*lb Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. 7t Sattlon u. Strtoaltung: Prag n.attMjanra 18* Xtlep|>.: M795, 3t«M,7lact>treOatt.(a»31 Uot): 33&M♦ Doitffledamt: 373-h klvzelpreis 70 Heller. ^Einschließlich 5 Heller Porto 13. Jahrgang. Dienstag, 4. April 1933 Nr. So. Eine Saalschladit in Trautenau.— Militär rOdft ans. Die Mandatsverzldite In Braunschweig durch Folter« erpreßt. In der Nacht zum 13. März wurde der Land, iagScibgeordnete T h i e l e m a n n von SA. aus dem Auto geholt und mit vorgehaltenem Revolver verschleppte ihn die SA. in ihr« Kaserne. In der Nacht zum 18. März wurde der ehemalige Minister und Universitätsprofessor Jasper in«ine SA.» Kaserne, die im Hause des„BolkSsreund" unter» gebracht ist, verschleppt und gefoltert. In der Nacht zum 22. März geschah dasselbe dem Geschäfts» sührer Neddermaher, dem LandtagSabgeord, nctcn P o t h und einundzwanzig anderen Genos» sen. In der Nacht zum 23. März wurde d«r RechtSanwalt P h i l l i p S, der sich um das Schicksal Jaspers gekümmert hatte, in feiner Wohnung überfallen und schwer mißhandelt. Der Landtags» abgeordnet« Zander und zwei Söhne des Ge- schäftSführrrS C a r t a l wurden in die SA.» Kaserne im Hause des„Volksfreund" verschleppt und gefoltert. Di« Wohnung des LandtagSpräsi» deuten Rieke wurde demoliert. In der gleichen Nacht wurde der Gemeindevorsteher F r i e ck e in Broitzen fürchterlich mißhandelt. Er mußt« ins Krankenhaus gebracht werden. All« Man. datSverzichte inBrau»schweig sind durch Foltern erpreßt worden. Im ganzen Lande herrscht tierischer Terror. einer. 6er es satt hat Der Vorsitzende der deutschnationalen' Parlamentssraktion. Der Rücktritt des deulschnationalen Frak- tionSsührcrs Dr. Oberfohr e n von seinem ReichStagsmandar und damit von der Fraktionsführung und vom politischen Leben ist in der Presse dieser Regierungspartei merkwürdig behandelt worden. Bloß die Nachricht und eine persönliche Würdigung, aber kein Wort über die Gründe. Tas Alter kann cs nicht sein, denn er ist erst 52 Jahre, von Krankheit war ihm bisher keine Spur anzumerlen. Dagegen hörte man bald nach Beginn des Dritten Reiches, noch vor dem Reichstagsbrand, daß Herr Oberfohren einem bekannten kommunistischen Abgeordne en, der wegen seines urbanen Wesens nicht außerhalb der gesell- schaftlick)-parlamentarischen Beziehungen stand, gesagt habe, er mache dieses Regieren nicht mehr lange mit, wobei sich diese Aeußerung ganz ztvei- scllos aus den Terror bezog, den die Hitlerpartei sofort auSübte, was ja ihrem Wesen vollständig entspricht, während die Deutschnationalen zwar dir Entrechtung der Arbeiterparteien, aber nicht den Sadismus zur Rcgicrungsmethode erhoben lchen wollten. Was Spanien mein!. „El Socialjsta", das Organ der spanischen Genossen, schreibt über die Verhältnisse in Deutschland: „Die Reaktion ist bestialisch und feige, überall, aber in keinem Land so barbarisch und unmenschlich wie in Deutschland. Tas ist der FaszismuS in Deutschland: Eine Minderheitsbewegung von Verbrechern: Betrügern und Bankräubern. In der nationalsozialistischen parlamentarischen Min- derheit gibt es keinen einzigen anständigen Menschen. Wer kein Räuber ist, bat die Hände voll Blut. Deutschland hat unter dem nationalsozialistischen'Terror gewählt; die veröffentlichten Ziffern entsprechen nicht der Wahrheit. Hinter der Regierung stehen die Großgrundbesitzer, die Großindustriellen, die Wassenfabrikanten, die berufsmäßigen Räuber und Mörder, sonst niemand. Warum tötet>nan unverteidigte, eingesperrle Menschen, die dem deutfchen Volke eine große Wahrheit zurufen könnten? Wer zweifelt an oer Herkunft der nationalsozialistischen Befehle? In Deutschland wird heute keine Gemeinheit begangen'ohne Wissen der. Regierung. Infolgedessen trifft di« Verantwortlichkeit für alle Untaten der faseistischen Miliz, die der Polizei cinverleibt wurde, direkt di« Reichsregierung, die nebenbei Deutschland zum Krieg und zum Ruin führen wird. Die augenblickliche Regierung wird tatsächlich den Haß des Weltalls auf Deritschland zusamnienziehen. Der Fascismus hat.aus der großen deutschen Nation ein« Hölle gemacht, in der niemand sicher ist, nicht einmal die Ausländer, mehr noch: nicht einmal die Botschafter!" Die Bezirksorganisation der sozialdemokratischen Partei Trautenau, wollte Sonntag, den 2. April, am Ringplah in Trautenau eine Kundgebung gegen den Fascismus abhalten. Diese Kundgebung wurde durch die politische Bezirksbehörde in Trautenau verboten, weil angeblich Ruhe und Ordnung gefährdet erschienen. Gleichzeitig aber bewilligte die gleiche Bezirkshauptmannschaft eine Kundgebung der Nationalsozialisten, die Samstag, den 1. April in den„Äugarten" in Trautenau einbcruscn worden>var und bei der der„Führer" Jung sprechen sollte. DaS Verbot der sozialdemokratischen Manifestation für die Demokratie und die Bewilligung der hakcnkreuzlerischcn Versammlung gegen die Demokratie durch die Behörde einer demokratischen Republik löste unter der Arbeiterschaft eine ungeheure Erregung aus und führte zu einer spontanen Abwehrbewegung. Diese Aktion richtete sich einerseits gegen die offenbar einseitig eingestellte Behörde, anderseits fegen den sich im Trautenauer Gebiete immer rechcr gebärdenden Nationalsozialismus. Noch bevor die Hakenkrcuzlcr in ihre Versammlung kamen, marschierten hunderte Arbeiter und Arbeiterinnen vor dem Versammlungslokal auf und, nachdem sic von der(Gendarmerie am Br- treten des SaalcS verhindert wurden, nahmen sie vor dem„Augarten" Aufstellung. Dis Nationalsozialisten trauten sich vorerst beim Anblick der Arbettermassen nicht in das Versammlungslokal hinein und versammelten sich einige hundert Meter davor» um dann, als sie sich komplett fühlten, unter Führung dcS Abgeordneten Jung und Kasper gegen den Augarten vorzugehen. In geschlossenem Zuge kamen sie angerückt, versuchten di« Arbeitcrmassc zu durchbrechen, um in den Saal zu gelangen. Doch gleichzeitig stießen die Arbeiter mit Wucht vor und mit oen Nazis drangen st« in den Saal «in, der in wenigen Minuten me^'^eitlich von sozialdemokratischen Arbeitern gefüllt war. Die draußen verbleibenden Arbeiter drangen nach, und als sie von dem Hakenkrcuzschutz in roher Weise an dem Vordringen verhindert wurden, kam cS zu einer harten Auseinandersetzung, bei der die Nazis den kürzeren zogen. Als die Saalschlacht einsctztc, löste der anwesende Rcgicrnngsvertrctcr die Versammlung auf und forderte zum Verlassen des Saales aus. Die Nationalsozialisten, die sehr rasch erkannten, daß hier die Gewalt entsprechenden Widerstand erfuhr, versuchten, schneller noch, als sie in den Saal kamen, diesen zu verlosten. Dabei ging es nicht ohne Prügeleien ab. Die Nazis wurden aber, obzwar sie durch reichsdentsche SA-Leute namhafte Verstärkung besaßen und obzwar sic mit Schlagringen und anderen Waffe» aus die Arbeiter losginaen, rasch in die Flucht geschlagen. Als die Draußenstehenden merkten, wag sich int Saale abspiclte, versuchten sie in das Lokal zu gelangen, wobei Fenster und auch Türen in Trümmer gingen. Mittlerweile war Militär herbeigerufen worden, das den panikartig fliehenden Nationalsozialisten frei« Bahn schasste» Sie taumeln In 6en Krieg! Ei«„Alarmzeichen" für di« Nachbarn Deutschlands. Das katholische„Grrnz"-Echo für Eupen- Malmedy schreibt: Es ist für die Tendenzen der«Lenker dcS Dritten Reiches und ihre Absichten und Ziele bezeichnend, daß sie mit Gewalt zu verhindern suchen, daß die Oeffentlichkeit von den Schrecken eines Krieges erfährt, und man muß der Bevölkerung der benachbarten Staaten schon Recht geben, wenn sie von dieser Auffassung Schlimmes für die Zukunft befürchtet, wenn sic, wie nicht anders möglich, die Furcht hegen, daß man am grünen Strand der Spree bewußt aus einen neu« n Bölkcrbund hi na r b ei t e t. ,;Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt" widersetzt man sich Planmäßig und getvollt jeder Friedenspropaganda, e i n A l a r m- zeichen für die Nachbarn Deutsch. sodaß sie in regellosen Haufen in die innere Stadt rennen konnten. In kurzer Zeit war kein Hakenkrcuzlcr am Schauplatz seiner traurigen Wirksanikcit zu sehen. Der Anschlag war abge- wehrt worden, die Bezirksbehördc war um eine Erfahrung reicher. Die Arbeiter zogen hierauf, die„Internationale" anstimmend, ab und lösten sich nach einer kurzen Ansprache des Genosten Rindt in einzelne Züge auf, die ruhig den Heimweg antraten. Die Nazi wollten ihre stark ramponlertc Aktionsfähigkeit in der iunern Stadt wieder Herstellen, doch wurden sie von der Gendarmerie und dem Militär davongcjagt. Um halb zehn Uhr abends war außer den aufgeregten Spießern, cs nicht glauben wollten, daß sich Arbeiter gegen die Gefahr des Fascismus zur Wehr setzen können, von der heilsamen Auseinandersetzung nichts mehr zu merken. Die Scibsthilfeaktion der Arbeiterschaft in Trautenau sollte die Behörde vor jeder Vorschnblcistung der sascistischen Bewegung warnen, denn die Abwehr des Fascismus ist die Verteidigung der Demokratie, der sic zu dienen verpflichtet sind. * Sozialdemokratische Ver sammlung In Schmledeherg verholen. Schmiedeberger Bürgermeister au der Spitze reichsdeutscher SA-Leute. Die sonderbare Haltung unserer Bezirksbehörden zu den deutschen Nationalsozialisten wird nicht nur durch das Vorgehen der Bezirks- hauptniannschaft in Trautenau, ozw. das Verbot der sozialdemokratischen Versammlung und der gleichzeitigen Bewilligung einer yakenkrcuz- lcrischen dargetan, sondern wird besonders durch die Stellungnahme der Bezirksbehördc in Vrcßnitz zu der für den 30. März von der sozialdemokratischen Partei in Schinicdebcrg einberusencn Versammlung illustriert. Diese Versammlung wurde einige Stunden vor ihrem Beginn mit der Motivierung, daß Ruhe und Ordnung bedroht sei, verboten. Als die Arbeiter, die von dem Verbot keine Ahnung hatten, z» dem Versammlungslokal kamen, wurden sic von einer Gendarmerietruppe und dem Regierungsvertreter verhindert, dasselbe zu betreten. Gleichzeitig zogen gegen zwei- bis dreihundert, von reichsdcutschcn SA-Leuten stark durchsetzte Hakenkrcuzlcr auf, die von dem Schmicdeberger Bürgermeister geführt wurde». Merkwürdigerweise schritten Gendarmerie und der Regierungsvertreter gegen die Arbeiter, die sich vor dem Lokal ansammclten ein und forderten sie auf, den Platz zu räumen, ließen aber die Hakenkrcuzlcr, die in provokatorischer Absicht vor dem Versammlungslokal auf und ab zogen, ungeschoren. Nur dem besonderen Einwirken sozial- oemokratischer Vertrauensleute war es zu verdanken, wenn die Außerordentlich erregte Arbeiterschaft diese Provokation nicht mit einem An- ariff auf die Burschen, die zum großen Teil mit Stocken ausgerüstet waren, antworteten. Wir fragen angesichts dieser unglaublichen Borkomm- niste: wie lange wird diese Haltung der Bezirksbehörden, die sich offensichtlich gegen die Arbeiterschaft richtet, noch andanern? l a n d S, sich für die Zukunft vorzusehen und zu sichern. In Deutschland verbietet man die Vorführung der„Hölzernen Kreuze", in Brüssel wohnt oie Königliche Familie der ersten Aufführung dieses Filmstreifens hochoffizicll bei. Ein vielsagender und für das Dritte Reich beschämender Gegensatz. Wenn SA-Leute rauben. dann sind es immer nur„Provokateure" g«tv«s«n. Berlin, 3. April. Wie die Polizei aus Köln meldet, suchten Samstag morgens in der Nähe des Botanischen Gartens zwei Leute in SA- Uniform die Wohnung eines jüdischen Kaufmannes auf. Unter Mitnahme von 1000 Mark in bar und 70 holländischen Gulden Vcrschtvan- dcn sic wieder. Dem Polizeibericht zufolge soll es sich bei den Tätern um verbrecherische Elemente handeln, die die SA-Uniformsn zu Unrecht (??) trugen. Getrübte Freundschaft? Die s ildet«>kdent s chc Bürger- presse läßt, nachdem sie durch Wochen dem fasoisti scheu Regime in Deutschland mit Be- geisteruttg oder Freundschaft oder Sympathie die Aknuer gemacht hat, in den allerletzten Tagen iiitterschiedliche Töne plötzlicher Nachdenklichkeit, leiser Bedenken oder gar deutlicheren Grollens vernehmen. Das„P r a- g e r T a g b l a t t", dem inzwischen trotz sei» lies Eiertanzes doch muh der Weg über Bodenbach hinaus versperrt trnrrde, die o• h e m i a", in der seit Monaten nur mehr die alte Bnrschouherrlichkert den Ton angab, aber auch die kleineren irational oder liberal gefärbten Zeitimgeii in der Provinz wie der „Teplih-Schöiraiier Anzeiger" haben jetzt ein Haar iit der braunen Stippe gefunden. Die „Bohemia" äußerte am Somrtag„schwere Bedenken gegen die kmrstige Eirtwickluug im Reiche", sprach von eine»«„gewagten Spiel", bezeichnete das Auülaiid als„in Schrecken erstarrt"; niid der„Teplitz-Schönauer Anzei- ger" ist daraufgckonnnen, daß„in Teutsch- land Elemente Oberwasser getvcmnen, die zu allem fähig silid" iind protestiert gegen „schtverstcn Eiilgrisf in alles Menschenrecht", gegen„unverantwortlichen Bruch mit allen Rcchlsbegriffen". Wir begnügen uns mit diesen wenigen Zitate» aus nur zwei Blatte t, um uns ausführlicher der Untersuchnw der Gründe dieser von dorther überra jhcndcn Töne zu widmen. Was ist, tvaü mußte gejchel-eu, um die Hitler-Begeistenlng der sudetendeutschen Bür- gcrpvessc also zu dämpstnt? Zttr Verfolgung der sozialistischen Arbeiterschaft, zur Einkerke- ruirg ungezählter Proleten, zur Vernichtung der Parieihäuser lind Parteiblätter, zur Miß- handlnng tausender Menschen, zur Abtötung aller demokratischen Freiheiten, zu den Rausch- Handlungen von Potsdam, ztlk Mandatsstreichung der konnnunistischen RcichStagsabgeord- neten, zur Amtscntsctzuug Tausender