Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. O«r»afflM mt>«fftrataag: Bros IL, X«4*anta««.* Ztle^M: 3679*. 3146» ♦ CXa mittags i« Anwesenheit des Finanzministers die Abstimmung über den Staatsvoramjchiag für 1983 vorgenommen. Die einzelnen Budget» kapitel wurden— entsprechend dem gestrigen Beschluß des Siebenevausschusses der Koalition— unverändert angenommen. AbänderungS- auträge lagen ausschließlich von feiten der Lppo- sttion vor, und zwar in der ganz respektablen Menge von 221 Stück. Sie verfielen ebenso der Wßlennnng, wie di« eingebrachten Resolutions» «träge. 1' Dan« wurde auch das Finanzgesrtz mit der «inen bereits bekänntgegebenrn Aeuderung angenommen, daß di« im Artikel XIV, Absatz 2, ans» gesprochene Ermächtigung an den Frnanzminister zur verlängemng gewisser Friste» für dir Bankensauierung g e st r i ch r n wird. .. USbcr diesen Arnkel XIV hatte gestern Trapl «Üblich ein« Aufklärung in der Richtung gegeben, daß die Regierung lein e s w« g s in der- Tanie- «Ungiakti«,-sgrüchreiren uns weiter« Garant««» übernehmen'wollt«;«S habe sich nur darum gehanhell,> die- Maßnahmen, die. im Laufe des Som»' vnrZ und des Herbstes genehmigt wurden, in ihren Konsequenzen d u r ch zu fü h r en. Bei näherem„Studium des. Bankengesetzes habe es sich aber gezeigt, daß dies« Verlängerung nicht nötig ist(aus einmal!), es könne also di« betretend« Bestimmung des Fmanzgesches gestrichen werden. ' Zum vleneralrescrrntcn für das Plenum lstvrde der tschechisch« Genoss« Remes gewählt. Die Hnanznot der Gemeinden. In Besprechung der finanziellen Notlage der Gemeinden fiihrte Genosse Kremser ■tu. der Finänzjdcbatte im Budgetausschuß u. a. !an, daß sich vor allem die Steuerabschreibungen, |bzw. die Rückzahlungen der söge» !Nannten Steuerüiergenüsse geradezu katastrophal für die Finanzen vieler Stadt«- und Gemeinden, namentlich im Industriegebiet, auswirken. Rach Erhebungen, dir der Verband der Selbst. Ikerwaltungskärper im Herbst gepflogen hat, hätte eine ganze Reihe von Städten Millionen an ttzdiel erhaltenen Umlagen rückzuzahlen, Summen, bi« oft di« ganze Steuerbasis übertreffen. Diese llebergenüss« rühren ausschließlich von S t e u e r- abschreibunge« her, bei denen man die Gemeinde«richt einmal fragt. Es wird chr einfach «itgrteilt, sie hab« so und soviel an Umlagen zuviel «halten. Tabei hatte sich di« Steuerreform z»bn«- b«S schon vielfach in einer starken Senkung der GteuerbastS der Gemeinden als Folge der Senkung der ErtverbSsteuer anSgrwirkt. Auch die vorgeschriebene Berechnung der U m- tag«» in den Gemeinden, di« auf Grund der vom ! Steueramt mitgeteilten SteuerbasiS zu erfolge» Ihat, gibt heute i« der Krise ein völlig falsches Bild !,l, Ausgangspunkt für die Berechnung der Um- I logen für 183-1 wird der Gemeind« vom Steueramt die"SteuerbasiS für 1S82 mitgeteilt, die wieder auf den Steuervorschreibungen für 1931 aufgebaul ist: diese fußen aber auf der Geschästsgebarung des Jahres 1930! Dar hat sich aber feit 1930 n'cht alles in der Wirtschaft geändert! Die Gemeinde Muß aber dies« fiktiven Ziffern auS der Zeit der Sonsunktur in ihren Voranschlag einstellcn und der Effekt Ist der, baß die Umlagenschätzungen nicht int entferntesten der Wirklichkeit entsprechen und somit auch, hei sparsamster Wirtkchaft-ein großes Defizit entsteht. Di« Regulierung der Gemeindefinan^n muß daher endl ch einmal mit größter Beschleunigung i» Angriff genommen werden. Genosse Kremser verlangrc weiters«in« Locke- rung deS 8 2V der Novelle zum Genre ndefinänz- grsetz, um die Darlehensaufnahme zu erleichtern, und' ersucht« um Beschleunigung der Veranlagung und Borfchreibung der Wertzuwachs-, .abgabe von LiegenAaften. k'ürg Dritte Keied niekt resklionäf Lenue! Die Harzburser stürzen Schleicher. Hitler an der Leine der Sozialreaktion.— Junker, Industrielle und Nazi in der gleichen Front.— Die NSDAP ah den Meistbietenden verkauft. Berlin, 28. Jänner.(Wolff.) Reichskanzler von Schleicher erstattete heute dem Reichspräsidenten Bericht über die Läge und erklärte, vast die gegenwärtige Reichsregierung, ihrem Charakter als Präsidialregiernng entsprechend, im Reichstage ihr Programm und ihre Auffassung nur dann zu vertreten in der Lage wäre, wen« der Reichspräsident ihr die AuflSsungsorder zur Verfügung stelle. Der Reichspräsident erklärte, diesem Vorschläge bei der zur Zeit gegebenen Lage nicht entsprechen z« können. Reichskanzler von Schleicher erklärte hierauf den Gesamtrücktritt der Reichsregierung, den der Reichspräsident nntcr Beauftragung deS Kabinetts mit der einstweilige« Fortführung der Geschäfte entgegennahm. Kabinett Hiller? Aus Nazis, Deutsdinationalen und Zentrum. Noch int letzten Moment« war der Chef der Heeresleitung General von Hammerstein bestrebt, auf den Präsidenten Hindenburg einzuwirken, daß er die Demission Schleichers nicht annehme, bevor nicht llar sei, zu welchen Folgen eine Regierungskrise führen würde. Aehnlich solle« auch einig« Mitglieder der bisherigen Regierung, besonders Außenminister von N e u r a t h. aus den Reichspräsidenten einqewirkt haben. Die durch die Demission entstandene politisch« Lage ist bisher undurchsichtig. Insbesondere ist nichts Genaues bekannt, wie weit daS Einvernehmen zwischen den Deutschnatiouale« und den Nationalsozialisten reicht. Nach verschiedenen Anzeichen ist man der Ansicht, daß die Gegensätze noch sehr groß sind, und daß eigentlich überhaupt keine praktische Grundlage für di« Zusammenarbeit der beiden Fraktionen in einer Regierung geschaffen wurde. Rach einer Eonti-Melduüg rechnet man in maßgebenden Kreisen damit, daß di« Aufgabe, di« Herr von Pape« übernommen hat, nicht sehr lange Zeit beanspruchen wird, sondern schon am Montag zu Ende geführt sein kann. Dabei wird besonders unterstrichen, daß Papen nnr di« Ausgabe hat, die Möglichkeiten zu prüfe«, die sich für ein« Mehrheitsbildung ergeben. Praktisch bedeutet das, daß Papen sestzustelleu hat, ob ein Kabinett von Nationalsozialisten, Deutschnationalen und Zentrum möglich ist. Zunächst wird Papen sich m i t H i t l« r in Verbindung setzen, um sestzustelleu, ob er eine Koalition mitmachen würde. Dan« Wird der Reichspräsident von der Antwort Hitlers unterrichtet werden. Wenn diese erst« Etappe zurückgrlegt ist, wird sich Pape« auch an das Zentrum wenden. DaS Zentrum müßt« dieses neue Kabinett unterstützen, indem«S entweder aktiv in ihm vertreten ist oder«S wenigstens toleriert. Wahrscheinlich wird Papen ein Kabinett Hitler verschlagen. Das Zentrum wartet ab. Die Zentrumsfraktion des Reichstages befaßt« sich heute mittags um 13 Uhr in einer, allerdings nur spärlich besuchten Sitzung mit den neuesten politischen Ergebnissen. Beschlüsse wurden dabei nicht gefaßt. Die Haltung des Zentrums wird, das ging schon aus diesen vorläufigen Besprechungen hervor, zunächst durchaus abwartender Natur sein. Was Sdiieidier vorgesdilagen hatte. Bon unterrichteter Seite erfährt das Conti- büro, daß der Reichskanzler in der Unterredung mit dem Reichspräsidenten drei Möglichkeiten zur Lösung der Krise genannt hat. Die eine Möglichkeit sei die. Bildung einer pari« m« n t a r i s ch e n Mehrheits- r e g i e r u n g. Diese MögliAeit bestehe nur, werm Hitler die Führring eines derartigen Kabinetts erhalt«.! Zweitens sei die Bildung einer auf eine starke Bolksströmung gestützten Minderheitsregierung möglich, die Wohl ebenfalls nur unter Führung Hitlers, aber mit Unterstützung der übrigen Gruppen der Rechten zu erreichen wär«. Wenn der Reichspräsident seinen Widerstand, den er bisher gegen eine solche Lösung gehabt habe, ausgeben würde, so hätte auch diese Lösung Aussichten auf Erfolg. Die dritte Möglichkeit sei die Bildung eines Präsidialkabinetts, das, wie das jetzige, vollkommen über den Parteien stehend und mit keiner verbunden, die Staatsautorität als Sach- tvalter des gesamten Volkes zu wahren hätte. Einem solchen Präsidialkabinett müßten dann aber auch die nötigen Vollmachten gegeben werden, wenn es kein« Mehrheit im .Reichstage fände. Der Reichskanzler hat vor« i n e r Lösung geglaubt warnen zu müssen, nämlich vor der, daß unter dem Namen eines Präsidralkabinetts etwa«in« Regierung gebildet würde, di« tatsächlich nur die Regierung einer«inseitigen Partei darstellen würde und dann den Angriffen der überwiegenden Mehrzabl des gesamten Volkes ausgesetzt wär«. DaS nunmehr znrückgetrctene Kabinett Schleicher war nach dem Rücktritt der ersten Präsidialregierung Papen erst am 3. Dezember 1832 ernannt worden. Schleicher, der das zweite Präsidialkabinett auf Drängen des- Reichspräsidenten gebildet hatte, suchte eine Verständigung mit den Gewerkschaften und hat daher einige der am meisten bekämpften Bestimmungen der Rowerordnung aufgehoben. Die(lewerKsßiaileji warnen! Berlin, 28. Jänner. Der allgemeine deutsche Gewerkschastsbund, der allgemeine freie Angestelltenbund, der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften, der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbande sowie der allgemeine deutsche Beamtenbund haben an den Reichspräsidenten ein gemeinsames Telegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: In tiefer Sorge über die das deutsche Volk beunruhigenden und bedrohenden politischen Gefahren sind die Gewerkschaften aller Richtungen zur Beratung der überaus ernsten Lage zusammengetreten. Sie halte» sich iu dieser entscheidende» Stund« für verpflichtet, darauf hinzuweise«, daß die Berufung einer sozialrraktionäre» und arbeiterfeindlichen Regierung von der gesamten deutschen Arbeiterschaft als eine Herausfordernng empfunden werden würde. Die Gewerkschaften erwarten, daß Sie, Herr Reichspräsident, allen unterirdischen Bestrebungen, die aus einen Staats st reich hinzielen, chren entschiedenen Widerstand entgegensetzen und auf einer. versasiungsmäßigen Lösung der Krise bestehen. „kin Alarmzeldien allererster Ordnung Der„Vorwärts" sagt, der Sturz Schleichers sei ein Alarmzeichen allererster O r d- nung. Er zeig«, daß der Weg zu einer n«u- iralen Beamtenregierung, die in diesem Augenblick vielleicht die einzig verfassungsmäßige Mög- lichkeit wär«, nicht geliebt werde. Der ander« Weg sei aber auch dann, wenn die Verfassungsmäßigkeit gewahrt bleibe, rin, Weg des halsbrecherischen Experimentes. Eine Hitler-Hugenberg-Regierung sei versasiungsmäßig . nnr möglich, wenn das Zentrum ihr seinen Segen jgebe. Wer vor den Novemberwahlen in Deutschland war, sah an den Litfaßsäulen große Plakate der Hakenkreuzler, die zum Kampf gegen die Regierung Papen aufforderten. Er bekam Flugblätter der Nazi in die Hand gedrückt, in denen die Sozialdemokraten als Wegbereiter P a p e n s angegriffen wurden. Er konnte, wenn er den Ekel vor dem Besuche einer solchen Versammlung zu überwinden vermochte, in nationalsozialistischen Wahlkundgebungen wütende Anklagereden gegen den „Unsozialen" Papen, den Herrenklub-Kayzler hören. Er konnte sich zur Vermutung gedrängt fühlen, die Hitler-Partei kenne keinen schlim meren Feind als Herrn von Papen, Und als Papen, um einem Sturz durch den Reichstag auszuweichen, vor deffen Zusammentritt seine Demission gegeben hatte und General Schleicher dessen Nachfolger geworden war, da konnte man vermuten, daß nun der eigentliche„starke" Mann, der auch in der politischen Intrige stärkste Mann dir Macht übernommen habe. Schien es dem Fernstehenden nicht auch, General. S ch l e i- ch e r genieße das besondere Vertrauen Hinden-, burgs? Schleicher machte zweifellos auch eine etwas besiere Figur als Herr von Papen. Er behielt zwar dessen„Wirtschaftsprogramm" bei, erkannte aber doch, daß es notwendig sei, die eine oder andere allzu krasse Härte der Papenschen Notverordnungen zu mildern. Er verhehlte seine Geringschätzung des Parlamentarismus und der politischen Parteien nicht, aber er linderte doch den Druck der die politische Betätigung lähmenden Aus« nahmsbestimmungen. Aber— aber— er vermochte es doch den Herrenklassen des äußerlich immer noch republikanischen neuen Deuffchland nicht recht zu machen! Das kann niemand, der nicht bis aufs I-Tüpfelchen aber Aufträge der Groß-Jichustriellen und der Junker ausführt. Die Industriellen aber hatte sich Schleicher zu Feinden gemacht, weil er ihnen—r„zu sozial" war, die Junker, weil di« trotz allen finanziellen Infektionen doch nicht am Leben zu erhaltenden, absolut nicht zu sanierenden Grundbesitze im Osten nun nicht weiter subventioniert werden sollten— nur die wirklich lebensunfähigen nicht! —' ja sogar enteignet