Erscheint mit Ausnahme de« Montag täglich früh. St.daMoa a. vkswallung: vn>» n,7lel 30793. 31«09.«o-tteOaN.cu Bauernvereinen fing es an. Der einst auf seine Unabhängigkeit so stolze„Rcichsvcrband der deutschen Industrie" folgte nach und opferte sogar seinen Geschäftsführer, Oheimrat Kastl. Der Warenhanßvcrband schiffte rechtzeitig Männer wie Prof. Georg Bernhard und Georg Tietz ans und gab sich freiwillig eine zeftentspreck-ende„komiuisfa- rifche" Leitung. Mit besonderer Bereitwillig- keft vollzog sich die„Gleichschaltung" bei der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhan- delS, wo der wandlungsfähige Herr Doktor Tiburtius, einst durch seinen Richtschießerlaß an die Soldaten— ein geschätzter Ro- vemberverbrecher— die Fühlung mit dem „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes" suchte und in dessen Syndikus Dr. Hilland den geeigneten Sozius fand. Was sich in den Spitzenorganffationen vollzog, ging auch in den kleinen örtlichen Einzelhandelsverbänden und industriellen Fachorganisationen vor sich. Die Gleichschaltung geschah, indem man die oft um das Zustandekommen der Verbände äußerst verdienten jüdischen Kaufleute und Industriellen in die Miste schickte, um irgend «ine Bezirksgröße nationalsozialistischer Prägung an ihre Stelle zu setzen. Den llntcrncb mern folgten die Syndici, deren oft bewicsenc Wandlungsfähigkeit dort ein Ende fand, wo die Rasseschnüffelei, ähnlich wie bei Ludendorffs Großmutter, gespenstisch di« jüdischen Ahnen ans dem Grabe steigen ließ. Diese Entwicklung hat in den letzten Wochen in Deirtschland geradezu groteske Formen angciumimen. Der Ehef der Finna L e i- s e r muß verschwinden, danrit ein Vertrauens- nmnn des nationalsozialistischen Zellenob- nianns, oder gar er sechst,„kommissarisch" die Firma übernimmt. Der Warenhaüskon- zern K a r st a d t teilt, sicherlich znr ungetrübten Freude seiner jüdischen Gläubiger in Amerika, mit, daß er wieder„ein rein christliches Unternehmen" sei. Bei einem Warenhaus in einer sächsischen Großstadt ruft mau daS Personal zusammen, die sozialistischen und kmnmmnstischen Angestellten müffen„links heranstveten" und werden entlassen. Zeiturrgsunternehmen politischer aber einen uiimimiwfluiiiunu«iiin!iiiuiiuituiminiuiuiuiiii(iiniiiiuiuiiiiiiiiiuui!iiiiiiiitiiiniiiiiiiinitiiiiiiinniiiiiiiimniiiii!nitnniiHnniiHfltimiiiHiuniuuiitiiHimMinitiniiui(inmffi(iHHnHtimimaMM Dänemark zeigt dem Faicismns die Faust Boykott deutscher Waren.— Drakonische SondergerlcMe gegen Hakenkreuzler. Bette 2 SomStag, 22. Aprll 1282 Nr. N8 umgebenden Bürokratie, nicht nur in die Politischen und kulturellen, soichern auch in die wirtschaftlichen und sozialen Leb"nSöugerungen des Volkes mit der gleichen Brutalität eingreifen wird, mit der er die Gleichschaltung vollzogen hat. Die Umbildung deS ReichswirtschaftS- rateS, gleichfalls unter Ausschaltung wirk licher Arbeitnehmervertreter, ist nur ein Auftakt. Man wird bestimmt damit rechnen müssen, das; nachdem die„gleichgeschal'.eten" Organisationen und Verbände nunmehr ein williges Werkzeug der alleinherrschenden und alleinseligmachenden nationalsozialistischen Partei geworden sind, sie nunmehr in einen korporativen StaatSailfbau zusommengefaßt werden, der auch dem Katholizismus, an dessen alte Lehre vom ständischen, mittelalterlichen„Gotlesstaat" er gemahnt, nicht ganz unsympathisch sein wird. Freilich wird nicht einnral das int Mittelalter noch vorhandene Eigenleben der Zünfte niehr existieren dürfen,' denn auch die scheinbare Gleichschaltung Zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Fachverbänden wird unter der Oberhoheit des totalen Staates vor sich gehen rznd was uns da als ständischer Aufbau präsentiert- jrerden wird, wird nicht« anderes sein, als ein".Krückstock-Sozialismus deS alten Preußentunns: Ganz De ut sch land eine große Kaserne! In den Kasernen der Reak^'on aber sind noch stets die Rekruten erzogen worden— für Sozialismus und Klassenkampf! Eine letzte Baranng an fasetsttseHe unv gpafentreuMeftre?« Sin bedeutungsvoller Srlah de« Schulminifters. „ReinigungSprozcß" und überbieten sich, statt wenigstens eine Weile würdevoll zu schweigen,^ in Loyalitätsbekrurdungeu, deren unfreiwillige Komik wohl den Gipfel in den Er- klänrngen des einstigen Radikalrepublikaner», des Herrn Vetter erreicht, der daS von ihm ersonttene„blaue T^and der Höflichkeit" nitn wohl mit einem kleinen Hakenkreuz geziert, nach Wiedereinführung der Orden, zugleich mit dem Titel:„Ritter am Steuer der Gleichschaltung" erhalten wird. Selbst der „Glättbigerschuhverbaud" hat sich eilten natio- nalsozia'.istischen Pleite-Sachverständigen beilegen müssen. Hoffentlich lvird diese Gleich- srlwltttng ein vielverheißendes Zeichen der Zukunft werden! Leider machen die Gleichschaltungslenden- zeit beim Arbeilnehnterlager nicht halt. Den freien Gewerkschaften wird es tvenig helfen, daß sie durch vorsichtige Erklärungen ihren unpolitischen Charakter mehrfach zu betonen fuchtelt, ja sogar in einer— außerhalb des Käfigs— nicht ganz verständlickten Loyalität von vornherein sich einem StoatSkom- missar unterordnen ztt wollen erklärten Die von ihnen daftir geforderte Aufrech:erhaltnng der Sell'stverwaltung wird ihnen nickst gewährt werden. Die Anerkennung der gelben Gewerkschaften und der Arbeitnehmerorganisationen des Stahlhelm und der Nationalsozialisten hat gezeigt, wohin die Reise geht: Die Einheitsgewerkschaft, als Glied des künftigen ständischen Staates und in staatlicher Abhängigkeit, ähnlich wie in Italien und Rußland, ist mtf dem Marsche. Die neu geschaffene Möglichkeit, daß Betriebsratsmitglieder wegen staatsfeindlicher Gesinmtng ab- gebaut werden können, zeigt ebenso wie die Einstellungen„nationaler" Arbeiter, inSbeson- dere bei lebenswichtigen Betrieben(Reichsbahn), daß man gesonnen ist, auch für die Zukunft jede Widerstandskraft gegen den Fascis- mus zu brechen. Das im Uebrigen von der Arbeitersrcund- lichkeit dieses Regimes zu halten ist, geht aus einer diel zu wenig beachteten kurzen Notiz hervor, der zufolge die Arbeitnehmer-Vertreter aus dem Reichskohlenrat und Rcichskali- rat beseitigt worden siick> und den Betriebsräten kein Einblick mehr in die Geschäftsgebarung der großen Unternehmungen offen stehen soll. Man beseitigt also bewußt nach der politischen Demokratie auch die bescheidenen Ansätze einer Wirtschaftsdemokratie und wiid dafür durch allerlei Mätzchen, wie die„Erhebung" des 1. Mai zum Staatsfeiertao oder durch Korruptionsprozesse gegen die Leitungen der Krankenkassen, Genossenschaften ufw., den Abbau, den man vornimmt, zu bemänteln suchen. Aber daS wird den Herrschaften nichts nutzen, sie haben mit ihren Eingriffen in die„Heiliakeft des Privat- eigendtmS" ein lehrreiches Vorbild gegeben, dessen man sich bei passender Gelegenheit dankbar erinnern wird. Die nächste Phase der Entwicklung, die durch die„Gleichschaltung" eingeleitet wird, ist der Uebergang von dem durch die Schein-Koalition getartrten halbfasriftifchen Staat zum totalen Staat, d. h. zum reinen FasciSmus, der mit Hilfe einer ihm Den Maßnahmen gegen die fa stiftische Hetze schließt sich auch oaS Schulministerium an. Entsprechend dem allgemeinen Rundfuitkerlaß macht ein Erlaß des Schulminislerv Dr. Derer alle Schulleitungen darauf aufmerksant, daß die Benützung der in den Schulen benützten Radioapparate zum Abhören politischer Kundgebungen, vor allem aus dem Anland, verboten ist. Ein zweiter Erlaß geht auf die Tatsache zurück, daß ein Teil der Lehrerschaft an Bollsund Mittelschulen ganz unverfroren Agitation für die fascistischen Parteien treibt. Nicht weniger offen als die Ttkibrn^-Leute unter den tschechische» Lehrern hetzen die deutschen Ha» kenlreuzler. Diesen Umtrieben wird ein Ende gesetzt werden. Die„Erlaß über ungehörige Kundgebungen in der Schule und über die staatsbürgerliche Erziehung" benannte Kundmachung verlangt von den Lehrern und Professoren aller Schulen t hne Unterschied der Unterrichtssprache tadelloses und loyale» Verhalten und sogt u. a.: „Daher habe» sich die Proscsioreu und Lehrer bei« Unterricht und überhaupt bet jedem Zusammentreffen mit der Schülerschaft jeder parteipolitischen Kundgebungen, Bemerkungen und Erläuterungen zu enthalten, welche in den Schülern den Eindruck einer nationalen, politischen oder religiösen Voreingenommenheit de» Lehrer» erwecken unWdie Erziehung zur Verträglichkeit schädigen oder gar die Ergebenheit.für die Tschechoslowakische Repnblik bedrohe» und untergraben könnten. In der Schule darf sich keine Lehrperson ein Vorgehen erlauben, das den Charakter einer Agitation hätte. Besonders fürsorglich werden die Professoren und Lehrer dafür sorgen, daß in der Schule nicht» geschieht, wa» der demokratischen Berfas/ung unsere» Staate» widersprechen und die Maßnahmen der gesetzgeberischen Körperschaften, der Regierung und d.-r Aemter bagatellisieren würde. Wenn sich jemand gegen diese Pflichten vergehen sollte, würde er die Folgen eines solchen Vorgehen» tragen. Am meisten wäre zu bedauern, wenn die Schülerschaft durch da? Betragen einzelner Personen zu ungehörigen Kundgebungen oder unwürdigem Verhalten verlebet würde. Unzulässig ist gleichfalls, daß die Schüler in die Schülklasic die politische Agitation durch die Presse oder auf irgendwelche andere Art und Weise tragen oder in d-.r Schule, sei eS geschlossen, sei e» einzeln, Kundgebungen parteipolitischer Art verbreiten. Gleichzeitig werden die Erlässe deS Schul- ministerinmS hinsichtlich deS Verbot» der Wahlagitation in den Schulen, der Teilnahme von Schülern an politischen Demonstrationen und Kundgebungen und des Tragens politischer Abzeichen in die Erinnerung zurückgerufen." v!e Verdi? duinen der ku eten- deutschen Nazis m t den Humen. Nationalsozialisten des Trautenauer Kreisestehen mit hervorragenden Funktionären der reichSdeulschen Hakenkreuzpartei in ständiger Verbindung. Hakenkreuzler au» dem Trautenauer und dein Braunauer Gebiete dienen in Deutschland Pari», 21. April. Die Pariser Blätter reagiere« sehr schars aus die amerikanischen Finanzmaßnahme«. Ihrer Ansicht nach ist die Lage in Amerika nicht eine solche, daß e» unaus- wnchttch notwendig gewesen wäre, diesen Schritt zu unternehmen, durch welchen Maedouald und Herr lot, di« nach Washington reise», vor eine fertige Tatsache gestellt werden. Die Blätter machen kein Hehl tarauS, daß die Washingtoner Beratungen nun überflüssig geworden seien. Nach der Ansicht der Sonderkorrespondenten der srauz'ösischen Blätter, die von Bord de» Dampfer» ,^Sle de France" bereit» über daü Erstatt« en der französischen Delegation über die amerikanischen Maßnahme berichtet haben, ist e» nun nicht ausgeschlossen, daß die Weltwirt. schastSkonserenz auf unbestimmt« Zeit vertagt wird. Der New Yorker Berichterstatter de»„Petit Parisien" meldet: Roosevelt wird. bestrebt sein, mit Großbritannien und Frankreich ei» Einver« in den SA- und SS-Formationen Hitler-. Fm Monate Jänner diese- Jahre- war der Zuzug heimischer Nazi» in diese Formationen so stark, daß selbst der„Deutsche Bote"(das Organ der Hakenkreuzler kur Ostböhmen), in Nr. 1 voin 15. Jänner folgende Warnung aus Seite 2 per. össentlichcn mußte: „Es kommt der Fall vor, daß arbeitslose Parteigenossen in die SA der reich-deutschen NSDAP eintreten. Die NSDAP inSbeson- j dere aber ihre SA, wird von den hiesigen' Behörden al» militärische und staatsfeindliche Organisation gewertet. Ihre Verbindung mit ihr, insbesondere aber die Zugehörigkeit mit ihr wird nach A 2 de» Schutzgesetze» verfolg« und geahndet." Man muß bedenken, daß diese Warnung am 14. Jänner l. I. erlassen wurde, also;» einer Zeit, da sich die Hakenkreuzler im tschecho- siowakischen Parlament an LoyalitätSkundgebiin- gen gegenüber diesem Staate ergingen, dir den Zweck haben sollten, die geplante Auslieferung der vier nationalsozialistischen Abgeordneten hin.