Nr 70. Donnerstag, 23 MSrz 1933 13. Jahrgang. WrÄWen WM Srfchelnt mtt Ausnahme des Montag tSgiich früh. 3t Soffioa a. SerlMltuag: vrag n, ott.'&sanla ia ♦ IrlevB.: 26795. 31460. OtactHrtöan. lab 21 ll»r): 33838 ♦ Poltf4*edamt: 57344 ßivzelpreis 70 Heller. Mnfchließlich 6 Heller Porno Das Zentra 41 gibt nach? Neue Besprechungen mit Hitler.— Drohungen von nationalsozialistischer Seite. Berlin. 22. März. Reichskanzler Hitler empfing heute um 4 Uhr die Vertreter der Zen- trumsfraktion, u. z>v. den Prälaten Dr. K a a s und die Abg. Dr. Stegerwald und Hak. kelSberger zu einer neue« Unterredung, die Lb«r zwei Stunden dauerte. Ueber den Inhalt der Aussprache wird strengstes Stillschweigen bewahrt. Die Zentrumssraktion des Reichstages nahm abends einen Bericht ihrer UnterhänÄer über den Gang der Berhandl.nge» entgegen. Beschlüsse wurden nicht fit**'. Di« Zentrums- fraktion wird am Donners,ag nach Abgabe der Regierungserklärung beantragen, den Reichstag bis Freitag zu vertagen, um de« Fraktionen Gelegenheit zu geben, zu der Regierungserklärung Stellung zu nehme«. Ma« rechnet damit, daß diesem Bertagungsantrag« von den übrigen Parteien stattgegeben wird, so, daß die Entscheidung über das Ermächtigungsgesetz im Reichstag erst am Freitag zu erwarten ist. Da- christlichsoziale Gewerkschaftsblatt ist sich nicht im Zweifel darüber, daß die ReichSregie- ruug entschlossen ist, das Erwachtignngs- gesetz dnrchznsetze«. Bei einer Weigerung des Zentrums erwartet das Blatt, daß die Regierung sich Mittel und Weg« sucht, um doch»och zum Ziele zu komme«. Diese Einstellung dürst« durchaus der tatsächlichen Lag« entsprechen. Tas geht auch recht deutlich aus einer Auslassung der nationalsozialistischen Parteikorrespondenz hervor, in der die Parteien gewarnt werde«, sich etwa der Täuschung hinzugeben, daß di« Nichtannahme des Ermächtigungsgesetzes«in« Kampfansage bedeuten würde, di« von der Regierung ausgenommen würde. In parlamentarischen- Kreisen rechnet man deshalb sicher damit, daß Zentrum und bayrische Volkspartei dem Ermächtigungsgesetz trotz gewis. ser Bedenke« zur Annahme verhelfe» werd««, um«ine für sie überaus bedenklich« Verschärfung der Situation zu vermeiden. Preußenlandtag konstituiert. Kommissarische Regierung bleibt im Amt. Berlin. 23. März. Der neu« preußische Landtag hielt heute sein« erste Hitzung ab. ES wurden Sicherheilsmaßnahmen in peykstlbcn Umfang. wir gestern bei d«r ReichStagSeröffnung getroffen. Auch hier waren die kommunistischen Landtag-- abgeordneten a u Sg e s ch l v sf« n/. Um' diesen aufgelegten BrrfafsungSbruch zu bemänteln, ließ man, wie es im amtlichen Bericht heißt, die „schwerfälligen Formalien, wie den Namensaufruf, einfach aus! Unter Vorsitz des Alterspräsidenten Litzmanu wurde der bisherige Landlagspräsidcnt K e r r l• wiedcrgewählt. Für die Tehtschnationalen sprach Dr. Winterfeld unter stürmischem Beifall seiner Fraktion die Hoffnung aus, daß einmal die Zen wiedcrkommcn werde, wo über Preußen und Deutschland d! e H oh«nzollernkrone herrschen wird. Zu Vizepräsidenten würde ein zweiter-Haken- krenzler, ein Vertreter des Zentrums und ein Deutschnationaler gewählt.' Ueber Antrag des Nationalsozialisten K» b t nahm der Landtag die durch Perordnung des Reichspräsident«» vom 8. Feber d. I. auSg«. Was ist mit Thaclmann? Heil Ende der Borwoche wird nr österreichischen und französischen Blättern die Vermutung oder gar Behauptung ausgestellt, daß Tha«lmann von den Fascisten in Deutschland ermordet worden sei. Wir haben diese Meldung bisher nicht übernommen, weil sie nirgends Bestätigung fano. Nun aber verzeichnet auch der Pariser sozialistische„P o p u l a i re" dieses Gerücht. Er schreibt: ..Seit mehreren Tage« erklärt di«„Huma- uits" zu dementieren, wenn sie falsch ist. ES erfolgt« kein Dementi. Also mutz man«n» tteS’itcn, daß die Information der„Humonitä" richtig ist." Unser französisches Bruderblatt fügt noch hinzu, daß der deutsche Fascismus dem Beispiel des italienischen folg«, daß sich aber seine Aktion rascher entwickelt als die Mussolinis. Wir registrieren nun also auch die Mordmeldung— vielleicht schafft nun doch ein Dementi Klarheit. Getttngmssiraie wesen 1 ragens der Retdisbanner-i*lUize. Weimar, 20. März. In Saatfeld find 5 Reichsbannerlcute aus der dortigen Umgebung wegen Tragens der Reichsbannermütze mit schwarz-rot-goldener Kokarde vom Schnellrichter zu je 1 Monat Gefängnis verurteilt worden. sprach«»« Absetzung der preußischen Hoheitsregierung zur Kenntnis und b i l l i g t« sie. Der Landtag erklärte sich weiter mit der vorläufigen Wahrnehmung der Geschäfte durch di« Reichskommissar« einverstanden. T«r erste Satz wurde gegen Sozialdemokraten und Zentrum, der zweite auch mit den Stimmen des Zentrums angenommen. Der erste Fußtritt für Papen 1 Zeit und Tagesordnung der nächsten Sitzung wurde dem Präsidenten überlassen. Voraussichtlich wird der neue Landtag erst am 2. Mai wieder zusammentreten. Zwischen de« beiden Regierungsparteien ist nämlich ein Streit über die Besetzung des Postendes preußischen Ministerpräsidenten anS- gebrochen. Die Dentschnationalen verlangen, daß von Pape», der jetzig« Reichslommiflar, zum Ministerpräsident«« ernannt wird, während die Nationalsozialisten den Reichsmini st rrGoe- r i n g durchdrucken wollen. Herr von Papen kann sich also bereits aus den er st en Fußtritt von feiten der Nazis, die er in den Sattel gesetzt hat, gefaßt machen! SPD-Abgeordnete blelbei? in Halt Berlin, 22. März. Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichtages hielt am Mittwoch seine erste Sitzung ab. Zum ordentlichen Vorsitzenden des Ausschusses wurde der sozialdemokratische Abg. Högner bestimmt, da den Sozialdemokraten turnusmäßig der Vorsitz:n diesem Ausschuß zufällt. Stellvertretender Vor-, sitzender ist der nationalsozialistische Abgeordnete Stöhr. Der Ausschuß lehnt« zunächst nach längerer Debatte mit den Stimmen der Nationalsozialisten gegen di« Stimmen der Sozialdemokraten bei Stimmenthaltung des Zentrums und der Bayrischen Bolkspartei den sozialdemokratischen Antrag ab, di« elf in Hast befindlichen sozialdemokratischen Abgeordneten sofort aus der Haft z« entlassen. Er beschäftigte sich dann in längerer Beratung mit den Anträgen der Regierungsparteien auf Aendcrung der Geschäftsordnung. Die Abschaffung der Institution des Alterspräsidenten wurde einstimmig beschlossen. Die weitere schäftsordnungÄinderung, die Pie Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen den Abgeordneten zur Pflicht macht und den Ausschluß bis zu 60 Sitzungstagen im Falle ünentschuldigteu Fernbleibens androht, wurde mit den Stimmen der Nationalsozialisten, des Zentrums und. der Bahrischen Bolkspartei gegen die sozialdemokratischen Stimmen angenommen. Ebenso wnrde die Bestimmung angenommen, wonach die Mitglieder, die'danach ausgeschlossen lverden können, als anwesend gelten. En Vertreter der dcutschriaiionalen Fraktion war I in der Ausschußsitzung nicht anwesend Hindenburg und Nasaruk. Ein zeitgemäßer Vergleich. Es soll dem Herrn Göring nicht vergönnt sein, mit diesem Aufsatz das gesetzlose, meuchlerisch« Verbot der sozialdemokratischen Presse im Dritten Reich nachträglich zu motivieren und aus ihm eine„Beleidigung" .Hindenburgs zu machen. Wir unterstellen deshalb Hindenburg in der folgenden Bewertung seiner Amtsführung guten Glauben und fügen hinzu: Wir haben als Presse eines Minderheitsvolkes schon mehrfach di« politischen Kundgebungen unteres Staatsoberhauptes einer freimütigen Kritik unterzogen. Nicht dem ärgsten Deutschenfeind in diesem Staate ist es eingefallen, deswegen eine Verfolgung der deutschen sozialdemokratischen Presse zu fordern. Dies zur Kennzeichnung der heutigen Zustände in Deutschland und zur Charakterisierung etwaiger Erpreffungsver- suche. Die Redaktion. Der jüngste Flaggenerlaß Hindenburgs hat auch äußerlich besiegelt, was bis zuletzt, peinliche, fast unglaubliche politische Folgerung war. Hindenburg unterstreicht damit fein« moralische Mitverantwortung für den Hitler-Hugenberg-Kurs. So haben also diejenigen Unrecht behalten, die an einen vollständigen Gesinnungswandel dieses Mannes innerhalb einiger Mcknate nicht glaube» wolltcu,-dre zur Annahme neigten, Hindenburg wäre nur durch seine Ratgeber in die heutige Stellung gedrängt worden und werde noch die Kraft finden, sich im. richtigen Augenblick daraus zu befreien. Dieser Augenblick ist nun vorbei. Dies-mag für die deutschen, italienischen und ungarischen Fascisten ein Grund zum Jubeln sein. Für die Nichtfascisten auch außerhalb Deutschlands ist es ein Anlaß, Hindenburg seinen Anteil an dem, was in Deutschland geschieht und was in Europa daraus werden kann, gerecht zuzunzessen. Registrieren wir Tatsachen. Hindenburg hat unter den Männern des alien-neuen Regimes das meiste Ansehen in die Nachkriegszeit herübergerettet. Auch die sozialistischen Arbeiter und Republikaner rechneten es ihm hoch an, daß er nicht schmachvoll ausgerissen war wie Wilhelm und Ludendorff, sondern sich der Regierung der„Novemberverbrecher" zur Verfügung stellte und zusammen mit General G r o e n e r die Reste des geschlagenen Feldheeres geordnet in die Heimat führte. Hindenburg trat auch in den deutschen Nachkriegswirren politisch nicht hervor, bis er bei der Präsidentschaftswahl nn Jahre 1924 als Stichwahlgegner der Linken auf den Schild gehoben wurde. Dem Kandidaten der vereinigten Reaktion wurde damals natürlich von der Linken Kampf angesagt, doch im Vergleich zu dem, was zuvor Ebert angetan wurde, hat sie ihren Kampf mit ausgesuchter Ritterlichkeit geführt. Als Reichspräsident errang Hindenburg den Ruf charaktervoller Objektivität. Er übernahm Eberts Staatssekretär Meißner. Im Amt lernte er führende Sozialdemokraten kennen und es schien, als ob er seine alten Offi- ziers-Ansichten über das„volksverraterischc" Wesen der Sozialdemokratie revidiert hätte. Otto B r a