Erscheint mit Ausnahme des Montag tägUch früh. 9t Joftion b. DttwolluBg: Prag n, OttMiaalo ia ♦ Ztiwft.- 26793, ri«so. 7ta'twns«vbeiten. Anleihen für staatliche Fonds und Anleihe» für Selbftverwaltungskörper. Es ist ein Mindest- Es sieht tatsächlich so aus, als ob der morgig« Tag für das Schicksal der österreichisch«« Arbeiterschaft und der österreichischen Republik entscheidende Bedeutung hätte! nie Bestien des Herrn Göring Der politische Redakteur der Chemnitzer„Voihsstimme“- ersdilagen. r t ch und der- Vertrauensmann S ocko l e verhaftet. Di« Hakenkreuzfahn- wurde gehißt, sodann gingen die Mordbrennerbubcn daran, die gesamten Schriften, Kartotheken, ja selbst die Bücher der Bibliotheken sämtlicher Arbeiterorganisationen auf ein Auto zu verladen und auf den Marktplatz zu fahren, wo sic von rührigen Bubenhänden aufgeschichtet und dann angezün- d e t wurden. Material, Statistiken und Bücher im Werte von Tausenden von Mark, die sich die Arbeiterschaft in langen Jahrzehnstn erspart hatte, wurden hier grundlos vernichtet. Mit langen Stangen wurden von zwei Braunhemden die brennenden Bücher immer wieder umgrstoßen, damit auch nicht e i n Buch der Vernichtung entgehe. Während manch altem ergrautem Genossen die Tränen in den Augen standen, entblödeten sich einige hysstrische Burgersfrauen nicht, laut aufzujubeln und es fehlte nur noch, daß sie gleich den wilden Bölkcrstämmen einen Freudentanz qufsührtcn. Trotzdem gab es aber auch Bürgerliche, welchen bei diesem Schauspiel ein Grausen überkam. Die Arbeiterschaft aber, die jetzt zu sehn muß, wie ihr mühsam erbautes Werk jetzt sinnlos vernichtet wird, wird diese Dinge nie vergessen. Die Hunnen In Sachsen. Hcxenleuer In OtlendorJ. Ketten und Rizinusöl Ihr Sozialdemokraten. Wohunu-' astichen wurde von den nationalen Vagabunden bedroht. Im Gasthof zum schwarzen Roß hatten die Arbeiterorganisationen ihre Unterkunftsstätten, Einrichtung««, Fahnen und sonstiges Material wurden auf den Hof gebracht und verbrannt. Die gefesselte« Sozialdemokraten mußt«« unter dem Freudengeheul der SA. über das Feuer springen. Rach dieser Prozedur mußten di« gefesselten Sozialdemokraten zwangsweise Rizinusöl trinken(das Rizi, nnsöl war von den SA-Leuten in Blechkanistern mitgebracht lvorden). Unter anhaltenden Schlägen mit Gummiknüppeln, die zu diesem Zweck noch mit Draht umwickelt ivaren, mußten die gefesselten Sozialdemokraten solang« über das Feuer springen, bis sie erschöpft am Boden liegen blieben. Nach zuverlässigen Mitteilung, n ist diese SA-Straf-Expcdition zur Zeit im Rittergut Medingen üntergebracht. Es steht zu befürchten, daß in den nächsten Tagen andere O r t e in der nächsten Umgebung von Ottendorf unter den Terror gesetzt werden sollen. Wie lang« will das gesittete Deutschland, wie lange will di« Welt dieser Kultur- schande noch zusehen? Seite 2 Mittwoch, 18. MLrz 193b Nr. 63 ein mittleres und ein Höchstprogramm der Jn- vestitionsarbeiten vorgesehen. Welches Programm durchgeführt werden wird, hängt von dem Erfolg der Anleihe ab. Die beiden vorgelegten Gesetzesentwürfe stellen einen tiefen Eingriff in das Wirtschaftsleben dar. Sie. zeigen, daß auch in der Tschechoslowakei der klassische Kapitalismus zu Ende ist und daß der Staat sozusagen in das Heiligtum der kapitalistischen Wirtschaft, nämlich in das Spiel von Angebot und Nachfrage des Kapitals, das bisher den Zins- fuß bestimmt hat, eingreift. Die Regelung des Zinsfußes hat den Zweck— und das ist für uns der entscheidende Maßstab der Beurteilung — eine Anleihe möglich zu machen, die Tausenden Arbeit schaffen und das Heer der Arbeitslosen verkleinern soll. Gewiß sind mit dieser Anleihe, wie wir schon oben ausgeführt haben, gewisse Vorteile für die Kapitalisten verbunden. Das I ist. unter den heutigen wirtschaftlichen und politischen Umständen nicht anders möglich. Will man in der kapitalistischen Gesellschaft zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Geld beschaffen, muß man sich an jene wenden, di« es haben und man muß denjenigen, die über Kapital verfügen, einen gewissen Anreiz geben, das Kapital zu Jnvestitionsarbeiten, do« ist also zur Bekämpfung der Krise, herzugeben. Wieviel Arbeiter durch die Anleihe weichen Beschäftigung finden können, hängt von den Summen ab, die man dem Staat leihen wird, um das Investitionsprogramm durchzuführen. Die beiden sozialdemokratischen Parteien haben wieder einmal gezeigt, daß sie den Arbeitern nicht nur leere Versprechungen bieten, wndern daß sie gewillt sind, die.Macht, welche ihnen di« Wähler gegeben haben, im Interesse der breiten Massen der arbeitenden und insbesondere der arbeitslosen Bevölkerung zu der- bungen gegen andere umtauschen und dann diese! letzteren aus dem Umlauf ziehen. 8 14. Vorübergehend wird durch die im§ 13 vorgesehene Vorgangsweise die Amortisierung der konsolidierten inneren Staatsschuld ersetzt; das bezieht sich jedoch nicht auf di« beim Inkrafttreten des Gesetzes bereits ausgelosten Stücke und auf die Gewinstziehungen der Baulose. 8 15. Die regelmäßig« Verlosung und Amortisierung der konsolidierten inneren Staatsschuld beginnt dann wieder am 1. Jänner 1935. Di« geltenden Berlosungs- und Amortisierungspläne werden um di« Zeit des Auffchubs verlängert. Der F nanzminister ist jedoch befugt, nach dem 1. Jänner 1935 di« aufgeschobenen Berlosungs- bzw. Amortisierungsraten nachzuholen. Die Huponstener. In einer zweiten Regierungsvorlage„über die Kuponsteuer und über die Herabsetzung des Zinsfußes einiger fest verzinslicher Wertpapiere" wird im 8 1 eine Kuponsteuer eingesiihrt, der die Zinsen der inneren Staatsschuld, di« erst»mH dem Inkrafttreten fällig werden, unterworfen werden. Dabei ist unwesentlich, ob dir Zinsen auf Kupons oder auf ander« Art auSgezahlt werden. 8 2. Der Kuponsteuer unterliegen ausnahmsweise nicht: 1. Di« Zinsen der Staatsschatzscheine, die auk Grund des Gesetzes 333,1921, bzw. nach dem 31. Dezember 1932 bis zum Tage des Inkrafttretens des vorliegenden Gesetzes ausgegeben wurden wenden. Weiteres zwclwodien verbot aller sozlaldcmohratisdien Blätter in Preußen. Berlin, 14. März. Wie das Contibüro erfahrt, hat der preußisch« Minister des Innern das Verbot der gesamten sozialdemokratischen Presse, das morgen abläuft, um vierzehn Tage verlängert. Die Arbcltsanleihe 1m Parlament Hinterziehung. Di« so gezeichneten Anleihestück« I x bleiben jedoch in Verwahrung und werden bis'^ Ine u^ das ganze nachträglich rinbekanntr Kapital A r- herabsetzen will. Durch die ArbcitSanleihe will der beitsauleih« zu einem Kurs do« 105 zeichnet, so entfällt jede nachträglich« Versteuerung, bzw. jede Strafverfolgung wegen Steuerfalls ganz 8 10 (nach Die Vorlage der beiden Regierungsentwürfe an das Parlament wurde vom Finanzminister Dr. Trapl mit einem längeren Exposee ein- qeleitet, in dem dieser die bisherigen Bemühungen der Regierung hervorhob, die Staatswirtschaft dem Stand der heutigen Krise anzupaffen. Die Symptome der Krise find auch bei uns dieselbe« wir in allen Staate« der Welt. Ihre Ursachen können wir nur bekämpfen durch Herabsetzung aller Teile der Produkt'onskosten. Bezüglich der Löhn« und Gehälter ist der Anpassungs- Prozcß in der Privatindustrie wie in der öffentlichen W rtschast beträch:lich fortgeschritten; di« Rohstoss- vre'se haben sich ebenfalls schon angcpaßt; nur die Schulden sind infolge der Höherwertung der Grldeinhei: noch drückender geworden. Jetzt müsse man daran denken, dem wirtschaftlich geschwächten Schuldner sein« Steuerlast zu erleichtern. Die Regie- rung wolle dies nicht durch problematisch« Währungsrxperimrntr, sondern durch Herabsetzung des Zinsfußes durchführen. In d'esen Komplex fällt das Zinsfußgesetz vom 2. März d. I. Denselben Zweck verfolgt auch die heutig« Vorlage üb«r die Kuponsteuer, die di« Zinsen der S'aatspapiere wi« der Pfandbriefe und anderer festverzinslicher Wertpaviere 15. Mai 1936 gesperrt; di« Sperr« bezieht fich jedoch nicht auf di« Zinsen. 25 Prozent Nachlaß von Steuer* rüdtsiänden. 8 7. SteuerriickstLude aus dem Jahr« 1930 uud früheren Jahren werde» um 25 Prozent ermäßigt, wenu der Steuerschuldner innerhalb der Zeichnungsfrist di« restliche» 75 ProzeM bezahlt «nd zwar zur Hälft« i« bar, zur Hälft« i» frühere« Staatsanleihen; außerdem muß der Steuer- schuldner jedoch ArbeitSanleche i» der Höh« von 40 Prozent der so ausgeglichene« Rückstände zeichn«». Ausgenommen find Steuer rückstäud« aus der Bodenreform in jenen Fällen, wo der Staat di« Bezahlung übernommen hat, der UebernahmSpreiS noch nicht festgesetzt oder das Zuteilungsverfahren«och nicht beendet wurde. § 8. Welch« Staatsschuldverschreibungen und zu welchen Kursen diese bei der Zahlung von Steuer- rückständen an Zahlungsstatt genommen werden, bestimmt der F'nanzmin ster. 8 9 läßt nachträglich« Berichtigungen zu, di« nach 8 7 bezahlte Steuerschuld nachträglich oder teilweise abgeschrieben wird. Nach werden zu Unrecht angenommen« Zahlungen 8 7) in denselben Werten zurückgezahlt, in denen sie geleistet wurden. Nach 8 H werden di« auf dies« Weise beglichenen Rückstände an Zuschlägen für di« Selbstverwaltungskörper diesen bar ausbezahlt, und zwar in der Höhe, di« dem Uebernahmswert der Schuldverschreibungen entspricht. 8 12. Die Schuldverschreibungen der Arbeitsanleihe können zu ihrem Nennwert zur Bezahlung der Erbschaftssteuer und der Nachlaßgebühren von Jmmobil'en verwendet werden. Dabei ist von der Steuergrundlage der Steuerbetrag abzu- ffehen. Normale Amortisierung der Staatspapiere bis 1935 sistiert 8 13. Die zur Bezahlung der Sreuerschulden erlegten Staatsschuldverschreibungen werden aus dem Umlauf genommen und im Hauptbuch der Staatsschulden abgeschrieben. Der Finanzminister 2. Di« Zinsen der„Arb«itsanleihe". Der Finanzminister wird ermächtigt, später ausgenommen« innere Staatsschulden gleichfalls von der Kuponsteuer zu befreien. 8 3. Die Steuer beträgt 16.66 Prozent der ausbezahlte» Zinsen.(D>ümrch wird praktisch der üblich« 6proz«utig« Standardzinsfuß der bisherige» Stoats- lr- beitsanleihe" gesenkt.) ZlnsiuOherabseizung bei lest verzinslichen Wertpapieren. 8 5. Die Zinsen von Pfandbriefen und anderen fest verzinslichen Teilschuldverschreibungen, di« auf tschechoslowakische Kronen lauten und vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes durch«inen Schuldner ausgegeben wurden, der seinen Wohnsitz im Inland hat, werden mit der nächsten Zinsfälligkeit um einen 16.66prozentigen Abzug herabgesetzt. Dies« Bestimmung bezieht sich nicht auf die im ersten Hauptstück erwähnten Staatsschuldverschreibungen, auf di« Schuldverschreibungen der Bankensanterungs- fonds und auf das Gründungskapital der Landesbank in Prag. Die Zinsen der Anleihen, auf deren Grundlage d'e oben erwähnten Pfandbrief«, bzw. anderweitigen Teilschuldverschreibungen ausgegeben wurden, werden ebenfalls um 16.66 Prozent herabgesetzt. Der TilgungSplan dieser Anleihen bleibt unverändert. Eine Erhöhung der Berwaltungsgebühren usw. für dies« Anleihen über das am 1. März 1933 geltende Ausmaß darf nicht erfolgen. ß 7. Die vom tschechoslowakischen Staat oder anderen inländischen Personen irgendwie garantierten Dividenden von Aktien(Prioritätsaktien von Eisenbahnen usw.) werden ebenfalls um 16.66 Prozent herabgesetzt, und War solange, als Vie betreffende Gesellschaft dem Giranten nicht voll all« aus dem Titel der Garantie gewährten Bor- schüfl« samt Zubehör zurückzahlt. 8 8. Dom Tage de« Inkrafttretens der Gesetzes dürfe« Wertpapiere l8 5) nur zu einem Zinsfuß von höchstens 5 Prozent ausgegeben werd««. 8 9. Für di« Beurteilung, ob ein Wertpapier vor Inkrafttreten dieses Gesetzes ausgegeben wyrde, ist bis' zur Erbringung des Gegenbeweises«nt- scheidend der Tag seiner Ausfertigung, bei Wertpapieren, di« auf Grund vo» Darlehen ausgegeben wurden(8 6, Abs. 1), d«r Tag der Darlehensauszahlung. 