klvzelprels 70 Heller. ckAnschlteßlich 6 Heller SBortn ~— Erscheint mit Ausnahme de- Montag tügiich früh. s»)amon u. Dkrwalluo»: veo,n.se»»»a,w,»or»I,»0.rnd 2000 Mark Bargeld verschwunden. Tic Ernrittlungen haben noch zu keinem Erfolg geführt. MfioOw lir SA-führer In Prag! Dresden, 5. April. Auf einer Tagung dedcs Einzelnen..Herr von Killinger fügte hinzu, daß diese Trupps mit allein Notwendigen ausgerüstet seien und unter dem Kommando reichsdeutscher Führer ständen, die für die Dauer diele» Kommandos und mit Rücksicht auf mögliche Zwischenfälle mit der tschechoslowakischen Regierung auS den Mitgliederlisten der Hitler-Partei gestrichen worden seien. Als örtliche Berater und Wcgtveiscr würden be- 20 neue raue von Mißhandlungen. Neuer Protest de» polnischen Gesandten in Berlin. Warschau, 6. April.(PAT.) Ter polnische Gesandte in Berlin hat wegen der Gewalttätigkeiten, die an polnischen Staatsangehörigen jüdischen Glaubens begangen wurden, bereits die fünfte Demarche beim Reichsaußenminister von Neurath unternommen. Gesazidter Wysocki überreichte hiebei eine Denkschrift, in der 20 neue Fälle von Mißhandlungen angeführt werden, die sich seit dem 27. März, dem Tage der letzten Intervention, ereignet haben. sonders vertrauenswürdige Mitglieder der sudetendeutsche» Nationalsozialisten dienen, die auch den Erkundungsdienst organisiert hätten; er, Killinger, freue sich, bei dieser Gelegenheit dem anwesenden Verbindungsmann der tschechoslowakischen Hitler-Partei,— „filtern Mann, dessen Nanren er nicht nennen wolle, den aber jeder kennt!"— den Dank der deutschen Nationalsozialisten sagen zu können für die gute Arbeit, die in dieser Hinsicht auf dem schweren Boden jenseits der Grenze geleistet Word:» sei. * Hierzu erfahren wir ferner folgendes: von Reichsdeutschen, vor allem von zwei Berliner Herren, di« das politische Leben und Treiben der Hitler-Partei an Ort und Stelle seit vielen Iah. r«n beobachtet haben, hören wir, daß sie in den letzten Tagen deü öfteren in Prag in den Re- staurants und auf der Straße mit Leuten zusammengestoßen sind,,die ihnen als führende Mitglieder der Berliner SA und SS bekannt sind. Insbesondere sind zu gewisien Zeiten die Gaststätten, in denen reichsdeutsche Emigranten zu verkehren pflegen, planmäßig mit solchen Leuten, di« sich in der Gesellschaft von hiesigen Hakenkreuz-Studenten befinden, beseht. DouKott deutscher Waren. Lodz, 6. April. Der Wirtschaftsboykott Deutschlands durch die jüdischen Firmen in Lodz hal sich verschärst. Zahlreick-c Werke haben ihre bei deu:schen Firmen getätigten Bestellungen annulliert. Andererseits wurden ursprünglich in Deutschland gemachte Bestellungen von britischen, jugoslawischen und sowjetrusiischen Handelshäu- sern nach Polen dirigiert, namentlich für Tcxtil- und Lederwaren. Armer Sltnpllzlsslmus! Berlin, 6. April. Tas Verbot des„Sinrpli- zissimus" ist wieder aufgehoben worden, nachdem in der Redaktion eine„grundlegende Umbesetzung" vorgenomnun worden war. Pcsthordon um Deutschland. Montag in Tirol Evmordung Dr. Bells durch reichsdeutschc Nazis, Mittwoch Mordüberfall auf die geflüchteten Berliner Theaterdirektoren Fritz nnd Alfred Rotter und zlvei Fronen durch sieben Nazi-Hunnen im Für- stentnm Liechtenstein. Ergebnis: zwei Tot«, zwei Schwerverletzte..Hitlers, in seiner Rcichs- tagsrcdc gesprochenes Wort und gegebene- Versprechen, er iverde alle Widersacher mit „barbarischer Rücksichtslosigkeit" ansrot- len, wird in die Tat umgeseht. Deutschland beginnt eine einzige M ö r d e r zentrale zu werden. Die Mörder Dr. Bells kamen alis dein Braunen Hause in München, die in Liech:«nstcin cingebrochcnen Nazi-Ban- diten sollen aus Baden stammen, die rasche Aufeinanderfolge der beiden im Ausland durchgeführtcn Mordcxpeditionen beweist, daß es nicht um die Uebeltat vereinzelter'Desperados geht, sondern um ein organisiertes Systent, das seine Mordnester in ganz Deutschland unterhält. In den ersten Wochen nach dem ,-Erwachen" Deutschlands begnüg'en sich die Hunnen, die das Land unter ihre Gewalt bekommen haben, im Inland« an Arbeitern, Republikanern, Inden und auch nur ganz allgemein ihnen mißliebigen Personen ihre bestialischen, sadistischen Urinstinkte auszutoben. Mit Revolvern, Gewehrkolben, Gummiknüppeln, Stahlruten, Messern, Spaten, Hundepeitschen und Nilpferdpeitsckwn haben sie „kleine Ucbcrgriffe" verübt, das heißt: tausende Menschen,' darunter auch Frauen, Greise nitd Kranke, in der unmenschlichsten Weise blutig geschlagen, ihncii Anschauungsunterricht über die Segnungen des Dritten Reichs int Sinne des Hitlerworte« von der„b a r b a r i s ch c n Rücksichtslosigkeit" erteilt, nunmehr erstrecken sie ihre„T'rafcreditionen" ungeniert auch über die Gren-en Deutschlands hinaus, verüben dort nach Gangster-Art Mordüberfälle auf Menschen, die ins Ausland aeflüchtet sind, lvcil sie glaubten, dort vor den Revolvcrkugeln >tnd Messerstichen der Erneuerer Deutschlands sicher zu sein. Das hat sich als irrig erwiesen. Die bralinen, im Geiste Hitlers, im Sinne des oon ihm durch mehr als zehn Jahre ansgesäten Geistes des tollwütigsten Hasses und der Rache erzogenen Hunnen setzen sich bei der Verfolgung ihrer Gegner ach'los über alle Schranken des internationalen Rechtes ebenso hinweg, wie über alle Gebote der Moral und der Menschlichkeit. Die Käfige ihrer Gefängnisse, die von ihnen errichteten Internierungslager scheinen ihnen noch nicht gefüllt genug, die Kahl der von ihnen Blutiggeschla- genen und Gemarterten nicht hinreichend groß, sie betreiben ihre Menschenjaaden nunmehr auch schon im A u s l a n d e. Welcher reichsdeutsche Staatsangcböriae, der, um sein Leben und seine geraden Glieder in Sicherheit zu bringen, den Staub seines teueren Vaterlandes von seinen Füßen geschüttelt hal, aber auch lvelchcr Nichtdentsche, der sich etwa durck) seine Stellungnahme gegen die jetzigen Beherrscher Deutschlands verhaßt gemacht bat, kann heute nach den Mordcxpeditionen von Tirol und Liechtenstein noch der Freiheit seiner Person nnd seines Lebens sicher sein! Die Feme-Organisationen, die im heutigen Dcutsch- land sicher sein können, daß ihnen bei'ihren Untaten kein.Haar gekrümnit wird, erachten auch schon die an Hitler-Dentschland grenzenden Länder als K o l o n i e n des Dritten Reiches, auf die sie ihre fascistischcn Sit- tengesctze, welche den an ihnen nicht genehmen Personen verübten Menschenraub und Menschenmord zu vaterländischen Taten stempeln, zu übertragen suchen. Wo auf dem gesamten zivilisierten Erdenrund ist noch ähnliches möglich! Aus ihren Mordnestern unternehmen die braunen Banditen Strcifzügc in benachbarte Länder, knallen Menschen nieder oder suchen sie zu verschleppen, um sie dann Seile r Freitag, 7.«Peil 1988 5tt. 83 auf dein Boden des„befreiten" Deutschland unter den unmenschlichsten Martern für immer verschwinden zu lassen. Gvenzschrankcn durchbrechen sie mit Gewalt und hat ihr Mordauto erst wieder reichsdeutschen Boden unter den Rädern, so siird sein« Insassen, denen Polizei und Gerichte auftragsgemäß nicht an den Leib rücken dürfen, in voller Sicherheit. Die Praxis des Fememordes wird von den Nazis seit Jahren betrieben und die Zahl der schon vor HitlerS Kanzlerschaft um die Ecke Gebrachten gehl in die H u n d e r t«. Neu ist nur die Ü e b e r t r a g u n g dieser Methode, Fascistengegner für ewig stumm zu machen, auf das Ausland und ihre Anwendung gegen Leute, di« kaum als politische Gegner dcS Systems, viclnrehr nur irgendwie alS lästig und mißliebig angesehen tverden. Daß Dr. Bell ermordet wurde, kann immerhin mit seinem Ucberläufertum und damit, daß er von den Spitzen der Nazis zu viel wußte, so daß sie ihn persönlich zu fürch len hatten, erklärt werden. Womit natürlich keinerlei Rechtfertigung für die Mörder gege- bcn ist. Aber wie ist es mit den Brüdern Rotter? Gewiß, sie waren während ihrer Berliner Thcaterzeit keine erfreulichen Zeitgenossen, aber nach dem Schatten einer moralischen Rechtfertigung für den auf sie verübten Ueber- fall, der den Tod zweier Menschen und die schtvcre Verwundung zweier anderer herbei- fühvte, wird man vergebens suchen. ES ist einfach die Lu st und Freude am Mord, der die sieben Nazr-Banditen antrieb, die Verschleppung der Beiden zu versuchen. Niemand int Reiche und auch außerhalb desselben wird sich danach gewiß sein können, daß er heilte oder morgen nicht einem ähnlichen Ueberfall zum Opfer fällt, falls aus seiner Vergangenheit oder Gegenwart gefolgert werden kann, daß er den Beherrschern Deutschlands verhaßt geworden ist, ohne daß von ihm gleich eine Preisgabe wichtiger Na;i-Geheim- nisse befürchtet tverden muß, wie dies im Falle Dr. Bells der Fall war. Bei der unerhörten Frechheit, mit der die„Strafexpeditio- nen" der Hakenkreuz-Hunnen auftreten, ist daamt zu rechnen, daß demnächst etwa auch ein Heinrich Mann, ein Thomas Mann,«in Einstein, aber auch andere Personen im Auslande, deren öffentliche und publizistische Tätigkeit den braunen Gewalthabern unbequem ist, daran werden glauben müssen. Nach den Hunnen-Taten von Tirol und Vaduz kann man nichts mehr für ausgeschlossen hallen und da es in allen Grenzgebieten, auch auf dem tschechoslowakischen von braunen Spionen und Denunzianten wimmelt, werden die Regierungen der demokratischen Grenzländer Deutschlands gut daran tun, rechtzeitig einen Pestkordon um Deutschland zu ziehen, wenn sie nicht zum Kriegsgebiet für die Hunnenscharen des Dritten Reiches tverden wollen. Ein moralischer Pesckordon ist bereits gezogen. Ueberall bin Ausland« erhebt sich mit steigender Wucht die Welle des Absche>is, des Entsetzens und der Empörung über die unter der Herrschaft der Hunnen in Deutschland eingerissenen Zustände, die allen Begriffen zivilisierter Menschen Hohn sprechen. Unter dem republikanisch-demokratischen System war das vom KaiserismnS in den Abgrund des Hasses und der Verachtung geschleuderte Deutschland schon wieder so weit gelangt, daß sich ihm und seinem havlen Schicksal in aller Welt Sympathien zuwandten. Heute, unter der.Herrschaft des blutigen HakenkreuzfaseisniuS, hat«S diese Sympathien Wer Ist der Schuldige? In der„Freien Gemeinde" vom 3. April ist ein Artikel über die Zentralbank der Deut, schen Sparkassen veröffentlicht, der«in« Reih« von Einzelheiten enthält, welche der O«f- fentlichkeit bisher noch nicht bekannt geworden sind, weswegen wir aus diesem Artikel einiges mittrilrn: Seinerzeit haben Selbstverwaltungskörper Aktien der Zentralbank der deutschen Spar- kasien erworben. Ter Zweck dieses Ankaufes war die planmäßige Gestaltung des Kommunal- kreditS und die Schaffung einer Kommunalbank. Dank der Entwicklung der Emission-- u. Hypo- thekarabteilung, die unter der unmittelbaren Aufsicht der Vertreter der Selbstverwaltungskörper arbeitete, hat die Bank 350 Millionen K in Schuldverschreibungin und Pfandbriefen heraus- gegeben und ihr Reingewinn ist jährlich gestiegen. Leider verschwairden diese Millionengewinn« immer in der Gesamtbilanz der Bank und mußten die Fehlbeträge decken. Die Vertreter der SelbstvertvaltungSkörper haben imnter auf die Mstoßung des Jndustriegesckäftes hingearbeitet, der leitende Direktor war aber bestrebt, immer mehr Jndustriekredite zu bewilligen. Dieser leitende Direktor war gleichzeitig Präsident einer SchuhsabrikS-A.