Skrzelpreis 70 Heller. Mnfchlietzlich 5 Hell« Vor<.- 13. Jahrgang. Mittwoch, 1 Mürz 1933 Nr 51. Reichstagsbrand bestellte Spitzelarbeit. Brutalste Persekution der deutschen Arbeiterklasse Allgemeines Verbot der marxistischen Presse Massenverhaftungen linksstehender Politiker Ausnahmezustand gegen die Linke Hier ist der Punkt, wo sich Vieser amtliche Bericht wohl auch dem harmloseste« Lptetzer osse« als das zu erkennen gibt, was er tatsächlich ist, als die grShte und faustdickste Lüge, die je von einer amtliche« Seite verbreitet wurde. Denn die Behauptung, daß die Sozialdemokraten oder auch die Kommunisten durch«ine» Fanatiker»en Reichstag in Brand stecke« lassen, um nur ja de« hakenkrenzlerijchen Machthaber« von heute die Gelegenheit z« dem groben entscheidenden Schlag gegen die marxistisch« Linke«och knapp vor den Wahle» • direkt ans dem Präse«tierteller darznbiete«, ist eine so handgreifliche Borniertheit, datz wohl schon allein daranS der untrügliche Tchlntz gezogen werde« kann, daß der ganz« Rummel kaltblütig von de« Nazis angestiftet wurde, um die marxistische Linke durch brutalste« Terror noch vor den Wahlen uiederzwingen z« kännen! «ater Polizeischutz gestellt. Sonderwageu der Polizei durchstreife« ständig di« hauptsächlich gefährdete» Stadtteil«. Die gesamt« Schutzpolizei und Kriminalpolizei in Preußen ist sofort auf höchst« Alarmstufe gefetzt worden. Di« Hilfspolizei ist einderufru." Damit ist die Einreihung der SA. und SS» Bande«, di« ungezählt« Morde und Terrorakt« auf dem Gewissen haben, i& den amtlichen Polizeiapparat, and nach- dazu fünf Tag« vor den Wahl««, dem deutschen Spießer mundgerecht gemacht. Und nun kommt der Hauptschlager gegen di« marxistisch« Linke: »Gegen zwei führend« kommunistisch« Reich»« tagSadgeorduete ist wegen dringende« Tatverdachts Berlin, 28. Feber.(Eigenbericht.) Die überraschende Fixigkeit, mit der die Polizei GoeringS im Handumdrehen den angeblichen Brandstifter im ReichS- tagsgebäude in der Person eines holländische« Kommunisten gefunden hat,«nd die überraschende Schnelligkeit«nd Berritwilligkeit, mit der der Verhaftete sofort feine Personalien angab, seine Beziehungen zur Kommunistischen Partei eingestand und sich z« der Brandstiftung bekannte, läse» hier in republikanischen Kreisen allgemein die Ueberzeugung aus, vast es sich um das Werk eines offensichtliche« Agent Provokateurs handelt, desten Hintermänner nur zu leicht zu erraten stnd. Datz di« Kommunistisch« Partri auch nur im geringsten mit dieser Wahnsinnstat etwas zu «ün hat, wird als vollkommen ausge schlossen bezeichnet; der Täter, von dem die kommunistische Partei Hollands offiziell erklärt, M sie ihn bereits vor längerer Zeit aus der Partei entfernt hat, weil er als Polizei, spitz«! angesehen werd«» mutzte, muhte also Mtweder ein oeistesk anker Fanatiker oder ei« vtzzahlte» Subjekt gewrseu fein, tast den Wütigen Machthabern in Deutschland knapp vor een Wahlen den erwünschten Hauptschlager gegen Kommunisten und Sozialdemokraten fieser« sollt«.•H*-' Tie Wahrscheinlichkeit, datz ei«« ganz her. porrazend durchgeführte Spitzelarbeit vor liegt, wird hier auf gute 89 Prozent geschätzt; die Wahrscheinlichkeit, datz der Tater ein Narr ist, kann kaum auf«in Prozent beziffert werden. Selbstverständlich darf diesen Vermutun gen in der reichsdeutschen Presse auch, nicht «udentunasweise Raum gewährt werden. Datz di« Wahrscheinlichkeit, datz hier«ine don nationalsozialistischer Seite an« hrzettelt« Brandstiftung vorliegt mit dem Ziel, dem braven Spietzbürger die abgrundtiefe Brr- worstnheit der Linksparteien handgreiflichst vor Augen zu führen, direkt an Gewißheit! grenzt, zeigt am beste« di« Auslchrotung des Brandes durch die offiziellen Stelle«. So heitzt «» i« dem offizielle« Bericht über den Brand wlttr anderem: Haftbefehl erlassen. Di«'übrige» Abgeordnete« und Funktionär« der kommunistischen Partei wurden in Schutzhast genommen." Das„rechtfertigt" selbstverständlich die .««geheuerlichstr Knebelung der 'Pressefreiheit, di« nunmehr angekündigt wird: „Die kommunistische« Zeitung««, Zeitschrift««, Flugblätter und Plakate find aus vier Wochen für ganz Preußen verboten. Auf vierzehn Tiy« verbot«« sind sämtlich« Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter«nd. Plakat« der sozialdemokratische« Partei, da der Brandstifter i« seinem Geständnis di« Verbindung mit d«r SPD zn- gegeben hat. Durch dieses Geständnis ist di« kommunistisch-sozialdemokratisch« Einheitsfront offene Tatsache geworden. Sie v«rlangt von d«n. verantwortlich«» Hütern der Sicherheit . Preußens ein Durchareise», das von keiner Pflicht bestimmt wird, hie StaatSantoriiät in diesem Augenblick aufrecht z« erhalten. Die Rotwendigkeit der schon früher eingeleiteten besondere« Maßnahmen(Schießerlaß, Hilfspolizei usw.) ist durch di« lestte« Vorgänge in vollem Umfang bewiesen..." „Tiefe Brandstiftung ist d«r bisher unge- hruerlichst« Terrorakt de« Bolschewismus m Deutschland. Unter deu Hunderten von Zentner» Zersetzungsmaterial, das di« Polizei bei der Durchsuchung des Karl Liebknecht-HaustS entdeckt hat, sanden sich die Anweisungen zur Durchführung d«S kommunistischen Terrors nach bolsche, wistischem Muster. Durch d« Auffindung dieses Material» ist dl« planmäßig« Durchführung der bolschewistisch«« Revolution gestört ward««. Trotzdem sollte der Brand d» Reichstage» das Fanal zum bln» tagen Aufruhr und zum Bürgerkrieg sein. S^ou für Dienstag früh 4 Uhr war«« in Berlin große Plünderungen««gesetzt. ES steht fest, daß mit diesem heutigen Tag« in ganz Deutschland di« Terrorakte gegen einzelne Per« Ical chleiten, gegen da» Privateigentum, gegen Leib und Lrbe« der friedliche» Brvöllerung beginn«« Und den allgemeiu-n Bürgerkrieg«ntfrsstlu sollt«». Nachdem ans di«e« Weis« in jeder braven BÜraerseel« tirffter Abscheu über die kommu- bistische Berruch'hrit bervorqrrusen wurde, wird ba» Pnbl'k rm schon kür reif gehakt««, den schnei, wat Innenminister G oerina a's den„Retter **» Vaterland«»" anzusehrn; es heitzt also w«it«r: »Der Kommisiar des Reiches im preußisch«« Min slrrium des Innern ist dieser uuzeheureu Getadr mit den schärfst»» Matznabmen«ntgrpen- grtreteu. Er wird di« Staatsautorität««ter alle» Umständen und mit allen Mitteln aufrechterhalteu. ES kann festgeftellt werd««, datz der erste Angriff der verbrecherischen Kreise zunächst abgeschlagen Word»« ist. Zum Schutz« der öffentlicheu Sicherheit wurde» noch am Montag abends sämtlich« öffentliche» Gebäude und lebenswichtigen Betriebe „Mit dem Tode wird bestraft:“ De« Schlußstein zu dieser ungeheuerlichen Persekution der dentsche« Arbeiter- klaffe legt jedoch eine nene Notverordnung»zum Schutz von Volk«nd Staat", die hente vom Reichspräsidenten unterzeichnet wurde«nd die auf Goering zurückzuftihren ist. Diese Verordnung kommt praktisch der Verhängung des Standrechts gleich«nd bezweckt, jedwede« Widerstand gegen die durch die Nazibanditen repräsentierte„Staatsgewalt" in einem Blntmeer zu ersticke». Eine ganz« Reih« von Delikte« wird mit der Todesstrafe bedroht. „Zur Abwehr staatsgefährlicher kommunistischer Gewaltakte" werde» in sechs Paragraphen sämtliche bürgerliche« Freiheiten suspendiert und dann die Todesstrafe für bewaffnete« Widerstand, Sabotageakte usw. festgesetzt. Im ß 1 werden di« Artikel 114, 118, 117, 118, 123, 124 und 183 der Reichsversasiung bis aus weiteres außer Kraft gesetzt. Es sind daher Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechtes der freien Meinungsäußerung einschließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Bersammlungsrechtes, Eingriff« in Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis. Anordnungen vor Haussuchungen, Beschlagnahmen, Beschränkungen des Eigentums zulässig. Rach 8 2 kann di« Reichsregierung, wenn eine Landesregierung di« znr Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung notwendigen Maßnahmen nicht ergreift, die Exekutiv« übernehm««. Laut ß 3 habe» die Behörde«, di« Gemeinden und Kemeindeverbände etwaigen solchen Weisun- gen der Reichsregieruug Folge zu leisten. 8 4 enthält Strafbestimmung«« für den Fall der Zuwiderhandlung»der Aufforderung»der Aufteizung znr Zuwiderhandlung gegen solch« Anordnungen, und zwar wird Gefängnisstrafe nicht unter einem Monat oder Geldstrafe von 15V bis 15.308 Mark festgesetzt. Wer dnrch Zuwiderhandlungen Gefahr für ein Menschenleben heraufbeschwört, wird mit Zuchthaus nicht unter sechs Monate», bei mildernden Umständen mit Gefängnis bestraft. Wenn durch Zuwiderhandlung der Tod verursacht wird, wird mit dem Tode gestraft, bei mildernden Umständen mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren. Daneben kann Vermögensenteignung eintreten. Wer zu einer gemeingefährlichen Handlung auffordert oder aureizt, wird mit Zuchthaus nuht unter drei. Monaten bestraft. Rach§ 5 sind mit, dem Tod« zu bestrafen die Delikte, die im Strafgesetztmch fest- (Schiutz aus Seit« S) Reichstagsbrand und die Folgen. Ein, wie zugegeben wird, als besonder- fanatisch und exaltiert geltender holländischer Maurer hat— so lauten die offiziellen Nachrichten— im Reichstagsgebäude Feuer gelegt. Hat man es mit der planmäßigen Handlung einer Partei, oder mit der Tat eines Per-, rückten, eines geistig Unzurechnungsfähigen, oder aber mit der eines^xent Provokateurs zu tun? Der angebliche Täter soll, wie die Polizei behauptet, Kommunist sein, und das scheint ihr zu genügen, nicht nur i h n für schuldig zu halten, sondern auch di« gesamte Kommunistische Partei. Wäre dies so, dann käme der Brandlegung des Reichstagsgcbäudes an Größe und Schändlichfeit wohl nicht bald ein anderes Verbrechen gleich. Es wäre der helle Wahnwitz, denn jeder Kommunist, der von seinem Gehirn selbst den allerbescheidenstcn Gebrauch macht, muß sich sagen, daß die. Tat niemandem willkommener ist, als dem Fascis- mus, der darauf lauert, gegen den Rest von Freiheiten des deutschen Volkes die entscheidenden’ Schläge zu führen. Wir halten die kommunistischen Führer so mancher Verantwortungslosigkeit, so mancher Tollheit für fähig, doch daß sie es fein könnten, mit deren Wissen und Willen der rote Hahn auf das Wahrzeichen der parlamentarischen Regierungsform gesetzt wurde, das zu'glauben werden wir uns erst entschließen können, wenn untrügliche Beweise dafür vorliegen werden.; Die Situation und die Stimmung in Deutschland gleicht gegenwärtig jener in den Augusttagen des Jahres 1914 wie ein Ei dem anderen. Gerüchte und Behauptungen unkontrollierbarer Art schießen wie Pilze nach einem warmen Regen hervor und tm Taumel der entfesselten politischen Leidenschaften finden sie vielfach genug blinden Glauben. Nur böswilligste Verleumdung wird die Zweifel, di« jeden, der sich nüchterne Ueberlegung bewahrt hat, bei der Füll« der Gveuelnachrichten, — mit denen jetzt das Lesepublikum von amtlichen Stellen aus gefüttert wird—, beschleichen müssen, als Versuch einer Verteidigung der Brandstifter ansehen können. Doch so sehr wir in der offiziellen Führung der Kommunistischen Partei ein« bösartige Gegnerin erblicken, die jetzt aus Berlin kom-. menden gehäuften Greuelgeschichten über ihre angeblich nach dem Wahltag« gehegten Putschpläne ebenso wie die Behauptung ihrer Schuld an der Brandlegung gläubig hinzunebmen, dazu werden wir uns nicht einmal entschließen können, wenn ein volles„Geständnis" des holländischen Brandstifters vorliegey wird, das prompt zu liefern die in den Diensten der Hakenkveuzfascfften stehende Polizei w"bt ,''ch» ermangeln wird. Vorläufig möchten wir darauf Hinweisen, daß um di« Person des Brandlegers ein mhsterioses Dunkel liegt. Seine Personalien sollen„noch nicht sestgestellt" sein, dagegen wurde bei ihm laut Meldung des Polizei berichtes ein holländischer Paß und der Ausweis seiner Zugehörigkeit. zur holländische,: Kommunistischen Partei gefunden und dies, obwohl er