8 10. Das Gesetz tritt am Tag« seiner Verlaut, barung in Kraft, mit seiner Durchführung w'rd der Finanzminister im Einvernehmen mit den beteiligten Staat die nötigen Mittel zu öffentlichen Investitionen gewinnen; er bietet dabei gleichzeitig den Steuerschuldnern die Hand zu einer entsprechenden Ermäßigung der Steuerrückständ« und gewährt für Steuerhinterziehung«» bei nachträglicher Richtigstellung«in« A m n«st i e. Di« Besitzer von Staatspapier«», die heute über 6 Prozent«mtragrn, müsse» sich vergegenwärtige», daß des« Verzinsung nicht aufrecht erhalten werden kann, sobald der Zinsfuß aller übrigen Anlagemöglichk«it«n, namentlich bei den Spareinlage» sinkt. Di« Regierung beabsicht gt, die Arbeitsanleihe zum Nominal« zur Zeichnung aufzulegen. Der Minister erläuterte dann di« Vorteil« der Anleihe für die Bezahlung der Steuerrückstände und fügt« dem di« Erklärung hinzu, daß di« Finanzverwaltung auch in Hinkunf: energisch namentlich gegen jene vorgehen werde, di«, obwohl sie dazu di« Mittel hatten, von dieser Möglichkeit zur Liquidierung ihrer Steuerrückstände keinen Gebrauch machen, Und auch sonst nicht ihre Steuerpflicht erfüllen. Die Bestätigungen über di« erfolgte Zeichnung werden— falls der Zeichner selbst st« nicht zur Liquidierung feiner Steuerschuld verwenden kann— zugunsten anderer verwendet werden | können, d'e aus wirtschaftlichen Gründen selbst n'cht zeichnen können,- aber doch ihre Sieuerschulden kann auf dem Markt die erlegten Schuldverschrei- Ministern betraut. Der Finanzminister spricht ZlnsluOherabsetzung der Staatspapiere durch eine Kuponsteuer. Prag, 14. März. Im Parlament kam es heute nachmittag zur Vorlage der lauge erwar tete« Arbeitsanleihe, die sich als fünfprozentige, nach den Erklärungen des Finanzmimsters zum Nominalkurs aufzulegend« Anleihe darstellt, di« ab 1935 binnen zwanzig Jahren mit ern«m Prämienausschlag von 10 Prozent rückzahlbar ist. An die Zeichnung knüpft sich«ine Steueramne stie, bezw. ein 25proz«ntig«r Nachlaß für rück ständige Steuern. Gleichzeitig wurde eine zweite Vorlage über ein« 16.6prozentige Kuponsteuer vo» Staats schuldverschreibungen, Pfandbriefen und sonstigen fest verzinslichen Wertpapieren aufgelegt, die; praktisch einer Zinsfutzherabsetznna für diese Werte von sechs auf fünf Prozent gleichkommt. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen wurde vom Finanzminister in einer längeren Red« aus führlich begründet. Die Anleihe. In 1 wird der Finanzminister ermächtigt, zu den im Gesetz festgelegten Bedingungen und Zwecken eine staatliche Jnvestitionsanleihe zu emittieren, di« „A r b«i t s a n l«i h e" genannt wird. 8 2. Di« Anleihe ist zu 5 Prozent verzinslich und wird ab 1935 in einer Frist von 20 Jahre» amortisiert. Di« Zinsen sind dauernd von der (gleichzeitig als Regierungsantrag eiugebrachten) Kuponsteuer befre.t. Di« Amortisierung geschieht durch Verlosung; di« ausgelosten Stücke werden zum Nominalbetrag plus einer zehnprozentigen Prämi« ausbezahlt. Falls der Kurs unter pari sinkt, kann der Finanzminister die Amortisierurrg von Anleihestücken auch durch Ankauf auf dem freien Markt durchführen; der dadurch ersparte Betrag wird den Besitzern aller bisher noch nicht amortisierten Anleihe stücke in Form einer Erhöhung d«s laufenden Zinses auf den nächsten Zinsenkupons aufgezahlt. Den detaillierten Amortisierungsplan ebenso wie all« sonstigen Erfordernisse bestimmt der Finanzminister. >§ 3. Der Finanzminister wird ermächtigt, zu von ihm näher zu bestimmenden Bedingungen zur Deckung des Zeichnungsbetrages auch gewisse Gat tungen früherer Staatsanleihen entgegenzunehmen. 8 4. Aus dem Ertrag der Anleihe wird zunächst jene Summe gedeckt, die der Finanzminister nach Artikel XV, Absatz In'bis e des letzten Finanz gesetzes für die Investi t i on sbedür fniss« der staatlichen Unternehmungen durch Kreditoperationen zu beschaffen ermächtigt ist. Der weitere Ertrag der Anleihe soll zweckmäßig benützt werden, um in möglichst großem Umfang Arbeit zu schaffen und dadurch di« Arbeits losigkeit zu lindern, und zwar vor allem: a) zur Deckung des notwendigen Investitions bedarfes der staatlichen Unternehmungen über das im Budget für 193g festgesetzte Maß hinaus: b) zu Anleihen an d'e staatlichen Fonds (Straßenfonds, Wasserwirtschaftsfonds usw.); e) für Anleihen an Selbstverwaltungs- verbände für nowend'ge, volkswirtschaftlich zweckmäßige und gemeinnützige Investitionen. Di« Austeilung der Anleihe auf diese genannten Zwecke obliegt der Regierung. 8 5. Die staatlichen Fonds und die Selbstver waltungskörper verzmsen und amortisieren die ihnen gewährten Anleihen zu denselben Bedingungen, wie der Staat die Arbeitsanleihe. Auf d e den Selbst- verwalmngskörpern aus der Arbeirsanleihe gewähr- ten Anleihen beziehen sich die Borkchristen über di« Gewährung von Anleihen an die Selbstverwaltung nicht. Steueramncscic Ittr Anlethezeidiner. 8 6. Falls ein St«u«rträger bis 15. Mai 1933 sein Einkomm«nsteuerbek«»ntnis hinsichtlich der Ein- naknnen aus dem Kapiiälsertraq richtigstellt und für Ak der Arbelfer-Tnrn- and Sportbewegung. Am 5. und 6. August 1933 in Aussig Arbeiter-Sporttag. Sonntag, den 5. März, tagte in Auffig ein« Sitzung aller Arbeiter-Sporiverbänd« in der ÜSR. ohne Unterschied der Rat on. Bei dieser Tagung wurden die grundlegenden Vorarbeiten für den Arbeilrr-Sporltag am 5. und 6. August in Aussig beschlossen. Zur Erledigung der weiteren Arbeiten wurde ein Arbeitsausschuß eingesetzt, der in der Hauptsache aus Genossin des„ATUS" und Aussiger Parteigenossen besteht. Auch UnterauSschüff«, di« di«' detailliert« Vorarbeit leisten sollen, wurden eingesetzt. Als Programm wurde genehmigt: Frestag, den 4. August: Abendveranstaltung in Kleische. Samstag, den 5. August: Wettkämpfe, Begrüßungsabend, Internationales Meeting am Marktplatz. Sonnig den 6. August: Wettkampfe, Festzug, Massenübungen. Für all« V«r«in« des V. Kreises besteht am 5. und 6. August Beranstaltungsverbot. Alle anderen Verein« müffen bei ihrer Verbandsleitung um Genehmigung ansuchen, wenn sie etwas veranstalten wollen. Veranstaltungen acht Tage früher im Gebiete von Komotau bis Reichenberg müssen von ihrer Verbandsleituüg ebenfalls genehmigt werden. Zuschriften sind an:„ATUS" Auffig, Bahnhofplatz 1, zu richten. abbau«n wollen. Diese Zeichnungsbestätigungen wer-' den also auf dem Geldmarkt einen gewissen Wert haben, und so eine Prämi« für jene Zeichner bilden, die k«ine Steuerrückstände haben. Daß die Arbeitsanlethe zu anderen als zu den im Gesetz aufgewendeten Zwecken verwendet wird, bezeichnet der Minister als vollkommen ausgeschlossen. Das Jnvestit onsprogramm ist von, der Regierung bereits entworfen. Als nächstes Ziel• bezeichnet Trapl schließlich die Herabsetzung d«r inländischen Preisindizes auf das Weltmarktnivcau. Her muß auch in handelspolitischer Hinsicht der Weg geebnet werden, namentlich durch Anpassung unseres Zoll- und Devisenregimes an die gegebenen Ausfuhrmöglichkeiten. Der Minister schließt unter starkem Beifall mit einem Appell an die Opserwill•' fett und das B«rtran«n der Bevölkerung. * Das Haus beschloß, di« Debatte über das Exposee mit der Aussprache über die beiden Vorlagen zu vereinigen und nahm dann noch die Referate über die Verlängerung des Hopfenabkommens mi^Deutschland entgegen. In einer zweiten Sitzung wurden die beiden Vorlagen mit 24stündiger Frist dem Budgetaüs- schuß zugewiesen. Die Debatte im Plenum wird morgen nachmittag um 4 Uhr 30 eröffnet und voraussichtlich Donnerstag beendet werden. Für Freitag vormittag ist bereits der S e-- nat einbsrusen, um die Vorlagen dem Ausschuß zuweisen zu können. Genossenschaftliche Tagungen Wie di«„Konsumgenossenschaft" mitteilt, findet am Samstag, den 22. April 1933, um 9 Uhr vormittag im Gebäude des Gcc-Verbandcs in Prag II., Fugnerovo n«m. 4, ein« Genosscn- lchaftsratstagung des Verbandes deutscher Wirt- schastsgenossenschaften statt, auf deren^Tagesordnung u. a. ein Bericht über den Stand der Genossenschaftsbewcgung und ein Referat über di« nächsten Aufgaben der Genossenschaften stehen. Sonntag, den 23. April, findet gleichfalls um 9 Uhr vormittag in demselben Lokal die ordentliche Generalversammlung des Gec-Produktions- rmd Großeinkaufverbandes für Erwerbs- und Wirtschastsvereinlgungen statt, auf deren Tagesordnung sich Berichte, Genehmigung des Rechnungsabschlusses und Ergänzungswahlen befinden. Die große Karlsbader Protestversammlung unserer Partei gegen den Fascismus, in der es laut bürgerlichen Presseberichten zu schlveren Zusammenstößen gekommen sein soll, ist tat- sächlich völlig programmgemäß zu Ende geführt worden. Allerdings hatten etwa zwei Dutzend Nazi— es sollen die berüchtigtesten Raufbolde von Karlsbad und Umgebung gewesen sein— versucht, die Versammlung zu stören. Sie wifts- den aber an die frische Luft befördert, wobei sie' zwar einigen unseren Genossen mit Totschlägern und Gummiknüppeln Verletzungen beibrachten, aber den Hmatkswurf nicht abwenden konnten. Als sie noch mit der Polizei zu raufen begannen. führte diese 15 der Helden gefesselt ab. Die Versammlung nahm dann einen erhebenden Verlauf. Während der Referate der Genossen De Witte und Dr. F r a n z e l kam es zu st ü r- mischen Protestkundgebungen der mehr als 2000 Besucher gegen den Blutfas c i s m u s und zu begeisterten Kundgebun gen für die Sozialdemokratie. Die Riesenversommluug nahm einstimmig Hine Resolution an, in der sih ihrer Empöruvg über den Hitlerfascismus Ausdruck gab und der Sozial Demokratie Treck« gelobte. Ein« Vertrauenskundgebung. Die am Son, tag, den 5. März, im Arbelterheim tagende B e; i r k s k o n f e re n z der dcutscheu sozialdemokratischen Arbeiterpartei in I ä g e r n d o r t sprach in einer eigeiten Entschließung sowoh! unserem Genossen Dr. C z e ch als auch dem Klub der Abgeordneten nnd Senatoren der deutscher sozialdemokratischen Arbeiterpartei d^n besten Dank und das Vertrauen aus Nr. 63 Mittwoch, 18. März 1933 Sette 3 Mordwelle über Deutschland. Flammende Anklagerede des Genossen Niessner gegen die Hakenkreuz-Mörder. Erregte Szenen im Senat. Prag, 14. März. Im Senat bracht« heut« Geuosse Nießner in einer außenpoliti schen Wirtschaftsdebatte die furchtbare« Bestialitäten zur Sprache, die die tollgclvordcnen Hit- lerbanden in der letzten Zeit in Deutschland ausfuhren und die nicht nur von den amtlichen reichsdeutsche« Stellen, sondern auch von dem größten Teil der bürgerliche« Presse auch in unserem Staat« einfach totgeschwiegen werden. Nietzners mutiges Eintreten für die gequält« deutsch« Arbeiterklasse brachte unser« Haken» kreuzler in Wallung, die unter Führung Wenzels in Zwischenrufen die ganzen Enthüllungen Äs plumpen Schwindel abtnn wollten. Bei unsere« Genossen rief dies wahre Sturmszene» der Empörung hervor, und einen Augenblick schien-es, als ob tätlich e Auseinandersetzungen zwischen dem Genossen Stark und dem Führer der hakenkrruzlerischen Zwischenruser, dem Urtentonen Wenzel, unvermeidlich seien. Nießner mußte sein« Rede wiederholt unterbrechen, bis ihm di« Glock« des Borfitzenden wieder für einige Augenblicke Ruhe verschaffte. Einleitend erklärte es Genosse Nießner als notwendig, auf die Gefahren hinzuweisen, die sich aus der Gestaltung und Entwicklung der politischen Verhältnisse in Oesterreich, besonders aber in Deutschland für uns ergeben werden. An der Entwicklung in Deutschland, die in mannigfacher Weise besorgniserregend ist, kann nicht stillschweigend vorübergegangen werden! Der österreichische Dichter Grillparzer hat einmal das Wort geprägt: Durch Rationalität zur Bestialität! Grillparzer hat damit sicher nicht jenen Nationalismus gemeint, der di« Liebe zum eigenen Volk zum Inhalte hat, sondern jenen Nattonalismus, der den Haß zwischen den einzelnen Menschen und den Völkern predtt und schürt. Was gegenwärtig in Deutschland vorgeht, das ist jedenfalls eine Bestätigung dieses Grillparzerschen Wortes. Zn diese« Verhältnisse« kann schon aus Gründen der reinen Menschlichkeit und der Empörung darüber, was sich dort vollzieht, nicht geschwiegen werd««. Es gibt heut« in Deutschland keine einzige Tribüne, keinen einzige» Ort, von dem aus eine andere Meinung geäußert werdr« dürfte, als di» Gesinnung nad di« Meinung der offizielle« und herrschenden Mächte.