IHltli Kvzelprels 70 Heller. ^Einschließlich 6 Heller Porto! 13. Ladroano. Mittwoch, 29 März 1933 Rr 75. haben 6c» n-erben, als sie uns bisher dargeboten werde»'. b;i Stimm« zu erhoben. komitreS nur«in namentlich die des nationale» in die kleinsten wo Deutsche Annoncen Zeitungen nicht Bundesrat contra Regierung. Kreditanstalt-Abkommen erst nach parlamentarischer Genehmigung verbindlich. Wien, 28. März.(Eigenbericht.) I« Wien toareit heute ständig Gerüchte derbreitet,.nach denen di« Regierung die Auflösung des Schutzbundes bereits beschlossen hab«. Tatsächlich hot sich der heutig« Ministerrät mit dieser Frage noch keineswegs besaht. Es scheint auch, Latz in d«r Reaiernng darüber noch kein« Einigung zu- standegekommen ist. Einige Regierungsmitglieder, insbesondere, Li« landhiindlerischen Minister, haben schwere Bedenken gegen eine solche Provo- kasion der Arbelterichaft schon wegen der Folge«, die ste lcickt nach sich ziehen könnt«. Die Reaierung hat überdies im Augenblick weit dringlichere Sorg««, die insbesondere durch die heutig« Sitzung des Bund es rotes noch sehr verstärkt Word«» sind. Ter Bundesrat hat mit großer Mehrheit einen Beschluß gefaßt, in d«m erklärt wird. Last das Londoner Kreditabkommen. durch das di« Regierung endlich die Hauptschwierigkeiten nach dem Zusammenbruch der Kreditanstalt geregelt'u haben glaubte, null und nichtig und für kein n Staatsbürger ebensowenig wie für den Staat selbst bindend sei, solange es * nicht vom Nationalrat ordnungsgemäß beschlossen ist, sondern bloß durch ein« Notverordnung dekretiert wird. Dadurch ist ein vertraasloser Zustand eingetreten, dem di« Regierung mit größter Besorgnis«ntgegensieht. Nazi-DcmonsM nen. In Mion haben heute dieHakenkrenzler anläßlich des Prozeßbeginnes gegen die Träneiigas- bclden aus dem Warenhaus Gerngroß größer« Kundgebungen veranstaltet, die in der Inneren S.adt großes Auf'el)en verursachten. Hakenkreuz- ler zertrümmerten in der Kärntnerstraße Auslagenfenster, stänkerten Passanten an und gestörten Automobile. Ein riesiges Polizeiaufgebot stand bereit, das schließlich in den Abendstunden die Nazis abdrängen konnte. Der Prozeß hat heute schon nach den erst«« Zeugenaussagen einwandfrei ergeben, daß das Tränengasat entat bis in die letzten Einzelheiten vlänmäßig vorbereitet war. Di« Aktionskomitees sollen miss schärsst« die Zeitung«« überwache«, iuwiewe.t sic sich an dem AufllärungSfeldzug gegen di«„jüdische Greu«lhetze im Ausland" beteiligen. Tun dies di« Zeitungen nicht oder nur beschränkt, so sollen fir augenbt Mich„aus jedem Haus, wohnen", entfernt werden. Auch dürfen von Deutschen in solchen aufgegebe« werde«. Di« Aktionskomitees sollen Arbeiter über die Notwendigkeit Boykotts ausklären. Der Boykott müsse auch Dörfer vorgetriebr» werde«. Pom Augenblick des Boykotts an sollen di« SA und SS durch Posten tüe Bevölkerung vor dem Betrete« jüdischer Geschäfte„war«««". Der Boykottbeginn, der für Samstag, den 1. April, Ist Uhr vormittags an gesetzt wird, soll durch Plakat«, di« Press«, Flugblätter«sw. bekanntgegeben werde«. Gleichzeitig soll in Raffenversammtunge»«in« Art Numerus clausus für di« Beschästiguug der Jude» gefordert werden, und zwar zunächst nur für den Besuch der Nittel- und Hochschulen sowie für den Aerzte- und Anwaltsberus. Ans jeden Deutschen, der irgend«in« Beziehung zum Ausland besitzt, soll eingowirkt werden, daß er brieflich usto. im Ausland„die Wahrheit" verbreit«, daß in Deutschland Ruh« und Ordnung herrsch« ufw. Für di« größt« Disziplin(?) seien die Aktions, veranwortl ch. Keinem Juden dürfe auch Haar gekrümmt werden. Di« fürchtet z. B.» daß in Deutschland nahmen gegriffen werden wirb, die fatale Schäden verursachen würden. Es wäre völlig verfehlt, wenn durch die Entfesselung einer neuen antisemitischen Aktion in Deutschland dem Auslande bewiesen werden sollte, daß di« Aktion der ausländischen Juden unsinnig sei. Die..Deutsche Allgemeine Zeitung" führt aus. der Bergeltungsaktion in Deutschland müsse besonders mit Rücksicht daraus di« größte Bedeutung bcigcmesse» werden, weil sich die Regierung und die nationalsozialistische Partei hier in die Rollen teil«».>vas in Deutschland«in Novum darstclle(die Regierung erklärte, daß sie der antijüdischen Aktion untätig zusehen werde). Das Blatt fordert im weiteren die nationalsozialistische Partei auf, durch ihr Vorgehen nicht den Anlaß zur Verbreitung neuer phantastischer Gerücht« im Aus- laitdc zu geben. Die andere Front. Di« große New Aorker Manifestation gegen die Judenverfolgungen in Deutschland wurde am Sonntag im großen Saal des Madison Square Garden abgehalten, doch fanden wegen großen Andranges zwei Nebenversammlungen statt. Alle Redner des großen Meetings betonten, daß die Proteste weder gegen das deutsche Volk noch auch gegen das Programm der deutschen Regierung, sondern nur gegen die nationalsozialistrsche Propaganda gerichtet seien, die von allen Rednern aufs schärfste verurteilt wurde. Abgeordneter Sirovich brachte im Repräsentantenhaus eine Resolution ein, in welcher gefordert wird, die Bereinigten Staaten mögen sämtliche Verträge mit Deutschland aufheben, solange in Deutschland die antijüdische Kampagne andauere und Deutschland picht die Urheber bestrafe sowie die Ordnung wiederherstelle. Die Juden in£'-- schlössen, in ganz Palästina eine Boykottbewc- gung gegen deutsch? Waren und deutsche Filme cinznleiten, uni gegen den Antisemitismus in Deutschland zu protestieren. Pogromhetze bereits im Schwung. Bereits heute ist es in verschiedenen Teilen des Reiches, so in Gleiwitz, Glogau, Schwerin- Warthe, Oberswalde, Augsburg usw. zu Boy- kottaktionen gegen jüdische Geschäfte gekommen. In allen Fällen wurden die Inhaber'von Warenhäusern, jüdischen Geschäften und Rcchtsan- waltsbüros aufgefordert, ihre Betriebe zu schließen und den Angestellten das Gehalt voraus zu zahlen. Zu Zwischenfällen soll es nirgends gc- kommen sein. Wie ein soeben von einer Deukschlaudreise zurückgekehrter tschechoslowakischer Staatsangehöriger unserem Blatt berichtet, stehen zur Zeit auf dem Kursürstrndamm und in der Friedrichstraße in Berlin zahlreiche Braunhemden, die eine Broschüre mit dem schreienden Titel verbreiten:„Die Juden fordern die Ermordung Hitlers." Solch eine aufpeitschende Hetzpropaganda kann angesichts der ohniehin gespannten Situation ihre Wirkung aus die SA-Horden, denen zur Zeit alles erlaubt ist, nicht verfohlen. Das bestätigt auch eine weitere Mitteilung, nach der dieser Tage aus dem Berliner Kurfürstendamm eine größere Schar Kinder in Hakenkreuzuniform marschierten, an der Spitze und am Ende des Zuges je rin Hcckcnkrruz- kübrcr,.alle unter dem Gesang eines Liedes, in bviu es hieß: „Wir scheißen aus die Freiheit der Judrnrepublik, Und wenn ste uns di« Stiefelsohl'o mit Kaviar bejchmiern Wir lassen uns, wir lassen uns von Jllden nicht regier«'" To bereitet man die deutsche Schuljugend am :,'rr„Aufgaben" vor Warnende Pressestimmen. Tie angckündigtzu neuen Maßnahmen gegen Juden in Deutschland geben lenem' Teil der deutschen fresse, der nicht zur nationalsozia- „Frankfurter Zeitung" be- '-''') zu Maß- Ehrlldics Spiel? Oder nur ein neues nauöverf Wir zrtieven wörtlich:-„Diesen Kampf einzustellen, würde bedeuten, die Arbeiterklasse- den Kapitalisten mit Haut und Haar auszuliefern, würde bedeuten, die Versklavung der Arbeiterklasse zu unterstützen und jedwede Hoffnung auf Befreiung des Proletariers vom kapitalistischen Joch aufzugeben." Das schrieb noch vor wenigen Wochen der vorläufige Führer der Kommunistischen Partei in der Tschechostowakei, Herr Gottwald, als Antwort auf den von sozialdemokratischer Seite angebotenen Nichtangriffspakt als Voraussetzung für den gemeinsamen Kampf der beiden Parteien gegen-Kapitalismus und Fascismus. In ähnlich gehässiger Weise tönte es hundertemale aus dm komnmnistischen Zeitungen und Reden: eine Einheitsfront zwischen den beiden pvoletarischen.Parteien wäre„gemeinsamer Betrug an den Massen", wäre die„Karikatur einer Einheitsfront", ein Versuch, die Arbeiter von der „wirklichen Einheitsfront" abzuhalten. Und unter dieser„wirklichen" Einheitsfront wurde nur die Unterwerfung der sozialdemokratischen Arbeiter unter das kommunistische Kam mundo verstanden. Die Moskauer Parole von der Sozialdemokratie als„Hauptfeind" hat die Kom- munistischc Partei Deutschlands glücklich zu Tode manövriert und das deutsche Proletariat dem blutigen FasciÄpns ausgeliefert. Moskau hat genau bis zum letzten Tage gewartet, bis zum Tage der Reichstagswahl, da der Sieg des Fascismus schon Gewißheit war, ehe es mit dieser blödsinnigen und, wir sich an dem Schicksal Deutschlands zeigt, verbrecherischen Parole gebrochen hat. Aber hat es wirklich mit ihr gebrochen und einer besseren Einsicht Raum gegeben? Seither ist insofern eine Wandlung erfolgt, als die Kommunisten in unsere Versammlungen konmien und ihre Redner den Eindruck zu erwecken suchen, als wäre ihre Partei nunmehr ehrlich um das Zustandekommen eines gemeinsamen Kampfes mit der Sozialdemokratie gegen den Fascismus bereit. Worte wie Agenten der Bourgeoisie, Sozial- fascisten und Sozialverräter, mit denen ivir von den kommunistischen Führern ein Dutzend Jahre lang traktiert wurden, werden vorsichtig vermieden, die konnmmistischen Redner sprechen uns recht überraschend als„Genossen" an^ und sie versichern uns sogar, daß ihre Partei für den Fall des Zustandekommens einer Einheitsfront zwischen den beiden Parteien— nicht mehr wie bisher'„über die Köpfe der sozialdemokratischen Führer hinweg"— alle Angriffe gegen unsere Partei einstellcn würde. Vor Wochen hieß cs, die Einstellung dieser Angriffe wäre gleichbedeutend damit, jede Hoffnung auf die Befreiung des Proletariats vom kapitalistischen Joch aufzugeben und die Versklavung der Arbeiterklasse zu unterstützen. Jetzt wollen die. Kommunisten auf einmal bereit sein, in Gemeinschaft mit den Sozialdemokraten die Arbeiterklasse„den Kapitalisten mit Haut und Haar auszuliefern"? Nun auf einmal soll in dieser Kampfeinstellung gegen die sozialfascistiscbe Sozialdemokratie das Heil der Arbeiterklasse liegen? Wo ist der Beweis, daß die Kommunisten wirklich und wahrhaft, ehrlich lind entschlossen einen Strich unter ihre trauriae und für die Arbeiterklasse so verhängnisvolle Vergangenheit zu ziehen bereit sind? Jeire unter den sozialdemokratischen Arbeitern, die etwa bereit wären, blindes Vertrauen in einen solchen Gesinnungswandel zu sctzeil. würden wir um ihre Leichtgläubigkeit nicht beneiden.> Ehe man sich dazu bereit erklären kann, müssen stärkere Garantien geschaffen NSDAP verfügt Boykott gegen jüdische Geschäfte, Aerzte und Rechtsanwälte. Angeblich bloß als Vergeltungsmaßnahme. Berlin. 