werden sollten. Und wenn die Junker einmal nicht‘ mehr vom Staat, also aus den Taschen der plebejischen Steuerzahler» gefüttert werden sollen, hört für sie der Spaß auf,— o, sie haben schon in der guten alten Kaiserzeit bewiesen, daß sie Frondeure gegen jede Regierung sind, die nicht mit vollen Händen ersetzen will, was sie verjeut, versoffen, verwettet und verspekuliert haben! So haben Junker und Industrielle sich gefunden imgemeinsamenKampf gegen Schleicher, in einem Kampf, der aus Intrigen bestand, deren Fäden bei Herrn von Papen zusämmenliefen, der in seiner Person Junker- und Jndustriellentum verbindet. Und Herr von Papen, der vorsorglich seine Wohnung im Kanzler-Palais gar nicht aufgegeben hat, blieb gern gesehener Gast Hindenburgs, blieb dessen Ratgeber, und arbeitete gleichzeitig an der Erneuerung der Harzburger Front,. indem er nicht nur Industrielle und Junker wieder zu sammenfflhrte, sondern auch Dcutschnatwnasc und Nationalsozialisten, also Schwerindustrie und nationalsozialistische Arbeiterpartei. D i- Front von Hitler zu Hu gen dero, von den Nationalsozialisten zn den Schwerindustriellen und Junkern i st geschlossen, d i e G e l d- sorgevderNazisindbe hoben, das Seite 2 Sonntag, 29. Jänner 1988. Nr 28. Zwischenspiel der Kanzlerschaft des„sozialen Generals" k^rnn beendet werden. Kommt eine Kanzlerschaft Hitlers, dem zur Neberwachunq Vertrauensmänner der Industrie und der Junker zur Seite gestellt werden? Kommt eine Regierung unter Führung eines anderen Rech spolitikers, in der Hitler bloß Vizekanzler oder Inhaber eines anderen Ressorts sein wird? Hindenburg soll Herrn von P a v e n, den er mit Verhandlungen mit den Parteien betraute, den Wunsch mit auf den Weg gegeben haben, eine Lösung im Rahmen der Verfassung zu suchen. WaS alles in diesen Rahmen■ hinein- gestopft werden kann, was alles noch als „Verfassungsmäßig" gilt auch in den Augen Hindenburgs, das hat man zur Genüge in den letzten zwei Jahren erfahren. Maa die kommende Regierung auch jeden-ihrer Schritte mit der Berufung auf die Verfassung begründen,— sie wirdreaktionärer sein als rede bisherige Regierung der Republik! Und schließlich— von gewaltsamen Deutungen der Verfassung bis zum Ber- fassungsbruch ist nur ein Schritt, eine von den Hakenkreuzlern abhängige, von ihnen beeinflußte oder gar geführte Regierung würde nicht zögern, ihn zu tun. Für die Arbeiterklasse Deutschlands kommen so schwere Zeiten wie nie zuvor. Die Arbeiter Deutschlands sind sich dessen airch bewußt. Sie sind kampfbereit und kampfentschlossen. Aber es darf auch nicht verhehlt werden, daß die Kampssituation für sie außerordentlich schwierig ist. Denn währen- Junker und Industrielle wieder geeint sind, die bürgerliche Front also lückenlos ist und sich stützen kann nicht nur auf die staatlichen Machtmittel, sondern auch auf die Horden Hitlers, ist daS sozialistische Proletariat gespalten, wird die Sozialdemokratie, wenn sie im Kampfe gegen den Klassenfeind steht, zugleich einen erheblichen Teil ihrer Kraft zur Abwehr kommuni st ischer Angriffe austvenden müssen. Leider muß man damit rechnen, daß die Kommunisten gerade jetzt die Zeit für gekommen erachten werden, nicht etwa^ gemeinsam mit den Sozialdemokraten gegen die Reaktion, sondern mit Aufgebot aller ihrer Kraft vor allem gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen. Klassenverrat, nichts anderes— aber von Moskau befoh- Festkalender 1933s März bls Mai Karl Marx-Gedenkfeiern.' 14. März-»<». Todestag. März Frauentag. i. Mai. iS. 2unl rrtndertag. Rüstet schon jetzt z« diese» proletarische« Feier«! len!— Freilich, die Sozialdemokratie wird auch in diesem Zweifrontenkampf bestehen. Die SPD.,-von der erst auf der letzten Tagung des Ekki gesagt wurde, sie sei die beweglichste manöverierfähigste sozialdemokratische Partei, wird die wahrhaft klassenbewußten Arbeiter um sich, in ihren Reihen sammeln, auch den Kampf gegen die kommende Regierung der verschärfsten Reaktion bestehen. Und in diesem Kampfe wird Wohl mehr denn je, den Arbeitern bewußt werden, daß der vorübergehende Sieg der Reaktion nur durch die Spaltung ermöglicht wurde. Ohne Spal tung kein Papen, kein Schleicher, kein Hitler! Aber— vorübergehender Sieg nur ist der Sieg der Harzburger Front! Vorübergehender Sieg in einem Ringen, in dem es um mehr geht als um Schleichers Äser Papens oder Hitlers Kanzlerschaft, um mehr als um. die Nie- derringung der oder jener auf Schleicherwegen zur Macht gelangten Regierung,— in beul es um. andere, größere Entscheidungen geht, um wahrhaft geschichtliche Entscheidungen im Klassenkampfe zwischen Bourgeoisie und Proletariat! Was belastet die Bankenregie! Eine der aktuellsten Fragen der tschechoslowakischen WirtschaftSpolink ist gegenwärtig Vie so notwendige Herabsetzung des Zinsfußes. Da die Nationalbank bereits vor einigen Tagen ihren Zinsfuß herabgesetzt hat, ist es nun an den Banken gelegen, einen weiteren Schritt zu tun. Eines der beliebtesten Argument« der Bankleitungcn, mit denen sie sich um die Herabsetzung des Zinsjußes herumdrücken wol len, ist der Hinweis auf die Bankenregie und insbesondere di« Gehälter der Angestellten, die angeblich eine Herabsetzung des Zinsfußes unmöglich machen. Was aber in Wirklichkeit die Bankenregie belastet sind nicht die Gehälter der Subalternangestellten, sondern die der leitenden Funktionär«. Das geht aus folgender Zusammenstellung hervor, die Genosse Pistorius im„Pravo Lidu" veröffentlicht: Subalternanq« stellte Disponenten einschließl. Direktoren u. Prokuristen - i. Durch» i. Durch» Anstalt Anzahl Gehalt schnitt Anzahl Gehalt schnitt Böhm. Escomvtebank.... 1108 33,480.000 30.200 153 30,320.000 198.000 Böhnr. Unionbank 1381 44,865.000 32.000 134 32,835.000 245.000 Bank f. Handel u. Industrie.. 543 13,618.000 25.000 83 12,682.000 152.000 Livnobank 1572 47,461.000 30.200 119 29,338.000 247.000 Dazu sei bemerkt, daß bei den Direktorengehältern di« Tantiemen aus Verwaltungsratstellen nicht mitgezählt sind und daß bei den Direktoren auch di« Prokuristen mitgezählt sind, so daß der Durchschnitt niedriger ist als den Direktorengehältern entspricht. Jedenfalls geht aus dieser Tabelle eindeutig hervor, wo die Ersparungen in der Regie zu suchen sind und am besten erzielt werden könnten: nämlich durch die Herabsetzung der Direktorengehälter. Die Dresdner Kalostrophe. Todesursache in drei Tüllen- Ersuch und- Dresden, 28. Jänner. Zu den blutige« Vorgängen im Kellerheim am 25. JL«ner wird ergänzend gemeldet, daß auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 27. und 28. d. M. durch da- Amtsgericht Dresden eine Leichenöffnung der Opfer vorgenommen worden ist. Diese hat folgendes ergeben: Von den neu» Toten find drei durch Schuss« getötet worden» und zwar einer durch Brustschuß, einer durch Kopfschuß und einer durch einen Steckschuß in die Nierrngegend. Von den übrigen sechs Toten find drei erstickt, eine« an Herzschlag und zwei an Schädelbrnch gestorben. Schußverletzungen weise« dies« Opfer nicht aus. Bon den Berletzte« habe« vier Schußverletzungen und sechs Quetschungen erlitten. Le- beuSgrsahr besteht in keinem Fall«. Zwei Personen find bereits ans dem Krankenhaus entlassen worden. Die.Bestattung der Toten findet voraussichtlich Dienstag statt. Dr. KoroSec interniert Belgrad, 28. Jänner. Der ehemalige Ministerpräsident Dr. Anton KoroSec wurde heute im Zusammenhang mit seiner politischen Tätigkeit aUf der Polizeidirektion in Laibach verhört. Di« Polizeidirektion hat ihm bis auf weitere Weisung das Bad Vrnjice in Serbien als Aufenthaltsort bestimmt. Neuregelung der Arbeilersahr'arten. Nach-ein Abkommen des Eisenbahnmrni- steriums mit den großen GewerkfchaftSorgani- sationen wird mit Gültigkeit vom 15. Feber d. I. die Grenze deS monatlichen Einkommen zur Erlangung des Anspruches auf ermäßigte Arbeitereisenbahnfohrkarten so geregelt, daß sie bei Ledigen wie ursprünglich vor dem 1. Jänner d. I. 1200 Ko, bei Verheirateten 1800 Kc betragen wird; wenn beide Ehegatten beschäftigt sind, bleibt di« herabgesetzt« Einkommensgrenze von 2000 K8 monatlich. Gleichzeitig werden die Sätze der Arbeiter- Wochenkarten linear um ungefähr 10 Prozent und der Arbeiterrückfahrkarten nach Kilometerzonen erhöht, wobei die Erhöhung bei größerer Entfernung(von 70 Kilometern an) entsprechend ge. mildert und abgestuft werden wird. lieber die Regelung der Schülermonatsbarten wurde bisher noch kein« volle Einigung erzielt; man sucht ein« gerecht« Grundlage, um wirklich mittellose Eltern, gleichzeitig auch mit Berücksichtigung der Zahl der unversorgten Kinder, von der Erhöhung befreien zu können. Außerdem erfordert dies« Regelung bestimmt« administrative Vorkehrungen; eS besteht di« Hoffnung, daß diese Schwierigkeiten in der nächsten Zeit beseitigt werden. »2 Oie Kellnerin Molly. Roman von Hans Otto ffeneL Eovvriadl dv ssackelreitek-Derlag. Berlin. Nachdruck verboten. Aus ihren Reden hörte Mal«, daß einer von ihnen gefeiert wurde, weil er heut« aus dem Gefängnis entlassen war. Ob es der Alte war oder einer von den Jungen, verstand sie nicht, vielleicht waren es beide. Ueber- haupt war ihr vieles an der Sprache dieser Leute unverständlich. Lustig waren sie an dem Tische, wie nicht an allen Tischen in diesem Lokal. Aber was da getuschelt, in die Ohren geflüstert, über die Sitze weggebrüllt, gesungen, gelallt, geflucht wurde, das wurde alles übertönt vom Schmettern und Hämmern des Klaviers. Ein Mädchen setzte sich an den Tisch zu Male, betrachtete sie von oben bis unren, feiiw- selig, wie es Male schien. Und doch war das nickt der schreckliche Blick, die viele von den Mädchen in diesem Lokale hatten. Ein jüngerer Mann lümmelte sich heran, fläzte sich auf einen Stuhl. „Looffte schon?" rülpste er fragend zu Male hinüber, als er sein Bier hinuntergegossen Han«. Die starrte ihn verständnislos an, ohne ein« Antwort geben zu können. S>« hielt ihn für einen Ausländer, der nicht Deutsch sprach. Das andere Mädchen murmelte zu ihm etwas hinüber, das wie„Grün" uick„in Ruhe lassen" klang. Male konnte kein Work sagen. Sie hielt den quecksilbrigen Schankburschen fest und bezahlte umständlich, bei jed^m Fingergriff verfolgt von den Blicken der.Herumsitzcnden. All dies für die Unverständliche hatte das Mädchen hinausgetricben. Aber als sie draußen aus der Straße stand, wäre sie gern wieder zurückgegangen, denn jetzt kam ihr die Straß« wre Feindes land vor. Jedoch drinnen in dem Bums, da war Heimat. Ta kannte sie schon mehrere Leute, das Mädchen, den jungen Menschen mit der unverständlichen Sprache, den Tisch, an dem di^ Rückkehr aus dem Gefängnis gefeiert wurd«, den Schankburschen, den dicken Wirt mit dem Bullengesicht, den schwindsüchtigen Musikanten, der so unbarmherzig und doch mit so schönem Erfolge auf das^ Klavier hieb— das war doch Wärme, das im freundlichen Gegensätze zu die- ser Straße mit geheimnisvollen Möglichkeiten stand. Sie schaute auf zu der Laterne, die über der Kneipe hing.