(Lärm.) Nießner(fortfahrend): Es gibt heut« in Deutschland keine einzige Zeitung, kein Blatt, welches unabhängig und frei sein« Meinung äußern dürfte. Di« gesamt« sozialdemokratisch« und kommunistisch« Presse, aller auch eine ganze Reihe von Zentrumsblättern und Blättern anderer bürgerlicher Parteien ist unterdrückt, ausgelöscht, mrmöglich gemacht. Finsterste Nacht lagert über Deutschland. Es sind Verhältnisse, die man »lcht für möglich halte« will. Leider herrscht auch in unserer Oeffentlichkett darüber, waS in Deutschland vorgeht, noch Unklarheit, leider glaubt auch ein Teil unserer deutschen bürgerlichen Presse, dem HokenkreuzfasciSmuS Hehlerdienst« leisten zu müssen. Leider glaubt diese bürgerliche Presse, daß eS für sie vorteilhafter ist, wenn sie dem Fascismus Schmiere steht!(Lärm.) Der sett 10 Jahren in Deutschland geschürte Haß gegen di« Demokratie und gegen die Republik feiert heute Orgle« VeS Hasses, der Brutalität, der Nichtswürdigkeit, der Bestialität, Orgie«, die jeden Mensche«, der auch nur eine« Funken von Gerechtigkeits» und «enschlichkeitsgesühl sei» Eigen nennt, dazu bestimmen must, die Stimme des Protestes und des Abscheues dagegen zv erhebe«! Wer heut« Gelegenheit hat, di« Reden, di« im deutschen Rundfunk geholten werden, anzichören, der hört dort Worte wi« Strolche, Gauner, Dieb«, Lumpen, Rovemberverbrecher, das alles sind Bezeichnungen für jene regierende» Parteien und Männer, die 14 Jahre hindurch in der schwersten Zeit, in Zeiten der Katastrophen Deutschland auS dem Schmutz und dem Unglück, in dos«S die früher herrschenden Klassen hineingeführt haben, durch da- schwere Chaos und das ärgst« Unglück hindurch gesteuert haben. ,„Strolche, Gauner, Diebe, Lumpen!" Das ist die Sprach« des Dritte« Reiches, di« Sprache derer, die sich„Erneuerer Deutschlands nenne«! Früher war man. ein« solche Sprache nur gewohnt von Menschen, di« sich in Kaschemmen, Spelunken, Brandwrinbudiken aufgehalten haben! Heute führen in dieser Sprache Menschen, die von sich behaupten, daß an ihrem Wesen dereinst die Welt genesen werde. Wenn das so weitergeht, wird man sich bald schämen müssen, ei« Deutscher zu sein!(Zustimmung.) Amtlich und offiziell wird sozusagen gebremst, wird gegen„Einzelaktionen", wie diese Be- st i a l i t ä 1 e n der Braunhemden genannt werden, Stellustg genommen. In Wirklichkeit aber sind alle diese Taten von sehr hoher Stelle amtlich genehmigt, si« sind geradezu anbefohlen worden! Es ist ja direkt ein« Berwgrnung an die Schutzpolizei ergangen, als dieses Dritte Reich angebrochen war, sie mögen sich ja nicht untrrstehen, gegen die SA- und die SS-Leute vorzugehen, wenn sie welche„Aktionen' unternehmen, und diese Aktionen find ja dann auch nicht auSgeblieben. Ueberfälle, Branvstiftungen, Zerstörung von Jugendheimen, Gewerk- schaftshSnfern und Zusammenkunftsorte« der Arbeiterschaft find auf der Tagesordnung, ebenso wie allerlei Mordtaten. Jede« Tag werde« heute in Deutschland Tote gefunden tote Arbeiter mit durchschossener Brust oder Schläfe und der Poltzeibericht meldet:„Täter unbekannt." Diese Täter werde« auch immer unbekannt bleiben, weil stch diese Polizei, die so geführt wird, wohl hüten wird, dem wirklichen Täter auf die Spur zu kommen! Entführungen von Menschen, nicht nur Kommunisten und Sozialdemokraten, auch von ganz parteilose» Menschen, die nur jemandem im Wege stehen, weil sic einen Poste« innehaben, zu dem stch ei« Hakenkrenzler drängt, der«ach der Futterkrippe schreit, Ent- führustgcn, Entkleidungen find a» der Tagesordnung. Man lässt Mensche« nur mit dem Nachthemd bekleidet durch die Strassen gehen, führt sie in Wälder und misshandelt sie. Und was sagt man an verantwortlicher Stesse dazu? Man erklärt:„W o gehobelt wird, da fliegen Späne!" Menschen werde« misshandelt. Darauf erklärt man wieder: Was wollt Ihr, es find Sozialdemokraten und Kommunisten noch nicht die Ohre» und Rase« abgeschnitten worden! Man hat auf alle Beschwerde« und Anklagen nichts wie Hohn und Spott und Aneiferung zu neuen Schandtaten. Der Fälle von Brutalität, Ermordungen, Bluttaten find ungeheuer viele. So wurde der Stadtrat Landgraf, ein Parteigenosse von«ns, von Hinte» angeschossen, ohne daß er im Besitz einer Waffe gewesen wär«, und als er am Bode« lag, da habe« diese Unmensch«« gegen sein« Schläfe noch fünf Revolverschüss« abgefeuert. Die frühere kommunistische Abgeordnete Ruth Fischer ist geflohen. Was hat man daraufhin getan? Ihr dreizehnjähriger Junge wurde als Geisel verschleppt. > ES gibt bürgerliche Zeitungen, die melden, daß jeden Tag auS dem Landwehrkanal in Berlin Leichen von Menschen mit auSgrstochene« Augen, mit einzelnen ausgeschlageneu Zähnen herauSgrzogrn werden. Es ist heute nicht möglich, all« diese Nachrichten auf ihre Verläßlichkeit genau zu überprüfe». Aber waS wir wisse» und was alles möglich ist, das zeigt der Fall des Abgeordnete« Parteigenossen Sollmann. Sollmann wurde in seiner privaten Wohnung von SA-Männern überfallen.'Er wurde so lange mißhandelt, bis er ohnmächtig zusammenbrach. Daraufhin hat mau einige Eimer Wasser über ihn gegossen. Al« das nichts genützt hat, um ihn zum Bewußtsein z» bringe«, hat«an ihm dir Schuhe und Strümpfe ausgezogen und brennende Fackel« unter seine Fußsohlen gehalten, worauf er wieder zum Bewußtsein erwacht ist, dann hat man ihm inS Gesicht gespuckt, ihm Senf in seine Augen geschmiert, ihn an den Händen gehalten «nd so verhindert, daß er seine Augen wischen kann. Dann hat man ihm de» Mund geöffnet, man hat ihm Essig hineingegossen und dir Leut«, di« Braunhemden habe« ihr« Notdurft in Soll- manns Mund verrichtet! Mit Ochsenziemer« hat man ihn bis znr Bewußtlosigkeit geschlagen, hat ihn durch die Straßen geschleift und schließlich in eine Kaserne gebracht, wo man ihn weiter mißhandelt hat, man hat ihn über einen Tisch gelegt, bis er röchelnd zusammengebrochen ist. Heute gibt es Tausende von Menschen, Vie in ven Kerkern des Ventschen Faseis- mus schmachte«. Wie eS denen ergebt, wird man erst später hören, wenn es wieder eine BerbindungSmSglichkeit gebe« wird. Aber der Fall Sollmann zeigt deutlich, welcher Grausamkeit, welcher Brutalität diese Erneuerer Deutschlauds, diese Hypernationale«, diese Menschen, die von sich behaupte«, dass sie die Ration gepachtet haben, fähig find! DaS find himmelschreiende Zustände, gegen die sich die Stimme des Protestes aller Menschen, die sich zu den Kulturmenschen zählen, erheben mutz! Man sucht auf alle mögliche Weif« di« Wahrheit über Deutschland zu verschleiern. Man hat gedroht, daß in Deutschland kein sozialdemokratisches Blatt k scheiiren darf, so lange die sozialistische Presse des Auslandes in solcher Weise über Hitler- Deuischlanid schreib!. Ma« hat sich sogar in de» letzten Tagen i« I Deutschland erfrecht, eine« Haftbefehl gegen unseren Parteigenossen Taub wegen einer Rede zu erlassen, die er anläßlich der Brandstiftung im Reichstagsgebäude in Berlin gehalten hat! Ma« will auf jede Weise di« mögliche Wahrheit ersticken. Wir sage» darauf: Das wird nicht gelingen! Wir werden dieses Tnftem der Scheusslichkeit, der Niedertracht und des gemeinsten Mordes so lange unentwegt anklagen, so lange diese Bestialitäten fortgesetzt werden! Man hat im Kriege di« Deutschen„H u n n« n" genannt. Ich sage: mit Unrecht. Aber das kann man heute zum mindesten sagen, daß das deutsche Boll heute in die Gewalt«nd unter di« Knechtschaft von Hunne« geraten ist! Bei welchem anderen Kulturvolk wären solche Zustände noch möglich, wie sie gegenwärtig in Deutschland herrschen? Man hat es einen„Aufbruch" genannt. Ja, es ist ein Ausbruch, aber ein Ausbruch der faseiftischen Pestbeule, die da mit Gestank aufgebroche» ist! Eine ungeheure Seidenszeit ist für die deutsche Bevölkerung und insbesondere| Breslau, 14. Marz.(Eig. Drahtb.) Im Breslauer Gewerkschaftshaus wurde bei der Besetzung durch di« TA. der 23jährige Sohn des Hausverwalters Philipp ermordet. Philipp mußte sich, als die SA. eingedrungen war, mit seinem Bruder unter Bewachung durch mehrere Nationalsozialisten in einem Ber- einszimmer im ersten Stock avfhalten. Plötzlich stürzte ein SA-Mann zur Tür herein und versetzte dem Wehrlosen vor den Auge« des Bruders eine« ttefe«, tödlich wirkende» Messerstich in die Brust. Die SA.-Leute, die Philipp und seinen Bruder qefangenhielte«, sollen polnisch gesprochen haben. Es waren vermutlich oberschlefische Nationalsozialisten. ♦ Königsberg, 14. März.(Eig. Drahtb.) I« Tolkemtt in Ostpreußen wurden z w«i k o m- munistische Funktionäre„auf der Flucht erschossen". * In Elbing wurde die Leich« eines durch Kopfschutz getöteten Mannes aufgefunden. Der Tote hatte keinerlei Ausweispapiere in seinen Taschen. GcwerksdianshM In Mannheim und Halle besetzt Mannheim, 13. März.(Eig. Drahtb.) Die Junenränme des Mannheimer Gewerkschaftsgebäudes sind von SA.- nnd SS.-Leuten fast völlig zerstört worden. Im Volkshaus-Restaurant wurden eine Regfftrierkaffe und«in Spielautomat erbrochen und das darin befindliche Geld entwendet. Sämtlich« Vorräte an Spirituosen, Eßwaren und Rauchwaren wurden aufgezehrt. Ebertbilder als Zielscheibe benutzt. Aus vielen Büros wurde« Briefmarken, Bargeld und Büromaterial entwendet. Waschbecken, Musikinstrument«, Schreibmaschinen und Telephonapparat« wurden demoliert. Der Gesamtschaden wird auf 20 bis 80.000 Mark veranschlagt, di« auf Grund des Tumnltfchadengesetzes zurückgefordert werde«. Borläufig wird das Gewerkschaftshaus polizeilich geschützt. Halle, 14. März.(Eig. Drahtb.) Das Gewerkfchaftshaus in Halle wurde von der SA. besetzt. Auf Anordnung der Polizei sind dir Räum« geschlossen worden. für die deutsche Arbeiterklaffe angebrochen. Gerade diesen Anlass benützen wir, um neuerlich unsere unverbrüchliche und unvergängliche Solidarität mit unseren unter dem Faseismus leidenden Brüder« auszusprechen! Zehn Jahre lang haben die Fascfften gerufen: „Deutschland erwache!" Deutschland ist nicht erwacht, sondern immer tiefer in den Dusel, in die Hypnose des Fascismus verfallen. Eine Warnung auch für jene Staaten und jene Parteien, wo es noch nicht so weit gekommen ist, aber-die da glauben, daß si« fascistische Bewegungen und Ideen propagieren können. Heut« folgt ein Großteil der deutschen Menschen den fascistischen Ratten- fängern. Sie sagen, si« werden ein Paradies aufrichten. In Wahrheit wird es nur«in Paradies für Blutsauger und Unterdrücker des Volkes sein. Man kann Menschen»mbringen, man kann Menschen foltern, eines kann man nicht: man kann den Menschen nicht ihre Ueberzeugung aus Hirn und Herze« reisse«. Man kann Bewegungen niederdrük- kcn, man kann aber nicht den Geist töten, wogegen man heute in Deutschland ankämpft. Es wird aber für all das, was dort geschieht, einmal der Tag der Sühne, des furchtbaren Erwachens, kommen! (Starker Beifall!) Die SA wütet weiter! Am Sonntag abends versuchten Nationalsozialisten den sozialdentokratischen Reichstagsabgeordneten Künstler in Berlin festzunehmen. Als si« ihn in der Wohnung seines 65jährigen Schwiegervaters Cornelius Erdmann nicht antrasen, nahmen sic Erdmann mit. Seiner Frau erklärten sie, daß ihr Mann zurückkehrcn werde, aber als Krüppel. In einer SA.-Kaserne, wohin Erdmann geschafft wurde, mußte er sich entkleiden. SA.-Leute hielten ihm ein Gewehr vor und verlangten die Adresse Künstlers. Als er wiederum ablehn tc, wurde er gezwungen,„Griffe zu klopfen". Einige Zeit später erschienen SA.-Leute in der Wohnung des Abgeordneten Künstler. Auch hier durchwühlten sie alles, ohne Künstler anzutreffen. Ein Ucberfall-Kommando machte ihrem Treiben schließlich ein Ende. Der Schwiegervater Künstlers wurde abends wieder entlassen. Der Vorfall spielt« sich fünf Stunden nach der Rundfunk-Erklärung Hitlers ab, in der den SA.- und SS.