un, der ihm als Ostpreuße stammverwandt»vor, erntete frappierende Beweise der Wertschätzung. Es-ist kein Geheimnis, daß Hindenburg das Wirken He r in a n n Müllers für das Reich als geradezu vorbildlich einschätzte. Nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten aus der Reichspolitik betonte Hindenburg ihren Führern gegenüber stets, seine Objektivität.und Verfassungstreue. Sein Ausspruch:„Ich weiß und bin überzeugt, daß die Sozialdemokraten das Best« für das Volk wollen," ist unbestritten. Nach alldem fiel es der Sozialdemokratie nicht schwer, bei der letzten Präsidentschaftswahl Hindenburg als aussichtsreichsten Gegenkandidaten Hitlers zu tinterstützen. Eirr Führer des Reichsbanners konnte bei der allerletzten Reichstagswahl mit Recht ausrufen: Hindenburg ist nicht nur mit Arbeiterstimmen, sondern auch mit Arbeiter gr o,s ch e n zum zweiienmale Präsident geworden! Das schlechte Abschneiden des bolschewistischen Kandidaten in beiden Wahlgängen bezeugt es, daß mindestens auch eine Million kommunistisch e r- A r b e i t e r für den Feldmarschall gestimmt haben, der in aller Welt als Sinnbild der Treue und Rechtschaffenheit geehrt wurde. Noch ist jene Rundfunkrede nicht vergessen, in der Hindenburg mit zornbebender Stimm« die Verleumdungen der Harzburger zurückwies. Dieselben Nazis, die heute Hitler und Hindenburg auf ein Plakat setzen, hatten verbreitet, Hindenburgs Töchter, alte harmlose Fräuleins, wären organisierte Sozialdemokratinnen! Noch ist die leidenschaftlich« Werbung Brünings nicht vergessen, der als treuer Schildknappe des Marschalls durch die deutschen Lande zog, ihn als Volksnrann und Hort der Gerechtigkeit preisend. Ueber neunzehn Millionen Deutscher, davon gut 15 Millionen Republikaner haben Hindenburg am 10. April 1932 gewählt, qls den Mann, der einseitiger Parteiherrschaft zu wehren und die Schrecken des Bürgerkrieges abzulvcuden versprach. So stecht es eingezeich- net in den Buchern der Geschichte, so haben di« Kulturvölker. der, Welt den Eid, verstanden, den Pästl von Hindenburg zum zweiten-, mal auf die Verfassung geschworen hatte. Es ist nicht unsere Schuld,-wenn diese nackten Feststellungen heute so Unwahrschein-- lich klingen. Tas Unglaublichste ist Ereignis getvorden. Hitler, der in öffentlicher Versammlung Hindenburgs Tod herbeiwünschte, der später zweimal das Präsidentenpalais als ?lbgewiesener verlassen mußte(das zweiiemal unter schriftlich fixierter Begründung, die niemand aus den Geschichtsblättern hcrausreißeu kann) erhielt das Dekret für Reichstagsanf- lösung, das zuvor Schleicher versagt wurdet, mit Hindenburgs Genehmigung durfte>er Fascismus Terrorwahlen machen, die jeden Balkanstaat beschämen würden, darf er mit einer erschwindelten Mehrheit heute eine Schreckensherrschaft über Deutschland aufrichten. Die Hakenkreuzfahne, die vor Jahresfrist noch Kriegsflagge gegen Hindenburgs Wied e rwa h l lvar, nun von ihm selbst zum Reichssymbol erhoben, während Reichsbanncrleute, Hindenburgs' treueste Wahlhelfer, gemordet und gefoltert »erden, während die republikanische Prestel die für-Hindenburg warb, wider Recht und Gesetz vernichtet wird. Braun und Sevcring mit-Hindenburgs Unterschrift amtsenthoben, weil sie„Ruhe und Ordnung" angeblich nicht zu wahren vermochten, die Männer der Anarchie dagegen, die Mörder freigeben, neue Gewalttaten beschönigen, von gleicher Hand mit Vollmacht über Vollmacht ausgerüstet..'■ Um die Betrachtung abzurunden, ist geboten, ein Wort zur subjektiven wie zur objektiven Verantwortlichkeit zu sagen. Das Unglück begann, als Hindenburg auf dem denkwürdigen Neudccker Urlaub den Junkern in die Hände fiel. Die brüske Abschüttelung Brünings, dort beschlossen und in Berlin vollzogen, hat bereits manche Vorstellungen von deutscher Treue revidiert. Angenommen,. Hindenburg habe in gutem Glauben den Rechtsbolschewiken vertraut, so beginnt dennoch schon an diesem Punkte sein objektives wie sein subjektives Verschulden wider die beschworene Pflicht.. Ein Staatsoberhaupt, das sein Ohr nur einer extremen selbstsüchtigen Minderheil leiht, hört auf, selbst in den' bescheidensten Grenzen unparteiisch seines Amtes zu walten. Auch mit Gutgläubigkeit wird vor der Geschichte nicht zu entschuldwc- sein, daß ein Franz v. Papen Vcrt-a,?, des Reichspräsidenten werden konnte, der eine langjährige Seite 2 Donnerstag, LS. Mörz 1933 Nr. 7v GcneralMrclkpiirolc in Lodz Lodz, 22. MLrz.(PST.) Die Arbeiter- fhntzlkate haben für Donnerstag«inen eintägige« Generalstreik zum Zeichen der Solidarität mit den streikenden Arbeiter« in der Textilindn- strir proklamiert. Di« Syndikate erklärten, fi« würden den Generalstreik auf unbegrenzte Zett proklamieren, wen« di« Industrielle« nicht von Ihrem Standpunkte ablassen sollten. parlamentarische Karriere unter„Novemberverbrechern" nur für eigensüchtige Zweck« auS- genützt, der statt Verdien sie um Staat und Volk nnr private Verdienst« gesammelt hatte. Dazu kommt noch, daß sich Herr OSkar von Hindenburg ein« entscheidende Rolle anmaßen konnte, ohne daß ihm ein einziges Kräuterweib aus dem deutschen Sechzigmillionenvolke dazu Vollmacht gegeben hatte. Dieser kleine Sohn eines großen Feldherrn hat sich selbst gezeichnet, indem er hartnäckig zu den Lügen über den„Millionendiebstahl" der sozialdemokratischen Preußenminister schwieg, obwohl das Geld mit seinem Wissen für die Wiederwahl Hindenburg« verwendet wurde. Im Rahmen einer maßvollen Betrachtung ist die Rolle dieses Herrn Oskar v. Hindenburg nicht erschöpfend darzutun. Es genüge der Hinweis, daß sich selbst General v. Schleicher durch ihn üb« r t r o f f« n fühlte und daraus Konsequenzen zog, die— unter Offizieren wenigstens— hinreichender Duellgrund wären. Jedenfalls hat die letzt« Entwicklung der Reichspolitik eine Darstellung beglaubigt, die noch vor dem Reichstagsbrand in Berlin kolportiert wurde: Hindenburg sei selbst nicht einmal mehr für seinen Staatssekretär Meißner zu sprechen, sein Sohn Oskar und der glückliche Osthilfler v. Oldenburg- Jamuschau bewachten das Vorzimmer gegen jeden Eindringling. Kann man sich vorstellen, daß jemals Jan Masaryk hierzulande eine im entferntesten ähnlich« Roll« spielen dürft«? Ist es denkbar, daß Thomas G. Masaryk, der mit seinen 88 Jahren doch auch daS SllterSmoment gellend machen könnte, jemals ein solches Spiel mitmachen würde? DaS Verdienst, di« Sozialdemokratie in den Augen Hindenburgs diffamiert zu haben, gebührt Herrn Fr. v. Papen. Man reiche diesem Ehrenmann in Reithosen die Palme! AIS Papen nach der Novemberwahl zurücktrat, weil niemand mit ihm arbeiten wollt«(daS Wolffbüro möge diese Konstatierung getrost unter die„Greuelberichte" einreihen!), überraschte es, daß seine Abschiedsaudienz gewohnheitswidrig fast eine Sttrnde dauerte. Er hat di« kostbare Zeit genützt, um Hindenburg einzureden, die Sozialdemokraten, di« vorher em« Besuchseinladung PapenS bündig abgelehnt, hätten damit„eigentlich" daS Reichsoberhaupt gröblich beleidigt. Seither werden die Sozialdemokraten geflissentlich mit Anarchisten und Kommunisten auf eine Stufe gestellt, ohne daß der Mann Einspruch erhebt, der ihnen liestätigt hat, daß sie für das deutsche Doll „nur das Beste wollen". In den Herzen der deutschen Arbeiter, die vermeinten, daß wenigstens AusnahmSer- scheinuugen über den Klassen stehen könnten, ist in diesen Tagen etwas zerbrochen. Sie werden nicht den verkehrten Weg gehen, und angeekelt resigni«ven, sondern die einzig möglichen Folgerungen ableiten. Vielleicht mußt« di« letzte Illusion fallen, um der deutschen Arbeiterllass« ein-uhämmern, daß sie km schwersten aller Kämpfe nur auf die eigene Kraft angewiesen ist. WaS gestern eine Hemmung war, kann morgen neue Kraftquelle sein. Man wundere sich nicht, wenn daS moralische Unrecht, daS dem dentschen Arbeitervoll zugefiigt wurde, eines Tages wahre Fontänen des Hasses emporschießen läßt. Die Drahtzieher, welche den Sieg des FosciSmuS unter Mißbrauch eines klangreichen Namens nicht erkämpft, sondern erschoben haben, werden ihres schnöden Triumphes nicht froh werden. Es Ware unserer Geschichtsauffassung widersprechend, die Schuld an der Tragödie Deutschlands einzelnen Personen zuzumessen. Di« Frage, die wir auswerfen, ist, w a» H i n- „Der Tag“ denunziert: die Emigranten... „Der Tag" ist daS sudetendeutfch« Organ der hunnischen Erneuerungsbewegung. Er tritt unentwsgt für Sauberkeit im öffentlichen Leben ein, wenn er nicht gerade damit zu tun hat, zu lügen und zu schimpfen. Di««S mit feiner Moral bestellt ist, beweist er durch di« verächtlichsten Denunziationen. die in jeder seiner Nummern zu finden sind. Er behauptet, daß an den Zusammenstößen, die in den letzten Tagen in verschieden«« sudetendeutschen Orten stat fanden, Reichsbanner- leut« teilgenommen hätten. Dies« Behauptung wiederholt er mit einem auffallenden Eifer, der sich steigert, je weniger Aussicht besteh', vaß die nachgewielenen Ueberfäll« reichsdeutscher Nazis auf tschechoslowakischem Gebiet obgeleugnet werden können. Das Ziel der„Tag" ist, di« Regierung der Tschechoslowakischen Republik gegen di« veut- schen Emigranten aufzuhetzen, um zu erreich««, daß diese des Landes verwiesen und de« SA- Mörder«, den«« sie glücklich entronnen find, wieder ausgelirfert werden. Wir hab«n das Vertrauen, daß sich unser« Behörden von den nationalsozialistischen Denunzianten, die sich so als erbärmlich« Verräter an den eigenen Volksgenossen,betätigen, nicht bluffen lallen, sondern all« Fälle gewissenhaft unter« suchen werden. ... und den Gesandten. Da der Prager deutsche Gesandte bisher nicht vermocht hat— sofern« er diesen aussichtslosen Versuch überhaupt un ernahm—, di« sozialdemokratische Presse an der Mitteilung der Wahrheit über di« deutschen Zustände zu verhindern, wird er vom„Tag" bei seiner Regierung vernadert. Ihm wird unverblümt mit der Abberufung gcoroht. Wir verraten dem Duxer Denunziantenblatt, daß