-G., die ihr« ständigen Defizite durch die Mittel der Bank de«,. Die Organisation in der Ban! war derart, daß die Vertreter der SelbswerwaltungSkörpor von den Industriekrediten überhaupt nichts obet fast nichts und erst allmählich erfuhren. Ein Kreditkomitee bewilligt« Industriegelder, die Direktion erfuhr davon Lverhaupt nichts. Die Kontrollabteilung, eingesetzt vom leitenden Direktor, gab kein« Berichte heraus oder wenn, dann nur dem leitenden Direktor, der sie entweder überhaupt nicht oder nur in vollständig veränderter Form weitergab. Erst im September 1982 verließ der Prall- dem Keller di« Bank und die Sparkassen stellten im Einvernehmen mit drn Gemeinden ihren Mann an die Spitze des Institut». Aber die Ein- sctzung einer wirklich arbeitenden Kvntrollabtei- lung die Bewilligung von Krediten aussckstieß- lich durch die Direktion, die^Herabsetzung der hohen Gehälter der leitenden Funktionäre konnten di« Schäden aus der früheren Zeit nicht mehr tvettmachen. Tas Rad war im Roll:» und ließ sich nicht mehr anfhalten. Die einzige Gelegenheit zur Deckung der Schäden, die seinerzeitige Sanierung, wurde nicht ergriffen. Di« damals vom leitenden Direktor angegebenen Schäden und Verlust« der Bank entsprachen nicht der Wirklichkeit. Sie wavrn kleiner, sie waren nach den Angaben kleiner als e» der Wirklichkeit entsprach, da» Kuratorium für di« Banlensanierung macht« noch Abstriche. Der leitende Direktor hat weder der Direktion noch dem Verwaltungsrate von den Verhandlungen Mitteilung gemacht, die er allein geführt hat. Di« Verantwortung für den schlech- bei allen Kulturvölkern nicht nur restlos eingebüßt, es ist auch auf dem besten Wege zur vollständigen Isolierung kullureller und wirtschaftlicher Art, rum Verlust«{eb# Ansehens, da» ihm das System der Demokratie mühselig aus den Trümmern des Weltkrieges zurückerobert hatte. ten Ausgang der Sanierung trifft daher nur ihn. Auch sonst betrieb die Bank Geschäfte, die sie hätte lieber sein lassen sollen. Bei einem einzigen Effektengeschäft« betrugen di« Forderungen über 70 Millionen, di« Deckung nicht einmal 20 Millionen. Auch di« leitenden Direktoren betrieben Spekulationsgeschäfte. Durch die hohen Verluste aus dem Industrie- und Effektengeschäfte war die Zentralbank natürlich stark immobilisiert worden. Als nun di« BollSgeldanstalten vorn Jahre 1932 angefangen infolge der Abhebungen ihrer Einleger ge- »wungen waren, ihr Guthaben bei der Zentral- bank zu vermindern, begannen die ZahlungS- schwier:gke!t:n. Immerhin ist eS noch gelungen, über 300 Millionen L in anderthalb Jahren flüssig zu machen, schließlich wurde eS unmöglich, werter« Barmittel zu verschaffen. ES muß hier feftgestellt werden, daß die statalichen Stellen bis in die letzte Zeit hinein der Zentralbank bezüglich ihrer Zahlungsfähigkeit beisprangen. Erst kurz vor der Verhängung der Moratoriums hörte dies« Hilfe auf. Das Moratorium bedeutet, daß«och 470 Millionen Einlagen bei der Zentralbank und ihren Filiale« bis aus weitere« gesperrt sind. Unter diesen Einlagen befinden sich rund 190 Millionen von Voltsgeldanstalten, 50 Millionen von Genossenschaften und 140 Millionen auf Sparbücher. Unendliche» Leid, tausendfache Rot, wird durch da» Moratorium neu au-gelöst. Gelder für die KriegSverletzten, di« KriegSwiNven und«Waffen, für di« Arbeitslosen, für die In- gendfürsorge, Gelder für laufende Gewerbe, und HandelStrewende, Beamte, Angestellte und Ar- beiter sind durch diese» Moratorium in Gefahr gebracht. Hunderte von Beamten und Angestellten, tausende Arbeiter stehen vor dem möglichen Verluste ihrer Arbeitsstelle. Unsere Partei und ihre Vertreter haben vor allem die Sicherung aller Einlage« und die Sicherung der Arbeitsplätze in di« erst« Reibe ihrer Bemühungen gestellt! Die Arbeit ist sehr schwierig. ES ist gelungen, eine beschränkte Wieoeraufnahme der Geschäft« der Zen« irakbank zu erreichen, die Emission-, und Hyvo- thekenabteilung arbeitet wie früher. WaS mit der Dank geschieht, ob sie liquidiert, fusioniert wird oder selbständig bleibt, ist noch nicht entschieden. E» wäre zu wünsche«, daß di« gesnnde Emissionsabteilung de« Kristallisationspunkt für «in« neu« Keine Kommunalbank ohne jedes Industriegcschäst bilden würde. Di« Parole für unsere Vertreter muß sein: Für die Sickerung der Einlagen und für die Eicheerung de» Arbeitsplatzes, aber mit aller Schärfe vorgehen gegen die Schuldigen, Festlegung ihrer Verantwortung und Heranziehung zum Schadenersatz. Ile lasclslistbe Verlotterung der ..Bttltemla“ macht rasende Fortschritte: so wie wir«» leicht voraussagten, entpuppen sich bereit» jetzt neuer- dina» und vollend» ihr« seltenen und vom Jn- scrlionsgeist diktierten leisen Verbeugungen vor her Demokratie al» AttSnahmSfälle, durch die die durchgängig« fafeiftische Haltung diese- Blattes erst recht unterstrichen wird. Gestern wiederum war jeder, der die ,,Bohemia" zu lesen gezwungen ist, empört über die Art, wie diese- saubere Blatt über den Fall Rotter berichtete! Wir wollen ungeachtet oeS knappen Raumes diese„Bohemia"- Meldung wörtlich hjeher sehen: Traillsdics Ende Alfred Hotters. Bei einem EntfiihruugSversuch mit seiner Frau tödlich verunglückt. Fritz Rotter schwer verletzt. Genf, 5. April. Heut« nachmittag wurden di« früheren Berliner Theaterdirektoren Fritz und Alfred Rotter, die Gattin Alfred Rotter-, und ein« Frau Wolf, bei Ihrer Rückkehr von«'nem Spaziergang unterhalb de» Knrho!«l- Gafler ob Vaduz von sieben jungen Männern mit vorgehaltcnen Revolvern überfallen; sie sollten in einem Auto entführt werden. In dem sich an« schließenden Handgemenge wurden sowohl die Brüder Rotter al- auch die Damen erheblich verletzt. Dabei versuchten die Angreifer, die vier Personen in da» Auto hlneinzudrängen. Fritz Rotter wurde am rechten Handgelenk gefesselt und in» Auto getragen, während die drei anderen Personen über den Bergabhang hinuntersprangen, wobei Fra» Wolf stürzt« und sich schwere Verletzungen zuzog. Alfred Rot!«r und seine Frau stürzten gleichfall» auf der Flucht den Abhang hinab und blieben tot liegen. Fritz Rott« sprang während der Fahrt au» dem Auto und zog sich schwer« Verletzungen zu. Da» Auto überfuhr sodann di« Liechtensteinsche Grenz« bei Schaanwald, konnte aber bei Götzi» (Vorarlberg) angehalten werden. Die Insassen wurden verhaftet und in da» Gefängnis nach Feldkirch eingeliefert. U«b«rdi« Täter ist nichtbestimmte» bekannt. Einen MordauSflng nennt also di«„Bohrmia" «inen„Entführuna-versuch", da- Fallen unter Hunnenstreichen em„t r a g i s ch e- E n d«*, die durch Märderhand Umgekommen«« nennt di« „Bohemta" tödlich verunglückt"! Mit keinem Wort läßt sich die„Bohrmia" ausgerechnet au» Genf melden, daß e» sich um«ine nationalsozialistische Mordexpedition nach Liechten st ein und Vorarlberg handelt«, sondern spricht irreführend, scheinbar nicht-ahnend, verlegen und verlogen von„sieben jungen Männern", von denen eben al» Hitler- jungen und hakenkreuzlerischer Mordbagage zu den letzten unter den treuesten Abonnenten der „Bohemia" nicht gesprochen werden soll! Dahr- hqftig, ein feine» Blatt, daS die Boykottierung du r ch alle an st ändigen Menschen mit jedem Tage mehr verdient! Neuernennung deS Geldbeirates. Der Finanz. Minister hat im Sinne des Artikels UV des Bankengesehei die Renernennnng de» Geld- b e i r a t e- und de- ZentralfchirdS- organs der Geldinstitut« dttrchgeführt. Vorsitzender beider Körverlchaften ist der Gouverneur der Nationalbank Dr. Pofpi»il. Zum Mitglied d«S ZrntrallchiedSorganS wurde u. a. Genosse Krejsky-Prag ernannt, der lomi: auch dem Geldbeirat al» Mitglied angehört. Zum Ersatzmann de- GrldbeirateS wurde u. a. Genosse Rudolf Fische r-Prag ernannt. Zentralbank deutscher Sparkassen. 22 MM Naehdreell verboten. LLS-» KARL UND DAS 20. JAHRHUNDERT B Roman von Rudolf Brunngraber Copyright by Socletlts*Verleg, Frankfurt an Main 1983 Auch könne ein moderner Krieg nicht läirger als einige Monate dauern. Kein Staat, l-äiten die Nationalökonomcn ausgerechnet, würde ihn länger bezahlen können; auch sei da» erst kürzlich, in der Einjährigenschulc, mit Bezug auf die weittragende moderne Artillerie und ihr« Brisanz oft genug diskutiert worden. Das alles leuchtete Karl ein. Noch mehr aber als diese tröstlichen Hinweise beeindruckte ihn der festliche Drang, der alle ergriffen hält«. Treitschkes Satz vom Krieg, der ein Gesundbrunnen des Volkes sei, schien sich erstaunlich zu bestätigen. Wenn Karl seinen eigenen Zustand daraufhin untersuchte, fand er sich wie durch ein Mirakel und nun erst zum Leben erwacht. Er fühlte sich um zehn Jahre reifer und zugleich voit einer siegfriedhaf- ten Jugendlichkeit. Wie rundnm plötzlich all« Pröblent« von gestern leicht wogen, so war auch von ihm der Druck gewichen. Mochte sich die Woge nur nicht wieder vcrlanfen. Tie Woge verlief sich nicht mehr. Der gewöhnliche Schulunterricht der Einjährigen des Festungsartillerieregiments wurde abgebrochen man unterwies sie nun auch im Wintdenverbin- den. Und nachts beim Wachtdienst hörten sie daunaufhörliche Rplleit der Lastzüge, die mit Mobilisierungsmaterial in das Arsenal cinliesen. Am ß. Juli umschrieb Franz Josef l. die Notwendigkeit, Serbien, fall» man den Balkan unter das initteieuropäilche Protektorat bringen wolle, als politischen Faktor auStilgen zu müssen, mit dein Sah: DqS Streben meiner Regierung muß von jcht ab auf die Isolierung und Verkleinerung Serbiens gerichtet sein, und Wilhelm II. hieb an den Rand eines Berichte» seine» Wiener Botschafters Tschirschkv, in dem dieser vom allgemeinen Wunsch der Oesterreicher sprach, mit Serbien endgültig abzurcchnen, die inhaltsschwer« Begutachtung: Jetzt oder nie! Am 22. Juli erzählte die Großfürstin Anastasia in Petersburg dem französischen Botschafter Paläologue, ihr Vater (der König von Montenegro) habe telegraphiert, vor Monatsende tverd« der Krieg ausbrcchen. Aus eigener Phailtasie fügte sie hinzu: von Testerreich wird nichts übrig bleiben, di« Franzosen werden Ellag-Lothringen zurücknehmen, Deutschland wird vernichtet werden. Tatsächlich mobilisierten am 25. Juki, noch ehe Oesterreich zu der Antwort Stellung genommen hatte, di« ihm auf lein Ultimatum von Serbien zugcgan- gen war, beide Staaten itnd am 26. wurde für dai ganze europäische Rußland die Krieg-Vorbereitung angeordnct. Am 28., dem Tag der Kriegserklärung Oesterreichs an Serbien, wurde Karl nach Krakau einwagaoniert. Er hatte Eichenlaub an der Kappe und Tränen der Cr- ichütterung in den Augen, als er dem