Ueberrock, Rock und Weste dazu benützt haben soll, um damit die Brandlegung zu bewerkstelligen. Danach hat er das Mitgliedsbuch der holländischen Kommunistische?. Partei seinem Rock, ehe er ihn zur Schürung des Feuers verwendete, sorgsam entnommen, damit er nur ja recht sicher bei seiner even tuellen Verhaftung der Polizei in die Hände falle, wobei schon auffällig ist, daß er, der zur Brandstiftung schritt, ausgerechnet sein kom munistisches Mitgliedsbuch an den Tatori m i t b r a ch t e! Wenn schon die deutsch Kommunistische Partei di« Niederbrennun des Reichstagsgebäudes als eine„revolutio näre" Tat angesehen haben sollte, warm, hätte sie sich da eines ausländischen Partei- Seite 2 Mittwoch, 1. Mikr, 1988 Nr. 51 ausgefallen wäre, als die Hitler und Konsorten es anfangs erträumt hatten, ihrer gesamten Presie beraubt und dadurch wehrlos zu machen versucht wird. Vielleicht werden nun die kommunistischen Führer, hoffentlich nicht zu spät, einsehen, daß der„Hauptfeind", der niedergerungen werden muß, doch anderswo zu suchen ist, als in der Sozialdemokratie! Jedenfalls schickt sich der Fascismus an, dem „Mit dem Tode wird bestraft:“ (Schluß von Seite 1) gelegt find in dem§ 181(Hochverrat), tz 229 (Giftbeidringung), 8 307(Brandstiftung)- 8 311(Explosion), 8 812(Uebersch w c in m u n g), 8 815, Abs. 2(Beschädigung von Eisenbahnanlagcn), 8 324 (zemeingefährlicheBergiftung). Bisher wurden diese Delikte mit lebenslänglichem Zuchthaus bestraft. Nach 8 6 wird mit dem Tode»der, so weit nicht schwere Strafe« ohnehin gegeben sind, mit lebenslänglichem»der Zuchthaus bis zu 15 Bei der Souderaktiou selbst wurden etwa 80 Personen sepgenommen, während di« anderen 15 bis Ai Sistierte« unmittelbar in der Näh« des Reichstages festgeuommen wurden. Es handelt fich hier zumeist um solch«, die fich durch abfällig« Redensarten wie„Morgen brennt«och mehr!" und andere verdächtig gemacht habe«. Die„B. Z. am Mittag" nennt unter den bei der SonLeraktion der Berliner Polizei Verhafteten noch de« Stadtrat Dr. Med. Max Ho» dann aus Rbeinikeudorf, ferner den Stadtrat und Stadtarzt Dr. Schlang«, dem di« Krankenhäuser Neukölln unterstehe« und den Studienrat des löllnischen Gymnasiums Dr. Auslande r, der Mitglied des Landtages und Führer der kommunistischen Lehrerorganisation ist. Die Angst vor dem Generalstreik. Lcbenswlditlge Betriebe durch SA und Polizei geschützt. Breslau und Dresden, 28. FHer. (Eigenbericht.) Di« Furcht vor einem etwaigen Generalstreik hat di« ReichSreaierung dazu bestimmt, für den„Schutz" der lebenswichtigen Betriebe Vorsorge zu treffen. Die Gas- und elektrischen Werke wurden teils polizeilich besetzt, teils wurde« die Arbeiter in den entscheidende« Werkstätten durch verläßlich« SA^Leutr ersetzt. Post und Telephoq werden bereits überwacht, man rechnet für die nächsten Stunden mit der Verkündung des Belagerungszustandes, der neben den anderen Strafandrohungen jeglich« Streikpropaganda verhindern soll. Tausend Linke verhaftet! Darunter: Renn, Hodann, Lehmann-Rußbüldt! Berlin, 28. Feber. Die große Polizeisonderaktio«, di« im Zusammenhang mit dem Brand im Reichstagsgebäud« noch im Laufe der Nacht durchgeführt wurde und bei der dir gesamte Exekutive der Kriminalpolizei in einer Stark« von 250 Mann mitwirkt«, führte zur Festnahm« von 1000 Personen. Unter ihnen befinden fich Lehmann-Rußbüldt, di« Rechtsanwälte Barbach, Ap sei und Litt en, ferner Professor Felix Halle, Ludwig Ren» und der kommunistische Abgeordnete Remmel«. Im zweiten Stockwerk des Polizelprästdinms, in dem sich di« Abteilung I(politische Polizei) befindet, herrschte während der Nacht und in de« Vormittagsstunden ein Treiben, wie es bisher noch nicht beobachtet worden ist. Dauernd wer den di« Feftaenommenen ins Polizeipräsidium eimgeliefert. Auf alle« Tische« und i» alle« Ecken liegt beschlagnahmtes Material, zahlreich« Waffen, Munition, reichhaltiges Aktenmaterial, Flug schriften, Aufklärungsbroschüren und„Zer. setzungsmaterial". Einzeln« Beamt« fülle« mit diesem Material große Koffer, Kisten und Taschen und«S wird einige Zeit dauern, bis die ein gehende Sichtung d«S beschlagnahmte« Materials beendet ist. angehörigen bedienen müssen? Und nicht nur!g?m'beabsichtigen Gewaltmaßregeln gegen die dies. Am selben Tage, da der Brand aus- Kommunistische Partei, aber auch gegen die brach, wurde im Reichstagsgebäude eine kvm-! Sozialdemokratie zu finden, die, da möglicher- munistische Versammlung abgehalten. Ist die. weise die Wahl am 5. März doch noch anders Annahme nicht näherliegend, daß gerade dieser 1 Umstand dazu benützt wurde, um einen Zusammenhang zwischen dieser Anwesenheit kommunistischer Parteiangehöriger im Reichs lagsgebäude und der Brandlegung zu kon struieren, als jene andere von polizeilichen Stellen lancierte: daß die Kommunistische Partei gerade diesen Zeitpunkt für geeignet Hielt, um di« herostratiscl)« Tat zu setzen. Und damit der„Beweis" für di« kommunistisch« Urheberschaft nur ja recht sicher erbracht werde, hielt sich der Brandleger solange im Reichs tagsgebäude auf, verschmähte jede doch sicher gegebene Möglichkeit, das Gebäude zu verlassen, bis die Flammen hell emporloderten, die Polizei das Gebäude einschloß und seine Auffindung gesichert erschien!... Es ist ein alter und bewährter krimina listischer Grundsatz, bei der Erforschung des Täters nach den Motiven der Tat zu forschen und zu ergründen, wer an ihr ein Inter esse hatte. In der ganzen Führung der Kommunistisch«» Partei sollt« niemand ge wesen sein, der nicht erkannt hätte, daß die einzigen, di« an der Inbrandsetzung des Reichstages nur di« Hakenkreuzfascisten sein können? Nicht umsonst erhielt sich in ganz Deutschland in den letzten Tagen das Gerücht, es werde beabsichtigt, ein fingiertes Attentat auf Hitler zu arrangieren, durch das nicht nur der Vorwand für die täglichen blutigen Terroristen der braunen Banditen hergestM, die SA.-Banden zu weiteren Bestialitäten gegen die sozialistische Arbeiterschaft ange spornt werden sollten, sondern daß auch sozusagen moralische Rechtfertigung dafür zu liefern bestimmt war, mit neuen Rechts brüchen und Unterdrückungsmaßnahmen ein zusetzen. Seit Jahren Hetzen die Nazis gegen die„parlamentarische Schwatzbude", künden ihr Krieg bis zur Vernichtung an— nun auf einmal sollen es andere sein, die gerade jetzt, wo der Reichstag die letzte Tribüne geworden ist» von der wenigstens gelegentlich noch ein freies Wort gesprochen werden konnte, das Shmbol der parlamentarischen Redefreiheit in Flammen aufgehen lassen? Man braucht nur zu sehen, wie unmittelbar nach der Tat alle Fanghunde der Reaktion los gekoppelt, wie achtzig kommunistische ReichS- tagSabgeordnet« wahllos verhaftet wurden, neben ihnen eine Reihe kommunistischer SchriftstÄer in di« Polizeigefängnisie wan derte und wie neben der kommunistischen Presie auch die gesamte sozialdemo kratische Presse Deutschlands mit einem Schlag« verboten, ausgelöscht, von der Möglichkeit der propagan distischen Führung des Wahlkampfes aus- geschaltet wurde, um zu erkennen, wer einzig und allein an der Niederbrennung des Reichs- tagSgebäudes interessiert war! Das war eS, was der deutsche FasciS- muS gebraucht hat, wonach er in Sehnsucht schrie: di« symbolische Tat, um in den durch sie aufs höchst« entfessel!«« politischen Leiden schaften die Rechtfertigung zu den seit lan- Jahren bestraft: 1. Wer den Reichspräsidenten »der ein Mitglied oder einen Kommisiar»er Reichsregierung oder einer Landesregierung zu töten versucht, oder zur Tötung ausiordert oder sich erbietet, ein solches Erbieten annimmt oder mit anderen verabredet. 2. Wer i« de« Fallen des 8 115, Abs 2, des Strafgesetzbuches(schwerer Auf, rühr) 8 125» Abs. 2(schwerer Landfriedensbruch) die Tat mit Waffen oder durch Zusammenwirkung mit Bewaffneten verübt. 8. Wer Freiheitsberaubung in der Absicht begebt, fich den der Freiheit Beraubte« als Geisel im politischen Kampf zu bedienen. Die Verordnung tritt mit dem heutigen Tag« i« Kraft«nd wird durch Rundfunk verbreitet. SPD weist die amtlldicn DesduHfligangcn zurodf Der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei übergibt der Oeffentlichkeit folgenden Beschluß: „In der Nacht vom 27. zum 28. Feber wurde die gesamt« sozialdemokratisch« Presie in Preußen für 14 Tag« verboten. Tas vertat wird mit der Behauptung begründet,«in verhafteter Mann hab« gestanden, den Brand im Reichstag gelegt«nd zuvor in einer gewissen Verbindung mit der sozial» demokratis^en Partei gestanden zu haben. Di« Annahme, di« sozialdemokratisch« Partei hätte irgendwie mit Leuten zu tun, dir den Reichstag in Brand steckte«, wird von der Partei zurückgewiesen." deutschen Volk« das Netz- der Unterjochung s über den Kopf zu ziehen. Eine, furchtbare s Lridenszeit für alle, die in der geistigen und' politischen Knechtschaft nicht das Heil des! deulschen Volkes erblicken wollen, bricht an. Die deutsche Arbeiterklasse wird trotz. allem Schweren, das jetzt über sie hereinstürzt, nicht verzagen und verzweifeln..Lange Zeit kann es wohl währen, ehe sie die Ketten seiner Peiniger und Unterdrücker abschültelt, aber an dem endlichen Sieg der Freiheit verzweifeln, hieße an der Zukunft der Menschheit verzweifeln! Wo sic schwelgen... Zwei volle Tage marschierten im Abgeordnetenhaus in Reih und Glied mit den haken- kreuzlerischen Abgeordneten die Redner der deutschen Christlichsozialen, der Deutschen Ar- beits- und Wirtschaftsgemeinschaft und natürlich auch der Deutschen Nationalpartei auf, um mit ihnen ihre Solidarität in der Auslicfcrungsfrage kundzutun. Die weißen Schäflein— das heißt die Verteidiger des Jmmunitätsrechtes— als solche sollten in diesem Falle die deutschen Oppositionsparteien erscheinen, bemühten sich sichtlich, sich vortellhaft von den schwarzen, das ist von den deutschen Regierungsparteien, zu unterscheiden, als welche diese mit viel Eifer, doch mit wenig Erfolg hinzustellen gesucht wurden. Ist es schon an und für sich ein grotesker und wenig Glauben erweckender Anblick, diese Herrschaften nach ihrer ganzen Vergangenheft als Streiter für demokratische Frecheiten sich produzieren zu sehen, so weiß man überdies, daß ihnen schon aus ihrer — und nicht immer freiwillig gewählten— oppositionellen Einstellung nichts anderes übrig blieb, als gegen die Auslieferung der vier Nasi- Abgeordneten zu stimmen. Es gehörte also nicht gerade viel Mut dazu, gegen das Auslieferungsbegehren aufzutreten, ungleich mehr dagegen;u der Haltung der deutschen Regierungsparteien, die trotz chrer KoalitionSzugehörigteft es ab- lehnten, für die Auslieferung zu flimmert. Es hat also wenig Mut, nur die Abwesenheit jedes Verantwortungsgefühles dazu gehört, von den deutschen Regierungsparteien zu verlangen, sie mögen auch durch die Abstimmung für die Jung und KrebS eintreten, ohne Rücksicht darauf, daß dies ihre Ausscheidung aus der Regierungsmehrheit zur Folge gehabt hätte. Daß die Nazi-Abgeordneten gegen ihre Auslieferung wetterten und stimmten, das ist sicher ihr gutes Recht, aber die deutschen Sozialdemokraten haben gerade in dieser strrchtbaren Notzeit doch auch noch andere Sorgen, das sind Sorgen für die arbeitenden Menschen und vor allem für die armen Opfer der Wirtschaftskrise, die Arbeitslosen als sich für eine„Volksgemeinschaft" mit den Nazi und den oppositionellen dentschbürger- lichen Parteien zu exponieren, so daß dies den Verlust einer für die gesamte Arbeiterklasse Iw Augenblicke wichtigen Position zur Folge hätte, ein Verlangen übrigens, deffen Erfüllung an dem ichließlichen Abstimmungsergebnis und an der Tatsache der Auslieferung nicht das geringste geändert hätte. Solange die Gefahr der Auslieferung nicht gegeben schien, rissen die Wortführer der deutschen Nationalsozialisten den Mund sperrangelweit auf und verlangten kategorisch, eS möge chnen vom Staatsanwalt Gelegenheit gegeben