unS auch ein anderer Gesandter nicht hindern wird, daS zu sogen, war wir zu sagen für notwendig halten. Di« Razipreffe bestätigt durch ihr Verholten wieder einmal die Wahrheit des Sprichwortes: „Der größte Schuf: im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!" denburg hätte verhindern könne«. Als Sozialisten und Ausländsdeutsche sagen wir:' Hindenburg hätte in den Tagen vor der Wahl zum zweiten Mal« der Retter seines volles fein können. Hätte er. sich nicht von seinen Wählern abgewendet und ihnen sein Ohr verschlossen, dann wären ihm die Hintergründe des Reichstagsbrandes, die selbst den englischen Konservativen einleuch'eten, nicht entgangen. Ein Wort von ihm zu entscheidender Stunde hätte genügt, die Verderber des deutschen Volkes einem Volksgericht ohnegleichen ausmliefern. Hindenburg hat es aber abgelehnt, Otto W e l s zu empfangen... In unserem kleinen Lande wäre ein solcher Vorgang, den zu beurteilen, einem wieder- crwachten Deutschland überlassen sei, nicht denkbar, Masaryk wird in die Geschichte eingehen al» ein Mann, der seinem Volk« die Treue gehalten hat und der auch als Freigeist zu seinem Worte stand. Hindenburg hat seinen Platz noch zu wählen; oder hat er ihn schon gewählt? Spsrkornimsswn konstituiert. De. Ccrnt) Vorsitzender. Prag, 22. März. Im Rudolfinum wurde heute di« Konstituierung der parlamentarischen Spar- und Kontrollkommission vorgenommen. Die WaA de» Vorsitzenden, di« der Parlamentspräsident Stanok leitete, ergab über Antrag Pat«jdl 18 von 21 gültigen S immen für den tschechisch-agrarischen Abgeordneten Dr. 6« r n y, der auch Vorsitzender des DudgetauSschusseL ist. Dr. öernh nahm die Wahl an. Zum ersten Vizepräsidenten wurde der Senator Dr. K l o u d a(tsch. Rat.-Soz.), zum zweiten der tscheichsche Genosse Abg. R e meß gewählt, ZU Schriftführern die Abgeordneten Dr. N o s e k (sch. Bolksp.) und Dr. Hodaö(Nat.-Dem.). Die genannten Funktionär« bild«» den sogenannten engeren Ausschuß, der durch Wahl mit einfacher Mehrheit durch weiter« drei bis sechs Mitglieder ergänzt werd«» kau«. Heut« wurden in den Ausschuß lediglich Vertreter der beiden deutschen Regierungsparteien, und zwar Genosse Hackenbcrg und d«r Land- bündler Wind! rIch gewählt; die Entscheidung über die weitere Ergänzung des Ausschusses durch Mitglieder der Opposition wurde auf di« nächste Sitzung vertagt. An der Kommission ist di« Koalition durch 16 Mitglieder(17 Ersatzmänner) vertreten, die Opposition durch 8 Mitglieder(7 Ersatzmänner). Der Na ionalitat nach sind 16 der Mitglieder Tschechen und Slowaken(ebensoviel Ersatzmänner), 6(5) Deutsche, ein Deutsch-Ungar als Ersatzmann und 2(2) Kommunisten. Deviscnvcrlidndiungen mit Deutschland. Prag, 22. März. Di« tschechoslowakische Regierung hat di« Einladung der deutschen ReichSrrgierung zur Erössnung do« Verhandlung«« über di« Regelung des Zahlungsverkehrs angenommen. Die Verhandlung«« werd en in d«» nächst«« Tage«, wahrscheinlich i« Prag, eröffnet werden. Politische Rundfunkrede nalgpetrs. Prag, 22. Mär;. Ministerpräsident Malh- potr hielt heute abends im Rundfunk eine längere Rede, in der er sich zunächst mit den Ursachen der.Wirtschaftskrise befaßte und dann die Notwendigkeit äußerster Sparsamkeit in der Staatsverwaltung betonte, wobei er namentlich darauf hinwies, daß die steigenden Ausgaben für die Arbeitslosenfürsorqe und die sinkenden Einnahmen der Staatsbetriebe schwere Sorgen verursachen. Er erklärte es für „ringend notwendig, daß bei der Arbeitslosen- fürsorp« bis zum Aeußerste« jeder Mißbrauch unmöglich armacht werd«, damit dir dam-notwendigen Mittel in anaemessenem Maß« für di« verwendet werden, di« tatsächlich kein« Arbeit finden können." Er besprach dann die Arbeitsanleihe, die geplanten Maßnahmen zur Senkung des Preisniveaus und berührte später auch daS Problem der Koalitionszusammenset- zung. Hiezu erklärte er: v«i der Kritik der Tätigkeit des Parlaments und der Regierung kann jedoch nicht übersehen werden, daß die Zusammensetzung unserer Majorität und der Regierung etwas kompliziert ist, wa» an und für sich ein« gewisse Schwerfälligkeit verursacht Es liegt aber ein großer Vorzug darin, daß. in ihr alle Komponenten des Wirtschaftslebens und auch rin bedeutender Teil der stärksten nationale« Minderheit vertreten ist. Dies« Tatsache gereicht im Einblick ans d'e allgrme'n-n enropäischen Perhältnille in keiner Neste und niemand ,um Schaden, wen» man ll« auch nicht«m jeden Preis sür notwendig ansehen müßt«. DaS Urteil der öffentlichen Meinung müsse auf dem unvoreingenommenen und richtigst Suchen und Erkennen der Wahrheit gegründet sein;«S ließe sich aber ein« Reihe von Beispielen anführen, vaß ost absichtlich und ständig das Gegen teil gemacht wird. ES wäre schlecht, der Berbveituttq von Unwahrheiten. Lügen, vieldeutigen Einflüsterungen und Erfindungen zuzusehen, die Imstande sind, zu zerrütt«« und Sin» und Gefühl der Bevölkerung zu phantastischen Abenteuern zu verführen und Miß- trauen gegenüber allem und jedem zu verbreiten. Erfolgreiche Gcmclndcwali’en In oswiMmen In Sch önbrun« und Böhmisch« Wiesen fanden Sonntag Gemeindcwahlen statt, welche einen bedeutenden Stimmenzuwachs gegenüber dem Iah« 1922 brachten. An Schönbrunn erhielten die deutschen Sozialdemokraten 187 Stimmen und 3 Mandat« (62 Stimmen im Aahre 1929), die vercin'glen Landbündler und Christlichsozialen 679 Stimmen und 16 Mandate(813 Stimmen); die bürgerlichen Parteien verloren an die Hakenkreuzler, die 195 Stimmen und 5 Mandate erhielten. Auch in B ö h m.-W i e s« n gewannen die beiden sozialdemokraten Parteien. Es erhielten: Stimmen Mandat« Deutsche Sozialdemokraten. 80 4 (58) Tschechisch« Sozialdemokraten. 25 ■ g (14) Bund der Landwitte.... 17 1 (31) Deutsche Dahlgruppe... 71 1 Tschechische Minderheit... 23 1 (16) 11 KltMngk retbeUo. KARL UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunngraber Copyrlglh by Sodetäts-Verlag, Frankfurt mb Main WW und der Hiasl in Bayer», Georg Gras! im Kamptal, Rozsa Sandor in der Pußta und Rochus Pumpernickel im mitt«lalt«rlichen Westfalen; da waren di« Räuber von Maria Kulm, Heinrich Anton Leichttveiß. der mit seiner Geliebten drei- zehn Jahr« in einem Felsengrab lebt«, und Klara Wendel, die schön« Mordbrenn«rfürstin aus dem Schwarzwald. Da gab«S auch Wanda, di« Geliebte deS FremdenlegionärS Harriet Bolton, di« Meisterspionin, Felicitas FS» die Königin d«r Pariser Unterwelt, Sonja, di« giftmischend« Ja- gellonenbraut. Mabel, oi« Diamantenhexe von K'mberley, und AimSe, di« Bettlerin von Notre Dam«,«in Bourbonenkind. Das Neu« an dieser Literatur war di« Roll«, di« schön« Frauen in ihr spielten. ES gab darin Kapitel Liebeshaß, Liebe-racke, Lieberwahnsinn, Wendungen wie schön« Teufelin, seile Metz«, blonder Reh und es gab darin Sätze von f«uchtalän- zenden und grausamen An«», von taufrischen Lipven und verderbten Mündern, von Raubtier- gebissen und einem verwirrend«» Schmelz der Stimme, von knospenden Busen, von alabasterweißer Haut und lasterhaften Händen und von einem berückenden Schwung der Linien. Auch kamen die Wörter Dämonie, Fluidum, Faszination und Wollust zum Vorschein und die Ausdrücke Seele, Tri«b und Sehnsucht erhielten«in« bisher nicht gekannte Glut. DaS Wichtig« sür Karl aber war, daß diese Schilderungen einem Bedürfnis in ihm begegneten. Wenn«r aus dem Rachewerkzeug« der Vorsehung, als gefürchtet« Banditenchefs den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben, bis sich nach tausend Fährnissen ihr« gräflich« Herkunft herauSgestellt hatte und sie, mit Gott und Menschheit versöhnt und mit der Geliebte» vereint, in den Frieden d«S väterlichen Schlosse-«inkehren konnten. Da waren -er Räuberhauvtmann HannS Kugelmann, ge- Tic Welt bereichert« sich in diesen Tagen nannt der Rot« Schrecken, und s«in« Geliebte (1904—1905) um den Offsetdruck und den Kreisel-GAdelheid, die Tochter deS Scharfrichters von Prag, kompaß, um di« Gasturbine, die Zenitkamera und genannt Prinz Heide; da waren Lipps Tüllian den extraperitonealen Kaiserschnitt, sie ließ«inen*■*“ e? Registrierballon in 26.000 Meter Höye steigen und eröffnet« feierlich den Simplontunnel. In Karls Lektüre aber webten farbigere Dinge. Da handelte es sich um einen Zigeunerkönig Naschado, der der Sproß eines deutschen Fürsten und einer rot haarigen Zig«un«rin war und sein Leben in tausend Abenteuern aufs Spiel setzt«, seinem zer sägten Volk im Lande seines Vaters einen Staat und eine Heimat zu gewinnen. Oder der Pariser Arzt Ferlier, der durch ein Verbrechen in den Besitz eines märchenhaften Schatzes gelangt war und dann«in« seelisch« Läuterung erfahren hatte, scheut« tausend Gefahren nicht, um dieen Schatz wieder loszuwerden. Wa- ihm aber auf der Tenfelsinfel bei Cayenne so wenig wie in den Londoner Slums oder auf der obersten Galerie des Kölner Doms gelang. Oder der Dogenlohn Marino Grimani vermocht« das höchste Erb« Venedigs erst im Kamps wider seinen teuflischen Bruder Luigi zu erringen. in tausend Abenteuern. di« ihn unter die Bleidächer führten und auf die Seufzerbrücke, unter Sbirren und Bravi und vor die Hohe Inquisition, in Astrologen, und Alchi- Mistenstuben, auf Galeeren, aus Pirateninseln und in einer T unktionär UlUlUI sein Blatt,„sie Freie Sememe". IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII beit« 4 Donnerstag, 23. März 1983 Nr. 79 Vic ndaflarkcNcr sichen treu zur freien Gewerk sdiail Der„Internationale Metallarbeiter", das Organ des Internationalen Metallarbeiterverbandes schreibt: Die statistischen Erhebungen über den Aus- gaug der Betricbsausschußwahlen im Jahre 1932 zeigen neuerlich mit aller Deutlichkeit, daß die Positionen unseres"Verbandes in den Betrieben unerschütterlich sind. Trotz den vielen Anstürmen, die von allen Seiten gegen uns unternommen wurden, haben die Metallarbeiter in ihrer großen Mehrheit unsere Kandidaten gewählt. 