- anzuhalten. Damals stand ja auch die Sache um und für Adolf Hitler noch schlecht. Seitdem Hitler Kanzler ist. hat man von derartigen Warnungen im„Deutschen Boten" nicht- mebr lesen können. Wohl aber ist e» richtig, daß seit dieser Zeil eine Reihe heimischer Nazi» über die Grenze gingen und in die Banden Hitler» ein- traten. Am 1. April fand in F r i e d r i ch s w a l d >m Adlergebirge eine sozialdemokratische Versammlung statt. Mindesten» ein Dutzend SA- Leute au- Preußen nahmen in Zivil an dieser Versammlung teil. Einige Namen von SA- Männern aus KaiserSwoloc sind un» bekannt. Al» die Braunauer Nationalsozialisten in Barz- d o r f(Bezirk Braunau) eine Versammlung abhalten wollten, kam ein ganzer Zug reich-dettt- schcr Nazi» über die Grenze, um ihre Braunauer KampseSgcnossen in dieser Versammlung zu unterstützen. Die reich-deutschen.Hakenkreuzler wurden erkannt und von der Barrdörser Bevölkerung verjagt, so daß sie wieder über die Grenze zurückkehren mußten. nehme« zu treffen, damit die Periode der Richt» stabililät de» Dollars und der Gesamtsituatlou ans eine möglsch kurze Dauer beschränkt werde.' . S;.'."• London, 21. Aprils(AR.) lieber die Lage, die durch das Aufgeben de» Goldstandard» in deck Vereinigten Staaten entstanden ist, schreiben die Londoner Blätter zurückhaltend. Sie sprechen sich dahin au», daß es nicht klar sei, zu welchem Zwecke Präsident Roosevelt seine neuen Vollmach, len in der Praxi» benützen will. Nach eire.T Meldung au- Washington ist M a c d o n a l d heute in Äcew Bork gelandet mtd sofort im Sotcherzug nach Washington weiterge« fahren. Im Zug erstattete ihm der englische Botschafter«inen Bericht über die Ereignisse der letzt:« Tage. Der Presse gegenüber verhielt sich Maedouald ziemlich reserviert. Er betonte, daß die Aufgabe der Goldwährung durch Amerika in keiner Weise(?) England berühre. uiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiittiiiiiiiiiiiiiiittiiiiHiiiniiiiiiiiiitiiiitinuniiiniiniuiiiniiniiiitnniiitniniiiiii)iniiiiiiiinniininiiiiniiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiniiiiiiifiiiiiiiiiiii UstsgMg 0er Welt wlrtsciioftshonicrciiz! Den Washingtoner Verhandlungen der Boden entzogen. Paris und London verärgert Nachdruck vnMm. tfranudtu) aogeievt haue, ocnen es nwnaniaj 250.000 folgen ließ. Die deutschen Unterseeboote waren in ihrer geringen Zahl(200) gegen di« Truppentransport« machtlos, auch war den Engländern durch den einfachen Trick der Radiopeilung ihr jeweiliger Standort meistens bekannt. Nochschwerer al» die USA.-Soldaten fiel jedoch da» Material in» Gewicht, da» sie mitbrachten. Die Entente hatte nun an Stelle der 5000 schweren Maschinengewehre von 1914 60.000, an Stelle der 120 Flugzeuge von damals 2400 und an leichten Dkaschinengcwehren, die e» 1914 nicht gegeben hatte, 120.000. Dir Ententearmeen verschleuderten insgesamt 150 Millionen Handgranaten. Im Sommer 1918 standen auch 3000 Tank» hinter der Westfront, wäbrend Deutschland, da» diese Waffe unterschätzt hatte, davon kaum einige Dutzend besaß. Und der Tank entschied den Krieg. Am 15, Juli stieß die zweit« deutsche Ab- lenkungsoffensive beiderseits von Reims tragisch in» Leere. Die Aktion war über die Schiveiz verraten worden und brach unter dem Feuer der in die Flanken auSgewichenen Armeen Mangin und Gouraud zusammen. ES kam nicht mehr zu dem Hauptstoß in Flandern. Sckwn am 18. Juli brach bei DillerS-Cotteret» eine Reserve-Armee FochS (500.000 Mann, zur-Hälfte Engländer und Amerikaner) mit 321 Tank» tief in di« von einer Grippeepidemie heimgesuchten deutschen Linien, die überdies der geplanten Flandernoffensiv« roe^eii auf einen Stand von 140.000 Mann verringert worden waren. Und am 8. Aumist wurden zwischen Ancre und Avre von 415 Tank» an e>nem Tag sieben deutsche Divisionen so zerschlagen, daß sie nicht mehr ergänzt werden konnten. 83 können, obgleich Deutschland bi» auf seine letzte . Reserve, bis auf 250.000 Knaben de» Jahrgangs i 1900 ausgeblutet war. Bor allem aber unter» | schätzte da» Hauptquartier Amerika, da» sich die- |)en Krieg 80 Milliarden Dollar kosten ließ und jur Zeit bereit» eine halbe Million Soldaten in | Frankreich abgesetzt hatte, denen e» monatlich KARL UND DAS 30. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunn grabe r C0pyrl|th by SodelBU*Verlag, Frankfurt an Main 1933 Karl hatte sogar die Ehre— er empfand e». so, obgleich der Mann persönlich nicht den geringsten Eindruck aus ihn machte—- er hatte die Ehre, Kaiser Karl>m Rundflug um Udine zu führen. Anläßlich diese» Rundslug» ging seine Tat und seine Auszeichnung mit dem Kronenorden auch durch di« Zeitungen, lieber einem solchen Zeitungsblatt weinte auf der Intel Brazza der Richtvormeister Josef Lakner in einer Weise, daß e». seinen Oberleutnant rührte. Tr schrieb Karl einen herzlichen Brief und Karl blieb dann weiter mit ihm in Verbindung, schon um seinem Vater Erleichterungen zu verschaffen. Das kleine Weib daheim aber wurde von einem biblischen Graue»-überkommen. Die» war zu viel für ihren Jungen und für sie, al» daß e» nicht irgendwie frevelhaft gewesen wäre. Als daß man nicht hätte bangen müssett, die Mächte würden cs sich furchtbar bezahlen lassen. Ihr Junge und der Kaiser—, da» ging unfaßlich weit über di« Welt de» kleinen Weibe» hinaus. Und sie begann über dem Zeitungsblatt zu beten. Im deutschen Reichstag gab am 24. Ium der Staatssekretär de» Auswärtigen Amte», Herr von Kühlmann, seiner Meinung dahin Ausdruck daß bei der ungeheuren Größe dieses Koalitionskrise» und der Zahl der beteiligten übrrseeisch-m Mächte durch rein militärische Entscheidungen ohne alle diplomatischen Verhandlungen ein ab- solutes End« kaum erwartet werden könne. Ta» deutsche Hauptquartier, der Generalquartiermei- st" Lude.ndorss, mar anderer Meinung. Er war noch immer überzeugt, den Krieg gewinnen zu An diesem Abend war der Krieg auch sür di« Einsichtslosesten in den verbündeten Ländern verloren. Ein Kronrat in Spa be>chloß' am 14. August die Einleitung von Friedensverhand- lnngen, aber erst am 11. November wurden im Wald von Compiögne von den deutschen Parla- inentäre» die Waffenstillstandsbcdingungen unterzeichnet. Die(besonderen) Bedingungen waren: sofortige Räumung aller besetzten Gebiete, Entlaf» snng aller Kriegsgefangenen ohne Gegenseitigkeit (Frankreich behielt seine Gefangetten bis in daS Jahr 1920), Auslirferuttg der oeuischen Kriegsflotte und iämtlicher U-Boote, ferner von 5000 Kanoneti, 25.000 Maschinengewehren, 3000 Minenwcrfern, 1700 Fliegerabwehrgeschützen, 5000 Lokomotiven, 150.000 Eisenbahnwagen, 5000 Lastkraftwagen. Aber es war ratsam, diese Bedingungen anzunehnten, obgleich sie den Engländern al» eine gesahrlickt« HerauSsorderung erschienen und obgleich die Pariser sagten: un» ist der Sieg in der verzweifeltsten Minute auf den Kops gefallen. Es war ratsam, diese Bedingungen anzunehmen, denn er standen bereit» zwei Millionen Amerikaner in Frankreich, mit einer Reserve hinter sich von abermals zwei Millionen. Es wär« in den folgenden Wochen wohl nicht zu verhindern gewesen, daß sich die Tank» über die letzten verhungerten Reste der einstmals furchtbarsten Armee der Welt hinweg bi» Berlin begeben hätten. Den 3,400.000 Deutschen standen bereits 9,000.000 Alliierte gegenüber. Marschall Foch hatte sich einen klassischen Vernicht« ngSfeld- zug zurechtgelegt, innerhalb dessen selbst die Italiener über di« Alpen nach Mitteldeutschland marschieren sollten. Einer der Unterschreibenden von Compidgne war der Zentrumsabgeordnete Erzberger, der am 2. September 1914 der Regierung ein« Denkschrift über die KriegSziele überreicht hatte: unter denen der alt« Traum Kiderlen- Wächters, ein deutsches Zentralafrika von Dar- eS-Dilam über Duala bi» Senegambicn, noch die geringste Forderung gewesen war. Abe: in diesen Tagen trat der Sattler Ebert an die Spitze der deutschen Repitblik und das deutsche Volk schien sich anderen Zielen zuzuwenden. De>. Aristokrat Graf Brockdorff-Rantzau formulierte sie einige Zeit später mit den Worten: Unerbittlich« Kampfansage gegen den Kapitalismus uns Imperialismus, dessen Dokument der Friedenentwurf von Versailles ist. Der Krieg war aus. Der Krieg der der Weltkrieg genannt wurde und für den später ans den Friedensvcrträgen zeichneten: Deutschland, Oesterreich, Ungarn, die Türkei. Bulgarien, die Vereinigten Staaten, das Britische Reich, Frankreich, Julien, Japan. Belgien, Bolivia, Bra silien, China, Cuba, Eenador, Griechenland. Gua- temala, Haiti,-Hodschas. Honduras, Liberia. Panama, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Südslawien, Siam, die Tschechoslowakei. u»id Uruguay. Der Krieg war au», der ein Fünftel de» Gesamtvermögen» der Menschheit vcrichlun gen hatte, nämlich 126 Milliarden Dollar an? Seiten der Entente und 61 Milliarden auf Seiten der Zentralmächte. Für dieses Geld hätte man der Menschheit geben können: Milliarden ... Dollaü- 10.000 Gartenstädte mit je 1000 Einfamilienhäuser».... 100 100.000 Kinderheime...... 10 50.000 Schulen...,. 15 10.000 öffentliche Bibliotheken.... 2 500 Universitäten...... 2 5.000 Theater........ 5 100.000 Sportplätze....... 1; 10.000 Sanatorien 10 10,000.000 Bauernhöfe. A>, 10,000.000 landwirtschaftlich« Maschinen.- 50,000.000 Stück Großvieh..'.... 10 (Fortsetzung folgt.) Nr. 95 SamStag, 23. April 1988 4«ttt» Neuer TarnungsKrsuch der Nazis Lebensrnittel des täglichen Bedarfs will man mit Recht auf ihre Verl&blichkeit prüfen können. Auch Margarine 1 Vitello gibt Ihnen diese Möglichkeit. Achten Sie stets auf den Datumstempel, der anzeigt, bis wann der Würfel zu verbrauchen ist. WTELLO DELIKATE SS-MARGARINE DER DATUMSTEMPEL BÜRGT FÜR GUTEN EINKAUF Vom Naurliorting bis Krampe. Tas|uft!teiuKui|uje Burgerlum liejci« wieder einmal etu Beispiel nicht nur charakterloser, sondern auch stoctüuinmer Konjunkturpolitlk. Die Deulschnationalen Haven sich, obwohl sie die hiesigen Nazis kurz zuvor als Kanoffagän- g e r verhöhnte», nach ver Machtergreifung der Harzburger mir afsenarttger Ge^chwlnLigkeit m di« braun« Front eingeglieberl. Die Rosche- und Bacher.