III*' V* V'M II Sonntag, 23 April 1933 in der gibt es nur die sondern Mvzelvreis 7V Heller. ^Einschließlich k Heller Porto) 13. Jahrgang. Die Innsbruck«, Arbeiterschaft hat sich in keiner Weise an dem Empfang des Bundeskanzlers beteiligt. mit dam alten bolskhetvistischen st raff st er Zentralisie« Kampfführung nicht überein- Dritte Internationale hat sich Die Gefahr m Oesterreich verschärft. Steierische Helmwehr Geht zu IIMfer Uber. Krise der Regierung Dollfuß? Wien, 22. April.(Eigenbericht.) Die österreichisch« Heimwehr, welche die Regierung Dollfuss ganz beherrscht, ist augenblicklich in voller Auflösung. Die Umschichtung, welche in den letzten Stunde» erfolgte, kann für die österreichische Politik von größter Bedeutung werden. Die größte Gruppe der Hrimwebr, der st e i r i s ch e verband, welcher auch über die beste Bewassnung verfügt, hat heute beschlossen, sich von der Heimwehr ahzuspalten und mit de» Hakenkreuzlern z u s a m m e n z u s ch l i e« ß«n. Die Heimwehr, deren Vertreter Regierung sitzt, hat jetzt kaum mehr als 18.001) Anhänger hinter sich. Aber auch innerl-alb dieses R.stcs allcrschwerstc Konflikte. Gestern fand eine Füh- rerbesprcchung statt, welche die ganze Nacht dauerte und m erregten Auseinandersetzungen führte. Eine Gruppe forderte den Rücktritt Starh c inb e rg s. Äticht einmal über dieses Bcrlangen konnte eine Einigung erzielt werden, so das; die Beschlußfassung bis zur näch sten Sitzung verschoben wurde. Am Regierungslager herrscht über dies« MAnüfl’ Dollfuß von inrnMtr Nationalsozialisten dberfallcn Propaganda für LoslOsung Huisteins von Oesterreich. Wien, 22. April. Nachdem der beabsichtigte Kougrc ß der bayrische»' und österreichischen Nationalsozialisten in K» f st c i w vereitelt wotzden ist, hat eine lebhafte Agitation sür die Lostrennung dieser Stadt von O c st c r r e i ch eingesetzt. Das nationalsozialistische Lokalblatt„Tiroler Grenzbotc" schreibt: „Der Ausnahms,zustand in Kufstein wird soweit führen, daß Kufstein aus dem österreichischen Staatsverband mistteten wird." und mit der iiatioualen Ostens. Mit beiden in an nacheinander Schwerin hat der deutsche evangelische Kirchenbund dir Gesamtvertretung der deutschen evan- gelischen Landeskirchen unter Berufung auf die feierliche Erklärung des Reichskanzlers über die verfassungsrechtliche Freiheit der Kirchen bei den maßgebenden RcichSinstanzen entschieden Per- ge- ..! A«n> Di« besten Dabei ist selbstverständlich jüngeren Kräften Raum- und Zuknnfts- möglichkcit zu geben. Die christliche Kulturidec, in deren Dienst wir stehen, zwingt uns, an alle Vertreter und Mitglieder höchste Anforderungen m jeder Hinsicht zu stellen. Heute ruht auf uns die Verpflichtung, einer großen lleberlieferung katholischer Wähler politische Wirksamkeit wahren. Die„Kölnische Volkszeitung" „unter völlig neuer Leitung." Dir„Kölnische BoltSzeitung" teilt in einer Erklärung mit, daß das Weitrrrrschrinrn des Blattes unter völlig ne»er Leitung sichergestellt ist. Dies sei dem rechtzeitigen Eingreifen katholischer Männer zu verdanken. DaS Blatt werde sich für de» Wiederaufbau deS nationalen Deutschland, die Kraft der katholischen Religion und Weltanschauung einsetzen. Ein staatlicher Kirchen Kommissar. .Von Zuständiger kirchlicher Stelle wird mitgeteilt: Gegen die Einsetzung eines staatlich c n K i r ch e^ n k o in in issärS in der"cvan- gelsch-Iutherischen Kirche" von Mecklenburg- Das Zentrum wird gaeichgesdraltet werden Berlin, 22. April. Die deutsche Z e n t r n m S- Partei erläßt folgenden Aufruf:„Zentrumsleute in Stadl und Land! Noch den Satzungen der deutschen Zentrumspartei sind die Parteiämter nach jeder Reichstagswahl neu zu besehen. Infolgedessen wird die Parteileitung in kürzester Frist die Länder-, bzw. Provinz- und Wahlkrcisvorsihenden und Generalsekretäre znsammcnrusen und die notwendigen Beschlüsse mit ihnen fassen.— Wer die Entwicklung des Deutschen Reiches seit seinem Bestehen kennt, wer eine Einsicht i n d i e heutige Lage hat und die Linien sür die Zukunft sieht, ist mehr denn je von der Notwendigkeit einer volksverwurzcllen echt konservativen Bewegung, wie sic die deutsche Z«n- trumspartei darstelll, überzeugt. Di«' Kräfte müssen sie führen. Seit der russischen Oktoberrevolution hat i kein politisches Ereignis- die Awboiterseele so I in ihren Tiefen aufgewählt, wie der Sieg der! deutschen Konterrevolution. Zur lodernden[I Empörung über das Henkerlverk des Ratto- i nalsozialisnius gesellt sich auch unter den klassenbewussten Proletariern dieses Staates die Entschlossenheit, aus der Tragik der deutschen Niederlage zu lernen und dem Ansturm der Reaktion hierzulande mit den äußersten und letzten Mitteln Widerstand zu leisten. Sozialdemokraten und Kommunisten sind im Reiche drüben getrennt marschiert und getrennt geschlagen worden, haben sich nach langem Brudcrkampf erst wiedergefunden in den Folterkammern, in den Kerkern und Konzentrationslagern des triumphierenden Fascismus. ?lnn, da in Deutschland keine sozialdemokratischen und keine kommunistischen Zeitungen mehr erscheinen dürfen, gibt es keine Polemiken mehr, da alle Versammlungen der proletarischen Opposition verboten sind, haben auch die öffentlichen Diskussionen aufgehört und Grabesruhe herrscht in den Arbeitervierteln, wo noch vor Wochen„Freiheit" und„Rot Front" gegeneinanderklaugen. Soweit man von subjektiver Schuld sprechen kann, ist offenbar— und jeder aufgeweckte Arbeiter fühlt es rein instinktmäßig— daß die mächtige, geschulte, kampferprobte deutsche Arbeiterklasse über ihre politische Zerrissenheit zn Fast gekonnnen ist. So ist denn durcl) die deutschen Ereignisse und durch den bekannten Ausruf der Züricher Internationale die Frage der proletarisch-marxistischen E i n- h e i t s f r o n t wieder ans die Tagesordnung gesetzt worden. Wie die Dinge in Mitteleuropa liegen, muß jeder ehrliche"Sozialist aus ganzem Herzen wünschen, daß cs diesmal ■ nicht nur bei einer akademischen Diskussion über den schicksalsvollen Gegenstand blei- 1 ben soll. Bon dieser durchaus positiven Einstellung ans ist es neNrendig, die offenen Borfragen nrit rücksichtsloser Aufrichtigkeit zu klären. Moskau ha't sich bisher geiveigert, nach dem Züricher Angebot direkt von Internationale zu Internationale zu verhandeln und läßt seine Sektionen ländcrweise Einheitsfrontanträge stellen, die bisher— begreiflicherweise — zu keinen praktischen Ergebnissen führten. Es ist schon daraus hingewiesen worden, daß diese Taktik Wg'" Grundsatz rung der stimmt. Die seinerzeit stolz als den General st ab der Weltrevolution liereichnct. Die 21 Bedingungen Moskaus, welche in der Spaltungszeit eine große Rolle spielten und die bis heute in Geltung sind, verlangen von jedem Kommunisten eiserne Disziplin seiner Landeszentrale gegenüber, aber auch lwinn- gungslose Unterordnung jeder Landesführung uitter die Exekutive der Komintern. So ist cs auch ast die Jahre hindurch gehandhabt worden. Nun sollen diese Grundprinzipien deS kommunistischen Organisationslebens nicht mehr gelten, jetzt auf einmal will MoSkan die schicksalsschwere Frage deS Gelingens oder Scheiterns der Einheitsfront den Zufälligkeiten der verschiedenartigen Landesvcrhältnisse überlasten? Das. widerspricht aller Erfahrung der Arbeiterklasse seit 1919. Lokal? Spaltungen— wie seinerzeit der Zwiespalt zwischen Radikalen nnd Gemäßigten in Oesterreich— können durch LandeSbercMngen überwunden tvcvden(Hainfelder Parteitag). Eine Welt- spaltung der Arbeiterklasse aber, tvie sie seit der Gründung der HL Internationale verhängnisvoll besteht, ist nnr durch ein neues weltumfassendes Einvernehmen zu überbrük- kcn. Wie kost die Arbeiterklasse zur Einigkeit kommen, solang« nebeneinander zwei Weltgeneralstäbe bestehen, die verschiedene Ansich ten vertreten, verschieden« taktische Methoden befürworten, die gleichermaßen von ihren Truppen Gefolgschaft fordern, jedoch einander widersprechende Weisungen anSgeben? Nicht e'rmnal den Brand einer elenden Dorfscheune kann nian ordentlich bekämpfen, wenn zwei' uneinige Feuerwehrkommandanten am Platze sind. Darum bestimmt auch jede Löschordnnng genau, daß es auf der Brandstatt nnr ein Kommando geben darf und tver cs zu. führen hat. Muß daS nicht jeder kommuni- stische Arbeiter zugeben? Wenn also die Haltung Moskaus sachlich unrichtig ist, so erhebt sich die Frage, ob sich dahinter Verlegenheit, oder ein neues Manöver verbirgt. Nnes muß gesagt werden: zur Ze i t de r S Pa l t u n g a rb e i t e t e M o s- kau viel prompter. Damals hagelte es nur so von Thesen und Aufrufen, bolschewistische Emissäre überschwemmten die Länder, wo es noch eine geschlossene Partei- oder Jugendbewegung gab. Sinowjew hat aus dem Parteitag der Unabhängigen zu Halle den Delegierten der deutschen Arbeiterklasse vier Stunden zngcredet, damit und tveshalb sie sich spalten sollen; heute, da das Proletariat Deutschlands dringender Rat benötigen würde, schtveigt er und die Komintern mit ihm. Man kann es beim besten Willen nicht als eine Hilfeleistung für die zu Boden getretene KPD ansehcn, wenn gemeldet wird, B e l a K u n sei zum Borsitzenden einer Kommission bcstellr worden, welche die Fehler der reichsdentschen koimnunistifchcn Parteiführung zu untersuchen hat. Dieser Bcla Kun, der nicht l ungarische Revolution versaut hat, nachher als Erster mit dem Extrazng das Weite suchte, ist gerade der Berufenste, über den eingekerkcrten Thälmann zu Gericht zu l sitzen. Ist das die ganze Hilfe der Komintern ' für die besiegte Koiimrnnistcnpartci Deutschlands? > Es scheint sich in diesen Tagen zu bc- i Wahrheiten, was Arthur Rose n berg über den Verfall der lll. Internationale in seinem gruudsachlichcn Buch über die Geschichte des Bolschewismus berichtet. Rosenberg, der selbst jahrelang zum engsten Führerkreis der KPD gehörte und den Betrieb in Moskau aus eigener Anschauung kennt, schildert treffend, wie die-Komintern seit ihren großen Mißerfolgen auch als Werkzeug der russischen Staatspolitik an Bedeutung verloren hat. Er schreibt». a.: „Zeit der Gründung der J11. internationale hatten die Bolschewik!»ersucht, in bestimmter Form den Gang der Weltrc»olntion zu becin- slnsjen, 1919 bis I92tt durch das direkte Vorwärts-' treiben der internationalen Kommunistischen Revolution, 1921 bis 1927 durch di« Etnheiis- frouttaktik mit den sozialdemokrattschen Arbeitern des Westens Freiheitsbewegung des Methoden war gescheitert. Darum hat die Lotvjetregierung dje nötige« Folgerungen gezogen. Zeit 192» verzichtet sie auf jede reale Beeinflussung der inler- nativnalen Arbeiterbewegung nnd der nationalen Freiheitükämpfe der kolonialen Länder.'Aber mau hält die Minderheit der internationalen Arbciier- schaft, die noch an Zowjetrußland glaubt, zusammen,, und sucht sie durch einen inhaltslosen Zchein- radikallSnins zu beschäftigen." Rosenberg erkennt die in Sowjctrußland geleistete Aufbauarbeit in großem Umfange an und zieht damus für die internationale Arbcitcrpolittk folgenden Schluß: „Aber gerade di« uationalrufsischen Erfolge der Bolschewik! mußten ihre internationalen Mißerfolge nach sich ziehen. Es ist doch kein Zufall, daß Sowjrtrußland leit 1921 unmiterbrochen vorwärtskommt, und daß die Kommunistische Internationale im gleichen Zei'- ranm»"unterbrochen zurllckgeht. Di« bolsche- wistischc Lehre und Methode war für das Rußland des Zaren ungeheuer Zwei Generalstäbe— eine Armee? Moskau sabotiert die Einheitsfront. Vorgänge außerordentliche Bestürzung, da der Heimwehrflügel in der Regierung, demzulieb« und unter dessen Druck Dollsnß den Rechtskurs «ingeschlagen hat, kein sicherer Koalitionspartner mehr zu sein scheint. HelmwclirtOlirer— Hitler! Ztvischen der österreichischen NSDAP und dem Steirischen Heimatschuh ist ein Abkommen geschlossen worden, in welchem der Hci- matschutz sich zu Adolf Hitler als Führer bekennt. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, daß beide Organisationen beschlossen haben, eine enge Kampfgemeinschaft auf allen Gebieten und„f ü r jeden Fall" einzngchcn. Die Angehörigen des dentschösterreichischen Heimatschntzes tragen neben ihrem Verbandsabzeichen am Stahlhelm das Hakenkreuz. Erscheint mH Ausnahme des Montag täglich früh. sr doiuoo u. Dnwaiuma! Brau u, anw-anw>»» r«i«ov.: 16703. risoo. moqnnbon.(at si uot)■ ssasa* voinquaami- 37344 maßgebenden RcichSinstanzen entschieden Wahrung eingelegt nnd sofortige Abhilfe fordert. nonster-Kommunlsteii- prozeO? Berlin, 22. April. DaS Reichsgericht beabsichtigt, wie die„Deutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, die Untersuchung in den zahlreichen schwebenden Höchverratsverfayren gegen Mitglieder der kommunistischen Partei zu einem großen einheitlichen Komplex zusammcnzufasseu. Man rechnet damit, daß die Untersuchung in acht bis zehn Wochen zum Abschluß gelangt, so daß dann die gesamten Hochverratsvcrfahren vom Reichsgericht behandelt werden können. In Frage kommen sämtliche Hochvcrratstaten, die im Zusammenhang mit dem Regierungswechsel in Deutschland stehen, also alle Verbrechen aus deni Zeitraum Jänner und Feber. Demnach würde auch das Verfahren wegen der Reichstagsbrandstiftung einbezogen werden. ES ist bisher, wie das Blatt härt, deshalb nicht so rasch(!) vorangekommcn, weil dir Beteiligten, vor allem die verhafteten Bulgaren, jegliche Aussage verweigern. Die„Verdachtsmomente" für eine Beteiligung des RcichstagSabgeordneten Torglcr haben sich angeblich„verstärkt"! Verholtet, erhängt... Lelsnitz(Erzgebirge), 22. April. Der K 0 m- Muni st Konietzny hat sich in seiner Zelle !>n Gefängnis erhängt. Berlin, 22. April. Ter auS Hannover verschwundene sozialdemokratische frühere Oberbürgermeister Le inert ist, einer Meldung des '„Lokal-Anzeigers" zufolge, gestern nachmittags in ! stelle ermittelt und in Sch u tzha f t. g e n 0 m- ' men worden. Innsbruck, 22. April.(Eig«» he. richt.) Heute nachmittags kam es bei der An« luvst des Buudrskanzlers Dr. Dollfuß, der nach Innsbruck kam, um vor den morgige« Ge- mti»L«ratswahs«n den Ehristlichsozialen an Mandaten zu retten, was zu retten ist, zu große« D«m 0 n st r a t i o n« n. D>e Nationalsozialisten haben den Bundeskauiler in großen Meng«« am Bahnhof erwartet und ibn. als er d«n Bahnhof drrließ. mit gellendem Pfeifen und P f n i. Rasen begrüßt. Dollsnß wurde von den Leuten unirinat und soaar persönlich attak» fiert. Ein Bursche schlug ihm den Hut auS der Hand. Tollsuß mußte den Platz ohne Hut verlasse« und konnte nur mit Mühe daS Auto der LandrSregiernna besteigen. Die Demonstrationen haben großes Aufsehen erregt. ■iiiiiiihiiiiiiiiiiiii II Geste 2 Sonntag, 28. April 1888. fit. 88. Der lapanisdie Vormarsdi eingestellt DOmzot zur Großen Mauer. Tokio, 22. April.(Reuter.) Die japanischen Truppe« haben den Befehl erhalten, die O p e r a. tionrn südlich der Großen Mauer einzustellen, da man hier der Auffassung ist, daß di« Grenz« von Iehol nicht mehr von den chinesischen Truppen bedroht wird und dies, genügend stark zuriickgeschlagcn worden find, so daß sich die Groh« Mauer ausserhalb der Reichweite der chinesischen Geschütz« befind«!. Ti« japanischen Truppen werd«« sich in der Richtung auf dir Grosse Mauer zurückziehen, wobei sie sicher sind, daß die Chinesen nicht wieder zum Angriff vor» aehen. Di« Japaner werden iedsch di« chinep'chen Trupvenabtellnnqen bombardieren, die auf neutrales Gebiet«indrkng«n. da» nach dem Abgang der Iapan«r entstehen wird. lapanisdie Sollen hesdiieBen einen rnsslsdien Zog. Moskau, 22. April.(Taß.) Au» Chabarowsk wird gemeldet: In der Station P o g r a- n I t s ch n a j a wurde durch« ne Grcnzabteilung ein Güterzug, der nach der Station Grodekowod«r Ufiurijsker Eisenbahn zurWe°- tersahrt nach Wladiwostok abzufert-gen war, an- gehalten. Di« japanischen Gendarmen der sogenannten mandschurischen Grenzabteilung koppelten vier leere Güterwaagon» und 18 leere |?istern«nwagen ab. Die Gendarnien versuchten > wird die Herzen deS internationalen Proleta- riatS gewinnen. Bei der Lösung dieser Auf- s gäbe sind die Sozialdemokraten der Rachbar- \ länder Deutschland» entschlossen jeden Rekord an Mit, Entschlossenheit und Attfopferung zu schlagen.. t' Die Züricher Internationale ist bereit, aus der Tragödie de» deutschen»Proletariats die klafienkampferifchen Lehren abzuleiten. Besteht auch bei der Moskauer Internationale diese Bereitschaft, dann mutz die siegbringende Einheitsfront erstehe». Glaubt aber die Komintern, weiterhin auf die Beerbung des FaseiomnS spekulieren zu können, daifzi wird das mit Spal« tnngSwerk,rügen geschaufelte Grab der deutschen Arbeiterfreihei^fwch-ihr Grab sein! nnssfischc Repressalien Segen England. Moskau, 22. April. Tav rnsiischr DolkS- kommiflariat für Autzrnhand«! hat heute alt. Antwort auf das englische Einfuhrverbot für di« Hauptartikel des sowjetrussischen Exporte» folgende Gegenmatznahme» getroffen: 1. wird verboten, Bestellungen nach Groh- Britannien zn vergeben oder dort Einkäufe zu betätigen; 2. wird verboten, sowjetrufiische Frachten anf Schiffen zn transportieren, die unter britischer Flagge stehen; 8. werden Restriktionsvorschriften für englische Güter im russischen Transitverkehr erlassen und 4. angeordnet, daß di« Benutzung der britischen Häfen durch Transit« und Reexportorgani. sationen der Solvjetunion möglichst einzuschrän- krn ist. Dies« Mahnahmen sollen für die ganz« Dauer des englischen Einfuhrverbote» in Kraft bleiben. Ferner wurden die bisherigen BorzugSab« gaben von britisch,» Schissen in Sowsethäsen sistiert; diese Schilfe haben nunmehr höher« Hafen, gebühren zu bezahle«. England limr miß sich handeln? London, 22. April. Das Reulerjcbe Bureau erfährt: Jin Hinblick darauf, das; durch das britisch« Embargo der größte Teil der russischen Einfuhr vom britischen Markt ausgeschlossen ist, würden di« zahlreichen Fall« ernsterer Störungen im Wirtschaftsleben, welche infolge des britischen Embargos entstehen könnten, wie man an offiziellen Stellen glaubt, dazu berechtigen, in außerordentlichen Fällen Sonderejnfuhrbcwil- l i g u n g e n zu erteilen. Verhandlungen Rnoiand- Spanien. Madrid, 22. April. Anfang» Mai wird eine Sowjetbelegation mit Ostragowski an der Spitze nach Madrid kommen, um einen Hande ISvertragvorzu bereiten und di« Verhandlungen über die Anerkennung Sowjetrußlands durch Spanien zu Ende zu fühven. Rußland hat Interesse am Kaufe von Eisenbahnniaterial und von Handelsschiffen aus den spanischen Arsenale». Spanien ist hauptsächlich an d.r Einfuhr von Petroleum, Naphtha und Holz interessiert. heitlichen internationalen Aktion vorbcreilcu müssen. Nach einer Meldung vom Bord des Touip- scrs„Jl de Franre", der Sonntag früh in New Aork«intreffen wird, erklärt« H e r r i o i, cr tverde bei den Berhandlungen den Franc vcrtrc- tcn. Die beabsichtige Abwertung deS Dollar» uw 50 Prozent würde gleichzeitig eine fünfzigprozen- tige Herabsetzung sowohl der inneren, als auch der Kriegsschulden bedeuten. Frankreich, da; unter der Inflation sehr gelitten hat, wünscht, daß da» befreundete Amerika von ihr verschviu werde. Die Besprechung zwischen M a c d s n a l d und Roosevelt, an der auch amerikanische und englische Sachverständige teiknahinen, dauerte bi» 12.45 Uhr. Ueber di« Besprechung wird cii, gemeinsame» Kommunique? wt offcntlicht, in dem e» u. a. heißt: Di« Hauptproblem« der Weltwtrtschalis. konserenz wurden eingehend besprochen,:'.'an beschloß, da» Studium dieser Probleme in«rltrr Linie den Sachverständigen zu überlassen, die ihre Erörterunaen heute nachmittags ausnrh, men und sie am Abend fort scheu werden. Tie Iraae der Kriegsschulden wurde bei den Besprechungen zwar auch erwähnt, doch lee.e Roosevelt den Hauptakzent aus die International« WährnnaSsituation. Er betonte dabei nachdrücklichst, daß ein« generelle Herabfcftunq der Gold-Deckunq für all« Währungen di« Emission neuer Banknoten ermöalicheu und damit die Heraufsetzung der Warenpreise ermöglichen könne. Da» StaatSdrvortement richtete an d'e amc- rilan'^chen Botschafter in London. Pari». Rom und Berlin ein Telegramm, in dem es heißt, daß da» Ausgeber» des Goldstandard» n'cht die Erzielung besonderer Vorteile kür Amerika, sondern ein« allgemeine Verbesserung der Warenpreise bezwecke. 