78 Prozent der gewählten Betriebsausschutz- mitglieder gehören unserer Organisation an. Tie Verringerung der Betriebe gegenüber dem Jahre 1931 beträgt 15 Prozent, wogegen die Gesamtzahl der Betriebsausschußmitglieder um 20 Prozent, das ist von 595 auf 483, zurückgegangen ist. In diesen Zahlen spiegelt sich die Verschlechterung der Wirtschaftslage in der Metallindustrie wider. Trotz alledem ist die Zahl der in unserem Verbände organisierten Bctriebs- ausschußmitglicdcr gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben. Hakenkreuz!«: und Kommunisten sind trotz allem Geschrei eine verschwindende Minderheit geblieben. Der Anteil der anderen Organisationen setzt sich wie folgt zusammen: Präger Mctallarbciterverband.. 3.8 Prozent andere freie Gewerkschaften... 2 Prozent Beamte. 4.8 Prozent Kommunisten. 3.6 Prozent Nationalsozialisten u. Christlichsoziale 6.8 Prozent Tschechischnationale und andere.. 1 Prozent Wenn wir zu den 78 Prozent unserer Betriebsausschußmitglieder noch die anderen freige- werkschastlichcn Mitglieder ohne Beamte, unter denen sich zweifellos auch ein großer Teil freigc- werkschaftlich Organisierter befindet, zuzählen, so ergibt sich, daß innerhalb unseres Berbandsgc- bietes 83.5 Prozent freigewerkschaftlich»« Betriebs ausschußmitglieder nur 11.4 Prozent Gegner gegenüberstehen. Diese trockenen Zahlen beweisen, daß die Arbeiterschaft bis weit in die' Kreise der Indifferenten volles Vertrauen zu unserer Organisation hat. Vom WUten der Hunnen. ,' Mus, L eob schütz in Schlesien wird uns gemeldet, daß die Braunhemden dort am 17. März, also nach der Mahnung Hitlers zur Mäßigung, einmarschierten. Das Volkshaus wurde besetzt und. durchsucht. Die brennbaren. Gegenstände wurden auf den Pingplatz getragen, wo mit ihnen ein Scheiterhaufen gebildet wurde. Etwa 70 Sozialdemokraten und Kommunisten wurden verhaftet. Am Wahlsonntag wurden in eine SA-Kaserne in Berlin-Treptow drei Leute verschleppt, denen geboten wurde, den Oberkörper zu entblößen und mit Seife zu ivaschen, da sie er- schosien wurden. Als sie sich weigerten, wurden sie geschlagen. Sie mußten sich schließlich mit dem Gesicht zur Wand stellen, worauf sie so beschossen wurden, daß die Kugeln nicht trafen. Ein Reichstagsportier, der der Polizei sagte, er habe gesehen, wie di« SA. Benzinkanister in den Reichstag trug, wurde in Fesseln gelegt und ist nicht mehr aufzufinden. Ein katholischer Priester, der Oberstudicnrat K o ch in Dortmund, wurde vor kurzem von SA- Leuten überfallen. Daraufhin hat der Erzbischof von Paderborn an di« Reichsregirrung folgendes Telegramm gerichtet: „Ein um Vaterland, Kirche und Schule hochverdienter Priester meiner Erzdiözese, der Oberstudienrat Otto Koch in Dortmund, ist in vergangener Nacht gegen 1.30 Uhr ohne jeden Grund von uniformierten N- 0-aa!'o; allsten nach gewaltsamem Einbruch ins Haus unter blutigen Mißhandlungen aus seiner Wohnung in«in mit uniformierten Nationalsozialisten angcfülltes Wirtslokal geschleppt und hier in unwürdiger Weis« behandelt worden. Der Vorfall hat bei Klerus und Volk di« grüßt« Erregung wachgerufen, dieses umso mehr, als Reichskanzler Hitler wenige Stunden vorher durch Rundfunk Wahrung strengster , Disziplin seinen Parteigenossen ans.Herz gelegt Hai. Ich lege gegen die dem Oberstudienrat Koch angetanen« Mißhandlung schärfsten Protest ein und bitt« ergebenst, die Schuldigen in Verantwortung ziehen zu lassen und mich von dem Veranlaßten in Kenntnis zu setzen. Dr. Klein, Erzbischof von Paderborn. Di« Antwort des Vizekanzlers von Popen besteht aus Ausflüchten. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus de« Programmen. Freitag. Prag: 6.15 Gymnastik. 11.00 Schallplatten. 18.25 De utsch« Sendung: Prof. Dr. Berweyen: Erziehung zur.Form. 20.00 Konzert.— Brünn: 16.10 Orchcsterkonzert. 18.25 Deutsch« Sendung.— Berlin: 20.00 Orchesterkonzert.— Mühlacker: 19.30 Neapolitanische Lieder.— Königsberg: 18.30 Italienische Arien und russische Lieder.— Leipzig: 19.30 Blaskonzert.— Men: 21.00 Zeitgenössische österreichische Komponisten. Schwere Zusammenstöße zwischen Arbeitslosen Md Polizei in USA. Unsere Aufnahme berichtet von einem schwc ren Zusammenstoß zwischen demonstrierenden Arbeitslosen und der Polizei in der amerika nischen Bundeshauptstadt Washington. imiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiniiiuimiiiHiHiuiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuiiiiiiiiuiiiHiiiiiiuiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuniNiiiiiiiiiinnniinniniiiiHiniiiiiinuuiniiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiniiiuiiiiniiiiiiiHiiiiiuininiHnrn Tagesneuigkeiten Razi-Demonstratwneu in Wien gegen den Freispruch im Simmeringer Prozeß. Wien, 22. März. An der Technischen Hochschule und an der Pharmazeutisch«« Hochschule hoben sich wegen des Freispruches im Simmering-Prozeß Schlägereien ereignet, bei denen mehrere Per Zonen verletzt wurden. Da hie Ausschreitungen drohten, sich auf der Straße sort- znsetzen, wurde Polizei eingezetzt. Um Zwischenfällen an der Universität und der Anatomie vor- zubeugcn, wurden beide Jnftitutc geschlossen. Gestern nach 22 Uhr- versuchten Nationalsozialisten einen D e m o n st r a t i o n s z u g durch die Innere Stadt zu veranstalten. Sie sammelten sich in der illähe der Staatsoper und zogen dann,'’'_'. J' meringcr Prozeß Rufe ausstoßend, über die Kärnt- nerstraße gegen den Stephansplatz. Di« Polizei war rasch zur Stelle und verhinderte größere Ruhestörungen. Radek spricht. In der„Jswestija" ist jetzt ein Artikel Radeks,, des ersten sowjetrus- sifchen Journalisten, erschienen, in dem er die Frage stellt:„W oh in geht Deutsch land?" Radek spricht darin von den„Aben teurern", die an der Spitze mancher kapitali stischer Länder stehen und die mangels„Wh-,,,.... ler Vernunft" doch eine außenpolitische Gefahr j Veranlagung wnckt^ sie n^unstren gemeinsamen für Sowjetrußland bedeuten. Zwar müsse°°'*~ a~ man jenen programmatischen Erklärungen deutscher Nationalsozialisten, die von deutschen imperialistischen Zielen in der Richtung gegen die Sowjetunion sprechen, keine besondere Be deutung beimessen, aber Taten müsse man von der deutschen Regierung erwarten, die solche ehemalige Erklärungen Lügen strafen. Dagegen spricht Radek keineswegs von etwai gen Taten, die vielleicht sehr viel« Kommuni sten von Sowjetrußland im Kampfe gegen den deutschen Fascismus erlvarteten. Man kann es sehr Wohl verstehen, daß Radek die Behauptung des Generals Seeckt nicht bestreitet, wonach Sowjetrußland seine Außen politik so lange nicht ändern werde, so lange Deutschland keinen Grund dafür schafft. Aber ganz zufrieden stellen wird diese, jede Kriegs gefahr begrüßenswert vermeidende Politik Sowjetrußlands sehr viele Kommunisten ins besondere in Deutschland nicht, die immerhin von Sowjetrußland als der wirklichen kom munistischen Macht doch ein wenig mehr als Zeitungsberichterstattung über die Vorgänge in Deutschland erwartet haben dürsten. Die Dialektik der Geschichte will es, daß Sowjet rußland sich außerstande zu fühlen scheint, der größten kommunistischen Partei außerhalb der Sowjetunion bei ihrer Zertrümmerung, gegen die Verfolgung, Drangsalierung und Entrech tung ihrer Führer, für eine Abwehr gegen den deutschen Fascismus zu helfen. Die Stimme der„Jswestija", die so wie hie sozial demokratische Presse außerhalb Deutschlands 3.2 grädiges Siet erlaubt. Washington, 22. März. Präsident Roosevelt unterzeichnet.: das Gesetz, durch welches der Verkauf von Bier, Wein und Fruchtsäften mit einem Alkoholgehalt von höchstens 3.2 Prozent bewilligt wird. Diese Getränke können ab 7. April in 13 Staaten der Rordamerikanischcn Union verkauft werden. In 24 Staaten stehen die betreffenden Gesetze soeben in Beratung, während in elf Staaten diese Frage noch nicht entschieden ist. Desgleichen ist die Frage der vollständigen Aufhebung der Prohibition vom Kongreß noch n ich t entschieden. die Vorgänge in Deutschland meldet und kritisiert, dringt nicht zu den kommunistischen Arbeitern Deutschlands und aus dem Moskauer Sender dringt kein Wort herüber. Die Hitler-Regierung geht so weit, gegen die sozialdemokratischen und kommunistischen Auslandsstimmen irnder den fascistischen Kurs intervenieren zu lasten— Sowjetrußland, das doch wirtschaftliche Druckmittel besitzt, interveniert nicht, wenn Kommunisten gemordet, ihre Presse, ihre Heime niedergelegt, ihre Abgeord- , neten verhaftet und jedenfalls um das Recht ihrer Mandatausübüng gebracht werden. Die I Arbeiterschaft, mag sie auch noch so stark die Bedeutung fühlen, die gerade jetzt von der bloßen Tatsache der Existenz eines kommunistischen Aufbau-Landes ausgeht, muß sich in jedem Lande selber zur Wehr setzen, muß sich aus.eigener Kraft befreien. Jedenfalls ist ..-.. I Moskau als Regierung auch nur kaum mora- immcr wieder gegen.das Urte.l.»m,S>m-. f..^ w{n^sem Kampf. Das mag man ! bedauern— man muß es hinnehmen als ein ! Faktum, das durch die internationale Berbun- ! denheit der Weltavbeiterschaft ausgeglichen werden müß. i„Prävo Lidu" zum 60. Geburtstag der G«- ! nossin Blatny. Im Zentralorgan unserer tschechischen Genossen widmet Senatorin Genossin KckrpiLkov» der Genossin Blatny, zu deren 60. Geburtstag einen Artikel, in dem sie u. a. schrÄbt:„Genossin Blatny ist ome uneigennützige und ihrer Arbeit ganz ergebene Sekretärin des". Frauenreichskcnnitees und führt besten Agenda vorbildlich, insbesondere organisiert sie die Bildung und sozialiftifche Erziehung.der Parkeigenossinnen. Im Internationalen Frauenkomitee-Vortritt Genossin Blatny seit dessen Schaffung die deutschen Genossinnen unseres Staates. Sie stt ein geschätztes Mitglied unserer Frauen-Iuternationale, eine beliebte Rednerin im Ausland und eine intelligente Mitarbeiterin ! am gemeinsamen Werk. Auf der letzten Inter- I nationalen Frauenkonferenz in Wien würbe ihr i ein sehr wichtiges Referat anvertraut, welches i durch Form und Inhalt zu den besten der Tagesordnung zählte. Wir haben die Genossin Fanny Blatny aufrichtig gern. Durch ihren per- s sönlichen Charakter sowie durch ihre sozialistische I'V-..