klvzelprels 70 Heller. ^Einschließlich 6 Heller Porte' Erschein« mit Ausnahme ves Montag täglich früh. 9t Sotilon u. De,Wallung: vrog U, Olthtianta ia ♦ leitet».: 06703. 31460. vrochlredoN.(ab 31 Ugt) i 33638* BelttQMamt: 5734« 13. Jahrgang. Donnerstag, 20 April 1933 Nr 93. An die Redaktion des„Tag“, an die bürgerliche Presse! Die Tscheka Hitlers auf tschechoslowakischem Boden. Schändung des 1. Mai. Gemäß dem Befehl Goebbels, des Reklamechefs und Auslagenarrangeurs Hitlers, soll der 1. Mai in Deutschland zu einem na t i o n a l s o z i a l i st i s ch c n B o l k s f e st von ungeheuerem Ausmaße u m g e f ä l s ch t vevden. Der sozialistische Weltennmi, der internationale Feiertag der Arbeiterklasse, der Tag der Freiheit des Arbeiters ein Nazi- ma i, ein Fest des blutigen Fascismus, ein Fest der geistigen uiid politischen Knechtschaft, «in Fest derer, die die Versklavung der Arbeiterklasse, den gemeinen Arbeitermovd zum Mittel der von ihnen belricbenen„sittlichen Er- neuerung" gemacht haben— das ist wohl die i n f a m st e, die h o h n v o l l st e Entwürdigung, die vom siegesbesosfenen HakenkreuzfascismuS am sozialistischen Welt- Proletariat und am Feiertag der Arbeit verübt wird. Es war der 1. Wtoi, der dem Arbeiter den Eintritt ins politische Leben vorbereitet hat. Er hat Millionen Proletarier aus dump- fern Dahin brüten erweckt, hat dazu beigetragen, in die Herzen von Millionen den Gedanken der internationalen Solidarität zu pflan- zen. Seit 1890 war er ein Tag der Erhebung, der Freuds, aber auch des Kampfes— der Freude über die durch ihn zum Ausdruck gebracht« mcnschhcitsvcrbindcndc Idee, des Kampfes für menschenwürdige Arbeitsbedin- gungcn, politische Rechte, Achtstundentag, Sozialismus^ Weltfrieden, Abrüstung und Böl- kerfreiheit. Des Kampfes auch gegen seine Feinde. Anfangs von der kapi'.alistischen Welt verlacht und verspottet, hat diese bald darauf in allen Ländern den ganzen ihr zu Gebote stehenden wirtschaftlichen und polizeilichen Machtapparat gegen ihn entfaltet. Sie wuß!e, daß der 1. Mai nicht einer der üblichen Feiertage war, sondern der Ausdruck des sozialistischen Krafkbewußtscins, sozialistischen Fühlens, Denkens und Wollens, daß er wie keine andere Kundgebung geeignet war, auch den rückständigsten Arbeiter aus seiner Lethargie aufzn- rütlvln. Darum tvurde er gehaßt, angefein^et, ge- schmäht und bekämpft. Die staatliche Gewalt suchte ihn m vielen Ländern zu unterdrücken, das Unternehmertum rückte gegen ihn mit Verboten, Schtvarzen Listen und Arbcitermaß- rcgelungen zu Felde. Die Opfer, die er erforderte, gingen in die vielen Tausende, darunter waren so manche, die Freiheitsstrafen zuteil wurden. Je mehr aber di« bürgerliche Welt den Maientag bekämpfte, uni so höher stieg die Liebe zu ihm in den Herzen der sozialistischen Arbeiterschaft. Nun wagt es der Fascismus, in dem Wahnglauben seine Herrschaft sei für alle Ewigkeit verankert und nie könne ein Tag der Vergeilung und Rache kommen, seine DicbS- hände an dieses Spmbol des Glaubens an das hohe sittliche Gut der sozialistischen Idee zu legen, wagt es, dieses Symbol umzufälschen, umzulügen, an ihm ein freches Plagiat zu verüben. Es ist nicht lange her, da hat der HakenkreuzfascismuS, der sich anschickt, den l. Mai für seine Bencbelungszwecke zu stehlen, in München angekündigt, er werde di« Bluthund« seiner SA. loskoppeln, wenn die Polizei den Maiumzug der Arbeiterschaft gestatleu würde. Als in Thüringen die Nationalsozialisten zur Macht kamen, war eine der ersten Taten, des jetzigen illazi- Innenministers Frick, den gesetzlichen Feiertag am ersten Mar zu beseitigen und unter nationalsozialistischer Anleitung folgte diesem Beispiel bald darauf Sachsen. Und überall, wo sie den Maigedanken noch nicht abwürgen konn'.en, suchten ihn die Nazis durch Schmähungen und Verspottungen herabzntvürdigen. Der 1. Mai ist nicht das erste sozialistische Gedankengut, das sich der deutsche Fascismus für den von ihm schwunghaft betriebenen Be- „Der Tag", dem wir vor einigen Tagen mit- teilten, daß di« von von ihm verlangte Namensnennung kaum im Interesse der beteiligten jungen Lcutc gelegen sein dürfte, bat di« Frechheit besessen, uns unbegründet der Tenunziation zu bezichtigen und zu antworten, das von uns bereits mitgcteilte Material sei nicht stichhaltig. In den fettesten Lettern hat er seine Aufforderung, Namen zu nennen, nochmals wiederholt und di«„Deutsche Presse" und andere bürgerliche Zeitungen haben ihm sekundiert. Endlich schien ihnen die Gelegenheit gekommen, die Sozialdemokratie„moralisch" zu erledigen. Di« feinen Presseherren, die die erbärmlichsten Niederträchtigkeiten und Verdächtigungen der Sozialdemokratie durch den„Tag" mit einem vergnügten Schmunzeln zur Kenntnis nahmen und durchaus nichts einzuwen- dcn hatten gegen die dreckige Behauptung, di« Sozialdemokratie würde von der Rüstungsindu- strie bezahlt, diese gleichen Herren strafften für einen Augenblick ihr verbogenes Rückgrat und sprachen von jenem Charakter, den sie ja doch nur vom Hörensagen kennen. Die Christlich-' sozialen versuchen im Trüben zu fischen, vor die sudctendeutschc Ocffentlichkeit mit einem frommen Augenaufschlag tretend:„Mein Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie jene!"-und si chgleichzeitig als Anwalt eine- verfolgten Unschuld in Szene zu setzen— eine Unschuld, die die „Deutsche Presse" erst vor wenigen Tagen selbst bezweifelt hat. Dieses schnöde Jefnitenspiel wird nicht gelingen! Das fudetendrutsche Volk soll erfahren, waS die Nazis und ihre Helfershelfer mit ihm treiben, eS soll erfahre», welcher Art der gigantisch« Hochverrat ist, den des deutsche Bürgertum und die Nazis an ihm verüben. Die Nazis, auf die Gefährdung sudetendeutscher Interesse» aufmerksam gemacht, die bei einer Anwendung von Hitlcrmethoden in der Tschechoslowakei zu gewärtigen wären, antworten: „Ja, in der Tschechoslowakei muß mau natürlich demokratisch regieren, weil sic ein N a t i o n a l i t ä t o n st a a t ist!" Zu gleicher Zeit aber schwenken sie im„Tag" die fascistischc Fahne, verteidigen sic jede Schändung der Demokratie durch Hitler und die Seinen. trug an den ihm folgenden Massen aneignet. Wie eine Verordnung der Hitler-Regierung ankündigt, soll dieser gestohlene Maitag u n- '.er einem nie d a g e w c s« n c n A u f- w a n d g a n z groß aufgezogen wer- den. Allster rauschenden, prunkvollen Festen hat der Fascismus noch nichts geleistet, aber man muß zngeben, daß er das mit der ganzen Gerissenheit eines gewiegten Filmregisseurs versteht. Bisher wurde der 1. Akai in schlich tem, ernstem Gewand« gefeiert, nun soll dies mit lautem Getöse und allem erdenklichen Raffinement geschehen. Feierliche Flaggcnhis suug, Platzkonzerte der Rcichslvehr, der Ml. und des Stahlhelms, gemeinsamer Aufmarsch der Belegschaften der Betriebe, der Hitler Jugend, der Polizei, Flltgzeugmanöver, Zapfenstreich, Feuerwerk, Fackelzüge, Festrede Hitlers, durch Lautsprecher auf alle öffentlichen Plätze übertragen. Millionengeldcr werden verschleudert, um den uationaksozialistischeu Reklame zwecken zu dienctl. Alles in allem statt deü versprochenen Brotes und der verheißenen Arbeit Schaugepränge und. Spiele, eine anf- reizcn'dc Degradierung alles dessen, tvas Mil lionen Proletariern heilig erscheint. Welch eine erbärmliche Komödie! Wäh reird die fascistische Bestie an Proletarierlci- bern ihr Mütchen kühlt, Ihre sadistische Grausamkeit austobt und während zehntausende Arbeiter die Gefängnisse und Konzentrationslager Hitler-Deu-tlschlands füllen, wird von den Man ist entweder Demokrat oder ist eS nicht. Ein« Demokratie zum Auf- und Abknöpfeln ist für di« Sndetendeutschen und für alle, die Charakter in der Politik haben wollen, unmöglich! Tic fascistische Geisteshaltung der sudetendeutschen Nazis ist unverkennbar. Sie geht aus der Schreibweise des„Tag" hervor, der zwar verlangt, daß man zu den deutschen Ereignissen Distanz gewinne, selbst aber nicht di« geringste hält, sondern jedes Wort der Kritik an den deutschen Zuständen mit wütendem Umsichschlagen beantwortet. Wie sehr sudetcndentschc Nazis mit den rcichsdcutschcn übercinstimmen, beweist„Ter Tag" selbst, der in seiner Ausgabe vom 19. April an leitender Stelle schreibt: „Das Verbot des Verkehrs mit Gliederungen unserer reich-deutschen Bruderbrwrgung, das wir den unseren auflegen, wirkt eigentlich in der Demokratie geradezu lächerlich. Denn in ihr müßte e« selbstverständlich einer Partei sreistehen, mit der ihr gleichgesinnten ungehindert z« verkehren." Die Feststellungen, die jetzt folgen, wurden an einem einzigen Punkte der Grenze gemacht. Sie lassen sich ergänzen und wir wollen die Herrschaften, denen es ettva nach weiterem Bcwcismalerial gelüstet, gar nicht im Zweifel darüber lassen, daß wir es liefern werden, wenn sie nicht mittlerweile Angst vor der eigenen Courage bekamen. Beratungen ml! der SA. Es wurde festgestellt, daß in dem Hause des Herrn F o r m a n e k in Rumburg bis vor kurzem Zusammenkünfte zwischen SA- Leuten in Initiatoren dieser Untermenschen der erste Mai als Feiertag der„nationalen Arbeit" erklärt! Tönender Pomp, aufgedonnerter Prunk und heuchlerisch-verlogene Reden sollen über die nichtswürdige Schändung des Wcltfeiertagcs hinwcgtäuschen. Gali der erste Mai bisher dem Proteste gegen die Unsinnigkeit der kapitalistischen Gesellschafto ordnung, so soll er jetzt ihrer Verherrlichung dienen. Früher Kampftag für Freiheit und Demokratie, wird er jetzt zur Parade geistig und seelisch stumpfer Sklaven entwürdigt, Sklatien, die keine eigene Meinung haben dürfen und willenlose Ausbeutungsobjekte des Kapitalismus sind. Die Arbeiter in allen Ländern, die unter der Demokratie noch frei ihr Haupt erheben können, werden am Tage des l. Mai ihrer deutschen Brüder gedenken, denen unter dem Joche des Fascismus das geringste Maß von menschlicher Gerechtigkeit versagt ist, sie werden aber auch geloben, alles daran zu setzen und nicht zu ruhen, ehe nicht i ni Sozialismus, alle Arbeiter a u f d e m Erdenrund im L i ch t e d e r Freiheit n n d. d e s Friedens leben. Sie werden dies in unerschütterlicher Ueber- zeugung tun, daß sich einmal auch der deutsche Arbeiter nrit gesammelter Kraft seiner fascisti- schen Peiniger ertvehren und für die an ihm und seinen Idealen verübten Verbrechen Sühn« fordern wird! geheul der sudctendrutschcn Nazis mit Füßen. (Die uns übrigens der Feigheit zeihe», weil wir sie angeblich als Geiseln für die deutschen Vorgänge haftbar machen, selbst jedoch die Nieder- trächtigkeit begehen, die ordinärsten und lügenhaftesten Anschuldigungen gegen die SPD und ihre führenden Lente zu erheben, obzwar sich diese überhaupt nicht zu wehren vermögen.) Ta„Der Tag" und die Semen in den Re- daktionen der„Deutschen Presse", der„Bohemia", der Saazer„Heimat", der„Rumburgcr Zeitung" und der anderen Steigbügelhalter der sudeten- dcntschcn Nazibewcgnng mit unseren bisherige» Beweisen über den Widerspnich zwischen demokratischem Bekenntnis der Nazis und ihrem fasci- stischcn Tun nicht zufrieden sind und nicht müde werden, nach neuen Beweisen zu rufen, wollen wir mit c inc m Teil dieser Beweise herauS- rückcn. Wir können das um so«her tun, als uns „Der Tag" ja selbst gebeten hat, von jeder Rücksichtnahme abzusehen. Wir haben ihn gewarnt, er hat es so gewollt. Zivil und sndctcndcutschen Nazis statlgefnndcn haben. Nähere Auskünfte kann„Der Tag" von den nationalsozialistischen Funktionären in R u m b u r g erhalten.