Watlensdimnggel. Beratungen in Genf. Genf, 20. Jänner. Morgen findet in Gen eine Beratung der Vertreter meyrerer Staaten (Kleine Entente?) über den Wafsenschmuggei über Oesterreich nach Ungarn statt. Seite 4 Samstag, 21. Jänner 1938 Nr. 18 T a&esneuigkeifen der reisen Ztm. des Personals geführt haben. Die Bewohner der Bororte werden durch den Streik in erster Linie betroffen. Wiederum Feuersbrunst in Rotterdam. Rotterdam, 19. Jänner. Bei einer Feuersbrunst, die in der Altstadt wütete, haben drei Feuerwehrleute schwere und 21 Feuerwehrleute leichte Verletzungen erlitten. Der Sachschaden wird auf 1.5 Millionen Gulden beziffert. Er ist meistenteils durch Versicherung gedeckt. Der Schah befiehlt: Ser Khesredatteur muß Straßen kehren! Teheran, 20. Jänner.(Reuter.) Der Chefredakteur-es Blattes ,^uschesch" muß auf Befehl des Schah vor dem Gebäude der Polizeidirektion in Teheran strafweise Straße kehren. Der Schah ordnete die Verhaftung des Redakteurs deshalb an, weil dieser ihm anläßlich der Absetzung Tejmurtasch vom Amte eines Ministers des königlichen Hofes ein G l ü ck- wunschtelegramm gesandt hatte. der tischen Expedition, die diesmal Mount Everest Hugh Ruttledgi will, aus Englarw nach Indien ab. Alle vierzehn Mitglieder der britischen Expedition kommen in Dardschiling Anfangs Marz zusammen. Die ganze Expedition, die außer den britischen Mitgliedern noch aus 80 Trägern und einer Kolonne von Tragtieren besteht, wird um die Mitte des Monates Marz eine fünfwöchige Reise über Tibet nach ihrem Ausgangspunkt, dem ständigen Lager antreten, das etwa zwölf Meilen vom Mount Everest entfernt in einer Höhe, welche den Gipfel deS Mount Blanc um fast 1000 Fuß übersteigt, errichtet werden wird. Der Angriff auf die Bezwingung des höchsten Berges der Welt dürfte Mitte Juni erfolgen, zu welcher Zeit man erwartet, daß das Monsum- wetter bereits aufhört. Chor von Schre-ibmaschinisten, mehrere Maschinengewehre, knallende Revolver, eine Schuhmannpfeife und eine Feuerwehrsirene mit. Der erste Satz behandelt„Die Jagd nach den Nachrichten"; der zweite„Die Arbeit der weiblichen Reporter"; der dritte Satz beschäftigt sich mit der lustigen Bilderbeilage; der letzte Satz illustriert in einem stürmischen Furioso das Zustandekommen einer einzelnen Zeitungsnummer. Das ewig« Lebe«... I« der Wohnung eines Apothekers in Hannover wurde die- Leiche einer Frau gefunden, di« teilweise mumifiziert, leilweise aber stark in Verwesung übergegangen war. Die Frau ist vor Jahresfrist an einem Gallenstein- leiden gestorben. Der Ehemann, der offenbar geisteskrank ist, melder« den Tod aber nicht der Behörde, sondern behielt die langsam verwesende Leiche in seiner Wohnung. Oft scheint er neben ihr geschlafen zu haben. Als Spiritist glaubte der Apotheker an einer Wiedererweckung der Tolen. Er wurde in die Provinzial-Heil- und Pflegcanstalt gebracht. Streik bei der Londoner Au odus- geseüschajt London, 20. Jänner._ 3000 Angestellte der Londoner Auwbnsgeftllichast sind heute in einen wilden Streik getreten. Grund ist die Einführung Neu- Ztm —7, 30 Ztm. Alt-, 10 Zlm. 19-^Blasmusik.— Prehburg: 12: ...-—~: Streich» Wlntersportwetter: Schneefälle in unseren Wintersportgebieten haben die WintersportverhälMijs« sehr verbessert. NatursrrnndehauS Rollendors am 20. Sännet: Ski- und RHelbahn gut, 25 Ztm. Schnee, 5 Ztm. Reuschi«e, 1 Grad Kälte, Nordwind, andauernder Schneefall. der bekannten Rationalisierungsmaßnahmen, die I bringen und daß obendrein verlaute, Italien l a l s „Morgengabe" schenken, damit unter seinem Szepter Nord- und Südtirol wieder vereint werden. Es ist ohne Zweifel ein Gipfel an Idiotie, das zu melden, urck> es setzt gleiche Steigerung der Gehirnleere bei den Lesern voraus. Im 20. Jahrhundert wer- i den Länder als„Mor'gengabe" bei Fürsten-' Hochzeiten verabreicht! Hier hat einer aus der s jüdischen Borstellungswelt der Mitgift glei-! chermaßen wie aus mittelalterlichen Floskeln< geschöpft und man ist versucht sich vorzustellen, j wie der Leser zwischen Frühstück und Büro I ausrechnet, wieviel diese Morgengabe umge- 1 rechnet in Valuta oder in Aktien ausmachen i würde.— Nein, die einzigen Morgengaben,' die uns über den Untergang der ritterlichen' Welt hinaus erhalten geblieben sind, werden' uns von den Sensationsschmöcken zum Mor-; genkaffee serviert und stellen sich bei näherem, Hinsehen als faule Eier heraus. i Motorradmesse in Prag, den Tagen vom, 19. bis 26. März wird m Prag eine Messe für; Fahrräder, Motocykel, Beiwagen etc. stattfinden. Diese Veranstaltung wird als Sondergruppe der Prager Frühjahrsmesse auf dem Alten Ausstel-' lungsgelände zur Abbaltung kommen. Ausspeisuug Arbeitsloser in Zwickau. Durch die Opsevwtlligkeit der infolge der in Zwickau bereits seit Jahren andauernden Wirtschaftskrsse verarmten heimischen Bevölkerung und die Unterstützung einiger auswärtiger Gönner und einer größeren Zuweisung aus dem Malypeterfonds ist es der Stadt Zwickau möglich geworden, eine AuS- speisungsaktion für die hungernden arbeitslosen Mitmenschen ins Leben zu rufen. Jeder Arbeitslose, dessen Bedürftigkeit anerkannt wird, erhält täglich«ine kräftige Fleisch suppe oder Kakao und ein Stück Brot. Diese Wohltat genießen täglich über 80 Kinder und über 600 erwachsene Personen. Die Äusspeisung ist auf di« Tauer von 3 Monaten geplant, leider reichen jedoch die eingegangenen Spenden noch nicht aus, um die Hilfsaktion für diese Zeit sicherzustellen, und di« verarmte Stadt kann unmöglich einen größeren Abgang aus eigenen Mitteln decken.