kleinen Weib auf oem Perron zum letzten Mal zuwinkte. Der Bahnhof, von Blumen übcrregnct und von patriotischen Liedern durchdröhnt, war sonntäglich wie«ine Dnlt. Zur gleichen Zeit schlachtete 'n Aix-lcS-Bains, im Hotelzimmer eine» französischen Diplomaten, eine nackte Frau, di« Spionin „Gloria", einen,Hahn. Sie signalisierte, wahrend chr der Hahn die Arm« zerkratzt« und der Marquis sich in Wollust wand, mit ihrem Geschrei >hre Komplizen, die den alten Herrn dann al- offenbaren Lnstmörder abführen ließen, allerdings nicht ohne ihm vorher iin allgemeinen Wirbel feneS Papier auS dem Wcstenfutter ge- chnitten zu haben mit dem Italien Frankreich znficherte, daß c» die Bedingungen des Dreibundvertrages nicht als gegeben erachte. Während der deutschen Flott« erst„Sicherung" angeordnet tvar, bezog die britisch« graud fleci ihre Kriegs, stationen. Die Untersuchungen, ob der Krieg zu vermelden sei, konnten nicht zu Ende geführt werden; an ihre Stelle traten die durch den Mechanismus der Miiitärapparat« bedingten Entschlüsse. Am 1. August erklärt« Deutschland an Rußland den Krieg, am 3. an Frankreich und Belgien und am 4. erfolgt« die Kriegserklärung England- an Deutschland. Den 118 Millionen Menschen der Mittelmächte standen 258 Millionen der Alliierten gegenüber. Im Pekuniären waren da- 460 Milliarden Mark gegen 860 Milliarden, im Militärisch vorläufig 6 Millionen Soldaten gegen 10 Millionen. Dessenungeachtet stand Anfang September die Siebende deutsche Armee vor Epinai.di« Sechste vor Nancy, die Fünfte mit der Vierten fast im geschlossenen Kreis nm Verdun; die Dritte, die Zweite und die Erst« über Arras, AmienS und Meaux hinauslaufend, hatten die Marne überschritten und kämpften im Festungsbereich von Pari-. Allein es Ivar schneller gesiegt worden— bei Mülhausen und in Lothringen, bei Lüttich, Brüssel, Mon-, Sole-me» und Le Ca- teau, bei Sedan und im Argonnerwakd, bei Namur, Charlcroi, Saint Quentin. Dinant, Wißet, Rethel und Chalon-—, e» war schneller gesiegt worden, al- die-Heeresleitung mit ihren Anordnungen>md di« Transporte mit den Reserven und Materialien hatten nachkontme» können und im Osten waren di« Verbündeten hinter di« Weichsel und hinter Lemberg zurückgeworfen worden. Dadeutsch« Oberkommando zog Kräfte von Westen ab und dar österreichische stellt« seine Formationen zwischen Magierow und Stryj, in eiger von vornherein verlorenen Position, zum neuen Angriff. Hier wurde mit einer 12«Z«ntimeter- Äanonendivision auch der Kadett Karl Lakner eingesetzt. Bisher ivar er in Krakau Kommandant des Noheau-ZwisckenwerkS Kawivrh gewesen. Mit einem Gefühl der Beschämtheit. auf einem abgelegenen Platz Schanzarbeiten zu kommandieren, während durch den Bahnhof bereits die Verwundetentransporte rollten und Namen wie Krasnik und Komarow schon Ehrfurcht erweckenden Klang hatten. Wahrhaftig, Karl war wie jeder voll Ungeduld an den Feind zu kommen. Ihn beunruhigte daS Wort Kaiser Wilhelms, daß die-Heer«, wenn die Blätter fallen würden, wieder zu Hause wären. Und dann war Karl nicht derselbe geblieben. Der Kommiß mit seinen Strapazen hatte da» Animalisch« an ihm trainiert und aufgefüttert und der OffizierSrang hatte ihn vom Druck der pro- letarisihen Kindheit befreit. Zudem war beim Militär alles so zum Apparat gedrillt, daß sich jeder auf seinem Platz sicher fühlte; so stand es Karl zu, seinen Rang mit allen Jmpul'en seiner einniwzwanzig Jahre zu gettießen. Der Krieg hatte ihm überdies die Sorge um di« Mutter ab- genommen. Da auch der Vater seiner Charge wegen eingezogen worden war, wenngleich vorläufig nur zu einem Kader in Kaiser-Ebersdorf bet Wien, bezog daS kleine Weib den staatlichen Unterhaltsbeitrag. DaS waren bloß ein paar Kronen, doch mit Karls Gag«, die er fast unangetastet heimschickte, ergaben sie ein« Summe, wie sie seiner Mutter nie zur Perfügung gestanden hatte. Vor allem aber fiel die Belastung durch den Mann nun weg. Karl war überzeugt, leine Mutter hatte eS nie so gut gehabt wie in die'en Kriegslagen, und damit blieb auch für ihn nicht- zu wünsche» übrig. ES wär« denn das von der Stunde Gebotene gewesen: ein triumpyaler Ausgang deS Krieges und sein geziemender Anteil daran. Jenun, die Heeresleitung war im Begriff, ihn zumindest auf die Straße dahin zu stcl-. len. Sie letzte ihr« Festung-truppe in letzter Minute als schwer« Feldartilleri««tu. Der allgemeine Rückzug mußte aufgefangen werden. Für Karl begann das mit einer ägstündigen Bahnfahrt. In der zweiten Nacht, ht der sich der Zug dem Bereich Lembergs näherte, erhielten di« Offizier« unter dem heraufkommenden Rnmoren der Ärtillerieichlacht ihre Instruktionen. Auch Karl hört« da- drohende Ärom.., wrom, und er empfaick eS al- einen unerhört männlichen Ton. lFortsttzung folgt.) Nr. 88 Seite 8 Itlarliett la der EntährnngsfiMtion! Der mmstcrrai faßt eindeutige Desdiiusse. Das Chaos, dos die einzelnen Landesbehörden mit ihrem„Arbcitspflicht"-Erlassc angerichtet haben, machte eine neuerliche Stellungnahme der Regierung zu der Frage der Durchführung der Ernährungsaktion für Arbeitslose crsorderlich. Die Negierung hat,»vic wir erfahren, in einer vor einigen Tagen abgchaltenen Sitzung eine Entscheidung getroffen, die sich im Wesen>m Rah. men der Richtlinien des Fürsorgemin l st e r i u m S bewegt und ergänzende Wei- sungen hinsichtlich der Verwendung von Lebensmittelkarte» als Lohn für geleistete Arbeiten erläßt/ Der Sinn der bezüglichen Verfügungen geht dahin, daß die LebenSmitteluntveisungen nur jenenfallS als Teil des Lohnes verwendet werden dürfen, wenn es sich um Arbeiten handelt, die sich mindestens ans zwei bis drei Tage in der Woche erstrecken und daher eine zusätzlich« Honorierung der geleisteten Arbeit durch die Gemeinde ermöglichen. Wo dies nicht der Fall ist, ist jede Heranziehung der Lebensmittelkarten zur Bezahlung von Arbeiter» ausgeschlossen. Sie können also nicht zur Bezahlung verwendet werden, wenn die Arbeit nur einige Stunden des Tages andauert und lediglich zn dem Zwecke verlangt wird, um«in Aequivalent für die Gewährung der Lebensmittelkarten zu schaffen! Der Beschluß der Regierung erlegt den Be- zirksbchörden auf, sich im Einvernehmen mit den Gemeinde- und Bezirksausschüssen dahin zu bemühen, daß in jenen Gemeinden, in denen die Möglichkeit zur Durchführung von Notstandsarbeiten gegeben erscheint, die LebenSmittelanwei- sungen als teilweiser Ersatz dcS Lohnes benützt werden. Dies gilt aber, wie schon gesagt, nur für solche Gememdcarbeiten, welche mindestens zwei bis drei Tage der Woche umfassen, und selbstverständlich nur für jene Arbeitslose», welche an diesen Arbeiten beteiligt sind. Alle anderen Arbeitslosen müssen, soweit sie den bisherigen und unverändert in Kraft bleibenden Richtlinien entsprechen, auch weiterhin die Lebensmittelkarten erhalten. Eine Lebensmittelkarte wird als Gegenleistung für eine vierstündige Arbeit betrachtet, wobei die Gemeinde für darüber hinauSoehende Arbeitsleistungen aus eigenem aufzukommen hat. In den Weisungen, die seitens dcS Ministeriums für soziale Fürsorge auf Grund dieses Beschlusses ergangen sind, wird ausdrücklich gefordert, daß dem Ministerium gemeldet wird, mit welchem Teile die Gemeinden an der Entlohnung der Arbeiten partizipieren.■' Aus dem Vorstehenden ergibt sich mit aller Deutlichkeit, daß alle von den Landesbehörden und ihren Unterstellen ergangenen gegenteiligen Weisungen einfach im Wi d e r s P r u ch c zu den Beschlüssen der Regierung und den Instruktionen des Fürsorgeministeriums stehen. Bezeichnend fü das Dazwischentreten der Landesbehorden ist, daß ganz konforme Verfügungen nicht nur für alle Bezirke Böhmens, sondern auch für Mähren-Schlesien, die Slowakei und Karpathorußland erlassen wurden, welcher Umstand Wohl zur Genüge anfzeigt, daß cs sich hier nicht um spontane Maßnahme» der einzelnen Landesbehörden Han- dein kann, sondern um Veranlassungen, die von höherer Stelle getroffen wurde»! Daß damit nur die gegenteilige Wirkung erzielt und Agitationsstoff für kommunistische und hakenkreuzlerische Treibereien geschaffen wurde, wird den Initiatoren dieser Erlässe angesichts des Widerstandes der Arbeitslosen gegen die Maßnahmen der Landesbchörden nicht entgangen sein! Defraudation beim Heilfonds der öffentliche» Bediensteten. Zu den Nachrichten einiger TagcS- Zeitungen über diese Angelegenheit erhalten wir vom Vorstande des Heilfonds folgende Aufklärung: Bei den Bilanzarbeiten wurden einige Unstimmigkeiten fcstgcstcllt, die auf die Spur eines raffinierten Betruges führten, weshalb der Buchhaltungsbeamte des HcilfondS K. Rakovec verhaftet wurde. Dieter Be. amte war weder Oberbuchhalter noch Kassier, sondern auf einem untergeordneten Posten beschäftigt. Dies« Manipulationen vollführte der Täter schon leit längerer Zeit, und zwar auf eine derart raffinier e Weise, daß sie bei normaler Kontrolle nicht festgestellt werden konnten. Die Spur der Malver^ationen wurde am Montag, den 3. d. M., nachmittag entdeckt. Sofort nach dieser Entdeckung, wurde das Polizcikom- missariat um Entsendung eines De cktivs ersilcht. Trotzdem gegen den Genannten ein starker Verdacht bestano, genügte dies nicht zu seiner Verhaftung. Daher ist die Bchauptuna nicht richtig, daß seine Verhaftung nicht auf Verlangen des Vorstandes erfolgt ist Sein- Verbaftuna erlolatr am zwei en Tage, nachdem noch weiteres Belastungsmaterial fcstaestcllt und nachdem bei der Polizeidirektion im Verbrecheralbum seine Photographie vorgefunden wurde. Die Vehauvtung, daß der verhaftete Beamt« ein besonderes Vertrauen de» Vorstandes deS Heilfonds genoß ist nicht richtig. Er trat vor vier Jahren in die Dienste des Heilfonds auf Grund guter Zeugnisse. Außer- dem legte er auch ein SittenzengniS vor. das vom Gemeindeamt'einer HeimatSgcmeinde ausgestellt war. Nachdem die Untersuchung noch nicht.beendet ist, können keine Einzelheiten über die Malver- fation angeführt werden, da dadurch das Resultat der Untersuchung bedroht wäre. Freitag, 7. April 1888 nckhsdaMMc SA NciisdicnjQgd In Nordböhmcn. In der Nacht auf Mittwoch staben in Kreibist reichSveutsche Nazis den von LeuterSvorf t. Sa. über Vie Grenze geflüchteten Kommunisten Richard Martin, der sich bei feinem Gesinnungsfreunde Kügler in Kreibist aufhielt, nachts a»»gehoben und in einem'Auto mit fortgenommen. Nach den vorliegenden vorläufigen Nachrichten kommen als Räuber vier reichsveutfche Nazis in Frage, denen auf die Angabe hin, sie feien verfolgte Flüchtlinge und brauchen Öuartier in das betreffende Hau» und schliesslich i» die Wohnung Alfred Küglers gelangt sind, wo sie dann den reichsdeutschen Flüchtling uuter der steten Drohnng urit dem Revolver zu einem, unweit des Gasthauses„Zum Lamm- stehenden Auto brachten und ihn darin entführten. Als Verräter des Martin und.Helfer der TA kommt Anton Richter jun. aus Kreibist in Frage, der am Montag bei Kägler, am Dienstag darauf in Tachfen