ffiszelvrek 70 Heller. «"Einschließlich 6 Heller Porto) 13. Zadrgang. Samstag, 25. Mürz 1933 Rr 72. Erhebende Worte der Kraft, Zur Verhaftung des Reiehskommissars Gereke» jedoch inner Schwierigkeiten und lehnte ein Ein- HanSHernz"Triers, den Dichter der so ^uß Ver den Worten der Herren deS glauben dürfte, so hätte dem Kriegsende in einem und Gomorrha gelebt, aus Genossen im Reich. Ihre Standhaftigkeit ganzen Welt. Ihr Bekennermut(Ge- sind dem arbeitenden Volke Bürgen Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wenn man Dritten Reiches Deutschland seit wahren Sodom dem jetzt erst die Erlösung durch einen grasten „nationalen Reinigungsprozeß" erfolgen soll. Dabei ist in Wahrheit gerade auf dem Gebiete der kulturellen Betätigung das Deutschland der Nachkriegszeit an der Spitze der Nationen marschiert. Durch soziale und hygienische Maß' nahmen schuf man die Boraussetzungen, auf denen ein modernes- Schul- und Bildungswesen hätte erfolgreich aufbauen können, wenn nicht, insbesondere in. der Provin«, muckerische Schulmeister sowie beamtete und nichtbeamtete Pfaffen den immer wiederholten Versuch gemacht hätten, jeden freien Luftzug aus ihren mufftgen Erziehungskasernen zu verbannen. Daß trotzdem eine fortschrittliche Entwicklung Platz greifen konnte, lag nicht zuletzt daran, daß der Kunstpflege und der Wissenschaft weitestgehende Unterstützung und BerbreiArng zuteil wurde. Mögen selbst hier und da Auswiichse vorpekommen sein, die übrigens zumeist vom Geschmack des Publikums selbst korrigiert wurden, sy war es doch freien Geistern jeder Zeit MMlich, sich, in dem junge» Staate wohlzufühlev und auch die Arbeiterschaft konnte In steigendem Maße, an den kulturellen Gütern des L-cyches toll- haben.',...\ y? Was dagegen die Propheten des.Driften Reiches unter einer Reinigungsaktion des kulturellen Lebens verstehen, haben sie durch ihre bisherigen Taten hinreichend bereits zum Ausdruck gebracht. Sieht mau von der Schließung einiger Gaststätten ab, in denen sich Herr Hauptmann Röhm und seine gleichgesinnten Freunde früher recht heimisch gefühlt haben so bleibt nichts übrig, als ein Kreuzzna der Unkultur wider den G eijt besten europäischen Denkens und deutschen Fühlens Der Staat der Dichter und Denker läuft Gefahr, ein Staat der Richter und Henker teil? im übertragenen, teils leider auch im wörtlichen Sinne zu werden. Die Hinrichtungsprozedur begann bei der Dichterakadeyrie, die man ihrer- besten Schöv-- fer beraubte, in dem man den grasten Epik-r Heinrich Mann und di« genial« Zeich- nerin Käthe Kollwitz, die dem furcht-' baren Kriege zwei Söhne zum Opfer gebracht hatte und Mutterschmerz und Arbeiterelend gleich ergreifend zu gestalten wußte, zwang, aus der Akademie auszuscheiden. Hätte die Dichterakademi« den^wirklichen Geist einer Akademie, d. h. Sinn für Freiheit und Würde gehabt, so hätte sie sich im gleichen Augenblick auflösen müssen, um es dem Manne, der in seinem Buche„Mein Kampf" eine der sonderbarsten deutschen Siilproben seit Menschen gedenken gegeben hatte, zu überlassen, di« Verfasser sentimental-kitschiger Pubertätsronvme. wie etwa des Göbbelfchen„Michael", oder den Staat der Kultur •der der Unkultur? greifen ab; er ging soweit, daß er für den Fall einer. einseitigen Veröffentlichung der Zusammenhänge durch Severiug seinen Rücktritt androhte,— ein Rücktritt, der unter den gegebenen Umständen gleichbedeutend gewesen wäre mit der Wahl Hitlers zum Reichspräsidenten. Unbeschadet dessen, wird seitens Hitlers und Goerirrgs die Angelegenheit. weiter forciert: öffentliche Plakate gegen Schering in ganz | Deutschland, Rundfunkreden des Reichskanzlers und schließlich, als alles nichts nützte, die Verhaftung GerekeS und Scverings, nm durch diesen Terror die Herren Gereke und Severiug zu zwingen, den Reichspräsidenten .1;'. 7.7* 7 7; zu veranlassen. 23. März. Zu der sensationellen, bare Veranlassung des Reichsmini- HerrlichesBekenntnis der SPD Wie Genosse Wels seine Reichstagsrede schloß I Aus dem heute erst vorliegenden, ausführlicheren Text der Rede, mit der der Führer der SPD, Genosse Wels, Hitlers Regierungserklärung beantwortete, veröfftnrlichen wir im Nachfolgenden die Sätze, mit denen Wels seine tapfere, politisch und moralisch große Rede in schwierigster Situation erhebend, kämpferisch, eine beste« Zukunft versichernd schloß: Wir Sozialdemokraten haben in schwerster Zeit die Mitverantwortung getragen und find dafür mit Steinen beworfen worden. Nnse« Leistungen für den Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft, für die Befreiung der besetzten Gebiete werden vor der Geschichte bestehen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wir hwben gleiches Recht für alle und ein sozialeres Arbeitsrecht geschaffen. Wir haben geholfen, ein Deutschland zu schaffe«, indem nicht nnr Fürsten und Baron«(Lachen rechts), sondern auch Mannern aus der Arbeiterllass« der Weg zur Führung des Staates offensteht. Davon können Sie nicht zurück, ohne Ihren eigenen Führer preiszvgebea.(Beifall bei den Soz.) Vergeblich wird der Versuch bleiben, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Wir Sozialdemokraten wissen, daß «an machtpolitische Tatsachen durch bloße Rechtsverwahrung nicht beseitigen kann. Wir sehen die machtpolitische Tatsache Ihrer augenblicklichen Herrschaft;- aber auch das RechtSbewutztsein des Volkes ist eine politisch« Macht, und wir werden nicht aufhönu, au dieses Rechtsbewußtsein zu appellieren. Die Verfassung von Weimar ist keine sozialistisch« Verfassung, aber wir stehen zu den Grundsätzen des Rechtsstaates, der Gleichberechtigung, des sozialen Rechts, die in ihr niedergelegt find. Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus.(Erneuter Beifall bei den Soziald.) Kein Ermächtigungsgesetz gibt Zhtz'e« die Macht, Ideen zu Vern ichten, die ewig uno unzerstörbar s i u d.(Lachen rechts.) Sie selbst habe« sich ja zum Sozialismus bekannt. Das Sozialistengesetz hat di« Sozialdemokratie nicht vernichtet. Sie wurde im Kaiserreich stärkste Partei. Auch aus neuen Verfolgungen kann die deutsch« Sozialdemokratie nur neue K r a fft schöpfe«. Wir grüßen alle Verfolgten u n d' B e d r a n g t e». Wir grüßen unsere und Tnue verdienen di« Bewunderung der lachter rechts), ihre ungebrochene Zuversicht einer helleren Zukunft.(Lebhafter Wahl-Propaganda Zusammenhängen. Auf völlig demselben Gebiet liegt auch di« gestern er- olgte Verhaftung des früheren preußischen Innenministers S e v e r i n g(und seines poli- tischen Referenten, Ministerialrats Dr. Hirschell^. Bekanntlich wird Minister Severing be- chuflngt, vor Jahresfrist zwei Millionen Reichsmark für parteipolitische Zwecke widerrechtlich auSgegeben zu haben; als diese Beschuldigung alsbald nach dem Regierungsantritt Hitlers zum ersten Male erhoben wurde, intervenierte Minister Severiug(und Ministerpräschent Dr. Braun) rei Hindenburg und ersuchte um Klarstellung insoweit, daß diese Summe, wie dem Reichspräsidenten bekannt war, weder für rersvnliche, noch für parteipolitische Zwecke, sondern über Gereke für die Hindenburg«Wahl- Propaganda ausgegeben worden war. Herr von H i n d e n- b u r g befürchtete von einer öffentlichen Klärung» Sadisten an der Arbeit Berlin, 24. März. Wie das Conti-Rach» richtenbüro erfährt, erwägt das Kabinett«in besonderes Gesetz über die-„Ahndung politischer Straftaten", in dem vor allem die Anwendung der Todesstrafe für politisch« Verbrecher geregelt wird; unter Umständen soll auch di« Todes straf«durch Erhänge« ««geführt werden. nie Mörder-Amnestie In Kraft. Berlin, 24. März. Wie„BTZ." meldet, ist die vom Reichskahinett beschlossene neue Amnestieverordnung soeben, im Reichsgesetzhlatt verkündet worden. Die Verordnung stützt sich auf Art. 48, Abs. 2, der Reichsverfassung und gewährt Straffreiheit für die Straftaten, die cm Kampf für die nationale Erhebung zu ihrer Vorbereitung oder im Kampfe für die deutsche Scholle begangen worden sind. Verstaatlichung der Gewerkschaften! Berlin, 23. März.(Tsch. P. B.) In parla- mentarischen Kreiste erregt besonderes Interesse der vom Nachrichtenbüro des Vereines deutscher Zeitungsverleger, bereits angekündigte Regierungsentwurf über die Neuregelung der Gewerk- schaftswesens. Wie das erwähnte Nachrichtenbüro dazu ergänzend hört,, dürste das Ziel der Regie- rungsbesttebungen aus diesem Gebiete, in. erster Linie sein, die großen.Organisationen der Arbeitnehmer von;eder Einflußnahme durch marxistische Parteien au. befreien. Es würde dann hxr berufsständische Gedanke entschiedener in der Gewerkschaffsorgänjsation hervörtreien, während jede parteipolittsche Einflußnahme auSgeschaltet werden Würde. Darnach scheint. es als.sicher, daß der Entwurf u. ä. die Forschrift«Khaltnr wird, daß Gewerkschaftsfunktionäre nicht gleichzeitig Funktionäre in der sozialdemokratischen Partei sein könne«. Namhafte Führer der Freien Gewerkschaften würden demnach vor die Wahl gestellt werden, ob sie auf ihr Reichstagsmändat innerhalb der SPD. oder, aber auf ihre gewerkschaftliche Führerstellung verzichten wollen, sofern nicht überhaupt von der Reichsregierung vorgeschireben wird, daß die leitenden Positionen der großen freien Gewerkschaftsorganisation neu besetzt werden müssen. Im klebrigen bleibt die Vermutung bestehen, daß an der Spitze der so entpolitisierten Gewerkschaftsbewegung ein Staatskommissar stehen könnte, dem von seiner hohen Warte aus die Verbindung der Interessen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber, also die Wahrnehmung der Belange der gesamten Volkswirtschaft, leichter fallen würde. nitler erhöht Lebensmittelzölle Berlin, 24. Dlärz. Nach einer im heutige« Reichsanz■cn d aöffentlichten Verordnung wird der Zoll für Margarine usw. von 30 auf 75 Mark je Doppelzentner erhöht. Der Zoll für Mavgirrinrkäse usw. erfährt gleichfalls eine Erhöhung von 30 auf 75 Mark je Doppelzentner. Der Zollsatz für Kunstipeifefatt betragt in Zukunft 75 Mark anstatt bish.n 12.50 Mark. Die Verordnung tritt mit dem 29. März 1833 in Kraft. Severing wieder Irddelassen. Berlin, 24. Diarz. Der ehemalig« Preußische Innenminister Karl Sovering, der gestern vor dem Reichstage zu Vernehmungen ftitgeuommen Word:« war, ist heute wieder auf freien T'"' c‘ ?«setzt worden, muß sich aber zur weiteren ügung d»r Behörde halten. In Bagern sozialistische Wearverbönde aulgelöst. München, 24. März. Der kommissarische hahrischr Minister des Innern Adolf Wagner hat eine Verordnung erlassen, wornach sich außer dvr SA. der SS und dem Stahlhelm sämtliche noch bestehenden sogenannten Wehttwrbänhe auf- zulöftn und die vollzogen« Auflösung bis zum 31. März dem Staatsministerium des Innern anzuzeigen habe». Weiters haben die aufzulösenden Organisationen und ihre Mitglieder alle in chrem Besitze befindlichen Waffen nebst Muni- twn den örtlich zuständigen Sonderkommissaren des obersten SA-Führers abzuli-scrn. Nichtbe- folgung der Verordnung wird nach der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von VE und Staat bestraft. hochmovalischen„Alraune", zu den Häuptern einer neuen Akademie zu küren, die dann von Frau Courths-Mahler bis zu Wäller Bloem das Deutschland der Givsornantenttk und der Fassadenherrlichkeit Wilhelms/ de«r Dilettanten zu neuer Herrlichkeit hätte' heraus führen können. u>' Was man bei den Akademien begann wurde im übrigen Kunstleben fortgesetzt. Bruno Walter, einem Dirigenten von Weltruf, wurde der Taktstock entwunden, die künstlerischen Leiter der Bühn« wurden von der kunstverständigen SA. mit. Gewalt entfernt und der Spielplan ist bis zur Lilien- mrlch-Seifen-Reinheft gesäubert. Namhafte preiszugebön und Hindenburg zum Rücktritt Darsteller und Regisseure, selbst ein Mar zu veranlage«. s Reirchardt, wandte» sich mit Grausen. Was Gereke schlägt n Hindenburg Gereke— der Vertrauensmann Hindenburgs. Berlin, M auf unmittelbare sstrs Goeriny erfolgte» Verhaftung des derzeitige» Rerchskommissärs für; Arbeitsbeschaffung, Gereke, erfahren wir von b e st unterrichteter Seite folgendes:. Der Gegensatz zwischen Hiüer und Gereke ist älteren Datums; er stammt aus der Zeit der letztjährigen deutschen Reichspräsidenten wahlen, bei denen Gereke als beson derer Vertrauensmann des Reichs präsidenten den sogenannten.Hindenburg- Ausschuß" geleitet hat. Diesem Ausschuß oblag die gesamte Propaganda für die Wiederwahl Hindenburgs; es war selbstverständlich, daß hier bei und hrechurch schwere Verstimmungen zwi schen Hitler urch Gereke eintraten. Bei der Kabinettsumbildung am 30. Jänner dieses Jahres fordert« Hitler zunächst, daß Gereke seine Acmter niederlegt; Hindenburg lehnte dies jedoch in kategorischer Form ab. Schließlich kenn ein« Einigung derart zustande, d«ch Gereke als Reichsminister demissioniert, aber als Reichs- kommissär für Arbeitsbeschaffung bleibt. Die Wühlereien gegen Gereke, der nach wie vor zu den intimsten Vertrau ten des Reichspräsidenten Hinden burg zählt, gingen jedoch unverändert weiter, — inszeniert vor allem durch Goering. Der Zweck dieses Jnttigenspiels ist offensichtlich: man schlägt nach Gereke und will Hindenburg treffen, 1 um den Rücktritt des Reichspräsidenten zu er- zwingen und um desicn Macht, insbeson- , der« der Reichswehr gegenüber, zu