28. März. Die Nationalsozialistische Korrespondenz veröffentlicht einen Aufruf an die Parteileitung, der an alle Parteiorganisationen der DRSAP gerichtet ist und in dem als Gegenmaßnahme gegen die Boykottdewegung unter den Auslandsjuden gegen Deutschland der planmäßige Boykott jüdischer Geschäft«, jüdischer Waren, jüdischer Aerzte und jüdi scher Rechtsanwälte angeordnet wird; Ausländer dürfen dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Boykott soll am 1. April um 10 Uhr vormittags überall schlagfertig einsetzen und erst ans Weisung der Parteileitung beendet werden. In dem phrasenreichen Aufruf werd die beispiellose Disziplin" gerühmt, mit der sich die nationale Revolution angeblich voll zogen habe, und betont, daß Deutschland keine internationalen Verwicklungen wolle. Don den„kommunistischen nnd marxisti schen Verbrechern und ihren jüdisch-intellektuel len Anstiftern" werbe mm aber vom Ausland ans eine.gewissenlose, landesverräterische Hetzkam pagwe" gegen Deutschland gerichtet,„Lügen und Verleumdungen von geradezu haarsträubender Perversität" würden über Deutschland losge- lassen. Die deutschen Waren sollten dem Boykott verfallen.' Für diese»Lügen und Verleumdungen"»eien die deutschen Juden verantwortlich, in deren Hand es läge, die Lügner, in der anderen Well zurechtzuweisen. Da sie dies angMich nicht wol len, Müsse sich der ,Laß- und Lügen fekdzug" in tausendfacher Schwere gegen die deutschen Juden selbst richten. An all« Parteiftellen ergehen Richtlinien, wonach iiberall Aktionskomitees zur plan mäßige« Durchführung des Boykotts jüdischer Ge schäft«, jüdischer War-«, jüdischer Aerzte u«d jüdischer Rechtsanwälte zu bilde« find. Ausländer dürfe« durch den Boykott nicht betroffen werde«. D«r Boykott soll sofort durch Propaganda und Aufklärung popularisiert werden: Kein Deut scher dürfe noch bei einem Inden kaufen. Zum Vorsitzende« des Zentral-BohkottkomiteeS wird Streicher bestimmt. Nene hämofc in lehn' Tschentefn(Jrhol), 28. Mörz. In Fenin ist«ine japanisch« Jnfanteriebrigade eingetrossen, um de« Kamps gegen die 20.000 chinesischen Sol daten anfzunehmen, di« bei Fenin konzentriert wurden. Man erwartet einen erbitterten Kampf. Die Kampffront wurde damit von der chinesisch- Jeholgrenze noch dem Inner« der Jehol-Provinz verlegt. Die japanischen Militörbehörden in Tschen- tefn schätzen dir Zahl der bei letzten Kämpfen längs der chinesischen Maner in den letzten Wochen getöteten Chinesen aus 12.000. New Port, 28. März. Die hiesigen Blätter melden ans Peiping: Der Generalkonsul der Ver einigten Staaten Frank Lockhardt in Tientsin! teilte gestern mit, daß japanische Flugzeuge Bom ben auf das Gebäude der Mission der amerikou'- schen Methodisten'n Taotovin'nnerhold der Großen chinesischen Maner abwarfen. Neun Wischen Partei gehört, Anlaß, ihre warnende Chinesen wurden bei dem Angriff getötet. Stimm« zu erhoben. Die Sozialdemokratie hat es nach ihrer .ganzen Vergangenheit nicht nötig, zu vor sichern, daß es ihr um den Gwanken der SPD-Presse bleibt verboten. Berlin, 28. März. Das Verbot der sozialdemokratischen Presse in Preußen ist ans unbestimmte Zeit verlängert worden. * Di« Verlängerung des Verbotes, die ohne jede Angabe von Gründen erfolgt, setzt den Schamlos igle i te n des Morphinisten Goering die Krone auf. Goering hält sich in seiner Wut schadlos an den im Lande verbli.henen Geiseln. Wir erklären nochmals, daß die bisherigen Bemühungen Gocrings, uns zum Schweigen zu bringen, völlig vergeblich sind. Das würde nur gelingen, wenn er Recht und Gesetz in Deutschmd» wied-orherstellc, das beschlagnahmte Arbei- tercigentnm zurückgäbe und d r Arbeiterpresse zu reden gestattete: Der Fußtritt mr den freund. Berlin, 28. März. Der Reichspräsident hat mit dem gestrigen Tage Tr. Gereke vom Amte als Reichskommissär für Arbeitsbeschaffung ent-' bunden. Seite 2 Mittwoch, SS. Mikrz 1938. Nr. 78 sagt es ohne Umschweife: sie läfrt sich nicht diktieren, sie kennt nur eine Einheitsfront gleichberechtigter Teile, sie verlangt Klärung aller Vorfragen, Klarheit über die Stellung der Kommunisten zur Demokratie, Klarheit über Mit«! und Wege, Klarheit über das Ziel, Schaffung verläßlicher Grundlagen für „Aus- gleichsalls erledigt werden. Da weitere dringende Arbeiten augenblicklich noch nicht vorliegen, vertagt« sich das Parlament nach der Abstimmung bis nach Ostern,, voraussichtlich bis zum 20. April. Auch der Senat wird jedenfalls nach Erledigung des Mieterschutzes eine längere Arbeitspause einschalte«. Referent L a n g r betont«, daß man dte kleinen Wohnungen armer Mieter nicht aus dem M eterschutz ausscheiden kann, solange das di« sozialen Verhältnisse dieser Teure nich: zulasten. Ein schweres Problem werd« es bleiben wie man den sozial schwachen Hausbesitzern helfen soll, ohne ihre soz al schwachen Mieter zu schädigen. Weiter müste di« Frage des Regresses bei den gutsituierten Hausbesitzern gelöst werden, di« seinerzeit unter ausgiebiger Staatshilf« gebaut haben. Ein Aufschub würde «ine Schädigung der staatlichen Finanzen und eine große Ungerechtigkeit gegenüber jenen bedeuten, die t«uer in Miet« wohnen. Ein« Herabsetzung des Hypothekarzinsfußes um ein Prozent könn.««me Mi« zinsherabsetzung um 13 Prozent ermöglichen. Es müste aber auch eine strenge Revision dir Ge- nossenschasten erfolgen, damit der Staat nicht etwa dort, wo schlecht gewirtschaftet wird, die übernommen« Garantie tatsächlich e'nlöse« müste. Der zweite Referent EHIonpek sprach sich ebenfalls dafür aus, daß di« Frage des Regresses einmal in Angriff genommen werd«, und zwar so, daß di« präliminierten Einnahmen auch tatsächlich in dte Staatskasse flößen. Mit dem vorgenominenen Abbau des Mieterschutz«- ist er nicht zufrieden; es würden immer noch zu viel gutsituiert« Leute ge- schütz', und zwar auf Kosten der Staats- und Selbstverwaltungsfinanzen. Zum Schluß appelliert« er sogar an das Plenum, auch für di« Mieter m't dem 5ll.üv0-Kron«n-E'nkommen den Termin des Aufhörens des M'eterschutzes um«in Quartal vorzuverlegen, und so dem T«rmin für di« Dierzimmerwohnungen anzupasten. Dieses eigenmächtig« Borgehen des Referenten rief in der Koalition ziemliches Befremden hervor. Die angeregten.Aenderungen unterblieben jedoch. Di« Bier- bezw. Fünfzimmerwohnungen wer- dei? also ab 1 Oktober d. I. aus dem Mieterschutz ausgenommen; erst m t diesem Tag kann der Hausherr kündigen, und rwar erst zum nächsten Quartal am 1. Jänner 1934 Bei Metern, denen für 1932 rechtskräftig die Einkommensteu«r von einem Einkommen von min- die Einheitsfront, nicht bloße Unterwerfung unter die Gebote und Befehle Moskaus. Nur eine solche Einheitsfront hätte einen Sinn und sie zu schaffen kann lediglich durch Verhandlungen zwischen den beiden Internationalen geschehen. Dagegen wird sie alle unter neuen Decknamen vorgenommenen Versuche, eine Einheitsfront„von unten" einzuleitcn, Versuche, an denen es nicht fehlt, nur als ein neues nichtswürdiges Manöver, als einen neuen Versuch des Betrugs an den Massen werten und sie wird verstehen, auch danach zu handeln. Einheitsfront heiliger Ernst ist, wie es die! stischen Führer Wohl als eine gute Jnirodnk- Kommunisten zur Verhüllung ihrer eigerrt- tion für ein gemeinsames Zusammenwirken lichen Absichten bisher ständig tun mußten, mit uns ansehen. Die sozialdemokratischen Die Sozialdemokratie hat niemals— wie Führer reden sich angeblich auf Zürich aus. Moskau und seine Jünger ungezähltemal«— Die Sozialdemokratie verschmäht alle„ Beratungen gepflogen und ellenlange Weisun- reden", sie tritt offen und ehrlich auf und gen darüber herausgegeben, wie die Ein-'*'"" Heits-Agitation zu einer die Anhänger der anderen Partei schlau hinters Licht führenden Taktik umzufälschen sei. Wir sehnen die Ver einigung der gesamten Arbeiterschaft zum Kampfe gegen die sie aufs schwerste be drohenden Gefahren ehrlich herbei, aber eben darum muß es eine wirkliche Einheits front werden und nicht eine, die ohne genügende Voraussetzungen bald zur schwer- sten Enttäuschung der Massen führen würde.'Nichts wäre verhängnisvoller und würde die Arbeiterschaft ihrer letzten Hoff nungen so schmerzhaft berauben, als ein Scheitern des Einheitsfrontgedankens, das ohne die vorherige Schaffung der festen Grundlagen für die EinheilsfroM«intreten müßte. Wie diese Grundlagen zu schaffen sind und wie sie geartet sein müssen, darüber kann es für uns keinen Zweifel geben. Der kommunistische Aufruf zum gemeinsamen Kampfe der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien gegen die Weltgefahr des Faseisnms ist von der Moskauer International« aus gegangen, es ist daher nur selbstverständlich, daß für die sozialdemokratischen Parteien ähnliches zu gelten hat: das entscheidend« Wort, wie diese Einheitsfront beschaffen sein soll, welche Aufgaben und Ziele ihr gesteckt sein sollen, welche Kampfmittel sie anzu- tvenden habe, hat keineswegs, wie versucht wird, die Kommunistische Internationale zu dekretieren, sondern muß in gegenseitiger ehr licher Zusammenarbeit festgelegt werden. Die Komintern lebt anscheinend in dem Wahne, daß sie und nur sie die Bedingungen für die Einheitsfront vorzuschreiben habe. Aus dieser Wahnvorstellung muß sie sich befreien. Wel chen Einsatz bringt sie denn mit, daß sie glaubt, der Sozialdemokratie diktieren zu können? Die einzige wirklich große kommuni stische Massenpartei außerhalb Rußlands, di« deutsche, liegt dank ihrer unsinnigen Taktik zerschmettert und ohnmächtig am Boden, in den meisten anderen Ländern ist der Einftuß der Komintern auf die Arbeiterschaft ein geringer, in manchen kann man nur von kleinen Splitterparteien sprechen, in einigen existiert eine Kommunistische Partei äußerlich überhaupt nicht. Wo nimmt da die Komintern den Mut her, diktatorisch aufzutre en und der Sozialdemokratie die Bedingungen der Ein heftsfront von vornherein vorschreiben zu wollen! Ein Blick in die kommunistische Presse sagt das übrige. Bon ihren liebgewonnenen Gewohnheiten, di« sozialdemokratischen Führer zu verdächtigen, ist sie keineswegs abgekom men. Tagtäglich werden sie von den Kom munisten, di« in Deutschland seelenruhig erst den Fascismus etablieren ließen, eh« sie sich bereit erklärten, dem Gedanken einer, Einheitsfront zwischen den beiden Parteien näher zu treten, als Bremser unb Verhinderer der Einheftsfront verdächtigt, was die kommuni- Parlament auf Osterferien. Nach Erledhunv des Mieterschutzes. Pause bis 20. April. Prag, 28. März. Die weitere Verlange- bestens 50.000 Kronen vorgeschrieben wurde, läuft rung des Mieterschutzes bi- End« dieses Jahres der Mieterschutz frühestens am 1. Jänner 1934 ab, in der bereits gestern gemeldeten Form wurde ausgenommen den Fall, daß der Mieter nicht Tatheute vom Parlament einstimmig beschlossen. 1 fachen beweist, aus denen man den begründeten Die Vorlage kommt nun morgen in de» Senat Schluß zehen kann, daß sein steuerpflichtiges Ein- und wird dort voraussichtlich am Donnerstag kommen im Jahr« 1933 unter die 50.000-Kronen- Grenze gesunken ist Hier ist also die früheste Kündigung am 1. Jänner zum 1. April 1934 möglich. Di« Debatte wurde biS auf D u b i c k y ausschließlich von der Opposition bestritten. Zajitzek(d. Chrsoz.) spracht sich für die Vorlage aus; er hält auch eine weiterg«hendere Lockerung des Meterschutzes noch für keine Gefahr. Er wie auch Dr. Bacher(AWG) bemängelten di« parlamentarische Behandlung der Vorlage und ihr« Unübersichtlichkeit; letzterer sprach sich gegen di« Geltendmachung„demagogischer Gesichtspunkte" bei der Lösung des Wohnungsproblems aus. Iimm(D. Nat.-Soz.) verlangt steuerliche Entlastung des Althausbesttzers, da die Krse vielfach die Existenz von KteinhäuSbesitzern vernichtet habe Schwer unzufrieden mit der Vorlage war vor allem D u b i e k y(tsch, Agr.), der sich in den vorausgegangenen Koalitionsverhandlungen redlich bemüht hat, die Stelle des Herrn Kala«, der diesmal durch Krankhe t verhindert war, würdig auszufüllen bezw. ihn an Rücksichtslosigkeit und Grobheit noch zu übertreffen. Sein Appell an die Tränendrüsen der Zu- Hörer, als er das Elend der Hausbesitzer in den schwärzesten Farben ausmalte, blieb aber gänzlich wirkungslos; ebenso wenig glaubte ihm jemand, daß er sein« Kampagne nur re.n der„sozialen Gerechtigkeit" wegen führt. Wer schon hundertprozentiger Hausherrenvertreter ist, der sollte sich doch wenigstens offen dazu bekennen!—An di« Linksparteien richtet« er di«„Warnung", sie sollten ja nicht versuchen, aus der Wohnungsfrage«in Kompensationsobjekt für ander« Verhandlungen zu machen, well des die Agrarpartei nie zulasten würde. Der Vertreter der Hlinka-Par:«i wettert« ebenfalls dagegen, daß noch viel zu viel Gutsituiert« unter dem Mieterschutz stünden, und erklärt«, daß sein« Partei nicht für di« Vorlage stimmen werde. Dte Kommunistin Hodinova ist bannt einverstanden, daß di« reichen Mieter hohe Zinse zahlen müssen; sie entwickelt dann«in ausführliches Programm kommunistischer Wohnungsfürsorge, ohne zu verraten, wie sich ihr« Partei die Durchführung auch nur annähernd vorstellt. Selbst ein Vertreter der Liga sprach sich für di« Vorlage aus. . Um 7 Uhr abends wurde der Mieterschutz in beiden Lesungen angenommen, wobei fast alle anwesenden Abgeordneten dafür stimmten. Angenommen wurde auch eine Resolution, in der die Regierung aufgefordert wird, bis Ende April 1933 einen Gesetzentwurf über die Bausparkassen vorzulegen. 