13. Jahrgang. Samstag, n März 1933 Rr so. VSNnS. acr besessene Turann. Die gemeinste Minister-heile oller Zeiten. Offen, 10. März. In den Ausstellungshallen veranstaltete heute abends die NSDAP, eine große Kundgebung, auf der Reichsminister Goering über die Bedeutung der bevorstehenden Kommunal- und Provinzial- Landtagswahlen sprach. Goering führte dabei u.«. aus: Wenn die Wahl eine Bedeutung hatte, dann war es die, daß es gelungen ist, das Zentrum aus dem Zentrum der deutfchen Stellung. hiuauSzujagen. Wenn sie jetzt glauben, ihre Niederlage mit Anmaßung verbrämen zu könne«, dann haben sie sich getäuscht. Wenn auch der Marxismus der Todfeind des deutfchen Volkes war und die Sozialdemokratie Deutschland verrate« hat, so dürfen wir nicht vergessen; überall dort, wo diese roten Gauner deutsches Gut gestohlen habe«, hat der s ch w a r z e T ch m i e r e gestand e n. Der Hehler ist nicht viel besser als der Stehler. Einst Ware« die deutschen Städte Stätte« deutscher Kultur. Sind es einst die Häuser der Zünfte und des Rates gewesen, die von dieser Kultur zeugte«, so find es jetzt die Krankenkassenpoläste und Warenhäuser, die Ge- werkschastshäuser, die Bauwerke der vergangenen Systems. Ich habe heute im Staatsministerium eine Verordnung eiugebracht, die ich AntikorruptionS-Derordnung genannt habe und die bezweckt, daß der verfluchte«Vetter«- nnd Bonze nwirtchast, der Pfründenwirtschaft ei« Ende gemacht wird. I» Zukunft wird eS sür manche Oberlduraermekster und Magistratsbeamte etwas schwer sein; sie müssen eine andere Tätigkeit für ihr« nähere Verwandtschaft anSsnchefi, weil es in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, die Pfründe an eigene Bonzen bis ins letzte Glied za verteilen. Wenn heute diese Bonzen glauben, sie hätten wohlerworbene Rechte und bestenkallS könnten sie mit vollem Geholt beurlaubt werden: Rein! Wir werden dem Reichstag ein Geketz vorleoen. daß nicht nur ohne Pefisio» verabschiedet werden kann, daß darüber hinaus gewisse Herren verpflichtet werden können, auch znrückzuzafi- len, was sie zu Unrecht empfangen haben. Tie Gemeinden müslen wieder gesund werden nnd iw werde daS Meinige tun, nm mit eisernem Besen auch dort zu kehren. Ich danke meinem Schöpfer, daß ich nicht weiß, w a S objektiv ist. Ich bin subjektiv! Wenn sie sagen, die Bevölkerung fei in furchtbarer Erregung, weil jüdische Warenhäuser vorübergehend geschlossen waren, ist es nicht natürlich, wenn wir Deutsche endlich erklären: Kauft nicht beim Juden, sondern beim Deutschen! Ich werde Polizei rücksichtslos einsetzen, wo man daS deutsche Volk zu schädigen weiß, aber ich leime es ob, da*r die Valizei eine Schutztruppe jüdischer Warenhäuser ist. Wenn sie sagen, da und dort sei einer aw>e. holl und mißhandelt worden, so kann man nur erwidern: Wo gehobelt wird, fallen Späne! Ruft nicht soviel von Gerechtigkeit, es tönte sonst eine Gerechtigkeit geben, die in den Sternen steht und nicht in euren Paragraphen und wenn diese Gerechtigkeit leuchtet, ist euer End« gekommen. Man klagt 8,her die.Unterdrückung der Zeitungen. Wundert euch das? Mich wundert nur, daß sie noch exi, stiere«. Lieber schieße ich ein paar mal zu kurz und zu weit, aber ich schieße wenigstens! Solange im Sinne der vielgerühmten internationalen Solidarität die sozialdemokratischen Genossen im AuSlande in den sozial, demokratiseben Zeitungen so hundsgemein Über das Deutschland Adolf Hit'ers schreiben, solange erscheint in Deutschland leine sozialdemokratische Zeitung. Pressefreiheit im Dritten Reith Dem„Tag" zur Lehre. Tie Thüringer Regierung hat seit dem Wahltag alle s oz ial demokratisch e n Blätter verboten. Am Tag vor der Wahl wurden diese Blätter gezwungen, Hillers Rede gegen den Marxismus im Wortlaut wiederzugeben. Der Geschäftsführer der in Altenburg erscheinenden„Ostthüringer Volkszeitung" wurde letzt verhaftet und dem Schnellrichter zugeführt, weil das Blatt ohne die Wahlrede erschienen war. BOrserlcriegs-Gefahr in Ocstcneiöi. Die Regierung plant: Niederwerfung Wiens.— DaDsDurger-Dcstauratlon. Wien, 10. März.(Eigenbericht.) Die Lage in Oesterreich hat sich im Laufe der letzte« viernndzwanzig Stunden weiter verschärft. Dee Regierung zieht immer mehr Truppen«m Wie« zusammen. Auch die BewaffnungderHeimwehre« macht immer weitere Fortschritte. Wie verlautet, sind 15.000 Gewehre aus dem Bestände der Hirten» berge r Waffe«, die noch keineswegs vollends nach Italien zurückgebracht wurden, an die Heimwehrleute ausgegeben worden. Auch Armbinden, welche die Heimwehrleute als Rotpolizei kenntlich machen sollen, find bereits bei den Geiwarmeriekommande«. Der Plan der Regierung besteht auf Betreiben der HeimwÄhren offenbar darin. Wie« mit Waffengewalt niederzuwerfen und dann an die Eroberung der Provinz zu schreite«, das letzte Ziel soll, wie unser Berichterstatter aus sehr verläßlicher Quelle zu melden weiß, darin bestehen, gemeinsam mit Ungarn an die Restauration der Habsburger-Monarchie zu schreite«. Auch rein parlamentarisch hat sich die Lage anßerordentlich verschärft. Die Regierung hat neuerlich erklärt, daß sie die Einberufung de- Nationalrats als Kriegsfall betrachte. Daraufhin hat der großdeutsche Präsident, der de« Nationalrat einberufen hat, einen außerordentlich energischen Brief an den Bundeskanzler gerichtet, in dem er auf de«§ 76 des österreichischen Strafgesetzes hinweist, der die Störung einer Tagung einer parlamentarischen Körperschaft als Berbreche« qualifiziert und mit zehn Jahren schweren Kerkers bedroht. Dieser Hinweis bezieht sich offenbar darauf, daß die Regierung andeutet, sie werde gegebenenfalls die Tagung de- Parlament- mit Gewalt verhindern! Straffer erklärt i« seinem Schreibe«, daß er sich an den Staat-anwalt wenden werde. ArbeltcrsdiaN hampicntsdilosscn. Heute nachmittag» sand in Wie» ein« grqße syzia.lde«akrtti.sche V e x, tra n.e»-man nerve rfammlnng statt, an der" mehr al- 3000 Wiener Vertrauensmänner teilnahmen. O t t o V o u e r hielt eine Rebe, i» der er auf den außerordentlichen Ernst der Lage aufmerksam machte und de« Vertrauensmännern mitteilte, die Sozialdemokratie werde^ so lange es möglich wäre, versuchen, den Bürgerfriede« zu erhal-. ten. Wen» aber der Augenblick komme, in dem es nicht mehr möglich sei« werde, Parole« zur Massenaktion heran-zugebvr, dann werden die Arbeiter auf eigene Faust und mit alle« Mitteln ihre Fee»he i t und die Republik verteidigen müsse«. Mau könne darauf gefaßt sein, daß in allernächster Zeit in Oesterreich sich außerordentliche Ereignisse vollziehen werden! SA Obcrföllt Johanii-ticorgcnstadt. Die Stadt von SA besetzt.— Arbeiter verhaftet, miß handelt und ermordet- Treibjagd auf Sozialdemokraten und Kommunisten. Johann-Georgenftavt, 10. März.(Eigenbericht.) Donnerstag vormittag in der neunte« Morgenstunde rasten sechs Lastauto» schwer bewaffnete SS-Leute de» Ltmbacher Mordsturm» und Schupo» au» Schwarzenberg in Johann-Georgenstadt ei«, besetztend Bürgermeister Dr. P o p p i n g und de« Amtes und hißten die Hakenkreuzsahne. auf Sozialdemokraten und Ki Die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters wur-! den von dem Schneidermeister Olbrich übernommen, der von Kommunalverwaftung keine Ahnung hat. Zum Polizeikommissär wurde der Sturmführer der SA in Johann- Georgrnstadt, namens Koch, ein übel be- leumdetes Individuum, eingesetzt. SA-Trupps, meist jung« Leute, die mit Gummiknüppeln und schweren Armeerevolvern ausgerüstet waren, umstellten die Wohnungen und Fabriken nnd holten die Verfemte« heraus. Mit einem Personenwagen, den der Fabrikant Heinz bereitwillig" zur Verfügung gestellt hatte, wurden die Verhafteten dem Amtsgericht eingeliefert.- ?i^ben vielen Arbeitern, die meist der SPD angehören, und die führende Funktionen hotten, wurde der Konsumlagerholter Zimmer verhaftet, ferner der Fabrikant 8 ewinsohn, ein Bruder des Karlsbader Bankiers. Dieser hatte sich geweigert, einen Beitrag für Winterhilfe zu zeichnen, weil er der Annahme war, daß die Spenden den Nazis, zufallen. Der Volksschullchrer Wehrma nn wurde von jungen Burschen/ die vor drei Jahren noch seine Schüler lvaren, auS der Schule herausgeholt und dem neuen Gewalthaber. übergeben. Auch die Ortskrankenkassa würde besetzt. Die Kommunisten waren beim Eintreffen der SA-Banden geflohen,.teüS auf böhmisches Gebiet, teils in die Waldungen der Umgebung. Der Kommunist B r a u u, der auf der Straße aSRathanS, enthoben vcn bisherigen Polizeikommanvante« Böttcher ihres An der Sand von Liste« wurde dann mmunisten Jagd gemacht. stand, und beim Borbeifahren der AutoS„Rot Front" rief, wurde von einem Bewaffneten mit dem Gummiknüppel in unmenschlicher Weise niedergeschlagen, auf ei« Auto geworfen und inS Krankenhaus geschafft, wo er seinen Verletzungen erlege« ist. Auf die in de« Wäldern versteckten Kommunisten wurde in den Abendstunde« eine Treibjagd veranstaltet. Als sie umzingelt waren, soll einer von ihnen geschoffen haben, worauf ei« heftiges Feuer einsetzte, bei dem der Arbeiter Hans Friedrich durch einen Kopfschuß getötet wurde. Angeblich soll auch ein SS- Mann verletzt sein. Auf dem Rathause und in den übrigen öffentlichen Gebäuden weht die Hakenkreuzsahne, ebenso auf der Jugendherberge, einem weithin sichtbaren Bau. Freitag vormittag wurde der Mördersturm durch ander« Truppen abgelöst. Der Amtsrichter Dr. D« n n e ck e von Johann-Ge- orgenstadt wurde zum Oberbürgermeister von Aue ernannt. Der Kreishauptmann in Schwarzenberg, Dr. Schwarz, der der SPD nahestand, wurde seines Amtes enthoben. Ueber- asi bilden sich-Gruppen, die diese Organisationen besprechen. Di« Menschen find verschüchtert und Fremde« gegenüber außerordentlich mißtrauisch. Aber auch Bekannten gegenüber sind sie schweigsam, weil sie fürchten, denunziert zu werden. Hakenkreuzspitzel treibe« sich in de« ganzen Orten, vor allem in Breitenbach herum, um festzustelle«, wo sich di« Flüchtigen aufhalte« und was fi« sprechen. lieber der ganze» Stadt liegt voll- kommcuc Ungewißheit über die Zukunft.- Und die feinen Leute, sic sehen zu... Gewalt, viehische Gewalt, schreitet durch Deutschland und entstellt das Antlitz der Nation zu einer Fratze, die Vorstellungen an die Zeit des Dreißigjährigen Krieges hervorruft. Vor aller Welt im Staube, vandalisch mißhandelt, blutig getreten, verfolgt und massakriert, zertrümmert und hingeschlachtet liegt das Ansehen des Volkes, dem die Welt einen Kant und einen Fichte, einen Hegel nnd Marx, Goethe und Schiller, Mozart und Beethoven verdankt. Mord ist an der Tagesordnung— von Hitlers Gnaden endlich völlig losgelassen— baden die braunen Banditen ihr Wissen um Straffreiheit für alle Schandtaten an klaffenbewußten Arbeitern in täglich frischem Blute; schwingen sie ihre Gewehrkolben gegen sozialdemokratische Volkshäusers schleifen sie zum Ergötzen des Pöbels Bücher und Broschüren auf di« Straßen; hissen mit kaltem Hohn Hakenkrenz-Schandfahnen auf Hausern eines besseren, freieren Geistes, schmähen sie das Andenken und das Werk Marxens oder eines Karl Liebknecht durch Horst-Deffel-Farcen, Schlagetcr-Schlager und polizei-„wiffenschastliche" Zentralen, die nur dazu da sind, Rcchtlosigkeft, Ausbrüche besinnungslose« Hasses und einer zum Himmel senkenden Tyrannei zu sanktionieren. Die sozialistische Presse ist mundtot, gemacht,.der Rundfunk zum Hündfunk Hitlers geworden, der. Film gleitet in die...seichtesten Niederungen byzantinischen, gewaltanbetcn- den, dummheiterhaktenden Ungeistes, aus den Theatern werden. alle freien Männer abgedrängt und durch widerliche Kreaturen des Regimes ersetzt, die Gerichte stehen unter Terror und die hohen Schulen der Wissenschaften, längst schon zu Exerzierfeldern für Stahlhelme ohne Köpfe geworden, werden bald den letzten Gelehrten, der nicht bedingungslos, unter der Peitsche der 193Äer-Barbaren kuscht, durch die knüppelstarrende Aula auf die Straße geworfen haben'...'..'