„Denwtral«n" liege» vor Hitler aus dem Bauch. Nun schwenkt auch die Partei der deutschen Lhristlichsoziale» in die fascistijch« Front ein. Begonnen hat diese Schwenkung mit dem große» Sums, de» ausgerechnet Herr Krumpe bei der Auslieferung der Nazi-Abgeordnete» machte. Daß dabei keine Gesinnung, sonder» reaktionäre Konjunkturpolitik ausschlaggebend war, beweist am besten das Kuschen unserer Schwarzen zur Verhaftung des katholischen Reichstags-Vizepräsidenten Esser, der ohne Ausliefcrungsbeschluß, nur aufgrund von Denunziationen von den Kreaturen Görings eingckcrkert worden ist. Letzter und ausschlaggebender Beweis, daß auch die sudeiendeutschen Klerikalen das Kreuz zum.Hakenkreuz umbiegen wollen, ist die Attacke der„Deutschen Presse" gegen unsere Partei, weil wir angeblich die friedfertig grasende Nazilämmchen wie ein blutlechzender Wolf umkreisen. Früher agitierten unsere Schwarzen mit der Parole:„Das Kreuz muß wieder in die Schul« kommen!" Heule machen sie es einfacher und schreien:„Hand weg vom Hakenkreuz!" Solchem Wandel müssen tiefgreifende Ber- öilderungen in der christlichsozialen Führung vor- angegangen sein. Scherz beiseite: Herrn Mayr» Harting können wir uns nicht im Braunhemd vor stellen. Bei seinem Aussehen wäre die Zugehörigkeit zum Dritten Reich auf Schritt und Tritt mit Lebensgefahr verbunden. Nein, dieser Mann, der als aktivistischer Minister so viel Friedfertigkeit, so viel stummen Duldersinn geofsenbart, tst als Spießgesell« von Fememördern nicht vorstellbar. Auch auS einem weiteren Grunde nicht. Ein Politiker, der bei der letzten Regierungsbildung so oft das Telephon in Bewegung setzte, um zu erfahren, wie„seine Sache" stehe, wird sich doch nicht für alle Zukunft den Weg zu einem tschechoslowakischen Ministersessel versperren wollen, sintemalen er in einem von Killinger annektierten Deutschböhmen aus obcrwähnicn Gründe» schon garnicht Minister werden könnte! Für Mayr- Harting, der DerwaltungSresorm und RüstungS- fondS so wacker mitbeschlossen hat, legen wir diesmal die Hand ins Feuer. Er kann nicht der Inspirator des Nazi-Kurses seiner Partei sein. Eher kommt Herr Krumpe dafür tn Be- tracht, der sich schon in der Volkssportsache als warmer Freund(Verzeihung, das soll kern« Anspielung auf röhmische Beziehungen sein) der Hakenkreuzler erwiesen. Herr Krump« hat sich doch auf sein« politische Laufbahn als erzherzogsicher Erzieher vorbereitet. Warum soll sain republikanisches Herz nicht ausrauen, wenn di« Hakenkreuz-Sonne wieder so herrliches Habsburger. und Hohcnzollernwctter beschert? In solch milden Frühlingstagen, wenn die Glocken aus Rom angrflogcn kommen und Herr Dollfuß nach Rom fliegt, da der P a h st dem Herrn Popen Generalablaß für die Schlächtergesellen der„nationalen Revolution" mitgibt, vergißt ein deutschchristlicher Wann leicht ferne Sünden als aktivistischer Politiker in der ketzerischen Hussitenrepublik. Seipels unerfüllter Traum war es, den katholischen Staatengürtel vom Mittelländischen Meer wieder bis nach Polen hinaufzuspannen; und die Päbstlichen haben sich noch lang« nicht mit der Minderung ihrer weltlichen Macht, geschehen durch den Zerfall Alt-Oester- reichs, abgefunden. Warum soll ihr Auge nicht ein wenig in dl« Ferne schweifen, wenn in der Nähe keine Hoffnung blüht? Sage mir, mit wem du umgehst und ich sage dir, wer du bist! Jetzt hilft den deutschen Cyristlichsoziale» kein zimperliches Ausoeregtsei» mehr, sondern nur ehrliches Farbe- Bekennen. Nach ihrem bisherigen Verhalten muß man sie auch zu jenen Verbrechern an dem sudetendeutschen Volke zahlen, die, von Arbeiter, haß verblendet, alles auf die Hitlerkart« sehen. ES steht jedem frei, seine politisch« Existenz und Zukunft einem NarrenhauS in Verleih zu geben. Aber wir deutschen Sozialdemokraten werden mit schonungsloser, unerbittlicher Schärfe allen offenen und versteckten Hasardeuren den Kampf ansagen, welche das iudetendeutsch« Schicksal an sascistische und monarchistische Abenteuer ketten wollen. Wir haben schon einmal auSgesressen, was uns die schwarzgelben Trottel in Wien und die forschen Narren in Potsdam eingebrockt haben. Die sudetendeulschen Arbeiter. Angestellten und Kleinbauern haben für die groß« Schnauze Karl Herrmann Wolffs gebüßt, d«r nach Hitler. Manier noch im Jahr« 1917 ,,die Peitsche für die Renitenz der slawischen Volker" verlangte. Möge dieser idiotische Nationalismus heuie wieder auserstehen in funkelnagelneuer Hitlerumform und das sudetendeutsche Spießertum, von den Halenkreuzlern bis zu den Christlichsozialen, ver- seuchen—: wir werden uns diesem Ungeist und seinen Tragern mit Berserkerwut e n tgege n w e r fe n. Da- mit verteidigen wir die Existenz von 8 Millionen Sudetendeutschen, die nur verbürg« werden kann durch aufrechte demokratische Gesinnung, durch Frieden, Freiheit und Sozialismus! In großer Aufmachung veröffentlicht der „Tag" vom 21. Avril eine Kundmachung der hakenkrcuzlerifchen Parteileitung, die sich gegen die Verleumdungen und die„Kriegshetze der Sozialdemokraten" richtet. In der voll heuchlerischen Entrüstnng triefenden Erklärung wird die vom Abg. Jung am 1. Feber int Parlament abgegebene grundsätzliche Einstellung der Nazis zum tschcchosloiva- kischen Staate wiederholt. Die sudetendeutsche DNSAP wird als vollkommen selbständige, unabhängige Partei erklärt; ihr imierpoli- tischcS Ziel sei vollständige Gleichberechtigung und nationale Selbstverwaltung, ihr außenpolitisches Ziel sei die Zusammenfassung aller mitteleuro- päifchc» Staaten mit Einschluß Deutschlands zu einer Zoll- und Wirtschaftsgemeinschaft und Abkehr vom derzeitigen System der Militär- bündnissc.- Also: Wiederholung der Loyalitätserklärung, daß die Nazis„fest" auf dem Boden des tschccho- llowakischen Staates stehe». Nun, vor Tische las mans etwas anders! Wir sind so frei, an einige Tatsachen zu erinnern. Abg. Jung sagte am 11. Juni 1927 aus dem„Völkischen Abend" in Harzdorf bei Reichenberg nach der nationalsozialistischen„Neuen Zeit" Nr. 48, 1927: „Wir blicken in ein deutsches Reich frei hinüber, aber dieses Deutschland sieht wesentlich anders aus, als das heutige. Dieser StaatderZukunft, denwirNational- sozialisten ersehnen und schaffen wollen, von dem erstmalig einer unserer Besten, unser früherer Partcivorsitzcndcr, Freund Knirsch, in den Tagen des Zusammenbruches in einer staatsrechtlichen Erklärung sprach, ist das freie, soziale A l l d e u t s ch l a» d!" Die„Neue Zeit" berichtet in der Nummer 56, Jahrgang 1927. vom Gablonzer Bezirksver- bandssest in Desscndorf, an welchem auch Goebbels teilnahm: „Einen 8V-Kilo Meter- Eilbotenlauf führte die natimmlsozialistische Jugend durch. Er überbrachte die in Reichenbcrg übergebenen Grüße unseres 1. Parteivorsitzenden, Pg. Abg. Jng. Rud. - Jung, an Pg. Dr. G o e b b e l s Berlin Diese lauten: Prag-Reichenberg, 3..Heuert 1927. Die sudetendeutschen Nationalsozialisten begrüßen den Vertreter ihrer reichsdeutschen Bruderbewegung, Parteigenossen Dr. Josef Goebbels, der zum ersten Male auf sudetendeutschem Boden weilt, auf das Herzlichste Sie wünschen, daß er ihre Heimat mit dem Eindrücke verläßt, daß hier Volksgenossen schwer In HKlcr-Dcatschiand. Berlin, 20. April. Die Deutsche Reichsbant legt soeben ihren Ausweis für die zweite Aprilwoche, das heißt für die Zeit bis zum 18. April vor. Um cS vorwegzunehmen: in dieser einen Woche ist ein Gold« und Devifenverlust von 225.7 Millionen Reichsmark, mit anderen Worten von 28.5 Prozent oder a n- nähernd eines Drittels des Gesamtbe- standeö von 754.4 Millionen Reichsmark vo«n 8. April eingctrclen. Dieser ungeheuere Verlust ist zum Teil verursacht durch den Zwang der Rückzahlung des bekannten RediSkoiitkredits. Di« Menge der»»«lausenden echten Banknoten hm sich kaum verändert: 8.5 Milliarden Reichsmark an« 1. April, 3.4 Milliarde»« am 8. April und J4 Milliarden am 18. April. Das DsckungsverhältniS dieser echten Banknoten jedoch hat sich laut Ausweis von 23.7 Prozent am 1. April über 22 Prozent, am 8. April aus 15.5 Prozent am 18. April gesenkt. um den Bestand ihres Volkstums ringen, daß jedoch„d a s H e e r v o in H a k e n k r e u z"'t reue Wacht hält und für die deutsche Zutun s t, s ü r das Dritte Reich, für BolkS- tum, Freiheit und soziale Gerechtigkeit kämpft!... Es lebe das freie, soziale Alldeutschland!" Bon der Haupttagung der reichsdeutschen 'Nationalsozialisten in Nürnberg berichtet die „Neue Zeit" Nr. 68, 1927: „Vertreter der Nationalsozialisten Abg. Jung und KrcbS. Jung führte auS: „Im Namen und Auftrag der Deutschen irationalsozialistischen Arbeiterpartei, der Sudetenländer, Ihrer Bruderparlei, überbringe ich Ihnen die herzlichsten Grüß«. Wir si««d stolz daraus, Ihrer so wunderbaren Tagung beiwohnen zu können. Wir freuen uns insbesondere, vor allen« morgen fcstslcllei« zu können, daß das Heer vom Hakenkreuz im Deutschen Reiche sich in einem geradezu prächtigen Ausstieg bcsinde» und immer mehr die Hoffnung, vor allem des Grenzland- d e u t s ch t u rn S, wird. Wir sudetendeutschen National- sozialisten erstreben dasselbe, was Euer Streben ist. Gleich Euch kämpfen ui«d ringen wir für ein« staatliche Gestaltung, die einer der Euren mit den Worten auSdrückte:„In das Dritte Reich", einer der Unsrigen: „D a S freie A l l d c u t s ch l a n d" nennt. Wir haben die Ausgabe, daS Sudetendeutschtum vor der Versumpfung und davor zu bewahren, daß alle Sudeteirdentschen sich mit der heutigen Gestaltung der Dinge zufrieden geben... ES lebe das freie, soziale Alldeutsch- l a n d!" Tic vcrchrlichc„Gefamtlcitnng" der D. N. S. A. P. wird selbst zngcbcn müssen, daß zwischen beiden Lesarten wesentliche Unterschiede bestehe». Die Erklärung sagt,„daß für die Annahme, die rcichSdcutsche NSDAP plane die Zerschlagung der Tschechoslowakei, jeder stichhaltige Beweis fehle, da diese Annahme sich auf keine parteiamtliche Erklärung zu stützen vermag". Tie Nazis sind doch Schäker! Es fehlt ausgerechnet ihnen der„parteiamtliche Beweis", ohne daß selbst betonen, daß von solchen Plänen absolut nicht die Rede sein könne und sie sich mit aller Entschiedenheit dagegen stellen würden! Daß die Erklärung der Nazis sich auch über den Terror der Sozialdemokraten beschwert und schließlich von einer„ausgesprochenen Kriegshetze" unserer Partei spricht, sei noch nebenbei gestreift als unsinniger Versuch ver Nazi, ihre eigene Politik zu— tarnen... Unter Berücksichtigung der Tatsache jedoch, daß schon im Juni dieses Jahres eine weitere kurz fristige Devisenverpflichtung in Höhe von 45 Millionen Gold dollars gleich 180 Millionen Reichsmark fällig wird, vermindert sich der c ch t e Gold- und Devisenbestand au 349.7 Millionen Reichsmark und das Dek- kungsverhältniS auf 10 Prozent, wie der amtliche Ausweis zuzugeben und zu betonen gezwungen ist! Und wenn schließlich und aus Grüttden notwendiger Klarheit noch berücksichtigt wird, daß die Regierung Hitler seit Beginn ihrer Tätigkeit insgesamt 1.8 Milliarden Reichsmark an unechte»« Zahlungsmitteln auSgcgeben hat, für die der deutsche Kredit haftet, so ergibt sich, daß effektiv nur«In« Notendeckung von 5.3 Prozent verbleibt— ein Deckungsgrad, der die Tendenz zu weiterer Verschlechterung zwangsläufig in sich tragt! ver„Nietzsche-Kanzler“ mit dem Symbol seiner Geistigkeit. iminuiniiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiniiiiiitiiiiiiiiiiiiiiituiiiiiiu „Revision unmöglich“ TituleSen berichtet über seine Verhandlungen. Belgrad, 21. April. In Subo«ica«ans heute eine Unterredung des jugoslawischen Außenministers I e s t i ß und des rumänischen Außenministers T i t u l c s c u statt, wobei letzterer Jcftiö über seine Beratungen«>, Paris und London informierte. Nach einer halboffi- ziellcn Meldung feie«« die Minister zu der Feststellung gelangt, daß sich die Kleine Entente mit allen Mitteln für eine Verteidigung des Friedens eingesetzt hat, um ernsten Konflikte«« vorzu- beugen. Diese Tatsache habe große positive Ergebnisse gezeitigt, so daß eine Revision der Friedcnsverträge sich als««n m ö g l i ch erwiesen habe. Faseisten erschlagen einen agrarischen Gemeindevorsteher. In der Gemeinde Krasniee bei Pre- l o u c wurden der Gemeindevorsteher, der Gastwirt Novotny, und seine Frau von drei Männern überfallen, welche sie brutal mißhandelten. Novotny wurde die Schädeldecke zertrümmert, so daß die Aerzte nur wenig Hoffnung haben, ihn am Leben zu erhalten. Auch seine Frau wurde schwer verletzt.Unter dem Verdacht, den Mordüberfall begangen zu haben, verhaftete die Gendarmerie den ehemaligen Heger JaroSlav F i 8 e r und seine beiden Söhne. Am Tatorte wurde ein Mcsier gefunden, welche» Filier gehört. Einer der Täter hat bereits ein Geständnis abgelegt. Alle drei sind organl- fitste Faseisten und in der fascistischen Bewegung hervorragend tätig. Gegen Novotny, der tschechischer Agrarier ist, führten sie einen erbitterten politischen Kampf. Ole Elnzahinngsgcbiiiir im Postschedfverkehr. 