16 Nachdruck verboten. UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunngraber Copyrigth by Societäta-Verlag, Frankfurt am Mala 1933 Die Friedensfreunde, die anschließend ihren XVI. Weltfriedenskongreß abhielten, beklagten, daß der Ha«wahr«n können. Eures Tages war«S offenbar getveken. daß er schlechthin mchts verdiente. Der Samstagnachmittag in der Pkandleihanstalt.( ür den allein ihn der Lehrplan kreigab. und di« paar Nachhilfestunden die er Kindern von aruren Leuten hielt, brachten gerade em, was er zum Studium und für sein« gestärkten Kragetr brauchte. So mußte Karl nach wenigen Wochen fassungslos feststellen, daß alle seine guten Gedanken und Bestrebungen ihn nur ins Absurde geführt Hattert: daß seine Mutter nun auch ihn erhalten mußte. Dem aber nicht sofort abzuhelfen, war ein Ber- brechen. Ein Verbrechen, das Karl jedoch auf sich nahm. Denn hätte er jetzt noch ausspringen und Kontorist das hieß also: Handlanger werd«» sollen? Karl wurde k«in Handlanger. Er sah, in schweißig durchwachten Nächten, dem Unentrinnbaren rns Auge. Er lernte den Egoismus, an dem nron wie ein Gepfählter leidet lernte den Haß gegen den Vater und lernte die Einsicht in die Unerbittlichkeit des Weltlaufs, an der auch er nun sein Teil hatte. Da er aber keine Persönlichkeit war, die aus Nöten zur Philosophie gelangt, warfen sich ihm dies« Probleme n.cht zur Frage auf: was, und selbst über einen Leichnam hinweg, sein Recht sei, sondern die Bäum« standen für'hn nicht mehr im Schulhof und die Sonne 'chicnihm nicht mehr. Aber Earls Nöte waren damit noch nichr erschöpft. Di« neu« Gesellschaft, in der er„sich nun täglich aufhtelt. die Welt keiner Mitkchüler, züchtete wie er sich in seinem Tagebuch ausdrückt«, einen„schlangetibehangenen, Urwald der Triebe" in seinem Blut. Die lyrischen Liebeskorrespondenzen seiner Kollegen und ihr« Ziga- rettentabatieren. ihr Kleiderinobbismus ihre Zechereien und Bordellbciuchc. aber auch ihr« Dilettantenaufführungen und Akademien ihre Sports und Klubgründungen bewiesen ihm. daß er vom Leben nichts hatte. Allein wie konnte er, während er kein« Mutter opferte, Genüsse bean- kpruchen? Wodurch war ihm die fromme Kraft, di« ihm die Zeit der Blumenhandlung nun als einen parzivalischen Frühling erscheinen ließ, verloren gegangen? Karl fand auf dies« Frage eine Antwort die fein Leid abermals erhöhte und kein Schuldbewusstsein noch inehr fanatisierte. Das genießerische Blut seines Vaters, sagte er sich, ' sei iit ihm ausgestaiiden und treibe ihn ins Böse. Antilascisusche Kundgebung In Weiperz Für Samstag, den 25. März, hatte unsere i Partei in Weipert eine Protestkundgebung gegen den Fascismus cinberufen. Di« Versammlung, die in der städtischen Turnhalle stattfand, war von mehr als 1000 Arbeitern und Arbeiterinnen besucht; viele mußten wieder Weggehen, da sie keinen Platz mehr fanden. Tas Referat erstattete Genosse Paul aus Prag. Seine von leidenschaftlicher Empörung über di« schandbaren Vorfälle tnr Dritten Reich getragenen Ausführungen wurden oft von Zustimmung unterbrachen urrd mit stürmischem Beifall ausgenommen. dlach ihm sprach der kommunistische Sekretär Schenk aus Komotau, deffen Ansftihrungen sich zwar sehr von den sonst üblichen kommu- nistfichen Reden unterschieden, der sich aber doch nicht versagen konnte, der Sozialdemokratie Zensuren auszuteilen, Genosse Paul führt« m seinem Schlußwort dte Ausführungen des kommunistischen Redners auf das gebührend« Maß zurück. Für unsere Partei tvar die Weiperter Kundgebung, die di« Kampfentschlossenheit der Arbeiterschaft deS Erzgebirges manifestierte, rin voller Erfolg. Erfolgreiche Gemeindewahl. Sonntag, de« 26. März, fanden in Rehberg im Bezirk Bergreichenstein die Gemeindewahlen statt. Bon den 24 Mandaten erhielten die deutschen Sozialdemokraten 11 Mandate, bisher 10, Nazi 5 Mandate, bisher 4 Mandate, Deutschbürgerliche auf mehreren Listen 8 Mandate, bisher 10 Mandate. Es wurde em scharfer Wahlkampf geführt. Bei den Parlamentswahlen im Jahre 1929 erhielten wir von 837 gültigen Stimmen 381 Stimmen. Zusammenstöße in Oesterreich Wien, 28. März. An der Grenze von Anna- pichl und St. Peter bei Klagenfurt stießen Nationalsozialisten, die Flugzettel verteilten, auf ein« kommunistische Gruppe. Aus den Reihen der Natidnalsozialisten wurden etwa zehn Revolverschüsse abgefeuert. Zwei Nationalsozialisten und zwei Kommunisten wurden verletzt.— Gestern spät nacht« zog eine Gruppe von Nationalsozialisten am sozialdemokratischen Arbeiterheim im vierten Wiener Bezirk vorüber, wobei die Nationalsozialisten mit Stöcken und Steinen di« Fensterscheiben des Arbeiterheims einschlugcn. Tie Sozialdemokraten eilten auf die Straße, und eS kam zwischen den beiden Gruppen zu einer argen Prügelei, in deren Verlauf einige Nationalsozialisten verletzt und zwei verhaftet wurden. Linz, 27. Dlärz. Gestern fand hier«in Heimwehrbummel statt, an dem ungefähr 300 Heimwehrleut« teilnahmen. Es kam zu Zusammenstößen mit sozialdemokratischen Jugendlichen, wobei einig« Personen leicht verletzt wurden. kine neue Mordtat der Mazedonier Sofia, 27. März. Der Vorsitzende der Mazedonischen Bereinigung in der Stadt MaSkovo, der Michajlowanhänger Pantscho Todorow, wurde von einem Protogerow^kmissär ermordet. Ei« Passant, der in der Nähe Todorows stand, wurde ernstlich verletzt. Die Mörder ergriffen die Flucht. Kack meinte dteS auch daran erfahren zu haben, daß er nun wieder sehr an seiner Sinnlichkeit litt. Seit ihn eines Abends die Anrede eine- Straßenmädchens Wie der Blitz getroffen hatte, trug er dte Sucht wie brennenden Schwefel im Blut. Das war eS: über jener Zeit der Blumenhandlung hatte als symbolisches Licht das Antlitz des alten Herrn geschwebt, die Weisheit, und er, Karl, hatte ein reines Herz und gerechte Ziel« gehabt; nun glühte das geschminkte Gesicht eines Freudenmädchens durch seine Nächte und er trat, da er seinen Schwur nicht halten konnte, nicht vom Studium, das damit zur Geckerei wurde, zurück, sondern er hielt an der unheilvollen Ber- kchwörung fest, dte ihn an di« Seite keines Vaters stellt«, und* verlangte darüber hinaus noch Genüsse. Ach Karl fühlte sich so voll von Schuld, daß er nun oft an Selbstmord dachte. Bis das Leben gleich einem Profosen seine Hand auf ihn legte und dte Regelung der Dinge, dte von innen nicht kommen wollte, von außen erzwang. Eines Tages fand der Weichensteller Josef Lakner keinen Geschmack mehr an seinem Beruf. Er hatte sich ausgerechl^t. daß mit dem Unfall aus dem Jahr 1902 eine frühe Pensionierung zu erreichen sein müffe und daß er als junger Pensionist seinem ehemaligen Gewerbe, dem des Maurers, wieder nachgchen könne, was ihm sozusagen doppeltes Geld einbringen würde. Da Josef Lakner eine lebhafte Phantasie besaß, Tul)te_ er nicht, bis das Ziel erreicht tvar. Er ließ sich von Karl Eingaben schreiben klagte bei den zuständigen Stellen über neuerliche Schmerzen im Kren?. wunde zu den Aerzten ae'chickt und chlteßlich, als man di« Komödie satt hatte, nnt 0 Kronen Unfallsrcnte und 22 Kronen Ruhegehalt entlassen. Nun stellte sich heraus daß er nach einer techtehnjährigen Arbeitspause, und zumal er nur Maurergehilfe gelvesen war keinen Posten finden konnte. Er pilgerte wochenlang von Bauplatz zu Bauplatz. i e'nst die Vorfälle von den Nazis beurteilt werden, beweist die Verhaftung der führenden S t a h l h e l m« r, die zum Teil einflußreiche Stellungen im öffentlichen Leben bekleiden. In der Ortskrankenkasse sollen zur Zeit des Eingreifens der Naziregierung neben zweihundert Stahlhelmern gegen 1100 Sozialdemokraten versammelt gewesen sein. Was das ganze nicht ein Schlag gegen di« unbequemen Bundesgenossen der Nazis sem sollte — ein Schlag,' der dem durch den Reichstagsbrand gegen die Marxisten geführten verdammt ähnelt—, so geben die Vorfälle zu allerhand Schlüssen Anlaß: vor allem zu dem, daß der„Stahlhelm" wohl für di« nächste Zeit einen Putsch der Nationalsozialisten in der Richtung einer restlosen Machtübernahme erwartet und, da er selbst zu schwach ist, sich zur Abwehr diese- Putsche« auch die Hilfe der Arbeiter verschreiben will. Bei der Besetzung des Hause- der Ortskrankenkasse gab es eine heftige Schießerei, bei der 21 Personen verletzt wurden. Interessant ist, daß auch Gruppen der Polizei milden Stahlhelmern sympathisierten. Die Deutfchnationale Volkspartei(Hugen- berg) rückt in einer Erklärung vom Braunschweiger Stahlhelm ab. Auffallender als das ziemlich verständliche Vorgehen der Reichsbannerleute ist das des „Stahlhelm"— der das Bündnis mit den„Landesverrätern" in großem Maßstabe abschloß. Neue TMen zwo RoiMs-VorMen. Aufsehenerregende Erklärung des Untersuchungsrichters Es gärt in Deutschland. Was geht In Braunschweig vor? Der achtzigjährige Vater des Kaufmanns, der den in Ml.-Unisorm befindlichen Eindringlingen öffnet«, wurde mit einem Gewehrkolben ge- chlagen und zur Seit« gedrängt, dann durch- uchten die SS.-Banditen das Haus. Sie fanden >en Kaufmann in seinem Schlafzimmer, blockierten sofort Frau und Kinder, auf die sie einen Schuß abgaben, und verluden dann den Kaufmann in das bereitstehende Auto. Das lbciber- fallkommando, das sofort herbeigerufen wurde, kam erst nach drei Stunden. ES fand di« Leich« des Entführten in einem Wald« unweit von Lande-Hut. Der Körper wie- zwei Schußverletzungen auf, der Schädel war zertrümmert. Der Kaufmann hat sich politisch überhaupt nicht betätigt, doch hatte er vor einiger Zeit ein« Privatklage gegen die nationäl- soziauistische Zeitung„Der Sturmer" angestrengt gehabt. Der Frau und dem Kindermädchen, di« von der Pbliz« als Zeugen einvernommen wurden, sagte man, sie mögen nicht von SS.-Leuten, sondern von unbekannten Tatern sprechen. Obwohl sie sich weigerten, wurden ihre Aussagen so protokolliert. Dem I2iährift«n Sohn des Ermordeten und der Röhrigen Tochter wurden bei einer Schulfeier Hakenkreuzfahnen in die^ände gedrückt. Man zwang st«,.Heil Hitler!" zu ruf««. Di« Photographie von der Leich« des ermordeten i wird in besten Heimats- Unter den zahlreichen in den allerletzten Tagen in Berlin zur Folterung verschleppten Reichsbannerleuten befand sich der jugendliche Sohn eines Gewerkschafters. Der Vater hatte in Erfahrung gebracht, daß sein Kind sich in der berüchtigten SA.-Kaferne Hedemannstraße Nr. 5 befand. In größter, Besorgnis gelang es ihm endlich, mit der dortigen SA.