|.................V. t. w.t I Beziehungen auf das herzlichste und loyalste. Wir wünschen ihr von Herzen noch viele Jahre fruchtbarer Arbeit, Gesundheit und innere Befriedigung,. die sie aus dem Werke empfängt, welches sie im Interesse der gesamten Arbeiterschaft in der Tschechoslowakei leistet." Die Mißhandlung eines Arbeiters in Zwickau durch Gendarmen, über di« wir bereits in unserem Blatt am 8. März berichteten, wurde von den Genosten Rcyzl und Dr. Heller zum Gegenstand einer Interpellation im Senat gemacht. Die Interpellation schildert zunächst den, Tatbestand, wie zwei Gendarmen bei der Berfol- gung einiger kommunistischer Demonstranten auch in die Wohnung des Bleichers Anton Schiller in Zwickqu cindrangen und dort den gänzlich unbeteiligten 67jährigen Maurer Josef Huhne r, der sich von seinem Freund lediglich ein Werkzeug hatte ausborgen wollen, gewaltsam aus dem Zimmer hinausdrängtcn und im Hausflur und später noch einmal auf der Gaff« mit Gummiknütteln auf den Wehrlosen einschlugen.— Die Interpellation stellt fest, daß dieser Einbruch der Gendarmen in die Wohnung rrchiger Einwohner und die ungeheuerlichen Miß- handlungcn eines vollkommen unbeteiligten Mannes eine derartige Brutalität beweisen, daß sie nickt ohne Ahndung Kerben dürfe». Die Interpellanten verlangen daher vom Innenminister, daß er die beiden Gendarmen strengstens zur Verantwortung z.r.e he, damit sich derartige Fälle nicht mehr wiederholen. Deutschlands„Entjudung". Die Paßabtoi- • lunq der deutschen Gesandtschaft in Warschau hat die Bisaerteilung an polnische Juden für i Reifen nach Deutschland eingestellt. Einer der ulkigsten aber auch unbedenklichsten Journalisten in der Tschechoslowakei ist Herr Rudolf Zeidler, den just das nationale deutsche Bürgertum in der Tschechoslowakei als politischen Lehrmeister engagiert hat. Als Beitrag zum 50. Todestag von Marx steuert der Herr Zeidler in der ,/Sludetendeutschcn Tageszeitung" einen Artikel bei, der sich als Kuriosum sel^n lasten kann. Zunächst versucht der kleine Zeidler oen großen Marx dadurch verächtlich zu machen, daß er von einem der größten Geister der letzten hundert Jahre behauptet, er hätte sein Hauptwerk „unter fleißiger und geschickter Benutzung von allerhand sozialpolitischen und sozialrevolutionären Schriftstellern" geschrieben, was man freilich von den Artikeln des Herrn Zeidler nicht sägen kann, der irgendwelche Schriftsteller weder „fleißig" noch„geschickt benutzt, sondern unbeschwert von des Gedankens Blaste frisch, fromm, fröhlich und frei darauf losschreibt. Er hat wahr- zcheirrlich nie eine Zeile von Marx gelesen, sonst könnte er nicht davon schwefeln, daß Marx„in bluttriefenden Borten zu Mord und Totschlag" aufgerufen habe. Der Monn des deutschböhmi- schen Bürgertums hat keine Ahnung davon, daß Marx die Beweguugsgesetze der kapitalistischen Wirtschaft entdeckt hat: so etwas braucht man nicht zu wissen und kann doch die Befähigung erwerben, in der„Sudetendeutschen Tageszeitung" über Marx schreiben zu können. Das ärgste Stück aber leistet sich Herr Zeidler, indem er behauptet, daß Bkarx ,^>as revolutionäre Literatentum in möglichst gesicherter Stellung der rauhen Tat vorgezogen" habe! Das erzählt der Schmierfink von dem Bianne, der oft nicht auf die Straße gehen konnte, weil er keinen Rock hatte, keinen Brief wegschicken konnte, weil ihm das Geld für das Porto fehlte und der für sein totes Kind nicht einmal einen Sarg kaufen kannte! Dian kann dem Herrn Zeidler und seinem Bürgertum auf diese Unverfrorenheit nur mit einem ebenso ehrlichen wie kräftigen„Pfui!" antworten! Füttert di« Schwein« und laßt die Menschen verhungern! Die ivkenschen müssen verhungern, weil es zu viele Lebensmittel gibt— das ist die Formel, auf die man den Kapitalismus bringen kann. Aus Dänemark wird gemeldet: Jrrfolge der Ueberproduktion von Butter, die vor allem durch den Verlust des deutsche» Marktes entstanden ist, arbeiten dänische landwirtschaftliche Kreise an dem Projekt, einen Teil des Milchviehs zu vernichten, um die Produktion«inzuschränken. Innerhalb sechs Woche» sollen in Dänemark v i« r z e h n t a u s« n d Stück Milchkühe geschlachtet werden. Um jedoch anderseits nicht auch den Fleischmarkt zu schädigen, wird das Fleisch der 14.000 Kühe z» S ch Weinekraftfutter verarbeitet werden. Es gibt zu viel Butter, nicht nur auf dem Kopf der Wirtschaftsführer,■' sondern überhaupt— daher muß man tausende Milchkühe schlachten. Aber wer soll di« geschlachteten Milchkühe verspeisen? Doch nicht die Menschen, die weder Butter noch Rindfleisch kaufen können, sondern von trockenem Brot und Hundefleisch leben? Nein, das wäre unkapitalsttisch, das wäre ein verpönter Eingriff in di« heilige Wirtschaftsordnung! Di« 14.000 Kühe werden also zu Schweinefutter verarbeitet, die Schweine werden gedeihen und Fett ansetzen— aber wer wird das Schweinefett essen? Vielleicht wird man damit di« Karpfen füttern und mit den Karpfen die Hechte usw. Und schließlich wird es dem Kapitalismus ge- lingen, den Menschen überhaupt auSzuschalten und das Leben unter einer Lawine von Lebensmitteln zu zermalmen. Einbruch in«ine Kousumvereinssiliale. Wie uns aus W e i P« r t berichtet wird, wurde in der Nacht auf Montag in die Konsumvereinsfiliale von Pleil-Sorgenthal ein Einbruch verübt, wobei den Tätern Lebensmittel, Wäsche und sonstige Gebrauchsgegenständc im Werte von 4000 bis 5000 K in die Hände fielen. Der Tat dringend verdächtig sind etliche Mitglieder einer Zigeunerbarche, die in den letzten Tagen in der Nähe von Pleil-Sorgenthal ihr Lager aufgeschlagen hatte. Bisher wurde einer von den Zigeunern ausgeforscht und festgenommen. Starker Schneefall im obere« Erzgebirge. Im Obererzgebirge hat, wie uns berichtet wird, am Dienstag starker Schneefall eingesetzt, der das Gebiet um den Bärenstein, um den Keilberg, Fichtelberg und deir Kupferhügel mit einer dicken Schneedecke versehen hat, so daß die angesichts der frühlingshaften Witterung der vergangenen Woche bereits in die Winkel gestellten Skier und Rodel wieder hcrvorgeholt und di« Gelegenheit benützt wird, noch ein wenig Wintersport zu treiben, um den es in diesem Winter im Erzgebirge gar nicht gut bestellt war. Der vierte Messetag. Nach dem Dafürhal» ten der Aussteller ist trotz Mcssemitte der Höhepunkt im Geschäftsverkehr noch nicht überschritten. Im allgemeinen herrscht in Ausstellerkreisen ein freundlicher Grundwn vor. Man beurteilt die Ergebnisse optimistisch und insbesondere weist man darauf hin, daß ein großer Teil der Anfragen praktisch oft erst nach der Messe realisiert foerden. Die Frequenz war mit etwa 50.000 Besuchern wieder gut, was auch für das Ausland gilt. Bestätigtes Todesurteil. Das Oberste Gericht in Brünn verhandelte gestern die Nichtigkeits- beschtverde der Anna Balkova, die im vorigen Jahr in Prag ihren Mann ermordet hatte und vom Schwurgericht zum Tode durch den Strang verurteilt worden war. Das Oberste Gericht lehnte di« Nichtigkeitsbeschwerd-c Ver Balkova ab und bestätigte dos Todesurteil. Kr. 7« Donner-iag, 28. Mörz 1988 »eilr r> Tanz um das Große Los. Di« Groß« irische Hospital- Rennlotterie nach der Großen nationalen Steeple-Chase, die am Freitag in Liverpool geritten wurde, wurde gestern in feierlicher Weise gezogen. HirdA gewinnen einige Tausend Gewinner in der ganM Welt mehr als zehn Millionen Dollars. Gruppen von irischen Knaben, die als Grooms ge»- kleidet waren, bintcrlegten am Dienstag einige Millionen von Ziehungs zetteln in der großen Drehtrommel, aus der die gewinnenden Zettel durch goldene Oeff»ungen her-ausgezogen wurden. Dies« Oesfnungen wurden amtlich Versiegelt. Di« ganze Rächt auf Dienstag hindurch hielten bei dieser Trommel bewaffnete Wachen der Nationalgard« Wache. Die Gefahr weitere« Hochwassers i« Stromgebiet des Ohio dauert an, da di« ausgiebigen Regengüsse der letzten Tage ein weitere» Ansteigen des WafferniveauS zur Folge hatten. Ten ganzen Dienstag über wurde in den E v a k u i«» rungsarbeiten in den vom Hochwasser heimgesuchten Distrikten fortgesahren und Hunderte von Familien wurden in die Konzentrationslager gebracht, die am Montag errichtet worden sind. Auch an den Ufern des Ohio in den Staaten Kentucky und Indiana wurde die Bevölkerung evakuiert. In der Stadt Columbus hatte die Nationalgarde Bereitschaft, um im Notfälle sofort hilfsbereit zu sei«. Di« Mitglieder d«r britische« Mount Everest-Expedition unter Führung von Hugh Rutiledge sind sämtlich in Tibet eingetroffen. Da- Gepäck der Expedition wird auf Mauleseln nach Chamba gebracht werden, worauf es von Maks, Kühen und Eseln zur Operationsbasis der Expedition beim Kloster Ronbuk 240 Kilometer weit fortgeschafft werden wird. Die Landesbewohner zeigen großer Interesse für di« Expedition. Verschwörung im Lyzeum. Aus Sofia wird gemeldet: Die Behörden kamen im Lyzeum der Stadt S a m e k o w einer bolschewistischen Verschwörung auf di« Spur. Das Gebäude des Lyzeum- sollte angezündet werden. Drei Lehrkräfte, darunter ein« Frau, erscheinen in diesem Komplott der Zöglmge kompromittiert. Diese gestanden nach ihrer Verhaftung alles ein und zeigten den Behörden auch die Stell«, wo 80 Revolver mit dem FabrikSzcichen einer sowjetrussischen Waffenfäbrik versteckt waren. Sie wurden den Verschwörer» au- Sowjetrußland gesandt. Goethe kennt Deutschland! Der sachsen-toeimarische StaatSminister von Goethe, galt zu seiner Zett als äußerst reaktionär, der für die neu errungen« Freiheit Deutschlands aus napoleonischer Unterdrückung sehr wenig übrig hatte. In seiner Eigenschaft als Kultusminister verbot er mannigfach« Schriften gegen regierende-Häupter und als«ine Deputation von Jencnier Studenten bei ihm in dieser Angelegenheit vorsprach, wi«S