Samstag, 4 März 1933 13. Jahrgang. Nr 54. 1— Erscheint mit Ausnahme des Montag tag'.ich früh. s» 3aMv»»wwoltuBB: Prag n,9tcMiaa!a!#♦ Xriev*.: 26703, 31469.OtMWrrtan.(aB 21Ujt)! 33M8 ♦: msm Sivzelvrels 70 Heller. ^Einschließlich 6 Heller Porte Beneis Schlußwort i Arbeiter Lehm die I I» M II• V V n v i] i h ii u| U l| uy V< l J Hl munitzische Politik war, die seit Jah- Betvag und bei den ein neuer Beweis Prag, 3. Marz. Di« beiden Schlußworte des Außenministers in de« Antzenausschüssen des Parlaments und des Senats unterstrichen noch» mal- die friedliche Absicht des neuen Pattes der Meinen Entente. Bo« besonderer Wichtigkeit erscheine» di« Hinweis« Dr. Beness, daß sich im Gefolge der natürlichen Entwicklung eine Umorientierung unserer Wirtschaftspolitik von Deutschland und Oesterreich nach anderen Länder», namentlich den Staaten der Kleine« Entente, dorbereite, und daß wir unsere Wirtschastsstruktur diesen gegebenen Tatsachen eben anpassen müßten, und ferner die Feststellung daß der politische Pakt, schließli"' wertlos würde, wenn er nicht«ine wirtschaftliche Fundierung durch entsprechende wirtschaftlich« Abmachungen erhielte. Es scheint also doch ernst zu weweu auch mit der wirtschaftlichen Seit« des Paktes, di« bisher allgemein als Baga- teile behandelt wurde. In seinem Schlußwort im Parlament griff Dr. BeneL drei von einzelner Seit« geäußerten Bedrnken heraus: daß der Pakt uns in irgendwelche neue Streitigkeiten verwickeln könnte, daß en neuer Staatenblock sich bilde, und endlich di« Frage des Berhältnisses zu den Großmächten. Rene Verpflichtung«« übern mmt die Tschecho. flowakei nicht. Alles Gerede über neu« Militärverträge ist. einfach eiu« Erjiudung. Di« Be» hauptung, daß wir etwa im Fall««.«es Krieges zwischen Rumäniens und Sowjetrußland da- neutral«. Ung«« besetz«» sollen oder etwa- Aehnlichcs '— ist eine'Dummheit;«in« solch« Politik mache» wir« cht! Die drei' Staaten werden binnen 4V bis M Jahren zu mit.'leren Staaten mit 20 bis 25 Millionen E nwohnern heranwachsen und sich allmählich an Westeuropa angle chen; dann werde auch allmählich das Problem verschwinden, das sie so bedrücke: di« Sorge um die nationale Existenz. Zu dieser Konsolidierung braucht man Zeit und Ruhe. Durch den neuen Block werden die Verhältnisse 'n Mitteleuropa nur vereinfacht. Je weniger Reibungsfläche« vorhanden sind, desto sicherer ist der Friede. Der neu« Block bedeut« auch keineswegs das Aufgrbcn des Völkerbundes,-er Locarnopolitik und das Streben nach einem europäischen Zusammenschluß; di« Entwicklung in dieser Richtung sei zwar momentan eingestellt, man werde aber sicher zu ihr zurückkehren. Ein« scharf« Abfuhr zogen sich die beiden kommunistischen Sprecher zu. Den Herrn Stern erinnerte Bene! daran, daß er berei's seit 14 Jahren ununterbrochen verkünde, daß Europa den„impcria- l stischen Krieg gegen Sowjetrußland" vorbereite und, damit schon morgen beginnen werde— aber i nie sei etwas geschehen. Vierzehn Jahre hindurch\ hör« man, daß Frankre'ch einen imperialistischen] Block, vor allem d'e Klein« Entente, bereitstell« und, Rußland so schnell wie möglich vernichten wolle; i in Wirklichkeit haben sowohl Frankreich wie Polen> jetzt Nichtangriffspakte mit Rußland ab» g'schlossen. Das genügt zur Beleuchtung-er kom- mun stischen Prophezeiungen. Bezüglich der wirtschaftlichen Probleme der Kleine« Entente müsse man vorsichtig sein; Benes will kri«r Versprechungen machen, aber er will, daß Die Pufsdi-Batailione bereits In Berlin! verli», 8. Mär;.(0PB.) Dl« national- sozialistische» Abteilungen, die in de» letzten Wochen ans de» verschiedensten Teile« Deutschlands in verli« konzentriert wurden, bewegte» sich heut« in geschlossenem Zuge, det etwa 30.000 Mann zählte, durch di« Straßen der Reichshauptstadt. Unter den Klängen der Marschpfeifen, mit zahlreiche« Fahnen au der Spitz«, bewegt« sich dieser Zug in den Nachmittagsstun» den durch die belebtesten Gaffen Berlins, von einer große« Zahl von Polizisten begleitet, di« mit Karabiner« ausgerüstet waren. Der Berkehr nach dem Zentrum der Stadt ist infolgedesien völlig desorganisiert. Zahlreich« Straßenkreuzungen find mU Fahrzeuge« aller Art verstopft. > bald Tat«« z» sehe» sind, zu denen man sich in > kürzester Zeit werde ausraffe» müssen. Mau müsse sich zuerst von gewissen Jdeolo» i gi« n befreie«, die lang« Jahre vorgelragen wur- 1 den. Immer wurde behaust et, daß wir wirtschaft- 1 lich auf Deutschland, Oesterreich usw. an- ' gewiesen seien. Das Ist sicher richtig, aber es ist ' kein Zweifel, daß sich die Wi rtsch aftSstru k- \ tüt Europas ändert und daß di« Berhält- ■ niste nach der langjährigen Kris« in einzelnen ' Staa en andere sein werden als vorher. Deutsch- ' land führt schon seit Jahren ein« besondere Wirtschaftspolitik durch, die unser Export schmerzlich empfindet. Dese Poli ik ist sicher n'cht nur gegen unS gerichtet-; auch Schweden, Belgien, Holland und , Italien geht oder ging eS so. Die Jagd nach der Autarkie kann natürlich nicht gut ende«, aber sie ändert di« Wirtschaftsstruktur der Staa'en in M tteleuropa und ganz bestimmt die Beziehungen der einzelnen Staaten. Wir werd«» unser« Wirtschastsstruktur den neue» Verhältnisse« allmählich anpaste« müst««. Unser« wirtschaftlich« Zukunft können wir nicht mehr auf die Statistik«« aus dr« Jahre« 1924 l(4 1927 aufbau««, sondern wir müsse« frisch ' aufbauen! Er will«icht verschweigen, daß die. politi- lch«» Ziel« des Pakt«» nicht erreicht würde«, wenn«r«icht gelänge, allmählich«i» gut«» Wirtschaft-Programm im Rahme» der Klei««» Entente anfzuba»«»,.. Auf eine Anfrage erklärt Benes zu den angeblichen Geheimverträgen Deutschland-Jtalien- Ungarn folgendes: Neber Geheinwerträg« der Kleinen Entente wurde viel geredet und es existieren doch keine. Er glaiebe also nicht leicht an solche Redereien. Es lieg«, vernünftig betrachtet, zu solchen Verträgen kein Grund vor. weil die, die gemeinsame Interessen haben, sich sicher finden werden, wenn es wirklich zu einein Konflikt kommt. Im Senat betont« Benes im Schlußwort ebenfalls den friedlichen Charakter dieses Schritte». Der Pakt wäre bestimmt einmal gekommen; dadurch, daß dies gerade jetzt geschehe« sei, seien gewisse Faktore« aufmerksam gemacht worden, bestimmte Aktionen einzustellen. Er unterstrich hier ebenfalls di« wirtschaftliche Seit« des Paktes; gerade die wirtschaftlich« Zusammenarbeit werd« eine» der grundlegenden Element« des Paktes sein. Di« ganze Tendenz seines Exposees sei dahin gegangen, um jeden Preis di« Austeilung Europas in Blocks der Großmächte zu verhindern. Er sucht di« Besorgnisse zu zerstreuen, daß wir in irgend welche Verwicklungen mit Italien oder sonst jemandem hineingezogen würden, indem er di« Gegenfrage stellt: Würde die Tschechoslowakei Rumänien oder Jugoslawien in einen Konflikt mit Deutschland mtt hineinziehen? DaS sei absurd. Auch die Tschechoflo-' wakei würde sich in nichts mit hineinziehen lassen,, wo das Volk nicht spontan mitgehen; würde. Auf die Frage des Genossen Dr. Heller, ob irgend welche neuen Verpflichtungen aus dem Pakt entsteh«», antwortet Be«e8, daß kein« derartige» Verpflichtungen, weder militärisch««och ander«, bestehen, weder gegen Rußland,«och gegen Italien oder Deutschland. [In$dieinRfld»mi Görings? Berlin, 2. Marz. Der Kommissar des Reiches für daS preußische Ministerium des Inner», Reichsminister Göring, teilt, wie der Amtliche preußische Pressedienst meldet, mit, daß in den letzten Tagen aus oppositionellen Kreisen wiederholt dem Borwurf Ausdruck gegeben worden ist, daß sein Erlaß vom 17. Feber 1933 von der Polizei mißverstanden werden könne und di« Gefahr bestünde, daß von einzelnen Beamten Gesetzesübertretungen mit zweierlei Maß ge- meflen werde« könnten. Hiezu erklärt Reichsminister Göring ausdrücklich, daß in seinem Erlaß vom 17. Feber keinerlei Anhaltspunkte für diesen Erlaß sich befinden und daß jeder Gesetzesübertreter, gleichviel zu welcher Partei oder Organisation er gehört, zur Rechenschaft gezogen wird. Oer oadtfransporl fast beendet? W t e n, 3. März. Wie die Blätter aus Hirtenberg melden, wurde die Mehrzahl der in der dortigen Patronenfabrik eingelagert gewesenen italienischen Massen bereits nach Italien zurücktransportiert. Rur ein Keiner Teil sei noch m Hirtenberg verblieben. den Nationalsozialisten, den nicht unter äußerem Druck dem Bolschewismus ju,. sondern finden zurück zur Sozias demokratie, deren Wert und Bedeutung ihnen ja gerade jetzt deutlich genug demonstrier- wird. Handgreiflich wird ihnen durch die Ereignisse klar gemacht, wie s i n n l o s u n d g r u n d f a l s ch d i c k o>n Umorientierung der Wirtschaft Wlrtsdialffldic Fundierung des Paktes unerläßlich. Treue um Treue Die Arbeiterschaft hält an der Sozialdemokratie fest Berlin, 2. März. In diesen Tagen fanden in Berlin bemerkenswerteBetriebsräte» Wahlen statt. Gewählt haben die Arbeiter und Angestellten der Berliner Elektrizitätswerke(Bewag) und der st ä d t i s ch e n Gaswerke. Das Ergebnis der Wahlen wurde mit Spannung erwartet. Es kam ihm diesmal angesichts der politischen Hochspannung erhöht« Bedeutung zu. Wir haben seit vier Wochen einen neuen Kurs in Deutschland, den Kurs der Hitler- regierung. Stündlich spüren die sozialdemokratischen Arbeiter die Folgen dieser vielgepriesenen Neuheit und trotzdem halten sie der freien Arbeiterbewegung die Treue. Bei der Bewag musterten die freien Gewerkschaften 3034 Stimmen, die Kommunisten 156, die Nazis 83. Sämtliche 16 Mandate fielen wie vor zwei Jahren wieder an die freien Gewerkschaften. Bei den städtischen Gaswerken musterten die freien Gewerkschaften bei den Wahlen zum Arbeiterrat 12 Mandate gegen 10 vor zwei Jahren, die Kommunisten 6 gegen 8 und die Nazis 0. Also ein absoluter Mißerfolg der Nazis unter den Arbeitern! Dieser Mißerfolg ist umso beachtlicher.. als schließlich die Naüonaksozialisten während der letzten zwei Jahre einen phänomenalen' Aufstieg zu verzeichnen hatten. Die psychologische Wirkung dieser Tatsache muß bei. der Würdigung des WahlevgebniffeS umso mehr in Rechnung gestellt werden, als jetzt im Reich eine Hitlervegierung am Ruder ist. Daß die Nationalsozialisten bei den Wahlen außerordentliche Anstrengungen machten, um wenigstens einige Mandate zu erzielen, versteht sich von selbst. Sie haben ja gerade in diesem Augenblick ein beson d eres Interesse daran, irgendwo und irgendwie einen Erfolg in den Reihen der Arbei erlchaft austnweisen. Erst dieser Tage empfing der Reichskanzler eine größere Abordnung der nationalsozialistischen Betriebszellenorggnisa- tion, und dieser Empfang wurde nicht ohne Absicht von der Reichspressestelle der NSDAP, besonders unterstrichen. Sie spricht davon, daß aus dem gan-en Reich die Delegierten der NSBO.