übernehmen. Tatsächlich ist die Verhaftung Gerekes nicht etwa wegen seiner jetzigen Amtsführung erfolgt, sondern aus Gründen, die mit.der Wahl Hin denburgs und mtt der Finanzierung der Seite 2 Samstag, 28. März 1933. Nr. 72. im Theater geschah, sand seinen Vorläufers Millionen von Anhängern der Hitlerpsychose auch Tausende und Äber-Ta»send« ehrlicher und, kulturwilliger Menschen seist. Aber sie werden es nicht verhindern können, daß ein Regime, daS mit dem Flammenmal des Reichs- tagsbrandes seinen Haß auflodern liefet nichts anderes in den Schulen, auf den Bühnen und allerorten zu säen vermag, als den unproduk tiven, den wahrhaft zersetzenden Haß, den Haß der Gewaltnaturen, die glauben, daß die Faust allemal stärker sei als der Geist, die in Potsdam predigen, um in Weimar zu sündigen. Aber—„sie tö.en den Geist nicht, ihr Brüder!" Hitler i st E P i s o d e— Marx ist Ges chichte! heim Film, der bereits seit geraumer Zeft in Deutschland nur das eine Thema kennt: „Schön ist die Soldatenliebe!" Der einstige Großmeister der Ufa-Betriebe, jetzt Minister füx alte Wirtschaftsfragen, konnte mit Hilfe einer ach so duldsam gewordenen Presse schon seit geraumer Zeit dafür sorgen, daß nur solche Film« liefen, für die der andere Zweig des VÜgeNbergkonzerns, der Zeit» ngsbe rieb der Scherlpresse, durch den Mund des Skribenten Ärvs-Rosenthal dann in der Film„kritik" die „Unabhängige" und„sachliche" Propaganda besorgte. Unbequeme Kritiker dagegen wie die sozialdemokratische und linksbürgerliche Preffe, wie auch„Weltbühne",„Tagebuch" und „Simplizissimus" sind durch Verbote mundtot gemacht oder gar buchstäblich zerstört worden. Die Biblio Helen werden gereinigt uni» Remarques„Im Westen nichts Neues" wird aus den Schulen entftrnt, um auch bald aus den Buchläden zu verschwinden, damit ja nicht etwa eine junge Generation erfahre, wie der Krieg wirklich gewesen ist, sondern von den Helden des Hinterlandes, die wie Herr Dr. Frick so schön sagte,„ihrem Könige in Pirmasens di«nten", belehrt zu werden. Wie schön, wie herrlich und wie blitzend ein solcher Krieg das Herz erfreut. AU ten Aposteln der neuen kriegerischen Kultur sei aber gesag«, daß sie mit Verboten friedensfreundlicher, sozialer und sozialistischer Schriften, mit der chemischen Reinigung des Theaters an Repertoire und an Mitgliedern, mit der Vorführung von Tsching- tam- und Bum-Bum-Filmen auf die Dauer nicht mehr erreichen werden, als mit seinen Militärmärschen der Rundfunk, den der Bolks- ittund längst den„Schundfunk" getauft hat. DaS scheint man zu wissen und darum geht man weiter vor und sucht den„zersetzen- den" Geist mit der Wurzel auSzugraben. Jüdische Aerzte und Anwälte werden vertrieben, nicht lange und die„nicht deutsch-blütigen" Professoren, Lehrer, Redakteure, Künstler und Wissenschaftler werden ihnen allerorten folgen. Mit den Studierenden an den Hochschulen wird xs nicht anders sein. Heute seht man den Hoch fchulreferenten ab. nachdem man den Musikreferenten. Theaterreferenten, Schulrefe- renteu sowie all« anderen mißliebigen Be- amren bereits aus dem.Kultusministerium entfernt hat. Morgen wird man di« völkische Neuordnung des Studentenrechtes beschließen und übermorgen wird der nnmetmS clausus da süst: Wer Dein Panaschädel ist, ber fliegt! 2)aß" maÄ bi« sozialistische Arbefterma-nd verbietet, Jugendheime stürmt und schließt, das Freidenkerum auszurotten trachtet und die weltlichen Schulen vernichtet, das alles paßt ganz in das gleiche Bild. daS seine Abrundung durch die Tatsache erfährt, daß die größte modern« Schule Deutschlands, di« Karl- Marx-Schule,„umgestaltet" und damit die Arbeiterschaft des einzigen schmalen ZuganaS zu ixn Universitäten in Gestalt der dort abgehaltenen Arbeiter-Abiturientenkurse beraubt wurde. Das Bildungsmonopol der Besitzenden ist gerettet! * Der NationalsonaliSmns spricht gern vom „Untermenschentum". Er hat f ü r s i ch daS Wort geprägt. Sicherlich werden unter den Der rau Zentralbank dcntscuer Sparkassen. Bürgerliche Politiker, wie Abg. Dr. Rasch e, und viele kapitalistische Zeitungen haben die Schuld an dem Moratorium fälschlich der Regierung, rcsp. den deutschen Regierungsparteien zugeschoben. Der„Prager Börsen Courier" behandelt den Fall sehr eingehend und bringt einigermaßen Licht über die wahren Ursachen der Krise bei der Zentralbank deutscher Sparkassen. Das Blatt erklärt u. a.: Die Zentralbank war zweimal saniert worden..Zunächst einmal bei chrer Gründung, indem chr reichliche Nostrifizierung von Renten gestattet wurde. Bei der Dankensanierung im Jahre 1924 wurde ihr jedoch nur ein.Betrag zugeteilt, der kaum, der Rede wert war, so daß von einer Sanierung damals nicht gesprochen werden könnte: A 1931 erhielt dl« Bank jedoch 44 Mill. Nominale 4pro- zentiger Fondsschuldverschreibungen und 18 Millionen Staatsgarantie, z u s a m m e n 59 Millionen. Bei dieser dritten Sanierung liegt aber eine große Schuld der Bankleitung vor. Oberdirektor Hermann Czerny, der gemeinsam mit Direktor Otto Czerny die Verantwortung für alle Geschehnisse zu tragen hat, gaben damals im Sanierungsgesuch nur ein Defizit von 100 Mill an, während es in Wirklichkeit di« doppelte Summe betrug. Die Zentralbank verheimlichte den wahren Umfang der Verluste, die heute, trotz der damaligen Sanierung, noch immer aus dem Effektengeschäft zirka 45 Mill, betragen, wäbrend auS dem slndustric^eschäft das maximale Risiko auf 90 Mill, geschätzt wird. Vor einem Angriff auf die Sozialversicherung. Wie der„Venkov" mitteilt, hat di« sozial- Öe- Kommission des tschechischen agrarischen metenklubs am Dienstag unter Vorsitz des Abgeordneten Dubick?«ine Sitzung abgehalten, in der beschlosien wurde, zu e'ner großen Aktion zwecks Herabsetzung der sozialen Lasten und in erster Linie der Verbilligung der Kranken- und Sozialversicherung zu schreiten. Dabei soll quJ die finanzielle Tragfähigkeit der Bevölkerung Rücksicht genommen werden. Den Herren handelt cs sich also, wie man sieht, um eine Verschlechterung der Kranken- und Invaliditätsversicherung. Obzwar jetzt schon die Krankenversicherungsanstalten kaum ihren sozialen Verpflichtungen genügen können und große Defizite aufzuweisen haben, die ihre Ursache in der Wirtschafts, krise haben, läuft das Verlangen der Agrarier auf eine weitere Berschlrchterung der finanziellen Situation der KrankenversicherunqSanstalten, daS ist also auf eine Herabsetzung ihrer Leistungen, hinaus. Es wird also die Pflicht der Arbeiter sein in der nächsten Zeit die Entwicklung der Dinge aufmerksam zu beobachten und sich zu rüsten, damit die Errungenschaften der Arbeiter und Angestellten auf dem. Gebiete der Sozialversicherung erhalten bleiben. Es warenalsod am als 200 M tl l>B e r- luste onzumelden und nicht 100 Mill. Der„Prager Börsen-Courier" berichtet ferner: Der Grund, warum die Regierung eS nach langen Verhandlungen wegen Gründung einer Geldzentrale zum Moratorium kommen ließ, lag jedoch in einer anderen Richtung. Die Bank verheimlichte auch ein en Stillhaltevertrag, den sie mit dem Bankhaus Rizzi m Wien geschlossen hatte. Das Bankhaus Rizzi kaufte in Prag ungarische Goldrente und' Stegprioritäten und borgte hierzu das Geld bei der Zentralbank. Rizzi deponierte auch rumänische und österreichische Werte. Der Debetsaldo Rizzis beträgt heute 70 Millionen Kronen. Als Rizzi seine Schuld nicht abdecken konnte, schloß die Bank mit Rizzi einen Stillhaltevertrag. Heute hat die Dickung nur mehr einen Wert von 25 Millionen K6, s o daß aus diesemKontveinMlnusvon45 Millionen entstand, bei einem Aktienkapital der Bank von 30 Millionen Kronen. Dieser Stillhaltevertrag war die Ursache, warum die Negierung es zum Moratorium kommen ließ. Die Regierung wird jedoch den Einlegern zu. Hilfe kommen. Das also ist die wahre Ursache des Moratoriums der Zentralbank: sie hat wesensfremde Geschäfte gemacht und hat ausländischen Firmen zu hohe Kredite gegeben. Darnach liegt also die Schuld der Zentral- bcink selbst nun offen zutage. Werde» die wirklich Verantwortlichen zur Verantwortung gezo- ien werden? Der„Prager Börsen Conri-«" betont schließ, lich, daß für die angeschlosienen Sparkasien keine Gefahr bestehe, da sie nur drei Prozent ihrer Aktiven in der Zentralbank hatten. ffiHirlsdi-schle'hcher LawsansschnO. Brünn, 24. März. In der heutigen Sitzung verhandelte der mähri>ch-schl«fisch« Landesa^ schuß die Richtlinien für di« Zusammenstellung de- vandeSbudgetS für daS Jahr 1934. Der Lan- deSauS'chuß kam zu dem Entschluß, daß m't Rück- sich- quf daS zu erwartende Fallen der Landeseinnahmen nm 8 bis 10 Millionen K6 einer'eirs und auf die notwendige Erhöhung des Bedarfes hinsichtfichiider Erweiterung einiger LandeSanstal- ten und de» AuibaueS der LandeSnervenheilan- stalt inIglau andererseits«ineHerabsetzung derSachauSlagen um 4 Prozent gegenüber dem Budget vom Jahre 1933 notwendig sein wird. Di« Redaktion der einzelnen AuS- gabcposten wird mit Rücksicht auf di« Wich igkeu und die Prosperität der einzelnen Posten durchgeführt werden, aber auf die Well«, daß di« vierprozentige Herabsetzung im Ge'amttachauswand zum Ausdruck kommt. Im Zusammenhang mit der Verhandlung der Budgetrichtlinien berührt« d«r Lande»anSstk>nß auch die Frage der Dota'is» nen zur Unterstützung der Theater im Lande Mähren-Schlesien. Diese Frage wird in einer ?onderberatung des Landesau s'chusseS, zu der auch Theaterfachleut« und Kulturfaktoren zugezogen werden, behandelt werden. In Finanzangc- Ilegenheiten wurde beschlossen, bei der Sparkassa, der Stadt Iglau eine langfristige Anleihe von j700.000 Kö für den Aufbau des Landesirren- I,ansta.lt, und einer langfristigen Anleihe von 1 Million Xä bei der. Peniiönsanstal: der Privatbeam- test. kn Brünn für Jnvcstitionszweckc aufzuneb- wen.. I» Gemeindeangelegenheiten nmwtn"22 Gcmeindevorvnschlägc für das Jahr 1933 durchberaten und Anleihen versthie-ener Gemeinden genehmigt. In Kommunikationsangelegenheiten bewilligte der Lcmdesausschuß die Landesünter- stutzungen für einige.Straßenbauten. Schließlich beschloß der Landesaus^chuß, einigen wasserwirtschaftlichen.Genoisewchaf en Vorschuss« auf den Landesbeitrag zu bewilligen. Eisenhahnen and ölenstspradie. Das Watt der tschechischen nationalsozialistischen Eisenbahner„Loskoslorenske LclezniLny lisch" brachte vor. einiger Zeit die Nachricht, der Eisenbahnmi niste? Dcchynä hätte einen Erlaß herauSgeg«ben. wonach dir Bestimmungen über die Sprachprülungen gemildert werden. Gegen diesen Erlaß wird in dem genannten Blatt Stellung genommen uyd gesagt, daß dadurch Hakenkrcmler geschützt werden. Mit. diesen Ausführungen beschäftigt sich. nun Der Eisenbahner", das Blakt des Verbandes der Eisenbahner, und betont, daß der Verband seit feiner ' Schaffung bcmübi war, di« Interessen der Bediensteten deutscher Volkszugehörigkeit zn wahren, wobei niemals der Grundsatz verletzt wurde, mit den tschechischen Kollegen gemeinsam füt die Interessen d?r Gekamwrrsonals zu kämpfen. Di« Wünsthr und Forderungen des Verbandes wurden stets jedem Eisenbahnminister zur Kenntnis gebracht und. es und auf diesem Gebiete auch unter den versch'eden- stzn Ersenbahnministern schon. Erfolge, erzielt worden. Auch im vergangenen Dabre wurden dem Eisenbahnministerium seitens des Berbande? Fälle zur Kennt» n°S"gebracht. in welchen di« Bestimmungen über di« Kenntnis der Dirnstsprach« von«in-elnen Funktlo- nören der Ebenbahnverwaltung mißbraucht wurden, ' Wenn deshalb der gegenwärtige Eisenbahn» minMr zeigt, daß ihm di« wirklichen Interessen der StaatSbahnen höher stehen als ein vernnn'tSlost? nationaler Chanvin'Smus und wen» er derartige Mißbräuche der Bestimmungen über die Kenntnis .der Diensisprach« nicht billigt, dann muß er von allen jenen unterstützt werden, denen dir wirklichen Interessen der Staatsbahnen auf dem Herzen liegen." Der Verband der Eisenbahner hat nicht Nur 'einew Mitgliedern d'e Erlernung der Staatssprache stets dringend empfohlen, sondern auch zum An?- druck gebracht, daß die Erlernung d«r tichechttchen Sprach« dem Zwecke d'enen soll, daß sich Ve Ange? hörigen beider Völker besser verstehen Das„Montagsblatt" vom 20. März meldete, daß an den Vorarbeiten, und der Gründung des sWMMdNltscherptBÄltzryzte?" auch Gen.. K- l Mirtstrm erster, vvn Aussig;'beteitiP'sväs>■: Meldung isttvtrllk o tir m^rt w'n rf chtig. Witt der Genosse P ö l z l, noch irgendein anderer' sozialdemokratischer Funktionär hatte»twäS mit der Gründung des„Bvlksrates" zu tntt und ebensowenig hat ein Sozialdemokrat nm Auf- nahme in den„Bolksrat" angesucht... Der Existenzkampf der Staats- und össent- lichen Angestellten. Unter diesem Titel beruft daS Kartell der Verbände der öffentlichen Angestellten im Deutschen Gcwerkschaftsbund(Verband der Eisenbahner, Verband der öffentlichen Angestellten, Gewerkschaft der Postler, Gewerkschaft der Tabakarbeiters Konferenzen ein, die am 2. April in Olmütz(Referent Dr. Hah ns, am 9. April in Reichenberg(Referent Abgeordneter G r ü n z- ner und am 23. April in Karlsbad(Referent T i ch a k> stattfinden. 