— In N i c de r- E i n s i c d e l gibt cs fünf uns bekannte Privathänscr, in denen solche Zusammen künfte noch immer stattfindcn. Die Besitzer dieser Häuser sind Nationalsozialisten. SpMzeldlensi lOr die nnierbewegung. In R u m bürg fand am 29. März eine antifascistische Kundgebung statt. An ihr nahmen einige rcichsdcutsche Arbeiter teil. Einer brachte ein Hoch auf die sudctendeutschc Sozialdemokratie aus. Nazis, die auf Motorrädern wegjuhren, zeigten diesen Arbeiter den Grenzwachen an; er Wurde, als er die Grenze überschritt, sofort verhaftet.— Am Ostersonntag sollten in Rumburg und Warnsdorf die Leipziger Arbeiter- s p o r t l c r spielen. Tie hatten bereits Pässe und Sichtvermerke. Um so verwunderlicher war es, daß am Freitag eine Absage kam. Am Mitl- Ivoch vorher brüstete sich der nationalsozialistische Autobcsitzer Menzel:„Die Leipziger Arebiter- sportler werden nicht spielen." Der Zusammen Hang wird klar, wenn man erfährt, daß führende Nationalsozialisten aus Rnmburg, darunter der Stadtrat Philipp, einige Tage vorher jenseits der Grenze gctvcscn sind. Ebenfalls am 29. März nahmen vier reich», denlsche Sozialdemokraten, zlvei Männer und zwei Frauen, an der sozialdemokratischen Versammlung in Schlucken au teil. Sic haben feilt Wort gesprochen. Gleichwohl wurden sic an der Grenze verhaftet und nach Bautzen gebracht. Als Uebcrbringer von Nachrichten an die SA betätigt sich Josef K i n d c r m a n n, Tchluckcnau 252. Ein anderer dienstbarer Geist ist der in der Brauerei beschäftigte Fröhlich. Bor kurzem kamen ztvci sozialdemokratische Jugendliche aus der Tschechoslowakei nach dem sächsischen Sebnitz. Dort gesellte sich der in Nicder-Einsicdcl wohnhafte Siegfried Hcrlt zu, der sich erst freundschaftlich mit ihnen unterhielt, schließlich aber ihre Verhaftung veranlaßte nnd sic als Funktionäre denunzierte. Dir Uvei Jugendlichen sind Waller Braun nnd Erich Salm aus Niedercinsieücl.— Ein gewisser Dies Bekenntnis, das dem„Tag" entschlüpfte, wird sicherlich wieder ins Harmlose umgedeutet werden, denn noch immer haben cs die sudetcndeutschen Toldschreibcr Hitlers verstanden, sich als Harmlose, als„Demokraten" zu gebärden. Aber st« sind Demokraten nur, wo ihnen das als zweckmäßig erscheint; wo die ihnen Gleichgesinnten die Mehrheit haben und dir Demokratie tätigen könnten, treten sie sie unter dem Beifalls- Die bürgerlichen Blätter aber, die mis der Charakterlosigkeit verdächtigten, werden nun, da wir ihren Wunsch erfüllen, neuerlich von„Dc- nunzie-tioncn" schreiben. Das ficht uns nicht an. Gan; abgesehen davon, daß wir einen ausdrücklichen Wunsch des„Tag" erfüllen, fühlen wir uns angesichts , feiner ordinären Kampfeswcisc gegen uns auch I nicht mehr verpflichtet, Zurückhaltung zu üben. Hie Arbeit der SA. an! tsdiedioslovakisdiem Boden. Bette 2 Donnerstag, SO. Aprkl 1039. Nr. 03. Ienichen, nationalsozialistischer Parleikassier, denunziert gemeinsam mit seiner Frau bei der SA in Ncu-KcrSdors. TsdicMovahcn In der fttt der Sebnitzer SA-HilsSpolizei tun u. a. folgende Leute Dienst: Siegfried Herlt, 10 Fabre alt, Niedereinst del 242. Dieser Herlt hat in Pirna und Dresden auf Kundgebungen der SA für die siidctendcutschen Nazis gesprochen. Schlenkrich Han». Niedereinstedel 351. Hampel Albin, Niedcrc:nsiedel 351; er war Obmann der nationalsozialistischen GewcrkschastS- ortSgnrppe. Alfred Wenzel. Nirdrreinsicdel 22; er wird zur Ucberwachung des Fabriksarbeitersckreiaria!» in Sebnitz verwendet. Josef Zechcl, Obercinsiedel. 5A fimrer in acr Am Samstag, den 8. April, um halb 3 Uhr nachmittaaS ging einer der technischen Leiter der SA aus Dresden durch Nirdereinsi-.'del. Er fuhr schließlich mit dem Zuge nach Kreibitz. Was er hier niachtc und mit wem er znsammentraf, werden wir noch mitteilen. Sudelendeutsdier als SA-FQhrcr. UnS fiel folgendes Dokument in die Hände: „Sie haben sich morgen früh 8 Nhr in Arbeitskleidung beim Drnppeirfübrer H. Linke im ViewerkschaftShanse zu mel den. Nichterscheinen hätte Schutzhaft zur Folge. Heil Sitlerl SluSgefertlglr Josef Wenzel. HilfSpolizei Sebnitz: H. Link«, Druppenfiihrer." Josef Wenzel ist eigenhändig unterschrieben, Linke mit Maschinenschrift Weniel ist der Sohn des in Niedrrcinstedel wohnhaften Blumenfabrikanten W.'nzcl und Nationalsozialist. AuS dem Befehl geht hervor, daß das Ge- WerkschaftShauS in Sebnitz noch immer besetzt ist und daß die Schutzhaft etwas ganz anderes ist als „Schuh"-Haft; sie ist in Wirklichkeit eine Strafhaft. Der„Befehl" ist auf einen kleinen graublauen Kettel geschrieben und em Tnrchsch l a g. Ts existieren also noch andere Stücke, die den Namen de» AuSfertigcrS»ragen. Ein Hakentaler aus Teplfz in Sen Diensten der si Es wurde unS schon vor ungefähr acht Tagen mitgetcilt, daß zwei Hakenkrenzler aus Kosten namens M. und H. regelmäßig nach Deutschland gehen und von drüben fünf Mark im Tage erhalten. Wir werden nicht ermangeln, sehr interessante Einzelheiten bekanntzugeben, sobald wir cs für notwendig erachten. Für heute wollen wir auf Grund einer amtlichen Mitteilung den Nachweis führen, daß ein Hakenkreuzler aus Teplitz-Schönau nicht nur in der SA Dienst leistet, sondern auch in Erich Hage, Niedercinstedel 26 und Haus Riedel, Niedercinstedel 336, leisten für die SA Knndfchafterdienste. SA. Tevlitz selbst Parteiarbeit für Hitler geleistet hat. In Kompletter vnllvrm. Am Samöiag gegen 21 Uhr abends stellte -n der Frauengasse in Teplitz-Schönau rin Gendarmeriewachtmeister einen Hakenkreuzler, der i n einer vollständigen SA-Uniform steckte. Die näheren Nachforschungen ergaben, daß cS sich um den in Teplih wohnhaften F. M.(der volle Name ist der Redaktion bekannt und wird nur auS bestimmten Gründen vorläufig nicht ver- öfsentlicht) handelt, der als sudctendentscher Nationalsozialist nicht nur„a n g c b l i ch"— wie der„Trplih-Schönaucr Anzeiger" schonender Weise in einer versteckten Notiz zu berichten weiß— sondern besti m m t in den Diensten der 2A stand. DaS geht n. a. auch ans der Tatsache hervor. daß bei dem lOsährlgen Jüngling eine Legitimation gesunden wurde, di« von der Po. llzeidirektion Dresden bestätigt war nnd auS der einwandfrei ersichtlich ist, welche Tätigkeit er in der SA anSiibtr nnd wie die SA die Untergebenen der Herren Jung und Kreb» nnd Knirsch und Kasper einklcidct und mit Ausweisen versieht. Dem F. M. wurde die Reise von der Sturmabteilung bezahlt; er sollte hier jene Emigranten feststellen, die sich in Teplih nnd Umgebung aushaltcn. Besonders interessant ist auch der Umstand, daß F. M. nicht bei seinen Eltern in Teplih wohnte, sondern sich ausschließlich bei hiesigen Funktionären der deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei während seines Tcpliher„Oster- urlaubs" aufgchalten hat. Anlscucn erntende Verhaftungen in Tcphiz-Sdiönaa DienSlag abend» wurden in Teplitz-Schönau der StaatSgcwerberat Anton Iittl, die Recht», anwälte Tr. C h w a t a l und Dr. Fauler und Geschäftsführer R i t s ch c l vom DHB. verhaftet. Wie wir erfahren, soll die Festnahme über Auftrag der Staatsanwaltschaft in Lcitmeritz erfolgt sein, da vor der Verhaftung Hausdurchsuchungen in den Wohnungen und Kanzleien der Genannten stattgcsunden Haven. Ter Geschäftsführer Ritsche! de» DHV. ist ein Funktionär der Hakenkreuz- l e r, die übrigen sind Mitglieder und Funktionäre der Deutschen Nationalpartei. DaS amtliche Pressebüro erfährt hezu, daß di« Untersuchung gegen die Verkosteten wegen des Verbrechens der Erpressung geführt wird. Wie wir seinerzeit berichteten,' hatte der „Tcplitz Schcuaucr Anre ger", nachdem er b:S dahn unentwegt auf Hitler geschworen Katt«, am 2. April L I. plötzlich einen Artikel gebracht, worin er sich lckorf gegen die jetzt in Deutschland verübten Grau'amkeiten auSlrrach und sogar e:n«n Vortrag de» kommun sti chrn Redakteur Kisch über so ne Erlebnisse in der Schutzhaft in Spandau reproduncrt. Eingeweihte schrieben damals dielen Umfall einer neuen Krankke i namen;„Inseraten, und Abonnenten'chwund" zu. Vier Tage später widerrief d-r An»o per jedoch in einem Le'tartikrl„Aufklärung" feierlich lc'nen Fck'ltrstt, woran sich eine fettgedruckte N o t' z'ch'oß in der d'e OrtSle'tun<«n der Na- t'onol'oz'alisten und der Drnt'ibrat onalen bekannt gaben,>aß sie t>ic r e Erk'ärung mit B^rie- diauna in»*' Gem'g'nunn»ur Kennt» S nehmen und daß alle gevlan'en Maßnahmen gegen den „Teplih- Schönauer Anzeiger" rückgängig werden.;< In d eser Erklärung, der Verhandlungen zwilchen den Funktionären der beiten Parteien und der Redaktion vorauSgegangcn waren, erblickt die StaatSantvaltschaft den Tatbestand der Erpressung. InKomoiau wurden drei Nationalsozialisten unter dem Verdacht dcS Verbrechen» gegen das Schutzgefch verhaftet und dem Gericht überstellt. Sie haben sich einige Tage in Sachsen anf- gchaltcn. Am SamStag, den 15. April, wurde in Ullersdorf bei Dux der 28jährige Nationalsozialist Josef Schubert verhaftet und dem Bruxer Kreisgericht eingeliefert. miniininuluuKninniuniinininiiniiiiiniinntiniinnnniHiiiiniliHnninniiinninniinwnnnnin Fa'e stenprozeb beMn! Monta- Jm Saale der Brünner Mafaryk-Kaserne. Brünn, 10. April. Do» Ministerium für Notionalvcrteidigung teilte dem Präsidium des StaatSgerichtühofeS mit, daß cS für die Dcrhand« lung gegen die fascisti'chen Angreifer auf die Kaserne m Lidenice den Saal der Masaryk« Kaserne in Brünn zur Verfügung stellt. Ter Prozeß wird am 24. April um 9 Uhr vor- mittaas beginnen. Di» Samstag wird die Adaptierung de» geräumigen Saale» durchgeführt werden. Eine große Fahl von in- und ausländischen Journalisten ist bereit» angcmeldet. Die Verhandlungen werden täglich zwischen 9 und 14 Uhr stattfinden. Prag, 19. April. Im Rutlüfunk hielt Außenminister Tr. BeneS heute einen Vortrag über da» Thema„Wozu verpflichtet die Wel krise die tschechoslowakische Demokratie?", der in erster Linie der Propagierung der ArbeitSan- leihe gewidmet war. Dr. Benci ist der Auffassung, daß die Wirtschaft». und die finanziell« Kris«, die in der gan- Zen Welt wütet, bereit» ihren Höhepunkt überschritten hat. Er skizzierte dann die Entwicklung der unseligen Aularkiebestrebungrn seit dem Kriege, die politisch« Gärung im NachkriegS- europa und erklärt« dann: Di« demokratischen Ordnungen wurden trotz dc» schweren Umsturzes der Verhältnisse in Europa in allen Staaten der westeuropäischen Kultur sowie auch in der Tschechoslowakei gewahrt. Ter tschechoslowakische Demokrat könne stolz sein, daß er sich in dieser Gesellschaf. befindet und daß er alles tun wird, um seine Demokratie noch mehr zu vervollkommnen und zu festigen. Di« Entwicklung der inneren Verhältnisse in Deutschland führte uu» alle dazu, taß wir unser Regime und unser System politisch richtig zu werten verstehen. CS wär««ine Schande für jeden tschechojkowaUschen Menschen, wenn er heute andere Kou'eptionen und andere Regime in» Ausland suchen gehen wollt«, ka er dadurch nur Umsturz und Unglück zu unS bringen würde. In diesen schweren Kelten, erklärt« Min'- st«r Tr. BeneS, müsjcn wir begrrisrn und ti«f fühlen, wie bei diesem Stand« Europas uns auch unfereMinderheiteu in der Idee Parlament am rr. April. Außenpolitisches Eiposee. Prag, 10. April. Di« nächst« Sitzung de» Abgeordnetenhauses findet nach einer mehr al» dreiwöchigen