bloß um ihrer Gesiuttung tvillcu, zur verheerenden Säuberung in den Theatern, im Film, im Radio— zu alldem haben die sudetendeutschen Zeituligen cuttvcdcr freudig Ja gesagt oder dock) duldend geschwiegen; uitd wentt schon einmal ein besonders krasser Fall— der dann wieder Generalmusikdirektor B u s ch und incht ettva Abgeordneter S o l l m a n n hieß— leise Wallungen erzeugte, so hat man doch keinestvegs anfgcschrien, sondern höchstens eine kleine Falte über der Nasenwurzel sehen lassen. Und jetzt auf eittnial mischen sich ernste Töne in Begeisterung oder Friedfertigkeit. Wieso? Der I u d e n b o y k o t t ist es, der diesen Umschwung herbeigefühvt hat! Die schauderhafte Schande, die Deutschland mit der Verfolgung der Juden auf sich geladen hat, l)at aus den begeistertsten Proreducru plötzlich ernste Kontrarcdner gemacht! Der Mord am deutschen Proletariat hat in deti Proletariern aller Länder zum leidenschaftlichen, entpörtcn Widerstand gegen den deutschen Fascismus entfesselt— die Bourgeoisien aller Länder ließ der Arbeiterinord ltnd die Hinschlachttlng der Freiheit kalt oder aber sie klatschten Beifall. Als aber gegen die Wiederetablicrung des Gelben Flecks das W e l t j u d e n t u ni aufstaud und diese Knlturschande der Welt die Augen über den Pestkordon öffnete, den das fascistische Regime um Deutschland zieht, da wurden auch die Hitler-Lobhudler in de>' sudetendeutschen Presse allmählich heiser. Eine sehr auffällige und eine sehr lehr reiche Tatsache! Wir wollen vortvcg nicht damit zweifelt daß in den Proteststimmen, die sich setzt au? dem bisher zustimmend oder still rauschende' sudetendeutschen Pressetvatd erheben, auck manch ehrlicher Abscheu gegen die Methoden zum Ausdruck kommen mag, die die Braun- hentdeu cm den Juden demonstrieren; wollen uiiiiiiiiiiiiiuiiniiinmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiitiiiiiiiiiiiiuiiiiiiuiiiiuiiiiiutiiiiiiiiiimniiiHiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinintitiiiiiiniiiiiiimiuiiiiiiiiiiniiiiiniiiiiiiHmuiiniiiiiiininiiiiiiiiiiin Seite 2 DtrnSiag, 4. April 1933. Nr. 80. Die gemeinsame Landeszcnfralc gegen jede Verschlechterung der Arbeltsloscnillrsorge. nicht verkennen, daß die Auflehnung der Humanität in ztvei Weltteilen gegen die Bestiali- täl in einem einzigen Lande auch die lasseren Instinkte einer sonst wahrhaftig nicht ehrwürdigen Presse vom Schlage der bürgerlichen bei uns zu ivecken vermag. Aber gerade weil diese Instinkte angesichts der noch tragischeren Verfolgung alles Proletavischcn nicht durch die leiseste Regung laut wurden und also die humane, moralische, gerechte Grundlage sehr schwach zu sein scheint, ist der Schluß bündig, daß nicht Sittlichkeit, Gefühl, Würde, Hilfsbereitschaft den Ausschlag bei der Stinnnungs- nndcrung in dieser Presse gaben, sondern viel „realere" Tatsachen, als da sind: Geschäftsinteresse, Angst um Leser uno Abonnenten, Furcht vor Nachahmung Wirtschafts- und geschäftsstörender Tendenzen und Maßnahmen auch in der Tschechoslowakei! Das Bürgerblatt, das nicht gegen Geschäftsstörnngen im Ausland protestiert, bei dem fühlt sich der Geschäftsmann auch im Inland nicht gut aufgehoben; und nicht nur der Jude in der Tschechoslowakei zittert bei dein Gedanken, daß ihm eimnal Aehnlichcs passieren könnte— auch der deutsche Geschäftsmann ist besorgt, auch der Arier weiß nicht, wie lange sein Eigentum gesichert ist, wenn es bei anderen sänttliche Titel verliert! Und so weit diese Presse über nackte Geschäftsinteressen binanszublicken versteht und versucht, fürchtet sie hierzulande letzten Endes, daß— wie es etwa die katholische deutsche Presse deutlich ausspricht, daß ein„tschechischer Hitler aufstände", weshalb die sudetendeutsche Politik eine nationale Radikalisierttng Europas nicht wünschen kann". In keinent Falle also ntanifestiert diese Presse Gesinmtng, freiheitliches Denken, Gerechtigkeitsgefühl, Fortschrittsgedanken; für sie fleht nur das Geschäft des Lesers und das Geschäft mit ihnt auf deut Spiel und damit zur Diskussion. Das ntögen alle die klar erkennen, die jetzt viefleicht in der getrübten Freundschaft zwischen dieser Presse und Hitler-Deutschland den lang ersehnten Umschwung jener öffentlichen Meinung erblicken, die für sie richtunggebend ist. Erst nnlßte der jüdisch« Intellektuell« und der kleine jüdisch« Kaufmann— di« jüdischen Bollproleten werden so wenig gehört wie die arischen— Sturm laufen gegen die feige, charakterlose Haltung ihrer Presse, erst mußten Abonnements gekündigt und Schmähbriefe geschrieben werden, ehe diese Presse eine Wendung voUzog, die aber morgen schon wieder rückgängig gemacht sein kann! Denn wenn das Geschäft drüben und hüben in Ordnung gebracht wird, dann wird auch diese leise Trübung der Freundschaft wieder verschwinden; dann werden Bürgerzeitungen, die jetzt gleichfalls vom Verbot in Deutschland betroffen wurden, wiederum in der widerlichsten Weise um die Sympathien Hitlers buhlen nnd sich weder durch Fußtritte der Herren Gocring und Goebbels noch durch die entsetzlichsten Freiheitsberaubungen und Miß- Handlungen unbürgerlichcr Weltairschauungen nnd tausender Einzelmenschen davon abhalten lassen, anzubeten, was ihnen gefällt: di« Henkcrshand gegen den Proleten ohne Unterschied der Nation und der Rasse! Die DorstandSkonferenz der gemeinsamen Landeszentrale der freien Gewerkschaften befaßte sich in ihrer Sitzung am 31. März über die bereits berichtet wurde, mtt der Lag« der ArbeitS- . losen und beschloß folgende Resolution: Die Gewerkschaften haben von allem Anfang die Beschaffung der Arbeit der Unterstützung vorgezogen. Deshalb ist es eine alte Forderung der Gewerkschaften, die produktive ArbeitSlosenflirsorge anzustrcbeu und ste sehen in der Unterstützung nur einen Notbehelf der Zeit, in welcher die Arbeitslosigkeit einen außerordentlichen Umfang annimmt und die produktive Fürsorge versagt. In der ArbeitSlosenfllr» sorge tragen die Gesellschaft und ihre Reprösentan- ten, der Staat und die Gemeinde, die Folgen ihrer ungenügenden Maßnahmen znr ArbeitSbeschassung. Die Dorständekonferenz muß dabei mit aller Entschiedenheit die unbegründeten Angriffe aus die Gewerb- schaften und die Arbeitslosenunterstützung und besonders jene Bestrebungen zurllckweisen, welche daraus hinzlelen, die bisherige ohnedies ungenügende Unterstützung noch zu verschlechtern und herabzusetzeu. Wir lehnen mit aUer Entschiedenheit jene Anträge ab, welche den BedürstigkeltSnachwelS der arbeitslosen Mitglieder der vewerkschasteu fordern. In den gewerkschastlichen Organisationen gibt«S kein« vermögenden Leute, welche der Unterstützung nicht bedürftig wären, sonder» nur Arbeiter, Angestellte und Beamten, die aus den Ertrag ihrer Arbeit angewiesen sind. Wenn ste die Arbeit verlieren, gebührt ihnen eine Unterstützung, lieber ihre Arbeitspflicht. nach der gerufen wird, kann nicht die Unterstützung, sondern nur die Arbeitsgelegenheit entscheiden. Wir lehnen mit aller Entschiedenheit die Forderung ab, wonach jeder Arbeitslose die empfangene Arbeitslosenunterstützung abzuarbeiten verpflichtet wäre und zwar sogar zu einem niedrigeren, ja halben Lohnsatz, denn dieses Verlangen ist einem direkten Angriff aus dir Löhne gleichzustellen und bedeutet eine weitere Berschlechterung der sozialen Lage der Arbeiterschaft, waS eine Herabsetzung dcö Konsums und neue soziale Kämpfe zur Folge haben müßte. Wenn die Gemeinden oder andere öffentliche Körperschaften Arbeit haben, so ist diese dem Arbeitslosen anzuweisen. Für diese Arbeii ist jedoch der Loh» nach dem Kollektivvertrag oder der ortsübliche Lohn zu zahlen. Wird dem Arbeitslosen eine solche Arbeit angewiesen, so sind ste aus dem Verzeichnis der Arbeitslosen zu streichen. Eine Abarbeitung der Unterstützungen kann nur eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit bewirken. Desgleichen sprechen wir uv» gegen de» versuch auS, die Saisonarbeiter au» der Unterstützung au»- zuschalten, weil eine solche Maßnahme vollständig unbegründet ist. Die Saisonarbeiter verdiene» nicht so viel, daß sie in der übrige« JahdeSzeit davon leben könnten. Sie müssen ein« andere Arbeit ausnehmen und wenn eine solche nicht z» habe» ist, danu muß mau ste al» Arbeitslose betrachte« nutz insolgedesten auch unterstützen. Wir lehneu entschiede» die Herabsetzung de» StaatSbeltrageü ab» besten höhere Sätze die Mehrzahl der Gewerkschaften ohnehin nicht erreicht hat. ES wäre ferner ungerecht, mehreren Mitgliedern derselbe» Familie, welche ihrem Erwerb nachgehen und arbeitslos geworden sind, die Unterstützung zu verweigern. Dergleichen verurteilen wir jedoch jwen Mißbrauch der UnterstützungSeinrichtungeu und der gesetzlichen Vorschriften, ob er nun durch Einzelpersonen oder durch Korporationen, wie Gemeinde- oder Bezirksbehörden betrieben wird. Vielfach werden bei der produktiven ArbeitSloseufürsorge durch öffentliche Behörden Personen vorgezogen, dl« einem selbstäudi- gen Erwerb uachgeheck. Wir verurteilen auch jeden Mißbrauch, welcher durch einzelne GewerkschaftSorga- nisationeu in der Richtung betrieben wurde, daß einzelnen Personen der rückwirkende Ankauf der Mitgliedschaft ermöglicht wird, Al» beste» Mittel gegen dtn Mißbrauch der gesetzlichen Borschristen, sei e» durch Einzelpersonen, durch Korporationen oder Sfsentllche Organe, erachten wir die gesetzliche Regelung der Arbeitsvermittlung, wobei die Pflicht der Meldung der sreigewordenen Stellen sowie die Pflicht der Meldung der Arbeitslosen ausgesprochen werden soll. Di« Mitwirkung der Gewerkschaften ist dabei zu garantiere. Eine solche Regelung ist zur Grundlage der produktiven Fürsorge zu machen. Zugleich verlangen wir, daß mit aller Beschleunigung die Unterstützung der Arbeitslosen geregelt wird, welche ihre Ansprüche auf die ordentliche Unter- vtzung bereit» erschöpft haben oder einen Anspruch noch nicht erworben haben. Die andauernde außerordentliche Arbeitslosigkeit erfordert eine rasche anßer- Revislonsdrohonucn, „Der Tag" für die Abtrennung der sudelendeutschen Gebiet«? Die innere„Befriedung" Deutschlands werden die Hakenkreiuler bald erreicht haben. Sie besteht im Mundtotmachen des Volkes; e» ist der Friese de» Kirchhofs, der den Sieg der.^Erneuer" krönt. Nun braucht man neue Arbeit für die SA., neue Ablenkung für das hungernde Volk. Sie soll in außenpolitischen Abenteuern bestehen, die man jetzt schon vorbereitet. So hat der F l e n S b u r a e r Bürgermeister, Herr Sievers, ein führender Nazi, in einer Feier anläßlich des 85. Jahrestages des Auf- standcS gegen Dänemark erflärt: „Wir ertragen die Ungerechtigkeit nicht länger, die von den Danen in den Jahren 1918 bi» 1920 begangen wurde. Niemals werden wir die gegenwärtige Grenze anerkennen. Wir werden uns angelegen fein lasten, die Grenze nach unserem Willen und nicht nach dem Willen der Dänen zu revidieren. Unsere Aufgabe ist klar. Wir wollen, daß NordschleSwig Deutschland wieder zurückgegeben werde. DaS deutsche Volk muß mit allen seinen Brüdern, wenn sie auch außerhalb der Grenzen Deutschland» leben, vereinigt sein. Wir werden die Feste!» deS Versailler Vertrage» zuerst in NordschleSwig brechen." Aber auch»Der Tag" scheint ähnliche Lüste zu verspüren. In einer Polemik gegen unseren Artikel„Die Vergessenen"— in dem in sehr trefflicher Weise daS Untermenschentum, daS fetzt Deutschland regiert, mit seinen Borgängern Kürten, Denke und Haar mann verglichen wird— schreibt er: „Diese KampfeSweise, die mit Politik und Menschentum nichts mehr zu tun hat, gehört an den Pranger für ewige Zeiten, damit alle, alle wissen, WaS für ein Gesindel sich erfrecht, unser deutsches Volk mit Kübeln von Schmutz uno Unflat zu überschütten(!). Damit alle willen, warum Rache und Vergeltuna über diese» schreibende Verbrechertum vereinst mit voller Schürfe hereinbrechen muß und wird." DaS heißt doch nichts andere-, als daß daS sudetendeutsche Gebiet, ähnlich wie daS reichsdeutsche, unter die Herrschaft der Hunnen geraten soll, die jetzt gerade„Rache und Vergeltung" an allen üben, dl« für Freiheit, Frieden und Fortschritt eingetreten sind. WaS soll daS dunkle „Dereinst" sonst bedeuten? Im Zusammenhang mit der Aeußerung deS FlenSbkkraer Bürgermeisters ist es schon bester zu verstehen. ordentliche Unterstützung der am meisten betroffenen Gewerkschaften. Wir lehnen mit aller Entschiedenheit die unbegründeten Pauschalangrifse auf die GewerkschastS- organisatione» und die ArbeitSlosenfürforge ab, wobei wir wnstatieren, adß wir unS niemals einer Kontrolle, welche über die Auszahlung de» Staatsbeitrages durchgeführt werde» soll, entzogen haben. Wir verlange» jedoch, daß zu den dieSbezügNcheu Beratungen, welche eine erhöhte Kontrolle zum Ziele habe«, die Gewerkschaften zugezogen werde». Dazu bedarf es keiner Aenderung der gesetzlichen Borschristen, besonder» aber keiner Verschlechterung. Bezüglich der weiteren Sicherung der Unterstützung fordern wir die angeschlostenen verbände aus, ihre Aufmerksamkeit jene» Anträgen der GewerkschaftSzentrale zu widmen, welche ihnen über die Bereinheitlichung der Unterstützungseinrichtungen vorgelegt iverden. Nach dem bisher neben dem Staate und den Gemeinden nur die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer die Lasten der Uater- stützung trugen und die Arbeitgeber von jeder Bei« tragSpslicht enthoben.sind, fordern wir, daß auch ben Unternehmern die gesetzliche Pflicht auferlegt wird, zur UnterstützuogS- und zur produktiven Fürsorge deS Staate» und der Gemeinde» beizutragen. Gemelndewahl-Ertolg in Kriegern. Bei der am 2. April stattgefundenen Ge- meindowahl in Kriegern bei Podcrsam erbiel- ten die deutschen Sozialdemokraten 171 Stimmen und 3 Mandate(1328 87 Stim m e n, 2 Mandate), die Kommunisten 313 Stim- nten, 6 Mandate(438— 0), Bund der Landwirte 154 St., 3 M.