1» ■w MM MWM M^Avkät'volr verboten. KAKI» UNO DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunngraber Copyrigüi by So«letiU-Verlag, Frankfurt ab Mahl 1984 Denn war er auch nicht ernstlich gewillt, aus der Malerlaushahn zu beharren — weil er insgeheim selbst eine zu hohe Achtung vor der Kunst, wirkliche Bilder zu malen hegte—, so war er doll) Entschlossen, nur einen Beruf zu wähle»!, der«ine längere Ausbildung voraus setzte. AuS einem tiefen Grund nämlich, den Karl falber nicht hätte nennen können, erschien ihm jeder Berus, der mit der allgemeinen Schulung zu erreichen war, als Handlangcrtum. Aus diese Weift stand für ihn zu ein«r Zeit schon fest,'daß er studieren wurde, da er>m entferntesten noch nicht ahnt«, was. 1907—1914. Der Ernst der Dinge. Eines Tage- hatte Karl unversehens d«n Einfall. Lehrer zu werden. Der Gedanke kam ihm mit einer Gemütsbewegung, di« chn erstaunen ließ, dieft Lösung nicht längst gefunden zu haben. Er saß, wie gewöhnlich nach der Schul«, auf dem Parkgitter be, der Eldorado- Haltestelle. Da sprang«r stürmisch aus beide Füße. Im gleichen Augenblick sah er jedoch keinen Baker vor sich. Sein Vater stieg von einem Wchgen der O-Linie, di« hi«r vorbeiführt«. De- ses Zusammentreffen erschreckt« Karl,»veil ck ihn im Unterbewußtftm traf. Aber er wußte auch sofort, worum et nun gehen würde. Denn ebenso groß wie ftineS Vaters Empfindlichkeit aut seinen Nus oder, wie«r es nannte, aus sein Angeschriebensein,>var seine, Karls Entschlossenheit, von diesem Platz hier nicht zu weichen. Sein Vater war«im»mich« Natur, er bedeutete Karl voicherhand bloß, daß er nicht erivart«, ihn beim nächsten Borbeikommen noch anzutreffen. Karl aber blieb hartnäckig, und io wurde dies«in aufreibender Tag. Er wurde eS um so mehr als Karl seine Zukunst durch nichts als die'en Vater gefährdet sau. Sooft ftin Vater die Haltestelle oaisierte gab es eine gehetzte Ausc-nandcrsctzung, der«» Hartnäckigkeit von eimm zum anderen Mal zunahm. In die'en Stund«» empfand Karl mm erstenmal di« Welt in ihrer monumentalen Fremdheit, die bewirkt, daß man sich nicht in hr stehen,'andern in sie ausgesetzt fühlt., Dir ranze sanfte Erbarmungslosigkeit des Schöpsüngs- allrageS trat in keine Seel« und das. war« n Ge- burtserlebnis von der gleichen Tiefe wie jenes, da er sich an dem'chwarzen Hund keiner selbst bewußt geworden n>ar. Aber hatten ihn damals die Erde, der Sonnenschein, das eigen« Blut zum erstenmal»varm berührt so süblte er nun hie Ausschaltung alles Warmen, die vollständ ge Regungslosigkeit außen und innen den ersten An- hauch des Unendlichen.- Karl erlebte an dem Haß gegen den Vater, der ihn'ckmerzte, auch.zum -rstsnmal da? was man den Abst-'nd mm eigenen Ich nennt. Di« Welt rfthien ihm wie ein ungeheuer ruhender, steinerner Spuk, vor dem er wunderlich e'nkam wurde. Wunderlich,»v«il die Verlassenheit auch anbielt wenn er an dir Mutter dachte, an—-aS kleine Weib. Sein Dat«r aber war nun last ein fremder Schakkner, den nur die gespenstige Automatik dieftr Straßenbahnlinie jede fünft« Viertelstunde zu ihm führt«. Als es zum letzten Mal ye'chah. bei Nacht- inbruch. waren sie beide mit ihrer Haltung zu Hnde und der AuSbruch war unvermeidlich geworden: vor dem Auditorium des überfüllten Straßenbahnwagens der aus seinen Kondukteur warten mußte. Karl bekam zwei Ohrfeigen ob, dafür schrie er«S in di« Welt, daß er hier nicht Kofscrtragen und den Anschein eines Strolches aus sich nehmen würde, wenn sei» Vater nicht all«- versöffe und w«nn sich nicht irgendwo in einer Waschküche sein« Mutter zu Tode schinden müßt«. Nachts dann wurden die Parteien des Hauses, in dem Karls Elter» wohnten, aus dem Schlaf gestört. Der Schassu«r Josef Lakner hatte, spät und nüchtern vom Dienst heimkommend, leinen Sohn aus dem Bett gerissen, um.ihn, wie er schrie, zu erschlagen. Dieser Auftritt, in-em Karl mit'einer Mutter in Front gegen den Väter stand, in dem sein Väter, nachdem er das kleine Weib geschlagen hatte, vor Gekränktheit meint« und das kleine Weib sich aus dem Fenster werftu. wollte,-7- dieses Auftritt verlief, trotz später Schlafenszeit, aller Oeffentlichke.it. Zwei Stunden drang Ge'chrei durchs Hau? uns die Hängelampe in dir Wohnung unterhalb der Lak- ner pendelte wi« auf einem Schiff. Am nächsten Morgen nachdem der Anlaß der wilden Szene bekannt geworden war, leitete d«r Nachbar Ptz- trinäk ein« Wendung in Karls Leben ein. Et vsdeutete dem kleinen Weib, daß die Blumenhandlung, in der er Geschäftsd'ener fti, eine iuNge Hilfskraft suche.>o neben den Schulstunden her. und daß er gern bereit wäre, Karl mitzunehmen. Karl'«lbst stand in diesem Augenblick mit fest aufeinandergepreßten Livpen vor seinem Lehrer. Er erkundigt« sich nach den Bedingungen d«S Lehr-rstudiumS entschlossen, diesen Weg zu gehen, und führte er durch den Feuerofen der b'blischen Jünglinge. Bon nun ab läh di« Eldorado-Haltestell« Karl nicht mehr. Nun trabt« er täglich in die Stadt hinein, in di« Blumenhandlung Dushi, wo es -.wi'chen Law'nen von Blüten uw) Bergen von Körben, zw'ichen der Firma, den vornehmen Kunden und Mehreren Bahnhöfen ein« Unmeng« 'N tun gab. Damit war auch daS aus Karl- Leben fort. waS er bisher immer be'essen halt« und WaS sich ihm erst jetzt zum Begriff abgrenztr: -i« Behaglichkeit. Doch empfand er das den Umständen angemessen. Ja, di« zehn, zwölf Kilometer, di« er täglich zurücklegte—> mit dem Hin- und• Rückweg, dem Austragen der bestellten Bukett« und dem HandwaaentranSport der Engrossendungen nach Sen Bahnhöfen— waren .ihm eine Art Frottage. Er betrachtete sie als ein« Leistung, di« ihm auch seelisch zugutrkam. Er war nun für vieles verantwortlich; er verkehrt« mit.Schalterbeamten, man vertraute ihm Guter an und«r lebt« nun in der riesigen Arena aller Straßen. Jeder Schritt,-en er lies, halt« 'einen Sinn m dem großen Ganzen. Es hatte sich ihm bei allen ersten Schwierigkeiten die Erfahrung bestätigt daß er em hell«s Element in sich. hatte, ein Rad, das gern lief, eine Luft« die ^in Bewegung und Spannung iein wollt«. Dieft ^Gewißheit,,, zu sich Vertrauen haben zu dürfen, war Karls erstes Persönliches Glück, Es richtete chn auf. wi« ein« höhere- Gnad«, denn ftit jener Ausemandersetzung mit dem' Vater war ftin« Stellung zur Welt in einer Weise verändert. di« ihn um diese.Gewißheit hatte bangen lassen. Wenn er nun durch die Straßen lief, zumal an Tagen, da die Sonn« schien und alle Fenster gleich stü- ael'chlagenden Bogelschwärmen hinter ihm herbleuchteten. war das nicht minder famos als' einst, aber über allem war auch schon das ander« wir^ kend. der unbestimmte Druck aus dem Unbekannten. Der Schwerpunkt der Dinge; der bis zu »enem Nachmittag in ihm geruht hatte, war in di« Welt, in das Außen verlegt worden..In' einem Tagebuch, das Karl um dies« Zeit begann, tastet« er sich mit den Worten hin:-er Straßen sind zu viele, die Stadt ist zu groß, die Welt ist zu uferlos. als daß man sich ihr schlechthin anvertraueu köttnt«. Man muß sich, schrieb er,'N ihr durchs ctzen. Natürlich färbt« dies«? neue DaftinSgefühl ans all« sein« Erlebnisse ab. Karl konnte di« Dinge nun nicht mehr hinnehm«» wie sie zu sein sthienen, er mußte sscki mit»bnen auseinandersetzen. lKorl>rtzun.g tolgt.) Rr. 72. SamStag, 25. März 1933. Seit« 3 Lin Morphinist und die Wahrheit. Herr Goering, der auf fein Wort viel Gewicht legt, hat im Reichstag die SPD wogen der Schreibweise der ausländischen Presse abge- kanzelt und dabei Aeußerungen getan, die in gleicher Weise auf den Charakter, di« Wahrheitsliebe und die Kenntnisse dieses seltsamen Würdenträgers schließen lassen. Wir haben bei der Wiedergabe der Nachrichten aus Deutschland immer darauf Gewicht gelegt, nur Beweisbares mitzuteilen. Herr Goering faselt von den„abgeschnittrnen Ohren des Herrn Torgler", von den„im Landwehrkanal schwimmenden Leichen— aber die sozialdemokratische Presse des Auslandes, dir verläßlichere Nachrichtenquellen hat als die bürgerlichen Zeitungen, hat davon nichts berichtet. Hingegen berichtete sie eine Menge Einzelheiten über die Verfolgungen sozialdemokratischer Arbeiter und Funktionäre, über die Vernichtung von Arbeitereigentum, über Strafexpeditionen der SA gegen ganze Orte, die in oer Verwaltung der Sozialdemokraten standen— eine solche Menge von Einzelheiten, daß der Fleiß, den Herr Goering in saftigen Rundfunkreden entwickelt, gar nicht hinreicht«, uni alles zu prüfen. Immerhin sollte er den Versuch unternehmen, sich wenigstens mit den haarsträu- b« n d st e n Tatsachen zu befallen. Er würde finden, daß wir, zur Schande des heutigen deutschen Regierungsshstems, nicht ein Wort zuviel schrieben und er würde, hätte er den Mut, die Ergebnisse einer unvoreingenommenen Untersuchung zu veröffentlichen, seine Reichstagsrede Wort für Wort widerlegt finden. Herr Goering braucht sich keine allzugroße Mihe zu geben, um Verbindungen zwischen den deutschen Arbeitern und uns zu„beweisen". Di« Arbeiter an den Grenzen stehen schon jahrzehntelang in innigstem B e r kehr m i te ina nder und daran hgben auch die SA-Streifen auf den Grenzwegen nichts ändern zu Knnen. Daran werden auch die drohendsten ReichstagSreden nichts zu ändern vermögen! Auf die s« n tausenden Wegen— auf kernen anderen, Herr Goering!— kommen die Nachrichten aus Deutschland zu uns. Und in zahlreichen Fällen gab es A u g e n z« u g e n, die diesseits der Grenze wohnen, Es ist also ein« Lüge, die allein des Herrn Goering würdvz ist, daß wir„Greuelnachrichten" bringen. Di«. Berichte, die wir wiedergeben, sind grauenvoll, sind eine Schande für das ganze deutsche Volk— aber sie sind wahr und wir find bereit, mit de« Organe« des Herr« Goering ErhSungen über die Wahrheit jeder einzelne« Mitteilung anzuftellen, wen« er di« voraus, fetzunge« dazu schaffen sollt«. Da Herr Goering ein solcher Wahrheitsfanatiker ist— er besucht wenigstens, den Anschein zu erwecken, als sei er ein solcher—, mußte er dieses Angebot annehmen. „Es gibt in Deutschland kein« ausgeplünderten und zertrümmerten Geschäft«, es gibt nicht einen Laden, der in Deutschland in der Ausübung seines Geschäftes behindert wäre." Also sprach Herr Goering. Was aber ist mit den zerstörten und ausgeplünderten Konsumvereinsläden in Dresden und Hamburg? Was mit den auSgevlünder- ten Buchhandlungen der SPD in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Breslau und anderen Städten? Was mit den zerstörte» und von der SA in Besitz genommenen Druckereien? Ist Sollmann nicht mißhandelt, der katholische Priester Ulitzka nicht überfallen worden? Wurde der SozialdemokrM Landgraf in Chemnitz nicht ermordet? Der Jugendlich« Erich Meyer nicht getötet? Der Arzt Dr. Spiegel in Kiel nicht erschossen? Wurde« di« Ort« Ottendorf und Annaberg nicht überfallen? Wurde das Nürnberger Parteihaus der SPD nicht in eine« Trümmerhaufen verwandelt? Hat Herr Goering im Rundfunk nicht daS Schieße» gefeiert und sich gerühmt, an Blut gewöhnt zu sei«? Hat er der SA nicht einen Freibrief für das Morden ausgestellt? Sind nicht die Mörder von Potemba freigelafsen worden? Sind di« Sozialdemokraten und Kommunisten Johanngeorgenstadts nicht bei hellichten Tug überfallen, verprügelt und verschleppt worden? Will Herr Goering wagen, diese wenigen Tatsachen, die allein schon genügen, Deutschlands Namen in aller Welt zu schänden, abzuleugnen? Er spr«che nicht von den abgeschnittenen Ohren Torglers und jüdischen Grabsteinen, sondern von den Volkshäusern, von den Ueber- fällen, von den Konzentrationslagern, von den Presseverboten! Will er der ausländischen Kommission nicht nur die Gefangenen vorführen, sondern ihr auch die verwüsteten Wohnungen der Sozialdemokraten, die besetzten und zerstörten Gewerkschafts- und Parteihäuser zeigen? Will er, um die Auslandspresse sicher zu überführen, auch die Vertreter der ausländischen sozialdemokratischen Blätter an dieser Kommis- . sion teilnehmcn lassen? Darauf müßte e-ne klare Antwort gegeben werden. Die Interventionen des Herrn Prager deutschen Gesandten und die Drohungen des Herrn Goering imponieren uns nicht. Auf uns macht nur die Wahrheit Eindruck. Und diese werden wir auch tveiterhin verkünden und wenn der Herr Goering, statt sich an der Wahrheitsfindung zu beteiligen, vor Wut Purzelbäume schlagen sollt«. HIR5CH Wie gesund und frisch die Kinder aussehen I Die Mutter weiß, weshalb: häufiges Wechseln der Wäsche hält Krankheiten von ihnen fern. Mit der reinen, guten Hirsch seife ist alle Wäsche ia so schnell und schonend gewaschen. Reinlichkeit und Frohsinn herrschen im ganzen Haus und die Wäsche bleibt lange wie neu. IN WÄSCHE FRISCH ZUR SCHULE z. SCHICHT SEIFE MARKE Dollfuß diktiert. Vernichtungskrieg gegen sozialdemokratische Zeitungen.— Aufstand der Zeitungsarbeiter. Wien, 24. März.