Osterpaus« am Dienstag, d«u 25. April, um 8 Uhr nachmittag« statt. Auf der Tagesordnung stHt— außer drei Immunitäten — lediglich«in Abkommen mit Oesterreich vom 17. Dezember 1032 über JoNherabsehungen bei einigen Warengattungen. Bei dieser Gelegenheit wird Außenminister Dr. venei ein umfassendes Exposee über di« außenpolitische Lage erstatten. Die anschließende außenpolitische Debatte dürfte mehrere Tag« in Anspruch nehmen. Da»„Prävo Lidn" rechnet damit, daß da» Parlament dann bi» tief in den Sommer hinein ohne größere Unterbrechungen vorwiegend mit Wirtschaftlichen Borlagen beschas. tigt sein wird. Dasselbe Blatt nccldct weiter», daß di« parlamentarische Sparkommission Dienstag ihre Beratungen wieder ausgenommen hat. Die Korn- Mission arbeitet weiter an dem heurigen Budget, aus dem einige weitere hundert Millionen gestrichen werden sollen. Der engere Ausschuß der Kommission wird die heurige Budgetgebarung in den einzelnen RessortS vor allem in der Rich- Inna überprüfen, ob die B.rfüguna über die Unübcrichreitbarkeit der einzelnen Buogetzwölstrl eingehalten wird. Die Arbeit ist unter die sieben Mitglieder de» Ausschusses aufgeteilt: gcstern wurden bereit- Bericht« über einzelne Erhebungen erstattet. nahe sind, wie sie mit uns schicksal-mäßig verbunden sind und wie sie immer und unter allen Umständen frei und geschützt von allen S-rgen um ihre uatiouai«, politische und moralische Existenz bei cm» sind und bleiben werden. Europa Ist und wird in den nächsten Mo- naten und Jabren von schweren Konflik- ten hin und her geworfen werden. Wir sind aber darauf vorbereitet. Wir sind Demokraten in der Innenpolitik, wir sind für d i e D c m»- kratie auch in der Außenpolitik. Wir glauben heute n i ch t an Kriegskonflikte. Niemand, der»'n Jntcrest« hätte, sie hervorzurufen, ist hiefür in dem heutigen zerrütteten Europa stark aenug. Daher werden auch die Anträge auf eine Gren'revision überhaupt keinen Erfolg ha- den. Daher können wir trotz allen international«». Schw'ev'gkeiten von heute auch hier ruhig bleiben. indem wir unS bewußt sind, daß die Haum- bedingung unserer Sicherheit ist und bleibt: Rübe und Ordnung zu Saus«, innere Kon'clikieruna und dar Bewubtlon der geme'n- samen Jnterel»en nn'er all-r. lopalc Zu'amn-en- arbeit aller Bürger guten D'llens aller unsrer Rationalitäten loyal«?u'a»'wenarbeit oller Bar- te'en kür d?n Staat nnd Belcitiauna aller?er- schungSarbeit au» unserem öslcntl'chcn Leben. Nach einem Hinweis ans die Notwendigkeit der Arbeitrauleihe betonte Minister Doktor BeneS nochmal», daß feder tschechoslowa« ki'che Mensch st o l z daraus sein könne, daß er die Ideale der Demokratie nud der Freiheit in seiner Republik bei der heutigen allgemeinen Krise zu bewahren verstanden hat. IIIP1 Der Wert der Demokratie. Rundfunkpropaganda des Außenministers für die Arbeitsanleibe. KARL Niohd r uek verboten. UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunograber Copyrigih by SodotlU*Verlag, Frankfurt am Main 1033 Und wi« er sich selbst in der Wohnung sonderbar jrencd vorkam, so war er auch der Mutter fremder geworden. Das Anfgcichlossenste, da» Karl in diesen Tagen an seiner Mutter sah, Ivar dl« Frage, ob nun bald Friede würde. Aber diese Frage machte ihn dumpf, als sei er schuld am Krieg. Diese zlvei Monate nehmen Karl mehr Kraft al» eineinhalb Jahre Samarkand. Er selbst konnte nur im Arsenal Nahrungsmittel und etwa» Kohle für da- kleine Meib auftreiben und sah mit Schrecken dem Tag entgegen, da er Wien wurde verlaßen müssen. Alle» Geld. daS er schicken konnte, war wertlos, wenn man daiür nichts zu kaufen bekam. Dir Gange durch die Straßeii zeigten Karl, wieviel ihm daS Schwegen seiner Mutter verhehlt«. ES war, al» hätte sich endlich daS große Grauen von den Fronten hereingewälzt und all« Lichter erstickt. Die Stadt war nur mehr eine Anhäufung kalter Gehänir voll Siechrum deren geduckte Trostlosigkeit an den paar Auto». Pelzen und aufreizenden Huren der KriegSliekeranten und Schieber nur drohender offenbar wurde. An dce'em funkelnden Geschmeiß erlebte Karl neben der Ramponierung feiner BaterlandSvorstellring auch(Äew ssenSbilfe. Er erblaßte vor Haß gegen diel« Menschen aber «r konnte nicht umhin, di« paar Pakete, die er au» ärarikchen Beständen für sein« Mutter erwarb. al» einen ähnlichen Frevel an der Allgemeinheit betrachten zu müssen w-e die Cham- Pogneraussahrlen. die die Hyänen sich leisteten. Dermaßen fühlt«.Karl, au» eitlem liefen Gerech tigkeitssinn heraus, sehr sozial, wenngleich daS für die Menschheit, die für ihre fortschrittlichen Ideen Berserker braucht, vollkommen wertlos war. Karl gab sich von die'en Dingen keine Rechenschaft aber die Tatsachen quälten ihn so. daß er den Tag de» Dienstantrittes fast herbeiwün'chle. Er brauchte etwa», da» seinem Leben Halt gab. denn'n größeren Zusammenhängen war er nicht in der Lage. l«lbst Struktur hineinznbrin gen. Aber io anregend für Karl die Aussicht ans den Flrcgcrunterricht und den erneuten Frlddienst auch war(zumal er damit auS der H ntrrlands- not floh), io fchr drückte«S ihn nieder, zu sehen, daß der Verfall auch dies« Welt bereits erreicht hatte. Di« Soldaten, die in den finsteren Straßen umhergingen, waren zerlumpt und unterernährt und ihre Haltung erschöpfte sich'N dem nun tagcSüblichen Rä'onnement. Wie konnte man von die'en Männern die'«lbst'chon von ter rllgemeinen Lähmung befallen waren noch immer die Abwendung de» liebel» erwarten? Es wurde dunkel vor Karl und die Nachricht, daß'die Verhandlungen von Brest-Lrtow'k abgebrochen nnd d e Heere neuerdings nach Rußland in Mar'ch ge- 'etzi leien, traf ihn wie ein Peitschenhieb.. Dcni- sche Soldaten in Odessa, in Jekaterinoklaw. in Clwrkow. in Rostow, am PeiPuSiee, während in Amerika bereits Nundcrltausendc mit sportlichem Elan unter die Waffen traten und die Bevölke- nng Mitteleuropas Kle-der ans Brenncssclfa'cr 'rüg. Brot au» Stroh und Baumrinde aß und 'bre Toten'N Hemden au» ZeitungSvaprer begrub wie sie auch Ihre Säuglinge in Papienvin- "eln wartete. Doch Karl gewann q«rade in die- 'cr S'ctzehitze des Wirr^al» in der auch di« Wiener Muniiionsarbeiter in den großen Streik traten, da» alte Vertrauen w'eder. Die deutsche Heeresleitung hatte sich zu dielem-'m Rahmen der Gcsamtm'ammenhänge verzweifelten Vor- mar'ck ent'chlosien. also mußte sie wißen, was sie tat. WaS hieß: der russisch« Norden würde durch das, was die Deutschen an Lieferungen aus dem Süden hcrauizupressen luchten, zum Verhungern verurteilt? Ohne dieses Rußland, das 15 Äil- lione» Soldaten gestellt hatte, wär« der Krieg vor drei Jahren beendet gewesen. Uebrigens konnte » nur mehr Tage dauern, daß die Verbündeten in Petersburg und Moskau standen und die Rufen di« gestellten Bedingungen annehmen mußten. Ta» bedeutete dann aber Brot für die Völker daheim nnd eine stählerne Sintflut für Frankreich. Und der Gang der D'nge schien Karl recht- zngeben. Am 3. März als er für acht Wock)«n in die Wiener-Neustädter Fliegerschule eintrat, ivurde in Brest-Litowsk jener Friede unterzeichnet, >cn die Mittelmächte gewollt hatten. Tatsächlich kam zwar kein Brot auS der Ukra>n«, aber 80 Divisionen wurden frei— und di« Welt erbebte: nun mußte Deutschland den Krieg gewinnen. Mit dieser Verstärkung standen 193 Divisionen«m Westen(4.800,000 Deutsche) gegenüber 183 gegnerischen. Die großen Schlachten in Frankreich, die gewaltigsten de» Krieges, hoben an. Am 21. März letzte das deutsche Oberkommando zwi- 'ch«n ArraS und La Fire fast di« halbe Armee ein. Bi» zum 5. Avril griffen 62 Divisionen an. hinter denen 28 in Reserve standen. Ter Angriff stieß 60 Kilometer tief, die englilck^e Fünfte Armee wurde vernichtet, sie verlor 1000 Geschütze urrd 200 Tanks. Nur unter.Heranziehung aller Ersatztruppen konnte der Einbruch auf der Linie Albert Noreuil. Montdidier gehemmt und di« Aufrol- 'ung der Gclamtfront verhindert werden. Lord .Haig traf Vorbereitungen, leine Truppen von Abböville auS nach England«inzulchiffen. und di« Pariser Regierung rüstet« sich, w'« im August 1914, abermal» zur Flucht nach Bordeaux. Di« Situation ließ di« Trennung der«nglilchen Kräfte von den französischen möglich erscheinen, ^lm 9. Avril erfolgte mit 35 Divisionen der zweite 'chwrre Schlag zwischen Darneton und La Bassöc Auch er führte n'cht an» Ziel, da» diesmal di« Kanalküste gewesen war. Zn ungeheure Kräfte standen wider einander und da» Geschick der Welt lag auf der Waage. Auch schoß die deutsch« Artillerie schon mit minderwertiger Ersatzmunition. Der Angriff kam vor Bethune und Hazebrpuck auf seine tot« Linie und selbst Ppern, um da» sich der Bogen nur enger geschlossen hatte, blieb im Besitz der Engländer. Diel« nördliche Fronthälft« war nun so mit Material und Reserven vollgestaut, daß vor dem Hauptstoß in Flandern Ablenkungsmanöver eingeschaltet wer«» mußten. Ablenkungsschlachten zwischen Soissons und Reim», wider deren Riesigkeit an Opfern nnd Aufwand die drei Punischen Kriege«in Turnierspiel waren. In diesen beispiellosen Tagen. Ende April, in denen auch di« Oesterreicher einen Generalangriff an der Piave vorbereiteten, ging Karl mit einem Ergänzungsgeschwader nach Udine, aus da» Flugfeld Campo dei Formia. Am 2. Ma» schoß er seinen ersten Gegner ab und drei Tage spater lag er über dem Marschkompanielager von Palmanova, nachdem zwei Oesterreicher heruntergegangen waren, allein mit sechs Caproni im Kamps. In dieser Lage hätte er nach dem Reglement, das ihm in hoffnungslosen Fällen die Schonung des Apparates vorschrieb, dem Kampf ausweichen müssen. Er unterließ eS in der kopflosen Ralerei, die jedesmal von der neuen Waffe auf ihn überging. Sein Stern bestätigte sich wieder. Karl schoß einen Gegner ab und durchschoß einem zweiten der dann im- Gleitflug herunterging, beide Hände. Bei diesem Stand der Dinge, der Gott schon versucht«, veranlaßte ein« von der Piave helmkehrende österreichische Staffel di« Ca- vroni zur Flucht. Al- Karl kalkweiß nach Campo )«i Formia kam. machte das Flugfeld«In« Ovation. Er wurde für den Orden der Eisernen Krone eingegeben, man redet« ihm einen eigenen .Kampfstil nach und die Kameraden ehrten ihn, 'ndcm sie auch auf keine hellblonden Haare Bezug »ahmen, mit dem KriegSnamen: der weiß« Habicht. (Fortietzung w>gl.) Nr. 08. DonuerStag, 20. April 1088. Seite 8 tu die in der zu daß nun Tschecho- Entwedcr ist der FasciSmuS der Feind, dann unter allen Umständen gegen die iascistischen Banditen oder ist die Sozialdemokratie der Hauptfcind, wie die Exekutive der Kommilnisti- ichen International« noch vor wenigen Wochen behauptet hat, dann in Gottes Namen mit dem .Hakenkreuz, mit dem„Tag" gegen die Sozial- dcnwkratie. Wir sind überzeugt, daß der gesunde prolc- larische Sinn der kommunistischen Arbeiter den FasciSmuS und nicht die Sozialdenrokratie als den Hauptfeind erkennen und die würdelose, unproletarische Sorge kommunistischer Redakteure um den„Tag" als das erkennen wird, als was wir ihn vor der gesamten Proletarischen Oesfentlichkeit hiirstellen: als nackten Klassenverrat. Ta» Ziel der jetzigen amerikanischen Geld. Politik sei cs,«in Steigen der Inlands, preis« aus«tu« vernünftig« Höhe zu erreichen. Di« amerikanisch« Regierung hoffe, in absehbarer Zeit mit den ausländischen Regierungen zu einer Vereinbarung zu gelange», die ei»« allgemeine Rückkehr zum stabile» Goldstandard möglich«. Roosevelt