— Es ergeht daher an die OeffeNt- lichkeit und die Behörden die herzliche Bitte,- das Hilfswerk der Stadt Zwickau durch Geld» und Sachspenden tatkräftig zu unterstützen. Das Landeszentralarbeitsamt in Prag III., TomüSfta 4, hat folgende neue Telephonnummern: Amt 63 007, Vorstand 63 088 und Laichesaribeits- zentrale 63 567. Freie Vahnarztstelleu. Im Bereich der Staats- bähndirektion in Pilsen werden di« Stellen der Bahnärzte in Schüttenhofen und Eleanovenhein im Böhmerwalde besetzt. Ordnungsgemäß gestempelte Gesuche sind bis zum 20. Faber 1983 an di« Staatsbahndirektion in Pilsen, Abt. 1$, einzusenden. Näheres im Amtsblatt. Lady Bailey gerettet. Französische Militärflieger fanden die verschollene britische Pilotin Latch Pailey in der Kolonie Nigeria, 20 Kilometer südwestlich von Tahua. Die Fliegerin mußte wegen Benzinmangels notlanden. Immer noch Such««ach Hinklrr. Nachdem die englischen Flieger, Hauptmann Hope und Leutnant Hinleh, die zur Auffindung des verschollenen Hinkler aufgestiegen waren, immer noch nicht zurückgekehrt find, hat gestern Leutnant Hörning voyr Militärflugplatz Thun einen Erkundungsflug über die Alpen angetreten. Dichter Nebel behindert jedoch stark die Sicht. Der Grippetod in England. In der letzten Woche sind in England und in Wales gegen 681 Personen, in der vorangegangenen Woche 1041 Personen an Grippe gestorben. Die Zunahme der Sterblichkeit ist besonders in Groß-London auffällig auffällig, wo in der letzten Woche 371 Personen gegen 63 in der vorangegangenen starben. In Liverpool starben 41 gegen 23, in Manchester 49 gegen 22, in Portsmouth 35 gegen 19. Demgegenüber verzeichnet Birmingham eine Abnahme der Sterblichkeit, die 91 Personen gegen 163 in der vor- angegangeyen Woche betragt. Die Tätigkeit des Krakatau hat seit Donnerstag sehr stark z u g e n o m m e n. Nachdem am Mittwoch zahlreiche Ausbrüche in Abständen von einer bis fünf Minuten erfolgt waren, fanden Donnerstag ununterbrochen Ausbrüche bis zu einer Höhe von 1000 bis 1500 Metern statt. Kapitalistischer Wahnsinn. Ein paar neue Zahlen aus der Weltwirtschaft: In Kanada sind übet 2 Millionen Bushel Weizen verbrannt worden. In Australien sind 800.000 gesunde Schafe getötet und verscharrt worden. In Mexiko haben Militärabteilungen große Mengen von Bananen vernichtet. In Aegypten hat man 150.000 Tonnen Baumwolle verbrannt. In Brasilien sind Hunderttausende von Säcken mit Kaffee ins Meer geschüttet worden. In der Bretagne haben die Fischer nach einem ertragreichen.Heringsfang 500.000 Stück der erbeuteten Fische ins Meer geworfen. Hitler-Film verboten. Ter erste nationak- sozianstrschc Großtonfilm„Blutendes D e u t s ch l a n d", in dem Adolf Hitler und Dr. Josef Goebbels sprechen, ist von der Filmprufftelle Berlin für die Oeffentlichkeit Verböten worden. Die gejazzte Zeitung. Der amerikanische . Komponist Fero Grose hat eine demnächst durch das Witmann-Orchester zur Uraufführung ae- ‘ langende Zeitungsihmphonie im Jazzstil, die das Leben m einer amerikanischen Zeitnngs- ^I redaktion schildern soll, fertiggestellt. In dieser l Orchester ein schon einmal erst vor kurzem zu einem Streik»verde dem Habsburger Südtirol Riesengebwge: Johamrisdad:—6, 20 Ztm. Alt, 5 Ztm. Neuschnee.— Schwarzschlagbaude:—7, 50 Zrm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee.— Töpferbaude:—7, 20 Zlm. Alt-, 4 Ztm. Neuschnee.— Petzer:—6, 40 Ztm. Alt», 2 Ztm. Neuschnee.— SpiMermiihle:—6, 30 Ztm. Alt-, 5 Ztm. Neuschnee.— Peterbonde:—9, 40 Ztm. Alt-, 3 Ztm. Neuschnee.— Martinsbaude:—10, 30 Ztm. Mt-, 2 Ztm Neuschnee.— Elbsallbaud«:—10, 50 Ztm. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee.— Hosbaud«:—8, 40 Ztm., Alt», 3 Ztm. Neuschn?«. Jeschken» und Jsergebirge: Jeschken:—11, 25 Ztm. Schnee.— Friedrichs» Wald:—5, 22 Ztm. Schnee.— Königshöhe:—5, 25 Ztm. Schnee.— Neuwiese:—10, 80 Ztm. Schn«. — Josefsthal-Mordorf:—5, 25 Ztm. Schn«.— M"'»n»»rn:-6. 15 Schn«.— Taselsichte: —7, 40 Ztm. Schnee.— Buchsteinhöhe:—6. 25 Schn«. Erzgebirge: JoachimSthal:—5, 20 Ztm. Alt», 1 Zrm. schn«.—«ottesgab:—12, 30 Ztm.'/fit-, 8 Neuschnee.— Stürmer:-" 2;, 12 Steuschnee.— Zinnwald: Neuschnee, gutes Skiwetter. Böhmerwald: Spitzberg:—5, 30 Ztm. Alt-, 20 Ztm. Neuschitee. Eisenstein:—5, 25 Ztm. Alt-, 10 Ztm. Neuschnee. — Winterberg:—4, 16 Ztm. Alt-, 10 Zrm. Neuschnee.— Josefsthal:—5, 30 Ztm. Alt- 8 Zrm. Neuschnee. Schiffe in Rot. Archangelsk, 20. Jänner.(AR.) Der Kapitän des Eisbrechers„Senin", der dem aufgefahrenen Eisbrecher„Malygin zu Hilfe eilt, erklärte, er hofft, in den nächsten Tagen den „Malygin" freizubekommen und nach Mur- manfl abschleppen zu können.— Das Expeditionsschiff„Perseus" wurde in der Nähe von Spitzbergen von einem schweren Sturm überrascht und beschädigt. Er ist auf der Rückfahrt nach Murmansk begriffen. New Aork, 20. Jänner.(Reuter.) New Ior- ker Stationen haben SOS-Rufe des Frachtendampfers„City of Exeter"(300 Tonnen) aufgefangen, der um sofortige Hilfelesstungen ersucht. Er befindet sich etwa 600 Meilen östlich von Cap Race. Baris, 20. Jänner. Nach einer im„Paris Midi" veröffentlichten Meldung aus Singapore ist an Bord des indochinesischen Dampfers „Generalgouverneur Paul Doumer" während der Fahrt von Saigon nach Singapore Feuer ausgebrochen. Ein Teil der Ladung wurde zerstört, das Feuer konnte jedoch gelöscht werden. Es bandelt sich um einen im Jahre 1918 gebauten 1500 Tonnendampftr. Das Gefängnis als kleinstes Nebel für den Strafentlassenen! Mittwoch wurde aus der Haft des Kreisge- richtes in Ung.