Mvzelpreis 70 Heller. ^Einschließlich 6 Heller Porto) P r H Vber n Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. R.SaNionu. Deiwaiiung: vniau,Nkiad31 Ugt)I SLSLSOvoNtdttkanu:oroee 13. Lahrgang. Sonntag, Q. April 1933 Rr 85. Ein ordentlicher Ddmpier Klerikale Angst vor Neuwahlen in Wien. Wien, 8. April.(Eigenbericht.) Nach der Auflösung drü Schutzbundes kündigte die Regierung nunmehr in ihrer Presse an, daß sie zum zweiten Schlag, diesmal gegen das Rote Wien selbst, audholcn werde, und zwar sollte der Wiener Bürgermeister Genosse Seitz seines Amtes enthoben und durch einen Kommissär der Bundesregierung ersetzt werden. Di« sozialdemokratische Partei hat daraufhin bekannt gemacht, daß sie den ersten versuch in dieser Richtung sofort mit der Auflösung des Wiener Gemeinderates und des Wiener Landtages und mit der Ausschrei- bung von Neuwahlen beantworten würde. Daraufhin ist jetzt in der Regierungspresse der Schrei nach dem BnndeSkommissar für Wien sofort verstummt, denn die Christlich» sozialien wissen, daß sie bei Neuwahlen in Wien — vorausgesetzt, daß sie überhaupt irgendwo«in Grundmandat erhalten kaum ein Zehntel ihrer bisherigen Mandate retten würden! Dagegen sind weitere Maßnahmen gegen'die Arbeiterschast im Zuge. So soll in der nächsten Woche durch Notverordnung das Koalitions- und Streikrecht der Arbeiter ausgehoben werden. Inzwischen gehen fast überall di« vergeblichen Nachforschungen nach Schutzbundwassen weiter. In Liesing bei Wien wurden dabei sogar Grüfte ausgebrochen und der Sarg einer vor wenigen Tagen begrabenen Frau ausgegraben und geöffnet, ohne daß etwas gefunden worden wäre. Gestern abends wurde das Arbeiterheim im Ersten Wiener Bezirk besetzt und.80 Frauen, die dort bei einer Versammlung waren, wie Verbrecherinnen zum Polizeikommissariat gesührt. Ein weiterer Fußtritt für Papen. voerlng wird preußischer Ministerpräsident! Berlin, 8. April. Wie das Conti-Büro aus politischen Kreisen erfährt, steht es nunmehr fest, daß Reichsminister Goering zum Ministerpräsidenten in Preußen ernannt werden wird. ES ist jedoch noch keineswegs entschieden, ob die Ernennung sofort oder erst in einigen Tagen vorgenommen wird. Vizekanzler von Papen dürste s e l b st(?) auf die Ernennung zum Ministerpräsidenten in. Preußen verzichtet haben. ES verlautet, daß er „ander, wichtige Aufgabengebiete" für das Reich übernehmen wird. Tragische Zittern. Berlin, 7. April. Nach den von der Regierung veröffentlichten Ausweisen ist die A r- beitslosenziffer in Deutschland um einen geringen Betrag zurückgegangen; dieser Rückgang erreicht jedoch nicht den saisonmäßigen Umsang.— Die Echtheit dieses angeblichen Rückganges wird im übrigen ernsthaft bestritten, nachdem aus den Publikationen der Versicherungsanstalten sich übereinstimmend ergibt, daß di« Zahl der Beschäftigten sich gesenkt hat. Man nimmt allgemein an— und diese Maßnahme allein vermag den gleichzeitigen Rückgang der Arbeitslosen- und Beschäftigtenzissern zu erklären!—, daß die Pläne der Regierung, die sämtlichen jüdischen und a n s l a n d i sch e n Arbeitslosen auS der Unterstützung zu st r e i ch e n, zumindest zum Teil schon verwirklicht worden sind. Ole Schändung des 1 Mal. Berlin, 8. April. Die RcichSregicruna wird an den Veranstaltungen des 1. Mai stärksten .Anteil nehmen,, selbstverständlich wird der gesamte Apparat des Rundfunks in den Dienst der Sache gestellt werden. Der Reichskanzler wird aus allen Teilen des Reiches Vertreter der Arbeiterschaft empfangen, die unentgeltlich mit Flugzenaen nach Berlin befördert werden sollen. Am Mittag wird im Lustgarten eine große Kundgebung stattfindcn. und am Abend eine Masienveranstaltung auf dem Tempelhofer Feld, beider' man mit einer Be- teiligung von 600.000. bis 600.000 Personen rechnet. Bei dieser Gelegenheit wird der Reichskanzler eine Proklamation an die Arbeiterschaft richten. TZ^an^i^rutterln-^^ Alle Republikaner und Juden entlassen! Entlassung aller„unzuverlässigen 0 und jüdischen Beamten In Reich, Ländern und Gemeinden. Berlin, 8. April. Das heute von der Regierung verlautbarte Gesetz zur Wiederherstellung des Bcrussbeamtenlumü soll ihr die gesetzliche Handhabe bieten, sämtlich« noch verbliebenen republikanischen und jüdischen Beamten und Angestellten in Reich, Ländern und Gemeinden meist ohne jede Pension hinauSzuwersen, nm so Platz für möglichst viel nationalsozialistische„Parteibuchbeamte" zu schassen und damit wenigstens eineu geringen Bruchteil ihrer Leute an dir ersehnt« Futterkrippe zu bringen. Als schwerste Maßnahme kommt die Entlassung auS dem Dienst, als„leichteste" die Versetzung in den Ruhestand zur Anwendung. Bor allem werden sämtliche seit dem S. November 1018 eingestellten Beamten, die nicht die vorgeschriebene„Vorbildung" auszuweisen Herrliche Posten iOr die ganz großen Führer. Berlin, 8. April. In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß— abgesehen von Preußen— im ganzen zehn Statthalter eingesetzt werden, und zwo, je einer für Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Thüringen, sernrr ein gemeinsamer Statthalter für beide Mecklcn- burg, ein weiterer gemeinsamer für Braunschweig und Anhalt, außerdem ein Statthalter für Oldenburg und Lippe und schließlich einer für die drei Hansastädte zusammen. Die Kleinen kriegen nur „Blech“. Berlin, 8. April. Tas Rcichskabinett beschloß gleichzeitig mit dem Hinauswnrf aller Republikaner und Juden, die Wiedereinführung von Ehrentiteln, Orden und Ehrenzeichen. Tic Titel werden verliehen vom Reichspräsidenten und von den Reichsstatthaltern, in Preußen vom Ministerpräsidenten in Vertretung des Reichskanzlers. Orden und Auszeichmnigeu kann nur der Reichspräsident verleihen. Der alte herrschsachtlge Seist... London, 8. April.(Reuter.)„Wir scheu, daß in der inneren Politik Deutschland wieder der alte Herrschsüchtig« Geist d e r D e u t- s ch e n auflebt," erklärt« Austen Chamberlain in einer gestern abends in Birmingham gehaltenen Ansprache. „Bevor tvir die Friedensverträge iiber- prüsen und revidieren und das RüstungSniveau Deutschlands ändern werden können", snhr Chamberlain fort,„wird es notwendig sein, daß wir absolute Sicherheit erlangen, daß dieser herrschsüchtige Geist bei den Deutschen zum Schwinden gekommen ist und daß sich Deutschland nur um Gleichheit im Interesse der eigenen Sicherheit und für die Erhaltung des Friedens bemühe. Der gegenwärtige Augenblick ist n: ch t geeignet, um Deutschland Zugeständnisse zu machen." London, 8. April. Lord Reading hat das Amt des Präsidenten der Deutsch-englischen Vereinigung niedergelegt und ist aus der Bereinigung ausgeschieden, weil er sich als Jude mit der Politik der deutschen Regierung gegenüber der jüdischen Vevöllerung nicht einverstanden erklären könne. vermögen, mit einer dreimonatigen Abfertigung ohne jedweden Pensionsanspruch entlassen.. Rach 8 8 werden alle Beamt«, die nicht arischer Abstammung sind, in den Ruhestand versetzt. Wenn rin Teil der Großeltern jüdisch war, so ist die nichtarische Abstammung bereits gegeben. Ausnahmen sollen nur für Beamt« ans der Zeit vor dem Krieg oder für Frontkämpfer gemacht werden. Endlich können nach 8 4 auch ,politisch unzuverlässige" Beamte entlassen werden, J>i« in ihrer bisherigen Betätigung nicht di« Gewähr dafür bieten, daß sie jede/.eit rückhaltslos für den nationalen Staat«intv en". Die letzten beiden Grv»en, also Juden und politisch Unzuverlässige,/ güten keine Pension, wenn sie nicht min. tenS zehn Dienstjahre auszuweisen haben. „Nicht zur Insa itzhattnahme lählg.\ Ein amtlicher deutscher Totizetbericht. Berlin, 7. April. Dienstag wurde amtlich mitgeteilt, daß Montag wieder drei Kommunisten„auf der Fluchs" erschossen worden sind.'Wie viele Arbeiter aber erfchosien und eingescharrt werden, ohne daß man davon auch nur ein Wort erfährt, ist nicht-zu ermitteln. Ein Bericht der Bochumer Polizei lautet: Ein Kommunist, der flüchtig war, ist gestellt und der Polizei zugeführt worden. Da er nicht zur Jnschuhhaftnahm« fähig war, erfolgte sein Weitertransport in» Kranken haus. Sein Körper weist«ine Anzahl Schlagwunden auf. Auch wurden teilweise Besin- nungS- und Pulslosigkeit konstatiert. Zur Zeit besteht Lebensgefahr. Unter welchen Umständen die Verletzungen entstanden, war bisher nicht jestzustellen, da noch Vernehmungsnnfähigkeit vorliegt. Dieser Polizeibericht ist wohl die deutlichste „Greuelpropaganda", die man sich vorstellen kann. Keine vollständige„Gleichschaltung" heim Lttgenapparat! Dresden, 8. April.(Eigenberichts In den offiziellen Berichten aus Deutschland wird immer wieder betont, daß alle Mitteilungen über Einzelaktionen der SA u>td deren Gewalttaten unwahr sind und nur der Herabsetzung des„Ansehens" des nationalen Regimes dienen, die von den „marxistischen Verleumdern" betrieben wird. Manchmal sickert aber auch aus den Mitteilungen der herrschenden Partei die Wahrheit durch— die vielberufene Gleichschaltung im Lügen ist noch nicht vollständig und durchgreifend hergestellt! Heute wird ein« Verfügung vks sächsischen Gau- witers der SA, des bekannten Strumm-Fabrikan- ten Muts ch m an n bekannt, die mit den Worten beginnt: Im Verlaus der von der Reichsleitung gewünschten Gleichschaltung de» gesamte« öffentlichen Lebens werden mir immer wieder Fäll« gemeldet, in denen Parteigenossen sich dyrch Einzelaktionen amtlich« Funktionen anmaßen. Woraus wohl klar hervorgeht, daß die „marxistischen Greuelmeldungeir" doch nicht nur so pure Erfindungen sind, wie es Hitler» Wolff- Büro darzustellen beliebt! Wer sind die Landesverräter? Der Berlagsdirektor von Rudolf Mosse, der frühere Radikal Pazifist Karl Vetter hat in einen»„Klarheit"" überschriebenen Artikel vor wenigen Tagen u. a. erklärt, daß das„Berliner Tageblatt" sich nicht mit den Ieremiaden der Klageweiber, die ins Ausland geflüchtet seien, ideirtifiziere, daß daS „Berliner Tageblatt" sich zu den neuen Macht» hckbern bekenne. Das ist derselbe Karl Vetter, der in jener Manifestation in den Junitagen des Jahres 1922 unter dem Vorsitz Eduard Bernsteins