werden, vor Gericht gestellt zu werden. Es ist wahrhaftig nicht Schuld der deut- schen Sozialdemokraten, wenn die Nazi-Helden zusammenkloppten, als ihrem"stürmischen Verlangen Rechnung getragen wurde, woraus sie versuchten, durch widerliche Loyalitätsbeteuerungen das Herz der tschechischen Parteien zu erweichen. Um den Preis der Bewahrung ihrer teueren Haut sind sie nicht nur bereit, Va banque zu spielen, sondern auch ihre Grundsätze zu opfern! Welch ein Geschrei und Getue nun auch der deutschbürgerlichen Parteien? Ein vom Monde Heräbgekommener hätte wirklich glauben können, sst hätten vor sich denkbarst kompromißlose Hüter der' parlamentarischen Freiheit, Schützer der demokratischen Errungenschaften und Bekämpfcr deS Unrechts, in welcher Gestalt es sich immer zeig«. Doch nur|ene, die keinen Schritt vor sich zu denken vermögen und die daS Wesen dieser 58 Die Kellnerin Molly. Roman von Han» Otto Honet Tovynaw bd gackelrecter-vert« Berlin. Narbdruck»erboten Und er hatte sie ja auch geliebt. Sie malt« sich aus, wie gescheit er mit der Polizei hätte reden können. Sie hörte im Geist« seine Stimme, wie er zum Polizisten oder zum Richter gesagt hätte:^Laßt die Molly gehen, denn sie ist ein gutes Mädchen und will weiter nichts, al- in Ruhe arbeiten können." Gewiß, er war an dem letzten Tage nicht gut zu ihr gewcfen. Aber vielleicht hatte di« Ueberraschung ihn so verwirrt wie sie selbst? Oder vielleicht hatte sie in chrer quälenden Furcht, vor das Gericht zu müssen. ihn nicht richtig verstanden? Und je länger sie darüber nachdacht«, um so mehr schien ihr hier die Quelle chres Unglückes zu liegen. Sie hätte dem Geliebten vertrauen sollen. Zu shät kam ihr diese Erkenntnis, aber nicht zu spat, um ihn wenigstens um Verzeihung zu bitten. Dios« fteundlichen Bilder und Träume kamen der Genesung Male? zugute, und der Arzt machte jeden Tag ein zufriedeneres Gesicht und ermahnte das Mädchen, sich weiterhin!o vernünftig zu halten, damit keine Komvlikatio- itcn einträtm. Aber di« Träume ließen auch die Sehnsucht Males ins Ungemessene steigen. Und so sagte sie den Mut, an Hansjürgen Howald zu schreiben. Die Schwester gab dem Mädchen aus sein« Bitt« Papier und Bleistift. Male schrieb: Der Brief wurde eine Beichte, ko offen und rückhaltlos, wie nur die große Liebe sie veran- lassen kann. Warum sie von Leipzig geflohen War, das Untertauchen in Berlin, das Waten durch di« Gossen des Schmutzes und deS Elends. Sie verschwieg auch nicht, wie sie fich in die Pfützen hatte werfen müfien, nur um leben zu können. Und sie klagte sich bitter an weil sie dem Geliebten nicht zeitig genug sich offenbart hatte. Hätte sie es getan, dann wäve ihr sicherlich viel Häßliches er'part geblieben. Di« Freud« besten, der dem Galgen entronnen ist, kam zum Ausdruck, als sie schrieb:. „Sie wissen es nicht, was mich hierher o.chracht hat. Oder vielleicht wissen sie es, aber sie tun mir nichts deswegen. Sie lassen sich nicht anmerken, daß sie es wissen weil sie gut sind. Und ich muß so tun. als wäre meine Krankheit eine ganz natürliche Sache. Aber dir kann ich e- ja lagen. Es wäre doch zu schv:cklich gewesen, wenn in mein Elend noch ein Kind gekommen wäre. Man kann es doch nicht ernähren und aufziehen, wenn man selbst nichts hat. Fch weiß, du magst daS nicht und hältst es für ein Verbrechen. Aber ich hab« gesehen und erlebt daß wir armen Leute gar nichts andres tun können wenn das Elend nicht noch größer werden soll. Vielleicht sind die Gesetze nur so streng, weil die Richter nicht wissen, wie die armen Leute l-.ben müssen. Ich habe gehört, daß di« reichen Leut« dasselbe tun, nur daß man es bei ihnen nicht erfährt, weil sie Geld haben und damit alles besser verheimlichen können. Es kommt doch überhaupt nur Zelten heraus." Male versichertt Hansjürgen noch, daß sie nun natürlich nie daran denken könne, je wieder einmal mit ibm mlammenmkommen. Weil er als zukünftiger Richter in ihr gewiß eine unreine Perlon sehen müßte. Aber eS hätte ihr wohlgetan. einmal mft dem einzigen Menschen, den sie liebte wenigstens in einem Briefe zu sprechen. Und sie füate zuletzt noch hinzu, daß sie das Kind sein K>nd und ihr K>nd. gern lebend gesehen und aufg'ogen hätte. ES müßte sa so'chön sein, ei nm Kinde Mutter lem zu dürfen. Aber so sei es eben unmöglich gewesen. Die Schwester nahm den Brief mft zur Post. I« mejn Gedächtnis schreib ich an: Der HERR hat Großes mir getan Es war Sonntag. Wie schön war das, wenn man den Sonntag wirklichst durch die Straßen der deutschen Städte. Doch Wo finden wir in der gesäurten dcutschbürgcr- «chen Presse ehrliche und mannhafte Worte des Abscheu« und des Protestes gegen all das Ungc- houcrlich«, das in Deutschland unter der Herrschaft der„nationalen Kräfte" alltägliche Erscheinung geworden ist. Tränendes Mitgefühl mit °on Jung und Krebs, doch keines mit den nach hunderten zählenden Opfern des wirklichen Frei- hsitskampfes in Deutschland! So sehen sie aus oie Herrschaften, die uns von„Volksgemeinschaft" saseln!> Dort wo sie reden und dort wo sie schwer-. len: in beiden Fällen enthüllen sie daö Wesen her„Volksgemeinschaft", wie sie sie verstehen, in deutlicher Weise selbst! Zlnssenkungsvorioge ohne weitere Aeuderrmgen genehmigt. Prag, 28. Feder. Jur Abgeordnctcirhaus wurde heute nachmittag nach längerer Debatte, >u der noch weitere fünf Redner sprachen, die Isegierungsvorlagc über die ZrnSfußsenkung in vorn Ausschuß festgesetzten Form ohne wci- wre Aenderung angenommen. Die Tschechischnerikalen hatten am Vormittag im Siebener- ^us'schuß zwar nochmals die Frage emer Aende- Wa des 8 19(Verbot der Errichtung neuer ^eldanstalten bis Ende 1934) zur Sprache gc- bchchr und sie waren dabei auch rm Ausschuß auf Wine besonderen Schwierigkeiten gestoßen; am Aochinittag beschlossen jedoch die W'rtschafts- Winister, darauf zu beharren, daß an der Vorlage keine weiteren Acnderungcn mehr vorge- «ornmen werden sollen, zumal ja auch die Errichtung von neuen Geldaustalten im 8 19 nicht generell verboten wird, sondern Ausnahmen Eerdings mit Bewilligung der Regierung— lulässia sind. Tic Vorlage wurde in beiden Lesungen angenommen. Die nächste Sitzung wird auf schriftlichem Wege etnberufcn werden, bis bas Haus von der Regierung wieder neue Vor> wtzen erhalten haben wird. Damit ist frühestens «ächsten Donnerstag zu rechnen , Morgen wird der Außenminister in den hkiden Außenausschüsscn em ausführliches Re- wrat über die Neuorganisation der Kleinen Entente erstatten. Die Debatte darüber wird erst Donnerstag eröftnet werden. Der Organisationspakr der Kleinen Entente wurde heute nachmittags nach einem Referat des Außenminister- vom Ministerrat genehmigt. Um den europäischen Frieden* Alarmruf aus Deutschland. ««r» Brandenburg, 28. Feber.(Eigenbericht.) In den Strafte« der deutsche« Städte ist gegenwärtig wenig LA zu sehen. Das hat seinen Grund darin, daft fast die gesamte SA zu Uebunge« eingezogen ist, die in den Kasernen»er Polizei und an anderen Orte« stattsinden. Wie stark die Heranziehung der S2l zu Polizei-Hilfsdiensten die innerpolitische Machtverteilung verändert, geht daraus hervor, daft der Polizeiftand in de« entscheidende« Orten verzehnfacht wurde! Die Hilfspolizei ist bewaffnet und steht unter dem Kommando von Polizeioffizieren, im entscheidenden Augenblick wohl auch unter dem Kommando von Offiziere« der Reichswehr. Man wird keinen allzugroften Irrtum begehen, wen« man die Stärke dieser so geschaffenen regulären Armee mit insgesamt etwa 50.000 Mann beziffert. Auf den deutschen Landstraften kann man ganze Kompagnien foldmätzig ausgerüsteter SA sehen, die mit zugeschliffenen Spaten, Gewehren, Gummiknüppel« und Stahlhelmen ausgerüstet find und in kriegsmäftiger Ordnung marschiere«. An der polnischen Grenze gibt es überdies den sogenannten„Grenzschutz", der nichts anderes al» die Fortführung der Schwarze« Reichswehr ist und dem deutsche« Gesamtheer noch-«gezählt werde« muft. Auch er ist bewaffnet. Vorläufig ist diese gewaltige deutsche Armee für den Krieg nach i» n e« bestimmt. Aber sie bildet auch eine grofte Gefahr für den europäischen Frieden. ES ist kaum anzunehmeu, daft die europäischen Mächte a« der faktischen Neugruppierung der europäische« Machtverhältnifse achtlos vorübergehe« werden, und schon aus ihrem zu erwartenden Einschreiten kSnne» sich die schwersten Folge« ergebe«. Der deutsche Faseismus ist kriegerisch bis zur letzte« Konsequenz. Die Arme«, die er fchnf, wird, wen« sie das Werk nach innen getan haben sostte, infolge der allgemeine» europäischen Unsicherheit zu einer furchtbaren Bedrohung des Friedens! Putsch In der Nadi! nadi den Walden. Geheimer Oruppenbeiehl an die Nazitruppen. Wir sind in Kenntnis des nachstehenden GeheimbefehlS gelangt, der an dir Führer der Nazitruppen in Bern» ansgegebcn wurde: Untergruppe Ost der Grupp« Berlin-Brandenburg Obarführer Ernst 26/233 1. a. Bis zum Sturmbannerführer Geheimer Groppeubefehl! DSe Sturmbannführer der Sturmbann« X. 1.3. der Standarte VI, Sturmbann« XIl 2.4., der Standarte I, di« Sturmbann« I—IV der Standart« II, di« jetzt»m Berlin siegen, werden in der Rächt zum 5. bis 6. März 1033 um 1 Uhr nachts nach Berlin einrücken. Sämtlich, gegnerische ZeitungSftelle« werden van der SA besetzt, ebenso di« Büro- der Marxisten. Anwesend« werden in Hast genammru, ganz gltich, ob dir selben sich auswr^rn könne»»der nicht. Standarten, Sturm» und Gruppenführer erhalte« polizeiliche Ausweispapiere und unterstehen damit de« PolizeiprSfidium. Ausweis« wrrd«n durch di« Grupp« zugestellt. Paßbilder find sofort dorthin «MMsendeu. Di« Wohnungen der KPD- sowie der SPD-Führer sind aus das schärfst« zu beobachten. Entfernen sich dieselben aus der Wohnung, so ist für Beobachtung im gleichen Fall« Sorg, zu tragen. Di« Ueberwachung geschieht nur in Zivil und ohne jeglich« Abzeichen, eventuell find entsprechend« gegnerische Abzeichen anzulege«. TA-AuSweife aber ! unbedingt bei sich führen. D«e anderen Standarten ! bleib««, wie bisher, an chre« Standorten, warten dort auf die Befehl« durch d« Nachrichtenabteilungen. All« in Bereitschaft liegend«« SA-Forma- tioueo hören auf das Stichwort„marschbereit". Sämtl.ch« Chansseestrahrn find zu kontrollieren, I verdächtig erscheinend« Fahrzeug« anzuhalteu, bei Bestätigung der Vermutungen zu beschlagnahmen. Wir rechnen mit 17 bis 18 Millionen Stimmen für oustre Bewegung. Es ist ei«« Selbstverftänd« lichkest, daß der Moment der endgültige« Machtübernahme für utns gekommen ist. Je schärfer durchgegriffen wird, desto fester ist unser« Machtstellung. Rach der Wahl ist«s ein« Selbstverständlichkeit, daß di« KPD verboten wird. DA-MSuner, die erst neuerdings zu nuS gekommen find, nehm«« an keinerlei Unternehmungen teil. Die SA, di« au den Fackelzügen teilnimmt, begibt sich im Anschlusie daran sofort auf ihren Posten in den Sturmlokalen. Alkohol fegl chrr Art ist für SA, SS und andere der RSDAP zugehörige Formationen ' t auf bat strengst« verböte«. Dir Führ«, find dafür verantwortlich, daß di« gegebenen Befehl« durchgeführt werb«». Di« Nachrichtenzentrale, Motorverbände, liegen beim Stab in Haneberg. KPD- Lokal«, soweit diese bekannt sind, werd«« aufgrund einer«och erlassenen Verfügung vom 5. bis 6. März 1033 für dese Zeit geschlossen bleibe«, um eine Zusammenballung der Gegner von vornherein zu unterbinde«., Der Führer der V^-G.