(0), deutsche National- sozialisten 401 St., 8 M.(138— 3), Tudcicn- ocutschcr Landbund 296 St., 5 M.(620— 13), tschechische Partei 250 St., 5 M.(148— 8). Nationalsozialisten. Bund der Landwirte und Sudetrndcutschcr Landbund hatten gekoppeti. Die Vernichtung des„Marxismus" ist auch diesmal dansbengelungen. Der Stimmenzuwachs, mch Mandatszuwachs geht auf Kosten der bürgerlichen Parteien. Der Sudetendeutsche Landbund verliert 8 Mandate, die Nationalsozialisten gewinnen 5 und der Bund der Laicdivirte 3 Mandat«. Der Verlust der kommunistische» Mandate teilt sich auf unsere uud auf die tschechische Partei auf. Trotz allen Terror ist es den Haken- kreuzlern nicht gelnngen. ein Arbcitermandat für sich zu erobern. 186 Stimmen wurden mehr abgegeben als 1028. davon entfallen aus n n< sere Liste ein Zuwachs von 84 stimmen. So wie in der Vortvoche R e b b e r g.' so zeigt jetzt Kriegern, daß da- Ergebnis von Eger nicht zu verallgemeinernden Schlüffen Berechtigung gibt, sondern daß unser.' Partei in manchen Gebieten Stimmen und Mandate gewinnt. Konvertierung der nupothekarschulden In UM. Washington, 3. April. Um die wirtschaftliche Lage der Farmer zu verbestcrn, will Präsident Roosevelt dem Kongreß eine Botschaft zugehen, lasten, in welcher er die Ausgabe von vicrprozen- ligen Anweisungen der Regierung im Betrage von zwei bi» drei Milliarden Dollar empfehlen wird, durch welche die Hypothekarschuiden der Farmer konvertiert würden. Nach Durchführung dieser Transak.ion würden die Zinsen von Hypo- thekarschulden, welche die Farmer zu zahlen haben werden, nicht mehr als 4.5 Prozent betragen. 20 Nachdruck verboten« UND DAS 20. JAHRHUNDERT S Roman von Rudolf Brunngraber Copyrlglh by Soclellta*Verlag, Frankfurt am Main IOM£sü. Als im Jänner 1913 FallihrcS abtrat, wurde der Wahl PolycaröS mit Mystischen Prcsscgcldern nachgchvlsen, mit 3 Millionen Franken, die an den Gaulois ebenso abgegeben würben wie an Millerands ,,'LAurore"-oder Clemenccaus„La Lanlcrne". Die Franzosen beriefen den bedachtsamen Georges Louis aus Petersburg ab und sandten an seine Stelle Teclassö hin, der überdies mit Mitteln für den Bau der strategischen Bahnen vcrsel)«n war. Zur gleichen Zeit beschloß die französische Kammer die Einführung der dreijährigen Militärdienst»?! chi. Und am 6. Mai schrieb Sasonow, anläßlich zu weit gehender serbischer Ansprüche aus dem Balkankricg, an den russischen Belgrader Gesandten, Baron Hartwig: Serbiens verheißenes Land liegt im Gebiet des heutigen Oesterreich-Ungarn. Karl indessen stärkte sein Herz mit guten Gedanken geaen das neue Ungemach. Daß er im Herbst nicht sofort angcstcllt worden war, wirkte sich schließlich nicht sehr aus, we l er sofort wieder. wie in den Ferienzeiten der Seminariahre, ganztäaig in den Dienst der Pkandleihanstalt e n- trat. Zu beklagen war nur. daß das kleine Web nun ernstlich erkrankte. Ein helliaer Gclenk- rheuntalismuS wart sie in einer Weise nieder, daß es den Anschein Halle, ihr Körper Verlage in dem Augenblick, da er cS etidlich tun zn dürken glaubte. Fn diesem Winter betete Karl«•» sich an • jedem Abend vor. daß die Unkumme Leid'm Leben seiner Mutter ohne«'nen guten AuSaang ilicht denkbar wäre. Er unterließ auch nichts, d-»r Kränken jede Erleichterung zn verschaffen. Er täuschte sie über daS, was er aß, um zu sparen, und er übernahm jede Arbeit, deren er neben der Pfandleihanstalt habhaft werten konnte. Er chrieb bis in die Nacht hinein Noten ab und bemalte Kindcrspiclzeug. Karl dachte auch manchmal, wenn sich die lautlosen Stunden unter der Pctrollampe schon in die graue Frühe hinübcr- gezogeu und er innen ganz hohl und kalt war, daß sich bisher noch iminer etwas zwischen ihn nnd sein Leben geschoben hätte. Hernach sah er sreil'ch zu der Kranken hinüber, wie man ans ein Kind schaut, und ihr blonde» Haar ergriff ihn mit tiefer Rühning. Ihr Gesicht tvar von allen Säften verlosten, cs war bräunlich wie das einer Mumie, aber zugleich herb zerklüftet, und die noch inimer zärtliche Haarfarbe stand dazu in einein wehen Gegensatz. In solchen Augenblicken war Karl schon glücklich, wenn das kleine Weib lchlief. Sie tat es freilich selten, schon weil Jcitte Nachtarbell sie peinigte; wie cs auch täglich Kampfe kostete, sie am Ausstehen rn hindern. So lag sie dann in den rot und weiß gestreikten Kisten und ibre Augen schwammen nianchmal in Tränen. Karl konnte sie nicht hindern, in diesem lanoen Liegen ans ihr Lebeit zurückzublicken. Zu- rück auch bis in jene Nächte vor'Zwanzig Jahren, da es umgekehrt gewesen war. Da er als ein schielender Säugling in der Kommodenlade gelegen, in dem Kabinett drüben in Margareten, während sie die Z-garettenhüffen und Dapier- blumen gedreht batte. Es war nicht bester geworden in zwanzig Jahren. Bei diesem Gedanken sandte das kleine We>b manchmal eineti entsetzlich verarmten Blick nach dent Mann hinüber, der in schwerem Schlot in dem Bett neben ihr lag. Auch "arl ließ leine Augen mitunter zu dem'chlakenden Mann hinüberwandern. Aber er empfand keinen Gr'll mehr. Er batte sich damit abgefnnden. d'c- r cn Mann als Opfer keiner Le den'chast zn betrachten. Ja, er bedancrte und cntkchnldigte ibn. Und zwar lat Karl dies mit einem so einfachen und unbeeinträchtigten Gefühl, daß er etneS Nacht» den Einfall hotte, diese beiden Menschen wären, jeder in seiner Weise, seine Kinder geworden. Karl glaubte auch zu entdecken, daß er die Welt, daß er den Sonnenschein, die funkelnden Straßen, das Menschengetriebe, den Himmel und das Laue in der Lust, kurz, daß er alles, das Leben, nur deshalb so liebe, weil cs ihm daS Elternhaus ersehen müste. Da er«in Daheim nicht gehabt hatte, suchte er es in der Welt, vertraute er sich dem Unendlichen an. Karl empfand die Richtigkeit dieser Erkenntnis so sehr, daß er den Atem anhielt nnd in die Lampe starrte. Seine Zuversicht wurde wieder inniger, als sie es die letzte Zeit gewesen tvar, denn sein Herz wähnte die Gerechtigkeit der Dinge durch diese Muttcrkchaft der Welt aufs neue bestätigt. Mit Hilfe dieser Gewißheit sand sich Karl auch m't deut Schlag ab, der ihn im Frühjahr in der Fort« der Astentierung traf. Seine Augachsen standen parallel, er wurde militärdicnsttaugl-ch befunden und halte im Herbst beim Festungsartillcrieregi- ment Nr. 1 zum Einjährigensahr einzurücken. Du liebes Leben. Karl war auf alles andere ehe: e naestellt, als auf das Soldateuspiel, aber er wollte gern seine Pflicht tun, wenn ihm nur die Mutter bis dahin erhalten blieb. Tatsächlich besserte sich der Zustand des lleinen Weibes über den Sommer und Karl ließ auch Ersparn'stc zurück. d'e ste wenigstens stir eine Zeit des Arbeitens überhoben. Er selbst rückte im Sevtember in das Wiener Arsenal ein, in das Dbftkt 5. Er stihrte die 36 Briefe des französischen Tonstatnt- Langen'cbeidt im Gepäck, denn er hatte de» Bor- 'atz, sich über das Iabr. damit es nicht ganz verloren sei, auf die Staatsnrüfung in dieser Sprache vorrubcrciten. DaS würde ihm, nach dem zweij"hrigen BolkSkchnllehrerl'rovisorium und der Ablegung der LehrbekähigungS- und Bürgerschnl- lehrerprüfnng, die Möglichkeit geben, an der Bürgerschule auch Französisch zu unterrichten. So war Karl trotz allem im Herbst 1013 voll der besten Hoffnung und auch die Welt, auf die er vertraute, beschäftigte ihre schärfsten Hirne noch mit dem Atommodell und den Fupiiermonden, dem Echolot und ähnlichen Subtilitäten. Sic war überdies auf der äußersten Höhe ihres Gedeihens angekommen. Sie förderte im Jahr fast eine Milliarde Tonnen Kohle und nahezu eineinhalb Milliarden Zentner Brotgetreide. Der Schiffsraum, der die-Waren über die Meere trug, umfaßte 47 Millionen Bruttorcgistertonucn, an denen Großbritannien mit 18.5, die Bereinigten Staaten mit 5,5 nnd Deutschland mit 5 Millionen teil« hatten. Der gesamte Reichtum dieser Welt wurde auf 4000 Milliarden Mark geschätzt. Ein volles Zehntel davon war in Aktien und festverzinslichen Effekten ersaßt und nahezu ein l-albcs Prozent lag in der Hand Rockefcllcrs. Wie Amerika, in das seit 1900 fünfzehn Millionen einge- tvandert waren nnd wider das die europäischen Kabinette bereits'eine Schutzzollunion erwogen, überhaupt schon in dem Bewußtsein schwelgte, Gods own eountry zu sein. Seine sährlichc Pc- irolcumgewinnuna betrug nun 250 Millionen Barrels(die Rußlands 63 Millionen), der Wer! seiner industriellen Produktion bezifferte sich iährlich bereits aus 20 Milliarden Dollar und Earncgies Witz, daß die Reichen der Fünften Avenue ihre Vermögen augenscheinlich ins Grab mitnähmen, da sie so wenig hinterließen, war überholt. Die Fordaktie ivar von 100 ans 50.000 Dollar gestiegen und der ehemalige Goldgräber William A. Elark wohnte in New Pork in einein Balgst mit 121 Zimmern und 3 Knnstgalerien. Kurr. die USA, die ein Gesamtvern-ögen von 840 Milliarden Mark aukwiescn. zählten 4500 unanzweifelbare Mkfl'onäre. (Fortsetzung folgt.) Nr. 80. DiekStag, 4. April ISS». Seit« S » greis io der Wilhelmstraße" lgemeiot ist der I SieichSprästdeot vou Hindenburg) eine» seltsam tiefen Eindruck gemacht habe. Er. Streicher, sei dem gegenüber persönlich der Auffassung, daß Hitler nicht nachgeben dürfe und daß der Juden- Boykott am S. April nicht nur wieder ausgenommen, sondern verschärft fortgesetzt werden müsse. Sollte jedoch entgegen seinem Rat der Boykott abgeblasrn werden— und er habe diese» Gefühl!—, dann möge man davon überzeugt sein, daß au der Tatsache des Boykotts dadurch nichts geändert würde; lediglich die Form des Boykotts würde wechseln und den neuen Verhältnissen angepaßt. Der offene Kamps gegen Juden und Ausländer würde unterirdisch fortgesetzt und praktisch verschärft. Allzu kriegerisch ist diese Sprache schon nicht mehr! In dieser Rede macht Streicher wenigstens noch so, als ob er weiter der Unentwegte bliebe. Leider l>at aber in einer anderen Nazi- Versammlung in Weimar ein Nazi-NeichStags- abgeordneler, Dr. Albrecht, seinen Parteifreunden über eine Unterredung erzählt, die er mit Streicher über den Boykott hatte. Demnach hat ihm Streicher erzählt, daß er durch den Boykott den tiefsten Eindnlck von der „internationalen Verfilzung" des Judentums gewonnen habe. Wenn der Boykott wochenlang durchgefllhrt werden müsste, so würden eben infolge dieser Verfilzung ungeahnte wirtschaftliche Folgen zu gewärtigen sein! Die Herrschaften werden sich also weiterhin wieder mit de'„Ausrottung dcS Marxismus" in Fortsetzungen begnügen müsien. Dagegen dürfte ja die Wcltmcinung und namentlich auch die bürgerliche Auslandspresic leider auch weiterhin nichts einzuwenden haben! kür die wirklicheiKampieinheit des Proletariats. Die Kommunisten sind mit der Antwort unseres Parteivorstandes auf ihren Schreibebrirf Vor allem hat es ihnen zu lange gedauert, 'üd'sche Geschäfte als„jüdische" und deutsche Geschäft: als„deutsche" gekennzeichnet. * Inzwischen ist aber vou dem Zentral-Boy- kottkomitee der Befehl erlassen worden, den früheren Zustand„vorlausig" wieder herzustellen und Plakate. Anklebezettel usw., di« mit dem Boykott Zusammenhängen, zu entfern en. Der Boykott wär» erst dann wieder auszunehmen, wen« von dem Zentralkomitee ausdrücklich hiezu di« Weisung ergeht. Um den Rückzug denn doch noch etwas zu verschleiern, wird angeordnet, daß die Vorbereitungen sür«inen eventuellen neuen Boy- kottbegin» weitergehen sollen; in diesem Falle wären alle Geschast« zu bezeichnen, und zwar durch Plakate ,Lude", bezw.„Deutsches Geschäft". So Müht sie wlrtsdiaN aal» Berlin. 3. April. Die Zahl der Stille» gungsantrage thüringischer Jndustriewerk« hat sich, wie das Berliner Tageblatt" meldet besonders während der letzte»» M Tag« in erschrrk- kendeiu Matz, vermehrt. «istnoch lange nicht alles Mcchkasft^ was so aussicht... Äst ist es nichts andere» aisrohcLerstr—dir einfach gebrannt ist. Verlangen Sic deshalb ausdrücklich Kathreiner, alfo keinen«-beliebigen Matzkvffee/ lang mißhandelt haben, daß er nun im Krankenhaus liegt? ES ist halt ein Kreuz, für diese genannten Prager Herren, wenn richtige„GreueImär- ch« n" nunmehr a»»ch schon von amtlichen Berliner Nachrichtenstellen prompt ins Ausland wei tergegeben»vcrden! Herr Dr. Worliczek usw chreiten sie schnell ein, damit sich ein solcher ataler Lapsus nicht noch einmal wiederhole und Sie Lügen strafe! Und noch eine ziveite offizielle Meldung unseres Pressebüros an die Adresse der genann!«»» Herren Prager Korrespondenten: iiiiiuiiiiiiiiiuiiiniiinuiinnuiiuiiiuiiunuiiiiiiiiniiiiiiiuuuiuiiiiiuiiniiiniiiiniununiiiiiiiinniinnmiiiiiniiiiniiiiniiiiiiiiiiniiiiiiniiium(iiiinniinfnnnifnHnrn(fnfliinimtHnmnnrnNnnmrn(nnm Nach mehreren Tagen solcher Behandlung schafft« mau die Gefangenen in das polizeiliche StaatSkrankenhauS. Dort ist D r. Joachim g e st o r b e»u Soweit die Presse überhaupt davon berichtet, geschieht es mit folgenden Worten: „Ter aus Reichsbannerprozessen bekannte Rechtsanwalt Dr. Joachim ist nach achttägiger Krankheit im StaatSkrankenhauS gestorben, wo sich auch sein« Leich« brsindet." Ob Dr. Joachim, wi« behauptet wird, nach den berühmten HejjaS« und Pronay-Mustern von Siosol«sw. kastriert worden ist, wissen»vir nicht. Di« Leiche soll im Gesicht fürchterliche Brandwunden zeigen. Dr. Jasper zum Krüppel geschlagen. Der Braunschlveiger SPD-Führer, Exmini» sterpräsident und Rechtsanwalt Dr. Jasper, ein Mann von etwa 57 Jahren, ist durch die Behandlung, die er gleich viele»» anderen nn besetzten„BolkSfrcund"-Gebäude erlitten ha», in einen solchen Zustand gebracht, daß kein Mensch Zutritt zu ihm erhält. Unter dieses Verbot fallen natürlich nicht Lebewesen, die auf Menschentum keinen Wert legen. „fireußlößriöitß" ober Taten der Hunnen Die Ermordung Dr. Joachims. Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Joachim ist durch zahlreiche Prozesse bekannt geworden, in denen er Reichsbannerleut« verteidigte oder in Prozessen gegen Hitlersoldaten als Vertreter der eruwrdeten oder verwundete»» Opfer dieser „aufbauwilligen Elemente" aufgetreten ist. Diese Tätigkeit hat Dr. Joachim nach dem„Siege der nationalen Revolution" die Verhaftung durch SA eiugebracht. Auch sein Bruder, ein Arzt, er- litt das gleich«. Im G«bäud« des LandeSanü- stellungsparks, später Vergnügungspark Map, am Lehrter Bahnhof in Berlin, ganz nahe am Reichs tag, waren sie mit etwa 70 weiteren Häftlingen, Reichsbannerleuten, Sozialdemokraten, Kommu- nisten untergebracht. All« wurden gräßlich mißhandelt und sadistisch«» Torturen un terworfen. Me verhafteten Kommunisten mußten mit Stöiken und Gummiknüppeln auf ihre Mit gefangenen und Leidensgefährte» mit aller Krüft einschlagen, worüber sich die Schinderknechts hoch- lkch erlüstigten. Daran aber noch nicht genug, schor man den Opfern die Kopfhaare ab und — eine Neuerung in den Methoden der nationa len Erhebung— mit glühend gemachten Metall stempeln brannte man ihnen das erlösende Hakenkreuz auf den Kopf und ins Gesicht. Olm!„mnsteMe Disziplin“ sondern zahlreiche Ausschreitungen und selbst Plünderungen! Berlin, 2. April. Entgegen den offiziellen deutschen Berichten, di« nur die Ernwrdung des Notars Schümm(Kiel) durch SA-Leute zugeben, ist der erst« Tag deS Juden-Boykotts durchaus nicht friedlich verlaufen. An zahlreichen Stellen in Berlin, Breslau. Frankfurt am Main, Harnburg kam es zu schwere»», teils blutigen Zusammenstößen: und die SA-Leute beschränkten sich im allgemeinen nicht darauf, lediglich vor dem Besuch jüdischer Geschäftshäuser zu„rvarnen". In der Mehrzahl der Falle gingen st« mit Gewalt vor, wenn ihren„Warnungen" nicht sofort stattgeaeben wurde. J>» den Abendstunden waren plan- mäßige Zerstörungen jüdischer Geschäftshäuser und offensichtliche Plünderungen zu verzeichnen, während di« Pol'zei diesem Treibei» tatenlos zusah. In der Nacht zum Sonntag wurden weiter. ierrn Streicher graut es plötzlich vor den„ungeahnten wirtschaftlichen Folgen*. Berlin, 3. April. Der mit so großen Worten angekündigt« und dann plötzlich auf einen Tag eingeschränkt« Boykott gegru di« d«ut» chen Juden, der Mittwoch hätt« fortgesetzt wer ten sollen, wird anscheinend von der Parteileitung der Nazi» endgültig sang- und klang los begraben werden. Die Herrschaften cheinen»nittlerlvcile doch schon zur Einsicht ge kommen zu sein, daß sie sich damit nur ins eigene Flei/ch schneiden würden, und zwar an einer Stelle, die höchst empfindlich ist! Der oberste Boykott-General Streicher, der sich noch vor einigen Tagen in den schreck- lichsten Drohungen überboten hatte, daß der Boy kott bis zum letzten Blutstropfen weüte auSge- ochten werden müsien,»st plötzlich zaghaft und kle»n»nütig geworden und sattelt gründlich um. In einer Münchener Rede(anscheine»»d bei einem feucht-fröhlichen Bierabend) erklärte er nunmehr am SamStag, die Widerstände, die sich im Inner« und ins besondere im Ausland gegen das Projekt, zu dessen Vaterschaft er stch mit Stolz bekenne, geradezu spontan erhoben hätten, seien osfenflchtllch größer alü dir„Rrrveokrast Hitlers ertragen könne". Im Innern seien es di« verblendeten Kreise HugenbrrgS und der Wirt schaft, di« all« Hebel in Bewegung setzen,„um Hitler zu einer Kapitulation vor den Juden zu zwingen"; der Außenminister von Neurath, der Fiuanzminlstrr Graf Schwerin-Krosigk und rin anderer Manu, über den zu einem spä teren Zeitpunkt noch manches gesagt werden müße — heute wolle er, Streicher, sich jeder Andeutung enthalten—, sie all« hätten sich zusammrngetan, um der deutsch«» Revolution in den Rücken zu fallen, und hätten sogar mit ihre»« Rücktritt gedroht, was aus den„alten Mummel- Lin„Greuelmärchen“, das das offizielle ContbBQro selbst verbreitet! Prag, 3. April. Wie wir erfahren, hat die 1 Tatsache, daß über die Ernwrdung des Kieler! RechtSamoalteS Schümm am SanlStag fünf einander widersprechende Meldungen twn amt- l sicher und halbamtlicher Seite herausgegcben< worden sind, zur Einführung einer Vorzensur; über all« reichsdeutschen Nachrichtenbüros ge-, führt. Derartige Meldungen, namentlich soweit sie mit dem Boykott zusammenhängen, dürfe»» erst weitergcleitet werden» wenn sic von der Reichspressestelle genehmigt sind, und zwar nur in dem genehmigte» Wortlaut... Trotzdem rutschen immer wieder noch amt- i l i ch e Meldungen durch, aus denen stch auch der• dümmste Leser unschwer ein Bild machen kann, wie di« SA.-Banden tveiterhin in Deutschland ungestraft politische Gegner mißhandeln und so verprügeln können, daß sie ins Kranken haus geschafft werden müssen. So meldet heute das offizielle Conti- Büro aus Bielefeld: D«r sozialdemokratisch« ReichStagSabgeord- netr und Stadtrat Schreck wurde am Sonn tag verhaftet; er liegt zur Zeit im Krankenhaus. Gleichzeitig wurden.... «sw. So abgestumpft sind heute schon die Leute in» amtliche» deutschen Nachrichtendienst, daß cS ihnen schon gar nicht mehr ausfällt, daß zwischen einer Verhaftung und einer Einliefe rung ins Krankenhaus nach Begriffen, die einen» Kulturmenschen noch vor kurzem ganz geläufig waren, doch absolut kein ursächlicher Zu sammenhang besteht, daß also hier eine Lücke klafft, die eigentlich aufgeklärt werden nuißtc! In normalen Zeiten wären so und so viel Reporter an Ort und Stelle beordert worden, um bis ins kleinste Detail anfzuklären, wieso der Mann, ein Reichstags«bg«ordne te r, nach seiner Verhaftung urplötzlich ins Spital eingeliefert werden muß. Heute be merkt es im Conti- Büro niemand mehr, daß Leute, die nicht zu 100 Prozent Hakeukreuzler sind, darüber doch stutzig werden und sich fragen müsien, was da dazwischen log. ES war ja nur ein Sozialdeniokrat... Daß der bei der Verhaftung bald zn Tode geprügelt wurde, ist ja im Dritten Reich ganz selbstver st ä n d l i ch! Und so rutscht den Herrschafte»» wieder ein- mal eine amtliche Meldung hinaus ins Aus« land, die die ganze verzweifelte Mühe des amt lichen Nachrichtenapparates und bestisiener Aus ländskorrespondenten, alle Meldungen von Miß- handlungen und Greueltatcn im Dritten Reich in das Reich der Fabel zu verweilen, mit einem Sah zunichte macht! Patente Kronzeugen aus Prag. Erst am Samstag hat«ine Tischgesellschaft von Prager Berichterstattern reichsdeutscher bürgerlicher Blätter, darunter die Herren An sorge, Kohlert undDr. Worliczek, einen „Appell" an die Presie versendet, ja„übertriebe nen und unwahren Gerüchten über angebl che Ausschreitungen in Deutschland keinen Glau benzuschenke» und ihre Verbreitung grund- sählich zu unterlasien" und versichert, daß nach ihren„sicheren Informationen" die deutsche Regierung durch die vollkommen m ihrer Hand befindlichen staatlichen Machtmittel (also zugegeben.. daß die doch noch nicht ver staatlichte» SA. stch n i ch t in der.Hand der Regierung befindet?!) dafür sorgt, daß Ruhe und Ordnung gewahrt bleiben". Werden die genannten Herren nun vielleicht den Mut ausbringen, darüber Nachrichten einzu ziehen. wieso ein„verhafteter" sozialdemo kratischer Reichstagsabgeordneter gleich ins Spi tal geschafft werden muß, und werden sie uns reinen Dein einschenken, welche Bestien in Menschengestalt da eine» Wehrlosen ossenbar so F r a n k f u r t a. M., 8. April. Der Bör» senredakteur der„Frankfurter Zeitung" Lau- inger, der Vorsitzender der Ortsgruppe Frankfurt im Verein„Deutsch« Presie" ist, wurde heute i n Sch u tz h a f t genommen. Lautnger wird beschuldigt, während der Ausführungen d«S Börsenkommisiars Schwarz „abfällige Bemerkungen"(!) gemacht zu haben. Der Herr Börsenkommisiar Schwarz— weniger sicher auch ein echter Arier— ist— man höre und staun« ob dieser Frechheit eines Jour- naliste»»— vor» einem sicher gu' bürgcrlick)en Kollegen der-Herren Worliczek und Co.„a b- ällig" kritisiert worden. So rin Verbrechen! Gehört der nicht augenblicklich in Schutzhaft? Gotllob, es ist bereits geschehen! Wir höre»» den! Atemzug der Erleichterung, den Herr Worliczek ausacstoßen haben mag, als er erfuhr, daß diesen» Verbrecher sofort die Strafe auf dein Fuße folgte. Wo bleibt den»» hier das berühmte„jour nalistische StandcSbcwußtsein"? Muß sich da nicht auch jeden» ehrlichen bürgerliche»» Jour nalisten der Magen umdrehen vor lauter Ekel! Alle Kommen nodi dran! Berlin, 3. April. In Frankfurt a. M. »st der derzeitige Rektor der Universität Prof. Dr. Gerlofs vou seinen» Amt wegen einer ganzen Reihe von Vorwürfen, die innerhalb der Stu dentenschaft zu beträchtlicher Erregung geführt haben, zurückgctreten. Die Polizei nahm den Rektor»n S ch u tz h a f t, um ihn vor Gewalt tätigkeiten zu schützen. Der kommissarische Ober bürgermeister Krebs sprach in seiner Eigen- schaft als Mitglied des Kuratoriums der Uni- versttät ain Samstag mit dem Rektor; im An schluß an diese Unterredung hat sich der Rektor zum Rücktritt entschlossen. Im B r a u n s ch»v e i g e r Hauptbahnhos I nicht einverstanden. wurde Sonntag früh beim Eintreffen aus Vor allem hat es ihnen zu lange gedauert, Bon»» der von der Polizei gesuchte Rektor der bevor sic die Antwort erhielten, vierzehn Tage Technische»» Hochschtlle Braunschweig Prof. Dr. lang hatten„die.Herren in der Nekazanka", wie Gaßner von Beaintcn der Schutzpolizei und sich die kommunistische Presse vom Freitag auS- SA-Hilfspolize» verhaftet. Prof. Gaßner zudrücken beliebt,„geschwiegen>v»c die I hatte bereits ain 31. v. M. von Bonn ans an den Fische". Die Herren aus der Reichenberger braunschweigischen Kultusminister K l a g g c ü I Karlsgasie treffe»» eben nichts anderes als auf eil» Schreibe»» gesandt, in dem er»nitteilte, daß eine andere proletarische Brudcrparlci wie die x sein Amt als Rektor niederlege. Rohrspatzen zu schimpfen. Tarin sind sie unS allerdings über. Die Herren aus der Karlsgasie Planten mit Judenboykott abgeMasen?|^--&2K-s2 »nuß. Aber so großmächtige Herren sind die Kom- muniste»» noch nichts daß sie»ns ein befristetes Ultimatum stellen könne»», daS wir sofort bcant- worten müsien. DaS mögen sic sich auch für künftige Gelegenheiten hinter die Ohren schreiben. Aber auch mit dem Inhalt unseres Briefes sind die Kommunistc»» nicht zufrieden.„Die Antwort ist so stilisiert", behaupten sie,„daß sich jedermann daraus nehmen kann, waS er will." Stimmt! Wer die Einheitsfront wirklich will, wird aus unserer Antwort entnehmen können, daß wir die Einheitsfront in alle»» Ländern !anstrcben und daß wir uns mit dem Beschluß der Sozialistischen Internationale, endlich einmal über die Einheitsfront zn verhandeln, solidarisch erklären. Möge doch die K. P. 6.,»venn.Herr Gottwald den Mut hat, nach MoSkait die A»»ssorderung richten, von Internationale zu Internationale z»» verhandeln! Wird er das tun, wird man an dem Ernst und guten Willen, unserer heimischen Kommunisten, Vic Kräfte des Proletariats zusammenznfasien, eher glauben. Aber der KP6. handelt cs sich nur I um ei»» Einheitsfront»»» a n ö v c r und deshalb will sie von internationalen Verhandlungen nicht« willen. Die kommunistische Presie behauptet in den» j angeführte»» Artikel, aus unserer Antwort gehe hervor, die sozialdemokratischen Führer wolle»» gegen den FasciSmuü nicht käinpfen. Glauben di« Kommunisten, daß der Kamps gegen den Fascis- muS nur durch das blödsinnige Geschimpfe aus die Sozialdemokratie erfolgreich geführt werden I könne? Wäre das der Fall, von» hätte der Fascis- mus in Deutschland nie zur Herrschaft gelangen j können. Aber gerade der Kampf, den die Kommunisten gegen die Sozialdemokratie geführt haben, hat dem Fascismus die Wege geebnet und daS ist die verbrecherische Schuld, welche die I Kommunisten an der heiligen Sache dcs SozialiS- j mns begangen haben. Erpreßte Erklärungen. Prag. D»e Erklärungen deS„Reichsbundes »üdllcher Frontsoldaten" nnd auch des„Zentralvereins dcutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" haben in auSlä»»disch«n, jüdischen Kreisen außerordentliches Erstaunen hervorgerufen, weil damit eine Unklarheit in der Beurteiluna der Lage der deutschen Juden eingetreren ist. Bevor die NSDAP, ihre Boykottmaßnahmen gcge»» die deutschen Juden beschloffen hat, sind Beauftragte ausländischer Juden in Berlin gewesen, um an Ort und Stelle diese Erklärungen zu prüfen. Die Prüfung l>at ergehen, daß insbesondere die Erklärung des„Reichsbundcs jüdischer Frontsoldaten" unter einein starken Druck der Regierung zustande gekoinuretl ist. Die Lage der deutschen Juden'st ungeheuer ernst und bedrohlich. In dieser Verbindung ist eS interessant, daß im VerlagShauS Rudolf Äosie zwei Kommissar« eingesetzt worden si»»d. Der Artikel im„Berliner Tageblatt" von» 28. März, betitelt„Es ist nicht nxchr", in dein gegen Prof. Albert Einstein in scharfer Weise Stellung genommen wurde, ist auf Veranlassung der Staatskommissare erschiene»». Sette 4 Dienstag, 4. April 1Ö33. Nr. 80. Ein mehr als mysteriöser„Bemöenansflilag“. Ein Hamburger Nazi-Sturm entgeht nur durdi ein reines Wunder einem sdireddldien„Attentat". Hauptversammlung des Arbeiter» Abfttneutenbunoes in Tepntz- schSuau