/£■-ff Einer schwachen Revolution folgt, eine von starker Henkerhand vollzogene Konterrevolution; aus den ersten Trümmern des mählich einstürzenden kapitalistischen Banes schleichen die Hyänen und rasen die Wölfe und aus den Palästen, die noch stehen, schauen die satten Bürger seelenruhig und vergnüg: oder zynisch lächelnd, mit schweigendem Beifall, zu. Damals, 1918 und 1919, da hatte sich die feige Bürgerbestie auf Dachböden und in Kel- lerräüme verkrochen; damals fühlten sie ihr letztes Stündlein näherkommen; damals zitterten sie vor dem kriegsrevolutionierten Proleten und damals wußten sic, da der gehaßte, verachtete Arbeiter seine geschichtliche Mission als kommender Kulturträger der Menschheit mit humaner Umsturzarbeit begann,— damals wußten sie ein hohes Lied auf den Bruder Arbeiter zu singen, der sich als Teil des Volkes fühlte und Unrecht in Recht durch den Geist der Demokratie zu verwandeln bemüht war. Damals wußten di« Stützen der Gesellschaft dem organisierten Proletariat Dank dafür, daß es den Versuch nicht untcrnahin, auf dem Schlachtfeld der Wirtschaft, das der Krieg hinterlassen, eine rote Diktatur aufzurichten, die den Sieger ins Land gerufen hätte. Damals also begannen sie im Arbeiter den Menschen zu sehen, der ihnen, leider, den Besitz nicht wegnahm und den größten Teil der Privilegien beließ. Nun haben sie sich noch einmal zum letzten Gegenschlag gegen den halben Revolutionär von 1918 zusannnengetan; nun haben sie aus dem Sumpf, aus Ungeist und Unwirtschaft, aus Arbeitslosigkeit, Elend und Verlotterung eine Anne? von Landsknechten zustandegebracht, die Land und Volk nochmals in die alten Ketten schmieden sollen. Aus ihrem Gelde bezahlen sic die hundcrttau sende Kujone Hillers und sehen nun eben halb zufrieden, halb neugierig lächelnd zu, wie der Seite 2 Samstag, 11. März 1933. Ttr. 60. „Prävo Lidu“ gegen die Angriffe auf die Arbeitslosenunterstützung. Dr. Czech wird angefallen, weil er„ehrlich und opfervoll für die Mllderuug der Not der Arbeitslosen arbeitet". Chemnitzer Sozialisten «ihrer erschossen. Chemnitz, 9. März.(Eig. Drahtb.) 8m Donnerstag wurde der Geschäftsführer der„Chemnitzer Volksstimme", Georg Landgraf, von einem SA-Mann erschossen. Das Verbrechen hat in der Chemnitzer Arbeiterschaft grohe Erregung hrrvorgerufen. gedungene Mörder mit dem Revolutionär fertig wetden wird. Dieses Bild, das da Deutschland widerspiegelt, gemahnt mit erschreckender Deutlichkeit und Aehnlichkeit an da8 Schicksal der Pariser Kommune. Heute wie damals, in Berlin wie in Paris, reiben sich die Bollbürger vergnügt die Hände, während ihre Henker die ordinäre Arbeit verrichten; heute wie dämals freuen sie sich schon auf die Stunde, da sie beim fröhlichen Spaziergang auf den Glacis das vollzogene Werk werden infernalisch beglückt gedeihen, den Proleten wieder angefchmiedet sehen, Für sie wieder der alte Luxus, die alte Macht, für die Henkersknechte Uniformen und Kommißbrot— für die anderen die Peitsche, die Abfälle von der reichen Tafel, der Hunger, das Krepieren oder dessen Beschleunigung mit blauen Bohnen. Die feinen Leut« sehen zu, wie Herr Hitler ihr Werk vollbringt. Einige wenige von den^wirklichen Bürgern im Geiste haben den Mund aufgetan— doch ist das wirklich kaum der Rede wert. Die Hunderttausend«, die Millionen schweigen. Aus ihrer Presse, aus ihren Korporationen, von ihren Bildungsanstalten kommt kein einziges Wort des Protests. Deutschlands Reichspräsident schweigt. Auch Deutschlands Dichter und Denker schweigen— aus Feigheit und weil ihr größter Teil sich doch untrennbar mit den Herrschenden verbunden fühlt. Selbst auf dem Wege über das Ausland hat bisher noch keiner auS den Reihen des deutschen Bürgertums auch nur ein Wort gegen di« Schändung Deutschlands gefunden. Gewisse Dinge, ja, bereiten dieser auf den Todesstoß gegen di« Dolksfreihert lauernden Bourgeoisie Unbehagen: so beispielsweise sind sie nicht sehr erbaut davott, daß di« braunen Kanaillen Geschäft« plündern;'S ist zwar das jüdische Geschästsleben, das da gestört ysird,— aber man kann nicht wissen: vielleicht geraten die Kerl« auch einmal in di« Fensterscheiben eines Krummnosigen, der dennoch von Teut abstammt. Jedoch nimmt die Bourgeoisie— die katholische wie di« jüdische und protestantische,— auch diese kleine Geschäftsstörung ohne Murren hin: lieber ein kleiner Pogrom, als daß das größere Geschäft, die völlige Wieder-Inthronisierung des Kapitals und seiner Stützen gefährdet wurde! Natürlich, auch solche Geschichten in den Staatstheatern sieht man nicht gern; dies« Tempel bürgerlichen Erholens, des Zurschau- stellens von Toiletten und Bildungsbenehun- gen, möchte man nicht gerne in den Kampf um die Macht hineingezerrt sehen; aber Wenns schon mal so ist, kann man eben auch nichts machen und besser sämtliche Kunst geht zum Teufel, als daß nicht wirklich einmal „gründlich Ordnung" gemacht werde.... Und so lächelt das deutsche Bürgertum zufrieden und lüstern zu den Okkuvationen, den Brandschatzungen, den Gewaltakten, den Morden, der Riedertrampelung allen freien Geistes. Das Fürchten, das sie im Jahre 1918 gelernt hatten, haben sie total vergessen; vergessen ihr« eigen« Geschichte, vergessen di« Phrasen von Freiheit und Humanität, von Bildung und Kultur. All« Hunde los auf die Arbeiterschaft! Jede Lüge und Gemeinheit recht gegen ihr« Führer! Keine Kanone groß genug, um die deutsche Revublik in Trümmer zu schießen. Kein Gas giftig genug, um das Volk so einrnnebeln, daß es die bleckenden Zähne des Kapitalismus nicht sehe! Mit dem Bürgertum Deutschlands freut sich mehr oder weniaer— je nachdem, wie stark in besonderen Fällen die internationale kapitalistische Verbundenheit scheinbar durch nationalistische Ideologien getrübt und durch militaristische Interessen kompliziert ist— das Bürgertum der ganzen Welt. A"ch in der Tschechoslowakei. Deutsche» wie tschechisches Bürgertum. Wenn ie leit 1918. so wittern sie jetzt Morgenluft. Und sehen drum ebenfalls mit einem erwartungsvollen rustim- menden Auge auf die Entwicklung in Deutschland. Vielleicht, vielleicht, denken sie, bricht nun auch für ihren Kapitalismus ein neuer Tag an. Begreift das, Arbeiter, auch in der Tschechoslowakei. Es geht um Großes in Deutschland, um Größeres in der ganzen Wekt. Die feinen Leute sind guter La'>n«— sie lächeln. Aber die Geschichte schreitet mit ehernen Schritten weiter. Und kommen wird der Tag, da dieses Lächeln schwinden wird! Zu den Angriffen auf Genossen Dr. Czech, die insbesondere von nationaldemokratischer Seite ausgehett, nimmt auch das Zenträlorgan der tschechischen Sozialdemokratie Stellung. Es schreibt: „Die„Narodni Lisch" sind das Organ des Bank-, Handels- und Industriekapitals und der Verteidiger des Privateigentums an den Produktionsmitteln. Sie sind also zweifellos das Organ der Schuldigen an der heutigen ungewöhnlichen Arbeitslosigkeit. Di«'Arbeiter haben die gegenwärtige Wirtschaftskrise und die aus ihr hervorgehende Arbeitslosigkeit nicht verursacht. Deshalb verdienen sie keine Mahnungen, daß sie Arbeitslosenunterstützung nach dem Genter System bekommen oder daß sie— wenn sie keinen Anspruch auf die Arbeitslosenunterstützung nach dem Genter System haben— wöchentlich Ernährungskarten zum Preist von KÖ 10.— erhalten, wenn sie ledig und von llL 80.—, wenn sie verheiratet sind. Di« nach dem Genter System ausgezahlten Unterstützungen entsprechen durch ihre Hohe nicht der Teuerung der Lebensbedürfnisse. Sir sind tief unter dem Kaufwert der ArbettSlosenunter- tützungen, die in anderen Ländern insbesondere m England oder in Deutschland, wo die Arbeitslosenunterstützung alle Arbeitslosen bekommen, auf Grund der Ansprüche, welche aus dem Gesetz über die allgemeine Zwangsversicherung gegen die Arbeitslosigkeit Hervorgeyen. Bei unszedoch erhalten die auf Grund des Gesetzes über das Genter System ausgezahlten Arbettslosenunter- tützungen bloß die arbeitslosen Mitglieder jener Gewerkschaftsorganisationen, welche das Recht' zur Auszahlung des Staatsbeitrages zur gewerk- chaftlichen Arbeitslosenunterstützung haben. Die zroße Mehrheit der Arbeitslosen in unserer Re-, mblik erhält aber, da sie es durch die Nichterwerbung der Mitgliedschaft in einer gewerkschaftlichen Organisation verabsäumt hat, sich für den Fall der Arbeitslosigkeit zu sichern, die Arbeitslosenunterstützung nicht und ist bloß auf die almosen- haft« Zuteilung aus der staatlichen Ernährungsaktion angewiesen, das ist auf die wöchentliche Zuweisung der Ernährungskarten im Betrage von K6 10.— höchstens Kö 20.—•. Bei un- in der Republik kann man also nicht von irgend einer Berschwendung auf dem Gebiet der staatlichen Arbettslosenfünorge sprechen. Deshalb sind alle Angriffe auf di« staatliche ArbeitSlostnfürsorge bei uns rn der Republik, tue von dH Presse. der bürgerliche^ Partei.unternommen' weichen, unsachlich und böswilllg. 8nv unsachlichsten und hsswillrgsstn sind die Angriffe der agrarischen und nätionaldemokratlschen Presie, mit welchen der Minister für soziale Fur- orge Genofle Dr. Czech grob angefallen wird, dem man aussetzt, er dulde und unterstützte den Mißbrauch der Arbeitslosenunterstützung. Die zestrigen„Narodni Lisch" behorchten gar, daß iurch die Schuld des Ministers für soziale Für- orge, Genoffen Dr. Czech. Staatsgelder für mrteiisch-demagogische Zwecke und zur Unter- tützung antistaatlicher kommunistischer und hakenkreuzlerischer Clemente mißbraucht werden! Wir weisen die unsachlichen und böswilligen Angriffe der„Narodni Lisch" mit der größten Entscheidenheit zurück. Im Ministerium für soziale Fürsorge wird unter Führung des Genossen Dr. Czech musterhaft gewirtschaftet. De«„Närodni Lisch" als dem Organ der Schuldige» der Arbeitslosigkeit handelt«S sich Berlin, 10. März. Wie das Conti-Büro berichtet, hat der Reichskommiffar für Bayern General von Epp sich nicht nur auf die Ueber- nahme der Polizcigewalt beschränkt; sondern auch Staatskommissare für di« einzelne« bayrische« Ministerien einge, setzt. Ucber die Vorgeschichte der Einsetzung des Generals von Epp wird„von zuständiger Stelle" mitgeteilt, daß sich di« bayrische Regierung gestern s e l b st an den Reichspräsidenten um Schutz gewendet habe, weil sie Befürchtungen hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung hegte". In einer Konferenz der Reichsregierung mit dem Reichspräsidenten sei festge- stellt worden, daß zu einem Eingreifen des Reiche- in Bayern(d. h. jedenfalls gegen die SA- Banden, di« mittlerweile schon auf verschiedenen Münchener Plätzen aufmar'chiert waren) kein Anlaß vorliege. Die bayrische Regierung habe den Vorschlag der Reichsregierung, von sich aus den General von Epp pim Generalstaatskommissar zu berufen, nicht angenommen, sondern dar-' aufhin amtl'ch erklären kaffen, daß di« Reichsregierung zuqesichert habe, daß di« Einsetzung e'ne« ReichÄammisfarS nicht in Frage komme. AIS dann am Abend die Lage in Bayern (durch dar Auftreten der SA) sich bedrohlich zuspitzt« und die„Gefahr von Konflikten zwischen der Schutzpolizei und der SA" bestand, habe die Reichsregierung de» Ge- nicht um die Verwirklichung einer angebllch notwendigen„Ordnung in der Arbeitslosenunterstützung" sondern um die Verschlechterung der ungenügenden staatlichen ArbeitS- losenfürsorge. Gegen die Ordnung in der Arbeitslosenunter- stützung ist kein gewerkschaftlich organisierter Arbeiter,, im Gegenteil die gewerkschaftlichen Organisationen sind für die vollkommenste Ordnung in der Arbeitslosenunterstützung. Für diese vollkommenste- Ordnung in der Arbeitslosenunterstützung ist auch der Minister für soziale Fürsorge, Genosse Dr. Czech, der schon einige Male di« Bezirksbehördcn aufgefordert hat, strenge Kontrollen der Verteilung der Ernährungskarten durchzuführen. Wenn die„Narodni Listy" für Unregelmäßigkeiten, die da und dort bei der Verteilung der Ernährungskarten aufgetreten sind, den Fürsorgeminister verantwortlich machen, dann ist dos gegen die guten Sitten und dann unterstützen die„Narodni Listy" selbst di« Durchführung oes Uebels. Denn die Ernährungskarten verteilen und geben an die Arbeitslosen die Gemeinden au8, nicht aber das Ministerium für soziale Fürsorge. Wenn es sich den„Narodni Listy" und den andern Feinden der staatlichen Arbeitslosenfürsorge tatsächlich um die Ordnung und um di« Hintanhaltung gelegentlicher Unrichtigkeiten handeln würde, dann würden sie die tatsächliche» Schuldigen der vorgekommenen Un- re«lmäßigkeiten nennen und zur Verantwortung ziehen. Ueber de« Mißbrauch mit der staatlichen Ernährungsaktion durch hakeukreuzlerisch« und andere Gemeindevorsteher zu schreiben, aber sie nicht zu nennen und»ach Ordnung in der Wirtschaft für soziale Fürsorge, Dr. Czech, zu rufen, ist mehr als unsachlich und böswillig. Minister Genofle Dr. Czech ist nicht gegen die Ordnung, im Gegenteil, er ruft selbst nach ihr. Und in gleicher Weise rufen auch wir, denn wir haben schon ost verkündigt: Wir sind gegen leden Mißbrauch der Arbeitslos«n- unterstützuno, aber wir werden unsachlich«»na böswillige Angriff« auf den Minister für sozial« Fürsorge, Genossen Dr. Czech, dafür, daß er di« Verschlechterung der ungenügenden staatlichen Arbeitslosenfürsorge nicht zuläßt, nichtdulden! Audi dlcTsMisdi-Kierikalcn verurteilen die netze gegen Dr. crem., Ä» diesem Zusammenhang möge vermerkt werden, daß mich di« Tschechischklerikalen von der Hetze gegen den Genossen Dr. Czech abrücken. Die»Lid. Noviny" stellten zumindest gestern auf Grund von Rückfragen bei verschiedenen Funktionären der tschechischklerikalen Partei fest, daß die Volkspartei wünsche, daß di« gegenwärtige Koalition in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung erhalten bleibe; aus außen- wie aus inwMpolitischen Gründen sei die Partei gegen den Austritt der Deutschen aus der Koalition.