500 Millionen Donar Ifir Är&cl's?osenW€. auch zwei Lokomotiven der Ufiurijsker Linie mit der Motivierung vorhandener„technischer Mängel" anzuhalten. Bei der Abfertigung in der Station Pogranitschnaja nach Grodekowo besch os- s e n japanische Soldaten eine Lokoniotive des Eisenbahnparks der Ufiurijsker Linie. Der Stationsvorstand in P.'gran'tlchnaja händigt« so'o« dem Chef der mandschurischen Abteilung einen schriftlichen Protest gegen die Handlungen der Grenzabteilung ein, die da» bestehende Uebereinkommen nr't der ostchinesi'chen Eisenbahn auf der Ussuriilker Linie verletzen und eine direkte Einmischung in die technische Arbeit auf dieser Linie darstcllcn. stlaraonald del KosseveN. Die tfrlcgssainiaen wurden ,«ad9 erwähnt*. Washington, 22. April. Macdonakd wurde bei seiner Ankunft in Washington ein sehr herzlicher Empfang zuteil. Pressevertretern gegenüber erklärte er, cs sei die dringendste Sache cm gegenwärtigen Augenblick, die Welt au» den wirtschaft- cchen Schwierigkeiten herauSzuführen. Man müsse dir Hindernisse, die sich dem Handel im innerstaatlichen wie auch im internationalen Verkehr in den Weg stellen, auS dem Wege räumen nnd so Millionen Arbeitslosen die Hoffnung auf Arbeit zurückgebcn. Da für die Verhandlungen mit Roosevelt nur kurz: Zeit zur Verfügung stehe, könne man nicht erwarten, zu einem definitiven Abkommen zu gelangen; man werde zunächst den Weg einer e!n- Mashington, 22. April. sRrntrr.) DaS Repräsentantenhaus billigte einen Gesetzentwurf, bie sogenannt«„Wagner-LewiS Bill". Durch diesen Gesetzentwurf wird den Staa'en ein Betrag von 508 Millionen Dollar für Arbeitslosen« Unterstützung zur Verfügung grstellt. Varls wr WeMwirtsnal’s- Konferenz nnd für allgemeine Rückkehr zum Goldstandard. Pari», 22. April.(HavaS.) Nach den Darlegungen de» Ministerpräsidenten Ta lädier beschloß da» Kabinett, sich dafür einzusctzen, daß dl« WelNoirtschaftskonf.rcnz möglichst bald cinberufen werde. Finanzminister Georges Bonnet erklärte Pressevertretern, Frankreich wünsch«, daß alle Staaten ehestens zum Goldstandard zurückkehren. Frankreich selbst habe keinen Augenblick an ein Äerlafien de» Goldstandard» gedacht. 0er neue Waifensffimugge’. Paris, 22, April.„Populairc" fordert, daß die Gesandten Frankreich», der Tschechoslowakei und Rumänien» in Sofia um die Ausarbeitung eines genauen Berichtes betreffend die rumänischen Meldungen über italienische Waffenlieferungen nach Ungarn über Bulgarien ersucht werden. Das Blatt hält di« Enthüllungen des rumänischen Blattes für wahr. fortschrittlich. Aber st« war reaktio- n ä r für di« westlichen Jndusirirlän» der, wo die bürgrrltchr Revolution im wesentlichen vollende! itt. wo die B v>«rn»ich! mehr d«r maßgebende Teil der Bolkümajsetz sind, und wo das Prolclariat schon gelernt hat, seine Organisation selllt austnbauen und zu regieren." Bedeutsam ist. daß Rosenberg diese Kritik nicht etwa vom svzia ldeniokralischeu Partei standpunkt ans übt, sondert» nach den» ganzen Inhalt seines Bltches beiden proletarische»» Richtungen mit kritischen» Verständnis gegenübersteht. Diese Urteile seien angeführt, nicht uni alte Streitfragen aufzntvärmen, sondern»in Illusionen zu zerstören, di« nicht nur der Sache der Einheitsfront, sondern auch der Krafcnlfaitung gegen den FasciZmuS hindernd sein könnten. Tas Rußland vor» 1088 ist»richt mehr das Rußland des Jahres 1920. DaS revolutionäre Rußland wagte sogar einen — allerdings mißlungenen— Offensivkrieg' gegen Polen, um zu den Revolutionslrerden in Mitteleuropa Vorstotzen zu können. Es holte ungarische Revolutionäre aus den» ZuchtlwuS, indem es gefangene ungarisch« Offiziere als Geiseln behielt und später auStauschte. DaS evolutionäre Rußland von hente liebt keine Abenteuer mehr. Es will seine Errungensck-af- ten nicht wegen auswärtiger Händel in Gefahr bringen. Es hat derzeii viel eigene Sorge»»: Wirtichaftssorgen, Nahrungssorgen, eS furchtet auch einen Ucberfall d«S japanischen IinperialiSmuS. Deshalb schließt eS im Westen »nöglichst viel AntikricgSpakt« ab. Mit England riskierte Stalin noch ein klein«» Zerwürfnis, weil er den laufenden Sabotageprozeß für iitnere Zrvcckc brcnlcht. Aber Hitler wird Volt Moskau aus korrekter behandelt, als jeder sozialdemokratische Reichskanzler;»»vor. Di« Scheinwerfer der Tagespolitik beleuchten somst eine brutal« Tatsache, die bisher nur durch den Mythos der russischen Revolution verdeckt wurde. Sowjet rutzland ist zwar das ferne Ideal eines Teiles der westeuropäischen Arbeiter, aber es kann ihr helfender Bundes- genösse nicht sein. Heute sind das wacker« Fähnlein österreichischer Sozialdemokraten nnd die zwei sozialdemokratischen Parteien der Tschechoslowakei größere Hindernisse für die Bollsaseisierung Mitteleuropa» al» die außenpolitische Kraft der mächtigen Kommunistenpartei Rußlands. Die westeuropäischen Arbeiter müssen sich— das ist die Lehr« dieses Zu- standeS— allein ihrer.Haut wehren. Dennoch wäre ein Bündnis zwischen Zürich und Moskau von größter moralischer Bedeutung, ja vielleicht ein« Wiederherstellung der sozialistischen Offensivkraft in jenen AuSrnaßen, die zur Niederwerfung der Konterrevolution nötig sind. Aber im Warten auf die Einsicht Moskaus dürfen die letzten Inseln proletarischer Kampffrerheit nicht versinken. Biel Zeit zum Zögern und zum Bluf- fen ha» die Komintern nicht mehr, sonst wird die Einheitsfront im Westen ohne sie hergestellt sein: im geineinsamen EntscheidungS- kampfe von Sozialdenrokraten und Kommunisten gegen den FasciSmus. Heute kreisen die Gedanken der Arbeiter um Deutschland. Wer der deutschen Arbeiterklasse a,n tatkräftigsten bei der Wiedereroberung der Freiheit hilft, 84 |> MM MMM Nachdruck verholen. KARL UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Briumgraber Copjrigth b> bodoiau-Verl.fi, Frankfurt am M»ln 1833 kr*-rj Aber der Menschheit»var nicht» gegeben »rorden. Zu erkennen war nur, al» dir Sintflut sich verlaufen hone und di« neue Land''chaft der Zivilisation hcraufstieg, daß neben dein un» eurige Jahrzehnt« zuruckgeworfenen Deutschland Großbritannien in einer Art Tämnlerung lag, wobei«s Amerika über sich und Rußland augenscheinlich über alles hinausgchoben l>atle. Das ilneutrinnbare, die den Dingen innelvobnende und d!« Dinge verändernde Macht hatte sich»oei- tergcwälzt. Neber einen Widerstand himvcg^wie er i»i« erhört worden war. Mit-der Meng« Stickstoff, errechneten die Nationalökonomen, die in einer einzigen unentschicdenen Schlacht an der AiSne verbraucht worden war, hätte niehr als der halbe Koniineui vor einer Hungersnot bewahr» werden können. Mehr al» die Hälfte dieses 450 Millionen Menschen umfassenden Europa, in dem während de» Kriege» und in den ersten Jahren nachher fünf Millionen b»»chstäblich verhungerten. Die größte-Hekatombe hatte die Menschheit an» ihren» eigenen Flrisch in die Vernichtung geliefert. An der Grippe gingen m» Jahr 1918 zehn Millionen Menschen zugrunde und der Krieg, der di« Maximallebensdauer eines Soldaten an der Westfront, an der jeder dritte Mann siel, mit drei Monaten bestimmte, forderte 10,541.090 Tote. An Verwundeten wurden insgesamt 20 815.148 gezählt. Einer davon»var der Flie> gcroberleutnant und Ritter de» Orden» der Eisernen Krone Karl Lakner. Er halt« am 28. Oktober,«ine Woche vor dem Abschluß de» WassenstMstande» zivijchen Oesterreich und Jta- lien, einen Erkundungislug unternommen und war in dem Augenblick von der Maschinengewehr, ladung eine» Eaproni ersaßt worden, al» er eine» Bergaserbrande» wegen. mit abgestelltem Motor hinter den italienischen Linien niedrrgcgangen »var. Der Apparat hatte sich beim Aufprall«»» überschlagen und Karl war herausgeschleudert worden. Al» er sich seiner wieder bewußt wurde, lag«r mit einem Durchschuß der Lung«, de» Klagen», der linken Schulter und einer Kugel im l'uken Bein in eine»« Militärspital in Venedig. Die Aerzt« hatten wenig Hoffnung gehabt. Aber Karl war nach einigen Wochen so»vcit, nach Haus« schreiben zu können. Am 18. Dezember, al» in Trier der Waffenstillstand verlängert wurde, erhielt»Karl«inen Brief, defien Schrift ihm sr«n»d war. Ein« Nachbarin schrieb ihm: „Lieber Herr Karl. Ich sollt« eigentlich nicht Herr Karl schreiben,»veil Sie ja jetzt«in Offizier und Ritter von sind, wie e» sogar in der Zeitung gestanden ist, aber ich hab« Sie ja doch schon al» kleinen Bub gekannt und bin ganz untröstlich. E» heißt ein schweres Opfer tragen. Ich»nutz Ihnen zu meinem tiefen Leid mitteilen, daß Ihre liebe Fra»» Mutter krank geworden ist, an Grippe. Ich habe noch gesprochen mit ihr, sie soll zu-Hause bleiben u»»d sie ist dann am nächsten Tag auch nicht nrehr in di« Arbeit gegangen. Aber si« hat eine doppelseitige Lungenentzündung dazubekommen und da war wie bei so vielen jetzt keine Rettung mehr. Sie ist am 9. November gestorben. Ich war oft bei ihr drüben, aber gerade damals hab« ich mich um Kohle»» anstelle»» müssen den ganzen Tag, aber si« hat viel geschlafen di« letzte Zeit und es wird ihr leicht geworden(eilt. Wir sind alle untröstlich, denn sie war so ein« brave, rechtschaffen« Frau, der niemand etwa» Schlechte» nachsagen konnte. Ich habe gleich an Sie geschrieben, aber wenn Si« auch nicht gefangen gewesen wären, dauert ja jetzt di« Host so lange, daß mau gar nicht warten konnte. Am 12., wie gerade Revolution hier»var, ist der Leichnanl begrabe» worden. Ich kann Ihnen nicht schreiben, wie schwer es ist, daß ich Ihne»» da» mitteilen muß. noch wo Sie selbst verwundet sind, aber hoffentlich ist wenigstens Ihre Verwundung wirklich nur leicht und hoffentlich kommt auch Ihr Vater bald nach Hause. Von ihm ist noch keine Nachricht gekommen." Nun schrieb Karl an das Fliegcrabwehrkoin- mando in Alinissa, da» nicht mehr existierte. In der Wartezeit erfuhr er einiges über die tröst», losen Zustände bei der Auflösung de» österreichischen Heeres. Er wandt« sich nun an den Ober- leUtnant der Abwehrbatterie, defien Wiener Anschrift ihm bekannt»var. Mitte Jänner erhielt er Antwort: „Lieber Kamerad. 5>ch bitte Gott, Deine Vorahnung, die Dich um die„ganze Wahrheit" schreiben ließ, sei so stark aeivesen, daß sie Dich vorbcr«itet hat. Ich muß die schwere Pflicht an Dir erfüllen, Dir zu sagen, daß Dein Vater den Weg gegangen ist, den in Liesen Jahren unzählige Kameraden gehn mußten. Er fiel am 6. November von einer Gewehrkugel auf der Straße nach Tolmein. Wir reden wohj nicht zu Unrecht von einem unerforschlichen Ratschluß. Di« Situation dürfte di« gewesen sein, daß der Unglückliche von«inen» dieser tragischen Schüsse erreicht wurde, wie sie in jenen Tagen von den Jungen dort, di« sich der weggeworsenen Gewehre bemächtigten, zu Hunderten abgegeben wurde»». Von der vcrzwcifel- ten Unordnung des Rückzugs kan»» ich ja keine Beschreibung geben, sie war das Zermürbendst«, das wir erlebt haben. Trotzdem erfüllten wir an u»»sere>»l unglücklichen Kameraden unsere Pflicht. Er liegt nun auf dem Tolm«in«r Friedhof begraben." Am 17. Jänner wurde der Waffenstillstand zwilchen Deutschland und den Weltmächten gegen die Lieferung Von 58.000 landwirtschaftlichen Ma» schieneil und anderem abermals verlängert und am 14. Feber, unter neuerlichen Erpressungen, zum drittenmal. Am 28. Juni nahm Deutschland in Weimar das Diktat des Versailler Vertrage» an. Es verlor damit sämtlichc Kolonien — Dcutsch-Ostafrika, Kamerun, Togo, Dcutsch- Südwcstafrika, Neuguinea, Bismarck-Archipel und die Samoainseln—, Land von der sechsfachen Größe de» Reiche», mit 23 Millionen Menschen Ulfe einem Gesamtanßeiihaudcl von 470 Millionen Mark. Es verlor ferner alle Uehcrsee- anlagcn und allen Auslandsbesitz. seine-Handelsflotte und 20 Prozent seiner Binnenschiffahrt, 10 Prozent seines Gebietes, 10 Prozent seiner Bevölkerung, ohne das Saargebiet 10 Prozent seiner Kohle, 7f> Prozent seine» Eisens, 38 Prozent seiner Hochöfen, 10 Prozent seiner Eisen- und Stahlwerk«, fast sein ganze» Zink, alle Fernkabel und selbst da» Hoheitsrecht über le»ne Flüfle. Seine Wehrpflicht wurde abgcschafft, seine Armee auf siebe»« Infanterie- und drei Kavallcriedivisionen (l00.000 Mann) reduziert. Es wurde entwaffn,.': und mußte seine Befestigungen schleifen. Im Fall Helgoland, defien Ausbau 24 Jahre Arbeit und 875 Millionen Mark gekostet hatt». sah das»o aus. daß für die Zerstörung des Hwrns allein 20.000 Meter an Sprenglöchern und 190.000 Kilogramm hochexplosives Material notwendig waren. Insgesamt wurden hier 190.000 Kubik meter Zementmauerwerk in» Meer gesprengt. Dr Versailler Vertrag, der kein Vertrag war, weil er der einen Seite aufgezlvungen und von der anderen, wie sich noch erweisen sollte, nicht «ingehalten wurde, verfolgt« jedoch vornehmlich wirtschaftlich« Zwecke. Hatten di« in ihm vertrc- lenen 27 alliierten und assoziierten Mächte Gebiet« annektiert und selbst die zukünftig« deutsche Zollpolitik festgesetzt, um ihren über den Krieg ungewöhnlich angewachstmen und überkapitalisierten Industrien Märkte und Rohstoffmoriopole zu sichern. Fortsetzung folgt.) Nr. 96. Sonntag, 2». April 1993. Seit« 8 teti. Zum 1. Mai 1933. Manifest li tt« der und Ar- wir n a ch einer welche die Entloh- den.Knnd- des Internationalen GewerKschattsbundes und der gemeinsamen Landeszentrale Odborove sdmZenl CeskoslovensKe. An die gewerksdmltlldi organisierte Arbeilersdialt der Weill Der internationale Gewerhschaitsbund. Die Gemeinsame GewerKschaitszentrale Odborove sdruzeni ceskoslovctiske. Sie haben noch nicht genug! Der Tag“ verlangt weitere beweise. w liniere Mitteilungen über die Tätigkeit der SA. auf ischeck-oslowakischem Boden und die Mit. Wirkung tschechoslowakischer Nazis an dein Tun der Hitlcrbauditen ans reichsdeulschem hat dem „Tag" zunächst die Rede verschlagen. Er druckte lediglich untere Mitteilungen über die Vorgänge int Nuinburger Gebiet ab, daran die Bemerkung knüpfend, das; erst noch die Zugehörigkeit der von unS Genannte^ zur nationalsozialistischen Partei zu erweisen sei und daß jede böswillige Verleumdung des„Sozialdemokrat" von ihm vor den richten verantwortet tverden muß.(Wofür uns gerne bereithalten.) In der„Tag"-AuSgabe vom Samstag weist sich jedoch, daß die tapferen Herren in Redaktion ihre Courage wieder zurückgewouurn und sogar Mut zu neuen, wenn auch recht niedlichen, Gemeinheiten gefaßt haben. Am Freitag gelüstete es dem„Tag" nicht nach weiteren Beweisen, die wir für den Fall des Nnbcfricdtseins unserer Nazis angekündigt haben. Am Samstag jedoch verlangte er neues Material. Und wie wenn wir noch gar nichts geschrieben hätten über die Taten der Hitlcrban- diten auf tschechoslowakischem Boden, stellt er neue Fragen, die angesichts unseres Tatsachenmaterials ebenso naiv wie frech wirken. Besonders niederträchtig ist aber der Versuch des „Tag", die von uns wiedergcgcbenen Beweise als unehrenhafte Denunziationen zu diffamiere»; niederträchtig deshalb, weil uns„Der Tag", den wir vorher mehr als einmal ausdrücklich warnten,-zum Abdrucken dieser Beweise gezwungen hat. Was nun das Rechts- und Anstandsgefühl des„Sozialdemokrat" betrifft, das angeblich dadurch verletzt wird, daß wir gegen die Teilnahme reichsdcutscher Sozialdemokraten an unsere» Kundgebungen nichts cinznwenden haben, während wir die gleiche Handlung der Nazis bekämpfen, so ist dazu— obzwar„Der Tag" einer Diskussion über Anstand nicht würdig ist— zu sagen: Eü kommt immer auf daü Motiv des Handelns an. Demokraten dürfen in einer Demokratie deren Rechte in Anspruch nehmen, Feinde der Demokratie müssen sich damit ab- sinden, ihr trübes Handwerk gelegt zu bekommen. In Deutschland werden die Freund« der Freiheit in die Kerker geworfen, wird ihre Presse verboten, weil sie«S nicht verstanden, sich rechtzeitig der braunen Pest zu erwehren. Hierzulande geschieht den Totengräbern der Freiheit viel geringeres als unseren Brüdern im Reich. Was aber geschieht, das ist, wie di« deutsche Erfahrung lehrt, gerechtfertigt. Eines schickt sich für alle— auch in der Demokratie nicht. Wir zögern nicht, dieses Bekenntnis abzulegen: es ist das der Nazis, aber mit anderem Vorzeichen.