Ur. 75. Aboimtment«• Htdinzungeu: vbonnemeni»-Prel» piänumetanbe: vterteljährl. 3,30 31)1, monatL i,lo®ir., wöchenlNch 28 Psg. frei tn< Hau». Einzelne Nummer b PIg. Sonnlag». Nummer mit illuftrtner Sonnlag«. iSeilage„Die Neue Welt- W Plg. Post- Abonnement: 3L0 Mark pro Quartal. Singerragen in der Post- Zettung»- Preisliste für lSSS unter Dr. 7H20» Unter«reuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mari, für da» übrige Ausland Z Marl pro Monat. Erscheint Uglich«uster»»»tag«. t«. Jahrg. Vevlinev VolKsbl�tt. >t» Insertions- Gebühr »«tragt für die s«ch»gispalten« Kolon«!, «eil« oder deren Raum io Pfg., für «olUtsch« und gewerlfchastliche Vereins. und Persammlung«-Anzeigen, sowie «rd,tl»marl> 20 Psg. Inserat« für die nächste Nummer müssen bi»» Uhr nachmittags in der Srpedttion abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochen- tage« dt» 7 Uhr abend«, an Sonn» und yesttagen bi» 8 Uhr oormtttag» geöstnet. Fernsprecher:»ml>, De. lstOS. Telegramm-Adresse: «Sozialdrmostrat»erltn" Denwalorgan der sozialdemokratischen Martei Deutschlands. Redaktion: SM. 19, Venth-Stratze 2. Mittwoch, den Äv. März 18SS. Expedition: SM. 19. Veuth-Stratze 3. Vezugs-Einlodung. Am 1. April 1899 beginnt ein neues Abonnement auf den „Vortvörks" mit Unterhaltungsblatt und der illustrirten SonntagS'Beilage „Vis Meuv LVelt". Im UiiterhaltungSblatt beginnen wir am Ostersonntag mit dem Abdruck eines spannenden, aber auch literarisch werthvollcn RomanS: „Vor Schuld igr?" Von Hector Malot. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Benthstr. S, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mar? 10 Pfennigen frei inS Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Po st an st alten Abonnements zum Preise von S Mar? SO Pfennigen für die Monate April, Mai und Juni entgegen. sEingetragen ist der„Vorwärts" in der Post-ZeitungSliste für 1899 unter Nummer 7320.) Die Redaktion des„Vorwärts". Rußland. ES sind jetzt 47 Jahre her, daß der russische Zar Nikolaus, der Urgroßvater deS heutigen Nikolaus, zu dem englischen Gesandten daS ominöse Wort von dem„kranken Mann" sprach, den man von seinen Leiden erlösen müsse. Der„kranke Mann" daS war die Türkei. Zwei Kriege hat Rußland seitdem geführt, um die Leiden des„kranken Mannes" abzukürzen, und in beiden Kriegen hat„der kranke Mann" militärisch wenigstens eine sehr bedeutende Lebenskraft bewiesen, während der„Arzt" Rußland sich weit schwächer gezeigt hat, als seine Freunde erwarteten. Und seit Zar Nikolaus jenes Wort aussprach, hat sich noch mehr als ein„kranker Mann" in Europa gefunden— in der That so viele, daß man Europa für ein Lazareth halten könnte. Der„Deutsche Bund" ist nach längerem Siechthum selig, oder unselig, verstorben— eines nicht ganz natürlichen Todes. Desgleichen verschiedene„kranke Männer" in Italien. Der„kranke Mann" in Spanien schwebt hoffnungslos zwischen Leben und Tod. Und Oesterreich ist eine zweite Türkei geworden— so krank, wie nur je der „kranke Mann" am Goldenen Horn es gewesen. Von allen kranken Männern, die jetzt die Aufmerksamkeit der politischen Physiologie und Medizin beschäftigen, ist aber der kränkste das Reich, in welchem heute der Urenkel des Zaren Nikolaus I. die dornenvolle und undankbare Rolle des Selbstherrschers spielt. Fürwahr, ein„kranker Mann"— dieses russische Zaren- reich, daß nach Ansicht aller Reaktionäre der europäischen Kulturstaaten der„letzte Hort", das„letzte Bollwerk" der bestehenden„Ordnung" der Dinge ist— der festeste und sicherste Schutzwall gegen die vordringenden„Mächte des Umsturzes". Daß insbesondere unsere preußischen Junker unter Friedrich Wilhelm III. und namentlich unter Friedrich Wilhelm IV. in dem Zaren den Ober- Monarch erblickten— den König der Könige, zu dem die deutschen Fürsten, den König von Preußen mit ein- begriffen, in einem ähnlichen Verhältniß standen, wie weiland die Hospodare der Moldau und Wallachei zu dem Sultan— das ist sattsam bekannt und niemals in Abrede gestellt, im Gegentheil von der— freilich erst 1848 gegründeten— „Kreuz-Zeitung" und anderen Junkerblättern bei hundert Ge- lcgenheiten mit ruckhaltloser, sogar ruhmrediger Offenheit aus- gesprochen worden. Erst in den 7l)er Jahren trat eine Erkaltung ein, weil Rußland die Kornpreise drückte und den Profit der Junker verminderte eine Todsünde, die diesen Edelsten der Nation mit ihrem realpolitischen Nimmer- satt- Magen schwerer wiegt, als die ideal- reaktionärste Jdcalpolitik. Jetzt aber beginnt die alte Liebe zllrückzukehren, und auch das Spatzenhirn der Klinkowström, Stumm, Mirbach, Kanitz und anderer blaublütigen Schmal- schädler beginnt einzusehen, daß es der Junker-Hcrrlichkeit in Deutschland an den Kragen geht, daß der mittelalterliche Hexenspuk von der Sonne der Zivilisation weggescheucht wird, und daß man sich nach einem ultimum retügium— einer letzten Zuflucht und Stütze— umschauen muß. Und wo anders ist diese, wenn man nicht zu den afrikanischen Menschenfressern gehen will— wo anders als bei„Väterchen"? Aber, aber— quis custodiet custodern? Wer beschützt den Schützer? Wer beschirmt den Schirmherrn? Der Schirm- Herr bedarf selber des Schirms, der Schützer des Schutzes. Und der Granitbodcn unter seinen Füßen wankt und zer- bröckelt wie Thon. Es war doch richtig, das alte Wort von dem Riesen mit den thönernen Füßen. Und je mehr der Riese gewachsen ist, mit je mehr Raub er sich beladen hat. desto bröcklicher sind die thönernen Füße geworden. Von den«kranken Männern" in Europa ist Rußland jetzt der kränkeste. Ein kränkerer ist jedenfalls nicht da. Der Absolutismus muß seiner Natur nach das Licht der Ocffentlichkeit scheuen. Er kann die Kritik nicht vertragen— kann nicht in einen Spiegel sehen, der ihm sein wahres Bild zeigt— muß sich abschließen gegen jeden Lichtstrahl— muß die Kritik erdrosseln, die Wahrheit in Ketten legen— muß leben von Lüge, der geschminkten und der ungeschminkten Lüge. Wie schwer es ist, über die Vorgänge und Zustände in Rußland wahrheitsgetreue Berichte zu erlangen, das haben wir schon wiederholt hervorgehoben, wenn wir vor den russischen Korrespondenzen warnten, die in den meisten Blättern zu finden sind. Der Zeitungskorrespondent in Rußland hat ent weder zu schreiben, wie die russische Regierung und Polizei es will und befiehlt— dann wird er nach Umständen sogar noch glänzend belohnt; oder er schreibt die Wahrheit, und dann tvinkt ihm Sibirien— wenn er der Polizei bekannt wird Jndeß die Wahrheit ist ein merkwürdig zähes Ding, sie überlebt Gift, Dolch und den Galgen, und dem festesten Kerker kann sie entschlüpfen. Die dicksten Mauern und die hermetischste Grenzsperre kann sie durchbrechen. Und so ist denn auch gelegentlich ein Stück Wahrheit aus Rußland herübergeflogen und uns auf den Redaktionstisch gefallen. Es steckt in einem zerknitterten Briefchen aus Seidenpapier, und in dem Briefchen, das übersetzt werden mußte, steht ge- schrieben: Man hat das heutige Rußland häufig mit Frankreich vor der Revolution verglichen. Oberstächlich stimmt das. Aber nur oberflächlich. Die Kopflosigkeit der Regierung, die Blind- heit für die Zeichen der Zeit, die grauenvolle Mißwirthschaft hinter vergoldeten bunten Theaterkoulisscn, die Fäulniß in allen Zweigen der Verwaltung, die tolle Vergeudung der Nationalkraft, die Zerrüttung der Finanzen, das ständige und steigende Defizit— so weit die Regierung in Frage kommt, stimmt der Vergleich. Aber die andere Seite der Medaille ist anders— die Seite des Volkes. Alles anders, bis auf die Armuth und das Elend. Und wie anders! In dem Frankreich vor der Revolution war ein hoch- entwickeltes Bürgerthum, das auf der höchsten Höhe des geistigen Lebens stand, dessen Wortführer das geistige Leben der Welt, sogar der ihnen feindlichen herrschenden Klassen, den Hof mit eingeschlossen, beherrschten. Voltaire, Rousseau, die Encytlo- pädisten, Diderot, d'Alembert, Holbach— sie waren die Wortführer des �Volkes, und hatten in ihrem Haupt schon, vollentwickelt wie Pallas Athena in Jupiter'S Haupt, die heranziehende Revolution. Die Revolution war schon fertig und reif, ehe die Bastille gestürmt ward. Und der Geist der Revolution, der aus jenen gewaltigen Männern des „Dritten Stands" sprach, hatte das gesammte Volk durch- drungen, so daß die Revolution eigentlich nichts Neues brachte, nur die Erfüllung des lange in Gedanken Fertigen. In Rußland dagegen— w o ist das Volk? Haben wir über- Haupt ein Volk? Wo sind unsere Voltaire, Diderot, Rousseau? Die paar Idealisten. die sich abmühen und verzehren in dem Versuch, die todte Masse des Volkes ins Leben, in Bewegung zu bringen,— sie vermögen nicht, ihre Ideen in die todte Masse hineinzuhauchen. Die todte Masse regt sich nicht. Das ist das Verzweifelte. Fast im ganzen europäischen Rußland ist jetzt Nothstand, chronischer Nothstand. In 11 Gouvernements unter 68, also in einem Sechstel des europäischen Rußland, wüthet seit vier Jahren eine furchtbare Hungersnoth, die sich von Jahr zu Jahr ausdehnt. Die Regierung, die für die hungernden Jndier sammeln ließ, läßt ihre hungernden„Unterthanen" ruhig verhungern. Und sie der- hunaerten ruhig. Stumm, stumpf, stumpfsinnig sterben sie dahin, wie die Thiers, unter denen die Seuche wüthet. ohne Anklage, fast ohne Klage— ohne Zorn, ohne Ingrimm, ohne zu ahnen, daß sie nicht die Opfer eines blinden Verhängnisses. sondern eines ungeheueren Verbrechens sind. begangen von einem Regierungssystem, das in frevler Selbstuberhebung sich für unfehlbar und allmächtig hält und den Zar hinstellt als den menschgewordenen Gott. Unser Bürgerthum ist erst im Entstehen und ohne jegliche Bildung. Und das Industrie- Proletariat ist. bei dem niederen Stande unserer industriellen EntWickelung. auch erst embryonisch, in den Anfangsstadien vorhanden. Wir haben so gut wie kein geistiges Leben. Keine Volkserziehung. Die Mehrzahl der Kinder besuchen gar keine Schulen, und die Schulen, welche die Minderzahl besucht, sind miserabel. Auf unseren Universitäten sind in allem ungefähr 18000 Studenten— die Akademiker mitgerechnet— bei einer Bevölkerungszahl von 130 Millionen! Die meisten entstammen dem Klein- bürgerthum, einige(nicht viele) auch dem Bauernstand— die übrigen dem Adel und dem Beamtenthum. Für diese ist die Universität die Vorstufe des Staatsdienstes, für die anderen ist das Studium in der Regel einfaches Brodstudium. Und wie für den russischen Staatsdienst erzogen wird, das kann man sich denken. Man hat berechnet, in Frankreich seien es 17000 Menschen gewesen, welche vor 1789 die Massen in die Revolution ge- trieben haben. Die hervorragenden, führenden, drängenden Geister, die individuellen„Kraftzentren" sind da gemeint. Gut, nehmen wir die Zahl hin. Siebzehntausend für 25 Mil- lionen— die Bevölkerung des damaligen Frankreich. Und w i r, wir haben 130 Millionen— über 5 Mal so viel. Und wie glücklich wären wir. hätten wir ein Fünftel so viel der führenden Geister und individuellen„Kraftmenschen". Ach, er stimmt nicht— der Vergleich mit dem Frankreich vor der Revolution. Reden da einige Optimisten von unserem„wunderbaren materiellen Aufschwung". Wenn es nur wahr wäre! Gewiß, haben sich die Fabriken sehr vermehrt— aber im Verhältniß zur Größe des Reiches ist es verschwindend wenig. Das Gleiche gilt von den Eisenbahnen. Die ungeheure Mehrzahl des Volkes lebt so fern von den paar Eisenbahnen. daß es kaum einen Vortheil von ihnen hat. Sie sind ja auch blos zu militärischen Zwecken ge« baut. und. wie alles in Rußland, von betrügerischen Kontraktorcn so erbärnilich gebaut, daß beständig umgebaut werden muß. Die große sibirische Bahn, dieses Weltwunder, mit dem wir so geprahlt haben, ist schon dermaßen verfallen, daß ein vollständiger Umbau, zum Theil Neubau nothwendig ist. Die Schwellen faul, die Schienen zu schwach und„geflickt".— Nichts blüht hier als der Schwindel und Betrug. Der allwissende und allmächtige Absolutismus kann nicht die einfachste nützliche Arbeit vollbringen, weil er das Ungeziefer nicht sieht, das alles Wachsthum verhindert, alles Gute zu Schanden macht. Das persönliche Regiment will alles selbst sehen, selbst thun. Kein anderer soll sehen und etwas thun. Und da das persönlich« Regiment nicht alles sehen und thun kann, so sieht es nichts und thut nichts, was gut ist und nöthig. Kein anderer soll sehen; das ist ein Eingriff in daS Recht deS allein sehenden Zaren. Niemand soll die Wahrheit sagen. Sie ist eine Be- leidtgung des allwissenden Zaren. Und der Zar wird von seinen Rathgebern angelogen und die Rathgeber werden an- gelogen. Einer belügt und betrügt den anderen. Und wer die Wahrheit sieht und sie sagt— der kommt nach Sibirien Oder, wenn er hohe Protektion hat, wird er geistig sequestrirt: die Zensur erhält Ordre, nichts von l h m zudrücken, wie das in jüngster Zeit mehreren der tüchtigsten Männer der Wissenschaft widerfahren ist. � Unten Stumpfsinn, fatalistisches Vegetiren. Oben Zynis- mus und zum Theil auch Stumpfsinn. Dabei wird immer mehr vergewaltigt, wie jetzt das unglückliche Finland, und immer mehr„erobert", während im Land die Kraft zu erobern und das Eroberte zu behalten und einzuverleiben, immer mehr abnimmt. Der Zar soll persönlich eS wohl meinen. Er ist aber in den Händen seiner Umgebung; und der Ab- rüstungsvorschlag, der für sein eigenstes Werk ausgegeben wird, ist, seit er auf dem Tapet, der Gegenstand unauslösch- lichen Gelächters in der„Gesellschaft", das heißt der„vor- Nehmen Welt"— und das Volk weiß nichts davon. Wie das enden soll? Am Vorabend einer Revolution wie der französischen stehen wir nicht. Das ist sicher. Vielleicht am Vorabend deS Zerfalls, der ja auch eine Revolution ist. Die Auflösung hat schon angefangen— d er Anfang vom Ende. polikische Mebevlkchk. Berlin, den 28. März. Unterm neuesten KnrS.' Die Nichtaufnahme der Löbtauer Bauarbeiter in der Rubrik„Unterm neuesten Kurs" und die ErNärung des Partei» Vorstandes wird in einem Theil der Parteipresse zum Gegenstand einer hochpolitischen, leidenschaftlichen Erörterung gemacht, die un» die Angelegenheit nicht zu verdienen scheint. Was die Redaktion des„Vorwärts" anlangt, so ist sie aller« dings der Meinung, die sie schon früher ausgesprochen hat. daß die Aufnahme der vom Dresdener Schwurgericht verurtheilten Männer hätte erfolgen sollen, da kein zweites Urtheil so scharf die Kenn- zeichen des„neuesten Kurse?" zeigt, wie dieses. DaS Merkmal scheint unS für die Entscheidung über die Aufnahme ausschlaggebend zu sein. Wir billigen eS durchaus, wenn der Parteivorstand auch äußer- lich zum Ausdruck bringt, daß er die Arbeiterbewegung nicht mit Exzessen belasten will, die nicht direkt aus ihren Bestrebungen hervorgewachsen sind, indessen die Löbtauer Arbeiter sind zu jenen über alles Maß harten Strafen verurtheilt worden, weil wir eben „unterm neuesten Kurse" segeln, und deshalb war die Aufnahme dieses Prozesses in die Strafliste geboten. Aus der Debatte wird unseres ErachtenS eine prinzipielle Klä« rung darüber gewonnen werden, nach welchem Gesichtspunkt die Rubrik„Untenn neuesten KurS" zusammengestellt werden soll. Mit keiner der Strasthaten identifizirt sich die Partei, indem sie der List, einverleibt werden; nur die Urtheile selbst sollen dadurch charakteristrt werden. Die„K r e u z- Z e i t u n g" liest aus der Erklärung de? Partei« Vorstandes die Angst vor einem schärferen Angefaßtwerden durch die Behörden heraus. Der scharfe Kurs, den die Regierung gegen die sozialdemo- kratischen Hetzer eingeschlagen hat, beginnt seine Wirkung zu zeigen; die Arbeiter werden gewahr, wohin sie durch die Agitatoren und „Parteibeamten" getrieben werden, wie sie„bluten" müssen, während die Hetzer selbst wohlgeborgen sich ihres Lebens freuen. Als der sozialdemokratische Parteivorstand den Aufruf„an die Arbeiter Deutschlands" erließ, um für die Löbtauer„Opfer"— thatsächlich Opfer der sozialdemokratischen Klassenhetze— zu sammeln, schrieb der„Vorwärts":„Die Arbeiterschaft erklärt sich solidarisch mit den Zuchthäuslern— das ist Bolksjustiz!" Und heute? Heute hat der sozialdemokratische Parteivorstand nicht einmal den Mnth, die Verurtheilten als„Genossen" anzusehen. Wia lange mögen die Löbtauer Zimmerer Partei- und Gewerkschafts» beitrüge bezahlt, für die Sozialdemokratie gewirkt und gewählt haben? Das alles aber ignorircn die leitenden„Genossen". Di» Arbeiter Iverden sich diesen Fall merken müssen. Er lehrt außer- ordentlich deutlich, daß die Sozialdemokratie ihre Parteimitglieder ausbeutet, aufheizt gepreßte Zitrone. schließlich aber von sich wirft wie eine ausDieser Charakter der Thronrede als Rundgebung der verbündeten Regierungen wird vom Kaiser selbst so sehr anerkannt, daß dieser am 30. November 1897 bei der bekannten ZentenarfeierThronrede erst die Thronrede verlas, sie dann in die Hände des Reichskanzlers, der für dieselbe verantwortlich ist, zurückgab und nunmehr erst die bekannten persönlichen Worte in eigenem Namen sprach, die seinen Großvater feierten und damals allgemeines Aufsehen erregten." Besonderes Gewicht ist dem Urtheil nicht beizulegen, da nur die Lässigkeit" den Postschaffner gerettet hat. Aber immerhin flingt es Das fonservative Organ empfiehlt uns augenscheinlich die Taktif, ganz hübsch, aus dem Munde eines Ober- Reichsanwalts die Freiheit wie sie die konservative Partei im Falle Hammerstein lange Zeit der politischen Anschauungen für alle Staatsbürger preisen zu hören. hindurch befolgt hat; die Taktik der Vertuschung und moralischen Wie der Disziplinarhof selbst über die Pflichten eines Hehlerei. Sie verlangt, wenn das Geschreibsel überhaupt Beamten gegenüber der Sozialdemokratie denkt, geht aus der Urtheilseinen Sinn haben soll- daß die sozialdemokratische Partei begründung hervor. Der Disziplinarhof stellt sich danach in Be alle Handlungen von Parteigenossen beschönigen soll, und sie lügt, ziehung auf die Beweißwürdigung vollständig auf den Standpunkt des wenn sie durch ein der Tendenz nach gefälschtes Zitat den Anschein Ist aber die Thronrede ein Regierungsakt, so wurde ersten Urtheils und nimmt als nicht erwiesen an, daß Wolf in erwecken will, als ob der„ Vorwärts" sich anfangs mit den Hand- durch jene Wendung, die wir auch an und für sich nicht be- demonstrativer Weise sich in dem Wahllokale hat benehmen wollen lungen der Löbtauer Bauarbeiter solidarisch erklärt habe. Der leidigend halten, der Kaiser gar nicht getroffen. Das Urtheil und daß er mit seiner Handlungsweise habe zu erkennen Vorwärts" hat von Anfang scharf zwifchen That und Urtheil unter- beruht auf einer äußerst bedenklichen konstitutionellen Grenz bemokratischen Kandidaten Blos. Der Disziplinarhof nimmt aber geben wollen, er interesfire sich für die Wahl des sozialschieden. Das Zitat der Kreuz- Zeitung" von der Volts justiz verschiebung. Gewöhnen sich die Gerichte an solche Praxis, dann weiter an, daß die Verfehlung des Angeklagten immerhin bedeutet, so wie sie es verwerthet, eine grobe Fälschung. Wir er= klärten uns solidarisch mit den Opfern einer nur durch die gegen- so werden schließlich alle Regierungshandlungen der Kritik darin bestanden hat, daß, während sein Amt ihm die Pflicht auferwärtigen Klassenvorurtheilen zu erklärenden Rechtsprechung, nicht mit entzogen, und wehe den Agrariern, die über die Handelsverträge legte, in vorsichtiger Weise sich in einer solchen Versammlung zu be einer Handlungsweise, die wir stets aufs schärfste verurtheilt haben. schimpfen, sie wanderten sammt und sonders ins Gefängniß und wegen, er diese Pflicht ganz außer Acht gelassen hat und immerhin Aber es giebt Urtheile, die so hart sind, daß sie die sträflichen Hand- in den Urtheilsbegründungen würde die Formel regelmäßig in einer Weise aufgetreten ist, daß der Verdacht rege wurde, er stehe lungen vergessen machen und die Sympathien gewaltsam den Ver- wiederkehren:" In dem Dolus des Angeklagten ist um so weniger auf dem Standpunkte, sich für die Sozialdemokratie zu intereffiren. urtheilten zuwenden. der Parteipreffe über Gewaltthätigkeit. Aber dieſe Ansicht ist ihr holt persönlich für die Politik der Handelsverträge ein- dies nicht gethan hat, damit hat er eben seine Pflicht verlegt. Er hatte Die Kreuz- Beitung" kennt ganz gut die Ansicht der Partei und zu zweifeln, als er wohl wußte, daß der Kaiser wieder- Sein Amt legte ihm die Pflicht auf, nach dieser Richtung mit äußerster fatal, well fie ihr geliebtes rothes Geſpent als jumenlige vogel getreten ist." für die Wir glauben nur, daß der Reichs- Disziplinarhof etwas viel zu thun bekommen würde, wenn er alle Beamten vor sein Forum ziehen könnte, die sich für die Sozialdemokratie intereffiren". bei verschiedenen Personen doch die Ansicht erregt, daß er mit den Darum hilft sie mit fleinen verleumderischen Sozialdemokraten fraternifire, und das darf er als Beamter nicht. Fälschungen nach, die vor denen ihres einstigen Chefs nur das eine Die Antwort auf unsere Militärvermehrung. Wie Wenn es bewiesen wäre, daß er etwas Derartiges mit Bewußtsein voraus haben, daß sie zum Glück für das Blatt nicht kriminell, die Londoner Morning Post" aus Paris erfährt, hat die gethan hat, so würde die Entlassung aus dem Dienſte die angemessene fondern nur moralisch" strafbar find. russische Regierung thatsächlich beschlossen, Strafe gewesen sein. Wenn übrigens die Kreuz- Beitung" fragt: Wie lange mögen schleunigst die ganze Artillerie mit neuen Schnellfeuerhaben", die nunmehr- man denke an die Parteiſammlung der Bestellungen empfangen. die Löbtauer Zimmerer Partei- und Gewerkschaftsbeiträge bezahlt kanonen zu bewaffnen; eine französische Firma habe bereits 90 000 m. so schnöde abgeschüttelt würden, so sei dem Blatt hiermit verrathen, daß diese Summe ungefähr gleich Null ist, da der größte Theil der Verurtheilten weder politisch noch gewerkschaftlich organisirt war. Unsere Angst vor dem scharfen Kurs" ist also fo gewaltig, daß wir nicht einmal auf diesen in den Augen der Kreuz- Zeitung" heben.Es wird eifrig abgerüstet". Deutsches Reich. Die Frage der Arbeitervertretung in der Bergwerkeinspektion wird, wie die Voff. 8tg." erfährt, im preußischen Handelsministerium nicht als erledigt betrachtet- trop der Oppo Die Taktik der Fälschungen empfiehlt die Deutsche fition, den dieser Gedanke in den parlamentarischen Verhandlungen fie schreibt: 〃 doch gewiß mildernden Umstand Anspruch er: Tageszeitung", die immer Treu und Redlichkeit übt, wenn gefunden hat. In diesen Tagen treffe der Handelsminister" im " Möchte man nicht auch einmal von der Arbeiterschaft .tod Kritik der Thronrede strafbar. Dem Genoffen Karl Kautsky ist es höchst unbequem gewesen, mit den zeitigen Organen der Bergwerksinspektion in näheres EinEin Urtheil von grundsäglicher Wichtigkeit hat die Frank- baß seine häßlichen Aussprüche über die Bauern und über die Gebet- bernehmen darüber zu segen suchen, inwieweit ihnen die bücher wieder ausgegraben und niedriger gehängt worden sind. Buziehung von Vertretern der Bergarbeiter furter Straftammer gegen Genossen Quard, den verantwort wahrscheinlich hat ihn die Parteileitung auf- opportun erscheint. lichen Redakteur der Frankfurter Volksstimme" gefällt. Das gefordert, au ertlären, ob er diese tattischen selbst zu erfahren suchen, ob ihnen die zuziehung von ArbeiterUrtheil bereichert die Chronit der Majestätsbeleidigungen um Entgleisungen verschuldet habe. Er erklärt denn einen Fall, der nicht sowohl durch die Höhe der Strafe wie auch im Vorwärts", daß er sich dazu bekennen müsse, Assistenten zur Bergwertsinspektion opportun" erscheint? Er er= Fromme Logik. Zu unseren Ausführungen über das Verdurch die Art der Majestätsbeleidigung selbst in der modernen die erwähnten Aussprüche verbrochen zu haben. mit auffälligen Erscheinungen überfüllten Rechtskasuistik einen zählt dabei nur, daß diese Aussprüche vor zwanzig Jahren brecherspiel unserer Verleumder bemerkt der„ Reichsbote" der sich in hervorragenden Rang behaupten darf. ( das stimmt nicht ganz, Herr Kautsky!) gefallen seien, und macht die Zeit schickenden Herren