„Zum Onkel Franz" stand darauf geschrieben. Als sie das las, mußte sie an den Familienanschluß denken, den Frau Direktor Albers ihr angeboten batte. Was sollte werden? Wo sollte sie hin? Morgen, da würde sie ein« Stellung suchen und ein« Stellung finden und eine Wohnung, daran zweifelte sie nicht, aber wie sollte st« üver diese Nacht Hinwegkommen? In ein Hotel hätte sie sich nicht getraut, denn ihrer Meinung nach waren die nur für die vornehmen und zahlungsfähigen Leute da. Wieder irrte sie durch die Straßen, und immer ängstlicher wurde sie. Denn immer mehr sah sie Leute, vor denen sie sich fürchtete. Männer sprachen sie an, die sie meist nicht verstand, Manchmal floh sie, manchmal horte sie in dumpfer Hoffnung zu, weil ihr die Stimme freundlich und helfenwollend klang, bis sie am Schlüsse allemal merkte, daß sie das gleiche von ihr wollten, wie die, dre schon mit dem ersten Worte sich klar und brutal ausdrückten. Mittelpunkt ihres Orientierungssinnes war der Bahnhof. Zu ihm kehrte sie immer wieder zurück, um ihn ging sie immer wieder herum mit zwei, drei, vier Straßen weiterem Abstand. Sonst hätte sie sich verlaufen. Natürlich bemerkte . sie auf den gleichen Straßen und an den gleichen Orten oft dieselben Mädchen, die da mit der Sicherheit des Geschäftes auf- und abgingen, und sie wurde sich klar darüber, was sie von diesen! Mädchen zu halten hatte. Eine große Angst saß! ihr im übervollen Herzen, sie war wie gelähmt vor Ratlosigkeit. Flüchtig tauchte der Wunsch in ihr auf, einen der patrouillierenden Schutzleute um Rät zu fragen, aber schon der Gedanke machte ihre Ratlosigkeit zur hellen Furcht. Die Polizei war ja nicht ihr Freund, ihr Schutz, sondern chr Feind. Jeder Polizist war die Hand des Staatsanwaltes Schneise, die nach ihr griff, und erst recht nach ihr greifen mußte, seit sie vor Pastor Zickmann geflohen war. Und jeder Polizist war auch der Wachtmeister Pubilke, der chr Leden in die Bahn geworfen hatte, auf der sie vor Ratlosigkeit jetzt nicht weiter wußte. Zum Arbeitsuchen braucht man Stiefelsohlr«. Gegen zehn Uhr abends kebrte Male wieder bei„Onkel Franz" ein, froh, einen Ort zu wissen, wohin sie gehen konnte. Sie sah kaum um stch, sondern sank erschöpft auf den nächsten Stuhl. Ungeheuerlich war das Erlebnis dieses TaaeS. In der Morgenfrühe bei Frau Direktor Albers hinausgetrieben, Tröstung bei Frau Litstock, dann der vergebliche Versuch bei deren Schwester, die schmerzliche Entdeckung von der Gemeinheit der Frau Litstock, der Verlust ihres Gepäcks, Angst vor der Polizei, schließlich die Flucht nach Berlin. Das alles hatte sie erst an diesem Tage erlebt, und eS sank doch als längst abgetan hinter ihr zurück gegen daS, was in den letzten Stunden längs des lärmcrfüllten Asphalte- an sie heran- ?ekrochen war. D^s Grauen und die Gemeinheit alten sie umschlangelt und umschlichen auf den - schlüpfrigen Straßen und hatten ihre Ratlosig- i reit bis zur Verzweiflung gesteigert. Den schmierigen Kellner sah sie dankar wir einen alten guten Bekannten herankommen. Ein I Kaffee und dann Salat mit Wtirst gaben ihr die rar völligen vmvan des Steuersystems! Ein zweiter Breitner wäre notwendig! Prag, 28. Jänner. Im Budgetausschuß hatte sich, wie wir bereits kurz meldeten, Genosse Kremser gestern ausführlich mit den Zuständen in unserer Finanzverwaltung befaßt. Er erklärt«, daß di« Finanzverwaltung heut« vollkommen desorganisiert ist: die Schuld daran trägt das komplizierte Steuersystem, aber auch der komplizierte Apparat der Finanzverwaltung. Niemand ist imstande, die Steuergesetzgebung vollständig zu beherrschen. Die Beamten müssen ei« bestimmtes Pensum Akten aufarbeiten, ohne Rücksicht auf deren Umfang; wie sie erledigt werden, sieht man an den Steuervorschreibungen. Di« oberen Instanzen sind dann mit Rekursen überflutet. Dies« Desorganisation kann nur durch eine« völligen Umbau des ganze» Apparates beseitigt werde«, der kaufmännisch aus- gestaltet werben müßt«; namentlich di« Buchfüh- rong bedarf ei»«, gründliche» Reorganisatio». Kurz gesagt:«ine Vereinfachung und klarere Fassung der Stevergesetze ist ebenso notwendig, wie«in« vareinfachuug der«teuerverwaltung! Redner verlangt weiters eine bessere Erfassung der Spekulationsgewinne(vor allem bei Grund- und HanSverkäufen) und der WertzuwachSabgabr; dringend notwend'g ist die Einführung einer Kupon- st e u e r, ebenso di« Besteuerung der Konjunktur- gewinne der Kartell«. Wir brauchen im Finanzministerium einen Organisator, der bereit wäre, den ganzen Apparat umzubaaen und ihn den heutigen Verhältnissen anzupassen. Di« Gemeinde Wien und ihr früherer Finanzreferent Dr. Breitner sollten uns da als Borb'ld dienen! Zum Problem der Zinifußsenkung macht Genosse Kremser darauf aufmerksam, daß heute der Staat mit seinen hochverzinSlich n Kassenscheinen, die unter Berücksichtigung des Em ss onS- kursrs 7.5 Prozent tragen, den Sparkassen und sonstigen Geldinstituten im Einlagengeschäf. selbst die größt« Konkurrenz macht. Di« Spannung zwischen diesem ZnSfuß und dem höchstens 4.5prozenrigcn EinlagenzinSfuß der Sparkassen und Banken ist unter allen Umständen zu hoch Dagegen ist es unmöglich, die Spannung zwischen Debet- und Kreditzinsfuß, dl« bei den Volkskreid'tanstal'en netto gewöhn! ch nur 1.5 bis 2 Prozent beträgt, durch einseitige Senkung des Kreditzinsfußcs noch weiter zu verkleinern. Da müßte auch der Einlagenzins, fuß herabgesetzt werden, was aber nur möglich ist, wenn der Staat den Zinsfuß seiner^ Wertpapiere und Kassenschein« entsprechend senkt. Sonst wär« eine Zinsfußsenkung überhaupt nicht möglich. fielen Versdi’ehnng der Reldislnrtssttznnrt. Berlin, 28. Jänner. Gegen die Absage der auf Dienstag angesetzten Reichstagssitzung hat der'Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in einem Brief an den Reichstagspräsi- denten Göring aufs entschiedenste Protest erhoben. Auch die Kommunisten haben einen ähnlichen Protest an den Reichstagspräsidenten gL- richtet. verlorenen Kräfte zurück und sie konnte sich umsehen. Weniger voll war die Kneip« jetzt, aber es i ging noch v:el lauter zu. Der junge Mensch am i Klavier paukte noch immer Schlager und uoi- I scheu den Tischen tanzten Paare, die aus Male einen verwegenen Eindruck machten. Aber fremd waren sie ihr nicht mehr. Das waren ja die Menschen, die ihr bei der Wanderung durch das Viertel begegnet waren. Mal« saß nicht lange allein. Ern schon ziemlich betrunkener alter Mann nahm chr gegen» über Platz. Male fürchtete seine Annäherung- Aber er rührte nicht einmal das Bier an, das er sich bestellt hatte, sondern druselte ein. Mädchen kamen, die sich sichtlich seinetwegen hinsetz- ten, andere, denen seine Gegenwart gleichgültig blieb. Male freute sich, wenn sie unter den vielen Gesichtern eines sah, das sich chr schon bei dem ersten Besuch eingeprägt hatte.. Und als M Mädchen, das schon vor ein■ paar Stunden an ihrem Tisch gesessen hatte, sich in ihrer Gegend platzsuchend umsah, rückte sie ihren Stuhl so zurecht, daß der freie Platz entstand, den das Mädchen suchte. Male taute auf, weil ein Mensch m« ihr sprach. Alle Bedenken, mit einem fremden Menschen und noch dazu mit einem, über dessen Charakter sie gar nicht im Zweifel war, ZN reden, verflogen. Nur aussprechen; die Enttäuschung ausbrciten und die Hoffnung, und vielleicht einen Rat bekommen, einen FingerzeA- überhaupt nur einmal vom Herzen herunterwälzen, was es bis zum Nichtmehrbegreifen erfüllte- Die häßlichen Linien auf dem Gesicht dc^ fremden Mädchens traten immer mehr zurück, als es Male zuhörte. Sie scheuchte andere Männer und Frauen, mit wenigen Worten zurück, ' um Male ein bißchen Frieden zu lassen. (Fortsttzuug folgt.) Nr. 25. Sonntag, 29. Jänner 1S3r>. Seit« 3 Auch in Frankreich Kabinettswechsel: Paul-Boncour von den Sozialisten gestürzt. Kampf um die Herstellung des Budgetgleichgewichts. Paris, 28. Jänner. Di« Regierung Paul-Loneour wurde heute um 8 Uhr früh mit 402 gegen 179 Stimmen bei der Abstimmung des Artikels 6 des Finanzgesetzentwurfes, in welchem di« Regierung di« Pauschalerhöhung der direkten Steuern um 5 Prozent verlangt, geschlagen. Der Finanzausschuß der Kammer stellte sich nach einer neuerlichen Beratung gegen diesen Artikel, dir Regierung verharrte jedoch ans ihrem Standpunkt und stellte die Vertrauensfrage. Im Namen der Sozialisten erklärte Abgeordneter Blum, daß bi« Sozialisten mit dem Finanzausschuß einig find und gegen die Regierung stimmen werden. Für die Regierung haben gestimmt: 13 So- jialrepublikanrr, vier Linksunabhängige, fünf Unabhängige Linke, 131 Radikale, 13 radikale Linke, vier Parteilose. 24 Abgeordnete haben sich brr Stimme enthalten, 17 waren beurlaubt. Sogleich nach Bekanntwerden des Abstim- mungsergcbnisses begab sich Ministerpräsident Paul-Boncour mit seinen Regirrungsmitgliedern in das Elys««, um dem Präsidenten der «publik die T c m i s s i o n des Kabinetts zu überreiche«. Die Deputiertenkammer tagte ununterbrochen seit Freitag früh bis in die heutigen Morgenstunden, um die Beratung des provisorischen Budgetzwölftrls für Feber zu beenden. Während im Plenum die ein- zelnen Artikel dürchberaten wurden, führten die Linksparteien lebhafte Verhandlungen. Einigemal aber traten in den Anschauungen zwischen den Radikalen und Sozialisten so erhebliche Meinungsverschiedenheiten zutage, daß sich im Laufe ver Nacht zeigte, daß eine Regierungskrise unabwendbar sei. Ministerpräsident Paul-Boneour appellierte an die Kammer, um die Situation zu retten. Als aber die Aussprach« über den Artikel 8 an die Reih« kam, trennten sich die Sozialisten von ta Regierung, wodurch der Sturz des Kabinetts Paul-Boncour zur fertigen Tatsache wurde. * Der Präsident der Republik nahm nach halb 11 Uhr vormittags die üblichen Beratungen aus, und zwar zunächst mit dem Vorsitzenden des Senats, dem Vorsitzenden der Kammer und dann mit den Vorsitzenden der Finanz- und Außenausschüsse des Parlamentes. Am Abend unterbrach der Präsident die Beratungen mit den politischen Führern und den parlamentarischen Persönlichkeiten; er wird sie morgen fortsetzen. Erst morgen gegen Abend will er die Entscheidung treffen. In den Couloirs des Parlamentes wurden nach dem ablehnenden Standpunkt des Senatspräsidenten Jeanneney die Ramen Chau- temps, Daladier, Herriot, Caillaux und der des Senators Albert S a r r a u t genannt. Es scheint aber, daß wiederum der Versuch zur Bildung einer Regierung der Linksparteien unternommen werde« wirb. Daladier soll den Sozialisten genaue Vorschläge für die Zusammenarbeit und de« Eintritt in die Regierung gemacht haben. Dix sozialistischen Führer deutete« aber an, daß sie auch diesmal einen Eintritt in die Regierung ablehnen würden, so wie sie seinerzeit das Anbot Boncours ablehnt««. • ... Als nach Herriots dramatischem Sturz Paul- Boncour überraschend schnell das neue Kabinett gebildet hatte, haben wir an dieser Stelle unserem Zweifel an der Lebensfähigkeit der äußerlich glänzenden Neugründung Ausdruck gegeben. Paul- B o n c o u r und sein Finanzminister Charon übernahmen von Herriot das böse Erbe eines gewaltigen Defizits im französischen Staatshaushalt. Die Verweigerung der Ratenzahlung an Amerika, die von der Kammer hu Zusammenhang mit dem Mißtrauensvotum für Herriot beschlossen wurde, wär ja weniger der Sorge um das Budget als einem Gefühl nationaler Ehre entsprungen und das so ersparte Geld deckt auch keineswegs die gewaltigen Lücken in Frankreichs Budget. Paul-Boncour war auf die Unter- stützung der Sozial! st en angewiesen. Sie wurde ihm bereitwillig gewährt, ohne daß die Sozialisten sich irgendwie die Hände banden. Wir haben bei der Bildung des Kabinetts schon vorausgesagt, daß die Tolerierung durch die Sozialisten nicht allzulange dauern tvürde, daß die französische sozialistische Partei mit dem gleichen Maß von Handlungsfreiheit und mit der gleichen Energie wie allen bürgerlichen Linksrcgierungen so auch dem Kabinett ihres ehemaligen Freundes Boncour begegnen würde. Bei den vorhcrgegangenen BerhmÖlungen hatte sich ja gezeigt, daß die Sozialisten und die Radikalen grundsätzlich berschiedener Anschauung in der Frage des Kampfes gegen dis Krise sind. Während die Radikalen wegen der Krise alle Sozialisie- rungsmaßnahmen vertagen wollen, halten die Sozialisten gerade jeden Kampf gegen die Krise für aussichtslos, der nicht mit gewissen siaatssozialistischen Maßnahmen beginnt. Auch im Kampf um das. Budget zeigten sich die grundsätzlichen Unterschiede zwischen der bürgerlichen Linken, die das Kabinett gebildet hat, und den Sozialisten. Diese verlangten Sanierung des Budgets durch Einsparungen, die vor allem beim Heeres- budget in größtem Umfange noch möglich wären, die Bürgerlichen wollten die Steuern, u. zw. natürlich die Mafsenfteuern erhöhen. Darin konnten die Sozialisten keine wirksame Abwehr der Krise und keine solide Ausbalancierung des Budgets erblicken. Boncour ließ es auf die Kraftprobe ankommen, wahrscheinlich auch deshalb, weil er für früher oder später den Zusammenbruch des nur notdürftigen Gerüstes seiner Paklamentsmehrheit voraussah und die Entscheidung lieber jetzt als nach Monaten des Fortwurstelns wollte, schon aus Gründen seiner persönlichen Karriere, die einen zu raschen Verbrauch der Popularität nicht verträgt. Als Nachfolger wird Daladier, der bisherige Kriegsminister genannt. Die Tatsache, daß T a r d i e u bereits als Mittler auftaucht, läßt darauf schließen, daß man versuchen wird, das Kabinett nach rechts zu erweitern und wie in dem Jahr vor den Kammerwahlen mit einer Mehrheit zu regieren, die von den Radikalen bis hart an die klerikalmonarchistische Rechte reicht,' vor allen! also die Gruppen um Marin und T a r d i e u einschließt. Freilich-wird es, besonders wenn die Steuererhöhungen tatsächlich kommen, den Radikalen schwer sein, in dieser Koalition lange auszuharren, wollen sie nicht den Sozialisten die Chance bieten, weitere radikale Wahlkreise zu erobern. Unter diesen Gesichtspunkten wird man für di« nächste Zeit in Frankreich mit einer Reihe episodischer Kabinette und in absehbarer Zeit doch wieder mit Neuwahlen rechnen müssen. Englisch-französische Anfragen wegen des Waffenschmuggels, in Wien, Budapest und selbst in Rom. Wien, 28. Jänner. Der britisch« Gesandte «>r Eric Phips und der französisch« diplomatische Vertreter Leaationsrat d« Mcntbas, der den vereisten französischen Gesandten Clauzel vertritt, landen sich heute um halb 16 Uhr bei dem öster- ^lchischen Außenminister Bundeskanzler Doktor Dollfuß ein und legten ihm analoge Noten chrer Regierungen vor, worin sie n ä h e r e A u s- Gärung in der Affäre der Hirtenarger Waffen verlange«. Der britische tkrsandte erklärte, daß seine Regierung«in größeres Interesse an der Angelegenheit habe, als der englischen Presse hervorgeht.