-Diese Herrschaften, die nicht nur Rede- und Zeitnngsverbot« für die deutschen Arbeitcrorgamsationen für richtig halle», die es bejubeln, daß unter Anwendung der brutalsten Machtmittel jeder Arbeiter in die gelben Gewerkschaften gezwungen wird, um die freien zu vernichten, die Herrschaften, die sogar die Ermordung und Mißhandlung Andersgesinnter loben und als sittliche Handlungen preisen— sie haben kein Recht, darüber zu klagen, daß man sich ihrer Gesinnung und ihres Tuns wehrt, um nicht später die blutigen Folgen der Unlerlasstlng zu tragen. Die drei Fragen, die„Der Tag" stellt, dessen Willen geschieht' doch nichts in der NSDAP. Und die Kommandogewall über die sächsische SA., der die von uns Genannten angehören, untersteht so dem Herrn K i l l i n- ger wie die über die schlesische dem Fememörder Heines. Herr Killingcr weiß, was an der Grenze vorgeht, so wie es dem Herrn Heines bekannt ist. Haben wir behauptet, daß die Hitlertschcka direkte Verbindungen zn„kompetenten Personen" der sudetendeutschen DNSAP. unterhalten? Die pompetenten haben, als die Sache brenzlich wurde, unzweifelhaft alle sichtbaren Fäden mit drüben abgeschnittcn; aber die durch die Verhetzten, die. die an sie nnd ihre Hitlcrgesin» nung glaubten und jetzt— wenigstens nach außen hin— fallen gelassen werden, sic haben schon Taten gesetzt, die ebensowenig abznlcugnen sind wie die Wucht unserer Beweise zu verklei- uern ist. Wir werden diese Beweise übrigens fortsehen. „Der Tag", der nun eingestellt ist, wird nicht damit rekhncn dürfen, daß wir mit Rücksicht auf den neue» Zustand weniger energisch gegen den sudetendeutschen FasciSmus kämpfe» tverden. Nock) in seiner letzten Nummer hat„Der Tag" ordinäre Angriffe gegen Funktionäre der SPD. gebracht, die sich noch viel weniger wehren können, als cs die sudetendeutschen Nazis durch il)re bürgerlichen Sachverwalter kennen. Die feige Unanständigkeit unserer Nazis werden wir mit sb‘ geilt, unerbittlichem Kampf beantworten. lauten: Wo besteht ein SA.-AktionStruPP in der Tschechoslowakei? Wo sind die Beweise, daß diese Aktions- trupps unter dem Kommando des Herrn von Killingcr stehen? Welches sind die Namen ihrer sudetendeutschen Führer? Wo sind die Beweise, daß diese SA.-Ak- tionstrupps in Verbindung mit kompetenten Personen der sudetendeutschen DN2AP. stehen? Wir haben, dünkt uns, schon deutliche Antworten auf diese Fragen gegeben, bevor sie gestellt wurden. Wir haben nicht nur die Taten der Hitlertschcka schon ausführlich besprochen, sondern auch Namen ihrer Mitglieder genannt. Inwieweit diese in Verbindung mit der DNSAP. stehen, hat diese selbst und haben die behördlichen Untersuchungen zu erweisen. WaS wir über das Wirken der Hunnen auf unserem Boden und über ihre Spitzeltätigkeit wissen, macht nicht nur Herrn Killingcr, sondern auch andere Naziführer, in letzter Linie sogar den Reichskanzler schuldig.£ hne WHaSOHBaHMBMMIHHIBHnni Zwei folKcnauer Nazi führer verhaltet. Karlsbad, 22. April.(Eigenbericht.) Der nationalsozialistische Stadtrat H o f m a n n in Falkenau, bei welchem bereits vor 14 Tagen ein« Haussuchung vorgenommen worden war, ist gestern Abend verhaftet und dem Preisgericht in Eger überstellt worden. Die Verhaftung erfolgt« nach einer nhergcgangcnen neuerlichen Hausdurchsuchung. Der nationaliozialistisch« Sekretär Wirt, gegen peil ebenfalls ein Haftbefehl vorlag wurde heute gleichfalls festgcnommen und dem Egerer jtreisgericht eingeliefert. Die„Bohemia" wird frech. Wie immer, tvenn sie sich auss hohe Roß setzt, zieht sic„für das Deutschtum ohne Unterschied der Parteien" ins Feld. Diesmal hat es ihr die Verhaftung des HakenkrcnzlcrS K o h l e r t in M a r k h a u- f e n angetan, der z tvci Arbeiter UMS Brot gebracht hat, weil sie Sozialdemokraten sind. Die„Bohemia" hat oen Mut— der ihr sonst fehlt— unsere Feststellung als Denunziation zn bezeichnen nnd über die„Ertötung jeglichen nationalen Znsammengehörigkeitsge- sühlS" und darüber zu jammern, daß Deutsche gegen Deutsche gehen. Man sieht geradezu die Tränen über ihre demokratische Schminke rollen. Uns fechten die Krämpfe der„Bohemia" nicht an; tvir werde» auch weiterhin gegen die Hakenkreuzterroristen alle Mittel anwcnocn, welche uns zu Gebote stehen. In Deutschland wüten seit Wollten Deutsch« gegen deutsche Arbeiter, davon will die„Bohemia" nichts wissen. Ihr ist die Ehre, in Hitlcrdeutschland nicht verboten zu werden, lieber als das Risiko derjenigen, die Charakter bewahren und di« Wahrheit vertreten. Sic ist mit einem Worte ein waschechtes TemvkratcnblaU vom Schlage derjenigen, die„den gegebenen Verhältnissen Rechnung getragen" haben. Als solches werden wir sic auch allen wirklichen Demokraten »Denunzieren". Der Senat wurde für Dienstag, den 25. April uni 16 Uhr cinberufen. Auf der Tagesordnung steht lediglich eine Novelle zum Ge- wcrbegcsetz für die Slowakei. In dieser Sitzung wird der Außcinninistcr Dr. B e n e 8 ebenso wie vorher im Abgeordnetenhaus ein außenpolitisches Exposee erstatten. Die Debatte darüber, die im Abgeordnetenhaus« schort am nächsten Tage einsetzen wird, soll im Senat erst in der darauffolgenden Woche abgcführt werden, um dem Außenminister die Teilnahme an der Debatte zn ermöglichen. Schweren Zeiten gehen wir entgegen, die nächsten Aussichten sind düster. Aber die bciterklassc und ihre Führer werden aus der Tradition ihrer Bctvcgnng, aus ihrer Ueberzcngung nnd ihrem Glauben die Energie und die Kraft schöpfen, die nötig sind, nm alle Schwierigkeiten zu überwinden nnd den Gegner zu besiegen. * Die gemeinsame Landcszentrale Odborove jdruSenl Leskoslövenskö empfiehlt, daß sich die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter den Kundgebungen jener sozialistischen Parteien aitschließen, welche die Unabhängigkeit der Gewerkschaftsbewegung anerkennen, ihre Einheit nicht stören und die Forderungen der Gewerkschaften auf dem parlamentarischen Gebiete unterstützen. Bringet Eure sozialen und wirtschaftlichen Forderungen und Eure Sehnsucht nach dem Weltfrieden, Euren Widerstand gegen alle Gewaltmethoden, mögen sic von dieser oder jener Partei, von rechts oder links empsohlen werden, durch Arbeitsruhr mid mächtige Teilnahme an den Maikundgebungen zum Ausdruck! Stellet Euch auf die Grundlagen der politischen Demokratie, welche einen sicheren Weg zur Erreichung der wirtschaftlichen Demokratie bedeutet. Bringet Euren Abscheu gegen den FasciSmus. welcher zwecks Geltendmachung seiner Bestrebungen zu mittelalterlichen barbarischen Mitteln greift, bei den Kundgebungen mächtig zum Ausdruck. Der Fascismna rüst neue Kricgsgesahren und Völkermorde hervor. Gebet Eurer Sehnsucht neuen Wirtschaftsordnung, Arbeit' und ihre ordentliche n u n g sichert, durch dir Teilnahme an gebnngcn Ausdruck. Der 1. Mai soll gleichzeitig eiue Knndgebitng gegen die geplante Bee schlechternng der sozialen Fürsorge, usbcsondere der ArbcitSlosenfiirsorge werden. Gliedert Eure Reihen ani 1. Mai in eine einheitliche Kampffront! Reue Mittel für die krnShrungsaMn. Prag, 22. April. Wie das„Prnvo Lidu" meldet, haben die Wirlfchaftsmiuister den Beschluß gefaßt, für die drei nächsten Woll;en, beginnend mit 24. April, einen Betrag von 17.5 Millionen für die Fortführung der Ernäh- r u n g s a k t i o n zu bewilligen. In den beiden ersten Wochen sollen je 6 Millionen, in der dritten Woche 5.5 Millionen für Ernährungskar- ten aufgcwcndct werden. Außerdem wurde für denselben Zeitraum für dir Milchaktion weitere 1.7 Millionen bewilligt. Wlrtschaftsdelegaiion nach Berlin. Prag, 22. April. Am Mittwoch, den 25. dS., nachmittags begibt sich ein« tschechostowakijche Delegation zur Behandlung einiger kleineren dringenden handelspolitischen Fragen nach Berlin. Die Verhandlungen wird für das Außenministcriunt Sektionsrat No sek führen. Das.Handelsministerium wird Obersektionsrat Dr. Schrank, das Ministerium für Landwirtschaft Sektionsrat Dr. DolcLal vertreten. In bitterernsten, schicksalsschweren Zeiten feiern wir diesmal den 1. Mai. Mit Wehmut gedenken wir der klaffenden Wunden, die das zügellose Wüten eines entfesselten Nationalismus viele» Tausenden Arbeitern und ihrer organisierten Gemeinschaft geschlagen hat. Wir beklagen die Opfer, die niedergestreckt wurden und alle, die in Gefängnissen und Konzentrationslagern schmachten. Unbeschreibliches Leid sucht das organisierte Proletariat in verschiedenen Ländern heim, schwerste Gefahren drohen der Arbeiterklasse in anderen Ländern. Gerechter Zorn gegen das Wüten der Reaktion erfüllt alle, die sich das Gefühl für Menschlichkeit und Gerechtigkeit bewahrt haben und es ist gewiß, daß daraus neue Kräfte entstehen werden, die eines Tages diesen Spuk v.on Grausen, Blut und Schande hinwegfegcn. Nichts liegt uns ferner, als klein- und wankelmütig zu werden. Mag die Reaktion ihren Machlbctrieb erweitert haben,»tag sie die brutale Macht einsetzcnd, sich der Täuschung hingcben, daß sie der Demokratie nnd der Emanzipation der Arbeiterklasse ein für allemal den Garaus gemacht hat— sie wird sich täuschen. Was wir erleben, ist nur ein letztes Ausslackern jener politischen und wirtschaftlichen Kräfte, die fühlen, daß ihre jahrhundertelange Herrschaft ins Wanken geraten ist. Unbeirrt folgen wir dem uns selbst gesetzten Weg. Eingedenk der ursprünglichen Bestimmung des I. Mai, rufen wir»m Rahmen einer Aktion zwecks Kriscnbekämpfung zum Kumpf für Vie Forverung der Bierzig-Stunven-Woche als eines Mittels zur Linderung der Krise und der Eindämmung der Arbeitslosigkeit aus. Mehr denn je muß diese Aktion mit gesteigerter Kraft weitergeführt werden. Bon gleicher Wichtigkeit gilt uns das ArbeitSbeschassnngsprogramm im internationalen AuSmaß. Nach wie vor ist unser Ziel der Umban der heutigen planlosen ans den bloßen Prosit begründeten Gesellschaftsordniing in der Richtnng der Planwirtschaft. Es gilt, für diese Aktion alles cinzusetzen, da von ihrer Er füllung das Schicksal der arbeitenden Klasse selbst abhängt. Bedeutungsvolle Taauin der Genossenschaften. Gestern traten die Kreiüvertrctungcn der Konsumgenossenschaften des Verbandes deutscher WirtschaftSgenosscnschastcn zu ihrer Gettos- scnfchastSratstagnng zusammen. Seitdem sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in unserem Lande und ganz besonders in den deutsch besiedelten Gebieten in einer so katastrophalen Weise verschlechtert haben, sind die genossenschaftlichen Tagungen ein getreues' Spiegelbild der wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Kaufkraft der arbeitenden Massen ist durch die Krise nahezu zerstört. Breite Massen der Mitgliedschaft sind arbeitslos oder haben nur rin ungenügendes Einkommen. Diese Umstände müssen sich auch auf die Genossenschaften der proletarischen Verbraucher anSwirkcn. Alle Arbeit der genossenschaftlichen Tagungen konzentriert sich daraus, Maßnahmen zu bestimmen, welche die Leistungsfähigkeit der Konsumgenossenschaften steigern und ihre Wirtschaftlichkeit aufrecht zu erhalten vermögen. So auch bei der gestrigen Genvsscnschaftsratstagung. Die GcnosscnschaftSratstagnng war von 80 Vertretern, darnnter rund 60 aus den Genossenschaften selbst beschickt. Bcrbandsobmann Gen. Lorenz(Karlsbad) eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf die heutigen Zeitnmstände. Er wies darauf hin, daß cs der unvcrfiegbaren Kraft der Bewegung gelingen muß, die Dinge zu meistern. Neber den gegenwärtigen Stand der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung sprach der Sekretär des Verbandes deutscher Wirtschaftügenosscnschasten Genosse Dietl. In seinen Ausführungen legte er' die Umstände klar, unter denen sich heute genossenschaftliches Wirtschaften vollziehen muß. Die vollkommen aus den Fugen geratene Weltwirtschaft ist mit ihren Behinderungen in ein Knäuel unentwirrbarer Widersprüche hineingeratcn, an deren Lösung gezweifelt werden muß. Genosse Dietl wies darauf hin, daß auch die Wirtschaftsund Finanzpolitik unseres Staates durch untaugliche Maßnahmen dazu beigetragcn hat, den Stand der Dinge zu verschlimmern. Ter vom Ministerpräsidenten Malppetr seinerzeit versprochene allgemeine Preisabbau nnd die staatliche Regelung, bczw. Bcanfsichtignng der Kartcllwirt- schaft stehen immer noch als nnerfülltc Forderungen der proletarischen Verbraucher vor uns. Unsere K o n s u m g c n o s s c n s ch a s I c n haben der Gewalt der Krise eine weite größere Widerstandsfähigkeit entgegengesetzt als alle anderen Unternehmungen; sie stehen t r v tz K r i s c s e st. Nach wie vor ersüllen ihre ungleich schwieriger gewordenen Aufgaben, das ist weitestgehender Schutz der proletarischen Verbraucher. Demzufolge haben in den letzten Jahren zehntausende von Konsumenten ihren Weg zu den Konsum« gcnossenschaftcn gefunden. Diese Erfolge genossenschaftlicher Aufbauarbeit haben die Gegner der Bewegung veranlaßt, eine mit allen Mitteln geführte Hetze gegen unsere Konsumgenossenschaften zu entfalten. Der private Handel fpiirt auf der einen Seite die zerstörte Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung in seinen Umfätzen und sicht auf der anderen Seite die starken Arbeitergenossenschaften. Er fchreibt den Verfall seiner Wirtschaft zunächst dem Umstand zu, daß sich viele tausende Arbeiterfamilien den Gcnossenschaftcn als Mitglieder a n s ch l i e ß e n. Er Übersicht dabei die immer weiter fortschreitende Ucbcrsetznng feines eigenen Standes. Deshalb sind ihm alle Mittel recht, die sich skrupellos im Kampfe gegen die Konsmugenosfenschaslen anwenden lassen. ES gibt kein Gebiet, das von dieser Hetze nicht betroffen wäre. Gen. Dietl forderte die Delegierten auf, sich aller zweckdienlichen Mittel zu bedienen, um diesen Generalangriff abzuwchren. Die innere Wirtschaft der Konsumgenossenschaften ist g e f e st i g t nnd cs kommt heute, so führte Gen. Dietl im einzelnen aus, darauf an, rechtzeitig die richtigen Methoden nnd zweckdienliche Maßnahmen anznwcndcn, um die Errungenschaften zn erhalten und weiter anszubaucn. Aks zweiter Hauptrefercnt sprach Gen. Raimund Schreier(Mähr.-Schönberg) über die aktuellen Aufgaben der Bewegung. Ihm oblag die Aufgabe, au Hand der gegebenen Umstände die praktischen Maßnahmen aufzuzei- gcn, welche die Aufrechterhaltung der Wirtschaftlichkeit und L e i st u n g s- s ä h i g k e i t unserer Genossenschaften verbürgen. Die verantwortlichen Leiter der Konsumgenossenschaften sind keine Illusionisten, sondern sic stellen sich auf den Boden der harten Tatsachen. Unsere Mitglicdfchast ertvarlet von den Funktionären, daß die Genossenschaftsbetvcgnng, die ihnen so viele Tagcsvortcile verschafft und ihnen einen Ausweg ans dem Krisenelend eröffnet, in ihrer Leistungsfähigkeit erhalten bleibe. Unsere Bemü- hniigen müssen darauf gerichtet sein, der gesunkenen Käuffrast entsprechend, die Anstvendungen zn verringern nnd in Planmäßiger Weise die Einualuuen mit Ausgaben in Einklang zu bringen. Jede kleinste Ersparung an den sachlichen Unkosten wirkt sich im großen für die Genossenschaft nutzbringend ans. Die Planmäßige Schu- lungs und AnfklärnugSarbrit unter den Mitgliedern, unter den Funktionären und Angestellten muß auf das intensivste betrieben werden. Der gesamten Wirtschaftstätigkeit sollen Richtlinie» planmäßigen Handels zugrunde gelegt werden, Ivie eü schon unsere genossen schastlichen Grundsätze erfordern.' Das verschafft der Bewegung das Uebergetvicht Seit« 4 Sonntag, 98. April 1988. Ar 96. Die„Otetnigung" 9eut{$lanlM Ja Chemnttz müssen Sozialisten u«v Juden unter Aussicht der SA-Buben Mauern waschen! IltlMMMtlWhlllNWMMMlMMWWIIWMMMMIIWWUMMMIIUIWMWWIIIIIlWlWWMlWIMlllllllMIlllllllsMWllMMIWMIM ks8ci8MH8- iQDflttedKsYcrlircdialflia! über den Privaten Handel, daß sic in planvoller i Weise die kleine VcrtcllttngSstcllc wie die gesamte Bewegung verwaltet und dadurch alle belasten« den Ausgabe» ausschattet, die der planlose, iudi' vidualistische Handel hat. Dai Märchen von den Steuerbegünstigungen der Kunsumgenossenschaf ten gegenüber dem privaten Handel ist schon so oft widerlegt worden. Aber das soll uns nicht hindern, den Herren immer wieder ziffernmäßig nachzuweisen, wie sie auf das Konto der Unwis-! senhcit der Verbraucher und auch des kleinen Ge°! lverbrtrribendcn sündigen. Gen. Schreier legte einen Wirtschaft» plan vor, dessen praktische Anwendbarkeit er-> probt ist. Die von ihm vorgelegte diesbezügliche> Entschließung wurde einstimmig genehmigt. An der lebhaften Debatte beteiligten sich eine große Anzahl der anwesenden Vertreter der i Konsumgenossenschaften. Neben astett aufgeworfenen Fragen praktischer Natur kam der Wille znm Ausdruck in alter Zähigkeit für die Erhal tung und Vorwärtsentwicklung der Bewegung zu kämpfen und vor allen Dingen den breiten Mai-! scn der proletarischen Verbrauchers klar zu machen, daß ihr Platz seht mehr denn je! in den Reihen der Genossenschaft--j Mitglieder ist. Nach den Schlußworten der 1 beiden Referenten und einer neuerlichen Aufforderung de- Verbandsobmannes Gen. Lorenz wurde di« Tagung. die sich mit einer Fülle Praktischer Gegenwartsfragen befaßte, in voller Einmütigkeit gofchloslfen. Die Reichs onserenz der Äindersreuilde. Erster Berhanlrlungstag: BetzrLtz«»7.e«.Ber chte, Aussprache Prag, 22. April. Im kleinen Saal« der Produktenbörse in Prag versammelten sich heute die Funktionäre unserer Kindcrfreundeorganisa- tionen zu ihrer RcichSkonferenz. Die Beratung wurde vom Obmann, Gen. Prof. 2 ch w c i h«r, Brünn, eröffnet. Nach Begrüßung-Worten an di« Delegierten und Vertreter der besreundeten Organisationen, darunter auch die Entsandten der östrreichischen und reich-deutschen Erziehungsorganisationen, lenkte Genoss« Schweitzer die Aufmerksamkeit der Konferenz auch auf die au- dem Vormarsch d«S FasciSmuS erwachsend« Bedrohung deS sozialistischen Erziehungswerkes. Sodann kam Genosse Dr. E z e ch zu Worte, der die Grüße sämtlicher sozialdemokratischer Organisationen überbrachte. In-er Zeit-eß fascistischen Anstürme-, da di« Jugend vielfach zum politischen Freiwild gemacht wurde, kommt der Kinderfreundeorganisation erhöhte Bedeutung zu. Ihr Erziehung-Werk gehört"heute mit zum Kardinalproblein der Arbeiterbewegung, da«S -a- Fundament schaffen muß auf welchen die arideren Organisationen weiter bauen, bi- aus dem proletarischen Kind ein klassenbewußter Kämpfer für den Sozialismus geworden ist. Ter Parteivorstand zählt di« Kinoerfrenndeorgani» iation heut« zu den verläßlichsten und wertvollsten Kampftruppen der Gesamtbcwegung. Genosse I a l k o tz h sprach für die Sozialistische Erziehung-internationale und für die österreichischen Kindersreund«. Er gab vor allem der Meinung Ausdruck, daß den sozialistilchen Erziehungsfunktionären in der gegenwarlisen Situation über die Erziehung de- proletarischen Nachwuchie- hinaus die Aufgabe erwächst, die wissenschaftliche Gewißheit de- Siege- der Arbeiterklasse aufzuzeigcn und ko jedem Kleinmut cntgegenzuwirken Nun erhielt Genoss« Dr. Löwenstein, Berlin, das Wort. So dunkel die Lage der reich-deutschen Kindersreund« auch ist, da- ein« steht fest: die sozialistische Erziehungsarbeit ruht in Deutschland nicht, denn in den Herzen vieler tausend Helfei und Erzieher loht auch heute noch unacschlvächt daS Feuer der sozialistischen Idee. Genoss« Löwenstein appelliert sodann, an die Bekundung tatkräftigster internationaler Solidarität. Für die tschechischen Genossen, namentlich al- Vorsitzender der„Zdravü generac«" sprach Genoss« Pavel, Prag. Die tschechischen Genossin schauen ans d:e Kindersreunde mit Aufmerksamkeit und mit einem gesunden Neid, der sic dazu anspornen wird, be- Unterstützung von deutscher Seile eine organisierte Tätigkeit nut dem gleichen Fiel tn die Wege zu leiten Tic Tote» der Organisation ehrte Genosse Schweitzer in einem würdigen Nachruf, der von den Teilnehmern der Bcratztng stellend anaehort wurde. Hierauf erstattet« der ReichSlekrctär, Genoslc H o ck e. einen eingehenden Tätigkeitsbericht, der Zeugnis von einer erfolgreichen, durchaus positiven Entwicklung der Organilaiion ablegt«. Tas gleiche gilt für die Presse. Die sehr interessanten Einzelheiten auS den Berichten werden wir un'eren Lest-n»-.