Pastoren, die ihre Finger weislich von uns zum Vorwurfe, daß wir unseren Lesern nicht mitgetheilt hätten, dem christlich- sozialen Unsinn lassen: daß er heute auf einem Standpunkte stehe, der dem damaligen nicht entspreche. Gleichwohl fügt er hinzu, daß er sich des Gesagten nicht zu schämen brauche. Wann Herr Kautsky bie Säge verbrochen hat, ist ziemlich gleichgültig; denn der Herr scheint seine Anschauungen fo häufig und so gründlich zu wechseln, daß es nicht leicht festzustellen ist, welches denn seine gegenwärtige Anschauung sei. Wir empfehlen nach wie vor aut sty'schen Aussprüche; sollte ihnen dabei entgegen unsern Freunden die tattische Berwerthung dieser gehalten werden, daß Kautsky jie vor 20 Jahren gethan habe, so möge man hinzufügen, daß dieser heute noch offen ausgesprochen habe, sich ihrer nicht zu schämen. Das genügt!" Wir kennen den dolus eventualis, auch der dolus eventualissimus hat bereits in Gerichtsfälen sein bizarres Häuptlein erhoben. Aber diesmal reicht man mit diesen Hilfskonstruktionen nicht aus. Es handelt sich um eine Majestätsbeleidigung mit untauglichem Mittel am untaug lichen Objekt. Das Mittel ist untauglich; denn die inkriminirte Wendung ist nicht beleidigend, sie kränkt niemandes Ehre, verdächtigt nicht den Charakter, behauptet teine falschen herabsetzenden Thatsachen, sondern spricht ein Urtheil über die Höhe der politischen Einsicht aus. Wenn ich behaupte, jemandes Auffassung sei nicht reifer als die irgend eines Hinz oder Kunz, so ist das nicht beleidigend. Denn die Abwesenheit von Vorzügen, die über das Mittelmaß emporheben, ist teine Ehrenkränkung, wie denn der Vergleich mit Hinz und Kunz niemanden schändet. Es mag ein Unglück fein, nicht größere Talente zu haben als der Durchschnitt, aber der Vorwurf der Talentlosigkeit berührt nicht die Ehre, nicht den Charakter, ist also deshalb nicht beleidigend. Ungefähr das besagte aber die Wendung, die diesmal dem Gericht berfallen war. Nicht weniger aber ist das Objekt untauglich. Denn der Gegenstand der Kritik, durch die der Kaifer beleidigt sein sollte, ist die Thronrede, mit der die gegenwärtige Reichstagsfession eröffnet wurde. Die Thronrede aber ist nicht der Kaiser, sondern eine Regierungshandlung, durch deren Kritik lediglich die verantwortlichen verbündeten Regierungen beleidigt werden könnten. Das sind Ausführungen, die einem Macchiavelli oder Jesuiten die höchste Ehre machen würden, zugleich aber die elendeste Vogelstraußpolitit, welche die Sozialistenpartei von ihren eigenen Lehren noch treiben kann. Das mag ja sein, daß jener Mörder vom wirthschaftlichen System der Sozialdemokratie nicht viel verstanden hat, denn wieviel Sozialdemokraten verstehen denn das? Aber die Sozialdemokratie ist das große Sammelbeden für alles, was Imit Gott und der Welt zerfallen ist, und dazu hat sie sich selber gemacht." Lieber frommer Reichsbote: Sozialdemokraten find Leute, die Mit der Gottheit das sozialdemokratische Programm anerkennen. stehen sie in dem besten Verhältniß, und fie finden, daß es in der Welt eine Lust zu leben ist, die sie sich selber schaffen. Und die Wenn die Bündler diese empfohlene Zitatendemagogie in öffentlichen Versammlungen treiben würden, so möchten sie eine Für jenen Mörder ist die Sozialdemokratie nicht mehr verantschlimmere Niederlage erleiden, denn es würde ihnen sofort nachgewiesen wortlich, wie die Reichsboten- Pastoren für die zahlreichen Verbrecher, werden, daß sie mit Fälschungen und Unterschlagungen die unter Anrufung Gottes dem Henker fich darboten. haufiren, weil sie den Zusammenhang der Aeußerungen nicht Spezialität der frommen Verbrecher ist dem Reichsboten" sicher wiedergeben. Die Deutsche Tageszeitung" hütet sich weislich, ihren nicht unbekannt. genasführten Lesern mitzutheilen, in welchem Sinne Kautsky damals Unberechtigte körperliche Meffung unbescholtener Personen jene Wendungen gebraucht hat, daß er gerade damals für eine bäuer ist vor einiger Zeit mehrfach von Behörden vorgenommen worden. liche Agrarpolitik eingetreten sei und aus dieser Gesinnung heraus So in Magdeburg an Anarchisten. So auch an dem Herausgeber jene Säge geschrieben habe. Das Blatt sollte doch das ganze der Zeitschrift Der Eigene", Adolf Brandt, durch den Amtsvorsteher Material ihren Bauernfängern zur taftischen Verwerthung zugänglich auf der Oberförsterei Köpenick. Die Beschwerde des Herrn Brandt machen, und die anderen Stellen mitabbruden. Unberechtigt ist auch wurde vom Landrath zurüdgewiesen, weil eine unmittelbare Ander Zweifel des Blattes an der Thatsache, daß der Kautsky'sche Aus- wendung förperlichen Zwanges nicht vorliege." Jetzt hat nun der Regierungspräsident anerkannt, daß der Amtsspruch über die Erbauungsbücher um 20 Jahre zurüdliegt. Wenn das Blatt sich übrigens die Erklärung Kautskys aus einer vorsteher nicht befugt war, bei Brandt eine körperliche Messung Weifung der Parteileitung entstanden vorstellt, so denkt das Blatt un- gegen seinen Willen vorzunehmen.- my clowdow heilbar monarchistisch. Der Gesehentwurf über die Dienststellung des Kreisarztes und die Bildung von Gesundheitskommissionen ist nunmehr dem Abgeordnetenhause zugegangen. di alledas Die Burschenschafter von 1899 erflären entrüftet, daß sie In der Voltsstimme" vom 6. Dezember 1898 hat Nationalliberale Partei und Fabrikantenthum. Wie bereits feinen Kranz auf die Gräber der Märzgefallenen niedergelegt haben. Dr. Quarc an den Abdruck der Reichstags- Thronrede einige vor einigen Wochen die Generalversammlung des Zentralverbandes Das hat auch niemand geglaubt, denn niemand hat vor den heutigen fritische Bemerkungen über die allgemeine Regierungspolitik der Industriellen, so hat jest auch die Hauptversammlung des Ver- Herrchen so viel Achtung, daß er sie mit den Burschenschaftern von getnüpft. Ein Paffus lautete: indem sie( die Thron- eins der Industriellen im Regierungsbezirk Stöln Stellung gegen 1848 verwechselt. Für die alten Herren freilich, so weit sie noch Ein Bassus lautete: indem sie( die Thronrede) endlich das gute Herz der berbündeten Re- die fozialpolitischen Anträge der Nationalliberalen im Leben und nicht Renegaten geworden sind, ist es natürlich, daß sie Re- Reichstage genommen. Es handelt sich in diesen Anträgen um ihre Ideale und ihre Märtyrer ehren. gierungen für Ausbau der sozialen Gefezgebung be- Einführung von gewerbegerichtlichen Einigungsämtern und An- Im Reichs- Gesetzblatt" werden die Geseze über die Friedenstheuert und gleichzeitig gegen Streit- Terrorismus und Anarchis- erkennung der Berufsvereine. Die Herren Unternehmer zogen gegen präsenzstärke und den Reichshaushalt veröffentlicht. mus donnert..." es folgen die fünf inkriminirten Worte. diefe so zaghaften Versuche, den Klassenkampf zu vereiteln, Die Thronrede wird, wie es sich gebührt, als eine Re- mit schärfsten Worten zu Felde. Sie wiesen wie üblich das, was gierungsfundgebung aufgefaßt und gewürdigt. Unmittelbar ihre Fabrikdiktatur irgendwie beschränken könnte, was ihnen irgendHinter jener inkriminirten Stelle wird direkt von der„ Ne- welche moralische Erwägungen im Verhalten gegenüber den Arbeitern gierungsfundgebung" gesprochen. Gelegentlich wird die Person aufnöthigen könnte, mit der Ausflucht zurück, dadurch würde nur die des Kaisers erwähnt und seine persönliche Politik und ihre Sozialdemokratie gestärkt werden. Gefahren mit einigen Worten kritisirt. Aber gerade in diesen Wendungen wurde nichts Strafbares gefunden, während man dort eingehakt hat, wo lediglich die Regierungskundgebung Die Vossische Zeitung" versteht in unserem geftrigen Artikel besprochen wird. Die Straftammer hatte denn auch zuerst über den Bernstein- Streit der bürgerlichen Parteien die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, das dann auf den Titel nicht: eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft vom Oberlandesgericht angeordnet wurde. Gestern wurde Quard zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt; der Staatsanwalt hatte nur drei beantragt. Werden die Nationalliberalen dem Ansturm des großmächtigen Fabritherrenthums widerstehen? Oder werden die matten Anläufe sozialpolitischer Gesinnung einschlafen? Herr Delbrück, so wird berichtigt, beabsichtigt nicht, die Ne daktion der Preuß. Jahrb." aufzugeben. Herr Delbrüd wird in Bufunft seine Zeitschrift so redigiren müssen, daß er nicht nur niemals gegen das Strafgesetzbuch verfehlt, sondern daß er auch nichts sagt, was einem hohen Staatsministerium zu weit geht. Ein deutscher Professor hat noch weniger freies Meinungsrecht als ein ungelehrter deutscher Staatsbürger. Gesetzlicher Schuh für erwerbsthätige Schulkinder. In der legten Sigung der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege beschäftigte man sich mit dem obigen Thema. Lehrer D. Janke begründete die folgenden Vorschläge: begründete die folgenden Vorschläge: Aehnlich wie für die jugendlichen Arbeiter bestimmte Vorfchriften über die zulässige Arbeitsdauer erlaffen worden sind, so müßte dieser Schuß auch den nebenbeschäftigten Kindern gewährt werden. Die Zeit der Nebenbeschäftigung dürfte im Höchstfalle Gitle Hoffmangen" überschreibt der Vorwärts" feinen Artikel. Was soll nun eitel sein? Die Ueberzeugung von der Maufe rung" oder die gegentheilige Ueberzeugung, daß die Sozial demokratie an ihren alten Anschauungen festhalte? Es scheint, als ob hier nicht die bürgerliche Presse, sondern der Borwärts" Dem Publikum wurde wieder einmal nicht ermöglicht, eine„ Doppelfomödie" aufführt, indem er die eine wie die andere sich ein Urtheil zu bilden, da die Oeffentlichkeit ausgeschlossen Anschauung als verfehlt behandelt. worden ist. Warum! Niemand, der den Artikel kennt, bermag Wir bedauern, daß die Vossische Zeitung", die den Muth hat, einen Grund zu entdecken. Derselbe Artikel, durch den in der über theoretische Streitfragen ein Urtheil zu fällen, nicht einmal täglich 8 bis 4 Stunden währen. Gleichzeitig müßte beſtimmt ersten Instanz die Deffentlichkeit nicht gefährdet werden darf, einen sehr einfachen Gedanken zu verstehen vermag. Wir verspotteten werden, daß die Arbeiten nicht am Morgen vor Schulbeginn und wird im Reichsgericht bei der Revisionsverhandlung häufig die liberale Preffe, weil sie von der Mauferung der Sozialdemokratie am Abend nicht nach 8 Uhr betrieben werden dürfen. Kinder unter zehn Jahren sollten nicht erwerbsmäßig thätig sein. Ferner fönnten anstandslos verlesen, ohne daß auch nur daran gedacht fafelt und die konservative, weil sie das rothe Gespenst ausbeutet. auch diejenigen Arbeiten verboten werden, die für die kindlichen Kräfte wird, die Oeffentlichkeit auszuschließen. Der Artikel von beiden Seiten wird also die Sozialdemokratie so dargestellt, zu für die Sittlichkeit schädlich sind." ist in der Zwischenzeit sicher nicht harmloser geworden. wie sie nicht ist das ist die Doppeltomödie. Die Einen halten schwer oder sonstwie in gefundheitlicher Hinsicht nachtheilig und uns den kontaven, die Anderen den konveren Zerrspiegel vor wir Freilich, die Publizität ist bei den Reichsgerichts Verhand guden hinein und lachen über die Spiegelfechter der Mauserei daß die Jante'schen Vorschläge nicht weit genug gehen. Es müßten Von einem der Diskussionsrebner wurde darauf hingewiesen, lungen nicht so stark und wirksam, wie bei der Straffammer. und der Scharfmacherei. die erwerblichen Beschäftigungsarten, die erlaubt sein sollen, genau Nicht einmal das Urtheil wurde in diesem Falle näher Beamtenthum und politische Gesinnung. Vor dem kaiser- festgelegt werden. Die Gewerbe- Inspektion müßte soweit ausgedehnt begründet. Das Gericht begnügte sich mit der Feststellung, lichen Disziplinarhofe in Leipzig tam am Sonnabend die Berufung werden, daß darunter auch die häufigsten Arten der erwerblichen der Kaiser sei durch jene Worte beleidigt. der Staatsanwaltschaft gegen das Urtheil des Disziplinargerichts in Kinderarbeit fallen. Ganz zu verbieten sei das Austragen von Gleichwohl, der Artikel liegt uns vor, und wir können Hannover zur Verhandlung, durch das der Postichaffner Beitungen und Badwaaren und das Regelaufstellen. Die Spandauer trok des Ausschlusses der Oeffentlichkeit feststellen: Eine Friedrich Wolf in Braunschweig zur Strafverfeßung und Kürzung Behörden haben angeordnet, daß Kinder nicht vor 7 Uhr Morgens Stritit des Kaisers oder gar eine beleidigende Stritit des Gehalts um ein Achtel verurtheilt worden ist. Die Staats- und nach 7 Uhr Abends erwerblich beschäftigt werden dürfen. Für feiner Person wird nur dadurch möglich zu konstruiren, daß anwaltschaft hatte Entlassung aus dem Dienste Berlin sei eine gleiche Verordnung unerläßlich. eine Thronrede an sich als ein persönlicher Art des Raisers beantragt. 2oIf hatte am 26. Jumi vorigen Jahres bei Soldaten- Selbstmord. Am letzten Freitag hat sich ein der Reichstags- Stichwahl zwischen dem sozialdemokratischen Abein Neffe des Kieler vom Gericht aufgefaßt worden ist. Das ist aber ein schwerer geordneten Blos und dem nationalliberalen Kandidaten Biered im Avantageur von Buttkamer, Staatsrechtlicher Frrthum. Eine Thronrede ist ein Att der Wahllofale mit zwei Sozialdemokraten zusammen- Bolizeipräsidenten, aus Furcht vor Strafe, die feine in Regierung, und durch ihre Kritit kann der Kaiser ebenso wenig gesessen und fich mit ihnen unterhalten, und zwar Aussicht genommene Starrière vernichtet hätte, erschossen. Der Tod beleidigt werden wie irgend einer der anderen Bundesfürsten, befand er sich dabei in Uniform. Der Ober- Reichsanwalt vertrat erfolgte sofort. Aus Kiel wird uns geschrieben: Nordschleswigfches. die schließlich auch hinter der Reichstags- Thronrede stehen. die Berufung nicht, da mur festgestellt sei, daß Wolf aus Läffigkeit, Es hieße den konstitutionellen Werth der Thronrede ver- nicht aber mit Bewußtsein seine Dienstpflicht, die ihm zurückhaltung In Toftlund hat dieser Tage eine dänische Versammlung ftattflüchtigen, wenn man sie als persönliche Meinungsäußerung auferlegte, verlegt habe, und da insbesondere nicht festgestellt sei, gefunden, bei welcher Gelegenheit die Staatsrettung in echt und nicht als Regierungsatt auffaßt. Selbst Herr b. Ballestrem daß er agitatorisch und demonstrativ für die sozialdemokratische preußischer Weise wieder einmal betrieben worden ist. Bartei eingetreten sei. Die Freiheit der politischen Heimdal" berichtet, hat an den der Versammlung vorher hindert ja nicht, daß Thronreden im Reichstag erörtert werden, anschauungen und die Freiheit der Wahl dürften gehenden Tagen es an zahlreichen Versuchen, den Birth zur Verfo streng er sonst darüber wacht, daß die Person des Kaisersteinem Staatsbürger beschränkt werden. Der Dis- veigerung feines Saales zur Versammlung zu veranlassen, nicht ges nicht in die Debatte gezogen wird. Zutreffend bemerkt die ziplinarhof erkannte im Einklange hiermit auf Verwerfung der fehlt. Mit der Drohung der Konzessionsentziehung, des Boykoits „ Volksstimme": Berufung. u. s. w. hat man den Wirth hierzu zu bestimmen versucht. Wie Tie Versammlung fand jedoch statt und heute berichtet„FlenS- borg Avis", dah der Amtsvorsteher dem Wirth schriftlich mitgctheilt have, daß er wegen Hergabe seines Lokals zur Versammlung nnn- mehr statt 11 Uhr um 10 Uhr P o I i z ei stu n d e habe und daß zur Abhaltung von Tanzbelustigungen leine Er- I a u b n i ß niehr ertheilt werden würde. Ein im Hotel beschäftigtes Dienstmädchen wurde mit 24 stündiger Frist des Landes ver- wiesen, mit der Hinzufügung, daß es innerhalb einer halben Stunde das Hotel zu verlassen habe.— Die zukünftige Organisation deS Postbeamten-Personals. Die„Kölnische Zeitung' ist in der Lage, die folgenden näheren Mittheilungen über die von Herrn v. Podbielski geplanten Neue- rungen betreffs der Postbeamten-Organisation zu mächen. Sämmt- liche Stellen des Subalterndienstes sollen ausschließlich den An- wärtem der mittleren Laufbahn offen stehen und nur die eigentlichen höheren Dienststellen den Beamten der oberen Laufbahn vorbehalten werden. Die Anwärter der höheren Laufbahn müffendasZeugniß der Reife von einem Gymnasium, einem Realgymnasium oder einer Ober- Realschule besitzen und werden, wie bisher, als Postelcvcn angenommen. Die Befähigung_ zur Anstellung im Post- und Telegraphendienst erlangt der Anwärter erst durch das Bestehen zweier Prüfungen, der Postreferendar- und der Postassessorprüsung. Beide Prüfungen erstrecken sich sowohl auf das Post- wie auf das Telegraphen- Wesen. Ter Anwärter soll zunächst den technischenPost- und Telegraphen- dienst kenneu lernen. Er hat sich nach beendeter Vorbereitung einem mehrjährigen Studium zu widmen. In Rücksicht auf das Telegraphentvesen wird er sich namentlich umfassende Kennwisse in der Mathematik, Mechanik, Physik und Chemie anzueignen haben; auch tvird sich das Studium auf die Rechts- und StaatZwissenschaftcn erstrecken. Dem Studium folgt die Ablegung der Referendarprüfung und dieser eine weitere praktische Ausbildung im Post- und Tele- graphendienst. Nach deren Beendigung hat der Referendar die Assessorvrüfung abzulegen. Die Postastcfforen iverden, soweit sich dazu Gelegenheit bietet, gegen Entgelt beschäftigt, sie werden etatsmäßig angestellt und erlangen die höheren Dienststellen als Postinspektor, Post- oder Telegraphendirektor, Postrath, Oberpost- direktor u. s. w. Von den Anwärtern für die mittlere Laufbahn wird eine höhere Schulbildung als bisher gefordert. Die künftigen Postgehilfen sollen mindestens die Reife für die Unter- s e I u n d a eines Gymnasiums, eines Realgymnasiums oder einer Ober-Realschule besitzen oder auf einer anderen öffentlichen Schule entsprechende Schulbildung erlangt haben. Die Vorbereiwngszeit der Postgehilfen ist wie jetzt auf vier Jahre bemessen. In der Art der Beichäftigung der Postgehilfen und Postassistenten tritt keine Aenderung ein, aber die etatsmäßige Anstellung, die bisher zunächst gegen dreimonatliche Kündigung erfolgte,' wird künftig sogleich unkündbar sein. Von besonderer Bedeutung ist, daß allen Assistenten und Postverwalten, die Möglichkeit zugestanden ist. die Sekretärprüfung abzulegen. Dies gilt auch für die bereits jetzt in der mittlen, Laufbahn befindlichen Beamten. Durch das Bestehen der Sekretärprüfung erlangen die Assistenten die Aussicht, in Stellen für Sekretäre, Ober-Sekretäre, Postmeister, Ober-PostdirektionS- Sekretäre, Ober-Postkasien-Buchhalter u. s. w. einzurücken. Während die Assistenten jetzt ein Gehalt von 3000 M. erreichen, werden die Beamten der mittleren Laufbahn künftig als Sekretäre bis zu 3SOO M., als Obersekretäre, Poswicister u. s. w. bis zu 4200 M. im Gehalt aufsteigen. Wann das neue Reglement in kraft treten wird, ist noch nicht bestimmt; es ist anzunehmen, daß der Zeitpunkt gewählt werden wird, von dem ab die Annahme von Postgehilfen, die seit Oktober 1897 eingestellt ist, wieder nothweudig werden wird; voraussichtlich wird dies zu Anfang nächsten Jahres der Fall sein.•— Bernburg. 28. März. Dem Anhaltischen Landtage gingen 2 Vorlagen zu, betreffend das durch Wasserzugänge sehr bedrohte staatliche Salzwerk Leopoldshall. Zur Aufstellung einer neuen Waffer- haltung im Werke und zu einer neuen Reservcschacht-Anlage süid 2 300 000 M. erforderlich. Berichtigung. Bei der Durchsicht meines Artikels über die Zusammenbruchstheorie im„Vorwärts". 16. März, finde ich. daß nur auf Spalte 2, Zeile 34 von unten ein fatales Versehen passirt ist; ich habe die Zahlen der gewerblichen Betriebe mit denen der industriellen verwechselt. Es hat nicht nur die Zahl der Besitzer und Leiter der i n d u st r i e l l e n Betriebe, sondern auch die Zahl der letzteren selbst 1882— Sä abgenommen von 2 270 339 aus 2 146 972. Die Zahl der Selbständigen im Gewerbe(Industrie, Handel und Verkehr, Gärtnerei und Fischerei) betrug 1382 2 877 213, 1 895 2 933 364, dagegen die Zahl der Hauptbetriebe 1832 3 005 457, 1895 3144 977. Ich bitte danach die in dem genannten Artikel ge- machten Angaben zu ergänzen bezw. zu berichtigen. K. K a u t s k y. Berichtigung. Die Stadtvcrordneten-ErgänzungSwahlen, von denen wir gestern berichteten und bei'denen die sozialistisch-demo- tratffche Liste siegte, haben nicht in Stuttgart, sondern in Karls- ruhe stattgefunden.—_ Pückler'ö Zuknnftsstaat. In der dritten Botschaft, mit der Graf Pücklcr zu Klein-Tschime die Welt erlöset und das Judenthuin gedroschen hat, ist am Schluß ein prophetischer Geist selbst über den königlich preußischen Amts- Vorsteher gekommen, und in üppigen Farben wuchs des Grafen Znkuustsstaat auf, der nichts anderes ist wie der— I u d e n st a a t. Wir haben diese prächtige Phantasie des Grafen bereits kurz erwähnt, sie sei hier aber noch ausführlicher wiedergegeben, weil die„Staats- bürgcr-Zeitung' selbst diese in schönem Wahnsinn rollenden Deila- niatiouen neuerdings ihren Lesern vorsetzt, die gewiß nicht wenig ver- bliifst gewesen fem werden, als die willkommene Jndendrescherei plötzlich mit einem überschwänglichen Judcnhymnus schloß: „Schwere Zeiten, Zeiten der Roth und der Verfolgung werden über die Juden herembrechen; die christlichen Staaten werden endlich energisch rebelliren gegen die fremde Tyrannen-Wirthschaft und man wird sie wie ein gehetztes Wild drängen und stoßen von Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Da endlich in der höchsten Roth lvird das steinerne Herz von Israel brechen. In ihrer Angst werden die Inden wieder beten lernen; sie werden auf ihre Knie niedersinken und Tag und Nacht»m.Gnade schreien, und dann wird Gott sich endlich'wieder erbarmen über sein un- glückliches und schwergeprüftes Volk; denn wie dem einzelnen Individuum, so wird auch ganzen Nationen die Gnade öfters angeboten. Im Römerbriefe lesen wir:„Blindheit ist Israel zum Theil widerfahren; solange bis die Fülle der Heiden eingegangen sei und also das ganze Israel selig werde"; fürwahr eine stolze Ver- heißung, der Rest des unglücklichen Volkes wird also der- einst von Gott begnadigt trinmphirend einziehen in dje Thore der ewigen Stadt. Wir befinden uns gegenwärtig in den letzten Dingen; alle Zeichen der Zeit deuten hin auf das nahende Ende der Welt. Die Entivickelung der Erde vollzieht sich mit rasender Geschwindigkeit und bald wird allen Völkern der Erde das Evangeliuni gepredigt werden. Und dann ist die Zeit gekommen, wo Gott Israel wieder sammeln wird in den Vorhöfen von Jerusalem zu einem schöneren und besseren Dasein. In Schaaren werden die Juden von dannen ziehen nach Kanaan in das Land ihrer Väter.„Sie werden weinend kommen und betend, so will ich sie leiten, ich will sie leiten an den Wasser- dächen, auf schlichten Wegen, daß sie sich nicht stoßen. Der Israel zerstreuet hat, der wird es auch sammeln und wird ihrer hüten, wie ein Hirte seine Herde"(Jer.). Und dann wird daS Land Kanaan wieder emporblühen zu neuem Leben und Jerusalem, daS lange in Schutt und Trümmer log, wird wieder erbaut werden mit nie geahnter Pracht. Und m der That, ein herrliches und glänzendes Gemeinwesen wird wieder erstehen in den alten jüdischen Landen. Stach den Worten der Schrift muß man entschieden annehmen, daß Christus in Jerusalem zum zweiten Male der Welt erscheinen wird; und dann wird das tausendjährige Reich beginne» und die große Sabbathruhe anheben für diese so überaus ernste und kummervolle Welt. Ich zweifle nicht, daß die Juden ansersehen sind, im tausendjährigen Reich eine gewaltige Mission auf Erden zu verrichten, daß sie bestimmt sind, die geistigen Führer der Welt zu sein; und während sie jetzt ein Volk von Sündern und Uebelthätern sind, werden sie späjer ein ge- segnetes Volk,«in Volk von Heiligen werden: und zum weiten Male werden vom Berge Zion neue Gnadenströme über ie Erde rauschen. Christus selber wird herrschen in Gerechtigkeit und Gericht, in Freundlichkeit und Strenge. Sein Regiment wird reichen von einem Meer zum andern, von den Wassern bis an der Welt Ende.„Alle Könige werden ihn anbeten, alle Heiden ihm dienen.(Ps. 72.) Jerusalem wird eine Stätte des Friedens werden, ein Ort, da man gerne wohnt, denn eine Nation von Erlösten und Berufenen ist dort versammelt zur Ehre Gottes und zum Segen der Welt.