„Sie(die Dolksparter) stimmt aber auch", schreiben di«„Lid. Rov." weiter,„n i ch t mit den Angriffen überein, die gegen den Für- sorgeminist.w Dr. Czech unternommen werden, da sie seine gewissenhaft« Arbeit und Unparteilichkeit in der Verwaltung seines Ressorts anerkennt." neral von EPP zum Kommissar des Reiches ernannt. * Dieser amtliche Kommentar, zeigt wohl am deutlichsten, mit welcher zynischen Frechheit offen« Derfassungsbrüche von der Rcichsregie- rung, die diese.Verfassung feierlich beschworen hat, bemäntelt werden. Erst lassen die Haken- kreuzler ihre Banden in München aufmarschieren, dann verweigern sie der Landesregierung Hilfe gegen diese Banden und schließlich nehmen sie die nur von ihren eigenen Leuten drohende„Störung der Ruhe und Ordnung" zum Anlaß, um der Landesregierung die Polizeigewalt zu nehmen und eben dieselben und einzigen Bodroher der Ruhe mit der Polizeigewalt auSzustotten! Im bayrischen StaatSministerium ist heute früh die Uebergabe der Polizeiqeschäft« durch Ministerpräsidenten Held an den Reichskommissar offiziell erfolgt. Die Nacht ist vollkommen ruhig verlaufen. Sämtliche Ministerien sind durch Dop- pelposten der SA bewacht, di« sich auch sonst überall vor öffentlichen Gebäuden breit machen. Dauernlantllag vertagt ' Der Landtagspräsident hat mit Rücksicht auf die inzwischen eingetrrtenen Ereignisse di« für morgen«inberufrn« Sitzung des bayrische« Landtages widerrufen. Di« beabstchtigte Wahl des Ministerpräsidenten kau« daher nicht stottfinden. Der lavrlsite Innenminister im Brannen Hans miBhanlelL Gewaltakt der SS aadi gegen Staatsrat Schäler. Berlin, 10. März. Di«„Deutsche Allgemein« Zeitung" bringt di« nachfolgend« Meldung ans München: I« der vergangenen Rächt «« 2 Uhr erbrach ein« Gruppe von SS^Leuten die WohunngStüre zur Wohuung des bayrischen Innenministers Stütz«!, drangen in dessen Schlafzimmer ei« und forderten in Beisein seiner Gattin den Minister auf, sofort auf di« Polizeidirektion zu kommen. Innenminister Stütze! erklärte jedoch, da die SS.« Leut« keinerlei Legitimation vorzeig«« konnten, er weiche bloß der Gewalt. Er wurde gezwungen, nur mit einem Mantel bekleidet und ohne Schuhe den SS.-Leuten in» Auto zu folgen. Man brachte dann den Minister aber nicht in die Polizeidir«ktion, sondern in» Münchener Braune Haus. Hierbei wurde er verschiedentlich mißhandelt. Dann wurde er in. ein Zimmer des Braune« Haases geführt, wo kurze Zeit später auch der Vorsitzende der bayrische« Volkspartei, Staatsrat Schaffer, eintraf. In desien Dienstwohnung waren nm 2 Uhr 18 Minute« ebenfalls SS.-Leute erschienen, hatte« das Dienstmädchen veranlaßt, die Wohnuugstüre zu äsfnen und dann holten sie ebenfalls Staatsrat Schäffer ans d«m Bett«; sie ließe« ihm jedoch Zeit, sich anzukleiden. Der Kommisiar für da» Justizministerium Dr. Frank H veranlaßte daraus alsbald, daß die beide« Herren im Wagen wieder in ihr« Wohnungen zurückgebracht wurden. Auf Anfrage er- Uärte Dr. Frank II, die beiden Herren seien nicht et waauf Veranlassung der Partei oder der SS^Leitung oder de» nenen Polizeibefehlshabers, sondern lediglich ans Veranlassung d«S zuständigen Standartenführers der SS- in» Braune Han» geholt worden, um darüber verhört zu werden, ob es wahr fei, daß sie zwischen 8 und 7 Uhr nachmittag»«ine« Schießerlaß an die Münchener Polizei gegeben hätten. Hierüber hätten sich die SA.» und SS« Lent« ungeheuer erregt nnd der Standartenführer hab« deshalb durch sein« Maßregeln«in« Aufklärung und Rechtfertigung ermögliche» wolle». Justizterror in Dauern. München, 10. März. Die Reichspreffestelke der NSDAP, teilt mit: Der StaatSkommissär de» Staatsministeriums der Justiz, Dr. Frank, hat im Rahmen der Aufgaben des bayrischen Staatskommiffariats verfügt, daß die in der Nacht vom Ä: VlM"10^'Mükz'befreiten H ä f t* li ng« der NSDAP- nicht wieder in di« Gefängnisse'' zurückgebracht werden, da die „Würde und der Anstand der deutschen Justiz die Freiheit der Freiheitskämpfer Adolf Hitler» erfoÄern". Es ist damit zu rechnen, daß schon in den nächsten Tagen für den Bereich der bayrischen Jnstizverfaffung die Zugehörigkeit von Justizpersonen zu marxistischen Or- ganisalionen oder dem republikanischen Richterbund«. dgl. im Interesse des Ansehens der Rechtspflege verboten wird. Gleichzeitig wird dr« Auflage marxistischer Rechtsschrift« n, wie etwa der Zeitschrift„Die Justiz" in den bayrischen Justizanstalten,- Gerichtsanstalten ustv. verboten werden. Mit Auflösung des republikanischen Richt« rbun- d«S ist zu rechnen. Shdislsdier Reithskommissar bildet ein neues Kabinett. Dresden, 10. März. Bon zuständiger Seite wird mitgetestt: Das Kabinett Schieck ist zurückgetreten. Der Reichsbeauftragte v. Kil- ltnger hat die gesamte Regierungsgewalt übernommen und bereits eine Reche von Ministern ernannt. Reldiskoinnilssar sistiert Landtagssitzung! Dresden, 10. März. Der Kommissar des Reiches für die Polizei in Sachsen hat an den Landtagspräsidenten Dr. Eckardt folgendes Schreiben gerichtet:.. ,Hch verbiete bis auf weiteres die Einberufung de- LarchtageS, da die gestrigen Vorkommnisse bewiesen haben, daß Lebe» und Sicherheit der Abgeordneten im Landtag nicht gewährleistet sind. Ich bitt« S«, dar Weitere zu veranlassen." Badtsthe Regierung zurUdtgetreten. Karlsruhe, 10. März. Das Staat-ministe- rium hat einstimmig beschlossen, vom Amte zu- rückzutreten und die Geschäfte bis zur Bildung des neuen Ministeriums gemäß§ 83, Absatz 2 der badischen Verfassung weiterzuführen. Der Rücktritt erfolgt, um einer Umbildung der Regierung freie Bahn zu schäften. Das Staatsministerium hat weiter beschlossen, den Landtagspräsidcnten zu bitten, daß er den Landtag möglichst bald einberufe mit der Tagesordnung: Entgegennahme einer Regierungserklärung. Die Länder am Boden! Kommissare fQr jedes einzelne bayrische Ministerium. Nr. M. Tmuttag, ff. R8kz 1988. Seite 3 Wo der rascismns regiert Deutsdiland eine Hölle: wie lange wirt das Volk dies ertragen? Berlin, 10. Mär).(Eigenbericht.) Sie Terrorwelle, die der Wahlausgang auslöste, steigert sich von Tag zu Tag. Dir stacht der lange« Messer" ist da: all« verbrecherische« Instinkte der braune« Mordpest werde«««ter dem Schuhe der Reichsregierung lebendig. In Bayern, wo angeblich bisher nicht Ruhe und Ordnung herrschte«, geht ti seit-er Machtübernahme der Nationalsozialisten drunter und drüber. Sozialdemokratisch« und kommunistische Führer und Vertrauensleute des Reichs- banners werden massenweise in di« Kerker geworfen. Man nennt das höhnend„Schutzhast". In Fürth wurde das Gewerkschaftshaus durch die SA besetzt. In Sachse« herrschen Zustand« wie in Wildwest. In Simbach wurden zwei Kommunistenführer„auf der Flucht" erschossen, das Volkshans i« Zwenkau wurde besetzt und zerstört. I« K ö l n wurde der der SPD angehöre«-« Oberregiernngsrat Poethen im verstcherungSamt überfalle« und schwer verletzt, alle Zentrumsversammlung«« wurden verboten, alle sozialdemokratischen Kanzleien besetzt und gesperrt. Wie gelogen wird. Die öffentlich« Berichterstattung in Deutschland trägt den Stempel der Lüge. Man versucht, zu vertuschen, was sich an Rechtsbrüchen durch di« SA ereignet oder die Schuld den Kommunisten oder Sozialdemokrat«» zuzuschieben. Typisch hiefür sind die letzten Mellmngm über die Vorgänge in E i s l e b e n. Dort wurde, nach dem amtlichen Bericht, eine gegen das BolkshauS marschierende Kolonne SA aus dem Hinterhalt beschossen; man habe auf dem Dache des Volkshauses Patronrn- HAsen und im Haufe selbst Gewehre gefunden. — Ein Hinterhalt, gegen den man marschiert, ist eine Erfindung dos ausgenordeten Nachrichtendienstes. Rfldfkchr der deutschen rarsten? London, 9. März.(T. R.) Der„Daily Herold" meldet, daß sämtlich« Mitglieder der ehemals in Deutschland regierenden Fürstenhäuser, die sich im Ausland befinden, die Aufforderung erhielten, mögt ichst rasch nach Deutschland zurückzukehrcn. Unter anderm wurde auch Prinz Hubert, -er Sohn des ehemaligen Kronprinzen, der sich in Afrika aufhält, telegraphisch zurückberufen. Wie es heißt, hat de» ehemalige Kronprinz beim Reichskanzler Adolf Hitler erwirkt, daß sämtliche ehemaligen Fürsten mit hohen Staatsstetzken bedacht werden. Der Exkaiser warte! auf den Thron Amsterdam, 9. März. Der Exkaiser Wilhelm II. läßt erklären, daß er niemals zugunsten seiner Söhne auf die Kaiser- und Königskron« verzichtet habe. Er hoffe, seine« Lebensabend in Deutschland verbringen zu können. Grenzkasernc in Kebl ran Kakenkreuzlern besetzt Verletzung des Frirdentzvertrqge»? Paris, 10. März. Der„M a t i n" meldet aus Straßburg, daß ein Bataillon bewaffneter uniformierter Hitlerleute gestern nachmittags die Kasern« in der deutschen Grenzstadt Kehl besetzte. Die einige Meter vom Rhein liegend« besetzt« Kasern« konnte vom gegenüberliegenden französischen Rheinufer gut beobachtet werden. Bei der Kaserne versieht eine Wache ununterbrochen Dienst. Mit den übrigen Städten in Deutschland wurde ein« Stafettenverbindung eingerichtet. Dem„Matin" zufolge ist man in Straßburg der Ansicht, daß di« Besetzung der Kaserne durch «ine bewaffnete mili:ärischc Gruppe eine offensichtliche Verletzung des Friedensvertrages bildet, welcher ausdrücklich derartige Handlungen in der neutralen Zone, 50 Km. vom rechten Rheinufer, untersagt. Dem„Excelsior" zufolge wird als Borwand für die Besetzung der Kaserne die Unzufriedenheit der Hitlerleute mit den Stadtrcpräsxntanten in Kehl"angegeben, hauptsächlich den Bürgermeister Luthler, dessen demokratische Anschauungen und dessen Sympathien Frankreich gegenüber den Deutschnationalen nicht zusagcn. Bisher läßt sich nicht sagen, ob und wie lange die Besetzung der Kaserne andauern wird. Bisher haben sich keine Ausschreitungen ereignet. Die französischen Behörden haben am gegenüberliegenden Rheinufer alle entsprechenden Maßnahmen verfügt. Später wird hiezu von Berlin aus fcstge- stellt, daß es sich„nur" um den vorübergehenden Aufenthalt von etwa 200 Mann SA aus der ländlichen Umgebung Kehls handelt, di« bereits heute wieder nach Haus« zurückkehrten, um ihre Berufsarbeit wieder aufzunehmen. Irgendeinen militärähnlichen Charakter oder Zweck hätte der ganze Vorgang nicht gehabt; er sei lediglich im Zusammenhang mit dem innerpolitischen Um- kchwung in Baden gestanden. Nacdonald In Paris, Gemeinsames Vorgehen in Genf? Paris, 10. März. Der Pariser Besuch und die Unterredungen des britischen Premierministers Macdonald und Sir John Simons mit dem französischen Ministerpräsidenten Da- ladier und dem Außenminister Paul-Äon- c o u r bilden heute den Mittelpuntt des Politischen Interesses. Die französische Presse hebt allgemein die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens der beiden befreundeten Mächte auf der Genfer Abrüstungskonferenz hervor. Hitler wffl audi Ober Oesterreidi diktieren! Berlin, 10. März. Einen geradezu sensationellen Artikel zu den von der österreichischen Regierung in den letzten Togen getroffenen