I I U I I i I t kiozelpreis 70 Heller, ckkinfchließlich 5 Heller?ßorlo' ^elnic a^ r'^e/nie Lj.. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. 9k OaNIoa u. DkNoottuog: Brag n, OTtfiSsairta!»♦ Tkleob.i 20793. 31409. oracvnedan.(aO 21 UOt)! 33030» 0og«q>,aaml: 37344 13. Jahrgang. Donnerstag, 6. April 1933 Nr. 82. rin Fall Bell in Lieditensteln: Nordauto mit sieben Nazis Reidtsbank gibt lür 70 Millionen Dollnr Gold ob. Düdizahlung des nedlslt on tkredits. Berlin, 5. April. Di« Verlängerung des am 4. März fällig gewordenen sogenannten Re- diSkontkrediieü der Reichsbank von 70 Millionen Dollar ist insofern auf Schwierigkeiten gestoßen, als die Gläubigerbanken anläßlich der kürzlich beobachteten Bewegungen des Dollar. knrfeS«ine besondere Wahrungssicherung durch «in« verschärfte Goldklausel verlangte«, deren Annahme wiederum Schwierigkeiten begegnete. Di« Reichsbank hat deshalb den Gläubiger, banken angeboten, von der Aenderung der Wal). rungSklausel abzusehen oder die Rückzahlung des Kredites«ntgegenznnehmen. Nachdem eine der Gläubigerbanken sich für die Riickzah» lang entschieden hat. ist damit zu rechnen, daß in den nächsten Tagen die entsprechenden Gold« dewegungen stattfinden werden. In einem Kommentar zur Rückzahlung des Redi-kontkredilcs der Reichsbank schreibt der„Berliner Börsenkurier", cs sei zu begrüßen(?), daß die Reichsbank von sich aus den Gläubigerbanken die volle Rückzahlung des Rcdislontkredites angeboten hat und daß diese Rückzahlung nunmehr erfolge. Die SR Millionen Mark Gold, die Teuischland jetzt verliere, hätten für das Reich ihre Bedeutung verloren. In die Notendccknntz konnte man sie in wahrer Erkenntnis der Lage sowieso nicht mehr einbczichen. Die„Aossische Zeitung" schreibt, vom währungspolitischen Standpunkt and betrachtet, sei die Rückzahlung vollkommen belanglos(?).' Tie Stabilität der Rcichsbank hänge nicht von der Höhe der hinter ihr stehenden Gold» und Tcviscndcckung ab, sondern werde dadurch gewährleistet, daß man den Geldumlauf in angemessenem Verhältnis zur Produktion um zum Güterumschlag halte. In demselben Sinne schreibt auch das„Berliner Tageblatt". Englisches welßhach gegen Rußland, „Theatralische Prozesse aus innerpolitischen Gründen." London, 5. April.(Reuter. In der üblichen Form eines Weißbuches wurde gestern abends die Korrespondenz des britischen Außenministeriums mit der britischen Botschaft in Moskau in Angelegenheit der Verhaftung der Angestellten der Metropolitan Vickers auSgegcben. Die Korrespondenz umfaßt den Notenwechsel vom 12. bis 17. März. Der ständige UnterstaatSsckretär für auswärtige Angelegenheiten telegraphierte u. a. dem britischen Botschaster am 14. März:„Ich Hoss«, daß Sie dem BolkSkommissär klar und nachdrücklich die unmögliche Situation für dir anglo-sowjetrus- fischen Beziehungen darlegten, da die britischen Staatsangehörigen in Moskau als Puppe« für di« theatralischen Prozess« verwendet werden, dir ausschließlich au» innenpolitischen Gründen aufgeführt werden." Am 16 März teilte der britische Botschafter in Moskau dem Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Litwinow in Form einer Verbalnote mit, die wirkliche Frage, um die cs sich handle, sei, daß die britische Regierung und die britische Oeffcnt- lichkeit wissen wollen, ob die Sowjetunion auch weiterhin ein Land sei, in dem britische Staatsbürger sich aufhfllten und ihren Geschäften- nachgehcu können, ein Land, mit dem die britische Regierung ihre Beziehungen weiterhin aufrechterhalten k a n au Zum' Schlüsse erklärte der britische Botschafter Sir Ovey, es sei recht gut möglich, daß er, der Botschafter, welcher die britischen Beziehungen zu Sowjctrußland angeknüpft habe, auch der Botschafter sein könne, welcher die britischen Beziehungen zu den Sowjet» beendige. Uebcr den Inhalt des Weißbuches wird hcpte im Unterhaule bei Gelegenheit der^Veiten Lesung des Gesetzes über die englisch-'otvfetrulsischen Handelsbeziehungen, das gestern dem-Hause voc- aelegt wurde, eine-Debatte abgcführt werden. Die Regierung wird die Bewilligung des A u s- fuhrverbois für Sowjet waren fordern. überfallt die Brüder Roller. Schwerverletzte. Die Täter verhaltet. Daduz Liechtenstein), 5. April.(Eigen-1 bericht.) Heute nachmittag wurden die bekannten Berliner Tbeaterdirektorrn Fritz und Alfred- Rotter, die vor kurzem unter aufsehenerregenden Umständen nach Liechtenstein geflüchtet waren, auf der Rückkehr von einem Spaziergang! in der Nähe von Vaduz von sieben jungen Leuten, di« in einem Auto angesahren kamen, mit s vorgehaltenen Revolvern überfallen. Die beiden Brüder befanden sich in Gesellschaft zweier Frauen, von denen die eine die Gattin Alfred RotterS war. Im Handgemenge wurden alle vier Personen erheblich verletzt. Schließlich g«. lang es den Männern, Fritz Rotter Fesseln an- — Zwei Tote, zwei zu legen und in da» Auto zu schaffen. Alfred Rotier und seine Frau stürzten sich, um d«n Verfolgern zu entgehen, einen firnen Abhang hinab und blieben tot liegen. Fritz Rotter gelang e», während der Fahrt ans dem Auto zu springen; er blieb mit schweren Verletzungen liegen. Das Auto überfuhr sodann di« Liechten- sleinschc Grenze bei Schaanwald, konnte ober bei Götzis(Vorarlberg) angehalten werden. Di« Insassen wurden verhaftet und in da» G e- sängnis nach Feldkirch eingelir- fert. Hakenkreuz- Demokraten. Mch cincmti Unterscheidungsmerkmal zwischen einem waschechten Hakenkreuzorgan und einem Blatte der sogenannten D c u t s ch d e m o k r a t i s ch e n F r c i- hcitspartei wird man in den letzten Wochen vergeblich gesucht haben. Stichtag tvar der Wahlsieg Hitlers; seit diesem Tage hat die dentschdemokratische Presse bei nns die letzte Verhüllung abgestreift und hat in der Stimmungsmache für die braunen Mordbanditen begeisterte Lakaiendienste geleistet. Das Gewaltregime in Deutschland, das Macht für Recht erklärte, und alle von den Hunnen verübten Untaten, konmen keinen« Deutschdemo- kvaten eine andere Aeußerung entringen, als die f r e u d i g st e r Z u st i m nt> u n g. Was ist nun auf einmal geschehen? Am 1. April— es klingt wie ein Aprilscherz— war der Prager Vollzugsausschuß dieser kostbaren Partei beisammen und hat sich mit der Frage der Auswirkung der Verhältnisse in Deutschland und Oesterreich auf Auslandsdeutschtum und Sudolvndcutschtum im besonderen befaßt. Einer dieser vertrockneten dentsckchemokrati- scheir Mumien scheinen Bedenken vor dem bisher bmv verstulztenen Mzi-Grnndsatz, daß der Besitz der Macht jedes verübte Unrecht. rechtfertige, ausgestiegen zu sein, denn liwv ans Affenliebe zu den braunen Artzcitcrmor- der» Macht für Recht erklärt, verwirkt den Anspruch, anders als nach diesem, Grundsätze behandelt zu werden. Da nun bei n>«S die Macht anderswo liegt, so kämen die Herren Deulschdemokraten, die sich gegenüber den Tschechen!m Rufen nach Gerechtigkeit gefallen, in ei««e arge Zwickmühle. Darum möchte der Prager Vollzugsausschuß dieser Auch-Temo- kratei« gerne die hitlcrbcgcistertc dculschdciuo- kratische Presse zurückpfeifcn und er hat der „ilnerschütterlichen Ueberzeugung" Ausdruck gegeben, jedes Abrücken von den Grundsätzen der Demokratie, insbesondere aber jede Verleugnung der Freiheit nnd der Menschenrechte sei geeignet; die Lage des ohnehin arg bedrängten SudelendeutschtumS zu verschlecki lern. Eine demokratische Parteiführung, die ihre Presse und ihre Funktionäre Var dem Verrat an der Freiheit und an den Menschen rechten zurückrufcu muß, ist an sich schon eine Rarität. Aber der Warniiugsriif verliert den letzte«« Wert auch dadurch, daß er die Verleug- nuilg der Grundsätze der Demokratie nicht aus aufrechter freiheitlicher Gesiummg verwerflich erklärt, sondern nur, weil die Partei dabei g e g c n ü b c r d e n Tschechen i«« die K l c m m e k ä»i e. Sie ist schon darin, denn eine Partei, die monatelang in ihrer Presse für die blutgetränkten Hunnen Fahnen schwärnrl, um dann nach abgcflantcr Festbegeisterung für den Gebrauch des Alltages die zerschlissene Fahne der Demokratie wieder her- vorznholen, wird niemand als unbemakclte Dcrfechterii« freiheitlicher Gruitdsätzc und der Idee der Gerechtigkeit ansehen könne"' Deniokratie gemildert durch das Hakenkreuz— geinäß dieser Devise hat jüngst inmitten ihrer Liebedienerei für den deutschen Fascismus die dcutschdeniokrn- tische„B o h e m i a" für Demokratie und Parlamcntsrecht eine Lanze gebrochen. DaS ist bei einem deutschdemokratischci« Blatte nichts erstaunliches: es kann schreiben links nnd es kann schreiben rechts, es kann sogar deutschdemokratisckie Brillanten schreiben, wenn cs die Konjunktur erfordert. Ernruntert durch die Gegenrevolution in Deutschland hat sich der Abgeordnete Dr. Stransky in seinen „Lidovü Novinh" für eine energischere Führung der Staatsgeschäfte und für die Gewäh- rung eines Ermächtigungsgesetzes an die tschechoslotvakische Regierung ausgesprochen. Die„Bohemio" nun, die als hakenkrev' lerisches Amtsorgan vor den Taten der braunen Knüppel- und Revolverhelden wie auch Vie Parteikonferenz zur Einheitsfront: Nur von Internationale in internationale Die Haltung der Kommunisten unaulrlditlg.- Gemeinsam mit der tsdiedilsdien Sozialdemokratie Setzen alle Gegner Prag, 5. April. tHestern und beute tagte iw Polkshaus in Prag VH. die Parteikonferenz der deutsche«« sozialdemokratischen Arbeiterpartei, über deren Verlauf wir an anderer Stelle berichten. Die Konferenz nahm einmütig folgende Resolutionen an: Die Parteilonserenz der Deutschen joziald«motratischen Arbeiterpartei stimmt der Antwort des Parteivorstandev aus das sogenannte ltinheltSfrontangebot der tkk. P. vollst L n d i g zu Auch sie erblickt in der Einigung der beiden internationalen, der die Kommunisten bisher nicht zugestimmt haben, die Boranosehnng für die lklnigung der Parteien in den einzelnen Ländern. Aber die Konferenz stellt fest, daß es«veder der koniinunistischen international«»och der K. P. mit der Herstellung einer Einheitsfront ernst ist. Das bestätigt dir Haltung dieser Organisationen vom Tage der Spaltung der Arbeiterschast bis zu in heutigen Tage. Sie erblickten und erblicken ihre vornehmste Ausgabe in der Bekämpfung der Sozialdemokraten, der Beschimpfung ihrer Führer. Auch die EinhcilSsrout, deren Verwirklichung unser sehnlichster Wunsch ist, ist für di« kommunistische Internationale nur der Borloand, uni eudlich einmal an di« Massen der mittel- und westeuropäisch«» Arbeiter, di« Sozialdemokraten sind, heranzukommen, das Gift der Verleumdung unter ihnen zu verbreiten und so der Arbeiterschast die letzte Waste aus der Hand zu schlagen. D'.e Deutsch« sozialdemokratische Arbeiterpartei wird in inniger Verbundenheit mit der tschechischen Bruderpartei ihren Kamps um den Bestand der Arbeiterbe«v«gung auf marxistischer Grundlage sortsühren: Mit aller Krost nnd Begeisterung gegen alle unsere Gegner! Proletarische Solidarität mit den rcidisdeutsdien nnd Osterreidilsdien Arbeitern. Die Parteikonferenz der Deutschen sozialdem okratischeu Arbeiterpartei versichert die r«ichs» deutschen und österreichischen Genossen in ihrem schweren Kampfe gegen die Reaktion ihrer wärmsten Sympathie. Die deutschen Sozialdemokraten sn der Tschkchoslowatei werden d!