50 Holler für jeden Erlagschein. Prag, 21. April. Erst heute gibt di« Postsparkasse(dringend notwendige!) Erläuterungen zu der Rcgieru««gsvcrordimng vom 18. April heraus, mit der die Verzinsung der Einlagen im Scheckdicnst der Postsparkasse ausgehoben und eine E i nza^ In ngS gc b ü h r für Posterlag- scheine emgefuhrt wird. Demnach wird die Einzahlungsgebühr per 50 Heller für jede mittels Posterlagschein durchgeführt Bareinzahlung auf ein Postscheckkonto eir«geführt, mtb zwar ohne litt« terschicd, ob der Kontoinhaber ein Privater oder eine staatliche Behörde(Steueramt, Gericht ufw.)«ft. Gleichzeitig wivd auch die Verzinsung der Einlagen iin Scheckdienst aufgehoben, die bisher e i n Prozent betrug. Dafür entfällt die Manipulativusgebühr von 25 Hellern, die die Postsparkasfe für jede Gutschrift und Lastschrift auf dem Scheckkonto dem Kontoinhaber bisher berechnete. Die bargeldlosen lleoertvcisungen von cineln Konto auf ein anderes werden danrit von jeder Gebühr befreit. Die Postsparkasse verweist gleichzeitig auf die Möglichkeit für ledermann, sich em Postscheckkonto eröffnen zu lassen, um so beliebig viele kostenlose Ueberweisimge» von Konto zu Konto vornehmen zu können. Die Postsparkasse will so den bargeldlosen Zahlungsverkehr propagieren»nd ihn möglichst allgemein einfühveu. iIiiIIiIIiiiiiiIiIIWIIiIIIIIiIiiI>iIIiiIiiii>I!i!iII!IiIii!IiIIiIIIiI»iI!IiiIIiiiII!iIiIIIIiiiiIIIi!iIIiI!I!Wi!ii!iIUiIII!iI!III!iIiiIiI!iIiIIi!IiiIiiI!I!!II!UIiIIIIiiIiii!!iiI>i>I!IiIiIiUiIIi»I!IIIIiiIiI!!II!iIIiII»I»iIi»iIIII»iWIiIIIII Nur zehn Prozent Notcndcffiung Gcktt 4 Samstag, 22. UpM 1088 •***. nuitili. > ,> Nr. M T agesneuigkeiten Wird bet M!l Verwaltung: 1.200 K: 42.126. 65.8D3, 13.776, 30.962, 46.186. 57.44«, 75.167, 41.695. 43.164, 55.851, 57.503, 74.802, 75.126, „Staalsseldtt für rote Vorrs' Uöttlcr? deutsche Turuverband sein Eigentum dem Staate schenken? unsere Presse immer wieder fcststellt, sogenannte nationale Erhebung i» d vor allem im Raub und Tieb 14.580, 32.32?, 49.750, 59.4M, 78.J;5. 91.7«". 99.455.’ Ist dar auch Marxlsteuhetze? Die„Vossische Zeitung" meldete am 18. April: Der AnwaltSverband von NewNork hat eine Entschließung gefaßt, in der der Widerruf aller an deutsche Anwälte ergangenen Einladungen gefordert wird, die anläßlich der Welt- auSstellung in Chicago abgescndl worden waren. Es wurde ausdrücklich erklärt, daß dieser Beschluß eine Willensäußerung christlicher Anwälte darstelle und in keinerlei Zusammenhang mit jüdischen Kreisen stehe. Der holländisch« Turuerbund, welcher vom Vorstand der Deutschen Turnerschast zum Turnfest in Stuttgart emgeladen wurde, hat diese Einleduna abgelehnt und in der Begründung erklärt, die holländischen Begriffe von Geistes- und Glaubensfreiheit könnten nicht in Ueberemstimmung mit dem heutigen deutschen Regierungüsystem gebracht werde», dem die Deutsche Turnerschaft offiziell ihre Mitarbeit angeboren hat. Schlag inS Gesicht verseht und hatte ihr die Ras« und Oberlippe zerschlagen. Ob die Frau an den Folgen dieser Wunden gestorben war oder erdrosselt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Ob und was der Täter entwendet hatte, wurde gleichfalls noch nicht konstatiert. Frau Fuchs lebte ein verschlossenes Einsiedlerleben und ließ keinen Menschen ihr Zimmer betreten. Man hielt sie für wohlhabend. Am Tatort fand sich eine Kommission ein, die sofort dir Untersuchung deS Falles aufnahm. Die Ergebnisse der bisherigen Nachforschungen deuten daraus hin, daß«S sich um«inen Raubmord handelt. Die Polizei verhaftete ein« Person, von der bekannt ist, daß sie dir Ermordete früher zu betuchen pfleg e, und die daher nicht nur über deren Vermögensverhältnisse, sondern auch über daS Versteck von Vermögenswerten unterrichtet sein dürfte. Bisher konnte noch nicht genau sestgcstelll werden, was entwendet wurde. Die Ermordete besaß ein Sparkassenbuch über einen noch unbekannten Betrag, verschieden« Juwelen und al e russische Wertpapiere unbekannter Emission im Werte von 1600 Gulden. M 49. 49.734, 52.577, 78.918, 79.859, 96.212, 96.228, 98.193, 98.858, 104.098. Slehuna der ftWnfottetit vom 31. April 304)00 K: 32.814. 5.000 K: 12.658, 22.832, 24.261, 27.826, 42.295, 48.639, 50.308, 56.919, 59.539, 63.757, 71.152, 84.556, 89.685, 97.464. 2.000 K: 310, 654, 2.657, 7.321. 15.043, 15.580, 17.676, 19.830, 80.198, 34.507, 37.067, 41.028, 58.820, 54.848, 54.919, 68.268, 67.867, 69.860, 82.659, 82.708, 84.051, 84.585, 86.762, 89.460, 92.143, 92.981, 96.199, 96.482, 97.262, 99.254. 99.498. 99.644, 100.120, 102.140, 103.158. 5.585, 6.268, 12.382, 40.52k Für Herabsetzung der Kohlenpreise. Prag, 21. April. Der Preisausschuß des .KohlenrateS hielt heut« eine Sitzung ab, die vier Stunden dauerte. Der Ausschuß beschloß mit Stimmenmehrheit, die Herabsetzung der Preise der Kohle aus den Gruben mx empfehlen. Ueber den Umfang dieser Herabsetzung und über die Richtlinien, nach welchen di« Hcrabsehilng durchacführt werden sollte, erstattete der Ausschuß kein Gutachten. In einer Resolution erklärt cS der PreiS- ausscyuß für notwendig, daß bi« Kohlcnpreisr für i jetzig« Raub und der Di«! die Konsumenten herabgesetzt werden; er emp- nach der Auffassung der kleine freu freut sich... wenn die Post die..Unta* •Är 1"""“ I 2«k» de« SMer-Fatlmm I in den Tod getrieben! dMWWWWWWWM Weimar, 21. April. Der ehemalige Leiter L>n»Uift'el»»0 t4e«e» in|ed«r ILandesverbandes der Krankenkassen, Reefe, mIl der seines Amtes enthoben worden war, hat sich, ttafiwi I seine Frau und sein S^jährigeö Söhnchen mit Prag II., Nekaiänka 18. einem Schlafmittel vergiftet. Reefe wurde lot ausgesunden. Fra« nnd Kind gaben noch Lebens- WWWWWWWWWW zeichen von sich. Sie wurden in» Krankenhaus l eingeliesert. Karwlner Hungerstreik beendet. Mährisch-Ostrau, 21. April. Auf der Grube „Johann Karl" in Karwin, die Larisch Mönnich gehört, sind gestern von der aus 278 Bergleuten bestehenden Belegschaft der Frühschicht und den 207 Bergleuten der Nachmittagsschicht nur 38 und heute 17 Mann auSgesahren, so daß 518 Bergleute in der Grube geblieben sind. Sie hielten sich meistens in den Hauptgängen in der Nähe des Schachtes auf, wo sie sich aus Holzbvcttern Lager anfertlgten. Die Hauptgänge sind elektrisch beleuchtet, gelüftet und auch die AbwässcrungS- anlagen sind in Tätigkeit Nur die Pumpenwärter sowie die Grukenaufscher fuhren au» und cm. Die Streikenden verweigerten die Nahrungsaufnahme. Erst spät am Abend wird gemeldet, daß der Hungerstreik beendet wurde und die gesamte Be» legsihast um 18 Uhr 50 auSgesahren ist. Vorher hatten die Derireler der Streikenden mir der Direktion der Larisch-Äruben verhandelt. Auf die Zusicherung, daß die bestreikten Schichten entschuldigt werden, wurde der Streik beendet. Am Mon'ag sollen Verhandlungen über di« Forderungen oer Streikenden ausgenommen werden. vle Kommunisten verleidlyen das-akenlreuz! Ws ist doch eine Eirr'elt»front! Dem ,,VorwärtS" ist eS unangenehm, baß wir seine ausfallende Sorge um da» Wohlergehen der Hakenkreuzler und de»„Tag" sofort angenagelt haben. Selbstverständlich weiß der „Vorwärts" alles besser. Nach ihm ist jede Maßnahme gegen die Hakenkreuzler nur ein Mittel, di« Hakenkreuzler zu fördern und den Kom- munisten zu schaden. Wenn man seine letzte Auslassung liest, müßte nran glauben, daß man den Faschismus nur dadurch bekämpfen kann, daß man die Faschisten ungestraft reden nnd schreiben läßt, waS ihnen Paßt. WaS die Konr- munisten eigentlich wollen, bleibt unklar. Der „Vorwärts" schreibt: Sie(nämlich di« Demokratie) wird vielleicht die Hakenkreuzblätter vorübergehend einstellen, sie wird den HochverratSprozeß gegen die Hakenkreuzabgeordneten möglicherweise durchführen, fa, unter Umständen sogar ein formelle» Verbot der Hakenkreuzpartei beschließen. Aber da» wird auch alle» sein und di« Hakenkreuzler werden trotz dieser mehr oder weniger formellen Maßnahmen die Möglichkeit haben, unter wohlwollender Förderung durch den Staatsapparat ihre faschistische Rolle gegenüber der Arbeiterklasse durchzuführen. Wer daS versteht, kriegt einen Tscherwonetz. Erst schreien die Kommunisten danach, daß gegen die Faschisten etwa» unternommen werd«. Ergreift die Regierung Maßnahmen, sind st« natürlich wieder nicht zufrieden. Glauben denn die Kommunisten, daß e» genügt, Versammlungen und Demonstrationen abzubalten und Resolutionen zu beschließen? Glauben sie, daß sich die Hakenkreuzler dadurch abhalten lassen, weiter zu agitieren, Arbeiter zu überfallen und sie der reich-deutschen SA-Fem« auszuliefern? Glauben die Kommunisten, daß s i e die.Möglichkeit haben, die Mordhetz« der hakenkreuzlirischen Presse zu unterbinden und die Spitzelorganisation in Nordböhmen zu verhindern? Glauben sie wirklich, daß dies« formellen Maßnahmen, wie sie sie nennen, überflüssig sind? Welche Maßnahmen soll denn die Regierung ergreifen? Die Kommunisten wissen selbstverständlich ganz genau, daß da», waS gegen die faschistische Bewegung kN der tschechischen und deutschen Bevölkerung unternommen wird, wohl begründet und im Interesse der Arbeiterschaft und der demokratischen Rechte notwendig ist. So wie sie aber seit jeher gegen die Sozialdemokrtaie gehetzt Haben, fühlen st« sich auch jetzt verpflichtet, die Sozialdemokraten als Verräter hinzustellen. Sie beweisen damit neuerlich, daß sie al» Faktor im Kampfe gegen den Faschismus wertlos, für di« Vom Rtmdhmk Empfehlenswertes au» Den Programmen. Sotutta-. Prag: 6,45: Gymnastik, 7.30: Konzert, 9.15: Lenz und Lieb« in Volksliedern, 11: Orchesterkonzert, 18: Deutsche Sendung:„Die schöne Rojo- munde", 19: Bunter Abend, 20: Konzert, 21: Orchesterkonzert, 22.20: Tschech. Jazzmusik.— Brünn: 9.15: Tschechische Lieder, 12: Blasmusik, 18: D e u t- sche Sendung: Moderne Kammermusik, 20.35- Violinkonzert.— München: 18.50: Orchesterkonzert, 20.15:„Die Meistersinger von Nürnberg."— Berlin: 18: Kammermusik— Königsberg: 1815: Lieder mit Harfenbegleitung, 20: Orchesterkonzert.— Mühlacker: 20: Operettenmusik.— Langenberg: 20: Volkskonzert.— Wien: 11.80: Symphoniekonzerl. 16.80: Oesterr. Volkslieder. nunnuuninnniiiiiniiiiiniiinnnniiiiiuiiiiiiiiiiniiinniiuinniiniirainininninuHininiiiininnin m i g" angenommen. Eine Abschrift der Resolution sandte man dem Klub der sozialdemokratischen Abgeordneten ein. Dabei hatten diese Ehrenmänner die Frechheit, auf die Resolution auch den Namen„Sozialdemokratische Par- t e i" zu schreiben. E» sah so aus, als ob unsere Partei in dieser Versammlung anwesend gewesen wäre und mit für die Resolution gestimmt hätte. Wir haben sofort Nachforschungen angestellt und können heule seststekleu, daß in der fraglichen Ber- saminlung nicht ein einziger Sozial- d e m o k r a t a n w e s e n d w a r, daß e» sich hier also um eine aufgelegte Fälschung und uni einen ordinären Schwindel handelt. S ldatenselbstmord. In der Wohnung seine: Eltern in Prag-Dubentsch Hai sich der Soldat Friedrich R« i ß m a n n vom 9. Jnfantcriereg!- menr in Podcrian«, der auf Urlaub entlasset: wurde, durch Leuchtgas vergiftet. D e Ursache des Selbstmordes wird von einer Kommission untersucht. Die bösen Fremdwörter. Im„T e p l i tz- Schönauer Anzeiger" ist seit mehreren Wochen im Inseratenteil solgeude» Angebot zu lesen:„3 Zimmer, groß, sonnig, fließendes Wasser, Zentralheizung, Bad, mit allen Ehi- kauen der Neuzeit entsprech.ud auSgestattet, zu vermieten..." Nicht unmöglich, daß der glückliche Mieter sich bald verschiedenen Chikanen ausgesetzt sicht. Zehn Kinder verhungern lassen. Die bulgarische Polizei Hai einen unerhörten Fall oon WobltätigkeitSschw ndol ausgevecki. ES war ausgefallen, daß e:ne Frau in den Gebärllinikeu und Spitälern Sofia» häufig vorsprach und sich zur Adoption von unehelichen Kindern anbot. Sie erklärte, daß sie für Kinder ganz besondere Vorliebe habe, und verlangte nur einen einmaligen ErziehungSbeitrag. Die Polizei untersucht« den Fall und stellt« fest, daß von den angenommenen Kindern zehn nicht mehr am Leben waren. Aus dem Zustand der übrigen ist anzunehmen, daß man sie Hunger» st e r b e n ließ. Ter Kampf gegen Tuberkulose und Kreb». Zwei ungarischen Gelehrten ist«S gelungen, de» n der ärztlichen Praxi» zur Diagnose gebräuchlichen Ronlgenapparat mit einer Phocozelle n der Weise:n Verbindung zu bringen, daß v:e Rönigenaufnahmen viel mehr Details al» b-im gegenwärtigen Verfahren aufweisen und dadurch ulch d e kle-nsten Veränderungen'M Innern kc» menschlichen Organ Smu» veobachtei w-rven können. Durch d>e Verwendung de» oom Tkcf- arzt A s z o d v und dem Professor der Physik Zilahy konstru'er:en Apparates hoff' m;n bi» egt al»„unbe'lbar" gelten-« Krankh-.»:?»,>vi« tuberkulös« nnd KrevS.