ein flammendes Be- kenntins fiir„Nie wieder Krieg" ablegte, für das er, Ivie er damals sagte,„bis an die Mauer des Standrechts"«inzulreten gewillt war. Nun, da hiersiir Gelegenheit geboten war, hat.Karl Vetter seine Sache verraten und schreit nut den Nazis und Schwarzweißroten im Chor: Landesverrat, Landesverrat'! An sich ist der Begriff Landesverrat und seine Strafbarkeit im deutschen Strafgesetzbuch eigentlich genugsam definiert worden. Daimch begeht Landesverrat, wer Dokumente oder Pläne, die im Interesse des Landes geheim zu halten sind, an eine fremde Regierung verrät. Unter den deutschen Rechtsleh- vern hat es keinen Zweifel darüber gegeben, daß die Landesverratsbestimmnngen den ge- nwinen vmt jedem anständigen Menschen zu verurteilenden Bolksverrat treffen wollten. Es ist eine der„positiven" Leistungen der Nationalsozialisten, daß sie eS verstanden haben, sowohl die Tätigkeit der Sozialdemokraten wie der Pazifisten— beide bemüht, Deutschland mis seiner Isolierung zu befreien— als Landesverrat zu deklarieren, und so hat der Begriff Landesverrat dir Auslegung der Bolks- schädigung erhalten. Immer haben sich die Nationalsozialisten der Landesverratshetze bedient, wenn sich die Republikaner, leider viel zu schwach, gegen die Geheimbündler wider die Republik wehrten, wenn der Versuch unternommen wurde, die Verbindungen zwischen den Femeorganisatio- nen und staatlichen Einrichtungen aufzudecken, um ein« gesunde staatliche Entwicklung sicher- zustellen. Di« Ereignisse der letzten Monate haben ja allen denen recht gegeben, die auf dies« Pestbeule des Staatslebens in den letzten vierzehn Jahren hingewiesen haben, die gesagt haben, daß es sich bei der Aufrollung der Fememorde, der schwarzen Reichswehr und anderer Dinge garnicht um eine außenpolitische Frage, sondern um eine innerpolitische handle. Die Wehrverbände seien keine Gefahr für die stark gerüsteten Staaten, sondern sie seien ein« Gefahr für die Republik. Wenn aber nun wirklich die Frage gestellt wird: wer sind die Landesverräter? Sind es diejenigen, welche den Staat vor eiueni Experiment wie dem gegenwärtigen bewahren wollten oder sind es die, welche mit den„Haltet den Dieb"-Rufen die Aufmerksamkeit von ihrem landesverräterischen Tuil abzulenkeu versuchen? Daß es den Nationalsozialisten nicht darauf ankommt, Heimat und Volk zu schützen, sondern daß sie lediglich ihre Macht I ausüben wollen, daß sie versuchen, durch Vernichtung Tausender von Existenzen Existenzen für ihre Anhänger zu schaffen, hat ja schon die Rede.Hitlers in Laueuburg in Pommern bewiesen, die er Anfang vorigen Jahres hielt, wo er erklärte, daß kein SA-Mann bei Fortbestehen des damaligen re- pnblikan ischen Sh stem s im Falle eines außenpolitischen Konflikts die Heim-at schützen würde. Der Staatenlose Hitler, der ja keine Treueverpflich- imig zlir Heimat hat, hat also glatten Landesverrat begangen. Aber das Volk | erhob ihn zu seinem Führer. Eine politische Perversität, di« schwer verständlich ist. Nun sind die Hitlerleirte an der Mackit, und alle Voraussetzungen, unter betten die oben angeführte Rede in Lauenbuvg noch Ausweisung von 200.000 polnischen Arbeitern ans Deutschland. Berlin, 7. April. Die deutsche Regierung plant als Represialie die Answeisnng der rund 200.000 polnischen Arbeiter aus Deutschland. Die Warschauer Negierung wird, wie wir hören, diese Maßnahme mit der Abs chiebung sämtlicher deutschenArbeiter und Angestellten au« Polnisch- Oberschlesien beantworten. Belt« 2 Sonntag, st. Aprll 1WS. Nr. 88 gehalten worden ist, treffen nicht inehr zu. I sollen doch nicht die Weltöffentlichkeit alait- nftkenKmiilernis Denunzianten: i dennoch jemand zweifeln, das; Herr Dr. Alo'.S Mühlberger diese» Treibe« tolrrlerl«, sondern sogar blk- sei erwähnt, daß der Herr Fachlehrer, Marxisten»Inen nationalsozialistische« «iiitfl, der Nationalsozia« ft schon die Frage aufgeworfen die Landesverräter, so mutz sich die Antwort lautett: Hitler ngerk den machen wollen, diele dhnamischen Bör- gänge seien auf irgendettte organisierte„jü- oiscl)e Hetze" zunickzufühven. Herr Hitler ist klug genug zu wissen, daß jede Wirkling ihre Ursache hat. Deutschlands Ansehen geschädigt, «S um beträchtliche, materiell« Gäter gebracht, «eilen Ihrer demokrattsdien Gesinnung! Nun werden wir aber anders mll Endi reden! seine außenpoliWh«..Situation ans das Hnßerste gesäh i£ haben, alles daS ist das Werk ter H'^""'' listen. Und wird, wer klar und t und seine licheS dulden würde, ohne sosort mit den strengste« Strafen Vorzug«hen. Am letzten Samstagabend hat er, desse» Popularität und Einfluß bet seinen Genossen außer Zweifel steht, solchen»Heldentaten" zugesehen, ohne auch nur mit der Wimper zu zullen oder auch nur den versuch zu machen, d«sein Treiben Einhalt zu gebieten und städtisches Eigentum vor der Beschädigung durch Bnbenhände zu schützen. Sollte Fachlehrer n cht nur ligt«, so als zwei Versammlungsteilnehmer verprügelten, sich nicht enthalten konnte, seinem Beifall Ausdruck zu perle hin mit den Worten;»blecht so--- recht so!" Erst al» ihm«in Dritter«ntgegenhielt:»Herr Mühlberger, schämen Sie sich, Sie wollen«in Stadtrat und Jugendbildner sein", verschwand er, seine» schlechten Gewissen» offenbar bewußt, in der Mrng«. Zu den Lehrpersonen, deren Verhalten keineswegs de» ungrtc lten Beifall aller Elter« finde« dürft«, gehört schließlich auch Fräulei« Hstirete Wertheim, die uns von Pilnikau her in unangenehmer Erinnerung ist. Auch Fräulein vretr Wertheim konnte r» stch nicht nehmen lassen, zwar nicht tm gleiche» Schritt, aber immerhin i« de« Reihe« de« Marxisten über de» voetheplatz zu ziehen, mit erhobenem Arm««nd geballter Faust demonstrativ all« jene ausmunternd, die gekommen waren, ein, Versammlung Ander», gesinnter durch Gewalt und Terror zu störe«. Wea« wir auch wissen, daß Ueber. ziugung etwa» st, wa» sich nicht dekre« tierru, noch kommandiere« läßt, so ^müssen wir dach darauf dringe«, daß sich jede Uebcrzcugung in den ihr durch Berus und Sitte gezogeyen Brenz:« hält, solle» nicht ander» Beruf und Sitte zu einer innere» Lüg« werden. Herr Dr. Mühlberger»nd Fräulein Derthe'm hüben mit der oben geschilderten Handlnngrweise dies« Grenze« überschritten und damit jene» gute Beispiel vermissen lasse«, da» unsere» Ermessen», ihre« Schülern zu geben, Ausgabe aller Lehrpersonen in jedem nicht sowjetrusslschen Staate st. Sie haben e» damit zahlreichen pslichtbewußtrn Eltern»«möglich gemacht, dl« Erziehung ihrer Kinder solchen Lehrpersonen ohne schtv«rr nuere Bedenken anzuvrrtran«««nd wir stelle« deshalb fest, daß zahlreich« Llternkrees« und darüber hinaus breiteste Kreis« der Oessentllchkeit nicht marxistisch, t Besinnung de, Lehrtätigkeit de» HerrnDr. Mühlberger und des gräu- Die Hakenkreuzler scheinen, nicht zuletzt verführt durch die Duldsamkeit unserer Behörden, die teils gewisse Sympathien für da» antimarxistische Regime in Deutschland haben, teil» gerade jetzt die Energie vermissen lassen, die sie zur Unzeit oft bewiesen haben, wirklich zu glauben, daß wir in Göring-Preußen und Hitler-Deutschland leben. In der Meinung, die Tschechostowakei zittere vor Hitler, wagen sie nicht nur, ihre Spitzel hierherzuschicken, ihre Mordkommandos diesseits der tschechischen Grenze arbeiten zu lassen und den Arbeitern auch bei uns mit deutschen— also Hunne»-Methoden zu drohen, sie sehen auch bereit» die hiesigen Behörden und demokratischen Körperschaften al» Kammerdiener und Handlanger der hunnischen Banditen an, die jenseits der Grenze der Demokratie durch Mord, Gewalt und sogenannte „Gleichschaltung" ein Ende bereitet haben. Den Gipfel sowohl der Frechheit wlederGemeinheit stellt folgende» Schreiben dar, da» die Nationalsozialistische Partei in Trautenau an de« BezirküschulauSschuß Trante« na« und dessen Vorsitzenden, de» Bezirkshaupt, man«, gerichtet hat: »Wir'klauben on». dem löblich«« Bezirktzschnl- anSschuß Rachstehendr» zu unterbreiten: wir dürfen al» bekannt dorauSsctzen, daß am letzte« Samstag, de« 1. dS„ im Trautenau«« Augarten«ine behördlich, bewilligt« Versammlung der Rat onalsozialistische« Arbeiterpartei stattsin- d«n sollt«, di« weniger durch Gewalt, al» vielmehr durch«»erhört« Provokation marxistischer Element« gegenüber de« anwesende« Organe« der Staat», gewalt(!) vereitelt wurde. Wir habe« uns damit abgesunde«. Wir könne« nn» aber nicht absl«drn mit der Rolle, di« eiuzelue Lehrper. so««« in diese« Zusammenhang gespielt haben. A« der Spitz« dieser Lehrpersonen stand der Herr Fachlehrer««d Stadtrat Dr.A loi» Mühlberger. Sie da» beUiegeud«„Trauteuauer Tagblatt" vom 3. d» schreibt, und wie wir bewe se» kör«««, war Herr Fachlehrer Dr. Akoi» Mühlberger stummer Augen« und Ohrenzeuge, wie Genoss:« seiner Partei, aufgeputscht durch Re ihn; nahestehend« sozialdemokratisch« B«zrk»orga«isa- tion, welch« laut ebenfalls beiliegendem»Trau- tenauer Echo" zu einer»eklatant,» Abrechnung mit de« Mordsasristr«" aufgefordert hatte, städtt. sche» Eigentum iu der wüstest« West zerstört««, dl« da» Gesetz sonst n«r al» bo»hast« Beschädigung fremde« Eigentum» bezeichnet nrd bestraft. Wir zweifeln, daß Herr Fachlehrer Dr. Aloiü Mühlberger in sei««» Unter« cht auch nur ähn- Wa» ist seit dem 80. Jänner geschehen? Wäh- rend es in den vierzehn Fähren sogeitattntac marxistischer Herrschaft gelungen war, Schritt für Schritt Deutschland aitS seiner Isolierung zu befreien, Deutschland imeder eine gewiss« Wcltgelnmg zu geben, hat Hitler e» in went- gelt Wochen fertig gebracht, Deutschland wie- derum zu isolieren, eine kulturell« Mauer um , Dcuischland aufzurichten, die für da» nächste Jahrzehnt kaum übersteigbar fein wird. Durch die Duldung der grauenhaften Mordtaten, die in diesem Blatt au» der Verpflichtung zur Wahrheit veröffentlicht tvorden sind, hat Hit- ler und auch Hugenberg, und nicht zuletzt Hindenburg den schlimmsten Landesverrat be- gangen, den verantwortlich« Führer an ihrem Volk begehen können, indem sie geduldet haben, daß Deutschland» Name durch di« sich zu ihrer Partei und ihrer Regicrting bekennenden