er ihr Ansuchen um miDere Handhabung der Zensur scharf zurück. Weimar, daS nun als Hauptstütze dcS reaktionären Met- ternich'schen' Systems galt und Goethe als dessen ausübend« Hand, wurden noch dem Wartburgseste der alldeutschen Studentenschaft heftig angegriffen nick) Jenenser Burschenschaftler waren«S, di« Goethes Schriften öffentlich am Marktplatz in Jena verbrannten und ein haßerfülltes Pereat gegen den„politischen" Dichter schleuderte». Dieses kleine Autodafö fordert heut« noch 100 Jahren zu der Frage heraus: Wie hätten sich die Vertreter d«S Dritten Reiches zu einem rassereinen(wer würde bei Goethe daran zweifeln) deutschen Minister gestellt, der doch k«in«Swegs als„marxistisch" eingestellt betrachtet werden könnte und trotz seiner exponierten Politisch«» Funktion nachstehende Worte über Deutschland publizierte, sei«s durch den Druck von Büch«rn oder durch persönliche Uebermittlung an bedeutend« Männer des Auslandes: An Kanzler v. Müller 1808: „Verpflanzt und zerstreut wie die Huden in alle Welt müssen di« Deutschen werden, um die Masse des Guten ganz und zum Heile aller Nationen zu entwickeln, di« in ihnen liegt." An Sekretär Riemer: „Die meisten Menschen sm Norden haben viel mehr Ideales in sich, als sie brauchen können, als sie verarbeiten können; daher di« sonderbarsten Erscheinungen von Sentimentalität, Religiosität, Mhsttjismus ustv." Und Wilhelm von Humboldt muß vom alten Goety« im Jahre 1808 hören, „der beste Rat, der zu geben sei, sei, die Deutschen wie di« Juden in alle Welt zu zerstreuen»ar auswärts seien sie noch erträglich". Und ein Wort Goethe« zur heutigen Verbindung des deutschen mit dem italienischen FasciSmuS fei angeführt, das uns seinen politischen Kennerblick so richtig zeigt. Er schreibt an seinen alten Intimus Zelter nach Berlin: „Diese Nordiöhn« gehen nach Italien und bringens doch nicht weiter, als ihren Bären auf die Hinterfüße zu stellen und wenn er einiger- Frühling i« Venedig. Erst verstummen die Lieber der großen Bark« der Serenata vor den Hotels. Dann entwirren sich die Stinnnen und Rufe der Borüberfahrenden, und nur noch einzelne Laut« schalle« hi« und da. Der letzte Dampfer von der Station rauscht vorüber, und jetzt heulen dumpf di« Signale der Dampfers, der um Mitternacht den Hafen verläßt, um in silberner Morgenfrühe Triest zu erreichen. Sein letzter Ruf fällt zusammen mit dem Klaiig der Uhren von allen Türmen. Und wie alle ausgeschlagen haben, kommt Verspätet der Nachhall des Uhrturms von der PiaM über di« Lagune. Und dann, plötzlich, liegt das tief« Schweigen der Mitternacht über der verwunschenen Stadt. Meines Hauses Loggia, in der ich liege, hängt über dem Canal« grande. Di« Flut steigt, leis« gluckst es unten an den Treppen, es zieht, es fließt. Wie aus Wassertief« herauf klingt aus dem engen Rio unter dem Palazzo der schläfrig« Mahnruf ernes Gondolier-,«in leise- Plätschern schallt, und dann schlürft süß und zärtlich das Wasser um einen Gondelki«!. Mandolinentöne zittern irgendwo im Unfaßlichen auf, schnell verklingende Männerstimme singt eine Liedgeil«. Und wieder breitet sich Still« weit, nur Wasser atmet.. Fischgeruch wehr herauf, dazwischen Blumen. Kestern war«ine Regatw, und die Lagune ist noch bedeckt von den Blumen des Feste«. Zwischen den gotischen Zi«r- bögen meiner Loggia flimmern warm unruhige Sterne, di« lchwelemden Stern« Italiens; locker hängen sie auf violettem Samt. Drüben schneiden schwarze Dachzinnen in den flirrenden Himmel; aber wenn ich mich aufricht« über die Palüstrade, sehe ich den Canal« grack« hibab, wo er sich öffnet. Da dehnt sich metallen di« Lagune, Lichtschein glüht von der Piazzetta, am Molo schwanken di« Gondellaternen und Boiuten der Salutekirche schwellen atmend den Sternen zu. Ratten nag«« unter mir im leeren Mez- zanin. Es raschelt und rieselt, der Mörtel löst sich langsam, stettg aus allen Fugen, Sand, der in der Stundenuhr des Todes abläuft... In den Truhen d«S Saales hinter mir knistert der Holzwurm, in den Dielen bohrt di« Maus, von den bemalten Decken lösen sich di« bunten Plättchen des dreihundcrtjähri- gen Freskos. Hinter den Tapeten rieselt Kalk, lieber« all«in langsames, träumerisches, schmerzloses Sterben.. Und nun, in tiefer Frühlingsnacht, gleitet lneine Gondel durch diese Verzauberung. Alles rst Schatten und Bornbergleiten, Musik und Lieder nur maßen tanzen lernt, dann meinen sie, das sei das Rechte." Goethes Hoffnung, daß„wir es in einem Jahrhundert hoffentlich dahin gebracht haben wecken, nicht mehr abstrakte Gelehrt« und Philosophen, sondern Menschen zu sein", hat sich leider nicht erfüllt. Möge diese Publikation das oft absichtlich verhüllt« Kapitel des. Goetheschen Geistes und Lebens in weiteste Kreise bringen. Sollten jedoch „erwachende Deutsche" den Größten der Großen verdammen tvollen, so könnten sie es tun wie ihr« Borfahren, die kleinen Jenenser Studenten vor 100 Jahren. Uns aber, die wir in Goethes®eiff immer wandeln wollen, seien di« herrlichsten Wort« Goethes Leitstern in dieser trüben Zeit— der Geist von Weimar sei uns Hoffnung aus bessere künftige Tage: „ES.ist mit dem Nationalhaß ein eigen Ding. Aus de« unterste« Stuf«« der Kultur werd«« Sie ihn immer am stärkst«« and heftigste« sind««. Es gibt wer«in« Stuf«, wo«r ganz verschwindet und«an«in vlück«brr«in« Weh« seines Nachbarvolkes so empfindet, als wäre«r dem eigene« begegnet. Für di« HSHergrbildetr« und Besseren ist«S Pflicht, ebenso mildernd und versöhnend ans die Beziehungen der Völker einzutoirkrn, wie di« Schiffahrt z« erleichtern oder Weg« über di« Gebirge zu bah«»." noch Echo, Häuser und Brücken, Plätze und Gassen, Kirchen und Theater, Menschen und Laternen«in lauttoser Traum. Di« Welt schaukelt, schwankt, hebt sich, sinkt, gleitet— gleitet vorbei... Musik in Florenz. Der schnell« Wagen führt am Palazzo Pitti vorbei. Die grünen Massen der Boboligärten glänzen wie patinierte Bronze; dazwischen leuchten wie nacktes Metall goldglühecke Bäum«. Das Gewühl, der Lärm der Porta Romana bleiben zurück, und lang- sanier nun fährt der Wagen di« Hügel hinauf. Nachtregen hat den Tagesstaub von den Gärten gewaschen, alles Grün glänzt frisch, Rosenbeete stehen in blasser Blüte und gebe» der Luft paradiesische Würze. Langsam sinken di« weißen Dillen ringsum auf den Abhängen in den verblauenden Tag zurück, lieber den Marmorbergen steht noch die Sonne, von glühenden Wolken umschart. Di« Dörfer auf der Höhe, di« ihren Glockenturm in den Himmel drängen, glän- zen auf. Goll» füllt in den Arno, der durchs lächelnde Tal zieht, von stillen Brücken überspannt. Leer ist di« Piazza Michelangelo, die Gäste haben das Cafö verlassen, die-Heiterkeit dieses Hügels verliert sich > mit der sinkenden Sonne. All« Farben mischen sich mit Blut. Blut tropft vom Himmel, Goldström« fließen durch ein Grün, dessen licht« Durchsichtigkeit unwirklich ist. Schon dunkeln di« Marmorberge, der Monte Morelia ist ein Glasberg, In dem Feuer spielen. Auf seinen sanften Formen schwimmen alle durcheinander, verblassen langsam.- d nun steht der weitgewölbte Hügel, dunkel ausgekühlt, drohend über der Stadt. Sie ist schon dunkel,«in Feld von gelben Lichtern, ein unterirdisches Gebraus. Ein plötzlicher Wick wirbelt Papier über den Platz. Alldem Dunkel der Cypressenalleen weht es... Ein Alter geht herum, zündet di« Laternen an, und zugleich gehen am blauen Nachchimmel di« Sterne auf, rot uck weiß, grün uck golden. Lyvbeer duftet, in Rosenhecken rascheln Tiere, Frösch« schreien in den Gräben, uck Grillen zirpen wild. Jetzt ist die Stadt unten von Musik erfüllt, aus hellen Trattoria-Türen klingen Mackolinen, Licker gehen Gassen auf und ab/ Am Arno singen di« Straßeniänger zu Hotelfenstern hinauf, in denen weihe Mädchen lächelnd uck träumend liegen. Der Fluß rauscht hell, rauscht dumpf. Alle Häuser leeren sich, alle Einsamen schwärmen aus, di« CaScinen sind das Paradies der Liebenden, uck was am Tage weinend litt, lächelt selig in der Nacht.. iiiiiiiiiiifiiiininniiniiiiiiniiiiiiitiiiiiiiniiiifiiiiiininiiiiiiiiiiiKiiiiiiiiinniiiiiiiniifiiiiiiiiimiiii{]iiiiiifiiniii{nj!jiiiiRiiiiiiiiiiininiiiitiiimiiinnnniiiiiiiiniini!iiini(iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHitniiiiiinflHiiHiniiin Miniaturen aus dem Süden. * Bon Kurt Münzer. Zange Fra« am Fraster. Bon H. Growald. Es nxn einer von diesen ersten, allerunfreundlichsten Herbsttagen, di« mit ihren schmutzig-grauen LLolkensetzen unerbittlich jeden Gedanken an Sonne uck blauen Himmel in uns verscheuchen, beleidigend scharf trifft der Wind, heult uns an jeder Straßenecke ins Ohr; merkt Ihrs, jetzt komm: ein andres Regiment. An solchen Tagen die Br täglich leit eineS erwärmten Zimmers besockers wohltuend zu empfinden, ist kein Kunststück,uck di« jung« Frau im Erkerfenster des ersten Stockwerks eines hol)en Hauses, das auf einen freien Platz vorsprang mit der Aussicht auf einen breiten Fluß, der hier eine Biegung machte, hatte sich geradezu in ihrem Heim umschmeichelt und geborgen gefühlt, bis ihr Blick, der das unfreundliche Treiben draußen ab uck zu umfaßt«, an der Gestalt eines jungen Mannes haften geblieben war, der seit geraumer Zeit an dem eisernen Goläcker lehnt«, das drüben den Fluß von der Straße abgrenzte. Aber als ob er den stummen Beobachter im Rücken fühlte, wecket« er sich Plötzlich herum, suchte verloren mit den Angen an den Häuserwänden empor und setzte sich dann, die Bein« hock".'«heck, auf das Geländer. Di« lunge Frau ztvang sich sorizusehen stichelte eisrig an ihrer Haildarbeit.— jedoch bald sank di« wieder in den Schoß.— sie svähte von neuem hinunter. Mahrhaslig—«r saß noch in der'-lben un- hemirmen Stellung in all lern Kaum viel älter als ich, stellte die junge Frau fest— ob er auf jemand» warten mag?— Aber was geht mich das an?