Sonntag, den 2. April l. I., versammelten sich im Sitzungssaal des Konsumvereines in T e p l i tz- 2 ch b n a u 47 Delegierte und Gäste zur Hauptversammlung de» Arbciter-Abstincnten- bundc». Ter Vorsitzende Genosse MlIDr. A r t n'r H o l l i t s ch c r eröffnete mit herrlichen Ve- grüßungSwortcn die Versammlung: Wir gedenken in tiefstem Mitgefühl und herzlicher Sympathie der kämpfenden und leidenden Proletarier Deutschlands, wir ehren in diesem Augenblick olle diejenigen Genossen und Freunde, die vom FasciS- inus yingcmordct wurden. So, wie wir dem Sozialismus Treue geschworen haben, so bleiben wir verbunden dem Freihcitslampf der Arbeiterklasse TenlschlandS, der Arbeiterklasse der Welt. Tic Tcplihcr Roten Falken marschieren, ihre Fahnen vorantragcnd, in das Lokal und begrüßen mit einem Jprechchor die BundcShaupi- vcrfammlung. ES werden hierauf eine Anzahl Begrüßungsschreiben verlesen, die die Verbände des Auslandes(Schweiz, Deutschland, Oesterreich) und eine große Anzahl Organisationen und Zen- tralverbändc des Inlandes übermittelt hatten. Auch vom Minister für soziale Fürsorge Tr. Ludwig Czech war rin längeres Schreiben ein- gelangt. Als Vertreter des PartcivorstandeS der deutschen Sozialdemokratie nahm Dr. Karl Heller das Wort und begrüßte die Konferenz. Als Vertreter des„zdruzeni nnstinentil Sozialist ii" war Munzlinger erschienen. Er überbrachte die herzlichen Gruße des tschechischen Verbandes. Ten Tätigkeitsbericht erstattete Geschäftsführer Tr. Lieben: Das Jahr IM ist für die Arbeiterschaft wohl das schwerste gewesen, das sie jemals erlebte. Dadurch wurde unsere Propagandatätigkeit sehr erschwert und ein kleiner Rückgang unserer Mitglirdcrzahl verursacht. Auch die finanzielle Lage des Bundes ist keine gute. Bon den im Jahre 1932 durchgcsührten Aktionen sei die Agitation anläßlich des zehnjährigen Jubiläums der Le; H o l i t j ch e r, die Verbreitung eines Merkblattes der Zentralstelle deutscher Ent- haltsamkeitsvereinlgungcn und die sonstigen Propagandaartikel erwähnt. Fast gleichzeitig beschäftigte uns eine zweite Aktion anläßlich der Assentierungen. Unserem Begehren, ein Verbot de» Ausschanker alkoholhältigcr Getränke an alle jugendlichen Personen bis zum Alter von 25 Jahre» zu erlassen, wurde iu einer Reihe von Orten statt- gegeben. Tic Bersammlungt- und Vortragstätigkeit kann trotz mancherlei Schwierigkeiten als eine sehr rege bezeichnet werden. Auch der tschechoslowakische Rundsunk stand uns einmal zu unserer Propaganda frei. Ein besonderes Mittel unserer Ausklörungs- arbeit stellt der„Weckruf", die Monatsschrift dcS Bundes, dar, für deren Verbreitung unsere Funktionäre auch in den mit uns sympathisierenden Kreisen Sorge tragen sollen. Wir können mit Befriedigung jeststcllen, daß die Zahl der Abstinenten-unter der Arbeiterschaft immer mehr wächst, daß' vor allem Zehntausende Kinder und Jugendliche in unserem Sinne erzogen werden. Hamburg, 3. April. Amtlich wird gemeldet, daß in ein Verkehr-lokal der SA. im Stadtteil Barmbeck Samstag abends eine„Bombe" geworfen wurde, die erheblichen Sachschaden angc- richtct hat. Personen sind dabei merkwürdigerweise nicht verletzt wor- d e n. Bei der Durchsuchung des Lokals will mau eine zweite„Bombe" auf der Veranda gefunden haben, die jedoch„u i ch t explodiert" war. Nachträglich hat die Polizeipresicstellc aus dieser Altentatsgeschichte eine solche Haupt- und Staatsaktion gemacht, daß schon daraus offensichtlich wird, daß cs sich offenbar um ein bcstclItcS Attentat handelte, das nur den Zweck verfolgt, die Gemüter der Spießer, die den Reichstagsbrand schon langsam vergessen, wieder von neuem durch Schauergeschichten gegen die Kommunisten auszuputfchen. Tic Untersuchung hat nach dem Polizeibericht ergeben, baß das Attentat„in einem Ausmaß geplant war, daß das größte Unheil hätte entstehen können, wenn cs nach seiner Anlage durch- aesührt worden wäre". Tie eine Bombe, die explodiert ist, foll in dem Lokal schauderhafte Verwüstungen angrrichtet haben, die in ollen Details beschrieben wurden. Tabci wurde aber keinem Nazi auch nur ein Haar gekrümmt, denn diese hatten„glücklicherweise" 10 Minuten vor der Explosion alle das Lokal vcrlasicn. Von ihnen muß wirklich ein jeder seinen besonderen Schutzengel haben! Ter Wirt und einige Gäste befanden sich in einem Nebenzimmer. Gegen sie wurde zwar ein« zweite Bombe geschleudert, aber auch hier griss der Schutzengel rettend ein: Tic Bombe verfing sich In der Gardine und blieb friedlich aus dem Fensterbrett liegen! Tat größte Theater wurde aber mit einer dritten„Bombe" gemacht, die vor einem Nebeneingang lag. Niemand traute sich angeblich, sic wcg- zuraumen, und so wurde sie— erst am Sonntag mittags, um nur ja recht Aussehen zu erregen— an Ort und Stelle von einem bcfondcrS wagemutigen Feuerwerker mit starken Eisenbahnschwellen rings herum verbarrikadiert, um angeblich die Sprengwirkung abzufangcn. Tann wurden die Nachbarhäuser geräumt, die Umgebung iu weitem Umkreis abgcspcrrt, und dann erfolgte an Ort und Stelle die Sprengung, bei der cs einen Heidenkrach gab. Der ganze Effekt war ein kleines, kaum fußlicfcs Loch im Bürgersteig, also keinesfalls übermäßig zu nennen. Natürlich halten Passanten in der Nacht zur kritischen.Zeit genau vier Männer in der Uniform(!) des RotfrontkämpferbundeS prompt gesehen, dir flüchten konnten. Auf diese untrüglichen Indizien hin verhaftete die Polizei in der Nacht noch elf Kommunisten. Sie weiß auch bereits, daß dieser Anschlag mit einem früheren zusammenhängt, der angeblich dem BiSmarck-Denkmal gegolten hat. Es ist ganz klar, daß das ganze Attcutal von Nazis durck-geführt wurde, die entweder voit sich nur reden machen oder aber, was wahrscheinlicher ist, eine neue Ko in nt u n i st c n h a tz arrangieren wollten! 20.000 Streikende in den Citroenwerken. Paris, 2. April. Di« technischen und die Büroangcstellten der Automobilwerke Citroen haben beschlossen, sich mit den auSgcsPcrrten Arbeitern, deren Zahl bereit« auf 20.000 angc- geben wird, solidarisch zit erklären. Das eigene Kind iu der Badewanne ertrankt. Montag vormittags wurde die Pilsner Polizei verständigt, daß in der Wohnung des Ingenieur» der Skodawcrke Otahal ein Kindesmord verüb! wurde. Die Polizei begab sich an Ort und Stelle und fand die 32jährige Gattin des Ingenieurs mit Schnittwunden am Handgeleirk und am Hals auf dem Bette liegend vor. Es handelte sich offensichtlich nm einen Selbsimordver. s u ch. In dem benachbarten Badezimmer tourte in der Badewanne das zwciöinhalbsährige Doch- terchen der Ehegatten ertrunken aufgcfunden; e- war von der Mutter gewaltsam ertränkt worden. Bevor diese das Mädchen in dem Wasser unter- tauWe, verstopfte sie ihm den Mund mit einem Taschentuch und hielt dann das Kind so lange unter Wasser, bis cs kein Lebenszeichen von sich gab. Dann stieg sic selbst in die Wanne und wollte sich ebenfalls ertränken. Sic ließ jedoch davon ab und brachte sich in der Küche mit einem Küchenmesicr die Schnittwunden bei. In diesem Augenblick kam das Dienstmädchen herein, dar Jng. Otahal hcrbciricf. Indessen wählte die Frau einen dritten Selbstmordversuch, indem sie den Gaskocher öffnete und durch ein Rohr das Leuchtgas cinatmcte. Inrwischcn kant jedoch der Gatte zurück jtttb verhinderte wettere Versuche. Die herbeigerufenen Acrztc konstatierten den Tod de« Kindes und stellten fest, daß die Otaha- lova in Sinncsverwirrung gebandelt habe. Sic wurde in die Anstalt kür Geisteskranke nach Dobrzan gebracht. Als Motiv ihrer Tal führte die Otahalova an, daß sie, als irbwcr krank au einem Magenkröbs, in Befürchtung des Todes nickst wollt«, daß das Kind eine Stic'« mutter bekomme. Bei der Staatsantvaltschast wurde die Strafanzeige wegen Verbrechens des Mordes erstattet. Bundestagung der Freidenker. Wie der „Freie Gedanke" meldet, findet der 8. ordentliche Bundestag des Bundes vroletarischcr Freidenker in der Tscheckzoslotvakischen Republik zu Pfinasten, das ist am 4. und 6. Juni 1033,>» der Bolkshallc in Bod.ntbach statt. Unglückliche Liebe. In der Nacht aus Samstag wurden auf einem Waldweg in der Nähe von Mähr.-Ostran di« Leichen des Schlosser» Emil Kramny und der Gattin des Kellner» Joses Sykora aus Toubrava in einem Personenauto aufgesunden. Wie scstgeslcllt wurde, hatte Kramny mit der Sy- korova eine längere Bckonnkschäst. Am Freitag abends fuhren si« mit einem Auto, das der Sn'ar, gehörte, die auch' cin Aulodroschkcugewcrbc hatte, aus. Nach allem hatte.Kramnv. seine Geliebte ohne d Einverständnis aus unglücklicher Liebe erschossen und dann Selbstmord verübt. Tic Gendarmerie ist mit der Untersuchung der Angelegenheit beschäftigt. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus vcn Programmen. Mittwoch. Prag: 8.15 Gvmnastik. 11.08 Schallplatte». 16.13 Orchestcrkon.zerl. 18.25 Deutsche Sendung: Ar- beiterfunl: Dr. Alice Rühle-Gerstel: Sozial« Moment« in der Ch a r a k t e r b t l<- dung; Bericht vom Arbeitsmarkt. 19.10 Blasmusik.— Brünn: 17.10 Marionettentheater. 18.25 Stimme des Bluts, Hörspiel. 21.00 Heitere Poesie und Musik.— Berlm: 19.35 Rienzi, Oper von Wagner.— Langenberg: 20.00 Meister ihres Fachs.— Leipzig: 19.30 Volkstümliches Konzert.— München: 19.55 Dem Sommer entgegen. 21.30 Kammermusik.— Wien: 19.40 Volkstümliche Konzert. 22.25 Tanzmusik. 500 KW-Scnder in Amerika. Crosley Radio Corporation in Cincinnati(Ohio) beschloß, mir einem Aufwand von 400.000 Dollar einen neuen T agesneuigkeiten Ae Durchführung des Buytotts gegen jüdische Seschüsle durch die NSDAP Material zutage. Aus Grund dieses Materials 500 KW-Sender zu erbauen. Mit der Aufrich- tung der 246 Meter hohen Anlenncnmastc wurde bereits begonnen. Wie ersichtlich, findet das russische Beispiel Nachahmung. bitt« die Arbeit! Dann bitt« da» Brot! Kohlen und Kleidung gegen di« Rot! fragt Ihr: Di«? Dann fragt Ihr: Bon wem? ist die Sache nicht mehr so bequem: Brauns und in das braune Ss,.,, mit dem Reichstagsbrand beginnt. Hilf" helfön kann— so denken und handeln die Nazi — um den Gegner zu verleumden. Aether in der Krankenhausapotl>«kc verursacht. Di« Apothekerin und eine Bedienerin erlitten schwere Brandwunden, mehrere Krank« leichtere Verletzungen. Das Feuer konnte alsbald gelöscht werden. fliuiiiiiiuiuiiiiiiiiiiiniiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiniiiiiiiiiniiHiiiiniiiininiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiniiiiiiinniitiiiniiiniiniHiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiniiiflitiiniiniiiiunniiiniiiHuniinnnniniuHiiwnHuiiRiB Daun Immer feste auf di« Juden! Immer feste auf die Juden! Weil» di« nicht mehr gibt... EliaS Kemp. DI« rumänische Skoda-/Mläre.| Vie Gegner Schauermärchen über«inen Krankenkasse«, Verband. Berlin. 31. März. Vor einer Woche wurde wurden acht Mitglieder der GeschäftSfüh» rung des Krairkenkassen-Bcrbandea in Haft a e n o m m c n, darunter Direktor Lehmann vom Hauptverband der Krankenkassen, Direktor Bcn- dig, Direktor Schulz, der bisherige sozialdcmo- kratische Stadtrat Ahrend und einige Geschäftsführer. Tic bisherige Untersuchung habe bereits zahlreiche Fälle von Untreu« und Betrug ergeben. Schiebungen seien besonders in der Weise vor- genommen worden, daß die Vorstandsmitglieder des Krankenversicherungs-Verbandes für eine Reihe von Sonderausgaben besondere Gescll- schaftcn gründeten, bei denen sic ebenfalls Vorstandsmitglieder waren und gleichfalls Gehälter bezogen. Die Bezüge der einzelnen Krankcn- kasiendircktorc» hätten auf diese Weise Ministcr- gchäller überstiegen. Die einzelnen Stellungen batten sich die Direktoren gegenseitig zngcschoben. Durch den Zugriff der.Kriminalpolizei konnten Millionenwcrte sichcrgcstcllt und de» Mitgliedern der Krankenkasse erhalten Ivcrdcu. .* '• Diese Korruptionsgeschichte gehört in das .Kapitel von den Millionen Sevcrings und Brauns und in das braune Spezialbuch, das mit dem Reichstagsbrand beginnt. Hilf, was Bukarest, 2. April Marschall Prczan be schloß heute mit seiner Erklärung die Senatsdebatt« über die Asfair-: des Vertreters der ökoda- werke. Der Marschall erklärte, daß'nach gründ- ,, r sichern Studium der Verträge der ökodawerke klar I preußischen Ministerium, des Innern um- zu Tage rreic, saß r»c>emgen, die sie abgeschlossen I sangrcicheS Material zugcleitel, welches das Vorhaben, durchaus ieriös und gewissen-!sieg«» großer Unregelmäßigkeit:" ha f t handelten. Er verurteilte alle, di« weitereI Perbano der K ra n k e n ka s,... Matcrialbcstellunge» ablehnten, denn daS von den I Obcrversichernngsamtcs Berlin betraf. 8kodawerken gelieferte Material sei gut und in I Durchsuchung im Hause des Krankenkasscn- Rumänien verwendbar-"'wesen, lieber General I Verbandes und in den Geschäftsräumen des PopcScn. der Selbstmord begangen hat. äußerte er.Hanptverbandcs der Krankenkassen Deutschlands sich! daß er ein ehrlicher und tapserer Mann ge- förderte angeblich außerordentlich belastendes wefen sei.| Material zutage. Auf Grund dieses Materials Ten schristlich vorliegenden Kassabcrichtl erläuterte Wilhelm Schneider, den Kontroll-1 bericht erstattete Ern st Fcllinghaucr. In der DiSkusiiou sprachen Maria Deutsch! (Prag), Walter(Turn), Abele» tTürn), I Schwarzer(Mähr.