« reichsdeutschen und österreichisiben Geuolsc" n Ihrem Koinpse mit allen ihnen zu Gebote stehendenMitteln unter st Ltzen. Bor ollem dadurch, daß wir in unserem eigenen Lande mit aller Leidenschaft die politischen und sozialen Rechte der Arbeiterschaft verteidig«» werden, daß wir alles daransetzen tverden, um die Tschechoslowakei vor dem Gift« d«S FaseiSmnS zu be. wahren. Die Konserenz gibt ihrer tiefen Ueberzeugung Ausdruck, daß in Deutschland wie in allen anderen der Reaktion verfallenen Ländern wieder di« klossenbrwußte Arbeiterschaft siegreich aufsteigen wird. Di« deutsche Arbeiterschast ,'n unserem Lande wird in unverbrüchlicher inter- nationaler Solidarität mit der Arbeiterschast ollvr Völker diesem heißersehnten Ziele zustreben, f ü r dieses Ziel all« ihr« Kräfte, ihr Gut und ihr Blnt einsetze«! nOdtslchtsloser Kampf gegen fasclstlschc Provokateure! Die Parteikonferenz über die Taktik der politischen Behörden. Angesichts der herausfordernden Kampsniethoden der suditendeutschen Hakenkreuzler erklärt die deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft, daß st« in Hinkunft nicht gewillt ist, sich die Provokationen der Hakenkreuzler bieten zu lassen, die sich bedingungs- und rückhaltlos hinter alle Maßnahmen der reichsdeutschen Hakenkreuzler stellen und sie—«nenn es in ihrer Macht läge— jederzeit zu übernrhmen bereit wären. Die Partrikonferenz der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei erhebt schärfsten Protest gegen daS Verhalten der politischen Behörden,«velch« sozialdemokratische Protestversammlungen grgen den FaseiSmnS verbieten, während sie anderen Veranstaltungen keinen Widerstand entgegensetzen. Die Konferenz erblickt in dem Verhalten der politischen Behörden eine Förderung der fa stiftischen Bestrebungen und fordert, daß den Grundsätzen der Demokratie und insbesondere d«r Versammlungsfreiheit'In vollem Maße wieder Geltung verschafft werde. Indem die Konferenz di« demokratischen nnd republikanischen Grundsätze der Partei aufs neue bekräftigt, ruft shr die deutschen Arbeiter des Landes zum rnirgischen umd rücksichtslosen Kampf gegen den Faseismus der drutsch«» Nationalsozialist«» und ihrer bürgerlichen Bundesgenossen aus. Seife 2 Donnerstag, 6. April 1983 Nr. 82 vor den Berfa ssnngSbrüchen der deutschen Konterrevolution stramm Habtacht steht, findet hier auf einnial ein Haar in der Suppe. Im Troß der Hunneiischarcn cinhermarschieretrd, fühlt gerade sic sich berufen, gegen die Absicht der Schaffung eines Ermächtigungsgesetzes Protest zu erheben und sie kommt aabei zu dem Schlüsse, daß man sich im deutschen Lager über den neuen Kurs auf Grund eines Ermächtigungsgesetzes„unter keinen Umständen zu freuen" hätte. Denn das wäre Diktatur und könnte nicht nur dem Sudctendcutsch- tum, sondern auch der„Bohcmia" schaden, die zwar in Deutschland die Diktatur gutheißt, im Inland« aber nicht gerne in ihre Klauen geraten möchte. Nur eben, daß Freiheit und Demokratie zu ihrem Schutze andere Kräfte brauchen, als es dieses deutschdemokratische Blatt ist, das für ein waches demokratisches Gewissen noch keine, dagegen für seine Servilität vor dem HitlerfasciSmuS alle Beweise geliefert hat. O Jeder Tag hat neue Beweise dafür geliefert, welche Blüten von Gesinnungslosigkeit auf deutschdemokratischem Boden erblühen. Da gemahnt der Prager Vollzugsausschuß seine durch den deutschen Fascistensieg außer Rand und Band geratenen Männlein, doch lieber wieder zu dem Grundsatz der Gleichberechtigung oller Staatsbürger zurückzukehren, zugleich gibt eS auf deni Boden dieser Partei eine offizielle Parteikorrespondenz, die an deutschdemokratische uitd christlichsoziale Zeitungen Artikel verschickt, die von deneir einer Hakenkreuz-Zeitung nicht mit der schärfsten Lupe unterschieden werden können. Der sozialdemokratische Senator Nießner hat kürzlich in einer Senatsrede gesagt, man werde sich, wenn die von den sadistischen Drminheniden verübten Schandtaten so weiter gehen, bald schämenmüssen, einDeutscherzusein. Diese Aenßerung, die wie der im zivilisierten Ausland elementar hervorgebrochene Abscheu vor den» an der braunen Pest erkrankten Deutschland beweist, allzu berechtigt war, gibt der Korrespondenz der Ach- und Weh-Gemeinschaft Veranlassung, unter allerlei lieblichen deutschdemokratischen Verdrehungen einen ganzen Artikel über sie zu schreiben. Dem armseligen Gelall«, das gerne aus der Aeußerung NießnerS einen nationalen Verrat herauS- desrillieren möchte, ist nur soviel zu entnehmen, daß sich ein wahrer Deutschdemokrat der an politischen Gegnern und Juden in Deutschland geübten sadistischen Bestialitäten, der Plünderungen und der Vernichtung von Gewerkschaftshäusern und Arbeiterwohnungen, der hemmungslosen Gewaltakie und der Erwürgung jeder Regung geistiger Freiheit durch den Hakenkreuzfaseismus nicht schämt. Wollte die offizielle Korrespondenz der deutschdemokratischen Freiheitspartei Wert darauf legen, festzustellen, daß nran Schamgefühl und Empörung gegenüber verübtem Unrecht und Menschlichkeit gegenüber barbarisch Mißhandelten und Unterdrückten nur außerhalb ihrer Reihen zu suchen habe, so ist ihr dies restlos gelungen. * Man geht gewiß nicht irre, wenn man annimmt, daß sich der Ruf deS Prager Vollzugsausschusses vor allem an die Presse richtet. Ja. aber an welche? Es gibt doch keine deutschdowokrotische Presse, denn kein einziges der Blätter, die als solche angesehen werden, ist im Besitze der deutschdemokratischen Partei und mehr als ein E r w e r b s u n lerne h m e n. So gleichen denn die meisten Zeitunaen, die gelegentlich„deutschdemokratisch" schreiben, öffentlichen Bedürfnisanstal ten. Wer da kommt, kann seine sozusagen geistigen und politischen Produkte ablagern. So kann man es bei dieser gesinnunastüchtigen Presse erleben, daß sie an einem Tage eine Verurteilung des Naemokratie in allen politi- chen und wirtschaftlichen Stürmen unerschütterlich dastcht, unerschütterlich in dem Glauben an d.e Sieghastigkeil des Sozialismus und ungebeugt, unbeugsam in ihrem Kampfeswillen dann hat ihn un'ere Parteikonferenz am 4. und 8. April in vollem Maße erbracht. An die z w eihun- dert Dertrauensleute, Männer und Frauen aus allen Teilen des Landes waren in überaus ernster Stunde zusammengekommen, um die Taktik der Partei in diesen Sturmzeiten kest- zulegen. Alle Bezirke, ohne Ausnahme, batten ihre Delegierten entsendet, so daß die Konferenz ein wahre? und treues Bild der Äesamtpartei bot. Die Eröffnungsformalitäten wurden rasch erledigt und die Genossen de Witte, Kögl er, Dr. Strauß zu Vorsitzenden sowie die Genossin K i r p a l und Genosse K u P l e n t zu Schrift- sührern gewählt. Tann ergriff Genosie Taub das Won zu seinem Referat über den Kamps gegen de« FasciSmuS. In seiner markanten und eindringlichen Art umritz der Referent die durch den Sieg des FaiciS- mu? in Deutschland und die Diktaturbestrebungen in Oesterreich geschaffene Situation und zog die notwendigen Rückschlüsse für unser Land, die sich aus der gesteigerten Aggressivität der Hakenkreuzbewegung bei unS aber auch aus der Steigerung des tschechischen Nationalismus ergeben. Genosie Taub beschäftigte sich eingehend mit der Frage der Einheit der Arbeiterklosie. wobei er den Unterschied zwischen den kommunistischen Manöver» und un'erem ernstlichen Streben nach der Einheit scharf herauSarbeitete. Er schloß sein« Darlegungen mit einer Reihe von Anträgen für die schlagkräftige Fortführung unsere- Kampfe-. Tie Konferenz nahm da- Referat mit großen« Beifall auf und bezeugte ihr tiefes Interesse durch eine hochstehende, von loderndem Kampfgeist erfüllte Debatte, an der sich 24 Redner beteiligten. ES sprachen: L e i n- m e r-Komotau, Arnberg- Bodenbach, Schwär z-Leitmeritz. Reitzn« r- Bodenbach, Loren z-A'ch, Dr. S t r a u ß-Prag Greine r-Asch, Ekfenberge r-Friedlano. Palm e-Trautenau, Rambausk e-Brannau, He g e n b a r t H-Leitmeritz, Pau l-Prag, Ullman n-Aussiq Kutsch a-Troppau. Kupl« nt- Vil'en.Else Schäf«rReichenberg, Drbohlav- Reichenberg, S i e g m u n d-Weipert, Sacher- Fischern, LI« n« r t-Schmiedeberg, Keßler- Bodenbach und R i e ß u e r-Prag. In allen Reden kgm der entschiedene Wille zum Ausdruck, den Kampf:, gegen den FaseiSmuS auf unserem Boden mit aller«Kraft und in engster Verbundenheit mit der tschechischen Brudervartei zu führen. Damit wurden dir Verhandlungen des ersten Tage» geschlossen. Sofort nach Beendigung der Konferenzberatungen trat die Antrag-Prüfung»- koinmission zusammen, um sich mit dei« vorgelegten RelolutionSentwürfen und-en während der D/bilic gestellten Anträgen zu befchäftigen. Die Beratungen de- zweiten Tage- galten den bevorstehenden Maßnahmen aus dem Gebiete der Sozialpolitik. Da- Referat erstattete vom Beifall der Konferenz begrüßt, der Parteivorsiheilde Genosse Dr. C z e ch. Er gab ein umfassendes Bild der wirtschaftlichen und Politischen Lage sowie de- Kampfe- um die sozialpolitische Gesetzgebung und zog darau- die entsprechenden Konsequenzen für da- weitere Vorgehen der Partei. Anschließend erstattete Genoss« Hackende r g einen Bericht über den Stand der Arbei- ten der vom Ministerium für soziale Fürsorge eingesetzten Kommission zur Novellierung der Sozialversicherung. Darauf berichtete Genosse Dr. Heller über die Vorschläge der Antrag-prükung-kommission und beantragte eine Reihe von Resolutionen, di« von der Konferenz beschlossen wurden. Wir bringen sie an anderer Stell« zum Abdruck. In der Debatte zum Referat des Genossen Dr. C^ch sprachen die Genossen Wunderlich. Gra-litz. Hopp- Neudek. K ö q l« r- Bodenbach, Pern« r-Komotau, Pölz l-Aussig, F i st« r- Bodenbach, L e i n S m«r-Komotau. Schwarz- Leitmeritz und G ü n t e r-Prag. di« eine Reihe von Wünschen und Anregungen vorbrachten. Genosse Dr. Czech nahm in seinem Schlußwort zu allen in der Debatte aufgeworfenen Problemen Stellung. Damit waren di« Beratunaen abgeschlossen. Di« Konferenz billigt« vollinhaltlich di« Haltung de- Parteivorstandes und der parlamentarischen Vertretung und erteilt« diesen Körperschaften die erforderlichen Vollmachten kür daweitere Vorgehen. Unter den wuchtigen Klängen der.Internationale" fand die Konferenz, die in voller Einmütigkeit verlaufen war,«in würdige- Ende. Judcnboijkott und RdchskaMnctt Feigling inner.— rdhrerkrlse In der NSDAP? Berlin, 4. April. Die Frage de- Boykott- gegen die deutschen Juden hat da- derzeitige Reich-kabinett schwer erschüttert. Bei dm Beratungen über die von den Nationalsozialisten beantragten Maßnahmen ftanden auf der einen Seite die Herren von N e urath (Außenminister), von Papen(Vizekanzler) und Seldte(Arbeitenminister), die— unterstützt und angetrieben durch den Reichspräsidenten von Hindenburg— sich gegen jeden Boykott an-iprachen, auch in'oweit, al- er sich gegen Sozialdemokraten richtete; auf der anderen Seite standen die„Aktivisten" G o e r i n g(Reirbskommissar für Preußen) und Goebbels(Reich-Minister für Propaganda). Der Reichskanzler Hitler ichtvankte, wie eS seinem besonderen Charakter entspricht, zwischen dielen beiden Richtungen hin und her unwagte sich weder nach-er einen, noch nach der anderen Sei« hin zu entscheiden; Herr Hugen- b e rg.-er sogenannte Krisenminister, nahm eine Mittelstellung ein. In der entscheidenden KabinettSsitzung, die Mitte vergangener Woche stattsand, platzten die Gemüter aufeinander: zunächst schien eS. als ob Hitler obne weiters sich den Meinungen Hindenburg- beugen woll e. Als aber die nationalsozialistischen Minister, vor allem Goering und Goebbels, dem Reichskanzler vorwarfen, da- von ihm beschworen« Programm der Nationalsozialisten in aller Form zu vrrra'en, wenn er den vernichtunaSkampf gegen di« Juten nicht eröffnet. wir seit jeher vorgesehen, siel Hitler wieder um. ES ist da- Verdienst deS Anßenmin sterS von Neurath, in dielem gefährlichen Stadium mit geschickter Hand eingegriffen u« haben: er verwies auf die geradezu katastrophalen Wirkungen, die die bloße Verkündigung des Plane- im gesamten AuSlande übereinstim mend erzeugt haste, er sprach von zwang-läufigen wirtschaftlichen Erschütterungen und drohte schließlich mit seinem Rücktritt. Auf Neurath- Seite stellten sich spontan die Herren von Papen und Selb e. Dem gegenüber erklärt« Hitler,-aß«r schon au- Prestigegründen auf den bereit- angekündigten Boykott nicht verzichten könne; Herr Neurath machte den Gegenvorschlag,-aß der Boykott befristet durchgeführt würde, etwa für«inen Tag. Diese Verantwortung wär« er, Neurath, zu tragen bereit, wenn Hitler sich verpflicht«, den Vovkott auf keinen Fall, da» heißt auch ohne Rücksicht aus oi« Ausland«. Propaganda gegen da» neu« Regime, wieder aufzunehmen. Als dieser Plan-«- Minister- Reurach 'chließllch zur Abstimmung gelangte, votizrwn nur Goering und Goebbels dagegen, wahrend Herr Hitler sich der Stimme enthielt. Auf Veranlassung de» ReichSvräsiden en wurde sodann protokolliert, daß Hitler sich für die Nationalsozialisten verpflichtet habe, den Boykott weder in der geplanten, noch in einer anderen Form, weder jetzt, noch in einem späteren Zeit- punkt wieder aufzunehmen. In-en Kressen der na'ionalsozialistischen Partei geht die Diskussion indessen weiter; die Anhänger Goering- und Goebbels fordern, daß der Voykott auf alle Fälle erneuert werden muh, — notfalls gegenHitler undHinden- bürg. Ja, man geht so weit, daß ganz offen von -em baldigen Ausbruch einer Führer.Krisis in der Hitlerpartei gesprochen wird, mit dem Ziel, den Reichskanzler Hitler feine» Amte» zu entheben und ihn durch Goering zu ersetzen. Flacdonald fahrt nadi Washington. Zu Besprechungen Oker Weltwlrlsdioihloge and Abros'nng eingeladen. Washington, B. April.