-O. Adjutant der Untergruppe Oberführer: i. B. g«z. Bruckmann. gez. Unterschrift. Per angebliche Täler. Berlin, 28. Feber. Aus Amsterdam traf ein« Nachricht«in, derzufolge die holländische kommunistische Partei erklärt habe, van der Lübbe sei seinerzeit zwar ihr Mitglied gewesen, doch sei er vor zwei Fahren aus der Partei ausgeschlossen worden, da«S sich gezeigt habe, daß er«in Polizeispitzel ist. Die holländische kommunistische Partei habe danralS di« kommunistischen Parteien der anderen Länder vor ihm gewarnt. Di« nationalen Blätter hingegen bringen eine Nachricht aus Amsterdam, der zufolge van der Lübbe im Jahre 1931 in Rußlarch geweilt hab«, wo er an eineni Jnstruktorenkurs für Agitatoren teilgenommen habe. Oer Brandschaden nicht so arg. Berlin, 28. Feber. Die durch den Brand nn Reichstagsgebäude verursachten Schäden sind nicht so groß, wie ursprünglich angenommen wurde. Vernichtet sind im Wesen bloß die Holzverschalung des Sitzungssaales und der unmittelbar anschließenden Räumlichkeiten sowie die innere Einrichtung. Bon außen ist am Reichstagsgebäude überhaupt kein Schaden zu sehen. Der größte Teil des Gebäudes trägt auch im Innern keine Spuren von Feuerschaden. Hm Sitzungssaal« stürzte die eiserne Konstruktion em, die das Glasdach trägt, aber di« vergoldete Hauptkuppel, die über diesem Glasdach in die Höhr ragt, ist nicht beschädigt. Ihre Konstruktion ist, wie von Sachverständigen sestgestellt wurde, absolut unberührt und bloß stellenweise wurden kleine Glastafeln herauSgeschlagen. Sozialistensieg in Endland. Loudon, 28. Feber.(Reuter.) Bei den Ergänzungswahlen ins Parlament erzielte der labouristischc Kandidat Dobbie im Wahlkreise Rotherham 28.787 Stimmen und wurde gewählt. Der konservative Kandidat erhielt bloß 12.893 Stimmen., Bei den letzten Wahlen batten die Konservativen in diesem Wahlkreis ein« Mehrheit von 782 Stimmen. Dollfuß droht... Wien, 28. Feber.(Eigenbericht.) Di« Regierung Dollfuß versucht, offenbar ermutigt durch die Ereignisse in Deutschland, ebenfalls die stark« Hand zu zeigen. Sie hat heute abends«inen Erlaß herausgegeben, in dem sie den Eisenbahnern droht, den morgigen Streik auf Grund eines Kriegsgesetzes aus dem.Jahre 1914 zu brechen. Sie droht allen Eisenbahnern, die sich an dem Streik beteiligen, Strafen bis zu sechs Monaten Kerker und Entlassung an. Die Wsenbahnergewcrffchaften erklären daraufhin, daß sie dies« unerhörte Provokation nicht zur Kenntnis nehmen und morgen früh um 9 Uhr geschlossen allen Drohungen der Regierung zum Trotz den Streik durchsiihren werden. Italien schall! Giftgase nach Ungarn? Paris, 28. Feber.(Tsch. P.-P.) Das„Echo de Paris"— das Blatt, das bekanntlich unlängst den ersten Bericht über die Lieferung von italienischen Flugzeugen nach Ungarn gebracht hatte — veröffentlicht heute eine neue sensationell« Meldung, in der ausgeführt wird, Italien hätte nach Ungarn große Mengen von Giftgasen geliefert. DaS Blatt bemerkt, daß die 48 Flugzeuge, die Italien an Ungarn geliefert hatte, besonder« Einrichtungen für das Auslassen von Giftgasen besaßen. DieLieferungen von Giftgasen aus Italien wurden im Laufe her letzten sechs Monat« durchgeführt; die letzte Lieferung erfolgt« am. 17. Dezember 1932, demnach sich« Tag« vor der Ablieferung der Waffen und Maschinengewehre. All« Lieferungen aus Italien nach Ungarn wurden auf dem Eisenbahnwrge über Oesterreich durchgeftrhrt. Dre Giftgase stammten aus zwei chemischen Fabriken in Mai- land und aus einer Fabrik in Savona, die in der letzten Zeit bei Tag und bei Nacht aus Rechnung der italienischen Regierung arbeitet. In Ungarn selbst wurden dies« Giftgaslieferungen in den Städten Barpakota- Szeaedin und Szobathely hinterlegt, wo bekanntlich auch di« Bombardierungsflugzeug« gelandet waren. Vie viel Faschten kommen vor.das Staatsgerldit? Brünn, 28. Feber.(C. P.-B) Aus der Haft des Strafgerichtes in Brünn würden heute vor nlittags sieben Fascisten entlassen, die im Zusammenhang mit der Untersuchung des Kasernen- überfalleS verhaftet worden waren. Nach den» bisherigen Ergebnis der Untersuchung werden vor dem Staatsgerichtshos etwa ein Drittel der Verhafteten erscheinen, während die übrigen vor dem Kreisgericht abgeurteilt werden dürften. Sanherdenton des Dritten Deiches. Das Blatt der deutschen nationalsozialistischen Partei in der Tschechoslowakei„Der Tag" vom 26. Feber 1933 vringt einen Artikel, der ein einziges impotente- Geschimpfe gegen di« Sozial- demokratie darstellt. Nur eine kwine Blutenlese daraus: „Di« Frecheft der revolutionären Proletarierpartei, Bonzen mit Millionengehältern zu zsichftn, die Freiheit, Schiebcrgeschäfte und Großgaunercjen auf dem breiten Rücken des Proletariats, zu machen'.'. Es nimmt sie ja sowieso niemand ernst, wie man eine Dirne, welche Tugend betet, oder einen Sozialbonzen, der Gerechtigkeit verkauft, oder einen Weinsäuser, der Wasser predigt, nicht ernst nimmt. Die korrupte und verkommene Sozialdemokratie aller Länder... In diesem Tone geht.eS weiter. Eine Polemik gegen diese Hottemolen und Buschmänner ist überflüssig. Nur soviel sei bemerkt: Da im jL!ag" in letzter Zeit fortwährend Vergleiche mit Dirnen gezogen werden, kommt man zu dem Schluß, oaß die Redakteure dieses Blattes ihre geistige Ausbildung im Bordell genossen haben. „Ute Gefahr ist links". Sympathien Stribrnhs für Hitler. Ebenso wie Hitler den Brand des Berliner Reichstagsgebäudes politisch gegen di« Komnur- nisteir und die ganze Linke äusnützen will, versucht auch das Stkibrny-Matt„Poledni list" aus dem Brand oiue antisozialistische Stimmung zu erzeugen.„Es war von Anfang an ffar", io schreibt das Blatt,„daß der Angriff auf das Reichstagsgebäude zum Zweck habe, di« Hitler- Beivegung zu kompromittieren". Welch rührende Angst empfindet Stbibrny für die Hitler-Bewegung, weil durch den Brand des Reichstags- gebaudes die Ho.kenkreuzlerei, die ohne Reichstag regiere« will, in den Mgen der Wähler geschädigt werden könnte. Die gehdsine Sympathie, die da die Liga für Hitler empfindet, ist deutlich herauSzuspüren. Stärker als der nationale Gegensatz zum deutschen Hakettkreuztum erweist sich die reaktionäre Gesinnung Stkib-rnyS, die ihn m.i Hitler verbindet. Andererseits will Stribruy den Reichstagsbrand gegen die Linke äusnützen. ,Auch unsepe Demokraten," so schreibt er,„könnten ettva- lernen, wenn sie wollten, Die Gefahr für jede Demokratie und für jede Nation droht von links. Das Feuer in Berlin bestätigt nur die alte Wahrheit und Erfahrung." Im Augenblicke der schwersten Kämpfe zwischen der Demokratie und den: Faseismus in Deutschland steht selbstverständlich der Herr Stkibrnh auf Seite des Faseismus, selbst wenn es ein deutscher Fasci-mus ist. Ta. haben die Herrschaften Pech und Schwefel auf die Häupter der deutschen Sozialdemokratie geschüttet, weil diese nicht für di« Auslieferung der Halen- lrcuzlcr gestimmt haben. Da spielten di« tschech:- schcn Nationalisten sich als die uncrbittlichstcii Gegner der-Hakenkreüzlevci auf. Der vorenrähnrc Artikel in dem Stbibrily-Blatt zeigt aber den»- lich di« Gesinnungsvertvandschaft detitschcr und tschechischer Fascisten— insbesondere, wenn es sich um den Kampf gegen das klassenbewuß:-.' Proletariat handelt. Di« Wahl«« in den Bergarbeüer-Revierrat des Mährisch-Ostrauer Gebietes sind entfalle«. Montag, den 27. Feber, lief die. Frist zur Einreichung der Kandidatenlisten für big Wahl m den Bcrgarbelter-Rcvicrrat des Ostrau-Karwirirr Steinkohlenreviers ab. Ans Grund eines Nebcr- «inkommenS zwischen den Gewerkschaften der Bergarbeiter wurde nur eine einzige Kandidatenliste eingereicht, auf der folgende Organisationen vertreten sind: und zwar der sozialdenwkratiichc Bergarbeiterverband mit 10 Mitgliedern(darunter ei« Mitglied der nationalsozialistimieu Jednota), die Nationale Bereinigung mit 7 Mitgliedern und der kommunistische JndustnelleN- vcrhand mit ebenfalls 7 Mitgliedern. Bon den Ersatzmännern gehören 7 Mitglieder dem Bergarbeiterverband, 2 den Christlichsozialen(Srünick- Änhänger) und ein Mitglied der nationalsozialistischen Jednota an. Infolge dieser Einigung sind di« Wahlen entfallen. Vormarsch der Japaner. Tokio. 28, F«b«r.(Reuter.) Di« japanischen und die mandschurischen Streitkräfte haben pom Norde» die Städte Tschifeng und Tschenpin und vom Osten Tschenpin und Liuftm als Zielpunkt. Auf stärkste« Widerstand stießen di« Japaner aus der Linie Sujtschun- Linjan, wo sich die Brigade Hattori der Eisenbahn entlang verschanzt hat. Seite 4 Mittwoch, 1. Mar; 1933 4K. 51 Das brennende Parlament. T agesneuigkeiten Dann reifen die Früchte! Die ideale Tat a» den Marxisten wär': Kopf ab allen Novembristen! Und wahrlich Wohl, ihr llrnntet Köpfe brauchen, seh ich doch Pulversäcke nur an Donnerrohren rauchen. Geduld! Auch euer Vierjahrsplan sängt Wohl einmal z« reifen an. Dann steigen aus dem Kelch der Rot, erschrecket: Blüten, blutigrot! H. H. Ltzineü che Piraten plündern eine» dänischen Dampfer. Hongkong, 28. Feber. Der dänisch, Dampfer„D i e d r i ch s o n" ist etwa zwei Stunden von Hongkong entfernt von chinesischen Piraten überfallen worden. Die Seeräuber hielte« die Schiffsoffiziere mit Revolvern i« Schach«ud zwangen sie, den Dampfer nach ihrem Schlnpf- winkel, nach der Bias-Bay, zu steuern. Dort raubten sie das Schiff aus und entflohen unter Mitnahme von drei Passagieren erster Klaffe auf chinesisches Gebiet. Der E r st e O f s i» zier der„Diedrichson" ist bei dem Ueberfall schwer verletzt worden. Der Dampfer traf später im Hafen von Honkong ein. Novellierung des Frucklablreibungs- Paragraphen in Litauen. Das litauische Innenministerium bereitet die Novellierung des.Strafgesetz-Paragraphen vor, der, die Fruchtabtreibung behandelt. Das Innenministerium beabsichtigt, den vom tschechoslowakischen Jüstizministerium vorgeschlagenen Wortlaut zum Muster zu nehmen. Die Anregung zu dieser Maßnahme ging von einigen Frauenorganisationen aus. Mord aus offener Straße. Crantz, 28. Feber. In der Hohenzollernstraße überfiel am Montag abends aus bisher ungeklärter Ursache ein etwa 40 j ä h r i g e r Arbeiter die 80jährige Witwe Urban aus Crantz und ihre Begleiterin Frl. Stolzenberger aus Königsberg. Er tötete die alte Frau durch einen M e s s e r st i ch ins Herz. Jhxe Begleiterin brach, von vier Messerstichen getroffen, schwer verletzt zusammen. Der Täter, der verhaftet werden konnte, schien angetrunken zu sein. Der Reichstag brannte ihnen sehr gelegen! Das haben sie noch gebraucht, die Hitler- Berserker! Und weil jeder Vernünftige fühlte wie willkommen ihnen dieser Brand sein müßte, deshalb geht einem auch der Gedanke, der gleich als erster auftanchte, nicht aus dem Kopfe: daß nämlich die Urheber dieser verbrecherischen Tat nicht weit zu den braunen Häusern hatten, mag auch der so geständnisvolle Täter verläßlichste Legitimationen als kommunistischer Parteigänger in der Tasche gehabt haben! Man hat doch das Gefühl, als ob er sie eigens zu sich genommen hätte, um dann, wenn er abgefangen, keinerlei Zweifel über seine angebliche Gesinnung und Zugehörigkeit aufkommen zu lassen. Aber noch ein anderer Umstand deutet für jeden, der nicht hirnverbrannt oder durch Nationalsozialismus charakterdefekt ist, darauf hin, daß Täter und Geständnis raffiniert präparierte Werkzeuge gerade derer sind, die am meisten Interesse daran haben, daß eine verruchte Tat vom Jammer des Dritten Reiches ablenke und seine Schrecken rechtfertige: der brandlegende Hol- länder soll nämlich eingestanden haben, daß er auch mit der Sozialdemokratie Verbindung habe! Gewiß, es kann einer so wahnsinnig oder auch für sich allein solch ein Lump sein, daß er die größte und gemeinste Lüge in die Welt setzt. Aber viel wahrscheinlicher ist doch, daß man diese haarsträubende Lüge provoziert hat, um dann mit Kanonen auch gegen die SPD. vorgehen zu können. Was liegt daran, daß man ebensogut vom Zentrum behaupten könnte, es wolle Kirchen niederlegen, als von der Sozialdemokratie, sie lege Feuer an den Häusern des Volkes? Was liegt daran, daß doch bestimmt eher ein Nationalsozialist selbst einmal einem Großkapitalisten etwas zu leide täte, als daß die SPD. oder auch nur der kleinste Teil von ihr sich zu Wahnsinnsakten der Gewalt hinreißen ließe oder Verbindung zu Menschen hielte, die solches planen? Was liegt schon daran, daß jeder leiseste Versuch solcher