— In diesem Augenblick«rkannte sie, daß der junge Mann sie bemerkte. Groß und unverivackt sahen fragecke Augen zu ihr empor. Ein« hübsche Frau da am Fenster, dachte der junge Mann. Es müßte nett sein, von ihr da oben zu einer Tasse Tee erwartet zu werden.— Schade, warum zieht sie dir Vorhänge vor?— Er fror, doch nicht so sehr vor Kälte, als vor Alleinsein.— Aber er war ein unverbesserlicher Träumer iliid klammerte sich an den Schatten hinter den weihen Vorhängen. Der sag regungslos.— Ein« törichte Er- inlteruna war in der jungen Frau aufgestanden — ein Nicht-,— uck das ihr doch Herzklopfen verursachte. Als junges Ding war es ihr auf einer Reise passiert. Auf einer kleinen langweiligen Station war es gewesen, sie hatte zum Fenster hinausgeschant, obwohl rein gar nichts zu sehen war, da war drüben auf dem andern Gleis ein Zug vorgefahren, und gerade ihr gegenüber hatte ein Herr>m offenen Fenster gelehnt uck sie unverhohlen betrachtet. Nichts Dreistes hatte in ie>ner Art gelegen, nur io forschend traurig— sie fühlte heute noch den Blick,— sie hatte sich ihm damals nicht entziehen können. Ein Schmerz hatte sie durchzuckt, als die Räder sich langsam rollend in Beivegung gesetzt hatten, er war an ihr vorüber geglitten tief den Hut ziehend.— und sic hatte genickt und geschaut, bis auch das letzte Rauchwölkchen verschwunden war. Es war ein strahlender Sommertag gewesen,~ aber seltsam verwandelt, grau und^raurig war ihr alle- erschienen.— Sie schalt sich, überspannt bist du ja, wie würde mein Mann mich auslachen—! Und doch konnte sie«S nicht hindern, daß sie in verträumtem Hindämmern immer wieder nach dem Zaungast am Ufer hinguckt«. Der überlegte gerade, vielleicht bilden wir eS uns nur«in. daß es unmöglich ist. zu dir hinaufzugehen(er sagt« schon„Du")— vielleicht bist du ein gütiger, natürlicher Mensch, der es' nicht unbescheiden oder lächerlich findet, wenn ich jetzt an deiner Türe anklopfe und bitte, lass« mich auf eine Stunde an deinem Tische sitzen,— ich bin ja so grenzenlos verlassen— ich will dich auch gewiß nicht mit meinen Nöten quälen, nichts will ich vor dir ausbreiten, hab' keine Anast.—■ Nur ein wenig dein liebeS Gesicht ansehen will ich und auf deine ruhige, warme Stimme hören. Du sollst auch mir nichts von dir erzählen, nichts, was über die einfachen Vorkommnisse eines gewöhnlichen Tageslauses hinausgeht.— Und dann gehe ich wieder, und ich darf dir die Hand schütteln. Aber vielleicht wartest du geradezu auf mein Kommen,— zu denken, daß jemand auf mich wartet. Glücklich lächelte er vor sich hin, stand auf. Die junge Frau schrak zusammen, laut und schrill,schlug die Türglocke an, rasch blickte sie hinunter. Der Platz war leer, der sunge.'Mann nicht mehr zu sehen.— Sollte...? Sie war ganz allem in der Wohnung.—' Wer trieb sich heut nicht überall herum? Sah anständig aus uck— läutete stark zum pverten Mal. Beherzt ging sie hinaus und öffnete. Draußen stand der Briefträger«ck hielt ihr di« Zeitung hin.„Schade" murmelte sie verdutzt nnd noch einmal„schade". Genoffen » ausgesetzt f ft v 9it Verbreitung unserer Zeitung agitiere» Setzt euch überall fftr unsere Varleipresse ein. Zu das Hei« M Arbeiters gehört Pie Arbeiterpresse. Darum, Genosse« u.Weaasfiuueu IIBIIIwBI Eine Fran sprich!: Die Politik war mir immer sehr nnverstäcklich! Den„Parteikram" verabscheute ich unendlich! Nie habe ich mir etwa di« Mühe gemacht, Darüber ernstlich nachzckenken. Das ist Männersache, hab' ich höchstens gedacht. Das kannst du dir a-ls Frau ruhig schenken! Dann kam di« Krise. Mit ihr di« Not! Statt Wurst gab's Sorgen zum täglichen Brot! Unfaßlich wuchs di« Arbeitslosigkeit! Unterstützungskürzungrn gab's und Lohnabbau.,. Uck wen traf es am schmerzlichsten allezeit? Mich, mich! Di« einfache Arbeiterfrau! Wenn ich mich dagegen wollte wehren. Dann sah ich«ins immer wieder ein: Es nützt nichts, dies viele Aufbegehren— Du richtest nichts aus damit, du nur allein! Es müssen all« zusammenstehen, Die da darben uck leiden, dann wird's«rst gehen! Uck ich, gerade ich— doch am wenigsten vor urteilsfrei— Ich brfümmectc mich um di« Politik— ich ging zur Partei! Frauen! Den Weg müßt ihr all« finden, Wollt ihr ernstlich di« Not mit überwinden' Frauen, uck deshalb fragen wir: Wann kommt ihr?— Wann kommt ihr? Wartet nicht! Tenn jetzt noch warten— ob's euch nicht einmal bitter reut..? Leicht kann man sich vollends„ins Eleck warten"— kommt bald, kommt heut! Hannah S ü? Leute, dir probieren müssen Angestellt zum Teetrinken.— Der berufsmäßige Kettenraucher.— Bedauernswerte Heringsschmrcker. Aha, die Mannequins, die Midinetren die Pro» biermamsells. wird man denken. Die müssen ja taget», tagaus probieren. Es gibt noch andere Leute, die taget», tagaus probieren müssen. Bei einer der größten Tee-Importfirmen der Welt, die in London residiert, gibt es zum Beispiel«in« Danre, die ein Gehalt von tausend Bfuck im Jahr« bezieht. Diese Dame Hai das ganze Jahr über nichts anderes zu tun, als Tee zu probieren. In vielen Dutzend-Schälchen stehen Teeaufgüsse vor ihr. Än jedem Schälchen nipp: sie und bestimmt dann mit unfehlbarer Sicherheit- die Sorte, den Wert uck das Aroma. Di« Firma kann nie betrogen oder getäuscht werden,, denn Miß Snidcr, so heißt di« unentbehrlich« Dame, kann man nicht betrügen oder täuschen. Sie besitzt einen unfehlbaren, auf die feinsten Nuancen dressierten Geschmackssinn. Bei fast allen Teefirmen gibt c» solch« Ge- schmackssachverstäckige und sie gehören alkmal;u den wichtigsten uck bestbezahlten-Angestellten Aber nicht nur beim Tee. bei vielen anderen Genußmiueln werden solche Probierdamen'beschäftigt. Beim Kas- fce, Kakao uck besonders bei der Schokolade und bei Pralinen. Jede groß« Schokoladenfabrik läßt von der Schokoladenmasse, bevor sie kalt genossen wird, Geschniacksproben nehmen. Für solche Arbeiten gibt es kein« Maschine, hier triumphiert hundertprozentig der menschlich« Geschmackssinn. D!« Probiermamsell verwandelt sich in einen Mann, sobald es sich um Tabak, um Zigarren uck Zigaretten handelt. Dieses Probieren setzt schon beim ungemischten Rohtabak ein uck stellt immer größer« Anforderungen, je mehr sich die Verarbei- tung dem Eckprodukt nähert. Di« rerschiedenen Zigarrensorten uck Zigarettenarren sollen tunlichst keinerlei Geschmacksschwankungen ausweisen. Da aber beständig frisch importiertes Tabakmaterial zur Verarbeitung kommt, müssen die jeweiligen Mischun- gen in kurz aufeinanderfolgenden Zeitabständen immer neu überprüft und probiert werden. Die„Probierherren" müssen da nacheinacker oft vierzig bis fünfzig Zigarren anzündeu, einig« Züge machen, vergleichen und das Aroma prüfen. Nicht restlos zu beneiden fick die Probierträf. in den großen Margarinefabriken. Auch hier müsseu fortlaufend geschmacklich« Stichproben vorgcnommeu wenden um ein« fehlerfreie Standardware auf Heu Markt bringen zu können. Die Probierkräfte müsse» jeweils«in Stückchen Margarine auf der"Zunge zergehen lassen, um seststellen zu können, ob Berücke rungen nötig sind. Von all dies«» Probierkräften ist aber au. schlimmsten und bedauernswertesten der Herings Probierer dran. Bielen wird es auf den ersten Blick seltsam erscheinen, daß Heringe probiert werben müssen, es Ist aber doch so. Jedermann, der schon einmal einer Heringsauktion brigewohnt hat, wird den Mann bemerkt haben, der sich das ein« oder andere Heringsfoß öffnen läßt, um dann«inen Hering her- auszunehmen. Um den Geschmack und di« Güte eines Herings zu bestimmen, muß man einen herzhaften Biß in dessen Bauchseite tun. Zu essen braucht man ihn nicht. Aber wenn man so dreißig bis vier zig Heringe auk diese Weis«„angcbissen" hat, dann wird das Bedürfnis nach einem kräftigen Schluck unstillbar und jeder dieser Heringsprobierer trägt des halb ein« ansehnlich« Buddel mit Feuerwasser bei sich, mit der er den Heringsgeschmack wieder hin- unterspült. Auch das sick Berufe, die zivar meistens gur bc zahlt sind für die man aber nicht nur Talent, so» dern auch— Tapferkeit mitbrinaen muß A. Sch. Seit«« Donnerstag, 23. Mär; 1938 Nr. 70 PRAGER ZEima Wieder Unruhen an der deutschen Univerfltitt. Die„Freie Bereinigung sozioli- siischer Akademiker" ersucht uns um Aufnahme folgender Mitteilung: Die völkischen Studenten Planten Mittwoch vormittags eine größere„Aktion". Da sie irrtümlicherweise einen unserer Genossen in ihren Plan einweihten, waren wir genau unterrichtet. Da di« Leidtragenden studentenfascistischer Aktionen meist die sozialistischen Hörerinnen sind, begab sich zu deren Schutz ein« Gruppe sozialdemokratischer Studenten in die Gegend der medizinischen Fakultät, wo cs zuerst„losgehen" sollte. Die gleiche Maßnahme trafen auch die kommunistischen Studenten. Das bloße Erscheinen der kommunistischen und eines Teiles der sozialistischen Studenten genügte, um die Nazis von ihrem Vorhaben abzuhalten. Kommunistische Studenten verteilten dann ohne unser Wiflen und gegen unseren Willen auf Universitätsboden Einladungen zu einer unpolitischen Versammlung, die wir und unsere tschechischen Genossen gemeinsam mit ihnen und tschechischen Nationalsozialisten veranstalteten. Obgleich wir die Auffasiung des Rektorates, wonach.das Verteilen von Flugblättern auf Akademischem Boden" dcffen„Entweihung" bedeute, ganz und gar nicht teilen, so sind wir doch grundsätzlich bereit, die bestehenden akademischen Vorschriften im Interesse eines ungestörten Studienganges zu respektieren. Wir müssen aber schärfften Protest einlegen, daß völkische Studenten auf akademischem Boden sich Polizeigewalt anmaßen. Wir fordern die verantwortlichen akademischen Stellen auf, diesem beschämenden Zustand ein Ende zu setzen und für jeden Gewaltakt auf akademischem Boden die Gewalttäter selbst und nicht etwa deren Opfer zur Perantwortung zu ziehen. Todesfall. Einen schweren Verlust erlitt unser Gen. Tallowitz durch das plötzlich« Ableben seiner Gattin, der Genossin Erna Tallo- w i tz, welche am 20. ds. nach kurzer Krankheit im Alter von 35 Jahren verschieden ist. Das Begräbnis findet Donnerstag, den 23.März, um halb 5 Uhr nachmittags von der Leichenhalle des Bubentscher Briedhofes aus statt. Di« Genossinnen und Genossen werden um Beteiligung an der Beerdigung gebeten. Die Staatsbahndirektion Prag expediert in den Tagen vom 8. bis 18. April einen Sonderausflugs-, zug unter dem Motto„Osterspaziergänge durch di« Slowakei", wobei betucht werden di« Ort« Bad Lühatschowih, Trentschin-Teplitz, Bojnicz, Bad Stub«n, Kreinnitz. Nemahl, Sliacz. Turocz St. Martin und die Hohe Tatra. Abfahrt von Prag am Samstag, den 8. April, etwa um 14 Uhr. Preis 553 K pro Person einschließlich sämtlicher Fahrpreise aus der Eisenbahn, Unterkunft und Verpflegung durch neun Tage, Unfallversicherung und Führung An« meDungen beim Kassenschalter Nr. 18 in Prag« Mafarykbahnhof mit einer Anzahlung von Sv K Letzter Anmeldungstermin 3 April I.