-Leuten befohlen wurde, alle Einzelaktionen zu unterlassen. Ein Konsumdereinslagerhalter in Dresden wurde von SA-Leuten zur Herausgabe der Kasse ausgefordert. Als er sich gegen diesen gemeinen Diebstahl verwahrte und die Herausgabe der Arbeitergelder verweigerte, legten ihn die Räuber auf den Ladent'^ch und schlugen ihn erbarmungslos blutig. In Sachsen wurden alle wegen politischer Betätigung beurlaubten Lehrer aufgefordert, sofort ihre Lehrtätigkeit aufzunehmen. Der Zweck dieser Aufforderung enthüllte sich sehr rasch. Als der in Dresden bekannte und beliebte Volksschullehrer Wilhelm Franke dieser Aufforderung nachkam, wurde er sofort aus der Schule heraus von EA-Lenten verhaftet und— unbekannt wohin— verschleppt. Die Polizei erklärt,' sie könne über Franke keine Auskunft geben: ihr sei über sem Verbleiben nichts Erkannt. Bei dem Landwirt Burkhardt in Seligstadt(Sachsen), der eine wissenschaftliche Bücherei mit wertvollen bibliophilen Werken darunter eine alte, sehr wertvolle Bibel besaß, wurde die Wohnung von SA-Leuten vollst ä n d i g geplündert und»all« Bücher— zum Teil unersetzliche Werte— verbrannt. oiiinnuiiuiniiiiHiinniiiuiiiuiiiiniiiiiuiiiinniiniiiiinniiniiiiiiiiuiiuiniiiiiuiniuinininiiiiiiiiniiiiiiiiininiiuiiiiiiiniiinniiiniiiiiiiiiiiiuiiiiitiiiiiinuiiiiiiniinmimiiinnunfiiiiiitniiiiiiDiUiniHmini Leipziger Volkszeitung und Volkstons In den Händen der Nazi-Vandalen. Sie vernichten sozialdemokratischen Besitz und drucken aut unseren Maschinen ihre Leitungen Sonderbericht. Am Donnerstag ist das Gebäude der Leipziger Volkszeitung" von SA besetzt worden. Vor dem Hause stehe« Doppelposten, mit Gewehr und aufgepflanztem Seitengewehr bewaffnet. Wer nicht rasch genug weitergeht, bekommt die Kolben oder die Gummiknüppel zu spüren. Im Fenster hängt ein grotzes Transparent„L-st die Leipziger Tageszeitung— das ist die Razizeitung. Seit Samstag gehen wieder die Rotationsmaschiuen. Man druckt die Nazizeitung auf««seren Maschinen, auf unserem Papier und mit unserer Farbe. Ununterbrochen kommen Lastautos und holen die Zeitungspakete ab. Bücher, Broschüren«nd Mobiliar werden auf den Meffeplatz gefahren und dort unter Geschrei und Gejohle hysterischer Naziweiber verbrannt. Auch der Stolz der Leipziger Arbeiterschaft, das herrliche große Volkshaus, ist seit Donnerstag besetzt. Früh kam di« Polizei mit mehreren großen Ueberfallwagen und durchsucht« das HauS erfolglos nach Waffen. Nachmittags kam mit llingendem Spiel die SA und nahm das Volkshaus in Besitz. Vom Turm, der die ganze Umgebung überragt, weht die Mörderfahne mit dem Hakenkreuz. Nachts ist das Riesengebäude von oben bis unten beleuchtet, auch di« Faffadenbeleuchtuug brennt. Besoffene SA-Leute lümmeln in den Fenstern und gröh- len ihre Mordlieder. Dauernd fahre« auch von hieraus die Lastautos zum Messeplatz, wo wertvolle Einrichtung^gegenständ« verbrannt werden. Die im Bolkshaus uutergebrachte wertvolle Zeutralbibljathek und di« zum Teil«»ersetzliche Schön- lanck-Bücherei sind bereits zum größten Teil vernichtet. Auch di« Arbeiter- Turn- und Sportsäle und verschiedene Vereinshäuser der Arbeiterschaft sind von dem SA-Ge- sind«! besetzt. Die Polizei sieht überall tatenlos oder schmunzelnd zu. Wie nnd VerhaHungen, Verbot und Okkupationen Das Wtttcn der Konterrevolutions-Bestie. Hitler mahnt zur Disziplin— Seite 4 Mittwoch, 18. Marz 1933 Nr. 63 „Erhebt Ihr die Stimme Ihr uns!“ Eine Genossin aus dem rcichsdeutschen Grenzgebiet schreibt uns: „Einliegend empfängst Du Mitteilungen. Alles authentisches Material. Wer weiß, von welcher neuen Grcucltat ich Dir Heute schon' wieder berichten müßte. Es blutet uns das Herz. Unsere Zeitung, ist zerstört und von bewaffneter EA besetzt. Für-10.000 RM Literatur verbrannte man unter dem Hohngelächter der unkultivierten Horden..Wir haben gezittert. Wie gefesselte Löwen. Inzwischen wirst Du Besuch erhalten haben. Wir möchten Näheres wissen. Wir dürfen nicht mehr reden. Erhebt ihrdieSti mm e f ü r u n s. Freiheit." Van der Lübbe hatte Helfer! Berlin, 14. März: Die Justizpressestell« teilt mit: In verschiedenen. Zeitungen wird die^Nachricht verbreitet, daß van der Lübbe das Feuer im Reichstag allein angczündct Hobe. Dos trifft Nicht zu. Die Ermittlungen des Untersuchunqs- richters beim Reichsgericht haben zuverlässige Anhaltspunkte dafür ergeben, daß van der Lübbe die Tat nicht aus eigenem Antriebe begangen hat. Zur Zeit können Einzelheiten im Interesse der Untersuchung nicht mitgctcilt werden. Es hat niemand daran gezweifelt, daß von der Lübbe'Helfer hatte. Nicht im Interesse der Untersuchung, sondern im Interesse dieser Helfer, die heute Deutschland regieren, erfährt das deutsche Volk nicht die Wahrheit. Die Red. Es MdI keine kommunistischen Abgeordneten? Berlin, 14. Mär;. Wie das BDZ meldet, findet, ähnlich wie im Reichstag, auch im Preußischen Landtag am Mittwoch nachmittags eine Besprechung der Fraktionsgeschäftsführcr statt. In dieser Besprechung soll über die Verteilung der Plätze im Plenarsitzungssaal und über die Verteilung der Arbeitszimmer entschieden werden. Die Platzfrage wird voraussichtlich in der Weise gelöst werden, daß die bisherigen kom- munistischen Plätze mit für die anderen Fraktionen verwendet werden, so daß der in Aussicht genommene Einbau neuer Plätze im Sitzungssaal unterbleiben kann und Veränderungen im Plenarsaal überhaupt nicht vorgenommen zu werden brauchen. Den kommunistischen Abgeordneten werden nicht nur keine Diäten gezahlt, sondern es werden ihnen auch hi« parlamentarischen Ausweispapier« und die Freifahrtkarten der Reichsbahn nicht zugestellt. Das gilt auch für di« kommunistischen Reichstagsabgeordneten. „freie Hand“ iiir Amerika. Waffenhandel nicht gefährdet. Washington, 14. März.(Reuter.) Zn ihrer Antwort auf die Einladung des Völkerbundes, sich an den Arbeiten des Beratungsausschusses für den chinesisch-japanischen Konflikt zu beteiligen, behalten sich die Vereinigten Staaten, wie verlautet^ stete Hand für eine unabhängige Handlungsweise vor. Wie airgrnommen wird, verpflichten sich die Vereinigten Staaten in ihrem Antwortschreiben zu keinerlei gewaltsamen Maßnahmen, die der Ausschuß für die Lösung des Konfliktes genehmigen würde.(So z. B. Wirtschaftsboykott oder Verbot der Waffenausfuhr.) Gleichzeitig wird jedoch in der Antwort anaedeutet, daß Präsident Roosevelt und di« Regierung mit dem Völkerbund in dem Bestreben, der Feindschaft zwischen China und Japan ein Ende, zu setzen. Zusammenarbeiten lverden. Konflikt um die westernplatte bcigelegi. Arns, 14. März. Die Angelegenheit der Ausschiffung von 200 polnischen Soldaten auf der Westernplatte bei Danzig wurde heute im Bölker- bundrat auf versöhnliche Art erledigt. Der polnische Außenminister Beck richtete an den Vorsitzenden des Danziger Senats Ziehm die Frage, ob di« Danziger Regierung hinreichende Maßnahmen zur Sicherung der Ordnung zu treffen gedenke. Als Ziehm den Völterbundsrat versichert«, daß die Ordnung gewahrt bleiben wird, versprach der polnische Außenminister, daß die Besatzung auf der Westernplatte ohne weitere Verzögerungen aus die normale Zahl von 98 Mann herabgesetzt werden wird. hie Lösung in Genf- ein nehrhcitsabkommen. Paris, 14. Rtärz. Der Genfer Berichterstatter beS„Petit Parisien" teilt mit, daß die Anmahme des sogenannten Mehrheilsabkommens die einzige Lösung der Abrüstungskonferenz bei der gegenwärtigen italienisch-deutschen.Obstruktion zu sein scheine. Mardonald tverde, im Einvernehmen mit den Vertretern der übrigen Großmächte den General berichterswtter der Konferenz, Dr. Bene», um die Ausarbeitung eines entsprechenden Textes ersuchen. T agesneuigheiten Hunger in Mtzorod. Geplünderte Bäckerläden. U L h o r o d, 14. März. Gestern nachmittag überfielen einige Männer den Wagen eines Uithorodcr Bäckers und entwendeten ihm einige Laib Brot. Am gleichen Tage plünderten ungefähr 20 Personen Brot in einem Gebäckladen. Sehnlich« Vorfälle habe» sich in Urhorod schon zweimal ereignet. Die Polizei nahm gestern eine Razzia vor und hielt 26 obdach- und arbeitslose Personen an, die in ihr« Heimatsgemeinden abgeschoben werden. Korruptionsrjecherel wegen 35 Franken, di« vor 29 Jahren nicht verrechnet wurden! Paris, 14. März. Di« konserative Presse führt seit einiger Zeit eine scharfe Kampagne gegen den Unter st aatssekrctär des Kriegsministeriums, H u l i n, der radikaler Deputierter des linken Flügels ist. Diese Blätter sprechen einerseits ihr Erstaunen darüber aus, daß zum Unterstaatssckretär für Krieg ein Nichtsoldat ernannt worden sei, in der Hauptsache jedoch bringen sie seinen Namen in Zusammenhang mit der Veruntreuung eines Teiles von Vereinsgeldcrn vor 29 Jahren und mit der Ausschließung Hulins aus dem Vereine. Sie fordern seine Demission. Der Unterstaatssekretär behauptet, die ganze Angelegenheit sei eine glatte Erfindung. Seine Gegner erklären aber, sic hätten die Vereinscintragungcn in Händen. Der rechtsstehende Deputierte Dommange kündigte an, er werde heute in der Kammer in dieser Sache den Ministerpräsidenten und Kriegsminister Daladier interpellieren. Einer Aufklärung des„Echo de Paris" zufolge handelt es sich um einen nichtverrechneten Rciseposten in der Höhe von 35 Franken, welchen Betrag Hulin später nach seiner Ausschließung aus dem oberwähnten Verein zurückbezahlte. Der Ministerpräsident soll sich mit der Absicht tragen, Unterstaatssckretär Hulin i n S ch u tz z u nehmen. MenMt nach Dolen. Warschau, 14. März.(PTA.) 48 jüdische Familien, die insgesamt 150 Personen zählen, find mit ordentlichen Pässen und Bisa versehen, bei Filipow aus Ostpreußen nach Polen geflüchtet. Tie Flüchtlinge sagen aus, daß sie in Preußen von Hitlerlcuten mißhandelt wurden. Soldatenselbftnrord. Brünn, 14. März. Heute um halb 11^Uhr vormittags erschoß sich der Frequentant der Offiziersschule Wenzel 8pavek in der Mannschaftstube der Masaryk-Kaserne mit dem Militärgewehr. Rekordflieger gerettet London, 13. März.(AR.) Der 19jährige südafrikanische Pilot Viktor Smith, der Donnerstag um 2 Uhr nachts auf dem Flugplätze Lympne zu einem Rekordflug nach Kapstadt startete, ist gestern nachmittags in Walvis Bay eingetroffen und nach einer kurzen Erholung zur letzten Etappe seines Fluges aufgestiegen. Smith hatte gegenüber der Rekordzeit der Frau Mollin- son einen schönen Borsprung. Seit dem Ueber- 'licgen von Alexander Bay lagen von dem Flieger keine Nachrichten vor und in Kapstadt begann man Befürchtungen für das Leben des jungen Piloten zu hegen. Es wurden fünf Flugzeuge ausgesandt, um nach dem vermißten Flieger zu urschen. Es wurden Befürchtungen ausgesprochen, daß er irgendwo in einem verlassenen Gebiet niedergehen mußte. Die ausgesandten Flugzeuge fanden ihn im Bezirke Nanrhynsdorp, 160 Meilen von Kapstadt entfernt. Der Flieger mußte, wie er erzählte, infolge Nebels und Benzinmangels in der Nacht notlanden. Fünf Engländer als verbrecherische Schädlinge in der Sowjetunion verfolgt. Moskau, 14. März. In einer Mitteilung der Bereinigten staatlichen politischen Verwaltung heißt es, wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet: Durch die von der OGPU angestellte Untersuchung einer Reihe unerwarteter und konsequent sich wiederholender Beschädigungen in großen Kraftwerken wurde festgestellt, daß diese Beschädigungen auf die Tätigkeit verbrecherischer Elenlente unter den Staatsange st eilten des Volkskommissariates für Schwerindustrie zurückzuführen sind, die sich die Zerstörung von Kraftwerken der Sowjetunion und die Außerbetriebsetzung der von diesen Stationen belieferten Staatssabriken zum Ziel gesetzt hatten. Die Untersuchung ergab, daß an der Tätigkeit dieser Schädlingsgruppe auch einige Angestellte der englischen Firma Metropolitan Vickers aktiven Anteil genommen haben. In dieser Angelegenheit wurden 31 Personen verhafte darunter fünf englische Staatsbürger, die Angestellte der Metropolitan Vickers sind. Diese wurden jehoch nach einem Verhör und nachdem sie sich durch Unterschrift verpflichtet hatten, ihren Wohnsitz nicht zu verlassen, aus freien Fuß gesetzt. Deutsche Kulturschande. Aktion gegen Jarmila Novotnä. Berlin. Tie Angriffe der nationalsozialistischen Berliner Presse niachten das Auftreten der Frau Jarmila Novotnä bei zwei Konzerten der Berliner Philharmonie mit dem Dirigenten Bruno Walter, wobei sie das Sopran-Solo in der vierten Mahler-Symphoni« singen sollte, unmöglich. Hiezu trug namentlich der nationalsozialistische„Völkische Beobachter" bei, der in seiner Sonntagsausgabc neuerlich die alten Angriffe gegen Frau Novotnü abdruckte und auf Grund derselben zu dem Schlüsse gelangte, daß das Auftreten der tschechischen Sängerin bei dem Berliner Konzert„eine herausfordernd« Geste gegenüber dem nationalen Deutschland wäre". Infolgedessen tvar die betreffende Konzertdirektion der Ansicht, daß der ungestörte Verlauf des Konzertes nicht gewährleistet sei, und forderte Frau Novotnü auf, ihr« Beteiligung abzusagen, welchem Verlangen die Sängerin zu entsprechen gezwungen war. Razibaudtten rauben Geld. Köln, 14. März. Mehrere Angehörige der NSDÄP drangen heute vormittag in die Wohnung eines jüdischen Kaufmannes ein und forderten unter Vorhaltung von Pistolen die Oeff- nung des Gcldschrantes, aus dem sie 800 Mark entwendeten. Drei an der Tat beteiligte Personen wurden festgcnommcn. Die SA-Leitung schloß diese drei Leute sofort aus der Partei aus und zog, ihnen die Braunhemden auf der Stelle aus. Das Strafverfahren wegen räuberischer Erpressung ist eingeleitet worden.