-Hradisch Ladislav Spiegel aus Hooonln entlassen. Als er den ganzen Tag vergeblich um Arbeit nachges^ucht hatte, zertrümmerte er mit einem großen Stein die Auslagenscheibe eines Fahrrad- und ! NähmaschinengeschäfteS, wodurch er einen Schaden von 4350 wo anrichtete. Hierauf begab er ! sich selbst zur Polizei, wo er den Vorfall meldete. Er wurde verhaftet und wieder in die Haft eingeliefert. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus Den Programmen. Sonntag. Prag: 6.45: Gymnastik. 11: Matinee. 17.3-V, Dr. Heger: Bon Triest nach Jerusalem 1v. Deutsche Sendung: Beethoven-Lieder. 12..": Sinfoniekonzert.— Brünn: 18^Teutstbe Sendung: Konzert. 19;-olasmuur.— Pres>j Orchesterkonzert.— Berlin: 18: Tvokak: aUartett C-Dur. 20: Philharmonisches Ouanel't.— Breslau: 18.80: Kleine Bivlinmusik.— Mühlacker: 19.30; Zitherkonzert.— Hamburg: 16.40: Blas- konzert. 20: Verdi—Puecini.— Königsberg: 19: Musik für Flöte und Klavier.— Leipzig;*1440- Kammermusik.— München: 17.20: Zilherkonzeri' 20: Orchesterkonzert.— Wie«: 15.30: Kammennnsit. 19.20: Arien und Lieder. 22.30: Wiener Künstler für die Winterhilfe. Der Prager Raadmord aasgeklärt. Die Richte der Ermordete« legt ei« Geständnis ad. Prag, 20. Jänner. Der Mord an der Witwe Halam in Smichow hat eine überraschende Aufklärung gefunden. Während des ganzen gestrigen Tages bemühte sich die Polizei, das Mord- lnstrument aufzufinden. Bei der Untersuchung fand man in der Nähe des Hauses blutbefleckte Tuchfetzen, auf welchen Fingerabdrücke festaestellt wurden. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß das Opfer durch sieben Schläge auf den Kopf getötet wurde und daß durch einen Schlag auch zwei Rippen gebrochen wurden. Die Polizei verhörte alle Verwandten der Ermordeten und nahm eine Hausdurchsuchung bei der Nichte der Frau vor, wobei in einem Versteck der Hammer gefunden wurde, mit welchem die Mörderin die Tat verübt hat. Die Polizei gibt über das Ergebnis ihrer Nachforschungen folgernden Bericht auö: Während des ganzen gestrigen Tages wukden durch die SicherhettSaoteilung am Orte der Tat Untersuchungen durchgeführt, wobii in der Wohnung der Nichte der ermordeten Franziska H a l a m, Anna Z i ch a, geboren in Smichow am 22. April 1894, wohnhaft in Smichow, ein Hammer gesunden wurde, welcher in einer Mehlkiste verborgen war. Die Kiste stand im Hinterzimmer der Wohnung der Zicha. Auf Grund dieses Fundes wurde die Jicha neuerlich verhört und gestand, die Frau Mit diesem Hammer ermordet zu haben. Haftbefehl gegen die Brüder Rotter. Berlin, 20. Jänner. Gegen die Direktoren des größte» deutschen Theaterkonzerns, Brüder Rotter, ist auf Ansuchen eines Gläubiaers dieses Konzerns Haftbefehl erlassen worden. NDer Konzern ist, wie bereits gemeldet, dieser Tage in Konkurs gegangen. Die Verhaftung wnnte bisher nicht dnrchgefüyrt werden, weil einer der Brüder im Auslände weilt, der andere sich in Berlin versteckt aushält. Unter dem Drucke der Umstände haben die Beauftragten der beiden Brüder erklärt, daß diese bereit seien, aus allen neun ihnen bisher unterstehenden Ihealerdirektiouen auszutreten und so die Gründung einer Gesellschaft;ir ermöglichen, die die Theater übernehmen würde. Es besteht die Hofinuna. daß diese Gesellschasl bereits in den nächsten Tagen wird gegründet Werden. Die Morgengabe des Schmocks. Rastlos wie diese, einzig den Wanzen zu vergleichende, Gattung des Homo sapiens ist, haben die Sensa- tionsreporter herausbekommen, daß Otto Habsburg sich in Berlin aufhält, um seine in Löwen begonnenen staatswissenschaftlich-historischen Studien fortzusetzen. Die Sache ist vielleicht nicht so ertragreich wie die andere Entdeckung, die sie kürzlich gemacht haben, daß Elisabeth Bergner ihren Regisseur geheiratet und die Trauung verheimlicht habe(was den Triumph der journalistischen Durchleuchtung des Schlafzimmers natürlich bedeutend er höhte). Aber zur Not läßt sich auch aus einem Exkronprinzen, der tirolische Urkunden stu diert, eine Sensation machen: 1. weil es ja doch ein„Erzherzog" ist, 2. weil er wirklich und wahrhaftig studiert, was dem Spießbür ger ein wollüstiges Gruseln erregt, weil es ihn in ein« Gemeinschaft mit dem Hochgebo renen zu bringen scheint, 3. weil er in Berlin studiert, was doch politisch höchst interessant ist, obgleich kein Rhinozeros zu finden sein wird, das sich einreden läßt, der klerikale Habsburger aspiriere vielleicht auf die Krone Preußens, 4. und letztlich, weil man einen Anlaß hat, etwas dazu zu lügen. Und so macht man aus einer P r i v a t s a ch e, die nieman den zu interessieren brauchte, eine Sensa tion, man ist scheinbar um die Republik be sorgt und betreibt in Wahrheit eine monarchi stische Reklame— wie sa an dem ganzen mon archischen Unglück der Menschheit überhaupt bei weitem weniger die Monarchen und bei weitem weniger die Monarchisten als jene Liberalen und Republikaner schuld sind, die beim Anblick einer„Hoheit" ihre Hosen be- nässen. Und weil es eben nicht genügt, nur zu melden, daß Otto in Berlin ist, wo er nach dem Gestärwnis der Presse keinerlei Aufsehen macht, weder Besuche empfängt noch welche erstattet, sich also korrekt benimmt, meldet man, daß in diesem Zusammenhang(ausge rechnet bei Agrargeschichte) auch wieder die Heiratspläne auftaüchen, die Otto in'. Verbindung mit der Tochter Viktor Emanuels j Symphonie wirken außer dem Wenzel Runge gestorben. Am Freitag ist der ehemalige Leiter ! Druckerei Runge u. Co. in Reichcnberg, Wenzel ! R u n g e, gestorben. Er hatte im Herbst des Vorjahres eine längere Krankheit