- Eine Lhn- l>che Erklärung gab auch der französische diplo- watischr Vertreter ab, worauf beide ihre Noten überreichten, di« viele konkrete Fragen v«d das Ersuchen um deren Beantwortung in kürzester Zeit enthalte«. Di« beiden Diplomaten teilten mit, daß ihre "rgierungen den gleichen Schritt gleichzeitig auch in Budapest und in Rom unternehmen, und sie fügten hinzu, daß dadurch dem Standpunkt der Kleinen Entente keineswegs prajudiziert werde, die eventuell ebenfalls einschreiten werde. Bundeskanzler Dr. Tollfuß sagte eine baldige Antwort zu. Budapest weift von nichts. . Budapest, 28. Jänner. Der französische Gesandte erschien heut« nachmittags beim stellvertretenden Außenminister und erbat Aufklärungen über die aus Italien nach Oedenburg gelangten Waffensendungen. In seiner Antwort teilt« Gras Hedervarh mit, daß die ungarische Regierung von der Oedenburger Angelegenheit keine unmittelbare Informationen besitze. Der englische Gesandte, der später in derselben Angelegenheit den Grasen Hedervarh besuchte, erhielt«ine ähnliche Antwort. Dße Nazi-Engel. „Wie waren, find and vieiven lotial" Trapls Schlußwort. Freitag nachts hatte Finanzminister Dr. T r a p l ein mehr als zweistündiges Schlußwort zur Finanzdebatte gehalten, in dem er sich zunächst ausführlich mit der staatlichen Finanzgebarung für 1932 befaßte. Die prälimiuierten Einnahmen für 1932 sind, wie bereits der Referent- Najel angeführt, hau«,. so ziemlich erreicht, in einzelnen Fällen sogar überschritten Worten. Allerdings muß man dabei berücksichtigen, daß einzeln« Stenern, vor allem direkt«, erst im Lauf« des Jahres stark erhöht worden sind. Auch die Ausgabeposten für die Arbeitslosigkeit hätten aus laufenden Mitteln gedeckt werden können, wenn nicht in erster Linie der katastrophale Einnahm en rückgang der Bahnen im zweiten Halbjahr die Situation sehr verschlechtert hätte. Die finanzielle Gebarung wird auch im Jahre 1933 im Zeichen äußerster Sparsamkeit stehen müssen, weil niemand die Garantie für die weitere Entwicklung übernehmen kann. Banlfeusanierung. Zu der im Vorjahr vorgenommenen Reform des Bankwesens erklärte Trapl, die ungünstige Situation unseres Geldwesens sei durch die Finanz- und Kreditkrise in der ganzen Welt verursacht worden und wir hätten dem Verfall unseres Geldwesens, der ohne Eingriff von Rcgierungsseite eingctreten wäre, nicht ruhig zusehcn können. Man habe nicht nur die Banken saniert; von ihnen hing eine Reihe: von Industriezweigen ab. Die Hilfe belastet den Staat mit einem Betrag von 2V Millionen jährlich, dafür habe man aber auch für eine Reorganisation der Banken, für die Herabsetzung ihrer Regie gesorgt und sie für weitere Aufgaben vorbereitet. Die Devisenwirtschaft und die Devisen- kommisiion verteidigt der Minister keineswegs, aber le seien uns direkt durch Maßnahmen der übrigen Staaten aufgezwungen worden. Verhandlungen zur Lockerung des Devisenverfahrens sind derzeit im Gange. Bezüglich der Preissenkung sind uns aridere Staaten weit voraus; wir sind in mancher Beziehung schon ein teueres Land geworden. Die Angleichung der Wirtschaftsziffern müsse daher mit aller Energie betrieben werden. Die Zinsfußsenkung bezeichnet Trapl als die Voraussetzung der Erneuerung der Produktion und des Schutzes des landwirtschaftlichen Schuldners. I« schneller wir auch den PrriSausgleich zwischen Groß- und Detail- handelspreise» durchführen, desto besser werden wir gerüstet sein, den weiteren Folgen der Krise zu begegnen. Diesen Prozeß müsse man möglichst bald zu einem Abschluß bringen. Die kurzfristige Verschuldung. Im Jahre 1932 hat der Finanzminister durch kurzfristige Kredite auf Gründ der Ermächkigung des Finanzgesetzes 559 Millionen aufgebracht; unter Einrechnung der französischen Anleihe stieg die Verschuldung um 1357 Millionen. Außerdem liegen noch Bankschulden vor, deren.Höhe Trapl jedoch nicht bekanntgab, ebensowenig wie die Gesamlhöhe der kurzfristigen Verschuldung. Ende 1932 soll die Verschuldung aus dem Titel der Bndgetdefizite das Maß der Verschul dung in den Jahre»»ach der Deflation nicht sonderlich überschritte» haben. (Warum hier Trapl nicht gleich konkrete Ziffern genannt hat, ist nicht einzusehen, zumal er kurz vorher als Höchstausmaß der kurzfristigen Verschuldung des Staates in der Zeit nach der Deflation ohnedies den ansehnlichen Betrag von 8237 Millionen K8 genannt hatte, der im Jahre 1923 erreicht wurde.) Zur Jnvcstitionsanleihc erklärte Trapl nach einigen allgemeinen Redensarten über die notwendigen Voraussetzungen lediglich, er befasse sich mit diesem Problem sehr intensiv und glaube, daß es gelingen wird, einen Weg zur Lösung dieses großen Problems zu finden. Zur Sanierung der Bruderlade» erklärte Trapl, die Ermächtigung zur Uebemahme der Staatsgarantie sei von 100 auf 150 Millionen erhöht worden, um die Mittel zur Auszahlung der Renten der Bcrgarbeitcrprovisionisten aufzubcingcn. Die Staatsgarantie hat zum 31, Dezember 107 Millionen erreicht. Das Finanzministerium bemühe sich im Verein mit dem Arbeitenministerium um eine endgültige" Sanierung, bzw. Regelung der Vcrgarbeiterversicherung. Diese Regelung wäre allerdings leichter, wenn sie in normalen Zeitxn durchgeführt worden wäre. Hinsichtlich einer Konvertierung der Staatsanleihen wies der Minister darauf hin, daß die Verhältnisse iü Frankreich und England, wo eine Konvertierung durchgeführt wurde, ganz anders liegen als bei uns. Die Tschechoslowakei ist ein Staat mit verhältnismäßig junger Kapitalsbildung, während die beiden genannten Staaten eine alte Kapitalstradition besitzen und dort Gelder für langfristigen Kredit znr Verfügung stehen. Steuereintreihnng. Was die Beschwerden über, die rücksichtslose Steuereintreibung betrifft, so stellt sich Trapl auf den Standpunkt, daß der Staat und auch die Selbstverwaltung heute dringend die Mittel zur Deckung ihrer Ausgaben benötigen, und daher ist es notwendig, die Rückstände energisch einzutreiben. Entsprechende Rücksichtnahme auf die Verhältnisse des Schuldners und namentlich aus die. kleinen Steuerzahler sei vom Ministerium jedoch angeordnet. Die Lehrerschaft zu Dr. Dürers Schulentwurf. Zustimmung der tschechische« Lehrer. Der Vorstand des Verbandes der tschechischen Lehrerschaft hat nach zweitägigen Beratungen über den Gesetzentwurf des Schulministeriums einen Beschluß gefaßt, in welchem es heißt: . Der Verband der tschechoslowakischen Lehrerschaft hat festgestellt, daß beide zur öffentlichen Diskussion vorgelegten Gesetzentwürfe wesentliche Be- stimmungen enthalten, welche vom Standpunkt des reinen Interesses der Schule und des Staates m i t Zustimmung ausgenommen werden müssen. Das ist vor allem die Trennung der Schulverwaltung von der politischen Verwaltung, die demokratische Zusammensetzung und Wahl der Schulverwaltungskör- per, die Verstaatlichung der Lehrerschaft und die gerechtere Regelung der finanziellen und Verwaltüngs- beziehungen des Staates zu den konfessionellen Schulen und andere wichtige Fragen. Darum verdienen beide Entwürfe die Unterstützung der gesamten Bevölkerung, welche den Fortschritt der Schule wünscht. Sette 4 Sonntag, 29. Jänner 1933. Nr 25. Verlegenheit nm Kobzinek. Ablenknogsnanüver der Sffioidigeo. Die Tat des Herrn Kobzinek und die Begleitumstände ihrer Abwehr gäben Anlaß zu allerlei Betrachtungen über den Wert jenes Patriotismus, der etwa in der„Narodni Politika", im„Narod" und in anderen nationalistischen Hetzblättern lebt und sich in staatsfeindlichen Aktionen äußert". Es war aber auch Anlaß vorhanden, das Verhalten der deutschen Soldat« n zu würdigen, das für die nationalistischen Hetzer im tschechischen Lager ein kräftiger Schlag ins Gesicht war; denn s i e waren es und mit ihnen selbstverständlich' anch tschechische Soldaten, di« den Staat vor den Patrioten schützten und den beschworenen Eid auch mit ihrem Blute besiegelten. ' Daß die„Erziehungsarbeit" der Jiationa-- listenpressc solche Exemplare wie den Herrn Kobzinek hervorbringt, ist ihr sehr peinlich. Sic fühlt die Verantwortung, die sie trägt und möchte sic gern abschütteln. Aber sie ist zu sehr schuldig, als daß solche Versuche Erfolg haben könnten. So spricht sic denn von den„anderen Putschisten", gegen die man auch so energisch vorgehen möge wie gegen die Brünner Abenteurer. Die anderen Putschisten? Nun, das sind, nach dem„Narod", die— Kommuni- sie n und die Hakcnkreuzler. Dieselben Kommunisten, die der Polizei gegenüber schüchtern und höflich, die von einem Legalitätsdufel ohnegleichen erfüllt sind und von deren Bürgerkriegsgesinnung Herr Gottwald höchstens in Moskau, niemals jedoch in der.Heimat Kunde gibt. Die tschechoslowakischen Kommunisten als„Putschisten" zu bezeichnen ist denn doch ein starkes Stück. Es bedarf schon der ganzen riesigen Verlegenheit und Auslveglosigkeit, in der sich di« Hetzpreffe ob ihres bisherigen Tuns jetzt befindet, um auf dies« Gedanken und Redereien zu kommen, die von dem Wesentlichen ablenken sollen. Der Zufall wollte es, daß die Wirklichkeit auf dem Boden Brünns selbst Beweis« für die Gleichartigkeit der Gajda- und der Jung- „Putschisten" bot. Hier ein Trupp Beivaffneter, die im Namen der Nation und des Vaterlands Heeresbesitz Überfällen und Soldaten niederschießen; die sich, förmlich unter den Augen der Behörden und unter dem Kommando von Offizieren, militärisch organisierten und bewaffneten. Dort: sieben harmlose jung« Leute, Phantasten, deren Schuld darin besteht, lung zu sein und darum geglaubt zu haben, von denen sich auch schon vor Gericht hcrausgestellt hat, daß sie längst erledigt sind. Und chre„militärische Organisation": ihre— von der Behörde bewilligt gewesenen— Koppeln, Kappen und Hemden— sie lassen sich dpch wahrhaftig nicht vergleichen mit den gefährlichen Banden des Vatcrlandsrctters Gajda und seiner intellektuellen Verbündeten! Verbrecherischer Leichtstnn, der bisher den Redakteuren der tschechischen Hetzpresse die Feder führte, darf sich nicht auch weiterhin ungehemmt austobcn. Es ist Sache der tschechischen Ocffcnt- lichkeit, di« den Ereignissen objektiver gegenübersteht als die mitschuldigen Beschützer und Förderer der Putschisten, den Heyern, die von kommunistischen und hakenkreuzlerischcn Putschisten zu reden wagen, um ihr eigenes Tun vergessen zu machen, das schmutzige Handwerk zu legen. Belob««gsdekrete für tapfere Berteidigang. Brünn, 28. Jänner. Di« Gagisten und Soldaten, welche bei dem sonntägigen Fascistenüber- fall an der Verteidigung der Kaserne beteiligt »raren, wurden heute vormittags zum Landee- militärkonimandanten General Vojcechovsly berufen, von dem sie belobende Dekrete erhielten. Englands Abrttsmngsgrundsatze ®cnf, 28. Jänner. In den englischen Vorschlägen zur Abrüstungskonferenz ist der Wortlaut der neuen auf den bisher vorgelegten verschiedenen Plänen anfgebaulen Konvention folgender: 7 1. Eine feierliche Versicherung aller europäischen Staaten, daß sie in keiner Lage versuchen wollen,«in« Streiligkeit durch Gewaltawven- düng zü lösen. 2. Unter dem Gesichtspunkt ihrer gegenseitigen Sicherheit sollen die europäischen Kontinentalstaaten sofort die Möglichkeit politischer Vereinbarungen prüfe», die die Beding in rgeu enthalten, unter denen jeder von ihnen einen Anspruch auf die Hilfe des anderen Signatarstaates haben soll. 8. Die Anwendung des Grundsatzes, daß di« Begrenzung der Rüstungen Deutschlands und der anderen entwaffneten Staaten in derselben Ab- rüstungskonvention, die die Rüstungsbegrenzungen der anderen Staaten bestimmt, enthalten sein soll, »nd zwar so, daß die Artikel deS Versailler Vertrages, die Deutschlands Streitkräfte begrenzen, durch die Abrüstungskonvention ersetzt werden. 