(Eigenbericht.) Di« Regierung Dollfuß verständigte heute nachmittags die „Arbeiterzeitung und das Kleine Blatt, daß sie von nun an der Vorzensur unterliegen. Der Inhalt dieser Zeitungen mutz vor ihrem Erscheine« der Staatsanwaltschaft bekanntgegeben werden. Dies« Verfügung hat bei den Zeitungsarbci- tern große Erregung hervorgerufeu und sie be schlossen, Samstag früh die Arbeit nicht aufzunehmen. Heut« werden deshalb in Wien kein« Zeitungen erscheinen. Da sich auch der übrigen Arbeiterschaft«in« starke Empörung über di« Gc- waltmatznahmen der Regierung Dollfuß bemächtigt hat, dürft« es heute zu Demonstrationskund- gebungrn gegen di« Regierung komme«. Bürest bestreitet lieimwehraktion. Wien, 24. März. Der niederösterreichische Landtag hielt heute eine Sitzung ab, in der die Sozialdemokraten gegen die Konfiskation zahlreicher Zeitungen Beschwerde führten, während di« Nationalsozialisten eine Reihe von Anfragen wegen eines angeblich für Ende März oder Anfang April geplanten Heimwehrmarsche nach Wien stellten und verlangte di« sofortige Ausschreibung von Neuwahlen. Der Redner der Sozialdemokraten Abg. Petznek schilderte die Ereignisse in der Nacht vom 15. auf den 16. März in Waldofen an der Mbs. Der Redner weist Photographien vor, auf denen bewaffnete Heimwehrleute und Lastautos mit Maschinengewehren zu sehen sind und erklärte, auch gegen die Heimwehren müsse man genau so vorgehen wie gegen den Schutzbund. Der Landeshauptmann dürfe nicht zweierlei Recht dulden. Auch Abg. Petznek verlangt« baldige Neuwahlen, Landeshauptmann Dr. Buresch erklärte in einer längeren Rede, die Regierung sei bereit, das Parlament wieder zu aktivieren. Die Gerüchte über einen Heimwehrmarsch nach Wien seien vollständig aus der Luft gegriffen. Es bestehe ein allgemeines Bersamm- lungs- und Aufmarschverbot, das nicht so bald aufgehoben werden werde. Die Maos-Vergwiheit Doerings. Bericht aui Grund eines Protokolls der Stockholmer Polizei. Unserer gestrigen, dem„Daily Hevakd" entnommenen Darstellung über den Jvomhaus-Aufenthatt des ordinär- brutalen Reichsinuemniimster Goering- fügen wir heute die genauo deutsche Uebevsetzung des Berichts bei, den am 21." Marz 1933 der Stockholmer„Socialdemokraten" und gleichzeitig der Kopenhagener„Soria ldemokraten" auf Grund eines Protokolls der Stockholmer Polizei veröffentlichten: Am 1. September 1925 wurde Hauptmann Hermann Wilhelm Goering in die Stockholmer Irrenanstalt Katarina" eingeliesert. Vorher war Goering Patient in einer privaten Irrenanstalt i« Stockholm, wohin er als Morphinist eingeliefett worden war. In diesem privaten Jrrenheim war Goering über«inen Monat, mutzte aber nach dem Katarina-Jrrenkrankenhaus überführt werde«, weil man in der Privatklinik, wo meist Frauen als Pflegerinnen beschäftigt sind, befürchtet hatte, daß dies« Pflegerinnen den Patienten Goering nicht bewältigen könnten. Die Ueberfuhrung Goe- rings in das Katarina-Krankenhaus wurde in«iyem Krankenwagen unter Begleitung von vier Polizeibeamten bewerkstelligt. Ma» betrachtete Goering als einen brutalen Patienten, der für seine Umgebung gefährlich war. Er war im Besitz von übermenschliche» Kräfte«. Das Kr ankenbauspersonal sagte von ihm, daß er sehr lügenhaft sei. Später mutzt« man Goering in ein anderes Jrrenkrankenhaus bringe« unter Begleitung von drei sehr kräftigen Aussichtsbeamten. Er war ei« sehr unruhiger Patient und hatte sehr oft Anfälle von Gewalttätigkeit. Er mußte in den Unruhige«. Gang(Gummizelle) gebracht werden. Diese Uebersiedlung ging nicht ganz friedlich ckb; fünf kräftige Wärtir mußten ihn bewältigen. Heu Goering hat während seines Aufenthaltes ein Attentat auf ei««« der Pfleger geplant, das noch im letzten Moment abgewehrt wurde. Goering hat selbst zu Protokoll er- klärt, daß er de» Pfleger Niederschlagen wollte, um ihm die Schlüssel zu rauben und in Freiheit zu kommen. Vas Saarland wehrt sich! Eindeutige Erklärungen der Saar- Bergarbeiter. Wir veröffenüichten vor kurzem«ine Aeuße- rung der saarländischen„Bolksstimme", in der Herr Hitler darauf aufmerksam gemacht wird, daß es über der Saar niemals Hiflerterror geben werde. Was das heißt, ist jedem klar: lm Jahre 1935 findet im Saargebiet die Abstimmung über die Zugehörigkeit des Landes statt. Nun haben auch di« Saar-Bergarbeiter, die zu dem von den SA-Hunnen lahmgelegten deutschen Bergarbeitervcrband gehören, recht vernehmlich gesprochen. Am 19. März fand in Saarbrücken eine Konferenz der Sicherhcitsmänner der Saar- gruben statt. Dort erklärte der Führer der Saarberaarbeiter, Schwarz, unter dem Bei-; fall der Anwensenden: Die Tätigkeit der„nationalen" Erhebung i« den letzte« Wochen ist nicht geeignet, dieser Erhebung auch nur einen Funke« Sympathie von selten der freien Gewerkschaften entgegenzubringe« und besonders wir im Saargebiet, in welchem 80 Prozent der Arbeiter organisiert find, verfolgen den„nationalen" Kampf gegen den Fortschritt, gegen die Freiheit unserer deutschen ArbeitSbriider, mit besonderen Gefühlen. Mägen die Führer der„nationalen" Erhebung eingedenk fein, daß auch das nationale Interesse der Greuzlandgebictc, durch ihre Verfolgung Gewerkschaftsangestellter und durch Vernichtung gewerkschaftlicher Einrichtungen, einen Geist erzeugt, der etwas anderes als nationale Gefühle erwecken wird! Klerikale Speichellecker. Ihre Presse liegt vor Hitler auf dem Bauch. Berlin, 24. März. Das rheinische Zentrumsorgan, di«„Kölnische Volkszeitung", führt in Besprechung der gestrigen Reichstagssitzung aus: Kein wahrer Freund des Vaterlands kann wünschen, daß diese Regierung scheitert. Wer sein Volk liebt, muß wünschen, daß di« Regierung in dem Bestreben, zu handeln urw die ungeheure Ausgabe der Zukunft herzhaft anzupacken, unter st ützt wird. Die Zustimmung der bayrischen Volkspartei begründet die in Nürnberg erscheinende„Bayerische Volkszeitung" oamit, daß die Regierung das Ermächtigungsgesetz brauche, um im Rahmen ihrer großen Zielsetzung" auch die entsprechende Arbeitsmöglichkeiten zu haben. Ohne Hakenkreuz kein Vertrauen Weimar, 24. März. Wie die Pressestelle des thüringischen Staatsministeriums meldet,ist Staatsbankpräsident Dr. Jost heute voin thüringischen Finonzminister von seinem Dienst beurlaubt worden. Die Beurlaubung erfolgte, weil er das Vertrauen der Regierung nicht mehr besaß... Die„Würde“ der„Bohemia“ Daß wir der„Bohemia" mit unserer fast täglichen Feststellung ihres Hitler-Charakters sehr unangenehm geworden sind, ist ein« ebenso verständliche wie öffentlich anerkannte Tatsache. Das arme Blatt wogte es bisher nicht, sich gegen unsere Angriffe zu verteidigen, weil schon bloße Beschäftigung mit uns ihm vielleicht ein« schlechte Zensur aus Berlin eintragen dürste. Gestern aber hat sic sich doch zu einer Erwiderung aufgerafft, für die Herr Bacher sich nun neben dem jüdisch-demokratischen Kasino-Orden nun auch noch ein Hakenkreuz auf die Brust haften kann. Die„Bohemia" stellt nämlich fest, daß auch die„Arbeiter- Zeitung" in einer Meldung am Donnerstag vom„verletzten" S o l l• mann spricht, so daß also gewissermaßen die „Bohemia" etwa so vorbildlich über Deutschland berichte, wie die sozialdemokratische Presse. Der aufgelegte, wenn auch nicht auf den ersten Blick durchsichtige Dreh der„Bohemia" besteht nun darin: s i e hat über die viehische Mißhandlung Sollmanns kein Wort gebracht utw von ihm erst gesprochen, als sie Gerüchte über seine Flucht ins Ausland verzeichnen konnte, durch deren Weitervcrbreitung sie die Sozialdemokraten im allgemeinen so ein bißchen zu diffamieren hoffte; die„Arbeiter- Zeitung" dagegen hat di« barbarische Mißhandlung Sollmanns durch die Kameraden Hitlers und der „Bohemia" in aller Ausführlichkeit geschildert und nun eine kurze Notiz über die Krankenhausbehandlung Sollmanns in Deutschland nur deswegen gebracht, um damit den Gerüchten über-die falschgemeldete Flucht Sollmanns ins Ausland wahrheitsgemäß zu dementieren. Und aus diesem ganz verschiedenen journalistischen Tatbestand, der eben die unüberbrück- bare Kluft zwischen den beiden Blättern kennzeichnet und erhärtet,>ucht die„Bohemia" durch ein Taschenspielerkunststück Leser, die dumm genug sind, zu überzeugen, daß die„Bohemia" nicht weniger korrekt und wahrhaft■ sei als die „Arbeiter-Zeitung" und— daß der„Sozialdemokrat" Lügen verbreite!.. Dieser Frechheit hangt die ,^Bohemia" auch nock) einen W ü r d c-Mantel um, unter dem sie das„Schauspiel einer Selbstzerfleischung" verdecken»volle, das natürlich nicht der deutsche Fascismus mit seinen»»»gezahlten Ge- tvaltakten, sondern wir durch unsere Berichterstattung besorgen! Zum Schluß teilt di«„Bohemia" noch mit, daß sie sich weiterhin nicht mit uns beschäftigen werde. Nun, w i r freuen uns, der„Bohemia" versichern zu können, daß wir nicht di« leiseste Absicht haben, Gleiches.mit Gleichem zu vergelten: wir werden uns., na ml ich, ob die ,^8o» hemia" über-uns schweigt oder nicht, nach wie vor mi t ihr beschäftigen und»achveifen, wie sie immer mehr zur Fghne des FasciSmus wird. Wir werden zeigen. Nur dieses Blatt unter Vorschüße» einer gesamtnationalen„Würde" in der würdelosesten Weis« di, Demokratie verrät, auf Objektivität verzichtet und sich alS Pragcr braune Filiale etabliert, in der Juden und Arier, Hakenkreuzler und Demokraten, Deutschnationale und Zionisten das Geschäft der Reaktion besorgen! Rückzug der l ldove Lishj Prag, 24. März. Einen de- und wehmüti- gcn Rückzug treten heute die klerikalen„Lidovs L i st h" an. Sic erklären, daß ihre gestrigen Jn- forinationen über den Verlauf der letzten Sitzung des Wohnungsausschuffes„nicht genau reproduziert" worden seien; daher sei der Kern der Sache „nicht völlig zum Ausdruck gekommen". „Rach näheren Informationen," erklärt dann das Blatt.„konstatieren wir namentlich, daß die sozialistischen Parteien für sich nicht irgendein Lösogeld oder irgendwelche parteipolitisch« Vorteil« forderten. sondern daß es sich bei der Beratung um de» Bau von Häusern mit Kleinwohnungen und kleinen Betriebsstätten handelte, also um ein« Tätigkeit, die die Bolkspartei immer unterstützt hat; sie wird auch immer jede staatliche Tätigkeit zugunsten der sozial Schwachen unterstützen. Es handelt sich um ein Provisorium des Wohnungsgesetzes, und da gedenkt— wie aus der Natur der Sache hervorgeht— die Bolkspartei bei der provisorischen Regelung dieses Gesetzes für kurze Zeit daraus, daß ihre voraettagenen Forderungen nicht erfüllt werden, keine so weitgehenden Konsequenzen zu ziehen, wie es das AuSeinandergehen der jetzigen Koalition in der Nationalversammlung wäre." Lahour-Party Segen Vlermächtehlodf. London, 24. März.(Reuter.) In der gestrigen Debatte, die sich im Unterausschuß nach der Kuirdgebung des Premierministers MacDonald entspann, erklärte der labouristische Abgeordnete Stafford Cripps: Die Labour-Party ist der Anschauung, daß der Block der vier Großmächte eine große Gefahr, eine Drohung sowie ein Nebenbuhler des Völkerbundes ist. Der labouristische Abgeordnete Wedgwood sagte, die letzten Ereignisse in Deutschland hätte»» aus Großbritannien, das Deutschland günstig gesinnt war, ein frankophiles Großbritannien gemacht. e«ü«« SamStag, 25. März 1933. Nr. 72. Brot und Spiele. Immer schon versuchten die Gewaltige» der Erde, die Sklaven, die zu murren begannen, mrt Brot und Spielen zu beruhigen. Ter Nationalsozialismus scheint sich diese alte Weisheit mehr als irgendein« andere Regierungsform zunutze zu machen. Er beginnt mit den Spielen. Seit er zur Bedeutung, und erst recht, seit er zur Macht gekommen ist, löst ein Spiel das andere ab. Bet'der Masse der Menschen bestimmt die Handlung weniger der Verstand, den« dar Gefühl. Da- Gefühl, da- viel seichter als die Vernunft zu gewinnen ist, macht sich der Nationalsozialismus in hohem Maße dienstbar. Seine Zeitungen geben keine gelehrige» Abhandlungen wieder, sondern wirken vor allem auf dar Auge und damit auch auf da» Gefühl. Im Mittelpunkt der politische« Auseinandersetzung stehe« nicht di« Wissenschaft und die eisernen Gesetze der Wirtschaft, vielmehr aber Einzelhandlunge«, die von dem SensationSlüster«en gerne gelesen. zusam- mengcfügt eine verschrobene Auffassung über die Geschehnisse unserer Zeit gebe«. Der so Benebelte steht nicht mehr die organische Entwicklung der Welt, sonder« nur noch den fehlerhaften 8'nfluß bestimmter Menschen auf sei« Geschick«nd stimmt ein in das Geschrei nach ihrer Beseitigung oder nach Aenderung der von ihnen vertretenen politischen Systems. So wie die Z«itung w-rkr die Rede i« der Versammlung aus ihn ein, die ihm vorgesetzt wird, nachdem er durch Tam-tam und Kllng-klang in«in« Art Rauschzustand versetzt worden ist. Die Versammlungen werde» mit knalligen Effekten aufgemacht. ganze Gebiete werde» zusammengetrommelt, Aufmärsche mit Uniformierten damit verbunden, weil dar Sviel mit Musik und Farben, Bewegung vo» Men'ckien- kolonucn, weil Parade« auf den primitiven Menschen begeisternd und berauschend wirken. Dar immer auch in so inszenierten Versammlungen gesagt werden mag, er wird dann gern und widerspruchslor hingenommen und die stärksten Worte ohne geringste« Sin« lösen die größte Zustimmung aur. So wird der Rundfunk, io werde« alle Staatsstellen aüsgenützt. Jede sich bietende Gelegenheit nimmt man zum Anlaß, um neuen Rausch bei den Massen»u erieugcn. Höhenfener, Fackelzüge, Musik und Un'korm'erie, Gesang und Rede«, lassen Ve Menschen beim vorgesetzte« Spiel sogar ans Brot vergessen. Mehr Brot aber ist seit der Machtergreifung des FascismuS nicht gegeben worden. Der Hunger unter de« Massen ist heut«»och größer als vor ei«em Halden Jahr. In tausende« Fällen sind die Brotlosen nur ausgewechselt worden. Alte Versprechen werde« ringelöst, indem man die einen brotlos macht und de« ander« Arbeit gibt. Die Zahl der Hungernden wird mit dieser Methode nichtverr»»g«rt. Immer zögernder spricht dar neue