-Schönbcrg), Mally(Turn)I und Rei ü> el t(Schatzlar), worauf Dr Lieben die I einzelnen Anfragen beantwortete. Unter lcbhaslcstcm Beifall dankte der Vorsitzende I Hollitschcr dem Geschäskssührcr Tr. Lieben für I seine Arbeit, die seit dem Tode des Genoßen Rudolf I R ü ck l noch uni die Redaktion des„Weckruf" ver-1 mehrt wurde. . Nun erhielt Tr. E r n st K r a s n e y, Obcrkom- missär im Ministerium für soziale Fürsorge und Obmann der Zentralstelle deutscher Enthaltsamkeitsvereinigungen in der Tschechoslowakischen Republik, das Wort zu seinem Vortrag„Alkohol und S t r a fre ch t". Hierauf werden folgende Mitglieder einstimmig in den Bundesvorstand gewählt: Hol- l i t s ch c r(Koniotau) Obmann; Deutsch Maria(Prag) Stellvertreterin: Lieben Ernst (Teplitz) Geschäftsführer: G l ä h s c l Emil (Aussig) Stellvertreter; Schneider Wilhelm (Graupen) Kassier; Hirsch Steffi(Turn) Stellvertreterin; Klein Armin(Prag), Hocke Willi (Bodenbach), P a b l c Hans(Serbitz), S t ö h r Josef(Karlsbad) Beisitzer; Schiefner Adolf (Graupen), F e l l i n g h a u e r Ernst(Komotau) und Müller Karl(Böhm.-Lcipa) Kontrolle; Bloch Ernst(Brünn), Schwarzer Fran; (Mähr.-Schönbcrg), P e ch l h o l d Josef(Draho- wih) und Simon Joses(Alt Rohlau) Ersatz. Anfragen wurde die Hauptversammlung mit dem Deutsche Apotheke. Die Juden find ein» zu hundert, und die»«ine Prozent ist so still— Kein Wunder, daß man sich wundert über das deutsch« Gebrüll. Die frage» nicht: wer? und fragen nicht: wem? Di« machen«» sich verdammt bequem: Immer feste auf dl« Juden! Immer feste auf di« Jude«! Immer feste! Und kann der Herr Kanzler nicht hinten noch vorn, und di« Arbeitslosen steigen— dann w rst«r— Sieghell!— seiner Spießbürger Zorn aus di« Juden. Den« di« müsien schweigen. Und wenn io Deutschland der Knüppel regiert und Morphinisten und Lude«, und wen» man die Mord« registriert: Schuld find di« Juden! Und kriecht auch der Jud wi««io räudiger Hund, und winselt der ganz« Z. B.— Sie schlagen ihm dennoch den Buckel wund und braun und blau... Sie binden den Orden de» Dulders ihm um, den ewigen gelben Fleck, und hungern ihn au» und mache« ih« stumm— Wie ein Stück Dreck! Den» der Jud ist di« große Patentmedizin, die fie statt Brot verschreiben. Und bi« nn Herbst die Astern blüh», wird kaum einer übrig bleiben.— Aber dann, mein« Herrn? Aber dann kommt der Kern! Dann Dann Dann Eine halbe Million für ei« gebrochenes Ssieversprechen. Primo be Carnera verurteilt. London, 3. April.(Reuter.) Der Gerichtshof hat heute der in einem Restaurant des Londoner Frcnrdenviertels-Soho bediensteten 22jährigen Kellnerin Miß Emclia Tersini gemäß deni Gesetz jr Räch lLsLL^LtVLnN^NPN Sterling samt Zinsen$7den erlittenen Schaden SäMS” 11'’SzugesprÄM. Der italienische Schwergewichts- berauschte Arbeiter ist nicht fähig, fllr de?«lafsen-I Primo be’s mI‘Ä äßigkeiten beim Verband der Kran k e n k a s sc n im Bezirk des ", Eine Krankenhausbrand. Banjoluka, 2. April. Wie aus B i h a S gemeldet wird, brach im dortigen Krankenhaus gestern nachmittags ein Brand aus, der«in groß« Panik unter den Kranken zur Folg« hatte. Das Feuer wurde durch eine Explosion von Deutsches Verkehrsflugzeug verbrannt. Flugzeugführer tot, Funker verletzt. Berlin, 3. April. Die Lufthansa feilt. mit: Das Flugzeug„D 534" mußte auf dem Fluge von Dortmund nach.Hannover aus bisher unbekannten Gründen gegen 16 Uhr bei Hemperodc bei Dettum zwischenlanden. Das Flugzeug ist nach der Landung verbrannt. Der Flugzeugführer von Riedheim.verunglückte hiebei tödlich, während der 1 Funker-Maschinist Schipper mit leichteren Brandwunden davonkam. Passagiere befanden sich nicht an Bord. Dienstag, 4. April 1088. Str. 80.„Sozlakbemvkrat" ' 1 1—- 1'> Für Ostern sind wir vorbereitet, wir bedienen Sie mit reicher Auswahl in Frühjahrsschuhen. Verschieben Sie nicht den Einkauf auf die letzten Vortage. Weichen Sie dem Andrange aus. Leite 8 Der neoe Geist im reiöisdeulsdien Rundfunk. tMIl STRAUSS (Preis Kl 2*— Organisationen 1*90 Kt) Verlag der Zentralstelle k. d. Bildungswasen. Deutscher Werk pruch. Ten erschlagenen, gemarter.rn und gefangenen Brüdern. TS wächst in Deutschlands ArbcilSstäiicn Ein Trotz: Wir dulden keine Ketten, Stumm hämmern Meister und Gesellen Den FreiheitSschwur: Wir sind Rebellen. Er dröhnt auS jedem Ambvßschlag: Geliebte- Land, e- kommt der Tag. Er hallt an Kesseln, Tank-, in Zechers Ditz Arbeit wird die Knechtung brechen, Und klingt am Pflug, erwacht in Ställen Bei Knecht nnd Magd: Wir sind Rebellen. ES tönt mit jedem HerzcnSschlag Ter deutsche Schwur: ES kommt der Tag! Klemen- B r i g g e. Da- Echo. Studenten au- Krakau und Schüler der polnischen höheren Lehranstalten in Kattowitz zogen Sonntag früh durch die Straßen der Stadt nnd plünderten di« Zcltungsstänü«. Die deutschen Zeitungen uttd Zeitschriften wurden auf «in Auto geladen und nach dem Ring gebracht, Ivo sic verbrannt wurden. Gleichzeitig wurde an einem Mast eine Puppe mit einem-Hakenkreuz aufgerogen. Insgesamt sollen etwa 15 Zentner deutsche Zeituna-n und Zciffch"'''"- verbrannt worden sein. Da- deutsche Konsulat wurde durch beritten« Polizei bownd?r- geschützt. Er holt da- LösegEld. Einer der vier britischen Offiziere vom Dampfer Nanschan, die von chnresischen Piraten venchlepp« wurden, ist soeben in N a t s ch a n cingetrofsen, um das für seine übrigen drei Gefährten geforderte Lösegclb zu beschaffen. Seine drei Gefährten befinden sich weiterhin in der Gewalt der Piraten in der Nähe von Pansrhan. Ein Vergleich der Zahl der Konfessionslosen in Böhmen In den leinen KO Zähren zeigt: 1S80: 839, 1890: 118t», 190(1: 1894. 1910: 11.204, 1921:(»“>8084, 1930: 727.916. Tie Zahl der Konfessionslosen ist also in den letzter» 50 Jahren fast ans das Tausendfache gestiegen. ZItztunrrschlacht. Bei einer Rankeres zweier Zigennerstämme in einem bosnischen Torf wurde ei» Zigeuner getötet nnd zwe schwer sowie zwölf leich:er verletzt Tie Rauferei entstand incgen einer verheirateten Frag, die von ihrer Muter um 700 D nar dem ieindliche» Stamm verkauft worden war Ml Mtlrlug. Gemäßigt« Frühjabrobegeisterung.— Ta- Lustkod ohne Kosten.- Kein« Pferdekuren mit Kindern. Zu Beginn des FrüchahrS haben viel« den Munich, die warme Jahreszeit bis zum äußersten anszuNntzen. nm sich auf di« langen.Wintermonate vorziiberenen. Außerdem wird versucht, den Körper o an Luft und Sonne zu gewöhnen- daß er im nächsten Winter auch ungünstigen Wit- terung-einflüssen gegenüber eine stark vernlehrte Wderstanh-krast zeigt Es ist nnb^ingt zu begrüßen, dos; es der syslematijä-en Aufklärung gr- Tsching-bumm; und(mit rollendem r)„Buerzehn Jahre"... Auf diese geistige" Linie lasten sich ungefähr alle musikalischen, beziehungsweise rednerischen Darbietungen des rcichsdeutschen Rundfunks bringen. Es ist zweifellos der durchschlagendste Erfolg der neuen Regierung, daß cs ihr in wenigen Wochen gelungen ist, die ehemals hochstehenden Radioprogramme auf ein Niveau zu bringen, daß sich jedem nicht vollkommen verblödeten Menschen die Haare zu Berge stellen. Die- scheint einerseits dazu angetan, das Fri» feurgcwerbe anzukurbeln, andererseits ist«ä die konsequente Durchführung de- Grundsatzes,>nit allen Maßnahmen in erster Linie die L»nke zu irrsten. Manche dieser Maßnahmen sind ja sehr wichtig. Zum Beispiel die unzählige Male loSgelas- fene Aufforderung von Goebbels an das deutsche Volk, sich zu freuen, wenn der Reichstag tagt. Denn es wäre wirklich eine Katastrophe, wenn ein BolkSgrnoste sich nicht freut«: wann wird er wieder eine ähnliche Gelegenheit haben!! Und als dann zu aller Freude die Eröffnung des Parlament- gesendet wurde(mit fünf Wiederholungen auf Platten), war cS wirklich«ine Beruhigung zu hören, mit welch donnernder Entschiedenheit Adost die Verleumdung zurückwicS, in Tentschland herrsche keine Gleichberechtigung: ,F2ir gewähren allen Deutschen dir vollste Gleichberechtigung und Freiheit— Hört, hört!— wenn sie sich vorbehaltlos hinter die Rationale Regie» rung stellen." Ach so. Auch die Militärmärfche, die in bescheidenen Dosen(selten mehr als zwanzig pro Lag und Sender) verabreicht werden, sind sehr vorteilhaft, damit sich daS Volk daran gewöhnt. Schwerer zu verstehen ist schon das Verbot von Jazz-Musik: denn daß di« so wichtige Blutzusammensetzung dadurch litte, ist kaum antzuneh» men. Aber da Goering(derzeit nicht mehr Stockholm, sondern Berlin) gesagt hat, Jazz sei Kul- turbolschewismn-, wird es stimmen. Bei unterhaltung-musikalischen Darbietungen verfolgt di« Regierung die Parole: ,Kaviar für- Volk". Damit aber da- Volk den Kaviar in einer ihm angemcflenen Form genießen könne, wird er mit Powidlsauce garniert. Etwa so: ein alte» Volkslied(zum Beispiel„Der- Jägers wird im Marschtempo gespielt, mit Trommeln und Pauke» untermalt, und unS fast täglich;ü Gemüt« gebracht. Hat ein Meister etwa- geschrieben. da- nach Militarismus riecht, rasch wird es hervorgczogen. Der hätte zum Beispiel geahnt, daß Liszt ein Marschkomponist war? Da» nnt dos Volk die Musik die„deutsche Kunst" begreift,»»erden StininiungSbilder gebracht(Sommertag in Norwegen, JrühlingSlied ufw.), in welche» cS von Bogelpfiffen, Kuckucksrufen- und ähnlichen, auch für den einfachen SA-Mann verständlichen Symbolen wimmelt. Auch die StammeSgcgensätze werden wirksam bekömpft: von norddeutschen Sendern werden egerländischr Heimatdichtrr gefeiert, mit Auszügen aus ihren Werken in einer Sprach«, die jeder, der nickt mindestens au- Karlsbad stammt, für Englisch hält. Auch daß man die Menschen, die den erhabenen Anblick de- historischen Jackelzuaeü nicht miterleben konnten, wenigstens da- Geschreis hat hören lasten(einmal im Original und ungefähr sechsmal aus Platten), wobei PersönliUeiten von der Wichtigkeit eines Chauffeur» von Goebbels interview» wurden, danken wir dem neuen Kurs. Und wohin käme der Staatsbürger, wenn er nicht jede Einzelheit au- dem Leben Friedrichs des Großen wüßte!! Oder besser, fast jede: denn daß er Freimaurer war, kaum Deutsch konnte und aus- nahniülos nur französische Bücher las, erfährt man nicht. Der Sender Berlin hat sogar einen Vortrag„zum 60. Geburtstag von Karl Marx" gesandt; aber damals war glücklicherweise mein Akkumulator leer! Nnd der N a ch r i ch t e n d i e n st!! Vor zwei bi- drei Wochen erfuhr man wenigstens,. wieviel Kontmunisten und Sozialdemokraten„auf der Flucht" erschossen worden waren. Oder es wurde gemeldet: Der Sozialdemokrat wurde von SA.» Lruten in ein natioitalsozialistischeS Verkehr-lokal geschafft und in einen» Zimmer verwahrt, durch dcstcn Tür einige Nationalsozialisten von draußen hereinschosten... Es wird angenommen, daß er sich die Schüste, die seinen Tod herbei- führten, selbst bcigebracht hat.(Diese- Beispiel ist historisch!) Aber jetzt tut man solcher alltäg- kicher Kleinigkeiten keine Erwähnung mehr. Denn eS ist wirklich interestanter, welche Farben die Kokarde der Marinesoldat auf der Mütze und welche auf der Jacke haben soll. Und wem da< nicht einleuchiet, der ist kein Deutscher; wie ja überhaupt die Zabl der anerkannt Deutschen rapid schrumpfst Bon ursprünglich mehr als 60 Millionen auf heut« nur mehr die Nationalsozialisten und morgen vielleicht schon nur die Brüder SASS. H. D. K. DökanovskF verheiratet«. Di« Eh« wurde später unglücklich und führte schließlich zur Scheidung. Ludmilla war wieder mit Franz Kohout, der sich inzwischen selbständig gemacht hatte, zusammengekommen und die beiden gründeten«inen gemeinsamen Haushalt. Aber auch dieses Zusammenleben gestaltete ich nicht glücklich. Die Bekannten stellen im all- gemeinen der Frau ein guter Zeugnis aus. sie sei arbeitsam und tüchtig gewesen. Trotzdem kam es ball» zu ernsten Zerwürfnissen. Daher begann Ludmilla den Vorschlägen ihres geschiedenen Gatten, der stch ihr wieder näherte und sie zu einer neuen Eh« zu bereden suchte, Gehör zu geben, verließ schließlich den Angeklagten und mietet« sich ein eigener Zimmer in der Lirower B i s k u p s k s ulice. Kohout nahm sich das sehr zu Herzen und am 18. Oktober 1992 kam es zur Katastrophe. Die Nacht auf diesen Tag hatte Kohout im Gasthaus verbracht und war erst frühmorgens heimgekorrrmrn. Er öffnet« feinen Laden nicht erst, sondern verließ sei«« Wohnung wieder, nachdem«r stch mit einem spitzigen F letsch« r>n esse r und einem stark«« Strick ausgerüstet hatte. Angeblich trug«r sich mit S e k b st m o r d a b s i ch- te n. Dann betucht« er in den frühen Vormittagsstunden seine frühere Geliebt«, der er zusttzte, zu ihm zurückzukehren. Sic redet« ihm gut zu und nahm ihm Strick und Messer wog. Um di« Mittagszeit wiederholte«r seinen Besuch. Im Verlaus der Auseinandrsetzung habe er dann«in großes Brotmesser auf dem Tisch liegen sehen. Da sei„« s über ihn gekommen",«r hab« das Messer gepackt und was stch dann abgespielt hab«, wisse er nicht. Fest steht jedrnstills, daß er dieses Mester der Dökanovskx. die auf dem Boden kniet« und den Linoleumteppich abwischt«, von rückwärts mehreremal« mit solcher Wucht in den Leib stieß, daß di« Spitz« abdrach. Dann packe er st« bei den Haaren und schnitt ihr„um ein Ende zu machen' mit einem fnrchwaren Schnitt di« Kehle durch. Während di« Frau verblutet«, begab er sich in- G a st h a u s. wo er zecht«, bis man ihn verhaftet«. Nach fast zwölfftösdiger verhsntziung ertöne- ten dl« Geschworenen mit«lf Stimme» Josef Kohout am 8, Feber schuldig und der Gerichtshof verurteilt« ihn wegen Meuchelmordes zum Tode durch den Strong. Heut« kam«» also wegen des ge chitderten ormalen Versehens des seinerzeitigen Vorsitzenden zur neuerlichen Verhandlung, welcher diesmal LGR H k o u I«k Präsidierte. Bon neuem wurde da- ganze Verfahren durchgesührt und nochmal- di« über zwanzig Zeugen vernommen, di« über alle Umstände de- Falle- auszusagen hatten. Di« Verantwortung des Angeklagten war im wesentlichen di« Weiche wie bei der ersten Verhandlung. Allerdings