- Stelle telephonische Verbindung zu bekommen; es wurde ihm mitgeteilt, daß fern Sohn nach kurzer Bett wieder nach Hause geschickt werden würde. Als der Junge zur angegebenen Stunde nicht nach Haus« kam, rtef der Vater wieder an. ES wurd« ihm gesagt, der Sohn würde «och am Abend nach Haut« kommen. Aber auch am Abend kam er nicht. Der besorgt« Bater fragt« zum drittenmal an und nun erhielt er die Auskunft:„Jetzt können Sie Ihren Sohn holen lassen— ans dem Leichenschauhaus!" Und selbst dieser bestialische Hohn enthielt noch eine Lüge. Nicht einmal die Leich« des KindeS wurde freigegeben. Verzweifelt suchte der unglücklich« Vater em« Stelle, die ihm die Erlaubnis zur Abholung des Leichnams seines hingemordeten Kindes verschaffen könnte. Ermordung eines Jüdischen Kaufmanns In einer süddeutschen Stadt lebte oin jüdischer Kaufmann. Den Namen halten wir im Interesse der Angehörigen geheim. Am 15. März Irüfa uw 6 Uhr läutete es an seiner Wohnung. tat diese„Befehle", aber dabei konnte festgestellt werden, daß die Schriftzüge auf den Dokumenten Drufchelowflis unverstellte Handschriften trugen." Damit aber nicht genug. Im März konnte der in Berlirk arbeitende bekannte rikanische Journalist Knickerbocker andere weißrussische Fälscherwerkstatt in Berlin auf frischer Tat überführen und ausheben lassen. Ihr Leiter war der frühere kaiserlich russische Staatsrat Orlow, dessen Helfershelfer die Herren Sumarakow und wiederum Gumanski (aus dem oben erwähnten Büro Druschelowski) waren. Die Herren hatten versucht, dem Amerikaner Dokumente anzudrehen, die beweisen sollten, daß ein bekannter amerikanischer Politiker im Solde Moskaus stünde.. Bei der nun in Orlows Betrieb stattsinden- dcn Haussuchung fiele« der Berliner politischen Polizei alle Beweise dafür in di« Hände, daß auf seine Anordnung nicht nur der berühmt«„Sinowjew-Brief", mit dem das erste Kabinett MaeDonald 1924 in den Wahlen geschlagen worden war, sonder« anch die bulgarischen Komintern-Dokumente von 1925 hergestellt worden waren. Durch einen weiteren Mitarbeiter des Büros, einen Bolten, namens Harald Sievert, der mit den deutschen Spionagebehörden Hand in Hand arbeitete, waren auch sowohl dem Reichswehrministerium, wie dem Reichskommissar zur Uoberwachung der öffentlichen Ordnung beim Reichsministerium des Innern angebliche»/Dokumente", die die revolutionäre Tätigkeit der deutschen Kommunistischen Partei betrafen, geliefert worden. In dem Prozeß gegen Orlow, der vor dem Berliner Landgericht I im Juli 1929 stattfand, und der mit der Verurteilung Orlows zu schwerer Gefängnisstrafe endete, ist der Zusammenhang glatt erwiesen worden. Da Anklage wegen der übrigen Fälschungen nicht erhoben worden war, konnte insoweit Verurteilung nicht eintreten. Der preußisch« Regierungsrat Bartels hat als Zeuge in diesem Prozeß in der Sitzung vom 10. Juli 1929 übrigens ausqesagt, daß seiner Behörde, der Zentralstelle für Spiouageab- wehr im Berliner Polizei-Präsidium, der Ange- llagte Orlow wahrend des mitteldeutschen Ko'm- munistenaufftattdes, wie wahrend des Ruhrkrieges 1923„wertvolle Dienste" geleistet habe. Die reichsrichterlich« Berufung auf das Sofioter Attentat von 1925 richtet di« Regierung Hitler und ihr Reichsgericht. * „H ct Volk", das Zentralorgan der zialdemokratischen Parte: Hollands, erfährt verläßlicher Quelle, daß van der Lubbe, Reichstags-Brandstifter, in den landen als Fascist bekannt war. Tatsächlich'chritten, als man erfuhr, daß der Brandstifter sich van der Lubbe nenne, die holländischen Behörden zu einer schleunigen Untersuchung. Dies war umso leichter, als van der Lubbe seinerzeit nach dem Gesetz zum Schutze der Kinder unter der Kontrolle der Behörden gestanden war. Di« Untersuchung hat festgestellt, daß van der Lubbe. nachdem er eine Zeitlang Kommunist gewesen war, sehr rasch in das fascistflche Lager überg ng und viel in den kleinen holländischen Fastisten- und„Nazi"-Gruppen verkehrte Aber— so schreibt„Her Volk"— um nicht das Mißfallen Hitlers zu erregen, bält die Regierung der Niederlande die Ergebnisse der Unter- ^rchuno geheim! firmelnden ohne Kommunisten. Berlin, 28 März. Der ReichSkommiffär für das Land Preußen. Vizekanzler von Pap« n teilt durch den amtlichen Preußischen Pressedienst mit: Der preußische Minister des Innern(Kommissär des Reiches) hat durch besonderen Runderlaß an geordnet, daß die Vertreter der Kommunimschen Partei Deutschlands an Sitzungen der Dertre- tungSkörPerschasten von Gemeinden und Gemeindeverbänden nicht teilnehmen dürfen, da sie Klagges wird gedeckt! Disziplinierung des Stahlhelms ange- kündigt.— Verbot wird aufgehoben. Braunschweig, 28. März. Um 22 Uhr wurd- folgendes Kommuniquee über die Verhandlungen in der Stahlhelmangelegenheit ausgegeben: Die Reichsregierung erkennt die vom braunschweigischen Innenminister Klagges äegenüber dem Stahlhelm, Gau Braunschweig- itadt ergriffenen energischen Maßnahmen als berechtigt än. Nachdem der Reichsarbeitsminister Franz Seldke als erster Bundesführer des Stahlhelm die disziplinarische Erledigung der Angelegenheit zugesagt hat, und die Gefahr einer»legalen Aktion marxistischer Organisationen««ter falschen Decknamen beseitigt ist, wird Minister Klagges das für das Land Braunschweig ausgesprochene Verbot deS Stahlhelms mit dem 1. April 1933 ausheben. 273 Hamburger„überfällig“.. Berlin, 26. März. Im Zusammenhang mit der Gereke-Angelegenheit sind am 25. und 26. März eine Reihe höherer Offiziere der Reichswehr polizeilich vernommen, zum Teil in Haft genommen worden. Diese Maßnahmen werden als bewußte Attacke gegen den Reichspräsidenten von Hindenburg gewertet und haben stärkste Bewegung hervorgerufen.— Weiter wird bekannt, daß auch der früherer Reichskanzler, General van Schleicher,„vernommen" werden soll, daß jedoch sein derzeitiger Aufenthalt unbekannt ist. Hamburg, 25. März. Eine oberflächliche und auf Vollständigkeit keinen Anspruch erhebende Untersuchung hat ergeben, daß seit Anfang März von der Hamburger Bevölkerung insgesamt 273 Personen überfällig sind, darunter 28 Frauen und 43 minderjährige Kinder. Ueber den Verbleib dieser Personen verweigert die Behörde jede Auskunft. oontard wieder verhaftet. Berlin, 28. März. Der Reichskommissar für das preußische Justizministerium, LandtagKprasi- dent Kerrl, hat auf Gritnd eines Vortrages des Goneralstaatsanwaltes bei dem Landgericht I Berlin, Wilde, persönlich die sofortige Wiederverhaftung des Generaldirektors Paul von G o n t a r d, der kürzlich gegen Sicherheitsleistung von 500.000 Mark aus der Haft entlasten war, angeordnet und Anweisung erteilt, die Eröffnung der gerichtlichen Voruntersuchung zu beantragen. lusubordlnaUon. Berlin, 27. März. In Groß- Berlin sind heute rund 700 SA-Leute wegen angeblicher Insubordination aus den Reihen der Hitlerpartei ausgeschlossen worden. Zur Durchführung dieses Beschlusses, der auf stärksten Widerstand stieß, mußten Abteilungen der Hilfspoltzei beigezogen tverdcn. Katholischer fielstllcher Überfallen. Berlin, 27. März. Am Sonntag nachmittag ' ist int Norden Berlins ein katholischer Geistlicher von Nationalsozialisten überfallen und so schwer verletzt worden, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Ueber den Geistlichen wurde bis auf weiteres die Schutzhaft verhängt. kln Brief aus Saarbrücken. Aus Saarbrücken wird dem Pressedienst 99 von einer Persönlichkeit des öffentlichen Lobens folgendes geschrieben: Die Ereignisse in Deutschland, di« sich zugunsten einer zwar kleinen, aber wirtschaftlich beherrschenden Gruppe von Reaktionären eindeutig gegen Recht und Freiheit der Massen richten, werden im Saargebiet auf das Aufmerksamste verfolgt: und die Greueltaten der Hitlerleute, die durch kein Dementi aus der Welt geschaffen werden können, zwingen geradezu gebiete-' risch zur Stellungnahme,— zu einer solchen Stellungnahme, di« nicht parteipolitische Erwägungen und Rücksichten, sondern ausschließlich den Gedanken um die wirtschaftliche und sozial« Zukunft, um die Kultur deS Saarlandes zur GruMage hat. Im Jahr« 1938 soll durch VolkSabstim- m u n g entschieden werden, ob das Saargebiet zu Frankreich treten oder zurück zu Deutschland soll: Ein« Zwischenlösung, wie sie heute sehr vielen Politikern vorschwebt und di« die Errichtung eines selbständigen Staates zum Ziel hat, kennt der BersaillerFriedenSvertrag nicht. Es muß offen ausgesprochen werden, daß die Saarländer aufgrund der in Deutschland eingeschlagenen Linie, deren Ende und Gestaltung im Einzelnen. nicht abzusehen ist und deren Charakter die schwärzesten Perspektiven aufdrängt, keine Neigung verspüren, sich dem Hitlerschen Deutschland frei-- willig einzugliedern; ebenso selbstverständlich ist, daß weite Teil« des Saarlandes für den Fall eines Anschlusses an Frankreich di« ernst« Befürchtung hegen, kulturell aufgelöst zu werden. Um dieser tiefen Sorge, di« gerade in diesen Tagen auf dem Saarland lastet, zu begegnen, um den Boden fiir die großen politischen Entscheidungen der Jahres 1938 zu sondieren, damit rechtzeitig der Aufmarsch beginnen kann, haben sich verantwortungsbewußte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens des Saarlandes zusammengefunden, die versuchen wollen, für den möglichen Fall einer endgültigen Loslösung deS Saargebietes von Deutschland folgende feierlich zu verbriefend« Rechtserklärungen der französischen Republik zu erlangen: 1. Das Saargebiet echält volle Kultur-Autonomie. 2. Das Saargebiet erhält im Rahmen der französischen Gesetze volle Berwaltungs-Auwnomie. 3. Die Amtssprache für das Saargebiet ist deutsch. 4. Das Saargebiet wird neutralisiert; für die Saarländer besteht kein« wie auch immer geartet« Wehrpflicht. lagung der Internationale Paris, 28. März.(6PB.) Gestern abends trat in Paris der Ausschuß der Sozialistischen Arbeiter-Internationale zusammen, der sich mit den aktuellen internationalen Fragen und ins- besonders mit den Ereignissen in Deutschland beschäftigte. Der Ausschuß wird in den nächsten Tagen eilte öffentliche Kundgebung erlassen. Delegierte aus Deutschland waren nicht anwesend. Seite 4 Mittwoch, 29. Mrz 1933 srr. 78 hhi Ans der Arbeltcr-Turn* and Sportbewegung. Tagung der Lrreisodmänner. Di« Äreisobmänncr des ATI1S. tagten mit den Gebietssckretär«:: und dem Bcrdandsvorstand am 26. März in Aussig. Das Berbaiidssekretariat legi« einen Bericht vor, dem wir folgenSe beachtliche Mit- tcrlunFcn entnehmen:- Der M i t g t i« d e r st q u b hat in den Gebieten mit starker Arbeitslosigkeit einen kleinen R ü ck g a n g anfjmveiscn. Die K i n d e r-A'bteitungen sind im A u s st i« g begriffen. Gegenwärtig zählt der ATUS. 15LS5 turnende Kinder, sie alle die Kinderzeitung„Ringelreihen" abonnieren. Die Fußballbewegung zeigte auch im vergangenen Jahre«in« Aufwärtsbelvegung und err«icht« 5957 versichert« Fußballer. Die Lamari ter sind mit 1100 ausübenden Lpartenmitgliedcrn stabil geblieben. Die Beratungen über das Einheitsstatut sind imnrer noch im Gange. Es ist zu erwarten, daß es bis zum Herbst bewilligt sein wird. Di« beiden, im vergangenen Jahre begonnenen Schulungsaktionen für Jugendfunktionärc und Männcr- -turnwarte wurden planmäßig in den Bezirken wiederholt. Der Arbeitsplan für das laufende Jahr wurde durchbcraten und beschlossen. Unter anderem steillt er folgende Aufgaben: Durchführuirg einer Werbeaktion im April. Im Mai eiri« nach bestimmten Richtlinien organisierte Maiwandernng. Am 5 und 6. August: Arbeitcrsportfest in Aussig. 24. September: BlumLntag. Oktober: Zentralschule für KinderturMvart« in Aussig, anschließend Wiederholungskurse in den Bezirken.'November: Funktio- nävversammlungen in den Bezirken mit Verbandsreferenten. Dezember: Zentralschule für Turmrinnen in Aussig, anschließend in den Bezirken Wieder« hdluitgskurse. Weiler ist noch vorgesehen«ine zentral« Schulung für die Funktionäre der Fußballer. Der'Aufforderung des Rcichscrziehungsbeirates der Partei entsprechend wurden Vorschläge beschloßen für den Zusammenschluß aller Kultur- orgauisationen. Der ATUS. stellt sich zu dieser Frage vollständig positiv ein und ist zu dem größten Eirtgcgcnkourmen bereit. Am Austrage der SASA, nahm an der Tagung Genosse Gast geb(Wien) teil, der sich in den letzten Tagen in Deutschland aufhielt. Er gab einen ausführlichen Bericht über di« Lage des Arbeitersportes in Deutschland und schlug Maßnahmen vor, die sich als Konsequenz daraus ergeben. Gelwsse Heinrich Müller(Aussig) wurde in die Exekutive der SASA, kooptiert. Di« gairzc Tagung, die in vollster Ueberein- stimmung aller Teilnehmer verlief, bekundet« den geschlossenen Willen, den alterprobten und bewährten Kampfgeist der Arbeiter-Turner und-Sportler mehr denn je gerade in der nächsten Zutunst lebendig werden zu lassen-.- ! liaten Liberalen und ihrer Presse mehr ver- T agesneuigkeiten Eineines nn sich Großfeuer in Sber-Plan. Aus Böhm.