„Man wird die Schwerter zu Pflugscharen und die Spieße zu Sicheln machen; denn Gerechtigkeit und Frieden werden sich küssen und wird sein ewige Stille und Sicherheit."— Man wird die Juden Priester des Herrn heißen und Diener unseres Gottes; ihre Aufgabe wird fortan sein, das Evangelium zu predigen und den Heiden die Botschaft des ewigen Lebens zu bringen. Palästina, das öde und zertretene Land, wird man einen Garten Gottes nennen." Wir hätten nie geglaubt, daß die„StaatSbürger-Zeitung" eine so fanatische Judenliebe in ihrem Gemüthe hegt. Die Drcschcrei mag den heutigen Juden nicht gerade angenehm sein, aber wenn sie zu geistigen Führern der Welt, zu einem Volke von Heiligen empor« gedroschen werden sollen, dann kann sich das Judenthum für die gnädigen Prügel nur bedanken. Der Mensch, der nicht geschunden wird, wird nicht erzogen— den griechischen Spruch hat sich offenbar die Staatsbürgerin zum Leitwort gewählt, und deshalb äußert sich ihr schumrmerischcr Philosemitismus einstweilen antisemitisch uuo spricht mit dem Grafen Pückler: „Sie sehen also, meine Herren, welche herrlichen Verheißungen die Juden noch besitzen und welch' großartige Zukunft ihrer wartet; aber gegenwärtig sind sie noch perflucht, und verfluchte Leute müssen Unheil anstellen iin Staatslcben, das ist nicht anders möglich. Drum, deutscher Michel, sei aus deiner Hut, kämpfe wacker für das bedrohte Deutschthum und errette dein theures und heißgeliebtes Vaterland, das gegenwärtig aus tausend Wunden blutet. Land des Rechtes, Land de« Lichtes, Land des Schwertes und Gedichtes, Land der Adler und der Leuen, Land der Freien rmd Getreuen, Land, du bist dem Tode nah, Sieh' dich um, Germania." Ausland. Oesterreich-Ungar». Um die Sprachenfrage drehen sich in Oesterreich noch immer die politischen Erörterungen. Im niederösterreichischen Landtage führte am Dienstag Abg. Kopp einen gegen die Sprachenverordnungen gerichteten Antrag Hofer befürlvortend, aus, diese Frage sei eine den ganzen Staat berührende geworden, und sei deshalb der Land- tag zur Stellungnahme berufen. Statthalter Graf Kiel- mannsegg erklärte im Namen der Regierung, er sei, da der Nationalitätenstreit auf das ganze politische Leben zurückwirke, nicht dagegen, daß sich der Landtag im Nahmen einer Meinungsäußerung mit der von der Sprachenfrage beherrschten politischen Lage befasse. Der Statthalter richtete im Namen der Regierung an alle dazu berufenen Faktoren die Aufforderung, endlich die Scheu vor der Oeffentlichkeit abzulegen und im Interesse der Allgemeinheit zurBcrathung zusammenzutreten, damit ei« Einverständnis} über Lösung der Streitpunkte erzielt werde. Sollte sich diese Hoffnung erfüllen, was allerdings ohne thätige Mithilfe der Betheiligten nicht geschehen könne, dann werde für die Regierung kein Anlaß vorliegen, ander- wcitige Schritte zu thun, um der Lahmlegung der verfassungsmäßigen Thätigkeit der Reichsvcrtretung zu begegnen. Die Regierung wünscht demnach dringend, daß die ObstrultionS- Politik endlich aufgegeben werde.— Frankreich. Zur DreifuS-Affäre. Das Pariser Blatt„Voltaire" meldet, Casimir Perier Hobe vor der Äriminalkanmcer des KaffationS- Hofes erklärt, General Mercier habe ihm gesagt, daß dos„geheime Aktenstück" thatsächlich dem Kriegsgericht unterbreitet worden, jedoch nicht beabsichtigt gewesen sei, daß dessen Uebermittelung auf die Richter beschränkt bleibe. Die Generäle Mercier und Boisdeffre hätten vor der Kriminalkammcr jede Aufklärung ver- weigert.„Voltaire" bemerkt zu dieser Angelegenheit, daS Schrift- stück„Cvtts canaille de v." betreffe weder eine militärische noch eine Spionage-Angelegenheit.— Der Schrift st eller-Verband wählte zum Vorsitzenden Marcel Prevost, der in seiner Antrittsrede sagte:„Es wäre eine Schmach, einen Genossen, einen Meister wie Zola, der für den Verband gearbeitet bat, dem die Mitglieder früher dankbar die Hand gedrückl haben, feige auszuschließen, weil die Menge jetzt hinter seinen Fersen heult."— PariS, 28. März. Wie der„Matin" behauptet, machte der ver- haftete Engländer Joieph Clayes genaue Angaben über ein plan- mäßig organisirtes Sictz von Spionen, welche i» Frank- reich für England und Deutschland thätig seien. Clayes soll eine neue Spionage-Affäre enthüllt haben. In der Provinz sei bereits eine Verhaftung vorgenommen.— Italien. Kriscngerllchte fangen tvieder an, in Italien mit einer gewissen Beständigkeit aufzutauchen. ES hieß schon früher, die Maßregeln gegen das Vereinsrecht und die Presse sollten dem Kabinet Pelloux die Sympathien der liberalen Gruppen entwendet haben. Haupt- sächlich aber sollten gegen Pelloux die Anhänger Zanardelli's ver- stimmt sein, der, wie man in römischen Kreisen erzählt, sogar die feste Absicht hat. die Präsidentschaft der Kammer niederzulegen. Außer den politischen Gesetzen haben nun besonders die letzten Er- eigmsse der auswärtigen Politik die Lage des Generals Pelloux sehr erschwert. Das Fiasko in China kann nicht mehr verleugnet werden und der englisch» französtscke Vertrag soll sogar einige Mit- glieder des Kabinels, wie Marineminister Palnmbo und Poslminister Rast, im höchsten Grade verschnupft haben. Wie verlautet, würden mit Palnmbo und Rast auch die Schatz- und Finanzminister Vaechelli und Carcano die Absicht haben. daS Ministerium zu ver- lassen.— England. Die beiden englischen Parlamente sind vertagt worden. Das OberhauS ist bis zum 17., das Unterhaus bis zum 10. April.— Asien. Vom philippinischen Kriegsschauplatz wird aus Washington gemeldet: General Otis kaufte in Zamboanga 13 spanische Kanonenboote an. Am Montag wurde nach einer Depesche des Generals Otis den ganzen Tag hindurch gekämpft. Auf Seiten der Amerikaner sind etwa 40 Mann gefallen. Die Anfftändischen wurden von Aguinaldo befehligt. Aus anderen Quelle» als den offiziellen kommen Nachrichten, die den Amerikanern weit ungünstiger lauten. Dem„Daily Chronicle" wird aus Washington gemeldet, daß man dort im Äriegsministerium wegen der n n g ü n st i g e n Nachrichten aus Manila etwas nervös sei. Man habe nicht erwartet, daß die Insurgenten so gut kämpfen werden. General Otis habe 27 000 Mann und Aguinaldo's Armee schätze man ans 30000, aber sie habe noch eine Reserve von unbekannter Größe hinter sich. Sollte Otis auch nur eine vorübergehende Niederlage erleiden, so würde die Lage gefährlich werden, zumal man wisse, daß die Eingeborenen� in Manila nur auf eine gute Gelegenheit warten, um sich in Massen zu erheben und jeden A in e r i k a n e r umzubringen. Ans Madrid lvird gemeldet, der dort eingetroffene Unter- Händler Aguinaldo's verlangt für die Befreiung der spanischen Gefangenen 5 Millionen Franks, welche raten- weise in Paris oder Madrid auszuzahlen feien. Amerika. Chicago, 27. März. Eine große Versammlung von Deutschen fand hier heute Abend im Auditorium- Theater statt. Es wurden Resolutionen angenommen, welche die Versuche englischer und amerikanischer Blätter vernrtheile», Deutschland ungünstige Vor- urtheile hervorzurufen und Amerika in eine gegen Deutschland ge- richtete Allianz mit England hineinzuziehen.— Die Konsercnz zur Vorbereitung des Internationalen Arbeiterkongresscs, der im Jahre 1900 in Paris stattfinden wird, ist von dem französischen Ausfiihrungskomitee ans den 27. und 28. Mai nach Brüssel berufen worden. Das französische Komitee besteht, wie schon nntgethcilt ward, ans Mitgliedern aller sozia» listischen Fraktionen und ist vom Verständigungsausschuß(Conutd d'Entente) gewählt, in dem all diese Fraktionen, fünf an der Zahl, gleichmäßig vertreten sind. Der Ausschuß— das sei hier erwähnt— hat sich vortrefflich bewährt, und gerade die Vorbereitung des nächsten Kongresses war eine Aufgabe, welche zur Einigkeit drängte. sie gewissermaßen zur Ehrenpflicht machte. Wir haben unter solchen Umständen Grund zu der Hoffnung, daß die Verständigung bald zur Einigung reifen, und daß der nächste Internationale Arbeitcrkongreß eine'geeinte französische Sozialdemokratie sehen wird.— Eine ansierordcntliche Parteikonferenz für das westliche Westfalen tagte am Sonntag in Hagen. Sie hatte die Streitig- leiten im Ruhrrevier zum Gegenstand. Die Tagesordnung lautete demgemäß: Die Kündigung der Genossen Lehmann und Block (Redakteure des Dortmunder Parteiorgans), die Kompetenz des Agitationskomitees, Antrag Bochum: das Parteiblatt von Dortmund nach Boebum zu verlegen, und das Agitationskomitee von Dortmund zu verlegen. Anwesend waren 9 Delegirte aus dem Kreise Altena- Iserlohn, 9 aus dem Kreise Hagen-Schwelm. 16 aus dem Kreise Bochum. 1 aus dem Kreise Dortmund-Hörde(ans Hörde), 3 aus dem Kreise Hamm-Soest und 2 aus dem Kreise Recklinghanse». Die Genossen in Dortmund, um deren Verhalten sich die Verhand- luiigen drehten, waren der Konferenz ferngeblieben. Nur ein Mitglied des in Dortmund sitzenden Agitationskonritees für den Bezirk. Genosse Fleer, war anwesend. Für den Parteivorstand waren die Genoffen Auer und Gerisch anwewnd. Von allen Rednern wurden die Dortmunder Genosse!» scharf an- gegriffen und ihr Verhalten lebhaft getadelt. Beschlossen würde» das Agitationskomitee von Dortmund nach Bochum zu verlegen. Das Komitee erhält die Berechtigung, auf Antrag eines Kreis«?, wenn_ die übrigen Kreise zustimmenZ, a,lßerorde»tliche Parteitage einzu- berufen. Es wurde eine Resolution angenommen, die die Dortniunder Parteigenossen für die Sticht- beschick» n g des Parteitages tadelt. Ebenso eine R e s o l u t i o'n, die den Beschluß, wonach Block und Lehmann unwürdig sein sollen, Partei- ä m t e r zu bekleiden, für ungerechtfertigt erklärt. Der Antrag, das Parteiblatt nach Bochum zn verlegen, ist zurückgezogen worden. ES wurde ausgesührt, daß mau den Streit nicht noch mehr entfachen, sondern für seine allmälige Bei- legung sorgen solle. Genosse Auer machte darauf aufmerksam, daß die Partei nicht auf Dortmund, dieses Arbeiterrcvier der Grotzindnstr-.c, verzichten wolle ivegcn persönlicher Streitigkeiten einzelner Personen. Wenn wir die Möglichkeit hätten, init den gesammten Parteigenossen in Stadt und Land.Dortmund zu sprechen, so würde der Streit bald bei- gelegt�und die, die ihn entsacht haben, an die Wand gedrückt sein. Aner's Argumente wirkten denn auch auf diejNersmiiinlnng.ffo daß lediglich das allgemeine Parteiinteresse in den Beschlüsser zur Geltwig kam. Der Einfluß der Dortmunder ans das Parteiblatt soll aber, wie noch beschlossen wurde, eingeschränkt werden. Wir wollen hoffen, daß die einmüthigcn und verständigen Be- schlüsse dieser Konferenz dazu beitragen, wieder Friede und Einig- keit zivischen den Parteigenossen des für uns so wichtigen Ruhr- reviers herbeizuführen, damit die Schlappe, die in dem Verluste des Dortmunder Wahlkreises für uns liegt, bei der nächsten Gelegenheit wieder gutgemacht wird. Die diesjährige Partei- Konferenz des oberschlesischen Agitationsbezirks fand am Sonnabend den 25. März in Reden- dörf-Bielschoivitz im Kreise Zabrze statt. Vertreten waren sieben Wahlkreise Oberschlesiens durch 19 Delegirte; außerdem waren Vertreter des Breslauer und Langcnbielauer AgitationöbezirtS v oh»enden Gastivirthe den Muth hatte, unseren Genossen Mittagbrot zu liefern; diese mußten sich also selbst, beköstigen. Trotz alledem bedeutete die Abhaltung dersKonserenz im Herzen Oberschesiens, im Jndustriebezirk, einen nicht zu unter- chätzenden Erfolg für nnS. Sonntag, den 26. d.M., sollten in Bielscho witz-Reden darf > w e i Volksversammlungen stattfinden, leider fand nur eine statt, ?a die erste für Mittag angemeldete, der polizeilichen Auflösung ver- iel. Der Anmeldende hatte übersehen, daß in Bielschowitz die gottesdienstliche Zeit bis 12— statt bis 11— Uhr dauert. Als ein VersammIlingSbesucher die Polizeibeamten darauf aufmerksam machte. daß der die Anmeldung entgegennehmende Beamte nichts gegen die Abhaltung der Versammlung um 11 Uhr eingewendet hatte, ent- gegnete er pfiffig lächelnd:„Ja. das ist ja eben die Schlauheit!" Er meinte wahricheinlich die„Schlauheit" jenes die Anmeldung be- cheinigenden Beamten. Die Nachmittags-Versammlung war sehr gut besucht; in ihr sprachen Morawski- Berlin und B o r y s- Zabrze. Die Parteigenossen SüdbaycrnS hielten am Sonnabend ihren ersten Gautag ab, der von 24 Delegirte» anö 20 Orten besucht war. Nebe» mehr inneren OrgamsationS- und Agitationsangelegenheiteil beschäftigte er sich auch mit der Frage der LandtagSwahlen. Nach einem Referate des Genossen Wollmar und einer lebhasten Debatte wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Der Gautag empfiehlt den Parteigenossen, überall da. wo Aus- ficht auf Erfolg, also auf die Wahl von eigenen Wahlmmmern besteht— aber auch nur da— in die Wahl einzutreten und die Kräfte nicht zu zersplittern. Die Bestimmung der Orte ist de» dortigen Genossen im Einvernehmen mit dein Gauvorstand zu über- lassen. Eine Konferenz der sozialdeinorratische» Gemeindcbertreter in den thüringischen Kleinstaaten lvird für Sonntag, den 23. April, nach Ilversgehofen bei Erfurt einbernfen. Sie soll den Zweck haben, ein plamnäjziges Auftreten der Parteigenossen in den Gemeindevertretungen nach einem bestimmten Programm herbei- zuführen. AuSschlnst auS der Partei. In G e h e r im sächsischen Erzgebirge wurde der frühere Bertrauensmann Paul Repmann wegen schwerer Schädigung der Partei-Jnteressen durch eine Parteiversammlung aus der Partei ausgeschlossen. Den hier in Berlin arbeitenden Parteigenossen anS Jüterbogs und Umgegend diene zur Nachricht, daß der Wirlh N u d o l> W e n d> dem sozialdemokratischen Wahlverein das Lokal entzogen hat Und diesen damit obdachlos gemächt hat. Das Lokal deS Herrn Wendt ist danach nicht mehr als Parteilokal zu betrachten. Polizeiliches, Grrichklichcs u.f.w. � Wege» Bcleidignng eines Unteroffiziers wurde der Redakteur unseres Parteiblattes in Anhalt Genosse Günther zu 150 M. Geldstrafe verurtheilt. Das Blatt hatte im Dezember v. I. über einen Vorfall auf dem Exerzierplatze in Zerbst berichtet. Danach hatte ein Unteroffizier einen Soldaten, der beim Zielen einen Fehler gemacht, längerejZeit mit dem schtveren Zielpfahle Laufschritt niachen lassen. Der Staatsanwalt hatte 2 Monate Gefängnifi beantragt, das Gericht kam zu dem erwähnten Urtheil, weil nicht eriviesen sein soll, dast der Laufschritt— der in Gegenwart des Unteroffiziers ausgeübt wurde— kommandirt worden sei. — Das Kriegsgericht in Darmstadt sollte Genosse Qnarck in Frankfurt a. M. durch einen Artikel in der„Volksstimme" be- leidigt haben. Unter der Ueberschrift:„Sechzehn Jahre Zuchthans wegen— Unfugs" hatte er ein Urtheil des ge- nannten Gerichts besprochen und darin ausgeführt,„daß es sich um Prügeleien gehandelt habe, die im Wesen nicht schlimmer sind als die Nachtwäckiter-Rempcleien unserer Studenten". Die drei Un- besonnenen hätten nur vergessen, daß sie am Kontrolllage unter Militärgerichtsbarkeit standen/ Der erste Staatsanwalt hatte 500 M. Geldstrafe beantragt, das Gericht erkannte auf Freisprechung. Versammlungsfreiheit. In Barmen sollte eine Färber- Versammlung stattfinden. Als die Besucher in das Lokal wollten, fanden sie es geschlossen. Der Revierkommissar hatte den Wirth ver- anlaßt, das Lokal nicht zu öffnen. Er habe Befehl, die Versammlung zu verhindern, da sie nicht angemeldet sei. Obwohl sie in Wirklich- keit in aller Form angemeldet war und dem Beamten auch die An- melde-Bescheinigung präsentirt wurde, erklärte er dennoch, er halte sich an seinen Befehl! Die Schöneberger Schiilermißhandlung vor Gericht. Zlveiter Verhandlungstag. In der Schöneberger Schulangelegenheit wurden gestern die Verhandlungen vor der zweiten Strafkammer deS Landgerichts II fortgesetzt. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Laird- gerichts-Direktor M e r s ch e i m wird auf Antrag des Angeklagten Vormeng dessen Tochter vernommen, die von dem Lehrer Kahre gezüchtigt worden ist. Sie sagt aus, daß ihr der Lehrer, als sie eine Frage nicht beantworten konnte, einen Stoß gegeben habe, so daß sie mit dem Kopf gegen die Tafel fiel. Außerdem habe sie Stocksch'lä'ge über die Hand und den Puls erhalten. Die Zeugin weiß auch noch von starken Züchtigungen anderer Schülerinnen durch den Lehrer Kahre zu berichten, und behauptet, daß dieser einmal den Mädchen zugerufen habe:„Was glotzt Ihr mich so an, Ihr Affen?!" Nach endgiltigem Schluß der Beweisaufnahme nimmt Staats- ailwalt Friedheim das Wort. Es sei zur Charakteristik gewisser Kulturanschauungen am Ende deS Jahrhunderts hervorgehoben, daß von ihm im Plaidoher die Behauptung aufgestellt wurde, der Fall Richard- Fischer sei Gegenstands des unerhörtesten Miß- brauch s durch die Presse geworden. Es sei ja richtig, daß der Dr. Herzfeld sein Attest dahin abgegeben hat: Tod infolge Bauchfellentzündung sMißhandlung). Dieses Attest könne den Angeklagten nicht als Entschuldigung dienen. Es sei bedauerlich, daß der Arzt ein solches Urtheil abgegeben habe. Der Staatsanwalt beantragt schließlich gegen Brüning und Vor meng je drei Monate Gefä'ngniß und je 500 M. Geldstrafe, eventuell je 50 Tage Gefäugniß, gegen Kresse 200 M. Geldstrafe. Rechtsanwalt Hugo Sachs bestreitet entschieden, daß in diesem Falle ein„unerhörter Mißbrauch der Presse" vorliege, im Gegen- theil: es handle sich hier um einei. vollständig zutreffenden Gebrauch der Presse, allerdings mit Ausdrücken, die sich von denen bei der Bureaukratie gebräuchlichen unterscheiden. Nach Auffassung des Staatsanwalts sei ja in Schöneberg alles aufs Beste bestellt und die Schöneberger Lehrer verdienten eigentlich noch eine Prämie. Nach der Meinung anderer Zeugen dieser Verhandlung habe diese ein durchaus betrübendes Bild entrollt, ein Bilds aus dem sich ergebe, daß in Schöneberg die Züchtigung der Schulkinder eigentlich immer auf der Tagesordnung stehe. Rechtsanwalt Dr. Schwindt, als Vertreter der Nebenkläger, ergänzt und verstärkt die Ausführungen des Staatsanwalts. Gerade in der Jetztzeit, woman von mancher Seite an allen Institutionen rüttele, sei es doppelt strafbar, bei den Kindern das Gefühl der Achtung vor erwachsenen Personen, vor den ihnen vorgesetzten Lehrern und vor den Behörden zu untergraben. Er halte eine strenge Bestrafung für geboten. Rechtsanwalt Dr. H a l p e r t: Es mache immer einen komisch«» Effekt, päpstlicher sein zu wollen, als der Papst. Der Vorredner habe fönnlich darin geschwelgt, den Staatsanwalt noch zu über- trumpfen, er habe aber doch die Ergebnisse der Beweisaufnahme nicht über den Haufen werfen können. Der Beweis der Wahrheit sei zum größten Theile erbracht worden, die Beweisaufnahme habe schreiende Mißstände aufgedeckt und mehrere Fälle vorgeführt, in welchen in maßloser und ganz unzulässiger Weise geprügelt worden sei. Der Vertheidiger führt dann juristisch aus, daß der Lehrer Richard für den Tod des Knaben Fischer strafrechtlich verantwortlich sei. Nach sehr langer Berathung verkündete das Gericht das Urtheil dahin: Brüning und V o r m e n g sind der öffentlichen Beleidigung und zwar Brüning in 5, Vormeng in ll Fällen schuldig unv Brüning wird zu 500 M. Geldstrafe event. 50 Tagen Gefäugniß. V o r m e n g zu 800 M. Geldstrafe event. 3i> Tagen Gefängniß verurtheilt. Im Uebrigen sind Brüning der Beleidi- gung in 10 Fällen, Vormeng der Beleidigung in 11 Fällen, Kresse der Beleidigung in 2 Fällen nicht schuldig erachtet und freigesprochen worden. Dem Rektor Piepke und Lehrer Richard wird die Publikations- befugniß zugesprochen. Die Kosten werden, soweit Freisprechung erfolgte, der Staatskasse bezw. den Nebenklägern, im Uebrigen den iAngeklagten auferlegt.— Was den Fall Richard betrifft, so war ihm keine Veranlassung zur körperlichen Züchtigung des Knaben Fischer gegeben. Nach Ansicht des Gerichts hat der Lehrer Richard bei der Züchtigung des Knaben allerdings das Züchtigungsrecht überschritten, denn die Art und Weise, wie er den Knaben auf die Bank„geschubst", überschreitet das Maß des Erlaubten. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Jnser Allerdina» steht der Tod de« Fischer in«wem mittel« baren Zusammenhang mit dem ganzen ZüchtlgungSakte. Hat Richard, wie es nach der Entscheidung der„ Schulaussichtsbehörde feststeht, widerrechtlich gezüchtigt, dann muß er auch für die Folgen. die entstanden sind, verantwortlich gemacht werden. Den Angeklagten stand überdies noch das Gutachten des ArzteS Dr. Herzfeld zur Seite. von welchem sie Kenntnitz erhalten hatten.