erklärte weiter, man sei Amerika durchaus daraus gefaßt, daß Dollar im internationalen Handel bis zehn Prozent nachgeben werde, doch sei man fest davon überzeugt, daß eg sich dabei nur um«ine vorübergehende Erscheinung handeln werd«, denn Amrrika» Kredit» volitll und inübesonder« sein« Finanz» und Budgetpolitik geben di« beste Gewähr für die inner« Gesundheit des amerikanisch«« Dollar». man ihnen einen Tag die Notwendigkeit leidenschaftlichen Kampfe» gegen den Hitlerismu» Predigt, um am nächsten Tage für den Schutz dos Hitlerblattcs cinzutreten! Die Kommunisten der Tschechoslowakei müssen Farbe bekennen, was ihnen wichtiger erscheint: Kampf gegen den FasciSmuS oder Kampf gegen die Sozialdemokratie? Mit uns gegen die Falciften oder mit dem „Tag" gegen Meißner? J«d« Zweideutigkeit im Kampf« gegen den FasciSmuS ist«in Verbrechen. russischen Handelsdelegation zugestanden war. aufgehoben wird. Die englische Presse vertritt ziemlich allgemein die Auffassung, daß die jahrelange Ge- sangerchaltung der beiden Engländer nicht ruhig hingrnommen werden dürft«. Nach Meldungen aus Moskau ist dainit zu rechnen, daß die russisch« Regierung die Gefängnisstrafe für die beiden Engländer über Ansuchen der Verteidigung schließlich doch in eine bloße Ausweisung umwandeln wird. Bezeichnend ist, daß gerade am Abend der Ur- tcilsverkündung die Frau des Bolkskommissärs für Auswärtiges Litwinow einen Ball veranstaltet«, zu dem di« Diplomaten und alle Vertreter brr Auslandspresse geladen waren. Daraus wird geschlossen, daß die Sowjetbehörden die freundschaftlichen Beziehungen zu den in Moskau ansässtgen Ausländern wiederher- stellen wollen. Ist das Mc Einheitsfront? Die tschechoslowakischen Kommunisten iür die ilakenkreuzpressc! Wir haben bereits darüber berichtet, das; das Brüxer Kreisgericht aus Antrag der Staats anwaltschaft ausgesprochen hat, die Herausgabe des hakenkreuzlerlscheu Hauptorgans, des Duxcr „Tag", könne unterlagt werden, wa» der Landes behörde die Möglichkeit eines tatsächliche» Ver botes bietet. Die sascistenfrcundliche. d. h. di« ge samte bürgerliche Presse ist darüber sehr aufge bracht, obzlvar die Herrschaften an dem Verbot der gesamten Arbeiterpresse in Deutschland nichts auszuietzen haben. Sic finden es natürlich, daß in Deutschland zwar kein sozialdemo kratisches Blatt erscheinen darf, aber daß di« heimischen Skazis im„Tag" ungehindert«Inen frisch-fröhlichen Krieg gegen die Demokratie und die sie stützenden Parteien führen können. Weniger begreiflich ist cs jedoch. auch die kommunistische Presse der ssowakei „vorwärts" und.^Internationale" Front der Fascistrnfreund« eiurückt und der bedrohten Hakenkreuzpress« zn Hilf« zu eilen sich bemüßigt fühlen. In ihrer Ausgabe vom 19. April stoßen die beiden Blät ter zweispaltig den SLS-Ruf aus:„Dem ,Zag" droht Einstellung", als ob cs sich um die heiligsten Güter der Sowjetunion handelte. In Deutsch land hat zwar Hitler nicht hüt die sozialdemo kratisch«, sondern auch die kouinmnistischc Presse unterdrückt, er hat die kommunistische Partei ver boten, ihre Führer cinspcrren. Hunderte von Kom munisten mißhandeln lassen— das alles scheint den tschechoslowakischen Kommunisten, den Her ren Gottwald und Neiman» noch nicht genug, um eine klare, unzweideutige Stellung gegen den Fascismus zu beziehen. Sie find so eingedrillt auf den Äanipf gegen die Sozialdemokratie, daß sie angesichts des Beschlusses des Brüxer.Kreis gerichts, der die Einstellung des Hakcnkrcnzblat- tes rechtlich möglich macht— den sozialdemokra tischen Justizminister Dr. Meißner angrcifen, dem sie die Schuld an dem Erkenntnis des Brüxer Gerichts zuschicben. Die Taktik der Kommunisti schen Partei Deutschlands, die bis zu ihrem letz te» Atemzug, bis zu ihrem Verbot die SVD. be kämpft hat, scheint innerhalb der KP6. lern begierige Schüler gefunden zu haben. Angesichts des Auftriebs, den der Fascismus in der Tschecho slowakei durch den Sieg Hitlers in Deutschland erfahren hat, haben die Moskauer Wcltrsvalutionär« keine an deren Sorge», al» sich der Faseiftenpresse liebevoll anzunrhmrn. Das i st kommunistischer Klassen- ka m P f! Nur wenige Tage trennen uns vom 1. Mai. Die Kommunisten werben unter der Arbeiter- schast für gemeinsame Maikundgebungen und während sie auf Seite 2 ihrer Blätter vom 19. April ihre Stirn ob der Sorge falten, daß das Hakenlreuzorgan 14 Tage nicht erscheinen- daß also die Sozialdemokratie ein paar Tage von der andern Seite nicht mehr bekämpft werden könnte, verlangen sie aus Seile 3 derselben Num mer einheitliche Kundgebungen mit der Sozial demokratie am 1. Mai! Tas ist der beste Beweis, daß die kommunistischen Führer für eine Ein heitsfront. die den rücksichtslosesten Kampf gegen den Fascismus auf ihre Fahne schreiben muß, nocl) nicht reif sind. Man muß die Massen mit einer kompromißlosen antifa^cistilchen Gesinnung erfülle» und darf sie nicht dadurch verwirren, daß ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMDiiiiiiiiiMiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiwnin^^ uiiiiiimiiiiiniiiiiiiiniiiiininiiiiiiiiiiinniiniiiiiiiniininiiiiiiiiiiiiiniiiiimumnuiiiiiiniiiniiiiiiniiiiiiiiiininnuiniiiiiiiuiniiniiiiininiiniiinunniinniiiiniinninnniniinnninnnnniimniiiinniniinu Keine weitere Dollarsttttzung. Roosevelt rechnet mit einem ,.vorübergehenden“ sinken des Dollarkurses bis um 10 Prozent. Washington, 10. April. Präsident Roosevelt berief heut« den Rat der Politische» Führer in» Weiß« Hau» und erklärte ihnen, daß er im gegenwärtig«» Augenblick keiner» lei InflationSanträge empfehle« könne. Dagegen hat Roosevelt mitgeteilt, daß neuerlich«in Goldoussuhr-Verdot erlasse« werde« wird. Dies« Maßnahme sei als Kontrolle der Währung und des Kreditegedacht. Den gestern vom Schatzamt gebrauchten Ausdruck Kontrollierte Inflation" halt Roose velt für irreführend, denn dir Bereinigten Staaten beabsichtigten keine Inflation in dem Sinne, daß oie Regierung ihre Ausgaben mit wertlosem Papiergeld bezahle, das eigens zu diesem Zweck gedruckt werde. Anrerika werde vielmehr, wie bisher, an dem Grundsatz einer gesunden Finanzpolitik und einer gesunden Wäh rung scsthakten. Man hab« sich lediglich«ntschlofsen, de« Kampf gegen spekulative Attacken des Auslandes gegen den Dollar aufzugrbe« und den Dol» larkurs sich selbst zu überlasse«. Die„Spitze", als einen im regulären intcrnatio- nalen-Handelsverkehr zustande gekommenen Passivsaldo der amerikanischen Zahlungs bilanz, Iverde man dagegen nach wie vor auS- gleichen. Zu diesem Zweck werden Goldver schiffungen auch fernerhin zugclasseu. iinnnnniHinmnHiuinninnninimmiiuinmniiiumninniniiimniinmiiimiiiiinnnniiininTmnininiiniinnunniiiuiiiiiiniiiiinuiiiiiiniiiiiiiuninmimminiiiiiiiniiininniiinniiiiiniiiiiniiiiiinnni WM Einfuhrsperre neuen Sovlelwaren. Die Fohlen des Moskauer ortells. Loudon, 10. April. Die Verurteilung der beiden Engländer im Moskauer Schädling-Pro- zcß zu einer wenn auch nicht übermäßig hohen Gefängnisstrafe hat die britische Regierung ver anlaßt, für heute vormittags den Geheimen Rat des Königs nach dem Schloß Windsor einzuberu fen, uni die Regierung auf Grund des vor wenigen Tagen beschlossenen Ermächtigungsge setzes zum Verbot der Einfuhr russischer Waren zu autorisieren. Bereits am Nachnrittag wurde im Amts- blatt die Proklamation veröffentlicht, durch die die Einfuhr einer großen Menge russischer Er- zeugirisse, die etwa 80 Prozent der gesamten Ein fuhr aus Rußland ausmachen, verboten wird. Das Einfuhrverbot gilt namentlich für Butter, Getreide, Baumwolle, Petroleum und Bauholz;' es tritt mit dem 26. April in Kraft. Eine weitere Repressalie gegen Rußland be steht darin, daß di« diplomatisch« Immunität die bisher den drei leitenden Mitgliedern der UiMm iler Wen Uglands an Deulldiiand! Völlige Wiedergutmachung London, 17. April. Die englischen Juden haben, wie der„Daily Hcralü" berichtet, deni deutschen Botschafter in London, Herrn v. Hoesch, ein Ultimatum überreicht, in welchen« sie die volle Wiederherstellung der Rechte der deutschen Juden fordern. Sollte binnen drei Tagen auf dieses Ultimatum keine befriedigende Antwort cingchen, io wird zur Verschärfung des ohnehin bestehcndcu Deutschen-Boykotts mit einem Schlag« an sämtlichen Geschäften in England, di« deutsch« Waren vertreibe» oder mit deut» sche« Firmen in Verbindung stehen, ein gelber Fleck,„mit nega» tivcin Vorzeichen" angebracht werden, zur Dis'anrierung und z»r Abwürgung dieser Unternehmungen und zur völligen B e r, nichtung des deutsch.englischen Handels. Sollte die Antwort dcr deutschen Regierung indessen in a l l« n Punkten befriedigen» sein, so wird der Deutichen-Boykott suspendiert werden. Kapitän W. I. Webber, der Leiter der Boy- kott-Bewegung gegen di« Deutschen, der' dieses Ultimatum persönlich überreicht Hal, erllärt hierzu, daß das Ultimatum folgende Ein^lfordcrungen 'nlhält: 1. Der Boykott gegen di« Juden in Deutschland, iu welcher Form auch immer er betrieben worden ist und betrieben wird, hört ans; 2. die jüdische Bevölkerung in Deutschland erhält au»r«ichrud«n staatlichen und Polizei» oder: schwerste Repressalien! ltche» Schutz, der jede Gewalttätigkeit, jede Verhöhnung und jede Beleidigung zn verhindern imstaud« ist; 3. dir durch die Regierung oder durch di« Regierungsparteien au» ihre» öffentlichen oder privaten Stelle» und A«mter» ent. lernten Juden werden unverzüglich in ihr« alt«n Rechte wieder eingesetzt; l. die deutsch« Regierung gewährt volle» materiellen Schadenersatz sür alle unmittelbar oder mittelbar gegen die Jud«n getrosfenrn Maßnahmen, ganz gleich, ob diese Maßnahm«» von der Regierung des Reiches oder der Länder, von den Regierungspartei«» oder einzelnen Mitgliedern dieser Parteien oder von Dritten ausgegangen sind; 8. es wird«in Soudergericht gebildet, das all« gegen di« Juden verübten Gewalttätigkeit«» mit aller Strenge abzuurteilen hat. Kapitän Webber erllärt ferner, man werde jetzt in die letzt« Phase dcr Vorbereitungskämpfe eintreten; wenn Deutschland auch jetzt nicht uirtcr Anerkennung seiner höchsten Schuld in den Kreis der Kulturstaa'cn zurückkchrcn sollte, dann bliebe nur eincS noch: d«r Sturm, der so lauge anhalteu wird, bis Hitler-Deutschland endgültig am Bod«n liegt. Verhandelt würde in diesem Falle«rst dann, wenn da» neu« R«gime« bedingungslos die Waffen gestreckt uud andere» und verhand- lungswürdigeu Männer Platz gemacht hat. Rückgang des russischen Außenhandels. Die Ausfuhr 1032: 54 Prozent der von 1030. In der offiziellen Zvitschrift des tschechosloma- kischen statistischen Staatsamtes veröffentlicht Dr. Alexander Bajkov eine interessante Studie über die Entwicklung des russischen Außenhandels in den letzten Jahren, der wir folgendes enr- nchmen: Es betrug in Rubeln: AilSfuhr Einfuhr Handelsbilanz 1930.. 1036,371.000 1058 825.000— 22,451.000 1931.. 811,210.000 1105,034.000— 293,824.000 1932.. 