— Wenn sie einen Arbeiter gekillt hätten, wäre ihnen eine Belohnung sicher gewesen.* An 700 Meter hoher Leuchtturm. Paris überbietet seinen Eiffel-Turm. Paris, 14. März.„Excelsior" meldet, daß französische Ingenieure und Konstrukteure mit dem berühmten Ingenieur Freyssinet an der Spitze die Absicht haben, für di« Internationale Ausstellung für dekorative Kunst, die im Jahre 1937 in Paris abgehalten werden soll, einen 700 Meter hohen Leuchtturm zu erbauen, der demnach den Eiffel-Turm um ganze 400 Meter überragen würde. Der Aufwand für den Bau dieses Turms wird auf 50 Millio- nen Franken veranschlagt. „Erhebt ihr die Stimme für uns!" Dieser verzweifelte Ruf dringt über die Grenze, die heute- Deutschland von der gesitteten Welt scheidet. Mordend und sengend ziehen die Erneuerer des Reichs durch die Lande, das Wort verbietend, den Geist vernichtend. Stumm, mit Weh und Hoß im Herzen muß das andere Deutschland das hunnengleiche Wüten dulden. — Nein, nicht ganz stumm! Tausende Fäden laufen herüber zu uns, die wir so die Brüder der Gehetzten und Verfolgten sind, wie unsere Hakenkreuzler jene der Mörder und Brandstifter, lind was drüben nur geflüstert werden kann, das rufen wir mächtig in die Welt, alle aufrüttelnd, denen Freiheit und Menschlichkeit nicht leere oder fremde Begriffe sind. Wir erheben die Stimme für sie! Nicht nur die Genossen, die an der Presse mitarbeiten, sondern o fil e Proleten! Sie melden nicht nnr die Wahrheit über Deutschland, die-sie als Grenzbewohner selbst feststellen können, sondern sagen auch den Genossen drüben, daß hier der Kampf um die Freiheit der deutschen Arbeiterklasse, um die Rettung der deutschen Kultur mit Ernst und Leidenschaft mitgckämpft wird.— Mittler- tveile vergnügen sich die Herren des Dritten Reichs damit, alles, was an Wahrheit über die Grenzen Deutschlands dringt, als„Grcuel- propaganda" abzutnn. Die Stimme der deutschen Arbeiter jedoch, der gequälte Aufschrei der Geächteten und Geknechteten— sie ergreifen und erschüttern und machen immun gegen die Lügen, mit denen die Regierung des Dritten Reichs die Welt über die deutschen Zustände zu täuschen versucht. Minister Dr. Spina empfängt am Mittwoch, den 15. d. M>, keine Besuche. Der Gerichtsvollzieher mutzt« flüchten! Aus Schmiedeberg im oberen Erzgebirge wird uns berichtet: Errde der vergangenen Woche sollte in der Ortschaft Oberh.als ein« Versteigerung durchgcführt werden, aus welchem Anlasse sich ein Gerichtsbeamter aus Preßmtz einfand, der di« Aktion leiten wollt«. Ter Besitzer der zu versteigernden Gegenstöße, der sich vergeblich bemüht halt«, die Aufhebung der Pfändung zu erreichen, wurde durch das Erscheinen des Beamten in außerordentliche Erregung versetzt und versuchte, dem Exekutor den Eintritt ins Haus zu verweigern. Als ihm dies nicht gelang, wurde er gewalttätig und ivarf den Beamten im buch- stäblichen Sinne des Wortes zur Tür hinaus. Durch den heftigen Wortwechsel und den Lärm infolge des Handgemenges aufmerksam gemacht, kamen etwa 80 Einwohner des Ortes herbei, di« ebenfalls Stellung gegen den Beamten nahmen, so daß er schließlich unverrichteter Dinge abziehen mußte. Er erstattet« von dem Vorfall« di« Anzeige bei der Gendarmerie, di« am Samstag mehrere der an der Vertreibung des Gerichtsvollziehers beteiligt« Personen verhaftet« und dem Bezirksgericht« in Preßnitz einlieferte. Landwirtschaftsministerium braucht Geometer. In dem Unternehmen Staatswälder und-Güter werden einige Geometer ausgenommen, die auf Grund eines Jndividualvcrtragcs angestellt werden. Um diese Stellen können sich die Absolventen des Lehrkurses für die Heranbildung vo« Geometern an den Technischen Hochschulen be- iverben, die Autorisationsprüfungen abgelegt haben.(Nähere Bedingungen in den Amtsblättern.) Die ordentlich belegten Gesuche müssen dem Landwirtschaftsministerium(Zen- troldirektion der Staatslvälder und-Güter) in Prag II, Petrske näbrcLi, bis Ende Mär; 1933 unterbreitet werden. Der Kampf um das Bier. Die demokratischen Mitglieder des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses in Washington haben den Beschluß gefaßt, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, demzufolge der freie Verkauf von Bier, das nicht mehr als 3.2 Prozent Alkohol enthält, gestattet sein wird. Die Erdbeben-Schäden^ Versichcrungsfach- leute schätzen den durch das Erdbeben in Kalifornien angerichteten Schaden im ganzen auf 75 Millionen Dollars. Hievon entfällt auf Long Beach allein ein Betrag van mindestens 50 Millionen Dollars. Cctmofe Mörder wird hingerichtet. Ter Mörder des Chicagoer Bürgermeisters, Zan- gara, wird in der nächsten Woche hingerichtet werden. Deutscher Spion in Straßburg verhaftet. I« Straßburg wurde Sonntag ein Spion deutscher Nationalität verhaftet, der eingestand, daß er Informationen über den Stand der militärischen Fortifikationen im französisch-deutscheu Grenzgebiet zu gewinnen suchte. Flugzeug-Halle verbrannt. Auf dem Militärflugplatz in Lawitza.bei Posen brach Montag nacht in der Großen Flugzcughasse der Militärfluganstalt ein Feuer aus, das die ganze Halle mit den darin befindlichen Flugzeugen in Asche legte. Die gesamte Feuerwehr der Stadt Posen war bis zum Morgen bemüht, di« Gewalt des Feuers zu brechen. Der Schaden ist sehr groß. Störer einer Hitlerreb« verhaftet. Die lieber tragung der Rundfunkrede Hitlers aus Königs-' berg in Preußen war in der Gegen von Lenin gestört worden. Die Polizei hat jetzt den kam- munsstischen Spitzenkandidaten der Leniner Gemeindevertretung, den Kutscher Wilhelm Grube, Täter verhaftet. Er hatte bei dem Dorf Nahmitz«inen geerdeten blanken Draht über di« Hochspammngsleftung geworfen und damit den Strom ausgeschaltet. Grube wurde in das Amtsgericht nach Brandenburg gebracht. Theaterbrand in Mexiko. Im Theater der Stadt Ahwalulco im Staate Jal-isco brach ein BraNd aus, der sich so rasch verbreitete, daß eine' große Anzahl von Personen verbrannt und verwundet wurden. Man befürchtet, daß 50 Menschen dabei umgekommen sind. Bisher sind 32 Tote und 70 Verletzt« geborgen worden.-18 Per- vnen werden vermißt. Gekürzte Gage« der Hollywood-Stars. Die prominentesten Filmschanspieler haben einer.Herabsetzung ihrer Gagen zugestimmt, die 25 bi s 50 Prozent ausnracht. Aus diesem Grunde haben di« Studios wiederum den Be- triebaufgenommen. Kommunisten demonstriere« in Oslo. Montag abends wurde von Kommunisten«ine Kundgebung veranstaltet. Die Demonstranten beabsichtigten, dem deutschen Gesandt«« ein« Entschließung zu übermitteln. Etwa 100 Teilnehmer versuchten die Polizeisperre zu durchbrechen, wurden aber von der Polizei m« Gummiknütteln zurückgetrieben und zerstreut. Ein Polizeibeamter wurde leicht verletzt, zwei Kommunisten verhaftet. Di« Ruhe ist vollständig wieder hevgestellt. Di« Staatsbahndirektion in Prag macht darauf aufmerksam, daß vom heurigen Jahre ab Jahresund Halbjahreskarten in der Quartalszeit, d. i. mit Gültigkeit vom 1. Jänner, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober erhältlich sind. Dies« Karten werden das ganze Jahr hindurch ausschließlich in der Abteilung VI der Staatsbahndirektion Prag (Prag II., Masarykovo nädr., I. Stock, über der Restauration II. Klasse, Eingang von der Hybernska ulke) erhältlich sein. Amtsstunden an Wochentagen von 8 bis 18. am Samstag von 8 bis 12 Uhr. An Sonn- und Feiertagen wird nicht amtiert. Fu: die April-Aktion wurde doppelt« Frequenz in der Zeit vom 27. März bis 8. April 1833 eingerichtet und in dieser Zeit werden Karten von 8 bis 12 und von 14 bis 17. Uhr ausgegeben. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus ver» Programmen. Donnerstag: Prag: 6.15: Gymnastik, 11: Schallplatte«, 17.20: Kindermusik, 18.25 Deutsche Sendung: Landwirtschaft, 20.40 Violinkonzert, 22.15: Zeitgenössische Klaviermusik.— Brünn: 16.10: Orchesterkonzert, 18.25: Deutsche Sendung:„Wer hat gesiegt", Lustspiel von Fornhcim. Mähr.-Ostrau: 12.30: Orchesterkonzert, 18.30: Deutsche Sendung: Prof. Schindler: Zu Hebbels 120. Todestag, 19.40: Blasmusik.— Berlin: 18: Rachmaninosf.— Breslau: 20: Schwedische Volksmusik— Mühlacker: 20.35:„Die goldenen Schuhe", Oper von Tschaikowsky. Hamburg: 20.45: Brahms-Konzert.'— Königsberg: 21.40: Bläsermusik.— Leipzig: 19.30: Operettenabend.—München: 19.05: Shakespeare- Lieder, 21.10: Orchesterlonzert.• Wien: 20.30: Aus Opern. «r. 83 Mittwoch, 18. März 1883 Seite 8 -cs• 4>tn^e j y ar ift/öafe sie auf Grund ihrer besseren Rasse s l ! und wir werde» nie damit rechnen können, die Arbeiter in erheblichem Maße zu gewinnen. Wir j wollen eine Auswahl der neuen Herrenschicht, > die nicht wie Sie von irgendeiner Mitleids- j moral getrieben wird, sondern di« sich darüber das Recht hat, zu herrschen und die diese Herrschaft über di« breite Masse rücksichtslos aufrechterhält und sichert." (Adolf Hitler zu Dr. Otto Straßer, 21. Mai 1930: Nach„Ministersessel oder Revolution") „Ein Gewinnen des bürgerlichen W a hlstimmviehs aber darf niemals das Der Prozeß Bindernagel. . Zeugen sagen gegen Hintze ans. Berlin, 14. März. Am zweiten Tage Prozesses gegen den Bankier Wilhelm wurde die Beweisaufnahme mit der Zeugenvernehmung unter unvermindert starkem Andrang des Publikums fortgesetzt. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Bahn, beantragte zuL nächst die Ladung weiterer 18 Zeugen, durch die bewiesen werden soll, daß Hintze in glück- l ich er Ehe mit Gertrud Bindernagel gelebt habe, und daß durch ihn Frau Binder-! nagel berühmt wurde, sowie daß er ferner zuweilen an geistigen Störungen gelitten habe. Als erste Zeugin wird die Garderobiere Nietgen vernommen, die aussagt, daß Frau Bindernagel sie am Vortage der Tat gebeten habe, ihren Mann nicht einzulassen: Sie habe ihr auch gesagt, sie wolle sich scheiden lassen, denn dürch ihren Mann habe sie s o viele Schulde«, daß sie vor einem Nichts stände. Als nächste Zeugin wird dann die Schwester der Kammersängerin, Therese Bindernagel, vernommen. Die Zeugin schilderte die e r st e Ehe der Frau Bindernagels als sehr l u ck l i ch, bis Hintze in das Leben ihrer Schwerer getreten sei. Auf sie, die Zeugin, habe Hintze gleich bei der ersten Begegnung einen ganz abstoßenden Eindruck gemacht. Ob es sich um eine Liebesehe bei Gertrud gehandelt habe, konnte die Zeugin nicht sagen, da ihre Schwester sehr zurückhaltend war. Dagegen hielt sie es für ausgeschloffen, daß Hintze ihre Schwester aufrichtig gesiebt habe, denn sonst hätte er sich nicht so viel um andere Frauen bemühen können. Sie schilderte die verschiedenen Differenzen, die es zwischen ihr und ihrer Mutter und dem Angeklagten in den früheren Jahren schon gegeben hatte. Bei dieser Vernehmung kam es zu einem Zusammenstoß zwischen dem Verteidiger Rechtsanwalt Bahn und dem Vorsitzenden. Ungedanken zur Zeit von Adolf Hitler. „Die Majorität wird in jeder Form ununter allen Voraussetzungen di« Repräsentantin der Dummheit und der Feigheit sein."