-Budwcis wird uns Das furchtbare Unglück scheint nach den letzten Feststellungen durch«ine Motorexplosion verursacht zu sein. Man nimmt an, daß einer der Motoren des in voller Fahrt befindlichen Flugzeuges explodiert« und daß der Pilot durch ei» Sprengstuck getötet wurde, so daß die Maschine führerlos wurde. Landleute aus de« Dörfern d«r Umgebung, die ihre Aecker bestellten, konnten nämlich beobachten, daß das Flugzeug urplötzlich mit rasender Geschwindigkeit senkrecht zu Boden stürzte. Das Flujyeng stieß mit furchtbarem Krachen auf dem Erdboden ans. Im Sturz hatte sich eine d«r Tragflächen gelöst und in einiger Entfernung von der Un- glücksstelle in den Erdboden eingebohrt. Fast wären einige auf dem Feld beschäftigt« Mädchen dabei getötet worden. Einer späteren Reutermeldung zufolge kam«« insgesamt 15 Menschen nms Leben, darunter vier Frauen. Der ersten Meldung gegenüber teilt Reuter mit, daß unter den Verunglückte« 14 britisch« und nur ei« belgischer Staatsbürger waren. Anstein in London. London, 28. März. Professor Albert stein wurde gestern die freie Benützung Hauses in London für di« Dauer eines Jahres mit Rücksicht auf seine freiwillige Verbannung, dse er bei der gegenwärtigen antijüdischen KcGrpagne im Auslände verbringt, angeboten. Dr. Emstein und Gemahlin sind gestern auf ihrer Reise von New Aork nach Holland in Southampton cingctroffcn. Einstein erklärte, er beabsichtige keineswegs, unter dem gegenwärtigen Regime nach Deutschland zurückzukehren. Ein Kandelaber erschlagt einen Knaben Montag abends verletzt« sich im Hof« der .Hufschmied« im Hause„Nächof" in Marien- b a d tödlich der 14jährige Gymnasiast Völkl. Aus Uebevmut wollte er einen im Hofe stehenden reparierten kleinen Straßenkandela- ber umstoßen. Er brachte den Kandelaber ins Schwanken, wobei dieser so unglücklich auf ihn fiel, daß er ihm den Kopf zertrümmerte. Der schwerverletzte DAkl starb während der Ueberführung. in das Krankenhaus Sanitätsauto. An den Unglücksort begab ein« Gerichtskommiffion. Großer Raub. Paris, 28. März. In Straßburg drangen bisher unbekannte Täter in das Büro der Sozialversicherung oin und raubten neben Geldern auch für 30 Millionen Franken Marken, mit welchen in Frankreich den Mitgliedern der Sozialversicherung Beiträge ausbezahlt werden. Früh übt sich... Akron(Ohio), 28. März.(Reuter.) Ein vierzehnjähriger Schüler wurde unter der Beschuldigung verhaftet, versucht zu haben, von der Gattin des Obersten Lindbergh 25.000 Dollar zu erpress««. Vom Hundhink Empfehlenswertes aus Den Programmen. Donnerstag. Prag: 8.15: Gymnastik. 11: Schallplatten. 18.25. Deutsche Sendung: Landwirtschaft.— Brünn: 16.10: Orchesterkonzert. 17.20: Kinder-Musik. 18.25: Deutsche Sendung: Prof. Heinrich: Organisation und Ausgaben des Völkerbundes. 10.30:^Gevatter Tod", Singspiel.— Mähr-Ostrau: 10.10: Blasmusik 18.30: Deutsche Sendung: Pros. Herkel: Hölderlin.— Berlin: 20.40: Pfitzner: Ge sang mit Orchester.— Breslau: 20.15: Volkstümliches Konzert,— Mühlacker: 20.35: Richard Wagner- Abend.— Königsberg: 20.30: Tanze und Tanzlieder aus fünf Jahrhunderten.— Langenberg: 20: Konzert und Chöre.— Leipzig: 10.30: Neunte Sinfonie von Beechoven. ,—' München: 19.35:„Der Barbier von Bagdad", Oper von Cornelius.— Wien: 15.45: Lieder und Arien. 20.45:„Tannhäuser", Oper von Wagner. Dar erste Bild von der japanischen Erdbeben-Katastrophe. Tie japanische Ostküste von Yokohama bis Kanmishi wmtdc Anfang Map; von einem schweren Erdbeben und einer nachfolgenden Springflut betroffen und zum Ten gänzlich verwüstet. Ein« verwüstete Uferstraße in Kamarshi, wo viele hundert Gebäude durch das Beben zerstört worden sind; in der Mitte ein Schift, das durch die Springflut aus Wer gespült wurde. Aus Bohm.- Budwers wird uns geschrieben: Am Dienstag um 2 Uhr früh brach nn Wirtschaftsgebäude des Franz Bednar in Stuben bei Ober-Plan ein Brand aus, der sich in kurzer Zeit auf die Wirtschaftsgebäude des Franz Wenhart, des Josef Coch und des Johann Wenhart onsdehnte. Erst gegen früh g-lang«s, den Brand der vier Wirtschaftsgebäude zu lokalisieren. Dem Feuer fielen Scheunen, Schuppen, die Wirtschaftsgebäude, Stalle, Vorräte, Einrichtung nnd Innen- Inventar zum Opfer. Der angestrengt arbeitenden Feuerwehr gelang es, nur die vorderen Gebäude und einen Teil der Dachdecküng der Wohngebäude zu retten. Es besteht der Verdacht, daß der Brand von einem unbekannten Täter gelegt wurde. Der Schaden ist groß, doch ist seine Höhe noch nicht abgeschätzt. letzen, als«ine Geschästsstörung: darum seid einig für Gobbelsche„Gleichschaltung im Gei-' stigen". D«r Preetz gegen die Brünner Kasernenstürmer. Die Brünner.^Lidove Roviny" teilen mit, daß der Senat des Staatsgerichtshofes im Prozeß gegen die Brünner Putschisten folge nder- moßen zusammengesetzt sein soll: Den Borsitz wird an Stelle des Präsidenten des Staatsgerichtshofes Dr. Prochaska der Rat des Obersten Gerichtshofes Dr. Ludwig BoSicky führen, Beisitzer sind aus dem Stande der Berufsrichter die Räte des Obersten Gerichtshofes I. 6iLek und Dr. I. Prochaska und aus dem Laionstcmd der Advokat Dr. L. Hanf (Brünn), Direktor Dr. I. P i c e k(Prag) und Advokat Dr. E. Sl ab y(Prag). Unter den Ersatzmännern steht an erster Stelle der Brünner Wvokat Dr. K y j o v s k y, der aber beim Prozeß nicht bcisttzen kann, da er mit dem Hauptangeklagten Kobginek nähe verwandt ist. Selbstmord. Aus Neuhaus wird uns geschrieben: Montag abends hat sich in Neuhaus der Inhaber eines Schneidergeschäftes Matthias Ächourek erschaffen. Die Ursache des Selbstmordes ist darin zu suche», daß sich?ahourek in ten nächsten Tagen mit noch einigen Neuhauser Bürger:: vor dem Kreisgerichte in Böhmisch- Budweis wegen Schändung eines minderjährigen Mädchens verantworten sollte. Bon einem Radfahrer getötet. Aus B ö h- misch-Budweis wird uns geschrieben: Dienstag vormittags wurde in einer Budweiser Gasse die 71jährige Anna B e n d i k o v a von einem' Radfahrer zu Boden gerissen. Durch den Sturz aus das Pflaster erlitt sie tödliche Verletzungen. Die Polizei nahm die Nachforschungen nach dem unbekannten Radfahrer auf. Ein Hund rettet einen Knaben vor dem Ertrinkungstod. Aus Böhm.-Wiesenthal wird uns berichtet: Im ongrenzcrüren Oberwiesenthal wurde diefer Tage ein Haushund zum Retter eines Kindes aus ärgster T^resnot. Ein von auswärts zu Besuch rrach Oberwiesenthäl gekomnrener Knabe spielte aus den: Damm des Deiches an der Brnnnernnihle, wobei er plötzlich ausrutschte und kopfüber in das an dieser Stelle ziemlich tiefe Wasser stürzte. Bevor noch der Knabe vorsinken konnte, sprang der in der Nähe befindliche Haushund hinzu, packte den ver- ziveifett mit dem«affen Gement ringenden Knaben am Kragen urw zog ihn wohlbehalten wieder ans Ufer zurück. Da der Vorfall anfänglich unbeobachtet geblieben war, wäre der Junge zweifellos ertrumen, ivenn nicht der wackere Hund, der dem SpiÄ dos Kindes zugesehen hatte, im AugerMick der höchsten Gefahr die Rolle des Retters gespielt hätte. Gegen di« englische« Fascisten. Etwa 200 Kommunisten überfielen Montags das Gebäude der ZenteajlorgavftoOcm-der^- bLtischen Fascisten und warfen in die Fenster Steine. Zwischen Fascisten und Kommunisten kam es zu einem scharfen Handgemenge, das durch das Einschreiten der Polizei beendet wurde. Dor Streik in den Fordunternehmen in De gen Ham dauert an. Vas iasclsiisdie Debatte in Lettland. Am 17. März wurde, wie wir schon berichteten, der sozialdemokratisch« Antrag im lettischen Parlament behandelt, der von der Regierung di« Ausweisung der ausländischen Fascisten und die Auflösung der lettischen fascistischen Organisationen verlangte. Bruno K a l n i n begründete den Antrag. Er wies an erster Stelle darauf hin, daß die lettische Regierung bis jetzt die Fascisten unterstützt habe. Sie hat z. B. bei der Fahrt der deutschen Hitlerleute von Riga nach Tilsit, um dort an den Reichstagswahlen am 5. März teilzunehmen, eine Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent auf den lettischen Bahnen gewährt, es wurden keine Ausweise über die bezahlten Steuern verlangt, sie fuhren mit einem gemeinsamen Paß, was ihnen Auslagen ersparte und außerdem erhielten sie eine ziemlich bedeu- teitbe Summe in ausländischer Valuta ausgebändigt— alles Sachen, die von der lettischen Regierung bis jetzt keinem"eiten gewährt wurden. Dann beleuchtete der Redner die Zustände, wie sie von den Fascisten in Deutschland geschaffen wurden. Schließlich beschäftigte er sich mit den lettischen Faseisten, bei denen ein W. Osols ein« der Hauptrollen spielt, ein Mann, der in allen Bevölkerungskreisen als ein minderwertiges Subjekt bekannt ist. Kalin schloß seine überaus scharf gehaltenen und mit reichhaltigem Material belegten Ausführungen mit folgenden Worten:„Wenn es noch Leut« gibt, di« nach den Greueltateu, bi« in der letzten Zeit in Deutschland Tag für Tag zn verzeichnen find, noch nach Deutschland fahren, nm Hitler zu begrüßen, so sind sie«ins von beiden— entweder Idioten oder hundertprozentige Verbrecher!" Der Antrag der Sozialdemokraten wurde daraufhin angenommen. Gegen ihn stimmten die Vertreter der Großbauern, die Deutschen und der Abgeordnete Gottfried Mihlbergs. Die Resultate der Abstimmung wurden sowohl von den Parlamentsmitgliedern wie auch von den Tribünebesuchern mit lauten Bravorufen empfangen. Die Regierung muß selbstverständlich diesem Beschlüsse des Parlaments nachkommen. Der „Sozialdemokrat" vom 19. Mär; ist schon in der Lage, di« Beschlüsic des Ministeriums bekanntzugeben. Die ausländischen Fascisten, die in der Hauptsache aus gutbezahlten Angestellten in der Industrie und im-Handel, aus Ingenieuren, Technikern, Gewerbetreibelchen uich Kaufleuten deutscher Nationalität bestehen, werden vöm Minister des Innern ohne weiteres des Landes verwiesen. Tie Organisationen der lettischen Fascisten können nur aus Beschluß des Gerichtes aufgelöst werden. Die Regierung hat das umfonareichc Material deshalb auch dem Kreisgericht Riga zugestellt. IS sott bei einem Flugzeugabsturz. Englisches Flugzeug bei Dixmuiden verunglückt Brüssel. 28. März. Bei Dixmuiden ist ei« englisches Verkehrsflugzeug, das sich auf dem Weg« von England nach Müffel befand, abgestürzt. Das Flugzeug ging sofort in Flamme« auf. Es sind 14 Personen nms Leben gekommen. Es handelt sich um eine dreinwtvrige 1200 PS starke englische Maschine der Imperial Airwags Ltd., die um 13 Uhr 36 vom Flug hafen Brüssel in Richtung London aufge- stiegen War. Die Maschine versah den regulären Flugdienst zwischen Köln, Brüssel und London. Es waren außer den Paffagieren 450 Kilo gramm Furcht und Post an Bord. An Bord befanden sich außer dem englischen Pilot«« ein Rtwiotelegraphist und 12 Passagiere. Bei dem Unglück find sämtliche Personen ums Leben gekommen. Di« Gendarmerie war aus dem benach barten Esten sofort zu der Unglücksstelle greift, konnte aber nur noch ans dem völlig verbrann ten Apparat die verkohlten Leiche« bergen. In einem Umkreis von 30 bis 300 Meter von der Unfallftelle entfernt, fand man die völlig zerschmettert«« Körper von vier Fahrgasten, die offenbar versucht haben, im Augenblick des Absturzes aus dem Flugzeug heraus,zuspringen. Die Trümmer des abgestürz- teu Flugzeuges find weithin auf dem Boden zerstreut. uiHiiiiniiHHiiiiiinnnNnnniiiminiuinmiHHiiinuniiiiiiiHiiniuiiimiumiMinniiinnuiimHiiinmiuHiiiiitHHmHiiHiUHiNnniiiiiiiiiuiiiiiiniiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiHHmiiiiiiHnHiiiiHiiiiiiiiiiHiiiuiuiiiiHiu Gleichschaltung im Geistigen.„Daß jede gelungene Revostmon sich das Recht nimmt, neue Grundlagen für. eine neue Rechtsordnung zu schaffen, ist so alt wie Methusalem.. a^lso anscheinend etwas älter als der Geist des„Prager Tagblattes", das mit diesen Worten seine„konstruktive" Stellungnahme zum„Auflxiuwerk" Hitlers und der Weiterdauer des Abonnements seiner Leser im Dritten Reich in die weite Welt hinaus- lertartikelt.