-n einem Frühzu» stand feststellen zu können, so daß hnen auch lrübze-ttg emgeaenge'reien werden kann Falschmeldung über den Tod Nobile» und ' Gabriel« d'Annunzio». Gestern mi tag» ver- i ösfentlichie-aS Wolsfbüro auch zwei vom Tiche- : choilowaki'chen Preßbüro übernommene Mcsdun- : gen an» Rom, wonach General Nobil« in Leningrad und Gabriele d'Annunzio in i Mnrbone gestorben seien. Tie Prager tschechischen - Blätter, die am Nachmittag erscheinen, brachten , die Todesnachricht groß aufgemacht, zum Teil , sogar mit Bildern und Nachrufen ver'ehen. Jn- i zwischen teilte da» Preßbüro um 3 Uhr nachmit- , ag» mit, daß da» Woiffbrüo einer Mystifikation , zum Opfer gefallen lei. Betrunkener Chauffeur. In Pilsen stieß am > Freitag ein Personenauto mit einem einspän- l nigen Wagen zusammen, wobei der Ku sicher - Bartunek schwere Verletzungen erlitt nnd"ins , Krankenhaus gebracht wurde. Der Chausseur, der t 32jährige Karl Opi au» Pilsen>var b e t r ü n- . k e n und wurde daher verhaftet: gleichzeitig I wurde Ihm der Führerschein abgenommen. Gin Rnuvmorv in Vriinn Brünn, 21. April. Im Haust Hybcrstraße 25 bi» 27 in Brünn wurde in der Nacht auf gestern ein Verbrechen verübt, dem die siebenundsieb- zigjährige Private Franziska Fuchs zum Opfer fiel. Da» Verbrechen wurde folgendermaßen ent deckt: Gestern gegen 10 Uhr vormittag bemerkte der Diener der Firma Eduard Schulhos, daß in der Nacht ein unbekannter Täler in da» Svrech- zimmer des Likörsabrikanten Schulhof eingedrun- gen war und da» Zimmer nach Wertsachen durch sucht hatte. Der Diener verständigte den Fabri kanten, der aber nicht gleich die Polizei benach richtigte. Erst al» die in einem kleinen Holzrrakt des gleichen Haust» wohnende Frau Fuchs vor mittag nicht zum Vorschein kam, schöpfte man Verdacht und ließ do» versperrte Häuschen gewaltsam öffnen. Den Eintretenden bot sich«in schreck licher Anblick. In dem Zimmer, in de« sämtliche Gegen stand« durcheinander geworfen waren, lag Frau Fuchs mit einer blutenden Wunde im Gesicht tot im Bett. Der Täter hatte der Greisin mit einem harten Gegenstand einen niuniumiiniuniiiuuniiiinniiiniuiiiiuiiuiniuuimiinniiniiinniiiiiiiiiniiiuniiiiniiimiiniHiiiHiiiiiiminininiiiiiniiiiiiii)iiiiinn)nninninniiniiiiiniiuminiiiiiiiiniinnimiiiiimiiniiiHiiiiiniinmR Daß daß die.„ Deutschland vor allem im Raub und Diebstahl dcS Eigentum» der Arbeiterschaft besteht, hat unsere Hakenkreuzler in Unruhe versetzt. Wie sehr den Hakenkreuzler« unsere Bericht« über die Schamroten ihrer Gesinnungsgenossen aus d:e Nieren gehen, zeigt eine Notiz im„Tag" der oben zitierten Ueberschrist. Dort wird mu- geteilt, ,/daß di« roten Bonzen die Arbeiteraelver verpraßt haben und di« roten„Volkshäuser" aus S:euergeldern errichtet und ihr Eigentümer eigentlich der Staat ist, der jetzt vollkommen rechtmäßig wieder in seinen Besitz gelangt." Ai» Beispiel führt der„Tag" da»„marxistisch» B o l k» h a u S" in Leipzig an, da» in den! Jahren 1920 und 1921 vom Landtag„die gerade-. zu phantastische Summ« von vier Millionen „,. Mark" al» Darlehen erhielt. In den ersten Um- Abwehrbeweaung der Arbeiterschaft ü b«r f l ü s- sturzjahren wurde bekanntlich da» Leipzig«: sig und schädlich sind. sVolkShauS bei Straßenkrawallen stark beschädig', zum Teil sogar durch Feuer vernichtet. Aus eigenen Mitteln hat sich di« Arbeiterschaft unter schwersten Opfern ihr Heim wieder aufgebaut. Die„phantastische Summ« von vier Millionen Man", von der der„Tag" meldet, wurde 1926, wie der„Tag" selbst mitteilt.(e8 waren Jn- flationS-Mark) mit 0.092.85 Goldmark ststgesttzt. Wer da» Leipziger Volkshau» kennt, weiß, daß es einen Wert von Millionen Goldmork repräsentiert. Weil nun da» Land Tach'cn, um den zugefüaten Schaden, der hunderttausend, Goldmark betrug, wieder gutzumachen. 8692 Mark »j<» nu»«ki«wwii»nun v» vsi Y»»-|aI» Darlehen bewilligt«, deswegen I t der auSschuß für notwendig, daß di« Kohlenpreist für jetzig« Raub und der Diebstahl de» VolkShauieS die Konsumenten herabgesetzt werden; er emp- nach der Auffassung de»„Tag" gerecht«rtigt. K, die Herabsetzung bei allen Komponenten, En:spr«chenddem Werte de» Darlehen» hätten die iesen Preis bestimmen, vorzunehmen. Leipziger SA-Männer ein Klosttt deS„Volks- haust»" besetzen können, man raubt« aber da» ganz« Volkshau», Da» ist und bleibt Diebstahl. Ebenso steht e» um oie geraubt« Bunde»- schul« de» Arbeiter-Turn- und SporibnndeS in verhandelt«' der^hri^Jchlesische^n^eSauü" I Millionen Mark repräsentiert. Jede/Mitglied schuß den Rechnungsabschluß de» mährisch-schlesi- de» Bunde» mußte al» Baustein 1.— Mark zeich- schen LandeSfondS für da» Jahr 1932, der nach| nen^(600.000 Mitglieder), daneben^ wurde^ein« dcrUcsischen"Kömm^s^on^r'Läni>cSv^ttt7ungI>chaft durchgeführt. Der Staat-Halden beichä- ,uz Genehmiglmg vorgelegt werden wird. In der' oroentlichen Wirtschaflsberatung de» Landes war der ordentliche Bedarf für daS Jahr 1932 mit etncnt Betrage von 411,121.278 veranschlagt, die Gesamtbedeckung inklusive dem Erträgnis der Lan- deSzuschläge zur direkten Steuer m«t einem Betrag« von 411,124.058 K, so daß der Voranschlag mit einem Ucberschuß von 2775 X abschloß. Die tatsächlichen Ginnahmen 378,327.108.12 X, so daß der tatsächliche Ueberschuß 742.773.78 betrug. Ter LandeSausschuß bc-,•• schloß, um einen Beitrag von 46 Millionen Kro-1’N nen an» dem Erträgnis der ArbeitSanlcihe für I^M.E3unkch daßder deussche^urnverband> der LandeSinvestitionen ru erluckcn Tsckuichoslowake,, der ,a heute vollständig unter ^.anocsinvezrillonen ,u eriucycn. Z«jch«„-«».Hakenkreuz» marschiert, darau» die Konstqenzen zieht und erkennt, daß er auf Grund der Subventionen, die er bisher vom tschechoslowakischen Staate bekommen hat. seinen Besitz und sein Eigentum al» Staatseigentum erklär:. Sonst müßte man auch von krasser Kor- ruvtion und von Verschwendung von Staatsgeldern sprechen. Hugo Klos« gestorben. Der Sekretär der schlesischen LandeSkommiss.on für Kinderschuy und Jugendfürsorge, Herr Hugo Klose, ist,-rst 36 Jahre alt, plötzlich gestorben. Sein Tod ist um io tragischer, als er erst vor kurzer Zeit seine Frau durch den Tod verloren hatte.— Hugo Klose war ein hochgebildeter Mann, der seine ganst Kraft der sozialen Arbeit gewidmet hat. Dabei traf er mir Menschen ans den verschiedensten politischen Lagern zusanlinen, die ihn alle ob seiner Lauterkeil und Aufrichtigkeit hochschätz- ien. Nicht nur al» Sekretär der Landeskommission, deren umfangreiche Arbeitsgebiete er mit vorbildlichem Pflichteifer berteute, sondern auch als Geschäftsführer verschiedener Kommissionen deS Rcichsverbande» hat Klose Hervorragende» geleistet. Klose war Vas Muster eine» bescheidenen, guten Menschen und sein Tod erfüllt alle, die daS Glück hatten, ihn zu kennen, mit tiefster Trauer. Aus dem Lager der bürgerlichen Jugendbewegung kommend, übte Klose allen gegenüber vornehme Objektivität: so kommt eS, daß Vie Trauer um ihn auch in den Kreisen der sozialdemokratischen Jugend groß ist, der er bei der sozialen Arbeit immer ein freundschaftlicher Berater und Förderer war. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft wird da» Andenken diele» wahrhaft großen, guten und unersetzlichen Menschen dauernd In Ehren halten. El« schamloser Schwindel der Nazi. Auf dem Umwege über unser Klubsekretariat Prag erfuhren wir, daß oie bürgerlichen Parteien von Reichstädt, unter der Führung der Hakingcr, im Hotel„Burg" eine Versammlung hatten, in der die sattsam bekannte Resolution gegen die Auslieferung der nationalsozialistischen Abgeordneten behandelt wurde. Natürlich wurde diese Resolution, die gegen unsere Partei und den Bund der Landwirte gerichtet ist, in stim mend geringen Betrag von 90.000 Mark iur Verfügung gestellt, da» sind 6 Prozent de» Werte». Die BundrSschule wurde der Arbei er- schäft ebenfalls gestohlen. Wobei noch zu bemerken ist, däß alle bürgerlichen Sportorganisationen in Deutschland schwere Gelder zur Erbauung ihrer Schulen erhielten. Der„Tag" bemerkt am Schluß feiner Schmutz-Notiz:„Dieie beiden Fälle sind krasse st e Korruption und die par- teiwillkürliche Verwendung und.Verschleuderung von Staatsgeldern für Privatzwecke." Di« ganze Notiz des„Tag" Mährisch-schlesischer Lande« an»sch«A. Brünn, 21. April. In der,heutigen Sitzung|Le^pzig,^die,«nen^Mrt voi^unMfÄir sch^ß'^^echüurm^bs^u^de^'^Lhrisch-schlest- Ide» Bunde» mußt, al» Baustein 17— Stark zeich- schen Landesfonds für das Jahr 1932, der nach nen(600.000 Mitglieder), daneben wurde eine Verhandlungen in der Finanzkommission und in große Spenden-Aktion innerhalb der Arbeiter, zur Genehmigung vorgelegt werden wird. In der der ordentliche Bedarf für daS Jahr 1932 mit einem Betrage von 411,121.278 veranschlagt, d:c Gesamtbedeckung inklusive dem Erträgnis der Lan- trage von 411,124.058 X, so daß der Voranschlag «Mil AiiiöHt 1tAluiv{Äti& hittt 977A V Hn tatsächlichen Ausgaben betrugen nn Jahre 1932 377,584.334 X, die tatsächlichen Einnahmen Catnltofl, 39,«prkl 1988 Mottttt Mk» litt PliM M-M Die Grundbuchsäntter von Aengstlichen überlauseu. Nr. llg JudcnüeM lür nahenlfrcuz&rlsdic Zwecke? Mittwoch, den 27. April, vormittags neun Uhr findet beim Bezirksgericht in N i c m e$ bei V.-Leipa ein interessanter politischer Prozeß statt, wobei die Frage erörtert werden wird, ob indisches Geld für hcikenkrenzlerische Zwecke hcrgo- geben wurde. Konkret handelt es sich nm folgendes: Der Brünner Volkssportprozeß kostete nach Angaben- desHanptverteidigers Dr. Stark. Prag 250.000 K.- Dieser Riesenbetraa sollte nach dein bekannten Vorschläge der Hakenkrenzler als eine Art„VokkSopfer" mit Hilfe„aller" deutschen Parteien aufgebracht werden, nachdem die Nazis selbst nur 25.000 K jit den Unkosten beigetagen halten. Infolge der ablehnenden Haltung speziell der Landbündler, die sich begreiflicherweise weigerten, Geld für eine Sache herzugeben, mit der sie absolut nicht- zu tun hatten, scheiterte dieser Plan. Tas in Prag gegründete' Komitee, dem u. o. auch der Rektor San Nreolo angehört, bemüht sich, die Prozeßnnkosten doch irgend, wie anfmtreiben. Zu was gibt- denn vermögende„Volksgenossen"? Im Zusammenhang nut diesen Dingen be. bauptele nun in zwei landbündlerischen Ber» sirmmlungen lin Hühnerwasser und-Gürkan) Sekretär Neck kB. d. L.) während iluseinander» setzungen mit Hakenkreuzlern, nach sicheren Mitteilungen„habe Vetschek 100.000-.!< für besagten Zweck gespendet." Erst nach Wiederholung dieser Behauptung wurde feilender Nazis gegen Sekretär Neck die Klage e: n> gebracht. Klagevertreter ist der reinrassige Ad- vekat Dr. Kreißt in Bodenbach, als Verteidiger fungierte Dr. L u k s ch in B.