Regime über di« Arbeitsbeschaffung und hilft sich vorläufig noch mit der Beschuldigung, daß„ein schwache» Deutschland" daS Elend herbeigeführt habe. Noch immer wird geleugnet, daß dar Berlage» des KavitaliSmuS o e Ursache der Krise«nd der Arbeitslosigkeit ist. Nichts haben die Gewalthaber des„neuen" Deutschland zu bieten, als de« Trost auf Besserung. Deshalb ist die Wiederkehr zu der uralten Regierungsform von Brot und Spiele« mißlungen. Noch merkt di« Masse«icht, daß Worte daS Brot ersetzen. Aber der Hunger wird da- Gefühl übertönen, und wird früher oder spater zum Denken zwingen und Energien wecken, vo« denen di« Herrschenden heute nicht» ahne«. Mt Bukarester Skodavertrcfnng im Mittelpunkt« eines Korruptionsskandals? v«kar«st, 22. März. Di« Durchsuchung in den Räumlichkeiten der Bukarester Vertretung der Skoda-Werk« war dieser Tage Gegenstand einer Interpellation de» Abgeordneten der nationalen Bauernpartei Dr. Lupu im Parlamente. Die Durchsuchung nahmen Organe der Steuerverwaltung zwecks Feststellung einiger Unstimmigkeiten in dem Steuere:»- bekenntnis vor. Minifnrpräsident Bejda Boje vod führte in Beantwortung dieser Interpellation einige Behauvtungen derselben auf darichtig« Maß zurück. Bezüglich der Behauptung, daß«» sich um di« Auffindung von Dokumenten handele, die von einer Tätigkeit gegen die Sicherheit de- Staates Zeugnis ablegen würden, konstatiert« der Ministerpräsident, daß «icht» Ko m vr im i t tiere nd« s aufgefunden wurde. Gestern unterbreitete Dr. Lupu eine neu« Interpellation, der sich auch der Führer der liberalen Partei, D u c a, und der Führer der nationales Bauernpartei, G o g o, an, schlossen. In der Interpellation wird u. a. auS- aeführt: daß der Bukarester Vertreter der Skoda- Werk« österreichischer Staat-angehöriger ist und gleichzeitig die Forderung aufgestellt, ihn zu verhaften, da er in eme Kor ruptio«-- affär« verwickelt sei. Die Kammer hat der Interpellation di« Dringlichkeit zurr- k a n n t. Unterstaatssekretär im Jnnenmini» sterium. Ealineseo erklärte hierauf sofort, dem Parlament« würden alle Dokument« über dies« Angelegenheiten zur Disposition stehen. Zu den Behauvtungen Dr. Lupu« bemerkte er. Ne seien unvollständig und konstatiert« an-drücklich. daß in dir Angelecenheit kki« Politiker mitverwickel t fei. Aus den,„Befreiten"£>eaitft$lanft... Dl- ersten Dt.der au» dem Konzentrat'ousfn^er Dachau. Wir«iaen hier di« erst«« Aufnahmen von dem ersten Konzentrationslager auf dem Gelände der ehemalige« Pulver- und Munitionsfabrik in Dachau bei München. I« diesem Lager, da-«in Fassungsvermögen für 5 00 0 Verso ne n besitzt, sollen Kommunisten- und NeichSbannerführer sowie andererrsone«, die ,/di« Sicherheit der Staate- gefährden", untergebracht werde«. Unsere Aufnahme ob«» gibt einen Blick auf«inen Teil des Barackenlager- der Gefangenen— unten sieht man da» Polizei-Unterkunflshaus. Im Bordergrund Strohsäcke und Stühle für di« Gefangenen. IWMMIWWMiIlMIIMIIMIMIIiMWlS!IIWMMIWIMWWIW!WMIIMIIIIIIWWISIIIMllIiIMMIIMMMIM!!lIIiWtMIMMM Taffesneuigkeeten klu S-Ier Alters. Berlin, 24. März. Der Thefingenienr der RcichSrundfunk-G. m. b. H., Walter Schäffer, der vor vierzehn Tagen aus seiner Stellung entlassen worden war, hat heute morgen» seinem Leben ein Ende gemacht. Gemeinsam mit ihm ist auch seine Ehefrau freiwillig i» den Tod gegangen. Die Eheleute hatte» sich mit GaS ver- aiftet. Kummer über den Verlust seiner Stellung und Nerv««Zerrüttung solle» den Anlaß zu der Tat gegeben habe«. Kn Held der Men'chttchlelt- Pari«, 84. März. In Perpignan verschied gestern abend der bekannte Radiologe Dr. Her»«. Er wurde ein Opfer der Wissenschaft. Er behandelte seine Patienten mit X-Strahlen, und nach und nach wurden ihm selbst verschiedene Gliedmaßen amputiert; so wurde ihm erst in den allerletzten Tagen die linke Hand amputiert. geheim« svollrr Mord. Pari», 24. März. In Lyon wurde dieser Tage unter bisher mysteriöse» Umständen der ehemaligen Offizier der Zarenarmee, Skorkin, ermordet. Seine Bekannten behaupte», er sei von seinen politischen Widersachern in«in« Falle gelockt und aus geheimnisvoll« Art«rmordet worden. An der Wohnung de» Offizier» wurden beträchtliche Summen an Bargeld, vor allem einige Hunderttausend Rubel, aufgcfunden, die unter der Regierung Wrangcls geprägt worden sind. Bisher ist die Roll«, welche Skorkin in den letzt«« Jahren gespielt hat, noch nicht genau geklärt. Hintze 12 Iahe« Anchtlznns. Berlin, 24. März. DaS Schwurgericht verurteilt« heute unter atemloser Spannung des überfüllte» Zuhörerraumes de» Bankier Wilhelm Hintze entsprechend dem Anträge des Staatsanwaltes wegen Totschlages an seiner Frau, der Kammersängerin Gertrud Biudernagel, zu 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Beide Fütze abgefahren, Pardubitz, 24. März. Nach Mitternacht wurde ein unbekannter, schwer verletzter Mann, der in tiefer Bewußtlosigkeit lag, in das Bezirkskrankenhaus in Pardubitz eingeliefert. ES wurde fcstgestellt, daß e- sich bei dem Schwerverletzten um den 28jährig«n Arbeitslosen Friedrich Pilak aus Pardubitz, Bater zweier Kinder, handelt. Pilak wurden in der Nacht von einem Schnellzug beide Füße abgefahren. Er war bisher noch nicht vernehmungsfähig. Dorsbrand lu der Slowakei. Freitag nachmittags gegen halb 4 Uhr brach aus bisher unbekannter Ursache in der Gemeinde Jelka(Bezirk Zamorin) ein Brand aus, der sich msolge des heftigen WindeS rasend schnell auf die übrigen Gebäude ausbrettete, der insgesamt 22 Wohn- s Häuser und Wirtschaftsgebäude erfaßte. Nun auch indirekt gegen di« Kousu«Verein«. Lu« Rumbura wird uns geschrieben: In Neu, gersdorf und Seifhennersdorf prangen seit einigen Tagen große Plakate, welche die Bevölkerung auf- foroern, biS zum 31. Marz auS dem Konsumverein auszuneten und sich ihre Anteile zu beheben, weil der Konsumverei» schon pleite fei. Hinter dem Text dieser Plakate verbirgt sich irgend ein« Gewerbepartei. Den auf diesem Plakat erhobenen Anschuldigungen gegen die Gc- nossenschastSleitung darf nicht einmal widersprochen werde«, weil e« in Hitlerdeutschland verboten ist, die Wahrheit zu sage». Dagegen find alle Verleumdungen durch die Nazi erlaubt und werden von diesen Leute» mit schmunzelnd n Behagen verbreitet. Dabei geht der Haß gegen die Arbriterklassr so weit, daß man sogar das Einpacken von Waren in sozialdemokratisch« Zeitungsmakulatur verbietet! Maksenvergiftung durch Kohlenoxyd. In der Fabrik Onanie in Elberfeld war Donnerstag ein neuer Koksofen aufgestellt worden. Vermutlich funktionierte der Aozna nicht, so daß sich der ArbeftSranm mit Kohlenoxydgasen füllte. Im Laufe der Vormittag» klagte zuerst eine Frau über Kopfschmerzen. Dann brach die Frau bewußtlos zusammen. Bald folgten ihr einige weitere Frauen, bis schließlich neunzehn Personen bewußtlos waren. Die Verunglückten befinde« sich bereits auf dem Wege der Besserung. Furchtbarer Gatten mord. Au» Ke»mark wird brachtet: I« der Gemeinde Durelsdorf (Tvarozna) im Bezirk KeSma-rk erschlug der Landwirt Adalbort Schwarz sein« junge Frau urit ciwnn Stock. Hiimauf zerschnitt er ihr mit einem scharfen Messer die Brust und schlitzt« ihr den Bauch auf. Nach dem Morde wartete Schwarz noch auf seinen siebenjährigen Sohn, der aus der Schule zurückkchren sollte, um auch ihn zu ermorden. Als der Knab« aber lange nicht heimkam, erhängte sich Schwarz. Todrssprnng wegen einer Steuerschuld. Vor dvei Tagen erfchen brr Gastwirt Neuwalder ! au» Deutschendorf(Mislava) inderKasihauer tFinanzdirektion und ersuchte dort um Streichung seiner Steuerschull). Da ihm 1 dieses Verlangen nicht bewilligt wurde, geriet er derart in Anfügung, daß er au» dein ziveiten Stockwerk auf dre Straße sprang und mit schweren Verletzungen liegen blieb. Donnerstag ist Neuwalder mm im Spital sein«« Verletzungen erlegen. Ei« vergessener„Novemberverbrecher". In der deutschen Oeff«ntlichk«it wollen di« Gsrüchte nicht verstummen, die von jenem großen Prozeß gegen di«„Novemberverbrecher" sprechen, de« Herr Goebbels und andere Größen de» Dritten Reiches während ihrer hemmungslosen Agi- tationszeit zu wiederholten Malen angekündlgt hab«». Ohne ta ein Denunziantentum zu verfall««, sondern lediglich um der historischen Gerechtigkeit willen mochten wir ans«ine Meldung der„Bossischen Zeitung" vom 17. November 1818 zurückgreifen, der zufolge an den Potsdamer Anschlagsäulen folgende- zu lesen war: —„Ich bitte die Kameraden der Garnison Potsdam, sich der neuen Regierung zur Verfügung zu stellen. Wir alle wollen nur das Wohl unsere- Baterlande- und B o l k e S."— Der Verfasser dieser Aufriif«S, der sich so vollinhaltlich mit den brecher» iu-entifiziert« und ihnen daß sie nur daS Wohl des Vaterlandes und des Volkes gewollt hätten, ist bei-er patriotischen Revue in Potsdam am Dienstag in-en ersten Reihen des Stahlhelms mitmarschiert. Sein Name lautet—> Prinz Eitel Friedrich von Preußen! Erpressung a» Liudbergh. Die Federal-Behörden verhafteten einen Mann, dem zur Last gelegt wird, an deü Oberste» Lindbergh ei» schreiben gerichtet zu haben, in dem er diesen in erpresserischer Weise auffordert, ihm 80.000 Dol- larS zu senden. Auch di« Isländer wolle» trinken. Die Aufhebung der Prohibition in den Bereinigten Staaten hat auch auf Island Widerhall gefunden. Elf Mitglieder des dortigen Parlamentes haben einen Gesetzentwurf auf Aufhebung der Prohibition auf Island unterbreitet, DaS isländische Parlament beschäftigt sich zur Zeit mit dieser GesetzeSnovell«. Der Redner, der den eingebrachten Entwurf motivierte, erklärte:„Dir wollen ebenfallr jene» Weg betreten, den die Bereinigten Staaten bereit» gegangen sind." Alkoholcinsuhr nach Amerika. Wie von behördlicher Serie mitgeteilt wird, kann vom 7. April ab Bier und Wein bis zu 3.2 Volumenprozent eingeführt werden. Allerdings ist der Einfuhrzoll auf Bier sehr hoch; er betragt einen Dollar ze Gallon«. Wirbelsturm an der bretonisch«» Küste. Heber dem Allantischen Ozean«nd namentlich an der bretonische« Küste wütet« Donnerstag nachmittag» und abends ei« starker Wirbelsturm, d«r beträchtlichen Schaden anrichtete. Di« Fischerboot« konnten nicht ihr« Anker lichten. I« den holländischen Gewässern sank«in französischer Lastendampf««. Die gesamt« Besatzung diese» Dampfers in der Zahl vo« 88 Mann konnte gerettet werden. Ein Ankermast für Zeppelinluftschtsse in Barcelona. Aufgrund von Verhandlungen zwischen der Regierung von Katalonien,«m Gemeinderat von Barcelona und Dr. Eckener, hat di« katalanische Regierung di« Errichtung eine» Ankermastes für Zeppelinschiffe bei Bareelova beschlossen. Die Frage, ob auch ein Flughafen geschaffen wer-en soll, wurde zurückgestellt. Di« Kosten für d«n Bau«In«» solchen Ankermaste» sollen sich auf 600.000 Peseten belaufen. Amerikanisch« Inden gegen de» Antisemitismus in Deutschland. Di« Bereinigung orthodoxer Rabbiner in-«» Bereinigten Staaten von Amerika hat den 27. März 1838 al» Fasttag zum Zeichen-e» Proteste» gegen die Verfolgung der Juden in Deutschland festgesetzt. Steuerfrage» der Geschäftsreisende« und Vertreter. Wie ipU vom Bund der Vertreter und Reisenden, Teplitz-Schönau(Fachgruppe des Allgemeinen Angrstellten-BeMandeS. Reichenberg), erfahre», habe« di« Abgeordnete» Fran» M a c o u n und Rolerl Klei» eine SnterpeLatio« a» di« Regierung betreffend die Verhinderung der Ausübung d«S Berufe» der Geschäftsreisenden uttd Vertreter einysbracht. Darin wird auf di« kritische Rechtslage hingewiesen, welche für die Geschäft-reisenden und Vertreter durch verschieden«, ei« mangelnde- Vevständni- für ihre Lag««nd ihre Existenzverhältnisse zeigende Maßnahmen und Entscheidungen und die dadurch bedingt« Erschwerung ihrer Be- ruf-au-übung herbeigeführt wird. Pie- gilt besonder» für die schwankende, zum Teil ungünstige Judikatur betreff« der Erwerbsteuer, di« in Ber- kennnng der Tatsache, daß es sich bei den Geschäftsreisenden und Vertreter« um Angestellte handelt, ihr« Tätigkeit begrifflich als«rwerbsteuerpslich- tige Unternehmertätigkeit aufsaßt. Ebenso ist die gleich ungutreffende Einstellung bezüglich der Umsatzsteuer und bezüglich der Pension-- und Krankenversicherung in«iuigeu Entscheidungen wahrzunehmen. Die Änterpcllatiou widerlegt diese unrichtigen Auffassungen an Hand der in Betracht kommenden Gesetzesstellen und unter Berufung auf eine Reih« von entgegengesetzten Entscheidungen de- Obersten BeowaltungsgerichteS. Unter Hinweis darauf, daß die gedrückten EinkommenS- verhältniff« der Geschäftsreisenden und Vertreter«ine dcrarlige nicht für ein« Angestellten-, sondern für rin« selbständige Unternehmertätigkeit zugeschmtteue Steucvbelastung keinesfalls vertragen könne», die «ine Bedrohung ihrer Exfftenz bildet, verlangt die Interpellation von der Regierung Maßnahmen, damit dir Ge'chäftSrcVenden und Vertreter von den Laste» der zu Unrecht vorgeschriebenen Erwcrbsieuer befreit werden, weiter Weisungen, daß die zuständigen Organe die eingebrachteu Slruerabschrci- bungSgesuchr im Zinne d-:s K 276 des ZteuergejetzS? schletlnigst und wohktvollcndft erledigen und schließ- l'ch bi« Ermöglichung, daß der bereit» früher ringr-. reichte^Initiativantrag der gleichen Abgeordneten betreffs Anerkennung-er Rci'eanslagen als Steirer. abzngSPasten«nd betreffs klarer Feststellung de- Freibleiben- der Vertretung iprovistore« von der Ninsaditener baldigst drrabschiebei Vom Rundfunk Empfehlenswerte«»,,» den Vvngrammen. Touutag, Prag:.6.13: Gymnastik. 