-mnäcbst»n einer eigenen Notiz zur Keuntti's bringen. In der Debatte über diesen Tagesordnungspunkt sprachen Fachlehrer B a n« r> Wehed't'. Schö niger- Karlsbad, 2 cki ü lt c r-Auskig L e b n e r t-TePlitz, S ch r a nt m-Numbnrg. Genossin ToSka L e r ch, Tcvlitz, Genvise M a t u i ch! a-Brünn, Schach- t< l i• Tropperu. LLiviI Strecket,stein und Wondra- Mähr.-Trübau. Genosse Reiche- n a u e r-Prcdlih stellte im Namen der Kontrolle den Antrag aus Entlastung de? Vorstandes, was einhellig beschlossen wurde. Sodann wurden die vorliegenden Anfrage erledigt. Hitraus vertagte sich die ReichSknnfere»; auf Sonntag früh. EnKll$(hc Stimmen. Manchester, 2.7. April. Heute sand hier «in« bemerkenswerte Kundgebung gegen das Hitler-Regime statt. Liefe Kundgebung n>ar von allen Darteirichtungen beschickt;«a sprach als erster R«dn«r der(protestantische) Bischof von Manchester, Lr. Guy Warman, als ztveiter Redner der(katholische) Bischof von Salford, Dr. Thomas Henshaw. Beide Redner, die zu den höchsten Würdenträgern der englischen Kirche« gehöre«, verurteilten das Hitler-Regime aus das Schärfste als»inen Rückfall in die Fei. ten der brutalsten Kulturlosigkeit und riesen die Christen aller Richtungen zum Kamps auf.— Als dritter Redner sprach das Parlamentsmitglied Joe Tool« für die Labour-Partel; er Der„Freien Schulzeitung" ist es unangenehm, daß sie um Auskunft gebeten wird über ihr« Stellung zum FasciSmuS. Nach wochenlangem Schweigen brachte sie in Nr. 13 in Form einer Abwehr auf Angriffe deS„Narodni ölvo- bozeni" einige Zeilen über die barbarische Verfolgung von Lehrern und Lehrerblättcrn in Tentschland. In der Nr. 14 druckte sie dann kommentarlos ein Schreiben des Vorsitzenden deS Deutschen LehrcrvereineS G. Wolf, Berlin, ab, aus dem hervorgittg, daß in Deutschland nte- tnandem ein Haar gekrümntt tvurdc und alle- Leben in Ruhe und Ordnung dcchinfließt. Wie weit diese Schreibweise von der Wahrheit entfernt ist, haben wir in unserem Blatte schon oster ausgezeigt. In Nummer 18 bezeichnet die „Freie Schulzeitung" unter dem schonen 2iti ..Geifer" ihre fascistenfreundliche Haltung als eine„Pflicht de» Anstands". Nach der„Freien Schulzeitnng" ist r- also !»inständig, wenn die Wahrheit in- Gegenteil verkehrt wird, wen man verschweigt, daß Lehrer att- der Schulstube weg verhaftet und mißhan- delt, ihre Wohnungen demoliert, ihre Bibliotbe km vernichtet, daß sie ohne jeden Pfennig Gehalt entlassen und ihre Angehörigen ins tiefste Elend gestoßen werden. DaS nennt sic„ruhig den unpolitischen Weg gehen ohne Ansehen der "agrr cechtS und links". Wie dieser unpolitische Weg in Wirklichkeit aurschaut, geht sehr deutlich aits dem Leitartikel derselben Nummer hervor. Ihr Schweigen über die fascistischen Verbrechen an linderten deutschen Lehrern begründet sic mit ,'iner frechen Verleumdung der deutschen D c> »t o k r a t i e, in der„für die Anstellung von Beamten und Lehrern die Parteizugehörigkeit oft der einzige Grund war". Angesichts deS furchtbaren Terrors gegen die deutsche Lehrerschaft, der schrecklichsten Parteiwirischast, die sich je auf deutschem Boden abspielte, kommt die „Freie Schulzeitung" ntii einem derartig erlogenen Argument. Solange eS eine deutsche Schule gibt, hat ihre Lehrerschaft nie solche Freiheiten be>-sten wie in der deutschen Demokratie. Die Entwicklung der letzten Wochen macht erst recht deutlich, was die deutsche Lehrerschaft verloren hat und noch verlieren wird. Tas sicht aber die „Freie Schulzeitung" nicht an, sie wird auch weiterhin zuschaucn, wie die Rechte der Lehrer zertrampelt werden, sie wird sich„in die politischen Verhältnisse Deutschlands nicht einmen» gen", denn eS ist bisher weiter nichts geschehen als wie„in den verflossenen 14 Fahren", wo nian ebenfalls bestrebt war„Partei- und Gesinnungsfreunde" unterznbrlngcn. In ihrem verbohrten NatconallSmuS merkt sie gar nicht, wie nnsinig ihr Hinweis auf die Verhältnisse in der Tschechoslowakei ist. Tie Tschechoslowakei ist ge sicherte den unterdrückten und entrechteten Juden Deutschlands die Unterstützung seiner politisch«» Freunde zu und beschloß seine Red«, die ostentativ von den beiden Bischöfe» applaudiert wurde, mit dem Bekenntnis: „Dieses fanatische Verbrechertum, daS wir als FasciSmuS kennen, versucht nun auch in unserem Land« Fuß zu fasten. Wir müste» aus den i« Deutschland gemachten Fehlern lernen, und daS Ungeziefer vernichten!" Ein« an die Adresse der drntsche» Regierung aerlchlete Resolution, die d'e Einstellung der Judenverfolgungen in Tentfchland fordert und schwerste Gegenmaßnahme» androht, wurde einstimmig angenommen. messen'M dem Kerkerregiment in Deutschland geradezu ei» Eiland der Freiheit. CS ist ja allgemein bekannt, daß unsere Deutschnationalen aller Richtungen nicht zehn Meter über ihre politische Nasenspitze sehen, denn sonst müßten sie bemerken, d-.ß daS Schicksal der Deutschen in der Tschechoslowakei mit der Demokratie auf Leben und Tod vcrbnnden ist. Die Diktatur in Deutschland ist der größte Feind deS sndetendeutschcn Volkes und der sttdetendeutschen Lehrerschaft. Will also daS Organ deS Deutschen Lehrerbuu- bi-s d>e Interessen der Lehrerschaft wahren, dann inuß eS die Existenzgrundlagen der sudetendcut- lcken Lehrerschaft verteidigen, die einzig und allein durch den Bestand der Demokratie gesichert sind. Die„Freie S ch u l z e i t u n g" ist allerdings anderer Metnung. Sie glaubt unserer Lehrerschaft dadurch zu nütze» indem si» dem reich-deutschen FasciS« mnS die Mauer macht. Ob bei dieser Haltung der Führung des Deutschen Lehrerbundes alle Mitglieder treu bleiben werden, scheint die„Freie Schulzeitung" selbst zu bezweifeln. Sonst würde sie nicht beschwörend auSrufen:„Der politische Kampf darf aber vor allem nicht in unsere Organisation und da besonders in die Zweigvcrcine getragen werden. Diese Gefahr ist vorhanden, den die Lnft ist mit politischen Energien geladen". Hier geht eS aber nicht um Parteipolitik, sondern uni eine Grundfrage staatlichen und nationalen Lebens, darum wird unsere Lehrerschaft nicht herumkommen, trotz der verwirrenden Stellungnahme der „Freien Schulzcitung". Die Lehrerschaft muß sich entscheiden, da- tvird auch der Führung des Deutschen Lehrerbundes nicht erspart bleiben und früher als die fastistenfrenndlichen Reichenberger Führer der größten deutschen Lchrerorganisation in nnscrem Lande glauben, wird gctvöhlt werden müste» zwischen demokratischer Freiheit und sascistischer Knechtschaft. Di« ,,Freie Schulzcitung" will sich au- ihrer„Politilch neutralen Stellung nicht heran S- .ockrn" lassen. Wir aber Wissen, tver nicht gegen den FasciSmuS ist, der ist für ihn. Daß die„Freie Schulzcitung für ihn ist, wundert unS nicht weiter, sind doch die maßgebenden Führer des Deutschen Lehrerbundes— Rohn und Bruscha— Mitglieder jener Front, welch« die„erfreuliche ntwicklung" im Deutschen Reiche nicht oft- und nicht laut genug Preisen kann., Di« sozialdemokratische Lehrerschaft wird unter diese» Verhältnissen eine gründliche Ucberprüsung ihrer Stellung zum Deutschen Lehrerbunde vornehmen mlisten, falls eS nicht gelingt, diesen zu einein entschiedenen demokratischen Bekenntnis zu bringen. Es geht dabei um nicht weniger als di« Sich«rung (der Existenz der deutschen Schul« und der deut- schen Lehrer. Zu diesem Ziel« führt nur ein Weg. Halbheiten könnte uns«« Lehrerschaft mit dem Verluste ihrer Existenz büßen müssen. Will sie da» nicht, dann muß sie die Demokratie stärken und verteidigen. Die Stommiffiott zur Oekonomisieruug der Verwaltung ernannt. Prag, L2. April. Zu Mitgliedern der Kam- Million für Ockonomisterung der öffentlichen Verwaltung wurden von der Regierung folgende Personen ernannt: Amtliche Sachverständig«: JUDr. Iran; B a kh a, Oberrat der politischen Verwaltung, Ludwig Böhm, LaiideSvizepräsident in Brünn, JUDr. Wenzel B r a ch t l, Präsident der Finaiizlandesdirek- tlon in Prag, Ludwig Cetmot, Vorstand der Steuerverwaltnng in Smkchov, Ina. Jaroslav D i t t r i ch, LanveSvorstand des technischen Dienstes in Prag, JUDr. Anton Dvorak, Ministerialrat deS Ministerium- für Schulivcsen und Bottsaustlä- rung, Jaroslav Fischer, SektionSrat des Po stund TelegraphenmlnipcriumS. JUDr. Otakar Fischer, Sektionschez des Innenministeriums, IÜTr. Georg Havelka, Rat oeS Obersten Ber- wnltnng-gerilbteS, JUDr. Richard Q o l l, Ministe- cialrat deü Innenministeriums, JUDr. Vladimir H o r ä k, Vizepräsident der Obersten RechnungSkon- trollbehorde, JUDr. Josef Kal such Obersektions- rat dcS Finanzministeriums, JUDr. Wenzel K a z d a, ZektlonSchef des Ministeriums für soziale Fürsorge, JUDr. Robert Kollar, Ministerialrat des staat- lilhen Statistischen Amte», Ina. Paul Koller, Ministerialrat des Eisenbahmninisteriuins, Joses Pc 8 ek, Ches der Intendantur dcS Ministeriums für Rationalverteidlguno Karl Pohloudek, Oberst der Intendantur, JUDr. Josef S o b o 11 o, Landespräsident in Prag, Jug. Josef S t r n a d, Lektion-» ches des Ministeriums für Post- und Telegraphen, JUDr. Joses Svato», Ministerialrat dcS Präsidiums oe- Ministerrate-, Jng. Eugen 2vro- v- k a, Ministerialrat dcS Ministeriums für öffent- liche Arbeiten, Emanuel Tefal, Vorstand des ItcueramteS m Reichenberg, JUDr. Franz T o. in i n t k, Ministerialrat des Ministeriums für l$e« setzeSvereinheitlichung, JUDr.- Bohumil B l a s S k, LektionSches deS Finanzministeriums, JUTr. Fran; VLborny, Ministerialrat deS Jnstizministerlums. N i ch t a ni t l i ch e 2 a ch v e rstä n d I g e: Johann B a k a, Fabrikant in Zlln, Prof. Dr. Bladi- slav B r d l l k, Johann B r z o r L d, Vorsitzender der Genossenschaft der Gutsbesitzer und Pächter in Prag, Josef C r h a, Beisitzer des böhmischen Landesaus- schuslech Franz T i o b n v, Beisitzer dcS mährisch- ichlcstschcn LailocSauSschusscs, Prof. JUTr. Wilhelm Funk, Äruno Grund, Beisitzer des böhmischen LandesauSschustes, JUDr. Bladnntr Ä a j n y, 2ekre> tat des ZentralverbandeS der Genossenschaften in Prag, Dozent JUDr. Erwin Hexner, Geschäfts, führet der Zentralvereinianng der slowakischen Industriellen, JUDr. Heinrich Ehvlik, Selretär der Handelskammer In Brünn, JUDr. Wenzel Joa- cp i m, LektionSches l. R.. in Prag, Ina. Franz Jülich Direktor der ist. Normunasgesellsckwst in Prag, Prof. JUDr. Karl LaStovka, Prof. Jng. Vladimir List, technische Hochschule in Brünn, Tr. Andreas Meißner, SeklionSchef des döbinifchen LandeSkulturrateS, Jng. Wenzel Mixa, Sekretär deS ZentralverbandeS der Jiiduftriesten, Josef Re- j e d I y, Obinannstcllvertreter der Bereinigung der Angestellten der TtaatSbahnen, Pros. PHTr. Emil 2 ch d ii b a u m, Jng. Dr. Plavislav Sikora, Generaldirektor der Prager Eisen, Dr. Fran; Ullrich, ehemaliger Bürgermeister von Königgrätz. Diese Ernennungen wnrden in der am 7. April 1983 stattgesnndenen Sitzung der Regierung vorgenommen. Mit der Berössentlichung wurde bis zur Feststellung zugewartct, daß die zu nichtamtlichen Sachverständigen ernannten Personen die Funktion annchmen. Der kommunistische Abgeordnete SrnKa Wurde vor einiger Zeit vom KreiSgericht in Prag wegen verschiedener Delikte, dr: er wäh- rend einer Denionstration in Libell verübt haben soll, zu vier Monaten Kerker verurteilt.. Ter Staatsanwalt hatte u. a. weg.« nicht erfolgter Aberkennung d:s Wahlrechtes ReliirS eingeleat. Ter Oberste G-:richtshof hat nun der Beruf.-ig Folge gegeben und den Verlust des Wahlrechtes auSg.fProchcil. Infolgedessen.ui-h Hruska auch fein Äfqnvat verliere».- Ebenso wird der kominunistische Senator Lokota Vi- neS Mandates verlustig gehen,«i die kürzlich über ihn verhängte Straf« von zwei J-ae-'ren Kerker wegen der Temonstrastonen in oer• v-e» mcinde Stavnö vom Obergericht in Kgfchan bestätigt m-.lide. vss DrHie Keren Taute: Göttliche Komödie: „Lasciate ogoi speranza vol cb'entr.de ei“ Laßt alle Hoffnung fahren, die ihr hier«in rct (Inschrift über dem Eingang zur Hölle.) Rt. 06. Sonntag, 23. ttytfl 1083. Seite 8 T agesneuigkeiten Staats bahnen wurden Erd- Ruf mit. t l forderte er die herumstchcn- ihre Kameraden zusanimen- Hcchwiertel wohnen. Diese der Leute heraus, die ihnen ES ging der SA darum, jene über eine Kist« und peitschte ste mit langen Lederpeitschen. Nach den Verwundungen zu schließen, wurden sie aber auch mit harten Gegenständen geschlagen. staatlichen Forsten wurde und Einrichtungen 1.7, für Wald- für Waldbahnen 1.0 Millionen K8 Und neue Verhaltungen... In Glatz hatte man kurz vor den Feiertagen keinen Platz mehr, um den Arbeitersekretär Genossen Heimann auS Glatz in duS Gefängnis aufzunehmcn. In Ullersdorf brachte man den Genossen W i d o r m hinter Schloß und Riegel. Gründe für die Verhaftung gibt man nicht an. In BreSlau schleppte man den RcichSbanncrführer Funk« in das Braune HauS. Funke war mit feiner Familie auswärts gcwefell und kam in den Abendstunden nach BreSlau zurück. In seiner Wohnung hatten sich seit den Vormittagsstunden bereits Nazis bequem gemacht, die ihn in Empfang nahmen und in einem Auto verschleppten. In Glatz waren der SA. die Polizei, die Bürgermeister samt dem schon immer reaktionären Landrate nicht mehr angenehm. Am Mittwoch hatte man die gesamte SA. und SS. in Glatz zusammengezogcn, um dort eine„Säuberungsaktion" durchzuführcn. So verhaftete man den Fabriksbesitzer Wache, da er dem Stahlhelm nahestcht und nicht nach der Pfeife der Nazis tanzen wollte. »er Verwandte als Geisel In einem Dorf in Oberhessen überfielen Braunhemden die Wohnung eines gewissen X. (kein Jude, aber in der Gegend als Ncichsban- nerobmann bekannt). Er war nicht dort, also verhafteten sie einen Verwandten(der sich nie politisch betätigt hatte), schleppten ihn in den Wald und prügelten ihn fürchterlich. Dann zwangen sie ihn, eine Erklärung zu unterschreiben, daß er und gleichzeitig Herrn X.S V a t c r neuerlich verhaftet werden würden^ falls T. nicht binnen drei Tagen zurückkehren follte. Er tvcigerte sich, zu unterschrcibeu; nach einer weiteren Prügelung unterschrieb er. Er wurde am nächsten Tag verwundet, blutend und fast, ohnmächtig aufgefunden. Er liegt setzt im Spital. Die Wohnung des Herrn X.. der mir bekannt ist, wurde seither mehrmals überfallen. Der Vater ist einem Nervenzusammenbruch nahe. auf die ArbeitSanleih« vorbereitet ist: die Ent-< scheidung darüber wird in den nächsten Tagen i getroffen und daS Ergebnis der Oeffentlichkcit i mitgeteilt werden. So soll für die Verbesserung der n i ch t< staatlichen Straßen ein Betrag von 109.5 Millionen, ferner auü den Mitteln des Wasser- tvirtschaftSsondS Arbeiten für rund 82 Millionen vergelxn werden. 