ü^rstanden; man hatte gehofft, daß er völlig wiederhergestellt sfti. Ein neues Leiden, dem der geschwächt« Kör- >per nicht mehr Widerstand zu leisten vermochte, hat nun Runge dahingerafft. Runge war einer der Gründer der ehemaligen Reichenberger Parteidruckerei. Seiner Tatkraft und Umsicht ist die prächtige Entwicklung zu danken gewesen, die die Druckerei nahm, als sie noch den Sozialdemokraten gehörte. Bei der "Spaltung ging Runge zu den Kommunisten, er i blieb aber im Grunde seines Herzens Sozialdemokrat und hat sich mit den bolschewistischen i Methoden nie abgefunden. Als Obmann des Konsumvereins„Vorwärts" und als Druckereileiter begehrte er mit anderen im Jahre 1929 gegen das Diktat der kommunistischen Parteileitung auf, weil er voraussah, daß diese Unternehmungen der Arbeiterschaft zusammenbrechen müssen, wenn sie nach den Richtlinien des Polbüros weitergeleitet werden. Die Wogen des Hasses, di« damals um die ehemals Gefeierten brandeten, erreichten Runge nicht; auch der wütendste Gegner versagte ihm nicht die Achtung, keiner wagte die Lauterkeit ftl'ner Beweggründe zu bezweifeln. Der Zusammenbruch seines Lebenswerkes, die Entfernung von seinem Posten hat aber diesen immer ftöhlichen Menschen schwer bedrückt. Er hat die traurigen Ereignisse, die sich um dir Druckerei und um den Konsumverein abspielten, nicht lange überlebt. Runge litt schwer unter der Spaltung und hat es, obzwar er darob von seinen Genossen an- geseindet wurde, nicht über sich gebracht, die herzlichen persönlichen Beziehungen zu^seinen alten ! Freunden aus der Sozialdemokratie abzubrechen. Im Kampfe um die Reichenbergcr Nnternehmun- ?en der Arbeiterschaft standen wir wieder an nner Seite. An der Bahre des wackeren Kämpfers,^dessen ganzes Leben der Arbeiterschaft widmet»- war, stehen die wackere Lebensgefährtin des Verstorbenen, die Genossin Runge und drei ,Söhne, von denen zwei der Sozialoemokratie an- iiehörcn. Mit den Angehörigen trauert die ge- ämte nordböhmische Arbeiterbewegung um den Verstorbenen. Bon der Grenzwache erschaffen. Am 18. Jänner hielt die Finanzwache auS MniSek n. Popradem einen Mann an, der von der tschechoslowakisch-polnischen Grenze kam und «inen großen Ballen trug. Aus die Aufforderung der Finanzwache, stehen zu bleiben, ergriff er die Flucht. Nach Verfolgung und viermaliger Aus- focherung, zu stehen, feuerte die Wache aus dem Dienstgeweyr. Der Flüchtling, in dem später der bekannte Pferde- und Schweineschmuggler Jan I m r i ch aus Pilhov, ein Sohn des dortigen Bürgermeister-, ftstgestellt wurde, erlag auf dem Wege ins Krankenhaus der erlittenen Kopfschußverletzung. Der höchste Berg der Wett soll bezwungen werden. London, 20. Jänner.(AR.) Heute Führer und vier ander« Mitglieder der öri- I den Gipfel des _jeteft Hugh Ruttledge selbst besteigen zehn Mitglieder der britischen Expedition kom- Die ganze Expedition, dr« äußer den brifischen lonn« von Tragtieren besteht, wird Mitte des Monates Marz eine Rr. 18 SamStag, 21. Jlftm«, 1883 Seite ö Der Marx-Varte;tag in FkMurt. Mit großem Eifer wird in Frankfurt a. M. zurzeit der Marx-Parteitag der Sozialdemokratie, der vom.12. bis zum 18. März 1933 stattfindet, vorbereitet..’-i.’• Für die auswärtigen Gäste des Parteitages ist besonders die Eröffnungsknndgcbung am Sonntag, den 12. März von Wichtigkeit, Diese Kundgebung wird mit einem Riesen- Demonstrationszug durch die Straßen Frankfurts ringcleitet. Die Eröffnung selbst erfolgt in der Festhalte, die etlva 20.000 Menschen faßt. Als Auftakt zur Begrüßungsfeier bringen die Arbeitersänger eine zuni Marx-Pärteitäg. gedichtete uHd komponierte Freiheitskantate zu Gehör. Ter Text stammt von Mar Barthel, die Musik hat der in der Arbeitermusikwelt bekannte Ottmar Gerster geschrieben. Ein Massenchor von mehreren hundert Sängern und Sängerinnen wird mit' einem Blasorchester von etwa 50 Mann die Kantate uraufführen. Es folgen die Reden. Parteivorstandsmitglieder, Vertreter der Sozialistischen Internationale und der ausländischen Bruderparteien werden sprechen. Durch Lautsprecher wird die Veranstaltung Zn der Festhalle auf die beiden anliegenden Hallen des Festhallengeländes,„Haus der Moden" und„Haus der Technik" übertragen. In diesen Räumen, die ebenfalls 20.000 Personen Unterkunft geben, werden noch besonders Führer der.Internationale und der Deutschen Sozialdemokratie sprechen. klcmmcnsmmtitisei Iber aas grase Wasser. Bor einiger Zeit wurden vor einem deutschen Gericht ein Amerikaner und zwei Äewards einer Schiffahrtsgesollschast zu Gefängnisstrafen bis zu zehn Monaten verurteilt. Sie standen unter der immerhin nicht alltäglichen Anklage, gewerbsmäßig blinde Passagiere verfrachtet zu haben. Die blinden Passagiere erhielten ihr Versteck aus dem Schiff regelmäßig hinter einer Verschalung des Bibliothekzimmers, wo fürsorglich Lebensmittel und Schlafdccken für sie untergebracht waren. Tie Ermittlungen haben ergeben, daß ein reguläres Konsortium zur gewerbsmäßigen Beförderung klinder Passagiere bestaird. die Vertreter in New Uork, Philadelphia, Sidneh und Hamburg sitzen hätten. Nun, dieser Fall einer organisiertem„Gesellschaft für blirrde Passagiere" ist beileibe nicht der erste und einzige seiner Art. In unserer Zeit, da überall die Einwanderung, die legale Einwanderung, unmöglich gemacht und mit Bergen von unerfüllbaren Schwierigkeiten und Vorschriften umgeben wird, wäre eS ein Wunder, wenn sich geschäftstüchtige Leute diese Gelegenheit entgehen ließen. Aber dieser Fall erinnert an einen anderen', der