Verbrecher geschärrdet worden ist. Wenn e» sich wirklich nur um„vereinzelt« Ueber» griffe" gehandelt hätte, keine Feder hätw sich deswegen in Bewegung gesetzt. Aber allein das, was in der Berliner Hedemannstraße Nummer 5 unter der Verantwortung de» Herrn Bergmann vorgekommen ist, schreit gelt Himmel und bedeutet di« Schändung de» deutschen Namen». Landesverrat ist doch nach der allgemeinen Terminologie jede Handlung, die dem deutschen Volke Schaden bringt. Und die blutigen Untaten in den SA-Kafernen von Berlin(man denk« nur an den Tod de» Rechtöanwalt» Joachim oder den de» Kaufmann» Neumann) und hunderten anderen Städten haben Deutschland ungeheuer geschadet, wie ein Blick in di« AuslandSpress« lehrt. Darüber hinaus aber bat dieser Barbarismus, besten Geschichte geschrieben und den heutigen Machthabern noch in den Ohren gellen wird, die Lage der deutschen Minderheiten wie z. B. auch in der Tschechostowakei außerordentlich erschwert. Bor zwei Jahren hätte kein Mensch geglaubt, daß z. B. im Saargebiet sich eine Mehrheit für den gegenwärttgen staatlichen Zustand finden würde. Jeder war sich darüber Aar, daß bei der Abstimmung im Jahre 1935 die überwältigende Mehrheit der Saarbevölkerung sich zu Deutschland bekennen wich. Heute scheint«S so gut wie ausgeschlossen, daß da» Saargebiet zu Deutschland zurümehren wird. Wir fragen Herrn Hitler, ob di« Handlungen, di« zu diesem Faktum geführt haben, nicht schwer st er Landesverrat sind? Auch die Lag« de» Deutschtums in der Tschechoslowakei hat sich vollkommen verändert. Während di« groß«'Mehrheit der Deutschen auf dte kulturell« Verbundenheit mit Deutschland stolz war, bÄennt sie stch heute, abgesehen von den Hrikeranhängern in Nordböhmen zu der Tsche- choflowakei und legt Wert darauf, mit diesem Deutschtum nicht identifiztert zu werden. Ist, so fragen wir enteut, di« Herbei, führung dieser politischen Wirkung nicht g l a t- rer Landesverrat? In London, in Pari» und New Aorl werden di« deutschen Waren boykottiert. Groh« Komitee» bilden sich gegen die Bar- bavet in Deutschland. Sind nicht die Handlungen, di« solche» bewirkt haben, Landesverrat? Herr Httler und sein« Trabanten !< VuMniok VMbotMh UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunngraber Copyrigth bj Sod.tlt.-V.rUg, Frankfurt un Hain HM Dir» war eine» der Schlachtfelder von 1914 m denen sich kein« Erfahrungen, sondern die Leit- fasst der taktischen Handbücher spiegelten. Damachte di« Schlachten besonder» blutig und hier wurde überdies mit einem Materialaufwand gekämpft, der für di« Zeit abnorm war. Der Tumult, der sich andauernd steigerte, schien in keinem Verhältnis zu den Menscher zu stehen, di« di« weit« Mulde m lockeren Schwärmen durchwimmelten. In den Bodenwellen hämmerten die Maschinengewehre, der Himmel füllt« sich mit Schrapnellen und all« Häng« lagen unter schwerem Granatseuer. Al» Karl rrblastend den Rest de» Lattenzaunes ntederritt, überraschte ihn da» Geschrei von Hühnern, die sich in der Näh« auf «inen Baum geflüchtet hatten. Die Helnie einer Dragonervatrouille aber, die er. scharf gegen den grauen Himmel abgezeichnet, hinter sich auf dem Kamm sah, regten ihn zur Abenteuerlieb« der Jndianerbucher auf. Gegen halb vier war lein erstes Geschütz feuerbereit, gegen halb leck;» da» vierte. Er erhielt den telephonischen Befehl zum Feuern und gab ihn weiter. Di« Batterie hatte sofort vierzigmal in der Stunde zu schießen. Dierund zwanzig Stunden spater, während deren kein« Ablösung gewesen war und mentand in der Batterie'in Auge geflossen hatte, waren di« Haubitzen und Feldkanonen im Vorfeld fast alle zertrümmert und war da» Bauernhau» vor den Geschützständ.'n nur noch ein Ziegelhaufen. Seit dem Morgen tra» der Krnw nicht mit der Aesthetik eine» Dragonerhelm» über di« Schwelle der Ergriffenheit, sondern mit grauenhaften Ble>- . suren. Di« Hühner auf dem Baum lebten noch, Zecher die Batterie hatte Aves Geschütze und die Hälfte der Offiziere und Mannschaften verloren. Um diese Zeit drückten di« Rusten den link:» Flügel der Armee auf Rawaru'ka zurück und dem Kern bei Groüek drohte die Umgehung. Karl, der sich kaum mehr ausrechterhalten konnte ahnte von dieser Grfamtlage nicht», aber erkannte an den fortwährenden Zieländrntngen. daß der Feind auf der ganzen Linie int Angriff seitt mußte. Und nun erst wurde der Batterie: AnSfeuern! befohlen, Schießen ohna Unterbrechung. Dieser elfte September, der blatt und voll Sommerhitze war. dieser letzte Tag i»:r zweiten Lcntberger Schlacht, holte au» allen Beteiligten das Letzte heraus. Hier arbeitete nicht mehr eine Batterie, in der eine Idee wirksam war, sondern hier taumelte ein« Handvoll in Scktweiß gebadeter, über und über bedrecktcr Männer zwischen Leichen mtd aufsliegettden MunitionSunterstäii-den, zwischen d?r ttm- und umaeschanfelten Erde und dgn springenden Geschützen in einem Wunden Rasen hin und her. Dies« namenlose Not ervelchte ihren Höhe, vunkt. als um sechs Uhr endlich der Befehl: AuS- bauen! kam und unter der irrsinnig herschla- genden russischen Artillerie di>? Trümmer der demolierten Gechüv» verladen werden mußten. Der zerschmetterte Rest der Batterie stand dann bi» nach Einbruch der Dunkelheit wartettd auf einem Feldw:g. Formation um Formation zog vor ihr ab und unaufhörlich heulten die russischen Fernlaqen über ihr hin. Al» dann di« Batterie endlich auf die Straße hinabkam war diese bereit» durch mannshohe Schotterh""ken versperrt. Pioniere schrien aufgeregt um Eike, sie müßten die Brücken svrengen. So mußte die tu Tode erschöpfte Batterie, abermals in Schrapnellfeuer geratend, den Schott-r auSein- andrrpaddeln um für die schweren Fuhrwerke einen Durchlaß zu gewinnen. Es ging schräg an dem Grod^ker Bahnhof vorbei">td pausenlos in ein-n 24st>"ind'o-n Eilmarsch b'n"in Das bedeutete die dritte schlastole Nacht. Erst am folgenden Mittag wurde zur Menagicrung eine I Stunde Rast gemacht. Ohne Aufenthalt ging e» bis zehn Uhr abend» weiter, ehe man vor deut Bahnhof von Moszifla Halt machte. Hier erlitt Karl einen Nerveirzu'ammenbruch. Al» da» Rattern, da» di« schweren Räder auf der geschotterten Auffahrtsrampe Hervorri. fcn, an lein Ohr schlug, meldete er Maschinengrioehr- feuer. Der Hauptmann, selber grau tm Gesicht. tätschelte ihm die Wange und ließ ihn ablösen. Karl schlief dann Im Zug ein, während er sich den ersten Schuh aufschnürte. Die »erschlagen« Division wurde nach Krakau geführt. da» Gros des.Heere» wich unter dem Druck des Gegner» bis auf die Karpathen zu- nick. An die'em 18. September war auch die Marne^chlacht verloren gegangen und die deutschen Armeen waren auf die Somme— AiSne-Linie znrnckgenommen worden. In Lon- don hatten indessen die Vertreter d:r Ententemächte ein Abkommen unterzeichnet, keinen Sonderfrieden einzugehen. Die Arme« Hindenburgs hatte dagegen in Ostpreußen bei Tannenberg die ruffische Narew- Armre vernichtet und an den masurischen Seen die Njemen-Armee schwer geschlagen. Da» gab die Möglichkeit, zur Entlastung der Oesterreicher "on Oberschlesien aus anzugreifcn. Hindenburg kormierte seine Hanptkräste zwischen Beuthen und Krakau und die österreichischen Armeen gingen abermals gegen die Weichsel und den San vor. So wurde Karl bereits nach einigen Tagen mit seiner aufgefrischten Division wieder nach Tarnow einwaggoniert. Auf dem Weg vom Bahnhof "ach der Stadt mußte die Batterie auf einen Brückenbau warten. Karl sah fast dir ganze Erste österreichische Armee aufmarschieren. Er konnte angesichts de» Schauspiels nicht- anderes denken, als daß sie nun wieder in di« groß« Mühle geworfen würden. Zunächst gerieten sie in ein Inferno des Schlamms. Auf dem Vormarsch. der vierzehn Tage durch Regen ttnd grundloses Land führte, sah Karl niedergebrochene Pferde, die, hätte man sie nicht herauSgezerrt» im Straßenschlamm erstickt wären, weil st« zu erschöpft| lein Wertheim nur mit dem allergrößten Mißtrau«« begegne«. Daß diese» Mißtrauen aber einer Erziehung, dr engste Zusammenarbeit ztvische« Schul« und Pan» zur Voraussetzung hat, nur abträglich sei« kann, braucht nicht erst betont zu werden. Dir sehe« un» daher veranlaßt, dem löblichen BezlrkSschulauSschaß von diese« Tatsache» Mt- teilnng an machen und nm ein zweckent. sprechende» Einschreiten zn ersuchen, Trautenau, den ö. April 1SSZ. Hier werden also zwei deutsche Lehrer der Behörde denunziert, weil sie sich zu einer demokratischen Partei bekennen und weil sie an einer demokratischen, anti- fase ist! sch en Kundgebung teilge. n o m m e n haben. Die Behörde der demokratischen Republik soll Lehrer bestrafen oder maßregeln, weil sie für die Demokratie und gegen den HitlerfasciSmttS auftrcten. Dabei wird dem Genossen Mühlberger schon zum Vorwurf gemacht, daß er„stumm" zugesehen habe, wie seine Parteigenossen den Hakenkreuzlern einmal demonstrierte». daß auch wir Fäuste haben, un» zu wehren. Mühlberger hätte nach Ansicht der Nazi wahrscheinlich gegen sein« Genosten auftreten sollen! Ob und in welchem Zusammenhang er den erwähnten Ruf„Recht so!" getan hat, müßte fa erst geklärt tverden. Aber c» kann in der heutigen Zeit auch niemandem übel genommen werden, wenn er seinen Beifall darüber bekundet, daß die Terroristen einmal eine Lektion erhalten. Der Genostin Wertheim kann überhaupt nur vorgeworfen werden, daß sie mit ihren Genosten marschiert ist und den Frei- heitSgruß ausgebracht hat. DaS be- rechtigt nach Ansicht dieser sonderbaren Kämpfer für den„deutschen Arbeitsplatz" schon zu ihrer Maßregelung. Eine besondere Frechheit stellt die Berufung auf den Willen der„nichtmarxistischen" Elternschaft dar. Di« deutschen Schulkinder diese» Lande» stammen zu 30—-40 Prozent auS„marxistischen" Arbeiterfamilien. Trotzdem worden sie von einer Lehrerschaft unterrichtet, die zu 80 Prozent hakenkreuzlerifch und zu 95 Pro- zent„antimarxistisch" ist. Wenn jemand ein Recht hätte, sich über die politische Zusammensetzung der Lehrerschaft zu beschweren, dann sind w i r eS. And wenn die Nazi durchaus Wollin, daß di« Lehrer der Gesinnnna der Eltern folgen