gewesen ist, dort wohl die Sache mit der TA arrangiert und als Führer gedient hat. Mittwoch wurden von der Gendarmerie bei verschiedenen Kreibister Kaken- krenzlern Hausdurchsuchungen abgehalten, gegen Abend Vie zahlreich am Markt versammelten nationalsozialistisch eingestellten Kreibister auseinandergetrieben. Wi« werden auf den Fall, der von der Behörde mit aller Energie verfolgt, noch znrückkommen, sobald wir eigene Informationen eingeholt haben werden. Achtung, Mörder gehen nm! Za dem nebenan auf die Rotter. Schon heute steht fest, daß zwischen dem Versuch, die Fauulie Rotter zu entführen und dem Fememord in Tirol eine inner« Verbindung besteht. Beide Aktionen der Hakenkreuzler gehören zu einem planmäßig vorbereiteten und zweifellos von einer zentralen Stelle dirigierten System, dessen Zweck eS ist, unbequeme Menschen im Ausland au« dem Wege zu räumen. Bel dem Attentat in Liechtenstein spielt auch die für di« Moral drr Hakenkreuzler charakteristisch« Tatsache«ine Rolle, daß aus di« Ergreisung der Brüder Rotter«ine Belohnung von 50.000 Mark gesetzt war. Wenn man sich erinnert, daß vor wenigen Tagen auf den Chefredakteur der sozialdemokratischen Saarbrückener„Volksstimme", Genossen Max Brann, eine Kopfprämie von mehreren tausend Mark ausgeschrieben wurde und daß nach übereinstimmenden Berichten in allen an Deutsch, land grenzenden Staaten ein Retz von Spitzeln und Spionen zur Üeberwachung und Verfolgung der Flüchtling« organisiert wird, kann man fast mit Sicherheit erwarten, daß den Verbrechen der letzten beide« Tag« weitere Folgen werden. Unsere Behörden wkrden gut daran tnn, rechtzeitig all« Maßnahmen gegen den organisierten Hakenkrenzmord zu treffen. Die Arbeiterschaft in den Grenzgebieten wird selbst wissen, wa» sie zu tnn hat, wenn ihr Agenten der Mörderzentrale von jenseits der Grenze in die Hände fallen! In die Falle gelodet! Berlin, 6. April. Ter„Vossischcn Zeitung" zufolge soll der Besitzer des Kurhauses„G a f- lein" in Triescnberg, S ch ä d l e r, die Brüder Rotter und ihre Begleitung zu einer Besichtigung des Kur Hotels e i ng el rede n und mit dem Auto in Vaduz abgeholt haben. Als sie dort angckommen seien, hätten sich lieben junge Leut« auf die Rollers gestürzt. In dem sich entspinnendcn Handgemenge sei es Fritz Rotter gelungen zu entfliehen. Schadlcr habe ihn jedoch eingeholt und aufgefordert, nach Vaduz zurückzukehren. Tie anderen seien ebenfalls in Sicher- heil. Fritz Rotter habe dann das Auto bestiegen, das in raschestem Tempo talwärts gefahren sei. Als er den Fahrer auffordcrte, zu halten, damit er die Polizei benachrichtigen könne, sei das Tempo noch verschärft worden. Darauf sei Fritz Rotter aus dem A u r o gesprungen und habe sich dabei einen Achselbruch zugezogen. Alfred Rotter und seine Frau wurden abends tot in einem ausgelrockneten' Wildbach bei Tric- scnbcrg aufgefnndcn. Fran Wolf, die blutüberströmt mit zerrissenen Kleidern nach Vaduz transportiert wurde, mußte- sofort in äritlilbc Behandlung gehen. Es soll sich bei dem Wagen um einen deutschen Wagen mit bad'scher Polizeinummer handeln. DaS Auto mit den Attentätern wurde vom Gendarmerieposten in Götzis(Vorarlbera) angehalten. Bei der Duribsnibunq stellt« sich heraus, daß seine Insassen fünf Badener und «in Liechtensteinischer Hochschüler waren. Sie hatten eine Giftspritze, sieben Chlorosormvhiolen und zwei GaS« p i st o l e n bei sich. Paris, 6. April. Der Ministerpräsident skiz- zlerte bei der Beratung des Budgets in knapper Form die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und di« Bestrebungen zu deren Beseitigung. Hiezu gehört seiner Meinung nach auch der Plan Mussolinis. Frankreich muß, ruft Daladier aus, an einer positiven und schöpferischen Politik festhalten. Es Handl« sich keineswegs darum, irgendeinem Direktorium der Großmächte zuzustimmen, das seinen Willen der übrigen Welt aufzwingen würde lBeifall im ganzen Hause), eS Handl« sich nicht um irgendeine neu« Gemeinschaft, dir über die Revision der Territorien der Kleineren oder Größeren und über die Aenderung drr Grenzen entscheiden würde. Ein derartiger Versuch würde auf den traditionellen französischen Gedanken der Gleichheit der Nationen stoßen. Drr neue Pakt muß notgedrungen, wenn er nutzbringend lein soll, die logische Folge der Be- strrbnnqen für friedliche Taten sein und sich damit dem Bö'kerbnndpakt anschließen. und zwar dem ganzen Pakt, nicht einem zerstückelten» sowl- dem Brianü- Kelloga'chen nnd dem Locarnopakt. Alle Idirs« Pakt« und ihr« Verpflichtungen bestehen noch. Der Gendarmrrieposten verhaftet« die sechs Männer und überstellt« sie dem Landesgericht Feldkirch. Di« Festgrnommenen erklärten bei ihrer Vernehmung, daß sie keinen FeuerUbrrfall, sondern nur einen Tränengasangriff „ans vaterländischen Gründen" versucht hätten. Die Gaspistolen hätten aber bei dem Angrif versagt. Feuerwaffen wurden tatsächlich bei ihnen nicht gesunden. Die Festgenommenen hielte« sich in letzter Zeit zu ihrer beruflichen Ausbildung in Konstanz auf. Bis jetzt sind fünf Reichsdeutsche und vier licchtenstcinschc Staatsbürger in Haf genommen worden. Die im Gefängnis von Vaduz in Haft befindlichen Täter sind der 25 Jahre al'e Chauffeur Frommelt und der Sohn 2>-S Hotelbesitzers Schädlcr. beide Licchtensteinscher Staatsangehörigkeit. In Feldkirch befinden sich in Haft: Peter Neinberger, ein Liechtensteiner, der in einer Lehranstalt in Konstanz studierte, ferner die Ncichsdentschcn P r c h aus Gernsbach in Baden, der Hilfsarbeiter Wieser auS Baden und der Chauffeur Max Witt, drr das Auto der Täter lenkte, bayrischer Staatsangehöriger, der Tischler Lehmat aus Baden und der arbeitslose Hilfsarbeiter Trometer ans Württemberg. Unter den reichsdentfchen Tätern soll sich weiter» auch ein deutscher Sclzauspielcr befinden. jRci^sfnWzqirasMen* Esser In SOiuvzhatt. Euskirchen. 6. April. Auf Anordnung des Regierungspräsidenten in Köln wurde heute vormittag Reichstaasvizepräsidcnt Esser in Euskirchen in Schutzhaft genommen und zur Untersuchung der Angelegenheit bei der Kölner Handwerkskammer nach Köln g-brack" Wir können Abkommen nicht ignorieren, an denen alle vorhergehende» Regierungen mitarbeitetrn. Die Zusammenarbeit aller vier großen Mächte toird fruchtbar sein, wenn sie nicht auf den Bruch dieser Pakte, sondern gerade für deren Inkrafttreten gerichtet sein wird. Bei der Debatte über die Außenpolitik in der heutigen Sitzung drr Kammer rief dir Rede deS sozialistischen Deputierten Blum besondere Aufmerksamkeit hervor. Schon der erste Vorschlag de» MussolinlPakteS, führte Redner aus, war für die französischen Sozialisten unannehmbar. Die Sozialisten wenden sich gegen jede Suprematie der großen Staaten Uber die kleinen Staaten. Die Notwendigkeit des Tages ist jedoch, Deutschland und die Welt am weiteren Rüsten zu verhindern. Das läßt sich nur durch entsprechende Organisierung der Abrüstungskonferenz im Geiste der bekannten sozialistischen Forderungen erzielen. Die Sozialisten wollen das Scheitern drr allgemeinen Abrüstungskonferenz verhindern. Auch eine spontane Revision der FriedenSverträ"-'">d«ine Grc»»8nd-cnnq halten sie al» verderblich für Europa und den Weltfrieden. Eine FalsdimeliliingszenM? Ter von der„Bohemia" zur Lüge umgefälschte Irrtum des Genosse» Fritz'Adler über die angeblichen Meldungen einer Prager Nachrichtenstelle wird von der gesamten sudeten- deuitschen Bürgcrprcsfc in der von der„Bo- hemm" servierten Form weitergrgeben. Wir erklären daher nochmals: t. Die Nachricht über die Ermordung B ö ch r l S ist von keiner Prager Nachrichtenstelle auSgegeben worden, sondern wurde zuerst vom „Sozialdemokrat" gebracht, der den übrigens erklärlichen— Irrtum sofort berichtigte. 2. Dir Meldungen über di« Vorgänge in Spandau erschienen zuerst in einer Wiener bürgerlichen Zeitung nnd wurden weder vom „Sozialdemokrat", noch von einer Prager Nachrichtenzentrale übernommen. Der Irrtum Adlers ist also in beiden Fällen nachgcwicscn. Was unsere Bürgerpresse nicht hindern wird, sich auch weiterhin lügend hinter ihm zu verstecke». Das Ministerverantwortlichkeilsgesctz im Ausschuß. Der verfassungsrechtliche Ausschuß des Abgeordnetenhauses beschäftigte sich gestern mit dem berei s viele Jahre alten Senatsbeschluß;um Regierungsentwurf über die Strafverfolgung des Präsidenten der Republik und der Mitglieder der Regierung, das ist also mit dem sogenannten „Ministcrverauttvortlichkeitögesctz". Rach dem Referat des Abgeordneten Dr.(lern v wurde die Generaldebatte eröffnet; nach der Rede des Kommunisten ö! 5 tka wurde die Sitzung abgebrochen. OeSen nie Versiaattl hanat, der weiß, wie verschicden der Pestgeruch deS„Dritten Reiches hierzulande gewirkt hat. Und weiß auch, wie sich bei uns, wie überall auf der Erde die unüberbrückbare Kluft geöffnet hat zwischen den unbelehrbaren Kreisen einer untcrgchenden Bürgcrwclt und den aufstrebende» Massen des Proletariates. Hiller und der tsdiedtisdie Spießbürger. Dem marxistisch ungeschulten Beobachter mußte der offenbare Irrsinn ins Auge fallen, daß der Erzvcrtreter des„e r b f c i n d l i ch c n Germanentums", Adolf Hitler, bei den tschechischen Spießern geradezu begeisterte Ausnahme gefunden hat.„Einen H i tl e r b ra u- ch c n wir..." Diese Redensart habe ich hundertemal gcchört. In Gesprächen mit Gewerbetreibenden, Advokaten, Acrzten und sonstigen „Intelligenzlern" und.tzalbintelligenzlcrn. Wollte man zufammenftellen, N>aS da an Erwartungen von einem solchen nationalistischen Messias hitler- scher Prägung und tschechischer Ausgabe geäußert wurde, so würde man den Autor einer solchen Aufstellung unfehlbar der gröbsten Uebcrtreibung zeihen. Ermäßigung oder gar Abschaffung(!) aller Steuern, dabei Erhöhung der Staatüein- WWWMWlMWWMMMMWWMMllMMWMWlWWWMll T agesneuigkeiten Das Schicksal Pros. Theodor Lesflugs DaS„Prager Taoblatt" veröffentlicht sol- acnde Erklärung des bekannten Professors Dr. Theodor Lefling: Nachdem in der Nacht vom 5. zum 6. März meine Wohnung in Hannover üocrfallen llnd durch Ausgießcn stinkender und beizender Tieröle zum Bewohnen unmöglich- gemacht worden war, wurde auch die Volkshochschule der Stadt Hannover, welche meine Frau und ich unserer.Heimatstadt geschaffen hallen und die von meiner Frau durch 14 Jahre geleitet wurde, ihr rlötzlich genommen. Sie Velber wurde fristlos ohne Entgelt entlassen. Nunmehr läßt das Mini- tcrium für„Wissenschaft, Kunst und Volksbildung" mir die Mitteilung zugehen, daß ich j e d e r Leyrerlaubnis in Deutschland verlustig bin und daß— nach 25 Jahren Dienstzeit— auch mein vertragsmäßig lebenslänglich zugcsichcrtes kleines Gehalt mir genommen wurde. Darüber hinaus fordert der Staat dir Rückzahlung der schon für April ausgezahl- tcn Rate. Die„Acron" unauffindbar. New Aork, 6. April. An der Stelle, wo Montag das Luftschiff„Acron" während eines heftigen Sturmes an der Küste von New Jersey verunglückte. kreuzten gestern nicht weniger als fünf Kriegsschiffe, 13 Küstenwachtschiffe und 30 Flugzeuge, um in einem Umkreis von etwa 100 Ouadratmeilen nach den Leichen der BcsahnngS- mitglieder zu suchen. ES darf als wahrscheinlich angenommen werden, daß das Wrack des Luftschiffes die Mehrzahl der 71 Vermißten birgt. Die Suche ist bisher ergebnislos gewesen. Parlier Studenten ftrelten. Wegen Sperrung der Aufnahme in de« Staatsdienst. Paris, ö. April. Die Studenten der Rechts- und philosophischen Fakultät beschlossen heute, zum Zeichen des Protestes in den S t r c i k tu gehen und dagegen z>» demonstrieren, daß die Regierung bisher keine Maßnahme» ausgearbei- tct hat, um den Heuer absolvierenden Studenten den Eintritt in die Staatsdienste zu ermöglichen.