vielleicht der berühmteste Fall dieser Art war und nicht lo schnell vergessen werden sollte. Das war zu Anfang des Weltkrieges. Amerika war noch friedlich und dack'te noch gar nicht daran, in dem schrecklichen Ringen den Ausschlag zu geben, indem, es aktiv cingrift. Deutsche. die der Krieg in den Vereinigten Staaten überraschte, wollten in die alte Heimat zurück. Das war leichter gesaat als getan. Pas'agierschisfe standen wohl in größter Anzahl zur Verfügung, aber jedes dieser Srbiffe wurde bald nach dem Verlassen der amerikanischen Hoheitsmeile von englischen Krigsichifsen angchalten. Tie Papiere der Schiffsreiscnden wurden untersucht und jeder Deutsche, der sich darunter befand, wurde ohne weiteres gefangenaenomMcn. Sogar Greise, denen man ansah, daß sie nicht m.hr kriegsdienstverwendbar' waren, wurden nicht vcr'chünt. Es wäre eigentlich Pflicht der Schiffsgelellschafton gewesen, deutsche Reisende vor der Benutzung ihrer Dampfer zu warnen, aber der Prosit über- wog natürlich solche Einsicht bei weitem. Wenn die deutschen Passagiere ihre Ueberfahrt bezahlt hatten, dann konnten sie ruhig gefangengcnom- Men werden. Ja. es gab viele Kavitäne. die den lauernden englischen Kriegsschiffen drahtlose Meldungen über ihre Fracht an reichsdeutschen Va'sagieren zngchcn ließen und dafür recht fttte Prämien einstrichen. Diese Zustände sprachen sich unter den Deutschen in Amerika bald herum und wer Halbwegs klug tvar, blieb im Lande und wartete eine sichere Gelegenheit ab. Damals fanden sich mehrere deutschstämmige Stewards amerikanischer Staatsbürgerschaft, die bereit waren, bei feder Ueberfahrt amerikanischer Päf- sagierdanrpfer deutsche Staatsbürger als blinde Passagiere in einen neutralen Hafen hinüberzuschmuggeln. Die Deutsch.m wurden meistens in Kisten an Bord geschafft, unten im Gepäckraum freiaelassen und dann in bestimmten Schlupfwinkeln verstaut.' Eine solche„Gesellschaft zur Beförderung bli'nder Passagiere" wurde in New Jork im Herbst des Wahres 1915 entdeckt und vor Gericht Gestellt. Angeklagt waren insgesamt 70 Personen, die eine richtige, groß» Organisation zur Verfrachtung blinder Passagiere gebildet hatten. In der Verhandlung kam cs zu Tage, daß auf diese Weil? mehr als 3000 Deutsche'N die Heimat zurückbeförchert werden konnten. Das amerikanische Gericht sprach eine ganze Anzahl der Angeklagten, übrigens fast alle Stewards, frei und auch die andern kamen mit verhältnismäßig geringen Strafen davon. Den blinden Passagier wird es immer geben. Und da eine blinde Passage nur dann gelingen kann, wenn sich Hilfe und Unterstützung an Bord befindet— alle gegenteiligen Behauptungen sind unsinnig— so wird es auch immer wohltätige „Gesellschaften zur Beförderung blinder Passagiere" gebe». A. Vogt. Wie oft mußVater mit den Kindern oiy Sonntag auf Siewarten,weil Sie mit dem Geschirrabwaschen noch nichtfertig sind. Das ändert sich, wenn Sie VIM zu Hilfe nehmen. VIM lost das Fett, weil es stark seifenhaltig ist. Deshalb wird mit VIM diese unangenehme Arbeit leichter und schneller fertig! MUTTI- KOMM DOCH ENDLICH ALLE WARTEN! Gerichts-Szene in China. Von Egbn Erwin Kisch. Durch den chinesisch- japanischen Konflikt ist für die Verhältnisse im Osten starkes Interesse lebendig geworden. Sicher ist, daß dos Vorgehen Japans grausam, unmenschlich ist und allen Grundsätzen des Völkerrechtes ins Gesicht schlägt. Doch darum hieße es doch, sich der Einseitigkeit schuldig machen, wollte man nur die einen Asiaten, nicht auch die anderen sehen. Egon Erwin Kisch, der„Rasend« Reporter"'ist zur Zeit, da die Kämpf« in Shanghai! entbrannten, nach China geflohen und hat dort in Shanghai und Peking durch mehr als«i'n halbes-Jahr di« Zustand« studiert. Seine Erlebnisse ruid Erfahrungen hat er in einem soeben nnV erläge Erich Reiß, Berlin erschienenen Büche-,Chi"n-a g e- heim"(Preis Mk 3.80, geb, Mk. i,80) nieder- - gelegt, das geeignet erscheint- das größte Äüf- sehen hervorpiruf«»,‘ denn mit solcher'Schonungslosigkeit hat wohl noch nienraM M die Verhältnisse Chinas hineingelkuchtet,„ gls- es hier geschieht. Das furchtbare Elend der Mästen des chinesischen Volkes, die'scheußlichen"Woh- nungsverhältniss«, die Rechtszustände und vieles andere wird von Kisch ebenso rücksichtslos aufgedeckt, wie das ausbeuterische, korrupte Treiben der Brrtreter der europäische» kapitalistischen Staate» Wie Kisch zu erzählen weiß, darüber braucht nicht erst ein neues Wort des Lobes gesagt werden. Nachstehend mit freundlicher Erlaubnis des Berlages eine Leseprobe.aus dem Buche zur Charakterisierung des chinesischen Gerichtswesens: Aufgerufen, tritt der Angeklagte auf«ine: Stufe und nun werden Kopf und Oberkörper Mer der hölzernen Wand sichtbar, manchmal stehen vier, Uns lebende Büsten nebeneinander. Die Vorstellung rollt ohne Anfang und ohne Ende ab, wie«in Puppenspiel auf dem Jahrmarkt. Nichts sieht das. Publikum als den Rücken der" Figuren, es könnte allenfalls die Worte- verstehen, aber niemand interessiert sich für die, an der er. durch Verwandtschaft oder Freundschaft beteiligt ist Drei Richter sitzen auf der Empore, rechts und links unter ihnen sind Bänke Ur die Zeugest, Ur die Kläger, Ur den Berichterstatter der Munizipalität und Ur die Presse, die fast niemals vertreten i,st. Werdep doch nur Bagatellsachen verhandelt. Maximalstrafe: ein Jahr,— Alltag, Delikte um kleiner Beträge willen, tagaus, tagein, jahraus, jahrein sich wiederholende, also wohl in keiner Weise wichtige Fälle..