— Auch bezüglich des Lehrers Liahre hält es der Gerichtshof für erwiesen, daß das Znchtigungsrecht überschritten worden ist, wie ja auch die über Kahre verhängte Disziplinarstrafe beweist. Es ist auch erwiesen, daß Kahre auch noch nach dem Falle der Tochter des Vormeng ein Mädchen mißhandelt hat und der Gerichtshof stimmt' der Ansicht des Kreis- Schulinspektors zu, daß eine Züchtigung von Mädchen über zehn Jahren überhaupt nicht stattfinden sollte. Was den Angeklagten Kresse betrifft, so hat derselbe nur eine berechtigte Abwehr gegen Angriffe in der Lehrerzemmg veröffentlicht. Wenn die Lehrer sich in' eine scharfe Preßfehde ein- lassen, dann müssen sie sich gefallen lassen, daß ihnen in ebenso scharfer Weise gedient wird. Brüning ist im Sinne des Preßgesetzes für veranttvorl'lich gehalten worden.' Die beleidigende Absicht ist bei beiden Vernrtheilten verneint, dem Angekl. Vormeng an sich auch der Schutz des§ 193 zugesprochen worden; nach Ansicht des Gerichts ftnv aber verschiedene Ausdrücke über die zulässigen Grenzen hinaus- gegangen. Der Gerichtshof hat für jeden Fall der Beleidigung aus 100 M. Geldstrafe erkannt, in der Erwägung, daß die Artikel doch große Beunnihignug in der Bürgerschaft hervorgerufen haben und die gcsammte Lehrerschaft in einer Weise heruntergerissen ivorden ist. daß die Lehrer nach dem Zeugniß des Rektors Piepke ihres Lebens nicht sicher waren._ GewevklrhAfkliches« Berlin und Umgegend. Achtung, Stockarbeitcr! Der Thätigkeii de» Schirmstock- fabrikanten Noa ist es anscheinend gelungen, einen Verband der Cellnloidfabrikanten für Berlin zu gründen,' Der Verein wird seine Spitze in erster Linie gegen die Arbeiter richten; denn Hauptaufgabe des Verbandes soll es sein, bei etwa ausbrechenden Differenzen mit den Arbeitern sämmtliche im Verband organisirten Unternehmer zum gemeinsamen Vorstoß gegen die Arbeiter zu zwingen. Damit ist also eingetreten, was Herr Noa vor dem Gewerbegericht bereits an- deutele. Darum Achtung, Stockarbeiterl Herr Noa ist der Schützer der Hausindustriellen Eifert u.Lindblait und Alphonse Ludwig u. Co., die, wie Herr Noa ebenfalls am 10. März d. I. vor dem Gewerbegericht ausführte, nur 3— 4 Arbeiter als Hausindustrielle beschäftige». Die famose Aussperrung seiner Arbeiter dürfte sich Herr Noa überlegen, da er mit seinen Arbeitern Verträge abschloß, die 13 Wochen,'26 Wochen und sogar 52 Wochen laufen. Der Borstand des Verbandes der Slockarbeit'er Berlins. Deutsches Reich. Die Vertretung der GcwerkschastSkartelle auf dem Ge wcrkschaftskongrest. Diese Frage ist durch ein Zirkular des Münchener Gcwerkschaftskartells neu in Anregung gebracht. Schon bei Abhaltung des vorigen Gewerkschaftskongreffes stellte das Münchener Gewerkschaftskartell das Verlangen, Deleairte aus diesen Korporationen zuzulassen. Die Generallommission lehnte eS ab, und in diesem Jahre erhielt ein gleiches Gesuch dieselbe begründete Ab- Weisung. Daraufhin versandte der Gewerkschaftsverein in München am 13. März 1899 folgendes Zirkular an die Gewerkschaftskarielle: „Werths Genossen! Wie Ihnen bekannt sein dürfte, hat� die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands den dritten Gewerkschaftskongreß auf den 8. Mai d. I. nach Frankfurt a. M. einberufen. Da in den Einladungen dazu wieder mit keinem Worte der Kartelle gedacht wurde, wandte sich der Unterzeichnete mit der direkten Anfrage an den Vorsitzenden der Gcneralkommission, Genossen Legien, ob Delegirie der Kartelle nicht iveniastens bei den Punkten:„Gewerkschaftskarielle" und„Arbeiterselretariaie" zugelassen würden. Die Antwort lautete dahin, daß bereits 150 De- legirte von Zentralvcrbänden auf dem Kongresse anwesend sein würden und daher Vertreter der ca. 250 Kartelle nicht mehr zuge- lassen werden könnten. Die Frage der Vertretung der Kartelle tonne keine Prinzipienfrage sein, Iveil schließlich in den Kartellen, mit wenigen Ausnahmen, dieselben Personen hervorragend thätig seien, die auch in den Zentralverbänden an erster Stelle für ein Kongreß- Mandat in Frage kämen. Zur Jllustrirung dieser Behauptung sei die Thatsache angeführt, daß auf dem letzten Kongresse in Berlin mehr als die Hälfte sämmt- sicher Delegirten allein aus Berlin und Hamburg nebst Umgebung, außerdem aber noch nicht einmal 40 Orte vertreten waren und ganze große Landesgebiete ohne Vertretung blieben. Ferner ist zu berück- sichtigen, daß als Delegirie seitens der Zentral-Verbände in erster Linie die diversen Verbandsbeamien, deren Animosität gegen die Kartelle(rühmliche Ausnahmen abgerechnet) bekannt ist, in Frage kommen. Da die Kartelle jedoch sich in ganz enormer Weise in allen Thcilen Deutschlands vermehrt und entwickelt haben, damit beweisend, daß sie trotz aller theoretischen Gegenbeweise einem dringenden Be- dürfnisse entsprechen, so dürfte es wohl nicht mehr als reckt und billig sein, bei den Verhandlungen über die Kartelle und ihre Schöpfungen — die Arbeitersekretariate— auch die von diesen gesandten Delegirten anzuerkennen. Um dies zu erreichen, hatte der Gewerkschastsverein München bereits dem letzten Kongresse ein Monitum vorgelegt, daß jedoch vollständig unbeachtet blieb. Da nun zu erwarten ist, daß bei dem bekannten Einfluß der Generalkommission und der Delegirten von zwei oder drei unverhältnißmäßig stark vertretenen Orten auch der bevorstehende Kongreß, trotz des extra angesetzten achten Punktes seiner Tagesordnung, die Kartelle wieder ganz nebenher abthun wird, so erscheint es doch angezeigt, die Frage zu erörtern, ob die Gcwerkschaftstartelle nicht eventuell eine besondere Kon- ferenz einberufen sollen. Wir bitten Sie. diese Angelegenheit dem dortigen Kartell zur Besprechung vorzulegen und uns umgehend über Ihre Stellung be- züglich dieser Frage eingehend Miithe'ilung machen zu wollen." ES wäre im Interesse der Gewerkschaften zu wünschen, daß daS Münchener Gewerksckaftskartell mit seinem Borschlage, eine besondere Konferenz einzuberufen, keine Unterstützung fände. Denn die GeWerk- schaftsbeivegung gäbe dadurch wieder einen Anblick der Zerrissen- heit und der Sonderbestrebungen, der sehr zu bedauern wäre. Mit Recht hat die General- Kommission eingewandt, daß die Kartelle örtliche Organisationen sind, deren Wirkungskreis ein be- schränktcr ist. Die eigentliche Vertretung der Gewerkschaften sind ihre Organisationen im Beruf. Wo kommen wir hin, wenn jede Sonderkorporation glaubt, sie müsse Leitung und Führung über- nehmen und ihr Kongreßchen haben. Die Aufwendung der Mittel für solche Zwecke wäre' nutzlos und störte die Einheitlichkeit der Be- wegnng, die wir für die Gewerkschaften recht nothwendig haben. Zum Krcfelder WcberauSstand verbreitet die„Köln. Ztg." die Nachricht, daß der Streik beendet sei. Diese Meldung ist unrichtig. Nur die Firma Peltzer Gebr." machte annehmbare Zugeständnisse und wird dort die Arbeit oufgenoinmen werden. Im Uebrigen dauert der Streik unverändert fort und sind Hilfsmittel nach wie vor erforderlich. Der Streik der Maurer und Bauarbeiter in D e l m e n- h o r st ist zu Gunsten der Arbeiter beendet. Die Mauerer haben einen Minimallohn von 42>/z Pf. pro Stunde erzielt, ausgenommen hiervon sind diejenigen jugendlichen Arbeiter, welche noch nicht länger als ein Jahr aus der Lehre sind. Dieselben erhalten nach den Abmachungen einen Minimallohn von 40 Pf. die Stunde. Die Bauarbeiter erhalten in Zukunft einen Lohn von 27—33 Pf. pro Stunde. Die Bauunternehmer erklärten, daß alle am Streik be- theiligten Arbeiter, soweit eine Nachfrage nach Arbeitskräften ist. wieder eingestellt werden sollen und Matzregelungen nicht stattfinden werden. ltmlheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von M In der Versammltmg der ZwangSinnnng der Dtschker in Zwickau siegle bei den Wahlen zum Gesellenausschuß und dem Schiedsgericht die Liste der Holzarbeiter-Gewerkschaft. AtttevnrszmeV�Vevbsnde« Ucbcr die Dortmunder KohlenhandlungS-Gcsellschaft giebt das„Westsälische VolkSblatt" folgende nähere Angaben:! Der Händler und sonstige Abnehmer kann sich im Allgemeinen zwar die Zeche wählen, von' der er den bestimmten Theil' des Be- darfs beziehen will, aber eine Klausel verpflichtet ihn, ftir ihn minder- werthige Kohlen in einem bestimmten Prozentsatze event. zum selben Preise wie die anderen, mit abzunehmen, wenn er auch erklärt, dafür keine Verwendung zu haben. Die Händler werden einfach zur festgesetzten Zeit an das Dortmunder Bureau bestellt. dort wird ihnen mitgetheilt, was sie haben können; sind sie damit nicht zufrieden, können sie sehen, wo sie anderwärts Kohlen bekommen, d. h. sie können nach Lage der Dinge überhaupt keine erhalten, um ihre Abnehmer zu befriedigen. Jedem Händler ist sein bestimmter Rahon angewiesen, außerhalb dessen er keinen Zentner verkaufen darf; thut eres dennoch, so hat er für den Doppellader 30 M. Konventionalstrafe zu zahlen, also für die Tonne 3 M. Kein Händler darf Kohlen vertreiben, als solche, die ihm von der Gesellschaft geliefert sind; thut er es dennoch, so hat er für sämmtliche Verträge pro Doppellader 5 M, mehr zu zahlen. Ein Beispiel. Als Kohlen für Amerikaner- und Cadö-Oefen sind die Kohlen von der Zeche Langenbrahm in verschiedenen Distrikten sehr beliebt und fast ausschließlich gängig. Langenbrahm gehört ober dem Syndikat nicht an, folglich darf der Händler, der mit der Gesell- schaft arbeiten will, die Kohle nicht führen. Wenn er nun einem Kunden einen Waggon Langenbrahm liefert, so hat er nicht etwa blas für diesen die Konventionalstrafe zu zahlen, sondern für seine Gesammtabschliisse in allen Kohlensorten. Wenn er also auf 300 Doppellader abgeschlossen hat, muß er wegen dieses einen Waggons nicht weniger als 1500 M. Konventionalstrafe entrichten. Bereinigung deutscher Gaswerke. Die Vereinigung, der die meisten größten Gaswerke im Westen und Süden Deutschlands an- gehören, hielt im Februar d. I, zwei Versammlungen ihrer Mit- gliedcr ab, um den Verkaufspreis des Gaskoaks für die Zeit vom 1. April 1899 bis zum 31. März 1900 festzusetzen. Auf der ersten Versammlung in Frankfurt a. M. wurde beschlossen, für Süddeutsch- land den Verkaufspreis nicht zu erhöhen, sondern den vorjährigen beizubehalten. Auf der zweiten Versammlung in Essen wurde der Verkaufspreis des Gaskoaks für den Versand nach Holland um 0,50 M. für die Tonne erhöht, während der Preis nach dem Osten und Norddeutschland beibehalten wurde. Soziales- Dem Verein zur Errichtung von BolkSheilstiitten für Lungenkranke der Stadt Köln wurden von der städtischen. Verwaltung in Köln 50 000 M. zum Bau einer Heilstätte überwiesen. Die Kosten für die Anstalt berechnet man auf 300 000 M. Soziale Mechkspftese- Bedingte Lösung de» ArbeitSverhältniffes. Der Schneider« meister Simon glaubte Grund zu haben, mit den Schneidern H. und R. unzufrieden zu sein. Er sagte deshalb u. A. zu ihnen: „Wenn es Ihnen nicht mehr paßt, dann hören Sie auf." Die beiden Gehilfen sahen dies als eine Entlassung an, legten die Arbeit nieder und verklagten Simon beim Gewerbegericht auf Zahlung einer Entschädigung. Da R. zweimal nicht zum Termin er- schienen ist. ivurden die Akten in seiner Sache fortgelegt. Den anderen Kläger wies der Gerichtshof mit seiner Klage ab. Die Kammer I unter dem Vorsitz des GewerberichterS T e ch o w war der Meinung, daß hier eine Entlassung überhaupt nicht vor- siege. Der Beklagte habe die Lösung des Arbeitsverhältnisses von einer Bedingung abhängig gemacht, der nämlich, daß eS den Klägern nicht gefalle, bei ihm weiter zu arbeiten. Hiermit habe er eS ihnen lediglich freigestellt, ohne vorherige Kündigung die Arbeit aufzugeben. Sie feien somit freiwillig gegangen. Der Zimmermann Schöppach. der für gewöhnlich im land- wirihschaftlichen Beiriebe eines Junkers beschäftigt war, wurde eine» Tages damit beauftragt, im Schlosse des Gutsherrn Gardinen an« zubringen. Bei dieser' Arbeit verunglückte Sch. Er stürzte von der Leiter und verletzte sich derart, daß seine Erwerbs- fähigkeit auch noch nach Ablauf deS Heilverfahrens beschräiikt blieb. Die landwirthschaftliche Berufsgenosse, ischaft, an die sich der Verletzte dann wegen einer Unfallrent« wandte. lehnte die Rentengewährnng ab, weil ein laiidwirihschafilicher Betriebsunfall nicht vorläge.' DaS Schiedsgericht als BerufungS« instanz entschied im selben Sinne. Das Gericht führt« ans, eS sei entscheidend, daß der Kläger nicht im versicherten Be- triebe der Landwirthschaft, sondern bei einer nichiversicherten Hausarbeit verunglückt sei. Unerheblich sei, daß der Kläger sonst immer in der Landwirthschaft gearbeitet habe und daß er von seiner landwirthschafilichen Thätigkeii nur für kurze Zeit abberufen worden sei, um die Gardinen anzubringen. Den hiergegen vom Kläger eingekegten Rekurs wieS das ReichS-Versicherungsamt als unbegründet zurück. Naifzvichkea und Depeschen« Wien» 28. März.(W. T. B.) Niedcrösterreichischcr Landtag. Schluß. Nach längerer Debatte wird der Antrag des Ver« fassungs-Ausschusseö„Der Landtag erklärt die Zurücknahm« der Sprachenverordnungen nicht nur im Interesse der Deutsche», sondern auch Oesterreichs für eine unerläßliche Nothivcndigkeit und weist jeden Versuch zurück, die Sprachenverhältnisse auf einem anderen Wege als durch Reichsgesetze, etwa durch den§ 14. zu regeln", an, genommen, jedoch mit Ausnahme der Stelle, betreffend den Z 14, welche abgelehnt ivird. Lemberg, 28. März.(B. H.) Blätiermeldungen zufolge soll die hiesige technische Hochschule wegen eiueS Kon» fliktes zwischen Studenten und Rektor geschlossen werden. PariS, 28. März.(B. H.) Der Kaffasionshof beschäftigte sich heute mit dem geheimen Dossier. Morgen wird derselbe das diplomatische Dossier uiitcrsnchen und sich sodann auf 14 Tage vertagen. Falmouth, 23. März.(W. T. B.) Der deutsche Dampfer „Willehad", von Bremen nach New-Dork untertvegs, kehrte mit g e« brochenem Schraubenflügel hierher zurück. Kopenhagen, 23. März.(W. T. B.) Der Folkething nahm heute mit 73 gegen 28 Stimmen eine Vorlage an, durch ivclche der Betrag von 100 000 Lkronen zur Absenduiig eines Kreuzers nach den ostasiatischen Gewässern bewilligt wird. Das Budget für 1899/1900 ist hiermit definitiv angenommen; der Schluß der Reichstags-Session erfolgt morgen. Amsterdam, 23. März.(B. H.) DaS holländisch- belgisch« Korrespondenzbureau versichert, aus bester Quelle z» wissen, daß die Meldung auswärtiger Blätter, Ivonach der Zusammentritt der Friedenskonferenz wahrscheinlich vertagt werde, unrichtig ist. Ebenso unrichtig sei, daß der Papst zur Kon- ferenz eine Einladung erhalten habe. Dieselbensollen in den nächsten Wochen den verschiedenen Delegirten zugehen. Belgrad, 28. März. lB. H.) Der Pretzchef Vilonsky erhielt den Abschied, iveil derselbe falsche Nachrichten in ansländische Zeitungen über die Schadowsky-Affäre verbreitet hat. Die Leitung des Preß- bureaus übernahm der Sektionschef Boschkovic. Babing in Berlin. Hierzu 2 Beilagen n. UnterhaltungSblatt. pt. 75. i6. mmn. i KeilU des Dmiirls" KeMer WlksblM mm*, ss. Um ms. Mommunales. Die Deputation der stadtischen Kanalisationswerke und der Rieselfelder hat auf Antrag der Jnvaliditäts- und AltersversicherungS- Anstalt Berlin unter Vorsitz des Stadtraths Marggraff beschlossen, dem Magistrat zu empfehlen, den mit der genannten Anstalt wegen Miethung des Schlosses in Eütergotz abgeschlossenen Vertrag bis zum 1. April 1902 unter der Bedingung zu verlängern. daß— wenn die im Bau begriffene neue Heilstätte in Beeiitz früher be- zogen werden kann— das Schloß Gütergotz an die Stadt Berlin zur Einrichtung einer Heimstätte schon vor dem 1. April 1902 un- entgeltlich abgegeben werden mutz. Die ASphaltlruna der Charlottenburger Chaussee vom Großen Stern bis zur Weichbildgrenze wird von der hiesigen Stadt- gemeinde noch in diesem Jahre ausgeführt werden. Zu diesem Be- Hufe ist auch die Kanalisation dieser Strecke, sowie die Herstellung der Vorfluthleitungen im Großen Steruweg zwischen Charlotten- durger Chaussee und Brücken-Allee und in der letzteren vom Großen Weg bis zum Großen Stern erforderlich. Die Kosten hierfür sind auf 74 500 M. veranschlagt. Dieselben sollen aus dem von der Stadt zur Unterhaltung des Thiergartens alljährlich zur Verfügung gestellten 30 000 M. nach und nach erstattet werden. Die speziellen Projekte für mehrere Gebäude auf dem Gelände deS vierten städtischen Krankenhauses in der Seestraße haben nunmehr die Zustimmung der Krankenhaus- und Bau-Deputation erhalten. Die Projekte betreffen 20 Baracken für innere und chirurgische Krankheiten, die beiden Gebäude für männliche und weibliche Geschlechtskranke und die Futtermauer sowie die Dunggrube und find veranschlagt auf 5 136 700 M. Die Stadtverordneten- Versammlung wird sich mit denselben in einer ihrer nächsten Sitzungen zu beschäftigen haben.______ Loksles. Die heute fällige Nummer des„Wahren Jakob" ist in Berlin nicht eingetroffen; Schneeverwehungen sollen die Ursache sein, daß der Stuttgarter Zug gestern den Anschluß in Leipzig ver- säumt hat. Zur Reuwahl im zweiten Wahlkreise. Den Partei- genossen und Genossinnen die Mittheilung, daß am C h a r f r e i t a g, den 31. d. M., früh IVi Uhr, eine Flugblattverth eilung stattfindet. Alle, die gewillt sind, mitzuhelfen, werden ersucht, sich in folgenden Lokalen einzufinden: Schonheim, Gräfestr. 8; P. Müller, Gräfestr. 31; Etvald, Schönleinstr. 6; Linde- mann. Moritzstr. 9; Zubeil, Lindenstr. 106; Satz, Markgrafenstr. 102; Raumann, Blücherstr. 42; Lüdke, Zoffenerstr. 10; Kitzing, Belle- Alliancestr. 74; Wichert, Großbeerenstr. 54; Faller, Pallasstr. 16; Werner. Bülowstr. 59. Pflicht der Parteigenossen der übrigen Wahlkreise ist eS. an dieser Flugblattverbreitung, sowie den sonstigen Wahlarbeiten in: zweiten Kreise regen Antheil zu nehmen. In allen Fällen ist genügende Legitimation mitzuführen. «»zialdemokratischer verein für den 5. Berliner ReichS- iagS Wahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Char- frertag«ine Herrenpartie nach Grünau stattfindet. Treffpunkt: MorgenS 8 Uhr am Bahnhof Alexanderplatz unter den Kolonnaden. Für Nachzügler bis 2 Uhr Nachmittags bei Lindenhayn in Grünau. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Die nächste Lokalliste wird am 23. April herausgegeben. Mid theilungen über Sendemugen und Neu-Aufnahmen find bis spätestens zum 18. April an Karl Scholz, Wrangelstraße 110, zu richten. Die Lokalkommission. Die Angelegenheit der Schülermihhandlungen in Schöne- berg, die zwei Tage hindurch das Gericht beschäftigte, hat den Aus- gang gefunden, den man erwarten konnte. Wer schwere Mißstände »m öffentlichen Leben bekämpft, sei eS auch in der lautersten Absicht, hat unter Umständen zu erwarten, daß er selber weit eher auf die Anklagebank kommt, als die Personen, welche die Mißstände etwa verschulden. Auch in diesem Falle, wo die Behauptungen der An- geklagten sich als schwer beschämende Thatsachen erwiesen haben, »st die Vemrtheilung erfolgt und zwar wegen Verfehlungen, die im Ausdruck, in der Form begangen find. Als ob es überhaupt einen normalen Menschen auf der Welt gebe, der nicht mit ZomeSworten darein führe angesichts solcher Ge- schchniffe wie fie in der Schöneberger Angelegenheit gerichtlich erwiesen wurden l Wo wäre da ein Vater, der sein Kind lieb hätte und nicht »in der Form fehlte" l Ob die moralisch Schuldigen, die prügelkundigen Pädagogen, sich den gestern zu Ende geführten Fall zur Warnung dienen lassen werden? Ob sie, wo das im Kulturstaat Preußen nun einmal gillige Recht ihnen im Gebrauch deS Bakels einen erstaunlich weiten Spielraum läßt, ans den tief betrübenden Vorfällen heraus, die gestern und vorgestem zur Sprache gebracht wurden, im Interesse ihres eigenen Ansehens lemen werden, sich zu bemeistern? Wir wollen es hoffen. Wir geben den Herren einen Geleitspmch auf den Weg, den wir vor einiger Zeit in den streng konservativen ..Grenzboten" fanden. Diese Zeitschrift schrieb in einer Betrachtung über Prügelpädagogik:„In einer sächsischen landwirthschaftlichen Zeitung lasen wir neulich einen Artikel über die Erziehung der Bullen. Darin hieß eS unter anderem: Vor allem sei darauf zu achten, daß der Bullenknabe und Jüngling fromm werde und bleibe. Deshalb müsse man ihn von Kindheit auf liebreich und freundlich behandeln und dürfe ihm ja keinen rohen Wärter geben; rohe Wärter und böse Bullen finde nian immer beisammen. Und gestern lasen wir in einer andern landwirthschaftlichen Zeitung Anweisungen zur Erziehung der Füllen. Nicht erschrecken, nicht necken, nicht reizen, nicht ärgern, nur freundlich und sanft anreden, streicheln, Zucker reichen, daraus lief die Pferdepädagogik hinaus; beobachte man diese Regeln nicht, so bekomme nian ein störrisches Pferd, das scheut, das nicht zieht, das ausschlägt und beißt. Wann werden sich die Pädagogen, die mit Menschen umzugehen berufen sind, endlich einmal zur Höhe jener vernünftigen Humanität aufschwingen, aus der die Pferde-, Rindvieh- und Hundepädagogen und sogar auch die Dresseure in den Menagerien schon seit Langem stehenl"— Die Bewegung der Bedölkerung Berlins im Jahre t8S8 war, nach den vorläufigen Feststellungen, folgende. (Zur Vergleichung mit dein Vorjahre sllgen wir die durch Nach- »nellnmgen vervollständigten Zahlen aus 1897 in Klammern bei.) Geboren wurden 26 329(26 247) männliche, 24 951(24 853) weib- liche, zusammen 51 280(51 100) Kinder, und zwar lebend 49 491 (49 327), tobt 1789(1773). Es st a r b e n(ungerechnet die Todt- geborenen) 16 235(16 378) männliche, 14 339(14 244) weibliche, zusammen 30 574(30 622) Personen; davon waren 10 290(10 671) Kinder des ersten Lebensjahres. Der Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbenen stellte sich auf 18 917(18 705) Personen. Der Ueberschuß war etwas höher als im Vorjahre. weil die Zahl der Geborenen etwas größer, die der Gestorbenen etwas kleiner als im Vorjahre war. Als zugezogen wurden 125 894(119 718) männliche, 102 227(101 740) weibliche, zusammen 228 121(221 458) Personen gemeldet, als fortgezogen 93 300 (94 308) männliche, 80 296(81 839) weibliche, zusammen 173 596 (176 147) Personen. Der Z Uschlag z�u den Fortzügen, der wegen der ersahrungsgemätzen Unvollstandigkeit der Meldungen ge- macht werden muß' und seit der letzten Volkszählung auf 18 pCt. der männlichen, 13 pCt. der weiblichen Fortgezogenen festgesetzt ist, beträgt 16 794(16 975) männliche. 10 439(10 639) weibliche, zu- sammen 27 333(27 615) Personen. Die um den Zuschlag er- höhte Zahl der Fortgezogenen ist 110094(111283) männliche, 90 736(92478) weibliche, zusammen 200 830(203 761) Personen. Der Ueberschuß der Zugezogenen über die Fvrtgezogenen stellt sich dann auf 27 291(17 697) Per sonen. Der Ueberschuß ist hier bedeutend höher als im Vorjahre, weil die Zahl der Zugezogenen erheblich größer, die der Fortgezogenen kleiner als im Vorjahre war. Geburten- und Wanderungsüberschuß ergeben einen Bevölkerungszuwachs von 46 208(36 402) Personen. Der Zuwachs von 1898 war fast um 10 000 Personen größer als der von 1897. Die fortgeschriebene Bevölkerungszahl war Ende 1897 1 758 911 und stieg durch den Zuwachs bis Ende 1893 auf 1 805 119. Der Jahres- durchschnitt der Bevölkerungszahl stellte sich für 1898 (bezw. 1897) auf 1 177 243(1 734 802). Die Veraleichuiig der oben mitgetheilten absoluten Zahlen mit diesem Durchschnitt ergiebt für die Bevölkerungsbewegnng folgende Verhältnißzahlen. Es waren pro Mille der jahresdurchschnittlichen Bevölkernngs- zahl: Die Lebendgeborenen 27,85(28,43) pro Mille die Todtgeborenen 1,01(1,02), die Geborenen überhaupt 28,86 (29,45), die Gestorbenen ohne Todtgeborene 17,20(17,65), der Ge- burtenüberschuß 10,65(10,78), die Zugezogenen 123,36(127,66), die Fortgezogenen mit Zuschlag 113,00(117,46), der Waudmings-lleber schütz 15,36(10,20), der Bevölkerungszuwachs 26,01(20,98). Im Ber� hältniß zur jahresdurchschnittlichen Bevölkerung ist also von 1897 zu 1893 die Zahl der Geborenen nierklich gesunken, der Geburten-Ueber schütz gleichfalls(obwohl auch die Zahl der Gestorbenen etwas her untergegangen ist). Ferner ist die Zahl der Zugezogenen ein wenig gestiegen, die der Fortgezogenen erheblich gesunken, folglich der Wanderungsüberschuß bedeutend gestiegen. Der Bevölkerungszuwachs ist infolge' dessen gleichfalls(wiewohl der Geburtenüberschuß geringer geworden ist) betrachtlich gestiegen. Gegen die Erwerbsarbeit der Schuljugend hat sich, unter gewissen Vorbehalten, die„Deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege" erklärt, nachdem sie in ihren letzten drei Sitzungen einen diese Frage behandelnden Vor- trag des Gemeindeschullehrers O. I a n k e gehört und darüber diskntirt hatte. Herr Janke meint, mit Rücksicht auf die gegen wärtigen wirthschaftlichen Verhältnisse, unter denen die Nothlage der Eltern nicht zu beseitigen sei, und auf die gegen wältige Organisation des öffentlichen Schul- Wesens, die eine Beaufsichtigung und Beschäftigung der in der unterrichtsfteien Zeit sich selbst überlassenen Kinder durch die Schule ausschließe, sei es zur Zeit nicht möglich und auch nicht zweckmäßig, die Erwerbsarbeit der Kinder ganz zu beseitigen, und es sei auch an sich nicht zu verwerfen, wenn die Jugend in verständiger Weise zur Erwerbsarbeit heran- gezogen Iverde. Er will diese aber nur dann zulassen, wenn dadurch die körperliche und geistige EntWickelung nicht beeinträchtigt, dem Kinde der Segen des Schulunterrichts nicht verkümmert und das Kind nicht sittlich gefährdet wird. Er fordert gesetzliche Ein schränkungen in Bezug auf Zeit und Art der Arbeit. Alter des Kindes u. f. lu! und empfiehlt daneben Belehrung der Eltern durch Schule und Gemeinde-Organe, eventuell Einschreiten d e r P o l i z e i. Als Hauptsache bezeichnet er schließlich: Besse- rung der wirthschaftlichen Verhältnisse der ärmeren Bevölkerung. Die„Deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege" stellte sich aus Gründen der Hygiene auf Herrn J.'s Standpunkt. ES wurde vorgeschlagen, keine Resolutionen zu fassen, aber dem Berliner Magistrat einen AuSzug des J.ffchen Vortrages zu übeo senden. Dem Magistrat sei dabei anheimzustellen, s» ch mit dem Polizeipräsidium in Verbindung zu setzen um eine ähnliche Verordnung über die ErwerbSarbeit der Kinder herbeizuführen, wie fie in Spandau besteht. Zu diesem Vorschlag bemerkte Stadtrath Marggraff, eine solche An- reguug werde gewiß auf fruchtbaren Boden fallen; bis jetzt fei von den städtischen Behörden noch nichts in der Sache gethan worden. Herr Janke erinnerte daran, daß die Berliner Stadtverordneten- Versammlung sich schon im Oktober 1897 mit einem Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten beschäftigt habe, der gleichfalls forderte, daß der Magistrat mit der Polizei über den Erlaß einer die Kinderarbeit einschränkenden Verordnung verhandeln solle. Darauf erividerte Herr Marggraff, ihm sei nicht bekannt, in welchem Stadium sich die Sache jetzt befinde, ob sie bei der Gewerbedeputation oder bei der Schuldeputation sei. Die Ver- sammlung nahm dann den Vorschlag an. Die städtischen Krankenhäuser haben 1897/98(bezw. 1896/97 neu aufgenommen: 12 329(12 666) Männer, 1650(1437 Knaben, 9517(8939) Frauen, 1406(1304) Mädchen, zusammen 25 402(24 346) Kranke, davon die Anstalt am Friedrichshain 9062 (9102), die Anstalt in Moabit 7925(7361), die Anstalt am Urban 7939(7883), die erst gegen Schluß des Berichtsjahres eröffnete, nur für Frauen bestimmte Anstalt Gitschinerstraße 476 Kranke. Von den Aufgenommenen wohnten 2743(2573)-=- 10,8(10,6) pCt außerhalb Berlins, die meisten aber in den direkt angrenzen- den Vororten, namentlich in Charlottenburg. Schönebcrg, Stixdorf, Rummelsburg, Friedrichsberg, Weißensee. 