innenpolitischen Maßnahmen veröffentlicht heute die „Tägliche Rundschau", in dem u. a. auS- geführt wird, daß„eine Verhinderung des Nationalratszusammentrittes sich selbstverständlich auch auf die Beziehungen zum Deutschen Reiche auswirken müsie, da die Regierung Hitler dann das Dollfuß-Kabinett kaum anders als illegal betrachten werde". Hierauf fährt daS Blatt fort: Nachdem von Starhembergischer Seit« her mit der Möglichkeit eines Heimwehrputsches in Oesterreich gespielt wurde und Dollfuß genau weiß, daß er um seinen Kopf spielt, ist der Zllisbruch eines offenen Konfliktes heut« wahrscheinlicher als eine friedliche Beilegung. Es bedarf keines Wortes, daß von diesem Augenblick an das Deutsche Reich ein gewichtiges Wort mitsprechen müßte. (ktMflicsMitmnNi verboten. Banitieiertage M USA verHindert Washington, 10. März. Präsident Roosevelt hat«in« Kundmachung erlässcn, in welcher die Bankseiertag« sowie di« Goldaussuhr auf unbestimmte Zeit verlängert werden. All« Bestimmungen d«r sonntägigen Verfügung bleiben auch weiterhin bis zum Widerruf des Präsidenten in vollem Umfange in Kraft. Trotzdem erwartet man, daß die Bankfeiertage am kommenden Montag zu End« gehen werden. Aus allen Teilen der Vereinigten Staaten wird gemeldet, daß em großer Teil des thesaurierten Goldes wieder in di« Banken zurücksließt^ Währen- des gestrige« Tages wurde in New Aork allem thesauriertes Gold im Werte von 30 Millionen Dollar zurückgegeben. Im ganzen wurden seit dem Verbot« der Thesaurierung von Gold in New Dork 65 Millionen Golddollar rückerstattet. Das gestern sowohl vom Repräsentantenhaus wie vom Senat angenommen« neu« Bankengesetz bestimmt, daß nur solche Banken wieder eröffnet werden dürfen, deren Liquidität und Solvenz bereits festgestellt ist. Banken, deren Kredit notleidend geworden ist, werde« zum Zwecke der Reorganisation der Kontrolle der Regierung unterstellt. Der Schatzamtssekretär erhält das Recht und di« Vollmacht, von allen Privatpersonen und Korporationen zu verlangen, dem Schatzamt« ihr« gesamt« Barschaft in Goldmünzen oder in ungeprägtern Goldmetall sowie auch in auf Gold lautenden Zertifikaten abzuliefern. Sie erhalten hiefür als Aequi- valent die neuen gesetzlichen Banknoten. «eine Inflation? Finanzminister Woodin erklärte gelegentlich der Unterzeichnung des Banken-Notgesetzes durch den Präsidenten Roosevelt, daß er jeden Gedanken an Inflation z u r ü ck w e i s e. Er sei ent- schlosien, bei der Ausgabe dieses neuen Geldes sehr sparsam zu Verfahren und hierbei lediglich so weit zu gehen, wie dies zur Ankurbelung des Zahlungsvcrkehres nötig sei. Woodin wies ferner darauf hin, daß die Bereinigten Staaten einen Goldvorrat von 4.5 Milliarden Dollar besitzen. Per Krieg Japans. Tokio, 10. März. Der letzten Nachricht des Reuterbüros aus Tokio zufolge haben die japanischen Abteilungen um 14.30 Uhr Ortszeit den ganzen Kupejku-Fluß erobert. 60.000 polnische Textil* arbelter Im Streik. Warschau, 10. März. Der seit Montag an- dauernde Generalstreik in der Polnischen Textilindustrie hat heute den Höhepunkt erreicht. Die Zahl her Streikenden ist auf 60.000 gestiegen. In Lodz allein streiken 51.000 Arbeiter. IS polnische Familien ans Leipzig ausgewiesen. Warschau, 10. März.(PTA.) Die Polnische Telegraphenagentur meldet: Der sächsische Minister des Innern hat verfügt, daß 15»ach Polen zuständige und bereits seit einigen Jahren in Leipzig ansässige jüdische Familien Deutschland verlassen müssen. Das Einschreiten des polnischen Konsulats in Leipzig hatte keinen Erfolg. Slun- mchr befaßt sich mit dieser Angelegenheit die polnische Gesandtschaft in Berlin. Neuwahlen in Bremen. Bremen, 10. März. Di« bremische Bürgerschaft nahm in ihrer heutigen Sitzung den deutsch- national-nationalsi^ialistischen Antrag auf Auflösung der Bürgerschaft an. Ferner wurde ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, wonach die Presse- und Versammlungsfreiheit während des Wahl- Eampfes gewährleistet wecken soll. Die Neuwahl der Bürgerschaft findet am 2. April statt. Häufig« Wechseln der Wasche schützt die Kinder vor Krankheiten. Die Mutter weiß das— und wäscht darum alles mit der reinen, ausgiebigen Hirschseife. Dann geht das Waschen leicht und schnell— und was vor allem wichtig ist: die Wäsche wird geschont und hält noch mal so lange SCHICHT SEIFE HIRSCH HS T 1-33 Von Deutschlands Schande. Nazi wüten ärger als Kosaken.— Was„Der Tag“ verschweigt. Dresden, 9. März.(Eigener Drahtb.) Am Donnerstag fielen SA-Leute, di« sich in großer Zahl im Landtag befanden, über den deutschsozialistischen Abgeordneten Fischer- Plauen her, der früher der NSDAP, angehört«, aber wegen Streitigkeiten mit dem Gauleiter Mutfch- mann ausgetreten war. Fischer wurde von mehreren SA-Leuten verfolgt und blutig geschlagen. Er rief vergebens laut um Hilfe; niemand half ihm. Fischer mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Der Journalist Dr. Bandmaun wurde wahrscheinlich wegen seiner jüdischen Herkunft, ebenfalls von SA-Leuten verfolgt und mit Erschießen bedroht. Der Reichskommissär v. Kil-. liugen befreite ihn aus den Händen seiner Angreifer. rin alter Arbeiter geteert Breslau, 9. März.(Eig. Drahtb.) I« der Rächt zum Donnerstag drangen SA-Leute tu dem Breslauer Dorort Wilhelmsruh in die Wohnung des 58jährigen alleinstehenden sozialdemokratischen Funktionärs Brlkner ein. Belkner öffnete den Hakenkreuzlern, da sie behaupteten, sie seien Kriminalbeamte. Di« SA-Leut« demolierten di« ganze Wohnung, schlugen und würgten Belkner, zogen ihn nackt aus und bestrichen ihn dann von oben bis unten mit Teer und Karbolineum. Der alte Mann, der die Wohnung nicht verlaffen konnte, weil man ihm für diesen Fall weitere Gewaltanwendungen angedroht hatt«, mußte sich den Körper mühsam mit Petroleum reinigen, das er zufällig im Hause hatte. Di« Nazis nahmen bei ihrem Abzug die Distriktfahne der SPD mit, die Belkner aufbewahrte. Drei Arbeiterleichen. Bochum, 9. März.(Eig. Drahtb.) Im Stadtteil Düster« wurde der kommunisttsche Arbeiter H el l pa ch auf der Straße er schossen aufgefunden. Der Arbeiter Barbnick wurde in seiner Wohnung durch einen B a u ch i rb u ß niedergestreckt. Auf den Zentrumsredakteur Dr. Haberer wucke in seiner Wohnung ein Revolverattentat verübt. Die Schüsse gingen fehl.' Die Täter flüchteten mit einem vor dem Hause stehenden Kraftwagen. Scheiterhaufen in Heißen und Pirna. Dresden, 9. März.(Eig. Drahtb.) In Pirna wucke am Donnerstag das Volkshaus und die Volkszeitung besetzt, die Volksbuchhandlung ausgeräumt und die Bücher auf der Breiten Straße verbrannt. In Meißen erfolgte die Besetzung der sozialdemokratischen Volkszeitung. Auch hier wurden Zeitungen und Bücher, die aus dem Berlagsgebäudc der Volkszeitung herausgeschleppt wurden, verbrannt. In Meißen beteiligten sich auch Polizeibeamte, die der NSDAP, nahestehen. Geplündert und zerstört. Die Vernichtung des Breslauer Gewerkschafts- hmlses. Dresden, 9. März.(Eig. Drahtb.) Die Haken- kreuzler haben im Breslauer Gewerffchaftshaus buchstäblich alles zertrümmert und zerschlagen, was nicht niet- und nagelfest war. Auch die Fenster der im Gewerffchaftshaus befindlichen Arbeiterbank Zweiggeschäftsstelle wurden zerschlagen. Ein Versuch, die Türen der Bank zu zersägen, scheiterte. Die Wohnung des Hausverwalters wucke regelrecht ausgeplündert. Aus allen Büros wurden Schreib- maschmen und Kassengelder gestohlen. In der Arbeiteckücherei zerhackten die Hakenkreuzler die Regale und zerrissen die Bücher. Di« Bücher aus dem Buchladen des ADGB. wurden bis auf wenige auf die Straße geschafft und verbrannt oder gestohlen. Besondere Anziehungskraft scheinen di« Lebensmitteworräte der Gaststätte auf die SA-Leute ausgeübt zu haben. Der gesamte im Keller befindliche Alkohol und Wein ist in di« Kehlen der Soldaten des Herrn Heines geflossen. Augenzeugen haben beobachtet, daß am Mittwoch abends zahlreiche völlig betrunken« SA-Leute von ihren Kamevadcu ansdemGewerkschaftS- hauS fortgetragen wecken mußten. DaS Breslauer Gewerffchaftshaus wucke am Donnerstag nachmittags von der SA. geräumt. Abends befand sich nur»och eine Pop- zeiwach^ i« Hause. . Auch die seit Mittwoch früh von der Arlizei und der SA-Hilsspolizei abgesperrte Margareten' sttaße, au der das Gewerkschaftshaus Legt, wucke am Donnerstag-Rachmittag wieder für den Verkehr freigegeben. Abends stellten Polizeibeamte den von der SA im Gewerffchaftshaus angerichtet«« Schaden fest. Mißhandlung wehrloser. Breslau, 9. März.(Eig. Draht.) Am Mittwoch nahmen SA-Leute auf der Freiheitsbrücke einen 36jährig«n Gewerkschaftler fest, der zu einem Passanten auf die Frage, was denn los sei, geäußert hatte, das Gewerffchaftshaus wäre besetzt. Di« Rationalsozialiften schleppten den Mann in den Gaststättenraum des Gewerffchaftshauses, rissen ihm die Hosen herunter, warfen ihn über di« Tischkante u>ck bearbeiteten den Wehrlosen mit Gummiknüppeln. Der Körper des Mißhandelten zeigt groß« blutunterlaufene Flächen. Dresden, 9. März.(Eig. Drahtb.) Der sozialdemokratische Abgeordnete des sächsischen Landtages Karl B ö ch e l-Ehemnitz ist am Donnerstag im Landtag von SA-Leuten schwer v e r- prügelt wocken. Er wurde an einem Eingang des Landlagsgebäudes in Empfang genommen und so geschlagen, daß er bald aus Nase und Mund blutete. Auf dem Boden bildet« sich eine große Mutlache. Niemand kam ihm zu Hilf«. KommnnlsteniUhrer— Galeerensträfling. Berlin, 10. März. Reichsinnenminister Dr. Frick hat gestern abends. in einer nationalsozialistischen Versammlung in Franffurt a. M. Mitteilung über taktische Pläne für die Beratungen des Reichstages gemacht. Er erklärte u. a.: Wenn am Tage des Frühlingsanfanges, am 21. März der neue Reichstag zusammentritt, würden die Kommunisten„durch dringliche und nützliche Arbeit" verhindert sein an der Sitzung teilzunehmen. Diese Herrschaften müßten wieder an fruchtbringendes Arbeiten gewöhnt werden. Dazu werden wir ihnen in Konzentrationslagern Gelegenheit geben. Wenn sie sich wieder zu nützlichen Mitgliedern der Ration erziehen lassen, wollen wir sie als vollberechtigte Volksgenossen willkommen heißen, sonst aber werden wir sic auf di« Dauer unschädlich zu machen wissen. Rekhshannerttthrer verhaltet. Nürnberg, 10. März. Im Laufe des heutigen Tages wurden in Äürnberg sämtliche Reichsbannerführcr fcstgenommen. Die bereits in der vergangenen Woche eingcleitete Aktion gegen die KPD wurde fortgestzt. Mehrere Funktionäre der kommunistischen Partei wurden fest- genommcn. Seite 4 Samstag, 11. Mikr, ISN. Skr. m. Sdiäml ihr euch nidrt? In der sudetendeutschen Provinz finden Versammlungen statt, in denen all« deutschen Oppositionsparteien, allo auch die C h r i stl i^h sozial e n, Klage erheb«» gegen den„Volksverrat", den die Regierungsparteien angeblich durch ihre Absenz bei der Abstimmung über den Ausliese- wngSantrag gegen Krebs, Jung, Schubert und Kasper begangen haben. Die Herrschaften brechen eine Lanz« für die Demokratie, di« durch di« Auslieferung geschändet worden sei und tun so, als gab« es in der Welt nichts als diese Frage. In Deutschland aber werden nicht nur sozialdemokratische Volkshäuser vernichtet, Arbeiterführer ermordet, Zeitungen geknebelt: auch Zentrumsblätter werden überfallen, Prälaten und Aebte geprügelt und katholischen Äm- desregierungen gegenüber brechen di« Buben, die heute Deutschland regieren, kaltblütig ihr Ehrenwort Dies« Buben aber sind di« Brüder der Jung und Krebs! Täglich'arm man im„Tag" lesen, wie sehr sich unser« Nazis der Borgäng« in Deutschland freuen und alles gutheißen, was an Mordtat««, Brandschatzungen und Rechtsbrüchen geschieht. Da können wir nur sagen: Schämt ihr euch nicht, mit Leuten gemeinsam« Sach« zu mache», die euch auf dem Umweg über Berlin und München auf das niederträchtigst« verraten? Ihr kämpft mit den Brüdern von Mordbrenner« und Würgern d«r Freiheit um di« Demokratie? Deutsche Kultur?