-' Um so mehr Detektiv« sind da. So viele, daß der ihnen zugewiesene Raum die Meute-nicht fasten kann, weshalb die Acht-Copper-Jungeu plaudernd, spaßend im Saal cherümlungern. Bei her. Einvernahme stellen sie sich laut vor:„C. D. S Nummer Soundso". Eine« anderen Namen führen Sie nicht als„Chinese Detektiv Sergeant Nummer Soundso". Auch Europäer schmücken das Spitzelpärkett, die Engländer habe» alle— konventionelle- Regie!— rotes Haar, wie Judas auf den Abendmählhildern des Cinguencento,, Aus Lyndon,-oder: iMnburgh kamen sie nach dem Fernen Osten, um äus dem Erwischen armer Vevbrecherchen einen Lebensberuf zu machen. Sie treten an die Barre und, legen Zeugnis ab wider ihr Opfer. Auf englisch, Die gelbgeschnitzte Bühnenfigur schaut schief und groß das Wort an, das fremde Wort-des Fremden. Die gelbgeschnitzte Bühnenfigur kann diesem verhängnisvollen Wort nicht begegnen, kaqn es nicht widerlegen und nicht unterbrach em Di« geldgeschnitzte Bühnenfigur muß sich von diesem fremden' Wort des Fremden ohne Gegenwehr ergreifen. und- ins Gefängnis werfen lasten.-.•;' Ein Dolmetsch übersetzt, wenn es chinesisch' zu- gehl, dem internationalen Astestor jedes Wort inS Englische, die Spitzelaussage übersetzt er.-für den Richtertisch ins Chinesische. Der Schriftführer-schreibt mit dem Pinsel von oben nach unten'mit, was der berufsmäßige Belastungszeuge zu berichten weiß, das Protokoll dient gleich- als Urteilsbegründung, dir Richtigkeit der Aussage kann nicht bezweifell werten, denn andere werden sie bestätigen;- jeder Verhaftung eines Taschendiebes, wohnen ein paar. Nummern C. D. 2. als, Zeugen bei.(„Jy Shanghai kommen auf jeden Bewahrter fünf Spitzel,"' pflegt einer von ihnen zu sagen, seufzend über so' diel Konkurrenz.) Außerdem liegen hie furchtbaren Corpora delicti unwiderleglich auf dem Tisch des.Hauses: die zerschlissene Geldbörse, eine Reisschale mit zwei Wür- feln und einigen Kupfermünzen. Zu jeder Causa nimmt ein jünger glattgeschei- kelter Chinese(schwarze Anwaltsrobe mit Silberborte üher europäischem Anzug) als erster das Wort. Wir .stellen mit Befriedigung fest, daß er die Sachverhalt« '.nicht erst während der Verteidigung, kennenlernt, rille dies anderswo bei Offizialverteidigern der Fall ist, und daß er sich der Sache mst Leidenschaft an- nimnrt, wie dies anderswo bei Offizialverteidigern - nicht der. Fall ist. Aber unsere Befriedigung ist nur .pon kurzer Dauer... Bald merken wir,, er ist kein Offizialverteidiger vielmehr das Gegenteil eines O.ffiziälverteidi.gersr. ein Offizialanlläg.er.j hin L Armxnanwalt,^vielmehr das Gegenteil eines Arm'en- ^aüwalts:. ein-Polizeianwalt, vom Stadtrat.! des I Jnternaüonaltzy. Settlements' dazu bestimmt; gegen Chinesen öffentlich Anklage zu erheben. Er, der die Polizei verteidigt, sitzt vor der Bühnenwand, zu seinen Häuptern agieren die, die niemand verteidigt. Immer neue. Ein» Kammer in der Ecke des Saals, eisentürverschlosten, stahlricgelver- sichert, gucklochversehen, doppelpostenbewacht, läßt über ihre Bestimmung keinen Zweifel austommen. Dorchin wird jeder aus dem Ensemble des tragischen Puppentheaters.geschmissen, bevor sein Auftritt kommt, geschmissen, nachdem sein Auftritt'vorbei ist. Im Zwischenakt schnürt man die Figuren zu Bün- .deln' und transportiert sie ab. Hof— Treppenhaus— Korridore— Straße— alles voll von Eskorten. Fünf, sechs Gefangene, aneinandergebunden, zerrt man von der Zelle zur Ber- Handlung, von der Verhandlung zur Zelle, vom Richter zum Nachrichter, geradeaus und um»ie Ecke. Wird nun ein> einzelner gefichrt, so ist'S di« Art, ihn am Genick zu halten und nach vorn zu kicken. Gilt es einem Herrn Beamten oder einer anderen Eskorte auszuweichen, gibt der Polizist dem Gefangenen mit dem Fuß die richtige Richtung und geschwindere Geschwindigkeit. Auf ähnliche Art wird mich im Verhandlungsaal der Angeklagte vor seinen Richter getreten. Er stolpert, vom Stoß beschleunigt, die Stufe hinauf, und schon ist er aus der Versenkung emporgetaucht, eirft Bühnenfigur. .Kurzer Prozeß. Sung-Tsang' und Wan-Bi-Lu, anesyandertzefesselt.'„C. D, S. 184 Macht die Aussage:' die beiden waren gestern.in'-der Werkstätte eines Beinschnitzers; während Wan-Bi-Lu-nach dem Preis eines Petschafts fragt«, versuchte Sung-Tsang ein Mühjongspiel-zu stehlen. Wan-Bi-Lu wird frei- - gesprochen. Sung-Tsang zu zwanzig Dollar/Strafe verurteilt, das hesßt: zu zwanzig Tagen Haft,.denn hier har kein Angeklagter Dollars übrig. Verurteilter Und Freigesprochener werden voneinander losge- kopprlt, Sung-Tsang ins eisern verschlossene Eckzimmer gestoßen.... Ein hohläugiger'Kopf mit fahlem Haärkranz und ebensolchem Spitzbgrt hat den Pastanten von Tsepu Road Gelegenheit zum Glücksspiel geboten. Ach, die Passanten von Tsepu Road brauchen ihn dazu! Ach, das Glücksspiel um halbe Pfennige!. Was tuts, der Alle, zumal er rückfällig ist, kriegt zehn Tage aufgedonnert. Man schiebt ihn in den Kotter. Sechs auf einmal, sechs Gesichter aneinander gepreßt, sechs Körper aneinandergefcstelt, eine Partie. Was kostet sie? Steht noch nicht fest, deshalb starren die sechs, alle unter zwanzig Jahre alt, aber sonst alle verschieden, mir aufgcrissenen Schrägaugen nach vprn, wo'ihr Schicksal entschieden, wird. , Sie haben aus einem zerschossenen Haus in Tschapei die Waren eines Pfandleihers davongetragen. Tas«st schoi« zwei Monat« her. Der C. D. S. Nr..76 fand bei einer Haussuchung einen Teil der gestohlenen Ware, und der Verhaftete gestand, seine Komplizen ein. Einer leugnet-ganz, einer-leugnet halb, einer leugnet ein viertel, einer beschuldigt zwei, und-alle sind sie aneinandergek«tt«t, Verraten« und Verräter, Geständige und Leugnende, Komplizen und Feiitdr. . C. D. S. Rr.76 nennt sie einen Verbrecherhand«, stcrs". DoS ist, als ob jemand in Europa von„Großindustrie" sprechen und. einen Klempnerladen meinen würde. Gangs sind in China eine ebenso große-Macht wie die Großindustrie in Europa, Gangsters beherrschen die Regierung, beherrschen di« Polizei,'beherrschen den Opiumhandel, halten die-Organifarzon des Menschenraubs«ich des Sklavenhandels in Händen, heben Lösegeld ein- und legen Steuern aus,"..