9829(9820) Aufgenommene waren Mitglieder von Krankenkassen und Berufsgenossen- schaften, 1251(1073) davon wohnten außerhalb. Mit den als Be- stand aus dem Vorjahr übernommenen Kranken stellte sich die Zahl der überhaupt Behandelten auf zrisammen 27 371(26 258), davon in den Anstalten Friedrickishain 9751(9755), Moabit 8637(8058), Urban 8507(8445), Gitschiner- ftratze 476 Behandelte. In der Anstalt Moabit kommt die Wirkung der dort im Vorjahre erfolgten Errichtung einiger neuer Baracken in einer bedeutenden Steigerung der Frequenz zum Ausdruck. In den drei Hauptanstalten erforderte die Behandlung zusammen 709 945 (689 840) Verpflegungstage. In den Anstalten Friedrichshain und Urban ist die durchschnittliche Verpflegungsdauer pro Kranken von 25 auf 24 Tage gesunken, in der Anstalt Moabit ist sie von 28 auf 29 Tage gestiegen. Gestorben find 3688(3604) Kranke, 13Vz(IS3/») pCt. aller Behandelten. Ucber die neuen KrankenhauS-Bautcn, die Charit ee und das vierte städtische Krankenhaus, sprach am Montag in der„Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege" der Direktor der Charitee. Herr S P i n o l a. Die Charitee wird nach ihrer Fertigstellung, zu der im ganzen zehn Jahre erforderlich sein werden, ein Terrain von über 13'/» Hektar(rund 52 Morgen) bedecken. Die Kosten deS Neubaues sind auf etwa lO'/s Millionen Mark veranschlagt(mitgerechnet den Werth dessen, was von den älteren Bauten stehen bleiben und von dem alten Inventar weiter benutzt werden soll), odaß auf jedes der 1247 Betten, über die die Charitee dann verfügen wird, etwa 8400 Mark Bankosten kommen. Das Terrain des mit 1650 Betten auszustattenden städtischen Krankenhauses um- aßt 27 Hektar(rund 106 Morgen), und die Baukosten sind hier ans über 13 Millionen Mark veranschlagt, so daß auf jedes Bett bei- nahe 8000 Mark kommen. Zieht man noch den Werth des Grund und Bodens in Betracht und rechnet dafür bei der Charitee etwa 13 Millionen Mark, bei der städtischen Anstalt 13'/e Millionen Mark o erhöhen sich die Kosten pro Bett bei der Charitee auf 18 500 M. bei der städtischen Anstalt auf 16 000 Mark. Berliner Geschäfte vor zweihundert Jahren. Angesichts der glänzenden Ausstattung, die der moderne Kaufmann seinem Geschäft zu geben versteht, kann man sich von dem Zustande der Berliner Verkaufsräunie zu Anfang deS 18. Jahrhunderts kaum noch eine Vorstellung machen. Der ganze Detailhandel wurde damals in Buden betrieben, die in den verschiedenen Straßen verstreut lagen. Da sie dem Verkehr ungeheuer hinderlich waren, beschloß man, sie zu entfernen und den ganzen Handel auf die— Brücken zu verlogen. 1733 wurden auf der Spittel-, Jäger- und Potsdamer Brucks die damals zwischen den Häusern Friedrichstrahe 83 und 160 über einen Spree-Arm führte, hölzerne„Bouttquen" oder Krambuden errichtet. 1739 erhielten die Friedrichstädtischen Fischer, Gärtner und Schlächter den Befehl, ihre Verkaufs» stände bei der„Gendarmen- Wache" abzubrechen und dafür die„Boutiquen auf der Jägerbrücke" zu beziehen, desgleichen forderte man Miethslustige auf, sich behufs Uebernahme von Buden im Rathhause zu melden.„Der MiethszinS betrug blas 12 Thalcr jährlich, trotzdem fanden sich wenige Liebhaber; auch als der Magt- strat die Gewerkschastsvorstäude anging, die Boutiquen mit Meistern zu besetzen, traf er wenig Entgegenkommen. Die Handschuhmacher erklärten, die Buden nicht brauchen zu können, man möge sich an die französischen Handschuhmacher halten, die würden„wohl am besten zur Ausfüllung_ solcher Buden im Stande sein." Die Nadler ersuchten ebenso höflich wie bestimmt, „gewisse Pfulcher" dahin zu verweisen, auch die Zinngießer bedankten sich„ganz gehorsamst" für die„Annehmung" auch nur einer der Bouttquen. Von denen der Jägerbrücke kann der Magisttat denn auch 1742 berichten, daß sie gar keinen Nutzen gebracht. Die Miether waren einfach— gerückt. Auf der Spittelbrücke sah es nicht besser aus. Der Bergmann Kalert, der dort sein künstliches Bergwerk zeigte, hatte allerdings 10 Thaler Miethe auf Abschlag bezahlt. auch die Schäuspieler Rufe und Richter hatten einen resp. zwei Thaler Miethe entrichtet, die klebrigen— nichts. Auch als der Magistrat! allen denen, die die Buden auf ihre Kosten„in baulichem Wesen'" exHalten wollten, durch öffentlichen Aufruf dreijährigen Miethserla� zusicherte, fanden sich keine Abnehmer. Der Auftuf wurde dreimal wiederholt, stets mit dem gleichen Mißerfolg. 1747 brachten die 24 Buden der Spittelbrücke in anderthalb Jahren nur 54 Thalec Miethe ein, die der Jägerbrllcke sogar nur 17 Thaler. 1777, als die Spittelbrücke von Gontard mit den heute noch stehenden Kolonnade» geschmückt wurde, gingen die Bouttquen ein. Dasselbe txar 173t' mit der Jägerbnicke der Fall. Die Potsdamer Brücke, war bereits 1740 weiter hinausgerückt worden. 8000 Meter über der Erde. In der gest.rn Abend statt» tehabten Sitzung des Deutschen Luftschifferv.eins_ gab Her» >r. Eühring vom hiesigen meteorologischen I.stitut einige inter« essante Mittheilungen über seine am vorigen s reitag unternoinnlen« Fahrt, bei der er die Höhe von 8000 Metern erreichte und eine Kälte- Temperatur von 48 Grad Celsius_ beobachtet hat. Am genaunten Tage erfolgte nämlich eine inter» nationale Auffahrt, und zwar von Paris, Berlin. Wien, Straßburg, Petersburg und London. Man erhofft aus den gegen« seitig gemachten Ilntersuchuiigen ein für die Lustschifffahrt wichtiges Material zu gewinnen. Als tiefster Luftdruck haben sich 251 Milli» meter ergeben, also etwas weniger als ein Drittel des Luftdruckes, wie et auf dem Erdboden herrschte. Der Ausstieg dauerte bei de» ersten 1500 Metern 15 Minuten, bei den nächsten 1000 Metern 9 Ml« nuten Je. bis 6200 Meter; etwa gegen 11 Uhr, also nach ca. 2'/sStuuden, waren die 8000 Meter erreicht. Die Erde war mit Wolken dicht bedeckt. Eine halbe Sttmde lang schwebte der Ballon in der angegebenen Höhe. Da der Ballon weder eine Neigung zum Hebe» noch zum Fallen zeigte, versuchte Dr. S., das festgefrorene Bentik zu ziehen, was mit Mühe verbunden war. Erst nach einer halben Stunde wurde das Pfeifen deS Gases gehört; dann kam der Ballon etwas ins Fallen, so daß sich der Ballon also über eins volle Stunde in der höchsten Höhe befunden hat. Gegen 3 Uhr wurde der Ballon zum Fallen gebracht; er kam ca. 10 Kilometer von der Stadt Landsberg, etwas südlich von Königsberg, zur Erde. Um den Leuten, welche bei der Landung behilflich waren, eine Auf- merksamkeit zu erweisen, wollte ihnen Dr. S. eine Flasche Portwein zum Trinken geben, doch war der Inhalt total eingefroren und mußte erst aufgethaut werden. Das Befinden deS Luftschiffers war in der höchsten Höhe ein gutes, nur zeigte sich ein Schwäche» gefühl im Magen. Dr. S. hatte ziemlich früh mit der Sauer- stoffathmung begonnen und den Schlauch ziemlich fortwährend im Munde. Unterhaltungskosten der städtischen Krankenhäuser. Im Jahre 1897/98 betrugen in den städtischen Krankenhäusern oin Friedrlchshain, in Moabit, am Urban, in der Gitschinerstraße die gesammten Ausgaben zusammen 2 304 050 M., pro Tag und Kranken 3,20 M. Nach Abzug der geringen Einnahmen aus der Aiistaltswirthschast(15 766 M.) ergab sich eine Mehrausgabe von 2 288 284 M., pro Tag und Kranken 3,17 M. Rechnet man die Zinsen für Grundeigenthum und Inventar mit 695 010 M. hinzu, s» stellten sich die S e l b st k o st e n der Gemeinde auf 2 883 294 M., pro Tag und Kranken 4 M. Zieht man dagegen die im Jahre 1897/98 eingegangenen Erstattungen auf Kur-, VergflegungS- und Beerdigungskosten ab(787817 M.), so bleiben ungedeckt und sind von der Gemeinde zu tragen 2 095 477 M., pro Tag und Kranken 2,91 M. Beim Umzug gedenkt der Briefträger k Wer vor dem Um» zug seinem Briefträger(Post und Packetfahrt) oder noch besser dem Postamt bezw. Packetfahrt- Burean, zu dem er bisher gehört hat. seine neue Wohnung angiebt, der erspart den ohnedies geplagten Briefträgern viel Mühe und unnützes Treppenstelgen und erreicht zugleich für sich selber eine sichere und schnelle Bestellung seiner Postsachen. Ueber einen vom Kaiser angeordueten begeisterten Empfang berichtet die„Staatsb. Ztg.": Ueber eine weitere Ehrung des heldenmüthigen Kapitäns Schmidt und der Besatzung der„Bulgaria" durch den Kaiser wird uns aus Hamburg folgendes gemeldet: Auf besonderen Befehl des Kaisers wird sich zum Empfange deS dieser Tage von Punta Delgada nach Hamburg in See gegangenen Dampfer» „Bulgaria" die Kapelle deS Garde-Kürasster-Regiments nach Hamburg begeben, um dem Schiffe und seiner heimkehrenden heldenmüthigen " itzung einen begeisterten Empfang zu bereiten. Sollte die„Bulgaria" noch«n Laufe der Charwoche auf der Elbe eintreffen, so wird sie, da in der Charwoche öffentliche Musikauffühnmaen be» kanntlich verboten sind, einstweilen vor Brunshausen liegen bleiben und erst am Ostermontag nach dem Hamburger Hafen abdampfen. Solange wird dann die Begeisterung panfiren müssen. Ein neuer Charakter. Der Settetär deS deutschen Bühnen» Vereins, Max Sachse, hat den Charakter als Theater-Rath erhalten. Früher wurden die verdienten Leute ohne Unterschied der Branche Kommissionsrath. Jetzt würdigt man den besonderen Beruf. Herr August Scherl mag nunmehr darauf rechnen, demnächst Zeitungs-Rath zu werden. Akademische Bildung. Aus akademischen Kreisen wird det „Volksztg." geschrieben. Wenn man das Treiben unserer„goldenen Jugend" genügend kennzeichnen will, kann man nicht immer nur Dinge berichten, die zarte Ohren nicht zu beleidigen vermögen. ES ist vielleicht gut, wenn einmal öffentlich auf das Matz von Bildung hingewiesen wird, mit welchem gewisse angehende Vorkämpfer für Religion, Sitte und Ordnung schon jetzt ihre Entrüstung über Inden und Sozialdemokraten Ausdnick zu verleihen pflegen. In den Räum» lichkeiten unserer Universität, die man allein zu besuchen pflegt, strotzen die Wände von Inschriften, im Sinne des Pückler'sch'en „dreschet, dreschet" gehalten, nur daß sie noch etwas jugendlich derber lind, weil anonym. frei von jeder Rücksicht anf das Strafgesetzbuch sind. Auch Ausdrücke positiver Bewunderung für die Helden a la Mhlwardt fehlen nicht dazwischen, wle„Hoch Piickler N„Hoch Stöcker Es ist jedenfalls ein Ziel, deS höchsten Ehrgeizes würdig, an solchen Stätten verewigt zu werden. Was sagen die Herren wohl zu dieser Sorte von Bewunderern? Das Denkmal medizinischen Konkurrenzneides. Der Aufruf der Hallenser Klinizisten zum Fraucnstudium, der von der Fakultät eine scharfe Abweisung erfahren hat, ist zwar nicht am schwarzen Brett der hiesigen Universität erschienen; in Kliniken und Kranken Häusern ist er dagegen angeschlagen worden und auch heute noch zu lesen. Einen Steckbrief hat der Untersuchungsrichter beim Landgericht? hinter den Räuber Mittag erlassen, der die Wittwe Burdack und ihren Enkel in der Ritterstraße zu ermorden versuchte. Wegen arger Ausschreitungen ist gestern ein anscheinend geistesgestörter Mann eingeliefert worden. Seit geraumer Zeit wurden in der Luisenstadt und zwar in der nächsten Nähe des Michaelkirchplatzes Damen von einem Menschen angegriffen, der ihnen hinterrücks eine Flasche Tinte oder Salzsäure über die Kleider goß. Die Festnahme des Uebelthäters wollte in keinem Falle gelinge:,. Gestern nun passirte eine Dame die Schmidstraße nach dem Michaelkirchplatz, als sie Plötz lich ein_ sonderbares Brennen und Jucken im Rücken fühlte. Sie griff instinktiv nach hinten und fühlte zu ihrem Schrecken, daß ihr neuer Umhang feucht war. Bei näherem Zusehen mußte sie gewahren, daß sie mit Salzsäure überschüttet worden war. I demselben Augenblick schrie ein Junge:„Madamchcn, dort ist ert und man sah einen älteren Mann in Arbeiterlleidnng einen Korb. den er trug, bei Seite werfen und die Flucht ergreifen. Passanten nahmen dle Verfolgung auf und trieben den Flüchtling einem des Weges kommenden Schutzmann in die Arme. Dieser war nicht wenig erstaunt über seinen Arrestanten; denn er erkannte in ihm den Portier O. des Hauses Schmidstraße 2.Ä., in «fcCchem das 55. Polizeirevier untergebracht ist. Auf der Polizei wache benahm sich der Verhaftete aber so sonderbar, daß der Verdacht auftauchte, man habe es mit einem Geistesgestörten zu thun. Der hinzugezogene Polizeiphvsikus begutachtete m diesem Sinne, indem er gemeingefährliche Geisteskrankheit annahm. Auf seine Ver anlassung wurde der Patient nach der Irrenanstalt Herzberge ge bracht. O. hat seine Exzeffe gewöhnlich spät Abends verübt. Während feine Familie schlief, erhob er sich und führte die Angriffe auf Frauen und Madchen aus. Ei« Einbruch ist in der Privatwohnung des Schankwirths Karl Risch verübt worden, der Gartenstr. 50 ein Schankgeschäft hat und im Seitenflügel des Hauses wohnt. Die Diebe erwischten etwa 130 M. an Baargeld z ein Verlust, der um so schlimmer empfunden wurde, als sie die Spaarpfennige der Ehefrau des Gastwirths waren. In den Milchvieh- Beständen der Molkereibesitzer Hintze, Stendalerstr. 6, und Chlubka, Neue Hochstr. 23. ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. �Verhaftung eines Berliner Dcfraudanten. Ein junger Handlungsgehilfe aus Berlin, der nach Unterschlagung einer größeren Geldsumme flüchtig geworden war, wurde in Posen auf ganz eigen- arttge Werw festgenommen. Er hatte dort mit drei ihm bis dahin unbekannt gewesenen„Freunden" gezecht und war schließlich derart betrunken, daß ihn feine Kumpane mangels eines Obdaches mittels Droichke nach der Polizeiwache zum Ausschlafen seines„Räuschchens" transporttren mußten. Dort wurde bei Durchsuchung seiner Kleider »ach Legitimationspapieren eine Summe von 243 M., sowie das Postquitwngsbuch des Berliner Geschäftes vorgefunden. Der schnell nüchtern geivordene junge Mann räumte alsbald die Unterschlagung und Flucht von Berlin ein und wurde natürlich in Hast behalten. Neuerbericht. Ein Schornsteinbrand rief die Wehr Montag Abend gegen 6 Uhr nach der Wilhelm st raße 116. Zur selben Zeit erfolgte eine Alarmirung nach R o st o ck e r st r a ß e 53. Hier hatten nämlich Möbel, Betten, Dielung und Deckenverschalung Feuer gefangen. Ein Rohr mußte zu Löschung dieses bereits weit vor- geschrittenen Brandes in Thäligkeit treten, doch sind die benachbarten Wohnungen nicht in Mitleidenschast gezogen. Abends gegen ?. brach Holzmarktstraße 69 in einer Zigarren- fabrik im dritten Stock em Schadenfeuer aus, das auf semen Herd beschränkt werden konnte.— Gegen 10 Uhr war Neue Friedrich st r. 72 durch Entzündung von Spiritus ein Feuer entstanden, zu dessen Bewälttgung ein Rohr längere Zeit Wasser geben mußte. Kisten und Packmat'erialien wurden hier ein- geäschert.— In der Nacht zum Sonntag wurde die Wehr nach dem Neuen Markt gerufen, wo Müllbehälter Feuer gefangen hatten. — Früh gegen 8 Uhr erfolgte ein Ausrücken der Wehr nach T e I t o w e r st r a ß e 16. Hier war im zweiten Stock des linken Seitenflügels in einer Badeswbe ein kleines Feuer entstanden, das schnell beseitigt werden konnte.— Plan« U f e r 2 brannten Nachmittags 5 Uhr Stroh und Kisten in einen Keller. Ein Dachbodenbrand rief die Wehr Abends um lOVa Uhr nach R e i ch e n b e r g e r st r. 138. Altes HauSgerümpel und Bretter standen hier in einer Kammer in Flammen.— Außerdem mußte dann noch nach Ratiborstr. 4 ausgerückt werden. Hier war nämlich in einer Petroleumapparate- Fabrik ein kleiner Brand ent- standen, der innerhalb einer Stunde mit einer Schlauchleitung ge- dämpft werden konnte. Benzin- Explosion. Gestern Vormittag gegen 0 Uhr wurde ein großer Theil der Feuerwehr nach dem Grundstück Schiff- bauerdamm 23 gerufen. Hier wurde nämlich in einem Geschäftsraum eines elektrotechnischen Betriebes in der Nähe eines geheizten eisernen Ofens Benzin abgefüllt. Die gefährliche Flüssigkeit hatte sich ent- zündet und die Flammen griffen schnell um sich. Gleichzeitig trat eine vollständige Verqualmung der darüber liegenden Komptoir- räume ein, so daß die Feuerwehrmänner auf Steckleitern vordringen mutzten, um dem Qualm Austritt zu verschaffen. Menschen sind glücklichertveise nicht zu Schaden gekommen. Nachdem mit zwei Rohren tüchtig Wasser gegeben worden war, konnte nach einstündiger Löscharbest die Wehr wieder abrücken. Mtt dem ErweiternngSba« deS BrlrfpostamtS in der Spaudauerstraße wird Anfang deS nächsten Monats begonnen werden. Der Erweiterungsbau deS HaupttelearaphenamtS in der Französischenstraße wird auch noch in diesem Jahre in Angriff ge- nommen werden. Die Geschäftsranme der 8. Polizei-Bauinfpekiion werden am 1. April d. Js. von der Brücken-Allee 16 nach der Bändelst!. 21, Ecke der Birkenstraße, verlegt. In die hiesige Dollwuthstation haben sich die beiden er- wachsenen Töchter des Gastwirthcs Karpinski aus Milstrich begeben. Die beiden Mädchen waren kurz vor Weihnachten mit ihrer 21. Jahre alten Schwester von einem Hunde gebiffen worden, der zwar sofort getödtet, aber nach thierärztlichem Befunde snicht von der Tollwuth befallen war. Jetzt, nach Verlauf eines MerteljahreS, ist nun die Schwester, während sie bei Bekannten in Dresden zu Besuch weilte, plötzlich unter tollwuthverdächtigen Erscheinungen gestorben. Der unglückliche Vater will daher an seinen beiden Töchtem zur Borsicht die Schutzimpfung vornehmen lassen. Ein Unfall mit tödtlichcm Ausgange hat sich Montag Abend gegen 7 Uhr auf der elektrischen Straßenbahn am Alexander- Platz zugetragen. Ein betagter Mann wollte zwischen der Lands- berger und der Kaiserstraße den Fahrdamm überschreiten, glitt jedoch in dem Schmutze aus und kam auf dem Geleise zu Falle. Ein Wagen der Linie Demminerswaße— Kreuzberg, der nicht mehr recht- zeitig zum Stehen gebracht werden konnte, ging ihm über die rechte Schulter. Durch den Sturz hatte sich der Mann am Kopfe bedeutend verletzt, und auch innerlich schien er nicht unversehrt geblieben zu fein. Man brachte den Verunglückten nach der Klinik in der Ziegel- straße; hier starb er schon bald nach seiner Einlieferung. Aus Arbeitspapieren geht hervor, daß der Getödtete ein Glaser Adolf Galisch ist. Ein grosser Jnweleudiebstahl ist in der Zimmerstraße 8 ver- übt worden. Dort sollen der unverehelichten Plebowska, die kürz lich wegen Körperverletzung durch Ausreißeus eines Brillant- Ohrringes aus dem Ohr einer anderen Person verurtheilt worden ist, Brillanten im Werths von 10 000 Mark aus einem Schreibpult gestohlen sein. Die Kriminalpolizei steht den Angaben der Plebowska die sich noch in Haft befindet, skeptisch gegenüber und nimmt an, daß die Juwelen von einer der Plebowska nahestehenden Person in Sicherheit geschafft worden sind. TaS Schreibpult, in dem die Brillanten gelegen haben sollen, ist unversehrt. Festgestellt ist, daß die Plebowska die Juwelen hier in der Friedrichstraße in einer be kannten Juwelenhandlung gekaust hat. Die Kriminalpolizei besitzt auch eine genaue Beschreibung, so daß die Brillanten wohl bald entirt sein werden. Passage-Panoptikum.„Die Kreuzfahrer", das Ballet tzdes ttalienischen Marioiielten-Theaters, wird nur noch bis Mittwoch dieser Woche im Passage-Panoptikum gegeben. Von Donnerstag ab gelangt daselbst das Ausstaltungsstiick„Excelsior" zur Darstellung und zwar genau m der Jnszenirung des Scala-Theaters in Mailand. Marktpreise von Berlin. 27. März 1893.(Nach Ermittelungen des Polizeipräsidiums.) Weizen 15,90— 15,10 M., Roggen 14,30 bis 18,40 M., Futter-Gerste 13,50—13,00 M.(ermittelt pro Tonne von der Zentralstelle der prcuß. Landwirthschastskanlmer— Notirungs stelle— und umgerechnet vom Polizeipräsidiiim für den Doppel- zentner). Hafer, gute Sorte 15,40—14,90 M., Mittel-Sorte 14,80 bis 14,20 M., geringe Sorte 14.10-13,50 M.. Richtstroh 0,00-0,00 M Heu 0,00—0,00 M., Erbsen, gelbe zum Kochen 40,00—25,00 M. Speisebohnen. Weiße, von 50,00—25,00 M. Linsen von 70,00 bis 80,00 M.(Kleinhandelspreise.); Kartoffeln von 6,00 bis 4,00 M.; alles per 100 Kilogramm. Rindfleisch von der Keule von 1,60—1,20 M., Bauchfleisch 1.20—1,00 M., Schweinefleisch von 1,60 bis 1,20 M., Kalbfleisch von 1,80—1,00 M., Hammelfleisch von 1,60 bis 1,00 M-, Butter von 2,60—2,00 M.; alles per 1 Kilogr. Eier 4,00—2,40 M. pr. 60 Stück. Fische per 1 Kilogr.: Karpfen von 2,20-1,20 M-, Aale von 8,00—1.80 M.. Zander von 2,60-1,00 M. Hechte von 2,00—1,00 M., Barsche von 1,60—0,80 M., Schleie von 3,00—1,40 M., Bleie von 1,40—0,80 M., Krebse 60 Stück 12,00 bis 4,00 M. An der Börse schloß Dienstag Weizen 0,50 M., Roggen 0,25 M. höher als Montag. Hafer blieb schwach, Mais konnte sich behaupten. Die Stimmung am S piritusmarkt war für Loko- waare schwach, umsomehr, als sich Hamburg von neuen Erwerbungen fern hielt. Angeboten waren 168 000 Liter 70er Waare, die mit 39 M.(— 0,20 M.) gehandelt wurden. 50er Spiritus fehlte. Bei ruhigem Geschäft konnten sich Termine ziemlich behaupten.— Kartoffelfabrikate. I» Kartoffelmehl 19,75 M., do. Supra 20,60 St., do. Sekunda 17,00—18,50 M. trockene Kartoffelstärke 19,75 M.. do. Supra 20.50 M.. do. Sekunda 17,00—18,50 M.. do. euchte 10,30 M.; alles per 100 Kilogramm. Die 4. städtische Mortbildungsschule für Jünglinge und Erwachsene, )eiiiersdorfcistr. 18, zählt jetzt fast 1000 Schüler. Eine solche Slustalt muh in den verschiedensten Disziplinen miterrichten, die den mannigfachen Wünschen der Schüler Rechnung tragen. Zu den bestehenden Kursen wird mit Beginn deS Semesters— 6. April— ein Kursus für kaufniänntsche Korrespondenz, für Handelslehre und Wechselrecht sowie für Elektrotechnik eingerichtet. Anmeldungen werden täglich vom Leiter der Anstalt, Rektor Lutzenberger, im Schulhause entgegen genommen. Straßensperrung. Die Gartenstraße von der Berg- bis zur Jnvalidenstraße wird behufs Gleisverlegung und ASphaltirung bis auf Weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Aus den Nachbarorten. Stralau-RummclSbnrg. Den Mitgliedern des hiesigen Sozial- demokratischen Vereins zur Nachricht, daß am Charfreitag eine Zußpartie stattfindet. Abfahrt 7 Uhr 53 Min. vom Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Nachzügler werden im Lokal von Lindenhayn(Grünau) erwartet. Reger Betheiligung sieht ent- gegen Der Vor st and. Die Schiineberger Stadtverordnetcn-Versammlung geneh- migte in der Sitzung am 27. d. Mts. mehrere Vorlagen des Ma- gistrats, die Entschädigungen für das zu Sttaßenerweilerungen be« nöthigte Terrain bettafen. Bei der weiteren Vorlage,„Nach- bewilligung von 17 500 M. zur Herstellung der elektrischen Anlagen ür den Neubau des Reformgymnasiums", entspann sich eine kleine akademische Abhandlung über„Schulhygiene". Stadtv. Kunitz ky kann nicht begreifen, wie der Magistrat dem elektrischen Licht, das sich derhältnißmäßig viel theurer als Gasglühlicht stellt, das Wort reden kann. Er bitte um Ablehnung dieser Forderung und Anschaffung des„Hydrolichts", welches eine zroße Zukunft habe. Der' Referent Stadtv. Wegner bezeichnet ,ne Forderung von 70 Glühlampen für die Direktorwohnung als verschwenderisch und fordert verschiedene Abstriche. Schließlich wird die Magistratsvorlage mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Spandauer Schmock hat nunmehr selber seine gestrige Schauergeschichte widerrufen, indem er den von ihm bedienten Blättern mittheilt, daß der Explosivkörper, durch den in seinem Roman beinahe daS RathhauS in die Lust gesprengt worden iväre, "chon lange Zeit im Kehricht gelegen haben müffe. Daß Schmock ein Vorgehen gegen die Bauarbeiter bei dem Widerruf mit Stillschweigen übergeht, ist nicht weiter verwunderlich. Stralau. Der Voranschlag des hiesigen Etats stellt sich für das Jahr 1899/1900 in Einnahme und Ausgabe auf 66 192,97 M. Die einzelnen Positionen haben keine wesentlichen Aenderungen erfahren. Auf Beschluß der Gemeindevertretung sind erhöht worden: Das Gehalt des Schuldieners und Nachtwächters von 1250 auf 1350 M. Die Ausgaben für Unterrichtsmittel von 150 auf 200 M. und für die Volks- und Schülerbibliothek von 150 auf 200 M. Mit Rücksicht auf die Regulirung der Dorfstraße wird der Voranschlag des Etats ergänzt werden. Die Höhe des letzteren läßt sich noch nicht be- 'timmt feststellen. Die Vollsbibliothel ist durch mehrere natur- wissenschaftliche Werke ergänzt worden, deren Benutzung den Ein- wohnen: Stralaus hiermit besonders empfohlen sei. Durch einen Revolverschuß in die rechte Sttrnseite hat sich in der Kaserne des Lehr-JnfanteriebataillonS bei Eiche der 83jährige : ahlmeistrr-Afpirant und Feldwebel Otto Wernicke aus Potsdam ge- tödtet. Nach seinem Tode fand eine Revision der ihm anvertrauten Kasse und Bücher statt, welche alle» in bester Ordnung ergab. Eine Herabsetzung der Steuern hat zum nicht geringen Ver- gnügen der Steuerzahler die Stadtverordneten-Versammlung in Beeskow gelegentlich der Feststellung des Stadthaushalts-Etats be- chlossen, und zwar soll die Herabsetzung deS Stcuerzuschlages bei den Personalstcuern 20 pCt., bei den Realsteuern 25 pCt. betragen. Eine besondere Freude ist auch dem Lehrer und Organisten Karow bereitet worden, dessen pensionsberechtigtes Grundgehalt von der Stadtverordneten-Versammlung um 350 M. erhöht worden ist. Ein weiter gefaßter Beschluß geht dahin, in Zuttmft von den remden Schulkindern ein Fremdenschulgeld von 8 M. pro Jahr zu erheben. Im Königsberger Gattenmord- Prozeß hat am 27. März ein Lokaltermin aus dem Gute Zögersdorf stattgesimden, wo die Mordaffäre sich abspielte. Die Angeklagte Frau Rosengart mußte dem Präsidenten in dem Zimmer, wo ihr Mann erschossen wurde. genaue Auskunst über die Umstände geben, unter denen die That auf ihrem Gute verübt sein soll. Aus der am Nach- mittage wieder aufgenommenen Verbandlung ist die Aus- sage des Dienstniädchens Minna Mey beachtenswerth, die bei Adomeit, dem Bruder der Angeklagten, in Stellung war. In der Rächt nach seiner Rückkehr aus Helgoland sei Referendarius Wolff, der Bräuttgam der Angeklagten,'zu Adameit gekommen. Letzterer habe sie geweckt und ihr befohlen, sie solle sich in der Mittel- stube an die Thürs stellen und zuhören, was gesprochen werde. Wolff habe gefordert, daß Adameit zur Staatsailwaltschaft gehe und sein Zcngniß widerrufe. Er habe gesagt:„Gehen Sie zu Rechtsanwalt Lichtenstein, er wird Ihnen sagen, was Sie zu thun haben. Weiter habe Wolff gesagt, daß Adameit die auf ein Haus eingetragenen 30 000 M. erhalten solle. Aber er möchte sorgen, daß Hanna(Frau Rosengart) bald herauskäme.