(„Mein Kampf", Seite 577.) * „Die Repräsentanten der Mehrheit Haffen nichtinständiger als den überlegene« Kopf."(Seite 88.) * Man. wird hoffentlich nicht meinen, daß aus den'Stimmzetteln einer alles eher als gei st reichen"Wählerschaft die Staatsmänner gleich zu Hunderten herauswachsen." (Seite 96.) -» „Tas gesprochen« Wort ist wirksamer als das geschriebene... weil die Masse a»sich faul ist."(Das heißt, zu faul zum Lesen und zum Nachdenken.)(Seite 525.) '* „Die Erkenntnis einer Ide« in ihrer passiven Form entspricht der Majorität der Menschheit, die träge und feige ist." (Seite 652.) „Die Majorität ist nicht nur immer«in« Vertreterin der Dummheit, sondern auch der Feigheit." (Seite 89.) * „Seherr Sie, di« große Mass« der Arbeiter will nichts anderes als Brot und Spiele, die hat kein Verständnis für irgendwelche Ideale, Ziel dieser Bewegung sein. Sie würde sich in einem solchen Fall« mit einer Masse belasten, die ihrer ganzen Wesensart nach die Werbekraft den breiten Schichten gegenüber znm Erlahmen brächte." („Mein Kampf", Ausgabe 1930, S. 375.) „Wer in jener Zeit die marxistischen Gewerkschaften wirklich zertrümmert hatte, um an Stelle dieser Institution des vernichtenden Klassenkampfes der' nationalsozialistischen Gewerkschaftsidee zum Sieg« zu verhelfen, der gehört mit zu den ganz großen Männern unseres Volkes, und seine Büste hätte dereinst in der Walhalla zu Regensburg der Nachwelt gewidmet werden müssen." („Mein Kampf", 2. Band, 1927, S. 257.) „Gleich einer drohenden Gewitterwolke hing schon damals di«„freie Gewerkschaft" über dem politischen Horizont und üb«r dem Dasein des einzelnen. Sie war eine der fürchterlichsten Terrorinstrumente, gegen die Sicherheit und Unabhängigkeit der nationalen Wirtschaft,! die Festigkeit des Staates und di« Freiheit der Person." („Mein Kampf", Ansg. 1930, S. 53.) „Was hat man gegen Italien? Südtirol? Damit beginnen sofort all« Spießer lebendig zu werden." (Hitler in einer Rede am 23. März 1927.) jawohl Südtirol. Wem von unseren Spießbürgern brennt dabei nicht di« Flamme der hellen Empörung aus dem geistreichen Gesicht!" („Mein Kampf", 2. Bd., München 1927, S. 283.) „Es geschieht nichts in der Bewegung,— diese tröstliche Zuversicht kann ich den Herrschaften geben—, ohne daß ich es weiß und ohne daß ich es billige. Ja, noch mehr,«S geschieht nichts, ohne daß ich es wünsche..." (Adolf Hitler in einer Rede anläßlich des 11. Jahrestages der NSDAP., München, zit'ert nach„Völkischer Beobachter", Nr. 57, Jahrg. 1931.) Vdlkswirtechaft und Sozialpolitik Probleme der Genoffeuschastsbewequng in der Krise. Einbringung der noch außenstehenden Geschäftsanteile.— Erhöhte Liquidität der Finanzen. In der„Konsumgenossenschaft" lesen wir^ Der Kreisverbandstag Westböhmcns beschloß mit Stimmeneinhelligbeit einen Antrag der genossenschaftlichen Frauenkonferenz, di« Einbrin- gung der noch außenstehenden Geschäftsanteile zu organisieren. Es wär« Wünschenswert, wenn auch auf den übrigen Kreisverbandstagen das Problem der Organisierung der noch ausstehenden Geschäftsanteil« unter den vielen anderen Dingen, die zur Beratung stehen, ebenfalls beraten würde. Wir muffen, durch di« Umstände der Zeit gedrängt, unS wieder der alten, bewährten Methoden erinnern. Wie war es denn, als unsere Konsurngenoffenschaften gegründet wurden? Wie war es denn, wenn in der Vorkriegszeit«in« Berteilungsstelle neu errichtet wurde? Di« Hauptaufgabe. der sich di« Vertrauensleute unserer Bewegung unterziehen mußten, war, zugleich mit der Werbung von Mitgliedern auch die finanziellen Grundlagen durch eine systematische, regelmäßig« Einkassierung der Geschäft s a n t e i l e s i ch« r z n st«l le n. Jedem Genossenschafter aus der Vorkriegszeit sind noch die mit beispielgebender Beharrlichkeit und Arbeitsfreude durchgeführten Einkassierungen in Erinnerung. Ein« zweit« notwendige Maßnahme, di« uns di« verschärften Krisenumstände auferlegen, ist, für eine erhöhte Liquidität der Finanzen Sorge zu tragen. Die Konsum- und Spargenoffenschaften haben seit jeher einen bedeutet höheren Teil ihrer anvertrauten Gelder flüssig gehalten als das vielfach bei privatkapitalistischen Unternehmungen der Fall ist. Diese M- sunde Grundlage bildet auch die Veranlaflung dafür, daß die. proletarische» Verbraucher ihre Ersparnisse'bei ihren Genossenschaften anlegen, heut« kommt es nun darauf an, in der Verfolgung einer gesunden Anlage der anvertrauten Mittel fortzufahren, bzw. eine Verstärkung der liquiden Mittel anzustreben. Unsere Konsum- und Spargenoffenschaften haben in ihrer Gesamtheit stets ihren Stolz darein gesetzt, bester fundiert zu fein als so manches privatkapitalistische Unternehmen, das zwar nach außen mit hohen Zinsenleistungen brilliert, besten inneres Gefüge jedoch morsch ist. Unsere Genossenschaften haben hinsichtlich der Zinsenpolitik immer Wert darauf gelegt, nicht durch Scheinleistungen glänzen zu wollen, sondern vielmehr eine vorsichtige Bewirtschaftung der anvertrauten Mittel zu gewährleisten. Die Praxis wird crtveisen, wer di« Jntereffen der proletarischen Sparer beffer gewahrt hat: die Privaten Institut«, di« vielfach mit einem überhöhten Zinsfuß Über ihr« wirkliche Lage hinwegtäuschen wollen, oder unser« Konsum- und Spargenoffenschaften, deren ZinS- Politik sich immer in vernünftigen Grenzen gehalten hat. Der«etvstmörver. Bon Balenti« Katajeff. Es war in jeder Hinsicht eine Gemeinheit von dem Bürger. Doch wie dem auch sei, er hatte nun einmal den Entschluß gefaßt, um so mehr, als der Selbstmord nicht durch das Strafgesetzbuch beanstandet wurde. Kurz und gut, ein gewisser Bürger hatte, enttäuscht von den Sowjetzuständen beschlossen, feinem Leben ein Ende zu machen. In aller Eile ließ er sich einen UrldubS- zuschuß und eine Entschädigung für einen ungenützten Urlaub auszahlen, setzt« s«inen letzten Willen für das Lokalkommissariat auf, erstand im Konsum«inen hübschen großen Mauerhaken, ein Stück Toilettenseif«, drei Meter Leine, ging heim, stellte einen Stuhl an die Wand und kletterte hinauf. K—r—a—ch!... „Zum Teufel(.Netter StnlKsitz, der nicht einmal das Gewicht eines in-tellrtzenten jungen Selbstmörders aushält! Und das nennt sich Qualitätsware!"— Doch unser Bürger war nicht gewillt, sich so leichthin dem Schicksal zu ergeben, das in seinen Augen nichts andres darstellte als eine Theorie der Möglichkeiten. Mit einiger Mühe erklomm er das Fensterbrett, stemmt« den Nagel gegen die Wand und hämmerte mit dem Briefbeschwerer auf den Ragelkops loS. K—r—r—a—-ch! „Ein'Skandal mit dem Nagel! Einfach zersplittert! Auch Qualitätsware! Na, ich dcm^! So wird einem anständigen Menschen jede Möglichkeit genommen, sich anfzuhängcn. Es bleibt nichts andres übrig, als den Strick am Haken der .Hängelampe zu befestigen. Der stammt noch vom alten Regime; der laßt einen nicht im Stich." Der Bürger befestigt den Strick am Lampenhaken, zog eine woylgeformke Schlinge und begann, sie einzuseifen.„Die Seife hier stt auch was Rechtes. Einmal seift sie schlecht und dann riecht sie nach Maiglöckchen und— bitt« um Entschuldigung— nach Bockgestank. Es ist einfach widerlich, sich mit sowas zu erhängen."— Aber der Bürger schluckte seinen Wiederwillen hinunter, steckte den Kopf in di« Schlinge und sprarck ins Bodenlose. K— r— r— a— ch! ,Q, dreimal verflucht! Geriffen! Der verwünschte Strick! Wozu sich das Überhaupt Strick nennt. Im«ntscherdenben Augenblick...., da kann man wohl sehen, was das für eine Ware ist! Zum Teufä noch einmal, ich muß was Leich- teres ersinnen. Ha!— Ein Tischmeffer! Werd' ich zu Boden sinken— wie es beim Dichter heißt—, vom Todespfeil getroffen, oder fliegt diesmal er vorbei?" K— r— r— a— ch!— Wahrhaftig, der Pfeil flog vorbei.. Der Griff nach einer Seite, die Schneide nach der entgegengesetzten. Der Bürger brach in wildes Lachen aus.„Da habt Ihrs, hahaha, di« Qualitätsware. Soll mau also sich etwa nicht das Leben nehmen! Sterben heißt eben sterben. Das Messer mag zum Kuckuck gehen, dieses Ueberbieibsel einer mittelalterlichen Romantik! Erfahren« Selbstmörder empfehlen Schwefclhölzer als ausgezeichnetes Mittel zum Selbstmord. Man braucht nur an die 60 Schtve- fefföpfchen im Mörser zu zerstoßen, und es ist erreicht! Fein ersonnen! Daß ich erst setzt darauf komme!' Bei dieser Aussicht wurde der Bürger ganz munter. Er öffnete eine frisch« Schachtel Schwefelhölzer und begann wohlgemut die Schwefelköpfe abznbrechen. Eins, zwei, drei, zehn, zwanzig... hm... das Schächtelchen enthält ja nur 28 Stück, während ganze sechzig nötig sind. Dumpfes Weinen erschütterte den Bürger.„O, Ihr lieben Bürger! Brüderchen! Was soll das nun wieder heißen! Und der Qualität foHfcn— das geht noch, ober ist es auszudenken, daß«in redlicher Bürger so diel leiden muß wegen der Quantität! Hol' der Teufel die Schwefelhölzer! Ich renne eben gehörig mir dem Kopf gegen die Wand an, und fertig rst di« Laube." Der Bürger kniff dir Augen«in, nahm einen Anlauf— und... K— r— r— a— ch! Die poröse Wand der neu errichteten Wohnlaube barst krachend auseinander, und der Bürger flog im Bogen auf die Straße hinaus. ,-So was, na, ich danke! Es lebe die Qualität, di« gleich Quantität ist! Hurrah! Hahaha!" Doch unser Bürger wurde nicht wahnsinnig, wurde auch nicht imS Krankenhaus gesteckt.. * Der Bürger stand, da, betrachtete die Flasch« und sagt« mit einem Seufzer der Erleichterung: „Endlich habe ich das Richtige gefunden. Essig- estcnz ist ein untrügliches Mittel. Ich bitte, niemandem die Schuld an meinem Tode bcizumeffen ... Gierig setzte er den Mund an die Flasche und s^ürfle.den Trank hjS zur Neige.„Hm, wirklich ein angenehmes TrankcheN; schmeckt wie Rebensaft, nur milder! Ob ich noch eine Flasche leere?" Und er leerte«in zweites Fläschchen und ließ seine Finger in der Suft spielen.„Dazu zwei Würstchen iväre allerhand! Und gar Kaviar... Und da trug ich Narr mich mit Selbstmordabsichten! Wo das Leben doch so schön fft! Dies ist wirklich Qualitätsware! Marja, mein Täubchen, hol' mir zwei Spitzgläschen Essigessenz und ein Paar Würstchen dazu! Ich spüre einen verteufelten Appetit... „Na ja, nach solchem Imbiß läßt sich's schon von den Herrlichkeiten des Lebens phantasieren ... Doch Pfui, was rumort da so sonderbar in meinem Magen... ach, mir wird ganz dunkel vor den Augen.— Di« Wurst ist«S, die Wurst! Jetzt, Genossen, gehe ich wirklich an der Qualitätsware zugrunde...., und das Leben ist doch so Herr..." Mitten im Worte kippt der Bürger um, siel auf den Rücken und starb. Was ja auch ursprünglich seine Absicht gewesen war! Solidarität. Flucht aus Deutschland. „Kriminalpolizei!" Rohe Fäuste hämmern an der Tür. Zwei schwere Körper wuchten gegen die Füllung. Gestern brannte der Reichstag. Fünf Stunden später setzen Verhaftungen ein Alles, was links steht, alles, was freiheitlich denkt, wird verfolgt. Ins Zimmer stürzen zwei Zivilbeamte und vier Uniformierte, die entsicherten Revolver in den Hättden: „Wo ist der rote Hund?" Ein schlafender Untermieter wird an den Füßen aus dem Bett gezogen. Er kann sich aits- weiien. Den sie suchen, finden sie nicht. Die Betten werden herausaerissen, der Wäscheschrank geleert, die Kleidungsstücke auf den Boden geworfen. auf dem die Füße der Eindringlinge schmutzige Schneespuren hinterlassen haben. Jeder Privatbricf wird durchstöbert, jede Mappe mit Schriftstücken geprüft, jeder Zeitungsausschnitt als staalsgefahrlich konfisziert. Ein Manuskript, die Arbeit von Monaten, wird beichlag- nahmt. Ich kann mich noch herausreden, brauche den Weg zum Polizeipräsidium nicht anzutreten. Aber ich weiß, daß sie wobrmachen werden, was sie mir zum Abschied in die Ohren schreien:„Wir kommen wieder!" Am. Abend wohne ich bei Genossen. Am Morgen hört man, daß SA.