(Reuter.) Präsident Roosevelt veröffentlicht««in« Erklärung, in der er di« Hoffnung ausspricht, daß der britische Premierminister Maedonald ihn wird besuchen können, um die W«ltwirtfck>aft»lag« und die AbrüstungSkrag« zu beraten. Aehnlich« Einladungen an di« französisch« oder«in« andere Regierung sind zur Zeit nicht beabsichtigt. Wie au» London gemeldet wird, dürst« Maedonald die ParlanientSserien zu den Oster» seiertagen in der Zeit vom IS. bi» SB. April benützen, um«ach Washington zu fahren. Er wird sich dort allerdings nur ganz« kurz« Zeit aufhalten. London, B. April.(Reuter.) Premierminister Maedonald will am 15. April nach den Pere n-gten Staaten abre'sen. Es werden ihn drei Sachverständig« au» dem Schatzamt« begleiten. Wallfahrt zu Hussollnl. Rom, 5. April. Wi« da- Contibüro erfährt, werden Vizekanzler von Papen und Reich». Minister Göring in den nächsten Tagen ein« Reise nach Rom unternehmen. Das Ziel der Reise ist, wie in informierten Kreisen behauptet wird, die Anknüpfung von Beziehungen mit führenden Kreisen deS Vatikan». Hauptgegestand der Beratungen wird die An» Näherung zwischen der katholischen.Kirche und d.-r nationalsozialistischen Bewegung sein. Baden suspendiert alle Inden vom ölicntlidicn Dienst f Karlsruhe, 5. März. Der Beauftragte LeS Reiche- hat sich mit Rücksicht auf die„starke Beunruhigung der Oeffentlichkeit" veranlaßt gesehen, zum Schutze(!) und im Inter« esse(!) der in Baden lebenden Juden anzuord- nen, daß alle im badischen Ctaa Sdienst, in Staatsbetrieben, in Gemeinden, Gemein-evetrie- ben und anderen öffentlich-rechtlichen Körper- schafien sowie als Lehrkräfte an r i v ätsch u l e n(!) beschäftigten Angehörigen der jüdischen Rasse mit sofortiger Wirkung bis auf weitere- vom Dienst zu beurlauben sind. Bild einer Norders Münch««, 4. April. AI- Mörder-«- in Innsbruck erschossenen Ingenieur- Dr. Bell wurde der Leiter oer berüchtigten Terror-Gruppe de» Braunen-Hause-, Leutnant Dan»«i» s e n, erkannt. Die Polizei lehnte die Verhaftung -e- Mörder- jedoch ab, weil angeblich dazu„vorerst kein Anlaß vorliege". Leutnant Tanzeisen,-er mit seiner Gruppe un er anderem auch da» Attentat auf die Wohnung deS Sozialdemokraten Dr. Klotz in Berlin am 8. März diele» Jahre- durchgcführt hat, ist vor Jahresfrist bekannt geworden durch einen Strafprozeß vor dem Münchener Gericht; er wurde beschuldigt, ein Attentat auf den Hauptmann Röhm vorbereftet zu haben, und wurde zu einer längeren Gefängni-strafe verur eilt. Am Tage der Urteilsverkündung ließ sich Hitler vor dem Braunen Palais in München in ostentativer Weise gemeinsam mit der Frau und den Kindern -e- Tanzeisen photographieren; dieser Akt der Solidarisierung Hitler- mit Tanzeisen und mit DanzeisenS Planen, hatte seinerzeit in den Kreisen de» Röhm peinliche- Aufsehen erregt.-- Leu'» nant Danzeisen hat übrigens seine Gefängnisstrafe nicht abgesessen; unmittelbar nach der Verkündung wurde ihm Strafaufschub bewilligt. GrcuelBcridit aus London. „Daily Herold"« London nieldet(3. April): In Straßburg traf am 8. April ein junger fron, »östscher Arbeiter namcn- Lucien Flattner ein, der zu Protokoll gab, daß er in Mannheim von' Nationalsozialisten aufgefordert worden ist,..Lang leb« Hitler!" zu rufen. Da er dieser Aussorde- rung nicht nachkam, wurde er trotz seine» Ausweise- al» französischer Staat»- bürgcr zu Boden geschlagen und schwer mißhandelt,— ohne daß die anwesende Polizei zu seinem Schutz eingegriffen hätte. Danzig lOhrt Vierzlgstunden- wolle ein. Aufstellung arbeitsparender Maschienen genehmigung-pflichtig. Der Senat der Freien Stadt Danzig hot die Einführung der 40-Stunden-Woche in Danzig geregelt. Tie Regelung sieht vor, daß möglichst m ollen Betrieben oder Betriebsabteilungen ein« Arbeit«,eitverkürzung bi» auf vierzia Stunden erfolgen könne. Falls Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Vereinbarung erzielen können, können beide Teile den Schlichter anrufen. Darüber hinan» hat der Senat eine Bestimmung getroffen, die neuaufzustellende Maschinen uno Apparate dann genehmigungspflichtig macht, falls ihre Aufstellung geeignet ist, die Zahl der Arbeiter in einem Betriebe zu verrmaern. Damit wird in Europa zum ersten Male oehördlich der Versuch gemacht, die technologische Arbeitslosigkeit auf diese Weise zu bekämpfen. Aehnliche Bestrebungen sind in Amerika zu verzeichnen. Dogkotlstimmung in Polen. Warschau, 5. April. Der Boykott der deutschen Waren in Polen wird fortgesetzt. Der Verband der Strickwarensabrikanten in Lodz hat den Beschluß gefaßt, aus Deutschland keine Fabrikate, bzw. Halbfabrikte der deutschen Textilindustrie zu beziehen. Der Verband der Kinobesiher der Posener und Pommerschen Woiwodschaft hat beschlossen, keine Filme deutscher Provenienz, insbesondere keine Ufa-Filme, zu beziehen. In der Warschauer und Krakauer Wojwovschaft wird der Boykott der deutschen Film« bereit seit einigen Tagen betrieben. GroenlnndltoniilH cntsdiiedcn Norwegen im Unrecht. Haag, 5. April. Der Ständige Internationale Gerichtshof hat heute seine Entscheidung im dänisch-norivegischen Oftgroenland- Konflikt bekanntgegeben. Mit zwölf gegen zwei Stimmen hat der Gerichtshof sich der dänischen Auffassung angeschlossen. Tier Gerichtshof hat demgemäß entschieden, daß die am 10. Juli 1931 durch Norwegen vorgenommene Besitzergreifung von Ost- qroenland einen Einbruch in den bestehenden RechtSZnstand bedeute und daher ungesetzlich ununzulässig sei. Nr. 82 Donnerstag, 8. April 1983 Seite 8 «erhören, Herr Gesandter! Sadiscn unter der nunnendclöcl r. o erklären, das; jede Auskunft über der verlebte Major Vorgang nur ganz Sogar Dlbeltorsdier sind staatsttelährlldif München, 5. April. Nach einer Meldung des„Völkischen Beobachter", ist dem Bund der internationalen Bibelforscher(Ernste Bibelforscher) in Bayern jede Tätigkeit untersagt worden. Der Bund habe angeblich unter dem Schein des Christentum- an der„Verwirrung" und „Zer'ehung" des Volks mit der SPD und KPD zusainincngearbcitei. Am Montag, den 3. April, ungefähr halb _ Uhr nachmittag- fuhr ein kleine- Personenauto vor dem Gasthof„Durch- bolzen" bei Walchsee, Bezirk Kufstein, vor. Di« Insassen de- Auto- ersuchten die Kellnerin, ste dem derzeitig dort wohnenden Georg Bell anzumeldcn, und begaben sich sofort auf dessen im ersten Stork gelegenes Zimmer. Bald nach Ankunft dieses Autos fuhr ein zweites größeres Auto vor, dem vier bi-, fünf Personen entstiegen. Im Zimmer verhandelte inzwischen Bell mit den Männern, unter denen sich ein Stu- dienkollege von ihm. ein gewisser Paul Conrad auS Rolenheim befand. Als Zuhörer gesellte sich noch der im Gasthof„Durchholzen" vorübergehend wohnhafte gewesene Major a. D. Han S Hell hin»».— Nachdem Bell mit den erwähnten drei Männern einige Minuten verbandelt hatte, wurden diese von den vier mit d-m zweiten Auto inzwischen nachaekonlmcncn Männern jeder einzeln hrrausgcrufen. Ein brutal aussehender Mann.. Gleich darauf stürzte ein großer blasser, brutal anssehender junger Mann über die Schwelle und gab aus einer Revetierpistole mehrere Schüsse ab. Bell stürzt« gleich durch den ersten Schuh getroffen lautlos zu Boden. Eine zweite Kugel durchbohrte auch den rechten Oberschenkel des im Zimmer bei Bell zurückgebliebenen Majors a. D.-bell, der von denr ganzen Vorfall überrascht dem Mörder noch entgegcnschrie:„Sind Sie denn verrückt geworden?" Der Täter der sich inzwischen bis unter dir Türe zurück" zogen hatte, gab noch einige Schüsse ab. von denen einer knapp beim Kopf de- Majors Hell vorüberging. Ole Flucht— einer kommt zu spät. Die Männer stürzten hierauf durch das Stiegenhaus ins Freie und stiegen sofort in die bereits anqelassencn Autos, mit denen sie in rasender Fahrt über die bayrische Grenze zurückfuhren und die beiden bayrischeii Zollschranken durchstießen. Der sechste kam etwas zu spät und glitt auf dem Trittbrett aus. Er bst-b liegen und wurde von der Gendarmerie in Empfang genommen. n» u Dresden, 31. März.(Eigenbericht.) Tic Verfolgungen sozialdemokratischer Vertrauensleute haben sich in den letzten Tagen gesteigert. Ein junger Genosse, dessen Namen wir kennen, wurde von den entmenschten Bestien viichisch geschlagen. Da» Fleisch von-den Hüsten bis zu den Fersen war»aw dem Schlagen eine einzige blutige Masse. Als der Gemarterte aus seiner Ohnmacht ertvacht war, mußte er Stiegen waschen. Er bot ein solche- Bild des Jammers, daß sich selbst SA-Leute seiner erbarmten und ihm die Arbei: abnahmen. Ein anderer Genosie befindet sich seit längerer Zeit in Haft und wird augenblicklich im Mathil- dentschlößchen auf der Mathildenstraße festgehalten. ES handelt sich angeblich um eine Unter- fuchungShaft. In den letzten Tagen wurde beobachtet, daß man„Marxisten" zusammentreibt und Fassaden abscheuern läßt. Die Einrichtungen der„Arbeiterwohlfahrt" hat nian anfangs verschont. In der Nacht vom 24. zunl 25. Marz wurde auch dort von SA eingebrochen. Ain 25. kam sic wieder und hat auS- aeräumt. Verschiedene Gegenstände wurden auf Wagen geladen und fortgeschleppt. Schuhe, Lebensmittel, Kleider, ein Vervielfältigungsapparat, eine Rechenmaschine uni» anderes mehr wurde mitgenommen. Nach der sächsischen Gewerkschaftsverordnung sollen die Gewerkschaft-Häuser gcräunrt werden. Da» Gebäude in Chemnitz wurde freigegeben. Im Dresdner Bolkshau- hat die SA vor einigen Tagen ein Kasino eröffnet. Der Dresdner Nazifuihrer Dr. Äennccke erklärte, daS DolkShauS zu räumen käme gar nicht in Frage, mindestens nicht solange die SA keine Arbeit habe. In Leipzig waren gestern einige Gewerkschaftsangestellte zur Bestandaufnahme in den Gewerkschaftsräumen. ES ist dort vieles g e st o tz- len worden.(Auszug au» dem Aufnahmepro'o- koll über vier Räume): Die meisten Türen sind erbrochen und demoliert worden. Sämtliche Schränke, zu denen man die Schlüssel nicht fand, wurden mit Gewalt erbrochen. Andere nach der Durchsuchung und Plünderung verschlossen und die Schlüssel mit fortgenommen. Das Aktenmaterial liegt durchwühlt auf dem Boden, darunter Material auS den verschiedensten Räumen durcheinander. AuS vier Zimmern fehlen: ein Lichtbildappara: mit Lichtbildschirm, zwei Vervielfältigungsapparate, ein kleiner Schrank für Bücher, ein Aktenchrank, ein Regenmantel, vier Büromäntel, eine Leiter, eine Strickweste, Tausende von Umschlägen und Papierblättcrn, drei Schreibmaschinen, ein Thernrometer, drei Wandbilder, sämtliche Büroutensilien und eine Reiseapotheke, ein Teil der Rech sliteratur und Bücher, Schreibzeuge und zwei Schreibtischlampen, eine Heftmaschine, Ordner und Mappen, zwei Karteikasten und Karteien. Sämtliche Geldkassetten wurden unter völliger Demolierung erbrochen und ihre» Inhalt» beraubt. In den meisten Dresdner Kinos läuft der Nazi-Propagandafilm„Blutendes Deutschland". Die Polizei zieh: in geschlossenen Hundertschaften zur Vorführung. Die Kinos müssen schon ab frühem Vormittag vorführen. Auffallend ist, daß oie Polizei bei ihrem Marsch durch die Straßen zu den Kinos das„Horst Wcssel"-Lied und andere nationalsozialistische Parteilieder singt. Am 31. Dkärz in den Mittagsstunden führte Ml den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Stadtverordnetonfraktion Rösch und andere Genossen durch die Straßen. Rösch wurde gezwungen, in der Gruppe em Plakat zu tragen. Der Text lautete:„Rösch& Co.". Wie wir erfahren haben, werden die verhafteten Stadtverordneten gezwungen, Fassaden zu scheuern. Die Polizei sieht zu und kann oder will nicht eingreisen. I« Dresden, in der Görlitzer Straß«, ist, die ein« illegale sozialistisch« Zeitung berichtet, der selbständig« Uhrmacher H r r r m ä n n, Funktionär der KPD, in der Nacht vom 11. zum 12. März aus seiner Wohnung verschleppt und schon auf der Treppe so bestialisch mißhandelt worden, daß er in dem Auto verstarb, mit dem er entführt wurde. Weder die Polizei, noch die Dresdner Presse haben darüber auch nur ein Wort vermeldet. Ein Opfer berichtet Unter dieser Bezeichnung möchten die amtlich«» deutschen Stellen alle di« Nachrichten über persönliche Uebergriffe der Avantgarde des Herrn Hitler als Lügen kennzeichnen. Ter Schreiber dieses BerichWS, welcher zwölf Tage„Schutzhaft" hinter sich hat, möchte aber doch behaup en, unö Zwar auf Grund eigener Erlebnisse, daß die Berichte der ansländischen Zeitungen voll und ganz der Wahrheit entsprechen. Ich bin von jeher kein Freund von starken Worten gewesen und will daher lo schlicht als möglich meine Erfahrungen den Genossen im Ausland Mitteilen, damit sie rechtzeitig erkennen mögen, was für ein„Segen" der Fafcismus für die Arbei rrlchaft bedeutet. Meine Heimat ist im Bezirk Flöha bei Chemnitz, in der Nähe der berüchtigten SA-Führerschule HammcrleubS- b o r f.