„. Jedoch die sechs Köpfe, über der Wairü fühlen sich nicht geängstigt dadurch,'daß man.ihr Gegenüber einen Gang nennt, nud di« drei Köpfe der-.Richter Uhlen sich nicht geängstigt dadurch, daß man ihr Gegenüber- einen Gang nennst Die kleinen Gangsters hängt man, oder wenn sie nur ganz, ganz klein sind, so werden st«'-— wie die sechs da— auf einige Monate ins Loch gest«ckt. Der Nächste! Der Nächste hat falsches Geld auS- gegeben. Dazu muß man wissen, daß in Chipa von je Uns Talerstücken mindestens eines falsch ist; alle Wechsler, lösen es mit einem Abzug von zwanzig Cents anstandslos ein. Jeder bessere General, feder Ortsgewaltige macht sich sein, Geld sellrer. Wex die Stanze hat, schlägt die Münze, nur der..arme Ber- schleißer mutz es büßen." -Der Nächste ist ein schreiender Stotterer mit flachem Schädel, einäugig; er bewegt die Finger, als wollte er ihrem Schatten die Kontur von ,Tieren geben, hörte nicht zu, wenn er angesprochen, wird, offensichtlich ein Irrer. Deshalb ist auch die Angeklagtenwand, das„Dock", von zwei Polizisten flankiert. Angeklagter ist Fischer,' hat gestern einen Reishändler,-von dem«r> sich betrogen, glaubt«, überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt. Der Fall wird auf nächste Woche vertagt, da der Neberfallen« in Lebensgefahr schwebt. Stirbt er,- so erspart d«r Richter das Urteil, Totschlag und Mord sind seiner Kompetenz entzogen. Der Nächste, der Nächste... Mit jedem tauchen Sergeanten und Konstabler der Zivilpolizei auf, sie belasten jeden, ebenso wie der Polizeianwalt' jeden belastet und überdies Belastungszeugen führt. Entlastungszeugen und Verteidiger gibt es in der Halle der Bagatellen nicht. Volkswirtschaft und Sazialpolitik Las„mährische Manchester" vom Verfall bedroht. . Die Stüdt Brünn wurde wegen ihrer hochstehenden Textilindustrie das„Mährische-Manchester" genannt. Die Erzeugnisse der Brünner Textilindustrie gingen in die ganze Welt und das Ausland versah sie mit englischer Signatur. Dies wurde durch die ausgezeichnete Qualität der Brünner Ware ermöglicht, die einen Vergleich mit englischer Ware ruhig aushält. Tag sich die Brünner Textilindustrie so entwickeln konnte, ist vor allem der Textilarbeiterschafr zu danken. Die Weltwirtschaftskrise hat aber die gesunde Entwicklung der Brünner Textilindustrie gelähmt; die Ware gelangt infolge der hohen Zölle nicht ins Ausland und. auch im Inland findet sich nicht der entsprechende Absatz, da Krise und Arbeitslosigkeit die Kauflust hemmen. So kam es dazu, daß eine Textilfabrik nach der anderen in Brünn ihren Betrieb einstellen mußte utld der einst dieser Stadt mir Recht gegebene Titel„Mährisches Manchester" erscheint heute kaum mehr angebracht. Hatten die Brünner Textilunternehmungen in der Zeit der Hochkonjunktur mehr als zehntausend Arbeiter be« lchäftigt, so arbeiten heute kaum mehr die Hälfte der Arbeiter und auch die noch in Arbeit Stehenden sind keineswegs in gesicherter Pbsition. Der Bericht des Arbeitsamtes für den Mäuat Dezember zeigt deutlich, daß die Textilunter- nehmen ständig ArbeiterentkasiungeN vornehmen oder-zumindest die Arbeiter für eine Zeit aus der Arbeit aussetzen. Die Firmen Brück& Engelsmann, Sken«, Weiß& Hannak. Dr. Hecht, Himmelreich& Zwicker, Fritsch& Co., Klozar, Löw-Beer, Kegler, Süaßni, Müller, Hohn, Neumark, Schoeller, Redlich u. g. mußten auch im: vergangenen Monat wieder zu' Arbeitcrcni- sasiuugen schreiten. dieser, traurigen Situation befindet sich die.xknst so.berühmte Brünner Textilindustrie,, Das Lohnniveau in U.Z.A. Amtlichen ErhebungeU zufolge erreicht./der Zusammenbruch des amerikanischen LohnrnveauS katastrophale Ausmaße.■' 7 Für 16.000 Unternehmen, n denen etwa 45 Prozent aller Lohnarbeiter der Industrie beschäftigt werden, sank die Gefamtsunime der Löhne im September 1932 auf.38 Prozent dcS Monatsdurchschnitts des Jahres 1929. Das Niveau des Jahres 1929 gleich 100 gesetzt, zeigt sich Ur diese Betriebe. folgend.' Entwicklung: Lohnaufwand Uauikrait 1929' 100 10(1" 1930..... 80. 82- 1931 st..... CO 68 1932 1. Halbjahr. 46 49 Die Kaufkraft sank weniger schnell, weil die Lebenshaltungskosten um 20 Prozent sanken. Unter den am schwersten getroffenen-Gruppen befinden sich di« Kohlenbergleute: in den Steinkohlcnzecheu sanken die Löhne von 1929 die Mitglieder „Gang", eine nennt er.