20 Millionen sind für Meliorationen und RegulierunaSbauten vorgesehen, 5 Millionen kür Brückenbauten und 4.4 Millionen für Minderheitsschulbauten. Da» ergibt einen weiteren Betrag von 190.0 Millionen. Die Auswahl aller dieser Arbeiten erfolgt derart, daß mit den Arbeiten'in kürzester Zeit begonnen werden kann. Es Nnrd auch darauf geachtet werden, daß, soweit cS sich nicht um besonders qualifizierte Arbeiten und nm Aufseher Windelt, nur Arbeitslos« ans dem betreffenden Ort oder dessen Umgebung in die Arbeit ausgenommen werden. Bei der Arbeit\ sollen maschinelle Einrichtungen nur ln beschränktem Maße verwendet werden, damit«ine möglichst groß« Amahl von Arbeitskräften Beschäftigung finde. Es sind ferner geeignete Maßnahmen getroffen, um einer unbe- qrüirdeten Erhöhung der Preise der erforderlichen Materialien vorzubeugen. Neber die erst« Gruppe der bewilligten Investitionen wurde der parlamentarische Erspa- rungS- und Kontrollkommission ein eingehender Bericht— namentlich über die Bedingungen deS Osfertversahrens— erstattet. * ! Arbeltsanleihe und Erbstcuer. DaS Finanzministerium macht darauf aufmerksam, daß nach Paragraph 12 des Gesetzes über die ArbeitSanleihr zur Zahlung der Erb« steuer und der Derlassenschofts-Jmmobiliar« ,gebühr Schuldverschreibungen der ArbeitSanlcihe verwendet werden können. Zur Zahlung dieser Abgaben werden Schuldverschreibungen der Ar- '| bcitSanleihe mit ihrem Nennwert bei den zustän- , digen Stcuerämtern, bezw. bei den Gebühr« nver- > messungSämtern an Zahlungüstatt in Empfang i genommen. Die zahlende Partei hat den An- ■ spruch darauf, daß der Betrag der auf diese Weise : gezahlten Abgaben auS der Bemessungsgrundlage d:r Erbstcucr(nicht auch der allfälligen , Zmmobilargebührcn) auSgetchiedcn und dadurch di« Erb st euer ermäßigt werde. AuS- , führlicheve Weisungen werden an die Steuer« : ämter unverzüglich hinausgrhcn. Vic deutschen Flüchtlinge in Paris. Paris, Mitte April 1033. Paris beherbergt zur Zeit schätzungsweise 3000 politische Flüchtlinge auS Deutschland. Tausend weitere Flüchtlinge sind im Elsaß, etwa ebensoviel im Saargcbiet. Die meisten sind ohne eitlen Pfennig Geld in Frankreich angekommen. Einige kamen in ihrem eigeuen Auto und hatten»nr noch für e Tage zu leben. Verschiedene sitzen in Luxus- iS an der Riviera und nennen sich auch Flüchtlinge, ohne eS zu fein. In rührender Weise ist man in Frankreich allen behilflich. die jetzt aus Deutschland kamen. Da» Pariser jüdische. Asyl beherbergt a'atiS. In ihm sind zur Zeit etwa 80 Deutsche verschiedener Konfession ausgehoben. Sie erhalten dort auch Esse» gratis. Daneben haben sich verschiedene Hilfskomitees gebildet. An der Spitze des einen steht der frühere franzvsiiche Älinisteeoräsideut Paul P a l n I e v 6. Auch die Liga für Menschenrechte nimmt sich der Flüchtlinge, obwohl die» nicht zu ihrem eigentlichen Aufgabenkreis gehört, in hervorragender Weise an und erleichtert allen ihre Schritte im Verkehr mit den französischen Behörden. Sie stellte sogar einen deutschen Sekretär zur Beratung der Ankommenden ein. Schließlich hat die Pariser Gruppe deutfch- fprechcnder Sozialisten von der französischen sozialistischen Partei die Erlaubnis erhalte», in den Partriversammlungen für die Flüchtlinge Zammlungen zu veranstalten und die» hat immerhin ergebe», daß sich die Betreffenden zunächst über Wasser halten können. Sie suchen vor allem Arbeit und das ist im heutigen Frankreich, da» auch von der Wirtschaft»- lrise schon heimgcsucht wurde, gewiß nicht leicht, siur die allerwenigsten haben bereit» eine'Be- schäslignng finden können. Alle müfse» umsaUeln und neue Berufe erlernen, sowohl die Hand« wie die Kopfarbeiter. Nur in den seltensten Fällen kann man die frühere Tätigkeit sorlsetzen. Tie italienischen Antifascisten haben den Flüchtlingen ihre eigenen Büroräume in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt, dort treffen sich viele jeden Nachmittag, erzählen von ihren Verfolgungen und helfen sich gegenseitig, wo sie könne». Man rechnet damit, daß in den nä.hsten Wochen noch viele ankommen und daß verschiedene au» dem Elsaß ebenfalls nach Pari» fahren oder laufen werden. Tann wird die Frage nach Arbeit noch viel dringender. Anscheinend könnte man in Südamerika deutsche Arbeitskräfte brau- chen; weiterhin in Mexiko. Aerzte würden even- well nach China kommen können, wo infolge der neuen Hygienebestiminungen de» Völkerbundes tüchtige Aerzte notwendig werden. Schließlich kann vielleicht da» Genfer Nansen-Bureau für politische Flüchtlinge, zu dessen eigentlichem Auf- Ptbenkrei» dies gehört, Beschäftigungen in vrr- schiedenen Landern nacktweisen. Politisch kalten sich die Flüchtlinge äußerst uirück. Wahrscheinlich wird sich da» bald als Mer erweisen. Tenn im Kampfe gegen da» Ätlershstem darf e» keüt« Rücksichten und keine Atempausen geben. Einstweilen veranstalten in Paris nur große französische Organisationen Masienknndgebunaen gegen Hitler, bei denen znm Boykott der deutschen Waren aufgefordcrt wird und schon spüren die Pariser Filialen der großen deutschen Firmen stark die Wirkung dieser Boy- kott-Beweanng. Sie läßt nicht nach, sondern sie wird im Gegenteil immer stärker, mag auch di« deutsche Regierung ans durchsichtigen Gründen da» Gegenteil behaupten. Von der Ueberküllnng der Säle bei den Pariser Protestknndgeounaen gegen Hitler kann man sich einfach keinen Begriff machen. Regelmäßig stehen Tausende und aber Tausende stundenlang vergeblich auf der Straße, weil ste wegen Ucberfullung de» Saales keinen Einlaß mehr findni können. Hitler hat den stampf gewollt, er soll'hn haben. Kurt Lenz. Wie hast Da s mit der Helhion? Bedarf e»«rst der Gretchenfrage, um festzustellen, daß der Nationalsozialismus, daß die Hakenkrenzlerei eS„sehr mit der Religion yal?" Immer har es die Reaktion sehr dick mit der Religion. Weshalb sich die Kirchen so gern mit der Reaktion verbinden... Die katholische Kirch« mit dem FasciSmu», der Papst mit Mussolini, obwohl der Duce die katholische Partei der Populär! hatte erbarmungslos auüroiten-assen und seine Betreuen manchen katholischen Priester erschlagen ba ten. Aber: Mussolini ließ w:«.mir trotz eindringlicher Befragung nicht möglich, Beteiligte an dieser Fahneneinholung festzustellen. Darauf bezeichnete ein antvesender angeblicher Kriminalkommissär einen Genossen als Mittäter, von dem feststeht, daß er am fraglichen Tag« Dresden überhaupt nicht verlassen hat. Ein« Er widerung wurde nicht zugelassen. Im Keller und im Heizraum sind dann unserc Genossen zum Teil schwer mißhandelt worden. Man warf st« Einer von ücltn? Wieder ein Todesopfer der„nationalen Revolution". (P. G.t Ter Genosse Otto K v h l m«y, Ber- waltrr deS Altersheim» In LandSbcrg W, wurde am Sonnabend, dem 25. März, gegen 4 Uhr morgens am Bahnhof LandSberg von SA-Leuten ergriffen und. in die SA Kaserne Adlergarten, Leldincrstraße, gebracht. In der Kaserne wurden umer dem Kommando des Standartenführers der TA, Arndt, Landsberg, schwere Mißhandlungen an dem Genoflrn Kohlmetz verübt. In den Vormittagsstunden deü Sonnabends, ettva gegen kl Uhr, wurde Kohlmctz von der TA-Kasern« im Zuge der SA-Lemr durch di« Straßen LandsbcrgS geführt, wobei man ihm ein Plakat mit den drei Frciheitepfcilcn umge- hängi haue. Auf dem Marktplatz wurde Kohl- meh in der übelsten Weise beschimpft und weiter bedroht. Die'versammelte Menge brüllt« m Chor:„Schlagt ibn tot, schlagt ihn lot". Unter den fortgesetzten Mißhandlungen der SA ivurdc Kohlmetz zu den verschiedensten„Geständnissen" gezwungen, io unter anderem dazu, daß er die im Altersheim unrergebrachten alten Leut« bestohlen und betrogen hätte, daß er in das Essen dieser alten Leute aesvuckt hatte, daß er di« stnsasscn deS Altersheims geschlagen und un- tiu.'nschlich behandelt hätte Alle diese„Geständnisse" wurden von der heulenden Menge bei- sällig ausgenommen. Weitere Mißhandlungen Ersrelender Ledestod «int» ZugösührerS und einer Hausgehilfin. Kascha», 22. April. In einem Wäldchen unweit der Eisenbahnstation in Michalovce wurden di« Leichen d.s 2öjährigen längcrdienen- den ZngSführcrs Johann 8 ücrbstk vont Jns.- Reg. Nr. 20 und der 22jährigen Hauegehitfin Helena Jarcmovn aufgefunoen. äiterbük ym- terließ ein Schreiben, daS an seine Borge- s.tzlen gerichtet ist und in tvelcknnn er mittetet, er werde Selbstmord begehen und in dem er sich von seinen Vorgesetzten verabschiedet. Er bittet, cs möge ihiu ein litegräbnis mit militärisiheir Ehren zuteil werden, und ersucht, nach den Ursachen seines Selbstmordes nicht weiter zit far- ichcr, da es sich um eine rein private Angelegenheit hierbei handelt. Die beid.n Leichen lagen nebeneinander und tvaren mit dem M i l i t ä r m a n t el des Zugssührers bedeckt, uMveit davon lag der Mantel des Mädckwns und die Bluse des Zngsführers. Ueber den Mantel war das Gewehr LsterbstkS gelegt worden, aus tvelchcnt er ztvci Schüsse abgegeben Halle. Vorerst erschoß er sein« Geliebte und dann sich selbst. Am Züngcl d.'S Gewehres war rin Bindfaden fcstgemacht, dessen anderes Ende Söerbstk um die rechte gewickelt batte, küerbstk wartete, nachdem er die Jar.movst erschossen hatte wahrscheinlich ab, bis daS Leben der Geliebten erloschen war. und erschoß sich dann auf die Art. daß er am Bindfaden so stark zog. daß er ihn überriß. Bon dem Liebesverhältnisse des Paares wußten die Eltern der Jarc« tnovst, da die beiden jungen Leute zu den Oster- feiertaaen bei ihnen in Akalöice b-.'i Michakove. zu Besuch geweilt l>atten. 85crbstl stammt anS Äolodino bei ULHorod, wo seine Mutter eine kleine Landwirtschaft betreibt. Warum die Lie- beirden den Tod suchten, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Stile 6 Sonntag, 98. April 1988. Nr.»8. Was vom größten Luftschiff der Wett übrlgbtteb. Unsere Aufnahme zeigt verschiedene Gegenstände, die man jetzt in der Nähe des verunglückten amerikanischen. RiefcnlustschifseS„A kro n" gefunden hat: Teile des Kartenhauses, Leucht- munitiou und verschieden«. Kleidungsstücke. IIIllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllilllllllillllllllllWlllllllllllllilillllllllllllllllllllllllI Immer wieder! Tod durch ein Schrapnell aus dem Weltkrieg. Kascha», 22. April. Zn der Gemeinde Pu- cLk in der Nähe von Stropkov sand der Schmied Peter Bartko aus Brusnice auf dem Fudc ein nichtexplodiertes russisches Schrapnell. Irr nahm es mit sich in da» Haus seine» Verwandten Michael Deüe in Pucök, wo sie da» Schrapnell ms Feuer,warfen. Nach kurzer Zeil erfolgte eine ungeheure Explosion. Bürtko wurde ersaht und war sofort t oi. Deoe und eine weitere Person erlitten schwere Brand- wunden. Bürtko war während der ganzen Dauer des Kriege» Soldat und lehrte aus dem Feld gesund nach Hause zurück. Er hinterläßt eine Frau nnd drei unversorgte Kinder. Der Brünner Raubmord. Wir haben gestern mitgeteilt, daß im Hanse Hybcögassc 25 in Brünn ein Raubmord verübt wurde, dem die als Sonderling bekannte 76jähv.ge Franziska Fuchs zum Opfer fiel. Die Gerichts- kommiffion konstatierte, daß folgende Wertgegenstände ans dem Besitz der Ermordeten fehlen: Ein Brillantring, eine Goldkctte, eine goldene Uhr. alte Wertpapiere nnd ein Sparkassabüchel, auf das aber nur«ine unbedeutende Summe eingelegt ist. Es wurde der-14jährige M. K u b i k verhaftet, der aber kaum der Mörder sein dürfte. Auch ein Freund Kubiks wurde verhaftet; das-Hauptinteresse der Polizei wendet sich aber einer Spur zu, die aus Brüun führt. Durch die S e z i e r u n g der Ermordeten wurde sestgestellt, daß sie einige Rippen- und den Halswirbel gebrochen hat. Daraus schließt man, daß der Täter mit seinem Opfer ungewöhnlich roh umging, daß er ihm vielleicht ani den Brustkorb getreten ist und es mit einem Polster erstickte. Todessprung vom Wiener Hochhaus. Wien, 22. April.(AN.) Heute nachniittags ereignete cs sich zum e r st e n Male, daß das neue Wiener H o ch b a u s, das erst vor eiruge» Monaten fertiggestellt wurde, zu einem Selbstmord benützt wurde. Die 24jährige, zu Tyr» nau in der Tschechoslowakei geborene, nach Wien zuständige Hausgehilfin Hildegard Schindler, hatte sich gegen 2 Uhr in das siebente Stockwerk des Hochhauses begeben und sich von dort aus einem Gangfenster iu den Hof gestürzt, wo sic mit zerschmetterten Gliedern t o t liegen blieb. Beim Kriegerdenkmal auf dem Zen- tralfriedhof wurde gestern der 57jährige H a u p t- mann der Reserve der alten Armee Fug. Franz M ü Iler, der tschechoslowakischer Staatsbürger ist, mit einem Schuß in der rechten Schlafe tot ausgesundcn. Müller lebte ständig in der Tschechoslowakei, wo auch seine Familie — in Falkenau bei Eger— ansässig ist. Wie aus Abschicdsbriefcn hervorgehl, hat er die Tat infolge Verlustes seines Postens als Geometer begangen. Brenneuver Rum. London, 22. April. Aus dem„Rumkai" der Westindia-Docks brach gestern abend ein Großfeuer aus. Drei Feuerlöschboote und 400 Feuerwehrleute mit insgesamt 60 Schlauchleitungen versuchten, den Brand zu bekämpfen. Aeußerst kritisch wurde die Lage, als sich der brennende Rum in das Wasser ergoß und infolgedesien zeitweise die Gefahr bestand, daß die am Dock vertäuten Schmisse in Brand geraten. 300 bis 400 Fässer Rum sind den Flammen bisher zum Opfer gefallen. In den Docks lagern 50.000 Faß Rum im Werte von 20 Millionen Pfund Sterling. Gegen ein Uhr morgens war cs den Anstrengungen der Feuerwehren gelungen, das Feuer cinzudämmcn. Trotzdem dürfte es vielleicht noch den ganzen Tag dauern, bis eS völlig gelöscht'st. Genosse Franz Gilg gestorben. Donnerstag ist in P f i v o z Genosse Gilg nach langem und schwerem Leiden verschieden. Genosse Gilg wurde als Kiud armer Leute in KriegSdors bei Freudenthal am 18. August 1878 geboren. Er besucht« die 2-klassige Bolksichulc, doch dies nicht vollständig, da er schon in seiner Kindheit seinen Eltern bei der Arbeit helfen mußte. Nach Beendigung der Lehre durchwanderte er Oesterreich und nahezu ganz Deutschland, bis er sich im Jahre 1898 in Pkivoz, wo er bei der Bahn eine Anstellung fand niederließ. Schon auf seiner Wanderschaft kam er mit der Arbeiterbewegung in inniger Berührung. Ausgezeichnet mi» einem hohen sozialen Empfinden, sittlichem Ernst rind Verantwortungsgefühl. wurde er Bertrancnsmann der Eisenbahner in Pfivoz. der er bis zu seinem letzten Augenblick blieb. Lange Fahre war er. bis ihn ein altes Leiden aufs Krankenlager warf, der Lokalvertrauensmann der Partei in Pf'voz. Nach Errichtung der Republik war Genol'e Gilg in der Berwaltungskommissiou in Privoz tätig Im Jahr« 1929 wurde er in die Gemeindevertretung Groß-Ostrau gewählt Im Vorstand der Genossenschaft.^lrbeiierheim"»var er e'iier der unentbehrlichsten Kräkt«. Er gehörte auch der BezirkSexekutiv« der Parte' als Borsitzenderstell- Vertreter an. Und erst au« der letzten Bezirkskonserenz am 5.'März>n Oderberg wllrde er zum Ehrenmitglied der Bezirksexekutive gewählt. Mit Genossen Gilg«st einer unserer Besten abgegangen. Schwer und'chmerzlich waren keine Leiden._ Im Jahre 1930 wurde er aut der Klinik in Prag operiert. Nach dieser Operation erholte er sich, und sofort nahm er wieder die Tätigkeit in der Bewegung mir der alten Leidenschaft auf, bis er im Oktober 1932 wieder aufs Krankenlager geworfen wurde, von dem er nicht mehr aufstand. Bon Schmerz und Trauer sind alle Geuossen und Genossinnen von Groß-Ostrau erfüllt.— Die Trauerfeierlichkcit für Genossen Gilg findet heul« im Arbeiterheim in Pkivoz statt. Vom eugenetischen und biologischen Standpunkte aus." Daß cs nicht fchtvcr fallen werde, auch die deutsche Wissenschaft gleichzuschallen, mußte jeder, der sich an di« Rolle deutscher Hochschulprofessoren während des Krieges erinnert, voraussehen. Diese-Herren waren von alterSher gewöhnt,„habtach.l!" zu stehen und fühlen sich erst jetzt wieder wohl, da sie cs müssen. Die Juden hat ein rechter deutscher Wissenschaftler nie gemocht, auch dann nicht und erst recht nicht, wenn er sie brauchte, und von eigenem Bolles AuSerwähltheit war er umso überzeugter, je mehr die Welt über solche Einbildung lachte. Muß solche Wissenschaft nicht freudig mitlun, wenn die Möglichkeit winkt, nun zu völliger Rassereinheit auch auf ihrem eigensten Gebiet zu kommen? Sie muß! Und so hat denn der fünfundvierzigste Kongreß der D e u t sch e n Gesellschaft für innere Medizin durch die Eröffnungsrede Professor SchittcnhelmS dem „Gedanken" Ausdruck geben können, daß ztvar die Gesellschaft sich bisher als Träger rein wissenschaftlicher Ziele gefühlt habe, daß aber die gewaltigen Wogen der nationalen Umwälzung viel zu hoch gegangen seien, als daß sie nicht auch dies« traditionelle Haltung hätten erschüttern müssen.— Ja, da hat man immer gemeint, den Medizinern müsse cs auf die Medizin ankommen und aus fic allein, nnd jetzt hat der Gefreite Hitler die-Herren Professoren belehrt, daß es darauf ankommc, die Medizin zu einer deutschen zu machen! Noch tveiß man nicht, ob das über die Grenzen zu uns gewanderte Gerücht Vorbote der Wahrheit ist, daß nämlich syphilitische-Hakenkrcuzler sowohl die Wasser« mann'schc Untcrsnchungsmcthode als auch di« Behandlung mit Salvarsan ablehnen, weil beide von Juden stammen und ein rechter Nazi lieber verfault, als nichtdeutscher Wissenschaft seine Gesundheit zu danken, aber wahr ist, daß Herr Professor Schittenhelm ohne Widerspruch erklären konnte:„Bei aller Anerkennung der Verdienste so mancher fremdstämmiger Mitglieder um die Forschung begrüßt die Deutsche lÄescllschaft für innere Medizin die Säuberung auf allen Gebieten auch vom eugenetischen und biolo- aischen Standpunkte aus."— Eugenik ist„Rasse- Verbesserung", womit aber nicht der völkische Rassekimmel gemeint ist, sondern das Bemühen, durch Anwendung aller hygienischen Möglichkeiten, durch Erforschung der Bererbungsgesetz«, der sozialen Einssüssc usw., zu leiblicher und geistiger Höherentwicklung der Menschheit zu kommen. Wie die völkische Eugenik im Dritten Reich, der die Habtachl-Mcdiziner so geschwellter Brust entgegeni'ehen, aussebcn wird, läßt die Bcr- sügung des Herrn über das preußische Schulwesen, des Reichskommissars Rust— die Verfügung zu- Gunsten der du rchgc falle neu Hakcnkreuzbuben ahnen: Diszi- vlinar- nnd Schnlstrafen wegen-Handlungen aus nationalen Gründen sind anfzuhcbcn nnd Schüler, die nachweislich dadnrch znrückbliebcn, daß sic sich mit ganzer Kraft der nationalsozialistischen iiewegung widmeten, können in hölu'rc Klassen versetzt werden.