müssen, dann können sie unser« Zustimmung haben. Dann werden aber nicht sozialdemokratische, sondern hakenkreuzlerische Lehrer abgebant werden müssen» Angesicht» der Trautenauer Denunziation, die sich al» Kampf gegen deutsche Lehrer sozialistischer Gesinnung würdig an da»'anschließt, wa» man sich an anderen Orten gelegentlich schon geleistet hat, die aber an Frechheit alle bekannten Fälle bei weitem übertrifft, erklären wir unumwunden, daß sich damit jede Rücksichtnahme auch den nationalsozialistischen Lehrern gegenüber a u f h ö r t. Ihr wollt den Kampf btS.auf» Mester? Ihr sollt ihn haben! Beklagt Euch aber nicht, wenn wir aufzeigen. wie nationalsozialistische Lehrer ihr Amt zur Hitlerpropaganda mißbrauchen, wenn wir tm» dagegen wehren, daß Arbeiterkinder in der Schule moralisch und geistig veraewaltigt werden dttrch eine Pflicht» und ehrvergessene Lehrerschaft, die den Rubm der Bluthunde und den Ungeist der Httnnenkultur in der Schule verkündet! Be- klagt Euch dann nicht, schreit nicht über„Denunziation" und Gewalt, wenn wir Euch mit gleicher Waffe beimzahlen! Kbr habt e» gewollt» Ihr habt durch di« mutwillig« und frech« Denunziation sozialdrmo- waren, den Kopf noch einntal hocktzuarbeiten. Der Bormarsch selbst wickelte sich täglich mit dem gleichett Programm ab. Vormittag» Eilmarsch, nach Mittag Stellungsbau, dann bi» zum Abend Beschießung des weichenden Feinde» und schließlich Nächtigung im Freien, weil alle Quartier« von den leichteren Formationen schon überfüllt waren. Da man m der Sommerumform in dem ewigen Regen auch bitterlich fror, bedeuteten diese Nächtigungen die Grenze des Erträglichen. Tat» sächlich war e» nicht nur für die Menschen, sondern sichtlich auch für die Tier« ein Erlebnis, al» unter Hufen und Schuhett da» Pflaster Jaros- lau» aufdröhnte. Aber hier schaltete der Krieg seine anderen Register wieder ein. Schon di« Beziehung der Stellung am Bahndamm kostete Menschenleben. Es war dabei unvermeidlich, unter dem Feuer de» Gegners, der sich am San verschanzt hatte, den Exerzierplatz von JaroSlau zu pastieren. Karls Batterie lag dort dauernd unter Flanken-Maschi- nengewehrfeuer. Der Kommandant der Batterie fiel in einem Augenblick, in dem Karl Meldung erstattete. Karl selbst erhielt einen Streifschuß und tat ein« Woche mit verbundenem Kopf Dienst. Das Eindrucksvollste war jedoch ein Armeebefehl, der darauf aufmerksam machte, daß die Truppe, da sie hier überwintern würde, bei der Beschaffung de» dazu Notwettdigen, keine Kosten zu scheuen brauche. Damit tvar das Wort von den Heeren, die wieder zu Haus« wären, wenn dbe Blätter fallen würden, erledigt. Uebrigen» hätte sich das Schicksal für dies« Feststellung keinen passenderen Platz aussuchen können als diese» dämonisch trostlos« JaroSlau. All« Fenster der Stadt waren zerschlagen und aus den Sümpfen der Umgebung und den kadaververgifteten Brunnen dampfte die Eholera. Auch hatte Karl durch di« Verwundung den letzten Rest seiner inneren Spannkraft eingebüßt. Die kindllche Hoffnung nämlich, daß er zu den Gefeiten gehören wüÄe. (Fortsetzung folgt.)- Nr. 88 Sonntag, S. April 1988. Seit« 8 kraiischer Lehrer, deren Gesinnung allein genügen soll, sie brotlo« zu uiachen, obschon eS die demokratisch« Gesinnung ist, de« Faß de« Boden - ausgeschlagen, unser«««duld erschöpft. Mir kSu- I mit nicht dafür, daß di« sudetendeutsche« Asse« , und Anbeter Hitler- di« Republik mit dem Sul- tanat Preußen verwechsel«. All« folgen eine» Kampfes, den wir rücksichtslos zu führen bereit i find, kommen über di« verblendeten und in ihrem Haß hemmung-los«« Faseisten. Wir halt« lang« Geduld. Run ist es Schluß damit. Run werden wir anders mit dieser blutrünstigen Demagogen« und Deuunziautenbande rede«! Der Telepath Ifanassen ermordet. Hatte wieder ein« Mörderzentral« di« Hand uu Spiel? Berlin, 8. April. Gestern wurde von llhausseearbeiter» bei Baruth(Brandenburg) tu einer klein«« Tanueuschouuua an der Landstraße di« Leich« eines güt geÜeidete« Mannes ausgefunde«: in dem Toten wurde der unter de« Name« Erik Ja« Hauusse« als Hellseher bekannte Verlagsbesitzer Hermann Steinschneider agnoöziert. Die Leich« HanussenS wies mehrer« Schußverletzungeu auf, dl« ihm imgeuschelnlich von fremder Hand beigebracht ward««. Da bei der Leiche Geld und Wertsache« gefunden wurden, scheint ein« Raubabsicht des Täter- nicht in Frag« zu kommen, so daß man offiziell eine» Racheakt" annimmt. Der Vertreter d«S HPV meldet, daß mit der Auffindung der Leiche verschieden« Nmstäud« zu- sammenhäugeu; cs werd« erst von der Polizei, lichen Untersuchung abhäng«u, ob eS gelinge« werd«, in dies««ssäre Licht zu bringen. Hanussen, der zu den eifrigsten Hitler- Anhängern zählt«, war noch vor einigen Wochen in Beni« ausgetreten. Dann verlor er«ine« Prozeß vor einem Berliner Gericht, wobei di« Blätter damals meldeten, daß er geflohen sei. Nach unseren Informationen ist Hauusse« jedoch damals in Schutzhaft genommen .worin«. * Die„national« Revolution" hat einen der ihren erschlagen— eine Aben- teurcr-Natur, die die Propagierung deS Hitler- Reiches zur eigenen Sache erhoben und zum Ge- genstand seiner geschäftlichen Aspirationen erniedrigt hat. Hanussen, das war der Freund und Beratung der Goebbels und Goering, der R ö h m und Helldorf; seine Anregungen empfing er in den Salons der blonden Frauen des Dritten Reiches, und im Braunen Hause ging er ein und auS. Mit dankbarer Freude spannte man seine Gabe als Hellseher und nicht zuletzt leine Rellamekünste ein in den Dienst der Sache LitlerS.. Erik Ian Hanussen„wußte viel, er wußte allez.— Und schließlich wußte cr_ zu viel! Die Tatsache, daß er, der Kämpfer für die arische Rasse und für echtes Deutschtum, ein einfacher Jude auS Mähren war, wurde zum willkommenen Anlaß, ihn sicherzustellen. Er geriet in Sämtzhaft, die Schutzhast wandelte sich in SA- Hoft. Und damit war sein Sch'cksal— ein Schicksal, das er trotz seiner„Grb." nicht ganz vorausgesehen zu haben chentt— besiegelt. B e i Rächt und Nebel wurdc e> n Eingeweihter ermordet— ermordet von den Beauftragten derselben, die er zur Höhe zu führen redlich bemüht war. Erik Jan Hanussen war alles andere eher, di eine erfreuliche Erscheinung, doch darum geht ks nicht. Was wir besagen, was wir mit immer mehr sich steigernder Entrüstung anllagan werden, das ist die Tatsache, daß ein Mensch durch die braunen Horden ermordet worden ist,— nur deShelb, weil er unbequem geworden. H c ut e war Hanussen das Ziel der feindlichen Kugeln. Aufwcn werden sie morgen gerichtet sein? Jin Brennpuillte der Oeffentlichkeit stand Hanussen im sogenannten Hellseher- Prozeß in L e i t m e r i tz, der im Jahre 1927 begann und im Jahre 1930 mit einem Freispruch Hanussens endete. Auf Grund der Anzeige eines Gendarmen hotte die Staatsanwaltschaft gegen Hanussen wegen seiner hellseherischen Tätigkeit Anklage erhoben. Während des Prozesses wurde H. aus seine Fähigkeiten hin überprüft und er mußte ihm gestellte Aufgaben lösen. DaS Devisrnabkomme«. Gestern wurden in Prag die Verhandlungen mit Deutschland über die Regelung des Zahlungsverkehrs abgeschlossen. ES wurde em Abkommen paraphiert, das am 12. d. M. in Kraft tritt. Durch dieses Abkommen wird der wechselseitige Warenaustausch nach dem Stande aus der letzten Zeit wie auch der mit dem Warenaustausch zusammenhängende Zahlungsverkehr geregelt, und zwar so, daß die Zahlungen auf beiden Seiten auf ein besonderes S a m m e l k o n t o der beiden Zettelbanken erfolgen werden. Auf das Sammel- konto der Tschechoflowakischen Nationalbank bei der Reich-bank in Berlin werden die deutsche» Importeure ohne die bisherigen Beschränkungen in der Form autonomer Devisenkontingente zahlen können. Gleichzeitig wurde der Bäder» um» Touristenverkehr auS Deutschland nach der Tsche- chosiowakei in der. gleichen Art geregelt, wie eS Deutschland einigen anderen Staaten garantierte, z. B. Italien, der Schweiz usw. Das Abkommen kamt frühestens am 1. Juli und hierauf immer am ersten jedes. Monats mit einuwnatiger Kündigungsfrist gekündigt werden. Dk^OipksIpumr^s^IsuoksIoisus^nLktk Sudeten-Nazis für Burgfrieden Herr Karg plädiert für„parteipolitische Distanz zu den Ereignissen im Reiche*! Mit einem Leitartikel, der gestern gleichzeitig im„Tag" und im„Taplitz-Lchönauer Anzeiger"(und wahrscheinlich auch noch in anderen Ganz« und Halo-Razi-Dlättern) erschien, überraschte Herr M. K., also der sattsam«„Tag"- Schriftleiter Max Karg, de« nicht vorauS- blickenden Dell der sudewndeutschen Oeffentlichkeit mit einer„Ernsten Mahnung", die den Gipfelpunkt anaswestimmter politischer Tartüfferie und einer verlogenen politischen Taktik sondergleichen darstellt. Er wendet sich gegen daS„wenig erhebende Schauspiel' de» fudewndeutschun Kampfe» zwischen Sozialisten und H in der letzten Nacht auf oldgrube bei Langlaaate in der ehemaligen Transvaal-Republik. Durch ausströntendeS Gas wurde»« drei europäische Bergbeamte getötet. Zahlreiche Bergarbeiter erlitten Gasvergiftungen. Lttaulfche Flieger-Deserteure- Warschau, 8. April. In der Umgebung der Genieinde Äviencianv im polnisch-litamschen Grenzgebiete landete ent litauisches Militärflugzeug, das mit einem Maschinengewehr und mit Fliegerbombcn ausgerüstet war. Di« Besatzung des Flugzeuges bildeten zlvei Flieger, die erklär» len, zu der ersten Flieger-Eskaore in Kowno zu gehören; sie hatte»« an einer Verschwörung gegen die litauische Regierung lcilgenommcn und um der ihnen drohenden Verhaftung zu entgehen, flogen sie aus Polnisches Gebiet. Entfallender Ministerempfang. Minister für soziale Fürsorge Dr. Czech empfangt am Dienstag, den 11. April, nicht die üblichen Besuche.. Maae der SUrimfottafe «. Apekk. 20.090 K: SIE, 101.533. 10.000 K: 6662, 42.512, 91557. 5000 R: 7693, 8114, 12.692, 18.967, 17.003, 19.985, 20.707, 24.147, 24.858, 38.474, 89.185, 67.186, 57.777 63.188, 66.088, 90278. 2000 K: 1254, 1783, 6069, 6445, 6895, 6898, 8298, 9798, 11.546, 12.780, 12.932, 16.917, 17.106, 17.619, 19.768, 20.120, 28.972, 31.095, 81.724, 82.153, 33.042, 84.280, 85.488, 87.182, 40.150, 41.650, 42.86!,. 