11: Orchesterkouzert. 15: Deutsch« Sendung: Da- deutsche Lied des Barock. 13.10: Küche de- Lochen-.— vrüuo: 9.33: Schrammelmusik. 12: Militärmustk. 18: Deutsche Sendung:„Die drei Pintos", Oper von Weber. — Vreßburq: 17.45: Klavierkonzert JO: Bunter Abeirb. 32.20; Z-geunennusik.— KöuigSwufter. kaufen: 19: Stu'»de dr- Lachens 20:„8a Traviata", Oper van Verdi.— Berlin: 1825: Schubert— Bre-lau: 18 25: Komm« konzert— Hamburg: 18.30: Da- brauche Singspiel ror 200 wahren.— Königs» erm 21: Vkirlstoph Columbus— Mönche«: 17 45: im Westen.- Wie«: 15.30: Kammer- Liader. chtpno Novemberver-! Bolkidckirgnu attestierte, s musik 19.10: Rr. 72. TamStag, 28. März ISAS. Teil« 8 Schneesturm im Banat Im Banat wütete ein Schneesturin, der stellenweise bis 2 Meter hohe Schncewefen schuf. Die Telephon- undTelo- entin.en wurden vielfach unterbrochen. Große Streckenab'chnrtte sind so verweht, daß der Verkehr unmöglich war. Die Strecke Temesvar— Arad ist unbefahrbar und der. SimPlorpExpreß mußte Dienstag seine Fahrt unterbrechen. Zahlreiche Arbeitskolonnen wurden ausgesandt, um die Eisenbahnstrecken sreizulrgen. Türkei führt Familiennamen ein. Das türkische Innenministerium hat einen Gesetzentwurf ausgearbeitet,-der di« Einführung von Familiennamen vorsieht. Nach dem Entwurf soll dar Gesetz am 1. Jänner 1934 in Kraft treten.. Bon diesem Tage an ist feder türkische Staatsbürger verpflichtet» einen Familiennamen zu führen und die'en in seine Geburtsurkunde sowie in alle sonstigen amtlichen Papiere eintragen zu lasten. Die Familiennamen müssen türkischen Ursprung haben und werden beim Gebrauch hinter den Vornamen gestellt. Binnen eines Jahres müffelt die Familiennamen durch die Familienvorstände den zuständigen Behörden vorgelegt worden fern. Wer nicht binnen eines Jabres die Namen nach den Bestimmungen des Gesetzes zur Eintragung brinat, wird mit Geldstrafen belegt. Psychotechnisch« Prüfung von Rittelschnlahitu» rientrn. Unter diesem Titel ging vor kurzem die Nachricht durch all« Zeitungen, daß das psycho- technische Institut in Prag Eignungsprüfungen an allen Mittelschulen durchführen wird. Di« deutschen Mittelschulen und di« deutschen Elternvereinigungen werden aufmerksam gemacht, daß die deutsche Berufsberatung und die deutschen Eignungsunlersuchungs- stelle» in der Arbeitsgemeinschaft für Beruis- beratung, Sonderausschuß des Reichsverbandes für deutsche-Jugendfürsorge, Reichenberg, Waldzeile 14, zusammengefaßt find und daß ihre Unterstellen (solche bestehen in Reichenberg, Muffig, Prag, Brünn, Troppa«, MSHr.-Ostrau) schon lange die Berufsberatung und Eignungsuntersuchung von Mittelschülern durchfuhren- Auch in diesem Jahr« sind dies« Stellen an all« Mittelschulen werbend herangetreten. Auch an Hochschulen wurden bereits Eignungsuntersuchungen vorgenommen. Di« deutschen Beratungs-. und Untersuchungsstellen sind dem psychotechnischen Institute in Prag nicht angcgliedert. Mensch im Stall. Das Stubenhocke« des Berufsmeuschen.— Di« ErkällungSsanaliker.— Was wir brauchen: Luft, Master, Bewegung. Wer sich früher an einem schönen Wintertag seiner Kleider entledigt hätte, um im Schnee allerhand merkwürdige Bewegungen auSzuführen, der wäre mit größter Wahrscheinlichkeit fcstge- nommen und auf schnellstem Wege einer Irren- anstatt zugeführt worden. Heut« wird nur«in Unverbesserlicher über die„verrückten Neuheiten" den Kopf schütteln. Ntan hat fernen Körper wiederentdeckt und die natürlichen Quellen seiner Gesundheit: Sonne, Luft Bewegung. Ein Vorurteil nach dem anderen ist dem Drange nach Verjüngung und Kräftigung des Großstadtmenschen gewichen, der ge- zwungen ist, in Alltag und Berufsleben die wich- tigsten hygienischen Regeln zu verletzten. Wir durf«u uns nicht darüber hrnwegtäuscheir. daß wir, vor allem in der Großstadt, ein Stallleben führen, und daß bei diesem bewegungslosen Dasein in geschloffenen Räumen di« natürliche Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich klimatischen Schwankungen anzugleichen, ohne Schaden dabei zu erleiden, allmählich verlorengehen muß. Di« Schar der ErkältungSfana- t i k e r wuchs daher ins Unabsehbare. Ein« Arm« von Unglückseligen, deren Lebe» tyrannisch von der Furcht vor einem unvorhergesehenen Luftzug beherrscht wird, Fenster und Türen werden nur mit Zittern geöffnet, Ausgänge ins Freie nur bei wolkenlosem Himmel und Windstille gewaat. Doch daS Laster dieser Leute wär« noch harmlos, wenn si« nicht auch ihr« Mitmenschen unaufhörlich mit ihrem Erkältungswahn verfolgen würden, besonders aber die eigenen Kinder, die ihrer übertriebenen Fürsorge rettungslos ausgeliefert sind. Da nun einmal so diele von unS zum Stnbenhocksn verurteilt sind, bleibt nichts anderes übrig, als sich nach Ersatzmitteln für die ursprüngliche naturgemäße Lebenswerse umzusehen. Da.steht uns in erster Linie das täglich« Luftbad zur Verfügung, das sich fast jeder täglich zweimal bei geöffnetem Fenster gönnen kann, verbunden mit kalten Waschungen. Abreibungen und gymnastischen Uebungen. Aber um wievtel wirksamer wird di«S alles m frischer Luft unter dem belebenden Einfluß von Wind und Sonne. Man muß nicht glauben, daß niedrige oder hohe Temperaturen an sich einen Grund zu Erkältungsbrfürchtungen abgeben. Zu einer Erkältung gehört dreierlei: ein wenig widerstandsfähige, vielleicht auch durch vorangegangene Erkrankungen geschwächte Veranlagung, eine mangelnd« Gewöhnung an Temperaturschwankungen und ein« frische Infektion, di« sich auf d«m Feld deS widerstandSunfähigeu Organismus ungehemmt ausbreiten kann. Aber nick>1 jeder darf der verführenden Lok- kung von Lust und Sonn« ohne weiteres folgen, dennoch kann man sagen, daß bei allmählicher Gewöhnung und unter vorsichtiger Beachtung der besonderen Körpereignung fast jeder Mensch sich weitgehend abhärten kann. Zu einem richtigen Luftbad gehören auch die kalten Waschungen und Abreibungen, die wobl die besten Abhärtung-möglich, leiten bieten. MerdinaS ist dabei Vorsicht ge- boten. Langsame Gewöhnung— das Waffer soll 1 cht unbedingt«ine lästige und überfein. Wen Arbeit um> Beruf zu in her iir»or fünften Volkswirtschaft und Sozialpolitik mens zur Abschaffung der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung seine Zustimmung gegeben hat. Das Amt hat daher den Dorentwurf einrS Nebcreinkvmmens aufgestellt, der innerhalb einer dreijährigen Frist die Abschaffung derjenigen Stellen Vorsicht, die die Arbeitsvermittlung ge bt« Vorarbeiten für die W. Faesel."' nachträgliches in- «n werben» sonst war bi« Wasseranwendung falsch und unzuträglich. An Luftbad und Waschung soll sich möglichst eine länger« Bewegung im Freien anschließen. Der Fußweg zur Schule, oder zur Arbeit muß nif flüssig« Sache, vielstündigem Stillsitzen in der^ ungesunden Stubenluft verurteilen, der sollte für«inen täglichen Bewegungszwang dankbar s«m. Lnft, Wasser, Bewegung, dies« drei Wege zur Abhärtung und zum Schutz vor Erkältung find gewiß kein« Geheim- und Zaubermittel. ES gehör«» viel Wiffen und Selbstdisziplin dazu, um nicht bald zu erlahmen und steckenzubleiben. Aber das Ziel ist lohnend und verlockend: Be- freiung von der Last der ewigen Erkältung und von dem noch schlimmeren Laster der ewigen Er- 'ältungsfurcht! Dr. med. A. O. schäftigungslosigkeit der Saisonarbeiter beginnt zu sinken. Der Außenhandel gestaltete sich im Feber gegenüber Jänner ei« wenig besser. Günstiger gestaltete sich die Fertigwarenausfuhr, die einen mäßigen Anstieg verzeichnet. Die Feberbilanz de» Außenhandel» wie» ein mäßige» Akti- vum auf. Di« Exportschwierigfeiten hatten bisher unvermindert an; die Gestaltung der Zahlungsbilanz bildet eine Unterlage für di« tschechoslowakischen Bestrebungen, den Zutritt nach den Märkten, von welche» die Tschechoflo- wakei in den letzten Jahren durch verschieden« Eingriffe verdrängt wurde, wieder anzu- st r« b« n. Di« gesamt« Wirtschaftslage ist sonst dem Stande de» Vormonate» analog. , stellt werden. Diese Bestimmungen sollen durch ! den Entwurf einer Empfehlung ergänzt werden. I Die öffentlichen Arbeitsämter sollen den Bedürf- i niffen derjenige» Berufsgruppen angepasst wer- ! den, in denen«och häufig gewerbsmäßige Arbeitsvermittlung vorkommt. Arbeitgeber und Är- be'tnehmer sind berufen, bei der Tätigkeit der | öffentlichen Arbeitsämter mitzuwirken. Sie tollen International« Abschaffung der gewerbsmäßige« Stellenvermittlung. Aus der am 8. Juni 1933 in Gens beginnenden 17. Internationalen Arbeitskonferen; wird unter anderem auch die Frage der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung in zweiter Beratung behandelt werden. Zu diesem Zweck hat das Internationale Arbeitsamt einen Blaubericht über diese Frage veröffentlicht. Dieser Bericht enthält die Antworten do» 38 Regierungen auf den Fragebogen des Internationalen Arbeitsamts, dessen Grundlagen auf der bereits von der 18. Internationalen ArbeitSkon- ferenz im vorigen Jahre durchgeführten ersten Beratung der Frage aufgestellt wurden. Bon diesen 33 Regierungen haben nur einige de« Grundsatz der Abschaffung der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung abgefehnt oder Einwettdun- etwa stubenwarm sein—, nicht zu große Wassermeng«», da der Haut sonst zu viel Wär»« ent- zogen wird, ein Schwamm genügt! Kalte Duschen sollen nicht länger als zehn bi» zwölf Sekunden dauern. Stet» muß ein—-- tensive» Wärmegefühl empfunden werden, sonst ' habe e8 quasi als Förderer teurer wissenschaftlicher Aktionen eine große kulturelle Verantwortung auf sich geladen. Di« neu« Expedition, dr« Anfang 1933 be- ! rcilS beginnen soll, hat insofern eine g«wisst i politische Bedeutung, als das bereits von ByrS I entdeckte Neuland offiziell von den Bereinigten I Staaten übernommen werden soll. Es handelt I sich hierbei natürlich vorerst um einen shmboli- jscheu Akt, aber man erinnert sich der Slreitig- ! keilen zwischen England und der. U. S. A. als Byrd, ohn« sich vorher mit Washington in Verbindung gesetzt zu haben, das Neuland für sein Vaterland„annektierte". Mittlerweile hat di« englische Regierung ihr Nichtinteresse an dem Neuland nach langwurigen Verhandlungen mit dem Weißen Haus ausgesprochen— so melden wenigstens die amerikanischen Zeitungen. Natürlich wird die wissenschaftliche Expe- ditwn wieder von einer Filmexpedition begleitet sein. Man will diese» Mal nicht weniger al» fünf große PolarfUme drehen, darunter dr«t reine Spielfilme, bei denen das Südpolarmilieu als sensationell« Grundlage abenteuerlicher Handlungen genommen werden soll. Einig« bekannte Filmdarsteller werden sich deshalb der Expedition anfchließen. Ein Film soll übrigens das Leben in. dem neuen„Sittk America" romanhaft behandeln. Man steht also, neu« Expedition sind bereits in vollem Gang«. Staat..Südoos der Vereinigten Staaten. S ne große ßolarerprbftlon in Vorderes ung.— Die Stadt in der StSwüfte. 5 Stime tollen gedreht werden. Die nationale geographische Gesellschaft dec vitiönskosten betragen, steht. Nichtsdestoweniger Bereinigten Staaten hat beschlossen, ein« neue macht Wilkins im Augenblick nt der Oefsentlich- Expedition nach dem Südpol zu organisieren,! leit große Propaganda für seinen neuen Plan, um di« Forschungen des Admiral ByÄ bei sei-1 einer U-Bootfahrt nach dem Nordpol.. ner letzten Expedition, die bekanntlich so erfolg-!. In der amerikanischen Presse wtch für die reich verlief, werterzuführen.! neue Expedition starkes Interesse bekundet und Die Gesellschaft trat an Byrd heran, um ihn' es wird darauf hingewiesen, daß rn der augeu- wieder als Führer der Expedition zu aewin-1. blicklichen Notzeit fast ausschließlich die Ameri- nen. Byrd sagte indessen wegen seiner schlechten• kaner in größerem Umfang Mittel für die Auskörperlichen Konstitution ab. Gleichzeitig schlug! rüstung wissenschaftlicher Expeditionen übrig er seinen Kameraden Lincoln Elsworth als' hätten. Amerika könne hierauf stolz sein, zugleich Führer und als Hauptflieger seinen Kameraden‘' Bernt Batchen vor. Die neue Expedition soll mit technisch weit größeren Mitteln ausgerüstet werden als die Expedition Byrds. Es ist beabsichtigt, nicht weniger als vier Expeditionsschiffe nach dem Südpolargebiet zu entsenden. Dort, wo Byrd sein bekanntes Lager„Little America" auflchlug, soll eine ganze Expeditionsstadt errichtet wer den, deren Lebensdauer auf drei bis vier Jahre berechnet wird, also mehr al- da» Doppelte der Existenz von Byrds Lager. Soweit»röglich, soll das Personal Byrds wieder herangezogen werden, um sich di« prak tischen Erfahrungen der letzten Expedition voll zunutze zu machen. Auch wird beabsichtigt, das Lager cm Polargebier bereit» einige Monate vor Beginn der eigentlichen ForschungStätigkeit errichten zu lassen, da es sich herausstellte, daß Byrd durch rein technische Arbeiten mehr als beabsichtigt rn Anspruch genommen war. Dre Gesamtkosten der Expedition werden auf über ein« Million Dollars, also mehr als das Doppelt« der Expedition Byrds geschätzt. Ein Angebot Wilkins, im Südpolargebiet erneut Versuche mit Tauchbootfahrten zu unternehmen, wurde