-Drei Tage nach der Wahl, morgens vor 6 Uhr, wurde ich aus dem Bette geholt. Ta ich die Haustür nicht freiwillig öffnete, wurde dieselbe mit dem Geivehrkolben cingeschlagen. Meine weinetide Frau konnte mir kaum daS Nötigste mitgcben, die Kinder schrien laut. Sieben Tage lang wurde ich nun im GerichtSgcfängniS wie ein Verbrecher, ohne Angabe von Gründen mi vielen Genossen festgehalten. Schon glaubten wir, daß sichte, kenntlich durch blau und rot un'erlau- f«ne Augen und Striemen, ablesen. Im Laufe der Tag« mußt«« sechs G«noff«n durch 25 mit d«m Gummiknüppel beivasfnete Banditen Spießrutenlaufen. Weitere 20 Genossen wurde» ihre» vollen Kopf- [Im«^ mit ein paar Scherenschnitten beraubt .Ein junger 20jähriger Mensch, der eS gewagt hatte, sich zur Wehr zu sehen, wurde buchstäblich halb tot geschlagen, entkleidet und mit Erschießen bedroht. Ihm droht extra noch schwer«. Zuchthausstrafe, da er nach der Notverordnung sich an einem Angehörigen der Regierungspartei«« vergriffen hat. Diele Einzelheiten könnte ich noch aufzählen, aber zugunsten d«r neuen Politik Deutschlands fällt > keine ans. Wenn es uns„kleinen" Marxisten schon so acmein gegangen ist, wie muß cS erst unseren Führern und Abgeordneten ergangen sein, die man in Schutzhaft nahm? Ich lege ein Photo bei, da» den ReichStagSabgeord» neten Kubut SPD zeigt, der wie ein Schaustück herunigcfahren wird. Die Photos werden von den Nazis für den Wucherpreis von 40 Pfennig pro Stück zu Tausenden verkauft. Aber für un» ist da»«in Dokument, da- wir zu grgebenrr Zeit brrvorholen werden, wenn d«r Tag der Abrechnung kommt... Kells. Fascistenfeinde außerhalb Deutschlands, seht euch vor! Die Erschießung Dr. Bells in Tirol erweist sich als kaltblütig vorbereitetes Verbrechen, dessen Drahtzieher in den Höch st en Remtern der NSDAP sitzen. Sie widerlegt die Behauptungen, die di« Reichsregierung gegen die„ausländische Grcnclvropaganda" ins Treffen führt, in schlagender Weise. Die Mord«, die bisher nur jenseits der Linie geschahen, die das Herrschaftsgebiet der Hunnen von der gesitteten Welt scheidet, die Taten, die verübt wurden und werden in den dunklen Verließen und schweigenden Wäldern Deutschlands— sie treffen jetzt ihre Opfer auch außerhalb der Reichsgrenzen und eS sind nickt„untergeordnete" Organe, die sie vollbringen»sondern führende Leut«— die unmittelbaren Beauftragten d«S Braunen HanseS. Bedarf eS noch eines Beweises, daß Deutschland unter die Herrschaft von gewöhnlichen Bestien geraten ist? Die Hunnen führen zu ihrer Entschuldigung an, Dr. Bell sei ein Verräter gewesen. Aber sie behaupten doch, die Bewegung zn sein, die die moralische Gesundung d«S deutschen Volkes herbeifübren werde! Dr. Bell ist jedoch ermordet worden, weil er zuviel wußte. Waren«S nur Dinge moralisch» Art, so war« er nock am L'ben. Er wußte aber um Verbrechen— nm jene Verbrechen, denen Herr Hitler feine Macht verdankt! Der Mord an Dr. Bell wirft di« Frage auf. ob noch irgendweran der deutschen Grenz«, der den H itlerbanditen gefährlich ist. seines Lebens sicher ist. Wer bürgt dafür, daß unsere Vertrauensmänner nicht in gleicher Weif« überfallen und erledigt werden? Die sicketendeutsche Provinz wimmelt von Spitzeln, dl« einerseits die.Ausgabe habest, die Führer«ine» etwaiaen SA-Einfalles zu sein und andererseits die,' unsere Genossen zn überwachen und drüben zn ver- nadern. Was unsere Behörden»um Schutze der Grenz« unternahmen, ist durchaus n n» zureichend. Der Mord an Dr. Bell ist ein Signal. Es wäre fürchterlich, wenn man«S nicht beachtete. Wie der Mord geschah. Es handelt sich um einen Münchner, der in der vergangenen Nacht nach Innsbruck) ins Landcsgcricht eingeliefert wurde. Seine Aussagen sind außerordentlich zurückhaltend. Er verweigert j:de Auskunft über seine Kollegen, die geflohen sind. DaS Verhör mit dem Verhafteten dauerte die ganz« Nacht. Di« Behörden erklären, daß ihnen nicht einmal der Nam« des Mann:s bekannt sei und daß et auch sich selbst verweigere. Auch Hell äußert sich über den zurückhaltend. Geheimnisse. Zwilchen Dr. Bell und Major Hell scheint ein gewisses Einvernehmen geherrscht zu haben. Major Hell verweigerte auch der Gerichtskommission selbst die allernottvendigsten Aufschlüsse. Es lstmdelt sich zweifellos um einen Fememord und cs hat den Anschein als ob die Gruppe der Täter und die andere Partei gut miteinander blanut gewesen seien und daß sie sich gegenseitig schonen wollen. in ständiger Todesangst. Innsbruck, 4. April. Der ermordete angebliche Journalist Dr. Georg Bell ist, wie nun seststeht, nach den Reichstagswahlen nach Oesterreich geflüchtet. Er lebte seither in Tirol, zumeist in Ärenzgemeindcn. offenbar in der Absicht, von dort leichter die Verbindung mit seiner bis vor kurzem in Rosenheim in Bayern lebenden, später in Schutzhaft genommenen Fran rrnd Tochter anfrechterhalten zu können. In Tirol lebte er in ständiger Todesang st rrnd reichsdeutschen Flüchtlingen gegenüber, mit denen er ins Gespräch kam. äußerte er wiederholt, er wisse, daß ihn der Stabsck)«f Röhm verfolgen lasse rrnd ihn in sein« Gewalt bekommen wolle. IO wir entlassen würden, da kam di« zweite Aktion, die Entwaffnung der Marxisten. Systematisch wurde jeder verdächtige Genosse vor einem au» drei SÄ-Führern bestehenden Tribunal inS Kreuzverhör genommen. Hinter un» standen SA- Leut« mit geladenem Gewehr und Gummiknüppel. Wenn die Verhandlungen in- Stocken gerieten, so half diese Knüppelgarde von hinten nach. Wer nun über den Verbleib von angeblichen Waffen keinen Bescheid wuß e, wurde per Schub in die Konzentration gebracht. Wir kamen nach Plauen bei Flöha in die Turnhalle, die einmal de» roten Sportlern der„Oppo" geirrt hat. Dort lagen bereits an dte 170 Genossen ans Stroh, meist ohne Decken. Die SS, die dort den Wachdienst inne hatte, empfing uns mit sehr freundlichen Worten: „Wieder ein« Fuhr« rot« Lumpen, hättet ihr ste doch totgeschlagen, bei un» ist kein Platz mehr, schmeißt st« iu die Flöha usw." Wir lagen nun buchstäblich wie die Bücklinge in der kalten Halle und krochen aneinander, um nur etwa» Wärme zu haben. Am nächsten Morgen konnten wir bei vermiedenen Genossen d i e Spuren des Verhörs aus denr Ge» Der Tod Die Arbeitslosigkeit in der Tschechoslowakei. Di« Notwendigkeit der Arbeitsanleih«. Das„Prüvo Lidu" bringt eine Znsanrmen» stcllung, aus der da» Verhältnis der Arbeitslosigkeit in einzelnen Ländern im Jänner 1932 mit jener im Jänner 1933 ersichtlich ist. Danach ist die Arbeitslosigkeit in diesem Zeitabschnitt zurückgegangen in Polen um 30 Prozent, in Großbritannien um 3 Prozent und in Dcutsch- land um 1 Prozent, gestiegen jedoch in Oesterreich um 11, in Italien um 16, in Norwegen um 17, in Frankreich um 26, in Schweden um 30, In Belgien um 34, in Dänemark um 37, in den Niederlanden um 46 und in der Tschechoslowakei um 48 Prozent. Man ersteht daran»: daß die Krise nicht gleichzeitig alle Länder erfaßt hat und daß der Höhepunkt der Krise auch nicht gleichzeitig in allen Ländern erklommen wird. Immerhin ist das starke Airwachsen der Arbeitslosigkeit in der Tschechoslowakei siir uns besonders bemerkenswert und wohl darauf zurückzuführen, daß die Tschcchoflo- wakei alü Exportland mit einem verhältnismäßig kleinen inneren Markt von der Zerreißung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen am härtesten betroffen ist. Bei dieser Gelegenheit wollen wir beiner- ken. daß, wie wir erfahren haben, die Armee der Arbntslofen am 1. März, da sie 918.000 betragen hat, chren größten Umfang erreicht hat und daß sicherem Vernehmen nach die Zahl der Arbeitslosen zum 1. April unter 900.000 gefallen ist. DaS ist allerdings eine Saisonericheinung und au eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist vorderhand nicht zu denken. Einen bedeutsameren Rückgang kann die Arbeitslosigkeit erst aufweisen, wenn größere öffentliche Arbeiten durchgeführt werden, was nur dann möglich ist, wenn die Anleihe der Arbeit einen möglichst großen Erfolg haben wird. Alle diejenigen, welche einen Rückgang der Zahl der Arbeitslosen wünschen, müssen alle- daran setzen, daniit möglichst große Beträge siir die Anleihe der Arbeit gezeichnet werden. Iüvlsche Protestkundgebung in Prag. Die jüdische Partei veranstaltet« gegen die Judenverfolgungen in Deutschland gestern eine Manifestation-Versammlung, die so zahlreich besucht war, daß eine Parallclkundgcbung organisiert werden mußte. Die Redner Dr. G o I d st e i n, Tr. Friedmann und Gottlieb schilderten die Unterdrückung, tvelcher die Juden heute durch das Hitlerregime ausgesetzt sind und wendeten sich in entschiedener Form gegen die Verdächtigung, daß die Nachrichten aus Deutschland erfunden oder, wie die offiziellen Stellen behaupten, einer Greuel« Propaganda gegen Deutschland dienen sollten. Die Proteste seien gegen die Ziele der Na tional- sozial ist«n gerichtet, nicht aber gegen Deutschland. Darum werden die Anden auch keinen Boykott proklamieren; allerdings-seien sic auch nicht In der Lage, gegen einen Boykott Stellung zu nehmen. Stellenweise machte sich in der.Kundgebung die Neigung bemerkbar, eine Abkehr vom Deutschtum schlechthin zu propagieren. Diese bedauerliche und auch durch die Schändung des Deutschtums durch den Hakenkreuzfascismus nicht gerechtfertigte Tendenz wurde noch verstärkt, al- ein Redner berichtete, daß der Vertreter der Arbeit-» und Wirtschasls- gemrinschast in der Prager Gemeindevertretung erklärte, daß die Verfokgung der Juden in Deutschland eine intim« Angelegenheit derJuden sei. Die Blätter der AWG., welche von jüdischen Abonnenten und Inserenten leben, haben diese Erklärung so gebracht, al» ob die AWG. gegen die Judenverfolgungen protestiert hätte. Die Kundgebung, welche ohne Störung verlief, wurde mit einem Aufruf, die jüdischen Flüchtlinge auS Deutschland zu unterstützen, geschlossen. Die Organisation der jüdischen Sozialdemokraten hat für hcute eine eigene Versammlung einbrrufen. Der Landeöausschuß für Böhmen erledigte in seiner Sitznng vom 5. April l. I. außer laufenden Angelegenheiten 176 Geineindcbudgets und genehmigte 83 Gemeinden die Einhebung verschiedener Abgaben und Gebühren. Für Not- staiidS-Straßen und Brückcnbautcn genehmigte der Ausschuß 21 Bezirken LandcsZtischüsse in der Höhe von 1,629.000 X?. Der Ausschuß gab seine Zustimmung zum Abschluß einer Kommunalanleihe der Stadt Prag in der Höhe von Kronen 1.000.000 zur Regulierung des Geländes vor dem Olkancr Friedhof. Der Ausschuß beschloß, der Larldesvertretung vorzuschlagen, sie möge die Regierung um Gewährung einer Anleihe ans dem Erlös der Arbeitsanleiheemission, und zwar zur Deckung der Kosten der Investitions-Arbeiten und -Bauten des Landes Böhincn ersuchen. Bei dieser Gelegenheit teilten sämtliche Ausschußmitglieder mit Ausnahme des kommunistischen Vertreters mit, daß sic je 10.000 X Arbcitsanlcihc zeichnen: der Landcspräsidcnt schloß sich mit einem Betrag von 20.000 X an. Der Ausschuß der parlamentarischen Sparkommission hielt Mittwoch unter Porsitz Dr. L e r n y s eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, Anträge auf weitere Ersparun- genini Staat sbudgetfür 1933 mit Rücksicht auf die Entwicklung der Staatswirtschaft in den ersten Monaten dieses Jahres in Verhandlung zu, ziehen. Gleichzeitig wurde beschlossen, einzelne Fragen allgemeinen Charakters zu behandeln, so z. B. die Verwendung des Ertrages der Arbcitsanlcihe sowie auch einzelne Fälle, die der Kommission oder ihren Mitgliedern zur Kenntnis gebracht wurden. Der Ausschuß wird seine Beratungen morgen fortsetzen. Seite 4 Nr. 82 Donnerstag, 8. April 1888 Leutnant Wiley veeSGtet. Dte^Besatzung der ,/Aeron" verloren.