563.884.000 698.693.000—134.809 000 Es beträgt somit im Jahre 1932 die russische Ausfuhr nur noch 54 Prozent dcrAuss« hr von 1930. dieEinfu hrnurnoch 66 Prozen t dcr Einfuhr von 1930. Beachtenswert ist ferner die Passivität der russischen Handelsbilanz. Dadurch steigt die Verschuldung Rußlands an das 'Ausland, die Ende 1932 eineinhalb Milliarden Rubel betragen hat. Her oiuiel der„lleberpartelllchkeir. Wien, 18. dlpril. Wie eine Korrespondenz »rcldct, bat die Bundesregierung an den Bund jüdischer Frontsoldaten die Aufforderung ergehen lassen, sich an der Formierung der in Aussicht genommenen Hilfspolizci zu beteiligen. Der Bund jüdischer Frontsoldaten soll zu dem Kontingent von 5000 Mann drei Prozent aus den Reihen seiner Mitglieder stellen, was Prozentuell dcr Zahl der im. gesamten Bundesgebiet lebenden Juden entsprechen würde. Katastrophaler Rittkoani der deutsdien Notendetknng. Berlin, 18. April. In der Zeit vom 1. bi» 15. April diese« Jahres war di« Deutsche Reichsbank, wie wir aus bester Quell« erfahren, gezwungen, 82.0 Millionen Reichsmark an Devisen abzngcbcn, um da««bgleiten der Mark» Notierung zu vrrhiuderu. Da«ach de« Erklärungen de» ReichSbaukpräsidenten Schacht in der Generalversammlung der Reichsbank der gesamte Gold- und Devisenbestand zu Ansang diese» Monat« und nach Lösung de» RediükontkreditS nur noch 697.8 Millionen Reichsmark betrug, hat die Reichsmark innerhalb der ersten vierzehn Tag« drS Boykotts genau zwölf Prozent ihrer WährungSgruudlage verloren. Amtliche Geschlchtslülschung. Karlsruhe, 19. April. Wir die Pressestelle beim Staatsministerium mitteilt, wir» dcr badisch« Unterricht-Minister Dr. Wacker am heutigen Mittwoch nach Braunschweig reisen, um an einer mehrtägige» Konferenz der deutschen Unterrichtsminister teilzunehmen, auf der ein einheilliche», für ganz Deutschland geltendes Geschichtslehrbuch durchberaten werden soll. nerrn Seidtes Latein. Nürnberg, 18. April. Der ReichsarbeitSmini- ster S«l d t e erklärteesrcrton;erl.- Wien: 15.-15 Frühlingssiimmung 20.05 Bon deui» scher Seele. Da« Rcichsbannermitglied N.— Name und Adresse(Sachsen) sind un« bekannt— wurde von SA-Leuien aus s einer Wohnung ins Braune Haus verschleppt und dort so„be, handelt", daß, wie die viel später hcrgestellte Photographie zeigt, noch lange nachher die bluti, gen Spuren bemerkbar Ivaren, die die Hunnen hinterließen. Hundert jüdische Staatsbürger ermordet? Berlin, 18. April. Nach einer von jüdischer Seite in Deutschland gemachten, durchaus glaubwürdigen Erhebung, sind seit dem Beginn der sogenannten nationalsozialistischen Revolution über einhundert jüdische Staatsbürger durch die Hak«nkreuzler er. mordet worden. In diese Zahl sind die alü vermißt Gemeldet«» nicht einbegriffen. Einen vollständigen Ueberblick zu gewinnen, stößt aus mißerordentlich« Schwierigkeiten, da die Angehöri, gen der Opfer des HitlerregimeS sich aus Furcht vor weiteren Maßnahmen im allgemeinen weigern, nähere Angaben zu machen; die übrigen nehmen di« deutschen Tageszeitungen! die Todesanzeigen von jüdischen Staatsbürgern er ft nach Beibringung der polizeilichen Genehmigung und bei neutralem Text in ihren Spalten auf, so daß auch diese- Alateriäl nur völlig unzulängliche Schlüsse gestattet. Vater und Söhne. Fn der Nacht von Samstag auf Sonntag der vorigen Woche wurden in einer Vorstadt von Frankfurt ein sechzigjähriger Mann und seine beiden' Söhne von Braunhemden verhaftet, in eine Nazikoscrne geschleppt und dort verprügelt. Einer der beiden Fungcn wurde nur leicht verletzt, aber der andere wurde schrecklich zerdroschen und wird vielleicht jein Leben lang taub bleiben. Ter Vater wurde fürchterlich zugerichtet. Er liegt jetzt im Spital. Seine Verlegungen sind lebensgefährlich. Am Sams:ag während des Boykotts war ein Mädchen gerade dabei, eines der boykottierten jüdischen Geschäfte zu verlassen. Es ist nicht klar, ob sie hincinaegangen war, um etwas einzukau- sen. Sie wurde von den Posten der Braunhemden umringt, die sich amchickten, von ihr eine photographische Ausnahme zu machen. Bekanntlich wurde allen, die am Samstag in jüdischen Gc- schäften kaufen würden, angedroht, daß ihre Bilder in der Orlszeitung veröffentlicht werden würden, was die Folge hätte, daß die Betreffenden dem Terror zum Opfer sollen und vermutlich gezwungen werden würden, ihren Hcimalsbezirk zu verlassen. Ein gutherziger Passant kam dazu und hielt seine Hand vor dir Kamera. Er wurde daraufhin von den Braunhemden geschlagen und brach verletzt und blutend zusammen. Sein Zustand ist ernst. -190 Millionen für wohltätige Awecke. London, 17. April. Baroneß Scaforth Bra- han, Roß-shire, die Witwe des Barons Scaforth und' die Tochter dc§ verstorbenen Edward Slcin- knpff Lyndhurst Sussex hat laut Tcstanien: .750.090 Pfund Sterling WohltätigkritSvcrbänden vermacht. Der„Nebenverdienst eines Steuerbeamten. I Dienstag nachmittags ließ der Inhaber eines .... icnbc-glcttinifl.— Königsberg: 21.00 Wie höre ich zwei Männer verhaften, die ihn in gcheininisvol« Orcheftermusit'?— Langenberg: 16.30 Kammerchor. lcr Weise wiederholt um eine Unterredung unter - München: 21.10 Unsterbliche in Worten vier'Augen„In Stcuerangclcgenbeitcn" ersucht unv Werken.— Men: 19.-10 Volksmusik. hatten, aber dann vor seiner Frau und später auch niiiiiiiiiiiiitiiiii!iiiiiinHiiiiiiiiiifiiiiitniiiiiiiiiniiiiiiifiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiifiii)iiiiiiiiiifiiii(iiiitiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiifiiiiiiiiiiiiii[iiii[tiii[iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii[iiiiiiiiiiHD vor stillem RcchtSanivalt nicht recht mit der Sprach« herausrücken wollten. Ter ein« Verhaftete war der-10jährige Kanzlciobcrosfizial des Finanzministeriums Gottlieb Dobrovsky aus Podol, der zweite der 29jährige stellenlose Drogist Josef G o e tz aus Pankratz. Dobrovsky, der:ni Finanzministerium der Stcucrstrafabtcilung zugeteilt ist und dort Zutritt zu den Akten hat, wollte sich als„Steuerberater" bei solchen Leuten betätigen, gegen die ein Stcuerstrasverfahrcu anhängig ist.. Tatsächlichen Einfluß auf den Gang des Strafverfahrens konnte Dobrovsky nicht haben: er hätte lediglich an Hand der Akten den Beschuldigten mitlvilen können,^.was im Detail gegen sic vorlstgt, bezw. was gegen sic seitens der Behörde etwa untcrnonimen werden soll. Auf diese Weise wollte er sich einen Nebenverdienst verschaffen. Den Goetz habe er nur deshalb hinzu f gezogen, weil dieser versprochen habe, ihm unter den reichen jüdischen Geschäftsleuten, die mit der Steuerbehörde Differenzen haben, Klienten zu verschaffen. Beziehungen mit einem Steuerbeamten-in Weinberge, deren er sich im Gespräch s mit Brbala rühmt«, habe er sich bloß ausgedacht, nm größeren Eindruck zu machen. Beim Verhör bekannte sich Dobrovsky auch dazu, in drei weiteren Fällen derartige Angebote gemacht zu hoben.' Gegen Dobrovsky wurde das Verfahren wegen Mißbrauches der Amtsgewalt, gegen Goetz Verfahren wegen Beihilfe hiezu«ingeleitet beide in Haft belasten. Selbstmord aus den Schienen. Gestern 9 Uhr vormittags stürzte sich die 38jährige Arbeiterfrau Anna Havrankovö^ aus Svitkav in selbstmörderischer Absicht bei Svilkov unter den Schnellzug Pardubitz—Prag. Sie wurde von dem Zuge voll st ä n d i g zerrissen. Die einzelnen Leichenteile wurden vom Zug weit fortgcschleift. Tie Ursache der Verzweiflungstat liegt in unheilbarer K rank- h e i t. Tic Tote hinterläßt ihren Mann und einen Sohn. Amerikanischer Protest gegen Japaner. Tie amerikanischen Blätter verzeichnen mit Erbitterung die Nachricht aus Pciping, daß das Leben von etwa 200 amerikanischen Schülern und Lehrern bei dem japanischen B a m b a r d c- mentTun-^Taschaus(bei Pciping) bedroht wurde. Die Tschau sind sten Teilen bereiten sich studium in..... düngen über Verletzung dieser Kinder sind nicht cingctrofseu, doch rufen die japanischen Fliegerangriffe in der nächsten Umgebung van Pciping in den Kreisen der in Peiping ansässigen Ausländer große Erbitterung hervor. Die amerikanischen Blätter konstatieren, daß auch die amerikanisckze öffentliche Meinung über die rücksichtslose Kricgsaktion der Fapaner südlich von der Großen Mauer erbittert ist. Die amerikanischen Behörden treffen alle zum Schutze der amerikanischen Staatsangehörigen gegen Fliegerangriffe notwendigen Maßnahmen. Liechtenstein erschwert Einbürgerung. Aus Vaduz wird gemeldet: Da sich hcrauSgestcllt hat, daß verschiedene Personen die liechtensteinische 2taatsbürgersll)aft aus offenbar unlauteren Motiven rrlvorben haben, hat die Regierung die Abänderung der Einhürgerungsbestimmungeu erwogen. Bis zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird die Regierung Einbürgcrungs- b c s ch l ü s s e liechtensteinischer Gemeinden nicht genehmigen, so daß die Aufnahme in das liechtensteinische Bürgerrecht für eine Zeit gesperrt ist.— Seit dem Jahr 1920 haben sich insgesamt 120 Ausländer, bezw. Staatenlose in Liechtenstein eingebürgert. Ein Tschechoslowake sagt über das Lindbcrgh- , Kind aus. Zahlreiche Pariser Blätter verzeichnen I aus Maubcuye eine späte Enthülluilg eines Tschs- , choslowakcn über seinen Verdacht bezüglich des - Raubes des Lindbcrgh-Babys. Die Blätter führen ' ii. a. ans, daß dieser tschechoslowakische Staats- l angehörige deni Polizcikommissär ein Schreiben 1 vorgelegt hatte, das er dem tschechoslowakischen Qlr8etter*Ztirner unö*6port er morschioven in den ersten Reihen rin Kampfe fürdi« Demokratie gegen den F a s c i s m u s. onorföiere mit! Schule Deinen Körper! Stähle Deinen Willen! Turne, j p o r t l e, spiele im Ärbeiter-Turn- nnd Sportverein. Werde Mitglied des A t u s. mmmsBnmmnnnMBBa Konsulat in New Aork übersandte und in den« er den ganzen Vorfall anzcigte. Tiefes Schreiben hatte ihm jedoch das tschechoslowakisck)e Konsulat in New Park mit der Aufforderung znrückgesondl, di« Angelegenheit den zuständigen französischen Behörden zur Anzeige zu bringen. Ter Polizei- kommistär nahm dann mit dein Tschechoslowaken ein Protokoll aus und übersandte es zur weiteren gerichtlichen Amtshandlung. Das Wrack der„Areon". An der Küste von Jersey wurden Dienstag Wracktrümmer des Luftschiffes„Acron" gefunden, das am 4. April verunglückt«. Tic Marineoffiziere wollten bereits ihre feit vierzehn Tagen betriebenen Nachforschungen nach dem Wrack des Luftschiffes onfgebcn, als Kapitän Leary, der Kommandant der Forschung? Mannschaft, depeschierte:„Ich glaube, die„Acron" ist gesunden." Mit der Auffindung der Leichen der 67 Besatzungsmitglieder des Luftschiffes ist dagegen nicht mehr zu rechnen. Leary forderte die Entsendung eines Bootes mit oi>wr Böse zur Markierung der Stelle, wo der Gegenstand liegt, den man für das Wrack der„Aeron" hält. Diese Stelle befindet sich etwa 43 Kilometer südöstl'ch vom Lenchtturm Barnegat. Schmrckostern mit tödlichem Ausgang. Fn Kavecany bei Kaschau gingen ain Ostermontag junge Burschen mit der Osterrute von HauS zu Haus auspeitscheu und trafen sich dann am Abend im dortigen Wirtshaus. Ilebcrall wurden sic bewirtet und so- kam es, daß sie am Abend bereits stark angeheitert waren. Es ent wickelte sich bald eine Schlägerei, wobei Fohanu äcmrnk das Mester zog und einen jungen Mann namens Lukaöik durch rinen Stich so schwer ver letzte, daß dieser bald daraus im Krankenhaus verschied. Kemrük wurde verkästet und in die Hast der Staatsanwaltschaft in Kaschau eilige liefert. Während eines Rundsluges, den der Biloi Btstritschan am Dienstag auf dem Flugzeuge A 132 der österreichischen Flugdienst A.-G. in der Gegend von Mariazell aus Gefällig leit mit dem Ehepaar Flesch und besten sechsjährigen Tochter unternommen hatte, setzte plötzlich der Motor aus. Bei der aus diesem Grunde nächst dem Bahnhof Mariazell beabsichtigten Notlandung rutschte der Apparat ab und Prallte mit Wucht auf den Boden auf. Das Mädchen wurde getötet, die Mutter schwer und der Vater leicht verletzt. Ter Pilot blieb unversehrt. Die Maschine wurde schwer be schädigt. Sieh«»« der ftUtfenfotterit 80.000 K: 33.207. 