-Leipa. Ter Beklagte bat den Wahrheitsbeweis durch Zeuaeneinvernahme angeboten. Nach den Boraänaen in Deutschland, wo d:e Juden von den NauS blutig verfolgt werden, empfinden die heimischen Hakenkrenzler es natürlich als schwerste Ehrenkrönkung wenn bhanplcl wird, von einem Juden für ihre Zwecke Geld ge> nommen zu haben. Juden hätten demnach nicht die windelte Dflicht, für die Drozeßkosten deS Volkssport etwas springen zu lassen, da sie damit die No'.iS nur böse machen würden. De. sei der siebe Gott— der jüdische und christliche— vor! Welcher Petsi«» deutschnationole, dom„Nord b. D a g b I a t t" auaefanaen b'S mm letzten Wochenblatt herab. Die jnd'schen Inserenten mögen da- gefälligst zur Kennt» niJ nehmen. Zweitausend Mark Lohn für die Ermordung der Gattin. In Weißenburg(Bayern) wurde der Mhlenbesitzer Fran; Unger unter eigenartigen Umständen verhaftet. Ein Arbe.ter Unger- mußte sich einer Operation nnierziehen. Wahrend der Narkose sagte er au-, daß ihm sein Dienstgeber zweitausend Mark geboten habe, wenn er dessen Fran aus dem Leben schasse. Weitere Aussagen des Arbeiters lassen e- als wahrscheinlich erscheinen, daß der Mühlenbesiver feinen Barer, der vor einigen Jahren in seinem eigenen Müblhof erschlagen wurde, ermordtt har. Der Täler konnte damals nicht ermittelt werden. Ten Eltern zurückgegeben. Der Lohn deS bekannten Chicagoer Millionärs John Factor, Jeronym, der vor einigen Lagen von Gangstern entführt worden war, die für ihn ein Lösegeld von. 50.000 Dollars verlangten, wurde keinen Eltern zurückgegeben. John Factor, der seinen Sohn in allen Nachtlokalen von Chicago gesucht hatte, erklärte, daß eS ihm unmöglich sei, Die gefordert« Summe aufzutreiben. Japan leistet Schadenersatz. Nach den energischen Protesten der amerikanischen Behörden gegen die Bombardierung der amerikanischen Methodistenkirche erklärte die Pejpinger japanische Gesandtschaft, die japanische Regierung sei bereit, den durch die Angriffe japanischer Flieger am Eigentum der ausländischen Ansässigen in Nordchina zugefügren Sachen zu ersetzen.* Doppelmord aus Eifersucht. Ter in einer Drogerie in Heldrmgen(Nordthüringen) beschäftigte Reisende Dr a u> m a n n tötete au- Eifer- blcht seine 25jährige Ehefrau durch’ mehrere Revolverschüsse. Tann erschoß er den von ihm selbst herbeigerufenen Arzt Dr. Nühlmann, der. angeblich Beziehungen zu seiner Frau unterhalten bat. Der Tater flüchtete, wurde abgr auf dem Bahnhof in Erftlrt festgenommen. Die Kirch« segnet auch das! Tas b i sch ö f» liche Generalvikariat in Trier, hat angeordnet, daß am 1. Mai, dem Nationalfeiertag der deutschen Arbeit, in den katholischen Kirchen ein feierliche- Amt vor ausgesetztem «llerheiligsten gehakten wird. Gott möge, wie eS in der Anordnung heißt,dem deutschen Laterlande Schütz und Segen für das gesamte Volk und Linderung der Arbeitsnot schenken! Eifersucht fordert drei Menschenleben. In der polnischen.! Ortschaft Rhchcice bei Drohobycz hat der Landwirt Antonyk in der Wohnung der Bäuerin Btzna'zgk deren Freund, den Landwir' Krawiec erschossen und die Bäuerin durch Dolch, stiche schwer verletzt. Al- die Dorfbewohner die Verfolgung'd«S Antonyk anfnahmen, erschoß Der aufsehenerregende Prozeß gegen die beiden Hypothekarschwindlerinnen Släla und Seidl Hai uugeahnie Wirkmigeii nach sich gezogen. NechtSan. walte berichten uns, daß sie von auswärtigen Klien, «n mit ängsilichcii Anfragen bestürm» werden, ob nicht ihr Hau« von einem Schwindel ähnlicher. An heiiiigesucht wurde. Die G r ün d b» ch ä iü te r werden allenthalben von bclorgten'Leuten überlaufen, die sich mit eigenen Augen überzeugen wollen, ob sie.nicht e n ähnliche- Schicksal betroffen Hai. Cs sind Leute darunter, die eine weite Reis« nich: gescheut haben, um sich Gewißheit zu verschaffen. Mit einem Wort: die Tatsache, daß eS inögl ch war. trotz d«r so strengen Vorschriften des GrnndbmbgesctzeS, ein fremde- Han« hinter dem Rücken des Eigentümer« zu belasten, har geradezu alarmierend gewirkt. Es handelt sich hier um keine Kleinigkeit, es handelt sich um da« vertrauen drr Bevölkerung zu der absoluten Sicherheit und Verläßlichkeit de» Grundbuches und seiner Führung. Die Affäre Sküla-Seidl hätte wohl kaum solche Dimensionen annehmen können, wenn nicht die strikten Vorschriften de- Gesetzes in iiiibegreifl chor Wels« vernachlässigt worden wären Wir haben schon seinerzeit(im Dezember v. I.) auf verschiedene Unbegreiflichkeiten in der kanzleimäßiger Man pulierung dieses Falle- hingewiesen. Die strenge Vorschrift des Ge- ietzes, daß der Eigentümer einer Liegen- schafi von jeder Belastung st et- zu eigenen Händen zu verständigen ist(zur größeren F cherheit bedient man sich gelber Ku» v e r: um da- Zustellungüorgan aufmerksam zu machen), wurde nicht beachtet. Im Gegenteil, die richtige Adresse der Hausbesitzerin wurde von unbekannter Hand durchgestrichen und j dieser auf der Flucht Zwei seiner Verfolger. Der dreifache Mörder konnte bisher nicht festgenom- mrn werden. Die schwerverletzt« Bäuerin gab au, daß Antonyk aus Eifersucht gehandelt habe. Neuer türkischer Sender. Die türkische N:- giernng hat beschlossen, in Ankara«inen neuen Großsender zu errichten Tie neue Sendestation 'oll dem Moskauer Riesensend.r nachgebildet werden. Es ist beabsichtigt, den gesamten Nach, richteudienst ans den Balkanländern in Ankara zu zentralisieren. Hinrichtung. Än Eagliar wurde gestern.der bekannt« Mörder Gulio Sanna wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Er wurde von einer Polize'abteilnng erschossen. »er Minter des Beliseäers. Von Erich Gottgetreu. Georg Wildenberg, seit einigen Wochen Stammgast unter den dürftigen, mttleiderregen- den Nachtgestalten des„Altin Krug", bestellte die viert- Moll«. Jetzt wußte Franz, der Kellner der den Fahrplan der Seele seine» Kunden kannte, was ihm Wildenberg zum zwanzigsten Male er- zählen werde: Daß er einmal ein großer Börscnmann gewesen sei. Daß«r aber sein gesamtes Vermögen bis auf den letzten Pfennig verspekuliert habe. Daß nur der Hellseher Weidner an seinem Absturz schuld sei. Der habe ihm den Kauf von Papieren angeraten, di« plötzlich überhaupt nichtmehr wert gewesen seien. Aber er werde sich rächen, bestimmt werde er sich rächen. Weidner müsse büßen. Er müsse, eS Helf« ihm nicht- und cS rette ihn nichts, ermordet zu werden. Er. Wildenberg, wolle gewiß nicht mehr weiterleben in Armut, in Not. sein Dasein werde gleichzeitig im Selbstmord beschlossen, aber jener müsse m>t, unausbleiblich, unausweichlich... All«» da» sagte Wildenberg wirklich. Lony- iam und bestimmt. ES war acht Uhr abends, die anderen Gäste pflegten erst später zu kommen, aber es genügte Wildenberg, daß er den Kellner als vermeintlichen Zuhörer hatte. Der wurde freilich erst am Ende deS ihm so gewohnten Tauerfluchs interessiert: Wildenberg'- fusstc nämlich hinzu, daß er heute zur Tat schreiten werde. Franz lächelte ungläubig. Mörder Pflegen im allgemeinen ihre Verbrechen nicht vorher bekannt- zugcbey. „Darum gerade heute?" erkundigte sich Franz.._ „Weil die Gelegenheit günstig iü," erwidert« der unheimliche Gast.„Ich weiß, daß er heute abend zu.Hause ist. Um acht kömmt Besuch, der ungefähr bi- elf Uhr bleiben dürfte. Ich dringe dann in di« Wohnung ein, wir werden'beide daran glauben, beide. llebrigenS hat er heute In- biläum,-ja Lider ich hab das Jubiläum, wie man's nimmt. Er hat heute den fünfzigsten Drohbrief- von mir bekommen." Wildenberg lachte kalt Franz wußte nicht recht, was er zu der geheimnisvollen Ankündigung sagen sollte, Prahlereien war er ja schließlich gewohnt.- ES kamen dann Gäste, oi« ihn in Anspruch nahmen: als Wildenberg zahlte und ging, war. ihm dessen düsterer Plan schon au» dem Oberbewußtsein entichwunden. Die Nacht im„Alten Krug" ist lärmend, von Alkohol durchflössen,-voll vom Leben. daS, in farbigen Berichten, ihre-Gäste bringen: müde Menschen vom Strand deS Lebens, armes Volk ohne Land... Und diele.Nacht war nicht stiller und lauter als alle anderen Nächte. Nicht. stiller, sticht lauter——-» eine fingierte Prager Adresse darüber« gesetzt, woraus die amt! che Verständigung als nicht z u st e l l b a'r an da- GrnndbnchSgericht zurückging und dort liegen blieb. Wäre die Zustellung an die richtige Adresse erfolg:, so hätte der Schwindel zutage kommen müssen.... Wer dieser mysteriöse Freund und Helfer war, st nicht bekannt geworden; überhaupt kam diese Frage während deS Gerichtsverfahrens nicht zur Sprache. Soviel wir wissen, wurde in dieser Sache eine eigene Untersuchung eingeleilet und er wäre wünschenswert, daß deren Resultat der Oefsentlichkeii bekamug.'geben würde. Nehmen wir noch die Tatsache dazu, daß alle diese schwindelhaften Eintragungen mit einer Schnelligkeit vollzogen wurde, die in krassestem Gegensatz zu sonst gen Erledigungen steht keinmal sogar binnen 2t Stunden, während e- normal Wochen und Monate dauert), so wird man wohl kaum in der Vermutung fehlgehen, daß dieser Freund in den zuständigen Kanzleien einen mehr al- we'»gehenden Einfluß hatte. ES handelt sich sicherlich um einen vereinzelten und einzig dastehenden Fall. Und die Art, in welcher die Oessentlichkeit aus diesen Fall reagiert, läßt erkennen, w e dringend nötig es ist, alle Vorkehrungen zu treffen, um eine Wiederholung anS- -uschlicßcn. * Da« Urteil im Prozeh durch welch:- Franziska Skala zu vier, BoLnia Seidl zu zwei Jahren schweren Kerker- verurteilt wurde, ist nicht rechtskräftig geworden. SwatSamvall Dr. Neu rei ter hat die Berufung an das Obergericht wegen zu geringen Strafausmaße- eingebrach'. rb. Und in dieser Nacht geschah ein Mord Und in dieser Nacht sank einer der ihren völlig ab Tenn al- die Gäste des„Alten Krug" sich 1 am nächsten• Abend wieder trafen, da konnte Franz den Staunenden in einem Schwalm der Aufgeregtheit erzählen, daß mittags die Polizei dagewesen war: sie hätte in der Wohnung des ermordeten, übrigen- stadtbekannten Hellseher» nicht nur da» Fehlen von etwa fünfzigtausend Mark sestgestellt, sondern an» der hinterlassenen Korrespondenz jenen Wildenberger, den man ja.im „Alter» Krng" seit einigen Monaten kenne, als Absender von Drohbriefen, die den Tod des Hellsehers voranssagten. Die Polizei hatte nun weiterhin von Franz, wie er jetzt stolz erzählte, erfahren, daß oer Täter außer-em Mord ja auch seinen Selbstmord angckündigt hatte— daran glaubte nun aber, nach dem Raub, niemand mehr. Daß Wilüeicherg„über alle Berge" gewesen sei, wäre zu viel gesagt. Am nächsten Tage wurde er nämlich in Hamburg erkannt und verhaftet. Er gab an, wie die Blätter meldeten, daß er den Hellseher aus Rache für den ihn Zligefügten Vermögensverlust erschossen haben will» den Plan aber, sich selbst das Leben zu nehmen, aufgegeben habe, als ihm Weidner für das Gegengeschenk des Leben« fünfjigtaufenü Mark geboten hätte. Er hätte sich ober auf den Handel nicht eingelassen — in der Hoffnung, im Schreibtisch des.Hellsehers noch mehr zu finden; eine Hoffnung, in der er sich allerdings betrogen sehe, der Tote sei nicht reicher gewesen al- der Lebende Soweit die Zeitungsberichte. Erst in der gerichtlichen Hauptverhandlung gclang e» dann, sein Angeklagten nachzuweilen. <>ah er niemals ein von» Leber» Betrogener, wohl aller ein gewöhnlicher Raubmörder war, der den Plan genau vorbereitet hatte, den Selbstmord aber nur ankündigte und allgemein bekaimt» machre, nm auf diese Weise die kriminalistisch« Nachforschung ans ein falsches Gleis zu schieben, und fick selbst außerhalb alle»» Verdacht- zu bringen. Wildenberg wurde zum Tode verurteilt. In Ircmfier Erde. Auf dem jüdischen Friedhof in Teplitz wölb» sich ein frischer Hügel feuchter, grober Lehmschol- ieu.