43.347, 44.012, 47.918, 50.655, 50.794, 58.473, 61.035, 62.649, 62.718, 67.593, 67.853, 67.922, 68.656, 71.269, 72.067, 73.186, 75.758, 77.714, 78.608, 79.299, 81.374, 83.687, 85.354, 85.675, 87.940, 91.803, 93.275, 94.507, 94.712, 95.224, 95.419, 96.562, 98.208, 102.882, 104.712. 278 Millionen auf die ArbeitSankeihe eingezahlt. In den Zeichnungsstellen der Konsortien, Institute und Banken für die staatlichen finan- ziellen Operationen wurde in der Zeit vo«n 3v. März bis 8. April 1983 ein Betrag von insgesamt 278,744.000 K« für die Staatliche Arbeit«.- anleihe gezeichnet. In dem hier angeführten Be- trag sim> nur jene Zeichnungen eingerechnet, dere>« Gegenwert bereits eingezahlt wurde. Der Stand der anaemeldeten, jedoch noch nicht eingezahlten Anmeldungen, die in der nächsten Zeit liquidiert werden, ist sehr groß. Kommunist" Dr. Bell. Die nationalsozialistische„Nachtpost" in Wien hat die heuchlerische Frechheit, zu behaupten,„Der Kommu- n i st" Dr. Bell sei einer der Brandstifter de« deutschen Reichstage« und sei offensichtlich aus Befehl Moskaus erschossen worden." Darüber, daß einer der Täter an Ort und Stelle verhaftet wurde und sich al« Nationalsozialist bekannte, darüber, daß al« Chef der Mörderbande.Herr Danzeisen vom Braunen .Haus in München identifiziert worden ist, schweigt daS famose Blatt der Hakenkreuzlcr. Und die angebliche Brandstiftung im Reichstag? Wir glauben,.Herr Goering vermag darüber Genauere- zu sagen, als die Wiener Nasioten! Moderne Verkehrsregelung. Der Straßenverkehr wird jetzt in England durch ein elektro- matifches Signal-System geleitet werden, das ursprünglich auf dem Trafalgar Aquare eine«- führt war, wo e« sich sehr gut bewährte. Die bisherige Art der automatischen Leitung dcS Verkehres beruhte darin, daß dieser an den Kreuzungen in de» verschiedene«« Richtungen nacheinander und in regelmäßigen Intervallen geregelt war. Nach dem neuen System«verden die kar- bigen Lichtzcichen von einem Detektor gegeben, der die Anwesenheit und die Bewegung sich nähernder Fahrzeuge auffängt, so daß der Verkehr in den einzelnen Richtungen in Ueberein-, stimmung mit der ständig me-b«<>lnden Ve^-^r«. bewegung und mit deren Erfordernissen geleitel wird. DaS neue System wird in der nächsten Zeit in 36 Städten, hauptsächlich in den. Judo- striegebietrn,«ingesübrt werden. Defizit der Fis-Kämpfe. Der Innsbrucker Gemeinderat beschäftigte sich mit der Abrechnung über die Fis-Kämpfe. E« stellte sich heraus, dah die ursprünglich vorgesehenen Ausgaben von 132.000 Schilling um 93.000 Schilling überschritten wurden, lind zwar infolge der mit den« ungünstigen Winterwetter zusammenhängenden Mehrausgaben. Vom Land Tirol dürften etwa 50.000 Schilling beigetragen werden, so daß nmt ein nngedeckter Abgang von 40.000 Schilling für die Stadtgemeinde Innsbruck verbleib Flugzeugzusammenstotz. Am Flugplatz Cen- tocello in R o>n stießen knapp über der Erde nvc« Flugzeuge zukainmen, wobei der Pilot des einen Flugzeuges. Kapitän Pagnani getötet»vurde, «vährend der Pilot deS anderen Apparates unverletzt blieb. 20.000 Todesopfer der englischen Grippe- Epidemie. Die Zeitschrift„British Medicinal Journal' bringt«ine Schätzung, wonach die letzte Grippe- Epidemie tn England 20.000 direkte Todesopfer gefordert hat. Das Blatt erklärt, daß diese Epidemie nicht so ernst gewesen fei wie diejenige vo«n Jahre 1928/29, daß man sie aber hinsichtlich der Heftigtc'I mit der Epidemie der Jahre 1922 und 1927 vergleichen könne. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» au» den Programmen. Montag. Prag: 6.15 Gymnastik. 11.00 Schallplatte«« 13.40 Schallplatten. 18.25 Deutsche Sendung: Sie Kunst d«S Schenkens. 21.00 Gesang. 21.20 Orchesle«- kouzcrt.— Brünn: 18,25 Deutsche Sendung: Französisch. 19.25 Schrammelmusik.— Berlin: 15 53 Liszt.— Breslau: 20.00 Deutsche Sänger.- Mühl- acker: 16.00 Schumann-Lieder.— Königsberg: 1600 Orchesterkonzert— Leipzig: 16.00 Künstlernaib- wuchs. A.30 Unterhaltungskonzert.— Wien: 20?0 Unterhaltungsmusik. Dienstag. Prag: 6.15 Gymnastik. 11.00 Schallplatte«« 18.25 Deutsche Sendung: Bon der klassischen mr modernen Operette. 1926„Sirenen über der Stadt", Hörspiel. 20.30 Orchesterkonzert. 21.00 Konzerl.- Brün«: 12.30 Orchosterkonzert. 18.25 Deutsch« Sendung; Deutschmährische Sagen. A.30„Zwei Stimmen", Hörspiel.— Berlin: 18.00 Siebe« bei jungen BrahmS. 21.00 Hugo Wolf.— Mühlacker: 20.45 Opernkonzert.— Königsberg: A.00 Johanncr- Passion von Bach.— Langenberg: A.00„Wilhelm Dill" von Schiller.— München: 2120 Bruckncr- Sinfcmte. niiittHiHHiiiiiuiiiiitiiiiiiiininiiiiiiHiinmninimiiHiiiniinniHiniinHiiiHiniHiiiiniimiHiHtiiiiiinnnnininiiinniiinHnuiiniHiiiniminiinmiiiiiiitiiiiiiinniniifminiiiiiiniinnniiiiiiiitiinmiNnHnnii Täglich tausend Fliichllinge nach Amsterdam! Dille Dir die indischen Auswanderer in der holländischen Hauptstadt Nr. 85. Sonntag. 9. April 1988. Sozialdemokrat" Leite 5 I Gesang, ml.1»^,«IrSfc r- einen normalen Blutdruck, Zu besitzen, deutschen bisher Pensionsanstalt, Brünn, Otevkent LV— Amts- stell« B der Allgemein«,, PenstonSanstalt, Brünn, Otevlentl LV—?lmISst«lle der?IN,z»-.ettien Pensionsanstalt, Preßburg, ütefanikovü 41. WIR DIENEN IHNEN MIT EINER REICHEN AUSWAHL IN FRÜHJAHRSSCHUHEN! VERSCHIEDEN SIE NICHT DEN OSTER-EINKAUF AUF DIE LETZTEN TAGE VOR DEM FEST lelri beituen wir die aröhte Auswahl. Sie können neunem mehrere Paare ausprobieren n. haben die Silberhell, das oewiinldile Modell zu erhallen. tz n ach j ihriger Wörter. Waldshut(Baden), 8. April. Der Wiesen» gründ Stollennia t in der Bcmarkung Strittma-t war gestern der Schauplatz eines Schrecken er» regenden Vorfalles. Der achtjährige Sck;ülcr Erich Frommher; aus der Gemeinde Strittmatt war mit d«r siebenjährigen Gertrud Kaiser nach dem Wiesengrund gegangen, um Blunren zu suchen. Eine Stuilde später kam der Junge allein nach Hause zurück. Die Eltern des Mädchen? machten sich auf die Suche und fanden zu ihrem Entsetzen ihr Töch erchen in dem Wielengrunde erschlagen auf. Die Untersuchung ergab, daß der Knabe seine Gespielin mit"einem Holzprügel und einem Stein erschlagen hatte. Di« Erholungsheim« der Allgemeinen Penflons- anstatt In Prag. Am t. Mai werden die AnstaltS- erholungsheime in Luhatschowitz und Morienbad geöffnet. Die Erholungsheim« haben den Zweck, kurbedürftigen oder erholungsbedürstgen Versicherten einen Badem,fenthalt gegen eine mäßig« Gebühr zu ermöglichen. Die TageSpensio», in wclcher Unter, kunft und ganztägig« Aerpslegung(Frühstück, Mittagessen, Jause und Abendessen) inbegriffen sind beträgt für Versichert« 24 U. tzamilienm'tglieder, ivelche in di« Erholungsheim« nur während der Zeit vor und nach der Saison ausgenommen tvrrden, I zahlen 0Ü K täglich. Das Bad tzuhatichowiv ist insbesondere für chronisch« Katarrhe der oberen Luftwege, für Erkrankungen der BerdauungSorgan«, Neurasthenie usw. Indiziert. In Morienbad werden mit bedeutendem Erfolge Stoffwechselkrankheit«» und deren Folgeerscheinungen, Frauenkrankhcilen, Herzkrankheit«» u. a behandelt. Ausgeschlossen von der Behandlung sind in beiden Bädern Lungen, und Halskrankheiten tuberkulöse» Ursprungs sowie überhaupt sämtliche ansteckenden Krankheiten. Die Gesuche sind im Weg« der zuständigen AmtLstell« der Allgemeinen VenfionSonstalt einzubriugen. Ti« erforderlichen Drncksorten und Prospekt«, bi« alle näheren Informationen über di« AnsialtSerholungS.. heim« enthalten, sendet auf Wunsch die Allgemeine PrnsionSanstalr in Prag, sowie deren Am.rstell-n In Prag, Brünn und Preßburg. Di« Adressen der Amttslellcn lauten: AmtSstelle A der Allgemeinen PciisionSanstalt, Prag II., PodskalskA LI— AmtS- KLEIDUNG/ ?■ In elniljai tiger Auswahl; Greuclpropaganda Im SihnndlunK. Man schreibt unS: -Am Vorgänge neu Freitag sollte der Leipziger Sender ursprünglich die„EsardaSfürstin" funken. Ten Hörern wurde jedoch ein Hörbericht vorgeführt, der den stolzen Titel trug:„Wir trogen das Banner der Freiheit!" Man Hörle Schilderungen auS dem Leben und Treiben der SA. Dieser ein« Abend hat mehr Propaganda gegen Hitler-Deutschland gemacht als es alle AuSlandSblätter.zusammen vermögen. Da wurde berichtet von einer Aktion der TA gegen Kommunisten. Man vernahm di« .Kunde, daß die lvackeren Männer vom.Halenkreuz ein KomMuuistennest auSnehnien iverden, lricgie dann einen„Ausschnitt" aus einer kom- numistischen Versammlung zu hören: das Gröh. len und Schimpfen von Arbeitern nämlich und dann das forsche Auftreten der Nazi:„Hände hoch, sonst wird geschossen!" Gin Appell der Arbeiter, an d'.e Anständigkeit der SA wird so beantwortet:„Wartet, e r st müssen wir euch«in w c n i,g den Buckel massieren.' Stolz ziehen die Hunnen mit den Gefangenen ab. Tann folgte ein Ueberfall auf eine m a r x i- slischc Hochzeit. Der Brautvater hält gerade«ine Rede als die Nazi ciirdringm. Alle Hochzcilsteilnehmer werden als klägliche Zäm- merlmge geschildert, die zusamnniifallen, als die Nazi zum Revolver greifen und tat. sächlich schießen. Nach getaner Heldeilarbeit singen sie ein Lied zum eigene» Lobe. Diese Gemeinheiten waren von Gesängen umrahmt:„Deutschland erwachet und Juda ist tot", während gleich hinterher ein Sprecher rezitierte:„Sei auch ein Träger dieser Tat, die größer ist als alles war!" Dem folgt« wieder„trvtz'ger" off.'nbar Einstein zu Ehren: Wir aber singen ein grimmiges Lied und rufen hohnlachend hinzu: Der kleine SA-Mann im „Verband für Arbeiter-Winter-Touristik". Es wurden in der Saison 1031/32 insgesamt 837 Ausfahrten mit 6910 Teilnehmern auSgeführt. Erfreulich ist daS Anwachsen der Mitgl eder in den verschiedenen Fachsektionen. Im besonderen sind Fortschritte im Photo» und Lichtbildwesen durch die Errichtung vornehmlich auSgrstatteter Dunkelkammern zu verzeichnen. Eine Anzahl geräumiger Natur- ir«undehäuser:- Am Erzgeb'rgr: Neuhammer bei Karltbed,. GotteSgad(höchslgelegene'Stadt Mitteleuropas), Gcrsdors bei Komowu, Kleinhahn bei Katharinaberg, Motzdorf bei Fley. Vorder-Zinnwald, „Morbachhülte" am Miickenterg, Nollendorf bei Aussig. Im Elbesandsteingebirg«: NcnnerSdorf bei Bäh. mlich-Kamnitz. Lausitzergeb'rge: Jägerdärscl an, Für-, der Laustl.