30.000 K: 56.176. 20.000 K: 3019, 94.526. 10.000 K: 10.977, 29.365, 41.788, 57.938. 75.947, 89.407, 98.279. 5000 K: 2759, 3681, 1454, 19.386, 20.865, 35.063, 35.788, 50.554, 53.767, 59.299, 68.061, 72.737, 85.747, 92.626, 93.683, 100.953, 102.847. 2000 K: 233, 477, 2701, 4838, 8989,.11.511. 11.663, 15.670, 16.428, 18.742, 24.256, 81.471, 32.472. 37.277, 40.959, 42.118, 43.151, 44.419, 52.912, 53.054 55,024, 55.497, 57.205, 60.265, 61.128, 66.937, 68.391 68.647, 68.715, 69.886, 71.163, 72.931, 73.085, 78 402 75.397, 78.846, 79531, 81.345, 81.514, 85.759, 85.799 86.203, 87.680, 89.197, 90.412, 90.467, 91.828, 95 050, 97.064, 100.676, 100.699, 103.070, 103.835. 1200 K: 2076, 5058, 5141, 13.874, 17.395, 19.021 21.947, 48.177, 71436, 78.492, 82.844, 90.905, 93.952, 96.274, 101,283. Donnerstag, 20. April 1933. Sette S -aber nicht Ihre eigenenI Zahnausfall: wie oft durch Zahnstolnl Au* Kalksalzen, Bakterien und Pilzen entsteht der gefährliche Zahnstein. Wenn er nicht rechtzeitig entfernt wird, lockert er die Zähne. Beugen Sie dieser Gefahr vor— durch Kalodontl Einzig und allein Kalodont enthält In diesem Land das wissenschaftlich anerkannte Sulforlzin- Oleat nach Dr. Bräunlich, das den Zahnstein allmählich und sicher entfernt. Richtige Zahnpflege heißt: 2 x im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt— 2»täglich Kalodontl Arve lsgenikinsAN deutscher vroleturWer LkglllllWonen in Prag. PBAfiEB MITCgft Wie Ian e«och wird die RWG tut) ihre Dresse ikhwei en? Sarve vekenrrea? Die Prager Jeutscheu gegen den Fa'c.smus und die AweldeMigrett der»Demorraten". Nr. 93. Die Morttat vom Dritten Reich. (Rach der Drelgroschenoper.) Und der Haifisch, dir hat Zähne, und dir trügt er Im Gesicht, tldolf HUlrr fpr cht von Ordnung, ab«r srh'tt tut man sie nicht. Ost schon tvard rin Mann gesunden mit'nem Mess» in der Brust, und am Kai geht Adolf Hitler, der von all dem nichts gemuht. Denn dir braunen Landen morden, braucht doch nichts dabei zu sein, um das Opfer.st'S nicht schade: 'S war sa ein Marxistcuschweini Do wir doch ermordet haben selbst den Kameraden Hentsch, können wir doch niemand schonen: rin Marxist ist doch kein Mensch! Und Schmal Meier bleibt verschwunden, und so manch» andre Jud: sehr erstaun! ch für Herrn H'.tlrr, der davon nicht» wissen tut. Und da» große Feuer im Reichstag— van der Lubbe gab man prei»— in der Menge Adolf Hill», den mau nicht» fragt und der nicht» weih. Und man prügelt und man mordet, nicht« besoud'res ist dabei, und man brandschatzt, raubt und plündert: Die SA ist Polizei... lind di« mindersöhr'gr Witwe ward geknebelt von LA, .wachte auf" und war geschändet— — und sie hieß: Germania... Norbert Walter. Beneidenswert beschenkt. Reichspräsident von Hindenburg hat dem Reichskanzler Adolf Hitler zu seinem Geburtstag sein Bild in silbernem Rahmen mit eigenhändigem herzlich:» Glückwunschschreiben durch Staats- sckretär Meißner übermitteln lassen. Etwa 30V bewaffneter Männer überfielen die Wachen der Talsperre auf dem Flusse Tallahalfchbe in Chutebridge und entwassnetrn sic. Hierauf beschädigten sie die Talsperre, wodurch viele tausend Accre» Felder vom Hoch, wasser bedroht sind. Ernstlich bedroht sind auch die Städte Slvanlake, Glcndora, Black- bahou,>n die das Wasier bereit» einzudringen beginnt. Bluttat eine» Irrsinn gen. In Großichimnitz bei Oppeln erschoß in der Nacht der Zimmerpolier Jottl Tuchan in einem Anfall geistiger Umnachtung seine Fran. Dann gab er auf seine beiden Söhne Cchüsie ab. durch di« der«'n« in der Herzgegend getrossen wurde. Der Schwerverletzt« konnte jedoch mit Unter- stützung seine« jüngeren Bruder- flüchten. Der Täkr öffnet« sich mit einem Rasiermesier die Hal«- schiagader und starb an Blutverlust. Der Sohn schwebt in Leb«n»gefahr. Aazlheldr» an der Arbeit. Sin der Nacht von llarstm-tag auf Ostersonntag kam«» im Hotel .Alte Post" in Krem« zu einem Zutommenstoß avschen politisch«» Gegnern Nationalsozialisten aut Kteutt hatten tschechischsprechende Angestellte de» in Stein gastierettden Warcherzirku»„Rebernigg" ange- stänkert. Ti« ZirkuSaugeslclltkn wandten sich g:gen die Nationalsoz'al'sten, di« mit Stahlrutrn und Schlagringen auf ihre Gegner einchiebcn. Ein häl)«rcr Geiwarmeriobeamter, der den Streit schlichten wollt«, erh'elt einige kräktig« Ohrfeig«». Sech» Personen wurden rerletz: Al» die Polizei erschien, ergriffen beit« Gruppen di« Flucht. Sonntag und Montag fanden vor dem Zirku» tu Sie'» Demonstrationen der Nationalsozialisten statt, denen e» gelang, di« Vorstellungen zu verhindern. Gendarmerie konnte schließlich die Ruh« wisper. Herstellen. Di« Nationalsozialisten h'elten Dienstag in Krem» einen Appell ab utrd erklärten, daß der Zirlus in Stein und Krem« nicht mehr spielen dürfe. Ueber d'e Ehescheidnna-n und-Trennungen im Jahre 1931 bringt di« eben veröffentlicht« Nummer 23 de» heurigen Jahrgang«» der„Mitteilungen de» Statistischen Staatsamtes"«in« Reihe interesianter Daten. D'e Scheidungen tttrd Trennungen weisen in ihrer zeitlichen Entwicklung seit dem Jahr« 1922 bi» 1931 zwei Höchstpunkt« auf, und zwar zu Beginn und am End« diese« Zeitabschnitte«. Ter Tirsvunkt liegt in der Mitt«, Im Jahre 1926. von welchem Jahr« an die Scheidungen und Trennungen wieder zu nehme». Verfolgen wir d!« Rc'he der Der- hältniszahlen, so entfielen im Jahr« 1922 auf 100.990 Einwohner 31.6, Im Jahr« 1926 29.1 und im Jahr« IM 314«Inverständliche und nicht einverständl ch« Ehescheidungen während(nach der Jnkrast'eyung der Ehcnovell«) die meisten Ehetrennungcn im Jahre 1922 waren(44.8 au’ 100.090 Einwohner) und die wenigst«» im Jahre 1926(882), worauf'hre Zahl n«u«rl!ch bi« auf 402 im Jahre 1931 stieg Wenn wir die einzelnen Länder vergleichen,(eben wir. daß in der R'chtnng nach dem Olten der Revubltt die Zahl der Trennungen a b n i m m t, so daß in Böhmen im Jahre 1981 54 4. Mähren-Schlesien 88.5 die Slowakei 181 und Karpathorußland 119 Ebe- trenimngen auf 109 000 Einwohnern aufwerirn Bei Männern kommen Eheschednnaen und-Trennungen am häufigsten in der Altersstufe von 80—34 Jahren vor. bei Frauen Eh.'schcdungen zwilchen 25—29 Jahren, Trennungen zwischen 30-34 Jahren Tie meist«» Scheidungen entfallen aus Ehen in der Tauer von zwei bi» drei Jahren während die Treu- nungen hauptsächlich hei Esten von drei st'» vier Jahre» Tauer Vorkommen Am meist«» werden kittderlole Ehen geschieden: die häufigste Ursache sind meist MWndlnjig und Ehebruch. Hätte e- die AWG nicht für aut erachtel, dem HakenkreuzfaseiSmu» Schützenhilfe zu leisten, indem sie für alle Greuel der braunen Hunnen die— Sozialdemokraten verantwortlich macht«, wäre di« große Protestversammlung der Prager Deutschen Über dies« sogenannte Partei des „liberalen Bürgertum»" mit der ihrer sonstigen Bedeutung entsprechenden Geringschätzung hin« weggegangen. Die unwürdige Kriecherei vor dein Hakenkreuz, deren Zeugen die Prager Deutschen n den letzten Wochen erst mit Staunen, dann mit immer mehr wachsender Empörung waren, forderte zur Abrechnung grradezu aus. Und diese Abrechnung erfolgte in Ubrrzengender Weise. Die von vielen Hunderten besuchte Der« ammlung in der„Urania" wurde durch den Borsitzenocu der sozial-entokraiischen BezirkS- organifation Gen. Schönfelder mit etnem kurzen Nachruf für den ermordeten Genossen ahradniöek eröffne'. Hierauf teilte -r ch o n s e l d e r mit, daß Abg. Bacher, der eingeladen worden war, feine Abwesenheit mit einer Reise in» Ausland entschuldigte. Die Deutschdemokratisch« Partei, die keine glaubwürdige Erklärung sand, zog c« vor, sich in Schwe:- gen zu hüllen. Genosse Dr. Fraozel erstattet« da« Referat. In fast leidenschaftslosen Sähen, aber nm so aufwühlender durch die Schilderung der nackten Wirklichkeit zeigte er den wahren Charakter de«.Hakenkreuzterrors auf: Durch Jahrzehnte hat die iapilalistische Ordnung da« Elend, welche» ihre unvermeidliche Folgeerscheinung ist, durch den Hinweis aus ihre Kultur l e i st u ng e n zu verdecken versucht und in den Augen von Millionen auch zu verdecken vermocht. Tatsächlich ist das Entstehen der kapitalistischen Ordnung verbunden mit dem Entstehen neuer Kulturformen und ihrer Ausbreitung aus soziale Schichten, die von der Kultur bis dahin ausgeschlossen waren. Damit hat das Bürgertum dem Proletariat aber Massen in die Hand gegeben, mit welchen e« die bürgerliche Ordnung beorohen kann; wenn da« Bürgertum die Grundlagen seiner Macht nicht verneinen will, kann cs seine eigenen Kulturleistungen nicht mehr bejahen. Tas ist der Grund, warum der bür« zerliche Liberalismus zusammengebrochen ist und »trch klerikale, nationale und andere reaktionäre Bewegungen abgelöst wurde, in der letzten Zeit durch die faschistische, die einzige, durch die das Bürgertum seine Herrschaft noch zu erhalten vermag. Mit dem Faschismus wirst die Bourgeoisie Ihre eigene Kultur Über Bord. Wenn wir die Er« eignisir in Deutschland so sehen, wie sie tatsächlich sind, müssen wir erkennen, daß wir am Ende der bürgerlich«« Kultur schlechthin stehen. Bor allem hat sich da» Bürgertum der letzten Reste seiner freiheitlichen Ideen entledigt. Wenn auch die bürgerliche Freiheit siet» nur eme beschränkte politische, niemals auch eine soziale war, so kann die Bourgeoisie heute auch an dieser politischen Freiheit nicht inehr scsthalten. Nicht nur das allgemeine Wahlrecht, sondern auch jedes Recht der freien Meinungsäußerung wird ausge- schattet. Während aber alle sreiheitlichrn Richtungen in der Prrsi« und in der Kunst unterdrückt werden, erleben wir beim bürgerlichen Liberalismus einen Zusammenbruch der Gesinnung, der seinesgleichen sucht. Die Schwenkung d«S Ullstein- und de« MosseverlageS, der Umfall dr»„S i m p l i z i s s t m n 6“ sind greifbar« Beweise HIcsür. Der Faschismus bedeutet auf d»«inen Seite dir Niederknüppelung de« freien Denken», ans der andern Seite aber den freiwilligen Verzicht auf das, wo» man bisher weniaftrnS nach auhen hin, an sreiheitlichrn Ideen zur Schau getragen hat. E» albt noch Leute, die fragen, ob all da». Madie Sozialdemokraten aus Deutschland berichten, wahr ist. Der Abgeordnete der AÄR Dr. Peter» will in Deutschland keine Greuel, sondern nur die abgebrannte Kuppel des Reichstages gesehen haben. Wa« hat er denn erwartet? Hat er geglaubt, dah die Leichen auf den Straßen liegen oder daß man die Schreie der Mißhandelten aus den Fenstern der Häuser hört? ES hätte ihm schließlich auch die Kuppel des Reichstages genügen miissen, denn cs gibt wohl keinen vollstnnigcn Menschen, der noch daS Märchen glaubt, daß den Reichstag die Kommunisten angczuudcl hätten. Die Greuel der Braunhemden überb'etcn alles, wa» nian in Italien oder Ungarn erfahren bat. Typisch für den Terror des Hakenkreuzes ist das AuS toben der unmenschlichen Instinkte, welche ohne Zweck und Ziel nur einem dunklen Trieb zum Durchbruch verhelfen. Tas muß den Widerstand und Ekel aller Menschen wecken. Wenn sich diese Welle au» Deutschland weiter verbreiten würde, würde sie in erster Reihe die deutschen Minderheiten in den andern Ländern treffen. Wenn der Faschismus in Deutschland«in« Minderheit unterdrücken kann, dir praktisch eine Mehrheit ist— denn von den 51 Prozent d» Stimmen sind einige dazugeschwindelt— so