— deine neuen Luftftytf e meyr. New A o r k, 8. April. Die Katastrophe der„Acron" hat in der Bevölkerung eine un- gehenere Erregung hervorgerufen. In den Kreisen deü Repräsentationshauses und der Marineleitung besaht man sich mit dem Gedanken, den Bau weiterer Lustschisfe einznstellen, da bereits zwei große lenkbare Lustschisfe der amerikanischen Luftflotte vernichtet wurden. Die Ursachen deS Unglücks sind bisher nicht geklärt. Die Hoffnung, noch Ueberlebende der Besatzung zu finden, ist vollständig verschwunden. Tagesneuigkeiten Stadt Slmütz bleibt zweisprachig. Die Ostrauer„Morgenzeitung" stellt die irrige Ansicht richtig, daß ans Grund der eben erschienenen Ergebnisse der letzte» Volkszählung die Stadt Olmütz einsprachig sei. Dies ist falsch. Nnr der Bezirksgerichts sprenge! ist einsprachig, da er nach dem Volkszählungs- -rgebnis nur 18.83 Prozent Deutsche zählt. Nur die Geschäfte des Bezirksamtes und des Bezirksgerichts werden also einsprachig geführt werden. Aber schon beim Kreisgericht Olmütz ist auch weiterhin die deutsche Sprache zulässig.— 3 n Bereich der Stadt O l m ü tz, die autonom ist, bleibt wie bisher die deutsche Sprache im mündlichen und schriftlichen Verkehr im Gebrauch, da die Deutschen der Stadt noch s a st 83 Prozent der Bevölkern ng aus- machen. M»e deutsche Theaiervorstellung in Sirabburg mit blutigem Ende. Straßburg, 5. März. Tas Conti-Bureau meldet: Im Straßburger Stadttheater, wo regel- ntägig Gastspiele der Stadttheater von Karlsruhe und Freiburg stattfinden, kam eS Dienstag abends zu heftigen Zwischenfällen, die sunt Abbruch einer Gerhart Hauptmann- Vorstellung führten..Havas meldet darüber: Die Bevölkerung von Straßburg habe sich seit langem darüber beklagt, daß der kotnmunistisch- autonomistische Stadtrat die Zahl der deutschsprachigen Theatervorführungcn zum Schaden der frattzösischeit ständig erhöhte. Französische Stücke würden nur zweimal in der Woche gespielt. Dienstag habe bei einer Gerhart Haupt« mann-Ausftihrung von Mitgliedern des Freibur- ger Stadttheaters bei Spielbeginn ein Pfeifkonzert eingesetzt. Freunde der Siadwerordne- ten und Mitglieder der antonomistischen Presse batten d-e Störer aus dem Theater verwiesen. Es sei zu Schlägereien gekommen. Die Volksmenge, die sich vor dem Theater versammelt habe, habe versucht, in das Haus einzudringen. Dabei fei ein Polizist verletzt worden. Der Pol zeikom- miffar hake die Vorführung a b b r e ch e n lassen. Demonstranten kitten dann versucht, die Ausladen der Zeitung„Ter Elsäsier" in Brand zu stecken. Tie Polizei habe jedoch unverzüglich d'e Ordnung wiederhergeitellt. Mehrere Personen, darunter drei Polizeibeamte, seien verletzt wordett. Notlavdunfl Les einen G^urtsankar- K-ugzeuges. London, 5. April(AR.) Die zwei Flugzeuge der Houston-Expedition, die gestern den Gipfel des höchsten Berges der Welt, des Gauri- sankar, überflogen haben, nahmen dann Richtung gegen das mächtige l^ebirgsmassiv des Kants ch e n ts ch u ng, das bisher allen Versuchen der Bergsteiger, es zu erklimmen, widerstanden hat. Es gelang den Fliegern, auch dieses Massiv zu überfliegen, lieber dem Gipfel des Kantschen- tichnng wurden die Flugzeuge von starken Stürmen ergriffen und auseinandergetrieben. Die Besatzung beider Apparate setzte jedoch die photographischen und Filmaufnahmen fort und erzielten wertvolle Aufnahmen. Dem einen der Flugzeuge ging dabei der Betriebsstoff ans, so daß es in Dinatschpnr notlanden mußte, etwa 68 Meilen von der Ope- rationSbasis entfernt. Marquis von Clydesdale, der Kommandant der Expedition, stieg am Flugplatz Purnea auf, um daS nolgelandete und beschädigte Flugzeug aufzufinden und den Fliegern, falls notwendig, Lebensmittel abzuwersen. Schwere Folpe« kindliche« Unverstände». Dienstag ereignete sich in Barlelsdorf bei Komotau ein schwerer Unglücksfall. Die 13 Jahre alten BergmannSkiuder Joses Maierle und Otto Schulz, wohnhaft in BartelSdorf, hantierten in der Schule an einer von Maierle gefundenen Sprengkapsel, als diese Plötzlich mit gewaltigem Knall explodierte. Maierle wurden drei Finger der linken Hand glatt weggerissen, außerdem erlitt er noch verschiedene andere Verletzungen. Otto Schulz kam mit einem Bruch deS rechten ArmeS sowie Verletzungen deS Gesichtes und beider Augen davon. Wegen Gefährdung deS Augenlichtes mußte Schulz noch am selben Abend in die Prager Augenklinik übergesührt werden. Ein Ritualmord ist fällig! DaS jüdische Osterfest steht vor der Tür. Da die Juden zur Fertigstellung ihrer Osterbrote, der Mazzes, nach der Uetzer,zcugung aller böswilligen Idioten seit Christi Geburt das Blut eines Christenkindes brauchen und ein solches zum Zwecke der Mazzesfabrikation um die Oster- zeit koscher zu schachten Pflegen, würde es uns nicht wundern, wenn in den nächsten Tagen die reichsdetttsche Presse die Nachricht brächte, ein kleines Mädchen sei vor der Wohnung des frommen jüdischen Reichsbannerführer Leib Muschel, Berlitt, Heydetnannstraße, nrit durchschmttetter Kehle attfgefunden worden. Nach deut vom Blutgoering zum Zwecke der Marxistenhatz bestellten Reichstagsbrand, trauen wir der Nazipropaganda schon jede Schäbigkeit zu. Aus Ztveckmäßigkeitsgründen Ter gerettete Offizier der„Aeron", W i l e y, der inzwischen im Marine-Hospital Ausnahme ge- fundett hat, ergänzte seine Aussagen über den Absturz deS Luftschiffes. Als daS Luftschiff bis auf 300 Fuß Höhe gefallen war, so sagte er, befahl ich allen Mann, ihre Plätze einzunehmen. Unmittelbar darauf schlug die„Aeron" auf dem Meere aus. Durch d aS Fenster der Kontrollkabine strömte daS Meerwasser ein und riß mich zum gegenüberliegenden Fenster hinaus. Ich versuchte schnellstens vom Körper des Luft- schisseS wegzuschwimmen und kom schließlich au die Oberfläche. DaS von Blitzen beleuchtete „Äeron"-Wrack sah ich abtreiben. Der Bug ragte hoch in di« Lust und das Schiff war vollständig wrack. Nachdem ich etwa zehn Minuten weiter geschwommen war, konnte tch keinen der übrigen in den Wellen Kämpfenden mehr sehen, obwohl das Meer von Blitzen hell erleuchtet war und ich die Besatzung noch hören konnte. Kurze Zeit später tauchte die„PhöbuS" auf, während ich mich inzwischen an ein Brett geklammert batte. Der deutsche Dämpfer warf mir einen Rettungsring;n und zog mich an Bord. Die inzwischen ailSgeschickten Rettungsboote konnte die drei Ueberlebeuden bergen. Ter„Phöbus"-Kapi- tän, der ein ausgezeichneter Seemann ist, tat sein Möglichstes bei den Reltungsatbeiten. Wiley erklärte zttm Schluß, daß vor dem Absturz an Bord der„Aeron" keinerlei Verwirrung herrschte. Er glaubt nicht, daß das Luftschiff von einem Blitz getroffen worden ist. In Aeron im Staate Ohio warten auf den Straßen Gruppen blasser, ermüdeter Frauen auf Nachrichten, daß vielleicht doch einer ihrer Angehörigen von einem Fischerboot gerettet wurde. * Brüssel, 5. April.(Reuter.) Belgische Sachverständige konstatierten, daß die Katastrophe deS ist es denkbar, daß die Reichspropagandastelle der NSDAP der Ritualmortüne Oper um 0.75 Millionen Franken. Fischer finde» eine Leich«. Montag vormittags fanden Fischer im Flusie UL zwischen den Gemeinden Lekard und Jovro(Karpathorußland) d'e Leiche einer etwa 20jährigen unbekannten Frau. Es dürfte sich um di« Unbekannte handeln, die am 17. März vor den Augen zahlreicher Passanten von der ULHoroder Brücke in den angeschwollcncn Fluß gesprungen war. Nach der Identität der Toten und nach den Beweggründen des Selbstmörder wird geforscht. britischen Großflugzeuges„City of Liverpool" weder durch einen technischen Fehler noch durch irgend welche Mängel in der Konstruktion herbeigeführt worden sei. zwischen zwei Stürme. Tie N a ch f o r s ch u n g c tt nach dem Wrack der„Aeron" sind heute wieder ausgenommen worden. Ueber die Ursache des Unglückegehen die Ansichten noch immer auseinander. Der bekannte Meteorologe Ktmball erklärte, das Luftschiff sei das Opfer senkrechter L n f t st r ö m u n q e n geworden, die die Metallkonstruktion des Luftschiffes leicht verbiegen oder das das Lnflschiff zum Niedergehen auf das Meer zwingen konnten. Ein anderer aeronautischer Fachmann meint, die„Aeron^ sei einem scharfen L u f t w i r b e l, entstanden durch das Aufeinanderprallen zweier Stürme, zum Opfer gefallen. Keine neuen Luftschiffe. Senat und Repräsentantenhaus drängen auf eine eingehende Untersuchung der Ursachen der„Acrott"-Katastrophe, um so die Zweckinäßigkeit deS- Baues netter lenkbarer Luftschiffe beurteilen zu können. Der Vorsitzende des MariueauSfchusses des Repräsentantenhauses erklärte, daß Amerika keine lenkbaren Militärlustschisse mehr bauen werde, nachdem es zwei von den drei bisher gebauten verloren habe. Aehnlich denken auch zahlreiche Kongreßntitglieder. Ein zweites Luftschiff im Meer versunken. New Nersey, 8. April. Am Tage der „Acron"-Katastrophe stürzt« ein amerikanische- Kleinlustschiss in- Meer. Bon den sieben Mann der Besatzung konnten nur fünf gerettet werden. Sonntags-Rückfahrkarten zu Oster«. Für die Hinfahrt gelten die ermäßigten Eisenbahn- Karlen am 8. und 9. sowie vom 13. bis einschließlich 17. April. Für die Rückfahrt gelten die Karten vom 8. bis 18. April; am letzten Tage muß die Rückfahrt spätestens um 12 Uhr mittags angetreten»vcrden. Schächtverbot in Deutschland. Tie Reichs- regierung hat das bereits angeküirdigt« Gesetz, wonach warmblütige Tiere beim Schlachten vor Beginn der Blntentziehung zu betäuben sind, verkündet. Wer dem Gesetz zuwider handelt, wird mit(Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafen bestraft. Das Gesetz tritt mit 1. Mai 1933 in Kraft. Geld oder Leben! Tic Entführer der vier britischen Offiziere erklärte», ihre Gefangenen zu erschießen,>venn ihnen nicht in einer festgesetzten Frist ein Lösegeld, bestehend aus Bargeld, Maschinengewehren und Munition, im Werte von einer Million Dollar ausbezahlt wird. Die Frist läuft am 10. April ab. Brandstiftung aus Konkurrenzneid. Am Montag spät abends brach in dem Holzhause des Inhabers eines Begräbnis» Instituts Alador Korn in ULhorod ein Brand aus, den, wie die Polizei später feststellte, Stefan Jasen, ein Angestellter des Konkurrenten Korns, gelegt hatte. Der Brand konnte von den.Hausbewohnern bald gelöscht werden. Zwischen den beiden Begräbnis-Instituten wird ein heftiger Konkurrenzkampf gefiihrt. Jasyu wurde der Staats- anwaltschaft eingeliefert. Sieben Tot« durch«inen Hauseinsturz. Wie aus Marokko gemeldet wird, ist in einem arabischen Dorf in der Nähe von Udscha ein Haus infosge Nnterivaschung durch die letzten Regengüsse eingestürzt, wobei sieben Personen, darunter fünf Kinder, unter den Tvümntern den Tod fanden- Da» amerikanische Riesenlustschiff«Aeron". iiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiitiiiiiiiiiiuiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini(iiii(iuii(i(fii({(fii(nii(HfiifN(tfiiiifiKfii(NtiHiiiKtinniii<«in: Die Produktivkräfte. Georg Stolz: Die Berfokguug der Deutschfranzösischen Jahrbücher in Böhme«. Josef Hofbauer: Wie ich zu Marx sand. Karl Kern: Engels, d«r Freund. Emil Franzel: Der Faseismus in der Tschechoslowakei. Gedicht«: D«r Arbeiter an de« Fabrikanten; Karl Marx-Totenfeier. DaS Titelblatt ist von G. H. Trapp entworfen, im Text enthält die Festschrift ein Bild von Marx nach einer Zeichnung von Heinrich Zill«,«in Bild Engels von N e g r e l l i und vier Reproduktionen von Kunstwerken(Greiner, Rembrandt, Käthe Kollwitz). Verlcallkspreis(im Inland): Kgl.