- Barbarei! Die ,,Sudetendcutsche Tageszeitung", deren Freunde rm Reich am vergangenen Sonntag einen tüchtigen Nasenstüber bekamen, so daß sie jetzt Mühe haben, sich an den Rockschößen Hitlers festzuhalten, fühlt sich bemüßigt, hierzulande den Nachweis zu erbringen, daß di« deutsche Kultur immer schleisiger wird. Da wird also daS Märchen wiederholt, daß die Kommunisten den Reichstag anzündeten uno behauptet, es werde nun eine»Leidenschaftslose, objektive Kritik der Linksparteien"«insetzerz. Die sieht so auS: Dem„Juden" Breitscheid wird nachgesagt, er verfolge jeden Wink deS französischen Militarismus mit affenartiger Schnelligkeit. Di« Sozialdemokratie züchte das Untermenschentum. Dann höhnt die„Sudetendrutsche Tageszeitung" die geknebelten deutschen Arbeiter und bezeichnet den 5. März als einen^Taa der Hoffnung". In Deutschland fließt das Blut in Strömen, di« von der^ST" verteidigt« Heiligkeit des Eigentums ist nicht mehr vorhanden, Staatsmänner brechen ihr Wort. Arbeiterhäusrr werden überfallen und gebranoschatzt., Wahrhaftig, der ,Zag der Hoffnung" hat einen Hexensabbat«ingeleitet, der das deutsche Volk an den Abgrund bringt und das Ansehen Deutschlands in der Welt völlig zerstört hat. Was seine Dichter und Denker ihm an Geltung ver- schusen, können Bajonette und Gummiknüppel nicht ersetzen. Wohl aber können jene Teile des deutschen Volkes, die nach der Hitlerschen Barbarei kerne Sehnsucht haben und ihr Wort frei äußern dürfen, dafür sorgen, daß Blätter vom Schlage der „Sudetendeutschen Tageszeitung", die die deutsche Kultur schänden, geächtet werden. Um di« Investitionsanleihe. Der„Den. k o v" meldet, daß die Beratungen der Regierung jeden Tag bis in die späten Nachtstunden andauern. Der Charakter der einzelnen Borlagen erfordere absolute Verschwiegenheit seitens der Mitglieder der Regierung wie ihrer Experten. Es liege aber kein Grund zur Beunruhigung der Oeffentlichkeit vor, daß sich dahinter vielleicht „etwas Außergewöhnliches" verberg«. Für heut« ist di« Abhaltung eines Ministerrates beabsichtigt, der bereits einzelne der Vorlagen genehmigen soll.— Amtlich wird mitgeteilt, daß dre Meldungen einiger Blätter, wornach in das Investitionsprogramm auch Posten von Subventionscharakter ausgenommen werden sollen, absolut unwahr sind. Sämtliche Verhandlungen über eine Jnvestitiousanleihc und über Investitionsarbeiten beruhen auf den Prinzipien der Rentabilität, der Ztoeckmäßigkeit und der Dringlichkeit der unternommenen Arbeiten sowie auf der Notwendigkeit, die Arbeitslosigkeit möglichst zu lindern. Mährisch-schlesischer Landesausschuß. In der gestern abgehaltenen Sitzung des Landesaus- schuffes wurde beschlossen, bei der Sparkassa der Stadt Brünn eine Lombardanleche von 5 Millionen zur teilweisen Deckung des Investitionserfordernisses des Landes für das Jahr 1938 aufzunehmen. Weiters wurde eine Reihe von Anleihen, die von den einzelnen Bezirken und Gemeinden ausgenommen werden, genehmigt. Von» Rundlank Empfehlenswerte» au» den Programmen. Sonntag. Prag: 8.15: Gymnastik. 9: Chorgesang. 18: D rutsch e Sendung: Ball- und Tanzg«spräch« 20: Bunte Stunde. 21: Orchesterkon^rt.— Brünn: 17.90: Was heule? 18: Deutsch« Sendung: Fünfhundert Jahre Schlager. Breslau: 19.20: Klaviermusik.— Mühlacker: 17.50: Brahms.— Hamburg: 19: Werk« norddeutscher Meister.— Langenberg: 17.90: Den Toten des Weltkrieges.— Leipzig: 20: Kriegs-Requiem.— München: 18.50: Der klein« Tiergarten. 21: Orchesterkonzert.— Mr«: 9 40: Chorkonzert. 1145: Strauß—Lanner, 15.30: Kammermusik. 19.40: Chopin-Konzert. Hier wird der Deutsche Reichstag tagen. Das Gebäude der frühren Krolloper in Berlin ist nun endgültig als Tagungsort für di« Plenarsitzungen des Reichstages bestimmt Wochen. Unser« Aufnahme oben zeigt«in« Außenansicht des Gebäude- mit dem Denkmal MoltkeS— unten eine Innenansicht der Krolloper. T agesneuigheiten Lertzwerlsuuslilü in M.Mrau. Zwei Arbeiter getötet. Mähr.,Ostrau, 10. März. In«ine« Lustschacht der Grube„Gabriela" in Kar- vinna Ware» zwei Bergarbeiter und ei« Maurer mit der Ausbesserung der Ausmauerung beschäftigt. Da» G e r ü st, aus dem sie standen, st ü r z t t gestern mittag» plötzlich ein. Di«beide«Berg- leut« Theophil Kali«a«ad Paul Foltyn, die au einem Balke» angebunden Ware«, fiele» auf de» Schachtgrund, vo« wo uur ihre verstümmelte« Leichen geborgen wech«« konnte». Der Maurer Rudolf Stand und der Aufseher Karl P i l k a hieven sich an der Holzverschalung fest und konnten gerettet werde«. Die beide« Verunglückten find verheiratet und BSter uu- versorgter Kinder. A« di« Unglücksstclle wurde ein« Kommission de» RcvierbergamteS ent. saudt, welch« feststem«, daß der Hauptbalken, der in da» Mauerwerk eingelassen war und das eigentliche Gerüst trug, unter der Last der Per» sonrn brach und die beiden Bergleute, die an dem Balken angebunden waren, sich nicht retten konnten. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, wird schwer festznstelle« fein. * «»Iler red in der Grude. London, 10. Marz.(Reuter.) In einem Teil einer Kohlengrube bei Rotherham in der Grafschaft Dorkshrre drang plötzlich Wasser ein. In der Grube arbeiteten etwa hundert Bergleute. Die meisten hatten noch Zeit, sich zu retten, doch kamen vier Arbeiter in den Fluten um. Einige werden noch vermißt Hinrichtung in Prag. Galgensensation»m den Tod de» Mörders Havlik. Prag, 10. März. Heute morgens um 6 Uhr wurde der Mörder L. HoDl 1k, der im Juni v. I. vor dem hiesigen Schwurgericht zum Tode verurteilt worden war, im Hose des P a n k r a- zer Gefängnisses hin gerichtet. Havlik hatte auf der Flucht nach einem Einbruch in H o l l e s ch o w i h den Fabrikanten Karl Klima, der ihn aufzuhalten versuchte, niedergeschossen. * Die Hinrichtung war streng geheimgehalten worden, was nicht hinderte, daß sie aus irgendwelchen Quellen schon gestern abends doch in die Oeffentlichkeit drang und die übliche und üble Galgrnsensation in Szene setzte. Tas „Beöerni 6 esks Slovo" setzt natürlich der Geschmacklosigkeit die Krone auf durch eingehende Beschreibung der Einzelheiten vom letzten Gange de» Hingerichteten. Die widerliche Spekulation auf die bestialische Sensationssucht des Kleinbürgers, an dessen schmutzigste Instinkte dieses Blatt zu appellieren pflegt, ist um so abstoßender, als fremde Augenzeugen gar nicht zugelaffen waren und alle dre liebevoll ausgemalten Details(es fehlt natürlich nicht die berühmte„letzte Zigarette") also entweder„auf kaltem Weg" herge- stcllt, nämlich nach der üblichen Galgerrschablone erdacht, oder auf der Geschwätzigkeit beamteter Augenzeugen beruhen. Ob so oder so— die Sache blewt unsäglich ekelhaft. Da» liebe Publikum hat natürlich seine Freud« an dem Galgenrummel und di« veaktio- näre Press« aller Schattierungen wird sich herzlichst freuen, daß auch ohne bestallten Henker gehenkt werden kann. Namentlich den„Christen", di« jahrelang nicht müde wurden, nach dem Henker zu schreien, wird ein Stein vom Herzen fallen. Mit dieser Exekution ist das neu« Kr«i»- gerichtsgebäude in Pankraz, das formell am 20. Aprll seinem Zweck übergeben wird, eigenüich schon als GerichtSgebäud« in Gebrauch genommen worden. Denn nach den bestehenden Vorschriften haben Hinrichtungen im Hofe des zuständigen KreiSgenchtes statizufinden. So ist die erste justizielle Handlung, di« in dem Neubau vor sich n ging, nicht eine Gerichtshandlung, sondern die Vollstreckung eines Todesurteil». Ein« recht schauerliche Einweihung! B». MallerroerMtnvn Berliner städtischer Funttwnöre. Berlin, 10. März. Wie da» Eontibüro erfährt, sind der B ü r g e r m e i st c r de» Bezirksamt«» Prenzlauer Berg Dr. Ostrowski, der Stadtobersekretär Jbscher und Stadt- amt»mann Kunert vom Bezirksamt Prenzlauer Berg, der Bürgermeister Dr. Herz vom Bezirksamt Kreuzberg sowie Lbermagi» stratsrat Stech, BezirkSamtSdirektor Thun, Stad trat Schweickardt und die Stadt- räte Küter und Dr. Epstein heut« im Lanf« de- Bormittag» in ihren AmtSrSumen festgenommen worden. Der M zi Kampf gegen die WarenvSufer. Berlin, 10. März, lieber die Schließung der Warenhäuser in verschiedenen Städten Deutschlands bringt die„Bossische Zeitung" folgenden zusammenfafsenden Bericht: Obwohl die Pressestelle der Regierung in Düsseldorf gestern in einer amtlichen Verlautbarung mitteilte, daß die nationalsozialistische Gauleitung sofort die erforderlichen Schritte unternehmen würde, um das eigenmächtige und ungesetzliche Vorgehen gegen Geschäft« zu verhin- dein, sind heute mögens in Wuppertal die Geschäfte von"Tietz, Woolworth u. a. geschloffen. Bewaffnete SA- und SS-Mannschaften halten die Eingänge besetzt. Das Personal kann die Geschäftsräume nicht betreten. Auch das Abladen von Bost- und Frachtsendungen wird verhindert. Ebenso erzwangen heut« morgens in G l a d- b ach-Rheydt uniformierte Nationalsozialisten, daß Warenhäuser und Einheitsgeschäfte geschlossen blieben. In Bonn wurden sämtliche Geschäft« heute morgens wieder geöffnet. Die Nationalsozialisten behinderten den Zutritt von Käufern nicht, sondern hielten ihnen Plakate mit der Aufschrift entgegen:„Kaufet nicht in Warenhäusern". Verschiedene größere Betriebe Düsseldorfs haben heute ihre Eingänge geschloffen. Heute nachmittag wurden auch in Hannover zahlreiche Kaufhäuser gesperrt. Im Zentrum kam es mittags zu größeren Ansammlungen und gegen 12 Uhr hatten Karstadt, Epa, Woolworth, Kaufbaus Zentrum, Lindeman;! und andere bereits geschlossen. Heute nacht wurde in Königsberg das eine Schaufenster des Geschäftes eines jüdischen Bäckermeisters durch zwei Revolv erschüfst^r- I trnmmert, das ander« durch einen Ziegelstein in Splitter geschlagen. Darnach wurde in den Laden und in den Keller je eine Brandbombe geworfen, di« sämtlich« Backlvaren, Mehlvorrat« und Backmaschinen zerstörten. Ein der Tai verdächtiger junger Mann wurde festgenommen. Die Blockierung der Warenhäuser und jüdisch«! Geschäfte in Kassel, die am Donnerstag nachmittag zu einer Schließung zahlreicher Firmen geführt hatte, ist am heutigen Bormittag nicht weitevge- sührt worden. Drei MSnnerieichen Berlin, 10. März. In einem Wald« unweit von Klein-Machnow find heute Nachmittag drei Leichen aufgefunden worden. ES handelt sich um drei Männer im Alter von 20 bi» 28 Jayrm. Die Kriminalpolizei hat sich sofort an den Tatort begeben und ist zur Zeit mit der Lufllärnng des Falles beschäftigt. Siu Arbeiter beraubt. Mhorod, 10. März. Gestern spät abends wurde in der Vorstadt Radvanka auf der Straße der Arbeiter Johann Turicky überfallen. Drei Angreifer warfen ihn einen Sack über den Kopf, rissen ihn nieder und raubten aus seinen Taschen den Betrag von 670 X. Der Raub war offenbar vorbereitet und die Täter mußten davon Kenntnis haben, daß Turecky Geld bei sich trage. Ter Breslauer Theater-Intendant von SA'Lenteu mißhandelt? Nach einer Meldung der„Prager Abendzeitung" wurde der Intendant der Bereinigten Theater in Breslau, Paul Barnay, von fünf Leuten in SA-Uniform in seiner Wohnung gestellt und in eine« Kraftwagen entführt. Man fuhr mit Barnah au» der Stadt heraus, hielt in einem Wäldchen an und mißhandelte chn. Man zog ihm Mantel und Anzug au» und mehrer« Manner schlugen mit Gummi- kn üp p«l n auf ihn ein, während di« andern mit gezogenem Revolver vor ihm standen. Als dl« Täter«ine« auf Streife befindlichen Schupobeamten sahen, zwangen sie Barnay unter neuen Drohungen, in seiner höchst mangelhaften Bekleidung davonzulaufen und flüchteten. Die Polizei brachte Barnah wieder in die Stadt. Der Vorfall hat ungeheueres Aufsehen und stärkst« Erregung auSgelöst. Vogelfrei find nur Arbeiter! DaS aufgenordete Deutschland erlebt eine Sensation:- di« Nazi» haben den Antisemitismus über Bord geworfen, der sie groß gemacht hat. DaS geht aus einer Erklärung eindeutig hervor, die der Bluthund Göring einer jüdischen Abmchnung macht«. Di« Weisen von Zion haben» anscheinend den Glaubensgenossen in Hitlers Reich gerichtet, sofern sie nicht bei der Führung der NSDAP ihre Hand im Spiele haben. Gewiß: es ist erfreulich, daß kein« Judenpogrome stattsinden. Aber die Ursachen sind nicht etwa darin zu suchen, daß innerhalb der SA-Horden noch ein Rest von Anstand vorhanden ist, sondern darin, daß es finanzkräftige Juden gibt, zu denen die NSDAP schon vor der Machtergreifung gute Beziehungen unterhalten hat. Mächtige Juden muß man sich zu Freunden machen; und freundliche Nasenlöcher gegenüber den Glaubensgenossen verbessern das Einvernehmen. Vogelfrei sind nur Arbeiter und ihr Eigentum! Auf sie, auf die deutschen Volksgenossen läßt man bewaffnete