4. Die Ansnahine einer Verpflichtung in di« Konvention seitens drr S'gnatarstaatcn, in ange meffener Frist vor dem Ablauf dieser Konvention weiteren RüstungSausgleich abzuschließen. 1 5. Bezüglich des Kriegsmaterials die Aufnahme deS Grundsatzes der qualitativen Gleichheit in die Konvention. In diesem Zusawmenhang fpll die Zurückführung der Armeen der«uro- päischrn Kontinefltalmächte auf«in« einheitliche Orga n i s ätion sty pe in Erwägung gezogen werde«. Zweierlei Mab bei der Steuereiatreibuag. l Für die ungeheuren Ungleichmäßigkeiten und Ungerechtigkeiten, die im Gefolge der Steurrab- schrcibungen in der Behandlung der mit allen Salben geschnrierten großen Steuerträger einerseits und der kleinen Steuerträgcic andererseits entstehen, die n i ch t imstande sind, alle Hintertüren und Lücken in der Steuergesetzgebung restlos auszunützen, wie es die großen Unternehmer tun, brachte Genosse Kremser im^Bud- getausschuß einige besonders krasse Beispiele vor, die von den Steuerbehörden wirklich nicht acht-, los übergangen werden sollten. Der kxekulor auf die Meinen: In St. Peter bei Stubenmühl hat ein Häusler einen Aufbau für Kurgäste vorgenommen und 50.000 X durch einen Wechsel gedeckt, den der Baumeister girierte. Dieser ging in Konkurs; auch der Häusler konnte die Raten nicht einhalten. Jetzt erhielt er noch von der Steuerbehörde eine Borschreibung von rund 1000 K für Schuldverschreibung, Kautionsurkunde usw. Der Häusler ist arbeitslos, ebenso sein« Familienmitglieder bis auf ein« Tochter. Man hat ihm die Kuh und eine Kredenz gepfändet; kann er in 14 Tagen nicht bezahlen, so wird sein Eigentum verschleudert werden. * In Znaim lebt ein kleiner Fuhrwerker, Vater von fünf Kindern. Der-führte für das Brauhaus Bier. Als er den.Fuhrlohn beheben wollte, erfuhr er, daß ihn die Steuerbehörde beschlagnahmt hat. Der Mann hat in seiner Verzweiflung seine fünf Kinder aufs Steueramt geführt und dort stehen gelassen; si« wurden einem Kinderheim übergeben. Spionage anl der Bukarester Hauptpost. Amtliche Korrespondenzen geöffnet. Bukarest, 28. Jänner. Die staatliche Sicherheitspolizei ivar schon seit längerer Zeit einer ausgedehnten Spionageorganisation auf der Spur, di« bei der Bukarester Hauptpost für die kommunistische International« arbeitet«. Der Organisation gehörten zum Teil hohe Postbeamte an, die vermöge ihrer Stellung Abschriften amtlicher Aktenstücke an sich dringen konnten. Dies« Abschriften wurden stets durch einen besonderen Kurier„über di« Grenze geschafft. Die Polizei war es kürzlich zu Ohren gekommen, daß ein solcher Kurier sich in Bukarest aufhalt«, um eine größere Anzahl kopierter Dokumente ins Ausland zu. bringen. Gestern spät abends würde die Bukarester -Hauptpost von der Polizei umstellt, sämtliche Ausgänge versperrt und eine gründliche, Durchsuchung vorgenommen. Es wurden insgesamt 22 Beamte und 30 ander« Personen verhaftet, bei denen man Originaldokumente, Aktenabschriften und di« für das Kopieren nötige sympathetische Tinte vorfand. Die Polizei beschlagnahmte eine groß« Menge von Dokumenten, aus denen hervorgeht, daß die Berschwöreroraanisation bereits durch acht Monate arbeitete. Wieder Ruhe in Wie« Wien, 27. Jänner. In den späten Abendstunden wurden di« Militärkraftwagen und die Militärwachen bei den öffentlichen Gebäuden zurückgezogen, wodurch die Stadt wieder ihr normales Aussehen zurückgcwann. Es herrscht vollkommene Ruhe. Elf Personen, darunter mehrer« Mitglieder des Aktionskomitees der Lohn- fuhrwerker, wurden verhaftet, weil si« die Autolenker zu Demonstrationen aufgefordert hatten. Weitere 24 Personen wurden wegen Störung der Ordnung und verschiedener anderer kleinerer Vergehen festgenommcn. Außerdem hat die Polizei bei der gestrigen Demonstration ein Verzeichnis der Fahrzeuge aufgestellt, die sich an der Demonstration beteiligt, haben. Gegen ihre Chauffeure, resp. ihr« Besitzer, wurde Nteist wegen Verletzung der verkehrspolizeilichen Verschriften das Strafverfahren eingelcitet. Mehr als 1000 Personen werden vor Gericht gestellt werden. Tie Polizei erklärt, daß si« jeden neuen Versuch einer ähnlichen Demonstration mit der größten Energie unterdrücken werde.. Der Mittelstand demonstriert. Es kann kein Zweifel mehr bestehen; die Welt von gestern ist in Unordnung geraten. Ordnung bedeutete für den soliden Bürger Zufriedenheit mit den bestehenden Einrichtungen und Gesetzen, Ruhe im Staat und der Gemeinde, Ehrfurcht vor der Obrigkeit. Diese Ordnung ist auch für ihn nicht mehr da. Er, der gute Bürger, der sich mit aller Entschiedenheit dagegen auflehnte, weil der Arbeiter mehr Lohn und kürzere Arbeitszeit verlangte, der nach Polizei und Gendarmerie rief, wenn die Arbeiter politische Rechte, die gleiche Freiheit forderten, welche andere Staatsbürger längst besaßen, zieht nun selber auf die Straße um zu demonstrieren, schickt eine Deputation um die. andere zu Staats- und Bezirksämtern um seine Existenz zu retten. Der bürgerliche Staat, mit allen seinen bürgerlichen Einrichtungen ist demnach für seinen ureigensten Träger und Verteidiger nnwohnlich geworden. In der Tschechoslowakei zogen vor einigen Mit Glacehandschuhen gegen dis Groden: Und nun zwei andere Beispiele: Die Teplitz-Schönauer Maschinenfabriks-A.-G. ist vor einigen Tagen in den Ausgleich- gegangen Die Firma schuldet dem Staat 1.4 Millionen au Steuern, darunter über 400.000 X an Umsatz- steuer(!) und 020.000£ an Einkommensteuer für die Angestellten(!!), die bis in das Jahr 1920 zurückreicht! Hier wird eine 80proze«tige Steuerabschreibung vorgeschlagen, und das Steueramt stimmt dem tatsächlich zu, statt dir Berwaltungsräte zumindest wegen der Umsatzsteuer zur Schadloshaltung zu veranlasse«! Die Finanzkommission der Gemeinde hat es natürlich abgclehnt, dazu ihre Zustimmung zu geben! Das Gemeindeamt Schönfeld, im Bezirk Karbitz soll über 36.000 Kc, den Anteil an der. Umsatzsteuer, zurüchahlen, weil der Böhmischen Handelsgesellschaft 700.000 K6 an Umsatzsteuer abge schriebe» worden sind. Die Gemeinde kann diese Summe natürlich nicht bezahlen, weil ihre Umlagen im ganzen Jahr nicht so viel betragen. 700.000 Kc kann man einer reichen Gesellschaft schenken, 36.000 Kc einer armen 8« reindr aber nicht! Wenn bei der Bevölkerung, erklärt« Genosse Krem se r hiezu, das Steueramt das gehaßteste Amt.ist, so ist nicht die Bevölkerung schuld, sondern dieses unlogische und völlig ver- kehrte Borgehen bei der Steuereintreibung. Tagen die Autounternehmer durch die Straßen der Haupt- und Bezirksstädte, in Wien blockieren die gleichen Berufsangehörigen die wichtigsten Berckehrsstraßen und Plätze, in Deutschland fordern die Handwerker energisch, daß man den Rest handwerkerlicher Berufsstätten vor der Vernichtung schütze. In aller Welt revoltieren Bauern urch Beamte, weil sie mit zu großen Lasten und mit zu geringen Einkünften versehen werden. Sie lehnen sich auf gegen die bestehende Ordirung. Wer sich aber gegen die Ordnung der Gesellschaft auflehnt, untergräbt sie; das haben nicht die Sozialdemokraten gelehrt, sondern Angehörige jener Schichten der Bevölkerung, die unter den bestehenden Verhältnissen nicht lveiter leben wollen, die Hilfe um jeden Preis verlangen. Ist das alles nur ein Ergebnis der momentanen Wirtschaftslage? Nein, das ist. das Resultat der kapitalistischen Entwicklung. Die Konzentration des Kapitals hat den Reichtum der Erde in immer tveniger Händen vereinigt, den Kleinbetrieb fast ausgeschaltet, den früher hoch geachteten und gewerteten Beamten zum besitzlosen Arbeitsobjekt gemacht. Es gibt von Monat zu Monat weniger selbständige Existenzen und damit immer weniger unbedingte Anhänger und Verteidiger der bestehenden Ordnung. Ohne cs zu wissen oder auch nur zu wollen, wächst bei den zum Proletariat gedrängten Menschen, der Will« zum Widerstand gegen di« bestehende Gesellschaft, die sie immer noch geistig verteidigen. Die wirtschaftliche Entwicklung zwingt sie indes immer mehr an Seite der um eine neue Ordnung kämpfenden Arbeiter und Angestellten. Mag deshalb die Rolle, die der Mittelständler heute im Klassenkampf inne hat, nicht gewollt und auch nicht auf die Zerstörung der bürgerlichen kapitalistischen Welt eingestellt sein, für die Arbeiterklasse ist das ohne Bedeu?- tung. Sie registriert lediglich den Aufftand der bürgerlich denkenden Schichten als Zeichen des ständig zunehmenden Widerstandes und Angriffes als geschichtliche Bewegung, deren Ziel eine Neuordnung der Gesellschaftsorganisation ist. Damit aber wird das Bürgertum, das unter den bestehenden wirtschaftlichen Zuständen leidet,— wohl ohne sein Zutun und wohl auch gegen seinen Willen— zum Förderer der sozialistischen Idee, wird zum Totengräber ihrer Welt. Entfallender Ministerempfang. Minister für soziale Fürsorge Tr. Czech empfängt Dienstag, den 30. d., nichts Der Zug der Grippe. Die Grippe breiter sich weiter aus. In Deutschland mußten zahlreiche Schulen geschlossen werden. In England betrug dir Zahl der Grippctodesopfer der letzten drei Wochen etwa 3500. In A m st e r- d a m tritt die Epidemie gleichfalls sehr häufig auf; der Sterblichkeitsverlouf ist jedoch noch normal. In Budapest bleiben sämtlich« Schulen vorerst bis zum 4. Feber geschloffen. Stuhl gegen Kehlkopf! Die bekannte"Sängerin Jvlantha von W i ck lmirde während einer Aufführung von Lehars„Frasquita" am Reüßi- scheu Theater in Gera von dem schwedischen Tenor Oevergaord mit einem Stuhl gegen de» Kehlkopf geschlagen; die Sängerin erlitt«inen Bluterguß am Stim.i band, verlor die Sprache und brach auf der Bühne b«- w ußtlos zusammen. Der Vorhang siel— das Publikum glaubte, alles gehöre zur.Handlung. Nach längerer Pause wurde der llniall bekanntgegeben und die Operette gekürzt zu Ende gespielt Vom Rundfunk Montag: Prag: 6.15: Gymnastik, 11. Schallplatten, 18.25: Deutsch« Sen düng: Kohl: Bildhauer Dobner. 19-50: Philharmonisches Konzert.— Brünn: 17.10: Jugendfunk, 18.25: D« u ts ch e Sendung: Französisch, 19.25: Mchte in Hawai.— Rähr.-Ostro»: 10: Blasmusik, 18.30: Deutsche Sendung: Kindelmann: Internationale BerstöndigungSfpracht. Berlin: 20.25: Violinkonzert, 24: Juana, Oper vo« Ettinger.— Breslau: 21.10: Kleine Flötenmusik.- Hamburg: 20: Wilhelm Busch.— Königsberg: 19: Schlager-Singsang, 20.35: Kammermusik.— Leipzig: 19.30: Chorkonzert.— München: 20.25: Tal Spiel der Spiele. 21.25: Kammermusik.— Wie«: 19.55: Lieder und Arien. Dienstag. Prag: 6 15: Gymnastik, 10.10: Deutscher Schalfunk, 17.50: SchalMattrn, 18.25: Deutsch« Sendung: Melzer: Ernstes und Heitere« aus dem Kinderleben im Lied, 1920: GesangLkonzert, 20.20: Ter Burgkoboki, Oper von Novak.— Brünn: 12.30: Orchesterkonzert, 18.25: Dentsch« Senbu n g: Führung durch ein« Großmolkerei.—. Berlin: 21: Der Messias, Oratorium von Händel. Breslau: 21.10: Chanson der Zeit.— Mühlacker: 21.15: Romantische Musik.— Königsberg: 19: Bachs Kla- Viersuiten.— Langenberg: 20: Götz von Berli-hingen, Schauspiel von Goethe.— Leipzig: 21.20: Der Aufbau einer Sinfonie.— München: 1925: Chorgesang, 20.55: Beatrix, Opernlegendc.— Wient 19.25: Der Liebestrank, Oper von Donizettt. Warum nut dir Bonzen? Der Nazi-Amts» gerichlsrat Dr. Lehmann in Gera mußte aW Vorsitzender des Geraer Schnellgerichts seinen P- und SA.- Mann Schürer wegen fortge.st?' ten Betrugs m drei Monaten Gcfäng' n i s verurteilen. Schürer hatte sich ein« feint S'A.-Uniform zugelegt, wohnte im besten Hotel, und sammelte bei den reichen Pgs. von Gera und Greiz namhafte Summen„für di« armen SÄ.-Leute". Tas Geld verjubelte er. Als ih« der diazirichter in der Verhandlung narb den« Grund seiner großen Betrügereien und Hochstap» leien frug, antwortete der Angeklagte:„W a r u 1" sollen nur unsre Bonzen gut und st^ leben?" Ein« sowjttrussisch« Hilfsexpreditiou rer« t e t c acht Mann der Besatzung des vor weh' reren Monaten bei der nordsibirischen Insel Bjcl> gescheiterten Schiffes„Albatros"..Der Rest der Besatzung ist verschollen. Bohrexplofion. Auf der Grube Baurenberg b«' Siegen gerieten zwei Bergleute beim Bohren c»t «inen steckengebliebenen Sprengschuß, der sofock explodiert«. Ein Bergmann wurde aus der IttLe getötet, der andere schwer verlebt. Sin srarrzöfischer Fall Laubmann, D«r Kampf um den Korporal Grandadam. Qm Mai 1915 fiel auf dem Schlachtfeld bs Loretto der französische Korporal Auguste Grand» dam aus Senones in den Vogesen. Als di« Hi niet' bllebenen, die Eltern des Gefallenen, Anspruch ow Auszahlung einer Pension erhoben, wurden sie 1?