„als Vertreter der deutschen Arbeiter schäft" nach Berlin gekommen seien. Vertreter der deutschen Arbeiterschaft? Die überwäl-, tigende Mehrheit der deutschen Arbeiter sieht nicht in der nationalsozialistischen Betriebs-, zellenorganisation ihr« Vertretung. Die.Be». triebsrätewahlen bei der Berliner Gaswerken sind dafür. Der freiorganisierte Nazis ab. Sie haben nur bei der Angestelltenschaft, und auch da nur in bescheidenem Aus maß, Möglichkeiten, Fuß zu fassen. Das haben auch die Wahlen zum Angestelltenrat bei der Bewag und den Berliner Gaswerken gezeigt., Die Betriebsrätewahlen bestätigten, was..die politischen Wahlen der letzten zwei Jahre auf-' gezeigt haben, nämlich daß die Proletaristerten Schichten des Kleinbürgertums sich ziim Teil den Nazis zugewandt haben, daß die Arbeiter dagegen geblieben sind was sie waren: unbeirrbare Kämpfer der freien Gewerkschafts- b«vegung. Die Arbeiter gehen weder zu ". n och z u. Kommunisten. Sie neigen auch Litwinow und die Regierung Hitler. Der erste Minister eines auswärtigen Staates, welcher der Regierung- Hitler einen Besuch abstattete, ist natürlich niemand anderer als der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten der Smvjetuniou. Mag lein, daß Litwinow als Minister d.s Auswärtige» gezwungen ist, mit der deutschen Regierung Beziehungen zu unterhalten. Ob er deswegen eigens »ach Berlin kommen und mit dem Außenminister d:r Hitlerregierung, Herrn Neurath, verhandeln mußte, bezweifeln wir. Man könnte von einem Kommunisten, selbst wenn er Minister ist, doch ei« wenig Takt und Rücksichtnahme darauf Ver- kängen, daß die Regierung, deren Außmminister Neurath ist, die Kommunisten, also di« Gesinnungsgenossen des Herrn Litwinow, in der unerhörtesten Weise behandelt, sie einsperren, ver- solgcn läßt und mordet. Für alles. waS hie Regierung Hitler tut, ist deren Außenminister genau so verantwortlich, und Herr Litwinow »heut sich nicht nur mit einem, der Henker der ^Nnitschen Arbesterügsse zusammenzusitzcn. sondern ihm auch die.-Hand reiche» und sich mkt. ihm in derfteundschüftlkchsten Deist zu unterhalten. Man denke nur..daran, was. geschähe, wenn ein. sozialdemokratischer Minister, eines fremden Staates heute nach Berlin, führe, ustd mit einem Mitglied der Regierung Hitler Verhandeln würde. Da wären alle kommunistischen Zeitungen voll von dem Geschrei, daß die Sozialdemokraten wieder einmal Verrat an den heiligsten Interessen der Arbeiterklasse geübt haben! Als Vandervelde seinerzeit belgischer Außenminister war. hat er, obzwar auch er die Interessen seines Landes vertreten muß'e, sich geweigert, Mussolini die Hand zu- drucken. Aber Band rvelde.wird in den Augen- der Kommunisten weiter der Sozialfascist-bleiben, während Herr Litwinow'. der-einem Fafeisten die Hand reichte/ natürlich'auch weiterhin ein' ehren- werter Mann bleibt. Wir glauben, daß die Anbiederung des Herr« Litwinow «in Skandal ist und aller proletarischen Moral mS Gesicht schlagt und wir hoffen, daß jeder klasienbewußte Arbeiter sich mit Abscheu von einem Kommunisten abwenden wird, der auch nur irgendwelche Beziehungen zu den Henkern des deutschen Volkes und der deutschen Arbeiterschaft unterhält. Was seihst dieser Justiz zuviel ist! Braun unv Severing gegen Vie Kor- rupttons-Berleuurvung geschlitzt. Königsberg, 3. März. Der heut« mittags gefällte Spruch der vierten Zivilkammer der Landgerichtes hob die auf Antrag von SPD- Seite erlasjcue.einstweilig« Verfügung auf Unterlassung weuercr Verbreitung der rn Plakaten And Wahlsonderschriften der NSDAP aufgestellten Behauptungen über unlautere Verwendung von Staatsgeldern durch Ministerpräsident Braun und Minister Severing Zum größten Teil« auf. Das Urteil läßt von der emsttveiligen Verfügung lediglich das Verbot weiterer Verbreitung der Behauptung bestehen, die Erwähnten hätten Staatsgelder, die auf ihr« Anweisung aus dem Fonds zur Bekämpfung deS Verbrechertums verbucht worden seien, für ihre persönliche Bereicherung entnommen; sie feien Diebe, Räuber, Landesverräter und rot« Pera- siten. Zynismus statt Pressefreiheit. Weimar. 3. März. Di« Pressestelle des Vtmttcmnnsteriums«Ät nrit: Auf Grund der am Dienstag erlassenen Durchführungsverordnung des Neichspräsilenten hat di« thüringische Regie- rnng der ge la m t en so.zialdemokrati- schen Presse Thür ngens dm Aufrus der Reichsregierung vom I^Feber als Auflagen ach r i.ch t gekendt. D'e^PD-Presse, wird also in ibrer Freilagau-s^nbeiden Aufruf an daS deutsche Boll bringen müssen. Sette 2 Ein iibler Trick. SPD. Der Arbeitslose Mlli Schramm saß in einem keinen Cafe der Friedrichstraße und zog di« Bilanz seines Daseins. Eigentlich war er damit schon fertig gewesen, ehe er daS Cafe betreten hatte, ja, daS Betreten des Casäs bedeutete u m Treue! tuniiiiiiii]!uiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiii!iiiniiiiiii{iiiiiiifiiniiifiiifiiiiiiiiiiii!iifiiiiiiiiiiiniitniiiiiiiiiiiiiEiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiii{iiiifniiiii[iiiiii{iiifiiiiiiniiii!iiiiii{ini!iiiiiiiinifiiiiiiifiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini Stärkung der demokratischen Kräfte — das Sehnt der Stunde. denofse Dr. Neuer Uder die taequenzen der ia»cisils(iien Welle. Prag, 3. März. Heute wurde auch ims SenatSansschuß die Debatte über den neuen Pakt der Kleinen Entente abgeführt, wobei Genoss« Dr. Heller m kurzen Worten die autzen- politische Entwicklung skizziert«, die fast zwangsläufig zu dem Pakt geführt hat und der auch wir uns nicht verschließen wollen. Die Anfrage bezüglich etwaiger«euer Verpflichtungen au» dem Vertrag wurde vo« Dr. BeneS im Schlußwort dahin beantwortet, daß solche Verpflichtungen nicht existieren. Leider blieb die zweite Frag«, wie die Tschechoslowakei das Ashlrecht für politisch« Flüchtling« zu behandeln gedenk«,«nbe» antwortet: Genoss« Dr. Heller führt« u. a. aus: Der Herr Minister hat in großen Umrissen eine Geschichte der Kleinen Entente gegeben und namentlich jene poetischen Ereignisse angeführt, die der Entwicklung in der Rich ung des heutigen Paktes nachgeholsrn haben. Wenn wir uns zu einem Standpunkt gegenüber dem Ereignis, das uns heute beschäftigt, durchringen wollen, so müssen wir«in« ähnlich« Methode e.nschlagen. Di« Kleine Entente war dir erste neu« Blockbildung der Nachkriegszeit; ihr« Ziele waren wohl friedlich, da chr« M tgliedrstaaten ja territorial saturiert waren, aber doch schien der Bund, ob er nun wollte oder nicht, gegen andere Staaten gerichtet. Unser Standpunkt konnte damals nur ein ablehnender sein. AIS dann dar Versöhnungswcrk Briands, Hermann Müllers und Aires«- manns seine Krönung im Pakt von Locarno, sand, konnte man die Hoffnung hegen, daß mir dem Ste gen der EiuflusseS der Demokrat« in Europa, besonders in Frankreich und Deutschland, und VeS Völkerbundes, Blockbildungen überflüssig werde« und an W-fäSgi'tzch»' yeglonale»'Pgkten der «in« groß« Europäpakt treten-wird:-- wi?" . Aber-es kam leider anders. Schlag folgte ans Schlag. Die Linksregierung in Frankreich verschwand, Stresemann starb, Hermann Müller stürzt«, eS kam das unselge Zollunionsprojekt, dar für Briand den politischen und bald auch physischen Tod bedeutete, es kam der Ausstieg der Hakenkreuzler in Deutschland, d'e Niederlage der Arbeiterpartei in England. Ueberall wuchsen di« reaktionären und imperial stischen Besttebungen. Zu all dem kam die Wirtschaftskrise, die der Reaktion vor allem auch darin half, daß sie ein« kaum mehr«rtragbare Hoffnungslosigkeit insbesondere in den jugendl chen Schicht«» der Bevölkerung herbeiführ!«. Auch das Voraussicht! che Scheitern der Abrüstungskonferenz ist«in« Folge der fortschreitenden Reaktion, des Aufflammens des Revanchegcdan» kens auf der«inen und der Furcht vor demselben auf der anderen Seit«. Daneben geht, neugestärkt in der wiederaufgerich'eten Herrschast des Kapital's- mus und der Reaktion, d'e Propaganda der Rüstungsindustrie, die niemals sentimental veranlagt war. W'r st'mmen dem Bemühen zu, die keinen S aalen dem, überragenden Einfluß-er Großmächte zu entziehen. E n Anfang wurde schon in Genf gemacht, wo sich in gewissen Fragen der Kleinen En ent« auch Spanien, Belgien, Holland und-die skandinav scheu anschlossen. Wir würde« wünschen, daß die Zusammenarbeit mit diesen demokratischen Staaten«in« engere werd«, und wir können bei dics«r Gelegenhei: auch den Hinwe'S nicht unter- drücken, daß di« wenig konsolidierten, undemo- k r a t i s ch c n Verhältnisse in Rumänien und Jugoslawien doch«'ne größer« Bedeutung haben als der M'nister zugibt. Die Fortschritte der Reaktiv« haben in der letzte« Zett ihr« Krönung in Ungar« und Deutschland gesunde«. In Ungarn geht eS der herrschenden Jnnker- klasse, di« durch d'e Regierung Gömbös repräsentiert wird, um die physisch« und materiell« Existenz. Um d es« zu sichern, pritscht sie di« nationa- listischen Inst nkte des Volkes auf und militarisiert das Land. Die Hirienberger Affäre ist«in deutlicher Bowes für die Aufrüstung Ungarns. Noch trostloser sind die Zustände in Deutschland. Der Herr Ministrr vertritt pflichtgemäß die Anschauung, daß wir uns mit den Ländern vertragen müssen, ohne Rücksicht, unter welchem Regime sie stehen. Er kann sich dabei auf Beispiele berufen, die sogar rin Teil der Opposition gelten lassen muß. Zur selbe« Zeit, da über Deutschland«in« Welle wüsteste» Terrors gehl, da i« Deutschland di« kommunistische Partei außerhalb d«S Rechtes steht, zur selbe« Zeit frühstückt Litwinow mit Neurath, so wie Tschitscherin mit Mussoliui frühstückte, als dieser dir italienischen Kommunisten a« dir Wand stellte. Und damit niemand im Unklaren bleibe, verkündet die.^jSwestija" der aushorchenden Welt:„Dir Sowjetunion verpflichtet sich, auch Länder, i» denen di« Gegenrevolution siegt, nicht aUzMeistn.'' DaS' heißt nichts anderes, als daß da» derzeit in Rußland herrschend« Regime die A beiter— auch di« kommunistischen!