(Finanzministcr C h e r o n hat durch Dekret für das Jahr 1933 Neuaufnahmen untersagt). Tas Unterrichtsministerium entschloß sich für die Schließung der Universitäten, falls der Streik weiter um sich greifen sollte. Den Delegierten des Allstudentenverbandcs wurde leitens lles Unter- richtsininisters die Zusicherung gegeben, aus die zitständigen Ministerien dahin einzuwirken, wenigstens die teilweise Aufnahme neuer Kräfte, insbesondere in die Schuldienste, zu ermöglichen. Im Zusammenhang mit diesem Studentenstreik ereigneten sich heute im Quartier Latin zwischen streikenden und nichtstreikenden Studenten Zusammen st äße. Die Polizei hat den Vorhof der Universität geräumt. Mehrere Personen wurden verhaftet. Man rechnet damit, daß »ahmen, Beseitigung der„Soziallasten" und der Arbeitslosenunterstützung unter gleichzeitiger Beseitigung der Arbeitslosigkeit überhaupt, Ausrottung aller Teutsck)«n, aller Juden, aller Kirchen, aller Freidenker, aller Banken, aller Sozialisten, der Steucrämtcr, der hohen Preise, deS schlechten Absatzes u. a. m.... mit einem Wort,,alles Ucbcls auf Erden! Dies ist der mit keinent' Wort übertriebene Niederschlag aus Hunderten direkt geführter oder im Bierdunst diverser Spießcrlokalc erlauschter Gespräche. -Kurz— die irrsinnige Flucht einer von der panischen Furcht vor der Realität gejagten untergehenden Kleinbürgcrschichtc in die Gebiete einer phantastischen Romantik, Und die Arbeiter. Eine andere Welt öffnet sich unS, wenn wir uns zu den tschechischen Arbeitern begeben. Man gehe in die Betriebe und Baustellen, in die Arbeitersiedlungen und B o l k S hä u s e r— man fühlt überall die unbesiegbare, internationale, weltumspannende Solidarität der arbeitenden Klasic. Mögen gewisse Zeitungen versuchen, ihr abgestandenes Parteisüppchen an dem Unglück de» reichsdcutfchen Proletariats aufzuwärmen! Das Proletariat»narschiert! Bei drei Versammlungen der fasei- stischen Unternehmers Stkibrny l)at die Arbeiterschaft ihr Wort gesprochen. In R u s l c konnte ich dabei sein. Ohne Auftrag, ohne Agitation, ganz spontan stellten sich die Arbeiter und die sozialistischen Studenten ein. Ein alter Genosse, ein Maurerpolier zog mich mit.„Heute will der ... sprechen." ES ging nicht sanft her. Aber Arbeitcrsäuste, unbcwchrtc Arbeitcrfäuste, wur- den bald Herr über die Boxer und Gummiknüttcl der fascistischen„O r d n e r". Und in dem Saal, wo die nationalen Phrasen erklingen sollten, erdröhnte die„Internationale". Natürlich griff die Polizei ein und stellte die gar nicht mehr gestörte„Ordnung" her. Tic hiesige Arbeiterschaft hat voll bcgriftcn, worum cs geht. Sic hat die fasristischen Drahtzieher nicht im Zweifel gclasien, daß sie auf dem Posten ist. Bg. iiiiiiiiiiiniiiiiHiiiiiiiiniiiiiiuiiiuiiiiiiiiiimiintiNiHiiiiHnuiHUHniiuiiuninHiDHiiimniininiiiiun die Universität bis zu den Osterfeiertagcn geschlossen werden wird. Bier! Mer! E«d« der Prohibition. N e w P o r k, 6. April. Ta»„trockene" Regime wird heute Mitternacht in 19 Staate» zu End« gehen. In den meisten Städten wird>» Hotels, Restaurant» und Klnb» um Mitternacht Bier anSgrschenkt. Sine Ausnahme macht New Hork, wo di« Wirte beschlossen haben, vor morgen 8 Uhr früh kein Bier auSzulchenken, um Ausschreitungen zu verhindern, die dem„nassen" Regime nur schaden könnten. * Sri für die.Raffen". Milwaukee, 6. April. Der Staat Wisconsin, in dem seit 14 Jahren jeder Bezirk „trocken" gewählt hat, hat bei Yen Dienstag vorgcnommenen Wahlen eine Sästvenkung vorgenommen und l>at derart„n a ß" gewählt, daß es sogar diejenigen überrascht hat, die keine Anhänger der Prohibition sind. Seit dem Jahre 1919, in dem der Staat llas Prohibitionsgcsch ratifizierte, haben die gestrige» Wahlen zum erstenmal das entgegengesetzte Bild gezeigt. Die Wähler haben nämlich annähernd im Verhältnis von ü: 1 zu Gunsten der Aufhebung der Prohibitionsbestimmungcn gestimmt. Im Staate Michigan wurden die Wahlen erneu Tag vorher vorgenommen; sie fielen aber nicht so„naß" wie bei dem Nachbarstaat« aus. Der schiefe Turm von Pisa erhalt«ine„Zementinjektion". Mit einer der interessantesten Bauerhal- tuugsarbcit wurde dieser Tage in Pisa begonnen, nämlich mit der sogcnannten Zementinjck- tion deS schiefen Turmes. Das Problem der Neigung des Turmes ist nach Ansicht der Techniker genau so alt wie der Turm selbst, denn die Neigung setzte gleich nach dem Aufbau ein und hat dann in den nachfolgenden Jahrhunderten angedaucrt, ohne daß man sich genau über den Grad derselben unterrichten konnte. Während der Jahre 1817 bis 1911 betrug die Neigung zur AbwcickplNg jährlich zwei Millimeter. später bloß einen Millimeter jährlich. Im Jahre 1913 entstand ein unberechtigter Alarm, als cs einigen Bewohnern schien, daß dir Neigung zunchmr, was sich jedoch ass nicht richtig erwies. Besondere Fachkommissionen konnten jedoch sichcrstellcn, daß statisch der Turmbau auch weiter unsicher erscheint. Die neue Tcchnikerkommission konnte im Laufe von vier Jahren experimentell feststellcn, daß es möglich ist, mittels eigens durchgeführter Zc- mentinjcktionen in den Grundbodcn das Terrain wesentlich zu verbessern. Auf Grund dieser Erfahrungen soll nunmehr die Einfühnnig von Zementröhren aus der ganzen Grundbasis des Turmes durck-gefiihrt werden. DcSl)alb wurde in diesen Tagen der Turnt abgeschlossen und das Tor zum Glockengehäufe gesperrt. Um während der„Injektionsarbeiten" dennoch den Besuch des- berühmten Turmes zu ermöglichen, ist seitwärts ei» eigenes Stiegenhaus errichtet worden, Vom Randhmk Empfehlenswertes au» ven Programmen. Samstag. Prag: 8.16 Gymnastik. 11.00 Schallplatte». 18.26 Tcu tfchc Sendung: Heimatkunst. 20.00 Bun ter Abend.— Brünn: 12.30 Orchesterkonze«. 18.25 Deutsch« Sendung: Heitere Lieder.— Mühlacker: 17.00 Aus älteren Operetten.— Königsberg: 16.00 Orchesterkonzert— Longenberg: 20.00 Lieder zur Laute.— München: 18.66 Gitarrcickonzrrt.— Wien: 18.50 Aktuelle Stunde. 20.00 Alt« und neu« Musik auf ztvei Superpianos. 20.36 Opernphanta- sie». 21.00 Opernübertragung aus Italien. das gestattet, die Einzelctagon zu besichtigen. Wenn auch rein« unmittelbare Gefahr droht, so wollte man dennoch auf Anraten der Techniker die Arbeiten durchfuhren, da die in der Gegend häufig auftrctenden Erdbewegungen Einfluß auf die Statik des alten Monuments haben könnten. A«» Unvorffchttgrett sei«« Ara« erschaffe«. Bor dem Strafsenat« des Kreisgerichtes in Ungarisch-Hradisth verantwortete sich der 27- jährig« Franz Sonina aus Luisice bei Hodo- nin, der durch unvorsichtiges Hantieren mit einer Schußwaffe den Tod feiner Frau verschuldete. 8a Sina hatte sich von seinem Freunde ein Flobertgewehr aus- gclichcn, nm seinen Hund zu erschießen. Damit niemand sechc, daß er ein Gewehr trage, versteckte er den Schaft in der Hose und den Lauf in einen Rockärmcl. Unglücklicherweise war das Flobertgewehr geladen und als SaSina den Lauf ans dem Aermel zog, löste sich ein Schuß und die Kugel traf feine Frau, als sic gerade über dem Kinderwagen gebeugt stand. Frau 8 aSinovä war sofort tot. satiina wurde zu sechs Wochen Kerkers verurteilt. Ausreise» Sichtvermerk für reichsdrntsche Staatsbürger. Die deutsche Gesandtschaft in Prag teilt nrit:„Deutsche Reichsangehörige(mir Ausnahme von Kindern unter 18 Jahren) benötigen ab 4. April für die Ausreise aus Deutschland_ eines Sichtvermerks. Deutsche Reichsanaehörige mit Wohnsitz oder dauerndem Aufenthalt in der Tschechoslowakischen Republik können diesen Ausreiscsichtvcrmerk von den zuständigen deutschen Paßstellen(Gesandtschaft Prag, Konsulate in Brüim, Reichenbcrg, Preßburg, Kascha») auch vor der Einreise nach Deutschland erhalten. Der Sichtvermerk wird für einmalige Ausreise mit einmonatiger Dauer, für mehrmalige Ausreise höchstens für die Tauer von sechs Monäten ausgestellt. Ein vjtzchen mas er... Zwei oder drei Tage nach der Reichstagswahl traf ich am Bahnhof Börse eine marschierende SA-Abteilung, die von einer festlich aufgeregten Menge begleitet wurde.„Sie wollen die Börse schließen", schreit mir em Bekannter zu, den ich in der Menge erwische. Donnerwetter! DaS muß ja eine großartige Sensation werden! DaS muß man mitcrlebl haben! Ich faffe Posten auf der Brücke, die von der Burgstraßr nach dem Lustgarten hinüberführt. Bon hier aus kann ich die Eingänge der Börse genau übersehen. Und ich brauche auch nicht zu befürchten, daß mir einer der hcrauSspritzcndcn Börsianer gleich gegen die Füße fliegt, denn zwischen mir und der Börse ist ein gutes Stück Spreewosser. 'Aber hrrauSspritzen werden sie, die Bär- sianer, die Bank- und Börsenfürsten. Jetzt ist Schluß mit dem Schacher! Jetzt wird aufgeräumt mit dem„arbeit--, und mühelosen Einkommen."'Alle Leute, die um mich hcrumstehen, sagen es. Und cs sind Sachverständige unter ihnen, die cs genau wissen müssen. Sachverständige dieser Branche tragen in der Regel ein Hakenkreuz im Knopfloch. Inzwischen hat die SA-Abteilung am Börseneingang Aufstellung genommen. Bier oder fünf starke Männer aus der Spitze der Abteilung schreiten mit schnellen Schritten die Stufen zur Börst, empor und verschwinden im Innern. Di« Spannung um mich herum ist auf den Siedepunkt gestiegen. Gleich werden wir von diesen„elenden Parasiten" befreit sein! Befreit durch Hitler, durch Hitlers unvergleichliche: SA. Gleich gleich werden wir alle das Horst- Wcssel-Lied singen! Aber,— cs spritzt nicht... Der Mechanismus scheint nicht zu fumtionieren. Ob eine Störung..., vielleicht wehren sie sich, die elcn- den Halunken,... vielleicht...! Aber da geht cs los. Auf dem Dach nämlich. Man sieht einen braunen Herrn auf dem Dach hcrumturncn, ein« Fahne wird aus einer Luke nachgcreicht, und schon flattert das Hakcn- kreuzbanner über diestr Statte des„jüdischen Schachers." Recht so! Daran halben wir natürlich nicht gedacht. Man muß stine Farbe zeigen. In diesem Zeichen werden wir daS„raffende Kapital" beseitigen. Wir warten weiter. Wir haben sogar sehr lange gewartet. Und als schließlich die SA-Ab- tcilung wieder abmarschicrte, und als ich da ganz fassungslos einen der Herren Sachverständigen fragen wollt«, da war ich allein. Aber gespritzt?? Rein gespritzt hat es gar nicht! F r i k u. Nr. 88 Fresfag, 7.