$ von der Nachricht überrascht, daß ihr Sohn gefallen sei, sondern lebe. Bor dem Kriegsgericht drr 20. Region muß" sich ein Deserreur namens Colin verantworlen. Et» die Enge getrieben, gestand er, nicht Colin zu heißt" sondern Auguste Grandadam. Er sei in der Schlad bei Loretto von den Deutschen gefangen genomnie" und in ein KouzentrationSlager in Deutichland■>!*' bracht worden. Da er mir seiner Familie völlig gebrochen habe, wisse diese nichts über lein Schicki"' Drr Vater des Korporals wurde j.-'nem Sohne vor dem Kriegsgericht gegenübergestellt Da«ine furcht' bar« Kriegsverletzung das Gesicku des.Korporals entstell: hatte daß man ihn nicht erkennen konnm konnte auch der Vater weder bejahen noh verneine"- daß rr sein Sohn sei. Aber er war überzeug: M sein Soh.i. dcr ein tapferer Soldat und ein ihre:*' werter Mensch war, nichts mit jenem zu u- r-itck.- den die(Gerichtsbehörden anscheinend als den poral Auguste Grandadam anerkannten. Er bo: j'W* auf, um den Beweis zu erbringen, daß se:::oh" 1915 gefallen sei. Man verglich die Brief«, die ein« Auguste Grandadam seinen Eltern gesandt hat», der Schrift des angeblichen Deserteurs Colin und e J ergab sich«ine Ähnlichkeit in der Schrift. Trotzd«>" waren di« Eltern des Korporals dch-on überzeug» daß der sich als ihr Sohn ausgehende Soldat niä* ihr Sohn sei. Seit zwölf Jahren kämpf« der al" Grandadam um die l^xe seines gefallenen Sohrx^ Im Jahre 1932 wurde die Gendarmerie von Lenons beauftrag!, Auguste Grandadam zu verhaften ein« Gefängnisstrafe von zwei Monaten ibiibr" sollte. Ter Gesuchte hielt sich natürlich mchi in Senones aus. Der alte Grandadam wies die B-'ainten aiis seinem Haus und erklärte:„Ich ioerde doch noch beweisen, baß mein Sahn gefallen ist." Bon Neuem nahm er die Bemühungen an: Rehadiliticrung seines Sohnes auf. ES gelang:!)>"- ein« AiMhl von ehemaligen Kameraden de. üar- porals zu veranlassen, vor Gericht über di-' ijtf* Stunden und sogar den Tod seines Lohn: aus' zusagen.„Er star-b" lautet die Aussage Kameraden,„mit den: War: Senones au:)e" Lippen." Der angebliche Auguste Grandadam wn- den Kameraden gegenüber gostelll. Man fragte:i>’’ über Vorgesetzte und Vorgänge während des Kriegs in Grandadams Kompagnie aus, worauf er iu>r‘V unsichere Auskunft zu geben wußte. Schließlich g< stand er, dem toten Korporal, als er'm Schütze" graben au' Hine Leich« stieß, die Papier. enivend«! zu haben. In Wirklichkeit heißt der Betrüger, dkl zwölf Jahre lang angab. der Korporal Augtzi^ Grandadam zu sein, Emil« Anselme. Tagesneuigkeiten Sonntag, 29. Jikuu« 1933. <5eite 5 Nr. 25. Eine Frau kämpil srs«! den Gaskrieg*) Gertrud Wokers Schrift^„Der kommende GiftgaÄriog" hat im Ja-Hre 1925, als erst wenige Menchcn von-er neuen drohenden Gefahr wutz- len, eine große Wirkung ausgeübt. Mit einem Schlage enthüllte die bedeutende Chemikerin der Universität Bern die ungeheuerliche Drohung, welch« über der gesamten bewohnten Erde durch die Vorbereitungen zum Gaskrieg liegt, Frau Woker hatte dieie Vorbereitungen in den Bereinigten Staaten gesehen; damals wurden sie Noch den Mitgliedern eines Chemikerkongresscs als Schaustücke gezeigt— wovor man sich heute wohl hüten würde. In dem Büchlein wurde Material des Völkerbundes veröffentlicht, das bis dahin wenig bekannt war, und daraus die ganze unglaublich« Grausamkeit und massenvernichtende Wirkung der Gaswaffe gegen Front und Hinterland enthüllt. Damit gab Frau Woker den Anstoß zur-rasch anschwcllenoen Protestbewegung gegen die Zumutungen der imperialistischen Regierungen, di« außerstawde sind, die Völker vor der Ver» nichtung durch einen künftigen Krieg zu schützen, aber auch außerstande oder. gar nicht willens, einen solchen Krieg zu verhüten. Der einmütige Protest, man darf sagen aller zivilisierten Menschen, bedeutet« freilich wenig gegenüber der Macht d e s Dreibundes, der heut« di« ganze Erde umklammert: des Dreibundes d«r politischen Reaktion mit der Militärkaste und dem Rüstungskapital. Der Wokerschen Schrift folgten ander« verwandter Art, zuletzt als gründlichste und eiu- dmcksvollste das Sammelwerk der Interparlamentarischen Union:„Wie ivürde ein neuer Krieg oussehen?" Aber zur raschen Orientierung ist di« Wokersche Arbeit noch immer die beste. Sie enthält alle- für den Laien Wissenswerte aus den früheren Auflagen und kennzeichnet in der neuen di« Fortschritte der chemischen Kriegstechnik unke» Stand der mternationalen, oft sehr heftigen Diskussion. Denn auch an Gegenstimmen fehlt es keines- wegs. Frau Woker selbst wurde in der reichsdeutschen, in Fachkreisen allgemein verbreiteten „Chemiker-Zeitungs 1926 in einen Streit gezogen, den die Ml'ta rillen niit sehr groben Mitteln führten. Prof. Julius Meyer, Chemiker der Breslauer Universität, be^ichnet« u. a. chren Kampf als„verliwcne Agitation", ihren Protest gegen die namenlose» Grausamkeiten des Gaskrieges als„Wokersche Psychose" und„hysterischen Haß gegen die chemischen Kampfstoffe. Auf Grund von Statistiken aus amerikanischen Lazaretten errechneten die Menschenfreunde von MeyerS Schlag, daß die'-Gaskampfstoffe viel humaner seien.tflSrArMexiegeschoss«, hie Sterb- üchkeit chei Gasvergiftungen viel geringer als bei Verwundeten. Was Frau Woker nun lm Buche diesen Statistiken entgegenhält, zeigt deutltch, daß die Verlogenheit nicht auf ihrer Seite ist. Das bindert aber nicht, daß die Scheingründe für die Gaswaffe geflisientlich verbreitet wurden— das Rüstungskapital hak freilich flinke Hände und Federn in seinem Dienst!— und so kann man i- B. im ssteuen Meyerichen Lexikon auf der Tafel Kampfgase und Kampfwagen" nachlesen, daß die GaÄvaffe sich als überraschend human erwiesen hat und die Einwände gegen ihren Gebrauch vom wissenschaftlichen wie auch vom geschichtlichen Standpunkt unhaltbar sind! Man braucht damit nur zu vergleichen, was Vicht, nur auf Sozialistenkongressen und pazifistischen Tagungen, sondern auch bei den sach- wänuischen Beratungen des Internationalen Roten Kreuts immer wieder bewiesen wird, um *) Dr. Gertrud Woker: Ter kommend«! Gift- und Brandkrieg. 8.—st. Ausl, mit! 2b Abbild. Ernst Llbenburg Verlag, Leipzig, 1832.! Der isM Wiifieiai llMMl. . Ta die Welt wohl noch Jahr und Tag auf die allen wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Biographie zu warten hat, di« die Sozialdemokra- tie ihren beiden großen Vorkämpfern im ersten bis 1914 reichenden Abschnitt der Bewegung, August Bebel und^ Wilhelm Liebknecht, schuldet, wüsten wir inzwischen jenen Baustein zu jenem ragenden Gebäude dankbar begrüßen. Baustein— h«r Begriff erschöpft freilich nicht die Schrift, die Ernst N o b 8 unter dem Titel„A u s W i l h e l m Liebknechts Jugendjahren" im Verlag her Genossen''chafrs-Buch Handlung in Zürich ber- «usgegcben hat. Vielmehr ist es,. so anziehend durch seine Form wie wertvoll durch seinen Inhalt, ein durchaus ge'chlossenes und selbständiges Keines Werk, das Bekanntes in neu« Zwammen- hänge einordnet und, da es sich nicht auf gedruckte Quellen beschränkt, soitdcrn auch aus Akten und Archiven schöpft, manche neue Kenntnis und Erkenntnis vermittelt. Sieht man von den in Kalendern und.seil» ichriften verstreuten Erinnerungen des„Alten" an seine Jugend ab, ist d i e Schweizer E p i• 'ode seines Lebens bisher zxmlich stiefmütterlich behandelt worden— unverdient stiefiitütt«,- lich, denn in mehr als einem Betracht war sie für sein« Entwicklung bedeutsam. Es ist ein«nunü- tzvanzigjähriger, hochgemuter. von^er Stickluft der deutschen Unfreiheit angeekelter Student, der 1847, eigentlich enropamüde und auf dem Wege Üach Amerika, durch einen Zufall nach Zürich Erschlagen wird. Was die Waage zugunsten der >intmatjtddt senkt, ist wohl di« Lehrerstelle, d'.e ihm am Fröbeflchen Institut angeboten wird. Daß eS eine Volontärstelle ist, die keinerlei Be-j ;n erkennen, wie sehr Frau Woker im Recht geblieben ist und tvelch unerhörte Entstellung sich da in angeblich objektive und wissenschaftliche Darlegungen einge'chlichen hat. Rur insofern« hat Frau Wecker ihren Standpunkt geändert, als die Kriegstechnik fortgeschritten ist uttd zur Gaswaffe -wei weitere ebenso gefährliche hinzugekommen sind: die Sprengbombe aus Flugzeugen mit ihrer ins Vielfache gesteigerten Wirkung und die Brandbombe. Dem trägt auch der Titel der neuesten Auflage des Büchleins Rechnung. Es erbringt wieder neues, erschütterndes Material. Wieder druckt Frau Woker wenig bekannte Dokumente in deutscher Uebersetzung ab; so aus den Verhandlungen der Tagung, welche die Sachverständigenkommission des Roten Kreuts im April 1929 abhielt. Dort hat u. a. der französische Oberst Pouderoux eingehend über die Möglichkeit referiert, die großen Städte gegen di« Luftangriffe zu schützen, «in Urterl über den Wert der„gasdichten Unterstände" maß als vernichtend bezeichnet werden. Pouderoux zeigt, daß die Unterstände unterirdisch angelegt werden müssen; daß aber diese Art der Anlage große Kosten verursacht und mit den Bedürfnissen der Friedenszeit unvereinbar ist. Dabei sind die technischen Schwierigkeiten einer wirkliche« Sicherung der Zufluchtsuchendcn unüberwindlich. Die Unterstände müßten an die städtisch« Stromleitung, Wasserloitung und Kana- lrsation angeschlossen sein und auch noch ein« ständige Zuleitung von Frischluft aus einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometern besitzen! Sind di« ersteren Anschlüffe praktisch durchführbar, so unterliegen si« hinwiederum für den Ernstfall der Gefahr der Unterbrechung. Der Luftabschluß gegen außen müßte ferner em vollkommener sein; Nachzügler bei der Aufsuchung, der Unterstände müßten daher rücksichtslos ausgesperrt bleiben. Frau Woker macht da auf ein« Konsequenz als Beispiel aufmerksam: sollte der Gasalarm wäb- reich der Schulstunden erfolgen, so müßten dl« Eltern selbst di« nicht rechtzeitig heimgekehrten Kinder ohne Erbarmen vom Schutze ausschließen! Di« Gelehnte findet den Gedanken unmenschlich; sie meint, daß man, um die Mutter auf solchen Krieg vorzubereiten, schon den jungen Mädchen den Sinn für Heim und Familie gründlich auS- rreiben müßte. Wahrscheinlich sind auch dies Aus- flüfl« von Frau WokerS Psychoie und Hysterie, während sie ein rechtes Soldatengemüt nicht stören können.— Nach Pouderoux besteht ferner bei Sprengbombenangriffen die große Gefahr, daß di« Insassen der Gasunterstände unter den Trümmern der Häuser begraben werden, eingeschloffen wie Bergleute bei schlagenden Wettern; daß außerdem beim kombinierten Angriff die Zugänge durch Giftgas unpassierbar gemacht sein könnten. ... Solcher fachmännischer.Warnungen finden sich in dem Wokerschen Buch viele, und jede«in- zeln«, möchte man meinen, müßte das öffentliche Gewissen anfrütteln. Die Verfasserin spürt dann den Methoden jener Kreise nach, welche trotzdem mit größter Betriebsamkeit und vollem Erfolg di« Aufrüstung, auch mit chemischen Kampfmitteln, betreiben. Die. internationale Verflechtung auch des che.mi'sch-iichustriellcn Kapitals wird aufgezeigt, das mit Hilf« der geschickt genährten Verhetzung einträchtig leine Schmarotzergewinne aus, den feindlichen Völkern zieht. Von außerordentlichem Interesse ist, was von der Betätigung des Rüstungskapitals bei der Genfer Abrüstungskonferenz berichtet wird, und es gewinnt angesichts der letzten Genfer Ereignisse erhöhte Aktualität. Tie Verfasserin spricht di« Vermutung aus, daß die Genfer Ultramaregruppe, jene fafcistische Strömung, di« zu den letzten blutigen Ereignissen dort Anlaß gegeben hat, von der Rüstungsindustrie bezahlt wiÄ>, und schildert das Treiben „schöner Damen", die in den elegantesten Häusern von Genf zu unglaublichen Mietpreisen hausen, dort eine hochkultivierte Geselligkeit pflegen und >n ebemo vertraulichen wie vorsichtigen Besprechungen unter pazifistischem Deckmantel jene Politiker ausfirrdig machen, welche sich von der Rüstungslanaill« bestechen lassen. Man ist also seit dem Shearer-Skandal von 1927 vorsichtiger geworden! Die Verfasserin bcrchtet ferner, zur Abrüstungskonferenz seien allein über die Banque d'Escompte in Genf 16 Millionen SchweiKn Franken angewiesen worden. Gelder, für die mehr als hundert Agenten der Rüstungsindustrie. Sie weist dann auf die Enthüllungen unseres französischen Genossen Paul Faure hm, wonach die größte französische Rüstungsfirma Schneider- Creuzot(die auch mit Skoda liiert ist!) hohe Subventionen an die Hitler-Partei bezahlt. Faure hat bekanntlich von seinen Enthüllungen zunächst den Erfolg