-Hilfspolzzei erneut eingedrungen ist, jedes Behältnis gewaltsam geöffnet hat. alles Geschirr zerschlug, die Betten beschmutzte. Bilder von den Wänden hernnter- r«ß. die ihnen unverständlichen Bucher vernich- tcre. Träaer emer nmen..teutichen Kultur", Heroen im Kampf gegen den„Kulturbolschewismus". Noch Tage hält man sich in der Riesenstadt| Berlin, ördnet manches, das wenige Stunden I später sinnlos wird. Und während der Fascis-! mus sich zum SiegeSfest am Tage vor der Wahl rüstet, verlasse ich auf Umwegen die Stadt. Die Bahnhöfe sind besetzt. Nur in Etappen kommt man vorwärts. Bis zur Grenze. Dort hat man die Adreffe eines Genoffen bekommen. Es stellt sich heraus, daß es ein Kommunist ist, aber es ist ein Arbeiter, ein Klaffengcnosfe. Er ist nicht im Hause. Seine Frau schickt weiter zu einem Reichsbannerkameraden.„Einheitsfront?" Jawohl! Man fragt nicht nach dem Parteibuch, man fragt nach der Notwendigkeit. Alles ist selbstverständlich, alles geschieht aus der gemeinsamen Zugehörigkeit zur selben Weltanschauung, die heute im Dritten Reich ein Verbrechen ist. Bei einbrechender Dunkelheit ziehen wir los: der Führer, ein zweiter Flüchtling und ich. Ein> Ortskundiger geht bis zum Kamm des Gebirges I voraus. Kniehoch liegt der Tauschnee auf dem Abhang. Langsam kommen wir mit unseren Halbschuhen vorwärts. Die Lungen keuchen, der Schweiß perlt die Haut hinunter, in den Schuhen schmilzt der Schnee.• Nebclschwaden hängen in den Bäumen. Am I Himmel steht der Mond wie eine große gelbe Fratze. Der Führer sichert. Längst haben wir den vierten Mann hinter uns gelassen. Fünfzig Meter vor uns blitzt ein Streichholz, auf. Wir kön-- nen weiter. Dann dasselbe Spiel: wieder geht der Führer vor, wieder kommt das Zeichen. Bis wir an die Straße kommen, die wir schneiden müffen. Bor uns kreuzen Fußstapfen den Weg: die Spuren anderer Flüchtling«. Wir schaufeln mit den Händen Schnee auf unsere Spur, laufen über die Straße und springen über den vom Schneepflug aufgekämmten Rand. Diesmal bleibt der Führer zurück, nm die Zeichen unserer Flucht zu verwischen. Dann liegen wir hundert Meter vor dem Grenzweg. Boni Abhang schauen wir ins Tal. Bis zu den Knöcheln stehen wir im Schlamm, gegen Sicht von unten gedeckt. Der Grenzweg in der Sohle des Tales zeichnet sich weiß ad. Dort haben die warmen Sonnenstrahlen der letzten zwei Tage noch nicht den Schnee verdrängen können^ Vor uns liegt die Freiheit: hundert Meter noch und ein Sprung über den Grenzbach. Hinter uns steht das Konzentrationslager, die Schutzhaft, das Zuchthaus. Die hundertiährigen Baumstämme werden zu Fenstergittern, das leise Rauschen des Baches ipiegelt die Monotonie kalter Gefängnismauern vor das Auge. Eine Viertelstunde stehen wir. Oder ist es eine Stunde? Die Minuten werden zur Ewigkeit. Aber es ist doch alles ruhig? Nur das lesie Plätschern der Tauwäffer stört die Einsamkeit. Da bricht ein Wild durch die Zweige. Ganz fern ist es. aber der Nachtwind trägt uns den Schall zu. Die Füße werden in dem eiskalten Schneewasser starr und verlieren jedes Gefühl. Langsam steigt die Kälte nach oben. Wir stehen hinter einem mächtigen Stamm, bis wir Tritte hören. Bier Schatten ziehen über den Grenzweg: zwei Grenzbeamte und zwei Hilfspolizisten müssen es sein. Unendlich langsinn schleichen sie uns vorwärts. Wir wagen kaum zu atmen. Dre Hand krampft sich um den Ast, der uns als Bergstock dient. In hastender Kette ziehen Bilder durch das Hirn, sinnlos und' doch überscharf gezeichnet. Wie lange haben wir am Baum gestanden? Die Leuchtuhr zeigt um 20 Minuten mehr an. Uns schienen es Stunden zu sein. Jetzt muß es gewagt werden. Die Patrouille ist durch. Bis die nächste kommt, müffen wir das letzte Stück des Weges hinter uns haben. Langsam geht es den Hang hinunter. In den Schuhen quatscht das Wasser. Die klammen Hände stützen sich auf den Ast. Der waffergesättigte Boden macht das Gehen schwer. Dann stehen wir hinter dem Unterholz, das den Grenzweg vom Hochwald trennt. Der Führer sichert, lauscht noch einmal in die Nacht hinaus. Noch wenige Meter. Hastig I überqueren wir den schmalen Steig, springen über den Bach und keuchen den jenseitigen Abhang hinauf. Tschechisches Gebiet! In einem Dorfgasthaus, wenige Kilometer hinter der Grenze, machen wir Halt. Der warme Kaffee rinnt wie Feuer durch den Leib. Die Nervenanspannung der letzten Tage und Stunden löst sich zur physischen Erschöpfung. Wie Tote fallen wir in die Betten. In den ersten Morgensttrnden brechen mir auf. Unser Führer geht den Weg zurück. Ein Händedruck, ein Frciheitsruf. Wir gehen nach der anderen Seite. Durch-die Dunkelheit bahnen wir uns den Weg. Bor uns die kleinen Lichter der laternentragenden Butterfrauen, die uns mitnehmen zum nächsten Städtchen. Dort erwarten uns Genoffen, die uns Frühstück geben, wo wir uns rasieren und waschen können, wo wir unsere Kleider vom gröbsten Schmutz reinigen. Ein kommunistischer Genoffe bringt uns zur Bahnstation. Unser Gruß wird mit„Vorwärts" erwidert. Im Kampfe gegen den Fascis- mns siegt die Solidarität der Ausgebeuteten, die Solidarität der Klaffe. h. w. e«jte s Mittwoch, 18. NLrz 1833 Nr. SS PHAfttB ZEITBIfi, Mechijche Marxseier in Prag. Gedenkrede des Gen. Hampl.— Sozialistisch« Szenen und Massenchöre. Zum Vorabend des Gedenktages rief die Partei der tschechischen Genossen zur Mafsenfcier für Karl Marx; der überfüllte Saal der Produktenbörse bot ein eindruckvolles Bild der Verbundenheit unserer klofsenbeloußten Arbeiterschaft mit dem Werk ihres ersten und größten Er- weckers und Führers. Rote Fahnen und die drei weißen Kampfpfeil« waren symbolischer Rahmen der Szenen, von der herab in bunter Folge eine machtvolle Kundgebung sozialistischen Kampfes-! «nd Aufbautvillens die andere ablöste. Der Gedanke des tcnzenMaren Laientheaters, das in geraden Symbolen den Massen geistigen Hinterhalt für ihre historische Aufgabe, den Kampf um die neue Gesellschaft geben soll, bewährte sich sowohl szenisch, wie auch rezitatorisch; die Begeisterung aller Mitwirkcndcn, ihr Ernst und aufrechter Wille half, über manche Premierenklippen hinweg; es wurde mit Recht vor allem Wert darauf gelegt, dem Inhalt durchschlagenden Aus- druck zu geben und den Beweis zu bringen, daß auch ohne die verstaubten und abgebrauchten Mittel unseres übernommenen, alten Theaters den Massen viel, ja sogar Besseres gesagt werden kann. Dem Inhalt der kurzen Dichtungen und ^enen wurde durchschlagender Ausdruck verliehen und in jedem Moment, jeder Rezitation der Versuch unternommen, die Klasiensituation der dargestellten Arbeiter zu beleuchten, ihre Lebens- ! Probleme auszusprechen mrd dem Gedanken des 'Klafscnkampfes zum Durchbruch zu verhelfen. Den stärksten Erfolg hatte die heute schon . sehr bekannte Rezitationsgruppe R e c i d a k Gunter Führung des Genossen Josef Trojan. Ihre in der stimmlichen Schattierung, dem dyna- mischen Ausbau und der intelligenten Rezitation gleich wertvolle Wiedergabe der Bergarbeitcr- bieder, Heinrich Heines unsterblichem Revolu- tionsschrei ,/Die Ratten" und Fr. Töschers ein- ! drucksvoller Szetre ,/Dem unbekannten Vertrauensmann" konnten verdiente Begeisterung auslosen. Di« Gruppe gibt eine so glückliche ' Lösung der szenischen Masienrezitationen, daß wir hier mit Recht von einem neu ausblühenden Laientheater sprechen können. Mehr auf Krafteffekte eingestellt ist die Gruppe Res- Boys unter Leitung des Genosien Urban, der in der Auswahl der Werke Halos:„Lied der Arbeit", Neumann:„Gesang der Massen" und Majakowskij: Marsch aus„150,000.00g" Berständnrs für notwendige und effektvolle Tendenzdichtung zeigte. Die intelligente; von Stehlik geführte Kabarettgruppe„Sirene" konnte jn einer problematischen Szene nur zeigen, daß sie anders mehr leisten könnte. Die Gedenkrede des Abends hielt formvollendet und suggestiv Gen. Anton Hampl; er gab im ersten Teil eine kurze, aber vollständige Uebersicht der wesentlichsten Phasen des Lebens Karl Marxens und würdigte dann sein Werk theoretisch von: Gesichtspunkt der Arbeiterbewegung. Gerade in der heutigen Zeit, führte Gen. Hampl weiter aus, müssen wir uns als Nachbarn der deutschen fascistischen Barbarei unsres Wertes, unsrer Kraft, unsres Menschenrechtes besonders bewußt sein. Wir stehen hier als Kampfer für die Gerechtigkeit der Welt, des Fortschritts der Menschheit. Von diesem uns durch die Menschheitsentwicklung und deren wirtschast- kichc Ursachen zugewiesenen Platz darf uns n-e- mand mehr verjagen. Der Abend eüdctc mit einer vom Kollektiv aller Vortragenden Prächtig aufgebauten Kund- oebung: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" W. L. Geriditssaal Selbstverstümmelung. Eine merkwürdige Anklage wegen Versicherungsbetruges.- Prag, 14. März. Es ist ein ziemlich seltener Fall des Versicherungsbetruges, daß jemand ein« Unfallversicherung eingeht und dann«inen Unfall vortäuscht, um in den Besitz des Bersiche- rungskapitals zu gelangen. Es gehören gute Nerven und«in eiserner Wille zu einem solchen Beginnen, denn mit kleinen Verletzungen ist es nicht getan. Um in den Besitz einer größeren Summe zu kommen, Imuß sich der Betreffende wohl oder übel meist zur Opferung eines Gliedes entschließen. Der Wiener Fall Marek dürfte noch in Erinnerung sein, in welchem der Versicherte sich angeblich durch ein unglückliches Versehen beim Holzhacken ein Bein ab hieb. Trotz schwerwiegender Indizien war ihm «in« Schuld nicht nachzurveisen und die Versicherungen mußten zahlen. Ein ähnlicher Fall, wenn auch in bescheidenerem Maßstab, beschäftigt« heute den Senat des OGR. Toman. Angeklagt war der Spenglermeister Bohumil Dolensky au? der Gegend von Plaüan, der im Jahr« 1931 bei der Plananer wechselseitigen Versicherungsanstalt ein« Unfallversicherung auf 25.000 K einging. Später er- höht« er diese Versicherungssumme auf 100.000 K für den Fall des tödlichen Unfalles oder der voll ständigen dauernden Invalidität. Dies«, wie di« Anklage sagt, ,^en bescheidenen Verhältnissen des Angeklagten nicht entsprechend« hohe Summe' ist das schwerwiegendste und eigentlich einzige Indiz gegen Dolensky. Am 1. April 1932 erlitt Dolensky einen schrecklichen Unfall. Beim Zerschneiden eines stacken Stahlbleches mittels der Blechschere schnitt er sich, angeblich infolge momentaner Unachtsamkeit, den Daumen und Zeigefinger der linken Hand glatt weg. Der Unfall wurde der Versicherung angezeigt und diese liquidierte den auf den Verlust Kveier Finger entfallenden Betrag von 15.000 K. Am 15. Mai wurde diese Summe überwiesen. Einig« Zeit später entließ Dolensky seine« Gehilfen Franz Bogel. Der Entlassene schickt« seinem gewesenen Dienstgeber kurz nachher«inen Brief, in welchem er 1000 K verlangte und droht«, im Weigerungsfall den Klempner wegen Versicherungsbetruges anzuzeigen. Jener übergab jedoch den Brief der Gendarmerie und erstattet« die Anzeige wegen Erpressung. So wurde die ganze Sache aufgerollt und di« Staatsanwallschaft erhob zunächst gegen Dolensky di« Anklage wegen Betruges an der Versicherungsanstalt, begangen durch Selbstverstüm- melung. Dies« Anklage stützt sich vor allem auf die Aussage des entlassenen Bogel, der behauptete, sein Meister habe wiederholt geäußert, er werde sich selbst eine Verletzung zu füge»,„um aus der Versicherung etwas herausznziehen". Als belastend kommt, wie erwähnt, auch die unverhältnismäßig erhöht« Versicherungssumme in Betracht. Der Angeklagte erklärt die Erhöhung des ursprüngliche» Bersichcrungskapitals von 28.000 K auf 100.000 K damit, daß er in einem Gasthaus, wo die Agenten der Versicherung verkehrten, eines Tages in guter Laune dazu überredet worden sei. Die Sache machte einen recht merkwürdigen Eindruck und di« Schuldfrag« ist keineswegs einwandfrei gelöst. Immerhin war dem Angeklagten aber nichts Positives nachzuweijen und der Gerichtshof sprach ihn schließlich mangels Beweisen frei. Franz Vogel wird wegen der versuchten Erpressung mit sepe Anklage verfolgt. rb. Kunst und Wissen nahcnkreoz«der den Theatern Im Reich! Die„S ä ub« r u ng S"-Ak t ion der neuen Machthaber erstreckt sich nicht nur auf di« Verwaltungen der Rrichs-i'Slaats- und Gemeindebehörden.-Auch in den-Theatern ist man-bereits eifrig bet der Arbeit. Äm Dresdener Ttaatstheater wurde' Regierungsrat Dr. Adolph zum kommissarischen Generalintendanten ernannt. In Breslau wurde der Leiter des Lobe-Theaters und des Gerhart Hauptmann- Theaters, Intendant Paul B a r n a y, der nach seiner Entführung und Mißhandlung durch SA.