« und Niederlie^'cnwaide. Jscr zeblrge:„Kön'gShöhe" bei Reichertbarg. Allvater- ze Karlsdorf bei Klein-Miibrrn. Riest», lebirg«: Stufenseite bei Petzer. Beskiden: am Smrk, ferner Moder am Sand bei Prrßburg, in der Tatra, bei Kaschau, am Fuß« der Kamen« Baba, Preiivv und schließlich im Daubaer Ländchen in Schelesen bei Liboch sichern Gelegenheit für Unterkunft, Räch- tigung bei Wanderungen, Ausflüge und sind auch '„folg« ihrer günstigen Lage zur Verbringung von Urlauben bestens geeignet. Dir Mehrzahl ter Zchutzhätiser sind ganzjährig gcöfinet und bewirt, ichaftet, daher auch für SchulanSslüg« zu empfehlen - Biel« Begünstigungen wst Fahrpreisermäßigung im In- und AuSlande. auch als Einzelfahrer, vorteilhaft« VersicherungSeinr'chtungen.Ermäßigungen bei ausländischen Brudcrorganilalionen bei Nächti- gunge» u. a. m. genießen die Mitglieder dieser Or- ganfation. Ein geringer Jahresbeitrag von S 17 bis 26 X mit zwei touristischen Zeitschriften ein« 'chließlich der Ortszmchiäge sichert den Anspruch der vielseitigen Leistungen und Einrichtungen des Ge- ianitvrreinS. Ratursreunve-Arbett im Jahre 1932. Der Touristeiwerein„Die Naturfreunde", Sitz Aussig, hat im offiziellem Vcre'nSorgan„Berg frei!" Folg« 8. den Jahresbericht 1982 veröffentlicht Ti« 'chwere Wirtschaftskrise der kapitalistischen Gesell schaftsordnung wirkt sich auch hier aus. Kurzarbett, Arbeitslosigkeit hemmten den Aufstieg der Bavcgung. Di« Organisation zählt 8399 Mitglieder, über 100 Ortsgruppen, di« von acht Gauen und dem RcichSausschuß betreut werden. In Böhmen, Mäh ren, Schlesien und der Slotvakei haben d'e Natur freunde festen Fuß gefaßt. Die I o u r i st i s ch e Tätigkeit war r«g«; insgesamt 414t offiziell« Touren mit 37.779 Teilnehmern wurde» geführt. Halbtags-, Tages-, MehrtagAvandernngen, Jugend- und Kinderwanderungcn, Wanderungen mit Vor abend, wechselten ab. Auch Urlanbstouren von drei- biS litägiger Dauer im I». und AuSlande wurden geführt. Frenrdenführungen, Exkursionen, Museums- besuche, Siädtewanderungen, Verein». und Gesell- schastSreisen, Klrtterwanderungen, Bergfest«, Hüt- tensestrn, Gründung»-- und Bestaudsstste, AuSstet- lungen. Bezirks-, Gau« und ReichStrefsen gehörten zur vieliieitigen BerrinStät'gkeit. D:e Ku r S t S t ig- k r i t war gut. Führer-, Kartenlele«, Photo-, Ski«, Kletter- und SanitäiS-Knrse fanden statt. Zur Er- weiiernng der BildungSbestrebungrn ver fügen die Ortsgruppen über reichhaktig« Dibl'otheken. Außer den Gauen werden von«inigen Ortsgruppen eigene WanderauSkunftSstellrn und UrlaubSberatnn», gen unterhalt«». Die Winter-Touristik zeigt,stelle I der Allgemeinen Pensionsanstall, Prag II.. Fortschritt« durch die Bildung deS Zweckverbandet| RaSinovo tu'ibr. 60— AmtSstelle A der AUgemoinen letzten Glied ist hundertmal mehr wert als du! Nachdem dann noch verkündet ivorhen war, tÄß ,/n München viele gefallen sind"— wobei man zu sag'-»' vergaß, daß die Primadonna trotz vorversger Dersichcnlng nicht dabei war — erklang daS blutrünstig« Horst Wesicl-Lied. DaS tvar der lebendigste Beweis, welchen Weg nach abwärts daS deutsche Bolk genommen bat. Im Intereste des geknechteten Teiles der Nation kann man nur wünschen, daß die Hunnen ihre eigene Niederträchtigkeit, möglichst als kuliurclle Spitzenleistung verkleidet, in den Aeiher rufen. DaS hörende Ausland wird sehend werden. und geworben, gestritten»nd gelitten, llnvcr» wttstlichcr Optimismus erfüllte seine Seele und in unendlicher Liebe schlug sein tvarmeS Herz kür seine Klassenbrüder. Selten oder nie wurde ihm Dank gezollt, den er auch n»e begehrte. Er steckte Nackenichläge und Borwürfe der immer Nnzu- friedcnen und ewig Unbelehrbaren ein— und wankte nicht und wich nicht. Er kannte kaum ein Familienleben, denn sein strenger Dienst, dem er sich im grenzenlosen Idealismus freiwillig unter- zosi, lieg ihm keine Zeit, mit seinen Kindern z» spielen, mit seinem Weib, das meist seine treue Helferin war, zu tändeln. Ihm war die Partei immer die Gottheit, die Opfer von ihm heischte, die er freudig brachte. Was ist naheliegender, als daß sich die Wut der sascisttschen Brandung gegen diesen Treuesten der Treuen zuerst richtet und ihn zu verschlingen droht. Der Spießer und der Heuchler, der Schieber und der Betrüger, der streberhafte Lakai und der geistlose Bierbankpolitiker, dieser ganze Schwarm von Schmeißfliegen'und Drohnen, beehren ihn mit ihreni infernalischen-Haß. Sic können eS nie vergessen nnd werden eS nie verzeihen, daß der Funktionär in seinem Kreise keinen Augenblick müde wurde, auf diese Pestbeulen der Gesellschaft hinzuweisen und seine warnende Stimme zu erheben. Sie rechnen e» ihm als todeswürdiges Verbrechen an, daß er ihnen auf den Grund ihrer schmutzigen Seele sah und ihnen manches dunkle Geschäft verdarb. Nun wähnen sie die Zeit gekommen, wo sie das schon Der SliiMin*. 's ist Krieg,'S ist Krieg! O GotteS Engel wehre und rede du darein: 'S Ist leider Krieg— und ich begehre nicht, schuld daran zu sein M. Claudius. Ja, es ist leider Krieg. Erbarmungsloser, unmenschlicher Krieg. Mit ungleichen Waffen. Dem bis an die Zähne bewaffneten Gegner steht daS völlig entwaffnete Proletariat gegenüber. Denn dieser Krieg ist letzten Endes ein Krieg des unersättlichen Kapitals gegen die Arbeiterschaft, ein Krieg der fascistischen Reaktion gegen den viel genannten und auch so wenig gekannten „Marxismus". Eine Massenraserei, eine Psychose von noch nie gekannter Intensität und Ausdehnung hat daS deutsche Volk ergriffen. Die Bomben auf Nürnberg 1914 und der Reichstagsbrand 1933 ähneln einander wie die Äreuelmcldungen aus Belgien damals und die„Äreirelhetze de» Weltjudentums" heute. Und Mitten in dieser ungeheuren tosenden Brandung furchtbarster Brutalität und namen» loser Gemeinheit steht-7-„bewundert viel und viel gescholten".— der unbekannte Soldat deS Proletariats, der sozialdemokratische Funktionär und ReichSstannerführer. Unverdrossen und mit übermenschlicher Geduld hat er seine Pflicht erfüllt. Tagaus, taaem, treppauf. treppab, im Rege» und Sonnenschein, bei Sturm und Wetter kommt, der andere kann ein starker Zigarrenraucher sein und doch bis weit in di« 60 hinein von den lästigen Beschwerden der Arterienverkalkung völlig frei sein. Und doch, auch bei ihm fielen sich— nur nicht in so ausgesprochenem Grade— geheim und unbemerkt diescben Alter»« nnd Abnuyunaserscheinungen aller Organ« ab wie bei allen Menschen. Auch bei ihm wurde der Anatom sicherlich an alle» Blutgefäße als Ab- wchrmaßnahme gegen diese Abnutzung„Arterienverkalkung" fcststellen können. Denn bis zu einem gewissen Grade ist nach dem 80. Lebensjahr die Verkalkung in geringem Ausmaß ein nornialer Zustand. Durch mannigfache Ursachen, Beampruchun» aen aller Art, wie sie das tägliche Leben unseres Körpers mit sich bringt, spielen sich in den Wandungen der Gefäße mikroskopisch kleine Schädigungen ab. Die Wände erschlaffen, die kleinen schadhaften Stelle» heilen völlig unbemerkt mit winzigen mikroskopisch kleinen Entzündungen aus unter Hintenaung von Kalk- ablagerungen. Und noch eine unaiigenchme Folgeerscheinung tritt ein: die Gefäßoffnung verengert sich, da die Wandung durch Auflagerungen nach der Innenseite an Dicke zunimmt. Dies sind die gefürchteten Folgen der Arterienverkalkung. Durch das verengte Gesäß strömt weniger Blut und der Körper, der dafür sorgen muß, daß alle Gewebe gleichmäßig und genügend mit Blut versorgt werden, muß die Schäden der mangelnden Elastizität durch dir Gefäßverengiing an»- gleichen, koste eS was eS wolle. Hier taucht ein neues und doch zu bekanntes volkSIünilich:» Schreckgespenst auf: der erhöhte Blutdruck. Auch der hohe Blutdruck ist nicht so bedrohlich, wie im allgemeinen behauptet wird. Im Gegenteil, er_ift eine Aus» alrichSerscheinnng, mit der der Körper sich sein Recht verschafft, in erster Linie also eine Schutzvorrichtung. So wird heute auch kein Arzt mehr um jeden Preis und mit allen Mitteln den Blutdruck herabsetzen wollen. Bor allen Dingen — ganz im Gegensatz zur vorigen Aerztegcnera- tion— wird der heutige Arzt die Aufmerksamkeit de» Patienten von dem jeweiligen Ergebnis der Blutdruckmessung ablenken. Man Ivciß heute, daß^ keineswegs der hohe Blutdruck(eine schwere Nierenerkrankung ausaenommens das Syniptom einer hochgradigen Arterienverkalkung sein. muß. Der Blutdruck wird von allen möglichen Momenten beeinflußt, am meisten aber durch Nervosität. So ist cs kein Wunder, ~“*'"" i- druck gewaltig herabsctzen, und da ein guter Arzt weiß, daß Angst, Unruhe und Ailfregnng den Blutdruck ganz erheblich in die Hohe schnelle» lasten können, wird er am besten oen Patienten über den jeweiligen Stand des Blutdruckes gar nicht auf dem laufenden halten, vor allem aber der Messung nicht mehr lo entscheidende Beden- mng zukommen lasten. Nicht» ist unüberlegter, alü die Patienten durch die schockierende Mitteilung eine» sehr Hohen Blutdrucks in Angst zu versetzen und sie aus diesem Umwege kränker zu »rachen, al» sie in Wirklichkeit sind. Gibt e» doch l viele Menschen, dir ihr Leben lang vernügt leben, Meiimkaikono ist Schulz Ei« unabänderliches Naturgesetz.— Abbau nach dem 80. Jahr.