— in Mittel, und Westeuropa dem FascismuS zum Opfer hiuwirst! In Deutschland geht man daran, unter dem verlogenen Schlagwort des Kampfes gegen den Marxismus auch die Demokratie auszurotten, die Herrschaft der Junker und Schlotbarone wieder aufzurichten, den wüstesten Nationalismus zu propagieren und die Kultur des Volkes um Jahrzehnte zurückzuwerfen. Glaubt, jemand, daß eine solche Politik im Inner« Deutschlands auf di« Dauer aufrecht zu erhalten ist, ohne daß rin« Ablenkung«ach außen gesucht werden mutz? Di« Geschichte lehrt uns das Gegenteil! Wir können gewiß dl« Dinge nicht ändern, aber um so wichtiger ist gegenüber diese« Freiheit und Frieden bedrohenden Gefahren rin« möglichst enge Zusammenfassung aller noch vorhandenen Kräfte der Demokratie und die moralische Unterstützung dieser Kröst« sowohl im In- als auch im Ausland. Wir erblicken in der Tschechoslowakei bisher ein« dieser demokratischen Kräfte, und glauben, der Demokratie zu dienen, indem wir hier au der Regierung teilnehmen. Allerdings müßten dann auch die Worte d«S Herr» Ministers vo« der Notwendigkeit der Beteiligung der nationalen Minderheiten an der Regierung Widerhall finden. Leicht gemacht wurde und wird uaS unser Verhalten nicht! Eine so große nationale Minderheit wie die deutsch« kann auf di« Dauer nicht unbefriedigt bleiben, ohne daß das Wohl des Staates darunter leidet. Wenn sich heute die Christlichsozialen so energisch gegen den Pakt ausgesprochen haben, so ist dem entgegenzuhalten, daß sie doch vier Jahre an der Regierung teilgenommen und somit dem Bündnis mit Rumänien und Jugoslawien zugestimmt haben. Keine noch so blumenreiche Sprache kann, ihnen dir verlorene Jungfernschaft in dieser Frage wiederbringen.(Heiterkeit.)- Die den Frieden in höchstem Grade bedrohende Entwicklung der letzten Jahre, das Fortschreiten der fascistischen Reaktion zwingt uns geradezu, dem Exposä des Außenministers zuzustimmen. Falls die Tschechoslowakei in nächster Zeit in die Lage versetzt werden sollte, da» A s y l r e ch t politischer Flüchtlinge praktisch zu erproben, so erwar- t e n wir vom Herrn Ministrr, daß er jedem politischen Flüchtling gegenüber das Asylrecht liberal handhaben wird; wir ersuchen ihn auch in biefer Hinsicht um eine Erklärung. Bei solchen Verträgen kommt immer sehr wenig auf die Form, dagegen alles auf den Inhalt an, den man ihnen gibt. Unser heißer Wunsch ist eS, daß diesem Vertrag ein Inhalt gegeben werd«, der der Herbeiführung eines wirtlschen Fric- d e n s, der Abrüstung, der Demokratie und nicht zuletzt dtzr so notwendigen wirtschaftlichen Erholung dient! Freiheit, Friede und Arbeit’— ihnen möge unsere auswärtige Politik dienen! (HiiinniiiniHiiuiisniuiHininiiniiiniiiinRiiiNiiiiniininiHuiiHiuniuiuiiinuMiniHiHiunHiuiiin Das Urteil gegen die Tcsdiencr Dahnbeamtcn. Bis zu dreieinhalb Zähren Kerker. Mähr.-Ostrau, 3. März. Nach vierrätiger Prozeßdauer vor den Ostrauer Geschworenen wurde heute nach 22 Uhr'das Urteil gegen die Eisenbahnbeamten Lamich, Buchta und Genossen verkünd«. Der Hauptangeklagte Karl Lamich erhielt 3M Jahre schweren Kerker, sein Komplize Franz Buchta 3 Jahre und der Eisenbahnunterbeamte Franz Szopa 1 Jahr schweren Kerker. Außerdem wurden all« drei Angeklagten zum Verlust des Wahlrechtes verurteilt. Fünf Mitschuldige wurden zu schwerem Kerker von 6 Monaten biS 2K Jahren, zwei von ihnen bedingt verurteilt, drei frei gesprochen. Di« Angeklagten hatten im September v. I. einen Einbruch in die Stationshouptkasi« in ckcsk- Tekin ' vorgetäuscht, um Veruntreuungen zu verdecken, I wobei sie die Ersenbahnverwaltung um etwa 11K Million Kronen schädigten. MMWNMWMMiMWWWMIWMMMMMMWMMWMMMWIWWIUMWWWMMMMMWMWMMWWWWiii Das Geständnis der Feigheit! Der„'Tag“ schweigt. ange bereit waren, die Bolkshelden zu spielen, olange sie hoffen durften, diese Pose nicht mit lersönlrchcm Nachteil bezahlen zu müssen und die völkische Märtyrerkrone gratis benützen zu können, die auf die Häupter der Herren Haider, Metzner usw. nun einmal nicht passen will. Nie- DNSAP., die, im Juni 1932 beschlossen und noch im November 1932 unverändert und uneingeschränkt veröffentlicht, die feierliche Versicherung der Hakenkreuz!«« scheu Parlamentarier enthielt, ,chaß sie für die Aufhebung der Immunität eintreten worden, wenn im Zusammenhang mit dieser Affäre(Volkssport-Prozeß d. R.) gegen einen oder den anderen von ihnen die gerichtliche Verfolgung eingeleitet werden sollte". Indem wir auf den Widerspruch verwiesen, der zwischen dieser selbstbewußten Erklärung und dem Verhalten der nationalsozialistischen Abgeordneten im Jm- mün'itäisausschüß und im Plenum des Hauses klafft, ttrdent wir die VerfamMlü'WS- und Zei-?! tungSdemagogie der sudetendeütschen. Nationalsozialisten ihren armseligen Loyalitätserklärungen vor der tschechischen Bourgeoisie gegenüberstellten, forderten wir den„Tag" auf, uns den erwähnten Beschluß des Klubs der DNSAP. zu erklären und mit den letzten Reden der Mitglieder desselben KlubS, mit der^politischen Linie der t'*””••••”"— r”—— o—* tionalsozialistischen Fraktion in der Ausliefe-! rungssache in Einklang s» bringen. Daß der„Tag" dieser polemischen Auffor- mag, unterliegt natürlich keinem Zweifel, da er einer grundstürzenden neuen„Idee" durch Jahre propagierten, als sie nun zum erstenmal für ihre „Ueberzeugung" auch persönlich einstehen sollten. Der„Tag" schweigt— und sein I Schweigen gesteht, wie hart wir chn und die »troffen habe», von heute die tönend« Phrase von gestern«ntgegenhielten. Der„Tag" schweigt— und wir wollen ihn nicht mehr daran hindern, denn nichts ruft lauter die Wahrheit ins Land hinaus als das Wort, daS der Feigheit und Niedertracht vor. sich selbst weggeblieben ist! Vor mehr als einer Woche, am 25. Feber,' malS haben wir erwartet, den beispiellosen Umhaben wir eine öffentliche Anfrage an fall der charakterlosesten Gruppe des sudeten- das Zentralorgan der sudetendeutschen National- deutschen Bürgertum- in ihrer eigenen Presse soziausten gerichtet. Wir zitierten damals eine bewußt bestätigt zu finden. Aber trotz der denk-. Resolution des parlamentarischen Klubs der bar niedrigsten Meinung, die wir von chr haben» ‘; hätten wir daS Verhalten, das der„Tag" unserer Anfrage gegenüber zeigt, doch nicht vorauS- g«sehen. Denn daS Zentralorgan der DNSAP. hat bis heute nicht den gering st en B e rsuch unternommen, den von«ns gegen die Führer der Partei erhobenen Vorwurf der Feigheit' und des Wortbruchs auch nur tnrt e in er Srlbe zu entkräften! Obwohl der ,^ag" ton.; [ der ersten bis zur letzten Seite nichts anderes ent-' hält, als die hemmungslosesten Angriffe auf die. Sozialdemokratie, hat er sich noch nicht zum' leisesten Versuch einer Rechtfertigung auf«' ^geschwungen!. Der„T ag" schw e^i g t.-—-u«b sein Schwei-^ gM' wird« um so beredteri je länger es dauert.^ Denn ösichringkicher' als- 4ie Äbenffte Erwche«^ rung, klarer als die durchsichtigste Ausrede er-' weist es die Berechtigung unserer Anschuldigun-' gen, daß die nationalsozialistischen Funktionäre> feig vor ihren eigenen Phrasen davongelaufen i sind, daß sie Angst vor chrer Courage bekommen K—' und alles verraten haben, waS sie unter der ganzen Partei und mit der Abstimmung der na-! Atrappe einer revolutionären„Weltanschauung", rungssache in Einklang.zu bringen. Daß der„Tag" dieser polemischen Aufforderung niemals befriedigend zu entsprechen ver- L y\ 2"'',._..... ja sonst die Aufrichtigkeit aufbrmgen mußte, zu- Spießgesellen seiner Gesinnung gei .»geben, daß die„Führer" der DNSAP. nur so i als wir dem kläglichen Gewinsel t auf und blickte sehr erstaunt um sich. Man hals ihm aufs und er stand, unsicher ztvar, aber er stand wieder auf seinen Fußen, schaukelte wie ein Betrunkener hin und her, und durch eine' Gasse, di« ihm die U-nrsteyenden schnell freigaben— denn er sah nicht schr sauber aus—, ging er eitdlich schwankenden Fußes davon». Sein« Tasche fühlt« er erstaunt als einen schweren Klumpen. Mit zweifelnder Hand langt« er Geldstücke heraus und betracht« sie lange ungläubig. Dann, da er den Zusammerchaiw nicht begriff, lächelte er und lacht« fchließlich schallend, auf, denn er glaubt« sich von einem Traum gefoppt. ,. Ein sehr gut angezogener Herr, der einen warmen. Pelzmantel trug und eine schön« Frau am Arme hatte, ging vorüber, und da er ebenfalls angesichts des aefallenen ManneS sein soziales Gewissen durch eine nicht allzu hohe Geldspende entlastet hatte, sprach er, daS Lachen des Arbeitslosen Willi Schramm offensichtlich mißverstehend, zu seiner Begleiterin:„Do haben wir eS ja; ein übler Trick, nicht mehr". Willi Schramm hörte diese Wort« in dein Moment, als der Gedankenkreis über den Uri sprung des Geldes m seiner Hand geschlossen war. Und so stark ist der Lebenswille in einem Menschen,. sellist wenn er seit drei Jahren i arbeitslos und mit allen Stationen des Elends vertraut ist, daß ein verständnisvolle- Lächeln über sein Gesicht zuckt« und den stillen Beobachter dieser Szene zu der Hoffnung berechtigt«, daß Willi Schramm, arbeitÄos, achtundzwanzig Jahre alt, den Kampf noch einmal aufnimmt-tt irgendwie; aber auf eine W.-ise muß ein« Arnderung erreicht werden. 1 Erich Sachfenräder.! XL 84 TamStag, 4 VBttf nm Seite 3 um» Ihr Wäschebestand auf Jahre gesichert Stundenlange* Bürsten, rücksichtslose* Kumpeln ruinieren die heutige feine, kostbare Wäsche. Mit Rodion, dem selbsttätigen Waschmittel, ist aller Schmutz in 15 Minuten wie weggeblasen. Denn Millionen Sauerstoffbläschen treiben die Radionlösung durch da* Gewebe. Sie treiben den Schmutz auch au* den engsten Maschen, wo Rumpel und Bürste nie hinkommen. Ständig Rodion in den Wäschkessel, dann wird Ihre Wäsche schonend gepflegt und bleibt lange, lange wie neu. Hitlers Brandstifter als Spitzel und Agent provocateur entlarvt! Die holländische Polizei bezeichnet Ihn als wütenden Antimarxisten Ein Irstlsllsdicr Plan »olfcttikl vorzeitige Durchführung des Brünner Putsches. — Plan aus Errichtung einer Diktatur in her Tschechoslowakei. Wir haben bereits darüber berichtet, daß diese Woche bei verschiedenen Funktionären der Fasci- stengemeinde in Pardubitz Hausdurchsuchungen stattgefunden haben und daß der dortige Advokat Dr. Hrbek verhaftet worden ist. Das gefundene Material soll nun, wie das„Pravo. Lidu" meldet, sehr belastend sein. Man fand einen Plan über die Errichtung der Diktatur in der Tschechoslowakei, der Einführung einer muen Währung, ein Verzeichnis von unbequemen Leuten, di« beseitigt werden sollten, einen Plan zur Veranstaltung eines Judenpogroms usw. Das allks sollte im Anschluß an den Brunner Putsch verwirklicht werden. Der größte Teil des betreffenden Materials wurde eben bei dem verhafteten Dr. Hrbek gefunden. Neue Verhaftungen in der Brünner Pntsdi Altäre. Brünn, 3. März.(Tsch. P.