„Man hat also nicht den geringsten Anlaß, sich über die selbstverständlichen Rücksichtslosigkeiten zu wundern, mit der die Nationalsozialisten für sich das Recht beanspruchen, zu entscheiden, was künftig in Deutschland als Recht zu gelten habe." Würde es bei den trotz„Prager Tagblatt" und seiner ideellen- Interessen doch publizierten Meldungen über„Rücksichtslosigkeiten" durch Prügeln, Diordeu, Entführen, Vernichten, Zähneeinschlagen, Zumse n sterhmau swerftn nur um „Aktionen" gehen, die sich gegen Autoren von Leitartikeln unter dein Titel„Gleichschaltung des Geistes" wenden, dann könnte mancher allerdings' den liberalen Geldverdienern im Pübliritätsgewan-o und unter. Verkleidinrg schmucker Druckevschivärze den Gefallen^nn, den gesuchten„geringsten Anlaß" des. Wunderns ,,üb^c Roheiten beiseite zu lassen. Ungerecht, wie nun einmal neben dem Schicksal auch die Nationalsozialisten sind, geben sie aber nicht, etwa hauptsächlich gegen die Herren liberalen KiMrrverftchter Berliner oder Fmnk- surter Asphalts vor, sondern beginnen mit dem Abkillen von klasienbewusiten Proletariern, die lange genug den Geschästsmachern ein beliebtes Obiekt dazu waren, ihre Dnick- und Preffeerzez'gnisse abzukauftn uird inscraten- mäßia zu erhalten. Heute bat sich natürlich der Wind etwas qewerchet; die Herren Linkser komnten finanziell nicht mehr recht in Betraclit und die Herren Abonnenten im Dritten Reich sind noch nicht abgestochen: also leitartikelt man im Hi'lerfahrwasser und streichelt-Herrn Göbbels das Goderl. Vielleicht, vielleicht bleibt ihm dann doch das„Prager.Tagblatt" erhol ten, das darum auch in größter Aufmachung die mutige Kundgebimg der nationalsozialistischen Judenheit abdruckt, um den„Greuel- meldungen" entgegenznlweten und eventuel lem Boykott die(Spitze abzubrechen. Denn nichts kann die heiligen Güter der internatio- auiiiiiiiiinuiiiiiiniiiiniiiiiiHiiiiiiintiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiuiHiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiHiiiiiimiiiiiiiiiiiuiHiuiiiHuiiiuiiiiiiiiiiiuuiHimiNiir.i zigeuner, die vom Sinbreche« leben. Aus Podersam wird berichtet: Seit dem Vorjahre bedrohten zwei Zigounerbanden bi« Bewohner der Bezirke Podersam, Saaz und Kaaden durch Einbrüche in K o ns u m- und Wirtschaftsgebäude. Der Pplizei ist es nunmehr.gelungen, die Mehrzahl dieser Bandenmitglieder festzmrehmen. Es wurden verleastet: die drei Briwer Walter, der Vagabund Grus I mid die Zigeuner Hormon« und Husina, welche in der dortigen G^zend rund 80 Einbrüche verübten. Der Wert der entwendeten Güter wild aus 70.000 Ks geschätzt. Der Anstifter dieser systematischen Einbrüche war in der Mehrzahl der Fälle der Marktfahrer Anton, der die gestohlenen Sachen auf den Märkten mit einem mehr als 200prozentigen Gewinn weiterverkaufte. Auch ein aewrffer Mokva handelte mit dem Diebsgut. Die Einbrecher sowie die beiden Hehler wurden in die Haft des Kreisgerichtes in Brüx eingeliesort. fc 75 Mittwoch, 29. März 1933 Seite 5 Hauptverfammlrmg der Reichs' Verbandes deutscher bildender Künstler in der rfchechsslovalischeu Republik. Am Sonntag, den 19. März, fand in Prag die Hanpwevammlung des Reichsverbandes deutscher bildender Künstler in der Tschechoslow. Republik unter dem Vorsitze des Obmannes Prof. Franz Hartl und unter Beteiligung folgender Künstlervereinigungen: Konkordia, Prag, Verein deutscher Malerinnen, Prag, Metznerbund, Klub deutscher Künstlerinnen und Kunstfreunde, Kunstring, Scholle, Prager Sezession und Bereinigung bildender Künstler Schlesiens statt. Der Vorsitzende gab den Tätigkeitsbericht des Vorstandes über das verflösse,». Bereinsjahr. Dir Bestrebungen des Reichsverbandes wurden durch die Abgeordneten aller deutschen Parteien auf das Wärmste unterstützt, die bei allen maßgebenden Stellen intervenierten, um der deutschen Künstlerfchaft ihre Forderungen durchsetzen zu helfen. Eine besonder« Unterstützung seitens der Abgeordneten erfolgte- bei dem Ansuchen des Reichsverbandes d.-. K. an di« Regierung um ein« staatliche Subventionierung d«S Verbandes und um Eingliederung der deutschen bildenden Künstler in di« vom Staat« subventionierte Knüstlerversicherung. Dem Vorstand gelang eS, ein« Unterstützungsaktion zur Erhaltung der Avbeits- stätten notleidender Künstler erfiäg reich durchzuführen. Gemeinsam mit dem SyndrkLt vhwLrnych umdlcü führt der Reichsverband«in« Aktion beim Fürsorgeministerium durch, di« bezweckt, notleidende und erwerbslos« bildende Künstler in di« staatl. Erwerbslosenfürsorge einzubeziehen. .Der Reichsverband steht mit demShndikLt vytvLrnych NmSlrü, welches die Forderungen der deutschen Künstler besonder- in der Versicherungsfrag« wirk- !sam unterstützte, in bestem Einvernehmen und führt alle Schritt« in wirtschaftlicher Beziehung mit ihm gemeinsam durch. Bon den zur Beratung stehenden Abhilfsmöglich- leiten wurden die Ausführungen des Vorstandsmitgliedes Prof. FeÄ. KrombHo lz eingehe,tfc erörtert. der einen Plan zu einer Werbe- und Unterstützungsaktion für di« bildende Kunst und die in ihrer Existenz schwer bedrohten Künstler entwickelte. Besonderer Dank wurde von der Hauptversammlung allen Abgeordneten ausgesprochen, die sich seit Bestehen des Verbandes um ihn Verdienste erworben haben, so auch Abg. Irene Kirpal. Abschließend richtet« der Vorsitzende einen Appell an di« deutsche Künstlerschaft und betonte, daß alle Maßnahmen zum Schutze der bildende» Kunst in der Krisenzeit nur dann erfolgreich sein können, wenn jeder Künstler sich mit aller Energie für dieses Hilfswerk«insrtzt, um mit dem Interesse der All« g» meircheit auch fein persönlicher Interesse zu fördern. Bildhauer Henke dankt« dem Vorstand und besonders dem Vorsitzenden für seine Tätigkeit. ftfittftltrliUfc in Frankreich. Paris, 28. März. Der Pariser Stadt, rat, der erst jüngst 10 Millionen Franken zugunsten leidender Künstler zur Verfügung stellt«, bewilligt« weitere 30 Millionen Franken für di« Arb«itSorganist«rung zugunsten der Künstler und des Kunstgewerbes. Sie konfisziere« sich selbst. Eine nette Geschichte erzählt das„Prüvo Lidu"! Das„Ruda Pravo", das Zentralorgan der„revolutionären" kommunistischen Partei lst da- einzige Blatt, welches freiwillig die Borzensur über sich verhängt hat. Bevor das Blatt gedruckt wird, werden d,e umbrochenen Seiten zum Zensor geschickt und erst nachdem der Zensor die Bewilligung gegeben hat, wird dos„Rude Pravo" gedruckt. Nun scheint das„Rude Pravo" sehr stolz darauf zu sein, daß es oft konfisziert wird und es tut der Redaktion manchesmal sogar leid, wenn der Zensor gar zu gutmütig war und zu wenig konfisziert. So war. es den Kommunisten aucki am letzten Donnerstag zu wenig, was ihnen der Zensor be,.<>iaanahml hatte und deswegen, da man ja des Guten niemals zu viel tun kann, ließen sie noch ein paar Stellen.weg, die der Zensor batte stehen lassen. Sie haben sich selbst auf der ersten Seite ein Stückchen eines Artikels konfisziert, der Beschimpfungen der Sozialdemokratie Deutschlands enthielt und das der Zensor, dessen Aufgabe es ja nicht ist, die Sozialdemorra- t:e vor Beschimpfungen der Kommunisten zu schützen, stehen gelassen hatte. Zwei Angriff« auf polnisch« Eisenbahn- streckrn werden aus Wilna gemeldet. Auf der Strecke Tvakiszki—Suwalki wurde kurz vor der Einfahrt des Arges ein Hindern-.s auf der Strecke gefunden urtd beseitigt, untveit von Ski- del entgleiste die Dienstlokomotive Z eines Zuges. Die Spuren nach den Tätern weifen nach der ostpreußischen Gren»e. Mollisons setzen sich zur. Ruhe. Das Flieger-Ehepaar Mollison erklärte: Mit einem von«ns beiden gleichzeitig dnrchzuführenden Sonderflug über den Atlantischen Ozean wollen wir unsere Fliegerkarriere abschließen. H-er wird es sich pns auch um die Erreichung des Entfernungsrekords handeln. Dann wvll-n wir die Flie- gevei lassen und uns an einer Farm ansiedeln. Telegrammaufgabe in Flugzeuge«. Ab 1 April d. I. werden auf tschechoslowakischen Flug- zeugen Privatielegramme nach allen europäischen Ländern ausgenommen. Bisher galt di« Annahme nur für die Tschechoslowakei, Temichland. Oesterreich und Ungar«. Der Telegramm tert muß offen sein und darf samt Arreste nicht mehr als 1ö Worte umfassen. VeriGt von Morgen. Bon Elias Kemp. Di« mit großer Ungeduld erwartete Ausstellung„Erotik unter Gas", verbunden mit einer einfach fabelhaften, die geschmackvollsten und elegantesten Roben zeigend»« Modenschau, wurde soeben eröffnet. Mit atemloser Bewunderung schritt der Berichterstatter dieses von Abteilung zu Abteilung, von Stand zu Stand, bestaunte die tadellos stunden, gasdichten Kombinationen über schlanken Mädchenleibern— wie schade wäre es tatsächlich, wenn so viel Lieblichkeit von ätzenden Säuren zerfressen würde!— mit wogender Seele lauschte er der Rede des Luftschutzministers, die dieser unter dem Motto:„Die Aufgaben der Frau im gasgeschützten Himmelbett" hielt. Die Rede gipfelte in folgendem Satz, der Wohl eines ganz großen Dichters würdig ist:„Auch unter Gas wird die Innerlichkeit der Frau die schönen Blüten ihres Menschentums treiben!" Doch trennen wir uns von den goldenen Worten der Regierung, stürzen wir uns hinein ins Getriebe der Ausstellung. Abteilung Säuglinge: Auch für die kleinsten Bürger unseres Landes hat unsere famose chemische Industrie vorgesorgt. Es wurden GaSmäsk- chen von bezaubernder Niedlichkeit gezeigt: Nichts. Schöneres, als sie über die^artbeflaumten Köpfchen Unserer Lieblinge zu stülpen. Wie treuherzig blicken uns ihre Aeuglein durch die Fenster- chen der Maske an! Wie angenehm gedämpft klingt ihr Schreien durch den anmutig gekrümmten Ruffel mit der Sauerstoffpatron«! Keine Mutter mag sich vor dem GaSbcmbardement ängstigen. Wenn nicht gerade eine Brisanzgranate die Körper ihrer Kleinen in Stücke reißt, werden die Säuglinge noch drei Stunden auch in völlig vergasten Raumen zu leben haben. Doch weiter. Mancherlei kann der Referent natürlich nicht erwähnen— zu viel des Gebotenen bedrängt den Blick. Besonders bestechend aber sind die Gasmasken zum Abendanzug: Tiefschwarz für den Frack des Herrn, schon versehen mit einer Vorrichtung zum Befestigen der weißen, korrekt gebundenen Schleife. Für die Damen gibt es Masken in allen Farbschattierungen: von Beige bis zu Meergrün, vom Tizianrot bis zum melancholischen Mattviolett. Di« Masken sind so gearbeitet, daß der individuelle Reiz des Gesichts in keiner Weise verloren geht, dagegen weiden kleine Schönheitsfehler— Mitesser, Fin nen usw., die heimlichen Sorgen so mancher Dame— wohltuend verhüllt. Ja, man kann sogar von einer Steigerung der Reize durch die Gasmaske sprechen» sie verjüngt und gibt auch exzentrischen Geschmacksrichtungen durch karierte und geblümte Muster die Möglichkeit zu schrankenloser Freiheit. Bon reizenden Mannequins wurde das alles vorgeführt— wessen Herz lacht da nicht im Leibe? Schöne Körper in hermetisch geschlos- ienen, eng anliegenden Gummihüllen— einige Reißverschlüsse selbstredend ausgenommen. Man bedenke die geniale Arbeit der chemischen Industrien: Sie fabrizieren die Gase und auch die Abwehrmittel— so arbeiten sie sich selber in die Hand zum Wohle des Vaterlandes und zum Nutzen der Menschheit. Gewiß werden auch auf dieser Ausstellung die dunklen Seiten nicht verborgen. Vom Lungenauswurf eines Gaskranken bis zu den zer- atzten Knochen mit Säure belegter Unglücklicher ist vieles»u sehen— aber das ist nur ein Anreiz zum Kauf für das Publikum, das gerade diese Ausstellungsstände mit ehrfürchtigem Staunen betrachtet. Als Gasschutz der Armen— auch das muß lobend erwähnt werden— fungiert dagegen das Glück und unser Militär. Für sie besondere Gasmasken anzufertigen, würde zu viel Mühe und Kosten verursachen. Warum auch? Wir haben ja genug davon. In dieser Beziehung dürfen wir ruhig großzügig sein, es soll uns auf ein paar Millionen nicht ankommen. Und außerdem: Eine jede Kugel trifft ja nicht— sagt schon das Sprichwort— warum sollte jede Gasgranate krepieren? Auch bleibt ihnen Gott, um zu ihm zu beten. Ja. Zum Schluß wurde ein neckischer Film vorgeführt:„Gas auf Micky"— ein Zeichentrickfilm in nationalen Farben. Hei— wie lustig verkriecht sich die beliebte Micky-Maus in die brave Mutter Erde!