«prll 1983 tttt 5 M u« elmUcher Fund. " Bratislava, 0. April, Heute vormittags wurde ttt einem Weinberg unweit des Gasthauses Bal- Lek der Kops und der HalS einer unbekannten Frau gesunden. Die Haare sind braun. Der Kopf war längere Zeit, etwa 1ä Zentimeter tief, vergraben; die Identität der Frau konnte nicht festgestellt werden. Gorillas als Sdiarlriditer.! Assen erwürgen Verbrecher.— Noch 3000 Gorillasamilicn in Afrika. Der berühmte Loweniäger Felton, der in den Urwäldern Afrikas und Indiens gejagt hat, erzählt von seinen aufregenden Jagdcrlebnissen und den ungewöhnlichen Ereignissen, di« er mitten in der Wildnis miterlebt bat. Besonders eigenartig ist seine Erzählung von der Sitte einiger afrikanischer Stämme, Verbrecher, mit denen sie nichts mehr anfangen können,. in die Wildnis zu treioen. damit sie dort von den Gorillas erwürgt und getötet tverdcn. Tas geschieht aber nur bei solchen Perlon«», die der Stamm für rettungslos verlorene Schurken ansieht. Felton selber hat miterlebt, wir diese grausame Strafe an einem StammeSangehörigen voll- zogen wurde. Dieser Mann hatte der Frau emeS andern nachgestellt und war von ihr abgewiesen worden. Da er aber seine Werbungen nicht einstellte, sondern sie weiter mit seiner Liebe verfolgte, hatte er schließlich Erfolg. Aber man kam ihm auf die Spur und verurteilte ihn zum Tode, da auf Ehebruch dort der Tod steht. Ta ober in jenen Gebieten eigentlich nur nach dem Geich der weißen Oberherren Recht gesprochen werden darf, durste die Hinrichtung nicht öffentlich vollzogen werden, sondern man bebte den Bernrteil- ten in di« Wildnis, wo die Gorillas bansten, und zwar wurde der Schuldige von einer kleinen Gruppe von Eingeborenen dorthin geleitet. Als die ersten Gorilla» sichtbar wurden, begannen die Eingeborenen die Tronimeln zii schlagen und«in gellende» Geheul auSzustoßen, um die Gorillas wild zu machen. Bald antworteten diese mit lautem Gekreisch, und einer von ihnen,«in Riese von Gestalt, ging zum Angriff über. Ta warfen die Eingeborenen den Verurteilten in das Unterholz, in Reichweite des ungeheuren Gorillas, der auf einen Baum gesprungen war. Don dort griff er mit seinen Tatzen nach ihm und erwürgte ihn mit einem einzigen Griff. Die Eingeborenen flüchteten so schnell sie konnten. Die Leiche des Hingerichteten aber bleibt im Urwald liegen. Am allgemeinen weiß man von den Gorillas, daß sie Menschen nicht gefährlich sind, wenn sic nicht gereizt werden. Einig« Jäger haben bc- hauplet, daß eS in Franwskich-Wcstafrika ein« Art Gorillas.gäbe, die Menschen fräßen, aber da» dürfte eine unbewiesene Legende sein, denn«S ist sestgestellt, daß di« Riesentier« hauptsächlich von BambuSschößlingen und'wildem Selleri« leben, also ausgesprochen« Vegetarier sind. Ter Vesamtbestatid an Gorillas in ganz Afrika wird auf weniger alS 3000 geschätzt, deshalb bat die belgische Regierung bereits ein.- Art Gorilla,Schutzpark angelegt. Zn Britilch-West- afrika werden bisweilen groß« Gorilla-Jagden veranstaltet, da die Eingeborenen das Gorilla- Flcich gern essen; einmal wurden an einem einzigen Tag elf Gorillas getötet. Im Juli aber wurde ein junger Jäger von einem Gorilla io schrecklich zugerichiet. daß dies« Gorillajagden einstweilen verboten sind und man ohne den Gorillabraten auSkommcn muß. Im Kongogebiet sind die Eingeborenen meist zu furchtsam, um auf Gorillas Jagd zu machen, hier sind eS allenfalls die Z>vergvölk«r, di« ein« Gorillajagd unternehmen. Besonders weiß einer ihrer Häuptling«. Sultani KaSciula. mit den Gorillas Bescheid. Man kann ihn als den groß- ten Gorillakcnner Afrikas bezeichnen. Er ist etwa einen Meter zwanzig groß und ein Häuntling d:S Pambuti-Zwergvolkcs. Er kennt alle Wege, die die Gorillas gehen und ihre Plätze, an denen sie sich aufhalten. Martin Restle. bl« äsu» Spradie in Amerika. ... wäre beinahe Amtssprache geworden.— Di« bedeutsamste Parlamentsabstimmung aller Zeiten. Am 4. Juli 1778 tra« in Philadelphia, der ersten a»ieritanisck)«n Bundeshauptstadt, der ioge- nannle Konkinentalkongreß zusammen, der von Vertretern der 13 englischen Kolonien beschick! wurde, die ieit Ende des Jahre 1773 im Kanrpf mir dem britischen Mutterland lagen und völlige Unabhäugigkeir erstrebten, bis sie dann auch nach zehnjährigen» wechselvollem Kamps durch den Frieden von Versailles endgültig erreicht wurde. Ter Kontinentalkoitgrcß vom Jahre 1770 batte die Hauptaufgabe, die Unabhängigkeit offiziell zu proklamieren, was durch einen einstimmi- c-n Beschluß bewerkstelligt wurde. Tiefer Kongreß, der Vorläufer des i«higen Parlaments der Bereinigten Staaten hatte aber auch noch andere Ausgaben zu erfüllen, die mit den» Kamps gegen England zuiammenhingen. So beschloß er. daß in allen Schulen der 13 Kolonie»» c.ne gründliche Reform zugunsten der Pflege d«S Freiheitsgcdanken durchgeführt werd«»» solle! Er verfügte ferner die Bedingung aller Denkmäler bedeutender Engländer. w''e bei,» überhaupt seine Beschlüsse dokumentieren, daß die abtrünnigen Kolonien, von enrem tödlichen Haß gegen daS Mutterland erfüllt waren. Di« nordatnerikaniiche Union umfaßt« da- r:.ilS rund dreieinhalb Millionen Einwohner, unter ihnen etwa 800.000 Deutsch«._ Da» englisch« Element war weitaus vorherrschend und Zähne können Sie kaufen &M-0 DO Ur gegen Zahnstein 3. P. Gerichtssaal Am Sl. März wurde elustmatt da» deutsche Kaiserreich einem Reichstag, dem ersten deutschen, verkündet.— Der lkoup gelang, endlich, nach vierzehn Jahren, o Hitler, Göring, Goebbels haben Drachensaat gesät... Aber Früchte wird diese Saat ebensowenig treiben »ui« bi» Potsdamer Knut«... Diesmal im Marz haben, im Wirrwahn der Rot, Menschen ihr Vaterland und Mutterland Deutschland an» Hakenkreuz geschlagen... * Schuß an die Decke, Juba verreck«, Deutschland erwachen mit Hatenlreuzsachen vorschnellt«, vorstrllte; vor alle« aber sich empfahl dem geneigten deutschen Kapital al» neuer Gärtner, Pförtner und Wärter im großen deutschen Hammel- und Hakenkreuz garten...1 Hitler, Göring, Goebbels, dir drei rasenden Gärtner de» neuen„nationalen Deutschland-, haben Drachensaat gesät... Wehr, wenn sie ausgcht! Ihre Blumen»vrrdrn nicht duften, nicht leuchten frisch und frei in deu Sonnenschein und sich de» Abends nicht schließen in stillem Erschauern vor der Finsternis der Rächt und dem Walten der große», stillen Ewigkeit.— Die Blumen der blutigen Saat werden sich dem Hellen Licht, der ewigen AahrhritSsuchrriu, nicht öffnen können, in demutvoller, still-bescheidener Schönheit, Klarheit und Wahrheit. Sie werden stumm, steif und verschlossen sieh,«, maßlos haßsaugend... Rur in der Rächt wird auS ihren Kelch«», spitz wir Dolche, Glut, Wut, Bist und Ball« träufeln... wir sie der Kern enthielt, den die drei Hakenkreuzgärtuer diesmal im März säten.;.— Verhandlungen, bis schließlich zur öffentlichen Adstimmung geschritten wurde. Das Ergebnis bracht« eine einzige Stimme Mchrh«it zugunsten der Beibehaltung der cnglische»» Sprach«. Wie ei heißt, soll ein Delegierter aus einer ehemals französischen Kolonie, der zunächst für die deut- ichc Sprackze gewonnen war, in» entscheidenden! Moment umgefallen sein, worüber im Kongreß große Erbitterung herrscht«.— Diese denkwürdige Abstimmung ist jetzt fast vollkommen vergessen, obwohl sie zweifellos ein« der bedeutsamsten Abstiinm»»»igen getvesen ist, die jemals in einem Parlament stattgefunden haben. T«n»» unausdenkbar wären die Folge»» gewesen, wenn dieser ein« französische Delegierte sich für die deutsche Sprache ausgesprochen hätte. Damit hätte die Weltgeschichte einen grundlegend an deren Verlauf genommen. Als die Engländer unter Lord. Howe im September 1777 die nette Bundeshauptstadt Phi ladelphia nach einer fchtveren Niederlage der Truppen der Kolonie»» unter Washington cinnah- >n«n, hausten sic fürchterlich i»» der Stadt. Di« größten Verwiistungeu richtete»» sie 11» dem Vor ort German Tow>» an und mancher friedlich«...( deutsche Einwohner hat dabei den Tod gefunden, nur mit sieben Stimmen, so daß di« ersorder- Die, Zerstörung von German Town war dienlich«-lchtstimmeu-Mchrheit nicht erreich- wurde und 1 Verdiktes den Freispruch verkündigen konnte. adv? nicht Ihre eigenen! Zahnstein bringt oft Zahnausfall I Aui Kolksalzen, Bakterien und Pilzen entsteht der gefährliche Zahnstein. Hinter den Zähnen verrichtet er lein Zerstärungswerk. Hier hilft keine gewöhnliche Zahnpaste— hier hilft Kalodontl Denn Kalodont enthält als einzige Zahncreme in diesem Land das Wissenschaft* lieh anerkannte Sulforlzin*Oleat nach Dr. Bräunlich. Es entfernt allmählich und sicher den Zahnstein und verhindert seine Neubildung. Richtige Zahnpflege heißt: 2 x im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt... 2 x täglich Kalodontl stinüesmoro. Schänd«, Hunger und„Morel". Prag, S. April. Zwei Tatbrständ« enthält unser igü'zähriges Strafgesetz, die mtSschließl'.ch der proletarischen Welt zuzurcchnen sind. ES ist der K 144(Fruchtabtreibung) und der 8 139 0tin entledigen sich der uttetwünschten Rachkontmenschait rn luxuriös ! eingerichteten Sanaloriri» unter wohlwollende c Dul» j düng eben jener Obrigkeit, welche>«,«.' anderen, die nicht reich genug sind, 500 K Tagespcnsion zu entrichten, mit sittlicher Entrüstung vor Gericht stellt. Wehe euch, B« r b r e ch r r I n n e n. die'hr am Abort, im Kohlenkeller, am Heuboden, im Straßengraben«ar« schwer« Stund« erlebt und in euerer Verzweiflung das junge Leben, das ihr nicht ernähren könnt das euch der Aussicht beraubt,«ine Arbeit zu finden— wenn ihr euer Kind, dein ihr eben erst das Lebe» geichcnkt habt, tötet! Wehe euch, im Namen der Gerechtigkeit! Ein solcher stereotyper Fall»vurdc heute vor dem Schwurgcrichtshof des OGR. Sv ob 00 a ver- haichclt. Es ist wieder(und selbstverständlich)«ine Proletarierin, ein Dienstmädchen. Ein liebes, sungcS Geschöpf von 21 Jahren. Auf die Einzelheiten«in- zugehen, erübrigt sich. Den Anstoß zu der Der- pveiflungstal gab«ine llntcrredung mit oem ftk- licbten, wobei sich dieser äußert«, er wolle sie«nicht mehr seh en". DaS war kurz vor der Geburt, die die Angeklagte auf dem H e n b 0 0 c n des Bauerngutes, wo sie dient«, absolviert«. Die jung« Mutter hielt dem«bei» geborenen Kind mit der Hand Mund und Nase zu, so daß es erstickte. Sie ist voll geständig und weinte bitterlich wahrend der ganzen Verhandluna Tas Motiv der Tat: Ratlosigkeit. Furcht vor der ! Schande und da» Wissen nm die Unmöglichkeit, sich selbst und daS Kind in Zukunft zu ernähren. Wir leben sa bekanntlich in einer„gott- acwollten Ordnung". Al« Verteidiger fungiert« Dr. Antoni«.unser«« Wissens zum erslenmal) in vorbildlicher Weile. Dteser junge Anwalt wußte di« menschliche und sozial« Seit« dieses Falles in hervoriayeudcr Weise klarzulegen, wobei er sich doch von allen F'hlern der alten Bertoidigerschickc freihielt. Erwähnung verdient auch das Rcsilme« d«4 Vorsitzenden OGR. 2 v 0 b 0 d a, der den Geschworenen ihr« Pflicht und ihr Recht als B 0 l k S r I ch t c r, die über dem Wortlaut des Paragraphen stehen, klar zu machen wußte. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage hatte gerade in den Jahrzehnten vor AnSbruch dcö' Unabhängigkeitskriegs das französische fast völlig' verdrängt. Die Deutschen hingegen hatten cs I verstanden, ihr« Eigenart zu bewahren, und die< deutsch«» Eimvairderer waren zu>n großen Teil< auch qualitativ so daß ihnen eine ge- I wisse Sonderstellung zukam. So ist eS denn lein i Zufall daß der Kongreß gerade in Philadelphia zusammentrat. der Stadt mit einem damals fast< völlig deutschen Gepräge, in dessen Vorort German Town di« erste deutsch« Siedlung lag, die> für ivcite Teile der Union kulturell tonangebend i wurde. Deutsche, die der Selbständigkeitsdrang aus der Heimat vertrieben hatte, waren«S auch, die: gemeinsam mit freiheitsliebenden Angelsachsen de»» I UiiabhängigkeitSaedanken schürten, so daß die englischen Kolomalbchörd«»» dein deutschen Element nicht gerade frsundlich gcgcnübcrstanden und eine zeitlang sogar Ausnahmegesetze gegen die Deut- 'chen in den nordamerikanikche»» Kolonien in Er- wägung gezogen wurden. Wie stark das deutsche Element zur Zeit deS Unabhängigkeitskrieges in Nordamerika war, zeigt das Schicksal eines Antrags im Kontinentalkongreß kurz nach Proklamation der Unabhängigkeit. Bon englischen, nicht etwa deutschen Delegierten niehrerer Kolonien wurde der Antrag eingereicht, Teutsch zur Amtssprache In der Union zu erklären,»m damit auch sprachlich die Trennung vom Mutterland zu dokumentieren. Es kam über diesen Antrag tagelang zu dramatischen' •>*SSS Ä*—* Frühlingsanfang. Sl. Mär, 1932, März-Offensive des Hakenkreuze« im Reichstag... Wie laug« bis das deutsche Volk erwacht aus dem Rationalwahntaumel?... Wen» der Herbst kommt, ohne Frucht und Ernt«, nur wild wucherndes, spitzet, giftfpritzendeß Hakenkreuzkraut überall den Garten überwuchert, überrankt, überfchwa»»kt... deutsche» Volk, Ist dann auch dir Zeit wieder da, diese Gistblumengartenwärtrr, Hakenkreuzkräutchrngroßzieher zum Teufel, Satan, Beelzebub, Baal, Moloch- Mammon, ihrem großen Auftraggeber, zurückzufogen? Rach« für den allerdings mißlungenen Versuch, der Borsitzcnde sogleich nach Verkündigung di« aufsässigen Kolonien zn einem dcutschsprach!»IC™™.... «en Land zu machen,«in Versuch, für den die Da der Staatsanwalt keinerlei Rechtsmittel geltend Engländer fälschlicherweise it» erster Linie diel machte, wurde die Angeklagte sogleich auf freien Fuß Deutschen verantwortlich tnachten. H. H. I gesetzt.. j-h cs so kommen? Am Sl. Mär, 1917 begann di« große Ossrnsid«, die letzte, verzweifelt«, zum Durchbruch der Westfront.— Und am Ll. Mär, 1933 schrie rin Göring (im Morphiumwahn?) heraus den Sieg der Nazi: und al» Frucht: „Neuer Potsdamer Geist.- Potsdam und Deist? Kann di« Knute Lebe« spende«, Frücht« bringe», Segen und Glück sende»?— • Siebcnundvierzlg Jahre Reich-tag und BoU in Fesieln... In drei Monaten schon brach sene März-Ofsensivr zusammen ,. 3 t.......> Am 9. November 1918 aber wurde Deutschland srei. Di« Unterdrücker und Fesielhalter flohen... Und ließen zurück, «in verratenes Boll, einen Trümmerhaufen Und Männer, die den Mnt hatte», zuzupacke»... (Aber auch«inen Trommler» der sich den behäbige» bayrischen Schnüffel- Schnauzbart englisch gestutzt zur ruergiegeladene»»Mücke", erst der bayrische», später der deutschen Oefsentlichkeit birrberauschead, pbrascnaustauschend, Seit« 6 Areva-, 7. April 1«» At. 83 PBAOEH IHTIIMC. Die Subvention des Neue» Dentlche« Iheaters. Gin bedenklicher Beschintz des Landesansschnffe». Das Neue Deutsche Theater in Prag hat nach einem Vertrag mit dem Land Böhmen, der am 30. August d. I. zu Ende läuft, bisher jedes Jahr eine Subvention von 1,370.000 Kc erhalten. Im Budget für das Jahr 1933 war aber nur eine Summe von 1,325.000 Ke ausgeworfcn. Diese Summe war deswegen niedriger als in früheren Jahren, weil für die Monate September bis Dezember 1933, für die der Vertrag nicht mehr galt, die Subvention um 10 Prozent herabgesetzt war— wie alle Subventionen, die das Land Böhmen regelmäßig auSzahlt. Die deutschen sozialdemokratischen LandeSvertretcr traten bei der Dudgetbcratiing dafür ein, daß die Subventionen für alle Theater in derselben Höhe wie im Vorfahre ausgezahlt werden sollte»», was auch zur Folge gehabt hätte, daß die Subvention für das Prager Theater auf der gleichen Höhe geblieben wäre. Diese Anregung scheiterte aber an dem Widerstande der Nationaldemokraten. Diese Partei, welcher der Kulturrcscrcnt des Landes, Landcsausschußbcisitzcr H l a v a l y angehört, bemüht sich nun schon seit Monaten, di« Subvention für das Neue Deutsche Theater in Prag beträchtlich hcrabzuschcn. Sic begründet dies damit, daß die Subventionierung des Tschechischen Nationaltheaters durch das Land Böhmen völlig aufgchört habe, was aber, wie wir hinzu- fügcn wollen, nur darin seinen Grund hat, daß eben der Staat die Subventionierung der ersten tschechischen Bühne des Landes übernommen hat. Den deutschen Landesausschußbeisihern waren die Absichten der Nationaldcmokratrn bekannt, sie hatten cs aber bisher durchgescht, daß die bezüglichen Anträge des Kulturrcfercnten des Landes nicht zur Verhandlung gelangt sind. In der Sitzung des Landesausschusses vom 5. April nun -überfiel der Landesausschußbeisitzer Hlavaty den Ausschuß mit einem Anträge, jenen Teil des SubventionsbcitrageS für das Neue Deutsche Theater, der für die Zeit ausgezahlt werden sollte, da der Vertrag nicht mehr Geltung habe, und der insgesamt etwa 411.000 KL betragt, nicht dem Deutschen Theater in Prag zu geben, sondern dem Prager Theater nur etwa ei» Viertel des Betrages zukommen zu lasten, rin Viertel den deutschen Provinztheatcrn in Reichenbcrg, Aussig, Tcplitz und Brür und den Rest den tschechischen Theatern in Prag-Weinberge, Pardubitz und Kladno zuzuteilen. Der Vertrag solle in der alten Form nicht mehr erneuert werden, so daß der Theatervcrein jedes Jahr von neuem um eine Subvention— die natürsich viel niedriger wäre, als die bisherige— ansuchen müßte. Die deutschen LandeSauSfchuhbcisiher suchten in der Sitzung vom 5. April die Verhandlung über die Anträge des nationaldcmokratifchen Kulturreferenten auSzusctzcn, und schlugen dem Landespräsidenten vor, den Antrag von der Tagesordnung abzusehen. Das tat aber der Landespräsident Iobotka nicht, er brachte den Antrag HlavatF zur Abstimmuiig und dieser Antrag wurde auch gegen die Stimmen der deutschen Landcsausschußbcisitzcr angenommen. Schuld an der Entwicklung der ganzen Angelegenheit sind die Nationaldemokraten, die sich seit Jahr und Tag bemühen zu einer Herabsetzung der Subvention jiii das deutsche Theater und damit zu einer Schädigung des ersten deutschen Theaters in der Republik und einer der bedeutsamsten deutschen Kulturstätten in diesem Lande zu gelangen. Der Antrag HlavatF war ein Uebcrfall. Die Nationaldemokraten sollten sich allerdings überlegen, ob eine solche Politik, die sic da treiben, vernünftig und für den Staat nützlich ist. Es ist das die alte national« Nadelstichpolitik, mit der das alte Oesterreich nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht hat. Die Nationaldcmo- kraten beweisen nur, daß sic aus der Vergangenheit nichts gelernt haben. Freilich ist daS letzte Wort über diese Ange- lcgenhcit noch nicht gesprochen, eS wird in der nächsten Zeit über einen neuen Vertrag de» Landes mit dem Theatervcrein verhandelt werden müstcn und es ist selbstverständlich, daß unsere Partei bestrebt sein wird, sowohl den Bestand deS Deutschen Theater- in Prag, als auch den der deutschen Provinzthcater ans der bisherigen künstlerischen Höhe zu erhalten. Im übrigen werden wir unS mit anderen Gesichtspunkten, von denen aus die Frage des Prager deutschen Theaters mitzubeurteilcn ist, an einem der nächsten Tage beschäftigen. Antilascistische Kundgebung der jüdischen sozialdemokratische« Arbeiterpartei Paale Zion i« Prag. Gestern sand in Prag eine'Prolistvcrsamm- lung der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei„Poalc Zion" gegen den Fascismus statt. Der Saal des„Lidovy dum" wär überfüllt, als der Vorsitzende die Versammlung eröffnete. Als erster Redner sprach der tschechisch« sozialdemokratische i Abg. Gen. Robert Klein, der zunächst die Ivirtschaftlichen, sozialen und politischen Voraussetzungen des Sieges der sasci- stischen Reaktion darlegte. Die deutsch« Sozialdemokratie hatte nach mehreren Fronten schwer zu kämpfen. Auch die Kommunisten haben die Kraft der deutschen Sozialdemokratie untergraben und das muß nun die gesamte deutsche Arbeiterklasse büßen. Im Fascisinus sind die verschiedensten Schichten vereinigt: Junker, Generale, Kapi- tälistcn und Mittelstand. Der Kanips gegen die Juden wird militaristisch gesührt, als ein Kamps bewaffneter Banden gegen uiibewaffnete Männer, Frailen und Kinder. Gegen diese Äarbarei treten wir auf das schärfst« auf und werden unS darin von Herrn Goering nicht im geringsten beeinflussen lassen. Wir werden weiter die Pogrome und Vrutalität«n verurteilen, die in Deutschland an der Tagesordnung sind. Wir müstcn auch aus di« internationalen Verwicklungen aufmerksam machen, die ans dem Hitler-Regime entstehen können. Di« Sozialdemokratie muß laut di« Stimme gegen die Kriegsgefahr erheben. Die illegale Arme« Deutschlands ist eine Bedrohung der Nachbarn. Auch in der Tschechoslowakei gibt es deutsche und tschechische Fascisten und jede bürgerlich« Partei hat ihren fascistischen Flügel. Da muß die Regierung sich dessen bewußt werden, daß sic die Gegner der demokratischen Verfassung des Landes entsprechend behandelt. Entweder für d' e Republik oder für den Fascismus! (Lebhafter Beifall.) Sodann sprach Gen. Dr. Emil Strauß, der die Versammlung namens der deutschen Sozialdemokratie begrüßte. Er erklärt«, daß di« Sozialdemokraten aller Nationen dieses Landes den stärksten Block des Widerstandes gegen den Fascisinus bilden. Die tschechische und deutsche Sozialdemokratie der Republik gelten seit 1926 in voller Einmütigkeit vor, ihre Kampfgemeinschaft werde sich nun im Ringen mit dem größten Feinde der Arbeiterklasse, dem Fascisinus, erweisen müssen. Die Taktik der beiden Parteien müsse davon geleitet iein, die demokratischen Freiheiten in diesem Staate zu erhalten und zu festigen. Wir müssen uns dessen mehr als bisher bewußt werden, daß wir einem rücksichtslosen Gegner gegenübrrstehen. der nur mit der Anwendung der größten Energie und aller sittlichen Leidenschaften niedergeschlagen werden kann. Di« Hakcnkreuzler Deutschlands, di« ihre Mordbonden schon nach Oesterreich und Liechtenstein gesandt haben, werden auch an den Grenzpfohlen der Tschechoslowakei nicht.Halt machen. Di« deutsche Arbeiterschaft dieses Landes ist die Grenzwacht gegen die Pest, di« au» Deutschland heruberzudringen droht, und sie wird d»ese Funktion im Bunde mit der Sozialdemokratie der anderen Nationen der 6SR. erfüllen. Möge der deutsche Fascismus heut« noch siegestrunken sein. Die Gesetze der Wirtschaft, die zum Zusammenbruch des Kapitalismus fuhren, sind starker als die stärksten Worte in den Rundfunkreden der Naziminister. Redner schließt mit den Worten Freiligraths, welche dieser nach dem Scheitern der Revolution von 1848 sprach, Worte, die eine Drohung sein sollen für unser« Feinde und ein Treuschwur für unS: Noch sind nicht alleMärzcn vorbei!