-B.) Das Verhör des verhafteten KobsinÄ bei der Polizeidirektion wird weiter fortgesetzt. Auf Grund seiner Aussagen und der Aussagen Gaidls, mit dem das Verhör bereits abgeschlossen ist, verhaftete die Polizeidirektion eine Reihe neuer Personen. Im Zusammenhang damit wurde in der Nacht auf heute der Bezirksobmann der Nationalen Fasei- siengemeinde und Kaufmann in HruSovanY, Jakob Statnh, verhaftet, der ebenfalls wegen Verletzung des Paragraph 12 des Gesetzes zum Schutze der Republik angeklagt werden wird. Es ist nicht ausgeschloffen, daß noch einige weitere Personen verhaftet werden. Kobsinek und Gaidl gesteh n ihre Schuld in dollem Umfang ein. Sie werden wahrscheinlich bereits heute abend in die Haft des Kreisgerichts in Brünn eingeliefert werden. Das»Pragrr Tazblatt" und die Kommunisten Es ist bekannt, daß in der Redaktion des »Prager Tagblatt" lebhafte Sympathien für di« Kommunisten vorhanden sind und daß das Blatt der liberalen Bourgeoisie diesen Sympathien sowohl an leitender Stell« als auch in verschiedenen Notizen schau öfters Ausdruck gegeben' hat. Es hat sich auch seine Mitarbeit über soziale Angelegenheiten in Kreisen gesucht, di« es zu den Kommunisten nicht weit haben und wir haben ja erst jüngst die Verleumdungen gebrandmarkt, die der Mitarbeiter des„Pragrr Tagblatt", Herr Doktor B i l l, an der Aözialdemokratie bei Besprxchung des Streiks in Rossitz geübt hat,(UebrigenS wird der Ausfall des Streiks Herrn Dr. Bill über di« gewerkschaftliche Tüchtigkeit der Kommunisten genügend belehn haben.) Im Leitartikel von Freitag, dem 3. März, vÄllführt nun das„Prager Tagblatt" eine unerwartete und schroffe Wendung um 180 Grad. Es widmet ein ganzes Kapitel seines Leitaufsatzes den Kommun ist.'N und greift sie an, daß sie„bei ollen Reichstagswahlen den Linksparteien in den Rücken gefallen sind".„Die heutige Lage Deutschlands," so schreibt das Blatt,„in der eine enr» schloffen« radikal« MiNderhest die groß« Mehrheit von Gemäßsten, Uninteressierten und radikalen Linksgesinnten beherr''cht ihre Lebensäußerungcn unterdrückt, die eignen Unwahrheiten unwider- sproclen durch Druck/ Draht, Telephon und Radio verbreitet und dadurch vielleicht auch Unentschiedene und Unwifsinde zu sich herüber- z'eht. Ijättc niemals entstehen können ohne die Werktätige Mithilfe der Kommunisten." Das „Prager Tagblatt" mag sachlich im. Recht sein, ober«s ist auffällig, daß es zu dieser Erkenntnis erst in dem Auqenbl ck gelangt, da die Kommunisten von den Hitlerbanden e»gekerkert, geprügelt und gemordet werden. In dem Augenblick, wo sich der Terror der Bourgeoisie gegen die Kommu- nisten wendet, schwenkt das Blatt, das bisher den Kommunisten die Stange nur aus dem Grunde gehalten hat, um di« Sozialdemokratie zu schädigen, in di« allgemein bürgerlich« antikommunistisch: Front ein. Diel« Umkehr in der Politik des„Prager Tagblatt" ist zwar ein Beweis für den guten politischen Klasseninst'nkl des genannten Blattes, nicht aber für sein« politisch« Festigkeit und Beständigkeit. Im übrigen mögen auch unser« Kommunisten aus dieser Haltung des„Prager Tagblatt" etwas lernen. Sie haben ost das„Prager Tagblatt" zitiert und es den sozialdemokratischen. Blättern womöglich noch als Vorbild vorgehalten, um darzulegen, wieviel kommun-stenfreund- licher doch das„Prager Tagblatt" ist als die sozialdenwkratisch: Presse. Nun lehen die Kommunisten, welcher Verlaß auf die Freund^ckast des »Prager Tagblatt" ist. In dem Augenblick, wo die Kommunisten die moralische Unterstützung am Meisten brauchen würden, macht sich der bürgerliche Freund aus dem Staube. Tie nächste Parlamentsfitzung wurde durch ein Handschreiben des Präsidenten für den 14. März einberufen; mit dieser Sitzung wird nämlich offiziell di« Frühiährs'effion begonnen, deren Eröfstnina dem Präsidenten der Republik zusteht. Das Präsidium des Abgeordnetenhauses hat gestern für diele Sitzung die Tagesordnung bestimmt; sie besteht lediglich in Ävei Zusatzabkommen»um deutstben und einem Zusatzabkommen zum österreichischen Handelsvertrag. Wie die linksradikale Zeitung„Die Tribüne" in Amsterdam mitteilt, gehört« der Brandstifter des Berliner Reichstagsgebäudes, Marianus van Lybbe, der Leydener jungkommuni st i- scheu Organisation an, aus der er vor zwei Jahren ausgeschlossen wurde, nachdem es sich erwiesen hatte, daß er sich als Spitzel und Agent Provokateur betätigte. Di« holländische Kriminalpolizei teilt ferner mit, daß Lybbe sich nach seinem Ausschluß aus der Partei als fanatischer Antikommunist betätigt« und als solcher kommunistische Bersamm, langen sprengt«. Durch diese Nachricht wird das ganz« ungeheuerliche Lügengewebe der Nationalsozialisten über den Haufen geworfen. Was man bisher, wenu auch mit großer Sicherheit, nur annehmen konnte, ist nun einwandfrei bewiesen: Di« Brandstiftung im Reichstag war keineswegs das Werk von Kommunisten und keineswegs dar „Fanal zum bolschewistischen Aufstand", wie die amtliche deutsche Berichterstattung unter Anführung mitunter reichlich blödsinnig erfundener Details behauptet. Der Brand im Reichstag war das Werk eines aus der kommunistischen Jugendorganisation bereits vor zwei Jahren a u s g e- Man les« daS Programm der Wahlagitationsreise Hitlers durch Deutschland, wie es der „Völkische Beobachter" veröffentlicht hat: 23. Feber Frankfurt am Main, 24. Feber München, 25. Feber Nürnberg, 28. Feber Leipzig, 1. März Breslau, 2. März Berlin, 8. März Hamburg, 4. März Königsberg. Sdiarlc Deberwadittng von Dcalsdilands Grenzen! Berlin, 3. März. Infolge der Notverordnung zum Schutze von Volk und Staat und der von der badischen Regierung verfügten erhöhten Alarmbereitschaft für Polizei und Gendarmerie ist einer Baseler Nachricht der„Deutschen Zeitung" zufolge die Ueberwachung der deutsch-schweizer Grenze feilens der Polizei^ und der Zollorgane verschärft worden. Die Paffe werden einer verschärften Sicht unterzogen,„verdächtigen Elementen" ein Entweichen unmöglich zu machen. Der gleiche verschärfte Grenzschutz mit Paßkontrolle wird dem Blatt zufolge auch seitens der schweizerischen Behörden in den letzten Tagen angewendet, di« außerdem alle irgendwie „verdächtigen" Elemente an der Grenze zurückweisen. In einzelnen Orten entlang der Grenze wird durch die Waldshuter und Freiburger Schutzpolizei eine besondere kleberwachung ausgeübt. In Lörrach und Umgebung hat außerdem noch ein P a n z e r k r a f t w a g e n der Waldshuter Sicherheitspolizei den Sicherheitsdienst übernommen. Auch von der litauischen und polnischen Grenz« meldet das Blatt, daß zahlreiche Personen seit einigen Tagen versucht haben, diese Grenze auf illegale Weise zu überschreiten. Den litauischen Grenzbeamten geben sich diese Paffan- ten als deutsche kommuni st ische Flüchtlinge aus; sie befänden sich auf der Flucht nach Moskau. Angesichts dieser Tatsache soll der litauische Innenminister di« verstärkte Ueberwachung der gesamten Grenze und eine scharfe Kontrolle aller Paffanten an den Grenz- ubergängen angeordnet haben, weil die Behörden fürchten, daß die Flucht der Kommunisten aus Deutschland einen Massencharakter an- s nehmen könnte. teurs. Der von den Hakenkreuzverbrechern als Kommunist ausgegobene Strolch ist, wie nun nach den Erhebungen der dem Herrn Göring nicht unterstehenden holländischen Kriminalpolizei feststeht, ein fanatischer Antimarxist. Damit wird aber auch der Verdacht unwiderlegbar, daß das Feuer im Reichstagsgebäude von den Nationalsozialisten selb st gelegt wurde. Nun versteht man, wie es möglich war, daß strotz der strengen Bewachung des Reichstagsgcbäudes der Brand ungehindert an Dutzenden von Stellen gleichzeitig gelegt werden konnte. Nun versteht man, warum von den Brandstiftern gerade nur der eine„Kommunist" erwischt wurde und warum dieser so bereitwilligst alles gestand, was man von ihm hören wollte. ES ist das ungeheuerlichst« verbrecherische Betrugsmanöver, das jemals von einer Regierungspartei begangen worden ist. Daß ein« Regierung dnrch gedungene Subjekt««in öffentliches Gebäude in Brand stecken läßt, nm so den Vorwand für di« Mafleneinkrrkernng Unschuldiger, für dl« Aufrichtuna des Galgens und eine Fülle schwerster Berfaffunosbrüche zu schaffen, dürst« selbst in der Geschichte der verkommensten Balkandiktaturen nicht zu verzeichnen sein. Also jeden Tag«ine Rede, außer am 28. und 27. Feber. Den 28. Feber hat Hitler in München verbracht und am 27. Feber ist er um 7.15 Uhr nach Berlin abgeslogen. Am Abend dieses Tages, den sich Hitler freigehalten hat, ist das Reichstagsgebäude abgebrannt. Wunderbares Zusammentreffen! Flora und Drangsalierung. Berlin, 3. März.(Eigenbericht.) Die Presseverbot«, Haussuchungen und Verhaftungen als Folg« der Regierungsmaßnahmen mehren sich im gesamten Reichsgebiet zn solcher Füll«, daß sie einzeln kaum zu registrieren sind. Zahlreiche sozialdemokratisch« Versammlungen sind in Preußen aufgelöst oder verboten worden. Unter anderen«in« Scheidemann-ver- sammlnng in Wiesbaden. Zn den am Erscheinen verhinderten Zeitungen tritt jetzt auch die „Leipziger Volkszeitung". Die Reichshauptstadt war in der Nacht znm Donnerstag wiederum der Schauplatz blutiger Ereignisse, die z w e i T o t e und fünfSchwer- verwundete gefordert haben. Durch Schüsse in ein Arbeiterlokal wurde ein Gast getötet. Ein 25jährig«r kommunistischer Arbeiter ist in seinem Zimmer ermordet worden. Wiederum wurden rund 158 Kommunisten verhaftet und teilweise ans offenen Polizeiwagen rudelweise am Hellen Tage in das Polizeipräsi, dium gebracht. Sprecherlaubnis wird den Angehörigen einstweilen nicht erteilt. Hamburg, 2. März. Bei dem heute abend von der SA. der NSDAP, veranstalteten Propagandamarsch durch den Stadtteil Hommerbrook erhielt ein 70jähriger Mann, der a m F e n- st e r seiner Wohnung faß, einen tödlichen Kopfschuß. Ein 29iahriger Seemann, der dem Zuge zuschaute, erlitt einen Oberschenk elf ch u ß. Höchst(Odenwald), 3. März. Bei einer Schießerei wurde ein SS-Mann von politischen Gegnern tödlich getroffen. Ein anderer Angehöriger der Eisernen Front erlitt schwere Kopfverletzungen. Hamburg, 3. März. Das„Hamburger Echo", das Organ der Hamburgischen Sozialdemokratie, ist auf Ersuchen der Reichsregierung ab Freitag, den 3. Marz, auf 14 Tage verboten worden. niflcrs„Bohemia“. Das Blatt der Prager Deutschdemokraten hat als demokratlfches Blatt zu existieren aufgehört. Mit kalter Methode, ohne ein einziges Wort aus Eigenem, ist drescs Blatt zu einem Reklame- Blatt für den deutschen Fascismus geworden. Gestern brachte die„Bohemia" die jüngste Berliner Hitler- Rede im vollen Wortlaut auf mehr als drei Spalten, ohne den geringsten Einwand gegen Hitlers Phrasen, Frech, heilen, Geschichtslügen und Gememheiten. Alles, was Herr Hiller für wichtig hält, hebt die „Bohemia" noch durch Sperrdruck hervor. In dieser Rede Hitlers findet sich auch ein langer urrd hemmungsloser Exzeß gegen die Demokrat:«. Die„Bohemia" bringt auch das, mit kräftrgen typographischen Auszeichnungen, ohne er» Wort des Protests, ohne redaktionelle Einschränkung, ohne