würde auch den Deutschen in der Tschechoslowakei«ine Berufung aus ihre zahlenmäßige Stärke nicht» nützen. Aus diefem Grund« wendet sich der Sozialismus auch gegen dir Judenverfolgungen in Deutschland, weil er deutlich sicht, daß jede Unterdrückung de« freien Denken« und der Menschlichkeit sich seit jeher so wie gegen all» nationalen und rassischen Minderheiten auch sozial schwachen Schichten wendet. Die Jndenhetzc In Deutschland hat ja nur den Zweck, dir Ausmerlsamkett davon abzulenken, daß der Nationalsozialismus nicht daran denkt, seine sozialen Parolen durchzuführen. Darum wird der Terror sich immer dann verschärfen, wenn das Versagen der Bersprechnngen offenkundig werden wird. Wenn man den Massen kein Brot geben kann, wird man ihnen die BlutsuPP» des Terrors v o r s e tz e n. Ter Zusammenbruch der Kultur in Tcntichlnnd bedeutet zugleich auch eine Bedrohung des Teuijch- tums im Ausland. Die Deutschen in der Tschechoslowakei würde der Faschismus in derselben doppelten Form treffen wie die Juden in Deutschland: sozial und als MindcrheitS Nation. Daraus müssen wir die Konsequenzen ziehen. Deute, wo alles, wa» an Kultur und Menschlichkeit festhält, sich auf der einen Seite sammelt, während alles andere im Lager des Hakenkreuze« sich vereinigt, darf es kein Jndermittestchcn und keine Lauheit geben. TaS wa» wir bei der„Dohemia" erleben, ist die Tragikomödie eine» Clowns, der zwischen den Kampffronten seinen grotesken Tanz anfführt. Besonders in Prag muß man erkennen, daß der Liberalismus sciueu Kampf aufgegebcn hat und sich dazu hergibt, die Reklametrompete für den Faschismus zu blasen. Nur die Sozialdemokratie führt den Kampf gegen den Faschismus, e i n e n K a m p f f ü r dieKulturimbestenSinnedeSWorteS! (21 ü r m i f ch e r Beifall.) In der Debatte vertraten zwei Redner die kommunistischen Ansichten über die Ein- heitsfront. Dann laS ein Hakenkrenzjüngling zur Heiterkeit der Versammlung mühselig ein Paar Sätze ab, weiche ihm irgend ein vorsichtshalber im Gasthaus gebliebener Osaf atifgeschrie- den hatte. Lehrer Scholz, der Mitglied der Deutsch-demokratischen Freiheitspartei und ihr Funktionär ist, warb zu Beginn (einer Ausführungen für Verständnis für die Nationalsozialisten. Gerade als Deutscher bedauere er aber, die Psychose, von welcher auch ein Teil der Sn« drtendeuischen ergriffen wurde. Dazu hätte es nicht kommen können, wenn die Menschen mehr zu politischem Denken erzogen worden wären.(.Zwischenrufe: Wenden Sie sich an die„Bohcmia"!) Er könne nur sagen, daß er sich der Fuständc in Deutschland schäme. Scholz erklärte, nicht für 'eine Partei sprechen zu können. Genosse Dr. Strautz: Herr Lehrer Scholz sagte zu Zwischenrufern, daß nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch andere Parteien das Recht hätten, gegen die Er- Ortsgruppe des Arbeitervereine»„Kinderfreund«" In Prag. Samstag, d«n 22. April, um halb 8 Uhr abend» im Saal d«s„Odborovy dum", Perftyn, VortragSavend. ES sprechen zwei der bedcuiendslen Kulturpolitik«« der Internationale: Alois Jalkotzy, Sekretär der sozialistisch«!! Erziehungs-International« und Vem«inderat, Wien, über: „Der Kampf um das Kind in Oesterreich" und Dr. Kurt Löwenstein, früherer Letter des Schulwesens von Berlin-Neuköln, über: „Die gesellschaftlich« Funktion der Erziehung". De Vorträg« werden von Darbietungen der „Noten Falken" und der Sozialistischen Jugend umrahmt. Wir erwarten ein« Massenbeteiligung! eignisir in Deutschland zu protestieren. Ich antworte ihm. daß auch die Partei, deren Mitglied er ist und in deren Prager Kreisleitung er sitzt, nämlich die Tcutfchdemokratische Freiheitspartei nicht nur dar Recht sondern auch die Pflicht gehabt hätte, gegen die Greuel in Deutschland zu protestieren. Ich appelliere an da« Gewissen des Herrn Scholz, ob feine Partei diese Pslithi tatsächlich erfüllt hat. ES beißt in einem Rundschreiben der Teutschdemokratifchrn Freiheitspartei, daß in der letzten Zeit zahlreiche Anfragen von Mitgliedern kamen, die wissen wollten, warum die Arbeit»- und Wirtschaftsgemeinschaft zum Terror de» Hitler-FaschiSmuS schweige. Herr Lehrer Scholz möge doch offen sagen, warum in einem Augenblick, wo di« Sozialdemokratie den schwersten Kampf führt, um da« Gewissen der Oessentlichkeit auszurlltteln, dir Deutschdemokratische Partei gegen die Sozialdemokratie austritt und behauptet, oaß st« dir Schuld an den Bersolgungrn der Arbeiterschaft und an der Ju« denhetze trage, und daß alle Berichte der sozialistischen Presse auf billige agitatorisch« Effekte berechnet seien. Ilebernehmen Sie, Herr Lehrer Scholz, dl« Verantwortung für dies» unerhörten Worte? Je näher sie sich zum Faschismus begibt, um so mehr wird die Teuischdcmokratische Freiheitspartei auch das Deutschtum schädigen. Man kann nicht zweideutig sein, man kann nicht Demokratie in der Tschechoslowakei verlangen und das, was in Tentschland vorgebt, mit Stillschweigen übergehen.(Zwischenruf: Ter Abgeordnete Bacher Ist Redakteur der„Bohemia"!) Man kann nicht von deutscher, Kultur sprechen und schweigen, wenn der deutsche Faschismus den letzten Rest von Kultur in Deutschland zerschlägt. Man kann nicht von der deutschen Schule in Prag sprechen, wenn man schweigend zufleht, was der deutsche Faschismus treibt. So wie die AnslandSpolitil der deutschen Faschisten alles zerschlägt, was die viel geschmähten republikanischen Politiker in 11 Fahren ausgebau: hoben, so wird die mühselige Arbeit,'welche wir hier, geleistet haben, zerstört Wenn Herr Lehrer Scholz eS mit seinen Worten ernst meint, so muß er die Folgerungen au» ihnen ziehen. Er muß den Mui haben die Gemeinschaft zu verlassen, zu welcher er sich jetzt zahlt und muß dorthin gehen, wo die letzte Zustucht der deutschen Kultur und Menschlichkeit Ist. Die Sozialdemokratie ist die wahre Trägerin des Prager D e u t f ch t n m s und wer f i c stärkt, stärkt die deutsche Kultur, die deutsche Schule und alles, was den Deutschen wert i st.(Lebhafter Beifall.) In einer tatsächlichen Bemerkung stellte Lehrer Scholz fest, oaß er sich keiner persönlichen Schuld bewußt sei. Ans alle Fragen blieb er dir Antwort schuldig. Nach einem kurzen Schlußwort des Genossen Dr. Franze! wurde die Versammlung unter Annahme einer Entschließung beendet. Die GatkchiietzunK der Versammlung. Tie am 18. April 1963 im Saale deS Handwer» kervcrcincs verjammellcn Deutschen in Prag erklären ihre Berciischait, gegen de» brutalen, alle Gesetze der Menschlichkeit und des Rechtes mit Füßen tretenden, kulturfeindlichen Hitler-Faschismus in Deutschland sowie den tschechischen und deutschen Faschismus in der Tschechoslowakei mit aller Kraft und Leidenschaft kämpfen zu wollen. Tic Bcrnichtung der demokratischen Freiheiten in Deutschland ist ein Schlag gegen das Auslandsdcutschtum im allgemeinen und gegen daS Deutschtum in der Tschechoslowakei im besonderen, in dessen LebenSintcresic die Aufrechterhaltung der Demokratie in der Tlchecho« itowalci ist. Es ist unmöglich, gleichzeitig für die faschistische Diktatur in Tentschland und für die Demokratie in der Tschechoslowakei einzutrclen. Die Versammlung brandmarkt In diesem Sinne di« schmähliche Haltung der dcuischbnrgcrlichen Parteien »nd ihrer Presse und begrüßt die kompromißlos saschistenseindlichc Haltung der sozialdemokratischen Parteien in der Tschechoslowakei und deren Organe, die sich durch nichts beirren lassen, die Wahrheit über Deutschland zu verbreiten. Die Versammelten geloben im Kampse gegen den Faschismus und dessen osi'enc oder versteckte Helfershelfer nicht zu erlahmen Kunst und Wissen Festvorstellung„Don Giovanni". Freitag. In Amveseicheii des Herrn Präsidenten der Republik. (D 1.) Es wird um pünktliches Erscheinen ersucht. Währeich des ersten Aktes kein Einlaß. In Borber«tnng:„In jeder Ehe", Lustspiel von Chesterton und Reale. Regie: Direktor Julius Gellner von den Münchner Kammerspielen al» Gast. Wochenspielplan deS Reu«» Deutschen Theaters. Donnerstag,!>»8 Uhr:„SPieltm Schlo ß", Gastspiel Leopold Kramer.(C 2.)— Freitag, Uhr: „D o n G i o v a n n i."(D 1.)— Samstag, Uhr: „Im weißen Rößl."(A. A.) Wochenspielplan der Kleinen Bühn«. Donners tag, 8 Uhr:„Salon Pitzelberger",„Die schöne Galathöe"— Freitag, 8 Uhr:„Ko- mödic der Irrungetu*(Kuliurverbandsfr.)— Samstag, 8 Uhr;„Madame hat Ausgang." Seite 8 .Sozialdemokrat" Donnerstag, 20. April 1938. Nr. 08. Ungewöhnlich Besichtigen Eleganter Halb- tchuh aus feinstem B o x. In braun oder mahagonifarben. reiche Auswahl in Damenschuhen. Sie unsere Schaufenster. FOr die Prome nadet in braun. Am Vorfuss Kombination aus gepresstem Leder. Zum FrOhjahrs r- Kostüm: elegante Halbschuhe mit Besatz au' Krokodilleder- 'mitation. 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Wir müsien'zeigen, daß uns die Soli, darität kein leeres Wort ist, sondern selbstverständlich gern erfüllte Pflicht! Der Bezirksverein Arbcitersürsorac hat die Aufgabe übernommen, die Hilfe für die reichsdeutschen Genossen, die nach Prag kommen, zu organisieren und mit der Durchführung der Hilfs- aktion das unterzeichnete Kuratorium betraut.. Wir benötigen dazu: 1. Geld. Spenden sind auf da- Konto Nr. 98.889 einzuzahlcn oder bei der Kassa de» BezirkSvereinrö„Arbeiterfürsorge" zu er. lege». 2. Quartier«: a) Wer ist bereit,«in Freiquartier zu gebe»!(Sitte angeben, sür welche Zeit.) b) Wer kann gegen Ersatz der Selbst- losten oder geringen Zin» ein Zimmer abtreten?(Sitte angeben, sür welche Zeit und zu welchen Bedingungen.) 3. Freitische.(Bitte angebrn, sür weiche Zeit.) 4. Kleider und Wäsch«. Die erbetenen Angaben und Scndttngen sind c.n den Bczirksverein„A r b e i t e r f ü r s o r g c", Prag II., Nekazanka 18, ztl richten. Gcnosien und Genossinnen, wir sind überzeugt, nicht vergeblich an Euer Solidaritätsgefühl appelliert zu haben und danken Euch im voraus. Freundschaft! Da- Kuratorium sür Flüchtlingüsürsorge. Prag. Richard Schönfelder, Maxi« Deutsch, Ernst Paul, Hilde F r a n z c I SDOfl* Solei' MmvllM „Eiche" Elchwald schlug am Freitag de» tschechischen Fußballklub Tvory N o v 6 mit 5:2(8:1) und besiegte am Montag ASK. Fischern-Karlsbad mit 2:0(1:0). Beide Spele.brachten guten Sport. Die Jußballriege„Fortschritt" Komotau wurde in S o b r u s a n mit 3:2(l: 1) und von „Hertha" Lang-Ugest mit 3:1(1:1) geschlagen. „Gleichheit" Ratsch gewann am Sonntag gegen DSln. FK. Dvory Novs mit 4:2. „Hertha" Lang-Ugest und„Riug" Tepl tz lieferten sich in Lang-Ugest«in unentschiedenes Tressen Von 4:4(2:2). Di« Saalradsportmeisterschaften 1933 der österreichischen Arbeiter-Radfahrer fanden zu Ostern in Wiener-Neustadt statt und brachten ausgezeichnete Leistungen. An den Kämpfen und Vorführungen nahmen mehr als 7V Fahrer teil. Die Ergebnisse: Zweier-Radball: 1. Freiheit Wien tHollborn-Gla'er) 12 Punkt«; 2. Freiheit Wie»(Swoboda-Bluma) 10. 8. Linz(Weger-Maybörk) 8; dann iolgen Liesing und Graz mit je 5, Neunkirchen mit 4 und Mariental mit 0 Punkten— Sechker,Radball,: 1. Freiheit W en 8 Punkt«, 2. Liesing 6 3. Graz 4. 4. Ncuickirchen 4, Linz 0 Punkt— Im freien Wettbewerb im Zweier- Radball starteten zehn Mannschaften Ter Sieg siel an Freiheit Wien- vor Liesittg und Graz.— TaS Etner-Kunftfahren gewann Pofchgan(Graz), der «in hervorragendes Können auftvies.