—. Preis für die Beziiksorganisation: 70 Heller. Bestellungen sind zu richte« an die Zentralstelle für das Bildungswesen Prag II., NtUunka 18. Vie Wahrheit wirbt iür unsere Preffe. Seit der saseistische Mordterror über Deutschland hereingebrochen ist, seit Tausende und Abertausende braver Menschen geschunden und cinge- kerkert werden, weil sie sich zum Sozialismus be- kennen, seit der Bernichlnngsfeldzug gegen die sozialdemokratischen Organisationen und ihr Eigentum begonnen hat, seit der Zeit, da in Deutschland keine einzige sozialdemokratische Zeitung existiert, haben wir nicht aufgehört, alle Greuel, Verbrechen und Schandtaten, die sich im Dritten Reich zutragen, auszuzeigen und anzuprangern. Wir klagen an! Wir versuchen, die Unterdrückung jeglicher Freiheit, des Rechtes w'e Menschen auszurufen, die sich selbst und die Zukunft der Menschheit nicht Abenteuern und Der- brcchern preisgeben wollen. Man hat unsere Zeitungen in Deutschland verboten, hat sie in der Tschechoslowakei unter Verbote zu setzen versuch,. Die bürgerlichen Zeitungen, die zum Teil noch durch Inserate jüdischer Geschäftsleute ansge- halten werden, beschuldigen uns, daß wir durch Greuelmeldungen di« Regierung in Deutschland zwingen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Wenn wir nicht schon gewußt hätten, daß wir eine wichtige Mission erfüllen, indem wir die Wahrheit verkünden, wir wüßten es jetzt. Tie Zustimmung zu der Schreibweise unseres Blattes, die wir in dieser Zeit für notwendig halten, ist in weiten Kreisen nicht nur der. Arbeiterschaft, sondern auch des freiheitlich gesinnten Bürgertums durch die erhöhte Abnahme des„Sozialdemokrat" zum Ausdruck gekommen. Seit dem 8. März hat der„Sozialdemokrat" Hunderte neue Leser zu verzeichnen. Täglich kommen Neubestellungen. Auf den Straßen Prags fragt man nach unserer Zeitung. Man will die Wahrheit kennen lernen, man will aufrechte Worte über die Brandschatzung in Deutschland lesen. Die schreibt nur die sozialdemokratische Press«. Tierärztliche Phystkatsprüsung«« in Prag lm Maitermin 1933. Di« Frist zur Anmeldung zu.den PhysikatSprüsungen für Tierärzte, welche gemäß der Ministerialverordnung vom 21. März 1873 RGBl. Nr. 37 bet der Landesbohörde in Prag am 8. und 1. Mai 1933 abgehalten werden, wird bis zum 15. April 1938 festgesetzt. Den ordnungsgemäß gestempelten Gesuchen ist beizuschliesten: 1. ein« beglaubigte Abschrift der tierärztlichen Diploms, 2. di« anitliche Bestätigung darüber, daß der Gesuchfteller nach Erlangung des Diploms mindestens ein Jahr als Assistent an der tierärztlichen Hochschule töt'fl war oder daß er mindestens zwei Jahr« als Militär- tlerarzt dient« oder sich durch zwei Jahr« mit de: Privatpraxi« beschäftigte. Vom Randtank Empfehlenswertes aus Den Programmen Freitag. Prag: 8.15 Gymnastik. 11.90 Schallplatten. 17.V Kotiert. 18.28 Deutsche Sendung: Prof,. Tr Langer: Di« Abwehr der ansteckenden Kinderkrankheiten auf dem Lande. 20.00 Polnischer Nationalabend.(Ans Warschau.)— Brünn: 16.10 VolkSbla!- musik. 18.25 Deutsche Sendung.— Berlin: 15.55 Lieder von Wagner. 19.10 Leben In einem Bienenstock.— Breslau: 22.80 Bandonion-Konzert — Königsberg: 21.00 Orchesterkonzert.— Leipzig: 20.00„Die Czardasfürstin", Operette von Kalman — München: 21.00 Sinfoniekonzert.— Mr«: 16.55 Oosterreichifche Komponisten der Gegenwart. 22.20 Konzert. Nr. 82 Somterataff, 8. April 1838 „Sozialdemokrat" Sette 8 W bis zum 9 April elngelnnglcn Reparaturen erledigen wir binnen 5 Tagen. Wir ersuchen daher unsere Kunden, uns die Schuhe so bald als möglich zur Reparatur zu bringen. Später eingehängte Reparaturen fuhren wir erst nach den Feiertagen durch. 1W, I Sic FlKger.llttack«. Tiefe Flugzeugattacke auf Wie ffrdPte illustrierte VocAenscftri/i CndkeW feden Sonntat ttaeraU oftSWIM d. Mr genaue Ortskenntnisse Mount-Everest-Expedi- drei Brüder Sch l a- fünfziger tmd sechziger Tiefe Flugzeugattacke aus den höchste» Gipfel d?r Erde ist bereits vor einem Fahr in Angriff ffcnommen worden. Versuchs- und Kundschaftsflüge aller'Art wurden im Herbst vergangenen Fahre- durchgeführt, nm die Dor- bedtugintgen;u dem seht geglückten Hauptfluff zu schaffen. . Die beiden Piloten der Houston- Mount- Everest- Expedition haben zunächst die Windstärke in den Höhen von 8 bis 9080 Metern fest- aestellt und den Versuch ffemacht, gegen die Phantastische Stärke von etwa 200 Stundenkilometern anznkömpsen. Bei dieser Gcleffenheii wurden auch die bis jetzt vorhandenen Karten de- Himalaya-Gebiets auf ihre Zuverlässigkeit aevrüft. Es erqab sich, daß die Karthoaraphie der ! Südseite des Everest«trotze llngenauigkeit enthält und nur auS der Luftpcrspektive der Wirklichkeit angepaßt werden kann. Die Everest-Flugmaschinen, di« von dem Fliegerhauptmann ftellows eigen- für ihren I Sonderzweck konstruiert wurden, sind mit dickwandigen Glasscheiben versehen, hinter denen die Maschine gesteuert und photographiert sowie gefilmt wird. Drr Flugzeuge haben eine geradezit Phantastisch« Steighöhe und können einer Wind versuchte, den zu bezwingen, wurden von w Schweiz aus gerüstet. Die englische Expedition unter Leitung Sos lli H I h a« Die Mount- Everest• Flug-Expedition hat soeben, wie aus ihrem Laaer in Purnra gemeldet wird, den höchsten Gipfel der Erd:. den Mount Everest in etwa 10 Kilometer Lufthöhe überflogen. Zwei Westlandflug'mqe des Mar- mtis of ElvdeSdale und des Flieger!:utnantS MacFntyre haben nach Aufstieg der Meßballons den kühnen Flug oewagt, in 90 Minuten die .... r• m..,...., Höhe von 10.500 Metern erreicht und sich dann verhafteten. WeShalb diese Ueb-rsturzrtng und^„ige hundert Meter über den Gipfel des 11 tn v tll IA Hl HtAttnA U AAHfl AH Ur AAiAt.tHlAO nta I’*--■ r w•■ stärke von 150 Stundenkilometern standhalten. Den letzten Kundschaftsflug vor deni.Hauptexperiment hat der Flugofsizier Allison in seiner Math unternommen und die Nebelwand bidicht unter dem Gipfel durchstotzcn. Der Hauptflug ist dann vom MaraniS of ElhdcSdale und feinem Rckordflieger MacFuthre persönlich durchgesührt worden. Weltgipfel. Der Mount Everest ist bekanntlich der karthographilch einwandfrei gemessene höchste Gipfel der Erde und besitzt eine Höhe von 8800 Metern. Wenn wir übrigens diesen höchsten Berg in den Ozean versenken würden, und zwar in seiner tiefsten Stelle östlich der Philippinen, die 10.100 Bieter tief ist, lo würde selbst der Mount Everest noch 1220 Meter unter dem Meeresspiegel bleiben. Dieses gewaltige Loch des Stillen Ozean bildet heute noch das Objekt kartographischer Berechnungen und die ganz besonder« Sorge unserer Geographen. Die übrigen Weltgipfcl würden natürlich um so weniger dieses Loch auszufüllen vermögen. Es sind die-: Der Mount Everest mit einer Gipfelhöhe von 8880 Meiern, der KiNckiInjunga oder Kangchengdzönga, der zweithöchste Gipfel deS Himalaya-MassivS, der sich wenige Kilometer südöstlich deS Mount Everest befindet. Der Aconcagua in Argentinien, der höchste Gipfcl der Anden, mit einer Höhe von 0900 Metern. Der Chimborafso in Ecuador, der zweithöchste Gipfel der Anden mit einer Höhe von 6810 Metern. Der McKinley in Alaska, der höchste Berg Nordamerikas mit einer Höhe von 6190 Meter. Der Kilimandscharo in Ostafrika mit einer Hohe von 6012 Metern. Der El- t b r u S. der höchste Berg des Kaukasus mit 5660 Re Wahrheit über den Reichstagsbrand ♦ bereits von den Jtahlhelmtrupp«» besetzt sein würde. Die damit zusammenhängend« i Bartholomäusnacht konnte ebenfalls nicht mehr„programmsßig" durchgesührt werden: sie drohte, sich gegen Hitler und die Seinen selbst zu wend«», angesichts drr Erregung im Lager drr Trutschnatwnalrn, der Monarchisten und der Leute Hindenburgs. Nur eine Möglichkeit bestand noch: sofortiges■ Losschlagrn. Durch den Reichstagsbrand eine volttndrte Tatsache schaffen, Verwirrung hervorzurusen und die», bevor di« Befehle i Düsterberga an sein« Stahlhrlmsormationrn I dies« erreicht hätten. Goering. d«r Hauptan« Kde» Planes Hitlers, hatte diese» bald tuat, datz sofortiges Handeln di« einzig« Rettung vor der Möglichkeit bot, das ganze Spiel zu verlieren, um 1 Uhr nach, mittags wurde d«r Beschlutz gefaßt; drei Stunde» später stand der Reichstag in Flamm»«. Das folgte, ist bekannt. Da aber dic Vorbereitung nicht lückenlos war, klappte die Regie nicht vollstärrdig. Die Haussuchung bei der Derop, der russischen PetrolverkaufSgesellschast. förderte nicht die Dokumente zutage, die rin Provokateur an dem Ort deponieren sollte, aus den sich die Polizei sofort stürzte. So konnte nicht nachacwicsen werden, datz auch Sowjet- Ruhland die Hand bei dem Reichstagsbrand im Spiel hatte. Und da nicht nachgewicfen werden konnte, datz durch russische- Petrol da- Hitler ach so sehr ans Herz gewachsene Reich-tagsge, bände in Brand gesteckt wurde, vermochte der I zweite Akt diese- Heldenstückchen- internationalen Konknrrenckampscs zum grotzen Leidwesen de- englischen Detroimagnaten und Patron» der Hitler-Parteikasse nicht gespielt zu werden. Dafür erklärte Hitler auf der Brandstätte sofort, datz der Brand das Derk der Kommu- rristcn sei, um so wenigsten- die inuerpolitische Ausschlachtung de» Falle- gesichert zu erhalten. Da- dann zwischen dem Brandtag und dem Wahltag zwischen von Papen und Hitler vorging. ist schwer scstzuskllen. Sicher ist, datz der Stahlhelm, wie angeordnet, da« Zentrum Berlins besetzte und datz auch die Hitler-Truppen in Berlin einzogrn. Beide Pläne standen sich gegrnüb.r. Hitler aber wagt« nicht, den-seinen durchzufnhren.-Hatte er sich zuvor mit von Popen geeinigt? Wagte von Papen nicht anzugrei. fen? Beides ist möglich. An der Geschichte des Reichstagsbrände- selbst ändert die- nicht-. Der unwiderl.'abare Beweis ist erbracht, daß dieser auf allerhöchsten Befehl der Nazilcitung selbst in Brand gesteckt wurde. Daran ändert auch nichts der an die Nazis ergangene Befehl. jeden sofort z,l verhaften, der in der Oesfentlichkcit zu erklären wagt, datz Goering der Brandstifter sei. llird ob man in Deutschland auch dic Wahrheit heute nicht öffentlich au-ivreckren darf: kein einigermaßen vernünftiger Mensch zweifelt mehr daran, und alle, di« das Lachen inmitten de- Menschen-Schlachthose- und unter den Knuten der viehischen Schlachter noch nicht verlernt haben, lachen über den sck'lechten Witz des Man ne- mit Hose und Parteikarte. (Schluß folgt.) H. Das verhinderte vAMe Direlkorium. Plane, Gegenpläne und schlechte Regte. Wir hoben anhand der vom„Populaire" in Deutschland, Oesterreich und England unter» i nominellen Enquete über den Reichstagsbrand I in unserem ersten Artikel gezeigt, datz der„er-1 tappte" Brandstifter Dan der Lubbe der Nazi»! islartei angehörte und gleichzeitig im Dienst der Polizei stand, datz er nur einer unter sechs bis sieben Brandstiftern war, die sämtlich Mitglieder! der Hitler-Partei sind und di« durch den unter«I irdischen Gang der Heizungsanlage aus dem! ReichstagSgcbäude in das ReichStagSPräsidentcn-1 acbäude des Innenministers Goering verschwan den. Wir haben d«S weitere» festg. stellt, daß dieser mit verdächtigen Verbindungsmännern zwischen Hitler und einem englischen Petrol magnaten in Verhindung stehende Dan der! Lubbe nicht nur auS rcin innerpolitischen Mo tiven da- Reichstagsgebäude in Brand stecken sollt«, daß schließlich aber der großangelcate Plan nur halb gelang, da er überstürzt und bevor jein« Vorbereitungen bi» inS letzt« Detail been« I bet war, zur Ausführung gelangen mußte. Der Brand war nämlich, wie wir ebenfalls bereits sestacstelkt haben, für die Nacht vom 2. auf den 3. Marz vorgesehen. Achtundvierzig Stunden vor den Wahlen sollte da- RcichitagSgebände in I Flammen aufgehen, un, die dltrchgreifendsten Maßnahmen gegen die marxistischen Parteien und da- Zentrum einerseits zu ermöglichen, dem Durchschnitt-Wähler andererseits aber nicht ge-I nügend Zeit zum Ueberlegen und zum Zweifel an der Wahrheit der offiziellen Lesart de» Dran-1 de» zu lasst». I Ta» ganze Gebäude sollt« niederbrennen, nm kein« Spur der Art der Brandstiftung zu hinterlosien. Dir zur Brandstiftung vor. gesehen« Equipe sollte ein« weit größere fein: einig« zwanzig Mann, dir mit Explosiv, und Brandstosfr» ausgerüstet werden sollt«. Ban I der Lubb« sollte nach einer regelrechten Der. I solauna sestgenommen werden, dl« keinen verdacht auf di«„Ehrlichkeit" sein-» Nyter. nehmens zu werfe» vermocht«. Dies« Brand. nacht sollt« zu einer deutsch«» Bartholo. 1 mäuSnacht werden: inmitten der allgemeinen Entrüstung und Erregung. Einbruch in di« Haus« und viertel der Kommunisten und 1 Sozialisten, in denen niedergemacht werden I sollt«, wa» man sand; Zerstörung der Druk. I kereie», Parteihäuser und GrwerkschastS. Häuser der Heiden Parteien, und am folgen. I de» Tag sodann di« Auflösung der beiden Parteien und das verbot ihrer Wahllisten. Acht»ndvi«reig Stunden später wär« Hitler durch ein Plebistit zum Diktator Deutsch land« ernannt, Hindenburg zur Demission gezwungen und do» Papen und Hugenberg zum schleunigsten verschwinden in d«r Ver. senkunq aufgefordert Word«». Der„Führer' hätte dann dl« unbestritten« Macht in Hä». den, und da»..Dritte Reich" wäre mit aller seiner barbarischen Schönheit aus der Blut«' nacht entstanden. Dieser Plan vermocht« ober nicht in seiner ursprünglichen Fassung durchgesührt zu werden. Ter Brand mutzt« überstürzt und inmitten allgemeiner Kovf. lofigkeit im Generalquartier Hitler» bereits am 27. Februar angeordnet werden. Die Brandequipe war nicht vollständig. Das Feuer wurde zu früh gesichtet. Da» Gebäude brannte nicht restlos nieder und hinterließ ver räterische Spuren. Die Inszenesrtzung war der art fehlerhaft datz der Mann mit Hole und Parteikarte, Dan der Lubbe. eine volle Viertel stunde vor der verschlossenen ReichStagStür war ten mußte, bis bic_ Polizisten kamen und ihn die mit ihr^rusEmenhängenden RegieM«. di«! H herüntergelässem erlaubten, daS Geschehene zu rekonstruieren? 