ein Fragezc:- chen! Daß Hitlers Attacken gegen den Marxismus in aller Breite und ohne Widerspruch wiedergegeben werden, versteht sich von selost. Damit ist die bohemia" zum tschechoslowakischen Hauptorgan des deutschen Fascismus geworden. Wohl kläfft natürl.ch der„Tag" lauter und ordinärer; der erreicht ja aber nur die bereits hundertprozentigen Hakenkreuzler. Die„Bohemia" dagegen hat sich sichtlich der Angabe unterzogen, alle noch Schwankenden zur Hakenkreuzsahne hinüberzuziehen. Dies« Affenschande vollzieht sich in einer Redaktion, in der es von Juden wimmelt, in der eine ganze Handvoll, Funktionäre der deutschdemokratischen Partei, in der die zwei Abgeordneten des erbärmlichen Rests noch erbärmlicherer Deutschliberaler sitzen! Der sudetendeutsche städtisch-bürgerliche„Aktivismus", vertreten von den Herren Dr. Bacher unb Dr. Peters, hat sich in der Tat mit voller Sympa- chi« den Henkern der deuffchen Freiheit zugewendet— allerdings zu feige, um das auch mit einem offenen Worte einzugestehen. Auf diese Weise hoffen die Macher der „Bohemia", chre kleinbürgerliche Leserschaft an der Stange zu erhalten. Nun, di« Herrschaften werden es noch erleben, daß di« tollgewordenen deuffchböhmischen Spießer schließlich doch den offenen nationalsozialistischen Sauherdenton jenem zwieschlächtigen demokratisch- jüdischen Geschäftssinn für dre Hitler-Konjunktur vorziehen, daß aber anderseits alle die, ine sich noch etwas vom aufrechten deutschen freiheitlichen Mannes- tum bewahrt haben, dem feigsten aller hitleristi- scheu Bürgerorgane den verdienten Fußtritt gehen werden! vor 0er Liquidierung des Dossttzer Streiks. Bei den Donnerstag und Freitag geführten Verhandlungen über den Kollektidvertrag der Bergarbeiter im Rossitz-Osiavaner-Revier wurde von den Unternehmern ein Abbau der Löhne um 11.8 Prozent mit dem Hinweis darauf gefordert, daß durch den Streik enorme Schäden in den Gruben entstanden seien. Nach langwierigen Verhandlungen gelang es den Vertretern der koalierten Bergarbeiterverbände, diese Forderung der Unternehmer abzuwehren. Nach den bisher aus Rossitz eingelangten Berichten konnten die Vertreter der Bergarbeiter die Unternehmer auf ein« lineare Regulierung der Löhne festlegen, durch die eine Herabsetzung um 8.5 Prozent eintreten würde. Die Kolleftivverträge würden dann mit 27. Feber rückwirkend in Kraft treten. Der Kinderbeitrag soll in der alten Hohe belaffen werden, ebenso auch der Bezug der Deputatkohle. Heute Samstag soll die Fertigung des Kollektivvertrages vorgenommen werde». Chlnesisdie Verlustliste. 1500 lote 5000 verwundete.. k Peking, 3. März.(Reuter.) Die chinesischen Verluste bei den Kämpfen am Mittwoch abend und gestern in Dschehol beliefen sich auf 1500 Tote und etwa 3000 Verwundete. Weiteres Vordringen der Japaner. Tokio, 3. März.(Tsch. P.-B.) Nach hier eingetroffenen Nachrichten sollen die Spitzen der japanischen Armee heute vormittags in Ping- tschau(halbwegs zwischen Lingiman und der Stadt Jehol) eingerückt sein. gespannte Vage in Tientsin. Nanking, 3. März.(Reuter.) Die chinesische Regierung hat General Jusuetschun, dem Kommandanten der chinesischen Besatzung von Tientsin beauftragt, die japanische Forderung, auf Verlassen Tientsins durch die chinc^ fischen Truppen abzulchnen. Diese Forderung gründet sich auf das nach dem Boxeraufstand im Jahre 1901 abgeschlossene Protokoll, demzufolge China innerhalb der Stadt Tienffin keine Garnison halten darf. China hat dieses Protokoll jedoch niemals eingehakten, ohne daß die Signatare desselben jemals einen Einwand erhoben hätten. Nach der Ablehnung der japanischen Forderung dürfte sich die Lage in Tientsin sehr ernst gestalten. Dir chmesischen Blätter veröffentlichen alarmierende Meldungen über die Lage in Tientsin. Das japanische Viertel ist von Stacheldraht umgeben, der unter Hochspannung gehalten wird. »Il er Hst den Orant des Reidislaasoebäiides voransgealnt! Er hat sldi den Tag frelgehalten. Seite 4 M. 54 EamStag, 4. Mürz 1938 furchtbares Erdbeben in Japan. Hunderte Tote— viele hunderte Verletzte— tausende Hdnserelnsttirze. Tokio, 8. März. Japan erlitt heute ein furchtbares Erdbeben, das größt«, das in den letzten Jahren Japan heimgesucht hat. Bei dem Erdbeben, dem ein« katastrophale Hebung des Meeresspiegels folgte, kamen über 1500 Personen ums Lebe«, über 1200 Personen wurden verletzt, 900 Personen werden vermißt. Durch di« anstürmende Meeresslut wurde die nordöstliche Küste der japanischen Hauptinsel in einer Länge von etwa 500 Kilometer vernichtet. Biele tausende von Häusern wurden dem Erdboden gleichgemacht und weiter« Tausend find überschwemmt. 1200 Schiffe find durch die Flut schwer beschädigt und manövrierunfähig geworden. Die Katastrophe hat am schwerste« in den Bezirke« Jvato, Mijadschi und Aomori gewütet. Durch di« Sturmfluten wurden di« Küste von Jschinomaki, etwa 200 Meilen nördlich von Tokio, bis Schiri;«, ferner die Städte Kamaischi, Jamada und Miako verwüstet. In Kamaschi legte ein Brand rund dreihundert Häuser i« Asche; durch daS Erdbeben wurden weitere tausend Häuser in Trümmer verwandelt. Einige Dörfer in der Nähe der Küste sind vom Erdboden verschwunden. Man befürchtet, daß die Zahl der Todesopfer dreitausend erreichen wird! Aus der Angestelltenbewer und Am 26. Feber fand in Teplitz-Schönau- «ine Konferenz der„Fachsektion Handel und verwandte Berufe" der Allgemeinen Angestellten-Verbandes Reichenbrrg patt, di« aus dem gesamten B«rbandSbeveich« mit 72 Vertretern der verschiedenen Ortsgruppen und BerbandSkörperschasten beschickt war. Nach der Er- össituttgSanfPrache des SekttonSvorsitzenden Schön- felder(Prag) sowie BegrüßungSworten des Ber- bandSobmannstellvertreterS Kirchhof(Reichenberg) und des KreiSobmanneS Fischer(Teplitz-Schönau) schildert« der Berichterstatter Löwit(Reichenberg) die im Berichtsjahr« 1902 entfaltet« Tätigkeit in bezug auf di« Sonntagsruhe im allgemeinen, di« Vorweihnachtssonntage im besonderen, die Wochen- tags-Ladensperre im allgemeinen und Fünfuhrladen- schluß am Weihnachtsabend,- wobei auch über die Einzelheiten in den verschiedenen Gebieten, Bezirken und Orten des Organisationsbereiches berichtet wurde. Die Bemühungen, di« gauzstaatliche allgemeine Sonntagsruhe nebst dem allgemeinen ganzstaatlichen Sechsuhrladenschlutz durchzufetzen und auch eine zeitgemäss Regelung der Ladenschluß- bostimmunaen in den weskböhmischen Kurort«« zu erreichen, fanden eingehende Würdigung. DeS weiteren bezog sich der Bericht auf di« Tätigkeit betreffs des Lehvlingswesens, der Anwaltsangestellten und der Speditionsangestellten, ferner auf einzeln« Sonderfragen, wie Einheitspreisgeschäft«, Provisionsanstellungen, Warenautomaten, Remunerations- fragen, Ueberstundenangelegenheiten u. dgl. m. Der umfangreich« Bericht, der eine sehr lebhaft«, von verschißenen Erfolgen begleitet« Tätigkeit nachwieS, wurde mit Beifall und Zustimmung entgegengenommen. Sodann folgte«in ausführlicher Bericht d«S GeschäftSstellenleiterS PlohS(Teplitz-Schönau) über die Tätigkeit für die Genossenschaftsangestellten. Der Berichterstatter verwies, dabei auf di« in der Berichtszeit behandelten Organisationsfragen sowie auf di« stattgefundenen BertragSverhandlungen und sonstigen Regelungen im Anstellung s- und Entloh- nungsverhältniss« dieser Berufsgruppe, wobei er besonders betonte, daß die koll«ktivvertraglich« statt der zumeist individuellen Regelung im Wesen«inen vorteilhaften Unterschied der Angehörigen dieser Berufsgruppe gegenüber den in der Privatwirtschaft Beschäftigten bild«. Der eine Reihe von Einzelheiten aufzeigend« umfassende Bericht fand lebhaft«« 33 Auf einmal aber ist jetzt das Land der guten Butter aus seiner behäbigen Ruhe gestört. Di« Beamten der Kopenhagener Kriminalpolizei raseu ausgeschreckt durch di« Stadt, die Bevölkerung ist nervös, di« Schutzleute bekommen Revolver! Ties« Erregung ist durchaus nicht grundlos:«in« Räuberbande, di« auf ganz«ige,»artig« Weise arbeit«!, macht jetzt Dänemarks Hauptstadt unsicher und versitzt das ganze Land in Aufregung. Di« Katastrophe begann damit, daß der B ü r o- ch«f einer Bank ruhig seinen Spaziergang durch dar abendlich« Kopenhagen macht«. Als er heimkchrend «in« Haustür erreicht hatte, schwirrte plötzlich eine regelrecht« Lassoschlinge durch di« Luft und legte sich um siinen Hals—: ein Ruck, und der Bürochef stürzt« besinnungslos hin. Passanten fanden ihn wenige Minuten später auf, noch immer war«r be w u ß t l o s, und um den Hals lag noch immer di« Schlinge. Die dick gefüllt« Brieftasche des Ueberfallenen aber war verschwunden. Schon«inen Tag später geschah ein Verbrechen der gleichen Art. Milten auf der Straß« wurde einem reichen Kaufmann aus einer Hausecke heraus ein Lasso über den Kopf geworfen. Auch diesmal hatte der Täter meisterhaft gezielt. Ehe der Ueberfallen« auch nur schreien konnte, zog ihn die furchtbare Schlinge in di« Ecke; ohnmächtig, der Luft beraubt, stürzt« er hin, und— sofort war auch di« Brieftasche verschwunden. Kurz daraus meldeten die Blätter noch von einem dritten Lassoraub; di«s- mal war den Verbrecher» cim Frau zum Opfer gefallen. Und so mehrten sich die Nachrichten von den Laffoüberfällen aus allen Teilen Kopenhagens. Di« Räuber arbeiteten mit solch unheimlicher Sicherheit, und werfen di« Schlinge so geübt, daß man vermutet, frühere amerikanische Cowboys vor sich zu haben. Aber— praktisch hat man sie leider noch nicht vor sich. Die dänisch« Polizei arbeitet fieberhaft. Groß« Belohnungen sind für den Fang der Lassoräuber ausgesetzt. Die Kopenhagener Bürger gehen durch die abendlichen Straßen wie auf KriegS- pfaden. Nur«in paar tüchtige Geschäftsleute freuen sich über die„Cowboys". Si« verkaufen einen„Lassoschutz"; er besteht aus einem hohen, fest gebauten Aluminiumkragen, der an den Hals gelegt wird, um so die Gurgel vor der furchtbaren Schling« zu schützen. Das Geschäft geht recht gut. Schon am ersten Fabrikationstag wurden 3000 solcher Mu- mimumlragen angesirtigt. Der Fremde, der jetzt nach Kopenhagen kommt und sioht, wie so viele Bürger jetzt den Kopf hoch tragen, glaube also nicht, daß der Stolz des alten Wikingervolkes aufs neu« erwacht ist— er sieht vielmehr nur Männer mit dem ..Lassoschutz' um sden Hals, di« nun tapsir auf neue Ueberfäll« warten und die Räuber zu fangen hoffen. 