— Jin Zweier- Kunstfahren fiel der Meistertitel an die Brüder Swoboda von Freiheit Wien und nt Sechür-Kunst- reigcn blieb Freiheit Wien ebeirsallS erfolgreich Wiener Arbe tersuhball. Es fanden eine große Anzahl von Turnieren an beiden Feiertagen statt, wovon jenes im Stadion am bemerkenswertesten war und auch an beiden Tagen ausgezeichneten Besuch austvieS. DaS Itadion-Turnier brachte folgende Ergebnisse: Zentralverein gegen Phönix Schwechat 4:0 (3:0), Red Star gegen Hclsori 2:2(2:1), Gas- iverl gegen Rudolfshiigel 3:2(2:1). Sonntag. Am Montag spielte Zentralverein mit Helsort 2:2(1:1), Phönix Schwechat gegen Rudolfshügcl 2:1(1:0) und Gaswerk schlug in einem sehr schönen Spiel Red Star 8:2(1:2).— Bon den weiteren Turnieren bringen wir nur d'e wichtigsten Resultate: Ostbahn Simmcring gegen Juventus 3:2(1:1), Juventus gegen Nord-Wien 5:0(2:0), Favoritener AC. gegen Neu-Keltenhof 4:1(1:1), Neutral gegen FC. 33 3:1(2:1), Landslraßer Sportfreunde gegen Ostbahn Favoriten 2:0, Moravia gegen Ankevbrot- fabrik 3:2, Ösen reich gegen Phönizia 1:0. Wiener Handball, und Rasfballspiele zu Ostern. Fcuenvchr gegen Stamm Linz 7:4(4:8), Nord bedeuten. Und dieses rollt und schaukelt weiter, trotz Regen und Aerger. Im Regen, im Haustor versöhnen sich die beiden jungen Menschen zum erstenmal, im Ziegen und HauStor endet dieses Bildgesicht, dessen Kraft und Schönheit einfach unglaublich und unfaßbar ist. Tenn jedes vollkommene Kunstwerk bleibt uns ein Rätsel: aber daß die Kunst lebt, daß di« Schönheit, der Witz, die Stimmung als solch« in voll- komtncnem Einklang gebracht wird mit dem Leben, daß d'cscs Leben überzeugend und so gezeigt wirb, daß alles evstrovenswert erscheint(ohne Luxus, Belt und Massensexus), bleibt Renöe Claires und der französischen Kultur unstreitbares Verdienst. Hier zeig! sich Können: in der Beschränkung der Handlung liegt der Grund des Erfolges, denn«in Winkel von AltpariS ist«den Stimmung und nichts als Slinnnung. Was der deutsch« Operettenfilm niemals verstehen will, ist oben sein Hauptfehler: daß nämlich«in« phantastisch konstruiert« Welt nicht bezaubert, nicht überzeugt; und daß darum alle Kaiserinnen und Baron«, alle Direktoren und Tippmamsells Berlin, über den Kampf um die Jugend sprechen, soll mit einem Ausmarsch der S. A. und der Roten Falken«röfsnet werden. All« in Prag anwesenden Genossen und Genossinnen habe» in Wanderkluft um 7 Uhr int großen Saale d«S„Ldborovy bam" gestellt zu sein. 1. Mai-Kundgebungen. Sonntag nachmittags findet im Freien«ine gemeinsam« Kund- gobung der S. I. und der Roten Falken statt. Werbet für die Feier im Reuen Deutschen Theater am Sonntag abends' All« Mitglieder sind zur Teil« »ahnte am 1. Mai-Aufmarsch verpflichtet. Einzelheiten werden noch bckanntgegcben. Achtung! ArbeitSgemeinschast„Bert Brecht". Heut«, 15 Uhr, Solo- uird Chorprobe im„Osvo- bozenö divadlo", Bodiökovü. Treffpunkt vor dem Eingang in di« Novük-Passage, Grübe. Das Erscheinen aller Beteiligten Ist unbedingt nötig. Vereinsnadiriditen © Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 23. April, 7 Uhr früh Endstation der 21«r Elektrischen in Branik. Treffpunkt Bahnhof. Legitimation mitbringcn Führer: Zechner. Literatur ■mmMBMaaar Werner Schelle:„Die Polizei w.rb nervös." Kriminalroman. Universitas Teutschc Bcrlags-A.-G., Berlin W. 50. RM. 3-—, in Leinen NM, 4.50. Ein ungetvöhnlich guter deutscher Kriminalroman. Ein Wagen der Stadtbahn wird unter Gas gesetzt, all« Insassen sind betäubt und vermögen über das Ereignis kein« Auskunft zu geben. Wie konnte dieser Anschlag gelingen? Und was für Zwecke verfolgte er? Es ist ein besonderer Reiz des Buches, tvi« Schelle cs versteht, die Ereignisse glaubwürdig aus dem Alltag entstehen zu lasten, wie geschickt und spannend er«ine Kriminal- mit einer LiobeSgeschich:« zu verbindet: weiß. Das Bilch ist frisch uird lustig erzählt, cs Hal nirgends di« pcinlich« Schwer« der üblichen Kriminalroman«, sondern einen besonders netten Berliner Ton. Außerdem verrät es eingehend« Kenntnis d«r heute so aktuellen Giftgas» chemi«. Unser Blatt der„Sozialdemokrat 0 ist in Prag in folgenden Berschleitzstellen zn haben: Bahnhofabuchhandlung, Wllaonbahnhof, Maaaryk- babnhot, vonlavabnliok. Bartlik, Trafik, Prag II., Tylnov 2. Burak Hugo, Trafik, Prag I„ StaromSataki oi- intstj 32. Hodrova, Trafik, Sniichov, näbt. Ieglt IX Jcliukova. Trafik, Nnalo II., Mostni doray„Ke- formy“. Kotyza Jan, Trafik, Smicbov, Zborovakä lr. 15. Krauaova A.. Trafik, Karlin, KrAlovskä 14. KrcJClk A., knlhkupectvl, Prag-Lieben, Krälov- Hkrt 1511. Kroupa Jlndf.. Trafik. Prag II., Bailnovo nlbK stinek 114. LUwenaohn Karl, Trafik, Prag II„ Nekazanka 8. Marei Josef, knlhkupectvl. Prag-BubenC, ul. Dr. Brrtfa 24. Monik, Trafik, Prag I„ Parlament. Mrd&kova, Trafik, Prag I., JoiofsH tf n itiuek 121. Mräz Jan, Smichov, Radllckd tk. 43. Orbla A.-G., ZeltungaverschlelB, Praha XIL, Fo- cbova ti 62. ..Prags“. ZeltungaverschlelB. Prag II„ HavlitSkovo nim. 23. Sedlilk Vrtclav. Trafik, Dojvlce, fivccova. Skrabkova Anna, Trafik, Dojvlce, Hennerovy üfednlckö domy 280. Strouhal Artur, Trafik, Prag HL, Moatecki 40. Tansstg E., ZeltungsvorschlelB, Prag II„ Viclav- skd näm. 45. Ungorntann Rudolf, Prag II., Paniki bei Palasthotel. Üstfednl dein, knlhkupootvi. SvScony. Prag IK Hybernskd 7. Zemann, Trafik, Prag I„ PcrStyn. Fenzl. ZeltungaverschlelB. Prag II., SmeOky 8-|li Und bei StraßenvcrkHufcrn: Wenzelsplatz— MAatok— Masarykbahnhof— Wllaonbahnhof. || öos Selm des flnffenbetonftten 1[ II^Arbelkers pelförkd. Ienkralorgan. I| II»er Deutschen ko,lol»emokr. Arbeiterpartei I „Sozlaldemokrnf—II Gegen»raune Bar Var ei: &9)ialiiii|(be Kulturarbeit' Unter Vieser Carole erscheint alle am 30. aivril sunt snatAestlonzert int 9tcuen Deutsiyen Beater. Aus dem vrogramm Aioaro-SuvertureSchubert: Anvollenoete,- in. Leonoren- Suvertüre virigiert vom vrof. Szell. Gesang Lydia Kinbermann. Rezitation: Fritz Daik. W en gegen Zentrawerein 8:4(3:2), Zentralverein gegen Feuerwehr 5:4(4:2), Novd Wien gegen Stamm Lin; 4:4(3:4), Favoritener AC. gegen Hetzendars 7:7, JnzerSdors gegen DdB. 8:7, Fav. ÄC. gegen JnzerSdors 7:3, BdB. gegen Hetzendorj 7:4, ASK. Liesing gegen Floridsdorf 11:6, ATB. Liesittg gegen Tanubia 6:4, ATB. Liesing, gegen Floridsdorf 5: 3, ASK. LiesiNg geg. Danubia 13:6, Frauen: ASK. L esing gegen ATB. Liesing 2:0.— Raffball: Atzgeredorf gegen Korn«uburg 7:0, Strebersdorf gegen Jedlesee 7:6, Abgersdorf gegen Str«- bersdovs 9:8, Jedlesee gegen Korneuburg 9:4. Bürgerlicher Spark SK. Rachod trug als erster tschechoslowakischer Profi-Fußballklub in England das erste Spiel aus. Tie Nachoder wurden in Bristol von den der drillen Prosi-Divfion angehörenden Bristol Rovers mit 2:4 (0:1) geschlagen. Der Film Reitfc Claires vierter lonillm 14. Juli. Das Prinzip der ersten Werk« des genialen Franzosen ist wieder durchgebrochen: absolut« Bildpoesie und Stimmung wird hier in unglaublich pak- kender, lustiger, geschmackvoller Art gegeigt. Ml diesem Meisterwerk eines der größten Regisseure zu diskutieren, ist unmöglich: denn die trefsendslen Superlative zu sammeln, um der Stimmung gerecht zu werden, die aus jedem, aber auch dem kleinsten Detail dieses neuesten Filmirefserü spricht, ist über» flüisig: der Film ickbst spricht viel bester für sich Er überzeugt uns davon, daß Paris am Borabcnd der Feier d«S 14. Juli, des Tages, da die Bastille erstürmt wurde, wirklich lubell und lacht. Aber intim: denn intim ist die französische 2«cle. di« eigentlich abhold ist den großen Mastenauszügen, Mastenwirkungen Hier vollzieht sich alles in jenen unvergeßlichen virr Wänden, di« wir aus den früheren Filmen Rens« Claires kennen und gerade daS Beste aus seinem Labenswerk hat er in den 14. Juli zu- iantntengetragen Ein wenig Liebe zwischen einem Autotaxilenker und der hinrc ßendcu A n n a b e 11 a, 1 ein wenig sex-appeal mit der iclpvarzcn P o l a I l l 6 r v(weil doch das Leben wirklich n'cht edel ist), ein wenig Einbruch und Raubversuch; und dann zwei drei Streiflichter dorthin, wo„oben" ist, wo die Leute Millionen haben und etwas davon ver- trinken. Wo eS io lzerrliche Millionäre gibt, die Chaplin darstellt Wohltäter, die eS werden, wenn sic besoffen sind, denn nur der Alkohol öffnet ihre Taichen und die dadurch das Glück unserer Helden begründen: denn der entzückende, liebe, alt« Millionär >m ewigen Frack'chenki unserer blonden,'ckwucn Anna jene 2000 Franken di« ihr daS künftige Leben langweilen und anckeln,' weil st« niemals in ihrer filmischen Form lebend zu sind«« sind. Neben der absoluten und einzigartigen Lebend'g- kcii und Wahrheit des dargestellten Millieus übertrifft der Regisseur seine früheren Werke durch Sorg- falt der Regiearbeit: jeder Witz Ist vorbereitet, jede Situation wird erst im Auftakt gezeigt, so daß wir die Point« zu ahnen meinen: und trotzdem kommt es anders. Ein« offene Tür wird zum wichtigen HandlilngSmontent, denn unser blondes Mädel muß sie schließen gehen, und sieht dabei ihren Liebsten, eine Brieftasche, die nicht gestohlen und doch verloren wird, das Mißvergnügen des AutofahrgasleS und die unendlich« Beredsamkeit dieser Pariser Chauffeure, di««inzigartig sind auf der ganzen Welt, daS alles wird in knappen Worten untertnalt und von der Kamera bazauberird dargestellt. Ter Millionär, der besof'en durch das Nachtleben taumelt, der Suff, der die Funktion des reuenden Engels überirimntt, well doch das Leben ohne Engel nicht das Leben ist, die Kleinbürger mit ihrer Moral und dann di« vornehmen Herren Verbrecher, Gasten- jungen und erzogene„Kinder guter Familie", sie all« sind dem Löben abgelauscht, ebenso wie die einzigartigen Bauten d«S Architekten M« e r s o n, der Paris-Vorstadt herzaubert, wie noch niemand. Man will es nicht glauben, daß alles ins Atelier oder besten Vorgeländ« gebaut ist, daß dieses Paris aus Pappe, Holz und Farbe besteht. Aber es sind eben Männer an der Arbeit, die souverän gestalten; Worte und Musik sind knapp bemessen, der Komponist Jaubert schafft h'er ein Meisterwerk, indem«r mit zwei genialen Einfällen das ganze unter- malt; und sein Bildpartner weiß Ton und Bild harmonisch zu gestalten, im Rhythmus abzustintnien Man sage nicht, daß d'ese einfache Geschichte von Lieb« Aerger und Freuden des Alltags banal und kitschig ist: gerade wir Sozialisten verlangen ja vom Film, daß er daS Loben zeigt, wie es ist. Und dort in Par's, jenseits des deutschen Rheins, herrscht eben Humor und Kultur, Nicht überall, daS deutet NcnAe Claire sehr richtig an. Und deshalb ist er io groß; denn seine Filme sind Wahrheit und Schönheit zugleich.... Walter Lustig. Aus der Partei Augenvbewegung. sozial stiche Jugend- Kreis Prag. Kreisleitung. Freitag, halb 8 Uhr wichtige Sitzung im Verein deutscher Arbeiter. Pünktlich sein, da wir um halb 9 Uhr schließen müssen. Tagesordnung: Bericht«, 1. Mai, Ersatzmänner verständigen! T. I. I, kl und III. Di« groß« öffentliche Versammlung am SamStag abends, in welcher Genosse Jalkotzp. Wien, und Genosse Löwenstein, Ottailgrbrt. eirtfricb I«ik-IlbrfieSafita Prag.— Dl» Zri ungtzmortettlronkarur wurde von der Poft» b>i»ta«4 Itt 00,-, iMjjäOtt« tu ua,—, f. ÜJ.ItKln, üroalion Dt>«tmU S I,-° t>.- vru-I«.-« tüi dcinim). unt«uchd.ua, t'rap- o»'»'N»;ua Oilo polU, «. Itlegtofb nonrlnon gusl.llun, in, Huud-d.r de, e>.,u° durch die«°n. monalUch Kt _ Jopran MttM laut Aan| btUiaU derechuer, vet olinu Oeellauchtuz,— stiutllilluug»,u Ma»>glichua tsfolgt aas bei guneuoung ms Siei-urmaUea.