« ansteigend« Reduzierung der zahlungskräftigen Zuschauer wirkt sich naturgemäß am stärkste« auf die Finanzlage der Profiverein« aus. Von den Ergehpissen der Meisterschaftseinnahmen läßt sich ein Bild konstruieren, aus dem hervorgeht, dgß di« Mehrzahl der Verein« nur schwer ihren Gagenverpflichtungen Nachkommen kann. Der Bericht des österreichischen Fußballbundes bietet eine Fülle interessanter Tatsachen, di« sonst der Leffentlichkcit kaum bekannt sind. Di« Einirahmen der ersten Liga resultieren größtenteils aus auswärtigen Gastspielreisen (namentlich nach Deutschland), wogegen di« Serienspiele in Wien ost di« hohe Regie nicht decken können. Neben der ersten Liga vegetiert die zweite, die logischerweise auf Gastspiel« im Ausland verzichten muß; denn wenn auch ihre Spielstärk« kaum der ersten Liga nachsteht, so ist es doch verständlich, daß mau lieber eine erstklassige Mannschaft verpflichtet. Die Zahl der Zuschauer bei zweitklassigen Wettspielen ist«vheblich niedriger, wogegen die Spesen, Platzmiete, Bundesabgaben und sonstige Verpflichtungen relativ groß sind. Der„Spezi" der 8-Liga ist bedeutend schlechter wirtschaftlich situiert als sein Amateurkollege. Als Professional scheidet er vom Genuß der Erwevbslosenunterstützung aus mtd di« Zuwendungen aus Dcrsicherungsmitteln sind kaum erwähnenswert. Ein Besuch der Fußballbörsen gibt uns.Ausschluß über das Sein oder Nichtsein eines Professionals. Die Spieler selbst sind durch den Klassenunterschied von ihren Kollegen der Aveiten Liga getremtt. Der Profl, der das Glück hat, einem I prominenten Verein anzugehören, hat keine Beran- I lassung, sich um das Schicksal seines B-Kollegen zu dicke Schlammschicht den Boden bedeckt«; da brach der Weltkrieg aus, und die Arbeit wurde eingestellt. Man hatte jedoch schon allerlei wertvolle Sachen gesunden, darunter schöne Smaragde, große Bernsteinstücke und alt« Töpfereien. Auf den Bahama-Jnseln wurde auch vor nicht länger Zeit«in Schatz gehoben. Eines Tages landete auf diesen Inseln ein Mann ttt einem Boot, dingte einige Neger und begab sich nach einem kleinen Korallenriff hinaus, das mit Buschwerk überwachsen war. Hier ließ er di« Neger an einer sandbedeckten Stelle graben, und nach sechstägiger angestrengter Arbett kam ein« Truhe mit Messingverschlägen zum Vorschein, di« er an Bord seines Bootes schaffen ließ. Er bezahlte die Neger und entließ sie. Dann fuhr er mit seinem Boot davon, und nieinand Hal wieder etwas von ihut gehört. Was die Truhe enthalten hat, weiß kein Mensch. Vielleicht ist es dem unternehmenden Seefahrer so ergangen wie jenen in einem Roman verewigten Seeleuten, di«, um einen Schatz zu heben, Jahr« der Entbehrung durchwachten, die sich gegenseitig totschlugett und alle möglichen Verbrechen begingen, um schließlich zu sehen, daß der englische Schatz nur wertloses Messing und allerlei Pluitder war. Neuerdings erst hat O'Neill, bit berühmte amerikanische Dramatiker, diesen packenden Stoff in einem ‘ Drama behandelt. W. H. kümmern. Die Unterschiede greifen ost ins Groteske: denn Geld macht aus einem guten Charakter sehr oft «inen schlechten Menschen. Die erstklassigen Spieler tverden verwöhnt und eignen sich Koryphäenallüren an, die ihnen gewaltsam von der Anhängerschaft aus« oktroiert werden. Die Tragik der erwerbslosen Spieler wirkt sich um so krasser aus, als sie zur Zeit gar keine Aussicht haben, in naher Zukunft«in Engagement zu finden.• Nach einer fachmännischen Schätzung dürste die Zahl der erwerbslosen Profis mit 500 nicht überschätzt sein. Der Gegensatz zwischen sogenannten Amateuren und ums kärgliche Dasein ringenden Profis läßt sich am besten durch folgende tragikomische Tatsache charakterisieren: In der Tschechoflowakei jUni Beispiel steht der.^matenr" in andern Berufszweigen, darf aber„Liebesgaben" ruhig entgegennehmen Dem Profi ohne Engagement blüht nicht dieses Glück. Wenn er das Unglück hat, eines Tages unter seiner Form zu spielen, dann find die„Unter- nehmer" weniger großzügig, wiederholt sich dieser Fall, wird ihm mitgeteilt:„Zum alten Eisen mit dir". Zu dieser Kategorie gesellt sich der„8-Ligist' mit seinem geringen Lohn. Di« Bezüge der 8-Profis stehen in gar keinem Verhältnis zu der ,„Kanone". Ein Gehalt von 200 Schilling sichert dem erstklassigen Spieler ein« sorgenfrei« Gegenwart; er kann zumindest menschlich leben. Der Profi zweiter Güt« steht oft unter dem vom Arbeitsamt unterstützten Angestellten. Das Arbeitsamt und die Versicherungsanstalt lehnen ein« zusätzliche Unterstützung mit der Begründung ab,„der Berufsspieler stehe im Erwerb, eine Unterstützung lasse sich mit den Gesetzen der österreichischen Versicherungsanstalt nicht vereinbaren". So leben Professionals mit einem Minimallohn von 50 Schissing monatlich. Kunst und Wissen Wochenspirlplan des Reuen Deutschen Theaters. Donnerstag, ll8 Uhr:.„Figaros H o ch z e it", Gastspiel Maria Ävogün(AA).— Freitag, K8 Uhr: „Auslandsreise", Gastspiel Kurt Bois(D2). — Samstag,%8 Uhr:„La Boheme", Gasffpi«! Maria Ävogün(AA.). Wochenspielplan der Kleine« Bühne. Donnerstag, 8 Uhr:„Eva saniert das Paradies". — Freitag, 8 Uhr:„Candida"(Kulturverbands- sreünde).— Samstag, 8 Uhr:„Eva saniert das Paradies". Der Film Der Siidexpretz. Es fft heute schön eine seltene Sensation, wenn «in guter Film gezeigt wird; das Kino, dieser be- deutend« Kultursaktor breitester Schichten, ist heute schon so vergewaltigt, daß jede freiere geistig« Regung ZU den Seltenheiten gehört. In dieser elenden Situation geistiger Verarmung und künstlerischen Niedergangs wird„Der Süd expreß", ein englischer Film der Gaumont-British, Regie Forde, besonders begrüßt werden. Schon das Milieu dieser Kriminalgeschichte fesselt: wie der ausgezeichnete Russenfilm„Der blaue Expreß" spielt auch hier di« Handlung im fahrenden Zug. Es fft kein Stück revoltierenden Geschehens, das geboten wird; mit viel Humor und Verständnis bietet der Regisseur einen Querschnitt durch das Publikum des internationalen Luxuszugs und erzielt gerade durch dieses glücklich gewählt« Milieu die besten Effekt«. Spießer auf der Reise sind seit langem ein dankbares Objekt des Humors; und wenn dann noch Conrad B e i d t als unheimlicher Obergamrer die idyllische Nachtruhe durch sein« diversen Unternehmungen unterbricht, dann kann der Erfolg nicht auSbleiben. Im Mittelpunkt der Handlung stehl ein Gemäldedieb, der nicht vor der Gerechtigkeit, sondern seinem Bandenchef auSrcißt; und wie der ihn aus dem Gewirr d«r Reisenden herausfischt und tötet, das zeigt dieser Film recht' spannend und dabei geschmackvoll. Technffch überrascht vor allem, daß sich alles im fahrenden Zug abziffpielcn scheint, was durch Spie- gelphoiographi« überraschend und tadellos täuschend gelungen fft. Auch tonlich hat dieser Film groß« Vorteile, man verzichtet fast gänzlich auf die Musik und verwendet mechanisch-akustische Effekt« an richtiger Stelle. Di« Schauspieler sind ausnahmslos sehr gut und dezent; allen voran Conrad Beidt. Ten größten Erfolg erzielt der Darsteller eines englischen Golffanatikers, der durch seine Naivität alles zum guten und schlechten zugleich wendet.- Auch eine blond« Filmdiva, früher ihres Zeichens nach den Einbrechern dienstbar, tritt mit Geschmack in Aktion; daß sie und ihr Geliebter dann«del und gut werden, kann man der unausweichlichen offiziellen Moral guthalten. W. 8. Dir„Prager Urania" hat eine Anzahl neuer Kulturfilm« erworben, von denen als erster „Chikago, Wcltstadt in Flegeljahren' zur Vorführung gelangt. Der Film bringt eine lehrreiche Reportage aus der Riesenstadt und zeigt neben dem Wolkenkratzerviertel di« Stadtteil« der verschiedenen Rationen, der Gangsters, der Schlachthöf« usw. Vorführungen: Heute, Sonntag, den 19. März, XII Uhr vorm., Montag, den 20. März. X9 Uhr abends.—„Bom Elbestrand ins Wikinger- l a n d." Vorführungen: 25., 26. und 27. März.— Reue SPortfilme:„Lachendes Leben", „Planvolle Körpererziehung". Vorfich- r,tagen: 1.. 2. und 3. April.—„Radi u m. das W u n d e r e l e m e n t" Vorführungen: 8.. 9. und 10 April.(Karten 2 bis 6 K.) I Verbreitet die Arbeiterpresse Els' Mdi Geld. Ruhelose Schatzgräber.— Ter ausgrtrockuete Opsersce.— Das Korallenriff bei den Bahama- öffentliche Frauenversammlung heute Donnerstag, vcn 23« März, nm 8 Uhr abends im„Monopol" (gegenüber Masarykbahnhof). Referentin: Genossin Lotte Bäliua über „Die Frau im Dritten Reich“. Kommt alle, bringt Gäste mit! H»r»R»g«d«r: Sirglrt«» tut— tktlteialleir. ffiilbelm Kickste.—«eramwartlichtr JteMttenr Dr Emil 6 t taut. Prag.— Druck.Roia' N.-S. für Ztilung- au» Buchdruck. Prag- gür de» Druck ucraaiworUich Olro üalil. Prag.— Di« Zen ungLurarkonfrankatur wurde von»er Poft. u. kclcaraphendiretlian mir Erlaß Nr l3.800/vni9S0 bewillig!.— Bezugrbedmgungen: Bei Zustellung in« Hau« oder bei Bezug durch di« Poft monatlich Kt 18.—. vitrieliäbrlich Kd 18.—, kwMt** M 86,—, ßasgjätzrig Ki W2,—,— Inj« rau werde, laut iar>l billigst berechnet, Bei ottngtt Liellchaituugrg Preig.achlaA.— Rückstellung mb Mauullristtt»«rjoig! uur bei ckiu,en«un,»er Nriourarartr»,