-Leut« einen Nervenzusammenbruch erlitten hat und ein Sanatorium auffuchen mußte, gleichfalls zum Rücktritt gezwungen. Der Intendant des Hreslausr Stadttheaters, Dr. Hartmann, darf zwar noch bis zum Ende der laufenden Spielzeit aus seinem Posten bleiben, jedoch ist ihm ein Ausschuß von drei Nationalsozialisten zur Seite gestellt worben. Ferner hat der Leipziger Oberbürgermeister Goer- deler den Leiter der Leipziger Oper, Generalmufik- diektor Gustav Brecher, bis auf weiteres beurlaubt. Brecher, der sich schon vor dem Kriege als Dirigent an der Hamburger Oper einen guten Ruf erworben und'während seiner langjährigen Leipziger Wirksamkeit besonders durch seine tatkräftige und zielbewußte Förderung des zeitgenössischen Opernschaffens allgemein« Anerkennung weit über die Grenzen Leipzigs hinaus gefunden hat, kann als ein« der bedeutendsten Dirigentenpersönlichkeiten im deutschen Opernleben der Gegenwart erachtet werden. Schließlich ist auch der Leiter der Berliner Städtischen Oper, Generalintendant Professor Karl Ebert, der nationalsozialistischen Reinigung des deutschen KnnstlcbenS zum Opfer gefallen. Während Ebert der„Rienzi"-Pr«mi«re in der Staatsoper beiwohnte,««schien im Büro der Städtischen Oper der nationalsozialistische Stadtverordnete Dr. Robert Matschuk in Begleitung eines SA.-KommandoS und erklärte Ebert für abgesetzt und sich selbst als seinen Nachfolger. Zu seinem Stellvertreter ernannte er den früheren Intendanten der Berliner Großen Volksopcr, Otto Wilhelm Lange, der bereits im vorletzten Herbst ein nach wenigen Wochen zusam- mengebrochenes nationalsozialistisches Parteitheater geleitet hat. Oberbürgermeister Dr. S a h m, der erst später Kenntnis von diesen Vorgängen erhielt, hat zur Vermeidung von Komplikationen Ebert bis zur Klärung der Angelegenheit beurlaubt. Ferner wurden di« Dirigenten Dr. Fritz Stiedry und Paul Breisach und der Spielleiter der Städtischen Oper Rudolf Zindler ihrer Aemter enthoben. Es wurde ihnen verboten, das Opernhaus weiter zu betreten. In den eineinhalb Jahren seiner Intendantentätigkeit war es Ebert gelungen, die Städtische Oper.zu einem der wichtigsten und wertvollsten Institut« des deutschen Musiklebens zu machen. Die Gestaltung seines Spielplans und seine eigen« Regietätigkeit konnten im ganzen Reich« als vorbildlich gelten. Auch di« Wirksamkeit des Dirigenten Stiedry hat einmütig höchste Anerkennung gefunden. Arbejtervorftellung„Hoffmanns Erzählung««", Oper von Offenbach, am Sonntag, den 19. März, um halb 3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8—2 und 4—6 Uhr bei Optiker Deutsch, Graben,„Koruna". Im Kunstverei« für Böhme»(II., Pütroßova 12) wird heut« um 3 Uhr eine Ausstellung des Prager Malers Wenzel Nömevek eröffnet. Die Ausstellung enthält durchwegs Prager Motive. Montag: Opernvorstrllung zn volkstümlichen Preist«:„Das Rheingold." Bankbeamte k und II. Da nur ein Teil des Hauses an die Bankbeamten vergeben ist, sind gute Plätze aller Kategorien erhältlich. Preise von 1 bis 25 K. Samstag: Neu einstudiert:„Komödie der Irrungen", neu übertragen von Hans Rothe. Regie: Mordo mit Andergast, Behrens, Meller, Warnholtz, HAzlin, Janitschek, Musil, Padlesak, Reinhardt, Ströhlin, Taub. Spielplan des Reuen Deutsche« Theaters. Mittwoch, 7% Uhr:„M ädchenjahre einer Königin"(B 2): Donnerstag, 7% Uhr, zum erstenmale:„Glückliche Reise"(C 1); Freitag: Wohltätigkeilsvorstellung des Oesterreich. Hilfsvereins, Gastspiel Hansi Riese: 7’A Uhr: Katharina, die Widerspenstige"(D I); SamStag: Reueinstudieck, 7X Uhr:„Fidelio" (A 1). Spielplan der Kleinen Bühn«. Mittwoch, Bankbeamten II, 8 Uhr:„Musik um Susi"; Donnerstag, 8 Uhr:„Candida"; Freitag, Kulturverbandsfreunde, 8 Uhr:„Fatme"; Samstag: Neueinstudiert, 8 Uhr Komödie der Irrungen". Sport' smel* KömerpTlene Zweitausend Arbetter^kifahrer demonstrieren. Ein Avbeiterflitrefsen für Wien und das südliche Niederösterreich fand Sonntag auf dem Schneeberg statt. 2000 Äifahrer waren erschienen und veranstalteten eine Kundgebung, die ursprünglich nur für den Arbeiterskisport werben sollte und nun durch di« Ereigniss« d«r letzten Tage auch ihren besonderen politischen Sinn erhielt. Unbehelligt von allen Beauftragte« der Regierung ging in 2000 Meter Höhe «ine der eigenartigsten Demonstrationen vor sich, di« er bisher gegeben hat. Bei guter Beteiligung wurden auch einige Skiwettkämpfe durchgeführt, die nachstehende Ergebnisse hatten: Abfahrtslauf für Sport- lerinnen(2 Kilometer): 1. Krausmer(Naturfreunde Ternitz) 3:40 Min. Abfahrtslauf für Sportler(g Kilometer): 1. Köck(Naturfreunde Wien) 1:26.5; 2. Bruckmayer(Wiener ADV. 19) 1:40-5 Min. Mannschaftslauf Wer 2 Kilometer: 1. Naturfreund« Ternitz 3:14.2 Win. Wiener Arlbeitersußdall. Gaswerk ist nun wieder an der Spitze der Liga, nachdem Rudolsshügel, der Herbstmeister, eine Niederlage«instecken müßt«. Als Kuriosum fei vermerkt, daß Feuerivehr ans 14 Spielen neun(!) Unentschieden erzielt«. Die Ergebnisse-er Liga: Gasweck gegen Nord-Wien 5:1 (0:0), Phönix Schwechat gegen RudolfShügel 2:1 (2:0), Floridsdorf gegen Red Stär 1:1(0:0), Amateursportklub gegen Zentralverein 4:2(2:1), Helfort gegen Ostbahn Simmering 0:0, Feuerwehr gegen Meidling 1:1(1:1).— Erst« Klass«: Gruppe Nord: Neu-Kettenhof gegen Landstraßer Sportfreunde 3:0(1:0), Hochftädt gegen Juventus 3:2(2:1), Simmering gegen Auto 3:0(0:0), Industries«gestellt« gegen Olympia 4:1(1:1), Columbia gegen Nußdorf 3:0(0:0); Gruppe Süd: E-Weck gegen Ostbahn Favoriten 4:2(2:1), Favo- ritener AC. gegen Nekord-Kicker 5:0(2:0), Hauptweckstätte gegen Birtus 6:3(3:1), WAF. gegen Ankerbrotfabrik 2:0(1:9), Neutral gegen FC. 33 2:0(0:0), Union 14 gegen Phönizia 1:1(1:1). Wiener Arbeiter-Tischtennis. Männermeisterschaft: Orient gegen Rotweiß 9:7, Zentralverein gegen Aftoria 14:2, Philantropia gegen-Helvetia 9: 7.— Frauen-Meisterfchast: 1. WATB. gegen Philantropia 7:2.— Frauencup: Orient gegen Philantropia 5:4, 1. WATB. gegen ATSB. 7:2. Aus^derPartei Jugendbewegung. Freie Pereinigung sozialistischer Akademiker. Heute Mittwoch, den 15. März, um 8 Uhr abends im Heim, Dr. Karl Lederer: Die Verteilung von Armut und Reichtum in der ö. S. R. ArMter-Tirn- and Sportverein Prall Heute Mittwoch, 15. März, um halb acht Uhr abends findet im Wintergarten des Hotels „Monopol"(gegenüber Ankunftsfrit« des Masarykbahnhofes) unsere Mitgliederversammlung statt, in welche« Genossin Lotte Belina einen Vortrag über „Körper nnv Geist" halten wird. Wir erwarte« ein zahlreiches nnd pünktliches Erscheinen aller, besonders aber der Turnerinnen. Gaste und Freunde der freien Turnbewegung willkommen! Alle verheirateten Genossinnen, di« Jntereff« an der Errichtung einer Frauen-Riege haben, werden ersucht, an obiger Versammlung bestimmt teilznnehmen. Di« PereinSlritung. Arbeitsgemeinschaft deutscher proletarischer Organisationen in Prag. Wert« Genosien und Genossinnen! Jn diesen-Tagen werden es fünfzig Jahrq, seitdem der Begründer des wissenschaftliche« Sozialismus und der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung, Karl Marx, gestorben ist. Gerade in einer Zeit, da das Bürgertum die schärfsten Angriffe auf den Marxismus richtet, müssen wir das Andenken eines Mannes ehrender der schaffeichen Menschheit den Wog aus dem kapitalistischen ChaoS in ein« höhere Gesellschaftsordnung gewiesen hat. Auch in Prag werden di« deutschen proletarischen Organisationen das Gedenken an Karl Dcarx festlich besähen, in einer Feier, di« in einem künstlerischen Rahmen besondere geistige Würdigung von Karl Marx und seinem Wecke bieten wird. Die Karl-Marx-Feier der deutschen proletarischen Organisationen in Prag findet Montag, den 20. März, um 20 Uhr abends im H e i n e s a a l in Prag- Weinberge, FochovL 25, statt. Programm: 1. Einzug der Jugendgenosfen und-Genossinnen unter den Klängen der Marseillaise (Bläserchor des Reuen Deutschen Theaters). 2. Rezitation: Fritz V a l k, Mitglied deS Neuen Deutschen Theaters in Prag. 3. Gedenkrede, gehalten von Universitätsprofeft ., sor Dr. Max Adler(Wien). 4.„Die Internationale", gesprochen und geblasen. Die Beteiligung an dieser Marx-Feier scheint uns«ine Ehreiyache jedes deutschen klassenbewußten arbeitenden Menschen in Prag zu sein. ♦ Als Regicbeitrag werden von den Besucher« je 3 Kc, von Jugendlichen und Studenten je 1 LL eingehoben werden, Arbeitslose haben freien Eintritt. Filme in Prager LiffitsgielUasern bis einschließlich Donnerstag, de« 16. März: Wran-Urania:„Melodie der Liebe" Adria: „Fräulein Do Ao." Alfa:„Der Paradiesvogel." Persnek:„Bring sie lebend heim." Fö«ix: „Fräulein Ao Ao." Flora:„Gehetzte Menschen." Gaumont:„LiebeSqnartett." Hollywood: „Mamba." Hvr^a:„Das Schiff ohne Hafen.: Julis: „Der Onkel auS Amerika." Kinema, B.-Th.: Journale, Report., Groteske. Ab 12.30 bis 7.30. Koruna:„Das Schiff ohne Hafen." Kotva:„DaS Fensterchen." Loeerna:„Das Fensterchen." Metro: „DaS Fensterchen." Olympir:„Mamba." Passage: „Abenteuer im Engadin." Praha: ,Mebe — ein Naturgesetz." Radio:„Bring sie lebend heim." Skaut:„Jngagi.: Svktozor:„Abenteuer im Engadin." Alma:„Ein Mädel mit Temperament." Avion:„Der Onkel ans Amerika." Bajkal:„Bring sie lebend heim." Favorit:„Wie werde ich reich und glücklich?" Kapitol:„Opernredoutc." Konvikt: „Gehetzte Menschen." Lido:„Schwester Angelika." Louvre:„Bring sie lebend heim." MaceSka: „Ein Mädel mit Temperament." Perstyn:„Bombe» über Shanghai.: Roxh:„Ein Mädel mit Temperament." Baldek:„Gehetzte Menschen." Ara- demia:„Die Gräfin von Monte Christo." Belvedere:„Anton Spelec— der Scharfschütze." Carlton:„Gehetzte Menschen." Domodina:„Sehnsucht 202." Illusion:„Gehetzte Menschen." Sport-Zmichov:„Joh. Strauß, k. k. Hofballmusikdirektor." U BojvÄm:„Sehnsucht 202." Literatur Curt Müller:„Erbgut und Lebenslage." Urania- Fpeidenker-Verlog G. m. b. H„ Jena. Kartoniert RM. 1.30, in Ganzleinen RM. 1.80, Borzugsaus- gab« RM. 2.40. Die Lehr« von der Vererbung steht heute mehr denn je im Brennpunkt« des Interesses. Bor allem sind es die aus der Vererbungslehre gezogenen Konsequenzen für das biologische Schicksal des Menschen selbst, di« zu vielfachen Erörterungen in der Öffentlichkeit Anlaß gegeben hoben. Roch aber fehlte«ine wirklich volkstümliche Darstellung, di« di« Schilderung der biologischen Grundlagen verband mit einer sachlichen, aber kritischen Erörterung ihrer Anwendung auf den Menschen.— Diese Lücke ist jetzt durch die vorliegende Schrift ausgefüllt, in der Wichtiges von Unwichtigem getrennt unv dennoch di« allerneuesten Ergebnisse der Spezialforschung berücksichtigt werden. Wir hören von dem Mechanismus der Zellteilung, dem Wesen der B«- ftuchtung und dem Feinbau der Zellen. Weiter werden die Ursachen der Entwicklung gezeigt; wir erfahren, wie neu« Eigenschaften entstehen und welche Bedeutung Veränderungen der Erbmasie für die Geschichte des Lebens auf der Erd« haben. Schließlich werden die Beziehungen geschildert, die zwischen Erbgut und Lebenslage bestehen, nnd dargelegt, welchen Einfluß di« Umwelt auf die Entwicklung und AnS- gestaltung der erblichen Merkmale hat. Di« letzte« Kapitel befassen sich speziell mit dem. Menichen. Der Untersuchung, ivelche Rolle Anlage und Milieu in der Natur- und Gcsellschastsgeschicht« des Menschen gespielt haben, folgt«in Ausblick- auf die bewußte Weiterentwicklung durch dcn Menschen. — Beraniw örtlicher SteBatteue: Dr. Smll Street, vrag.— Dreck:»Rote- lckr Auung- und Suchdritck, Pro,— Für»en Druck»eiantnimliA: Olt» ftaliL ieieäünbeittitehin mit Srlat Sh. 13.800/Vn<1930 bewilligt.—»ezugibediugungeu:«ei Zustellung in» Hau«„oder»et«e,ag durch dl« Poft monatlich Ur tS.-.»ierieljihrltch Ui 18.—, Sufetat« Metta laut tattf billigst berechnet, 90 öttrrr» iki^chsUungen Prritnachlat.—«uckfiellung von vtanusiristt«,««folgt»e, bei Einsendung b«r äietoutmaiha. -«reeiert««: Siegfried taub.— Ub«tr«daktenr: Wilhelm N lehne r. Prag,— Die Aetluaatrmartensrankatur ward« von der Hoft- st- relegraphendireklion tzchjtjOtzriß K4 9S,—, ganzjährig LS— C /X«■