— Präs.: Das haben Sie alles ge- hört?— Zeugin: Jawohl. Ich mag manches überhört haben; was ich gesagt habe, das habe ich aber gehört. Die Eggett sagte zu mir nach der ersten Vernehmung, wenn sie richtig aus- gesagt hätte, wäre Frau Rosengart nicht herausgekommen. — Präsident: Weshalb hatte sie nicht richtig ausgesagt?— Zeugin: Ihr hätten die Kinder leid gcthan.— Krilniiialkommissar Wohlfromm, der danach als Zeuge erscheint, bekundet auf Befragen über die von ihm vorgenommenen Hans- suchnngen. Derselbe bekundet im weiteren: Er habe in der Rosen- gart'schen Wohnung unsittliche Gegenstände schlimmsterArt vorgefunden. — Frau Rosengart bemerkt, daß ihr Bruder Adameit diese un- sittlichen Gegenstände ihrem Manne gebracht und damit„Unsiiui" gemacht habe.— Adameit bemerkt auf Befragen: Diese un sittlichen Gegenstände habe er einmal von einem„Herrenabend" mit nach Hanse gebracht, dieselbe habe eines Tages die Angeklagte mit- genoniinen.— Die Angeklagte erklätt dies als Lüge.— Die Frage des Verthcidigers, Justizraths Dr. Sello, ob es wahr sei, daß er wegen strafbaren Eigennutzes bestrast worden sei und deshalb die im Jahre 1382 innegehabte Schankkonzession verloren habe, weil der Verdacht bestand, er werde das Schankgewerbe zur Völlerei, Unzucht oder verbotenem Spiel mißbrancheir, verneint der Zeuge: Er habe nur einige Polizeistrafen erlitten und es sei deshalb das Verfahren wegen Entziehimg der Schankkonzession gegen ihn ein- geleitet worden.— Vertheidiger Justizrath Dr. Sello: Welches Ergebniß hat dies Verfahren gehabt?— Zeuge: Das weiß ich nicht mehr.— Vertheidiger: Also das wisse» Sie nicht mehr? — Zeuge: Nein. Eine Erklärung des bekannten polnischen Abgeordneten Josef von Koscielski, welche er im Frühjahr v. I. im preußischen Herrenhause abgab, bildete den Ausgangspunkt einer Privat- beleidigungsklage des Rittergiltsbesitzers, Majors a. D. v. Tiedemann- Seeheim(Posen) gegen den Redalteur Ludwig Neymanu vom„Kurycr Poznanski", welche gestern die 149. Abtheilung des Amtsgerichts I unter Vorsitz des Amtsrichters V.Krosigk beschäftigte. In der unter verantwort- licher Redaktion des Beklagten erschienenen Nr. 95 des„Kur. Poz." vom 27. Mai v. I. war ein Artikel unter der Ueberschrift„Unerhört" erschienen, in welchem es ungefähr hieß: In seiner Rede, die er vor Kurzem im Herrenhanse gehalten, habe Herr von Koscielski ausdrücklich erklärt, daß die Behanptung, er sei der Autor des in den„Preußischen Jahrbüchern" erschieneneii, mit L. E. unterzeichneten Artikels, unrichtig sei. Trotz dieses unzweideuttgeil Widerspruches habe Herr von Tiedemann die Stirn, ihm absichtliche Lügen vor- zuwerfen, denn in einem Artikel der„Ostmark" halte er die Behauptung anstecht, daß jener der Verfasser des L. E.- Artikels jei.— Wegen diese« Passus strengte Herr von Tiedemann die Privatklage gegen Nehmann an, während dieser wegen des Artikels in der„Ostmark" Widerklage erhob. Der „Ostmark"-Artikel begann mit den Watten-„Die jetzige Aufführung der polnischen Presse... ist das Erzeugniß einer lahrelang be- triebenen systematischen Verhetzung."— Herr v. Koscielski, welcher in Wreschen vernommen worden ist, bekundete, er habe im Herrenhause nur erklätt, daß er nicht der Verfasser eines in den„Preußischen Jahrbüchern" erschienenen Artikels mit der Ueber- schrift:„Ob die Verwaltung der Provinz Posen durch die Anstellung polnischer Beamter zweckmäßig ist," sei; auf den mit L. E. unter- zeichneten Attikel habe sich seine Erklärung nicht bezogen.— Der klägerische Vertreter, Rechtsanwalt Wagner, beantragte_ die Bestrafung. obwohl die beleidigenden Worte nicht so gröbliche seien, wie sie sonst gegen den H. K. T.- Verein gebraucht ivürden; aber den wiederholten Beleidigungen müßte entgegengetreten werden. Der Beklagte sei auch schon wiederholt vorbestraft, so zum Beispiel mit 200 Mark Geldstrafe wegen Beleidigung desselben Privatklägers; die Strafen würden wohl von anderer Seite bezahlt— der Beklagte beziehe nur ein Monatsgehalt von 40 M., deshalb rechtfertige sich eine Strafe, die den Betreffenden selbst treffe. Was die Widerklage anbetrifft, so richte sich der Attikel der„Ostmark" garnicht gegen den Beklagten; eventuell wolle er den Wahrheitsbeweis an- treten.— Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Modler beantragte prinzipaliter die Freisprechung des Bellagten. Das Ast t unerhört" sei in der Preffe keine Beleidigung, ebensowenig Ncst.l der Ausdruck„er hat die Stirn." Im Uebrigen handle es sich hier um Kämpfe, bei denen nach seiner und sehr vieler anderer Meinung die Polen die Angegriffenen seien. Früher sei eine andere Politik verfolgt worden, unter Caprivi habe eine versöhnliche Politik geherrscht. Der H. K. T.-Verein verdanke sein Dasein nur den Bc- strebungen des Fürsten Bismarck. Er wolle diesem keinen Vost urf daraus machen und nehme nicht an, daß dieser wider besseres Wiste.! und in persönlichem Interesse gehandelt habe; aber erhöbe einen Mißgriff gethan. Das Urtheil lautete: Was die Widettlage anbetrifft, so erachte der Gerichtshof eine Beleidigung deS Beklagten nicht für erwiesen; dle be- treffenden Aeußerungen enthielten überhaupt keine Beleidigung; es 'ei dort nicht gesagt, daß die jetzige polnische Presse Verhetzung betreibe, sondern nur, daß sie eine Form jener Verhetzung sei. Was die Privatllaae anbelange, so sei»ach der erfolgten Ver« nebmung kein Zweifel daran, daß Beleidigungen porläaen. Mit Rücksicht aber auf die Kampfcsstinimung und darauf, daß der Be- klagte vor der Vernehmung des Herni v. Koscielski nicht recht aelvußt har, wie die Sache sich verhielt, sei auf 100 M. Geldstrafe und Publikation im„Kurycr Poznanski" erkannt worden. Mißhai, dlmlgen im städtischen Armenhause zu Leipzig. Vor der 11. Strafkammer des Landgerichts Leipzig hatte sich am Montag die Krankenmärterin Marie Auguste Eichhorn wegen Miß- handlniig von Armenhausinsassen zu verantworten. Die Sache war von den sozialdemokrattschen Stadtverordneten in der Stadt» verordnetensitzung vom 8. Februar zur Sprache� gebracht worden. Die Eichhorn war seit Februar 1897 im städtischen Kraulen- Hanse als Wärterin angestellt, kam aber am 15. Dezember vorigen Jahres nach' dem Armenhause am Täubchcmveg als Krankenpflegerin und ist am 27. Januar diesen Jahres entlassen worden. Ihr wird zur Last gelegt, die am 29. Januar im Annenhause verstorbene 70 Jahre alte Insassin Datemasch fast täglich geschlagen und geohrfeigt zu haben, ferner ihr die verunreinigten stlnterlägen in« Gesicht gerieben und sie gegen den Nachtstuhl ge- stoßen zu haben. Am 20. Januar endlich soll sie die D., während sie im Bade war, mit kaltem LeitungSwaffer über Brust, Kopf und Rücken gegossen haben. Von den anderen Insassen soll sie weiter die altersschwache, 63 Jahre alte Frau Schumann und die 70jährige Frau Liebsch wiederholt geschlagen und geohrfeigt und ihnen die nassen Unterlagen ins Gesicht gerieben haben. Die Angeklagte er- hielt ein Jahr Gefüngniß. Der Anstaltsarzt hatte, trotzdem er jeden Tag die Krankenabtheilungen der Anstalt besuchte, me etwas von Mißhandlungen vernommen. Der„GipSschulzen-Prozeß" bor dem Zivilsenat deS Kammergerichts. Wie erinnerlich, wurden vor etwa anderhalb Jahren die beiden, Königgrätzerftt. 35 wohnenden Frauen Schulze, Stiefmutter und Stieftochter, unter entsetzlichen Umständen ermordet, während es den Thätern, muthmaßlich Schuhmacher Gönczy und deffen Frau, bis jetzt gelungen ist, sich der Gerechtigkeit zn entziehen. Ueber den bedeutenden Nachlaß der beiden Frauen, die sich testamentarisch gegenseitig zu Erben eingesetzt hatten, ist nun ein Erbschaftsstreit zwischen den Anverwandten der beiden Ermordeten, die, wie erwähnt, miteinander nicht blutsverwandt waren, entständen, und es ivar Sache des Gerichts zu entscheiden, wer von den beiden Lentcn zuerst getödtet wordeir war und welche demgemäß die andere überlebt und beerbt hätte. Dafür, daß die Stieftochter erst später dem Mörder zum Opfer gefallen ist, spricht der Um- stand, daß sie bei Auffindung der beiden im Keller ver- grabenen Leichen mit einem Straßenkleid angethan war, so daß man erwarten kann, daß sie erst nach vorangegangener Ermordung ihrer beraumt. Stiefmutter, die man mit einem Morgenkleibe auffand, nach Hause fam bewilligten Betriebswerkstätte nicht ausgeführt wurde, hat diefe der erst behauptet hatte, seine Frau in den Michigan- See gestoßen und dann ebenfalls getödtet wurde. Ferner hatte man Haarbüschel, die Firma den für dieses Geschäft zugestandenen und sehr minimalen zu haben, eingestanden, daß er die Frau mit einer Art getödtet, mit den Haaren der alten Schulze übereinstimmten, hinter der im betr. Tarif schon nach kurzer Zeit nicht mehr innegehalten und fortwährend dann die Leiche in Stücke geschnitten und gekocht habe. Was übrig Simmer befindlichen Ladenbank gefunden, andere Haare dagegen, erhebliche Abzüge gemacht. Auf einzelne Stüde sollen Abzüge von blieb, versuchte er zu verbrennen. Die Polizei hat die Knochenreste die denjenigen der jüngeren Schulze glichen, hatten sich vor der sogar 3 M. vorgenommen worden sein und überhaupt Löhne bezahlt sowie einige Schmudgegenstände, die der Ermordeten gehörten, ver Ladenbank vorgefunden. Man kann daraus entnehmen, daß die werden, die um 40 pCt. niedriger sind, als sie zur Zeit bewilligt wurden graben gefunden. Becker ist mit knapper Noth einem Lynchgericht Mörder zuerst die Frau Schulze ins Zimmer gelodt und getödtet, und in anderen Geschäften üblich sind. Die Preise werden, wie behauptet entgangen. und erst nachdem dieses vollbracht war, die später heimkehrende wurde, ganz willkürlich festgesezt und aus bestimmten Gründen dem einen Ein„ improvifirter" Eisenbahnzufammenstoß. Die TollStieftochter ersterer ebenfalls durch Beilhiebe aus dem Leben ge- Arbeiter für dieselbe Arbeit ein anderer Lohn bezahlt wie dem fühnheit der Amerikaner fennt keine Grenzen, sobald es fich darum schafft haben. Das Kammergericht hat noch keinen definitiven anderen. Infolge dieser Verhältnisse entstehen häufig Differenzen, handelt, einem sensationslüfternen, nach immer neuen Zerstreuungen nrtheils spruch gefällt, sondern einen weiteren Beweistermin an- die aber ohne besondere Folgen geblieben, weil ein Theil der Schmachtenden Bublikum das Geld aus der Tasche zu loden. Das Arbeiter noch unorganisirt ist und die Firma es verstanden hat, es so aufregendste Schauspiel, das wohl je einer schaulustigen Menge Zu dem Beleidigungsprozeß Schröder Kontra Preuß, über einzurichten, daß die bei ihr beschäftaten Arbeiter sich gegenseitig geboten wurde, konnten vor kurzem einige 50 000 Menschen in den wir am 25. d. M. berichteten, wird uns mitgetheilt, daß nicht lationen hingewiesen, die diese Firma unternimmt, um sich die nicht kennen lernen. Von mehreren Rednern wurde auf die Manipuaco( Texas) genießen, indem sie einer absichtlich herbei der Beklagte, sondern der Kläger fich in der Verhandlung zur Kundschaft aus den Arbeiterkreisen zu sichern und um sich den An- dem diese seltene Borstellung" veranstaltet wurde, war ein geführten Eisenbahnkatastrophe beiwohnten. Das Terrain, auf Tragung der Kosten bereit erklärt hatte. schein zu geben, daß sie den Forderungen der Arbeiter in ihrem Theil der Strede Missouri- Texas- Kansas. Sem Theilweise Ungiltigkeit einer Regierungs- Verordnung. Betriebe gerecht wird. Nachdem wiederholt betont wurde, daß auf treise von 3 bis 4 km brängten sich die Zuschauer in fieberhafter In einem Um Cine Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten zu Posen vom dieſe Art Geschäfte, die die Arbeiter im Schneidergewerbe außer freise von 3 bis 4 km drängten sich die Zuschauer in fieberhafter 17. April 1891 bestimmt: Wer ohne polizeiliche Genehmigung Fahnen ordentlich schädigen, in der nächsten Zeit das Hauptaugenmerk schauerlich- schönen" Moments. Zwei Büge, von denen jeder aus Erwartung schon mehrere Stunden vor dem Herannahen des und Flaggen in anderen als den preußischen Landes- oder den zu richten sei, um die herrschenden Üebelstände zu beseitigen, einer Lokomotive und sechs Wagen bestand, wurden in einer Entdeutschen Reichs- und Landesfarben öffentlich aushängt, ausstellt oder gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: trägt; ferner wer Zeichen und sogenannte Freiheitsbäume, welche Die Versammlung nimmt mit Entrüstung Kenntniß von den uns Die Lokomotivführer, zwei verwegene Burschen von 26 und 28 Jahren, fernung von 10 englischen Meilen sozusagen auf einander losgelassen. geeignet sind, die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu gefährden, gehenerlichen Zuständen, welche in den Geschäften wahrzunehnten retteten sich von den dem Untergang geweihten Maschinen, nachdent öffentlich ausstellt: oder wer Rotarden, Bänder und Abzeichen in find, die Maaß- und Lagerarbeit zugleich anfertigen. Die Verfie die Hebel auf die höchste Fahrgeschwindigkeit gestellt hatten, durch anderen, als den Farben des Landes, in dem er staatsangehörig sammlung mißbilligt auf das Allerentschiedenste die Gepflogen einen Sprung, den sie schon längere Zeit vorher geübt haben sollen. ist, öffentlich trägt: der wird, soweit nicht§ 366 Nr. 10 des heiten, namentlich solcher Geschäfte, welche in Arbeiterblättern fort- Gich selbst überlassen, donnerten die beiden Erpresse mit ohrenbe Strafgesetzbuches zur Anwendung fommt, mit Geldbuße während inseriren, um unter der Arbeiterschaft die Meinung zu täubendem Getöse einander entgegen. Je näher sie sich kamen, desto von 30 Mart oder entsprechender haft bestraft. Wegen verbreiten, daß diese Firmen in jedem Maße den Forderungen wahnsinniger wurde das Tempo, mit dem sie in ihr Verderben raften. Vergebens gegen diese Verordnung waren in zweiter Instanz ihrer Arbeiter gerecht werden. Da durch die Ausführungen des 24 Personen verurtheilt Johannisfest des katholischen Männervereins zu Jefcrig theil Rechnung getragen wird, richtet die heutige Versammlung an alle Lokomotiven mit ihrem raffelnden Anhang wie zwei wuthschnaubende worden, die an dem vorjährigen Referenten zur Evidenz erwiesen ist, daß diesem in keiner Weise Wenige Minuten vor dem Zusammenstoß hatten fie eine Schnelligkeit von 128 Kilometer in der Stunde erreicht. Als man die beiden genommen hatten. Der genannte Verein hatte mit polizeilicher in der Arbeiterbewegung stehenden Personen und Korporationen ungeheuer in kaum einigen hundert Schritt Distanz von entgegen Erlaubniß am Festtage einen Umzug ausgeführt. Hierbei trugen die dringende Bitte, die Bestrebungen der in der Schneiderei thätigen fezten Richtungen heranstürmen fah, fühlten sich manche der Ums vei der Angeklagten roth weiße Schärpen mit aufgenähtem Arbeiter, nach Besserung ihrer Lebenslage, moralisch zu unterstützen. stehenden von einer so heillosen Angst ergriffen, daß sie wie gehegt grünen Kreuz, während 21 andere mit grün- roth- weißen Schärpen Die Versammlung erwartet von den in diesen Geschäften thätigen davonrannten. Einige der Beherzteren traten womöglich noch etwas erschienen waren. Der legte Angeklagte, Schmied klupich, sollte da- Kollegen, daß sie mehr als bisher die Besprechungen ihrer Lohn näher, später aber gestanden sie, daß es ihnen wie Eis den Rücken für büßen, daß er im Zuge die Fahne des eingeladenen Schwetz- und Arbeitsverhältnisse fich angelegen sein lassen und beauftragt kaner Vereins getragen hatte. Diese Fahne ist auf der einen Seite außerdem die dazu bestimmten Instanzen, die nöthigen Schritte be- hinabgelaufen sei und sie einen Moment gefürchtet hätten, ersticken grün, auf der anderen weiß. Rechtsanwalt Modler legte hufs Beseitigung der dort eingeriffenen Zustände einzuleiten." zu müssen. Die Mehrzahl blieb wie gelähmt auf ihrem Play und für die Verurtheilten beim Kammergericht die Revision ein und machte geltend, daß die Angeklagten gute Deutsche feien und Delegirtenversammlungen und Geschäftssigungen sehr gut bewährt Donnern der daherbraufenden Züge. Da erfcholl plötzlich ein tausendIm weiteren wurde angeführt, daß fich die Einrichtung der erwartete mit weit geöffnetem Munde und Augen den furchtbaren Augen blic. Kein menschlicher Laut mischte sich in das nervenerschütternde daß es sich hier nicht etwa um eine polnische Demonstration habe und auch in Zukunft auf die Weise gearbeitet werden müsse. handele. Er bezweifelte, daß die stimmiger, Mark und Bein durchdringender Schrei, und in der gegen das Nationalpolenthum gerichtete Verordnung vom 17. April 1891 in allen nächsten Sekunde erfolgte der Zusammenstoß mit einem meilenweit ihren Theilen rechtsgiltig sei. Die Möglichkeit, sie gegen deutsche Hörbaren Krach. Die mit gleicher Behemenz aufeinander prallenden Ratholiken anwenden zu können, widerspräche ihrer ganzen Zwed Eifemungethüme bäumten jich hoch in die Luft und schmetterten im bestimmung. Das Stammergericht hob die Vorentscheidungen auf, Niederstürzen die dicht dahinter befindlichen Waggons zu Atomen. prach 23 Angeklagte frei und wies die Sache des Klupsch Auch die übrigen Koupees waren binnen wenigen Sekunden in einen Um dem graufigen in die Borinstanz zurüd. Der Präsident führte zur Begründung aus: wülsten Trümmerhaufen verwandelt worden. Die Regierungsverordnung sei in ihren ersten beiden Theilen Schauspiel einen effektvollen Abschluß zu geben, wollte es das von aweifellos rechts giltig. Dagegen müsse dem dritten Theil, der den Menschen vermessen heraufbeschworene Unglück, daß ein Dampfdas Tragen von Kofarden, Bändern und Abzeichen tessel explodirte, wodurch zwei Zuschauer getödtet und mehrere andere betreffe, die Rechtsgiltigkeit abgesprochen werden. DieferTheil werde schwer verletzt wurden. nicht durch den§6 des Polizei- Berwaltungsgesetzes gestützt, denn es wäre nicht einzuseben, wieso es die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden solle, wenn jemand öffentlich Kokarden, Bänder und Abzeichen in anderen Farben als denen des Landes trage, dem er Staatszugehörig sei. Die 23 Leute, die sich gegen diese Bestimmung vergangen hätten, müßten deshalb freigesprochen werden. Was den Angeklagten Klupsch angehe, so müsse erst nachgeprüft werden, ob er nicht etwa geglaubt habe, er sei zum Tragen der Fahne berechtigt gewesen. N Derlammlungen. # Adlershof. In der am 22. d. M. bei Schmauser tagenden öffentlichen Boltsversammlung für Männer und Frauen, welche gewissermaßen eine Fortsetzung der am 18. b. M. im selbigen Lokale tagenden und aufgelöften Berjanmmlung darstellte, referirte Silde brandt über„ Gewalt und Recht". Derselbe schilderte in trefflichen Ausführungen an der Hand der Geschichte, wie die jeweiligen Macht haber es immer verstanden haben, ihren Maßnahmen gegen das Volt den Mantel des Rechts umzuhängen. In feinen weiteren Er örterungen erklärt der Referent diejenigen für Umstürzler, die Gefeße mit Gewalt umstürzen und ihren Zwecken dienstbar zu machen suchen. Boran marichire hierin das Junkerthum, welches immer verstanden habe, sich in die Regierungs- und bestbezahlten Verwaltungsstellen zu brängen. Redner befürwortete folgende Resolution:„ Die heute am 22. März bei Schmauser tagende öffentliche Volksversammlung protestirt ganz entschieden gegen die Einschränkung des Versammlungsrechts. Die Versammlung beauftragt das Bureau, gegen die am Abend des 18. März erfolgte Auflösung den Beschwerdeweg verfolgungen eintreten sollten, gegen dieselben gerichtliche Entscheidung zu beschreiten, und falls infolge des Vorgehens der Beamten Strafbis zur legten Instanz herbeizuführen." 19 Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und W. K. Wollen Sie sich an den Arbeitsnachweis der Metallarbeiter G. O. Städtische Frren: und Jdioten- Anstalt zu Herzberge. A. S. 20. Besuchen Sie, vorausgesetzt, daß Sie Talent haben, einen ginnen. Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. annen str. 16 wenden, Sie erhalten bart die näheren Angaben. der Zeichenturie, die nach Ostern in den Berliner Fortbildungsschulen be 1 Die Resolution wurde einstimmig angenommen. In der num Nr. 999. Die Annonce kostet 3,70 Mr. Wenden Sie sich an die Refolgenden Diskussion erwähnt& aber eine Verordnung des Ober- daktion des Eisenbahner", Zentralorgan des österreichischen EisenbahnDie Tapezirer beschlossen in einer öffentlichen Versammlung. Bororten die Auflösungen von Versammlungen rechtfertigen und präsidenten der Provinz, auf grund welcher die Behörden in den personals. Wien V, Schloßgaffe 22. K. M. S. 42. Das Alter des Herrn Dreyfus ist uns nicht bekannt. bie am Montag unter schwacher Betheiligung in den Arminhallen weist an der Hand eines Erkenntnisses des Ober- Verwaltungs- Schuldner solcher Lappalien halber einen Meineid leiſtet. P. S. 7. Sie können klagen: es ist wohl taum anzunehmen, daß Ihr R.. 09. abgehalten wurde: Den 1. Mai überall, wo es möglich ist, durch gerichts nach, daß die Verordnung des Oberpräsidenten als nicht zu 1. Nein. 2. An den Binfen. 3. Die Stadtbahn ist im Februar 1883 dent Arbeitsruhe zu feiern, am Vormittag des 1. Mai eine Versammlung Recht bestehend aufgehoben ist. Troßdem ignorire die Polizei- Betrieb übergeben. 4. Wenden Sie sich an einen Kammerjäger. 5. Ja. und im Anschluß daran einen Ausflug zu veranstalten. Hierauf behörde von Adlershof das Erkenntniß dieses höchsten Gerichts. 5. P. 23. Sie bedürfen der Einwilligung Ihrer Mutter und Ihrer Braut. erstattete Friedmeier den Bericht als Vertrauensmann und Redner fordert des weiteren alle Anwesenden auf, bei etwaiger AufSchneider. Wenn nichts vereinbart ist: nein. Haupt. Beides ist Delegirter zur Gewerkschafts- Kommission. Daran schloß sich lösung der Versammlung den Anordnungen des Beamten Folge zu zuläsfig. Es hängt das von der Vereinbarung zwischen den Behörden ab. eine längere Debatte, in der Kielmeier und Holzammer leisten. Der Beschwerdeweg werde in allen Fällen beschritten werden. nämlich wie er wollte: in der Regel schließt die Erzählung mit Jahresschluß C. p. 38. 