abgelehnt, da die einhellige Meinung herrscht, daß es sich hierbei im wesentlichen um ein sentationelles Unternehmen handelt, dessen wissenschaftlichen Wert wenigstens in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen riesigen Kosten, die ein Vielfaches der gesamte» Expe- SoFonarbelten setzen ein. Aus dem Bericht der Rationalbank. Prag, 24. März. Der Bankrat der Rational-.... bank hielt heute seine ordentliche Monatssitzung! gen gemacht, während"die große Mehr^hl dem ab. Der vorgebrachte Geschäftsbericht erklärt> Grundsatz eine» internationalen llebereinkom- u. a., daß das wiederholt betonte Verbleiben bei' der Politik der Au fr« cht er Haltung der Währungsstabilität sowohl in den Ber einigten Staate«, als auch in Deutschlands in der Welt einen günstigen Widerhall f«id. ES kommt in letzter Zeit in verstärktem Mäße daS................... Bewußtsein der Unerlässlichkeit vo n werbsmäßig betreiben oder dafür dem Arbeit- Vereinbarungen, die da» Hauptziel der geber oder dem Arbeitnehmer Kosten auferlegen, internationalen Wirtschaftskonferenz BiEben sollen, f Ausnahmen sollen in gewissen Fälle» für solche zur Geltung. Die Regierungen verschiedener! Vermittlungsstellen zulässig sei«, die sich mit be- Staaten bereiten finanzielle und kredittechnische stimmten Arbeitergruppen befassen. Philan'bro- Boraussetzungen vor, um die industrielle Beschäf- spische und andere Bereinigungen, die einen Rei- kigung zu beleben. ftrgg erheben, ohne jedoch damit die Absicht dcS Di« Jndustriebrschäftigung d«r Welt blieb Gewinne» zu verbanden, sollen ihre Tätigkeit mit ungefähr ans ihrem Feberniveau;«S gab hier' staatlicher Zustimmung und unter staatlicher Kon- kein« bedentendere« neuen Ansporn«. Die trolle fortführen können. Innerhalb der für die WirtschaftSkag« der Tschechoslowakei deckte sich Abschaffung der gewerbsmäßigen ArbeitSvermitt- unqefähr mit der Weltentwicklung. s lungSstellen vorgesehenen Frist von drei Jahren Den Mittelpunkt deS Interesses aus dem dürfen neue gewerbsmässig« Arbeitsvermittlungsheimischen Geldmarkt« bildete die vorberestete. stellen nicht mehr eröffnet werden, während die Emission der neuen inländischen ArbeitS- BermittlungSsätze der bestehenden Stellen wäh- anleih« und da» Bestreben nach Herabsetzung rend dieser Zeit der öffentlichen Kontrolle unter- de« ZinSniveau» im Wege deS Abkommen» zwi-‘ n* n; ichen den einzelnen GeldinstitutSgrupPen. Der Geldmarkt erfirhr ine allgemeinen kein« Verän derung. Die Berfchiebitngen der Preisindices sind gering, der Index der empfindliche« Preise befestigte sich ,n den letzten Wochen. Der Index der Jndustriestoffe und Erzeugnisse blieb unver- ändert.,- Tie Fndustriebeschättronng leidet ständig vor Gewährung der im Neberemkommen vor- «nter den zerrüttete« Absatcverhältnissrn der gesehenen Ausnahmen gehört werden. Außerdem Weltmärkte, handtsächlich i« je««« Staat««, in' soll jede Arbeitsvermittlung verboten werden, denen ZahlnngSschwierigkeit«« bestehen. Rach wem» sie mit der AuSsibuna emes bestimmten Eintritt be» wärmere» MSrzwetkerS wnrde»' Berufes, wie GetrenkeauSschank, Geldverlei- d!« Frühjahrsarbciten ausgenommen, die Be-i he rustv., verbunden ist. den Datumstempel Ein Blick— und Sie wissen, bis. wann Vitello zu verbrauchen ist, Aditen Sie deshalb stets auf den Datumstempel— das untrügliche Zeichen für guten Einkaut VITELLO OEUKATESS-MARGARINE Kleine Reportage«. Die Hochzettsuacht hinter schwedischen Gardinen. Auch in Frankreich pflegt man, wie der uns, das Hochzcitsjest mit einem ordentlichen Hochzeitsmahl zu beschließen, wobei ganz und gar nicht wenig getrunken wird. Nm daß man— dem Charakter des WeinlandeS entsprechend— auch in der Arbeiterbevölkerung Wein trinkt. Da wird gesungen und musiziert und all« sind munter und guter Dinge. Leider war«s bei der Hochzeit von Jean Gay in Bar-el-Du« zum Schluß etwas weniger gemütlich. Der Bräutigam macht« zwar anfangs seine» Namen(Gay- Fröhlich) all« Ehre: er war ein rechter Hans Fröhlich und Bruder Lustig. Et wurden viel« Reden geschwungen; mancher Freund wünscht« ihm und seiner hübschen jungen Fra» Glück für di« Zukunft. Natürlich muht« er allen darauf antworten und viel reden macht bekanntlich di« Zunge trocken. Er trank immer wiÄier, bis es schließlich«in bißchen d«S Guten zuviel war. Erst wurden sein« Reden poetisch, dann rührend pathetisch. Aber er blieb doch noch immer in den Grenzen, solange di« Gäste da waren. Wat abcr war mit Hans Fröhlich für eig« Umwandlung vor sich gegangen, kaum daß der letzte Gast daS HochzeitShauS verlassen hatte? Er vergaß alle guten Vorsätze, die er sich selbst gemacht— und alle guten Reden, di« von seinen Freunden auf das neu« Eheglück gehalten wurden, schienen ganz in den Wind geriet zu sein. Er fing an zu toben, zerschlug di« Wohnungseinrichtung, hieb die Fensterscheiben ein und war rein aus dem Häutzchen. Sein« junge Fern versuchte ihi« zu beruhigen, doch lenk!« das nur den Zorn des Tobenden auf sie selbst: er wandt« sich gegen sie, ja er würgte sie. DaS Klirren der Fensterscheiben hat» glücklicherweise eine Polizeistreife herbeigelockt, die Gendarmen kamen gerade zur rechten Zeit, um die Frau auS den Händen des Wüterichs zu befreien; der hält« si« fast erwürgt. HanS Fröhlich aber mußt« nun ein« traurig« Hochzeitsnacht auf der harten Pritsch« des Polizeigewahrsams verbringen. Selbstmord mit einem Blindgänger. Noch immer wird durch di« vielen Blindgüngcr. di« auf den französischen Schlachtfeldern aufgelesen werden, manches Unglück verursacht; kürzlich sind erst wieder drei Todesfälle dadurch«ingetreten. Ja, einer stellte sich als Selbstmord eines jungen Mädchens heraus. Di« achtzehnjährige Rosalie Bosko aus Laon nahm in da- Wäldchen von Pinon einen solchen Blindgänger mit hinaus, der im elterlichen Haut als Kriegsandenken aufbewahrt wurde. Sie hämmert« so lange auf dem Zünder herum, bis dadurch di« Explosion der Granate eintrat die ne in'Slücke riß. Zwei zehnjährige Jungen, dj« mir einem jüngeren Kameraden auf dem Feld spielten, sanden dort«in« Gelb-KreUz-Granat«, die bekaNntkich ein sehr wirksames Distgas enthält. Sic machten sich weiter gar kein« Gedanken daraus mit der GaSglanat« zu spiele»; sie wollte» sehen' wqs es wohl für einen Krach geben würde, wenn die Granate explodierte. So schleppte»' si« das Geschoß kurzerhand zu einem Bnrnnenrand und warfen es mit der Spitze darauf. ES explodierte mir lautem Krach und hinterließ ein« dicke Wolke blauen Giftgases. Di« beiden ätter-n Jungen atmcien da» verderbliche Gift«in und starben ein.paar Stunden darauf. Der Jüngere, der etwa» ängstlich beiseite gestanden hatte, rannte, als er die Explosion hörte, davon und«titgsng so dem Tod«. Lokal kn Rot. Auf der Jagd nach einer neuen Sensation ist ein Amerikaner auf di« Id« gekommen, ein Lokal einzurichten, in dem alle», von den Stühlen. Tischen und Tischdecken angefangen über die Tapeten an den Wänden bis zur Haarfarbe der 85 samt und sonders rothaarigen Kellnerinnen in Rot gehalten ist. Ob es sehr nervenberuhigend ist, in einem solchen brennendroten Lokal seine Mahlzeiten einzunehmen, scheint noch sehr fraglich. Jedenfalls ist zunächst einmal kestgestellt worden, daß es dem Besitzer des„roten" Restaurants gelungen ist, die größte Zahl rothaariger Frauen auf einem Platz prsammenznbrin. gen. DaS allein wird di« Amerikaner di« für jeden Rekord begeistert sind, wenigstens zunächst in diese merkwürdige Gaststätte locken. Seite 6 SamStag, 28. Mär, 1938. .4t. 72. PWAQEP»EITIJWC. Merle» Zronsaltioncn. Die Skandaiaffare« e'nes Großgrundbesitzers. Prag. 24. März. Wenn irgendein kleiner omn- feltger Wicht ein« Sache„dreht" und«inen M^- Menschen um einige hundert oder tausend Kronen^ prellt, so ist die Sachlage meist von«rfreulicher Einfachheil. Der Täter bekommt seine Strafe, man rümpft die Rase über das kriminell« Sulbjekt und der Fall ist zu allgemeiner Zufriedenheit erledigt. Ander- ist es, wenn irgendein« Skandalaffär« in den„Höhm" der Gesellschaft auffliegt und es sich um Hunderitausende oder gar Millionen handelt. Dann, spricht man von„Transaktionen" und di« Richter haben alle Mühe, in dieser Sphäre di« Sachlage' klarzulegen und zu einem bündigen „Schuldig!" zu gelangen. Tenn wo dir „Transaktion" aufhört und der kriminelle Tatbestand.anfängt— das zu entscheiden, ist eine schwierige Sache in dieser gottgewollten Ordnung. .Heute stand der 80jährige Großgrundbesitzer Josef T r a ch t a aus Prag vor dem Senat. des OGR. Novotny und di« Anklage bezichtigt ihn des. mehrfachen schweren Betruges und der Veruntreu««-. Der Stoff'zerfällt in drei Grüppen: Interventionen. Der Geschäftsfreund des Angeklagten, ein Herr Josef Kutz,, beklagt den Verlust von 148.000 8. Im Jahr« 1924■ sucht« ihn Tracht« an einem Holzgeschäft aus der Herrschaft Oraba zu interöfsieven, das er ihm durch.seinen Einfluß und seine Interventionen beim Landwirtschaftsmini st« rium zuzuschanzen versprach. Freilich müsse er zuvor bä diesem Ministe- rium 100.000 K erlegen. Herr Kutz zahlte, bekam aber weder das erhoffte Geschäft, noch sah er etwas von dem Geld, das angelblich nur KautionS» zwecken dienen sollte, wieder. In einem anderen Fall erlegte Kutz 43.000 E, wofür ihm Tracht« die Bewilligung zu intensiver Ausbeutung eines anderen: Herrschafts- waldeS zu verschaffen versprach. Der Endeffekt war der gleich- wie im ersten Fall. Di« Verteidigung des Angeklagten ist originell. Es handle sich nicht um Kautionen, sondern nur um den„Ersatz der gehabten Barauslag« n". Glückliche Welt, wo man sich 143.000 Kronen„Barauslagen' und Spesen leisten kann, um vielleicht«in Geschäft zu machen!.Herr Kutz bestreitet übrigens dies« Darstellung und verweist dar» auf, daß der Angeklagte 1927 sein« Schuld ausdrücklich anerkannt habe. Transaktionen im Familienkreis. I« Jahre 1929 verheiratet« sich Trachta, wobei ihm die Mutter seiner Braut erklärt«, sie könne } c i tt e Mitgift beistellen, was der Angeklagte zur Kenntnis»ahm. Da er aber gemerkt hatte, daß vor Schwiegermutter ein Vermögen von 300.000 E in Wertpapieren(meist Aktien) besaß, erbot er sich M.r Vermittlung einer gewinnbringenden Transaktion. Er erklärte, die Eskompte- b a n k werde ihm Aktien der„Berg und Hütten" verschaffen, die als ganz erstklassig galten. Das Geschäft zerschlug sich, denn di« Schwiegermutter, die ihm nach und nach ihr ganzes Vermögen anvertraut hatte, bekam weder chre Papiere zurück noch sonst etwas. Die Papiere hatte Trachta als eigenes Vermögen unter dem fingierten Namen ZajiLek bei der„Ameriko-öeskoslovenska Banka" zü,r Deckung seines Kontos deponiert. Als die Aktienkurs« zu sinken begannen, verkaufte die Bank/ um nicht zu Schaden zu kommen, die Papiere. Tnachta behauptet, es habe sich um ein« M i t- gift gehandelt, was sowohl seine Schwiegermutter als auch seine inzwischen geschiedene Frau entschieden bestreiten. Einige seiner Verwandten erklärten. zwar,„etwas von einer Mitgift gehört zu haben", worauf die Gegenpartei mit der Frage antwortete, warum sie denn dann die jung« Frau als armes„her-elaufens Mädel" über die Achsel angesehen hätten, wenn sie doch eine immerhin an nehmbare Mitgift mitgebracht hätte?. Noch einige andere „Kleinigkeiten" 1 enthält die Anklage. Trachta soll 1930 ein Auto für 87.000 E gekauft haben und 30.000 E schuldig geblieben sein, trotzdem aber den Wagen, der ihm noch nicht gehörw, weiterverkauft haben. Der Großvater ferner Frau überließ ihm drei g o l de n« R i n g« zu einem angeblich sehr günstigen Gelegenheitsverkauf, bÄam aber weder die Ringe, noch den finanziellen Gegenwert. Hier behauptet der Angeklagte, für den Erlös die Heilung-- kosten eines Verwandten seiner Frau im vornehmen Podoler Sanatorium bestritten zu haben. Da«me Reih« von Zeugen nicht erschienen war, mußte, der appetitliche Fall vertagt werden.. rb- Genosse MUDr. Gruschka spricht Donnerstag, den 30. Mär; um 7J4 Uhr abend im Vortragssaal des Ministerium für soziale Fürsorge über„Schulhygiene". Rohrbruch in Karany. Das Wasseramt der Hauptstadt Prag teilt mit: Freitag, den 24. März 10 Uhr 45 entstand in der Karanyer Druckröhren- leitung von 1100 mm Durchmesser zwischen Kej und Hostavice eine Störung. Die Reparaturarbeiten wurden.sofort begonnen und dürften etwa drei Tage dauern. Die normale Wasserversorgung von Groß-Prag wird aus den Vorräten des Hauptreservoirs und aus der Filtrierstation in Podol erfolgen. Um einen Wassermangel in Groß-Prag zu vermeiden, wird die gesamte Bevölkerung ausgefordert, soviel wie möglich m i t Wasser zu sparen und keine überflüssigen Vorräte zu sammeln. Kunst und Wissen W»M>MWWMWWWWWW»WMWWMWWWW»W»W» Maria Jvogiln, di« dermalen beste Koloratursoubrett« der deutschen Opernbühn«, sang vorgestern in„Figaros Hochzeit" die Susanne. Daß sie nicht die erwartete Teilnahme des Publikums fand, hat zwei Ursachen; di« ernstere und bedenklicher«: die zur Gewohrcheit gewordenen, mit und ohne Grund veranstalteten Gastspiele, die zweit«: die Wenig lockend« und wenig Gelegenheit zu gesang- lichem Hervortreten bietende Aufgabe der Susanne- Partie. Und doch ist Maria Äoogün gerade ein« Mozart-Sängerin allerersten Ranges. Ihr Stilgefühl für Mozart vor allem ist beglückend rein und echt; mit unnachahmlicher' Anmut und unbeschwerter Leichtigkeit bringt sie die Süße seiner Melo, dien und die Köstlichkeiten seiner Ornamentik zur Geltung, nie im Ton auftragend, immer bedacht aus die Schönheit der Gcfangslinie und auf di« Klarheit der musikalischen Phrase. Auch ihr« schauspielerische Leistung ist stilvoll: voll vornehmen Humors und lebendiger Schalkhaftigkeit. Daß ihr« Stimmmittel an sich nicht überwältigend groß sind, die Künstlerin vielleicht auch stimmlich reservierter als nötig war und manche Fortetön« nicht mehr den nötigen Schmelz besitzen, tut der. künstlerischen Gesamtleistung keinen Abbruch. Aus ihre Mimi in »^Boheme" und auf ihr konzenmäßiges, Auftreten darf man gespannt sein. Noch einen zweiten Gast hörte man vorgestern im„Figaro", Fr. Jesst« Kött« ri ch als. Marzellin«; ein« Sängerin und Darstellerin von bescheidener künstlerischer Art. Di« von Prof.. S z ö l l geleitet«. Aufführung war übrigens nicht sehr glücklich; schon in der Ouvertüre zeigten sich Unstimmigkeiten, di« in den Ensembles nicht besser wurden. 