— Ast«« Augst bei erhöhtem Blutdruck. Bon Dr. med. Martin Goltz. Arterienverkalkung! Gefürchtete» Wort. Alter, Abnutzung, Tod sind die Schreckgespenster, die bei der oloßcir Erwähnung, ja nur bei dem Gedanken an Arteriosklerose bei der Mehrzahl aller Mensche» auftauchen. Arteriosklerose und Krebs sind die gefürchteten Krankheiten bei denen, die die Vierzig überschritten haben, und dabei wisst» die wenigsten, daß die Arterienverkalkung eigentlich eine Schutzmaßnahme deS langsanr sich abnutzendcn Körpers ist und— 1*:-",:„....._i Mit einiger Vorsicht natürlich und Rücksicht auf die unvermeidlichen, naturgegebenen Tatsachen, daß bei jedem M.nfch«n mit dem 80. Lebensjahr im Körper langsam und unnierkbar meist ein allmählicher Abbau anhebt, d. h. daß die Abnutziingserscheinnngen in allen Oraancn über die Aüfbauvorgänge überwiegen. An diesem Naturgesctz läßt sich nicht rütteln, nur daß bei dem einen oder andern— je nach den mehr oder weniger günstigen LebenSbcoingungen— dir Erscheinungen sich früher oder später bemerkbar machen. Ten einen ereilt schon mit 35 Jahren sein Geschick niit einem Schlaganfall, was jttxn I sehr selten ist, aber doch immer wieder vor- ja sogar andere, die mit einem Blutdruck von 200 sahrclang ohne Beschlverden leben können. Degweqen ist e» ganz verkehrt, alle vier Wochen zum Arzt zu gehen, nur um sich ängstlich seinen Blutdruck messen zu lasten nnd unglücklich zu sein, wenn er 10 Millimeter höher ist, als e» dem Alter entspricht. Der Patient kann mit feststehenden Daten gar nichts anfangen: nur d-r Arzt kann im Verein mit allen anderen Krank» beitSerscheinunaen und durch leine ärttlickv Erfahrung das Resultat vcrtverten. Wie beugt man nun der ArterienveAalkung am besten vor? Die beste Vorbeugung ist die, die die wenigsten Menschen sich leisten können: Ruhe, Vermeidung von Ueber- an streng» na, Aufregung und jeder Art von H a st. Ein Leben, reich an Auf- rcgungen. Unnihe und Hast ist— abgesehen von den ererbten Anlagen— der beste Boden, aus dem die Arteriosklerose gedeiht. Schlimm ist eS, wenn Anlage und gehetztes Leben aufeinander treffen nttd wenn reichlicher Genuß von Alkohol und Rauchen noch daS ihrige tun, um die Blutgefäße krank zu machen. Alkohol und Nikotin sind ausgesprochene Blutgefäßgiftc. Die sogenannte Vollblütigkeit ist vor allem zu bekämpfen. Dies erreicht man durch große Mäßigkeit im Esten. Die wöchentlichen Fasttag«, selbst wenn sie sich nur auf Fleisch oder eiweißreiche Nahrungsprodukte beziehen, sind sehr zu begrüßen. In einigen Fällen ist Mäßigkeit im Trinken aUgezeigt, nm den Körper nicht mit Flüssigkeit zu belasten nnd dadurch den Blutkreislauf und die Arbeit des-Herzens zu erschweren. In anderen Fällen wieder sind gesunde Trinkkuren, di« auf-Herz und Nieren wirken, angezeigt. Salzarme Kost wird in jedem Z-all« gut sein. Dor allem aber körperliche und seelisch« Schonung. In« übrigen aber nicht selbst herumdoktern, sondern vertrauensvoll den Arzt aufsuchen, der nicht nur mit Arzneien wirksam helfen kann, sondern vor allem wichtige Ratschläge . für di« Lebensweise geben wird, wie sie der körperlichen, seelischen, beruflichen und persönlichen Lage des Patienten am besten entsprechen werden! hat er als treuester Sohn seiner Klaste gewirkt s lange' fertige Todesurteil an ihm vollstrecken und geworben, gestritten und gelitten, llnver- können. Der erste mörderische Angriff nach der „Machtergreifung" galt denr unerschrockenen Partei», Gewerkschafts- und Reichsbannerfunktionär, galt den Redakteuren der Parteipreste. Der langersehnte Moment der Abrechnung ist endlich da! Die Erklärungen-Hitlers, daß die Erneuerer Deutschlands kleinliche Rache nicht kennen, werden vom Mob mit verständnisvollem Schmunzeln angehört, aber di« Reden Görings, der die niedrigsten Instinkte der künstlich in Ekstase gebrachten Landüknechtseelen auspeitscht, dringen mit rasender Begeisterung ins Hirn und Herz. Einem kleinen Teil dieser heldenhaften Funktionäre ist es gelungen, sich der rasenden Wut deS Moos zu entziehen. Als Flüchtlinge haben sie sich in eine Gegend in Sicherheit gebracht, wo sie die mittelalterliche Brutalität ihrer irregeführten Volksgenossen nicht erreichen kann. Die meisten haben Frau und Kinder, Hau» und Hof zuruckgelassen, leben in dürftigsten Verhältnissen und verzehren sich in Sehnsucht und Sorge um ihre Lieben. Diesen Flüchtlingen mit verständnisvoller Liebe zu begegnen, sie zu stützen und aufzurichten, K zum weiteren Ausharren in ihrem stillen ärtyrertum zu veranlassen, ist nicht nur ein Gebot der Menichlichkeit, sondern auch Parteipflicht. Darum: wo ihr auch seid und wo ihr ihnen begegnet— helft den Flüchtlingen!- heute, daß kcineSweg» lchwere NierenerkraN sein. muß. Der Blutdruck wird lichen MomeMen beeinflußt^< daß ost nervenberuhigende Mittel auch den Blutweiß. daß Ängst, Unruhe und Ailssregung den lassen können, wird er^ am besten^den Patienten nicht auf dem laufenden halten, vor L." mng zukommen lasten. Nicht» ist unüberlegter, <:: 7*’‘' luna eines sehr hohen Blutdrucks in Angst zu versetzen und sie aus diesem Umwege kränker zu machen, al» sie in Wirklichkeit sind. Gibt e» doch Sette 8 -Nr. 85 Sonntag, 8. April 1938. PRAfiE« gEITUMO. IM Kample am die Wahrheit: Witter 190 neue Abonnenten. Unser» Auslage steigt von Tag zu Tag. Die bürgerlichen Zchmockblätter, di« m.t den Mordbrennern Hitler» liebäugeln, sind in der Zange: den Fascisteu schreiben sie nicht saselstisch genug, bei den Demokraten und Juden wecken sie Abscheu. Das Volt aber hat verstandrn: Zwiespältig!« t ist tu diesen Tagen Verrat am Fortschritt, Verrat an der Mensch- lichkeit. Di« Wahrheit, di« wir täglich über Deutschland verbreiten, birgt Greuel Uber Greuel. All« Versuche, unsere Bericht« zu bestre ten, schlugen seht. Lin« reinliche Scheidung der Geister tritt«in. Zu uaü bekennen sich alle, dir noch nicht verroht, dir noch rin Herz im Le.be und Vernunft im Kopse haben, zu den anderen gesellen sich die offenen Faseisten und die Verteidiger dieser Bluthunde. Und da di« jetzigen Herren Deutschlands der Welt zeigen, wessrn sie sich unter faseistischrr Herrschaft zu versehen hätte, wächst der W lle zur Abwehr, wächst di« Feindschaft gegen Hitler. Sie wirkt sich u. a. aus in einem ununterbrochenen Ansteigen unserer Anflagezahl: am SamLtag wurden wieder 196 Abonnenten gewonnen! Geriditssaal Deflechungsgelder von den AllerSrmfteu Beamter der Arbeitsvermittlung als Korruption»!«. Prag, 8. April. Wenn man nicht die Höhe einer BestechungSsummc, sondern den ethischen und sozialen Sachverhalt als ausschlaggebend für die Qualifizierung einer Bestechung betrachtet, so hat sich der MagistratSrevidem Franz IanouSek eines Delikte- schuldig gemacht, dessen Schwere durch die ihm zugemessene Strafe nicht den entsprechenden Ausdruck findet. Dieser Beamte, der seit neun Jahren im Ressort der städtischen Arbeitsvermittlung tätig war, hat sich nicht gescheut, von den Aller- ärmsten Geldbeträge anzunehmen und bei Zuteilung freier Stellen auf die Zahlungskräftigen Rücksicht zu nehmen. Zweimal je Süll K, zweimal je 300 K, einmal 100 K und einmal sogar 1000 K hat er verlangt. Im letztgenannten Fall« erhielt er nchtS. Bei einem der anderen Fälle statt 500 nur 50 K. Schließlich hatten«S die armen Arbeitslosen satt und erstatteten dir Anzeige. Die Berleidigung des sonderbaren Sozialbeam- ten ist bezeichnend. ES habe sich„nur" um Dar- lehen gehandelt(von Leut«,, di« gar nichts, haben!) und mit der Vermittlung der freien Posten habe daS gar nichts zu tun..Einige Fälle bestritt.er überhaupt, wurde aber durch die b e st i m m t r n Zeugenaussagen überführt. Der Senat deS OGR. Kvambera gelangte schließlich zu e ncm sehr milden Urteil: ein Monat strengen Arre st« S, bedingt auf drei Jahre,-wegen Uebcrtretung nach 8 1 des KorruptionSge- s e tz e S. Auch der Staatsanwalt war der Ansicht, daß dieses Urteil allzu glimvklich H und meldete Berufung wegen zu geringem Strafausmaßes an. rb. Mn armseliger Falschmünzer. Gegossene Fllnfkronenstllckr. Prag, 8. April. Das Verbrechen der Münz- Verfälschung wird von den Strafgesetzbüchern aller Nationen mit schwersten Strafen bedroht. Namentlich di« älteren Gesetzbücher sehen strengste Strassolgen für dieses Delikt vor, selbst die Todes, st r a f e. Die Münzversälschung war zu gewissen Zeiten rin Vorrecht der erlauchten Herrscher, denen er Vorbehalten blieb, die Untertanen durch willkürlich« Verschlechterung der gangbaren Mün- zen zu eigenem Vorteil übers Ohr zu hauen und die die kleine Konkurrenz mit allen Mitteln verfolgten. '’ Aber natürlich bleibt die Herstellung von Falsch, geld vom wirtschaftlichen und auch sozialen Standpunkt«in schwere- Verbrechen. In der tschechoslowakischen Gesetzgebung ist diese durch daS Gesetz vom 22. Mai 1919 geregelt worden. In prozessualer Hinsicht gehören Anklagen wegen Falschmünzerei zu den Seltenheiten des GerichtSsaales Heute stand vor dem Schwurgcrich shos deS OGR. 8 i t t a ein Falschmünzerprozeß zur Berhand. lung, man möchte lieber sagen: die Karikatur«in«S FalschmünzerProzesseS. Ter 28jährigr Metallg eßer Franz Trüva ist auf die Idee gekommen, der staatlichen Präganstalt an Kremnitz ins Handwerk zu pfuschen. Er prägte die Münzen nicht, sondern goß sie in einer G i s> s f o r in aus einer Legierung von B l e' und Zinn. Die Falsifikate sind von geradezu grotesker Unechtheit, sowohl in Hinblick aus die Prägung, als auch nach Gewicht und Klang Im ganzen hat der Angeklagte fün solcher Fallchmünzcn hergestellt und in Umlauf zu setzen versuch». Aber selbst in seinem Heimatsdörfchen 2 vatü Dobro tivä Ware» die Leute helle genug, um die Falsifikate z u r ü ck z»- weisen. Weder beim Fleischer, noch beim Bäcker, noch in der Trafik wollte man die monströsen Imitationen anncb'nen Erst-n d--n dä-nmerigen Abendstunden de» 23 Dezember v I gelang es dem Trüva. in der Trafik ein solches Stück abzu- setzen»nd ank di« gekaufte Streichholzschacht«! 