gehabt, daß er bei der letzten Kammerwahl gegen den Kandidaten der Schneider-Creuzvt- Werke unterlegen ist. Bücher wie das der Frau Woker können nicht genug verbreitet werden. Wir Sozialdemokraten halten di« antimilitaristischen Kampfmethoden der Frauenliga, für welche Frau Woker spricht, nicht für di« wirksamen; aber ihr Tatsachenmaterial besonders in Arbeiterkreisen bekanntzumachen, dazu haben wir alle Ursache. In diesem Sinn ist die mutige Frau auch uns eine Mitkämpferin gegen den Militarismus und speziell gegen die, wie sie mit Recht sagt, den Höhepunkt der Kriegsbarbarei bildenden Methrchen des Gas- und Brandkrieges. E. D. Keiie FraneHunäsfliaii. Sine Spielecke für die Kinder. Besonders die neuen Wohnungen der Großstädte, di« mit Raum geizen, sehen nur selten ein Zimmer Vor, in dem di« Kinder sich aufhalten können. Di« Folge ist, daß die Kinder viel zu viel mit den Erwachsenen zusammen sind ungar nicht recht Gelegenheit haben, irgendeine Liebhaberei zu betreiben. Oft wird ihnen für ihre Beschäftigung der Eßtisch eingeräumt, aber sobald die Mahlzeit kommt, müssen die Sachen zusammengepackt werden. Das stört das beste Spiel. Wo Kinder sind, tollt« man, wenn man schon kein eigenes Zimmer für si« hat, ihnen wenigstens eine Ecke einraumen, wo sie ungestört tun können, waS sie wollen. Man soll dem Kind die Möglichkeit sogar erlauben, daß Unordnung darin gemacht wird. Denn man gewöhnt das Kind am besten an Ordnung, wenn es von sich selber aus den Vorteil der Ordnung einsehen lernt. Und im übrigen hat man dafür zu sorgen, daß das Kind Beschäftigung hat. Ton zum Kneten, Zeichenpapier, Buntstifte Farben, all die schönen Sachen, di« den Betätigungsdrang des Kindes anregen. Dann wird die Spieleck« für das Kirch eine wirkliche Freude und ein Nutzen sein," Frauen wandern. Bei Fußwanderungen im Winter, die besonders gesund sind, sind ganz bestimmt« Voraussetzungen gegeben. Wer.wandert, muß seiner damit er nicht zufammenklappt. Besonders muß eigenen Leistungsfähigkeit unbedingt sicher sein, man sehr gutes, dauerhaftes Schvhzeng mit auf di« Reise nehmen, denn Reparaturen unterwegs sind zeitraubend und unangenehm. Man soll bei längeren Wanderungen niemals von dem Grundsatz abgehen, einmal täglich eine kräftige Mahlzeit zu sich zu nehmen, nur immer von kaltem mitgenommenen Proviant zu leben, macht schlapp und verhindert das Durchhalten. Bei einer Wanderung soll man Alkohol vermeiden, ebenso ist«S besser, auf Zigaretten während der ganzen Dauer der Wanderung völlig zu verzichten. Auch starker Kaffee ist besser nicht zu trinken, während Milch eigentlich das geeignet« Getränk für eine Wanderung ist. Wandert di« Frau mit Kindern zusammen. so muß sie unbedingt auf deren Kräfte und Leistungsfähigkeit Rücksicht nehmen. Kommt man abends in seinem Ouarticr an, kleidet man sich zunächst um, ruht sich etwas aus und nimmt dann die warme Hauptmahlzeit des Tages ei'. Man soll immer früh zu Bett gehen, da m. x sonst am andern Morgen nicht früh wieder ausstehen kann. Frauen sollten an einem Tag« nie t mehr als 20 Kilometer wandern, ein Mehr ist eine übermäßig« Anstrengung. „Nec fasces-I“ Besuch in der Teynkirche zu Prag, um wieder einmal einen der Großen, die das aus einem Gusse waren, zu sehen: den Himmelsforscher und tiefschürfenden Denker, der wahrhaft alles„aus der Sphäre der Sterne" betrachtete: Tycho do Brahe. Die fast oder ganz lebensgroße Gestalt des ritterlichen Forschers und vollen Menschen auf dem rötlichen Marmorrelief, lind als ielbstgewähltes Epitaph, als Eigen-Gravschrift die lateinische Sentenz:„Nec fasces, nec opes, solum artis sceptra perennant!“ Frei übertragen, wie es der Große im Sinne hatte, hätt' er, der Däne, es deutsch geschrieben:„Nicht Gewalt, nicht Besitz—, allein des Geistes Herrschaft ha: Tauer!"— Wie Hohn, wie lieblose Ironie klingen diese ernst mahnenden Worte an den sehr ost überlangen Ohren jener wenig angenehmen Zeitgenossen vorbei, di« di«s« Worte in Hirn und Seele haben und mit den machtreichen Händen im Geiste dieser Worte arbeiten sollten. Aber um ein großes Werk zu schaffen, genügen Ideen und Gedanken nicht. Das bedarf der gutwilligen Arbeit vieler, vieler Hände. Und diese Hände werden von dummen Fäusten weggedräugt, fort- gehaut— so lang«, bis sie sich, zur einzigen Faust von Millionen geschlossen, susammenballen werden, um dem Geiste eine Gosse,— eine recht breite Straße zu bahnen. Das wird dann nicht Gewalt sein, sondern die unwiderstehliche Macht des sozialistischen Gedankens, die au» dem Kopfe in den stählernen Arm gefahren ist. Vielleicht wird dann der rote Marmorritter Besuchern zulächeln... K. B. Volkswirtschaft und Sozialpolitik WMWWM»WWMMW»W»WW»W»»WWWWW»W«MWDaMWWWW» i• '« Di« Rentenempfänger der Unfallversicherungen in der Tschechoslowakei werden darauf aufmerksam gemacht, sich in allen Augeisgenheilen, welche«inen Unfall oder die Rem« anbetrefjen, an da» Sekretariat der Jnvaliden-Rentenenrpfänger der Arbeiter- Unfallversicherung in Prag X., Jnvalidovna(Tel. 37—401), zu wenden. Bei schrifrlichen Anfragen wolle ein« Marke für die Rückantwort beigefügk werden, Blechwalzwerk Harlshüue. Wie uns mitgereilt wird, ist im Rahmen der Beiriebsgemeinschaft Rochau-Nrudek-KarlLhütt« die Werksdirektion de» Blechwalzwerkes Äarlshütte n LlSkopee Herrn Jng. Franz Kühnl übertragen worden. Werksdirekior Kübnl leitete b Sher vet« Jahr« hindurch die Blechwalzwerke Rorhau. Schindl- wald und in letzter Zeit auch daß Werk Reudek. er ist Sonderfachmann aus dem Gebiete der Herstellung von veredelten und Spezialblechen aller Ari. Gleichzeitig wurde Herr Jng. Vladimir Kokinek, der bisher als Inspektor am Werke Tkinec der Berghütte tätig war, zum Oberim'Pektor ernannt und au da» Blechwalzwerk Karlssiü't« berufen Oberinspektor Koksnek leitete in Tbinee die Forschungsstelle und war insbesondere mit der Belieferung des Blechwalzwerkes Karlshütte mi: dem Vorprodukte besaßt. Die Erfahrungen, die iie beiden Herren durch ihre langjährige Täliakeit auf den Sondergcbieten gewinnen konnten, werden nunmehr dem Blechwalzwerke KarlÄhütte im Sinne d.-r Bclriebskon- zen.rat on Rothau-Rcudek-Karlsbüt e überliesernngs- gemäß zugeführ.. 188S Zahlung abwirft, bekümmert den jungen Idealisten nicht weiter; Hauptsache, daß er an einer Arbeitsstätte, di« an der Spitze der pädagogischen Reformbestrebungen steht, einem angeborenen Triebe seiner Natur nachgeben, daß er lehren, unterrichte«, Schulmeister sein kann. Derm zum Schulmeister fühlt sich der Nachkomme einer langen Reihe von Professoren und Pastoren berufen, und einen Schulmeister nennt er sich noch mit Stolz, als lein Katheder längst die Tribüne des Reichstags und der Volksversammlung ist. Aber schon m Zürich genügt es ihm nicht, sich lediglich in der Schulstunde vor seinen Schülern auszugeben; er möchte mehr in die Weit« wirken, und da sein politischer Nerv ungewöhnlich gespannt ist, fühlt er sich in der Schwerz, di« eben in einem Bürger- kriea. dem Sonderbundskrieg den Kampf zwischen Absolutismus und Demokratie zugunsten ber bürgerlichen Freiheit enticheidet, wie der Fisch im Wasser. Am liebsten stritt« er mit der Waffe >n der Hand in Reib und Glied; er meldet sich als Freiwilliger; zurückgewiesen, stellt er wenigstens -eine Feder in den Dienst der guten Sache. Als Mitarbeiter der„Mannheimer Abendzeit u n g"^äßt er klare? Licht auf die Vorgänge in der Schweiz fallen, die«r trotz seiner unerfahrenen Jugend in ihren großen europäischen Zu- ämmenhängen zu erfassen weiß. Dann reißt ihn 1848 die Kund« von der Parüer Feber-Revolution, der wie der Donner dem Blitz die deutfch« März-Revolution folgt, von der kleineren auf eine größere Bühne...Rur zu kurzem Zwischenspiel kehrt er nach zwei Monaten ans Ufer der Limmat zurück, aber als er Mitt« Juli 1849 wieder in der Schweiz, diesmal in Gerts, eintrifft, ist Wilhelm Liebknecht kein grüner Bnrich mehr'andern mit seinen dreiundzwanzig Jahren ein Mann, der sich mit Recht einen„Soldaten der Revolution" he:- ßen kann: ob er auf dem Schlachtfeld als Rebell die Kugeln pfeifen hört«, ob«r in der Kerkerzelle als Gefangener seinen Träumen nachhing, er hat „alles im Tiefsten erlebt, hat mit der Revolution alles erhofft und mit ihr alles erlitten". Jetzt, in der Emigration, geht er in dem lustigen Zigeuner-, Bummel- und Kneipentreibe» der„Schwefelbande", obivohl«r als einer der Kecksten und Un- bokümmertsten mitmacht, keineswegs auf ununter. Zwar scheitert ein Versuch, vom Schriftsteller zum Schriftsetzer umzusatteln, aber in dem Deutschen Arbeiterbildungsverein zu Gens, der ihn nach kurzer Mitgliedschaft zu seinem Präsidenten erkürt, findet der Ungeduldige und Unermüdliche em erwünschtes Tätigkeitsfeld. Vielleicht überschätzt R o b s«tivas die Bedeutung des Wortes„sozialdemokratisch" bei den Bestrebungen dieser Vereine, denn anno 48 und 49 nennen sich Politiker und Programm« sozialdemokratisch, die wir nur als verwaschen sozialreformerisch bezeichnen würden, aber mit Recht hebt das Buch hervor, daß Liebknecht die deutschen Arbeiter eigentlich erst recht inderSchtveiz kennen gelernt hat; und daß e r jedenfalls ihnen so- zialistisihe Gedankengänge nahezubringen sucht, unterliegt keinem Zweifel. Als Vorsitzender des Vereins am Vorort Genf steht der junge Akademiker an der Spitze aller deutschen Arbeitervereine in der Schweiz, die in Lausanne, Vevey, La Chaux-de-Fon-s, Neuenburg, Freiburg, Bern, Luzern, Balel Zürich, Winterthur, St. Gallen und andern Städten rund 800 Mitql'eder zählen. An diesem Posten wirkt er mit der Begeisterung und dem Feuereifer, die bester Teil seines Wesens sind und bleiben, und trag:-amit seinen Namen in das erste Kapitel der Geschichte der deutschen wie der schweizerischen Arbeiterbewegung«in. I aber der für den 20. Feber 1850 einberufene >Kongreß zu Murten, der die Herausgabe einer Zeitung, die Gründung einer Hilfskasse und di« straffere Zusammenfassung aller einichlägigen Vereine bringen soll, weckt den Argsvohn der von außen ausgeyetzren B?''ör^'n und verfällt noch vor Beginn der Auflösung. Nach, sechs Wachen Haft im Jaquemard einem bekannten Turm der Kantonshauptstadt Freiburg, wird Liebknecht polizeilich nach Frankreich abgeichoben. das ihm Durchgangsstation für England ist. aber er verläßt di« Schweiz ganz anders, als er sie drei Jahre zuvor betreten bat— mit der Klarheit über sein« Zukunft, die dem Kampf um die Befreiung der arbeitenden Klasse gewidmet sein wird. In den noch erhalieiren Freiburger Unter« juchungSakten findet sich ein Signalement des sun- gen Revolutionärs: Name: Liebknecht Milh-.'lm Alter: 23 Jahr« Größe: 5 Fuß 3 Zoll französisches Maß(1.70 m) Stirn«: gewöhnlich Augenbrauen: ebenso Bart: sprossend Nase: gewöhnlich Mund: klein Kir-n: rund Gesicht: oval Gesichtsfarbe: blaß Augen: hellbraun. Mag an dieser Beschreibung im übrigen alles stimmen, so trifft doch eins daneben: Stirn-" gewöhnlich. Denn e- ist ein« sehr ungewöhnliche Stirn, die der deutschen Arbeiterbew^"-z über ein Mensche,mlter wie eine Flamme vvran- leuchten soll. Hermann Wendel. Seite 8 Sonntag, 29. Jänner 1988. Nr 25. »baoek mmfi 10/2 [=g IMMER BILLIGKEIT DIE SELBST IMMER POTPOURRI WW DAMENWÄSCHE BETTWÄSCHE TISCHWÄSCHE BRIDGEDECKE fflr PYJAMAS VORHANGSTOFFE WÄSCHESTOFFE 3 1 1 X 1 2 1 EINZELNE TISCHTDCHET EINZELNE SERVIETTEN IMMER das BESTE MILIEUX und LÄUFER 3 Abwischtücher 3 Küchenbandtücher 1 ganzleinen« 4pers. Garnitur 6 Taschentücher Frottehandtücher Henid Kombination Nachthemd Schürze Spitzen deckerln bedrucktes oder bunt gewebtes Tischtuch. Größe 90x90 cm kc 98." etwas BESONDERES SPITZEN REICH ILLUSTRIERTER KATALOG U. PREISLISTE ÜBERALLHIN FRANKO WEISSE FROTTIERWÄSCHE und BADEMÄNTEL Einen Sonderausflugszug nach Nieder-Linde« Niiesr mir ganzer Vcrpft.HuriH und Führung feriigi bi« Itaatsbahtidirektion in den Tagen vom 2. bis 5 Feber um' ben Preis von 232 K pro Person ab. Abfahrt am 2. Feber um 7.57 Uhr vom Tenis- bahnhof, Rückkehr am 5. Feber um 20.52 Uhr. Anmeldungen mir einer Angabe von 20 K beim Schalter Nr. 13 am Masarykbahichof bis spätestens 30. d. M. !' Einen Sonderschnellzug in di« Hohe Tatra sfertigt di« StaaiSbahndirektion in Prag in den «Tagen vom 15. bis 20. Faber zum Preise von 321 K •bei eurer Teilnehmerzahl von mindestens 300 Per- isonen, oder aber zum Preise von 354 K bei einer •kleineren Teilnehmerzahl ab. Anmeldungen mit einer ^Angabe von 100 K nimmt der Kaffenschalter Nr. 13 !am Masarykbahnhof bis längstens 12. Feber ent- lHegen. Geriditssaal