1 Am Morgen des 27. Februar erhielt Herr von Papen. der einstig« Kanzler Hindert- bürg», desien vertrau«««r immer noch gr- nicht, wie man un» die» periodisch in der Presse versichert«, erhielt von Popen, der gegenwärtig« Vizekanzler der Regierung Hit» ler,«ine Mitteilung von autz«rord«ntlichem Ernst. Bestürzt beordert« er sofort de« Ches der Stahlhelmverbände z« sich. Er seht« sich mit Hugenberg und dem General Schleicher, den«r vor kurzem erst auk so„ritterhalle" Weise«m hi« Eck« gebracht batte, in Ver bindung. Begleitet von d«m Chef der Reichs wehr, dem General von Hammerstein, er. schien dieser in der Bi-rkanzlri. Gegen Mit tag aber wnrde von Rapen durch«in« Hi«. tertür bei d«m Reichspräsidenten Hindert- bürg eingelassen. Kun darauf erschien der I Sohn Hindenburg». OSkar von Hindenburg, von dem bekannt ist. daß er der eigentlich« Leiter der Präsidentschaft ist, um der gehet. men Unterredung beieuwohnen. Zwei Stun- den später wurden die Stahlhelmverbände auf allerhöchsten Befehl ihr«» obersten LhefS alarmiert und mobilisiert. Bon Bove« hatte nämllch erfahren, daß für den Wahlsonntag abend, den 5. März,«in Aewaltpreich der Httlerlaner geplant war. Auf Geheimbcfehl des Hitler-GrneralftabS verließe« all« milt» tärischen Formationen der Hstler-Partei am 27. Februar Berlin, um in der Näh« in Truppenlagern konzentriert, bewaffnet,«in- exerziert und durch ander« hitlerische Trup-! venorpanisationen der näheren und weiteren Umgebung Berlins ergänzt zn werden. Zn-. struktionen waren bereit» ergangen, daß diese Truppen am 5. März nachmittag» durch Extrazllge und auf Militärlastwagen nach i Berlin transportiert werde« sollten. Am Abend de» Wahlsonntags sollten die Nazis di« ganz« Stadt besetzen. Gegen Mitter nacht, bei Bekanntgabe de» Wahlresuliat», sollte der ReichSprästdentenpalast von den Truppen Hitlers einge'chlosie« werde«. Der Reichspräsident Hindenburg wär« sodann al» Gefangener dieler Truppen ersucht worden, sofort zu demissionieren»nd zuvor Hitler al» StaatSchef zu proklamieren. Di« sofortig« Bildung«ine» fascistischen Direktorium» wär« dir Folge gewesen; von Papen. Hugen berg und di« übrig« deulschnationas« Statt. st«nges«llschaft wär« erledigt gewesen. Das erfuhr von Papen am Morgen des 27. Februar. Die» teilte er Hugenberg und dem Führer deS Stahlholms mit. Tie» unterbreitet« er Hindenburg und desien Sahn Oskar, der so fort diesen Spaß Hitlers doch etwa» zu stark fand und der den von von Paven au-gearbei- teten Berteidigungsplan gnthietz und seinem Vater zur Annahme empfahl. Dieser Plan be stand darin, datz die Kerntruppen de- Stahl- helmS nach Berlin beordert wurden. Sie mußten das Zentrum der Stadt und da» Ministerial- viertel, in dem sich ebenfalls der Präsident- schastspalast befind«!, schützen. Die Reichswehr« rogimenter wurden nach Doeberitz, 25 Kilometer !von B.rlin entfernt, verlegt und dort in Alarm bereitschaft gehalten. Am Wahlsonntagnachmittag sollte sich, so war angeordnet worden, der Reich-Präsident von Hindenburg nack Doeberitz begeben, um dort„die Parad« der Reich-Wehr abzunchmcn". Die Truppen Hitlers wär«» da mit in Berlin zuerst auf den Widerstand der Stahlhelmtrnppen gestoßen: unter der Führung Hindenburgs selbst wären sie schließlich von der nach Berlin marschierenden Rcich-w.hr erledigt I worden., Genau aber wi« von Papen de» Plan Hit. ler» in di« Hände g«fpi«lt erhielt, tvnrde 1 Hitler ebenfalls der Plan von Popen» mit. | geteilt. Angesicht- d«S ausgezeichneten Spio- I nagediensics, über de« all dies« Verbände, I von Reichswehr üb«r Stahlhelm bi» z« den Razitruvpen verfügen, ist e» nicht erstaun. I lich, daß bereit» in den erste» Mittagstun. I den de» 27. Februar Hitler Lunt« roch. Auf I seinen Staatsstreichplan wollte und könnt« er I nicht mehr verzichten. Er sah. daß«S ihm I an den Kragen ging. Er wußte, daß«S un» I möglich war, den auf di« Nacht vom 2. zum I 3. März festgesetzten Bla» de» Reichstags. i brande»„proorammäßig" dnrchznführ««, da I alte» darauf schließen ließ, daß in diesem I Augenblick da» politisch« Zentrum Berlin» iWMWMilMIIiiMWWMUMMNMWMWMMMWMWMMMWWilMWiMIMWMWMMMMWIWWWWMWWW Dee Ottoimt Everest 3tir ersten«everstkeanng den pimaiaua-Utp ns. I Metern. Der Popocatepctl in Mexiko mit 5-150 Metern, der A r r a r a t in Armenien, auf dem dic Arche NoahS gelandet sein soll, mit 5160 Metern. Erst jetzt folgt der höchste Berg der enropäischcn'Alpen, der Mont Blanc I mit einer Höhe von-1810 Metern. Der Raine des Everest. Ter heute im Mund aller Welt befindliche höchste Berg Mount Everest erhielt seinen Namen im FHHre 1852 von dem damaligen Leiter der indischen Landesvermessung Oberst Sir George Everest, der sich besonders um die gro- grapyrscho Erforschung des Himalaya-Gebiets ! verdient gemacht hatte. Tie damaligen Forscher wählten den Namen mit der Begründung, daß es nicht gelungen sei, die tibetanische Bezeichnung des höchsten Gipfels des Himalaya festzustellcn. Später kam man dann darauf, daß die einheimisch« Bevölkerung Tibets den Berg leit Jahrhunderten Tschoino.lungina, das heisst die„Gm- ternrutter der Berge" zu bezeichnen pflegte. Sven Hedin hat auf seinen Asicnrcisen festgestelll, daß der höchst« Gipsei der Erde, der 1852 mit Mount Everest bezeichnet wurde, schon über hundert Jahre früher im Fahre 1783 von der Jesuitenkolonie in Peking gekannt wurde und ans den Karten eingetragen war. Auch die richtige tibc- tanische Bezeichmmg„Tschomo-lungma" sei damals am chinesischen Kaiserhof- Allgemeingut gewesen. Auf den heutigen Karten kann man also neben der Bezeichnung Mount Everest den Titel Tschomo-lungma sindcn. Einig« Fahrzehnte ward-: übrigens der Mount Everest, vor allem auf deutschen Karten, mit dem Namen Gaurisankar bezeichnet, da der : deutsche Forschung-reisende, der im Jahr 1855 > den Himalaya besucht hatte, die Bezeichnung für : den Mount Everest wählte. Fünszig Fahre später . wurde jedoch scstgestellt, daß die beiden Namen , Mount Everest und Gaurisankar zwei ganz ver- : schieden« Berggipfel seien, dic sich sechzig Kilometer von einander entsernt befinden. Di« Ruttlrdge-Expedition. Neben der von Lady Houston unterstützte» ersten Luftattacke ans den Mount Everest geht soeben die vierte alpinistische. von Hugh Null- lcdae geführte Mount- Everest- Expedition, die soeben in Kalimpona in Bengalen eingetrosscn ist, zum Angriff auf den Gipfel durch Tibet vor. Die Ruttledgc-Expedition hat den Anmarschweg über Gangtok gewählt^ während dic früheren Mount-Evcrest-Erpedttionen durchweg« als Au- marfch den Felepla-Patz brworzngten. Bo»«Gangtok aus wird zunächst der Vormarsch auf den Kampa Dzona angetreten, wo ein Devot für Tragtier« errichtet wird. Die neueste Monnt- Evercst-Expcditwn ist nämlich mit einer wunderbaren tonischen Ausrüstung au>.gestattet, ZU deren Beförderung etwa 300 Tragtiere notig lnd. Neben dem Hauptlager in der Nähe des Rongbuk-Klosters werden dicht unter dem Gipfel noch 5, 6 weitere Zwischenlager eingerichtet. Don hier aus soll dann in etwa 3 bis 4 Wochen der Gipfcl, der sich bis jetzt alleit Expeditionen versagt hat, endgültig bezwungen wenten. Opfer d«» Everest. Allein int Fahr 1902 sin) 5 Himalaya- Expeditionen vergebens zur Bezwingung der Berggipfel ausgebrothen: Eine deutsche Expedition unter Führung des Münchener Ingenieurs Willy Merkl, der vergebens 8120 Meter hohen Naga Parva Die drei anderen Expeditionen Fraukrüch, England und der d‘ des„a.imes-Korrcipondentcn Smythe tchet- terte direkt am Mount Everest, während die Franzosen un dSchtveizer vergebens den Nachbarn deS Everest den Kangchenjunga zu ersteigen suchte». Tie heute unter dem Givscl de» Mount Everest lagernde Expedition Rnttledg« wird von einem höheren Bcanitcn der britischen Regienmg und fritl)«rcn Vcrivalter eines Hinta latza-DistriktS. der dort besitzt, geführt. Die Großväter der tiouen sind zweifellos die aintweit, die in den, Jahren eine Höhe von etwa l>800 Dieter erreich ten. Dreißig Jahre lang bestürmten O b e r st Howard- Bury und General Bruce das Mount-Evercst-Massiv, ohne jedoch über eine Höhe von 7000 Metern hinauszngelange». Ein weiterer Exveditionsleiter Paul Bauer scheiterte 1929 in Höhe' von 8000 Metern am Kangchendzönga. Oberst Howard- Bury verlor übrigens bei seiner Expedition etwa fünf seiner Gefährten, von denen der Major Mors- hedd im vergangenen Jahr erfroren aufgesun« den wurde. Die Expedition des General Bruce l)atte ebenfalls zwei Todesopfer, die Studenten Mallory und Frving zu beklagen. Hofsettllich ist damit die Reihe der Opfer des Mount Everest erschöpft. Prof. Dr. Leo Lautenschlager. “*-< 0“*W«0“»- önjseou MrtM Uiu lauf bULifl» delkchacr, M Afttna taaiMuuuca«riinatyafc.-«üdMiiBg mb M-oakMpt« NU aö»»L etchÄmi, Seite 6 Donnerstag, S. April IMS Nr. 88 ••• s 'S Dir Redaktion. Kunst und Wissen V V V V V w »»ootooom J ANA OOOOOOOOgtfOOO OOP o 5~a'K ä~ä ä aWÄ & I ße- Geriditssaal Vereinsnadiriditen s Literatur Sport* Spiel* MomllM Wirt- Preis- In der Sonntag. Karten bei über Alle 214 Uhr:„Ko- Optiker Deutsch aus hat, erst PRAGER ZEITUNG. Allgem. Angestelltenverband, Prag ll. F r e t- l a g, den 7. April, im kleinen Uraniasaal: Ziveiter LichtbVldervorirag de» Kollegen I. R e i S ni a n n über„Finnland, das Laich der tausend Seen". Den Borlrag über Land nnd Lcnte und Wirtschaft tverden Rezitationen finnländischer Dichtkunst und Volkslieder aus Schallplatten ergänzen. Der Vortrag beginnt pünktlich 8 Uhr.— Besuch des Potz o l e r Wasserwerkes am Sonntag, den 28. April, um halb 9 Uhr vormittags. Treffen vor dein Verwaltungsgebäude. SPAREN mh ANZEIGEN helBt dir Inserierenden Konkurrent helfen Arbeitervorstellung, mödie der Irrungen." (Graben). Sonntag, 6% Uhr: ebenso bl ah wie dessen sauber» e. b 1933 unter der Uebcrichrtft„Polizeiliche Willkür gc«en sozialdemokratische Studenten" veröfsent- lichten Artikel erklären wir, daß die daselbst enthaltenen, auf Herr» Prof. Schwefel bezüglichen Ausdrücke auf unrichtigen Informationen beruhen, weswegen wir sie mit dem Ausdrucke des Bedauerns widerrufen. Stkibrny-Bersammlung zum zweitenmal ge. sprengt. Nachdem die tschechischen Faseisten bereits Montag in Prag von sozialistischen und kommunistischen Jugendlichen aus ihrer eigenen „Propaganda"- Versammlung hinausgedrängt worden waren, suchten sie gestern neuerdings die sozialistischen Jugendorganisationen Prags zu provozieren. Auch ihre gestrige Versammlung in Prag-Rusle wurde von linksstehenden jungen Arbeitern stark besucht; die sozialistischen Jugendlichen forderten ein ihrer An^chl entsprechendes Präsidium. Die Faseisten, die sich ebenso wie ihre großen Brüder in Deutschland, stets auf die Demokratie berufen, wollten aber eine solche demokratische Wahl nicht zulasten, sondern drangen tätlich gegen die sozialistischen Arbeiter vor. Sie zogen natürlich den Kürzeren. Die Polizei löste die Versammlung gleich nach Beginn auf. Die sozialistischen Arbeiter haben neuerdings bewiesen, daß sie sich den faseistischen Terror in Prag nicht gefallen lasten! D«r II. Internationale photographische Salon, eine von 28 Ländern beschickte Photo-AuSstellung, in der 272 Autoren insgesamt 428 Bilder auSstellen, wird SamSlag, den 8. April, um 16 Uhr in den Ausstellungsräumen des„Manes" in Prag II., Pieger- kai, feierlich eröffnet. Protektor der Ausstellung ist Schulminister Dr. Dürer. Die Ausstellung, die vom Verband tschechoslowakischer Photo-Amateure veranstaltet wird, bleibt bis einschließlich 23. April öffnet. fragette. Zu den mit glänzender Anschaulichkeit geschilderten Kämpfen dieser Mädchengruppe erlebt man die Zeit der leidenschaftlichen Werbung sür das Frauenstimmrecht, die Ann Vickers auch mi: dem AesäugniS Bekanntschaft machen läßt. Sie kommt dann in die Weltstadt New Jork, wo sie zweite Vorsteherin eines WohlsahrtShauseS wird. ES ist die Zeit des Eintritts Amerikas in den Weltkrieg und hier erlebt sie an einem Hauptmann, besten Be- kanntschast sie niacht. ihre erste große Liebesenttäuschung, doch alle trüben Berufs» und Lebenserfahrungen vermögen den Lebensmut dieser prächtigen Fvauengestalt nicht zu brechen. Nach einer Episode als Almoseniere bei einer schrulligen, eitlen Millionärin unternimmt sie eine Europasahrt, kehrt mit der Sehnsucht nach Wiederaufnahme sozialer Für- sorgelätigkeit nach Amerika zurück:„Solang es einen hungrigen und arbeitslosen Menschen, ein mißhandelte« Kind, einen Sumpf in der ganzen Welt gibt, der Malaria auSbrüiet— und all da« wird es zweifellos immer geben-— muß ich weiter auf Faulheit und Grausauckeit schimpfen". Sie arbeitet sich empör zur Erziehungsleiterin In der Frauenabteilung eine« der schlimmsten Zuchthäuser, ihre furchtbaren Erlebnisse dort bilden eine aufwühlende Anklage gegen das geltende Strassystem. Der Wirkungskreis und der Mann, die sie schließlich findet, machen ihre Lebensideale wahr. Das Buch enthält viele kluge Gedanken, ist reich an Einsichten, mit dichterischer Kraft geschrieben und für denkende, sozial empfindende Menschen ein reicher Gewinn.