4.70 K in gutem Geld herauszubekommen Die, Trafikantin Unger bemerkte erst beim Zählen der Lolnng.den Betrug und lies zur Gendarmerie.'Natürlich begannen sofort dir wildesten Gerüchte zu kursieren, aber die SicherheitSbchörd« deckte bald den ziemlich harmlosen Ta'bcstand auf. Eine Haussuchung bei Trüva förderte die GiPSsorm und ander« Requisiten zutage, ebenso einige mißlungen« Exemplare. Trüva gestand. Die Geschworenen bejahten die Schuldsrage mit l0 Stimmen, und der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten unter Anwendung des außerordentlichen MilderungSrechteS(weit unter dem Strafsatz von 5—10 Jahren) zu einem Jahr Kerker. rb. Kunst und Wissen )ie Notlage der SudetendeiMen Büjnen. Der Verband deutscher Bühnenleiter in der 6SR. stellt unS einen Artikel von Hont Dcmetz zur Verfügung, aus dem wir folgen des zitieren: Die deutschen Bühnenleiter in der Tschechoslowakei sind seit Jahren unablässig und intensiv bemüht, erhöht« Unterstützungen von Staat und Land für ihr» unter der andauernden Wirtschaftskrise schwer notleidenden Theater durchznsetzen. Sie haben schließlich zur Erre'chung dieser Zieles di« Hilf« der deutschen Parlamentarier ohne Unterschied der Partei angerufen. Leider haben di« bürgerlichen Parteien mit Ausnahme der Dentschdcmokrati- ichen Partei— deren verstorbener Führer Professor Dr. Kafka seinerzeit«inen energischen Vorstoß in dieser Sache im böhmischen LandeSauLschuß unternahm— kein Ohr für die Röt« und B e- schwerden der Bühnen gezeigt. Einzig und allein Minister Dr. Ezech als Führ« der Sozlaldemokratrn setzte sich la Eluzelsällen persönlich für bedroht« Bühnen ei« und«rzl«lt« gewiss« Teilerfolg«. Die deutschen Theater, außerstand«, sich bei der herrschenden Gcldverknappung und Konkurrenz durch Radio, Tonfilm und Sportereignisse aus eigenen Einnahms- quellen zu erhalten, müßten schließlich zugrundegehen. Di« Betriebseinnahmen sind überall nm 20 bis 30 Prozent gegen das Vorjahr zurückgegangen, Werbewochen, HauSsamnrlungen und ander« auS der Not der Zeit geborene Hilfsaktionen in Theater- b«sucherkreisen haben überall ein unzureichendes. Ergebnis. De Zusammenbrüche des Teplil- zer, Aussiger, Gablonzer und Jglauer Thea ter- stich bedrohliche Vorzeichen^incs unaufhaltsamen allgemeinen Ni^ergaNgS wichtiger deutscher Kultuvstätten. ES steht außer Zwei sei, daß bei den gegenwärtigen kritischen Zeitläuften selbst der tüchtigst« und sparsamste Direktor in der Provinz zugrnndegchen muß, weil«S dem verarmten Mittelstand als breitester PubliknmSlchicht unmöglich ist, daS Theater zu besuchen. ES- ist nicht Sach« eines Einzelmenschen, daS immerhin fraglich« Theater- bedürfniS einer Stadl aus se'nem Säckel zu befrie- digen; das ist vielmehr die selbstverständliche Kulturpflicht der Sladtgcmeinde und gehört mit zu ihrent dauernden kommunalen Aufgabe»kreis. Tenn eS ist «!n Märchen, daß«in Theater dauernd aus sich selbst erhalten werden kann. Seine Stützen sind Staat, Land und Gemeinde. Deshalb ergeh' noch einmal ein dringender Appell an alle deutschen Parteien, sich der deutschen Bühnen durch eine gemeinsam« parlamentarisch« Aktion endlich anzunehmen. Denn daS Theater Ist und bleibt der geistige Brennpunkt «der Stadt, der einzige Sammelpunkt des städtischen Gemeinschaftslebens, di« hervorragendste Erziehungs- stätte unserer Heranwachsenden Jugend. Reu« tschechische BolkSoper.„Der Tod als Täufer" ist ein wahrhaft musikalisches BolkSstück, daS leinen Weg machen wird Seine Legende ist wahrhaft sozial; ob dem so mit oder ohne Absicht der Autors Stanislav L o m ist, ble:be dahingestellt. Wir sehen«inen Straßenlänger: seine Frau soll das drei^ihnte Ä nd bekommen und hat nicht Brot iür dl« zwölf Lebenden. Niemand kümmert sich um ihn, niemand will lum Neugeborenen Taufpate sein. Er ruft nach dem Tod: nnd dieser steht dem kleinen Kind Pate: er. das Geschick der Proletenfamilie, wird ihm zum Glück. Aus Not und Elend. Schmutz und Krankheit wächst doch ein lebendiger Mensch, der sich lein Leben erkämpft, liebt nnd weiterzeugen wird Am Beginn feinet Glücks stirbt der Alt«. Das Volk wird m:t ech em Humor, mit starken Tharakteren gezeigt,«in gelnndeS Lachen klingt dem happy end der Legende voran. Der Komponist Karel hat eS verstanden, int: wenig romantischer Sentimentalität den Tod und den alten Bat«r zu charakterisieren, alt« Werken geschickt zil verwerten und so eine Atmosphäre zu schaffen. di« gefällt. Situationen und Stimmungen werden ge- lchickt gezeichnet, die Melodien gefallen und«S scheint, daß hier«in branchbareS BolkSwe'k entstanden ist. Die Uraufführung unter OstrLilS Leitung hatte verdienten Erfolg.—wl— Spielpkan des Reue« Deutsche« Theater«. Sonntag, X3 Uhr: Arbeitervorstellnng: „Komödie der Irrungen"; Uhr(D 1): „Tie Walküre".— Montag, 8 Uhr: VolkStüml. Vorstellung, Gastspiel Eurt Bois:„Auslands, reife".— Dienstag. K8 Uhr(A 1):„Minna von Barnhel in".— Mittwoch, 148 Uhr OB 1): „Die Entführung aus dem Serail".— Donnerstag, 88Uhr(El): Erstaufführung:„Eine F r a u. d i« w«> ß, w a S l i e w i l l"— Freitag: Deutsche sozialdemokratische Frauen» organisatlon Prag. Montag, den 10. d. M., nm 8 Uhr abend« lm„Monopol" Frauen« nnd Madcheuabenv. Vortrag der Genossin Jette Müller über „Körperkultur der grau".— All« bestimmt und pünktlich kommen. Da« grauenkomttee. Keine Vorstellung.— SamStag, K8 Uhr(D 2): „Die Königin von Saba". Spielpkan der Kleinen Bühne. Sonntag, 8 Uhr: „Wetter veränderlich'.— Montag, 8 Uhr: VolkStüml. Vorstellung:„Elsig und Oel".— Dienstag, 8 Uhr:„Salon Pitzclberger",„Ti c schöne Galathse".— Mittwoch, 8 Ubr:„W e I» ter veränderlich".— Donnerstag, 8 Uhr: „Fatmc".— Freitag: Keine Vorstellung.— SamStag. 8 Uhr:„Wetter veränderlich'. Aus der Partei Bezirkskonserenz Steinberg. Am vergangenen Sonntag tagte die Sternberg« VezirkSkonserenz, die einen guten Besuch auswies Nach einem eröffnenden GesangSchor gedachte Genostc Z i s ch k a der Toten, worauf Genosse O n d k e j k a den Sekretariatsbericht erstattete. Die Organ'sation ist in der Berichtszrit unerschütlert geblieben. Ti« Berichte wurden einmütig zur KenntitiS geitomnien. Nach dem polnischen Referat. daS Genoste Senator Jo kl erstattete, wurde einstimmig ein« Entschließung angenommen, in der der Parteileitung und den parlamentarischen Klubs das Vertrauen ausgesprochen wird. Die Entschließung fordert die Avbe'ter zu scharfem Kamps gegen den heimischen FaseiSmns aus. Sodann sprach Genosse Zischka über „Jugend und Sozialdemokratie". Die zu seinem Referat angenommene Entschließung hat folgenden Wortlaut: In der gegenwärtigen Zeit ist«S mehr denn je notweirdig. der Erfassung de» Nachwuchses der Partei größtes Augenmerk zuzuwcnden. In allen Lokalorganisal onen muß daher das Jugcndpro- blem auch von der organisatorischen Seiie her In Angriff genommen werden. Die VezirkSkonserenz legt dazu folgend« Richtlinien fest: 1. Cs ist Pflicht aller Parteiorganisationen und Parteimitglieder, jene Organisationen, die sich mit der Erziehung der proletarischen Jugend be- fassen, tatkräftigst zu unterstützen. Das Arbiterkind gehört in den Arbetterturnrerein und zu den Kinderfreund«in Di« proletarischen Jugendlichen sind den Turnern und der sozialistischen Jugend- organisation zuzuführen. 2. In jenen Orten, wo noch keine der oben erwähnten Organisationen besteht, muß di« Lokalorganisation alles versuchen, möglichst rasch zur Gründung solcher Organisationen zu kommen. Dabei haben sich di« Lokalorganisationen der Mithili« der Bezirks- oder Kreisleitungen der Jugend- lichen, Turner und Kindersreund« zu versichern. 3. In jenen Orten, d!« zu klein sind, um mit Aussicht auf Erfolg di« Schaffung eigener Ocga- nisationen anzustreben, müssen unser« Funktionäre alles daransetzen, um di« Jugendlichen der Parteiorganisation zuzuführen. Di« BczirkSkonferenz fordert all« Funktionär« auf, diesen Aufgaben größt« Aufmerksamkeit zuzuwenden und alles daranzusetzen, um sie so zu erfüllen, wie dies im Interesse der Arbeiterbewegung geboten ist. Schließlich behandelte Genoss« O n d k r j k a Organisationsfragen. Die Antwort auf das Ein- heitsfrontangobot der Kommunisten wurde einstimmig gutgeheißen, ebenso wurden die Vorschläge für di« Maifeier gebilligt. Di« Neuwahlen ergaben keine wesentlichen Veränderungen. Sozialistisch« Jagend, Grupp« I. Dienstag, den 11. April, öffentlich« Jugend-Versammlung. Referent Genosse Geißler/Teplitz. Lokal: kleiner Urania-Saal, Prag II., SmeLky. Beginn: 8 Uhr. nWdnfcn der„Urania* Heute, Sil Uhr:„Radium, da s Wunderelement.' Sein« segensreichen Wirkungen. Zu- iammenhäng« zwischen Radiumstrahlung und Wachstum. Außerdem:„Die Rundfunktechnik." Die technischen Grundlagen des Radios. Kulturfilm«. Letzte Wiederholungen: Morgen Montag, X0 Uhr. Klein« Preis« 2—6 K. M ttwoch, 3 Uhr: Kindcrnachmitlag. Großes Lachpotpourri: Lustspiele und Grotesken. Wran-Uranta-Kiuo. „Durchlaucht amüsiert sich." Tonfilmoperette. Alexander, Junkermann, Lien DeyerS. 2, t, 6 und KO Uhr. Sbbti»spiel• MmemMeae Athletik-Sportklub Liesing(Niederösterreich, I. Klasse) wünscht zu Pfingsten drei Spiel« in unserem Gebiet auSzutragen. Bedingungen sehr günstig. Sofortige Angebote an Franz Beyer, Gastwirtschaft deS Josef Schädel, Liesing bei Wien. MitteUiwgen ans de« PrUMum. Dle Mineralwässer und ihre Heilwlrlmifl. DaS Tnukwasjer wurde jtzim sei: jeder aijt das gesündeste tdeirouk onerkannt. Der u»M»chtiche Organismus jetzt sitz aus 7b Prozent ikkasier ai& Sb Pt.-, zent festen Stosse«, zusammen, we-rvuS stch ergi», daß jeder Abgang der ini Körper enttzal lener Flüjj igle, ten ersetzt werben mutz, danrit da« Weichgewick. des Organismus beibehaltrn wird, jenes Gleichgewicht, welche» di« Natur selbst in diesem Verhältnis in so fcharssiuniger Weise schuf und im gesunden Mrni'chen erhält. Di« Flüssigkeiten scheidet der Körper hauptsäch- sich durch Harnen, Almen und Schwitzen aus Diesen Flüssigkeitsabgang ersetzen wir durch den Genuß verschiedener Getränke. Wenn wir gewöhnliche- Wasser trinken, liefern wir dem Körper zwar die nötige Menge Flüssigkeit, d. s. säst 1.5 Liter, wcliye Menge der Mensch täglich uriniert, aber diese Flüssigkeit vermißt jene Hcilcigenschasten, welche in den verschiedenen QualitätSmineralwässern enthalten sind. Mineralwässer gibt r« eine ganze Reihe, aber jedes eignet sich nur für die spezielle Heilung einer erkrankten Organes; sie sind also einseitig und daher weniger wirksam. ES gibt wcng Mineralwässer, der«« therapeutisches Wirkungsfeld sich im Organismus nicht nur aus rin erkrankte- Organ beschränkt, sondern auch derart wirkungsvoll alle wichtigen Organe, sowohl kranke als gesunde, beeinflussen, daß sie den Stoffwechsel erneuern und auf normalem Stande erhalten. E ne- dieser wenigen OualitätSmincralwässer, die durch Ihren Gehalt all« Eigenschaften deS weilen therapeutischen Wirknngsfcldcs in sich vereint, ist der w«l:berühmte„Maltoni'S Gießhübler", welcher im Kurorte Gicßhübl Sauerbrunn bei Karlsbad ent« springt. Besonder- dort, wo