(Stürmischer Beifall.) Al» dritter Redner sprach der Vertreter der Poale-Zion Gen. Dr. Arthur Heller. Er zitiert den größten deutschen Dichter Goethe der gesagt hat:„Edel sei der Mensch, hilfreich >lnd gut". In welchem Gegensatz steht diese Anschauung zu denl, was heute in Deutschland geschieht. Nur wenige Jahre sind seit dem fürchterlichen Weltkriege vergangen und wieder triumphiert in dem großen Nachbarreiche di« Varbarei. Tic Juden Hamen geglaubt, daß ihre Freiheit gesichert sei, aber sie sind aus diesem Traume furchtbar geweckt worden. Sie wisten nun, daß oie Zeiten des finsteren Mittelalters für sie noch nicht vorüber sind. Nirgends war die kulturelle Verknüpfung der Juden mit den übrigen Bewoh ncrn de- Landes so eng wie in Deutschland. Tausende deutscher Juden sind im Weltkriege gefallen. Um so empörender die brutale, unmenschliche Behandlung, der sie nun ausgesetzt sind. Di« Herrschenden Deutschlands konnten dem Volk« kein Brot geben, so gaben sie ihnen Spiele. Wir aber werden nicht aufhören, für die Freiheit zu kämpfen.(Veifall.) Sodann wird ein« Eiltschlicßung angenommen, welche die Ausführungen der Redner zu- 'ämmcnsaßt, worauf die Versamntlitng geschlossen tvurd«. Da» Krcisstrafgericht in Prag und dl« Staatsanwaltschaft in Prag übersiedeln in der Zeit vo>n 12. bis 23. April 1933 in das neue Justizpalais in Prag nach Pankrae. Im bisherigen Gcrichtsgebäude wird weiterhin das Jugendgericht nnd die Prcstcabtcilung der Staatsanwaltschaft(Zensur) amtieren. Außerdem verbleibt in dem bisherigen Gebäude da» Bezirks st rafac richt und das BezirkS- zivilgericht für Inner-Prag, die gleichfalls bisher in diesem Gebäude amtierten. Die Einlaufstelle deS Kreisstrafgerichtes beginnt im Justizpalais an» 18.?lpril 1933 und die Einlausstclle der Staatsanwaltschaft am 20. April»933 zu alntiercn. Die Staatsbahndirektiou in Prag fertigt in den Tagen vom 30. April bis 14. Mai Sonderkurzüge zmn Aufenthalt in Karlsbad zmn Preise von 900 K, nach dtufm. Teplice zum Preis« von 676 K und nach Stirn' zu 776 K ab. Abfahrt von Prag 30. April. Rückkehr 14. Mai. Aumelduugen mit Angabe von 100 K beim Schalter 13 am Masaryk- bahnhos. Ebendort Informationen. Tel. Nr. 278- 51. Kunst und Wissen Orchesterkonzert der Deutschen Musikakademie. In instruktiver Ergänzung ihrer beiden letzten modernen Musikabeude hatte die Deutsche Mnsikakademie diese» vorgestern im Bövscnfaale veranstaltet« Konzert der klassischen Musik gewidmet. Di« aufgeführtei, Werke repräsentierten Kostbarkeiten ihrer Zelt und Schöpfer: G. F. Händels seltener gehörtes Concerto grosto in g-moll, Joh. Seb. Bachs Konzert für ztve! Violinen in d-moll mit Strcichorchcsterbeglcituug, eine der heut« ganz in Vergcstcnheit geratenen Sinfonien(in D- Tiir) von Phil. Em. Bach und schließlich Felix Mendelssohn-Bartholdys formschöne und klangreiche Erste Sinfonie in c-moll. Beachtliches künstlerisches Niveau halte die Ausführung diese» MustrrprogrammeS durch da- von Prof. Franz Langer temperamentvoll und mit straffer Hand geleitete ZöglingS-Orchester, dem nur noch besser« dynamisch« Feinheit im Streicherchor zu wünschen ist. Unter den iolistisch mitwirkenden Zöglingen-Hertha Müller, Erich Brand, Blad. A v r a m o f f und Walter Wünsch(Violine» sowie Josef Merz(Cello) ragte namentlich die zuerst genannt« Geigerin durch mustkalische» Ernst und großen, warmen Toi» hervor. Ten Cöntinuopart spielte auf einem vom Musikwissenschaftlichen Institut der Deutschen Universität zur Beifügung gestellten Renpert Äonzertcembalo Adalbert Heller, rhythmisch nicht'immer genau genug. Auch die'«» Konzert»vor trotz seines hervorragenden Programm» und billigster Eintrittspreise beschämend schwach besucht. E. J. Wochenspirlplan de» Neuen Deutschen Theater». Freitag, J$8 Uhr:„M ädchenjahre einer Königin."(D 1.)— LamSIag, 8 Uhr: „Orpheus."(AA.) Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Freitag, 8 Uhr:„Mu si t um 2u si."(KnltnrverbandS- freundc.)— SamSIag, 148 Uhr:„Wetter ver- ä n d e r l i ch."(Erstaufführung.) Deutsche sozialdemokratische Frauen- organisatiou Prag. Montag, den 10. d. M., um 8 Uhr ab«ndS im„Monopol" Frauen» und Mödchenabend.. Vortrag der Genosst»» Jett« Müller über „Körperkultur der Frau".— Alle bestimmt und pünktlich kommen. DaS Frauenkomite«. Sport* Spiel* KörnerpIlBne Für den Ausbau des Aussiger Stadions. Da» Prager Stadion darf nicht alle Subventionen an sich reißen! Prag, 6. April. 2m GesuudheitSauSschutz des Abgeordnetenhauses hatte heut« der tschechisch« Genoste H u m l h a n S über den weiteren Ausbau de» Sportstadions in Prag referiert. Er forderte möglichst rasche-Fertigstellung deS Stadions Genost« Müller erklärt« hiezu in der Debatte unter anderem: Wir verstehen es, wenn in der heutigen Zeit jede- Land ein repräsentative» Sportstadion anstrebt. Wir sind deshalb auch für den Ausbau des Stadions in Prag, wünschen aber, daß der hiezu bewilligte Aufwand der Oefsentlichkeit jeweils bekanntgegebei» werde. Geheimnistuereien, wir sie bei den vom Staate bezahlten Arbeiten am Stadion vor dem Sokolfest üblich waren, lehnen wir strikte ab. Weiter» sehen wir es als sclbstrerständlich an, daß da» Stadion allen Verbänden zur Verfügung gestellt wird. Al» Deutsche fordern wir aber, daß, wenn für da» Prager Stadion Millionen anSgegeben werden, auch Im Randgebiete groß« Sportstadion» geschaffen werden. Auch die tschechischen Menschen in der Provinz lehne»» den falschen Zentralismus—„Alles für Prag"— ab und fordern energisch die Berück- stcht'gung der Provinz. Es muß deshalb ei>» den Ausgaben für das Prager Stadion entsprechender Betrag auch der Provinz zum Ausbau von»vürdigen Sportzcntreu zur Verfügung gestellt werden; das ist nur recht und billig. Genoste Müller verwies dabei namentlich auf da» bereit» bestehende Aussiger Stadion, daS di« Stadt unter großen finanziellen Opfern errichtet hat, dessen weiterer Ausbau aber durch die triste finanzielle Lag« der Gemeinde unmöglich geworden ist. DaS Aussiger Stadial», das Infolge der zentralen Lage der Stadt das gegebene Sportzentrum der Randgebiet« werde» könnte, steht allen Nation«»» unb allen Richtungen zur Verfügung. Sei» Ausbau hätte auch für unseren Fremdenverkehr große Bedeutung. Dieses Werk der Stadt Aussig wurde jedoch bis jetzt vom MWWWWWWWUWWWMW^WWWMWWWWWMI Donnerstag 72 neue Leser unserer Preffe. Di« Verwaltung de»„Sozialdemokrat" vrrzrlch, n«te Donnerstag, den 6. April, 72 neu« Abonnenten. 72 Menschen, di« an Stell« bürgerlicher Zeitungen, di« den FaseiSmu» und damit dir Schandtaten des Dritten Reiche» in Deutschland entschuldigen oder gar verherrliihen, di« sozialdemo. kratifche Preffe lesen. So werden durch die Verbrenn der Fascisten»nieder Verteidiger der Demokratie gewonnen, denn der Mensch, der die Wahrheit über Deutschland liest, der ächtet nicht nur den Fascismus, er wird auch zum Kampfer für die Freiheit und das Recht. Die Wahrheit über Deutschland zu schreiben, ist und bleibt deshalb die wichtigste und vornehmste Pflicht der sozialdemokratischen Preffe. Staate überhaupt nicht subventioniert, obwohl seine große Bedeutung auch in dec internationalen Sportwelt anerkannt ist. Auch die Sportwelt in der Provinz hat aber Anspruch aus Subventionen aus öffentlichen Mitteln!- Wir fordern die zuständigen Stellen und insbesondere den Herrn Minister auf, eine s ch l ü s s el- mäßige Zuweisung der zur Verfügung stehenden Gelder zu veranlassen. Wir werden immer»viedcr auch auf diesem Gebiete die'Gleichberechtigung auch der deutschen Provinz verlangen. Nur unter dieser Voraussetzung können wir dem Ausbau des Prager Stadion» zustimmcn! Mitteilungen aus dem Publikum. Wcr Bcrson-Gumm'.absätzc trägt,»vird nicht über Müdigkeit klagen. Bcrson-Gumm absätzc geben«inen elastischen, angenehmen Gang, sind ncrvenschoncud, dauerhaft und billig. 106 Aus der Partei Jngenvbewegung. Sozialistische Jugend, Grupp« I. Dienstag, den 11. April, öffentlich« Jugcnd-Bcr- sammlung. Referent Genosse tzwißler, Teplitz. Lokal: kleiner Urania-Saal, Prag H., Sincdky. Beginn: 8 Uhr. Unser Blatt der„SozialdeMrai“ ist in Prag in folgenden Berschleitzstellen zn haben: Bahnhofsbuchhandlung:, Wllsonbahnhof, Masaryk- bahnhof, Dcnlsbahnhof. Bartiik. Trafik. Prag: II.. T.vinov 2. Burok Hugo, Trafik,..Prag I., Stnronifstskc nn- mfstl 32. Hodrova, Trafik, Smichov, niilit. Icgril 13. Jclinkova, Trafik, Nutile II., Mostn» domy„Re- formy“. Kotyza Jan, Trafik, Smichov, Zborovskd»f. 13. Krnusova A., Trafik, Karlin, KrtHovskd 14. KrejSik A., knlhkupcctvl, Prag-Llcbcn, Krdlov- akti 1511. Kroupa Jindr., Trafik, Prag II., IlaAinovo näbf., ptdnck 114. Lüwcnanhn Karl, Trafik, Prag; II., Nckazanka 8. Marc» Josef, knlhkupcctvl, Prnge-Btihen», ul. Dr. Brdfa 24. Monik, Trafik, I’ras I., Parlament. MrdCknva, Trafik, Prag I., Joscfskd ntdnck 127. Mr Az Jan, Smichov, Radi Ick A tr. 43. Orbis A.-G.. ZeltungsverschlolO, Praha XII., Fo- chova tF. 62. „PrairaZeltungsvcrschlcID, Prag: II., IlavlISkovo mim. 23.. SedlAk Vdclav. Trafik, Dcjvlcc, Svccova. Skrabkova Anna, Trafik, Dejvlce, Honnorovy üFcdnlckA domy 280. Stronhal Artur, Trafik, Prag: III., Mosteokd 40. Tausslg E.. ZoltunirsvorschlciB, Prair II., Vdclav- «k( ndm. 45. Ungermann Rudolf, Prag: II., PanskA bei Palasthotel. Üstredni dfln. knlhkupcctvl, SvScen^. Prag II.. Hybernskd 7. Zemann, Trafik, Prag: I., PcrBtyn. Fcnzl, ZeltungrsvcrschlelB, Prag: II., Smcüky 8-10. Und bei StraßonverkHufern: Wenzolsplatz-- Musick— Mnsarykbahnhof— Wllsonbahnhof. I KINO-PROGRAMM k < vom 7. April bis 18. April 1938. Wran-Urania-Kino «‘mlde’ den'sehe i's» or«'’ „Hoheit amüsiert sich“ Lien Deyers, Georg Alexander. Wo verfcenren wir? I Cali„Continenlar, Prag, firaften] etaslgtber. dicgtrlel taub.— UbelieOotieat: Wilhelm flickngg.— Berautwortllchei Rtlohm: Dr. Emu OlttiL Prag.— Druck!-Sota“ U.-G. für Zeilung. und Buchdruck, Prag.— 8ür den Druck verautvorUlch: Otto Holil, trau.— DU Lruungomarl-ntronlatu« ward« oon du Bost»». releöraphendir«t»»M mit Erlaß Nr l».000/VIIi»M0 dewlUiul.— Brzuglorduigungeu: Br» Austeilung Ins Hau»«der bei Bezug durch dl« Post monatlich VLt 16.—, vtertellidrUch U Ü.—, tzeldtitzgtg»U W.—. ginuatzrt»»U UN,—,— gastram nur»«» lau» laril iiüigst drrrchurt, Du» Uttua Eluliwltusaen HrriZuachlaz.— Rückstellung Ma Matraffrlplra erfolgt nur brt Einladung der Rttouttnatlä^