Verdächtigung den Stempel infamer Lüge auf der Stirn trägt? Je infamer, desto besser! Alle Hunde gegen die Parteien des Klassenkompfes! Man erzählt nicht umsonst Tag für Tag im Rundfunk, daß das rote Gesindel unter allen Umständen verschwinden müsse. Mit Phrasen geht das nicht— also wendet man sich zur Gewalt, die wieder nicht anders gerechtfertigt werden kann als durch Tatsachen, die man erfindet. Schließlich braucht man Borwände genug, um im Handumdrehen tausend Menschen um ihrer Gesinnung tyillen hinter Schloß und Riegel zu setzen! Man muß schon handfeste Lügen ersinnen, um begreiflich zu machen^ daß Männer wie Hodann, Renn, Rußbüldt hinter Kerkermauern gehören, weil sich ein Mensch fand, der das Reichstagsgebäude in Flammen legte! Selbst die skrupellosesten Braunbehenideten müssen ganz neue Register ziehen, um verstehen zu machen, warum man über die Wahlen hinaus sowohl die kommunistische als auch die sozialdemokratische Presse glatt" wegrasiert. Zu. all dem brauch: man „^l a m me nzei ch en"— der Holländer Lübbe hat sie geliefert. Sie kamen der Hitler- regierung so gelegen, daß man an wunderbare Schickungen glauben müßte, um annehmen zu können, die Herren hätten sich solch ein brauchbares Fanal nie zuvor träumen lassen... Eine zweite Kleinbank in Nordböhmen in Auflösung. Nach dem Bankhaus Anker in Reichenberg ist nun auch die Friedländer Bankgesellschaft W. Neumann und C o., Friedland, in Schwierigkeiten geraten. Schon Anfang Jänner wurden, wie der Reichenberger „Freigeist" meldet, die Zahlungen auf kurze Zeit unterbrochen. Damals hoffte man noch das Bankhaus zu retten und es wurde eine Mitteilung an hie Oeffentlichkeit hinausgegeben, daß die Bank keineswegs an einen Ausgleich denke, sondern die Zahlungen lediglich darum einstelle, weil die Mittel augenblicklich nicht flüssig zu machen wären. In der Generalversammlung des Bankgeschäftes jedoch mußte, berichtet werden, daß die Situation sich nicht geändert habe, daß die Einleger weiter kündigen, daß-er Versuch eine deut, iche Großbank für die Haftung zu gewinnen, mißlungen sei und nichts anderes übrig bleibe, als die Bank aufzulösen. Die Gesellschaft hat die Absicht, ihre Schulden lOOprozentig abzustatten, und zwar in halbjährigen Raten zu je 25 Prozent, aber ohne die Zinsen. Die kleinen Einleger bis zu 3000 Kronen sollen ihre Einlagen innerhalb eines Jahres zurückerhalten und die Auflösung beginnt mit dem 1. März. Mord und Selbstmord in Ostrau und in Pilsen. Aus Mähr.-Ostrau wird gemeldet: Der 25jährigc Chauffeur Michael Suder trug es schwer, daß sich seine 22jährige Geliebte Johanna Mater Sonntag bei einer Unterhaltung auch mit anderen jungen Burschen unterhielt. Montag abends besuchte er sie in der Wohnung ihrer Eltern in Marienberg. In dem Augenblick, als die Schwester seiner Geliebten, die 30jährige Albine.Mater, in das Zimmer trat, zielte er gerade mit der Pistole auf die Geliebte. Diese stieß einen Schrei aus. Suder schoß zuerst aus unmittelbarer Nähe die Schwester seiner Geliebten in den rechten Unterkiefer, mit einem zweiten Schuß traf er die Geliebte in den llllund unschließlich schoß er sich selbst in die Schläfe. Johanna Mater verschied noch vor Eintreffen des Arztesi Suder wurde in das Krankenhaus gebracht, wo er um 23 Uhr starb. AlbiNe Mater wurde ebenfalls in das Krankenhaus geschafft, wo festgestellt wurde, daß ihre Verwundung zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich ist.— Eine ähnliche Nachricht wird aus Pilsen gemeldet: Dienstag, den 28. Feber, früh wartete Franz Schröter, Soldat vom Infanterieregiment Nr. 35 in Pilsen, im Haufe KkkSkova ulice 10 in Pilsen, auf die 21jährige Verkäuferin Marie Caltovü, die in diesem Hause wohnte, und als diese den Gang betrat, sprach er eine Weile mit ihr, worauf er einen Revolver zog und gegen die Caltovü einen Schuß abfeuerte, die in die linke Wange getroffen wurde. Hierauf wandte er die Waffe gegen sich und schoß, sich in die. rechte Schlafe. Sowohl Schröter als auch die Caltovä waren auf der Stelle tot. Schröter hinterließ vier Briese, wovon einer an die Polizeidirektion in Pilsen adresiiert war. Aus diesem geht hervor, daß die Ursache der Tat unglückliche Liebe war. Wieder mehr Hoffnung für Lermak. Die behandelnden Aerzte des Bürgermeisters Lermak bekundeten Montag wieder größere Hoffnung, daß Lermak mit Hilfe der Sauerstoff-Inhalationen genesen werde. Zu dieser'Hoffnung wurden d-e Aerzte durch die leichte Besserung veranlaßt, die am Nachmittag im Befinden Oermaks zu beobachten war. Der Patient verbrachte den Tag ruhig und legte eine überraschende Wider- staichskraft gegenüber der Lungenentzündung an den Tag. Sympathiestreik der Wiener Gewerbetreibenden. Wie das„Neue Wiener Tagblatt" meldet, planen die in der Notgemeinschaft vereinigten Mitglieder der einzelnen Gewerbegenossenschaften Mittwoch, zwischen 9 und 11 Uhr, in einen Sympathiestreik mit den Eisenbahnern Oesterreichs zu treten. Die Notgemeinschaft begründet ihr Vorgehen damit, daß die bisherigen Versuche, ihre Forderungen bei der Regierung auf legalem Wege durch zusetzen, bisher zu gar keinem befriedigenden Resultate geführt habe,:. Der Menschenjäger als Tierschiitzer. Mussolini empfing diel er Tage den Vertreter deS Weltbundes für Tierschutz, General von Kühlwein, in Sonderaudienz. Der General unterbreitete dem italienischen Ministerpräsidenten eine von zehn Millionen Mitgliedern des Weltbundes unterfertigte Petition, die die Wünsche und Forderungen des Weltbundes in Sachen des. Tierschutzes enthielt. Er verwies auf die Nottvendigkeit einer beschleunigten Verwirklichung eines geeigneten Vogelschutzgesetzes in Italien, das geeignet wäre, derartige Vorgänge, wie das berüchtigt geworden? S i ngv ög e l v e rz e h r e n zu unterbin-en,(Gedacht ist hiebei an die^Berührung von 6000 lebend gefangenen Singvögeln von 250 Vogeljägern vor etwa zwei Monaten in Bergamo.) Der Weltschutzbund ernannte Mussolini in Anbetracht seiner bisher angeoid- neten Maßnahmen auf dem Gebiete des Vogelschutzes zu seinem Ehrenmitgliede. Warnung. Ammer wieder werden von irgendeinem erstandenen LnlfallversicherungS- Rentner- Beltes Rentner der Unsallvcvsicherungsanftalten zum Betritt aufgefordert. In der Regel handelt eS sich Gründungen von Eii^elpersonen, die sich auf Art eiü Einkommen verschaffen wollen ohne die sicht, für den Beitrag den Rentner im Bedarfs^ Rechtsschutz zu gewähren oder ihnen sonstige W angedeihen zu lassen. Auch wenn solche Pe-bönd^ die Unfalls»«^' legenheit der Unfallsrentner behandeln wollten, 7 dies unmöglich, weil deren Funktionäre weder st gesetzlichen Bestimmungen noch die Praxis der U«- fallversicherungsanstalten so kennen, daß ein erf«lf reiches Eingreifen gesichert ist. Alle diese sogenaE ten Rentnerverbände sind recht fragwürdig und w” empfehlen, ihre Werbungen nicht zu beachten. Wer immer sich vor Schaden bewahren und Bedarfsfälle Rechtsschutz sichern will, werde Mitglied der freien Gewerkschaften! Dir Verbände des Deutschen Gewer!- schaftSbundeS gewähren ihren Mitgliedern a«< in Unsallsangelegenheiten Rechtshilfe und wahre» die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber W Unfallversicherunysanstalten. Die Zentralgewerkschostskommissian des Deutschen GewerkschaftSdundes. Arbeitslosen-Demonstratio« in A graut Einige hundert Arbeitslosie veranstalteten vor der Agramer Arbeitsbörse eine Kundgebung uh" forderten die Erhöhung der Arbeitsl».- senbeiträge. Die Manifestanten entsandte« eine Deputation zum Banns von Agram. EimL Gruppen von Arbeitslosen versuchten, Demo«- stvationen auf den Straßen zu veranstalten, wurden aber— wie es im offiziellen Bericht heißt „von der Polizei Vertrieben". Postüberweisungen aus Oesterreich nach*** Tschechoslowakei. Ab 20. Feber 1933 sind PöstMs wessungcn aus Oesterreich nach der Tschechoftow«"'! unter der Bedingung zugelassen, daß der bchot^ Ueberweisüngsbetrag an das Postscheckkonto des«7 senbers bei der Postfparkassa in Prag oder den'« Nebenstelle in Brünn überwiesen wird. Die Verlosung der Gewinst« der IV. Klass« 28. Klassenlotterie wird am 7. März 1933 um 8 M früh im Ziehungssaale der Direktion der St«-/ lvtterien, Prag I., Kozi 4, beginnen und am 8. Mass (auch um 8 Uhr früh) fortgesetzt werden. Kerl«!' weiden im ganzen 2626 Gewinste im Gesamtbetrag von 2,260.400 kl, welche den Spielern ohne Äbz«ü ausgezahlt werden. Von höheren Gewinsten werd«« auSgelost: 1 Gewinn zu 150.000 K, 1 zu 80.000> 4 zu 20-000 K,. 7 zu 10.000 K usw. Di« aintE BerlosnngÄiste wird-am 9. März-1933 erscheinen. Flammentod. In Nemmenich bei Aachen brannte eine 83jährige Witwe, deren Kleider o“ 1 überheizten Ofen Feuer gefangen hatten, bei lobe«' digem Leibe. „Anstößig." Die New Aorker Zollbehörde die Einführung einer Mappe mit Michelangci«- Reproduktion nicht gestattet. Die amerikanische« Zöllner empfinden Michelangelos Zeichnungen „anstößige Pornographien". Der Amtsschimmel. In Frankreich wurde Steuerzahler ausgefordert, ein Centime Steuer na«' zuzählen— was 20 Centimes Kosten verursacht In Wien ist ein Mann durch öffentlichen Aw'chi^ zum Offenbarungseid geladen worden: er schulde« dem Finanzamt 1.10 Schilling. Seltsamer Tod. Auf der von Retzow nach (Mark) führenden Landstraße wurde der in LyA" wohnende praktische Arzt Dr. Otw Gerlach ncdc," seinem Auto liegend erschossen aufgefunden polizeiliche Untersuchung ergab, daß Dr.©eif«® einem Unfall zum Opfer gefallen ist. Bei der SR«“' kehr von einem Krankenbesuch war der Arzt seinem Wagen gestiegen, um seinen Revolver, dem er öfters auf freiem FÄde nach einem cn'tfefl 1' ten Ziele feuerte, zu untersuchen. Hierbei muß c111 Schuß losgegangen sein. Die Kugel drang vo>« Unterkiefer in den Hinterkopf. Alle äußeren IW" stände lassen darauf schließen, daß«in Selbstw"^ ausgeschlossen ist. Ausweis für de» Monat Februar (Die erste Zahl bedeutet Parteisonds, die eingeklammerte Wfhkfonds.) Bodenbach K 5100.—(1280.—), Brün« K 814.—(81.—), Karlsbad K 4700.—(1000.—)» Landskron K 800.—(200.—), Pilsen-B»»' weis kl 2420.—(570.—), Prag X 534—(130.—)' Preßburg K 100.—(30.—), SternbetS K 2880.—(720.—), Teplitz-Saaz K 5070--' (1180.—), Trautenau K 1340:—(300.--)' Tr 0 ppau K 1960.—(490.—). Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programme« Donnerstag: Prag: 6.15 Gymnastik. 11.00 Schallplatten. 17$ Musik für'die Jugend. 1825 Deutsche Ä<«' düng: Landwirtschaft. 19.40 Lieder von Smetan«- 21.00 Orchesterkonzert.— Brünn: 16.00 Orchesi"' konze«. 18.25 Deutsche Sendung: Prof. St«»' ker: Die Bedeutung der Aquaristik.— Berlin: 18$ Lieder.— Breslau: 21.35 Flucht ans Venedig. Mühlacker: 21.15 Orchestertonzert— Königsberg 21.15 Lust and Lachen.— Leipzig: 19.00 Das dctendeutfche Volkslied. 21.20 Bruckner Zyklus" München: 21.15 Die sieden Todsünden..