1 Bis jetzt ist eS allerdings noch keinem gelungen. —US. Nr. 54 SamStag, 4. Mikrz 1883 ^eite 5 D^s Band Hart schritt» Signal ins Morgengrauen: Fangt an ihr Männer, los ihr Frauen! Di« HänL« an di« Griff«. Ein Hebel fällt und am Kontakt springt Funlenftrom im Katarakt bis dir Motor« brüllen. Dan» läuft das Band dru Tag entlang. Es rollt und rollt, und hält nicht an, zweihundert Hände tanzen. Da kommt eS an schon ist es fort. Das Baud läuft schnell, eS laust Rekord, Zwei Meter dir Minute. Sir greifen au und lasse» frei. Es gleitet au und ist vorbei. Zweihundert Hände zitter». Wer nicht mehr kann beim Faugrspiel, dort vor dem Tor da warten viel. Das Band liebt junge Opfer. Es macht nicht satt— es Produziert— Es gibt, mit eurem Blut geschmiert, Gewinn und Dividende. Kurt Doderer. ZelfgesMte In WWMrn. Berühmte Plakatsammlungen.— Tie Plakatsprache der Völker.— Ein Spiegel der Zeit. Di« Hochschule für Politik in Beüin besitzt «ine Sammlung von Wahlplakaten, di« in ihrer Art einen liefen und bedeutungsvollen Einblick i» di« Psyche der verschiedenen Völker gewährt. Am interessantesten und aufschlußreichsten ist dielleicht ein Vergleich zwischen deutschen und fvanzösischen Wahllokalen. Während die deutschen Wahlaufrufe ernst und schwer sind, meist viel Text enthalten und sichtbar auf aufmerksame Betrach, tung und Lektüre zugeschnitten sind, sind die fran- zösischen Plakate auf schnellen und flüchtigen Eindruck berechnet. Der Vorübergehende soll sozusagen nur einen Mick darauf werfen, st« sind ganz Anschaulichkeit und enthalten'meist nur körnige Wort« witzigen, scharfgewürzten Text«-, di« sich rasch ins Gedächtnis einprägen. Auch österreichische Wahlplakat« sind aufschlußreich für die Verschiedenheiten iyr Volkscharakter deS deutschen Südens und Norden-, Sehr wirkungsvoll sind Wahlplakat« au- den österreichischen Alpenländern. Erwähnt sei hier auch eine kleine Blütenles« deutscher Wohlplakate, die der Oessentlichkeir unbekannt blieben, weil ihre Verbreitung polizeilich verboten worden war. Ein« überaus reiche Plakatensammlung besitzt auch di« Berliner städtische Dibliohetk. Es sollen dem Vernehmen nach mehr als 100.000 Exemplar« sein und di« Sammlung soll so ziemlich jedes politisches Plakat enthalten, da- seit 20 Jahren das Berliner Stadtbild schmückte. Die großartigste Plakatsammstmg besitzt die Pariser Nationalbibliothek. Mehrere Säle sind mit den Er<«ugnssen dieses politischen Plakat- kämpfe- geschmückt, der in Frankreich«rm erstenmal« in den Revolutionsjahren mit Macht einsetzt«. Auf di« Plakat« der Girondisten und Die tröffe illustrierte WecftenscAri/l ftllAntwf leden formtaü tifteroll crfteWNiA I Jakobiner folgen die Manifeste der napoleonischen i Zeit u»rd dann das gan^, in Frankreich so ungeheuer bewegte politische 19. Jahrhundert. Zeitgeschichte in Wahl Plakaten? Warum nicht? Mehr und mehr gehen auch illustrierte Geschichtswerke dazu über, Nachbildungen solcher politischer Plakate zu bringen. Das hat'seine tief« Berechtigung. Denn dies« Plakate sind ein getreuer Zeitspiegel. Auch wenn sie alt und vergiwt sind, scheint sich etwas von dem Fieber einer Epoche darin gefangen zu haben. Ein alter Skandinavier erzählt von der Zeit, als er Ende der neunziger Jahre sich nach Alaska begab und dort die Tage des großen„Gold- rausches" miterlebte. Im März 1897 fuhren vierhundert abenteuer- und unternehmungslustige Männer mit dem alten Dampfer„Mexiko" von der Stadt Seattle aus nach der Küste von Alaska, um von dort über den Chilcootpaß in das Innere des Landes einzudringen und sich nach den neu- entd:ckten Goldlagern von Klondyke zu begeben. Diese ganze Reil« war damals noch so umständlich. daß drei Monate verstrichen, ehe die Goldgräber in der kleinen Grubenstadt an der Mündung d«S KlondvkeflusieS in den Bukon anlangten. Sie führten Schlitten, Werkzeuge, Zelte und Kochapparate mit, da man damals lwrt überhaupt nichts kaufen konnte. Da di« Reise im ganzen sehr kostspielig war, setzte sich die Goldgräberaesellschaft in Klondyke im allgemeinen aus Männern zusammen, die immerhin einige Hilfsmittel zur Verfügung hatten. Da- Klima im Innern von Alaska ist. wenn rnan die nördliche Lage in Betracht zieht, sehr gut. Im Sommer steigt die Temperatur sogar bisweilen auf 30 Grad im Schatten. Im Winter war es allerdinas sehr kalt, durch die trockene Luft wurde die Kälte aber ziemlich leicht ertragen. An manchen Orten sank das Thermometer auf minus 57 Grad Celsius. Oirecksilberthermometer waren in dieser Temperatur nicht verwendbar. In dem ersten Winter wohnten di«.neu» emgetroffenen Goldgräber in einem kleine«, mangelhaft gebauten Blockhause, das nur einen fleinen Ofen hatte, der nicht nur für di« Er» Wärmung sorgte, sondern auch zum Kochen benutzt wurde. Da aber der Proviant sehr knapp war, gab es nicht viel zu kochen. Infolgedessen kamen häufig Fälle von Skorbut vor. An Brennmaterial war kein Mangel. Die Leute brauchte« nur hinaus,zuqehen und Bäume zu fällen. Dennoch blieb die Temperatur in der Hütte weit unter Null, und di« Innenwände Ware« weiß bereift. Wasser konnten die Männer in einem Sack holen. Die Säcke waren nämlich so steif gefroren, daß sie keinen Tropfen durchließen. Aller Wasser im Freien war natürlich völlig gefroren, und die Männer mußten, wenn sie Wasser haben wollte«, das Eis aufhacken und «S im Oken schmelzen. Man mußte daher mit dem Wasser sehr sparsam umgehen und konnte es nicht etwa zum Waschen benutzend Um die Kleidungsstück« zu reinigen, tauchte man sie einen Augenblick in Wasser und hängte sie dann vor- HanS. Im Handumdrehen waren sie steif wie ein Brett. Auf diese Weise gelang eS ganz leicht, da» Ungeziefer zu töten. In Klondyke wurde alles mit Goldstaub bezahlt, und jeder hatte ein Ledersäckchen mit Goldstaub bei sich. Inzwischen bedecken neue Wahlplakat« di« Plakatensäulen Deutschlands, sie mehren sich von Tag zu Tag, beim Herannahen des Wahltermins Äeibt kaum mehr Platz für ander« Anschläge. Jede Partei verwertet Dutzende von wirkungsvollen Entwürfen, insgesamt werden an die tausend der verschiedensten Plakate Verwendung finden. Bis dann der Wahlgschermittwoch kommt, die Kehrbesen und di« Säulenkratzer ihre^Arbeit verrichten und die Fieberkurve etwas zurückgeht. K. Zurland. Das Gold im Bezirk Klondyke lag drei bis fünf Meter unter der Oberfläche. So große Goldklumpen, wie in Australien gefunden wurden, fand man in Alaska nicht, sondern die Ausbeute bestand meistens in Goldstaub und ganz kleinen Klumpen. Das Auswaschen des Goldes ging damals auf die Weise vor sich, daß der goldhaltige Kies in Kisten getan wurde, durch die ein starker Wafferstrom geleitet wurde. Das war natürlich eine sehr primitive Methode, durch dje keineswegs alles Gold ausgewaschen wurde. Man hat deshalb später, als man bessere Methoden fand, die bereits ausgewaschenen KieS- haufen nochmals durchgewaschen und dabei einen sehr guten Erfolg gehabt. Im Winter mußten die Goldsucher sehr vorsichtig sein, damit die Gliedmaßen nicht erfroren.'S» erzählen von einer Wanderung, di« sie bei strenger Kälte unternahmen, um Gold zu suchen. Sie mußten dabei eine Strecke über den Pukon gehen, wo zwischen Schnee und EiS Wasser war," wie immer, wenn es sehr kalt ist. Dadurch wurden di« Füße naß, und ehe sie eS sich versahen, waren die Beine steif gefroren. Glücklicherweise kamen sie unterwegs an ein Zelt, in dem das Feuer im Ofen brannte, als wären sie erwartet worden. Sie schnitten die Stiefel von den Füßen und rieben die Füße kräftig mit Schnee. So wurden die Männer vor dem sicheren Tode gerettet, denn bei einer noch längeren Wanderung durch die Kälte hätte sich der kalte Brand eingestellt. Es war auch nur ein Zufall, daß sie ein geheiztes Zelt fanden, denn die Besitzer dieses ZclteS waren abwesend und hatten bei ihrem Fortgang nur vergessen, das Ofenfeuer auszumachen. Im Sommer war die Moskitovlaae entsetzlich. Menschen und Tiere können diese Plage fast nicht ertragen, denn die Moskitos treten in gewaltigen Schwärmen auf. Wenn man nicht ein Netz um den Kopf trägt, um die bösartigen Insekten abzuwehven, ist man überhaupt verloren. An Tieren waren hauptsächlich Elche, Daren und eine Art Hirsche vertreten, und zwar kamen diese Hirsche, Karibus genannt, in Herden von mehreren Tausend vor. Manche von den Goldsuchern hatten das Glück, in verhältnismäßig kurzer Zeit ein Vermögen zu verdienen. Viele aber litten bittere Not, weil sie ihre Vorbereitungen unzureichend oder unpraktisch getroffen hatte«. So merkwürdig es klingt, sst eS doch Tatsache, daß auch jetzt noch in Alaska viele Menschen leben, die nirgends sonst wohnen möchten. Wenn sie wirklich einmal wieder in die Zivilisation zurückkehren, gehen sie doch meist nach kurzer Zeit schon nach Alaska zurück, das sie festgehalten hat, obwohl sie eS anfangs nur aufsuchten, um rasch reich zu werden und dann in die Heimat zurückzukehren. H. Lauterbach. Arbeiter, kümmert euch um eure Jugend! Unterstützt die Kinderfreundebewegung und dl« Jugendorganisation. Der Sozialismus beginnt nicht in der Versammlung, sondern in der Familie! immer nodi Krieg im firan Chaco. lieber den kriegerischen Verwicklungen im j Fernen Osten, die. augenblicklich das Interesse der ganzen Welt beanspruchen, vergißt man allzu leicht^ daß an einer anderen Stelle dieser unruhigen Erde immer noch Krieg geführt wird und zwar im Gran Chaco, wo sich Bolivien und Paraguay auf das Erbittertste bekämpfen. Wir haben in Europa im allgemeinen keine rechte Vorstellung von dieser Art Krieg und glauben immer noch, daß es sich bei diesen Soldaten, die dort gegeneinander ziehen, um ungeordnete, undisziplinierte Heerhaufen handelt, um ein buntes Gemisch von Abenteurern und Eingeborenen, denen es um Deute und Staatspfründe geht. Es handelt sich aber um wohl disziplinierte, leidlich gut ausgerüstete Heere. In Bolivien ist das Heer mach preußischem Vorbild erzogen, sogar di« Uniformierung ist preußischen Vorbildern nachgrbikdet. Das bolivianische Heer ist gut ausgerüstet und verfügt über alle modernen Waffen. Die allgemeine Wehrpflicht wird streng durchgeführt, die Korruption im Offizierskorps ist ganz auSgemerzt word«n. Auch Paraguay hat die allgemeine Wehrpflicht. Die Ausbildung seiner Armee ist vorwie- aend nach englischen Gesichtspunkten erfolgt. Die Armee ist natürlich bedeutend kleiner als die Boliviens mit feiner höheren Einwohnertiffer, aber sie ist gut ausgerüstet und bis auf Flugzeuge mit modernen Waffe« wohl versehen. Die Umstände, unter denen im Gebiet d«S Gran Chaco gekämpft wird, sind grauenerregend. Zur größeren HAft« ist dieses Flußdreieck sumpfiger, völlig unwegsames Urwaldgelände, von Fieber und allen teuflischen Tropenkrankhetten ver- feucht, mit Giftschlangen ohne Zahl. Di« paraguayischen FortS, di« bisher von bolivianischen Truppen genommen wurden, liegen fast mitten im Urwald und find zu normalen Zeiten meist der Aufenthalt von Straflom« pagnien. Das hat sich gerächt, denn sie konnten ziemlich leicht erobert werden. Bei den Kämpfen in diesen Gegenden sind aber die modernen Waffen soweit sie überhaupt zur Anwendung gelangen können, bei weitem nicht daS Gefährlichste. Auf einen Verwundeten oder Gefallenen darf man das Dreifache an Kranken rechnen. Siegen wird bestimmt nicht der, der über die besseren Waffm verfügt, sondern der, dessen Soldaten das Klima gewohnt sind. Unter diesen Umständen kann da» kleinere und schwächere Paraguay sehr wohl Sieger bleiben, denn di« bolivianischen Soldaten stammen meist au» höher gelegenen Gebieten und werden unsäglich unter d«m ungewohnten, fiebrigen Milieu leiden. Dieser Krieg im Urwald darf überhaupt nicht mit europäischen Maßen gemessen werden. Solches„Kampfgeländ«" gibt es bei un» nicht. Di«s«r Krieg im Urwald erfordert eine ganz besondere Strategie und das„Material" wiegt gering gegenüber der Widerstandskraft de» Menschen. deS Soldaten. Der Urwald ist es auch, der mehr als der Hälfte aller südamerikanischen Kriege bisher een natürliches Ende gesetzt hat. Der nach westlichen Grundsätzen gedrillte Soldat findet hier die Mauer, über di« er nicht hinweg kann. A. Gressung. iNiminnniiiiiiiii(uvnniiiitiii{!iiii!iiiiiiiiii!iiiniiKiiitiiMm)inmuuHHiniimiHiHnnimiiHiiniiiiniiiiiiniiiniiiiinimimiimiinminHmiiiiiiiiiiimnHmHmiHuinuuuiiuHmi!iiinniiiinimiiniRnimB GMdfuGer Menv in Alaska. I Wie es vor 40 Jahren in Klondyke war.