Mordban-, den los. Ihr Todesröcheln verhallt ungehört und ost ist es den Mördern in den hohen und höchsten Aemtern Anlaß zu billigem Svott. Das Dritte Reich wird zum Kerker und Massengrab für die armen deutschen Volksgenossen. Reiche können sich darin wohlfühlen, auch wenn sie Juden sind. So ist der antisemitische Schwindel der Nazis wieder einmal entlarvt. Diese Entlarvung kostet deutschen Arbeitern Blut und Leben! Sie werden gerächt werden! Di« Ermäßigung der Schülerfahrpreis«. Die Erhöhung der Preise der Schülermonatskarten, di« mit 1. Jänner 1933 in Wirksamkeit getreten ist, bleibt nach einem Erlaß des Eilenbahnmini- sters auch weiterhin in vollem Umfang in Geltung. r— Eine Etutäßigung(der Ankauf der Monatskarten für die Preise der vor dem 1. Jänner 1933 erfolgten Erhöhung) kann bewilligt werdcn, wenn die Einkommen oder die Rente der Eltern des Gesuchsstellers mit einem Kinde(oder beiderseitigerweise) den Betrag von 8000 Ke jährlich nicht übersteigt. Bei zwei oder einigen unmündigen und unversorgten Kindern wird diese Grenze um 2000 Jfe jährlch für jedes von ihnen erhöht und zwar bis zur Höchstgrenze von 14.000 Kronen jährlich. Bei Einnahmen, die diesen Betrag übersteigen, wird eine Ermäßigung von den Preisen der Monatsschülcrkarten in keinem Fall zugestanden. Der Nachweis über diese Voraussetzungen muß entsprechend belegt werdet! durch ein Zeugnis über di« Vermögensverhalt- nifse aus der neuesten Zeit und mit der Destati- gting der zuständigen Steuerbehörde. UeberfiedlungS-Anzekge. Ter Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler in Teplitz-Tchönau, und di« Redaktion und Verwaltung des Kleinen Landwirt" in Teplitz-Schönau werde» ihren Sitz mit 1. April nach Prag ver- legen. Zuschriften jedweder Art sind ab 27 Mär; an die Adresse:„Prag VII., Stroßmay r ov a Nr. 1890", zu richten. Diese Adresse gilt sowohl für den Zentralverband, wie auch für den„Klemen Landwirt". Nr. 60. Samstag, 11. MLrz 1938. Seit« 5 VERLANGET UEBERAU Srdölfnnde in Albanien. Nom, 10. März. Innerhalb der Erdölkonzession der italienischen Regierung in Albanien wurden zahlreiche Petroleumlager entdeckt. Man schätzt die voraussichtliche Oelförderung so hoch «in, daß damit der gesamte Bedarf Italiens gedeckt werden kann. Nazis reißen sich um den„Sozialdemokrat". Wir lesen im„Adlergebirgsbote": Zn der Sonntagnummer des„Sozialdemokrat" wurde unter Beweis gestellt, daß der Brandstifter in« Reichstagsgebäude ein Hakcnkreuzler war. Der„Sozialdemokrat" lag im Schaufenster der Buchhandlung Mikesch in Land-kron. Ties ging den hiesigen-Hakenkreuzlern so auf di« Nerven, daß einer «ach dem andern in di« Buchhandlung ging und den„Sozialdemokrat" kauft«. Dies wurde solange wiederholt, bis der letzt«„Sozialdemokrat", also auch der in der Auslage, verkauft war. Weil nun die Passanten im Schaufenster nichts mehr von dieser furchtbaren Nazischande lesen konnten, hatten die schwer bedrängten Naziherzen endlich Ruhe. ZugSunglück. Im Bahnhof von Namur sind einige leere Wagen beim Rangieren in einen stehenden Zug gefahren. Fünfzehn Personen wurden verletzt. Ein« Postkasse gefunden. Di« Gendarmerie fand auf den Feldern bei Bella Tobron im UL- boroder Bezirk di« vergraben« Postkassa, di« vor dr«i Jahren auS dem Postamte in Bella Tobron entwendet wurde. Den Diebstahl beging Alexander Nagy mit seinen Komplizen, di« nach langer Fahndung festgenommen werden konnten. Als sie überführt waren, gestanden si«, die leere Kassa zirka«inen Meter tief in die Erde vergraben zu haben. Bombe an Roosevelt. Auf dem Postamt« in Wawertown wurde in einem an Roosevelt adressierten Paket wiederum eine Bombe gefunden. Kinder verschwinden. Das Verschwinden des zweijährigen Kindes eines Notars in Neerpelt, Provinz Limburg, beschäftigt, wie aus Brüssel gemeldet wird, di« Oeffentlichkeit auf das lebhafteste. Auch in Lacken bei Brüssel ist feit dem 6. März ein Schulkind spurlos verschwunden. Weiter meldet die Polizei, daß eine fünfzehnjährige Schülerin in einem anderen Stadtteil Brüssels vermißt wird. Parieren-- oder sterben! In Oppau in der Pfalz kam«S gestern zu schweren politischen Zusammenstößen bei der Hissung der Haken- kre uzfa h n e auf dem Rathaus. D«r der SPD angehörende erste Bürgermeister hatte sich geweigert, dem Ersuchen um Aufziehen der Flagge Folge zu leisten. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf eine Person getötet wurde. Näher« Einzelheiten stehen noch nicht fest. Zangara zum Tod« verurteilt. Der Italiener Zangara, der in Miami das Attentat gegen Präsident Roosevelt verübte, wobei Bürgermeister Ceimaf tödlich verwundet wurde, wurde gestern zum Tode verurteilt. Nach dem Streik in Handiova.l Kommunisten treten zu den freien Gewerkschaften über. Die kommunistische Organisation der Handto- vaer Bergarbieter befindet sich in der Auflösung. Wir haben bereits mitgeteilt, daß außer dem kommunistischen Bergarbeitersekretär R o v a k eine ganze Reihe der ersten Vertrauensmänner und«in großer Teil der kommunistischen Bergarbeiter zur freien Gewerkschaft übergetreten sind. Bis jetzt sind 76 Mitglieder des kommunistischen Bergarbeiterverbandes übevgetreten, darunter die aktivsten Funktionäre und Betriebsräte Daubner, Neuschl, Tonhauser, Ko«, iS, Mraffko, Wohland und andere, di« bei den Arbeitern«in starkes Vertrauen genießen. Es melden sich ständig Bergarbeiter, di« von den Kommunisten zur freien Gewerkschaft übertreten. Der«och i« Diensten der Roten Gerwerkschast stehend« Sekretär K u S i k erklärte zu Mitglieder« der freien Gewerkschaft:„Verschafft mir irgendein« Arbeit und sei es als gewöhnlicher Hilfsarbeiter in der Grube (KuSik war früher Hauer, also qualifizierter Arbeiter) und ich verlass« meinen Poste« und zwar auch dann, wenn ich meine ftüheren Dienstjahr« nicht angerechnet bekomme und wieder frisch ansange« mutz." Dies« Erklärung des kommunistischen Berg- avbeitevsekretärs zeigt, welch« Stimmung unter den Kommunisten in Handlova herrscht. Der kommunistische Abgeordnete und Führer der Roten Gewerkschaften, Zapotocky, war selbst in Haridlova und hat dort versucht, feine Anhänger bei der Roten Gewerkschaft zu halten. Sein Versuch ist aber gescheitert. In Handlova halten sich ständig einig« Sekretäre des Politbüros aus Prag auf, um zu retten, was zu retten möglich ist. Aber auch sie werden keinen Erfolg mehr haben, denn der Aufruf, welchen die 10 früheren kommunistischen Funktionäre herausgegeben haben, hat bereits sein« Wirkung getan. Di« kommunistische Presse versucht nun den Auflösungsprozeß der Roten Gewerkschaft in Handlova durch beleidigende Angriffe auf die sozialdemokratische Presse und durch allerhand Unwahrheiten zu verdecken, was ihr aber nicht gelingen kann. Auf unsere Mitteilung von den Uebertritten schrieb die kommunistische„Inter- nationale" vom 28. Feber:„Der Sozialdemokrat lügt." Das Kommunistenorgan behauptete ferner, daß nur drei Kommunisten und der Sekre tär Novak übevgetreten wären und daß die anderen kommunistischen Funktionäre, die den Aufruf zum Uebertritt unterschrieben haben, ihr« Unterschriften wieder zurückgenommen hätten. All« diese Behauptungen sind natürlich unwahr. Die-Unterschrift hat nicht ein einziger von hen 10 kommunistischen Funktionären(die Internationale" spricht von 30) zurückgezogen und mit dem Sekretär Novak sind nicht 3, sondern 76 Kommunisten zur freien Gewerkschaft übergetreten und fast täglich werden weitere Uebertritt« vollzogen. Dadurch, daß die Internationale" ander« der Lüge bezichtigt, wird sie die von uns mitgeteilten Tatsachen nicht verheimlichen und ungeschehen machen können. Di« kommunistischen Bergarbeiter in der Slowakei siird eben mit der Zeit zu der Uebcrzeugung gekommen, daß chre Interessen von der kommunistischen Parteiführung in Prag, die alles kommandierte, nur für parteipolitische Agitationsmanöver mißbraucht, aber nicht vertreten wurden und daß einzig und allein die freie Gewerkschaft die Interessen der Bergarbeiter schützt und vertritt. Dies« Erkerrntnis hat di« Handlovaer Bergarbeiter zur freien Gewerkschaft geführt und «s wäre nur zu wünschen, wenn all« kommunistischen Bergarbeiter diesem Beispiel folgen und die wahre und richtige Einheitsfront in der freien Gewerkschaft Herstellen würden. Gegen den übergetretenen Bergarbeitersekretär Novak bristgt die kommunistische Presse noch eine Reih« persönlicher Angriffe vor. So wird behauptet, daß Novak erst anderthalb Monat« Sekretär der Roten Gewerkschaft gewesen fei usw. Tatsache ist aber, daß Novak, der auch den Bergarbeitern Nordtv^tbähmens bekannt ist> durch viele Jahre^kreÄr der Roten Gewerkschaft war und daß er diese Funktion nach seiner kürzlich erfolgten Rückkehr auS Kanada auch sofort wieder übertragen erhielt. Novak und mit ihm die anderen übergetretenen Hauptfunktionäre der Handlovaer kommunistischen Gewerkschaft waren schon seit Jahren mit der kommunistischen Taktik recht unzufrieden und das Vorgehen der kommunistischen Parteileitung in.Prag, beim letzten Bergarbeiterstreik in Handlova hat in ihnen den Entschluß reift« lassen, der kommunistischen Bewegung den Rücken zu kehren und sich mit den Klassengenossen in der fteien Gewerkschaft zu vereinigen. Die Wahrheit über Columbus. Der Webersohn zeichnet Seekarten.— Zu dem unbekannten Land Im Westen.— Die gefährliche Meerfahrt. Ein Franzos« hat versucht, den Amerikaentdecker Christoph Columbus ni seinem Buche „Die Wahrheit über Christoph Columbus" als einen selbstsüchtigen Abenteurer, ja, als einen Hochstapler hinzustellen. Und doch war jene folgenschwere Reise des Columbus«in Wagnis, neben dem selbst di« Taten unserer kühnsten Ozeanflieger klein erscheinen, denn seine Fahrt war«ine Fahrt in» Unbekannt«, er konnte keine so sorgfältigen Vorbereitungen für das Gelingen treffen,«S gab kein« meteorologischen Betrachtungen und kern« RadioauSrüstungen, die die Her- beirufung von Hilft möglich gemacht hätten. Auch wurden kein« Hilfsschiffe ausgeschickt, um im Falle der Not beizuspringen. Technik und Wissenschaft stehen den heutigen Ueberwindern des Ozeans zur Verfügung, tun alles, waS in ihrer Macht steht, um ihnen dienlich zu sein; jener Mann, vor fast viereinhalb Jahrhunderten, mußte mit kleinen, schlecht ausgerüsteten Schiffen fahren, ohne Wetterbericht«, ohne Radio, ohne zuverlässige Seekarten. Er fuhr auf ein unbekanntes Meer hinaus, um«in Land zu-suchen, das nach seiner Mutmaßung jenseits des OzeanS liegen mußte. I« westlicher Richtung nach Indien, China und Japan zu gelangen, war sein Ziel, nachdem Marco Palo und die portugiesischen Seefahrer in östlicher Richtung dorthin gekommen waren. Westwärts mußt« der Weg näher ftin, berechnet« Columbus. Daß Amerika auf halber Strecke lag, konnte er ja nicht wissen. So bleibt ihm die Ehre,«ins der größten Wagnisse der damaligen Zeit unternommen und zu gutem Ende geführt zu haben. Geboren wurde Columbus um da» Jahr 1450 als Sohn eines Webers in Genua, besucht« einige Jahr« di« Klosterschule, wo«r lesen und schreiben lernte, und wurde dann mit zehn Iah-, ren als Lehrling bei seinem Vater beschäftigt. Aber all seine fteien Stunden verbrachte er am Hafen der Stadt, wo Schiffe aus allen möglichen Ländern vor Anker lagen und er von den Schiffern die wunderbarsten Berichte aus der lockenden Fremde hört«. Mit vierzehn Jahren folgte er dem Ruf ftiner Sehnsucht und ging zur See. Die Seeleute der damaligen Zeit, denen ja die Seekarten und unsere heutigen nautischen Hilfsmittel fthlten, hielten sich am liebsten in Sehweite der Küsten und wagten sich freiwillig nicht auf den offenen Ojean hinaus. Zum Beispiel wurden di« Kanarischen Inseln und di« Azoren, di« 800 Kilometer westlich von Portugal liegen und im Altertum von Seeleuten aus Karthago entdeckt, dann aber wieder vergessen wurden, um das Jahr 1400 von Schifft« wieder '-n-T-L L‘ Zusammenbruch des amerikanischen Films. Di« Direktoren der Hollywooder Filmgesellschaft ten haben eine Konferenz abgehalten, in der eine Kundgebung beschlossen wurde, nach der voraussichtlich die Produktion in der nächsten Zeit eingestellt werden wird. Weder zur Deckung der Gagen noch der lausenden Regie sind die notwendigen Mittel vorhanden. Die Tagespresse verbreitet pvar diese Kundgebung, nicht aber di« der Situation entsprechenden Zahlen über di« offiziellen Wirtschaftserfolge: denn der amerikanische Film inseriert ja noch immer. Di« Wahrheit ift folgeick«: Warner-Brothers haben im letzten Vierteljahr 1332 im ganzen 1.75 Millionen Dollars(60 Millionen Ke) laut Bilanz verloren; dieser Verlust ist zwar kleiner als der im dritten Quartal 1932 von 5,85 Millionen Dollars und entspricht dem Verlust von 1931; in der gleichen Zeit des Jahre- 1930 wurden noch 1,6 Millionen und im Jahre 1930 gar 5,88 Millionen verdient.