8. 3. Sport- spiel- Kömemfiene Lettische Eissportmeisterschaften. Die Landesmeisterschaft in Eishockey der lettischen Arbeiter- sportler fiel wieder an Riga-Zentrum, das im Endspiel die beste Provinzmannschaft Tukum mit. 10:6 schlug. Insgesamt nahmen 13 Mannschaften an der Meisterschaft teil. In der diesjährigen Meisterschaft im Kunstlaufen siegte Bilmieks (Riga) mit 151 von 190 möglichen Punkten. Beendet wurde die Eissportsaison mit einem großen Eisfest auf der Arbeitereisbahn, das an die 2000 Besucher auswies. Arbeiter-Tischtenuiswettkämps« in Deutschland. An den Spielen um die erst« Tischtennismeisterschast im Mannschaftskampf des Bezirkes Leipzig im ADSB. beteiligten sich 11 Verein« mit 38 Männer- und 11 Frauenmannschaften. Jede Mannschaft umfaßte vier Personen. Es spielten in der ersten Klass« 12 und in der zweiten Klasse 19 Mannschaften. Di« Frauen starteten in einer Klaff«. 116 Mannschaftskämpfe innerhalb Mei Wochen waren notwendig, um die Meisterschaften zu entscheiden. Bezirksmeister der Männer ks wird gefyndit... Sine alte Frau zu Tode geprügelt.— Verteidigung der Selbstjustiz im kalifornischen Rundfunk. Da in der letzten Zeit die Lynchjustiz insbesondere in den Südstaateu der nordamerikam- scheu Union einen beängstigenden Umfang angenommen hat, haben die Behörden auf ausdrücklichen Befehl der Landesregierungen nunmehr eine schärfere Tonart angeschlagen. Es wird aber auch höchste Zeit, daß radikale Maßnahmen gegen diese schreckliche Unsitte ergriffen werden, die in ganzen Distrikten zu einer förmlichen Geißel der Bewohner geworden ist. Früher ausschließlich und jetzt auch noch in den meisten Fällen find Neger die Opfer der „Selbstjustiz" des Volkes. Fast immer sind ganz nichtige Grunde, ost falsche Anschuldigungen, di« Ursache dafür, daß ein wild gewordener Mob, der aber ganz systematisch in Wut gebracht wird, Jagd auf einen Unglücklichen macht und ihn unter grausamsten Martern tötet. Es ist bezeichnend für die amerikanische Mentalität, daß di« Behörden, die der Lynchjustiz oft mit geradezu sträflichem Gleichmut gegenüberstanden, erst mit scharfen Maßnahmen eingriffen, als der Mob sich- an Frauen vergriff. In einem kleinen Ort in der Nah« der Stadt San Diego an der kalifornischen-mexikanischen Grenze wurde ein deS Diebstahls beschuldigtes junges Mädchen, wurde„Eiche" mit einem 4:2-Sieg über„Bor- wärts-Süd'; die Meisterschaft der F r a u e n gewann „B o rw är ts-S ü d" mit 4:2 über„Eiche". Leichtat Uetik-Vereinsmehrkämps« der deutschen Arbeitersportler. Der erste Versuch, de» der Ar- beiter-Turn- und Sportbund Deutschlands 1932 da- mit macht«, brachte«ine Beteiligung von 900 Mannschaften in 50 Bezirken. Ein Beweis, daß diese Art Wettkämpfe guten Anklang findet. In diesem Jahr sollen am 27. August wieder VereinSmehrkämpf« in den Bezirken durchgeführt werden, wobei mit einer noch größeren Beteiligung gerechnet wird. Ausgeschrieben sind die Wettkämpfe für A- und B-Klaffe- Vereine. In der Ä-Klasse besteht jede Mannschaft aus sechs Männern, vier Jugendlichen, vier Frauen, vier Alterssportlern. In der B-Klaffe besteht«ine Bereinsmannschast' aus je vier Teilnehmern. Der letzte Mann jeder Gruppe zählt als Ersatzmann. Für die A-Klasse sind folgende Sportarten vorgsschrieben: Männer: Fünfkampf: 200-Meter-Lauf,■ Hoch- und Wettsprung, Diskus- und Speerwerfen, 4X100- und 3X1000-M«ter-Stafette. Jugend: Dreikampf: 100- Meter-Lauf, Hochsprung, Diskuswerfen, Olympische Stafette. Frauen: Dreikampf: 100-Meter-Lauf. Weit- sprung, Kugelstoßen(4 Kg.), kleine Olympische Stafette. Alterssportler: Dreikampf:' 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen(7.25 Kg), 4X100-M«ter- Stafette.— Ausschreibung für B-Bereine: Männer: 100-Meter-Lauf, Hochsprung, Diskuswerfen, Schwe- denstafett«(400, 300, 200, 100 Meter). Jugend: 100- Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelswßen(5 Kg.i. 4X100- Meter-Itafett«, Frauen: 100-Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen(4 Kg.), 4X100-Meter^ta;ei^ Alterssportler: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen(7Lö Kg.), 4X100-M«ter-Stafette. Der Film Filme in Prager UditspieUiaasero bis einschließlich Donnerstag, de» 30. März. Wran-Urania:„Der Prinz von Arkadien."— Adria:„Rom-Expreß.'— Alfa:„Die Drei Groschen-Oper."— Beräuek:„Aus Waldwild niffen."— Fvuix:„DaS Za über re ich der Berg«."— Flora:„Susanns im Bade."— Gaumont:„Ein Mädel wie Du."— Hollywood:„Ein Mädel wie Du.'— Hvezda:„Lumpen-Kavaliere." — Julis:„Drei Musketier«."— Kinema, B.-Th.: Journal«, Reportage, GroteAe. Ab 541—%8. —■ Koruna:„Lumpen-Kavali«re."— Kotva:„Der Mord in der Ostrovni ul."— Lacerna:„Der Mord in der Ostrovni ul."— Metro:„Was Frauen träumen."— Olympic:„Lumpen-Kavaliere.'— Passage:„Drei M u s k« t i« r e."— Praha: ,Lw«i Menschen"— Radio:„Aus Waldwildnissen." — Staut:„Aus Waldwildnissen."— Svotozor: „Was Frauen träumen.'— Alma:„1000 für eine Nacht."— Avion:„Was Frau«» träumen."— Bajkal:„Fräulein Ao-Ao."— Favorit:„Meine Kinder— mein Glück."— Kapitol:„Frau Lehmanns Töchter":— Konvikt:„Aus Waüuvildnjssen." — Lido:„Das Schiff der Selbstmörder."— Louvre: „Das verlorene Geschwader.'— Maceska:„Der Hexer."— PerStyn:„Susanna im Bade."— Roxy: „Aus Waldwildnissen."— Bald«!:„Susanna im Bade."— Academia:„Die Kusin« aus Warschau." — Belvedere:„Fräulein Ao-Ao.'— Beseda:„Ein blonder Traum."— Carlton:„Liebe— ein Natur- gesetz."— Illusion:„8 Mädel im Boot.— Sport- Smichov:„Geld oder Leben."— Svornoft:„8 Mädel im Boot.'— U Bejvodu:„Die Fledermaus."— Zvon:„Tas Geheimnis des blauen Zimmers." Weltstadt in Flegeljahren. Ein tvertvoller Kultur, film wurde in der Prager„Urania" aufgeführt. Der Welt di« Wahrheit zu zeigen, di« Derlogetchcit der herrschenden Schicht nachzuweisen, die Komödie des Glücks und der Zufriedenheit, des Wohlstands der Gesellschaft aufzudecken, ist ein« Aufgabe, di« dieser Film in hervorragendem Maß erfüllt. Ehikago, die Stadt des größten amerikanischen Auffchwungs, wird gezeigt, wie sie wirklich ist: mit ihren endlosen Elendsvierteln, den Zehntausenden Arbeitslosen, di« verzweifelt Mischen den Wolkenkratzern umherirren, den Hungernden, di« aus den Kanälen Bananen das dadurch, daß es einen Freund aus einem Nachbarort besaß, sich die Wut der jungen Äute Rqen hatte, von 20 Burschen verschleppt und ald erhängt. Nicht allzuweit von diesem Ort entfernt wurde fast zu gleicher Zeit eine alte Frau; von der man fest langer Zeit in jener dem Aberglauben zugänglichen Gegend raunte, daß sie mit bösen Geistern in Verbindung stehe, nach einer Versammlung, an der das ganze Dorf teilnahm, ergriffen und zu Tode geprügelt. Dieses Vorkommnis war die unmittelbare Ursache für das Eingreifen der Regierung. Fast alle Einwohner des Dorfes wurden verhaftet und der seltene Fall ist eingetreten, daß gegen° die Bewohnerschaft eines ganzen Orts die Mordanklage erhoben wird. Auch im Staate Florida haben neue Lynchjustizfälle zu scharfen Maßnahmen der Regierung geführt. Dort wurde in einem Distrikt sogar vorübergehend das Kriegsrecht verkündet, well eine halbwahnsinnig gewordene Gruppe im Blutrausch eine förmliche Menscheniagd veranstaltete. Durch Maueranschlage, Artikel in den Zeitungen und Rnndfunkberichle hat die Regierung angekündigt, daß Lynchjustiz, gleichgültig, in welchem Zusammenhang sie geschieht, glatter Mord sei und entsprechend abgeurteilt werde. Man rechnet damit, daß die Verhandlung geoen die Frauenmörder bei San Diego mindestens gegen die Hälfte, der Angeklagten Todesurteile bringen wird. 1 1 Centralbank der deutschen Sparkassen in der Gechoslovakischen Republik. Hauptanstatt: Präs K. Bredauergassa 14. Zweigniederlassungen: Aon« Brünn, Eger. Jägerndorf. Reiehenberg, C. Tesehen Trantenan. Troppau. Ma Baak dar deutschen Sparanstatten und iss? Gemeinden. fischen, den Entrechteten und Geknechteten, für die nur der Gummiknüppel der Polizei da ist, den Bretterbuden auf unendlichen Schutchälden, rhachiti- schen Kindern, die. kein Heim haben; und dann in der ganzen offiziellen Pracht der ungeheuren Parks mit Tausenden glücklicher Kinder, gepflegter Menschen, edler Reiter und schöner Sportlerinnen, den unglaublichen Erfolgen der Technik, deS Straßen- und Hauserbaus. Das ist eine Reportage, wie sie erschütternder nicht gegeben werden kann. Ihr Autor, Heinrich Hauser, hat in dieser Art schon den Broadway sind New Aork gezeigt; er beherrscht di« Kamera, sieht mit wachem Auge, fängt die Menschen auf der Straß« in charakteristischen Momenten auf, bannt sie treffend auf den Film, der io zum unbezahlbaren Wahrheitsdokument unserer Zeit wird, zum Spiegel der Klaffeitgegeniähe und ihres wahren Charakters: daß dieser Mann den offiziellen Filmmenschen unibequem ist, daß sein« Werk« verhaßt waren, boykottiert wurden von dem internanonalcn Berleihcrring, den KinoS, die um ihr Renommee bangen, ist in der heutigen Gesellfchaftsstrüktur begründet. W. L. 4 us der Partei Jugendbewegung. Freie Vereinigung soz. Akademiker. Sonn- r a g Wanderung, Treffpunkt 9 Uhr Endstation der 7er in Podbaba. SJ. I und III. Sonntag, den 26. März, Wanderung, 8 Uhr Endstation der 23er in Bokovie«, Erscheint alle. Roft Falken, Prag. Levellerkom.«rad- schäft: Heut«'nachmittags Pflichtveranstaltung, halb 1 Uhr beim Bio„Favorit" lMeffepalast). Bei schönem Weiter Ballspiel, sonst im Holleschowitzer Heim Diskussion.— Sonntag, halb 9 Uhr Endstation her Ker-Elektrischen im Baumgarten.— Helfer- gemein schäft: Heute um 7 Uhr im Ligaheim. — Sonntag nachmittags Falken-M a r x f e i e r. Vereinsnadiriditen Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 26 dS., Treffpunkt Smichower Bahnhof um 8.15 Uhr nach Dobltchovice; Retourkarte; Winternitz führt.— Voranzeige! Osterwanderung ins Böhmische Mittelgebirge, zwei Tage. Näheres im BereinSabend jeden ersten Donnerstag tm Monat. Arbeiterturu- und Sportverein(Jugendab- leilung.) Sonntag, den?6. März, gemeinsam« Wanderung mit der Sozialistischen Jugend nach B r a n s. Treffpunkt viertel 9 Uhr vorunttags an der Endstation der 21er-8inie in Hrdlokezy. Kommt all«! Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prikopy. Palais Koruna In der Presse wird zwar offiziell das Eingreifen der Behörden begrüßt, aber zwischen den Zeilen liest man aus manchen Aeußerungen heraus, daß eigentlich der Brauch, nicht angenehme Menschen, insbesondere Neger, einfach zu beseitigen^ frisch und fröhlich sei und in manchen Fällen, in denen die Staatsmaschineric zu langsam arbeit«, seine Bortelle als Abschreckungsmittel habe. In einem Rundfunkvortrag eines großen Senders in Kalifornien wurde allen Ernstes der Standpunkt vertreten, daß die Lynchjustiz ein Privileg der noch jungen Staaten der Union sei, ein Zeichen der Urwüchsigkeit und ein Dokument, mit eigener Hand dem Recht und der Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen. Der Vortragende verwies auf die Zeiten, als nur durch die Lynchjustiz einigermaßen gesicherte Rechtsverhältnisse in frischbevölkerten Distrikten möglich gewesen seien. Aber während die Lynchjustiz der Gründerzeit in mancher Hinsicht tatsächlich unentbehrlich gewesen sein mag, einfach weil es damals noch reine geregelte Rechtssprechung gab, ist sie jetzt nichts anderes als ein Exzeß sondergleichen, ein Privileg, das der hemmungslose Pöbel sich nehmen zu können alaubt. Während früher die Lynchjustiz in gewissen Fällen ihre staatsaufbauende Bedeutung gehabt haben mag, fft sie jetzt gerade das Gegenteil, ihre weitere Duldung würde zweifelsohne den Bestand des amerikanischen Staates überaus stark gefährden. B. Wiggers. erausardrr Lte-fri-d Tank.— Tdrlredokteur: Wilhelm Stiktit— Brronrworklichrr Redakteur' Dr. Emil Strauß. Prag.- Druck:„Rota- A.-lv str Zeiturra- und Buchdruck, Vraa. Für den Druck veraatwortlrch: Otto Holik, lraa— tu Ze>:ung«mark«atr°uk,iu, wurde von»er V°ft-«. r-l-aroph-udneliion mit Urlak Nr U.800/VH'1980 dewilltal.— Br,u,Id«diua-u,-u Bei Zuftelluu« tu» Hau»»der dB Be,a, durch du«ist monatlich Ke 16.—, vurieli-hrlich Ke 48— Hlkiatn« tu 96.-,»aueiahrl« Kt 192.—.— Jui-rat« ward« la« Darit btlltall der-chatt,»ei sich«» euüch-Nunaea Breituachlub.— Rückitelluu, vou Ranustriuteu erfolgt u»r bet Einsendung der Reiourmarka».