— Der Kampf mit Kalte und Moskitos. Goldftaubwährnng. Weibliche Angestellte. In einer Folge sozialpolitischer Schriften gibt Josef W i 11 ch eine Broschüre heraus, die die konkrete Lage der als Angestellte tätigen Frauen zeigt,- wie sie sich in der schönen Literatur, also im Roman, in der Reportage, und im aut» biographischen Roman widerspiegelt. Daß di« Werktätigkeit der Frau heute mehr und mehr ZUm Gegenstände ver Literatur wird, rührt gewiß tu erster Linie von den Wandlungen in den ökonomischen Verhältnissen her, die di« Lage der Angestellten grundlegend verändert und die bisher recht wenig beachtete Schicht immer mebr in den Mittelpunkt der sozialen Betrachtung gerückt haben. Daß das. Angestelltenproblem überdies weitgehend als Problem der Frau und ihrer Berufsarbeit anzusehen ist, geht Aon daraus hervor, daß es zum größten Teil Frauen sind, die hinter Schreibmaschinen, Kontorpulten und Ladentischen ihr Brot verdienen. - Wa» die Umfrage des Zentralverbandes der Angestellten und andre gewerkschaftlich« Untersuchungen mit Hilf» der summierenden Statist'k sestst«llen, sucht die Literatur am Einzclschick'al deutlich zu mach««. Wenn auch dir Heldin oft individuelle Züge aufweist, die bei ihren Kolleginnen nicht zu finden sind, so läßt sich das, was gesagt wird, im großen und ganzen doch verallgemeinern. Es sind charakteristi'che Züge da, die das Einzelschicksal symptomatisch für eine ganz« Klaffe weichen lassen. An Hand der aktuellsten und bekanntesten literarischen Schöpfungen erörtert Witsch diese brennenden. Fragen. Er berücksichtigt u. a. die Romane von Anrra Drück, Paula Scher, Irmgard Keun, Rudolf Braune, Maria Leitner, ft» «er die Schrillen von Sinclair Lewis, Edna Ferber und Wilhelm Speyer. In diesen Romanen werden der sozialen Herkunst nach m der Haupt- Lache drei Typen von weiblichen Angestellten unterschieden: Erstens drängen Frauen und Mädchen aus Arbeiterkreisen in die Angestelltenberuf«, weil sie darin ein« Möglichkeit zu sozialem Aufstieg sehen. Di« wirtschaftlichen Folgen von Krieg und Inflation treiben ferner viel« Frauen der verarmtrn Mittelstandes in die Angestelltenberuf«. Daneben gibt es noch ein« Grupp« von Frauen, deren soziale Herkunft nicht eindeutig zu umreißen ist. Das Kennzeichen dieser Frauen ist in erster Linie, daß nicht wirtschaftlich« Not sie zur ErwerbStätigkebt führt, sondern der Wunsch nach einem Beruf und imch persönlicher Unabhängigkeit von der Familie oder vom Man«. Zu dieser Gruppe taun man auch die Frauen und Mädchen rechnen, denen es lcd'glich um das Äe» dienst eines Taschengeldes geht; denn das selbstverdient« Geld erlaubt eine gewisse Unabhängigkeit vom Elternhaus.- Das Lebensalter, besonders die schwierige Lage der älteren Angestellten wird in den einzelnen Werken ausführlich behandelt. DaS Aelter- werden ist für die meisten älteren Angestellten verhängnisvoll. Jüngere Kräfte sind billiger und da man bei der immer größer werdenden Mechanisierung der Arbeit nicht mehr auf ein- gearbeiteteS Personal angewiesen Ist, stellt man lieber jüngere. Kolleginnen ein. Neben dem Alter ist auch die äußer« Erscheinung sehr ausschlaggebend flir dos Fortkommen. Jung«, hübsche, gut angezogene Bewerberinnen werden ost ihren die t Vorteile nicht aufweisenden Berufskolleginnen vorge-ogen. Auch sexuelle Ausbeutung weiblicher Angestellter, di« in der Literatur immer wieder gegeißelt wird, mag häufig genug Vorkommen: Aber man darf nun doch noch lange nicht folgern, daß solch« Zustänhe überall da existieren, wo Männer und Frauen zusammen arbeiten. Allerdings gibt es häufig für die weiblichen Angestellten keine Möglichkeit, gegen derartig« Anstände anzugeben, ohne sich selbst zu ichäd'gen. Ost sind sie auch gezwungen, sich auf diesem Wege di« Mittel für notwendige Zuwendungen zu verschaffen, für die ihr bescheidenes Gehalt nicht ausreicht, zumal da von ihnen verlangt wird, daß sie gut angezoaen sind. In allen vorliegenden Werken wird übereinstimmend di« unzureichende Entlohnung der weiblichen Angestellten hervovgehoben. Die meisten sind gezwungen, noch etwas nebenher zu verdienen. Ost aber ist die Arbeit im Betriebe derartig ermüdend und aufreibend, daß für einen Neberive» dienst weder Zeit noch Kräfte übrig bleiben. Infolge unzureichender Entlohnung, Ueberanstren- gung und Eintönigkeit der Arbeit werden viele Kräfte frühzeitig verbraucht. Sie werden dann einfach abgebaut, da es nicht schwer ist, Ersatz zu finden: jüngere und billiger« Kräfte gib* es genug. Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf albt cs aus diesen Gründen für die weiblichen Angestellten nur wenig. Biele Angestellte betrachten daher ihren Beruf nur als Uebergangsstadium, als notwendiges Nebel vor der Ehe. Ein« wichtige Frage, die auch in der Literatur immer wieder behandelt wird, ist die Kolle- galität. Während ein grrtes Verhältnis zum Chef oder Vorgesetzten Bedingung ist, ist nicht selten von einem güten Auskommen dcr Angestellten untereinander wenig zu bemerken. Ost ist im Betriebe die. Rivalität größer als die Kollegialität. Das^ist die natürliche Folge des ganzen Ar- beitsbetriebes. Besonders kraß tritt dies im Warenhausbetrieb in Erscheinung, da dort die Leistung nach dem Umsatz bewertet wird; dadurch wird hier die Kolleg alität sozusagen absichtlich untergraben: die Verkäuferinnen kämpfen gleichsam miteinander um di« Kunden. Man sieht also, daß der Beruf vieles Uner- steuliche für die, Angestellten mit sich bringt^ Ein befriedigendes außerberufliches Leben könnt« mancher erleichtern. ES wird jedoch in der Literatur immer wieder gezeigt, daß diese» in den meisten Fällen nicht wogl'ch ist. Das Angestelltengehalt erlaubt nicht die Unterhaltung einer eigenen Wohnung. Das möblierte Zimmer ist in den seltensten Fällen ein idealer Aufenthalt, und di« Enge des proletarischen Familienhaushaltes ist meistens auch kein Gegengewicht gegen die Unannehmlichkeit«» des Berufes. Die Analogie zur Fabrikarbeiterin liegt hier sehr nahe. Daher klingi uns aus allen Darstellungen ein Unterton von Resignation entgegen, da die heutige Organisation der Frauenarbeit bestimmte Bedürfnisse der Frau einfach unbefriedigt läßt. Berufsmäßigkeit und Angst vor dem Schicksal der älteren Arbeiterin zwingen dann häufig zu einer Che, die sich auch als falsche Lösung herausstcllt, weil sie unter unrichtigen Voraussetzungen geschloffen wurde. Mehr und mehr schrettet di« Proletarisierung der Angestellten fort, besonders heute, wo die Kris« eine groß« Zahl von Angestellten brotlos macht. Trotzdem läßt die Solidarität der Angestellten mtt den Arbeitern noch manches zu wünschen übrig. Das fleinst« Büromädel dünkt sich heute manchmal mehr als die Arbeiterin. Hiev liegt gewiß noch ein großes Arbeitsfeld für die Gewerkschaften, deren Existenz noch fast nie in der Literatur erwähnt, wird. Die Frage nach der ge» roerkschaftlichen Organisation der Frau ist noch nicht beantwortet.—r?lus allem aber ergibt sich der Schluß, daß die berufliche Organisation der ertverbAätigen Frau Lücken aufweist. Die Lage der»veiblichen Angestellten charaktevisicrt Kra- caiier wohl am besten mit den Worten: i,Di« Masse der Angestellten unterscheidet sich vom Proletariat darin, daß sie geistig obdachlos ist. Zu den, Genossen kann sie nicht hinfinden, und das Haus der bürgerlichen Begriff« und Gefiihl«, daS sie bewohnt hat, ist«ingestürzt, weil ihm durch die wirtschaftliche Entwicklung di« Fundamente entzoaen worden sind. Sie lebt gegenwärtig ohne ein« Lehre, zu der sie aufblicken, ohne ein Ziel, das sie erfragen könnte. Also lebt sie in Furcht davor, aufzublicken und sich bis ,u End« durchzufragen." Meta Helen Jacobs. Seit« 6 ^Sozialdemokrat^ Samstaq, 4. 9St) 1983 Nr. 54 Den Kleinsten- Lederschuhe mit Chromledersohle. Feste Schnürschuhe mit Gum* misohle. Gr. 35-38 XL 29.- FÜR KINDER: STRUMPFE: Baumwolle KE 2.-,3.-, 4.- Wolle Kc 4.9.- Florstr. KL 4.-J.-, 9.- in„Generalstiefel" 3, 4- Gr. 27-34 29. Feste Knabenschuhe mit Ledersohle. Gr. 35-38 KL 39.- STROMPFE: Baumwollstr. ab KL 2.- Seidenstr. ab KL 7.- SCHUHE BEI JEDER WITTERUNG! Halbschuhe in braun, schwarz oder Lack. Tadellose Halbschuhe mit Krokodilleder-Imita- tion. Metallspange. MACCO-Slr. Elegante Lack- Halbschuhe. Für die Promenade m braun BEI REGEN TRAGEN SIE GALOSCHEN ODER Überschuhe i PRACHER?E1TIMO. Geriditssaal Bi« 18jihriger Ledemnnn. 