- Hier wurde am Donnerstag vor Ostern jener deutsche Jude bestattet, der zusammen m;1 zwei Leidensgenossen von deutschen' SA:-L«u'tey blutig mißhandelt, dann über die Grenze gejagt worden und»m WarnSdorfer Spital beit erlittest«» Verletz»»gell erlegen Ist. Ein.Grab in fremder Erde— es erinnert an den.Krieg. Damals- standen.wir um Gruben, in die Kameraden vcrfenkt würde»». Ehe die Massenfriedhöfe der StellnngSkämpfe entstanden, ivaren es Gräber am Wege, int Walde, auf zerstampftem Felde: ein flacher Hügel, ein roh genagelte- Kreuz, ein.Helm darauf,'ein Name und di« Truppennummer. Manchmal, vielmals sagte die ungelenke Schrift airch nur: Hier ruht ein tapferer Krieger; Hier liegen drei tote Russen. Nun stehen wir vor dielen Gräbern. Da ein Hügel und dort ein Grab. Wieviel« schon— wicviclc noch? Hier ein junger Mensch, ein Jude. Dort ein Neichsbannerkgmerad. Ta drei Kommunisten,„a»if der Flucht" erschossen. Hier ein Professor, der keine andre Schuld hatte.als die, Jude und Anwalt der Verfolgten jh. fein. „Im Krankenhaus« starb"— warum er starb, müssen deutsche Zeitungen verschweigen, uns die meisten verschweigen es gern. Ein anderer wird erschossen im Walde aufgefunden. Ein sozial- Seite 5 Aenossen und Menofstnuen, gedenket bei AulSFcn jede» Ar« der Alrveiter fiirforge durch Spenden k Mieine 6enfotionen. Gangster werden bescheiden.. Sie Chicagoer Polizei ha» zum.Schutz, der Weltausstellung ein Tetettivkvrps von 1000 Mann Züsammengestellt. ES handelt sich' aNSnahnzsloS um Nichtchirogoer, wahrscheinlich weil man i»inner noch befürchtet, daß eine Znsamnienarbeil zwischen den einheimischen Polizeiorganen und der Unterwelt wie es in frühere»» Jahren dec Fall war, bewerkstellig» werben könnte. Troy allen Bemühungen ha» eS sich doch nicht verhindern lassen, daß die berüchtigten„Ber- sicherungSgclcllschafien" bei zahlreichen Ausstellern Erfolg gehabt haben. Die betreffenden Firmen haben cs.»vie jetzt bekannt wird, doch vorgezogen, der Unterwelt einen bestimmten Betrag zu zahlen und dafür Gewißheit zu haben, vor plötzlichen Nebersällen und Anschlägen gesichert zu sein. Bei dieser Gelegenheit wird übrigens von antunterrichreter Seite darauf hingewieseli, daß diese Art der Erpressung eittg.gen den Mittei- luilgen offizieller Instanzen bei weitem noch nicht miügerottet sei. Mehr oder weniger sicherten sich auch heute noch olle großen Chicagoer Geschäftsleute durch freiwillige Zahlungen. Nur seien die Gangster jetzt weit bescheidener als vor einigen Jahren, als ihre Forderungen eine phantastische Höhe erreichten. Mittlerweile haben sie auch ihren Betrieb„rationalisiert", die großen Banditenkasernen, in denen ständig einige hundert Unterweltler in Bereitschaft lagen, sind restlos aufge- flogen und die Banden haben ihre Ouartiere jetzt wieder in kleinen.Hinterhäusern ausgeschlagen. Diese verringerte Großzügigkeit mag auch daran liegen, daß die großen Führer fast ausnahmslos tot sind oder>m ZtichlhanS sitzen. Das Vorbild der Unschädlichmachung von LU Caponc, der bekanntlich wegen eines verhältnismäßig Beinen StenerhinterziehuilgSdeliktes für 11 Jahre ringe-, sperrt ist, hat Schul« gemacht und es sind in der letzten Zeit zahlreickie große Gangster wegen deS gleichen Vergehens zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt worden. Wieder Ku-Klux-Klan. Im Westen der Vereinigten Staaten machen sich in zunehmendem Maße Bestrebungen geltend, die vor einigen Jahren eingeschiasene Ku-Klux- Klan-Bewegung wieder ins Leben zu rufen. Schon Werden in einzelnen Gegenden wieder Versammlungen abgehalten, deren Teilnehmer die bekannten weißen Kutten mit den weißen Kapuzen»ragen. Die Forderungen, die ans diesen Versammlungen erhoben Werden, gipfeln darin, daß alle Nichtongelsachsen ungünstiger gestellt werden iol- len als nicht hundertprozentige Amerikaner. Vor allem aber richtet sich die Bewegung gegen die Neger, die als eine eiternde Wunde am amerikanischen Volkskörper bezeichnet werden und die vollkommen zu entrechten sind, falls sie es n cht vorziehen, in ihre afrikanische Heimat zurückzukeh- ren. Dabei wird vollkommen vergessen, daß die Schwarzen keineswegs freiwillig nach Amerika gekommen sind, sondern seinerzeit sogar sehr unfreiwillig als Sklaven nach den Vereinigten Staaten verschleppt wurden. Tie Behörden gehen gegen den Ku-Klux- Klan. der in einzelnen Gegenden offen zur Lynch- instiz aufreizt, mit äußerster Schärfe vor. uneinige Versammlungen wurden untcr Zuliilfe-- nahme von TränengaSbomken an-einanderge'rie- ben. Ebenso wurden, aber auch, die Selbsthilse- organisat'onen der Schwarzen aufgelöst. In San Franzisko nehmen die Kundgebungen gegen die chinesische Bevölkerung»nnier ernsteren Charakter an und wiederholt ist«8 zu Nebersällen auf chinesische Fabriken gekommen, die wegen der geringen Entlohnung ihrer chinesischen Arbeitskräfte eine überaus.scia'rse Konkilr- ren.z darstelle'». Wahrscheinlich wird in Kürze eine Verordnuna bcranSkommen. daß für chinesische Arbeitskräfte eine Mindesten'l'bnnna vorge- kchrieken wird«. demokratischerStaatspräsident stirbt an den Mitz- handkungen, die ihm Hitlers SA.-Leute bei seiner Verhaftung znqefüat haben— einen E'mnnd- achtzigjährigen haben sie erschlagen und ein drei- iindachtziajahriger Präsident schweigt dazu! Wieviel« schon— wieviel« noch! Si« alle fallen nicht im Kampfe- Sie sterben als Opfer blutdurstiger Heimtücke, ermordet im Namen der„nationalen Revolution". Viel« sind darunter, die vier Jahre lang für ihr ,,Vaterland" im Felde gestanden, habe»»— nun erschlägt das Vaterland sie! Andere essen da? bittere Brot deS Exils. Wieder werden Gefallene„in fremder Erde" bestattet, nur daß jetzt die fremde Erde diei ßu« flacht, das Vaterland aber zum Feindesland geworden ist, dessen Grenzposten vor einem- Zuchthanfe sichen. Ein Friedhofsarbeiter stellt auf die frische Grabstätte einen Holzrahmen als Form für den Hügel und schaufelt ihn voll. Ringsum, im Glanze d«r FrühlinaSsonne liegt das Land, das „Ausland", tn daS der Tote hier geflohen war. vlutüberstpömt, zerschlagen, mißhalmelt, geflohen vor seinen„Volksgenossen". Osterglocken läuten übers Land. Vom Milleschaner bis heran anS Erzgebirge klingen sie und jenseits der GebirgSmaner klingen sie- weiter durch Deutschland. Sie verkünden dir..alte Osterbosschaft der Auferstehung. Wann werden diese Toten anfetstehen? AlS Rächer.. J.. Seite 8 Sainttag, rr. Aprll 1933 srr. 85 PRAfiER ZEITUNG volle Gerichtssaal in der )as Bekenntnis zu wahrer deutscher Kultur 1. ist zuoleich Protest sesen die Hunnendiktatur! 2. Der Film Kunst und Wissen Aus der Partei 24. den bisherigen Proben teilnahmen, ist Pflicht! Vereinsnadiriditen Snort' Stiel ♦ Körperpnene der und England-1 Menschhe t hat aber einen großen Kultursaktor mehr mit 3:8. verloren. Und wir, die wir zum größten Teil auf Süd an. I den Import des deutschen Film» für unser« KinoS Vezirk-orgaaifatio» Prag. Montag, April, 8 Uhr abend-, Gewerkschaftwichtige Sitzung der Akbelter-Ravsahrer-Stasette Grün bei«sch—Aussig a. E. Anläßlich de- an beiden Ostertagen in Aussig statlgesundenen Bundestage- des Arbeiter-Rad- und KrajtfahrerbundeS wurde über Anregung der westböhmischen Mitglieder eine Radfahrer st afette, ausgehend von Grün bei Asch nach Aussig, organisiert. Der Zweck der Stafette war, einerseits den versammelten Delegierte« die Treue und Verbundenheit aller Mitglieder zur Organisation zu zeigen, andererseits in aller Oeffrntlichkeit für die Wahrung und Förderung des fportl:chen Charakter- unseres Bundes einzutreten. In knapp zwei Wochen wurden von den. beteiligten Kreisen, 2. und 3., die Vorarbeiten getroffen. Di« Schlagkraft der Organisation bewältigt« dtese Arbeit glänzend. Die über 210 Kilometer lang« Strecke wurde in der kurzen Zeit von 6 Stunden und 10 Minuten durchfahren. Troy de- strömenden Regens waren Hundert« Mitglieder auf den Beinen und Rädern, sie ließen sich nicht abhalten, sie all« mußten dabe' sein, dem Bunde Grüße der Solidarität und der Treue zu übermitteln. Wenn sie auch per- sönlich nicht an der Tagung teilnehmen konnten, so haben str doch ausgezeig», daß sie di« Bedeutung einer solchen Tagung einzuschätzen wissen Die sportliche Leistung war mehr als zufriedenstellend Die Stafette wurde mit einer Siunvengeschwind gkei« von 83 Kilometern trotz des ungünstigen Wetters befördert Bon dieser Stelle au- sei allen Mitwirkenden Anerkennung und Dank ausgesprochen. Um 10 Uhr 18 Minuten wurde die Stasettenhülse— eine Bor- verradnabe— im Verhandlungssaale dem Präsidium übergeben und enthielt selb« Begrüßungsschreiben nachstehender Organisationen: Kreisvertretung Karl-- bad, Bezirk-Vertretung Asch der TSAP., VI Kreide» ATUS., 1. und 3. Krr- des ARUK., I und 2 Bezirk im 3. Kreis des ARUK und 1. Bezirk des l. Kreises des ARUK. Die Schreiben, welche zum Teil künstlerischen Bildschmuck aufwiesen, enthalten Ausdrücke der Verbundenheit mit den Bestrebungen de- ARUK und Glückwünsche zum Bunde», tage. D>e Mitglieder de- ARUK haben durch diese Leistung erneut bewiesen, daß sie voll und ganz hinter ihren Funktionären und denk Bunde stehen und daß sie Leistungen zu vollbringen imstande sind, an die keine andere Radsportorganisation Tschechoslowake- auch nur denken kann. BUrtarllcIiar Sport. SK. Rachod verlor auch sein Weite- Spiel, da- er in Heovil au-trug, und War Der Sieger g'Höri der dritten L'gadivifion Landausbau de» Hakenkreuze»),„Deutsche Kraft",„Bon Feinden umringt", dasind so die-Hauptpunkt« der neuen Erzeugung. Schon macht sich im Ausland Widerstand geltend: Frank- Äich» Filmhandel will keinen deutschen Film mehr hereinlasien und har sich offiziell für den Boykott der Ufa ausgesprochen, di« Nachfolgestaaten dürften sich anschließen und auch der Balkan und die Nord- staaten werden absallen. Da» wird da» Ende de» besten Film» der kapitalistischen Kulturwelt sein: Pabst, Oswald, Lang, Wiene, Lamprecht, Siodmak sind Regienamen, dir unvergeßlich sind. Sie auszuschalten, ist für dir Kultur der Menschheit nur zu bellagen: daß keiner von ihnen persönlich die Möglichkeit hat, dem Diktat der braunen Bestien, zu entgehen, daß man sie au» dem deutschen Zuchthaus niemals mehr hinau»- lassen wird und ihnen jede» Handeln außerhalb Deutschland», jede Arbeit, die der Beschränktheit deutscher Zensur entgeht, al» Verrat am Volk anrechne« wird, sind die Gründe, warum der Film nicht mehr mit ihrer wertvollen Arbeit wird rechnen können. Was sie setzt unter dem Diktat des Fasci»- mu» und gnadenweisc werden nach Maß herunterarbeiten müssen, kann technisch mehr oder weniger gelungen sein, wie di« italienischen Filme; die MeitminelMaft dentlLu proletarischer droanlMnen In Prag. Ortsgruppe de» Arbeitervereine»„Kindersrrvude" i« Allgem. Augestrllten-verband, Prag. Die Exkur. ston in» Podoler Wasserwerk wird verschoben.— Nächste Ausschuß-Sitzung am 5. Mai, Freitag, „Urania". den hau-, wichtige Sitzung der Bezirk-Vertretung. Beginn pünktlich 8 Uhr. Teilnahme aller Mitglieder de» Bildung-au-- sch-usse» notwendig. Augenvbewegnns. Arbeitsgemeinschaft„Bert Brecht". Um di« Aufführung zu ermöglichen, ist«» unbedingt nötig, zu allen Proben zu erscheinen und sich mit größtem Eifer der Dach« anzunchnie». Di« Aufführung soll nicht an der geringen Teilnahme de» Chore» cheitern! Wir fordern daher alle Genoffen, di« an einer Aufführung diese- Schauspiel» interessiert sind, auf, heut« um 23 Uhr im CafS„Continental", Hintergeböud«(2. Stock), zu der dort stattfindenden Probe zu erscheinen! Da» Erscheinen aller derer, dir an Keiner, der die deutsche Kultur gegen den Einbruch der braunen Horden verteidigen will, fehle in unserem MAI-FESTKONZERT am 30. April. HU» U Pnier LKMspielh&nseri bi» einschließlich Donnerstag, de« 27. April. Wrau-Urauia:„Fünf von der Jazzband."— Adria:„Der Adjutant Seiner Hoheit.'— Alsa: „Und die Sphinx spricht..."— ver-nek:„Der Paradle-vogel."— F-nix:„Der Adjutant Seiner Hoheit."— Flora:„Der Paradiesvogel."— Gaumont:„Die Unschuld vom Land«.'— Hollywood: „Die Galavorstellung der Fratellini," — Hvezda:„Der Adjutant Seiner Hoheit."— Juli-: „Milady."— Kimm«, B.-TH.: Journ., Report., Arole-ke. Ab hold l bis halb 8— Koruna:„Die Galavorstellung der Fratellini."— Kotva:„Paris liebt und jubelt!"