— Wie«' 20.05 Orchesterkonzect. «r. 51 Mittwoch, 1. März 1938 Seite 5 Das Jubiläum. Von Hans Honheiser. Bezirksrichter Dr. Habenrhum rückte uni- ständtich seine Brille von den Lugen auf die tztmi, fuhr sich dann mit einem blaurot tarierten Tachenkuche über die kleine» Glützlein, die NUN unter de» Brillengläsern gutmütig mit eiu wenig pfiffigem Ausdrucke hervorblinzelten, nahm die Brille dann herab und putzte mir dem Taschentuche ihre Gläser. Dann schneuzte er sich in dasselbe. Mittlerweile war der Häftling und hinter ihm der Gefangenenaufseher eingetreten. »Also wieder zugewandcrt?" fragte Haben- thum den Verbrecher, der, di« linke Hand aufs Her; gelegt, mit der rechten einen weitaurhr-len- den Bogen vor sich her beschrieb, das rechte Knie tief beugte und seinen Scheitel mit einer abgründigen Verneigung fast mit dem Fußboden in Berührung brachte. r„Man hat mir die Gnad« geschenkt," versitzt« Laudmer mit stillem Pathos. Er war ein Mann in der Mitte der Vierziger, der aber viel älter aussah, mittelgroß, mit glattem Gesicht, das nur infolge mangelhafter Pflege von grauen Bartstoppeln verfärbt war. Er war toternst, als er sich wieder aufrichtet« und sah den Richter devot, doch mit«irrem heimlichen Schmunzeln an. „Was haben sie wieder ausgefneffen, alter Freund," fuhr der, vor sich niederdlickend fort. „Nicht mehr, als unbedingt notwendig war Euer Gnaden." Doch da fiel ihm der KanKst in di« Rede, mdcm er den„Akt Laudmer" mit monotoner Stimme zu verlesen begann: Vagabundage an Rückfall«. Der Gefängnisaufseher sah dieweil gelangweilt zum Fenster hinaus. „Also, Laudmer, wieviel meinen Sie?" Ter Landstreicher, dessen Kleidung Wohl schon abgetragen und verschlissen, aber nicht zerrissen war, faltete die Hände und trat einen Schritt näher auf Dr. Habenthum zu. „Zwei Monate, wenn>ch bitte» dürft. Es wird noch lang« kalt sein." „Nicht zu machen. Dafür setzt'S höchstens ein« Doch«." Lau'nmers Augen gingen nach dem Fenster, vor dem ein leiser Regen unaufhörlich herabrieselte. ,„Euer Gnaden, zwei wenigstens— zwei. Es ist noch so lang bis zum Frühling." „Sollen Sie sie haben— zwei Wochen. Zöllner(das war der Gefangenenaufseher) sie können den Mann wieder zu leichten Hausarbeiten verwenden," sagte er noch, drehte sich dann «m und ging mit kleinen, trippelnden Schritten in dar andere Zimmer hinüber. -' Die Verhandlung war beendet. Am nächsten Morgen vor acht Uhr heckte sich Löudmer schon mit- aufgekrenrpelwn Aermeln, mit einem Wischfetzen bewaffnet, in der Kanzlei nützlich gemacht. Unterwürfig grüßt« er die llanzl^ibeamten, die sich nach und nach einfandcn und als Dr. Habenthum kam, ging«in glückliches Lächeln über des Häftling verwitterte Züge, als ob er sagen wollte: Das ist eine Zuftucht— rin warme- Nest--— danke, danke— aber nur zwei W^h«n. Sein sonst immer lustiger Blick verdunkelte sich dabei. Nach vierzehn Tagen wurde Laudmer unbarmherzig auf die Gasse gesetzt: Nach Recht und Gesetz! „Soviel wie S'e zurecht haben." knurrte Zöllner, als er das Tor hinter dem Entlassenen schloß. Der Schnee fiel nun in großen Flocken zur Erde nieder. Aber er zerlief, wenn er nur den Boden berührte. Und so bedeckte er denn Gaffen und Wege mit einem unangenehme» Schmutz und eine nasse Kälte drang jedem, der sich nicht in Wolle oder Pelz verwahrt hatte, bis auf die Knochen und ließ ihn erschaudern. Laudmer ging rasch ein paar Schritte vorwärts, dann blieb er wie sm Nachdenken stehen fuhr sich mit der Hand unter dem schmutzigen Filz über hen grauen-Haarschopf, kratzte sich dann, spie aus und ging wieder weit«. In der Straße, in der die Gendarmeriestation untergebracht war, begann er seine Tätigkeit. Von Haus zu Haus. Oft fand er verschlossene Türen; das Guckerle schien für. einen Moment heller, dann rührt« sich nichts mehr. Laudmer tvartete nicht lange, aber er ließ sich's auch nicht verdrießen. Mit immer freund-' lich«m Gesicht, mit ewig gleichbleibender Devotion sagte er sein Sprüchlein her, dankte, und wenn sein Weg auch mehr als einmal umsonst war— er blieb immer derselbe, gleich freundlich, mst dem gleichen Pathos in der Stimme, ob er nun„Danke" oder„Behüt' Gott" sagte. Nur auf der Straße blieb er öfter stehen, und wenn er dann einen Behelmten die Straß« herunterkommen iah, da sucht« er olle seine Taschen durch, zählte di« erfochtenen Kupfermünzen und ging dann langsam zur nächsten Tür hinein, nicht ohne sich vorerst noch einmal umzudrehen, ob ihn der Gendarm auch ja gesehen Aber der tat gewöhnlich, al- ginge ihn der Laudmer mit seiner obskuren Sehnsucht nicht einen Pfifferling an. Dann könnt« ein böser Zug in das Gesicht des Landstreichers komnren. Wenn er dann in weitem Bogen ausgespuckt hatte, konnte sich's. wohl auch einmal dem Gehege seiner«och merkwürdig guten Zähn« entringen, das so klang als: Schafskopf— Kennt seinen Dienst nicht! Fünf Häuser weiter wußte Laudmer den. Gendarmerieposten. Er ging festen Schrittes, wie einer, der zu allem entschlossen ist, durch di« Haustür« und die Stiegen hinauf. Dann machte er— am Posten— nicht nur einen Spalt auf und murmelte seine Bitte. Mit undürchdring. lichem Gesicht trat er ganz hinein, zog di« Tür hinter sich zu und rezitierte laut und vernehmlich seinen Vers. Drei Mann saßen in der Stube, in graugrü» ,nem Tuche mit Stveifen an den Achselklappen und sahen sich mit sprachlosem Erstaunen um. „Mensch— Sie scheinen nicht zu wissen—* „— wo ich bin,""ergänzte Laudmer;„ob ich's weiß.— Bitte, schenken Sie einem Armen doch etwas." Er streckte erwartend seine zum Teller geöffnet« Hand vor. „Hinausschmeißen!" klang da ein« rauht St>mm« hinter einem Tisch hervor. „Will ich aber nicht— hinaus. Einsperren kolln Sie mich."- »Hinaus! Hinaus, sag ich!" Und«in« Gendarmenpratze fiel wuchtig auf Laudmers Gesicht nieder. hinaus, noch einmal!" Aber der Bittende entging der Hand des Ovdnungsmannes. Wie ein Wiesel sprang er im nächsten Augenblick zum Fenster und hieb mit der geballten Faust in die Scheibe, daß di« Glasscherben sich klirrend über den Bod«n versäten. Die drei Gendarmen sahen einander erst einmal an. Dan« sauste eine Salve über den Kopf des hartnäckigen, schließlich auch noch gewalttätigen Bettlers nieder. „Fetzt wird's genug sein." Laudmer stöhnt« -t fakt zu'aiumcnbreckrcnd unter de« Hieben. Dann setzte sich einer der Wächter den Helm aus, faßt« deu Landstreicher beim Kragen und stieß ihn vor sich her zur Tür hinaus. „Marsch!" Es ging wieder den bekannte« Weg zum Bezirksgericht. Als der Kanzlist am andern Morgen ins Amt kam, begrüßt« er den paubwijchenden Häftling wie einen alten, längst erwarteten Bekannten. „Wieder einmal heimaefunden. Laudmer?" »Lch habe wieder di« Ehre— schaun Sie doch einnial nach, Herr Kanzleidirektor: Ich denk«, es ist das fünfzigstem«!. Weiß nicht genau, aber es wird schon stimmen." „Teufel, da feiern Si« ja ein Jubiläum—! Tas muß in- Protokoll.". Als Laudmer dem Richter vorgeführt wurde, rvar der schon informiert. Er fragte nichts mehr. »Heul' kriegen Sie Ihr« zwei Monate, Land, mer; daß es dafür steht. Dies« Anhänglichkeit muß belohnt tvevden." Und der Landstreicher beugte wieder sein rechtes Kni«, die linke Hand am Herzen, und machte sein« Verneigung, daß der Kopf fast den Boden berührte. Und während er sich damit ab- müht«, das Gleichgewicht zu erhalten 7— er war hungrig und schwach— sagte er:' !'„Ist noch verdammt kalt draußen, Euer Gnaden; kanns brauchen." Und wieder ging ein glückliches Lächeln über sein Gesicht. Volksmrtscbaft and Sozialpolitik Bantoiratir. In der Febernummer des„American Federa- tionlst", des Organs des Amerikanisch«« Gcwerk- schaftsbundeS(A. F. of L.), veröffentlicht« I. P. Frey, der Sekretär der Metallarbeiter-Abteilung der A. F. of L„ einen ausführlichen Artikel über die unumschränkte Herrschaft des Großkapitals in den Vereinigten Staaten^ Die Ausführungen von Frey haben große Beachtung gefunden und das ganze Großkapital zur Verteidigung seines „guten Rufes" aus den Plan gebracht. Frey hält jedoch leine Behauptungen aufrecht und hat sie soeben sogar vor einer Kommission des Senats bekräftigt, indem er ausdrücklich feststellte, daß einig« groß« Banken in New Dork„buchstäblich di« Wirtschaft beherrschen und die Politik gegenüber der Arbeiterschaft diktieren". Di« sogenannten„Morgan-Banken" haben auf Grund ihrer Schlüsselstellungen in sechs Banken in New Jork 203 Direktorenposten in 104 änderen Banken in ihren Händen, ferner 618 leitend« Stellungen in 569 gemischten Gesellschaften, 178■ solcher Stellen in 142 Versicherungsgesellschaften, 423 in 860 Großunternehmen der Industrie, 282 in 234 Transportunternehmen und 315 in 266 öffentlichen Körperschaften. 24 New Dorker Banken.besetzen, insgesamt 4090. Direktorenstellen in anderen Banken sowie Unternahmen der ganzen Wirtschaft. Auf Grund dieser Interessenvertretungen„beherrschen sie. die ganze Wirtschaft sowie ore Lohnpolitik im ganzen Lande". Beamtenstreik in Frankreich war ei« voller Erfolg. Di« bürgerliche Presse aller Länder hat versucht, den Proteststreik der Beamten in Frankreich gegen die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen zu bagatellisieren und keine Bedeutung herabzu'etzen. Der Streik war jadoch ein voller Erfolg! Nach einer genauen Prüfung aller Einzelheiten der Aktion nahm das Kartell der Angestellten und Beamten in öffentlichen Diensten eine Entschließung an, in der„mit größter Befriedigung festgestellt wird, daß der Streikparole in allen Vertvaltungszweigen im ganzen Lande mit Begeisterung und Disziplin von nahezu der Jede*_ gute Fachgeschäft*•'•'/Zf//, JuS zeigt Ihnen Terra-Gomme. MW Ein Meter kostet Kä 42'-...— PRAGER GUMMIFABRIK VYSOCANY A. v* Prag II., Vodiikova 38. Läufer Gwnmf und* h’e-ß 0} barst hyglen'rl denk‘ hort widert uner- ,9? rä Mchdämp£nd hig ,* Gesamtheit der Beamten Folge Der Berwaltungsrat des sranzoi«lchen ichaftsbundes nahm seinerseits in<>ner tpyt ßung Kenntnis vom„vollen Erfolg der Aktwu. Er„beglückwünschte die Arbeiter® m&c der öffentlichen Dienste zur Dl>z>pl>n uiid h- mit der sie ihrem Willen zum Wider, tandgege die Bedrohung ihrer Lebenshaltung Ausdruck gaben und sicherte ihnen für weitere A leine volle Solidarität zu".,. Große Einhritsorganisation d«r P- T. r.-- Bundesbetrieb» und Radioangestelltrn’. n~ J, reich.(IGB.) Nach Abhaltung von außeroriwnl lichen Verbälidstagen der„Technischen Uni und der„Postgcwerkschaft" ist tu-Oesterreich r großer Einheitsverband des Personals des s os-. Telegraphen- und Radiobetriebs und der angeschloffenen Bundesbetriebe: zustand«gckommen, und zwar so, daß die Postgewerkschaft ihr« ucn- gliedschaft auf Telegraph-, Radio- und Bundes- betriebe erweitert urch damit den Mitgliedern der aufgelösten Technischen Union Gelegenheit zum Anschluß gibt. In einer einstimmig angenonr« inenen Entschließung wird„angesichts der Ber- such« der Nationaliozialisten, das Bundesperwnal von der Demokratie abzulenken und ihre. Organisationen, ihr« Errungenschaften und Freiheiten willenlos der Diktatur eines einzelnen Führers zu überantworten, und ichließlich angesichts der großen Gefahren der gewaltigen Wirtschaftskrise, di« all« reaktionären Kräfte ermutigt, das gesamte Post-, Telegraphen-, Radio, und BunöeSbetricbs- versonal ausgefordert, sich brüderlich und wie ein Mann in der neu geschaffnen Einheitsgewerkschaft zusammenzuschließen". Rückgang der österreichischen Produktion. Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht ein« Zusammenstellung über hi« industrielle Produktion Oesterreichs im Jahre 1932, aus welcher her» Vovaeht.daßdie Produktion der Schwerindustrie im ganzep und großen aus e i«. B i e ric Ider Produktionsmenge der Ja b re s 1929 zurückgegangen ist. Di« Eisenerzförderung beli«f sich nur mehr auf 0.5 Millionen Tonnen im Jahr« 1932 gegen 1.2 Millionen Tonnen im Jahre 1931 und 2.5 Millionen Tonnen im Jahr« 1929. Di« Roheisenerzeugung betrug 94.500 Ton» nen gegen 462.000 Tonnen im Jahr« 1929, die Stahlproduktion 204.500 Tonnen gegen 632.060 Tonnen vor vier Jahren. Die Erzeugung von Walz- und Schmiedewaren belief sich auf 163.000 Tonnen gegenüber 456.000 Tonnen. Di« Biererzeugung hat. sich von 5.2 Millionen Hektoliter auf 3.1 Millionen Hektoliter gesenkt, die Papier» Produktion von 23.000 auf 19.600 Waggons. Di« Zuckerprodnktian war mit 164.000 Tonnen zwar mit 6000 Tonnen niedrige» als im Jahre 1931, aber dennoch wesentlich höher als die Produktion in den Jahren 1929 und 1930. Drexler— nldit inner! Vom Münchener Stammtisch zur deutsche« Hatz, und Hetzpolttik. AuS den Anfängen der NSDAP. „Alt im Jahre 1818 der Krieg zu Ende ging, da«ar ich wi« viele Millionen anderer Deutscher schuldlos an der Krieg-Ursache, schuldlos am Kriegsbeginn. .So ging ich damals mit sieben Mann eine» Weg, der neu war."