1. Das macht fie wie der Pfarrer Aßmann: ber that's Seritik an der Thätigkeit Friedmeier's übten, und forderten, Nachdem noch verschiedene Redner im ähnlichen Sinne sich geäußert ab. 2. Aus Mohn. 3. Solche Berechtigung besteht. M. O. 23. Nein. daß die Aemter des Vertrauensmannes und des Gewerkschafs- und das Vorgehen des Herrn v. Oppen einer scharfen Kritit unter- R. S. 44. Alle drei Fragen sind leider zu bejahen.§ 11. 1. Nach delegirten nicht in ein und derselben Hand liegen sollten. Als Wels zogen haben, verfällt die Versammlung unter Protest des Vor dem 1. Januar 1900 ja. 2. Nein, das ist aber die Regel. 3. Bis zut and andere Redner eine gegentheilige Ansicht aussprachen, machte fizenden ebenso wie die Versammlung am 18. März dem Schicksal 1. Januar 1900 kann nur ein Preuße in Preußen Vormund fein, von da ab sich Kielmeier durch fortgesetzte störende Zwischenrufe in einer Weise der polizeilichen Auflösung und zwar wiederum wegen Ein- jeder Deutsche. Eilig, straße 62. 1. Sie können wählen. 2. Nein. bemerkbar, wie man es sonst in Arbeiterversammlungen nicht gewohnt ist. tritts der Polizeistunde. Nach Schluß der Debatte wurde folgender Antrag angenommen:" Die Ber fammlung ist mit der Haltung des Delegirten in der Gewerkschafts- Kom- Herr Dr. med. Mugdan theilt uns mit, daß er in der Veriniffion einverstanden, und beschließt, die Mittel für die Erweiterung des sammlung, die am 25. d. M. im Lotale von Keller tagte, nicht geGewerkschaftsbureaus zu bewilligen." Da Friedmeier eine Wiedersprochen hat. Unserem Berichterstatter ist im Bericht in der Angabe wahl ablehnte, so wurde Leo Schmidt als Vertrauensmann und der Redner eine Verwechselung paffirt. Delegirter zur Gewerkschaftskommission und Paul Schmidt als dessen Erfagmann gewählt. Kielmeier protestirte dagegen, daß beide Aemter auch ferner wieder von einer Person ausgeübt werden sollten, und stellte die Einberufung einer Zapezirerversammlung in Aussicht, in der er seinem Protest Ausdrud verleihen werde. Bei einem Brande, der die zwei Stunden von Brünn entfernte Briesenizer Spinnerei vernichtete, tamen zwei Arbeiter in Die Maakschneider hielten am Montag eine öffentliche Verfernte Briefeniger Spinnerei vernichtete, tamen awei Arbeiter in Flammen um. Sammlung in den Arminhallen ab, in der der Vertrauensmann Stubbe über den gegenwärtigen Stand der Lohnbewegung be Die ,, Bulgaria" ist gestern früh in Plymouth eingetroffen. richtete. Nach dem Bericht hat die Bewegung, die hauptsächlich zum Der Mayor und andere Notabilitäten von Plymouth begaben sich Zwede hat, dem im Jahre 1893 errungenen Tarif wieder Geltung an Bord und überreichten dem Kapitän Schmidt eine von dem zu verschaffen und die Preise für die inzwischen aufgekommenen Mayor, dem Vorsitzenden der Handelskammer und dem Vorsitzenden neuen Moden einheitlich zu regeln, bisher einen verhältnißmäßig des faufmännischen Vereins unterzeichnete Beglückwünschungsadreffe. sehr günstigen Verlauf genommen. In einer Reihe von Geschäften wurden die Forderungen der Arbeiter, infolge des solidarischen Vor- In einer Versammlung der Royal Geographical Society theilte Englische Südpol- Expedition. Aus London wird berichtet: gehens, insbesondere der Rockschneider, nach stattgehabten Berhand der Präsident Sir C. Markham mit, das Mitglied der Gesellschaft Inngen vollständig bewilligt. In mehreren Geschäften wurde durch Longstaff habe 25 000 Bfb. Sterl. zum Fonds für die englische Süddie theilweise Anerkennung der Forderungen eine Einigung erzielt. Bei einigen Firmen mußten sich die Arbeiter allerdings erst die An- polaregpebition beigesteuert. Dadurch sei die Royal Geographical erkennung ihrer recht minimalen Forderungen durch das Mittel der Society in den Stand gesetzt, eine allen Anforderungen entsprechende Arbeitseinstellung erzwingen. Die größten Schwierigkeiten werden Expedition auszurüsten und sich wie die Deutschen an der wiffenallgemein der verlangten Abschaffung des sogenannten zweiten haftlichen Erforschung der Südyolargegenden zu betheiligen. Der Tarifs, der vielfach zu Unrecht und zum Nachtheil der Arbeiter an- Fonds betrage jest 40 000 Bfd. Sterl Vermischtes. 3. Ja, wenden Sie sich vorher persönlich an das Bezirkskommando. E. M. 17. Der offenbare Schreibfehler schadet nichts. Voraussetzung des Anspruchs auf Rückerstattung der Hälfte der Klebemarten ist: 1. daß 235 Marken vor der Beirath geklebt sind; 2. daß die Heirath geschlossen; 3. daß innerhalb drei Monaten nach Eintritt in den Stand der geflicten Hofen der Antrag auf Rüderstattung bei der Versicherungsanstalt, bei der zulegt geklebt ist, eingelaufen ist. Formulare für solche Anträge hat. die Buchhandlung Vorwärts. 2. G. 18. 1. u. 2. Ja. 3. Durch 1 und 2 erledigt. 4. und 5. Das ersehen Sie am besten aus dem HandelsA. K. Nein. angestellten", auf den Sie überall abonniren können. B. Neumann. Sie würden mit Ihrem Anspruch nicht durchdringen. O. R. Adlershof. Die Gebührenhöhe ist uns unbekannt: Sie können sie Streitfrage 29. bei Ihrem Gemeindevorsteher erfahren. besteht kein Gejet. Das Rupfen lebendiger Gänse kann als strafbare Thier 3. S. 17. Die Armentommission geht die Sache überhaupt nichts an. Ohne ein Urtheil erstritten zu haben, hat die Stadt tein Recht, gegen Sie Zwangsvollstreckung wegen Ersatzes für eine vermeintlich durch Ihre Schuld zertrümmerte Stadtlaterne zu verlangen. Die Sachen Ihrer Frau haften für Ihre Schuld nicht. 36. P. K. Got fowsky. Den vollen Werth der eingedrückten Scheiben hat der zu erfegen, ber fie schuldhaft zerbrochen hat. Schönhauser Thor. Nein. D. G. Nein, denn der Anhalter Bahnhof hat teine Verbindung mit der Stadt- und Ringbahn. quälerei erachtet werden. Darüber Witterungsübersicht vom 28. März 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen stand mm 768 S Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. G. Stationen fland mm 3 Haparanda 756 Winds Windstärke richtung Wetter Temp. 11. 6. 2wolkent 9 2Nebel 10 762 SSW 4 bebedt 4 Petersburg 764 SW 1Schnee 3woltig 6 Cort 755 SW 7Dunst 10 5 berbeen 750 SW 1woltig 5hlb. bed. 6 Paris 769 SSW 2wolfent 769 Still Dunst-2 Wetter Prognose für Mittwoch, den 29. März 1899. Wild und zeitweise heiter, vielfach woltig mit etwas Regen und mäßigen Berliner Wetterbureau. füdwestlichen Winden. Danksagung. 3 wolfig Swinembe. 761 S gewandt wird, entgegengesetzt. Während aber die besseren Maaß- Eine eigenartige Operation wurde dieser Tage im Boologischen Hamburg Geschäfte wenigstens einigermaßen die Arbeitsbedingungen erfüllen, Garten zu Hamburg vorgenommen; es mußten einem Tiger Berlin 762 23 find besonders in den kaufmännischen Geschäften Zustände in Bezug die Nägel geschnitten werden. Eine Kralle war allmälig bei der Wiesbaden 767 SS bedeckt auf die Arbeitsverhältnisse eingerissen, die geradezu unhalt geringen Abnutzung in der Gefangenschaft zu lang geworden, hatte München bar geworden sind und deren Beseitigung mit allem Nach- fich umgebogen, drang dem Raubthier in die Weichtheile des Fußes Wien drud angestrebt werden müsse. Bei der Firma Gerson und rief eine Entzündung hervor. Die schwierige Operation wurde ( Kaiser Bazar) befinden sich die Arbeiter noch im Ausstande vom Direktor des Zoologischen Gartens eigenhändig vollzogen. Man und da fich Streitbrecher bisher noch nicht gefunden haben, so ist zu hatte dem Tiger im Käfig eine Schlinge gelegt; in diese wurde er erwarten, daß auch diese Firma, die übrigens ohne weiteres den burch vorgehaltene Fleischstücke hineingelodt. Als die betreffende Wünschen der Arbeiter entgegenkommen fönnte, zur Anerkennung der Branke in der Schlinge faß, wurde die starke Schnur zugezogen und Statt besonderer Meldung. Forderungen gezwungen werden wird. Bei der Firma Eben- die Tage durch das Gitter nach außen geholt. Mehrere Männer Für die zahlreiche Betheiligung am Am Sonntag, den 26. März, früh ftein, die hauptsächlich für die Kostümbranche in betracht tommt, hielten das tranke Glied, und trotz des unheimlichen Gebrülles des Begräbnisse unserer lieben Tochter 62 Uhr, verschied nach langen, haben die Arbeiter, wie dies in ähnlichen Geschäften üblich ist, die Tigers wurde der heilende Schnitt schnell und sicher ausgeführt. Hedwig und die vielen Stranzspenden schweren Leiben mein mir unvergeßneunstündige Arbeitszeit gefordert und nachdem die Verhandlungen resultatlos verlaufen find, die Arbeit einheitlich eingestellt. Wit Annonce in deutsch- amerikanischen Zeitungen gewarnt: Der deutsche befondere dem Herrn Hermann und an der Proletarierkrankheit. Vor Einwanderung nach Kuba wird durch nachstehende erlauben wir uns auf diesem Wege licher lieber Mann und guter Bater, allen Freunden und Bekannten, ins der Metallschleifer Louis Stolp mehreren Unternehmern schweben die Verhandlungen noch und dem- Hilfsverein in Habana, Kuba, warnt dringend vor der Einwanderung Bersonal unseren herzlichen Dank Beerdigung findet am Freitag, den zufolge ist es nicht ausgeschlossen, obwohl man hofft, eine Einigung mittellofer Leute nach Stuba, da das Klima und andere Umstände es auszusprechen. Louis Grützmacher zu erzielen, daß es in einzelnen Geschäften noch zum Ausstande den amerikanischen und europäischen Arbeitern fast unmöglich machen, 23366 tommt. In ber sehr regen Diskussion, in der alle Redner den ohne Schädigung ihrer Gesundheit schwere törperliche Arbeit zu verIn ber sehr regen Diskussion, in der alle Redner den bisherigen Verlauf der Bewegung als zufriedenstellend bezeichneten, richten; zudem find die Löhne für derartige Leistungen weit unter wurden vornehmlich die Zustände in den einzelnen Geschäften geben in der Heimath gebräuchlichen, wenn man die kostspieligkeit des schildert. Neben der Firma Weltmann, die außerordentlich minimale Für die vielen Beweise herzlichfter und nach berühmtem Muster für dieselbe Arbeit an verschiedene Lebensunterhalts berücksichtigt. Sekretär H. Krause." Theilnahme und für die zahlreichen Arbeiter verschiedene Löhne bezahlt und, wie behauptet wird, auch die Gattenmord. Ein neuer grauenhafter Frauenmord in Chikago, Kranzspenden bei der Beerdigung Sonntagsarbeit in ihren eigenen Werkstätten eingeführt hat, wurden ins- leider wiederum von einem Deutschen berübt, ist Mitte März in meiner lieben Tochter Martha fage allen Verwandten, Mitarbeitern und besondere die Zustände bei der Firma Baer Sohn einer herben Kritit allen seinen Einzelheiten durch das Geständniß des Mörders selbst Arbeiterinnen, Freunden und Beunterzogen. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Firma Baer Sohn, aufgedeckt worden. Die Frau des Wurstmachers August A. Beder. tanuten fowie dem Gesangverein nur um sich populär zu machen, beim 93er Streik in den Ver- eines geborenen Mecklenburgers, war seit dem 27. Januar fpurlos Waldesgrün meinen herzlichsten Dant. fammlungen schriftlich bekannt gab, daß sie alle aufgestellten verschwunden. Beder, ein älterer Mann, heirathete bald darauf ein Forderungen bewillige. Abgesehen davon, daß die Einrichtung der siebzehnjähriges Mädchen. Nach vierwöchentlicher Haft hat Becker, 23286 nebst Frau und Kindern. Danksagung. Die tiefbetrübte Mutter Ww. Louise Putzke, 3 Die 31. März, Mittags 1 Uhr, von der Beichenhalle des St. Thomas Kirch hofes aus statt. Um stilles Beileid bittet Wittwe Marie Stolp und Sohn Ehrhardt. 23396 Vermiethungen. Schlafstellen. Schlafft. f.2 H.Stallschreiberstr. 61, v.IV. Schlafft. f. anft. Mädch. zu verm. bei Elbert, Bülowftr. 57, 2. Aufg. 3 Tr. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 29. März. Opernhaus. Regina oder: Die Marodeure. Anf. 72 Uhr. Julius Eäfar. Schauspielhaus. Anfang 72 Uhr. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Wiener Volks- Theater| Achtung! 2. Wahlkreis. Achtung! Oranienstraße 52( Morizplak). 8 Uhr: Unschuldig( Fuhrmann Mittwoch, den 29. März 1899, Abends 8% Uhr, im Etablissement Königshof, Bülowstr. 37: Schmiedl). Voltsstück v. Leop. Friedr. Weiß. 10 Uhr: Das Versprechen hinter'm Herd. Das Land der Fjorde. Gebrüder Richter- Volks- Versammlung. Um 4 Uhr: Nachmittagsvorstellung zu ermässigten Preisen: Im Hörsaal: Herr G. Witt:„ Die Sonne". Invalidenstr. 57/62: Deutsches. Der Biberpela. Anfang Tägl. Sternwarte. 712 Uhr. Leffing. Abschied vom Regiment. Hierauf: Die Erziehung zur Ehe. Anfang 72 Uhr. erliner. Baza. Anfang 7% Uhr. Passage- Panopticum. 71 Residenz. Der Schlafwagen Nontrolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Neues. Der Herenmeister. Anfang 712 Uhr. Metropol. Der wilde Meier. Hier auf: Die Engelsjäger. Anfang 712 Uhr. Schiller. Die große Gloce.( Anfang 8 Uhr. Westen. Tell. Anfang 71/2 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 712 Uhr. Thalia. Der Registrator auf Reisen. Anfang 72 Uhr. Luisen. Der Hüttenbefizer. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Onkel Bräfig. An: fang 8 Uhr. Oftend. Schlimme Saat. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. S Fuhrmann Henschel. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Verlorene Mädchen. Anfang 8 Uhr. Wiener Volts: Theater. Un: schuldig. Anfang 7 Uhr. Apollo. Spezialitäten-Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr Vor: mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich warte. Uhr früh bis Uhr Theater 37 Lothringer- Strasse 37. Während der Charwoche bleibt das Theater geschlossen. Am 1., 2. und 3. Oster- Feiertag: Vater und Sohn Wie denken Sie darüber? und 10 11the abends. Concerthaus Heute Vor2 stellungen um 4 u. 62 Uhr. Die Kreuzfahrer. Großes Ballet bon 500 fünftlichen Menschen. Entree heute 25 Pf. Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Leipzigerstr. Tages Ordnung: 1. Eine Antwort auf das umstürzlerische Treiben der Junker im preußischen Herrenhaufe. 2. Diskussion. Referent: Reichstags- Abgeordneter Otto Antrick. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Wahlkomitee. 210/19 Empfehle den Vereinen und Gesells schaften meine beiden im Wald ge [ 1347* Tegenen Restaurants Pferdebucht 20 Min. vom Bahnhof Köpenick und Kieckmahl 15 Min. vom Bahnhof Hirschgarten, Hochachtungsvoll W. Magdeburg. Achtung! Lederarbeiter. Atung! Uhren u. Goldwaaren Donnerstag, den 30. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Kranz( Viktoria- Garten), Badftr. 12: Oeffentliche Versammlung Täglich: Hoffmann's aller in der Lederfabrikation beschäft. Arbeiter Quartettu. Humoristen Donnerstag, den 30. März: Lektes Auftr. der Herren Führmann u. Horst. In Vorbereitung: Die letzte Fahrt und Italiano Berolin. Die letzte Vorstellung im Concerthaus vor Abbruch desselben findet statt am Sonntag, den 23. April. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Großkes Konzert der Haustapelle unter Leitung des Mufifdirektors Herrn Otto Görner und Spezialitäten- Vorstellung Neu! Dreyfus- Esterházy. unter Regie des Humoristen Gustav Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas. Registrator auf Reisen. Abends von 5-10 Uhr: Stern Stettiner Sänger. Der Neichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palast. Spezialitäten Vorstellung. = Pajjage Panoptikum. Speziali täten- Vorstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch, Abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Die grosse Glocke. Lustspiel in 4 Atten von Ostar Blumenthal. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Freitag( Charfreitag): Geschlossen. Poffe m. Gef. in 7 Bildern( 3 Aft.) von A. L'Arronge und G. v. Moser. Musik von R. Bial. Anf. 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, 1. April: Zum 1. Male: Der Raub der Sabinerinnen. Schwant in 4 Aften von P. v. Schönthan. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Zum 14. Male: Der wilde Meier. Berliner Vaudeville in 7 Aften von Leon Leipziger. Musik von Franz Wagner. Hierauf zum 91. Male: Die Engelsjäger. Luisen- Theater Ballet in 14 Bildern von H. Regel 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Der Hüttenbefizer. Schauspiel in 5 Aften von Georges Ohnet. Donnerstag und Freitag: Geschlossen. Sonnabend zum 1. Male: und J. Mayer. Morgen, Donnerstag: Dieselbe Vor: ftellung. Sonnabend, den 1. April. Voranzeige: Gastspiel des Mr. C. Séverin( Frankreichs größter Mimiter Zum 1. Male: Chand d'Habits( Der Kleiderhändler), Mimodrama in vier Aften von Camille Mendés, Musik Kluck. Anfang Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Am zweiten und dritten Feiertag nach der Vorstellung: als Weißgerber, Lohgerber, Lederfärber, Zurichter u. Berufsg. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Stellungnahme zur Internationalen Konferenz. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 4. Der Schwarzmann'sche Abwehrstreit. 5. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. 2341b Kollegen, der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden, Der Vertrauensmann. pünktlich zu erscheinen. Beim bevorstehenden Quartalswechsel empfehlen fich folgende Partei- Speditionen: Mars, Kastanien- Ace 95/96. Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Fruchtftraße 30, of II. SO.: Frik Thiel, Staligerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Rarl Anders, Salzwedeler: 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 14.- GesundRosenbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 64/65. thaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Marl Charlottenburg: Gustav Deutsch- WilmersScharnberg, Schillerstr. 94, v. 1 Treppe. dorf: Frau Kübler, Sigmaringenstr. 34, und Frau Heinemann, Sigmaringenstr. 35.( Hier ist auch die„ Brandenburgische Bolts- Beitung" zu erhalten.) Rixdorf: Ostermann, Erkſtr. 6. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Apostel Paulusstraße 13, Quergeb. Hochparterre. Johannisthal- Nieder- und Ober- Schöneweide: Otto John, Ober- Schöneweide, Siemensstraße 7, Zigarrengeschäft. Annahme- Adlershof: Mar Worbs, that: Senftleben, Restaurateur. Mezzerstr. 4. Friedenau- Steglitz: S. Bernsee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, BaumDüppelstraße 8, und Fr. Schellhase, Ahornstr. 15a. schulenweg: NeuGodel, Baumschulstr. 32, v. III. Weissensee: Spediteur Heinrich Bachmann, vom 1. April Tanzkränzchen. Hellen: Nieber- Schöneweide: StarI Weber, Bigarrengeschäft. Johannis: Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger ab Lebberstr. 1, part. links. ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Elite Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 Pf., Numerirter Balkon 75 Pf., BalkonLoge 1 Mk., Orchester- Loge 1,50 Mk. Fremdenloge 2 Mk. Tageskaffe 11-1. Mähr's Theater Theater Oranien Straße 24. Nach berühmten Mustern. on Jules Bouvalt. Pierot: Mr. Geschlossen! Bosse mit Gesang in 4 Atten von E. Nessien. Musik von G. Collin. C. Séverin. Vorher: Leichte Kavallerie. Operette in 2 Atten v. Cofta. Musik von Fr. Suppé. Am 1., 2. nnd 3. Oster- Feiertag: Große Festvorstellung. Central Theater W. Noack's Theater Anfang 6 hr. Breise wie gewöhnlich. Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Sturgeß und Ordonneau. Mufit von Ed. Audran. Morgen: Die Puppe( La Poupée). Charfreitag geschlossen. 1. Ofter feiertag Nachmittag zu fl. Preisen: Brunnenstr. 16. Jeben Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater- Vorstellung. Die Waise aus Lowood. in 4 Aften F. Scholz' Festsäle mit Garten u. gr. Theaterbühne, Gr. Frankfurterstr. 74. Anf.4 Uhr. Jeden Der Bettelſtudent. Mar Hellera. G. von Charlotte Birgfeiffer. Sonntag: Großer Ball. Enhet: Grosser Ball. 2. Osterfeiertag Nachmittag zu kleinen Donnerstag, den 30. März: Steine Jed. Montag, Dienstag u. Donnerstag: Preisen: Der Obersteiger. An Vorstellung. allen drei Feiertagen Abends 71/2 Uhr: Die Puppe( La Poupée). Oftend- Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Schlimme Saat. Schauspiel in 4 Aften v. Otto Vischer. Anfang 8 Uhr. Jm Tunnel von 7 Uhr an Frei Apollo- Theater. Letzte Woche! Das grossartige März- Programm. 25 Anfang 7 Uhr. Ab 1. April: Stonzert. Vorzugsbillets hab. Giltigkeit. Bianca- Desroches. Morgen, Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Freitag und Sonnabend gefchloffen. Sonntag zum 1. Male: Die Bulgaria. Gr. sensationelles Robert Steidl. Die Paul Lincke'sche Burleske; Anfang 8 Uhr, Entree u. Tanz frei! Außerdem find sämmtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den Vorwärts" entgegengenommen. Um genaue Angabe der Adresse wird dringend gebeten. Bitte ausschneiden! Potsdam. neueste Muster, billigste Preise. Goldene Damen- Uhren v. 16, 20, 25 M. etc. Silberne, Nickel, Stahl- Uhren 9, 12, 15 M. Regulator 9, 14, 20 M. etc, G. Wagner Skalitzerstr. 126, nahe Kottb. Thor, Reparaturen gut u. schnell. Neu! Eröffnet! Neu! Bade- Anstalt. Norden Lortzingstr. 33. Lohtannin, Russisch- Römisch, Dampf fasten mit Massage und Padungen, Wannen, Sool, Fichtennadel, Kleies bäder 2c. Lieferant sämmtl. Kranten: 10409* taffen. Fahrräder verpfändet gewesene, ge: brauchte u. neue erstklassige Damen- u. Herrenräder ver71/ 5* kauft spottbillig Concess. Leihhaus Neue Schönhauserstr.11, 1. Hoffmannianos nenkreuz, Eisenbau, mit größt, Confülle, in schwarz ob. Nußb. lief. 3. Fabrifpr. unt. 10jähr.Gas rantie, gegen Theilz.mtl. Mr. 20 ohne Preiserh., nach auswärts frt.. Brobe( Referenzen u. Ratal. gratis) Berlin SW. 19, Leipzigerstr. 50 Allerlei Anzeigen. Garten- Lokal mit 2 Vereinszimmern zu verkaufen. 23225 Voigt's Blumengarten. Kaunguftr. 6. Fundbureau, Bei Ausflügen nach Potsdam erlaube ich mir alle parteigenoffen, GENERAL Charlottett. 93. Freunde und Bekannte auf mein in der 12768* Spandauerstrasse 33 ( Pferdebahn- Haltestelle, in der Nähe des Nauener Thores, ungefähr 10 Minuten vom Parte Sanssouci) belegenes großes Garten- Restaurant mehreren Zimmern aufmerksam zu machen. Für gute Getränke, als: mit mehreren verdeckten Hallen, Kegelbahn, 2 Sälen mit Pianinos, Potsdamer Stangen, Lagerbier, Münchener, Gräter, Weißbier, sowie für kalte und warme Speisen werde ich stets Sorge tragen. Die verehrlichen Vereine bitte ich um vorherige Anmeldung. Johann Hahn. Um geneigten Zuspruch bittet erren- Garderoben Sommer- Paletots, in den neuesten Farben, Elegante Anzüge in schwarz u. neuesten Modefarben, Für Schankwirthe. 1 großer runder Stammtisch, Durchs meffer 1,57, billig zu verkaufen. 2375b] Petersburgerstr. 76, Laden. Vereins- Spind zu kaufen gesucht. Offerten m. Preisangabe. Restaurant . Büchner, Nixdorf, Bannierstr. 58. Halbrenner, Mobell 1899, allerfeinstes deutsches Fabrikat, muß ich spottbillig verkaufen. Garantieschein noch 10 Monate. Lange: straße 34, 1 Tr. links. 54/8 Zum Laubenbau! Gebrauchte und neue Kanthölzer, Bretter, Latten, Leisten, Thür., Fenster, Dachpappe, spottb. S., Kottb. Damm 22, Arbeitsmarkt. Achtung! Jünglings- Anzüge! Holzarbeiter. in schwarz, blau, Kammgarn, Cheviot und neuesten Modefarben, Berufskleidung für alle Gewerke In der Möbelfabrik von Wöhler& Schwab, Pallisadenstr. 103, haben sämmte liche Tischler, Drechsler und Möbel: polirer wegen Lohndifferenzen die Wiederholte Einigungsversuche waren erfolglos. Auch empfehle meine Lotalitäten fauft man am reellsten u. billigsten zu festen Preisen bei Arbeit niedergelegt. Sonnabends an Vereine zu Sommer: festen und anderen Vergnügungen. Auch können Versammlungen abge: 11020* halten werden. teppdecken kauft man am Julins Lindenbaum jug fernhalten Große Frankfurterstraße 139, an der Fruchtstraße. Spezialität: ten und billigſten Anfertigung nach Maass. Zuschneider im Hause. nur direkt in der Fabrik B. Strohmandel, Berlin S., Für streng reelle Bedienung bürgt der langjährig bekannte gute Ruf meines Geschäftes. Aften( 11 Bildern) v. Hans Bu„ Ein Abenteuer im Harem" 72, Wall- Strasse 72, Abonnenten dieser Zeitung erhalten 5 pct. Rabatt. Gesangsterte von J. Dill. Musik von M. Fall. Sonntag: Schlimme Saat. Montag Nachmittag 3 Uhr: Der Brandstifter. Dienstag( fleine Preise): Schlimme Saat. ¶ Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Den größten Erfolg der Saison hat das Berliner Volksstück Fuhrmann Hentschel. Titelrolle: Direktor Wilhelm Fröbel. Lene, seine Tochter: Helene Voß. Dazu das unübertreffliche, erst flassige, neue, riesengroße Spezialität.