suchte er in einzelnen Punkten fein« früheren Aussagen zu korrigieren. Begreiflicherweise ist er durch dir lang« Hast und dir stetige Ungewißheit sehr hergenommen und mit seinen Nerven sichtlich zu End«. Gleichwohl strengte er alle Kräfte an, um stch in ein möglichst günstiges Licht zu setzen und polemi» lert« insbesondere mit de« Zeugen, die ihn als brutalen Menschen, Trinker und Gewalttätigen hinstellen. Verschiedentlich tverLen auch von unparteiischen Zeugen rohe Mißhandlungen bezeugt, denrn di« Ermordete zur Zeit des Zusammenlebens mit Kohout ou-g«setzt war. Der Gesamteindruck d«S BeweiSverfahrens deck stch mit dem der Verhandlung vom 8. Feber Auch die heutig« Verhandlung zog sich di» tu bk späten Abendstunden hin. Die Verteidigung hatte eine Reih« neuer Zeugen ausgeboten, meist Bei» wandt« des Angeklagten, di« als Leumund'«,igen günstig über ihn aussagten. Nach der Anklagerede versuchte der Verteidiger Dr. Radimik)- mit aller Macht, bk Position seiner Mandanten zu retten. Staatsanwalt Doktor Waldmann replizierte auf di« Ausführungen des Verteidiger-, wobei er insbesondere darauf hinwies, daß es lediglich einem Formfehler zu- zuschrerben sei. wenn Josef Kohout heule nochmals vor den Geschworenen erscheine. Tie T uplik des V«rteidlgers wurde wegen ihres Inhaltes vom Vorsitzenden unterbrochen. Nach besten Sstsnme« zogen sich di« Geschworenen um 7 Uhr zur Beratung zurück. Außer der Frag« aus Mord hatte der Gerichtshof dem Geschworenenkollegium noch die Frage auf Totschlag vorgelegt. Di« ltzejchworenen- bank war diesmal durchweg- mit Männern beseht. Die Urtecksverkündung erfolgt« gegen 8 Uhr. Di« Verkündigung bracht, ein« Ueberraschung. Die Schuldfrage auf Martz wurde einstimmig verneint. Das Publikum begann zu applaudieren und mußte vom Vorsitzenden OGR. H l o n S e k'n schärfster Weis« zur Ruhe gemahnt werden. Die lkventualsragr aus Totschlag wurde gleich- fall» mit Stimmenmehrheit— besaht. Di« Z u s a tz s r a g e, ob die Motiv« der Tat u n- ehrenhaft g«v«sen seien, wurde mit allen Stimmen verneint. Ans Grund dieses Wahrspruche» fällt« der G« richlShos sein Urteil, durch welches der Angeklagte von der Anklage des Mordes freIg«sprochen, hingegen des Verbrechens des Totschlage» schuldig erkannt wurde. Er wurde zu sechs Jahren schweren Kerkers verurteilt, verschärft aus.er den«ntsprechenden Fasten zu Dunkelarrest.in. Tage der Tat, Der Staatsanwalt meldete?i* igkeitsbeschwerde an. rl> lurrgen ist, die weitesten Volksschichten für d«r- artige Gedanken zu gewinnen, wie sich ja schon auS der gewaltigen Zunahme der verschiedenartigsten Sportbestrebungen trotz der schweren Wirtschaftskrise zeigt. Trotzdem muß einmal überlegt tverden, ob di« gebräuchlichen AbhärtungSmethoden vom medizinischen Standpunkt ohne weitere- richtig und empfehlenswert sind. Dieses Problem ist gar nrcht so einfach zn lösen, da es wohl nur sehr wenige Begriff« gibt, an denen sich di« Wano- lung, di« di« wiswnschaftlich« ärztliche Forschung in dem setzten Jahrhundert durchgemachr hat, deutlicher erkennen läßt alS gerade am Begriff: Erkältung. Trotzdem sieht auch heut« noch fest, Saß daS wesentliche beim Erkältung-Vorgang der rasch« Wechsel der Temperatur ist, durch den auch solche Temperaturen gesundheltSschÄtlich werden können, di« an und für sich ganz unschädlich sind. Bedeutende Forscher stehen sogar auf dem Standpunkt. daß jede Erkältung geradezu durch irgendeinen raschen Temperaturwcchscl zu erklären ist. Dieser Wechsel kann natürlich nicht nur durch Wärme und Kälte, sondern auch durch Turch- nästuna und Durchfeuchtung hervorgerufen werden. Alle diese Möglichkeiten sind aber im besonderen Maße gerade im Frühjahr mit seinem wcchiclnden Klima und plötzlichen Regerrschaucrn vorhanden. ES empfiehlt sich also AbhärtungS- kuren, die sich ja im Winter meist von selbst verbieten, auch im Frühjahr nur unter Einhaltung gewisser Vorsichtsmaßregeln vorzunehmen. Dir mildeste Form der Slbhartung für Verweichlicht« bietet zunächst das Luftbad im Zimmer. Dieses Hal auch den Vorteil, daß e» von jedem ohne besondere Unkosten und ohne jeden Zeitverlust vor- ,genommen werden kann. Der NtÄizinische Vorgang bei dieser einfachen Maßnahme ist so zu deuten, daß der nackt« Körper allseitig von der Luft umspült wird und sich dadurch die Haut- inuskeln zusammenziehen und die Hautporen verkleinert werden. Di« Folge hiervon ist ein« Herabsetzung einer plötzlichen Wärmeabgabe und einer Vorbctigung der Erkältung. Bei regelmäßiger Bvrnahm« derartiger Luftbäder wird eS sicherlich gelingen, di«.Hautmuskeln an Plötzlich« Temperaturveranderungen bedeutend anpastnngs fähiger zu machen. Wenn«S wirklich warm wird, kann ruhig mit Freikichtbädern lotvohl in der Llrst wie in» Waller begonnen tverden. Durch Sport wird dann daS Training der.Hautmuskeln noch in wirksamer Weile gefördert. Richtig ist a>lch di« immer weiter um sich greifende Erkenntnis, daß man Erkältungen nie allein dnrch warme Kleidung verhindern kann. Dadurch wird oft gerade das Gegenteil erreicht, da di« Haut von jedem WittrrungSeinslnH auf diese Weise fern gehalten wird und oer natürliche Kreislauf der-Hautblutgefäße in stärkster Weis« gehemmt wird. Bei leichter und poröser Kleidung geht man dieser Gefahr viel leichter auS den» Wege. ES muß in diesem Zusammenhang noch davor gewarnt werden, empfindliche Kinder durch, rücksichtsloses Uebergirßen mit eiskaltem Waster abhärten zu wollen, wie eS früher üblich war. ES wird dadurch oft mehr Schaden alS Nutzen angerichtet, da der Uebergana und dk Zusammenziehung der Blutgefäße viel zu Plötzlich eintritt. Dr. mcd. H. D. Geriditssaal Zwei Todesurteile. Am 8. Feber: lotz durch den Strong.— Am.1. April: Sech» Kahr« Kerker. Prag, 3. April. Am 8. Feber l. Ä. wurde vor dem Prager Schwurgericht der WrschMvitzer Fleischhauer Äoses Kohou::vegcn Meuchelmorde- an seiner Geliebten Ludmilla D k k a n o»s k< zum Tode verurteilt. Ta- Oberst« Gericht hob aber auf Nichtigkeitsbeschwerde de» Verteidigers hin das Urteil a n f und ordnet««in neuerliches Verfahren an. Der Grund für diese Kassi:rung des ersten Urteil«» ist«in rein formaler.und besteht in einem Versehen des seinerzeitigen Vor- sitzenden, welcher vergaß, di« Geschworenen vor Eröffnung der Verhandlung'n Eid zu nehmen, wi« es di« Strafprozeßordnung verschreibt. Er holt« das Versäumt« erst während der Verhandlung nach, aber.durch Unterlastu»^ rechtzeitiger Vereidigung ist das Verfahren mangelhaft geworden und konnte also nicht zu einem rechtsgültigen Urteil führen, so daß da- Oberste Gericht, ohne erst auf di« Sache selbst rin- prgehen, das Urteil als formal nichtig aufhcben und neuerliche Verhandlung des Falles anordnen muht«. Dergleichen Fäll« zählen allerdings zu Seltenheiten nnd al» Kuriosum mag erwähnt sein, daß sich vor dem Prager Gericht sei: 1875 kein analoger Fall errignet hat. lieber den Sachverhalt der Bluttat selbst haben wir seinerzeit eingehend berichtet. Kotz o u l und Ludmilla D ö k a n o v s k zl, eine geboren« BavorovskF. waren von Kindheit an befreundet, konnten aber wegen der beiderseitigen Armut nicht an«ine Eheschließung denken. Kohout«rhob auch keine-l Einspruch, als sich Ludmilla''eiiierzei: mit dem viel älteren, aber reichen Müllers Seite 6 Dienstag, 4. April 1988. Ät. SO. veotlchlond Delatte laderVras« Senholoerttehmg lcttS aber in die Oper, die sich nur an das Publikum wendrt, ohne aus das bühnenmässige Geschehen Rücksicht zu nehmen, können wir uns nicht befreunden. Der Erfolg der Opernneueinstudierung wär de- deutend, trotzdem der Besuch des Theaters nicht brr beste war. E. J. Eine Rede des Sen. De. Schwelb. Prag, 3. April. In der heutigen Sitzung der Zentralvcrtretung lag der Antrag des StadtrateS vor. die Stadt möge 24 Millionen Kronen A r- beitsanleihe zeichnen. Mit den Zeichnungen der beiden städtischen Sparkassen und der Prager städtischen Versicherungsanstalt beträgt die Beteiligung der Stadt und der städtischen Unternehmungen 80 Millioiren Kronen. In der Debatte über diesen BeratungSgcaenstand wurden die reichsdeutschen politischen Ereignisse behandelt. Der jüdischnationale Stadtrat Adler präzisiert« seinen Standpunkt zu den Ercign'sscn in Deutschland. Der Vertreter unserer Partei Genoffe Dr. Schwelb erklärte, daß er namens der deutschen Proletarier Prags für den Antrag des Stadtrates stimmen werde, in der Ueberzeugung, daß die Anleihe ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und damit auch des Fascismus sei. Auf die vom Vorredner berührten deutschen Verhältnisse übergehend, wies er darauf hin, daß es n>vhl nicht mehr notwendig sei, zu schildern, was in den letzten Wochen und Monaten in Deutschland unter der-Herrschaft der.Hakenkreuzlcr vorgehe. Uebcrsällc und Demolierungen der Arbeiterheime, Ucbersällc auf Funktionäre der Arbeiterbewegung, gesetzwidrige und willkürliche Verhaftungen, Mißhandlungen von Arbcitcrfunktionären sind an der Tagesordnung. In den letzten Tagen kam der organisierte Feldzug gegen die Juden hinzu, die grundlose Vernichtung von Hundertlausenden voll Existenzen. „Als Vertreter der proletarischen Schichten des deutschen Prag", fährt Schwelb fort,„will ich diese Gelegenheit benützen, um das leidende deutsche Proletariat unserer Solidarität zu versichern und zu erklären, daß es der wirksamst« Akt der Solidarität ist Ein« Protestversammlung gegen die unae- kreucrlichen Zustande in Deutschland findet am 6.'April d. F. um halb 8 Uhr abends im Lidovy dum, Hybcrnergaffe, statt. Referenten: Abgeordneter Genoffe Robert Klein, MUDr. Artur He klar, u. a. Die Reichsgewerkschaft der deutschen Presse in der Tschechoslowakischen Republik hat Sonntag, den 2. April, ihre diesjährige Generalversammlung mit der üblichen Tagesordnung unter Vorsitz des Abg, Dr. Bacher abgehalten, an. der die Vertreter de» tschechischen Syndikats, der unqäri|chen Union, der Assoziation der ausläitdischen Presse-owi« der Orgo- nisalion des technischen Personals te'.luahmen. Der Vorsitzende der Typograficka Bese da N s m e ö e k lenkt« die Aufmerksamkeit aus di« Höhe der Papierpreise und auf die Beeinträchtigung oller Mitarbeiter an den Zeitungen durch di« Materncinfuhr Doktor RychnowSky erstattete einen Bericht über den Stand der Verhandlungen des PreßgeletzeS. Di« Wahlen hatten folgciwcS Ergebnis: Vorsitzender: Dr. Franz Bacher(Prag), Stellvertreter: Rudolf -Stahl(Brünn), Dr. Ernst RychnowSky^Prag); Schriftführer: Arthur Knbitichek(Prag), Dr. Alfred Albrecht(Prag); Schatzmeister: August Ströbel und bleibt, wenn wir auf dem Boden dieses Staates das arbeitend« Volk von dem Rückfall in die Barbarei bewahren, der in Deutsch, land erfolgt ist. Ich will darum von dieser Stelle insbesondere die lschcchisch« Arbeiterschaft Prags versichern,.daß die arbeitenden Schichten der deutschen Minderheit Prags sich des Ernstes der Zeit voll bewußt und cntschloffcn sind, nach ihren Kräften in enge« und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Arbeitern der tschechischen Nation für die Erhaltung und Befestigung der dcmokratisch-republikanischen Staatsform zu kämpfen und all« fascistischen Angriffe gegen oic Demokratie abzuwehren. Gerade in dieser Zeit, in der so mancher im deutschen Laaer, der sich bisher als Demokrat bezeichnete, meyr oder weniger verhüllt zu einem Verkünder von Hitlers Ruhm geworden ist, bekennt sich das deutsche Proletariat Prags zum Gedanken der internationalen Solidariatät, insbesondere zur Zusammenarbeit mit der tschechischen Arbeiterschaft im Kampf gegen den.FäseiSmüS, zum Schutze der Demokratie und ziim Kampf für den Sozialismus.(Lebhafter Beifall bei den tschechischen Links- Parteien.) Der Deutschdemokrat Hornig versicherte, seine Partei sei und bleibe demokratisch, eine Versicherung, der angesichts der Stellungnahme der„Vohemia" und der Herren Abg. Dr. Rosche und Dr. Peters ivenig UcbcrzcugungSkraft innewohnt. Nachdem noch die Kommunistin Jaburkova rS für nötig gefunden hatte, gegen unseren Sprecher zu polemisieren, wurde der Antrag des Stadtrats mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. (Prag), Fritz Fiala(Karlsbad); Fürsorgeanwalt: Dr. Harry Klepetak(Prag); Beisitzer: Dr. Jakob GünSberg(Prag), Robert Kohlert(Prag), Moritz Wien(Prag), Dr. Max Jlko(Mähr.-Ostrau), Jos. A. Hegenbarch(Warnsdorf), Erwin E. Olbrich (M^r.-Ostrau), Dr. Alexander Szano(Preßburg), Leopold Kropil(Prag), Dr. Emil Strauß(Prag); Rechnungsführer: Joses Stern(Prag), Äng. HanS Thomas(Prag); StandeSanwalt: Emil Ehrlich (Prag), StanbeSanwalt-Stellvertvetcr: Leo Schleiß« ner(Präg); Ehrengericht: Dr. Hans Singnlc(Prag), Otto Hommcrfchlog(Prag), Hausmann(Warnsdorf), Dr. Rudolf Steiner(Prag), Dr. HanS Frkal(Prag), Dr. Emil Franzel(Prag); Ersatzmänner: Dr. Fritz Kolisch(Prag), Dr. Ludwig Steiner(Prag), Josef Nöthig(Prag), Dr. Gereon Prorok(Prag), Franz Krümmel(Prag), Albert Komma(Prag). Sammlungen ohne Ermächtigung. Wir werden aufmerksam gemacht, daß unter Mißbrauch des Namens bekannter Hochschulprofessoren unberechtigter, weise Spenden für di« Krombholz-Stistung gesammelt werden. Hiezu ist zu bemerken, daß weder von Seiten der Universität noch von Seiten des Kuratoriums der Stiftung irgendjemand zu derartigen Sammlungen crmächügl worden ist. 'iuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii(iiiiniiimiiin(iiiNiii(nin(iiiHfii(HiniiiininiiiiiiiiiniiRiimiiiniiiiiHiHHniiiNiniunNHnnNiHHHiNninHHinHHmiuHUHniinHmHNumHnnmmniinnnNH»in»onniiinHiunin Kunst and Wissen Dre Königin von Sava. Die beiden exotischen Musteropern der neuzeitlichen Opernliieratur sind Goldinarks„Königin von Saba" und Verdis„Aida". Letztere hat der ersteren schon bei der Entstehung und Geburt geschadet; denn sie wurde der Oefsentlichkeit früher bekannt<1871) und schwächte das Jnleressc für ihre später geborene exotische Schwester(1875) erheblich ab. Aber auch heut« steht die Sache so, daß die„Aida' der„Königin von Saba" völl'g den Rang abgelaufen hat; jene ist zur unentbehrlichen Repcrtoireoper aller Operntheater geworden, die!« erscheint nur ab und zu im Spielplan bedeutender Opernbühnen. Man tut Goldmark und seiner ErstlingSopcr„Die Königin von Saba" aber sehr unrecht, wenn man sie ganz in Vergessenheit geraten läßt. Unter den letzten, an die Mcyerbeer-Wagner-Richiung sich anlehnrnden Opern großen Stiles ist„Die Königin von Saba" sicher ein« der«ssektvollsten und prunkrcichsten. Vielleicht ist sie sogar zu prunkvoll in ihrer überladenen harmonischen und instrumentalen Farbenpracht, so daß di« : maßvoller gewandete und stileinheitlicherc„Aida" immer wieder ihr vorgezogen wird. Rein musikalisch ist„Tie Königin von Saba" eine unerhörte technisch« Meisterschaft in der Verwendung der musikalischen(melodischen, harmonischen.und inslrunicmalcn) Mittel offenbarendes Werk. Aber auch die Echtheit des Gesiihlsanödrnckcs ihrer Musik, dir Glut uud Lciden'chafi ihrer musikalischen Sprache, die Wärme ihrer lyrischen und gesühlsmäßigen Partien zeigen ihren Tchöpser als Bollblutmnsikcr von seltenem Einpfindungs- und Eriilidungs-Reichtliiii. Mit der „Aida" Hai di«„Königin von Saba" auch mhaltlich manches gemeinsam; vor allem die dichterische Grundidee verschmähter Liebe die zum tragischen Ende führt. Urbrigen»'st der:ragische Schluß der„Königin von Saba" Goldmarks eigene Idee: denn in der ursprünglichen Faffnng des Textbuches von M o- senthal endet die Oper versöhnlich mit der Heirat dr- Helden Affad. Goldmarks„Königin von Saba"»st als Oper großen Stiles auf glanzvolle äußere Ausmachung und auf blendende gesangS^ listffchc Leistungen angewiesen. Unter den sonntägigen-Hauptdarstellern der„Königin von Saba" war keine einzige blendende Erscheinung. Fr. Anny Helm blendet« nur in einzelnen hohen Fortetönen ansonsten störte wieder di« unerträgliche Unruhe ihrer Stimme, di« auch zu tonlichen Unreinheiten führt; in der Darstellung bleibt sie konventionell. Jos. R i a v e c als Affad ist ein besserer Sänger als Darsteller; aber auch dem Sänger fehlt der blendende Glanz der Stimme, der gerade für diese heldisch gefärbte Partie vonnöten ist. Sehr gut hielt sich Frl. Traut« Rohne als Sulamith, die sich mit der hohen Stimmlage ihrer Parti« überraschend gut abfand und auch schauspielerisch zu interessieren wußte;>mr weicherer Tonansatz sei ihr dringend empfohlen, damit ihre große und klangreine Stimme mehr süßen Schmelz und sinnlichen Reiz erlangt. Hagen als König Salomo sang sehr edel, kämpft« aber gegen die tiefe Lag« dieser Heldenbaritonrolle. In kleineren Rollen wirkten verdiensllich Frl. Hol- land(Astaroth), Herr Andersen(Hohepriester) und.Herr Hotter(Baal-Hanan). Dl« musikalisch« Neueinstudierung hatte als Gast Kapellmeister Adolf Kienzl besorgt; mit ausgezeichneter rhythmischer Sorgfalt nick» Sinn für wirksam dynamische Schat- tierung. ES war auch ein guter Gedanke, radikale Kürzungen vorzunehmen; aber der Stimmung des Aktes hätte es mehr entsprochen, vor dem zweiten Akt das„Nachtstück" statt der„Festmusik" zu spielen. Auch auf die als Zwischenaktsmusik zwischen dem drit- teil und vierten Akt gespielt« unbedeutende„Ouver- türe" hätte man gern verzichtet. Die stimmungsvollen neuen Szcnenbilder der Oper, unter denen namentlich das der Tempelszene und des Wüstenaktes gefiele», hatte Prof. P i r ch a n entworfen. Di« Regie d«S Opernabends hatte Renato Mordo, für dl« Balletteinlagcn war Peter Dchork verantwortlich. Mr der revurmäßigen Einordnung deS Bal- Wax Reinhardt abgesetzt. Berlin, 3. April. Die Direktion Achoz-Neft des Deutschen Theater» hat heute nach einer Besprechung mit dem Kommiffar zbB. Hinkel vom preußischen Kultusministerium die Entscheidung getroffen, daß Max Reinhardt nicht» mehr mit der künstlerischen Leitung deS Deutschen Theaters zu tun hat. Bakule-Konzert. Nach fast drei Jahren ver- anstallet die Guttempler-Loge„Prag" wieder einen' internationalen VolkSlieder-Abend des berühmten Bakule-EhoreS, der am 19. April, 8 Uhr, im großen Uraniasaal die schönsten Volkslieder in allen Sprachen singen wird. Für die Besucher dr» Konzertes wird«ine Besichtigung des neuen Bakule- Jnstitute» veranstaltet werden. Die Preis« sind ganz sticdrig gehalten. Karten von 2—15 K bei Optiker Deutsch, Wctzler, Ura liakaff«, tel. Vcrm. 41197,75681. Herr Iahst avanciert. Wir ein Berliner Nachrichtenbüro meldet, ist der künstlerische Leiter des Berliner StaatStheaterS, der Dichter HanS.lohst, vertraglich zum Senator der preußischen Tichterakademie berufen worden. Wochrnspielplan des Reuen Deutschen Theater». .Heut« Dienstag, halb 8 Uhr abends:„Auslandsreise." Gastspiel Curt BoiS.(A 2.)— Mittwoch, 548 Uhr:„Minna von Barnhelm." H8 Uhr:„Königin von Saba."(B 2.)— Donnerstag, K8 Uhr:„Glückliche Reif«." (C 2.)— Freitag. 548 Uhr:„M ädchcnjahre einer Königin."(D 1.)— Samstag, 8 Uhr: „OrPheu».'(AA.) Wochrnspielplan der Kleinen Bühn«..Heute DlenStag, 8 Uhr abends: ,',Fatme".— Mittwoch, 8 Uhr:„Eva saniert dos Paradies." (Bankbeamten II.)— Donnerstag, 8 Uhr:„Auslandsreise." Gastspiel Cur« Boi».— Freitag, 8 Uhr:„Musik um Susi." lKulturverband»- freunde.)— Samstag, 548 Uhr:„Wetter ver- ä n d e r l i ch." Erstaufführung. Sport* spiel* KörnemHene ■OrjarüclMr In brr DFB^Mittelgau-Meisterschast gab es Sonntag zwei Remis. Der Prager DFC. konnte infolge teilrveisen Versagens seiner derzeitigrn ersten Ssurmformation und trotz erdrückender Ueberlegen- heit gegen dl« sich gut verteidigenden Sporlbrii- der auf deren Platz nur ein Unentschieden 1:1 (0:9) erzielen.— In B.- Krumau teilten sich DFC. B üdweit und der dortig« DFK. wiederum di« Puicktc. DaS Spiel, in dem die Budweiser die Befseren waren, endete wie bei der ersten Begegnung 2:2(1:9). Favoriten verlieren! Die sonntägigen Liga« spiel« der Profis brachten sichere, aber nicht erwartete Niederlagen der beiden Erstplacierten in der Tabelle. In Prag wurde die S l a v I a verdient, wenn auch knapp, von den BohemianS mit 1:2 (1:1) geschlagen. Viktoria Zilkov besiegle 2 K. L i b c 5 sicher mit 3:1(1:1).— Sparta hatte in Kladno gegen den SK. keinen guten Tag und verlor gegen die aufopfernd spielenden Kohlenstädter ebenfalls verdient mit 2:3(1:1).— In Pilsen schlug Viktoria den T e p l i tz c r F K. nach gleichwertigen Leistungen mit 2:1(2:1). Di« Pilsener besetzen nun den zweiten Platz in der Tabelle, den bisher Slavia einnahm.— S K. Pilsen remisiertr in Nachod gegen den SK. mit 1:1 (0:1).— In der zweiten Liga gab es folgende Ergebniffr: Lechie Karlin gegen SK. Zidenice 2:2 (2:0), SK. Proßnitz gcg. Slavoz ZiAov 6:0(4:0), Olympia Pilsen gegen Öechic VIII 5:1(1:1), SK. Rakonitz gegen Nuselfly SK. 2:1(1:1). Sonstig« Fußballergebniffc. Saaz: DSV. gegen VfB. Leipzig 4:1(2:0).— Bodenbach: Sq>Bg. gegen Meteor VIII Prag 8:1(3:1).— Karlsbad: KFÄ. gegen Sparta Prag"(2. Profi) 3:3 (2:2), Sonntag; am SamStag gegen SB. Eger 7:1 (4:0).— Kaaden: DFK. gegen DFK. Komotau 3:1(1:1).— Brüx: Teutonia Chemnitz gegen DSK. 4:8(2:2).— Gablonz: Reichenbergcr SÄ. gegen DSK. 4:3(1:3).— Reichen berg: DFK. geg. DSV. B.-L«ipa 7:2(Ü: 0).—Warnsdorf: BSK. Gablonz gegen WIK. 3:0(3:0).— Brün n: DSV. gegen DM). Zwittau 5:1(1:0). — Jglau: DFC, gegen Brünner SK. 5:0(2:0)1 — Preßburg: Nemzeti Budapest gegen OSK 1:1(0:0).— Budapest: BocSlal gegen Ujpeft 4:2(3:2), FerenevaroS gegen Sorokfar 6:0(2:0), Hungaria gegen 3. Bezirk 2:1(1:1).—Wien: Vienna gegen FloridSdorfer AC. 6:1(2:1), Hakoah gegen Admira 1:0(1:0)!, Rapid gegen Austria 2:0(0:0),- FC. Wien gegen WAL. 2:0(1:0), Wacker gegen Liberias 1:0(1:0).— Deutfch- l a n d: SB. Waldhof gegen Bayern München 1:0, SpDg. Fürth gegen Phönix Ludwigshafen 2:0, 1880 München gegen 1. FC. Nürnberg 1:1,.Hertha Berlin gegen SPV. 92 Berlin 2:2.— Genf: Italien gegen Schweiz 3:0(1:0),— Novarra: Italien B gegen Schwei; B 5:0(1:0).— Vigo: Spanien gegen Portugal 3:0.— Glasgow: Schottland gegen England 2:1(1:1), SamStag. Der Fakcistengruß hat sich bei den reich»- deutsche» Sportvereinen schon eingebürgert. Am Sonntag weilten einige ihrer Vertreter bei deiltschen Vereinen in der Tschechoslowakei»nd „begrüßten" di« Zuschauer mit dem römischen(ohne h, bitte!) Gruß. ES soll aber noch nicht so geklappt haben wie bei den Italienern. Wie sich die Z». schauer gegenüber dieser„Begrüßung" verhiellen. melden di« bürgerlichen Blätter nicht. Sie verzeich. neu anscheinend mit„Stolz" diese Angelegenheit und das ist schließlich ja auch bezeichnend. Der Eishockey-Weltmeister Maffachusett» Ranger» hat seinen Europa-Aufenthalt mit einer undisziplinierte» Handlung abgeschlossen. In Paris wurde ein Turnier beendet, in dem die Amerikaner und die Franzosen als Finalisten antra. ten. Nach dem ersten Drittel(0:0) weigerte sich der Weltmeister wegen angeblicher Unfähigkeit de» Schiedsrichters weiterzuspielen. Erst nach langer Debatte wurde der Kampf zu End« geführt. Da» Ergebnis der regulären Spielzeit war 2:2 und er* in der Verlängerung siegten die Amerikaner 4:2. Neuer Weltrekord in der Leichtathletik. In San Francisco siegte Ben Eastman über 600 Nords in neuer Weltrekordzcit von 1:09.2 Min. Den alten Rekord hielt seit 1926 der Engländer Lowe mit» 1:10.4 Min. Aus der Partei Jraucnorganisation. Mittwoch, den 5. April, nm 7 Uhr, Sitzung des Bezirksfrauen- komitecs in der Wohnung der Genossin De»>sch, Prag VII., Vinakska 21 Jugendbewegung. S. I. I. Mittwoch, 5. April, in der G«c— Küchensaal— Monatsversammlung. An- fang 8 Uhr. Der Film Die Veilchen der Kaiserin Eugenik. Nicht nut Deutschland, auch Frankreich kennt prunkvolle Retrospektiven; das Reich Napoleons III. Ist hier glorifiziert, ungefähr die Zeit nnmitlelbar vor der Paris«* Kommun«, Deren Schlächter, di« Mörder von über 20.000 proletarischer Märtyrer sind hier als Wohltäter propagiert, ihr« Gegner al» dunkle Verschwörer, feig«, elend in der Gesinnung, bereit, jederzeit ihre Ueberzeugung zu verraten, also jener Gezücht, das anszurotten eigentlich Kulturpflicht zu s?n'cheint Engenie ist ein Engel lm Äaisergcwand, r r sck.on in Sevilla als Fräulein von Monlijo nur Gutes getan hat und die Zigeunrrdirne als Gespielin ausnimmt. Nach vollendeter Karriere tut sie im Kii^er- gewond nur wohl, besucht Witwen und Waüen, wie da» schon zu sein pflegt. Sie hat um sich nur kulturvolle Menschen versammelt, die zu bewundern Pflicht jede» einzelnen sein muß. Mit unglaublichen Mitteln wird hier die Reaktion des Ungeist«» gefördert: größte Ausstattung(natürlich nicht stilgetreu, denn bi» zur Kunsthistori« Hai es der Regisseur James Bauer nicht gebracht), prachtvolle 2traßenbild>'r aus Sevilla mit sehr geschickt gestellten Szenen, die den Blödsinn der Handlung für ganz naive Gemüter übertünchen,«ine gute Sängerin, wenn auch älteren Datum»(Raquel Meller, die französisch und spanisch singt und spricht) und auch sonst noch etwas erträgliche Mitioirkeirdc. Wenn bedacht wird, daß in dieser Hofintrigengesch'chtc just die Angehörigen scner arbci- lenden Klasse verunglimpft weiden, die m Massen die Kinos filllen und solche Schundwerke. des Geistes bezahlen, dann greift man sich erregt an den Kops, wohin die Volksverdummung schon führen kann. Gerade die technischen Feinheilen, der gul« Ton. die schön« Photographie, das Spiel, die Boulen und Einstellungen des Films sind Grund zur Empörung, daß solches Können verschwcndcl wird. XV. L. Unser Blatt der„SoziaideinoRrai ist in Pran in folgenden Berschleitzstellen zu haben: Babnhofsbuchhandlung, Wllsonbahnhof, Masaryk. bahnhof, Donisbabnhor. Bartdk, Trafik, Prag: ll„ TyAnov 2. Burok Hugo, Trafik, Prag I„»taromMiki nd- mfisti 32. Hodrova, Trafik, Smichav, ndbf. Icgll 13. Jelinkova, Trafik, Nusle II., Mostnö domy„Re- formy“. Kotyza Jan, Trafik, Smfchov, Zborovskd tt. 15. Krausova A., Trafik, Karlin, Krdlovskd 14. KrejBik A., knlhkupeotvi, Prag-Lieben, Krdlov- skd 1511. Kronpa Jlndt., Trafik. Prag: II., RaMnovn näht., stdnek 114. Löwensohn Karl, Trafik, Prag II., Nekazanka f>. Marei Josef, knlhkupeotvi, Prag-Bubent, ul. Dr. Brdfa 24. Monfk, Trafik, Prag I., Parlament. MrdBkova, Trafik, Prag 1., Josefskd tt., stdnek 127. Mrdz Jan, Smfchov, Radllckd tt. 43. Orbis A.-G., Zeltungsversohloiß, Praha XII., Fo- obova tt. 62. „Praga", ZoitungsverschlelB, Prag II., HavIlBkovo ndm. 23. Sedldk Vdclav, Trafik, Dejvlce, Svecova. Skrabkova Anna, Trafik, Dejvlce, Hennerovy üfednlckd domy 280. Strouhal Artur, Trafik, Prag III., Mosteckd 40. Taussig E., ZoitungsverschlelB, Prag V» Vdclav- sks ndm. 45. Ungormann Rudolf, Prag II., Panskd bei Palasthotel. Üstfcdnl dein, knlhkupeotvi, SvScon#, Prag II., Hybernskd 7. Zemann, Trafik, Prag I., Porütyn. Fenzl. Zoltungsvorschlolß, Prag II., Smefiky 8-10 Und bei StraBonverkMufern: XVonzolsplatz— Per- 8tFn— Masarykbahnhof. tiiolgibn feitaliitb taub- ,4 b• f 11 o a 11<«t-«gilhelm H 11 fc n< t— BetaittteotilidKt Mcbafttut: St. Emll straU 6. Brau— Druck:-Bala- A.-S. str Zeitung,»ob Buchdruck, Prag.— Für bis Druck oaramworNlchr Ott» Halit, Prag.— Dl« örnuua-u>arl«»,ranl°n,>»urd«»ou bei Poll-» rrlraropur-Unretil«»i> Erlab Br. IS.8O0/Vn/lSB0 btstU-ji.— Vtiaa«MbmgBngt»igigft dorrcha«. Boi«loor»,^z^a-u—L- Hrrlgsachlod.— DtückfteLuug das«-»»strchleu«rtolgt 0» d«t«tajeuduu, der NelaurMMU»