-r. Ein neuer Roman von Sinclair LewiS: Vickers." Rowohlt-Verlag, Berlin. Mit einer er- staunlichen und wunderbaren Einfühlung in die Fräuenfeele hat der bekannte amerikanische Verfasser bei„Babitt" dieses Buch geschrieben, daS di« LebenSgvschichte einer Frau erzählt, dabei ober auch ein Stück amerikanischer Kultur- und Zeitgeschichte darstellt. Tochter eines Schulinspektors, wächst diese Ann BickerS in einer kleinen Stadt des Staates Illinois auf, in einer Zeit,„da die Vereinigten Staaten schüchtern begonnen, n'cht ein uneheliches Kind Europas in sich zu sehen, sondern den Herrn ihres eigenen stolzen HauseS". Es war die Zelt, da sich noch die Meinung behaupte» konnte, es fände jeder Mann, der lebenstüchtig ist, Anerkennung, und zwar auch finanzielle und da nur die Untauglichen es zu nichts brachten. Für sozialistische Gedankengänge gab eS wenig Verständnis, dennoch gab es einen Sozialisten im Orte, einen eingewanderten deutschen Schuhmacher, dessen Sozialismus allerdings recht kraus war. Immerhin übten seine Ideen auf das tapfere, feinfühlige und das Unrecht in der Welt schwer tragende Mädchen einen Einfluß, den die Erfahrungen ihres ferneren Lebens nur vertieften'. Frühzeitig ist in diesem Mädchen ein Stück.Heldentums. Reizend sind ihre kleinen.Herzensnöte erzählt, ihre frühzeitigen Enttäuschungen und Kämpfe. Als Studentin in einem College de« Staates Connec« tueut schon erfüllt sie der Ehrgeiz, Anteil an der Gestaltung der Verhältnisse zu nehmen und etwas dazu beizutragen,„daß ans diesem Geschlecht von Dickschädeln und Brumntbären etwas gemacht wird, was ein bißchen ntehr Aehnlichkeit mit Engeln hat". Als„berufsmäßige Welwerbesterin" wird sie Krankenpflegerin in einem Spital, wirbt Mitglieder für eit»e Sozialistische Gesellschaft und arbeitet mit anderen Waffeugefährtinnen eine Zeitlang als Suf- flalt Oftereier blau und rot gebt Sana in das Ofterbrot 8000 Kinder beim Wiener Arbeiteriurnverein! Dieser Verein zählt zu den stärksten und aktivsten Mitgliedern des ASkö und hat heute mit 8053 Knaben und Mädchen eine der größten Jugendbewegungen. Diese 8000 Kinder machen fast schon die Hälft« der gesamten Mitgliedschaft auS und stellen ein festgefügtes Fundament sür die Zukunft. Der Turn- und Sportbetrieb w'ckelt sich beim Wiener Arbeiterturnverein, wie dem Bericht über seine Tätigkeit im abgelausenen Jahre zu entnehmen ist, in 419 Abtei- lungen ab. In allen Gruppen wurden an 28.788 UebungSabenden 764.905 Teilnehmer gezählt, DaS bedeutet gegenüber dem vorhergegangenen Jahr eine Steigerung um 6014 Teilnehmer. Dies trotz fchaftskrife und Arbeitslosigkeit! OOrgartldiar Sperl D«r österreichische Fußballverband als drücker. Den Wiener Profivereinen geh: es Mehrzahl gerade nicht glänzend und einige von Ihnen standen schon vor der Pleite, die nur mit großer Mühe verhindert tverden konnte, Die Wiener Profis sind,in der Hauptsache auf Spiele im Ausland« angew'esen, weil sie mit den daheim derzeit zu erzielenden Einnahmen bald ihren Betrieb einstellen müßten. Je nach ihrer Spielstärke verlangen sie ganz beträchtliche Honorare, die sie bisher auch erhielten. Am kommenden Sonntag kindet In Wien ein Länderkainpf Tschechoslowakei- Oesterreich statt und in Prag werden die zweiten Garnituren ein Städtespiel austragen. Der österreichische Verband offerierte seine Städte^klf für eine illlÄI Zum Ränder geworden, um den Kavalier zu spiefen. Prag, 5. April. Bor den Geschworenen wurde i heute ein« Anklage wegen des Verbrechen des! Raubes verhandelt. Der Angeklagte, ein 24jäh< riger Schlossergehilse aus einem Dorf bei R a k o n i y, sieht gewiß nicht wie«in Räuber aus. Dieser Franz Berner macht vielmehr den Eindruck eines etwas unbeholfenen, äußerst gütmütigen jungen Menschen. Er weinte laut, als er vor seinen Richiern ein umfassende- und reumütiges Geständnis ablegte. Ter Hergang der eingeklagten Straftat ist einfach. In der achten Abendstunde des 28. Feber l. I. kehrte die Verkäuferin Barbara 6 ech, die in Rako- n i tz angestellt ist und in dem Dorf« P o v l 8 i n wohnt, auS ihrer Beschäftigung nachhause zurück. Wie jeden Abend stieg sie in der Station S v o j e• tin auS. In ihrer Aktentasche trug sie ihr an diesem Tage ausgezahltes Monatsgehalt und einige Kleinigkeiten, die sie in Rakonitz eingekauft hatte. An Bargeld hatte sie 310 K in der Tasche. Auf ihrem einsamen Heimweg wurde sie von dem Angeklagten überfallen, der ihr die Tasche entriß und ihr, nach ihrer Aussage, einen Stoß in den Bauch versetzte. Infolge dieser Gewaltanwendung wurde die Tat, di« sonst ein Diebstahl gewesen wäre, der vor einen gewöhnlichen Strafsenat gehört, zum schweren Verbrechen des Raubes qualifiziert, das mit schwerer Kerkerstrase von fünf bis zehn Jahren knwroht ist und demnach in die Kompetenz des Schwurgerichtes fällt. WaS die Motive dieser Tat betrifft, so sagte der Angeklagte nur soviel, er habe eine Unterhaltung besuchen wollen, aber nicht genügend Geld gehabt, obwohl ihm sein Baler für diesen Abend 20 K gegeben hatte. Daher entschloß er sich zu dem Ueberkall, ohne sich weiter Gedanken über die Folgen und d e Bedeutung einer solchen Tat zu machen und ohne z» bedenken, daß er ja«iw arme Verkäuferin um ihren kärglichen Mo» natSverdienst berauben wollte. Franz Berner ist seit längerer Zeit arbeitslos, halt« aber nicht unter Not zu leiden, denn seine Famlie ist Verhältnis müßig gut situiert BiS zu dieser Zeit hatte Berner den allerbesten Rus und legt« Wert darauf, sich durch Gelegenheitsarbeiten selbst zu erhalten, um sticht seinen Angehör gen zur Last zü fallen Auch die Familie ist angesehen und allgemein geachtet. Es scheint, daß der Mangel einer regelmäßigen, angemessene» Arbeit, die ihn: Befriedigung gewähren konnte, den jungen Menfchen moralisch zermürbt und entwurzelt und endlich aus die Anklagebank.gebracht ha:. Solche Auswirkungen zeitigt das physische und moralische Elend Vieler Zeit, Die Geschworenen verschloßen sich offenbar dieser Einsicht nicht denn sie v e r it e■ tt t e n bi« Schuldfrage auf Raub mit sieben 81 i m nt e n, so daß der Gerichtshof des OGR Novotny einen Frei- fpruch fällte. r. b. Minna von Barnhelm. (Urania-Klassikervorstellung.) Bor einem jugendlichen Parkett wurde gestern nachmittags d a S Lustspiel der deutschen Literaturgeschichte gespielt, von dem sie rühmt, seine stille Heiterkeit hätte einst pll den Lärm und Spektakel übertönt, der die deutsche Bühne damals wie heute tvieder erfüllte.„M i n n a von B a r n h e l m" war die künstlerische Haupt« und Staatsakfion, die Lessing gegen ein« Bühne führte, die allein mit Haupt, und Staatsaktionen noch zu wirken hoffte, und gegen ein Publikum, daS von deutscher Kunst nichts anderes mehr erwartete. Inzwischen ist eine auch von Lessing begonnene Tradition wie im.Manichslug" über Deutschland hinweggegangen und in Untergang, den diese Zeit auf jeder Bühne, aus der sie agiert, vollendet, wirkt Lessings Lustspiel wie das fast unglaubhafte Dokument eines Lebens, desien Mißgeschicke durch Anmut und Geist in heitere Laune sich wandeln konnten.„Minna von Barnhelm— ein deutsches Lustspiel"— ein Septimaneraufsah, den heute zu schreiben die Satire aller Zeiten zitiert werden müßte, um den Kontrast erleben zu lassen zwischen den„deutschen Charakteren" Minna, Tellheim, Wer. ner, Just und dem deutschen Charakter, der heute wahrlich zu keinem Lustspiel sich in Szene setzt., Die Aufführung, der nicht nur ein nachmit- tägige- Schicksal bereitet werden sollte, gipfelt in der „Nebenhandlung": Willi Rösner als Wachtmeister Werner und fein„Frauenzimnterchen" Franziska: Maria Motz, fanden verdient den dankbaren Jubel des Hauses. Eine Kabinettleistung T a u b S Wirt; Renners Just ein wenig übertreibend Leider blieb die„Haupthandlung"(Tellheim: Erich Musil, Minna: Carola BehrenS) durch den Temperamentmangel der Darsteller die Riceaut-Episode HöI; lins, Regieführung zu loben ist. lu VfeW* Mac# Entschädigung von nur 4000 Schilling. Mit Recht weist die tschechische Presie aus die Preis- differenz hin, die zwischen einer Auswahl, und einer Vcreinsmannschaft auS Oesterreich besteht und führt als Beispiel an, daß die Prager Sparta der Wiener A u st r i a für ein Spiel in Prag 5 00 0 Schilling vergüten mußte. ES kommt demnach eine österreichische Auswahlmannschaft billiger und die Wiener Prosivereine werden daS jedenfalls bei späteren Abschlüssen zu spüren bekommen. Auf alle Fälle ist es ein Novum, daß ein Verband, der durch sein« Profispieler ein schönes Vermögen leichte Art und Weise erwirbt unb erworben den ProsiS ihr Leben durch Preisunterbietung recht sauer macht!•' Sporttreibende Juden nicht geduldet. In Be r- l i n sollte d'eser Tage ein Boxkampf zwischen dem deutschen Meister im Mittel- und Halbschwergewicht Seelig und seinem Herausforderer Seyfried stattfinden. Ter Kampf würde knapp vor Beginn verboten, weil Seelig—ist» Jude:st. „Die Walküre." Den Sieg- mund singt diesmal Dr. Julius Pölzer vom Nationaltheater, München(D 1). Bakule-Konzert am 19. April, Urania-Saal. Karten bei Wetzler, Deutsch, Urania. Wochensplelplan des Reuen Deutschen Theaters. Donnerstag, 148 Uhr:„Glückliche Reise." lC 2.)— Freitag, Uhr:„Mädchenjahre einer Königin."(D 1.)— Samstag, 8 Uhr: „Orpheu 8/(AA.) Wochenspielplan der Kleinen Bühn«. Donnerstag, 8 Uhr:„Auslandsreise", Gastspiel Curt Bois.— Freitag, 8 Uhr:„M u si k um Susi" (KulturverbandSfreunde).— Samstag, M8 Uhr: „Wetter veränderlich", Erstaufführung. n das Seim des klsissenbewWen»> Arbeiters gehört d. Zenlralorgim. 11 Deutschen soziaidemokr. Arbeiterpartei I „Sozialdemokrat*—II rasramiMlM Unser Llstl Her„SoziaidemoW ist in Prag in folgenden Berschleitzstellen zn haben: Balinhoksbiichhauiliunz:, Wllionbahnhot, Masaryk- bahnhof, Dcnlubnlinbof, BortAk, Trafik, Prag II., TySuov 2. Burak Hugo, Trafik, Prag I„ Staromüntekt nA» niiati 32. Hodrova, Trafik. Stnlchov, nibh leglf 13. Jolinkova, Trafik. Nnale II., Motinä dorny„Re* formy“. Kotyza Jan, Trafik, Snilchov, ZborovskA tf. 13. Krausova V., Trafik, Karlin, KrAlovskA 14. Krejtük A„ knlhkupectvl, Prag-Lieben, KrAlov* skA 1511. Kroupa.11 mir., Trafik, Prair II., RaMnovo nAbh, stänek 114. LUwensohn Karl, Trafik, Prag II., Nekazanka 8. Marek Josef, knihknpcctvi, Prag-BnbenC, u). Dr. BrAfa 24. Monik, Trafik, Prag I., Parlament. MrdCkova, Trafik, Prax I-, JosefskAtf., stAnok 127. MrAz Jan. Smicbov, RadllckA tt. 43. Orbis A.-G., ZeltungrsverschlcIU, Praha XII,, Fo- chova tf. 62. „Prana", ZeltungsverschlelB, Prag II., HavltCkovo n Am.. 23. SodlAk Vaclav, Trafik, Dejvlce, Svecova. Skrabkova Anna, Trafik, Dejvlce, Hennorovy dfednleki doniy 280. Strouhal Artur, Trafik, Prair III., MosteckA 40. Tausslir E., ZeitunRHverschlclU, Prag II., VAclav* ski- mim. 45. Ungormann Rudolf, Prair II., PanskA bei Palasthotel. ÜstFedni dSln. knlhkupectvl, SvEcenf, Prair II. HybernskA 7: Zemann, Trafik, Prair I„ Perlten. Fenzl, ZeltunKsvcrsclilelß, Prag II., Smeßky 8-10 Und bei StraOenvcrkSufern: Wenzolsplatz•• Mtkstek— Masarykbalinhof— Wllsoubahnbof (irJnrimfl| Zu dem in dieser Zeitschrift am 21. Feber rutsche sozialdemokratische Frauen- ^"'organlsation Prag. Montag, den 10. d. M., um 8 Uhr ab«nd- im„Monopol" Frauen- und Mildcheuabend. Vortrag der Genossin Jette Müller „Körperkultur der Frau".— bestimmt und pünktlich kommen. DaS Frauenkomitee.