- Programm Besonders hervorzuheben: Die fliegenden Menschen. Helbig Trio, Turner am hohen Luftapparat. Anf. 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Billet- Vorv. Vorm. v. 11-1 Uhr. und 15 neue Debuts. wo auch alte Deden aufgearbeitet werden. 10632* fämmtliche Betten Sardinen, Stores, Steppdecken, Portieren, Waffelded., Moritzplatz, Fahrrad- Händler! Haufen t.Saus v.Aschinger Zubehör- u. Rohthelle, fowie Gestelle, Teppiche, Bettvorleger, Tischdecken, 2 Treppen rechts. gespannte Rüder fehr vortheilhaft. Baletots, Anzüge, Hosen, Remontoir Spezialarzt f.Haut- n.Harnleiden. Oranienstr. 47, Fahrrad Artikel uhren, Operngläser spottbillig Pfandleihe Neanderstr. 6. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4.* en gros. CIRCUS Dr. Simmel BUSCH Mittwoch, den 29. März 1899: High- life- Abend. PERSIEN. Außerdem: Contre- danse zu Pferde, große Quadrille. Die neuen Freiheits: dreffuren des Direktors Busch. Auf 53/ 3* Rixdorf. T Sozialdemokratisch. Verein ,, Vorwärts." Montag, den 3. April( 2. Osterfeiertag), Mittags 1 Uhr: Buzug Die Stellenangebote. 78/20 Mitarbeiterschaft gesucht. Für ein in einem süddeutschent Staate demnächst erscheinendes Gea Mitarbeiter für Maschinentechnit u. foziale Gefch gebung gesucht. 13436 Offerten u. T. 10 an die Erp. d. Bl. Steinmetz ( Marmor) verlangt Wilh. Pries, 23276 Gr. Frankfurterstr. 125. Schleifer a. Onir verl. Brandens burgstraße 20, part. Beutler u. Ko. 1 Glasschleifer auf Facetten verlangt Paul Juret, Dresdener 23326 straße 82/83. Buchbinder- Lehrling verlangt 23386] Bredereck, Weinbergsweg 14, Fantasiefedern- Arbeiterinnen 54/ 3* und Lehrmädchen verlangt A. Rehfeldt Nachf., Barnimstr. 41. treten bes berühmten Schulreiters Vorstellung in der ,, Urania", Taubenstraße Nr. 48-49. traußfedern. Tücht. Näherinnen Burkhardt Foottit. Gebr. Dousek, die lustigen Chinesen. Auftreten der Elite Afrobaten Ueberlé Troupe. Amateur- Konkurrenz- Reiten, 50 M. Prämie 2c. Morgen, Donnerstag, den 30. März, Abends 72 Uhr: Persien. Am 12. April: Schluß der Saison. Zur Aufführung gelangt: Das Land der Fjorde. Billets à 60 Pf. find in den Zahlstellen: Otto Klein, Restauration, Kaiser Friedrichstr. 236; Köpke, Restauration, Karlsgartenstr. 1; Rekerau, Cigarrengeschäft, Hermannstr. 50; Münzer, Restauration, Bergstr. 7; Herrmann, Cigarrengeschäft, Kirchhofstr. 1; Sy, Restauration, Jägerstr. 69, sowie bei den Borstandsmitgliedern zu haben. Die nächste Versammlung des Vereins ist eine General Versammlung und findet am Dienstag, den 11. April, ftatt. Diejenigen Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, werden ersucht, diefelben 232/3 in vorstehenden Zahlstellen zu regeln. und Lehrmädchen verl. Köpenickers [ 23296 straße 108, Hof rechts 1 Tr. Blousenhemden. Stepperin im und außerm Hause verlangt Kämpfer, 2330 Gitschinerstr. 80, Hof lints. Beinkleider Arbeiterin auf bessere, außerm Hause, verlangt 23335 Dumack, Friedenstr. 95. Mädchen, unter 16 Jahren, verl, Hübner, Markusstr. 5. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. 23316 Nr. 75. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 29. März 1899, Maßnahmen gegen den Bodenwncher in China! denwucher bon dem solche Wuchergewinne zukommen zu lassen. Es wurde daher sofort sie doch Fleisch Fleische unserer herrschenden am Tage der deutschen Besizergreifung ein provisorisches Berbot des Klassen und Blut von ihrem Blute. Sie würden deswegen sehr bald Berkaufs von Grund und Boden erlassen. Weiter wurden die aus dem geliebten deutschen Mutterlande Freiheit und Prämien für Chinesen gezwungen, ihren Grundbesitz nur an die deutsche Re- den Besitzenden, Knechtschaft und Zuchthaus für den Arbeiter über gierung, und zwar zu den vor der deutschen Besizergreifung das Meer bringen. Wir fönnen uns nicht auf die Einsicht und den üblichen Preisen zu verkaufen, so daß die Regierung ein guten Willen der Herrschenden verlassen, die durch das Interesse ihrer Vorkaufsrecht des gesammten Bodens zu mäßigem Preise besitzt. Klasse geleitet werden; wir können uns nur auf das Interesse und Dadurch ist die Erwerbung des nöthigen Bodens für nothwendige die Einsicht der besiglosen, arbeitenden Klasse stützen. Mit der wirtha Straßen und Pläge, für Hafenanlagen und öffentliche Gebäude aller schaftlichen und politischen Organisation der Arbeiterklasse ist für die Art zu mäßigen Preisen gesichert und übermäßigen Forderungen für Beseitigung der kapitalistischen Monopolwirthschaft unendlich viel solche Grundstücke auch in Zukunft vorgebeugt. mehr gethan, als mit aller Bekämpfung des Bodenwuchers in China. Eingegangene Druckschriften. Von Ein Von Henri van Kol. Ueber Grubenbesitz und Grubenrecht. Die revolutionäre" Rolle der Elektrotechnik. Von Dr. Bruna Borchardt. Rundschau: Bücher, Revuen. Der Preis des Heftes beträgt 50 Pf.; pro Quartal 1,50 M. Man abonnirt in allen Buchhandlungen, bei allen Kolporteuren und auf ieder Postanstalt, ferner direkt bei der Expedition. Eine der schlimmsten Formen der Ausbeutung, unter der die arbeitende Bevölkerung zu leiden hat, ist der Bodenwucher, der namentlich in den Großstädten seine üppigsten Blüthen treibt. Die Summen, die für städtischen Baugrund gezahlt werden, steigen ins Ungemessene auf dem Papier; denn in Wirklichkeit wird fast gar nichts bezahlt, sondern der Kaufpreis wird als sogen. Hypothet auf das betreffende Grundstück eingetragen. Dadurch gewinnt der VerKäufer das Recht, unter dem Namen von Hypothekenzinsen den Freilich würde der Bodenwucher gegenüber den Privatleuten hier Arbeitsverdienst der Bewohner des Grundstücks zum größten Theil durch nur wenig berührt werden; denn die Regierung verkauft das zu erpressen; der Unwille über die hohen Miethen und fort von den Chinesen billig erworbene Land, soweit sie es nicht für öffentdauernden Miethssteigerungen, der sich oft gegen den Hauswirth liche Zwecke bemußt, wieder weiter an Privatleute. Sollte sich nun Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dies' Berlag) ist soeben das 27. Seft richtet, kommt deshalb oft an eine falsche Adresse, denn oft in Kiautschou ein einigermaßen reger Handel und Verkehr entwickeln, des 17. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt desselben heben wir herbor: Bernstein und die materialistische Geschichtsauffassung. genug lassen die Hypothekenzinsen dem Hausbefizer nichts übrig. wie die Regierung doch hofft und wünscht, so werden zweifellos die Keine Männer. Eine Grenze für die Miethssteigerungen und damit für die Bodenpreise beträchtlich steigen, und statt der armen Chinesen, die Von K. Kautsky. Meine" neue Lyrik. Von Arno Holz.- Berliner Theater. Von F. Mehring. Seidensurrogate. Literarische Rund Preissteigerung des Grund und Bodens ist immer nur in der ihr Bejißthum billig an die deutsche Regierung abgeben müssen, schau. Feuilleton: Bater Amable. Bon Guy de Maupassant. Deutsch augenblicklichen Konjunktur, im Verhältniß der vorhandenen werden die später kommenden Kaufleute und Spekulanten die er- von Wilhelm Thal. benuzbaren Wohnungen zur Nachfrage gegeben; in den warteten Millionen in ihren Taschen verschwinden lassen. Um dem Die Sozialistischen Monatshefte( Berlin W., Gleditschstr. 23) haben wachsenden Großstädten ist in den Zeiten des industriellen wenigstens etwas vorzubeugen und um die Gesammtheit der Be- foeben das 3. Heft ihres IV. Jahrgangs erscheinen lassen. Aus dem Inhalt Aufschwungs der Zuwachs der Bevölkerung so start, daß der Boden- völkerung, durch deren Arbeit der Boden erhöhten Werth bekommt, heben wir hervor: Bum Gedächtniß der Pariser Kommune. Von Jeanwerth fortwährend steigt, und auch beim Nachlassen des Aufschwungs an dieser Wertherhöhung wenigstens einigermaßen theilnehmen zu Baptiste Séverac. Plechanow versus, Ding an sich. Von Alexis nicht etwa finit, sondern seine Höhe behauptet, um bald wieder lassen, hat die Regierung die Verordnung erlassen, daß bei jedem Nedow. Die Konsumgenossenschaft und die sozialistische Theorie. weiter zu steigen. Kleine Wohnungen, die vor 10 Jahren noch mit weiterverlauf des erworbenen Sandes der Regierung der dritte Gertrud David. Die Hamburger Genossenschaft. Von Adolf v. Elm. 150-200 m. zu haben waren, kosten jetzt das Doppelte, und der Theil der erzielten Preiserhöhung als Abgabe gezahlt werden müsse. Die soziale Bedeutung der Genossenschaft. Von Dr. Franz Oppenheimer. Miethspreis ist immer noch im Steigen begriffen. In den näheren, Auf die Hoffnungen, welche über das Aufblühen von Kiautschou ja selbst in den weiteren Vororten liegen die Verhältnisse bereits gehegt werden, wollen wir hier nicht eingehen. Unsere 8tveifer Beichen der Zeit. Von E. Belford Bay. ganz ebenso, und eine Aenderung im Wachsthum des Tributs, den daran können uns nicht hindern, zuzugestehen, daß die für Landdie arbeitende Bevölkerung für die gütige Erlaubniß bezahlt, zu verläufe dort aufgestellten Verwaltungsgrundsäge ganz vernünftig Leben und sich abzuradern, ist vor der Hand nicht abzusehen. sind. Aber wir müssen uns doch billig verwundern, daß man Man sollte meinen, daß die Schäden des Bodenwuchers so offen- im fernen China so vernünftigen Grundsäßen folgt, dagegen sichtlich zu Tage liegen, und daß die regierenden Streise so gar kein bei uns in Deutschland für alle Schäden des Bodenwuchers blind Bernstein, Voraussetzungen des Sozialismus. Stuttgart, Diet, Interesse an seiner Aufrechterhaltung haben, daß sie auch in der ist. Erwartet man hier vielleicht keinen weiteren Aufschwung des Arbeiter Sekretariat, München. Erster Jahresbericht für 1898. München, gegenwärtigen Gesellschaft dieser schlimmen Auswucherung der Volts- Handels und Verkehrs und damit weitere Steigerung des Boden- Ernst. Alexander, Medizinalreform. Berlin, Verlag von Coblenz. massen ernstlich zu Leibe gehen müßten. Wenn eine neue Stadt- werthes? Sieht man hier keinen Anlaß, die durch die Arbeit der Lage der Schwarzwälder Uhrenarbeiter. Stuttgart, Selbſtverlag des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Bürger, Ewerführer- Organisation. bahn- Station eröffnet wird, in der Jungfernhaide, am Savigny- Gesammtheit geschaffenen Werthe auch der Gesammtheit zu Gute Hamburg, Cardinahl.- Mehring, Harden's Fabeln. Zweite vermehrte AufPlaz, in der Butligstraße, sofort steigen die Miethen und der Grund- kommen zu lassen? Hat etiva die Marine- und Kolonial- lage. Berlin, Walther, 1899. Jentsch, Robbertus. Stuttgart, Frommann. werth jener Gegenden im weiten Umkreise. Was haben denn die verwaltung einen so viel weiteren und freieren Blick, als unsere Bandalin- niszech, Spanisch- amerikanische Krieg. Frankfurt a. M., Herrschenden für ein Interesse daran, einzelnen Grundbesitzern ohne heimischen Behörden? Es giebt hier in Berlin ein kleines Knauer. Quida, Priesterherrschaft. Uebersetzt von Quidde. Dresden, jede Gegenleistung nicht nur Tausende und Hunderttausende, sondern Konventikel, das sich Bund für Bodenbesizreform nennt. Diese Pierson. Greiner u. Pfeiffer, Posthandbuch für die GeschäftsBloch, Krieg der jelbst viele Millionen in den Schooß zu werfen, Millionen, die durch guten Leutcher glauben in der That, daß die Marine- und Kolonial- welt. Stuttgart, Hofbuchdruckerei. Preis 1,50 M. die Arbeit der gesammten Bevölkerung geschaffen werden? verwaltung sehr weitsichtig ist, und begrüßen die Maßregeln in Zukunft( ein Auszug, 70 Seiten). Vita, Deutsches Verlagshaus. 1899. Keil, Neuordnung des Handwerker- und Lehrlingswesens. Leipzig, 1898, Wir haben zur Klugheit unserer uns von Gott gesetzten Obrig- Kiautschou mit freudigem Hosiannah als den Anfang einer neuen Avenarius. Nadandt, Deutsche Boltserhebung 48/49. Leipzig, Friedrich. feiten noch nie ein besonderes Vertrauen gehabt; sollten fie aber fo Beit. Sie hoffen, daß der marinefreundliche Kaiser den heimischen Gleß, Alfr., Theoretischer Anarchismus. Zürich, Schabeliz. Naumann, beschränkt sein, diese auf der Hand liegenden Verhältnisse nicht zu Behörden die Verwaltung von Kiautschou als Muster hinstellen Fr., Afia. Verlag der Hilfe", Berlin 1899. Bornemann, Morgenstern. erkennen, oder so einfältig, Maßregeln hiergegen nicht auffinden zu werde, und daß dann bei uns ernstlich Reformen in Bezug auf die Freiburg i. Br., Selbstverlag 1899. Hertwig, Lehre vom Organismus. fönnen? Onein! unsere Behörden sind durchaus nicht thöricht und Bodenbesitzverhältnisse Platz greifen werden. Sonderbare Schwärmer! Jena, Fischer. Rendsa, Die wichtigsten Fragen des Volkswohls. haben vom Herrn mit dem Amt auch den nöthigen Verstand ver- Wenn irgend etwas, so zeigen die geschilderten Vorgänge klar und deutlich Leipzig, Friedrich. Helle, Uebermenschenthum. Mainz, Kommissions perlag. May, Verhältniß des Verbrauchs der Massen zu demjenigen der liehen erhalten. Sie kennen den Bodenwucher, seine Ursachen und die Interessenwirthschaft und Manenherrschaft, unter der wir leiden. Der feine Wirkungen, und sie kennen auch Maßregeln, um ihm zu be- Bodenwucher in Deutschland liegt noch viel auffälliger zu Tage, als der kleinen Leute", der Wohlhabenden und Reichen und die marriſtiſche Dottrin. Leipzig, Dunder u. Humblot. Sperling, Ehrengerichte. Berlin, Fischer: gegnen; freilich wenden sie ihre Kenntniß nicht bei uns an, wo es erwartete in Kiautschou. Dort sind Chinesen die Landbefizer, und Kornfeld. Chamberlain, H. St., Grundgedanken. München, Bruckmann.. so sehr Noth thut, sondern im fernen Osten, in seiautschou, deshalb wird dem Bodenwucher gesteuert; bei uns befizen die Eschwege, Privilegirtes Spekulantenthum. Berlin, Harrwiz. Linnert, in China. Unserer sogenannten Pachtung in Ostasien ver- Kapitalisten und Junker den Boden, und deshalb darf die Volks- Lehrmittelfreiheit. München, Heller. Lucifer, Der heilige Luther. Wrede, sprechen unsere Kolonialschwärmer und unsere Regierung ja eine masse ungestört ausgewuchert werden. Sollte Kiautschou wirklich Berlin. Siegfried, Ein Mahnwort zur Statistik der preußischent Ein Beitrag zur Beleuchtung der preußischen goldene Zukunft, und demgemäß erwarten sie dort auch eine emporblühn, und deutsche Kapitalisten in nennenswerthem Umfang Landtagswahlen von 1898. ungeheure Steigerung des Grundwerthes. Die Besitzer des Bodens bort festen Fuß fassen, so würden sie bald mit einer Ver- Wahleinrichtungen. Preis 60 Pf. Berlin SW. 47. Brede, Verlag. find dort aber Chineſent, und unsere Verwaltung verspürte durchaus waltung aufräumen, die ihnen die Ausbeutungsfreiheit- Georg Wagner: Der Bolenkoller. Stizze vom„ Striegsschauplag" in den Ostmarken. Leipzig, Wilh. Friedrich. A. Peenert. Ist zur Durch würden die Verwaltungsorgane die gegen führung des Sozialismus die Gründung einer neuen sozialdemokratischen schlossen und ihre Forderungen für Land um das zehnfache erhöhten, die Chinesen getroffenen Maßregeln gern fallen lassen, sind Partei nothwendig? Leipzig- Connewitz, Selbstverlag. Von der Reise zurück. Dr. Paul Cohnheim Spezialarzt für Magen- und Darmlelden, jahrelang 1. Assistenzarzt von Herrn Dr. J. Boas, Berlin C., Rosenthalerstrasse 41, Ecke Hackescher Markt, 4-6, Sonnt. 9-11, früher Königsbergerstr. 22. 54/7 Soeben ist erschienen: Ist zur Durchführung des Sozialismus die Gründung einer neuen sozialdemokratischen Partei nothwendig“? 21996 Zwei Serien- Abbrücke aus den Schriften des wissenschaftlichen Sozialismus, zusammengestellt und herausgegeben von A. Peenert, Kaufmann. Preis 30 Pf. Bu beziehen durch die Buchhandlungen und Kolporfeure und gegen Einsendung von 35 Pf. Brief: marken direkt vom Verfasser LeipzigConnewitz. Verpfändet gewesene Uhren H goldene, filberne, Damen- u. Herren Remontoir Uhren mit feinsten Werken mit zweijähriger Garantie, goldene Ringe, Trauringe, Ketten, sämmtliche Gold: waaren, Brillantringe, Ohr: ringe, Brosches, alles modern, wie neu, verkauft spottbillig Konz. Leihhaus, Neue Schönhauserstr. 11 I. Schöneberg. Die Parteispedition des Vorwärts", fowie Rieferung fämmtl. Parteiliteratur befindet sich jetzt Apostel Paulusstr. 13 Quergeb. hochpart. Wilh. Bänmler. ** 10849* * Hans Kayser Görlitzer Bahnhof, Plak 6. Billigste Bezugsquelle für Press- u. Steinkohlen. Zähne v. 2 Mart event. Theil. zahlung. Olga Jacobson, Invalidenst. 145. Theilzahlung monatlich 10 Mt., ÷ Sonn- u. Feiertags von 8-10 u. 12-2 geöffnet. Man verlange gratis und franco mein neues Preisbuch 1899. 1 Fabrik- Versand und Kaufhaus Jacques Raphaëli Inh. Th. Büsing Berlin C., An der SpandauerFahrgeld wird jedem Käufer vergütet. I Herren- u. Knaben- Garderobe Herren- Frühjahrsand Sommer- Paletots, nur beste Qualität, saubere Verarbeitung Mk. 10,-14,-19,-24- etc. → ← Herren- Anzüge, ein- und zweireihig, in hochmodernen Façons, tadelloser Sitz, peinlich saubere Ausführung, Mk.10-, 14,-19,-24,-et etc. Herren- Beinkleider hell-, mittel- u. dunkelfarbig Mk. 2,80, 3,80, 4,80, 5,80 etc. Gleichzeitig erlaube ich mir auf Cigarren meine enormen Vorräthe in Schuhwaaren Täglich Eingang von Neuheiten in farbigen und schwarzen Kinder-, Damenu. Herren- Schuhen u. Stiefeln. Garantie für Haltbarkeit durch gedruckte Garantiescheine. Brücke 2. Für Herren Segeltuch- Schnürschuh Absatz, Lederbesatz Rindleder Zug- o. Schnürschuh, reine Lederzuthaten Echt Ziegenleder Braun Schnürschuh Zugstiefel ohne Naht 3,10 3,90 5,75 Rindleder 5, Zugstiefel ohne Naht 6.75 2,60 3.75 Wildkalbleder, genäht Für Damen Segeltuch- Schnürschuh Absatz, Lederbesatz Rossled.Schnür- o. Knopfschuh Echt Ziegenleder braun Schnür- oder Knopfschuh 4,25 Echt Ziegenleder Schnür- oder Knopfstiefel 6,75, 7,50 Grösstes Lager der besten Schuhwaaren der Welt ,, Goodyear: Kinderschuhe von 50 Pf. an. aufmerksam zu machen, welche ich theils unter dem Einkaufspreis, theils zum Fabrikationspreis verkaufe u. zw. pr. Mille 14,-, 17,-, 19,-, 21,-, 23,-, 25.-, 27,-, 29,-, 31,- etc. Dampfdestillation, Fruchtsaftpresserei, Essenzenfabrik im eigenen Hause. Ram pr. Ltr. v. 1, an. Cognac pr. Ltr. v. 1,25 an. Elercognac pr. 1 Ltr.-Fl. 2,-. Bergamott pr. 1 Litr.- Fl 1,50.1Möbel V liefere und Wohnungs Einrichtungen zu Fabrik- Preisen. elegante Herren Garderobe nach Maaß( auch baar Staffe, billigste Preise) Eigene Werkstelle im Hause.[ 11162* Wochentags bis 10 Uhr Abends geöffnet. alle Farben Sonn- u. Feiertags von 8-10 u. 12-2 geöffnet. Schöner schattiger Garten BismarckAchtung für Ausflügler! und Tanzfaal für Sonna Herren- u. Konfirmandenhüte, Mark, abende und Sonntage noch frei. Den Bereinen bestens empfohlen. Kaffeea 165 Adlershof bei Berlin, strane, Paul Schmauser. Die beliebten Arbeitshüter 65 Pf. nur neue moderne Sachen,[ 6562 füche ist Prima Qualität 1,50 und 2,-. geöffnet. 16, Stralanerſtr. 56, Saben. Bont 5. April Bukow, Invalidenstr. 18. Hutfabrik- Komptoir jetzt Kaiserstrasse 25 A. Möbel auf Theilzahl. Oranienstr. 131. Neanderstr. 16, 2r.[ 13192* Lager: Parterre u. I. Etage. Beamten Roulante H& M. Lewent, ohne Anzahl. Zahl. Bed. S Warenhaus Wilhelm Stein Chaussee- Str. 66. BERLIN, N. Chaussee- Str.66. Tagesangebot für Mittwoch, den 29., Donnerstag, den 30. März und Sonnabend, den 1. April. Abteilung Herren- Artikel: Stehkragen in 8 Façons, rein Leinen 4fach 20 Pf.| Oberhemden glatt. • 40, 275. 185 P. • Stehkragen Leinen fach m. umgelegt. Ecken rein 55, 45, 40.30 P. Stehkragen Leinen 4fach. Umlegekragen rein Leinen 4fach. 45 u. 25 Pf. Manschetten rein Leinen 4fach... 70 u. 45 Pf. 80 Pf. m. angebog. Ecken, rein 55, 45, 40. 30 Pf. Oberhemden Piquéfalten Manschetten mit Lasche, rein Leinen 4fach.. . Kerren- und Knaben- Sweater dazu genau passende Radfahrerstrümpfe In reichhaltigster Auswahl. Sportmützen. Stöcke. . ..... 400 Pf. Oberhemden gestickt. 475, 400, 300265 Pf. Bunte Percal- Faltenhemden... 300 u. 275 PI. Serviteurs glatt und gestickt, neueste 50 bis 130 Pf. Façon Schleifen Seide mit Seidenfutter Selbstbinder and Regattes. von 45 P. .. 45 Pf. Elegante Selbstbinder Seide mit Seidenfutter 90 Pf. Elegante Regattes Seide mit Seidenfutter Matrosen- Kragen. • 95 Pf. von 45 bis 150 Pf. Cylinderhüte neueste Form.... 440 bis 1350 Pf. in Weiche Kerrenhüte grau und schwarz 475 Pf. rein Haarfilz. schwarz, rein Haarfilz, engl. Form Karte Herrenhüte 900, 600,575 Pf. Weiche Filzhüte farbig schwarz und 300, 240.175 Pf. • . Kinder- Filzhüte mit Stutz in allen Farben 95 Pf. Süd- Wester weiss, blau, rot. .. 125 Pf. Matrosenmützen für Knaben u. Mädchen 25 bis 300 Pf. von Kerren- und Knaben- Touristen- Kemden Bunte Sportserviteurs Abteilung Glacé- Handschuhe Damen- Glaçé- Handschuhe farbig, 4 Knopf • ... Paar 160 Pf. Damen- Glaçe- Handschuhe farbig, a Druckknopf. Elegante Ausstattung, 195 Pf. Ersatz für Ziegenleder Paar Kerren- Stepper Herren- Glaçe- Handschuhe 2 Druckknopf in modernsten Farben. Paar 145 Pf. Paar 220 Pf. u. auf Jahre bei bescheidener Anzahlung hinaus ver theilten Ratenzahlungen. Bei Zahlungsschwiegrösste Rücksicht.[ 7362 Möbel, Wohnungs- Einrichtungen of Credit Central- bel- italie vom einfachsten bis feinsten Genre Verkauf frisch get. schw. perls. und finn. Fleisches. Rindfleisch Schweinefleisch pro Pfd. von 30 ẞf aut, " 40 Pf. Verwaltung der Kochanstalt Städt. Schlachthof Täglich von 7 Uhr morgens bis 6 1hr abends: Viel Geld*** ** sparen Sie in Ihrem Haushalt durch ständige Verwendung von den ärztlich empfohlenen Saccharin- Tabletten ( Fahlberg, List& Co. in Salbke- Westerhüsen a. E.) dem besten, billigsten u. gesündesten Süssstoff Der Ersatz von Pfund Zucker kostet nur ! 10-12 Pfennige! Zu haben in allen durch Saccharin- Plakate kenntlichen Drogen-, Kolonial- und MaterialwaarenHandlungen. General- Vertreter Wilh. Bröckel, Berlin N., Sellerstrasse 14; Hauptniederlage R. Ehrmann, Berlin SW., Solmsstrasse 24. Möbel ( 558L unb Polsterwaaren. Reelle Arbeit. Ganze Einrichtungen zu billigen Preisen.[ 11648* Franz Tutzauer, Brunnenstraße 152. Das auf Kommandantenstr. 51, Ecke Alexandrinenstr. Möbel- Fabrik und Lager kompletter Wohnungs- Einrichtungen bon Julius Apelt, Zischlermeister, Berlin SO. Skalizer Straße No. 6, am Roffbuler Thor. Permanente Ausstellung für Wohnungs- Einrichtungen in allen Preislagen stehen jederzeit zur Besichtigung bereit; auch werden dieselben in eigener Werkstatt im Hause nach Wunsch und Zeichnung in türzester Zeit angefertigt. Für beffes und frockenes Material leiffe Garantie. Kein Laden! Empfehle mein reichhaltiges Lager in 6269* Filz- und Seidenhüten, Schirmen in den neuesten Façons und Farben, äußerst billige Preise. Richard Klose, Auflamerstr. 41, zweites Haus von der Brunnenstraße. Eingang vom Hausflur. Bitte genau auf die Hausnummer zu achten. Eröffnet Hutlager M. 3.15. Spezialität: Englische und deutsche Fabrikate. Filialen in den größten Städten Deutschlands. Ein Blick 133/15 auf das Schaufenster genügt, um sich von meiner Leistungsfähigkeit zu überzeugen. A. Rosenblum, Friedrichstr. 91/92. nach Maaß für Herren Knaben, Teppich- Engros- Haus Anzüge en Hermann Bursch, Rönigstraße 50, tein taben, 128/ 18* gegenüber dem Rathhause, empfiehlt zum bevorstehenden Umzuge seine bebentenben reich fortirten Engros- Lager in Teppichen, Portièren, Gardinen, Tischdecken, Steppdecken, Läuferstoffen, Möbelstoffen und Plüschen. Du Der Verkauf an das Privatpublikum erfolgt zu keffen wirklichen Engros- Preisen. Aussergewöhnlich günstiges Kaufangebot. Sonntags geöffnet! Größte Auswahl in in- und aus: ländischen Stoffen für Paletots, Anzüge, Beinfleider 2c. werden unter Garantie des guten Sites zu überaus billigen Preisen schnellstens angefertigt im Tuchgeschäft bel A. Karle, Waldemarstr. 66. Möbel, Spiegel u. Polsterwaaren reell, zu ſoliden Preisen, empfiehlt H. Strelow, Tischlermstr. Rixdorf, Richard Straße 116, am Denkmal.[ 1000* J. Brünn, 10609* ( Bahnhof Börse) Hackescher Markt 4 Nach beendeter Inventur gelangen größere Lagerbestände meiner Teppiche Gardinen! Portièren! Steppdecken! Tischdecken! zu sehr billigen Preisen zum Ausverkauf!! 6999* Das beste und im Gebrauch. billigste und bequemste Waschmittel der Welt ist Dr Thompson's Seifenpulver Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.