— ein alter Frontsoldat könnts nicht bester machen. So gab diese Ausstellung ein allseitig harmonisches Bild vom Leben und Treiben im Gas. ES muß eine Lust sein, samt unierm verdienten Luftschutzminister und den Direktoren der Rüstungsindustrie vergast zu werden! Sonderbarer Geschmack. Im„Prager Tagblatt" vom 25. März erschien ein Schutzmittel- Inserat der Gummi-Industrie, das mit folgendem Satze schließt: ,„... Aus giftigem Zinkoxyd erzeugte Gummis sind im Gebrauch unangenehm und hinderlich, namentlich für die Frau. Man erkennt.st« an dem ekelhaft bitteren Geschmack!" Verlassene Kreator. Wie weiland dem Doktor Faust und seinem Schüler auf einem Osterspaziergang, im tiefsinnigen, metaphysischen Gespräch,«in schwarzer Pudel, gleichsam als Symbol irdischer Gedanken erschien, so begegnet« mir an einem Abend ein Bruder dieses dunklen Tieres. ES stand vor einem Fenster des Laden-, aus dem ich trat, schnupperte an meinem Mantel und blickte mich recht vorwurfsvoll an. Ich wußte im Augenblick nicht, was mich von meinem Sinnen ablenkte und alle Aufmerksamkeit auf den vierbeinigen Gesellen lenkt«, aber vielleicht waren es di« Augen des Pudels, die recht traurig ins elektrisch« Licht dämmerten, zumal er immer wieder von hastenden Mew'chen geschubst und getreten wurde. Sein« Locken, naß und verwirrt, verklebt und strähnig, hätten unbedingt der Dauerwellen-Ondula- tion bedurft, aber da er noch jung war. deucht« er mich trotz seines ramponierten Aeußeren schön, und ich mußt« ihn streicheln und ein wenig unter dem Hals kramen. Bcrlastene Kreaturen sehnen sich nach Zärtlichkeiten. Er folgte mir durch die Stadt, durch überfüllt« Straßen und leere Gasten im lauernden, beobachtenden, prüfenden Abstand von einigen trennenden, aber sichtbaren Metern. Der Pudel schien keinen Herrn und keine Heimat zu haben; war vielleicht der Hundesteuer wegen entlasten, hinausgeworfen worden: das Schicksal vieler Menschen teilend. Jetzt trieb er sich hungernd umher, bis ihn eines Tages der Fänger erjagen würde. Die sprechenden Augen des Tieres waren es, dies« beredten, treuen, runden Blick«, die mich bestimmten, es nicht fortzuschicken, es dem Elend eines gleichgültigen Zufalls zu überlasten. Der kleine Kerl war ja so arm daß er nicht einmal"ein Halsband trug; gar nicht zu reden von einer behördlichen, notwendigen Jahresmarke. Er wird sicherlich verkommen, wenn er noch einige Tage und Nächte draußen biwakieren muß, dacht« ich, schloß die Tür auf, wartete, mch mein Pudel schlüpft« herein wie einst Mephisto durch's Schlüstelloch. Schon nach wenigen Wochen sah Blackboy, wie Lv das Tier getauft hatte, gepflegt, gesund aus, wich nicht von meiner Seite, war dankbar durch stet« An hänglichkeit, so daß ich ihn poli^ilich als mein E gen tum anmeldete. Nur seii« Augen wairdelien sich nicht, sie drückten niemals Freud« aus, schauten immer vorwurfsvoll, mahnend, tiefschwarz drein, wie bekümmert um ein unvergeßliches großes Leid. Ly wurde'chwerniütig in Gesellschaft des Pudels, der ihrem burschikosen Uebermut, ein mildes, überlegenes Gewähren entgegenbrachte. Ich selbst beschäftigt« mich in dieser Zeit wieder mehr mit weniger spielerischen Problemen. Zum eisten Mal empfand ich im Angesicht meiner vierbeinigen Freundes GewistenS- biff« über meine Abkehr von"den wesenhaften Dingen des Tages der Pfticht eines Weltrei stehens, einer I Welrli«-be. Ly scholl mich melancholisch. Das blieb auch haften als Blackboy verschwunden war. Spurlos. Mit der glänzenden' Hundemarke an einem schönen Lederband. Ich durchsuchte di« Inserat« in allen Lokalblättern, setzt« selbst Anzeigen mit dem Versprechen hoher Belohnungen rn alle Ortszeitungen: er blieb verschollen, Seitdem gehe ich oft durch die abendlichen Straßen auf der Suche nach dem Mahnenden Blick Blackboys. Sollt« er nur einen Weckruf erfüllen? Gleichsam als Symbol nötiger Gedanken erschienen sein? O. R. G. Geriditssaal Die Geschäfte der Anna DvarsH Eine gefährliche Frau. Prag, 28. März. Gestern wurde von der hiesigen Polizei die 38jährige Inhaberin einer Fleischerei und Selcherei in Wysotschan Anna D v o r s k f verhaftet. Ihre Festnahme erfolgt« auf Grund der Anzeige eines Taxibesitze.rs, dem di« Dvorskx- für verschiedene Fahrten an 1300 K schuldete, ohne daß die mindeste Aussicht^.steht, daß sie jemals diese Schuld bezahlen würde. Aber das ist eine Kleinigkeit gegenüber den Diirgen, wegen derer die DvorskF bereits vorher verfolgt, aber auf freiem Fuß belasten wurde. Durch Zufall erfolgt« ihr« gestrig« Vergiftung gerade am Vorabend der für heute angesetzten Verhandlung wegen dieser alten Delikte. Die Anklage legt ihr zunächst zwölf Fälle unverschämten Kautionsschwindels zur Last, wobei ein Lehrmädchen um 1000 X und elf männliche Stellensucher um Beträge zwischen 3000 und 10.000 K gebracht wurden. Ferner wird di« Dvorsk^ beschuldigt, von der Firma Walter«in gebrauchtes Auto zum Preise von 16.600 Kronen gekauft, aber nur 8000 K bezahlt zu haben, worauf sie den Wagen zunächst versetzt«, dann wieder auslöste und endlich für 16.000 X verkaufte, ohne den Restbetrag von 8500 X zu bezahlen. Da der Wagen vereinbarungsgemäß bis zur vollen Bezahlung Eigentum der Firma Walter blieb, hat sie sich demnach des Verbrechens der Veruntreuung schuldig gemacht. Der Möbelfirma Iläd«k hat sie für 19.500 K Möbel abgekauft und blieb 13.200 K schuldig. Die noch gar nicht bezahlten Möbel wurden später auf Betreiben der ..Fleischer- und Selcherbank' gepfändet, so daß sie nicht mehr berechtigt war, weiter über sie zu disponieren. Trotzdem verpfändete sie diese bereits mit Beschlag belegten Möbel nochmals ihrem Personal, dem sie seit langer Zeit den Lohn schuldig war. Bon der EngroSfirma für Fleischwarcn Noväk& Arend bezog sie Waren im Wert« von 10000 kl und verkauft« sie, ohne die Lieferanten zu bezahlen. In den Fällen, wo sie Kredit in Anspruch nahm, berief sie sich auf den angeblichen Besitz eines Hauses in Karlsbad — natürlich unwahrer Weise— und auf ihr angeblich großes Vermögen, das gleichfalls nicht cxfftiert. Ihr Hauptstückchen aber bestand darin, daß st« versucht«, oh»« einen Heller Kapital das Gut Bohuslavic« kn Siidböhmen für 440.000 kl zu kauft". An unsere PoslDezleher! Der heutigen Nummer liegt ei» Erlagschei» zur Bezahlung der Bczugsgebühr bei. Wir mache» besonders darauf aufmerksam, daß di« Einzahlung unter demselben Name» geleistet werden muß, unter welchem der Versand der Zeitungen erfolgt. Die Bezugsgebühr ist am Kops des Blattes ersichtlich und ist stets im vorhinri» zu ent» richte«. Der Abonucmentbeitrag muß spätestens bis zu« 15. eine» jede» Monates in unsere« Besitze fei«. Wir ersuche» Sie, dies z» berücksichtigen, damit kein« Unterbrechung in der Zustellung des Blattes rintritt. Di« verwaltnng. ganz»ach dem Muster der-berüchtigten Hypothekenschwindlerin Skala, deren Fall leider noch nicht zur VerhaMung gelangt«. Sie ging so weit, daß sie für das erst zu erschwindelnde Gut bereits eine» Pächter gewonnen und mit ihm einen Pachtvertrag auf 40.000 kl jährlich geschloffen hatte. Di« Sache gelang ihr aber nicht. Außerdem ist sie des Verbrechens der Verleumdung airgeklagt. Kurz nachdem ihr Geliebter JaroÄav M.. sie verlasten hatte, erfolgte gegen ihn eine anonyme Anzeige bei der Gendarmerie in Troja, daß er der Mörder der Marie Zemanec in Bohnitz sei. Bekanntlich handelt es sich hier um«inen mysteriösen Mordfall, der trotz aller Bemühungen unaufgeklärt blieb. Die Anzeige ist in.raffiniertester Art abgefaßt und trägt eine Menge scheinbar belastender Details zusammen. Jaroslav M. wurde verhaftet, konnte aber seine völlige Unschuld nachweifen. Äm Laufe der Untersuchung äußerte er die Vermutung, daß es sich um einen Racheakt der Angeklagten, seiner ehemaligen Geliebten handle. Die Schriftsachverständigen erklären die Schrift der anonymen Anzeige für identisch mir der Handschrift der Dvorfk-r. Aus der Untersuchungshaft vorgeführl, be- stritt die Angeklagte jegliche Schuld und benahm sich vor dem Senat des OGR. H r a b a so aggressiv und rabiat, daß der so konziliante und entgegenkommende Vorsitzende ihr nach vielen fruchtlosen Ermahnungen androhen mußte, er werd« sie ab führen lasten und in ihrer Abwesenheit verhandeln. Da sich einige der zahlreich rorgeladenen Zeugen nicht eingestellt halten, mußte dec Fall nach recht stürmischer VerhaMung vertagt werden. Die DvarskF bleibt natürlich in Haft. pH. Pas ist nicht nur der Preis« das Ist Qualität Das Ist Sbor Ein guter Raglan oder Anzug Ki 139 Ein Raglan, Schurwolle«sw Trenchcoat ab Fabrik Sbor exportiert sogar heute ihre Erze nlsse Ins Ausland. So gut sind sie. Der Sinke, von Stoffen und Zubehör im GroBen und t rationelle Erzeugung ermöglichen diese pre! SBOR«Kleidun mit Sarantietcheli E-ite 6 Mittwoch, 29. März 1933. Nr. 7S PBACEB IHTOMfi. Kunst und Wissen Philharmonisches Konzert unter Georg«zell und mit Maria Jvogün. Dieses vierte(und letzte) philharmonische Kon« zert hinterließ in mehrfacher Hinsicht tiefen und nachhaltigen Eindruck. In dem stilvoll gewählten Programm nahm nach zwei kleineren Stücken von Mozart, von dein vollkommeneres Verständnis zu Richard Strauß führt, der absolute, in der Klassik wurzelnde Bruckner mit seiner Siebenten Symphonie den Hauptraum des Abends ein. Den Erfolg der ersten Hälfte hatte iwiürlich die Jvogün, die zunächst dem„ll re pastore” ihre hiefür freilich nicht ganz adäquate Kunst lieh— übrigens von Konzertmeister Klöin tonschön und gefühlvoll sekundiert— dann aber mit der höchst anspruchsvollen Zerbinetta-Arie aus„Ariadne" zu hellster Bewunderung ihrer stupenden,»im Koloraturfach derzeit einzigartigen Technik hinriß; Vortrag, Kultur, Musikalität, phantastisch sein« Kopftöne, bravourös« Skalen, perlende Läufe zeigen die Meisterung des ganzen menschlichen Stimmapparats wie eines virtuos beherrschten Instruments; darüber vergißt man substantiell« Mängel und gelegentliche Minderungen des Klangwerts. Enormer Beifall zwang die Künstlerin zur Wiederholung des Rondo-Teils der Arie. Ganz außerordentlich die Leistung Szdlls und des mustergültig konzertierenden Orchesters bei Bruckner; Szells hohe Musiker-Intelligenz ist ausgezeichnete Voraussetzung für präzis und wirkungsvoll abgestuft« Darlegung des Bruckner'schen Gedankenreichtums, für die betonten Gegensätzlichkeiten, für die starken Spannungen und stärkeren Akzente, hält aber auch in der Interpretation der andächtig-religiösen GefühlLversenkungen in den ersten zwei Sätzen überzeugend richtig weltliches Maß, das sich dann für diese symphonische Wagner-Feier im letzten Satz zu grandiosen Steigerungen erhebt. Eine im Großen wie in den Einzelheiten beispielhaft« Stabführung, unter der di« Streicher, mit kleinen Abstrichen aber auch der prachtvoll klingende Bläserchor, sich ungeteilte Anerkennung erspielten. L. Q. IX. Arbeit«rvorftellung. Sonntag, den-9. April, um halb 3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater:„Die Komödie der Irrungen" von Shakespeare. In neuer Fassung von H. Rothe. „Die Königin von Saba" von Goldmarck, Sonntag, Uhr, neueinstudiert und inszeniert. Dirigent: Kienzl. Hauptpartien: Helm, Holland, Rohne, Andersen, Hageu, Hotter, Riavez. Regie: Mordo, Ausstattung^ PirchaW sA• Konzert des Deutschen Männer-Gesang-Bereins unter Mitwirkung des Deutschen S i ngVerein§.sowie des Orchesters des Deutschen Theaters, Montag. Programm: Brahms: Schicksalslied; Mendelssohn: Di« erst« Walpurgisnacht; Walter Kaufmann: Prag, Orchestersuite; Zoltan Kodaly: Der 55. Psalm. Es wirken als Solisten mit: Thea Eilten, Josef Hattemcr, Hans Hotter, Josef Riavez. Dirigent: Dr. Heinrich Swoboda. Preis«: 2—25 8 Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theater«. Mittwoch,)48Uhr:„Auslandsreise"(BI).— Donnerstag,>^8 Uhr:„Fideli o"(El).