- Der kleiner« Verlust ist auf die Drosselung der Produktion und zahlreiche Entlassungen zurückzuführen.— Locwe-Metro hat noch 0,73 Millionen verdient gegen 1,81 Millionen im Vorjahr und 2,69 Millionen im Jahre 1930.— Die Western-Electric hat im vergangenen Geschäftsjahr 12,6 Millionen, d. i. 142 Millionen Lö. verloren, im Jahre 1981 noch 10,6 und 1930 noch 15,68 Millionen Dollars verdient. Dies« Gesellschaft ist Eigentümer aller Tonfilmpatente, ihr« Macht erstreckt sich auf die ganze Welt auher Rußland und Mitteleuropa, das der deutschen Tobis überlassen wurde. Trotz dieftn geschäftlichen„Erfolgen" wurden die Direktoren bisher nicht abgebaut; das mag auch recht schwer ftin, weil sie, ftlbst unkontrolliert, über das Geschick der Unternehmungen entscheiden, von denen Zehntaufende geistiger Arbeiter in der Filmstadt gelebt haben; dir Rieftngehälter der Star- und Herren Direktoren sind ebenfalls noch nicht abgebaut, dafür wurden di« kleinen Angestellten und Konrparftn, die Komponisten, Musiker und technischen Arbeiter in der rücksichtslosesten Art und Weise abgebaut und auf HUngergchälter gesetzt. Don der Größe dieftr Jndustti« können wir un- erst eine Vorstellung machen, wen« wir bedenken, daß noch im Krisenjahr 1932 an di« Zweihunderttausend Menschen als Filmstatisten Beschäftigung gefunden haben, wobei di« Löhne auf 8,65 Dollar pro Tag gefallen sind; das ift nach unserem Geld 290 Lk, wäre also in Prag außerordentlich viel. Man muß aber bedenken, daß von dftftr ungeheuren Zahl nur dreihundert mehr als zwei Tage in der Woche beschäftigt waren, der Durchschnitt der BerufSkomparftn arbeitet heute jährlich nicht mehr als einmal in der Woche; unter diesem Gesichtspunkt ist natürlich di« Bezahlung zu werten, zumal der Statist eigen« Garderobe haben und, vor allem für den Gesellschaftifilm, die nötig« Ausstattung selbst beistelle« mutz. Nm di« Situativ« de« amerikanischen Film- voll zu erfassen, muß weiter berücksichttgt werden, daß di« Kinopreise um ein Drittel erniedrigt wurden und daß trotzdem der Besuch um die Hälfte gesunken ist; auch laraus ist ersichtlich, daß es mit dem Paradier Hollywood wohl endgültig zu Ende ist. Das widersinnige Starsystem mit seinen übertriebenen Gagen, seiner Verlogenheit, dem Kult les Reichtums bricht eftndiglich zusammen: di« kapita« ltchsche Gesellschaft ist heute nicht mehr imstande, den Film, den sie sich zu eigenem Lobe geschafft« hat, materftll zu erhalten. In Hollywood, der Stadt der höchsten Filmtechnik, herrscht ein Elend, wie wir e- in Europa nur selten haben. Zu Tauftnden sind dft Wohnhäuftr der Filmstar- verkäuflich, jene Märchenflecken, die uns seit zehn Jahren als höchstes Glück auf Erden in ungezählten Reklamen hingestellt wurden; die Pariser Atelier- der Amerikaner in Joinville sind ftit etwa einem Jahr ohne Arbeit, die Produktion der Universal in Deutschland ist in Geldschwierigkeiten, die ungeheuren Jnvestittonen in den letzten Film mit LouiS Trencker,„Der Rebell", der acht Millionen Mark gÄostet haben soll, können nicht hereingebracht werden. Dar Katastro- phengefetz des Kapitalismus zeigt sich auch in seinem Kunstbetrieb: die eigene Planlosigkeit, dft eigene inner« Fäulnis bereitet ihm den sicheren und unaufhaltsamen Unftrgang. Was in unserem Blatt« seit Jahren gegen den kapitalistischen Film geschrft- ben wurde, wird durch dft Wirklichkeit bestätigt: er hat kein« Existenzberechtigung W. L. aufgefunden, die vom Sturm dorthin verschlagen worden waren. Columbus begann fthr bald schon Seekarten zu zeichnen und machte diese Arbeit zu seinem Lebenberuf, den er zusammen mit seinem Bruder in Lissabon ausübte, das einer der Haupthäfen der damaligen Zeit war. Daneben ftgelte er nach England und Island Und galt als einer der tüchtigsten Seefahrer der Zeit. Sein« Verheiratung war für ftin weiteres Schicksal entscheidend. Da sein Schwiegervater bei Lebzeiten ein großer Entdeckungsreisender in portugiesischem Dienst gewesen war, stürzte sich Columbus mit Eifer auf ftine nachgelassenen Seekarten und Tagebücher, und ftine Schwiegermutter erzählte ihm, waS si« durch ihren Mann von den Inseln im Atlantischen Ozean wußte. Besonders.interessant war es für Columbus, zu-hören, daß auf Madeira einmal ein« Leiche von einer ganz fremden Menschenrasse angetrieben war; auch hatte der Schwiegervaftr allerlei Ding? mit heimgebracht, di«. aus unbekannten Fernen stammten und all« aus Madeira an Land geworfen waren, unter anoerm auch Holz, wie es in keiner Gegend Europs oder Afrikas wuchs. Columbus begann nun alle Schriften zu studieren, die ihm irgendwelche Aufschlüsse über jenes unbekannte Land im Westen geben konnten, und war schließlich fest überzeugt, daß dies Laujenseits des Meeres Indien oder China sein müsse. In dieftr Aufassung wurde er durch den Geographen Behaim, der 1498 den ersten bekonn- ftn Globus konstruierte, der noch heut« in Nürnberg zu sehen ist, unterstützt. Columbus unterbreitete nun ftinen Plan dem König Johann II. von Portugal, der ein« Kommission von drei Gelehrten zusammenrfts, die jedoch den Plan für unausführbar erklärftn. Da Columbus mehrere Iah« lang nur in den großen Plänen gelebt hatte, war er in Schulden geraten, und als nun der König ihm ftine Gunst entzog, mußte er vor ftinen Gläubigern nach Spanien fliehen. Hftr wurde nach vielen Fehlschlägen ein Abkomme» unterzeichnet, durch dos Columbus d«i Fahrzeuge zur Verfügung gestellt und ihm im Zusammenhang mit ftinen Entdeckungen groß« Vorteile zugesichert wurden. Das größte der Schifft war ein 120-Tonnen- ichiff, das kleinst« hatte knapp 40 Tonnen— also Fahrzeug«, mit denen heute nur di« ganz Der. wegenen sich noch auf den Ozean hinauswagen. Am 3. August 1492 brach Columbus mit dieser Flotte auf— aber keiner von den Daheimgebliebenen glaubt« an sein« Rückkehr. Am gefährlichsten, für Columbus war wohl der Augenblick der Reift, als di« Schifft in di« Tangmassen des geheimnisvollen SargassomeereS kamen und dft erschrockenen und entsetzten Ma- ttoftn meutern und Columbus in» Meer werfe« wollten. Sie lftßen ihn nur deshalb am Lebe«, weil er ja schließlich ihre einzige Hoffnung war. Wer sollft sie wieder heimbringen, wenn nicht er? Am 12. Oktober wurden sie dupch einen Kanonenschuß vom zweiten Schiff geweckt, nachdem si« schon ftit einigen Tagen allerlei Gegenstände im Wasser gefthen, dft ihr« gesunkene Hoffnung n«u belebt hatten. Nun halft ein Matrose im Mondschein Land bemerkt, und als der Tag kam. lag vor ihnen eine Insel. In prächtiger Rüstung, den Scharlochmantel umgehängt, ging ColumbnS an Land, glaubte«r sich doch auf einer der Inseln an der Küste von Indien angelangt. So bekamen sie den Namen Westindftn und ihr« Bewohner wurden zu Indianern, ein Name, der ihnen ftlt- samerweift bis heuft geblftben ist, obwohl er doch von falschen geographischen Voranstetzungen a«S- g«ht. Auf jeden Fall bftibl trotz allen Angrifftn Columbus der Mann, der die Reihe der lleber- querungen des Atlantischen Ozeans ruhmvoll «ingeleiftt hat,— dft noch ihm kamen, hotten eS unbedingt weit ftichftr als«r, denn sie wußten um ein Ziel, während er ins Ungewiss« hinouS- fteuerft und Leben und Zukunft für eine innere Ueberftugung einfetzte, für dft gar keine greifbaren Belveift Vorlagen. N. Streiff. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Regelung des 3ahlung"verlehrs in Deutschland. In den fttzftn Jahren hat sich das Aktivum unserer Handelsbilanz mit Deutschland in ein Paffivum verwandelt. Während 1927 unter Aktivum noch 1096 Mill, kl betrug, war die Handelsbilanz mit Deutschland 1928 mit 830 Mill., 1929 mit 1072 Mill.. 1930 mit 1021 Mill., 1931 mit 1270 Mill., 1932 mit 774 Mill, passiv. Dazu kommt noch 1932«in Zahlungspassivum Von 300 Mill. K, so daß im letzten Jahre di« Zahlungsbilanz der Tschechoslowakei mit Deutschland mit 1 Milliarde Kronen passiv war. DaS hat nun das FinanzminisftriuM dazu geführt, den Zahlungsverkehr mit Deutschland einheitlich zu regeln, damit das Passivum unftrer Zahlungsbilanz mit Deutschland nicht zu groß sei. Diese Regelung besteht darin, daß dft Tschechoslowakische Nationalbank mit Erlaß vom 7. März 1933 ermächtigt wurde, Vorkehrungen zu treffen, daß di« Zahlungen für Waren, dft aus Deutschland eingeführt werden, und auch alle änderen Zahlungen nach Deutschland nur auf„Deutsches Sammelkonto" geleistet werden sollen. Dft Nationalbank betraut mit der Führung dieses Kontofolgend« Banken: Anglo-Tfthechoflowakiiche, Bank für Handel«nd Industrie, Unionbank, Escompft- bank und Creditanstalt, Jndustrialbank und Livno stenskü banka. Die Tschechoslowakische Nationalbank wird den ModuS ftstfttzen, die di« Auszahlungen aus dem»^Deutschen Sammelkonto" in dft Tschechoslowakei freiqegebcn werden könne». Heren SS«ter: Siegfried Int.— grhetreSntk« nr: Sittels Steinet.— BerwrNnsrUicher Redakteur- Dr. E«U gltaij. Prag— Druck:„Rata- U.-S. für Zeittw,- an» Buchdruck, Prag.— Für den Druck»eranlwurtiich: 0n» valtt. lu*_ D>« Zeitungbmarlensronkotur wurde da»-»er Poft. n. Telegrapheudirektion neu Erlaß Rr. 18J00/VII1S60 bewilligt— Bezuglbedtugutigen: Per Zustellung in* Haue»der bei Bezug durch die Poft nrortaUich Li 16.—, rUlXtMrltch Li u— tzn»intzag U 96,—, gartiiatzrig U WS.—,— werden tu«(attf dtütgft berechnet. Bei»sirre» ünidstautge« Preidnachlad.— Rückstellung von«-nusiripte,»rsolgt n] bei«tnseitbun, beg Relmrrnartr» Stile 6 „Stogtalbeittotarf*• Samrtag, fl. WS« 1933. Nr. KO. Frühjahrsschuhe Leichte Lack-Spang en- halbsehuhn, elegant verziert.— Alt Lock- Pumps zum gleichen Preise. Tadellose Damen- Halbschuhe aus braunem oder schwarzem Box. Fester Leder-Absatz. Dasselbe Modell in Lack zum gleichen Preise. 8.-28 MODERN: Lei:hte Samt-Halbschuhe in braun oder schwarz, mit braunem oder schwarzem Lack geschmackvoll kombiniert. Reizende Leder-Halbschuhe mit niedrigem Absatz. 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Mit dem Problem des Marxismus als lebendige geistige Kraft beginnend, kennzeichnet« Genosse Stolz die Verzerrung dieses Begriffes im heutigen politischen MeinungÄampf und faßt« die Tatsachen dahin zusammen, daß heute, ob anerkannt oder nicht, ob bewußt oder unbewußt, marxistische Anschauungen und Gedanken im gesamten Geistesleben wirken. Politik und öffentliches Leben, Wissenschaft, Wirtschaft nfw., sie alle fußen heute zum beträchtlichen Dül auf Marxens Lehre, di« aus dem geistigen Weltbild der Gegenwart einfach nicht wegzu- dercken ist. Haben doch selbst führende nichtsozialistische Wirtschaftstheoretiker wi« S o m b a r t und Schmalenbach ausdrücklich anerkannt, daß die Form der heutigen Wirtschaft nicht mehr in Einklang steht mit den Protmkttonsbedingungen und konnte doch Werner S o m b a r t auf dem Züricher Kongreß des„Vereins für Sozialpolitik" offen bekennen, daß der heutige Zustand ein Provisorium sei und mit dem Sieg der organisierten Gesellschaft enden werde, ohne-aß sich auch nur der mindeste Widerspruch meldete. Unhaben doch selbst bürgerliche Forscher polemische Versuche antimarxiftischer Kritiker widerlegt. Es ist bezeichnend, daß der modernste Ztveig der ökonomischsozialen Wissenschaften, die Konjunkturfor- schung, der marxistischen Auffassung Rechnung trägt und sich chrer Methoden bedient. Di« ganze Praxis beweist,-aß Marx Recht hatte und di« Entwicklung sich in d«m von ihm verkündeten Sinn bewegt. 