„Gang bis Juni 1932 um 53, in den Braunkohlenzechen um 70 Prozent. Die Steinbrucharbeiter verloren ebenfalls 70 Prozent. Die Ei'enberg- leute bekommen, noch ganze 17 Prozent ihres Normaleinkouunens. Seite 8 Samstag, 21. Jänner 1933 Nr. 18 SBOrt' Spiel' Kflrperplleae hem Der Film Geriditssaal ist erst Literatur Kunst und Wissen Akademiker, bis Sonntag — Sonntag, Jugendbewegung. Vereinigung sozialistischer ist von Samstag 12 Uhr alle Mitglieder geschlossen. Tradueteur, französisch-deutsches, illnstrienet Verlag in und solche, die aus dem Blut und Schweiß der anderen Paläste bauen, Luxuspferde züchten, Auto fahren und im üböigen den ganzen Tag nichts machen, so daß ihnen der Weg zur Ekstase erleichtert, das Tragen, etwa'ger Folgen möglichst mühelos gemacht wird. Wit diesen Feststellungen soll nicht angedeutet werden, daß dieser Film etwa kapitalistische Tendenz verrat«; im Cexentell: er spielt sich aus allgemein Menschliches h'naus und tut das, wie gesagt, mit viel psychologischem Vermögen und hierzulande selten gekonnter Technik. Aber gerade diese zur Schau getragene Tendenzlosigkeit, die sich zum Schluß sogar noch mit einer Apotheose der Werkarbeit umgibt, ist das E«föhrl'che an diesem Film, der. die Menschen mit einem leichten goldenen Luxushammer vor den Kopf schlägt, so daß sie in««genehme Besinnungslosigkeit verfallen. Wer sich aber gegen di« Wirkung solcher eleganter Verführung durch de« Film sicher weiß, der wird das wirklich Wertvoll« an ihm zum Teil mit starkem Genuß' in sich aufnehmen. 8.®i Frei« Das Heim 3 Nhy für w t den 22. Jänner, um 8. Uhr. lieft Genosse Erich H e l l« r rerschsedene Autoren. Alle Genossen und Genossin»«» werten ersucht, ihm Adressen bei Genossen Willi m e k abzugeben. Wasserball tu zwei Klasse». In diesem Monat beginnt in Wien di««rst« Wasser.ballmei- sterschaftdesASkö. Tie Konkurreng wird ohne Rückspiele und nur zur Probe für eine reguläre Meisterschaft durchgesüchrt.. In der ersten Klaffewer- den drei Mannschaften, des AtbesterschwimmveriineS owie Liesing, Zentralverri» und- WAT. 16 spielen. Für ds« Meile Kläffe werden Schwimmverein drei und Arbeiterturnverein voraussichtlich fünf Mann? 'chaften, Liesing und Zentralverein je eine Mann» chaft stellen. O, welch« Lust,„Amateur" zu sein! Obwohl in der letzten Zeit sehr viele Fußballvereine mit dem Ueberlrilt ins Profilager liebäugelten, hat es keiner von diesen Aspiranten getan, denn bis zum 10. Jänner— das ist der Endtermin für den Uebertritt— ist keine derartige Anmeldung bei der ÜsAF. in Prag «ingclaufe»! Di« Belohnung. Der Reichstrainer der bürgerlichen Deutschen Sportb«hörd«, Waitzer, hat, wie bekannt wird,'einen Vertrag auf weiter« vier Jahre verlängert«Halten. Gegen Waitzer wurden von den aktiven Teilnehmern an den Olympischen Spielen in Los Angeles dl« s ch w e r st e n V o r w ü r f e erhoben; er soll sich sehr, wenig um seine Pflegebefoh- Aus der Partei yprtzügiicher, über Wien hinaus Schauspieler, ist gestern nachts gestorben. Wocheuspirlplau d«S Reue» Samstag:„O r p h e u s^ u n d Sonntag, 6.30 Uhr: Montag, 7.30 Uhr^ aS Geheimnis des oelben Zimmers." Gaumont:„Sn-- sann« im Bade. Hollywood:„Susann« im Bade" Hvrzda:„Anton Lpelec, der Scharfichütze." Julis: Änny, di« grausam« Freundin."- Kapitol:^Anna Christi«." Kinema: Aktualitäten, Grotesken und Reportagen(halb 1 bis halb 8 Uhr). Koruna^„In den Klauen des Drachens." Kotva:„Ekstase." Lueerua:„Ekstase." Metro:„Das schöne Abenteuer" Olympie:„Der Weg ins Leben" Passage:„Ein Mädel mit Temperament." Praha: ^Jn den Klauen des Drachens." Radio:„Der Liedersänger." Skaut:„Im Banne des weißen Todes." Svetozor:„Orlow." Alma:„Das Haut' an der Grenze." Avion:•„£)'' „Der LiÄersänger." Favorit: Monte Christo" Konvikt:„Der Lt „Vergessene Patrioten." Louvre:„Die Gräfin von Mont« Chrisw." Maceika: Christo." Perstyn:„Um Recht ,>Das Haus an der Grenze." zerne Kreuze." Brfeda: Uniform."~" Illusion: Smichow U Befvodu: hat ihr Herz entdeckt/ Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag IL, Prikopy, Palais Korona. Gerson vorschreiben, einzuspannen. Es genüge« oft Awei bis vier Tage der schärfsten Kochsalz« entziehung, bei denen die Nahrung etwa aus Obst, Obstspeisen. Wafferreisgerichten, Zucker, Tee oder Kaffee zusammengesetzt wird. Natürlich sind auch an den anderen Tagen übermäßig gesalzene Speisen zu meiden. In den Kochschulen sollte man die Schülerinnen zum schwachen Salzen erziehe», aber sie nicht zu sehr mit Ernährungsth^prien überfuttern. drnn ei» Kochbuch, das nur Ungesalztes enthält, dürfte viele unglückliche. Ehen auf dem Gewissen haben. Noorden versichert hingegen, daß die Befolgung seiner Zickzack-Ratschläge auch bei gesunden Familie» stets dankbare Anerkennung gefunden hab«. Mit wahrer Begeisterung wurden von Eltern, Kindern und Hausangestellten seine Kontrasternährungstage ausgenommen und stets betont, eine wie angenehme Ab- wechflung sie btingen, und welchen günstigen > Einfluß sie auf körperliches Befinden und Stirn« mung ausüben.' Bei üblicher solider Hausmannskost besteht die Gegenkost in Obst, Obstgerichten und fettarmen. gesüßten Mehlspeisen. Dadurch wird automatisch gegen Üebersalzung und gegen mästende Ueberfuttemng eingewirkl. Famrlie«, die völlig oder nahezu fleischlos lebten, blühten aber sichtlich auf. wenn sie ein- bis zweimal wöchentlich einen Tag mit Fleischgenuß ein« führten. Die radikalen Nahrungsfanatiker_ werden über solche gesinnungslose Zickzackarundsätze recht erzürnt sein, aber vielleicht versuchen sie es doch •vilu.u.v vtnvHiuf m vrn»uv»»» ivufiwjr einmal. Wenn dann der Magen Nicht knurrt, armer Kostfonnen. wie sie Bircher-Benner und I werden sie auch nickt knurren. Dr med. L. D- ittaiigeiir S'-eiried loek- l£bttri(ali«uchdru«. Prs,- Kut den Tt-ck vrtanlwotilich: cna Holil. Sua.— Du Ltn--a»matik»!ic»kal»t->-t»e een IX,«oft.- r,!t«trod-no-t,t!,e-«II«tlo, Sir ISSOü'V11 19W Snnfrfbcä«ei Zuilcllu», IN» yo-,-d«t de, o-rch»I« Po» monoillch hi I«.-.»»tieliatzrUch ne«ft.—, Ni g-ilpätztq, U Ui,—,— Btteu Uv Xanj büligji deuch-tl. Sei»litte* Eurjch-Niuige* Peeit-achUft.— Jtudjidluag dou JRaiuiiltipua erfolßi BUt bei(tui|cabuna«ec ziero-rmatte*.