— Frei- tag, J48 Uhr:„Glück im Haus", Gastspiel Theater in der Josefstadt(AA.).— Samstag, halb 8 Uhr:„Glücklich« Reis«"(DI). Wochenspielplan der Klemen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr:„Geliebte Stimme", ,O)edipus" (Bankbeamten II). Donnerstag, 8 Uhr:„Komödie der Irrungen".— Freitag, 8 Uhr: „Eva saniert das Paradies"(Kulturver- bandsfreundc).— Samstag%9 Uhr: Komödie der Irrungen." Aus der Partei Un tre Markierern. Trotz der stärken Inanspruchnahme unserer Organisationen durch die aktuellen tagespolitischen Ereignisse haben im Monat März in einer großen Reih« von Orten Karl-Marx-Feiern aus Anlaß d«S 50. Todestages des Begründers unserer Lehre stattgefunden. Der stark« Besuch, dessen sich diese Feiern erfreuten, das rege Interesse, das di« Besucher den Gedenkreden enigegcnbrachten, bWeisen deutlicher als alles andere, daß di« Arbeiter das Gebot der Siund« „Mehr Marxismus!" erkannt haben, daß sie bereit sind, der antimarxistischen Hetze di« Stirn zu bieten und mit dem Bekenntnis zur Idee des Marxismus intensivste marxistische Bildungsarbeit zu verbinden. Der Parole unserer Zentralstelle für daL Btl- dungswesen, das Marxjahr würdig zu begehen, sind so zahlreiche Organisationen nachgekommen, daß wir die Feiern, geschweige denn die Programme, hier nicht all« aufzählen können. Die Zentralstelle hat bisher für folgende Ort« Redner zu Marxfeiern vermittelt: Oberleutensdorf, Brüx, Brünn, Jungbuch, Parschnitz, Freiheit, Raichenberg, Grottau, Gablonz, Dux, Saaz, Komotau, Jägerndorf, Fulnek, Neutit- schein, Tcplitz, Neuern. Eleonorenhain, Postelberg, Bodenbach, Eulau, Rumbnrg, Mähr.-Trnbau, außerdem Vortragende für di« Aussiger Marx- Woche. Diese Feiern sind nur«in kleiner Bruchteil der tatsächlich bereits abgehaltenen oder schon angesagten. Einzelne Orte haben die Marx-Feiern mit dem Frauentag verbunden, andere beabsichtigen sie mit der Maifeier zusammenzulegen. Einig« der vorbildlichen und großen Veranstaltungen wollen wir besonders hervorhebcn. Im Bezirke Aussig wurden nicht nur einige Marx- Feiern— darunter ein« wohlgelungene große Fei«r in der Stadt Aussig selbst— sondern unter dem Titel„Der lebendige Marxismus" drei Borträge abgehalten, die erweisen sollten, daß der Marxismus«ine aktuell« politisch« Lehr« ist. Di« Vorträge befaßten sich mi: den Themen:„Geschichte unserer Zeit im Lichte des Marxismus"(Dr. Franzel),„Der Kampf um den Staat"(Dr. H. Hoffmann), und„Die ökonomische Krise der Menschheit"(Dr. Strauß).— Der.Bezirk R e u t i t sch e i n hatte aus Anlaß des Marx-Gedenkjahres eine Ausstellung veranstaltet, in der sich Entwicklung und Kräfte der Arbeiterbewegung des Kuhländchens spiegelten. Sie wurde noch mit einer sozialhygienischen Ausstellung verbunden und wies einen guten Besuch auf. Außerdem fand an Marx' Todestage ein« Gedenkfeier und als Abschluß der Woche«ine seierliche Akademie statt.— Eine künstlerisch und damit kulturell außerordentlich schöne Feier für den Bezirk Teplitz fand am 26. März im großen Saal des Teplitzer Stadtthealers statt. Das Kur- Orchester unter Leitung Direktor Willes spielt« di« „T«ll"-Ouverture und Tschaikowskis„1812", die Arbeitersänger des Bezirkes unter Leitung des Genossen Zelenka trugen„Das heilig« Feuer" und „Tord Folrfon" vor, Karl Nanninger las Frei- ligraths„Die Toten an die Lebenden" und Engels Grabrede auf Marx. Eine überaus gut besucht« und im Programm hochstehende Feier war di« unserer Reichenberger Genossen, eine stilgerechte und schön« Feier in kleinerem Rahmen bot Dux. Schon heute, ehe noch ein abschließender Bericht über alle Marx-Feiern vorliegt, läßt sich feststellen, daß wir durch sie vielen tausenden Arbeitern di« Gedanken des Marxismus in eindringlicher und schöner Form nahegcbracht haben und daß unser« Bewegung mit den Feiern außerdem einen Beweis für die knitnrell« Reife der sude- tendeukschen Arbeiterschaft abgelegt hat. Bon dem größten Teil unserer Feiern können wir sagen, daß sie uns das Bürgertum der einzelnen Ort«, weder was Begeisterung und Opfcrbereitschaft der Besucher, noch was den künstlerischen Wert der Programm« betrifft, nachmachen könnte. Wie lebendig Marx 50 Jahre nach seinem leiblichen Tode ist, das haben unser« Feiern zunächst uns selbst w:«d«r zum Bewußtsein gebracht, das wollen wir nun den Antimarxisten zeigen, denn jede Feier soll nur Auftakt zu neuem Kampf« gewesen sein! F. Frauenkreiskonferenz in Troppa«. Am Samstag, den 25. März, fand in Troppau unter starker Teilnahme eine Fraeren- Krerskonferenz.statt. Die Kveissekretärin, Genossin Meier, konnte über ein« erfreuliche Entwicklung der Frauenarbeit im Kvciisaebiet berichten. Di« Zahl der Frauensektionen ist beträchtlich gestiegen. Das Referat der Genossin Meier beschäftigte sich auch mit der bevorstehenden Werbeaktion und löste eine sehr lebhafte Wechselrede aus. Anschließend sprach die Ge- noffin B l a t n y über die politische Situation. Es wurde beschlossen, von asten Lokalovganisa- tionm die Errichtung von Frauensektionen zu verlangen. Die arbeitsreiche Konferenz fand mit dein Absingen des„Liedes der Arbeit" ihren Abschluß. Bezlrkskonferenz in Elboqen. Am Sonntag, den 26. ds., fand in Elbogen die ordentliche Jähres-Bezirkskonferenz statt. Aus dem Bericht des Bezirkssekretärs, Genossen Bruch, ging hervor, daß di« Partei sich auch in der Zeit der schweren Wirtschaftskrise, die im Elbogener Bezirk ganz besonders kraß zutage tritt, glänzend be- haup.et hat. Es ist nur ein ganz geringer Mitgliederverlust zu verzeichnen. Die Berich!« der übrigen Funktionäre unterstrichen die Ausführungen des Sekretärs in wirksamer Weise. Sodann erstattere Genoss« Paul aus Prag«in Referat über die Partei und di« politische Lage. In großen Zügen kennzeichne:« der Redner die internationale Situation, wie sie durch di«.Herrschaft des Fascismus in Deutschland geschaffen wurde. Er beschäftigt« sich des weiteren mit der inncrpolitischen Lage, der Frage der Einheitsfront und mit den Aufgaben, die der Partei in der Gegenwart gestellt find. Seine Ausführungen sanden einhellige Zustimmung. Bei den Neuwahlen in di« Bezirksvertretung wurde Genoss« Danzer als Bezirksvertrauensmann wiedergewählt. Die Konferenz, an der 86 Genossinnen und Genossen teilgenommen hatten, wurde mit dem Lied der Arbeit abgeschlossen. Bezirkskonferenz in Grulich. In einer sehr gut besuchten Bezirkskonferenz in Grulich sprach am 26. März, Genosse Goldschmidt, Prag, über die Ereignisse in Deutschland und über di« Aufgaben, die daraus für unsere Partei«vwachsen. Sein aus- führliches Referat, das sich^besonders auch mit den Fragen der Einheitsfront und der Abwehr des Fascismus befaßte, wurde mit spontanem Bei- wll— in voller Uebercinstimmung mit allen Genossen— ausgenommen. An der Debatte über di« neuen Richtlinien, die di« Bezirksbehörde Senftenberg über die Zuweisung der Lebensmittelkarten herausgcgckben hat, beteiligten'sich«viele Genosien, di« aufs schärfste dagegen protestierten, daß die Arbeitslosen gezwungen werden sollen, für eine Lebensmittelkarte von 10 8 vier Stunden und für eine Karte von 20 8 acht Stunden zu arbeiten. Die Konferenz forderte di« Zurückziehung dieser Maßnahme, beschäftigt« sich weiter mit den Bor-, arbeiten zum 1. Mai und erledigt« noch andere wichtig« Angelegenheiten. Jugendbewegung. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Mittwoch, den 29. d., um 8 Uhr im Heim. Genossin Ruth Slonitz: Die Frau im Klassenkampf. S. I., Grupp« l. Mittwoch im Heim am Fngner- platz, Gruppenabend:„S o w j e t r u ß l a n d". Beginn um 8 Uhr. K o m mt all«! MN»Spiel• Körperpflege Sie Leipziger Bundesschule„besetzt". Die Buudesschule i» Leipzig, der Stolz der deutschen Arbeitrrfportlrr und der internationalen Arbeitersportbewegung, wurde von d«n R a z i S „besetzt". Schon vor einiger Zeit hatten SA. und Hilfspolizri der Buudesschul« einen„Besuch" abgestattet und nach ergebnisloser Durchsuchung wieder abgezogen. Seither war die Bundesschul« nicht mehr „belästigt" worden und man nahm daher an, daß die Lehrtätigkeit keine weitere Unterbrechung«rsahren werd«, zumal der Bundesvorstand in seinem auch von uuS zitierten Aufruf« sein« nur sportlichen Jntereffen dienend« Tätigkeit betonte. Dies« Annahme hat sich nun als falsch erwiesen. Wiener Arbeiterfußball. Cup: Zentratverein gegen E-Werk 5:1(4:0, Helfort gegen Lerchenfeld 4:2(1:1), Red Star gegen Auto 2:0(1:0). Ofenreich gegen Phönizia 5: 4(3:1), Union 14 gegen Phönix Schwechat 4:3(1:1), Donaufeld gegen Amateure 11 1:0(0:0), Minerva gegen Humanitas i: 1(2:1), Favoriten«! AC. gegen Arsenal 1:0 (1:0).— Meisterschaft, 1. Klasse, Gruppe Nord: Landstraßer Sportfreunde gegen Industrieangestellte 2:2(2:1).— Freundschafts: spiele: Gaswerk gegen Fav. AC. 2:1(0: 0), Flo- ridsdorser SK. gegen Hochstädt 4:3(3:1); Nord- Wien gegen Meidling 6:1(3:0), Qstbahn Simmering gegen Neutral 3:2(0:1), Juventus gegen Rekord-Kicker 3:2, Columbia gegen Olympia 11 7:0, Viktoria Favoriten gegen Ostbahn Favoriten 3:2, Jnzersdorf Veden Mephisto 5:1. Reue Bestleistungen in der Schwerathletik. Bei dem Mannschaftswettbewerb der Arbeiterkraftsportler des Bezirks Wien-West erzielte Heitzmann(Gaswerk Josefstadt) im Mitt«l-B-G«wicht mit 84.50 Kg. im linksarmig Reißen eine internationale und Stöckl (Gaswerk Josefstadtt im Bantamgewicht mit 69.60 Kg. im beidarmig Drücken eine österreichische Bestleistung. Die Konkurrenz, die am 20. März stattfand, gewann Gaswerk Josefstadt mit 5237 Punkten vor Höllriegel mit 5132 Purckten.— Sonntag fand in Wien die Mannschaftsmeisterschaft des Bezirkes Süd statt, bei der der Schwermittelgowichtler F. Hartl(Eiche, Meidling) im linksarmig Reißen mit 86.70 Kg. eine neu« internationale Bestleistung ausstellt«. Heitzmanns Bestleistung hatte also eine kurze Lebensdauer. Di« neue Bestleistung ist nur um 80 Dekagramm schlechter als der bürgerliche Weltrekord. Äm Fliegengewicht verbessert« Sirotek(Fuchsenfeld) di« österreichische Bestleistung im beidarmig Drücken auf 64.60 Kg. An d«r Konkurrenz, di« im relativen Bierkampf ausgetragen wurde, beteiligten sich fünf- zehn Sechsermannschaften. Di« Ergebnisi«: Leichtgewicht: AK. Grast 1550.10 Kg.; Mittelgewicht: AK. 26 1648.50 Kg.; Schwergewicht: Eiche Meidling 1903.50 Kg. Arbeiter-Handballspiele in Wie«. Die neuen Handballregeln sind in Kraft getreten und haben dazu geführt, daß es in der ersten Klasi« gleich einig« überraschende Ereignisse gab, die auf di« bester« Ausnützung der Regeln zurückzuführen sind. Vorläufig ist dadurch ein Kräftcausgleich zwischen den Mannschaften eingetreten. In kurzer Zeit wird aber doch wieder das Können der einzelnen Mannschaften in den Ergebnissen Ausdruck finden. Durch die Verlegung der Abseitsranmgrenzc auf 16 Meter dürft« das Spiel„flüssiger" w-rden. Die Ergebnisse der ersten Frühjahrsrund«: Nord-Wien gegen S^dlau 6:8(4:2). Döbling gegen Feuerwehr 4:3(2:1), Gaswerk gegen Hetzendorf 6:6(4:4), Ankerbrotfabrik gegen Straßenbahn 10:5(3:3), Fünfhaus gegen Ottakring 7:4(4:1), Liesing gegen Wäh- Arbeiterabstinentenbunv Ortsgruppe Groß-Prag. Einladung zur Generalversammlung am Mittwoch, den 29. März 1933, um 8 Uhr abends im Gewerkschaftshaus am Bergstein (Mezzanin, Odb. sdruseni). Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolles. 2. Berichte. 3. Wahlen. 4. Freie Anträge. Vorbesprechung um 7 Uhr. Um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Die Verciusleitung. Ktnderfreunde tzSrag. Mittwoch nachmittags um halb 4 Uhr Zusammentreffen bei der Holefchowitzer Schul«. Bei schönem Wetter gehe« wir i« de« Baumgarten. Gäste Willkomm««! Funktionäre Achtung! Mittwoch abends um halb 7 Uhr im Sozialdemokrat wichtig« Ausschutzsitzüng. ring 6:4(1:1), Meidling gegen Göc 5:5(4:1), Alsergrund gegen Mariahilf 10:3(2:3), Wieden gegen Mödling 8:5(5:3), Hernals gegen Jnzersdorf 11:9, Floridsdorf gegen Stockerau 10:7, Aspern gegen Brigittenau 5: 4. BOrg«rll