— Immer schon haben das die jüdischen Studenten den völkischen voranSgehabt, daß sie. ekle Egoisten, gelernt haben, während die anderen sich völkiick-cn Hochzielen widmeten. Dieser Slrcbcrei ist jetzt ein Riegel vorgeschoben, ein sehr sesler: die Inden dürfen überhaupt nicht mehr studieren, und die anderen brauchen nicht mehr zu lernen, sondern steigen umso sicherer ui höhere Klassen ans, je weniger sie gelernt und je eifriger sic sich mit ganzer Kraft der nationalsozialistischen Bewegung widmeten. Das 'st natürliche Ansscsc, durch keinerlei fremdrassige Einmischung gestört,— ist der geradeste Weg zur völkischen Eugenik, di« Meüizinprofessorcu werden zufrieden sein, bald wird auch die jüdische Erfindung des Lesens und Schreibens nickt mehr rassischer Ausstieg hemmen und cs wird, traun, schon«in Schittenhelm zur rechten Zeit da sein, um eine nationale Woge zu preisen, die alle international-jüdische Wissenschaft w«g- schtvemmte und den deutschen Studenten zu solchen von keiner früheren Eugenik vorausgeahnten Höhen emportrug! Minister sür soziale Fürsorge Dr. Ezcch empfängt am Dienstag, den 25. April, keine Besuche. Das Ernährungshilfswerk für arme Schulkinder. An dem Ernährunashilfswerke für arme Schulkinder int Winter 1932-33, das vom Ministerium für Bolksvcrpflegung im Wege der Deut-' scheu Landeskommisston für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Böhmen veranstaltet wurde, nahmen alle 101 Deutsche Bezirksjugendsürsor- gcn und das Liebicgsche Kleinkinderland in Alt- yarzdorf, zusammen also 102 Fürsorgestellen teil, die 1190 Ausspeiscstellen errichteten, in denen zusaninten 94.559 bedürftige, arme Kinder gemeldet waren. Als staatliche Beihilfe wllrde der Deutschen Landeskommission voni Ministerium für Volksverpflegung der Gesamtbetrag• von 494.000.— Ift überwiesen, der auch restlos für diesen Zweck zur Ausgabe gelangte. Ta könnte eine behördliche Ueberprüsung nicht schaden! Das„Prager T a g b l a t t" brachte gestern folgendes Inserat: Emigranten auS Deutschland lvclchc in Deutschland B a r k a p i t a l haben, können hier sofort K C erhalten. Inschriften unter Chiffre:„Kompensation 3020—1" an die Verwaltung dieses Blattes. 1804 Vielleicht stammt dieses Inserat lediglich von einem findigen, aber sonst korrekten Kaufmann. Da aber doch auch die Möglichkeit besteh:, daß da einer versuchen könnte, die Not der Emigranten a u s z n n ü tz c n, wäre eine Nachprüfung nicht ganz überflüssig! Ucbrigens treibt das Jnfcratenwesen auch sonst etliche Blüten mit Ocffnung nach den Emigranten. In derselben Nummer desselben Blattes werden „j üdische C h c m i k c r" gesucht,„ö i c i n Deutschland berufstätig waren". WaS wird da gespielt? Dieses Inserat ist so abgefaßt, daß uns aus Leserkreisen Anfragen zukamen,, die Bedenkliches ahnen. Also auch da wäre Nachschau zu hallen! Nie sollst du ihn befragen... Zu dieser Notiz in der Freilagnummcr unseres Blattes schreibt uns ein Genosse: Es mag ja sein, daß irgend ein Urahne Adolss Schaindl oder Salomon oder Abraham hieß und aus östlichen Gauen gen Westen zog, biö er hier irgendwo seßhaft wurde. Der Nazi-Rassenforscher Günther selber Hal ja festgestellt, daß der Typus Hitlers als eine ganz miserable Promenadenmischung anzuschen ist. Aber mütterlicherseits stimmet daü bestimmt nicht. Seine Mutter war«ine geborene M a l y und die Wieg« ihrer Vorfahren dürfte bcstiinmt eher in Podiebrad, denn im Teutoburger Walde gestanden haben. Die nationalen Tschechen haben also alle Ursache, stolz zu sein, daß ein Halbtschcche Reichskanzler ist. Für die reiustämmigcn Germanen ist das aber einigermaßen betrüblich. Als Gendarm von Hildburghausen, das wäre schließlich noch gegangen. Als Reichskanzler aber....? Die„Gleichschaltung" der Presse. Auf Grund von Vereinbarungen zwischen dem-Hamburger S c u a t, der G a u l e i t n n g der NSDAP und dem Verlag des„H a m b u r g e r Anzeigers" stellt sich der„Hamburger Anzeiger" „r ü ck h a l t l o S in den Dienst der Reichs- und Hamburgischen Regierung". Um eine positiv« Nkitarbeit an diesem Aufbauwerk im Sinne deS Reichskanzlers zu gewährleisten, l>ar der Gauleiter Karl Kaufmann den bisherigen Hauptschriftleiter deS nationalsozialistischen„-Hamburger Tageblatt"-Hans Jacobi beauftragt, die Hanptschriftleilnng deS„Hamburger Anzeigers" zu übernehmen und ihn ermächtigt, die notwendigen. personellen Veränderungen Kuropa-Meisterschastsspiele MM—MklWoßM Mrs am 30. April in Karlsbad und am 1. Mai in Bodenbach. Nur noch acht Tage trennen uns von den wichtigsten Spielen, die unsere Vertretung in der Europa. Fußballmeisterschaft zu absolvieren hat. Ungemein großes Iuleresse herrscht schon innerhalb des Sport- publikums. Der 5. und 0. Kreis rüsten, um diesen Veranstaltungen einen würdigen Rahmen zu geben. Noch kein Fußballspiel hat ein so gewaltiges Interesse ausgelöst,' als gerade das Zusammentreffen mit dem Spitzensührer unserer International«: O c st e i« reich. Und mit Recht, denn Oesterreich ist sich bewußt, daß beide Spiele, das in Karlsbad sowie auch jenes in B o d e n b a ch, zu den schtversten zählen, die in dieser Konkurrenz ansgetragen werden, das vorzügliche Spiel unserer Verband self in Polen hat den anwesenden österreichischen Techniker veranlaßt, die derzeit beste österreichische Landkreis zu stellcu. Denn Oesterreich ist nicht gewillt, den Vorsprung, de» cs bisher besitzt, aufzugeben, während unsere Vevbandsels versuchen wird, die punlle- gleichen Polen und Ungarn hinter sich zu lassen. Es ist heute schon klar, daß mit sehr spannende» Käu u zweier techn sch hervorragend beschlagenen Mannschaften gerechnet werden kau».. Die große Verantwortung liegt bei den Technikern der beiden Verbände, die aus der großen Zahl qualifizierter Spieler das beste Material sammeln und zu einer Mannschaft formieren, die sich finden muß und mit einer Gc-san-tteistung austvartet, die der Spielstärke der Betvegung entspricht. Die Oestcrreicher haben cs in dieser Beziehung nicht so schwer als unser Bundesspielleiter. Ihnen stehen ein« groß« Zahl hochklassiger Spieler zur Verfügung, die in Punkio Spielsystem all« über einen Leisten gehauen find und sich sehr rasch zu einer geschlossenen Mannschajt finden. Oe st erreich meldet folgende Aufstellung: Iankowitz(Ideusladt); Brzczowsky(Erlaa), Kohn(Zentralvercin); Dionys iSiebenhirteu), Krcßl(Feuerwehr), Lischt»(Schwechat); Lobo t k a(Elektra), F o r r«i t h(Gaswerk), Kohl Hauser(Neustadt), Zopp(Erlaa), G s p a n n (FAC.).— Reserve: Weber(Neustadt), Gollo- Pranz(Gaslverk 8), Artinowicz(Zentralvercin), Löwy (Erlaa). Und unsere Vertretung? Sic ist zur Stunde noch nicht perfekt, nachdem in Polen drei der besten Spieler verletzt wurden, auf deren Miiwn« kung der Vundesspielleiter n'cht gern verzichten möchte. Feststehend sind bisher die beiden Tormänner Hampel(Eger) und Schlosser(Settenz); für die Verteidigung Klupsa(Nestevsitz) und See- ni a n n(Weislirchlitz); im Half B l l n(Kleiu-Angezd) und Fiedler(Krochwitz); sür den Sturm stehen beide Flügel mit Hirsch und Ma l-i k(beide Weis- k'rchlitz) sicher, während für den Innensturm bisher Schwab(Pihankcn) in Betracht gezogen wurde. Die Posten des Mittelläufers, Mittelstürmers und Linksverbinders stehen noch offen. Auch die Besetzung der Resevvsleute erfolgt erst nach Feststellung der Mannschaft, die am Anfang der kommenden Woche vorgcnomnicn wird. Es ist also in beiden Lagern mit größter Gründ- lichkcit an die Auswahl der Spieler hcrongcgangen tvordcn. Zur Teilnahme an beiden Spielen sind nur fünfzehn Spieler berechtigt, so daß sowohl in Karlsbad wie in Bodenbach di« b e st e n Spieler ans den Plan treten müssen. Wir werden int Lause der kommenden Woche ein genaues Bild unserer Mann-' lchaft geben. Sorgt in be'den Spielen für einen Massenbesuch! int Redaktionsstab des„Hamburger Anzeigers" durch;« führen. AuS dem Zug gestürzt. Der 23jährig« Soldat Johann N e m 6 t h kehrte von seinem Urlaube aus P a r k ü ii in der Slowakei zu seinem Truppenkörper, dem Artilleriercgiment Nr. 251 in Bilin zurück. Auf der Strecke 2ck)rcckenstcin. Aussig verließ er das Nichtraucherab eil und begab sich aus die Plattform, nm eine Zigarette zu rauchen. AuS unbekannter Ursache siel er plötzlich von der Plattform auf die Strecke. Nach Bckanni- werden des Unfalls wurde er von seinen Kameraden gesucht und im Eisenbahngraben t o t ausgefunden. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus Den Programmen. Montag.. Prag: 6.15: Gymnastik, II: Schallplattcn, 16.2.'!: Deutsche Sendung: Dr. Weist: Die Angst vor dem Wunder.— Brünn 16.10: Orchestcrkonzcrt, 18.25: Deutsche Sendung: Französisch. Preßburg: 17.15: Zigennerlieder, 20:„Ihr Kapitän", Operette.— München: 21.40: Kleines Intermezzo.— Berlin: 21.10: Hinter Schreibmaschinen. — Leipzig: 20: BrahmS-Abend.- BreSlau: 20: Alte und neue deutsche Balladen.- Wien: 21.10: Orchesterlonzcrt Dienstag. Prag: 6.15: Gymnastik, 10.10: Deutscher S ch u l f'U n k, 17.50:- Schallplatten,. 18.25:'D e u l- sche Sendung: Dr. Frankl: Welche Krankheiten lverdcn in den verschiedenen heimischen Bädern geheilt?, 19.25:„Komödiant im Hermelin" Lustspiel, 21.25: Violinkonzert.— Brünn: 12.30: Orchesterkonzert, 18.15: Deutsche Sendung: Dr Schönfeld: Die Kopfgrippe, 19.10: Cello-Konzert.— München: 20:„Der Zerrissene", Posse von Ncstroo, 21.80: Kammermusik.— Berlin: 21: Hugo Woll. Anteil Bruckner.— Königsberg: 20.05: Kamnier- muslk.— Breslau: 21: Bunte Musik.— Wien: 19.25: Der Mantel, 22.45: Barmusik Rr. 96. Sonn«-!,. 26.«kprss 1986 Der Geist moderner Technik chtal waschen kinderleicht Georg Schicht A.G., Aussig. Vereinsnachrichten rb Alts der Partei BezirkSorganisation Prag. Montag, 24. Gerichtssaal Prager Zeitung• Parterrelogen I. Ranglogen TI. Ranglogen TTI. Ranglogen••• Grtflcniw 1. Reih».. Barverkauf an ist jedem Haushalt dienstbar gemacht. Die alten qualvollen und unzureichenden Waschme* thoden sind zu Ende. Tausende kluger Hausfrauen gehen mit der Zeit und lassen die viel« seitige Arbeit des Waschens durch Schichtal besorgen. Schichtal wäscht alles wie neu. 8 rtzeites. lümmett eury um mm Ingen»! Unterstützt die Kinderfreundebewegung und di« Jugendorganisation. Der Sozialismus beginnt nicht tu ta Dersammknng,«andern in der Fsmillel hau», wichtige Sitzung der vezlrkSver- iretung. Beginn pünktlich 8 Uhr. Teilnahme aller Mitglieder des BildungsauS- schusses notwendig. N S&noerkriea auf der Warlharg ijt für uns legendär geivorden und das Ze talter HanS Sachsens und der Meistersinger, als unsere Porelierit eine hochennvlckelle Stimmkultur ihr eigen uannlen, liegt wett zurück. Wir modernen Menschen haben nicht Zeit,«Besang zu pflegen, Kr se und Will, schastsnot nehmen uns voll in Anspruch Tie alten Regeln der Meistersinger, Stimmkultur zu üben, dürfen wir aber auch im modernen Leben nicht vergessen. Denn auch unsere heutigen Berufe, gleich welche, verlangen eine gutgepsleg c 2t nunc, angenehm wirkenden Atem und frei sein von Duften und Heiserkeit Ein Huktenanfall zu ungelegener Zeit kann mehr als peinlich wirken und einen heiseren, se ne Ware anpreisenden Kaufmann, kann man nur bedauern. Darum, tragen Sie stets Lakerol-Tablet- ten ans Brauner'« Apotheke„Zum Weihen Löwen", Prag kl., PfikopN 12, bei sich, lasten Sie einige male Im Tage eine Tablette Int Munde zergehen und Sie iverdeu von Husten, Heiserkeit und böSarfgen Halsinsekt ionen verschont bleiben Machen Sie heute noch einen Versuch, Lakerol ist überall erhältlich. 1926 Zwei Mrchenelnbrüche. Ans welche» Motiven dumme Hungen zu Verbrechern werde«. Prag, 22. April. Am 10. Feber d I. wurde gegen Mitternacht in der ProkopSklrche in Lidkov eingebrochen. Die Beute war nicht beträchtlich, denn da« Tabernakel widerstand den Versuchen, es aufzubrechen, so daß die dort aufbewahrten Messgeräte im Wert von 2000 K nicht entwende, wurden. Nur eilte Sammelbüchse mit ISO K fiel den Dieben in de Hände Am 25 Mär; erschien der ISjährige Handlungsgehilfe Eduard Krafek aus LiLkov auf der Pollzeidireklion und gab an, das, feine Kameraden Anton Kv> kala und Alois Pkibyl sich ver- abredet hätten, am folgenden Abend in der Peter- «nd Paulkirche auf dem Wyschehrad ein- zubrechen Bei dem wlgruden Verhör siestlc stch nun zur allgemeinen Ueberraschung heraus,-aß der Angeber selbst an dem Einbruch in die iiii lover Kirche al- Aufpaster teilgenommen hatte Offenbar glaubte er durch d'e Anzeige der geplanten zrveiten Einbruches straffrei zu werden. Darin haue er stch freilich getäuscht. Man behielt ihn gleich in Haft und entsandte am nächsten Abend sechs Detektive in d!e Wyschehrader Kirche, die stch dort umschließen liehen, um die Einbrecher in flagrant' iestzunehmen. Tatsächlich stieg gegen Mitternacht Anton K v i Lala, der auch beim ersten Einbruch die handelnde Person war, während sein Kumpan nur aufgepah' hatte, durch ein Fauster in die Kirche ein. Sn der Hand h'elt r ein 60 Zentimeter langes Bajonett, das er als Stemmeisen zu verwenden gedachte und ging damit auf den Hauptaltar los. Ein Detektiv utnschlang ihn von hinten, so dah er stch nicht rühren konnte. Der Ueberraschte rief entsetzt auSt„Jesus Maria— böse«Leister!" Sein Gefährte, der von Noug'er getrieben, seinen Aufpasserposten verlassen hatte und dem KviSala in die Kirche nachgefolgt war, lief den Polizisten schnurstracks in die Arme. So sahen die drei jungen Burschen, von denen noch keiner daS 19. Lebensjahr überschritten hat. heute wegen des Verbrechen« de« vollbrachten und oersuchten Diebstahls geweihter Gegenstände vor dem Senat Lvambera. Alle drei stamme» aus sehr anständigen Familien und sind auch bisher— bi« auf den Angeber Krafek— unbescholten. Der .Hauptschuldige K v i ö a l a erklärte auf die Frage nach dem Beweggrund, er habe nach Stallen fahren wollen. Krafek antwortete er habe sich einen neuen Winterrock kaufen wollen, und der dritte, AloiS Pkibyl, weinte nur bitterlich und bl'eb die Antwort schuldig. Er hat sich eben bereden lasten. Sicherlich handelt es sich— wenigsten« bei dem Letztgenannten— eher um einei. unüberlegten Lausbubenstreich, als ein schwer zu ahndendes Verbrechen. Auch der Gerichtshof war offenbar Liest: Meinung und verurteilte ihn zu einer bedingten Kerkerftrase von drei Monaten. Schlimmer erging es den beiden anderen. KviSala erhielt neun und der Angeber Krafek fünf Monate schweren und verschärften Kerker« unbedingt. viel bemerkt und entsprechend kommentiert ivurde die befremdliche Tatsache, daß der bekannte Bertetdige.r Dr. Mellan, der die Vertretung de« Hauptbeschuldigten übernommen und von dessen Mutter, einer armen ArbeiterSfrau. 400 Kronen Vorschuß erhalten hatte, zur heutigen Hauptverhandlung weder selbst erschienen war, noch einen Substituten entsandt hatte. Jugendbewegung. Freie Der. Soz. Akademiker— E. I. II. Man- iag, den 24., 7 Uhr. Ausschußsitzung. Ratlonatökonomie-Bemeinschast. Montag, den 24. April, 8 Uhr, Heim der 2. I. II. Alle pünktlich kommen. der- Theater-TageSkasse und bei Optiker Genossen Deutsch, Graben, PalaiS Koruna. Sonntag, den SO April tSSS nm« tthr abends im Renen Deutsche« Theater. Unser Matfestabend wird in diesem Jahre nicht in einer gewöhnlichen Operndorstellung, wndern in einer besonderen, künstlerisch höchsttvertigen Veranstaltung bestehen. ES ist dies ein festliches fumpyonifches Konzert mit 9teaHationen unb(Belang. Leitung: Opernchef Prof. Georg Szäll. Mitwirkung: Zwei erste Künstler des Ensembles: Fran Lydia Kindermann(Altistin), Herr Fritz Volk(Sprecher). Das Orchester des Deutschen Theaters. Ufroorommt W. A. Mozart: Ouvertüre zu„Figaro« Hochzeit". I. W. Goethe: Chor der Schmiede an«„Pandora".)* cn Fr. Schiller: Stauffacher-Rede au«„Wilhelm Tell'./ Fr. Schubert: Unvolleirdete Symphonie. I. W. Goethe: Prometheus(Schubert). i jjrau gyda Kindermann. I. W. Goethe: Grenzen der Menschheit(Schubert)./ L. V.' MaiMbeiiil der BezirksorgaRisafio» Prag. Turulokal: Deutsche« Siaatsreal- gymnasium, Prag II., Ltöpanikii • Nr. 20.— Turnstunden: Frauen: Montag und Donnerstag, 19—21 Uhr; Männer: D eustag und Freitag, 19—21 Uhr: Kinder: uosa^CV Samstag, 18—17 Uhr.— Spar» ton: Leichtathletik, Tisch-Tennis, Schach. Wassersport. Hazena.— Monatsbeitrag: S.öO Ki Anmeldungen können in den angegebenen Turnstniii-n erfolgen Filme w Prager Udiispiewau«ero bi« einschließlich Donnerstag, den 87. April. Aran-Urana:„Fünf von der No^band"— Adria:„Der Adjutant Seiner Hoheit.'- Alfa: „Und die Sphinx spricht..."— Bersuek:„Ter Paradiesvogel."— FSnlx:„Ter Adjutant Seiner Hoheit."— Flora:„Der Paradiesvogel."— Gau» mont:„Die Unschuld vom Lande.'— Hollywood: „Dte Galavorstellung de» Fra teil! ni" — HvLzda:„Der Adjutant Seiner Hoi-eit."— Juli«: „Mllady."— Kinemo, B.-TH.: Kourn., Report., Groteske. Ab halb 1 bis halb 8— Koruna:„Die Galavorstellung der Fratellini."-- Kotva:„Paris liebt und iubelt!"— Lneerna:„Paris liebt und jubelt!"— Metro:„Ich und die Kaiserin."— Olympte:„Da« Geheimnis de« Lebanon«."— Passage:„Ich und die Kaiserin."— Praha:„DaS Geheimnis de« LebanonS."— Radio:„Baby."— Tkaut:„Mein Leopold."— Svötozor:„Die Unschuld vom Laude." — Alma:„Tie Veilchen der Kaiserin Eugenik."— Avion:„Die Herren vom Maxim."— Bastal:„Tas Geheimnis der gelben Zimmer»."— Favorit: „Baby."— Kapitol:„Der träumende Mund." — Konvikt:„Drei Musketiere."— Lido:„Di« Fensterchen."— Louvre:„Der Paradiesvogel."- MaeeSka:„Liebesquartett."— Perrtyn:„Ta« Fensterchen."— Roxy:„Baby."— Valdek:„Baby."— Erstausführung:„Menschen im Hotel" von Bicky Baum am M i 11 w o ch. Regle: Liebl; Hauptrollen: Hertha v. Walter a G., Andergast. Bertram, Har- vrechl, Musil, Taub, Balk ctc.(B 1. Abonnement- autscheine gültig.)— SamStag In der Kleinen Bühne Erstaufführung:„In jeder Ehe*(The love game) von Chesterton und Reale. Regie: 2uliu« Gellner a. G. Beim Sundeklcher. Ei» Zeitbild. ES hat Zeiten gegeben, da es zum guten Ion gehörte, stch beim Worte„P s e r d e f l e t sch" vor Grauen zu schütteln. Heute decken breiteste Schichten ihr Bedürfnis noch Fleischnahrung beim Pserdefleischer. In den Arbeitervierteln haben es solche Gewerbetreibend« tm Laufe weniger Jahre zu prunkvollen Läden und eittem stets noch wachsenden Rtesenumsatz gebracht Aber Hundeselcher...'