(Hitler am Freitog Ml Berlin«! Sportpalast.) Ein« ebenso geschickte wie skrupellos« Agitation hat es sertiggebracht, daß der brave nationale Durchschnittswürger sich die historische Stunde, in d«r die NÄDAP. einst das Licht der Welt erblickte, etwa so Vovst«llt: Mitten in den Wirren der Revolutionszeit sitzen, soeben von der vordersten Front henn- tzekehrt, in einem von spärlichen Kerzenschein erhellten unterirdischen Gewölbe sieben markige Freiheitskämpfer. Ringsum tobt„Rotmovd" und„marxistisches Untermenschentum", diese sieben aber fürchten sich nicht vor den Schergen brr vertierten moskowitischen Machthaber, di« jeden Augenblick ihre Brandbomben in diesen Ort der Freiheitsverschwörung hineinwerfen können. Feierlich heben si« di« Hand zum Schwur, ni« und nimmer zu rasten, bis Deutschland befreit sein würde von der Sklavenpeitsche der marxistischen Bestien. Urid sechs von ihnen rufen wie aus einem Munde:„Du sollst unser Führer sein, Adolf Hitler! Heil dir!" Ach, wie anders sah die historische Wirklichkeit aus! ch Ei« kleiner politisierender Münchner Stammtisch, besetzt von mißgelaunten Spießern und neunmalklugen Besserwissern. Einer führt< das Wort, erklärt de« anderen das Weltgeschehen 1 aus seine spintisierende Weis«,.wirst Angelesenes! und Erträumtes wirr durcheinander, bis aus dem Nebel seiner Anschauungen«in« n«u« Art politischer Religion aufsteigt, von den Stanrm- tischbrüdern nach Hause getragen und den Nachbarn weiterverkündet wird— also ein Vorgang, wi« er sich in jener Zeit und m dieser Stadt hundertmal wiederholt hat. Der Eine aber, aus dessen gläubiger Einfalt der verschwommene politisch« Pathos ausstieg— das war nicht Adolf Hitler, sondern rin heut« vergessen«! Mann mit Nam«n Anton Drexler. Er ist der wirkliche Gründer der NSDAP., er ist Mitglied Nr. 1 seiner eigenen Partei. Was war das für ein Mensch? Ein Werkzeng- schlosser b«i der Reichsbahn, ein« Art Micha«! KohlhaaS, ungebildet und unwissend, aber von unglücklicher Liebe zum.Höheren, zu Scheinbil- duna und Halbwissen beseelt. Sein naives Selbstvertrauen mag ehrlich gewesen sein— diejenigen, die ihn für ihr« Zwecke mißbrauchten und den stille, wider seinen Willen als Propheten benutzten Mann als Grundkapital einer „geistigen" Bewegung erkannten, handelten weder ehrlich noch kameradschaftlich. Durch seine Unfähigkeit, sich in eine Gemeinschaft«inzuordnen, war Drexler früh mit seiner Gewerkschaft in Konflikt gekommen, wurde aus seiner geregelten Bahn geworfen und verdient« sich als Zitherftneler in Nachtlokalen sein Brot. Statt jedoch di« Schuld bei sich selbst zu suchen, schiebt er alles auf den fluchwürdigen „Internationalismus" d«r Sozialdemokratie. Das hindert ihn nicht, Scheidemanns Wort anzuer- kennen: der Krieg werd« nicht nur für Kommerzienräte, Großindustrielle und Großagrarier geführt, sondern für das werktätige Volk. Er sucht di« Synthese zwischen Sozialismus und Nationalismus, die ihm nebelhaft als rettend« Idee vorschwebt, schon während des zuhause verbrachten Kriegs in der„Vaterlandspartei" Aber er muß erkennen, daß bei diesen intellektuellen Spießern, die veräHtlich auf den Proletarier herabblicken, kein Sinn für das Volksempfinden daheim fft. 1918 tritt«r dem in Bremen gegründeten„Freien Ausschuß für einen Deutschen Avbeit«rfriÄen" bei, dessen Münchner Ortsgruppe ihm zur Leitung übertragen wird. Die 40 Münchner Mitglieder, die sich im März 1918 zusammenfanden, ist der eigentliche Beginn der NSDAP. Der Gedanke der kriegerischen Arbeiterpartei, die natürlich nicht gegen di« Krieas- führung der Obersten Heeresleitung mit Kritik anzukämpfen wagte, scheint Drexler endlich das Richtige für sein« Sonderwünscbe zu sein. Aber sein Klassenbewußtsein ist bereits verkümmert. Er will die Bürger heranziehen und ruft in einer Versammlung zur Gründung eines„nationalen' Bürgerbundes" aus. Man antwortet mit Hohn und Tumult. Drexlers unlogische Reaktion auf diese Niederlage ist sein Wiedereintritt in den freigetoerkschaftlichen Eisenbahnerverband. Auch hi«r vertritt«r di« seltsame Ideologie, die er sich zurechtgelegt hat: das Wunschbild vom Aufstieg des internationalisierten Arbeiters zum nationalen Kleinbürger, vom Kampf gegen di« feindlichen Windmühlen-Fveimaur«r«i, Weltkapi- talismuS, Judentum. Mit diesen kurioS zusammengestoppelten Gedanken, di« 1919 noch einen gewissen Reiz der Neuheit hatten, wird nun auch sein Stammtisch bearbeitet. Und Drexler entwirft den Plan, ein« Partei zu gründen. Sie heißt„Deutsche Arbeiterpartei". Ihr siebentes Mitglied ist Drexlers Stammtischbruder Adolf Hitler. Hitler suchte an diesem Stammtisch«ine Ideologie, an d«r seine widersprechenden politisch- sozial-kulturellen Gefühle und Gefühlchen Halt finden konnten. Der Drexlersche Stammtisch inacht« Eindruck aus ihn, DrerlerS»Hehren" leuchteten ihm, der ebenfalls nicht mit logischem Genie begabt ist, durchaus«in. Drexler fordert« ihn auf, der neugcgründeten Partei beizutreten. Hitler war einverstanden. » Man wird auf diesen Tatsachenbericht entgegn«»: wenn dies alles wahr ist, wenn wirklich Anton Drexler und nicht Adolf Hitler der Gründer der NSDAP, und Autor ihrer Ideologien ist— dann müßt« dieser Name doch bekannter sein als der Hitlers, Drexler müßte in der Welt der Nazis verehrt werden wie Kolumbus in Ame» rifa._ Wer so folgert, kennt nicht den Grad von Anhänglichkeit, Treu« und Aufrichtigkeit— und andererseits nicht den Grad von Skrupellosigkeit, mit dem die berufsmäßigen Wahrer treudeutschen Weseiis begabt sind. Drexler ist von Hitler beiseite geschoben Wochen wie«ine ausgequetscht« Zitrone. Er hatte seine Pflicht getan, er batte den„Führer" inspiriert— er konnte in der Versenkung verschwinden. In-en Anfängen der Partei war«r noch Ehrenvorsitzender und— wenn wir recht unterrichtet sind— Vorstand de- „Nationalsozialistischen Vereins", dem zum Schutz gegen eine eventuelle Pleite das gesamt« Vermögen der Partei überschrieben wurde. Aber schon 1923 wurde Drexler nicht der„Ehre" für wert befunden, am Hitlerputsch mitzuwirken. Drexler blieb nach wie vor Schlosser in den Münchner Eisenbahnwerkstätten, ließ sich«ls vöMscher Abgeordneter in den bayerischen Landtag wählen, dem er bis 1928.angehörte— und verschwand dann völlig von der politischen Bühn« Die sich heut« hemmungslos in den Vordergrund schieben, hätten keine Veranlassung zuzugebea wieviel von ihren eigenen„Leistung««" in Wirk' lichkeit auf den Querkopf Anton Drexler zurück- zuführen sind. 3 e. Tritt 8 Mittwoch, 1. Mkrz 1988" 51 Der internationale Frauentag in Prag findet gemeinsam mit den tschechischen Genossinnen Miilwodi, den T l*liirz. Punkt? Uhr abends im großen Saal des„LidOVy düffl“ statt Deutsches Referat:„Für Völkerfrieden- für Menschenrechte* 1 Genossinnen, Genossen! Sorgt für einen zahlreichen Besuch! Abgeordnete Genossin Kirpal, Aussig* PBACEB ZEITIJMO. Unterstützung von Mittelständlern und Intellektuellen in Prag. Der Stadttat von Prag hat aus dem für Unterstützung von Arbeitslosen zur Verfügung stehenden Mitteln den Betrog von «iner Million Kronen für den notleidenden. Mittelstand und insbesondere für Jntelleltuelle bewilligt. Gesuche sind an das KomitS für die Arbeitslosenhilfe der Stadt Prag zu richten. Geriditssaal Um vier Kronen. Lin«erichtsversahreu mit seltsamem Hintergrund. Aus W«i p« r t wird uns geschrieben: Bor dem Bezirksgerichte in Weipert fand dieser Tage ein« interessante Verhandlung statt. Bor einiger Zeit halte«in Pensionist in einer Trafik für wenige Heller«ine Drucksache gekauft und von der Trafikantin den Restbetrag auf«in« Krone herauSbezahlt echal- ttn. Etwa eine halb« Stund« nach d«m Kaufe erschien der Kund« neuerlich in der Trafik und gab an, nicht mit einem Einkronen-, sondern mit einem Fünfkronenstück bezahlt zu haben, weshalb er die Herausgabe der restlichen vier Kronen fordert«. Di« Trafikantin sowohl als auch ihre bei dem„Einkauf' im Geschähe anwesend gewesen« Tochrer be- haupteten hingegen, nur«ine Kron« in Empfang genommen zu haben und lehnten es ab, di« geforder, t«n vier Kronen auszufolgen. Daraufhin bracht« der Käufer beim Bezirksgericht eine Klage auf Rückerstattung der umstrittenen vier Kronen ein. Nach durchgcfichrter Verhandlung wurde di« Trafikantin verurteilt, dem Klüger die vier Krone« zu vergüt«« und außerdem die nicht unbeträckttüchen Kosten des gerichtlichen Verfahrens. Also: Streit, Zeitverlust Verdruß, Arbeit für GerichrSbeamt« und Richter Stempel- und ander« Gebühren, Schwürzeremom««, Kasten des Verfahrens.— alles MWx Kronen! Es wurde sestggstcllt, daß der Klager eine monak kiche Pension von rund 8090-Kronen bezieht. Ser Smichover Uederlall an? Schulkinder Nächtlicher Lokalaugenschein.— Freispruch mangels an Beweise«. Prag, 28. Feber. Äm Dezember des Vorjahres wurden bekanntlich drei Schulknaben aus Smi- ch o w auf dem Heimweg vom Eislaufplatz„M r ü> zovka" abends von einem uribekannten Individuum überfallen. Zweien gelang es. zu entkommen, nachdem«iner von diesen mit seinen Schlittschuhen dem Angreifer einen Hieb ins Gesicht versetzt hatte Der dritte Junge aber wurde von dem Wüstling festgehalten, welcher versucht«, chn an der men'chen- leeren Stelle, wo der Ueberfall stattgefunden hatte, zu mißbrauchen. Schließlich ließ der Unbekannt«, der wohl fürchtete, daß die entflohenen Kinder Hilfe hrrbeiholen würden, von seinem Opfer ab und ver- schwand. Einige Tag« später wurde der Landstreicher itnd BcrufSbeitler Wenzel Z a j i c in«iner Wärmcftube Verhaftet, als er beim Anblick der Detektive das Weit« suchen wollt«. Di« drei Jungen identifizier- t«n ihn als den Täler. Eine Reihe weiterer Indizien belastete ihn schwer, namentlich Wunden im Gesicht hie von dem Hieb mit den Schlittschuhen herzurühren schien««. In Einzelheiten wichen allerdings di« Aussagen der Knaben von einander ab. Daher beschloß das Gericht(Bors. OGR PraLük) bei der«rften Hauptverhandlung, an Ort und Sielle einen Lokalaugenschein vorzunehmen und festzuftellen, ob der. Ort des Ueberfalles durch di« ziemlich weit abseits stehend« Laterne hinreichend erhellt ist, um«inen Meirichen so weit zu erkennen, daß«ine verläßlich« Personal- hoschreibung überhaupt möglich ist. Gestern abends begab sich der Ger-chtsho" zur Feststellung dieses Umstandes an den Ort der Tal. Dies erschien um so notwendiger, als di« Hauptzeugen neun- bis zehmährige Kinder sind und KinderauSiagen bekannikich größte Vorsicht zur Pflicht machen, da Autosuggestion und spätere Eindrücke und Einflüsse die Auslage eines Kind«» ohne scsi» Wißen oft verhängnisvoll beeinflussen, wie viele, oft tragl'che Beispiel« aus der Krimmal- gefchich:« beweisen. Der Gerichtshof stellte beim gestrigen Lokalaugenschein fest daß die fraglich« Stell« derartdunkel ist. daß ein« Person nicht so deutlich«rkannt werden kann, um eine spätere Jd«ntifizi«ruiig verläßlich erscheinen zu lasten, Demnach wurde der Schuldbeweis gegen den Angeklagten, der mit großem Nachdruck di« Tat in Abrede stellt«, auf Grund der Aussagen nicht als voll erbracht angesehen. Der Angeklagte hat zwar zahlreiche Vorstrafen, doch liegt kein Anhaltspunkt für das Bestehen einer abnormalen Veranlagung vor. So sprach bei der heutigen Verhandlung das Gericht den Angeklagten, obwohl der Verdacht nicht widerlegt ist, dennoch mangels Beweisen frei. rb. VorW onfl Veransfaifonnen Erich Wolff: Gedicht« und Prosa. Sonntag, den 26. Feber, hatte Erich Wolff Gelegenheit, Proben eigener Dichtung urw Prosa bei einer Bor« tragsmatinse in der Amca zu Gehör zu dringen. Werwoller als sein« lyrischen Arbeiten sind seine pazifistischen Gedicht« und jene aus dem proletan- schen Milieu, so vor allem:„Bergardeiterstreik', „Der Arbeitslos« wünscht", oder das in Berliner Mundart gehaltene„Lieber Swine klopfen". Inhaltlich sind diese drei Arbeiten von eindringlichster Stärk« und unterstützt von einwandfreiem Vortrag« vermochten gerade sie im zahlreichen Zuhörerkr-.cke nachhaltigste Wirkung auSzulö'en. Reicher Beifall belohntt den jungen Vortragenden und sporn.e ihn zu weiterem Schaffen an. H. K. Kßnderfrerrnde Arao. Treffpunkt Mittwoch, nm halb 4 Uhr, bei der Holleschowitzer Schul«. Rodler und Skier mitbringen. Der K i n» dernachmittag entfällt. Kunst und Wissen Wochenspielplan des Renen Deutsche« TheattrS. Mittwoch, 8 Uhr:„Die geliebte Stimme" —„OedipuS"(BI).