1500 K in timt Nacht verpulvert. (Vom Jugendgericht.) Prag, 3. März. Bor dem Jugendrichter OGR. H«Ilriegel stand ein 16jährig«r Jüngling unter der Anklage des Diebstahls. Der Angeklagte ist ein Waisenkind und wurde in früher Kindheit von einem wohltätigen Menschen ausgenommen, der ihn erzog und es ihm an nichts fehlen lieh. Der Pflegesohn führte sich auch bis zu seinem 15. Lebensjahr vollkommen tadellos auf. Dann aber machte er di« Bekanntschaft eines Mädels, welche ihn schnell auf Abwege bracht«. Das gut« Verhältnis gu seinem Ziehvater verschlechterte sich schnell. Di« Sache fand«in übles Ende. Unter dem verhängnisvollen Einfluß seiner Freundin ließ sich der jung« Mann zu einer Schlechtigkeit verleiten, Er bestahl seine» Ziehvater um 1500 K und begab sich mit seiner Gefährtin auf einen tüchtigen Bummel. Das Pärchen besuchte eine Reihe von Bars und anderen Nachtlokalen und da man dem kindlichen Lebemann leicht anmerken konnte, daß er«in dankbares Wurzobjekt sei, wurde«r auch gehörig gerupft. I n einer einzigen Nacht verpulvert« er die gestohlenen 1500 K und am nächsten Morgen saß er ohne einen Heller Geld und mit eimm ungeheuren physischen und moralischen Katzenjammer da.' ES- blieb■ ihm. nun.nichts übrig, als sich reumütig seiner'Schuld zu bekennen. Der Pflegevater wollt« aber nichts mehr von ihm w.'ffrn und erstattet« di« Anzeige. Di« Reu« und di« bitteren Tränen d«S entgleisten Bürschleins kamen nun allerdings zu spät. Der Jugendrichter verurteilt« den Jungen zu einer Straf« von drei Monaten Verschließung, di« allerdings bedingt ausgesprochen wurde Da es nach der Lage der Falles wümchenswert schien, den Burschen weiteren Verführungen zu entziehen, wurde verfügt, daß«r einer Erziehungsanstalt zu übergeben sei. rb. Das Sttafrreirqericht vor der Uederfirdluug. Ab SO. April in Pankraz. Prag, 3. März. DaS neu« Gebäude des Straf- lreisgerichtes in Pankraz ist nun fertiggrslellr. Am 13. Aprrl beginnt di« Uebcrsiedlung aus dem b'rherigen Gebäude am Karlsplatz. Erne Woche lang werden all« Strasverhandlungen aus- gesetzt(in dies« Zeit fallen allerdings di« Oster ftiertage) Am 20. April, dem Donnerstag nach O st e r n, beginnen dann di« Derhandlungrn in dem neuen Gebäude. Eine Ausnahme macht vorläufig noch das Schwurgericht, das noch seine zwei nächsten Sessionen im allen Gebäude abhalten wird, weil der Schwurgerichtssaal in Pankraz noch nicht fertiggestellt ist. , Im Justizpalast am Karlsplatz bleibt das Strafbezirksgericht, ferner übersiedelt das Handelsgericht und das Arbeitsgericht dahin. Es ist zu begrüßen, daß namentlich daS letztere aus seiner dunkeln Höhle im P l a t t«i S rn menschenwürdige Räum« übersiedelt. Im übrigen wird aber di« Verlegung einer der größten Gericht« an di« entlegenste Peripherie von allen Beteiligten, von Richtern, Anwälten und Journalisten mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen. ES ist eine Hinterlassenschaft der Aera Mayr-Harting. rb- Vorfälle and Veranslallnnoen Marx und di« Gegenwart. Darüber hält Donnerstag, den 9. März, um halb 8 Uhr im Bortragssaal des Ministeriums für soziale Fürsorge, Prag II., Palackäho näm. 4, Genosse Georg Stolz, Sekretär-Stellvertreter des Internationalen Geto^rkschaftsbundes in Berlin, eine« Vortrag. Di« Genfer Redoute der Geschäftsreisenden und Vertreter findet am Samstag, den 11. d. M. im großen Saale der Lueerna statt. Reklamationen für diesen größten Maskcnrummel der Saison sind an daS Sekretariat der Union der Geschäftsreisenden und Vertreter, Prag kl., Jungmannoba 29. zu richten. 1882 Kunst und Wissen Arbeiter-Vorstellungen. Morgen Sonntag, halb 3 Uhr, Arbeitervorstellung:„Salon Pitz«lb«rger"(Offenbach) und„®t schön« Galaths«"(Supps). Karten an der Theaterkasse. Arbeitervorstellung.„Hofkma.uvS Erzählung e h" am Sonntag; den 10. MLrz, um halb A Uhr nachmittags iiy Neuen Deutschen Theater Karten ab DienStäg von 8—2 und 4—6 Uhr bei Optiker Deutsch, Graben, Koruna.'. Montag: Festvorstellung anläßlich des Geburtstages des Präsidenten der Republik:„HofsmannS Erzählungen". AbonnementSvorftellung der Serie D2, die das Werk noch nicht im Abonnement hatte. Mittwoch:„Dr. Med. Hiob PrätoriuS, Facharzt für Ehrrurgi« und Frauenleiden". Einmaliges Ensemblegastspiel Eurt Götz— Valerie v. Marten. Abonnement aufgehoben. Trotz Gastsipiels Preis« nicht erhöht. Sitzplätze von 9-52 K. Sonntag, 11 Uhr: Gemeinsam mit der Urania: DiSknssiousmatinse über di« Aufführung von Gide» „Oedipus". Mitwirkende: Die Darsteller der Oedipus-Aufführung, ferner Oberregisieur Harprecht, Dr. Emanuel Windholz. Karten inÄ. Programm und Garderobe 10 K. Für Abonnenten und Uraniamitglieder(Karten für letztere an der Urania-Kasse) 5 K WschenspiAplan d«S Neuen Deutschen ThraterS. SamStag, halb 7 Uhr„Götterdämmerung". — Sonntag, halb 3 Uhr: Arbeitervoistelluug: „Salon Pitzelberger"—„Die schön« GalatHs«"; halb 8 Uhr: Ensemblegastspiel Bässe rma n n:„Konflikt"(A. A.).— Montag, halb 8 Uhr: Festvorstellung aus Anlaß d-s GeburtSfesteS des Herrn Präsidenten der Republik: „Hoffmanns Erzählungen"(D 2).— Dienstag, halb 8 Uhr:„B e r w i r r-u n g der Gefühle"(A 2).— Mittwoch, halb 8 Uhr: Ens«mbl«gasftp:el Curt Götz:„Dr. Prätorius" lA. A.).—Donnerstag, halb 8 Uhr:„Musik um Susi'(C 2).— Freitag, halb 8 Uhr:„Wenn di« kleinen Veilchen blühen"(A. A.).— SamStag. halb 3 Uhr:„Figaros Hochzeit" (A. A.); halb 8 Uhr:„Mädchenjahr« einer Königin"(A. A.). Wocheufpielplan der Kleinen Bühn«. Samstag, halb 8 Uhr: Erstaufführung:„Eva saniert daS Paradies".— Sonntag, 11 Uhr: DrSkus- sionsmatin.se; 3 Uhr:„Geisterzug"; 8 Uhr: „Musik um Susi".— Montag. 8 Uhr:„Eva saniert das Paradies"(Bankbeamten l).— Dienstag, 8 Uhr:„Salon Pitzelberger"— „Di e schön« Galathse".— Mittwoch, 8 Uhr: „Candida"(Bankbeamten II).— Donnerstag, 8 Uhr: Em'emblegastfpiel Fritz Grünbaum.— Freitag, 8 Uhr: Ensemblegastspiel Fritz G r ü n- bäum.— Samstag, 8 Uhr: Ensemblegastspiel Fritz Grünbaum. Mftteilu"gen aus dem Publikum. Direkt« Flugverbindung OSR. mit dem Fernen Osten. Die».ränderen W rtschafls- und Exportverhältnisse nützen d e Baka A.-A.-Werke zum Auf- l>aue von weitgehenden und direkien GcschäftSvcr- bindungm mit Asien und Europa aus, wohin die Tschechoslowakei bisher ihr« Produk:e nur mit Hilf« von Berm ktlern liefer.e. Bel dieler'Arbeit spielt ein« wichtige Rolle di« Beförderung. In diesen Tagen begännen die Bata-Werke mit der holländischen, königlichen Aerolinie Amsterdam—Baiav'a zu verhandeln und schlagen Zl'n als Landestelle für d e Flugzeug« der Gesellschaft vor. Obzwar die regelmäßige Flugverbindung mit dem Fernen Osten von drei Gesellschaften(englisch«, französische und holländische) durchgeführt wird, gibt es trotzdem für diel« Limen nicht eine«inz ge I.ation in der Tschechoslowakei; Wien und Budapest gelten alS Landeplätze.— Es zeigte sich aber, dast auf den genann en Flugplätzen di« mästen Reifenden, di« im Jahre 1432 ang'führten Flngl'nlen benützten. Angestrll'r d«r Bata-Werke aus Zlin waren.— Die Verhandlung wird erfolgreich geführt, denn ein Landen auf dem Bata-Flugplatz würde kein Abweichen von der normalen Fluglinie erfordern. 1902 Aon- Spiel• KOrneroIlene Vierländerwrttkamvf im Oerite* turnen in Prag. Rach vielen Bemühungen ist eS gelungen, den seit langer Zeit geplanten Bierländerwettkanrpf im Geräteturnen in Prag Lurchzuführen. Diese Großveranstaltung, di« am S o n n t a g, d« n 12. M ä r z, vormittags, Im„R a d i o"- S a ä l. Fochstraße stattfindet, wird gewiß das Interesse aller Arbeitersportler finden. An diesem Kampf sind folgend« Verbände beterl'gt: Schweiz, Deutschland. Tschechoslowakei: DTJ. und Atus. Gute Aussichten auf den Sieg haben i»e Schweiz und Deutschland. Wie di« beiden Mannschaften der Tschechoslowakei abschn«iden werden, läßt sich im voraus nicht sagen; Ueberraschuugen sind jedoch nicht auSge'chlossen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der Verband der TDJ. mit einigen Vorführungen di« Paulen ausschmücken. Der Vorverkauf hat bereits eingesetzt und eS besteht schon fttzt«ine reg« Nachfrage, so daß mit einem auSverkausten Hause zu rechnen ist. Darum besorg« sich jHer seine EmtrittSkart« so rasch als möglich Lei den Funktionären unseres Prager Atus. International« und Landes-Bestleistungen der Irbeiter-tzeichtathletik. Laufen über 200 M«- 'er:. International« Bestleistung: 22 Sekunden. Norwegen;.Landesbestleistung: 22.1, Deutsch, Centralbank der deutschen Sparkassen in der Cechoslovakischen Republik. Hauptanjittt: Prag li, Bredauergasse 14. ZwelgnlederlassnnRen: | ÄQMig. Brflnn, Eger. Jägerrdorf Refahaaberg, C. Teichen. Trautenau. Tro, pu. I Die Bank der deutschen Spsranstalten und I ie< Gemeinden. land; 22.5, Finnland; 22.6, Oesterreich; 23L, Tschechoslowakei(D T I.)» Belgien; 234, Lettland, Schweiz; 23.5, Ungarn; 23.6, Polen; 24.6, Estland, Holland; 25.1, Palästina; Ä.2, Tschechoslowa,- kei(Atus).— Laufen über 300 Meter: International« Bestleistung: 36.3, Oesterreich: Land.'Sbastleistung: 37L, Ungarn; 37.8, Lettland; 58 9, Polen.— La u f« n über 400 Meter: Jniernational« Bestleistung: 49.9, Finnland; LandeSbestleistung: 50, Norwegen;, 50.8, Ungar"! 51.2, Oesterreich; 51L, Deutschland;' 51.6, Tschechoslowakei«D T Ä); 53, Lettland; 53.1, Pole«; 54.8, Schweiz; 55, Tschechoslowakei(Atus); 55.5, Belgien;'55.7, Holland;. 56.1, Estland; 57.1, Palästina. Ardeiter-Faltbootfahrer in der Schweiz. Bon d«n Mitgliedern des Arbeiter-HalSbootklubs Zürich weichen zur Zeit 20 neu« Boote im Sekbstbau hcr- geftellt und im Frühjahr fertig sein. Derselbe Klub hat in eigener Regi« in den Bergen eine Ski Hütt« errichtet, die 50 bis 60 Skifahrern gastliche Untet- kunift gewährt. Die Arbeiter-R^fahr«r Oesterreichs werden in diesem Iah«, chiedex iHv«.B>ntzeLmcist«rschast..'M Straßenrennfahren nach einer Pause vyn zehn Iah' reu üb:r«ine. Strecke von IM Kilovtr:«r durchfuhr ren. Als Renrstrecke wurde nun endgültig di« Brünner Re chsstraße bestimmt. Ti« Meisterschaft wird am 27. August ausgetrageu werden. In die- s?m Monat wird es auserdrm noch«ine Reih« schwieriger Rennen geben. Am 6. August siebenmal di« Schwechater Rundstrecke(189 Kilometer), am 13- August die Wiener Straßenmeisterschaft über 100 Kilometer, am 20. August di« Bündesmeisterichast im Mann'chaftSfahrcn über 100 Kilometer und schließlich die Einzelmeisterfchaft. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag 11.. Prikopy, Palais Koruna. I a - - xMaaooaoMeaMeeetaeweeee* W e 8 8 o l A « i o r • r r AnoHsMlar Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die C. S. R. In Prag. General- A- entsebaft Reichen bei g empfiehlt sieb znm Abgeh lab von Feuer-. Un all-, Haftp Einbruch-, Auto-, Trans port-, Pierde- und ViehversicheruoKen zu kulanten Preisen.»743 Bar?a'antlemittel in der C. S. R. 56 Millionen Büros: Pra«, Narodni 11. 17. Reichen berg, Schützens. Nr. 21. Brünn. Theater ässe Nr. I. Der internationale Frauentag in Prag findet gemeinsam mit den tschechischen Genossinnen NMiwodi, den S Rlärz, Punkt 7 Uhr abends im großen Saal des„Lidovy düm“ statt. Deutsches Referat:„Für Völkerfrieden- für Menschenrechte 0 Genossinnen, Genossen! Sorvt für einen zahlreichen Besuch! Abgeordnete Genossin Kirpal« AUSSH Sniatitkii£ic«;rict I.ik- Ud«I«»d-kIcur ttilkrlm«itltu SeraiiworiUchri Xesattear Lr i 11 a 11. di»g- Druck: JRsta- fät unö Suchdruck. Pro»— 9«•<> Druck«eraatiwttHA Cti» oulU, Etas.—&U uazdmarlruirankut»» wurde»n der Pdü- u De!e-rapden»>rerii»d«II Orlu lS.Sü0