800 n«n« Mitglieder in einem Jahr hat der Wiener Arbeiterschwimmverein gewonnen und besitzt nun 6416 Arbeiterschwimmer. Die Hauptaufgabe erblickt dieser Verein in der Erteilung von Schwimmunterricht und hat im Berichtsjahre 1832 28.738 Lehrstunden dafür aufgewendet. Der Wasserrettungsdienst hat, im vergangenen Jahr« 148 Menschen vor dem Ertrinkungstod bewahrt. Sportlich besitzt der ASB. acht Wasserballmannschaften, 20 Schwimmer-, drei Schwimmerinnen-, zwei Sprin- Jugenvbcwegung. Osterwanderer, Achtung! Sonntag halb 3 Uhr wichtige Zusammenkunft im Heim der S. I. II. S. I. Wanderung. Treffpunkt Sonntag um 8 Uhr Endstation der 21«r(Hodkoviöky—Branik). Freie Vereinigung soz. Akademiker. Arbeitsgemeinschaft„Bert Brecht". Heut« um 15 Uhr, großer Urania-Saal, Chorprobe. Das große Werk Marxens ist di« Synthese, die Verknüpfung der Arbeiter- bewegung mit dem Sozialismus. Nach Kennzeichnung der im Laufe der Jahrzehnt« von dem gedanklichen Zentrum des Marxismus ausgehenden Richtungen und Strömungen und ihrem Einwirken auf das politische Geschehen(hier widmet« der Vortragende auch dem tschechischen Sozialismus der Vorkriegszeit eine kurze Betrachtung) nannte er als di« erfolgreichen großen Parolen des marxistischen Wollens: die Emanzipation, die Erweckung des Klassenbewußtseins und damit die Rüstung zum Klassenkampf. Vergleichen wir etwa einen Arbeiter, der Vierziger Jahre mit einem heutigen, so sehen wir das positive Resultat der Entwicklung. Krise des Marxismus? • Trotz der erwähnten positiven Theorie und Praxis spricht man von des Marxismus. Wenn man Resultat« in einer Krise dieses Wort überhaupt gebrauchen darf, so handelt es sich nicht um ein Versagen des marxistischen Systems als solchem, sondern um«inen Zwiespalt in der marxistischen Theorie. Vielleicht ist gerade die ungeheuer« Universalität des marxistischen Gedankengebäudes, die«s erschwert, es von allen Seiten gleichmäßig zu erfasse«: Es ist noch nicht gelungen, die ökonomisch« und soziale Entwicklung der Nachkriegszeit völlig zu verarbeiten. Nur in den. gröbsten Linien, nicht im Einzelnen und nicht einheitlich. So finden wir ein« Diskrepanz zwilchen der Entwicklung der Ideologie und der Grundlagen, auf denen sie sich aufbaut. Mit der Entwicklung in Deutschland und Rußland befaßte sich Genosi« Stolz in diesem Zusammenhänge eingehender. In Deutschland findet «r als bisheriges Ergebnis den mißglückten Versuch zum Aufbau einer sozialen Systems. Der russische Marxismus aber beweg« sich im luftle«r«n Raum, flehe außerhalb der kapitalistischen Bjelt, deren weiteren Entwicklungsgang er einfach nicht zur Kenntnis nehm«. All das aber ändert nichts an der Lebenskraft und Zukunftsgewißheit des marxistischen Systems. Dr. Bg. die modernen deutschen Vertreter Haas und Thomas, im Kapitel„Oper" wurden bedeutend« Meister wie Boieldieu, Ma rschner, Brüll, Schillings u. a. übergangen. Daß die. Opern- repertoire-Uebersicht bei fast allen Gesangsfächern große Lücken aufweist, sei schon deswegen bemängelt, weil in dieser Uebersicht aus eitler Liebedienerei auch etliche tschechische Opern Berücksichtigung fanden, dir für das Partienstudiüm eines deutschen Sängers kaum in Frag« kommen. E. I. Die Ausstellung des Verbandes deutscher Graphiker im Kunstverein für Böhmen(II., PStroßg. 12) ichließt Sonntag. Gleichzeitig wird auch die Sonderausstellung der Wiener Bildhauerin Ilse Pompe geschlossen.. Mittwoch eröffnet der Prager Maler B. Nömeiek eine Sonderausstellung seiner Arbeiten. Wochenspielplan des Neuen Deutsch«« Theaters. Samstag, halb 3 Uhr(außer Ab.), gemeinsam mit der Urania:„Figaros Hochzeit." Salb 8 Uhr(anher Ab.): ädchenjahre einer Königin." Wochenspielplan der Kleinen Bühn«. S a m s- t a g, 8 Uhr: Ensemblegostspiel Fritz G r ü n b a u m. GenIraM der deutschen Sparkassen in der Gechoslevakischen Republik. HwptMsult: Prag IL BradauergasM H Zweigniederlassungen: Aussig, Brlim. 8g». Xpridori. Bddmbnr.& Tssehen. Trauten au. Troppau. Di« Bank dar deutschen Sparanstalten und tsa; Gemeinden. Lehrgang und Literatur für den Gesangunterricht nennt sich ein kleines Büchlein, das Else B r ö m s e, Alma Swoboda und Konrad Waller st« in, drei Prager Gcsangsmeistcr, auf Grund ihrer pädagogischen Erfahrungen im Berlage des deutschen musikpädagogi scheu Verbandes herausgegehen haben. Es enthält: im ersten Hauptabschnitt eine kurze Uebersicht über die Geschichte der Gesangspädagogik,«inen kurzgesaßteu Lehrgang beS Singens und praktisch« Winke und Ratschläge in Fragen der Stimmhygiene; im zweiten Hauptabschnitt di« Gesangsliteratur, geordnet nach ihren Hauptgebieten Lied, Oratorium und Oper. Das Büchlein soll namentlich jenen Gesangslehrern und Schülern ein Führer sein, denen es vieffach an der Möglichkeit fehlt, Konzerte, Oratorienäufführungen und Opernvorstellungen größeren Stiles zu hören und sich über di« Fachliteratur genügend zu informieren. Wenn es die Verfasser auch dem Lehrer überlassen, ihre Zusammenstellungen entsprechend zu erweitern und zu ergänzen, bleiben doch Lücken fest- zustellcn, di« grundsätzlich hätten vermieden werden müssen. So vermißt man unter den angeführten bedeutenden Gesangschulen und praktischen GesangS- übungen jene von Lamperti, Garcia, Peter Winter, Sieber und Dr. Joachim Moser, unter den gesangspädagogischen Werken das hochbedeutend« moderne Studienwerk„Das bewußt« Singen' von Franziska Martienssen. Auch im LiHraturführer fallen bedenkliche Lücken auf: in der Gruppe„Das Lied" fehlen Abt und Curschmann als Hauptrepräscntanten einer Slilperiode und des eigentlichen Studienliedes sowie Jensen. Der Deütschböhm« Anton Rückanf ist nur mit drei seiner abgefungensten Lieder vertreten, trotzdem gerade sein reicher Liederschatz bester Empfehlung wert gewesen wäre. Im Abschnitt„Duette" fehlt Kücken/ unter den SolfeggieN-Sammlungen jene von A b.t. In der Gruppe Oratorium" vermißt man Die Genfer Redoute der Geschäftsreisenden und Vertreter findet hr u te, S a m sLa g, den II. d. M., im großen Saale der Lucerna statt. Reklamationen für diesen größten Maskenrummel der Saison sind an Has Sekretariat der Anion der Geschäftsreisenden und Vertreter, Prag.11., Jnngmannova zu richten, 1892 Die Sehnsucht nach dem trauten Heim mit dem Verlust der Existenz bezahlt. Prag, 19. März. Bor dem Bezirksrichter stand heute der Privatbeamte Josef Akii unter Anklage der Uebertretungdes Betruges. Der Fall ist bemerkenswert durch die Begleitumstände. Der Angeklagte, der bereits 47 Jahr« zählt, hatte hie Bekanntschaft einer Slljcchrigen Modistin aus Sobötitz bei Pisek, di« sthon lange gerne geheiratet hätte, um sich«inen Gatten und ihrem dreijährigen Töchterchen«inen Pater zu verschaffen. Ter Angeklagte wußte sich"~ und beredete sie dazu, trat zu ihr in intime von ihr 1000 K auS, Sowohl di« Liebe als das Geld wurden ihm unter der Voraussetzung und der Zusage der Eheschließung gewährt. Dann ließ er das Mädchen sitzen und sie zeigte ihn wegen Verführung und Betruges Er wurde angeklagt. Allein hier ist noch eine andere Sache im Spiele, strafgesetzlich nicht zu fassen ist, aber die®etrogen« sehr verhängnisvoll werden sollt«, festen Vertrauen auf die feierlichen Bersprechun- ihres Geliebten hatte di« Modisttn ihr«, ganzen Ersparnisse von 10.000 I? flüssig gemacht, ihr kleines Geschäft in Sobdtitz ausgegeben und das ganze Geld dazu verwendet, in Prag eine Wohnung mit ent- sprechender Einrichtung zu beschaffen. Der gewissenlos« Mensch hat also, abgesehen von allem anderen, di« Existenz der velttanenseligen Frau auf dem Gewissen. Diese besitzt nun zwar«in« eingerichtet« Wohnung in Prag, aber weder einen Gatten, noch einen Erwerb, noch irgendeinen finanziellen Rückhalt. Mit bitteren Tränen schilderte sie ihr« ver- zweifelt« und aussichtslose Lage. Strafgesetzlich ist der sauber« gesagt nicht zu fassen, denn er Investitionen keinen Borteil gehabt und nur indirekt durch sein« Versprechungen diese voreilige Handlungsweise veranlaßt. Der Geschädigten bleibt nur dir Zivilklage übrig und wer weiß, ob bei dem Angeklagten überhaupt Geld«inbringlich ist. Der Richter verurteilt« ihn zu 14 Tagen strengen Arrests unbedingt. rb. Spod- Spiel' Körperpnene Wer hat die beiten Beritteturner? Deutschland, Schweiz und Tschechoslowakei: AtnS und DTJ. kämpfen um den Sieg. Morgen Sonntag beginnt um halb neun Uhr vormittags im großen Radio- Saal in Weinberge, Fochova, der internationale Gerätewetfftreit der Arbeiterturner Deutschlands, der Schweiz und der Tschechoslowakei,(vertreten mit je einer Mannschaft des Atus und der DTJ). Geturnt werden Kürübungen auf dem Reck, dem Barren und dem Pferd. Alle beteiligten Verbände entsenden ihre besten Vertreter und wir haben daher die Gewähr, wirklich ausgezeichnet« Leistungen vorgeführt zu bekommen. In Deutschland und der Schweiz steht das Geräteturnen in Hohem Ansehen; beide Verbände haben schon wiederholt ihr« Kräfte gemessen und d!« Zuschauer durch, di« gezeigten Lei- stungeu mitgerisscn. Di« beiden Verbände der Tschechoslowakei tteten zum erstenmal international vor di« Oefsentlichkcit. Wir wissen, daß beide«in sehr gutes Turnermaterial besitzen und daß ihr« Vertreter bestrebt sein werden, ihren Verband auf das würdigste zu vertreten.'. Das Schiedsgericht hat folgend« Zusammensetzung: Genosse B ü h r e n(Leipzig) für Deutsch- lond; Genosse H ü r z e l e r für. die Schweiz, Genoss« Hieb sch für den Atus und Genoss« Mrazek für di« DTS.““ Wir begrüßen schon heut« die Vertreter der an dieser Veranstaltung beteiligten Verbände, besonders aber und herzlichst die Genossen aus D«u t sch- land. Ihnen gilt unser Dank und Anerkennung für ihren— und mit ihnen die Millionen, di« treu zur Jahn« des Sozialismus standen— starken Be» tennermut in Zeiten wüstesten Hasses und Terror. Darum soll uns dieser friedliche Wettstreit nicht bloß sportliches Ereignis sein, sondern auch eine Manifestation gegen den Faseismus und daher haben alle Genossen und Genossinnen di« ehrende Pflicht, durch zahlreichen Besuch dies« Beranstattung zu einer erhebenden Kundgebung zu gestalten. Eintritttarten zum Preise von 3 bis 10 K noch an der Tageskasse oder im Vorverkauf, im kretariat der DTJ.(Sekretär gimek) und bei Funktionären des Aius Prag zu haben. © Ortsgruppe Prag. Sonntag, 12. ds., Treffpunkt Endstation der 5er-El«ktnschen in Hluboöepy um 8 Uhr. Führt Platz.— Voranzeige: Oster-Wandekung ins Böhm. Mittelgebirge, 2 Tage. Näheres in den Dereinsabenden jeden ersten Donnerstag iw Monats Kinderfreunde Prag. Dienstag, de» 14. März, 20 Uhr, i« Handwerkerverein(Urania), kleiner Saal Elternabend. Thema: ,Lst unsere Arbeit richtig?" Den einleitenden Vortrag hält Genosse Ernst Paul. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., PFlkapy, Palais Koruna. Dolly Haas gefällt. Der neu« Film unter der Regie von Fritz Kortner bringt vor allem und einzig Dollv Haas. Wi« sie es zustande bringt, den Unsinn der Handlung erträglich zu machen, mit einer Bewegung mehr Menschlichkeit bringt,- als der ganze Film überhaupt zu bieten hat; durch grazil« Bewegu»gell gefällt, unverfälschten Charme zu zeigen vermag, ist wirklich außerordentlich. In ihr ist dem drutichen Theater und dem deutschen Film ein« Künstlerin gegeben, die so bald nicht wieder wird entdeckt werden. Ihr Temperament überwindet die ödeste Langweil« dieses Librettos voll Ungeist, Witzlojigkrit und naiver Verflechtungen, in der wieder einmal arbeitslos« Schauspieler auf dieser unseren schonen Wett nichts anderes als Glück und Seeligkeit finden. Fritz Kortner versucht sichtlich mit dem einen gut erfundenen Schlager von Ralph Erwin aus dem Film „Fräulein Ao-Ao"«ine Operette zu drehen, in der Bild und Musik einheitlich rhythmisch gestaltet.werden könnten,-so wie dies Rcn4e Claire oftmals glücklich erreicht hat. Da es aber hier kein wahres Milieu zu zeichnen gibt, da in diesem Film Menschen sinnlos herumlaufen, Menschen, di« niemals gelebt haben und wohl auch nicht leben werden, bleibt sein« Arbeit vergeblich: aus Nichts muß wieLer Nichts werden. Sein Fräulein Ao-Ao wird als abgebaute Schauspielerin einmal Dienstmädchen, dann wieder elegante Dam«, ihr Kavalier scheint nur Millionär, ist aber keiner und«in glüifliches Gc stbäst verhilft den beiden zu Geld und damit auch zu Glück; wie das nun immer im Film zu jein pflegt. Osear Sima, Gustav Gründgens und Gülstorf zeigen ebenso wie Ida W ü st gutes Können, das nur leider, wie fast immer, fehl am Platz rst. w L- n dar gehn des llafsenbewutzten■ a Arbeiters gehört d- Zenkralorgan. 11 Deutsche» soziawemokr. Arbeiterpartei■ I «Sozialdemokrat"—1|