— Donnerstag, X8 Uhr' „Verwirrung der Gefühle", Uraufsührung (C1).— Freitag, M8 Uhr:„Orphe u s"(T1).— Samstag, Hl Uhr:„Götterdämmerung" (812). Wocheufpi-lpla« der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr:„Der Mustergatte"(BankbeamtenH). — Donnerstag, 8 Uhr:„Fatm e".— Freitag. 8 Uhr:„Salon Pitzelberger"—„Die schön« Galathck«".— SamStag, X8 Uhr: „Eva saniert das Paradies", Erstausführung. Snorl ♦ spiel• Körnernneae Tischtennissparte AtuS Prag schlägt DTJ. Brüx 9:7. Am Sonntag spielte di« Männer-Riege in recht schwacher Aufstellung, und zwar Möbius jun., Taub, Möbius,sen. und Subowsky, zum erstenmal gegen«'nen tschechischen Bruderverem auS der Pro- vinz. MöbiuS jun. und Taub(beide spielten in (ester Form) gewannen alle Spiele(je vier) und Lnbotosky konnte einen Sieg buchen. In kompletttr Aufstellung hätte AtuS ein weitaus bcstereS Ergebnis erzielen können.— Vergangenen Mittwoch trug dir Frauen-Riege des AtuS den Rückkampf gegen Vitrea aus und verlor auch diesmal 2:8. Elli Tenkrat siegte im Einzel und E. Teickrat—M. Weiß m Doppelspiel. Drei-Länder-Skispringen in Oesterreich. Auf der Kobenzlschanze bei Wien wurde Sonntag vor 8000 Zuschauern ern Drei-Länder-Skispringen abge- halten. Der Schnee war reikveis« pappig und ließ dahep keine bssonderen Leistungen zu. An der Konkurrenz beteiligten sich außer Oesterreichern Genossen auS Deutschland und der Tschechoslowa- k«i(Aussiger Verband). All« Springer zeigten ttotz der ungünstigen Schneeverhältnisse gut« Leistungeii. Sieger wurde Kunz(Deutschland), der ansehnliche Sprungweiten erzielte und eine vorbildlich« Haltung zeigt«. Außer Wettbewerb sprang Feutl(Mürzzuschlag) 42 Meter gestanden.— Di« Ergebnisse: 1. Kunz(Deutschland), 34, 35, 86 Meter, Rote 18.333; 2 Puchinger(Gnigl, Oesterreich), 38, 37, 36.5 Meter, Rote 18166, und Heß(Deutschland), 37, 35, 35 Meter, Rot«'18.166; 3. Reinhart(Salzburg), 35, 35, 37 Meter Note 17.722; 4 Kraus(Atus Tschechoslowakei), 37, 37, 36.5 Meter, Note 17.611; 5. Ziegler(Gastein). 39 37. 36.5 Meter Note 17.555. Müller(Deutschland) kam mit 34. 34, 34 Metern und Note 15.610 auf den zehnten Platz. Polizei! Polizei! Die Breslauer SchiedS» richt«r im Deutschen Fuhballbund haben nachstehenden Beschluß gefaßt, der mit nicht zu überbietender Deutlichkeit die Zuflüße auf den Spielplätzen der DFB.-Bereine kennzeichnet: „Die im Matthiaspark versammelten, für alle Klassen anerkannten Schiedsrichter fordern vom Gau Breslau«inftimmig genügenden Schutz ihrer amtierenden Kollegen. Zu-iesem Zweck sind di« platzbauenden Vereine zu verpflichten, st a a t l i ch e Polizei zu den Spielen der ersten Mannschaften heranzuziehen. Zu besonders wichtigen Spielen ist durch den Gau die Zahl der benötigten Polizeibeamten festzulegen und den Schiedsrichter vorher bekanntgugeben. Sämtliche Schiedsrichter sind verpflichtet, Spiele nicht anzupfrifen, wenn di« An- ordnung der spielansetzenden Behörde betreffs o«. Polizei nicht durchg:führt wurde. Geeignet« zivile Watzpolftei muß der staatlichen Polizei in genügender Anzahl als Helfer zur Verfügung stehen." Aus der Partei Iugenvbcwcgung. S. I. l. H e u t« um 8 Uhr abends M o- natsverfammlung mit politischem Referat. Es spricht Genost« W a n k a. Erscheint pünktlich und vollzählig! S. I. IH. Donnerstag, den 2. März, um 8 Uhr im Staut,sky domov Monatsversammlung Funktionärwahlen! Zu dwser unserer wichtigsten Veranstaltung müssen all« pünktlich kommen! Der Film Aus dem Tageouch einer Aerztin. Dieser Film ist eine selten« Kundgebung fortschrittlicher Tendenz;«r kämpft fair und eindringlich gegen ite- insterni»- doS, Abtreibungsparagraphen, versucht mit einfachen: Mitteln das Gcwisten des Publikums' wachzurvfen und di«' Menschen zu gewinnen für d«n Hilfsdienst an der leidenden proletarischen Frau. Dieser Film verdient den Erfolg vor allem deshalb, weil er wahr ist; er behandelt das Problem nicht von fal'cher humaner Seit«, nicht mit gefühlsmäßigen Ergüssen, sondern versucht in bunten Bildern(die weder szenisch noch handlungsmäßig zusammengehören) die Stellung der arbeiten den Frau im Moralleben unsrer Zeit und den dieses regulierenden Klassengeietzen auf;u;«ig«n. Noch niemals war«in deusscher Film so hart in seiner Klarheit: Wohnungsproblem, Auspressung durch die Grundrente, Scheinmoral der Reichen, d«s Klerus Heuchelei der Gericht« werden in Form eines wirren Traums gezeigt, den die Heldin des Films im Fieder durchlebt. Sie ist einer jener kleinen Schreibmädels, über deren Unsittlichkeit di« Hüter unsrer Gssellschafl so gerne verzweifelns sie muß ihre Mutter fast allein erhalten, sie kämpft um das b ss.'l Menschenfreud«, das ihr in der heutigen Gesellschaft noch gegeben ist mit der kindlichen Kraft der Jugend, si« liebt wie all« ihre Genossinnen, und wird schwanger. Ihre Mutter ist aus guter Familie; das Kind weiß, was es der Bürgermoral schuldet, lucht Hilf« und findet schließlich nur Verzweiflung. Aus dem Wasser ziehen die Menschen sie rechtzeitig heraus; damit unsre Mutter auch aufgeklärt werdet kann, damit Anlaß ist, die Buntheit, di« Vielheit der sozialen Moment« des Kampfes gegen den 8 144 in recht vielen Szenen zu zeigen. Vielleicht hätte die Autorin Thea v. Harbou ein besseres Mittel dazu auS- denken können; möglich ist eS immerhin, daß di« einfache, naive Höhlung durch«ine bessere hätte erletzr werden können. Aber wir können nicht von Kitsch sprechen, wenn das Leben dargestellr wird. daS selbst so ureinfach und kitschig ist. Und wie auS diesem Kitfch. aus dieser Schaubuderüustigkeit, diesen Freibädern, den blühenden Bäumen und Dorfidhllen durch di« Schuld der Gesellschaft das Unglück wächst daS zeigt dieser Film mit«iner Eindringlichkeit, die ihn zu einer Gipfelleistung sozialen Strebens, sozialer Kultur erhebt. Di« Handlung zeigt nicht die möglich« Lösung, sie appellier: an die Güte der„Menschen", d«ren Bestialität auS der gottgewollten Ordnung zur Genüg« spricht. Niemals wird unsre Gesellschaft den Kampf gegen den Schandparagraphen freiwillig auf- nehmen: niemals wird d«n Proleten das Recht aus tzivbe, Freiheit, Freude und Leben freiwillig zuerkannt werden; niemals wird dia'e Moral dem Körper jedes Menschen zu seinem Recht verhelfen, sich r' t Funktion nicht zu fchämen. Den" Freuden unsrer Machthaber spielen sich hinter verschlosteneti Türen ab: di« individuell« Abschließung, die Klassenscheidung charakterisiert auch unser Sexualleben, das im Stundenhotel, im Massagesalon das öffentlich geduldet« Ventil seiner SittenauSbrüche geschaffen hat. Wohnungselend wird bedauert: die Unsittlichkeit von Menschen, die in Gruppen einen Rau« teilen müssen, wird immer verurteilt, im allerbeste« Fall noch achselzuckend bedauert, Kurpfuschrrtu« wird begünstigt, ärztliche Hilfe verpönt; das zeigt dieser Film, dem nur wider di« so naheliegend: Perspektiv« in den Sozialismus fehlt. Herrlich ist Hertha Thiele als Verfolgte. Erna Morena als vertraute Aerztin, Emü!« U n d a als ein« der anklagcnden Mütter. Die Regst Dr. Mendhausens greift mit Erfolg;u dem alten Filmeffrkt der wahllosen Montage: di« einzelnen Bilder, Szenen sind nur durch den Grund- g?danken verbunden, gestalten aber geraae deshalb die einfach« Handlung zur problematischen Erzählung. Photographie und Ton sind gut. di« Musik begnügt sich mit bescheidenen Ansätzen und Untermalungen. W. L Literatur „Ein Menschenleben. Heinrich Brann und sei« Schicksal." Bon Jmlie Braun-Vogelstein. Verlag Rainer Wunderlich, Tübingen. 565 Seiten. Preis Mk. 5.50, geb Mk. 8—. Jur Vorwort des Bu^es findet man diese Stelle: Heinrich Brau« liebte dir Verborgenheit. Sein« Person erachtete er für nichtig. Ihn darstellen, heißt seinem Will«» z«- n-ider handeln." Man fragt ein wenig betroffen: Und doch? Allerdings gehören Menschen, die öffentlich gewirkt haben, nicht sich selbst und wenn die Autorin sagt, es wäre„frevelhafter Geiz", das Bild feine- Wesens fremden Augen vorzuenthalten,'« könnte man ihr beistimmen, wenn... Nun, wir werden sehen. Heinrich Braun, den älteren Genosse« nicht nur in Deutschland wohlbekannt, ist heute e>« Verschollener und doch entrollt sich mit seiner Lebensgeschichte ein Stück deutscher Parreigeschichr«. Eint hervorragende Begabung, war er ein glänzender Kenner der Gesellschaftswissenschaften und der Wirtschaftsgeschichte, doch blieb«S ihm versagt, perwnliii in der Öffentlichkeit eine besondere Rolle zu spielen Er ist viel« Fahle mit den ersten Führern der 2o- zialdemokraii« in engster Fühlung geständen und es sind ihm nicht nur viele werwolle Anregungen danken, er hat es auch verstanden, durch sein profundes Wissen manchen der Streiter für den Sozialismus geistig zu befruchten und anzuregen. Tab er in der Partei selber nicht den richtigen Platz für sich fand, mag auf sein eigenartiges,, etwas verschlossenes Wesen zurückzuführen sein, jedenfalls weiß man, daß er, obwohl guter, überzeugter Sozialist, sein Betätigungsfeld«in wenig außerhalb der Partei suchte und fand. Er war lange Zeit. Herausgeber der seinerzeit sehr bekannten Zeitschrift„Archiv für soziale Gesetzgebung und Slatistiflr, die er zu einer Tribüne für Sozialpolitiker aller möglichen Schattierungen machte. Später gab er an ihrer Stellt „Das Sozialpolitische Zentralblatt" heraus. der Zeit der Auseinandersetzungen, die durch die loge- nannten„Revisionisten" in der Partei heroorgervst« worden waren, plante er die Herausgabe eines Kampforgans d^r revisionistischen Grupp«, es.olle« auch einige Nummern dieser Zeitschrift erschiene» sein, doch bereitete der Dresdener'Parteitag'M Jahre 1903 ihr ein baldiges Ende und schließlick führte ein Streft um Franz Mehring dazu, daß et seine Verbindungen mit der Partei, in hie er liä niemals recht einzugliedern vermocht har. enkgülii- löst«. Sicher besaß Heinrich Braun hohe menschlicht und wissenschaftliche Werte und wenn die Autorinsein« dritte Frau,— sein« zweite war bekanntlich Lily Braun— in höchster Verehrung kür ihn fein« Lebensgeschichte geschrieben Hai, so kann man volles Verständnis dafür haben und ksinnt« dies auch dankbar quittieren, wenn Frau Julie Braun-Bogelsiei«' di« trotz hoher' schriftstellerischer Begabung Her Parteibewegung auffallende- Unverständnis entgegenbringt, sich nicht auch offenkundig von der Verbitterung, die Heinrich Braun in seinen letzten Lebensjahren sicher erfüllt hat, dazu hätte verleiten lasse» würde, ungerecht« Urteil« über Vorgänge und Personen HU fällen. Roch bedauerlicher sind die Enthüllungen über die verschiedenen Ehekonflikt« L^einrick Brauns. Das Bild seiner zerrissenen Seele wird da durch noch mehr verzerrt. Sensation-schnüffler mögen dabei auf chr« Rechnung kommen, für die Durste!' lung des gewiß hochinteressanten WestnsbildeS Heinrichs Brauns wäre weniger mehr gewesen.-— t-' GekesenSettsarSrN auch Tagesarbeit sucht ein junger Manu(verich:,- dene schwere Hausarbeiten oder Atbnlen am Pa« Garten) und«ine ältere Frau(kür HauSwirssch^' oder zu Kindern). Adresse an die: Verwalk»»,' „In verzweifelter Lage". I 1 piiiiitlti«itnltie* tut-(tttiiKlKir sieg.— iu 4*■ njun'irlfxironUt»! wurde tn ftn, IM<—,»uui-tzn« IM UW.—.— ttHkelv« i.t l■ 11— s«ra«>w»rilicher Redet»»» Dr Vati g 11 a a fc. dra»— Druck:.Roll' 1.4 fit Xtitung. nt Huchdruck, chrau— gui de» Druck uerouiworillch Li» paiit. t»»»ropdrnditetif»»»II Trias Rr ISiMWVII 1980 bewilligt— Bezugsbedinguuge». Bei Zustellung las Haus Uder der Bejug durch dir Pali monatlich Le tö—. oierietzatzNich Ü le.—, Ju;e»» weide» laut Laut dUtigst berechne«. Ser allere» TichchaNurae» Sreidaachla».— Rückstellung da» Mnugtripte» erjachl ua bti Twsradiur, bet