? Und doch— auch da» gibt e»! Irgendwo in einer N o t k o l o n i e, weit draußen an der Peripherie, in dem Elend»« Milieu, da« jeder Beschreibung spottet, wo in einem einzigen Raum vier bi« sechs Personen jeden Alter« und Geschlechte» schlafen und doch noch„Untermieter" gesucht werden— in dieser Jammerwelt hat sich also ein Mann unbekannter Herkunft sein heimliche« Gewerbe eingerichtet. Denn auch hier ist auch da» Pferde- fleislb ein unerreichbarer Leckerbissen geworden. Der Mann verkauft an seine Bekannten Hundefletsch. Tie Ware ist spottbillig, denn da» Schlachtvieh kostet nichts. Das fängt er und feine Teilhaber auf den Straßen. Dann selcht er da« Fleisch kunstgerecht in einer Vorrichtung, die ich nicht näher besichtigen konnte (er war sehr mißtrauisch und ohne die Vermittlung eine« Bekannten wäre ich nie In den „Laden" gekommen). Wie e» in diesem„Laden", einem mit Brettern notdürftig verschlagenen Erd loch, auSstth und roch, will ich lieber nicht beschreiben. Hier holen die ringsum hausenden Berdammten dieser Erde hie und do einen Trocken Fleisch. Und sie nehmen keinen Anstoß. Sie erzählen gmz frei und offen ohne sichtlichen Widerwillen und obne Auflehnung und Entrüstung von den geichästsmetboden ihre« Lieferanten. Er muß»in tüchtiger Geschäftsmann sein, denn er schickt, wie man mir erzählt, Hausierer mit seiner Ware au», die diese in anderen Notouartieren unter der Hand an den Mann brinaen. Sie erzählen noch andere», was einem nicht leicht wird, wieder- zuoeben. Daß nämlich dieser kluae GelchäftS- mann leine Ware attch durch verschiedene Surrogate zu„strecken" weiß, wenn einmal Man- gel an„Originalwäre" eintritt. Daß eS ihm nicht daraus ankommt, wenn einmal mangel» HundefleischeS attch eine Ratte in die Räucherkammer wandert... genug! Ob dieser lluge Geschäftsmann der einzige seiner Zunft ist? Ich weiß e» nicht. Fch weiß nur. daß der Hunger stärker ist, als alle anerzogenen Hemmungen und in der Rot nicht nur der Teufel Fliegen, sondern auch der Menich Hunde und Ratten frißt. Bi» dabin bat e» das gottgewollte kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem"lstck- lich gebracht. Bg. Beethoven: Hl. Leonore-Ouvertüre. Preise der PiStze r 6rtii«geb a. ieleatuj>brn»i(e*ii«n MII Ctlak«, l3.atKlevil.tawe dewMl-l.»een,»be->n,un,«U!«ei Zuilell»»« Nr» o-ll»»»er»«>«»»u, durch die«»si monolllch tu 16.—.»NriegitzrUck U ü.-, tu SS.—, tumnu« tu ua.—,— gnsernä nxdxa tut Zant»Mi«b beirchurl, M Slam tlnlWIlKMU>re>»RLchl»z.— Jtüdfieflum Ul Rialiüftrchl«»«rt»I«r Ul M CtHutua« kl HttwfiMrtiu. LE iaikEIX''.' rttile^ 1 i]» uhuiii rq h., M fnUUA m'- MWH 2 K8 85.- itaiiteiiiftifr 9.-4. Reihe KS 90.- Datkonsstze 5.— 7. Reihe. Kt 16.— KtS 85.- Parkettsitze 5.—12. Reihe KS 18.- Gateriegtze 1. Reitze... KS 18.— KS 65.- Parkettsitze 18.—20. Reihe K6 16.- Ealerlesitze 2.-6. Reitze. K8 19.— KS 45.- Balkonjitie 1. Reitze... Ki 19.- lSalerlesltze 7.—10. Reitze K8 10.- K8 21— Balkvntitze 2.-4. Reitze K8 18.- Galeriesettensilie.... K« 9.— Seife 8 Sonntag, 28. April 1W8. Kunst und Wissen 1 I ♦ seines VA jeisw Freund« .hcaicr s-ftllch )K>r afii’t Jahr- Nransführung!>>> Jntonationstrnbnngcn nnd nicht zur richtigen Geltung Anstand Kauft nur bet unseren Inserenten! p&l|erfi»d GefiMeB ,30000000000000000000000000000005 Bürgerlicher Sport. Ist 3(f. Praha DFL. Prag? Dir Prager DFL. weilte bekanntlich z» Ostern in Polen, nnd zwar in Krakau, wo er zwei Spiele absolviert«. Wie uns nun mitgeteilt wird, schreiben die polnischen Blätter In ihren Bericht nicht direkt vom DFL Praha, sondern von einem FL. Praha, wobei in Klammern angesührt wird: ehemals DFL. Welche Betveggründe dl« Leitung des DFL. Prag dazu be *»LMMsV, MiVlUö| [ Kranken, Blutarmen. Altersschwachen und 0 i Tuberkulosen reichet nur Mittel, die ärztlich 8 begutachtet und erprobt sind. O Dieses Nittel Ist| ! E Molars Leclfercliinat. 8 > Rasche Blntbildiing. Gewichtszunahme und S > blühendes Aussehen schon nach kurzfristiger 8 ! Einnahme. Erhältlich in allen'Apotheken. 8 0OOOOOQOO00O0OOOOO0OOOOOOQOOO0O’ Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theater». Tonntag, 11 Uhr: Kammermusik; 2% Uhr: „Mädchenjahrc einer Königin": 71L Uhr: „Eine Frau, dieweiß. w a s sie will"(B 11. — Montag, 7J4 Uhr:„Glückliche Reise" (A. A.1 Volkstümliche Börslellnitg.— DicnStaa 7K Uhr:„Rigolet t o"- Uhr:„In jeder Ehe", Erstansführnng. Ler Tklzrei nach vttllgeu itutopneus ist voransgeahnt worden. Es wird wohl nicht allge- mein bekannt sein, das; die Matador A.- G. Bratislava-Praha in Voraussicht der kommenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten schon voriges Jahr im Feber den ersten Schritt dazu getan hat, um eine ganz einschneidend« Verbilligung der im Inland erzeugten Matador- nnd Semperit- Pneus vorznnehmen. Die Matador- Werk« sind jedenfalls den ein- mal eingcschlagenen Weg weilergegangen und haben schon im August des vorigen Jahres einen außer, ordentlich billigen, dabei aber hochklassigen Reisen heranSgebracht, der als Type Rex bezeichnet wurde So wie man heute bei den Autos von Volks.Typen spricht, könnte man also ruhig den Rex-Pneu der Matador- Werke als Volks-Pneu ansprechcn. Die Matador- Werke, die ursprünglich diese Volks- Ausführung nur in acht Dimensionen brachten sind wieder einen Schritt vorwärts gegangen und haben in den letzten Wochen die Anzahl der Dimensionen ans 17 erhöht Ta cs sich hier um die gangbarsten Größen handelt, wäre so ziemlich jeder Äutobesitzcr, wenn er nicht gerade eine ältere Wagen-Type Hai, in der Lage, diese VolkS-PnenS der Type Rex- Matador und Rex-Semperit zu sehr billigen Preisen zu laufen. Es muß jedenfalls darauf hingcwiefen werden, daß der Bahnbrecher für Verbilligung des PncuS-BudgctS Matador-Semperit war, was gewiß viele, viele unserer Auto» mobilislen zu danken wissen werden, ganz abgesehen davon, daß ja auch die 80jährige Erfahrung dieser Firma und deren guter Ruf für gute Qualität bürgt.' 1089 Mlneral-Moorbüder im Haute und zu ftdee Lahepszett? Die segensreiche Wirkung von Moorbädern bei vielen Leiden haben schon die Menschen früherer Jahrhunderte erkannt; die Heilkraft nnd die speziellen Wirkungen sind natürlich bei den einzelnen Mooren verschieden. Eines der höchstwertigsten Moore.in medizinischer Hinsicht ist das Sooscr Moor bei FranzenSbad. Die Moorerdc ist hier innig durchdrungen von mine- ralischen Snbstauzen. Unzählige alkalische, glanber- salzhaltige Eisensäuerlinge durchziehen die anSge- dehnten Moorlager und es entstehen unaufhörlich chemische Wechselwirkungen, deren Endprodukte iür den Menschen wahren He lbalsam ergeben Hunderte von medi;inisd)en Gutachten bezeuget! die Heilkraft von Mattoni's Moorsalz und Moorlauge Besonders Mattoni's Moorialz, das leit über 1t) Jahren in hervorragenden Kliniken und-tt der Privat-Prax'S in seiner Heilkraft erprob: ist, hat alle anderen ähnlichen Produkte in den Hintergrund gedrängt. Mattoni's Moorsalz und Moorlangc'Schutz, marke: Eule mit Brill«) haben tausend nnd aber, tausend Leidenden, die sich zur Wiedergenesnng eine Badereise nicht gestatteten konnten, Hilfe gebracht: auch für Nachkuren eignen sich diele Produkte gatt' vortrefflich. Hervorragende ärztliche Kapazitäten empfehlen Mattoni's Moorprodukte bei chron, Unterleibs«!- krankungeu. Gicht, Rheumatismus, Ischias be- verschiedenen Frauenleiden und Skrofulose Bäder mit Mattoni's Moorextrakteu verleihen neue Gesundheit und Jugend Auskünfte durch: Heinrich Matton«, A hi.. Prag 11,, Siel. nüm. 4.- 1910 “U feeßflibtMadjt 3 n Hab fiehn Oes llasienbeimchlen Arbeiters gehört 0. Zenlralorgan. der InttlAtn kozlatdcmokr. Arbeiterpartei „So^ialbetnofraf“— wogen haben, eine solche Namensänderung vorzuuehmeu, das zu beantworten, wird di« Oefsent- I ich leit wohl sehr iiilcressieren. .i»„"„.°",'^.c.k Bon wiov nni. JubilönmS-Frstvorstellung. Am Freitag beging das Prager Deutsch« den 150. Jahrestag seines Bestandes würdig und richtig mit einer Ausführung jener Opern", deren ebensalls fast cinundeiichald hundert« zurückliegende Prager auf den heutgen Tag daS illusiretie Faktum der böhmischen Theater- und Operngeschicht« geblieben ist. DaS erste Wort Über dielen Jubiläums Abend noch vor seiner künstlerischen Würdigung— hat unser«- Erachtens dem Umstand zu gelten, daß er durch die Amveienheil des Präsidenten der Republik auch staatlich kulturpolitisch«, national- internationale Weihen erhielt, denen gerade in dieser Zeit erhöhte nnd über die Massen erfreuliche Bedeutung zukonunt. Präsident Mazaryk, bei dessen Eintritt In di« Loge das Orchester die tschechische(und daun die slowakische) Hymne intonierte, wurde vom Publikum mit verehriiugsvollstem Beifall empfangen und wohnte der Vorstellung bis zum Schluß bei. Tas Prager Deutsche Theater beging den kuit|l- historischen Gedenktag m» einer nmsikalisch und szenisch historisierenden„Ton Giovanni"-Anffüh- rnng, der nicht nur Vollkommenheit und Geschlossenheit des Stils nackzurühmcn ist, sondern de dar unvergänglich« Werk in seiner gaitzcn Größe gerade durch die Einfachheit nnd Natürlichkeit aller Mittel dem Verständnis uird der Liebe näher brachte als di« Legion von„Don Jnan'-Jitszenierungeit, mit denen sämtliche bedeutenden deutschen Bühnen In diese Partitur und in dieser Libretto Ting« hine'ngehcim- nissen wollten, deren scheinbare Rätselhaftigkeit nur durch einen Schlüssel zu lösen ist: durch die unkomplizierte Hingabe an eine göttlich heitere Erfindung tieferen Wesens, als an ein„dramtna giocoso", da- mit der Sprache der Musik und durch einen ihrer erhabensten Meister die Linie zeichnet, auf der sich vom sorglosesten Spaß bis zur letzten Tragik alles Menschliche versammelt. Sowohl dem Bühnenbildner PI r ch a n als auch dem Regisseur Mordo ist hoch anzurechnen, daß sie alle ihre Künste, die sich mit absolutem Erfolg um eine Wiederherstellung der Szene des Ur- „Don Giovanni" bemühten, dennoch nur in den Dienst des Musik- Geistes stellten, der wiederum so, wie Szöll ihm am Pult mit diszipliniertester Verschmähung aller kapellmeisterlichen Effekt«, mchc- zukomtnctt sucht«, als Offenbarung eines völlig nirbc- schtvcrten, noch das Tragische in klares Sonnenlicht tauchenden Genius erschien. In dieser'Ausführung ist nichts mehr da von den angeblichen Don Inan- Mysterien, von philosophischer Durchgrübelnng und psychologischer Durchdringung des Werks, angeblichen Zerfalls In zwei Teile, seiner problematischen Charaktere. Und das ist gut so. Ein sröh- licheS Spiel, an das Kindlich« im Gereift-Mettschlichen appellierend, ist dieser„Don Giovanni", in schlichtem und doch geschmackvollem Rahmen, der samt seinem Inhalt(den einfach-einprägsamen Bildern, dem aller tümelnden Vorhang, dem naiven ewigen Luster) b,- nnd eben wegen seiner Gefälligkeit das Optische nicht daS Musikalische überwuchern läßt, ans dafrüheren, mit aller Büchertvcisheit belasteten Ti Juan-Inszenatoren am tventgsten angekontmen Wäre in dieser Hinsicht noch ein Wunsch zu tun, der, daß den einzelnen Akteuren in diesem halben Puppenspiel nuanciertere Betvegnng zugeteilt werden könnte.(Und da man dentnächst Verdi italienisch bringen wird, wäre daraus hinzuweilen, daß auch der phantasieloseste Hörer zu restlosem Verständnis dieses„Don Giovanni" gelangen dürst«, wenn er sich zu diesem Stil noch die Sprache d«S ltalienisciteu Originals vorzustellen vermag.) Musikalisch ist bei dieser Wiedergabe nach der ersten Partitur außer der fabelhaften ES-Dur-Arie wenig zu vermiss«n; und der heiler«, versöhnend: Schluß nach Don Jüans Höllenfahrt kann in kein«! anderen Fassung so natürlich theatermäßig angcsügt erscheinen wie in dieser. Welch« immens« und wertvollste Arbeit in dieser Ausführung liegt, ist vielleicht erst ganz zu«rmesjcn. wenn man sich voll bewußt wird, daß hier. waS dte Solisten anlangt eine Ensemble-Leistung zwar voi außerordentlichem Rang, aber ohne i«d« mehr a>s durchschnitt-große Einzelleistung vorliegt Gesang? künstlerisch, übrigen- aber auch im Darstellcrllch>: weit mehr überzeugend als früher, trat wieder Herr Hagen hervor, neben chm gleichfalls durch edles Belcanto der Ottavio des Herrn Riavec: um bct den Harren zu bleiben: Herr Hölzlin ein gelang lich und im Komischen korrekter Leporello. Her. Hotter«in ausgezeichnet disponierter Mascite Herr Andersen«in zulänglicher Komtur Unter den DonnaS hatte Frau Merker als Anna dank ihrer schönen und ruh'gen, wenn auch nicht genügend dramatischen GesangSlinic die Oberhand über die Elvira des Fräulein K a n e tz n i, deren lehr beachtliche- Talent durch sonstige Unebenhe'ten gelangen kann Di« Zcrline lang mit Fräulein Schönauer. ' Alles in allem: kein„Ton Juan" mit blendenden Sängern und mit Applaus Nummern, aber«tue überaus hörens- und sehenswerte, bis ins letzt« Deta'l geschmackvoll« beglückend« Ausführung. L. G. 1 fAc^r« n /”“*’■*°® CIBIAN t C Q On,* ,n"°0. Aeta X l R'( h nd' n,r'- MII Pn 9«- xu jedem Saofl ♦ Spiel- Kijrnergfie^ Genossenschafts-Beilage. Generalangriff gegen die Kansumgenaffenschasten Die reaktionären Strömungen, die zurzeit in alten Ländern. wieder an Stärke zunchmen und weite Kreis« der Bevölkerung für ihre Ziel« «infangrii, richten ihre» Angriff auch gegen die Konjunigenossenschasteii. Die Konsumgcnossen- schäften sind Organisationen, di« zumeist die arme Pcrbrauchcrschaft umfassen. An ihrer Wiege hat säst immer die Rot Pale gestanden. Der Gedanke der wirtschaftlichen Selbsthilfe>var eS und ist eS noch, der den armen Verbrauchern da» Mittel der genossenichaftlichen Organisation in die Hand gibt. Die Konsuingenossenschaslcn habe» in dein Wirtlchastssturme der lang andauernden Krise besser Stand gehalten als die pri. baten Unternehmungen. Bon diesen sind gerade die größten und anscheinend gesichert, sten zusammcngcbrochen. Die Zahl der Konkurse ist unheimlich gclvachscn und ohne Stützung durch Staatsmittel, also mit Geldern, die die gesamte Bevölkerung aufbringen muß, wäre das Trümmerfeld der Privatwirtschaft ein noch weit schrecklicheres. Ten Konsumgenossenschaften ist solche Hilfe nicht zuteil geworden. Sic stützen ihren Bestand auf die Kraft der eigenen 2rga n i sa t i o n e n, auf die bewußte Für- deniiig durch di« eigenen Mitglieder. Die ge- ivaltiac Arbeitslosigkeit und die geschwächte Kaus- lrast der Mitglieder Hal auch für viele Konsumgenossenschaften schwer« Folgen. Ihr« Umsätze sinken, die Mitglieder können nur das Allernot- Ivendigste kaufen. Trotzdem ist der Güterumschlag weit geringer als das durch den Entfall der Kauf- kraft und durch die sinkenden Warenpreise bedingt ist. In den herrschenden Notzeiten ist die T r e u e d e r M i t g l i c d c r zu ihrer Gcnosscnsckiaft eine weit bessere geworden. Tie Eigenproduktion der .stonsnmgenossenschaflen. und zwar sowohl die örtliche, wie jene ihrer Zentralstellen, der Äroß- cinkaiissgcsellschaftru, lmt ihr« Umsätze noch weit besser bclwuptcl, die Rückgänge sind hier kleiner als im übrigen Warengeschäfte. TaS zeigt, daß eine Produktion, die betrieben wird, um den vorhandenen Bedarf der organisierten Verbraucher ru decken, weil kr Isen fester ist, als die industrielle Erzeugung der Privatwirtschaft. di« mit ihrem Absätze, auf den orscuen Markt angewiesen ist....:.“•....«- s/• Tie A n g r i f k c gegen die Könsumgenossen- sthaflcn werden bei uns und i» den anderen Landern v o n d« n Orgauisationcu der siau s l e u t c geleitet. Tie Zahl der Händler unö Privatkanfleule ist in den Kriegsjahren und siithcr noch mehr, im Verhältnis zur Zahl der übrigen Bevölkerung ungemein gestiegen. Im Jahre 1981 sind in der Tsct-ccho'lowakei 38.340 Handclsgewcrbc in ehr angemeldct als abge- meldct worden. Es ist selbstverständlich, daß bei dieser U c b e r z a h I an Händlern di« Menge der Kunden, die auf den einzelnen Kaufmann entfällt,«ine immer geringere wird. Nun.ziehen die Konsumvereine einen wesentlichen Teil der Kaufkraft der ärmeren Perbraucherschichten an sich. Die Zahl ihrer Mitglieder ist in den letzten Jahren nicht kleiner geworden, sondern bedeutend gewachsen. Ihre Läden sind größer und schöner geworden, ihre finanzielle Grundlage Has sich gebessert, ihre Leistungsfähigkeit ist mit jcd«m Tage stärker geworden. Eine solche Entwicklung ruft den schärfsten Widerstand jener Konkurrenten hervor, die davon unmittelbar betroffen werdcn. Dos sind die Privatkaufleut«. Die aufsteigendc Entwicklung der Konsumgenossenschaften würde aber doch noch nicht erklären, warum die kaufmännischen Organisationen sich mit aller Schärf« nur gegen di« Konsuingcnosscnsckwstcn wenden, lvährcnd sie gegen die Ucberfüllc des.Handels durch immer neue Gewcrbeanmeldungen so gut wie nichts unternehmen. Es ist der.Haß der sogenannten Mittelständler, als Vertreter des privaten Profitint«rcss«s, der den Angriffen gegen die Konsnmgenosscnschaftcn zugrunde liegt. Die Konsumgenossenschaften betreiben solidarische Gemein wirtschaft, und diese neu« Form der Wirtschaft ist«S, die den schärfsten Widerstand der privaten Handciswelt hervorrnft. An diesem Kampfe gegen die Konsumvereine ist jedes Mittel recht. Dem Kunden wird eingcrcdct, daß sein Anteressc nur durch den Einkauf beim „fachmännisch" geschulten Kaufmanne gesichert ist, während schon beim bloßen Betreten der Ber- teilnngsstellcn eines Konsumvereines zumeist die zweckmäßige Lagerung und die wirklich fachmännische Behandlung der Waren augenfällig ist. Wenn di« Bernaderung, der Konsumvereine nichts hilft, wird marktschreierisch verkündet, daß ihre Leistungen nur durch die S t e u e r b c g ü n st i- g u n g möglich werden. Außerdem wird immer wieder in der Presse der.Händler von großen Subventionen an Konsumgenossenschaften gesprochen, und der uneingeweihte Leser muß den Eindruck gewinnen, daß die Steuergclder in hohem Ausmaße dazu verwendet werdcn, di« Konsumgenossenschaften;n fördern, damit sic dcn Kaufleuten«ine unlautere Konkurrenz bereiten können. In Wirklichkeit ist es so, daß die Konsnmgcnosscnschaften keine cin-me Erleichterung bei der Steuerzahlung genießen, die nicht allen Arten von Genossenschaften zugute käme. Sie zahle« die Erwcrbstcuer von der Summe der cingezahlten(Geschäftsanteile. Alle übrigen Steuern müssen sic genan so wie jedes andere Privatgeschäft entrichten; nur hat die Steuerbehörde die Möglichkeit, die Einbekenntnissc bis zum letzten.Heller auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, denn a l l c Kousumgenossenschaftcn führen über ihre Ein- und Ausgaben, über die ge^rhlten Gehalte und Löhne, die der Personaleinkommensteuer