— Lueerna:„Paris liebt und jubelt!'— Metro:„Ich und di« Kaiserin."— Olympier„Da» Geheimnis des Lebanon»."— Passage:„Ich und di« Kaiserin."— Praha:„Da» Geheimnis d«S Lebanon».".— Radio:„Baby."— Skaut:„Mein Leopold.'— Svötozor:„Dia Unschuld vom Lande." — Alma:„Di« Veilchen der Kaiserin Eugenie."— Adio«:„Die Herren vom Maxim."— Baikal:„Dar Geheimnis der gelben Zimmers."— Favorit: „Baby."— Kapitol:«Der träumendeMund." —' Konvikt:„Dr«i Musketier«.'— Lido:„Das Fensterchen."— Louvre:„Der Paradiesvogel." Raeeiika:„LiebeSquartett."— Perstyu:„DaS Fensterchen."— Roxy:„Baby."— Bald,!:„Baby.'— FiloiteutWaUtis Erneuerung. Einen grandiosen Erfolg haben die neue» Herren der deutschen Unkultur schon zu verzeichnen: die Nerosilm ist im Konkurs. DaS ist«ine der verbrecherischen Firmen, die den„Novrmbergeist" in der ganzen Well berühmt gemacht haben:„Drei- groschenop« r",„Kameradschaft" und „W e st f r o n t 1018", die jetzt verbotenen be- «heidenen Werke e.neS neuerdings nicht al» deut» cher Künstler anerkannten Manne» namens Pabst ind die Mißgriffe gegen da» deutsche Volk, welch« von den neuen Meistern seiner neuen Kultur nicht verziehen werden können. Ziie sind nicht im Glauben an di« Seligkeit des Kasernenhofe», de» Hakenkreuzes und seine» KonrentralionSlagerdufte« erzeugt, sie haben„nur" die Preis« säst aller Kunstakademien der Welt errungen und damit(allerdings an durchaus rassenmäßig verseuchten Stellen) dadeutsche Ansehen soweit, gebracht, daß man an seinen Wilhelm ll. zu vergessen bereit war. Da» ist nun nicht Reklame im Sinne de» Herrn Göbbel»:. sein« Pogrome erregen viel größeres Aufsehen und machen den deutschen Namen noch viel mehr berühmt. Darum ist ein Pabst oder gar Fritz Lang in Ungnade(Lang ließ sich allerdings al» rassenre n erklären) und die Nerosilm mußte daran glauben, indem man ihr den letzten Film, da»„Testament des Dr. M a b u s«", Regie Fritz Lang, einsach verbot. Damit ist gesagt, daß dieser Film auch niemals mehr in der Welt gezeigt werden darf, damit die andere Menschheit von der Hakenkreuzrrei nicht ein falsche» Bild bekommt. Wa» Herrn Göbbel» wider die Bisage geht, ist der Welt nicht zu zeigen: man wird ihm eigentlich für dies« Aufrichtigkeit dankbar sein müssen, die wir' besten» durch da» ziemlich komplette Produktionsprogramm de» erwachenden wutschen Film» illustrieren:'„Blutende- Deutschland"(mit Unterabteilungen„Polen» Raub",„Schmachfriede",„Schwarze Schmach"), Hindenburg"(im au»schli«ß- lichen Verleih der„Vaterländischen Filmverleihgesellschaft"),„Ein Traum am Rhein". Et gibt nur einen deutschen Rhein.„Deutschland lebt",„Schwelend« Feuer"(«in Werk aut Ostpreußen, ob mit oder ohne. Unterstützung der Osthilfe, ist unbekannt),„Kampf im Ruhr- gebiet"„Helden hinterm Pflug" lder angewiesen waren, werden uns entschließen müsien, den amerikanischen in» Land zu lasten, auch wenn sein« Produzenten nicht tschechisch« Schundsilme werden erzeugen wollen;'der Phrase von bei Freund- schäft zur angelsächsischen und französischen Kultur wird nun di« Tat folgen müsten. auch gegen den Willen der hiesigen Fikmherrn, die bisher mit der U f a verbunden waren. Tenn wa» waren die alten vaterländischen Film« der Ufa, etwa„Bork" oder „FredericuS Rex" oder„Da» Flötenkonzrrt von Sanssouci" gegen den jetzt projektierten„Florian Gayer", der, wie die Reklamen verkünden, aber auch garnicht» mit dem gleichnamigen Drama von Hauptmann zu tun haben wird... W. L. Erstausführung:„Mensche« im Hotel" von Bicky Baum am Mittwoch. Regie: Liebl; Hauptrollen: Hercha v. Walter a. G., Andergast, Bertram, Har- precht, Musil. Taub, Ball etc.(B 1, Abonnementgutschein« gültig.)— SamStag in der Kleinen Bühn« Erstausführung:„In jeder Ehr"(Tbe Iove gatne) von Chesterton und Reale. Regie: Juliu» Wellner a. G. Wochenspielplau d«s Reu«« Deutsche« Theater». SamStag, 1A Uhr:»Am W«iß«« Röhl."— Sonntag, 11 Uhr: Kammermusik; SA Uhr: „Mädchenjahr« einer Königin"',?^ Uhr: „Eitze F r a u, d i« w e i ß, w a» s i e w t l l"(B 1). — Montag, 7A Uhr:„Glückliche Reise." (A. A.) Bollstümliche Borstellung.— Dienstag, 7X Uhr:„Rigoletto"(A 1)..— Mittwoch, 7A Uhr:„Menschen im Hotel", Erstausführung(B 1).— Donnerstag, VA Uhr:„Mädche n- jahr« einer Königin"(C 1)..— Freitag, TA Uhr:„Falstaff"(D 2).- SamStag, 7A Uhr: „Ei n e F ro u, di r wei ß, w a» s i« w i l l.'(A. A.) Wochenspielplan der Klein«« Bühn«. SamStag. 8 Uhr:„Madame hat AuSgang."— Sonntag, 7 A Uhr:„Sch o l te n ri ng",. Ensemblegastspiel Gisela Werbeziel.— Montag, 8 Uhr:„Schot- tenring", Ensemblegastspiel Gisela Werbezirk. — Dienstag, 8Uhr:„Wetter veränderlich."-^ Mittwochs 8 Uhr:„M adamehat AuSgang.'— Donnerstag, 8 Uhr:„Salon Pitzelberger"; „Die schöne Galathö«.— Freitag, 8 Uhr: Komödie der Irrungen."— SamStag, 7A Uhr:„In jeder Ehe", Erstausführung. Vie richtige Brille Optiker.Deutsch Prag IL, Prikopy, Palais Koruna. Der Reichstagsbrand. Zu den Veröffentlichungen de»„Populaire" über den Brand deS deutschen ReichStagSgebäudft wird uns geschrieben: Bei allen Mitteilungen ist di« sehr merkwürdige Form deS HörberichteS, welchen der deutsch« Rundfunk am Tage nach dem Brand« zur MittagSzelt gebracht hat und den er für jo wichtig hielt, daß er iHn noch am selben Abend wiederholte, nicht erwähnt worden. Der Inhalt war damals schon sehr auffallend und tst jetzt nach den Veröffentlichungen noch auffallender. ~ StageS, der am Mikrophon — Barmmaartlicher Rtttftm* Dr Saul ettai|, Via«— Druck:.Rata' Hl geltnaa. und Buchdruck, Bru«.— gür dr, Druck uerantwortllch: Otta MU; n Trlah St 18.8OO/VII.1MO dawmtar— B«»,,sd«»i,aim,r,: Ort Aulttlluna>n« huu» Uder ta'Ociua durch kte Daß«dttaUich U 18, atrrtettitzrNch U Im» MÜt kta*M, N8nm WettaitiiMM Wimarachlatz.—«üchicüuu» m»«PU»«, nfaiet Mt M Etelw»,», da, lUMuaaiaa, Sine Aerzt n als Opfer eines Autowildlings. Prag, 21. April. Bor dem sog.„A u t o s e n a t" (OGR. 8 y k o r a) wurde heute eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den Re.senden Josef S t ä t n i k verhandelt. Ter 23jährige Angeklagte harte erst im Oktober v. I. den Führerschein erhalten. Am 29. Oktober forderte die sträfliche Unvorsichtigkeit des jungen Mannes bereit»«in Todesopfer. In den Abendstunden diese- Tage» fuhr er mit jenem Wogen, der, nach Aussage des Angeklagten, noch dazu etwas defekt ist und besten B o l a n r vor allem nicht einwandfrei funktioniert, aus der Straß« von B o k o- v i e e nach Prag, und zwar mit rasender Geschwindigkeit, di« er auch nicht mäßigte, alL er in den Bereich der elektrischen Straßenbahn kam. Er gab auch keine WarnungSzcichcn. Bei der Haltestelle der 23er-Linie„Na scky ree" wartete die Aerztin Dr. Sofie Cendrlin auf ein«n Wagen. Da» hcranrasrnde Auto erfaßte die Unglückliche derart, daß sie aus die Kühlerhaube gehoben wurde. Beim Lokalaugenschcin wurde festgestellt, daß sie 23 Schritt« in dieser Lage blieb, dann fiel sie vor di« Räder. Ter Angeklagte hatte nach dem Unfall seine Geschwindigkeit nicht verringert und blieb erst in weiter Entfernung stehen. Die Ucberfahrene wurde auf di« Klinik Schlosser übcrgeführt, wo sie am nächsten Tag ihren Verletzungen erlag. Die Verantwortung de» Angeklagten lautet« dahin, daß er nicht übermäßig schnell gefahren und die Verunglückt« selbst in da» Auto gelaufen sei. Die Zeugen überführten:hn jedoch de» Gegenteil-. Er wurde zuvierMonatenstrengcnArreste», bedingt auf drei Jahr«, verurteilt— gewiß eine milde Strafe bei einem solchen Sachverhalt. rb. Der Beamt« de» Reichstag« sprach, erklärte sein baldige» Eintreffen beim Brande sehr merkwürdig. Er wohne in einer Ein» bahnstrah« und habe darau». daß damals spät abend» die AutoS bei ihm in verkehrter Richtung vorbeigefahren sind, sogleich gefolgert, daß eS irgendwo brennen müsse und sei in» Reichstag», aebäude geeilt, wo es ichon stark gebrannt habe. Dieser ahnungsvolle Engel! Dort sei seine Hauvt- orge die Rettung wertvoller Gobelin» gewesen und am Wege dorthin hätten sie einen halbnackte» flüchtenden Mann festgenommen. Doch erzählte er kein Wort von dem kommunistischen Mit- SliedSbuche, da» dieser Mann in der Tasche ge« abt haben und welche» bei der Festnahme vor- gefunden worden sein soll. Nur so nebenbei sprach er von der Festnahme, nm sich gleich wieder über die Rettung der Gobelin» auszulassen. Dann kam der städtische Branddirektor zum Mikrophon und erzählte, daß der Brand zugleich von vielen Stellen ausgebrochen sein müsse. Und wi, plump dir Regie dies«» HörberichteS angelegt wurde! Da hieg e» weiter:„Gerade kommt der Presse- chef d«r nationalsozialistischen Partei vorbei, wir wollen ihn auch an» Mikrophon bitten. Herr Major, Sie sind doch ein alter Parlamentarier, wa» ist Ihre Meinung über den Brand?" Und der legt gleich loS:„Tas ist Moskau, und hält ein« Pauke gegen den Kommunismus. Und nach ihm kam ein Regierungsrat, hetzte unter dem Ansporn, das Bürgertum vor der Furcht weiterer' Brande beruhigen zu wollen, gegen Sozialdemo« traten und Kommunisten und teilte sofort die BersammlungSverboie und Preßverbot« aller sozialistischen Parteien mit, sowie di« anderen Unterdrück« ngsmaßnahmen. Schon dieser Hörbericht mußte bei jedem aufmerksamen Hörer den Verdacht erregen, daß der Brand von Nationalsozialisten hervorgebracht wurde, welcher Verdacht durch di« späteren Feststellungen zur Sicherheit erhoben ist. Prag. Samstag, de» 22. AprU, um halb 8 Uhr abend» im Saal de»„Odborovy dum", Pertty«, DortrnadaPenS. E» sprechen Alois Jalkotzy, Sekretär sozialistischen Erziehung»- Internationale Gemeinderat, Wien, über: „Der Kamps um das Kind In Oesterreich" und einer der hervorragendsten Kulturpoliiiker über: „Die gesellschastlich« Funktion der Erziehung". Di« Borträg« werden von Darbietungen der „Roten Falken" und der Sozialistischen Jugend umrahmt Dir erwarten eine Massenbeteiligung! Bezirmereln Arbelterfürsorge, Prag. Kuratorium für^zialiftische Flüchtling»- M dm Aeril dkl MÜM«! Genossinnen und Genossen! Zehntausend« Vertrauensmänner der Arbeiterbewegung und Kämpfer für Freiheit und Sozialismus hat der FasciümuS in Deutschland in Konzentrationslager gesteckt, um Brot und Existenz gebracht, Tausende bestialisch gemartert und viele zu Tode gequält. Eine große Anzahl reichsdeutscher Genossinnen und Genosse« sind, um grausamsten Qualen und dem siche«» Tode zu entgehen, in» Ausland^flüchtet. Biele von ihnen kanten in die Tschechoslowakei und nach Prag. Hier sehen sie sich nun, aller Mittel entblößt, ohne Wohnung und ost ohne Kleider und Wäsch«, der bittersten Not auSgeliefert. Dir müsse« diese« Opfer« de» FaseiSmus helfen! Dir müssen Zeigen, daß un» di« Solidarität kein leere» Dort ist, sondern selbstverständlich gern erfüllt« Pflicht! Der Bezirksvcrein Arbeiterfürforge hat die Aufgabe übernommen, die Hilfe für di« reichsdeutschen Genoffen, die nach Prag kommen, zu organisieren und mit der Durchführung der Hilfs- aktton da» unterzeichnet« Kuratorium betraut. Wir benötigen dazu: Geld. Spenden sind aus da» Konto Nr. 98.889 rinzuzahlen oder bet der Kassa de» Bezirk-Vereine»„Arbriterfürsorge" zu erlegen. Quartier«:«) Wer ist bereit,-in Freiquartier zu geben!(Sitte angcbcn, für welche Zeit.) b) Wer kann gegen Ersatz der Selbst, kosten oder geringe« Zin»«in Zimmer ab» treten?(Bitte angeben, für welch« Zelt und zu welchen Bedingungen.) 3. Freitische.(Bitte angeben, für welche Zeit.) 4. Kleider und Wäsch«. Di« erbetenen Angaben und Sendungen sind an den Bezirk-Verein„Arbeiterfürjorge", Prag II., Nekazanka 18, zu richten. Genoffen und Genossinnen, wir find überzeugt, nicht vergeblich an Euer Solidaritätsgefühl appelliert zu haben und danken Euch im Vorau». Freundschaft! Da» Kuratorium für Flüchtlingösllrsorg«, Prag. Richard Schönfeld«r, Marie Deutsch, Ernst Paul, Hilde F r a n z e l.