Die vorgetäuschte Trauung. Ein skrupelloser Verbrecher. Prag. 28. Jänner. Heut« hatte sich vor dem Senat des OGR. Formt»nek der gerichtsbekannte und vielfach vorbestrafte Josef Kulhünek zu verantworten,«in Mann, der mit seinen 28 Jahren bereits«ine außerordentlich vielseitige kriminalistische Tätigkeit entfaltet hat. Daß es ihm dabei nicht «schlecht gegangen ist, beweist die elegante Kleidung und der teuere Pelz, worin er. vor 1 den Richtern erschien. Di« Anklage lautet auf Betrug, Dieb- istahl, Veruntreuung und auf die Ueber- ltretung des Mißbrauches öffentlicher ^Einrichtungen. s Der niederträchtigst« Coup dieses fknipeklosen Gaunert ist zweifellos di« Komödie einer fingierten Trauung, deren Opfer ein Mädchen vom Lande namens Anna S. wurde. Im Herbst 1930 hatte er sie kennen gelernt und im März 1931 teilte er den Eltern des Mädchens mit, er fahr« zur Trau u n a. [mit ihrer Tochter nach Prag. Dabei lockt« er den leichtgläubigen alten Leuten— es sind arm« 'Häusler— beträchtliche Summen heraus. Di« >Braut" markte allerdings bald, daß da etwas nicht stimmt«. Schon die Trauungszeremoni« erregt« ihren Argwohn, denn di« vorgebliche Eheschließung fand in einem dürftigen Zimmer eines Hauses in der Neustadt statt. Das ganze Mobilar dieses angeblichen Standesamtes bestand aus einer Bank und einem Telephon. « Als di«.Getäuschte den frechen Schwindel feststellte, schämte si« sich: ihren Eltern die Wahrheit zu gestehen und ließ sich weiterhin als Fra« K u l- hünck ansehen. Sie ging sogar so weit, daß sie, als der Betrug aufflog und di« Behänden'eingrisfen, auch den Polizeiorganen gegenüber ihr inMischen gewonnener Wissen um di« wahre Natur der„Ehe" verleugnet« und die Detektive, die den Ort de: Draunngskomödie ausfindig machen wollten, tage- lang in Prag umherführte, nm schließlich zu erklären, si« könne das betreffende Haus nicht mehr erkennen. Ihren Eltern, di« selbst nichts besitzen und sich jeden verlangten Heller ausbovgen muhten, hat der gewiffenlose„Schwiegersohn" insgesamt 7590 K unter verschiedenen Borwänden herausgelockt. 1 Als seine„Frau" ein Kind bekam, ließ Kul- hänek dieses seelenruhig als seinen, ehelichen Sohn in die Matrik eines Pfarramtes der tschechoflowaki- schen Kirche.«intrageu, was nach dem Strafgesetz «ine llebertretung darstelll, wegen welcher er auch in der vorliegenden Anklage verfolgt wird. i Außer diesem Fall zählt aber die Anklage eine lange Reihe anderer Gaunereien auf. Mit leichter Mich« erhielt er von dem Vertreter einer Schokoladenfabrik, dem er sich als angehender Geschäftsmann vorstellt«, Ware für 2900 K ausgefolgt, die er natürlich sofort verschleudert«, ohne «was zu bezahlen. Einen Arzt bewog er dazu, ihm die Einrichtung eines modernen Badezimmers zu übertragen und verschwand mtt der An« -ahlung. Einem wildfremden Gastwirt blieb er nicht nur eine Zeche von 130 I! schuldig, sondern brachte MMeUuageu aus dem Publikum. I Schiller-„Weiße Woche". Seit Begründung der »Weißen Woche" durch das Modenhaus Schiller wundern sich die abseits Stehenden über das stark« lJntcresse und den lebhasten Widerhall, den dieser Spezialverkauf von Wäsche und we hen Waren aller Art alljährlich wachrufr. Sie fragen und forschen nach den Ursachen der nie dagewesenen Billigkeit, ja es drängen sich ihnen sogar manchmal leise Bedenken auf. ob nicht ewa jene, die in die Verkaufsräume strömen, einer Massensuggestion verfallen seien. Aber der Entschluß, diesem Wunder Aug iu Aug grgenüberzutreten, Hal nahezu alle Zweifler bereits in die große Sckar der Gläubigen geführt, die da wissen, daß Schillers„Weiße Woche" nicht allem ein Fest bedeutet, das durch äußere Sinnesreize zauberhaft wirkt, sondern für alle, die daran t«ilnehm«n, Realitäten für den Alltag liefert, an deren Besitz sie sich dauernd erfreuen können. Oft nachgeahmt, und nicht erreicht, trägt die diesjährig«„Weiße Woche" trotz chres Kollektivismus jeder Individualität mit Bezug auf Geschmack, Qualität und Preis vollauf Rechnung, so daß all«, die auch Heuer zu ihr pilgern, in den Chor jener einstimmen werden, die da rufen: Schiller ist Schiller. 1879 ihn sogar noch dazu, ihm 300 K auf sein ehrliches Gesicht hin vorzustrecken. Mehrfach hat er allerlet Geschäftsgründungen vorgespiegelt, War« bezogen und verkauft und ist dann mu dem Erlös verschwunden. Er hat es sogar fertig gebracht, dle Geleise einer im Bau befindlichen Schmalspurbahn zu stehlen, indem er sie mit großer Selbstverständlichkeit auf Lastautos verladen und davmrfahren ließ Der Angeklagte wund« zu zehn Monaten schweren Kerkers verurteiü, nach deren Verbüßung er der Zwangsarbeiisanstalt übergeben wird. rb. Neuer Schriftsachverständiger. Der Prager Redakteur Franz Flanderka, der bisher bereits bei sämtlichen Prager Gerichten als Schrift- iachverständiger fungierte, ist nunmehr auch für das Kreisgericht in Pilsen zum ständigen Sachverständigen in diesem Fache bestellt worden. VorfrSne nnfl VeranstaMnnaen Heber die Wirkungen der Arbeitslofigteit sprach gestern als Gast der Prager„Urania" Dr. Paul Lazars selb, Wien.— Mit Unterstützung der Wiener Arbeiterkammer und unter der Führung Dr. Lazarsfelds erhoben einig« jung« sozialpsychologisch geschulte Leute in dem kleinen österreichischen Jnduftrieort Marienthal alle erreichbaren„soziographischen" Tatbestände, um hier, wo alle Einwohner von der Stillegung der Spin- nereieu betroffen sind, die sogialpsychologischen Wirkungen der Massenarbeitslosigkeit in tragischer Reinkultur, soll heißen Reinunkultur, zu studieren. Das Bild, das Dr. Lazarsfeld skizzierte und das in seiner soziographischen Studie„Mqrienthal', di« demnächst erscheint, genauer gezeichnet sein wird, erschütterte trotz der betonte« Sachlichkeit, mit der ein„Material" dargeboten wurde, das sich solcher Benennung widersetzt und unmittelbar zum Appell wird. Zu dreifachem Hauptergebnis kam die Forschungsexpedition in grausames Neuland der Seele: Im unmittelbaren Kontakt mit der arbeitslosen Bevölkerung, durch biographische Aufnahmen und statistische Erhebungen über die Zeitverwendung der Erwachsenen, die Schulaufiätze der Kinder, ergab sich den jungen Forschern, daß die psychologisch« Wirkung der nun drei Jahr« währenden Arbeitslosigkeit nicht vielleicht Empörung, nicht wilde Ber- zwlnfkmig, sonder« Resignation fit, eine inneres Abgeschlossenheit, die sich nur solidarisch weiß mit dem Unheil und alle Bindungen an höhere gesellschaftliche Kategorien, etwa an die Klaffe, zu verlieren droht. Dieser Zustand beäirgstigt um so mehr, als auch die fundamentalen Wahrnehmungsgrund- lagen sich ändern und vor allem di« Zeitvorstellung i« ein unbestimmbares Nichts zerfließt. Freilich ist diese psychologische Situation, in der der Arbeitslose nicht nur der eigenen psychologischen Existenz, in der er auch allen grundlegenden Bewußtseinsvorstellungen zu entsagen scheint, an die materielle Voraussetzung einer zwar reduzierten, keiner eigenen Arbeitsleistung verdankten, aber doch noch möglichen physischen Lebenshol'- tung gebunden. Mit der weiteren Einengung des materiellen Lebensraumes stellt sich auch ein psychologisches Abgleiteu in Abgründ« der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ein, Diese drei prinzipiellen „soziographischen" Forschungsergebnisse über die Arbeitslosigkeit: Resignation, Zerfall der Wahrnehmungskategorien, Verbundenheit der psychischen mir der ökonomischen Auskömmlichkest belegte Doktor Lazar-feld. mit Psychologischen Reichtümern zum Thema Armut, di«, soll unser« Bewegung weil« soziologische Gebiete nicht für iunner verlieren, soll es über die politische Klassenspalkung hinaus nicht noch zu einem soziologischen Zerfall der Klasse kommen, di« Ideologe« und die Propaganda des Sozialismus bereichern müßten. Um so bedauerlicher war eS, daß Lazarsfeld m Prag nahezu kein sozialistisches Publikum fand.. e. h. „Tolstoi, Lenin, Gandhi." Vortrag von Vladimir B u l g a k o v, letzter Sekretär von Tolstoi. Montag, den 30. ds., 8 Uhr abends im Karolinum Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für sittliche Erziehung. Einttitt frei. Gäste willkommen. Diskussion. „Gasthauswesen der Gegenwart, vom Grand- Hotel bis zum Bordell". lieber dieses interessant« Thema spricht Montag, den 30. Jänner(kl-iner Uraniaiaal, 8 Uhr) Oberkellner Fr. Ä o p a t s ch e k, der bereits, in mehreren Schriften für«in« Reiorm des Gasthauswesens und der Anglstelltenlage ein- gerreien ist. Gäste willkommen, kleiner Regieberirag. Kunst und Wissen Wocheuspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sonntag, halb 3 Uhr: Arbeitervorstellung:„Blinde Göttin"; halb 8 Uhr: „Orpheus."(A 2.)— Montag, halb 8 Uhr: „Wunder-Bar."(AA.)— Dienstag, halb 8 Uhr: „Wenn die kleinen Veilchen blühen." (A 2.)— Mittwoch, halb 8 Uhr:„Figaros Hoch zeit."(B 1.)— Donnerstag, 8 Uhr:„Die ge liebt« Stimme",—„Oebipu(C 1.)— Freitag, halb 8 Uhr:„Lein e n a u S I r l a n d", Gastspiel Cun Bois.(D 1.)— Samstag, halb 8 Uhr:„Leinen aii$ Irland". Gastspiel Curt B o i s lB 2.1 Wocheuspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, 3 Uhr:„Ein Held gejucht"; halb 8 Uhr: „Salon Pitzelberger'—„Die schöne Galathö«."— Montag, 8 Uhr:„Susannens Geheimnis"—„Rosenkavalier"— „Brüderlein fei n."(Bankbeamten I.)— Dienstag, 8 Uhr:„Der Geisterzug."(Bankbeamten II.)— Mittwoch, 8 Uhr:„Ein Held ge- s u ch t.'— Donnerstag, 8 Uhr:„E i n Mustergatte."— Freitag, 8 Uhr:„Salon P i tz«l- berger"—„Di« schöne Gala thöe."(Kul- turvevbandsfreunbe.)— Samstag, 8 Uhr:„Salon Pitzel berger"—„Die schöne Galathse." Aus der Partei Jugendbewegung. Freie Bereinigung soz. Akademiker— S. I. Montag, 547 Uhr Ausschuß.— Dienstag Seminar.— Mittwoch Genosse Dr. Paul Ehrlich: „Rechtsauffassung des Marxismus." Vereinsnadiriditen a Heute, Sonntag, 29; Jän- ner, führen unser« Leichtathleten ZBMl einen Waldlauf durch, an dem sich Mitglieder der DTJ. beteiligen. Zusammenkunft: BolkshauS in /■ain i Prag VII, Beletrins ul. Start ■»RAG um 10 Uhr vormittags. Allg. Angestellten-Verbaud, Prag II., Fügnerovo n-imösti 4. Mitgliederversammlung am 1. Feber, Mittwoch, halb 8 Uhr abends im Kleinen Saal des Handwerkerheimes, Smeckky. Der Film Rnsseufllme. Im Kino Perstyn wird am Sonntag vormittag der berühmt« Film der Kiewer Revolution„Arsenal" einmalig awfgeführt. Beginn einhalb 11 Uhr. Eintrittspreis 3 K. Das Kino Sibik bringt den guten Ruffenfilm ,/Holden der Meere" ab Sonntag. Verlangen Sie in ieder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCH WAREN der Firma HEGNEß* Cie, PILSEN Selchwaren der Pa. HEfSNER* Oe, PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN I Mitteilungen der„Urania". Wochenprogramm: Heute, Sonntag, halb 11 Uh^:„Rhetorik." flurt S a EjTt fReinihardt-Schul«; Berlin): Don der Atemtechnik bis zum Rollenistudium. Heut«, Sonntag, halb 11 Uhr: festlich von Borneo." Urwald und Dschungel in herrlichen Filmbildern. Montag, viertel 9 Uhr:„Oestlich von Borneo." Kulturfilm im Rahmen einer Spielhandlung. Deutsche Fassung. Dienstag, 7 Uhr:„Die Gegenwart i« Spiegel der Weltliteratur." Dr. M o u ch a. ll. Amerika.-' Dienstag, 8 Uhr: Historiker, Politiker, Staatsmann» Diplomat." Geheimrat Prof. Dr. Säen- ger, Berlin.' Dienstag, 8 Uhr: Urania-Radiobund Mittwoch, halb 7 Uhr:„Florenz." Mit Sich'.' bildern. Dr. R. Messer. Mittwoch, 8—10 Uhr: Beginn.des Kurses: Praktische Amat«ur-Photogra phi«. Für Anfänger. Leitung: Dr. Kurt Libora. 40 K- Donnerstag. 8 Uhr:„Wo ist das G«ld"? Walter Wanemacher.„Volkswirtschaftliche Abteilung' Freitag, 8 Uhr:„Ein Mann gibt Auskunft" Dr. Erich Kästner, Berlin. Freitag, 8 Uhr:„Rubens, Brueghel und do« holländisch« Gesellschaftsbild." Mit Lichtbildern. Tk- P, K o e s« r.„Sehen und Erkennen in• der bildende" Kunst." Samstag, 3 Uhr: Erich Kästner lieft für Kinder- Äugendvr ra nsta ltung. Samstag, den 4-, 3 Uhr:„Au sonnige« Gestades des Mittelmeeres." Lberingenieur Goetschman* spricht, persönlich zu dieiem neuesten Reisefilm./ Dazu all« Sprach, und praktischen Kurs, Urania-Volkshochschule. Teilnehmer werden auf' genommen. Karten zu allen Veranstaltungen, Einzel- karten zu den Kursen, Mitglieds-Anmeldungen: Urania-Kasse, halb 10'bis halb 1 und 3 bis 7 Uhr. Telephon 26321. Wran-Urania Kino. „Jonny stiehlt Europa." Harry Piel, ftin« Abenteuer, sein Hund Greif, sein Renner Europa Sehr spanrxnd und unterhaltend. Die Unzufriedene 1 4 1 1 Das Wochenblatt der Frau kostet mv*0 Helle- Redaktion und Verwaltung> Prag II., Nekazanka 18. zlkx • e r a■ t b< t: Busniet la« b.—