unterliegen, ebenso über die eingenommenen Msetcn genaue Aufschrei- b ungen. Bei dem Privathandel ist die Steuerbehörde hingegen oft auf bloße Schätzung angewiesen. Di« Sunnnc der Einkoinincnstener, di« von den Löhnen nnd Gehältern der genvsscn- schaftlichen Angestellten gezahlt werden, ist ganz außerordentlich hoch. Ein Blick auf die Staals- «innahmcn zeigt hingegen, wi« die allgemeine Erlverbsteucr immer geringere Erträge abwirft. Tas Gerede von der Subventionierung der Konsumgenossenschaften wird nie versucht, durch Tatsachen zu beweisen. Am allerwenigsten ziemt es dcn Händlern, sich über die Bevorzugung der Konsumgenossenschaften zu beschweren. Die Ausgaben, die das HandelS- nlinistcrium erfordert, Iverdcn doch nur im Interesse der Industriellen, der Kaufleute und Gewerbetreibenden gemacht. Die.Handelskammern mit ihren großen Verwaltungsapparaten dienen wieder nur den Interessen des Handels und des Gewerbes. In allen Ländern der 6SR. bestehen Gewerbcförderungsinstitute, die nur der Kaufmannschaft und den Gewerbetreibenden Dienste erweisen, aber aus den Mitteln der Allgemeinheit erhalten werden. Die Bezahlung der Revisionen bei den kaufmännischen und gewerblichen Genossenschaften erfolgt größtenteils aus öffentlichen Mitteln. Wie verschwindend sind dagegen die Beiträge, die den Verbänden der Konsumgenossenschaften zur Durchführung ihrer Revisionstatigkeit gegeben werdcn. Zn der Tschechoslowakei bestehl nur«ine Lehrkanzel für das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen. Die Konsumgenossenschaften finden auch hier keine Berücksichtigung. Daß die Wirtschaftlichkeit der Genossenschaften und die gemeinsame Gütcrbesorgung auf genossenschaftlicher Grundlage der Einzelwirtschaft überlegen ist, beweisen die Kaufleute selber. Sie sind zwar die grimmigsten Feinde der Konsum- genosscnschastcn, gründen aber selber zum gemeinsamen Warenbezüge Genossenschasten, wenden also die Form der Genossenschaft an, nm dcn Wcitbcwcrb mit dcn Konsumgenossen- schaften als.Einzelhändler besser bestehen zu können. Es gibt kein stärkeres Argument für die Zweckmäßigkeit der genossenschaftlichen Güter- bcschaffung als diese von den Händlern gegründeten Bezugsgenossenschaften. Leider finden sich unter den Gegnern der Konsumgenossenschaften zum Teil auch Anhänger aus jenen Berufsständen, die der gcnosscnscl-aftlichen Bewegung nicht zuletzt ihren eigenen Aufstieg verdanken. Die Bauernschaft verdankt ihre Bedeutung im politischen und wirtschaftlichen Leben im Ivcscnt- lichen der Stärke ihrer genossenschaftlichen Organisation. Die Beamt« n schäft läßt sich allzu leicht von dem Geschrei der.Händler b«eiu slusscn. Bei den Verhandlungen über die Ge- haltSändcruiigeu der Staatsbeamten trat die offensichtliche Feindseligkeit eines Teiles dieser Angcstrlltrnschast gegen die Konsumgenossenschaften grell in Erscheinung. So unsinnig es ist, zu mcinen, daß durch eine erhöhte Erwcrbsteuer- zahlung der Konsnmgcnosscnschasteu die Einnahmen des Staates auch nur zu einem verschwindend kleinen Teile gebessert werden könnten, eS finden sich doch immer wieder Menschen, die alles Elend aus der gar nicht bestehenden Steuerfreiheit der Konsunigenosscnschaftcn herleiten. Gerade die Beamteusckmst sollte nicht übersehen, welchen gewaltigen Dienst die Genossenschaften auch ihnen als Verbraucher leisten können. ES ist unbestritten, daß die Konsumgenossenschaften preisbildcnd und preisregclnd wirken. Sie haben hiefür vielfach von amtlichen Stellen Anerkennung gefunden. Ähre Stärk« beruht in der b« s s e r e n Organisierung des Verbrauches und seiner Bedeckung. Die Verkaufsstellen der Konsumgcnosscirschaften zählen im Durchschnitt 160 Mitglieder, das sind ebenso viel« Familien. Die Zahl der Familien, die auf ein Einzelhaudclsgcschäft entfällt, ist viel geringer. In der Stark« der einzeln«« Verteilungsstelle und in ihrer guten Organisation beruht ihre Leistungsfähigkeit, nicht aber in den Begünstigungen und Subventionen, die ihnen angeblich znteil werden. Die Hilfe, die das einzeln« Mitglied in der großen Berbraucherorganifation findet, macht ihm die Teilnahme an der Genossenschaft doppelt wert. Die Konsumgenossenschaften schulen nicht nur ihre Angestellten, sondern auch ihre Funktionäre und machen sie mit d«n Vorgängen im Wirtschaftsleben vertraut. Sie sind die praktische Wirtschaftsschule der Arbeiter und der armen Bevölkerung. S« erziehen die Mitglicdrr;um Sparen und zur gegenseitigen Hilfeleistung. Sic zahlen die Erübrigung nach dem sittlich-hohen Grundsätze der Mitarbeiter aus, di« den Erfolg gezeitigt hat. Sie sammeln Reserven an, die den Mitgliedern gemeinsam gehören. Ohne jemals«in Opfer von den Atitgliedcrn zu verlangen, entstehen große Unternehmungen, die durch die Genossenschaften erwirtsck)aftcl worden sind. Rings umgeben von der Welt des Kapitalismus, entstehen neue Wirlschaftsformen, die sich aus der g c m« i n s a m c n A n t e i l n a h m e und der gemeinsam«»Verantwortung aller Genossenschafter gründen. Diese neue Form der Wirtschaft ist eS, dia den Angriff der Gegner ganz besonders herausfordert. Tiefen Angriffen schließen sich auch die Vertreter von Parteien an, di« an den althergebrachten Wirtschaftsformen feftlnilten. Es ist kein Zufall, daß nicht nur in unserem Lande, sondern fast in allen Kulturländern, wo das Gcnofscnsck)astSwes«n eine große Bedeutung erlangt hat, heute die Angriffe seiner Gegner heftiger denn je werden. In Oesterreich versucht man, die Konsumgenossenschaften der Gewerbeordnung zu unterstellen und ihre ganze weitere Entwicklung von den Beschlüssen der kaufmännischen Gremien abhängig zu machen. Neue Pcr- teilungSstellen dürfen nicht errichtet, neue Konsumvereine nicht gegründet werdcn. In Deutschland werden die Konsumgenossenschaflrn gerade aus den Reihe« jener Partei angegriffen, deren Parole lautet:„Gemeinnutz geht vor Eigennutz". In England und Belgien sind die Konsumgenossenschaften jetzt weit stärkeren Anfeindungen ausgesetzt als in dcn vergangenen Zeiten. In allen diesen Ländern erwächst der organisierten Verbraucherschast mehr als je die Pflicht, Aufklärung über das Wesen der Konsum genossenschasten und ihr Wirken in der Wirtschaft unter die Massen der Bevölkerung zu tragen. Was not tut ist: Der klaren Erkenntnis über die Stellung das Verbrauchers innerhalb der Wirtschaft die praktisch« Tat folgen zu lassen. Der Verbraucher entscheidet darüber, wer reich wird. Wem die Käufer ihr Geld zntragcn, wessen Erzeugnisse sie kaufen, der wird reich. Wenn die Verbraucher in immer größerer Zahl dcn erhaltenen Lohn und Gehalt in ihrer eigenen Genossenschaft und Wirtschaft verwenden, dann können sic dem privatkapitalistischen Wirtschaftssystem in wachsendem Maße dauernd Abbruch tun. Wenn sic ihre Spargroschen den eigenen genossenschaftlichen Unternehmungen nutzbar machen, kann dieses Geld nicht mehr zu neuer Profitbildnng im Interesse von privaten Unternehinungen verwendet werdcn. I« stärker di« Angriffe gegen die Konsumgenossenschaften werde«, umso notwendiger ist es, den Gegnern nicht nur mit geistigen Waffen ent« gegenzutreten und aufzuzeigen, wie turmhoch die genossenschaftliche Wirtschaft in ihren sittlichen Grundsätzen über der nackten Prositwirtschaft steht, sondern auch durch die praktische Tat, die Genossenschaften zu unterstützen. Wer anstelle des Prosites den Verbraucher in den Mittelpunkt d«r Wirtschaft stellen will, wer will, daß di« Bevölkerung ihre wirtschaftlichen Geschicke selber leitet wird sei« Lohn kröne, die«r ausgibt, zuerst und immer der Konsumgenossenschaft zuwendcn. «1 I F** GEC■Terpentin-Seife GEC-Kernseife GEC■>Seifenflocken I die idealen Waschmittel für unsere Hausfrauen. Erhältlich in. allen Konsumuereinen. iua Der denkende Arbeiter und Verbraucher bevorzugt immer die genossenschaftlichen Erzeugnisse mü der Marke a Sonntag, den 28. April 1983 ^Sozialdemokrat" Ar. 96 BOI ERICH SCHICK DA MEN- u. 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Die Elektrizität Hat unser gesamtes Wirtschaftsleben in der nachhalligsten Weise beeilt- stußt; sie ist ans dem modernen Kulturleben überhaupt nicht mehr fortzudenken, denn die Vorzüge ihrer Verwendung liegen für jeden Zweck klar auf der Hand. Die Leitungen für die Uebertragung und Vorteilung der elektrischen Energie sind im Vergleich zu denen anderer Energieformen, beispielsweise Gas und Wasser, überaus einfach. Die Verästelung in beliebig kleine Teile gibt die Möglichkeit, die Stromabgabe weitgehendsi zu dezentralisieren. Dabei ist die Schaltung der elektrischen Energieübertragung in hohem Grade automatisierbar und die llmwandiung der elektrischen Energie in andere Energieformen, wie Wärme, Licht, mechanische Energie, jederzeit in denkbar einfachster und bequemster Weise möglich. Das Bestreben, die wirtschaftliche Erzeugung der Elektrizität zu vervollkommnen, führte zur zentralen Produktion und damit schließlich im Laufe der Zeit zur Konzen trat Ion der Erzeugung möglichst großer Energiemengen in Großkraftwerken. Die Fortschritte der Hochspannungstechnik machten es ferner möglich, diese Großkraftwerke aus dem Schwerpunkt des Absatzgebietes, wo Grund und Boden teuer waren und die Heranschaffnng der Brennstoffe sich oft schwierig gestaltete, herauszu- nehmen und sie unmittelbar au die Rohstoffquellen, also z. B. direkt zum Sitze der Kohlenvorkommen, zu verlegen. Ein typisches Beispiel für diese Tendenzen der modernen Nektizitätswirtfchaft stellt die Entwicklung der„Nordböhmische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft"(NRW) mit dem Sitze in Bodenbach dar. Aus bescheidenen Anfängen hat sich diese Gesellschaft im Lause der Zeit zu einem der be- denkendsten Elektrizitätswerke der ODR entwickelt. Die Gründung der 4WW erfolgte im Jahre 1911 als Gesellschaft m. b.£>., weich' letztere mit 1. Jänner 1014 in eine Aktiengesellschaft mngewan- delt wurde. Das Aktienkapital beträgt derzeit K» 50,000.000.—. Zur Erzeugung der elektrischen Energie standen der NEW anfangs eine kleine, inzwischen ausgelassene elektrische Zentrale am Elisabethfchacht in Türmih sowie die von ihr vorübergehend gepachtete Fabrikszentrale der damaligen„Bergmannwerke" in Boden- doch zur Verfügung. Das ursprüngliche Programm der NEW war die Elektrizitätsversorgung der Gebiete der politischen Bezirke Aussig, Böhm.-Leipa, Tauba, Leitmeritz und Tetschen. Das erste Ausbauprogramm, welches bis zum Beginn des Weltkrieges abgewickelt wurde, umfaßte die Herstellung von Hochspannungsleitungen von Türmitz über Lobositz, Leitmeritz bis Webrutz, von Bodenbach über Böhm.-Leipa nach Reichstadt, von Bodenbach über Böhm.-Kamnitz, Steinschönau, Haida nach Zwickau, von Bodenbach über Eulau, KönigSwald nach Türmitz, mit einem Abzweig nach Tyssa, unter gleichzeitigem Anschluß der an diesen HochsvannungSleitungSstrecken liegenden und benach- barten Gemeinden. Infolge deS im Jcchre 1914 auSgdbrochenen Weltkrieges trat eine Behinderung in dem weiteren Anschlusie von Gemeinden ein. ES war jedoch der OkCW möglich, noch während der Kriegszeit, an Stelle der bisherigen unzulänglicheii Energie- erzeugungSstätten, aus dem inzwischen in den Besitz der NEW übergegangenen Elisabethfchacht in Türmitz ein den letzten Fnrtschriiten der Technik Rechnung tragendes und dem jeweiligen Bcdarfe entsprechen erweiterungsfähiges Großkraftwerk zu errichten nnd in Betrieb zu setzen. Nach Beendigung des Weltkrieges war die NEW vorerst gezwungen, ihre bereits damals bestandenen Hochspannungsleitungen, deren Kupfer zum großen Teile fiir Kriegszwecke abgeliesert werden mußte, wieder mit neuen Kupserleitungen auSzustatten. AIS die Gesellschaft nach Erledigung dieser Instand- setzmcgsarbeiten den geplanten Ausbau der Leitungsnetze forisehen wollte, stand sie insofern vor einer neuen Situation, weit sich zu jener Zeit in dem in Betracht gezogenen Bersorgnngsgebiete selbständige Stronwerteilungsgesellschaften gründeten, welche eS sich zur Ausgabe mochten, die Elektrizitätsversorgung noch nicht angeschlossener Gemeinden selbständig durch- zu führen. Tie NEW mußte sich damals daher bis auf weiteres daraus beschränken, ihr ElektrisizierungS- programm nur in jenen Gebietsteilen fortzitsetzeit, in welchen keine neuen selbständigen Stronwertei- lnngsgesellschaften entstanden waren; außerdem vergrößerte die NEW damals ihr Bersorguugsgebiet durch eine Fusion mit der damaligen„Siemens" Elektrische Betriebe Gas. m. b. H., die zu jener Zeit die politischen Bezirke Teplitz und Dur mit elektrischer Energie versorgte und bereits seit dem Kriege die hirsür erforderliche aloktrische Energie ans dem Türmitzer Großkraftwerke bezogen hatte. Die vorerwähnten Stromverteilungsgesellschaften, welche zur Zeit der Inflation mit unverhältnismäßig hohem Kostenaufwande an den Ausbau der Leitungsnetze schritten und außerdem als verteuernde Zwischenglieder zwischen Erzeuger und Verbraucher aüftraten, waren, wie Vorauszusehen war, bei Eintritt der Testaliou der Währung und des damit eintretenden allgemeinen Preisabbaues nicht mehr in der Lage, insbesondere insolge der auf ihnen lastenden hohen Kapitalsverzinsung, ihre Strompreise den Bedürfnissen des Konsums entsprechend anzupasten Diese Verteilnngsgeiellschaften sahen sick) daher ver- anlaßt, mit der NEW in Verhandlungen wegen Verkaufes ihrer Anlagen an letztere zu treten. Diese Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß die NEW diese Anlagen in den Jahren 1926 und 1028 käuflich erworben hat und ihren großen Verteilnngs> netze» eingliedern konnte. Im Jahre 1931 war es der NEW schließlich ge lungen, mit der Lieferung der elektrischen Energie in daS bisher aus dem benachbarten AnSkande versorgte Gebiet dec politischen Bezirke Rumburg, Schluckenau und Warnsdorf vorzudringen, indem sie mit Beginn des Jahres 1932 die Stromlieferung an die Städte Ruinburg und Schönlinde und mit Beginn des Jahres 1938 jene an die„Elektrische Licht» nnd Kirastanlagen Ges.'m. b. H."(Ella) in Nixdorf, an Stelle der Aktiengesellschaft Sächsische Werke (ASW), aus ihrem inländischen Großkraftwerk in Türmitz übernommen hat, ferner mit der ASW in Dresden, als der bisherigen Elektrizitätslieferungs- nnlernehmuitg für die vorerwähnten drei Bezirke, unter Mitwirkung des Mnisteriums fiir öffentliche Arbeiten in Prag eine Vereinbarung abschloß, ank Grund welcher diese Gesellschaft zu bereits sestgesetz- ten Fristen and; aus die Lieferung elektrischer Energie au die restlichen Gebiete dieser drei Bezirke zugunsten der RGW verzichtet. Inzwischen war die NEW in der Loge, die Elektrifizierung ihres BersorgungsgebieteS auch sonst systematisch fortzusetzen und dem Bedarf entsprechend ihr Großkraftwerk in, Türmitz auf eipe.Kapazität vllst"okW0 Kilowatt zu erweitern. Das BersorgungSgebiet der NEW umfaßt zur Zeit ganz bezw. zum Teile die Gerichtsbezirke: Auscha, Aussig, Bensen, Bilin, Böhm.-Kamnitz, Böhmisch-Leipa. Tauba, Deutsch-Gabel, Duz, Haida, Hainspach, Karbitz, Leitmeritz, Lobositz, Niemes, Oberleutensdors, Rumburg, Schluckenau, Teplitz- Schönau,, Tetschen, Wegstädtl und Zwickau mit zusammen rund 730 000 Einwohnern. In diesem Der- sorgungSgebiete wurden seitens der NEW bereits 717 Gemeinden, darunter 25 Städte, mit elektrischer Energie versorgt,|o daß nur noch wenige Ortschaften mit zusammen etwa 22.000 Einwohnern, entsprechend 3 Prozent der Gesamteinwohnerzahl des Versorgungsgebietes, noch zu elektrifizieren sind. Die Anzahl der seiteitS der NEW direkt versorgten Äleinnehmer beträgt derzeit rund 80.000. Außerdem liefert die NEW elektrische Energie an 12 selbständige Elektrizitätswerke, 216 Industrien und Bergbanuuter- nehmungen sowie 44 sonstige Großabnehmer. Die Stromverieilungsanlagen der NEW umfassen zur Zeit rund 1500 Kilometer Hochspannungsleitungen, 14 Umspannwerke und 1000 Trans- formatorenstationon. Im Jahre 1932 betrug der Cnergieverkaus 126,330.000 Kilowattstunden. Was die Strompreise der NEW anbelangt, so zählen diese zu den niedrigsten in der ganzen Tsche- choslvwakischen Republik. Die Tarifierungssysteme der NEW passen sich weitgehendst den verschiedenen Verwendungszwecken der elektrischen Energie an, so daß dieselben Anregung zu weitgehendster Elektri- tätsverwertung in den verschiedensten MrtschaftS- . gebieten geben. ► ►. ß» ► 4AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA 3 ◄ Flaschen aller Art liefert die Flaschenabteilung der Böhmischen Union- Bank In Prag als alleinige Verkaufsorganisation der vereinigten dechoslovakischen Flaschenfabrikcn." Gegründet 1870. J. HÄRTEL, JägerndorL Ins. und Baumeister. Damplsägcwerk. Maschincnzicgclei. Tischlerei. StoinbrUche. Kanzleien: Hauptstraße 30. Telephon Nr. 11. Ausführung aller Hoch-. Tief- und Elsen- botonbauten. Anfertigung von Entwürfen und Kostenvoranschlügen. Bauberatung und Bauleitung. 1958 Arbeiter und Angestellte konsumiert nur Brot aus unserer eigenen Bäckerei. OPTISMEWMLE ^^""""ekstein& Co. NEUERN. Wartet nicht auf diesen traurigen Anblick! QVHl ilDfll I nDlTOT“ M dss Losungswort der Gegenwart. Es JtVlSßcfei/S©/ muuIU uuHV Al 1 nlll siegt nur der, welcher sich wehrt. MWMZ SORGET SCHON JETZT DAFÜR, cPnMwffiS 4 W.- daß Euere Gemeinde eine Spritze beschafft, besorget Euch auch sofort neuen Hederich filsenvitrioL nur 15 Ki. Aufwand pro Metzen— höherer Ernteertrag■ 000 Ki. Verlanget Eisenvitriol und Gebrauchsanweisungen bei den Genossenschatten, Kindlern usio-oder direkt bei der Firma nm» C, T.■»■TIOL»» C«. PMfl II.. HAVIICKOVO MAN. C.>. Berg- und Hüttenwerksgesellschaft Prag II., Lazarskä 7 Telephon: 39241—39349. BERGBAUE: im Ostraii-Karwincr Reviere: auf Kokskohle: Gabrielcnzechc, Barbara-, Hohcnegger-, Ignaz- und Oderschacht; auf Flammkohlc: Hedwig-, Fortschritt- und Ludwigschacht; in der Slowakei: auf Eisen- und Manganerze: Ma- rienhütte, Rindt und Svabovco; Kalkwerk in Varfn. EISENWERKE: Trinec, Karlshiitte, Oderberg, Klein- Mohrau: Erzeugnisse: Roheisen, Stahl, Waizmaterial. 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