Erschein« mH Ausnahme des Montag«ägltch früh. 3»»oltlon u. B»rt»olluna: BrogHü> des Vetters Ga>daS, des Zahntechnikers Duchoslav Gajdl, hatten 63 ivzial entwurzelte und von d-on sascistischen Führern aufgc- putschte junge Menschen aus Butschowitz und den umliegenden Orten einen Sturm auf die Schi- mitzer Jnfairteric-Kasernc unternommen. Kobzi- irrk, GajdaS Landesführer vmi Mähren, hatte in zwei Autobussen einige sechzig junge Männer unter dem Bonvand nach Losch bei Brünn gebracht, sie Mn Schutze einer saseistischsn Versammlung zu führen. In einer Dchliucht bei Lösch (Mweir der Schimitzcr Kaserne! fand nm Mit «macht eine Beratung statt, in der Kobzinek seinen Plan darlegte und die Leute zum Sturm aus die Kaserne bewog. Nach Mitternacht wurde die Betonmauer der Svatopluk-Kaserne überklettert, ein Ein- gangötor gewaltsam geöffnet und in die Kaserne «ingedrungen. Nach einem Kamps, bei dem es einen Toten und viele Verletzte gab, wurde der saseistische Sturm unterdrückt. Kobzinek und Gajdl und mit ihnen ein Teil der Kasernenstürmer flüchtcton, ein anderer Teil wurde noch in der Nacht hinter Schloß und Riegel gebracht. Die Erregung über diesen„Fastnachtsscherz", wie daS saseistische Verbrechen bezeich- nenderweise von einer gewissen Presie bezeichnet wurde, war auch bei jenen nicht gering, die kurz vorher noch) zu den liebevollsten Freunden der ,/nationalen Erneuerer" gezählt wurden. Die nationalistische Hetzpresse, die unter Jtr> br- nys Führung den. Kampf gegen di« Burg und seine demokratischen Stützen führte, versuchte durch schleuniges Abrückcn von den tschechischen Fafetstlm ihre' Mitschuld an den Ereignissen ver- & zu machen. Für alle demokratische» Kräfte ■ Staates, hatte der Kgscruensturm.aber sie Klarheit geschaffen: auch hier gibt es Kräfte, die durch gewissenlos betriebene nationalistische Hetze die politischen Verhältnisse in einem Maß« vergiftet haben/ das zu solchen Exzessen führen■ mußte. Ter»traurige. Ruhm der Horthy, Mussolini und Hitler mit ihren Banden— erwachenden Ungarn, sascistischen Sturmtvuppen und SS und SA— bat auch den tschechiichen Fasei- sten als Vorbild gedient.'Die Freunde dieser Bewegung, dieser lleberpatrw. en, machten jahrelang durch ihre-.Presse diesen Bestrebungen die Mauer., Der Prozeß wird für die Oeffentlichkoit von besonderem Interesse jein. Er wird aufzeigen wie die Konterrevolution überall ihr-Haupt frech erhebt, wie sie kein Mittel scheut, ihr Ziel, di« .Knechtung der Arbeiterschaft, zu erreichen. Mag der Prozeß enden wie immer: Gerichtet werden Am Montag nahm der Prozeß bei bedeutend geringerer Teilnahme der Bevölkerung, als früher angenommen war, seinen Anfang. Der Kinosaal im militärischen Lagerhaus, der für die Verhandlung vollkommen ungeeignet ist, ist vom Publikum, daS nur unter ungemein strenger Kontrolle eingelassen wird, kaum zu einem Viertel gefüllt. Dagegen. ist die inländische, deutsche und tschechische Presse sehr stark vertreten. Auf der kleinen Bühne des Saales hat der Gr- richtSsenat Platz gefunden. Ten Vorsitz in der Verhandlung führt der Rat des Obersten Gerichtshofes, Ludwig Dokieky, Mitglieder des Senates sind aus dem Richterstand die Räte des Obersten Gerichtshofes Josef P r o ch a s k a und Tr. Joses Hauer, Beisitzer Dr. Ludwig Hanf, Advokat in Brünn, Dr. Emanuel S l a b y, Advokat iü Prag und Dr. Rudolf. Dominik, llniversitätsprofessor in Brünn. Ersatzleute sind der Rat des Obersten Gerichtshofes Franz Kokeloukek und der Brünner Advokat Dr. Karl Novotny. Der Platz vor der Bühne ist dem Vertreter der Anklage, Stellvertreter des Gencralprokurators Dr. F u n t i c c f, den medizinischen Sachverständigen llniversitätsprofessor Dr. Berka und Universität« assistent Dr. K o h o u t, den beiden militärischen Sachverständigen Oberstleutnant P r o ch a s k a und Oberstleutnant Da st ich und dem Vertreter'des bei der Schießerei in der Kaserne schwer verletzten Privatklägers, des Soldaten K i n d e r m a n n, dem Prager-ldvokaten Dr. 2/t a r k eingeräumt. Hinter der Front der 13 Advokaten, die zum Teil gewählt, zum Teil ex offo dir Verteidigung übernommen haben, sitzen in fünf Reihen die 38 Ange, klagten, unter ihnen der Initiator des Putschcs, Oberleutnant a. D. Ladislaus Kobzinek, und seine unmittelbaren Mithelfer, der Zahntechniker D. G a j d l, der Zimmermann F. 8 u S l i k, der Rottmeister a. D. F. N e d v8 d i c k y, ferner die Führer der tschechischen faschistischen Bewegung in der Tschechoslowakei R. G a j d a, Major a. D. U v l r a, der Beamte ll. RuriLka und die beiden aktiven Soldaten, die StabSrottmeister Otto T e s a k» und Franz I a k u b. Erst hinter den Angeklagten haben die Vertreter der Presse und das Publikum Platz gesunden. Unter starker polizeilicher Bedeckung wurden in einigen Autobussen die Angeklagten heute zur Verhandlung gebracht.»Der ganze Weg, den die Autobusse vom Kreisstrafgericht in der Zeile bis zum Ver- handlungSranm zurücklegen mußten, war von Polizei zu Pferd und zu Fuß geschützt, den Weg in den Saal selbst mußte man sich erst durch ein Kordon von Polizisten bahnen. Die Angeklagten machen fast alle einen nieder- geschlagenen Eindruck, besonders die Jüngeren unter ihnen scheinen sich erst jetzt der ganzen Tragweite ihres Handelns bewußt. Sie rekrutieren sich zum größten Teil aus der minder bemittelten oder gänzlich unbemittelten Bevölkerung, sind Arbeiter oder kleine Landwirte ohne Vermögen. Pünktlich um 9 Uhr vormittags eröffnete der Vorsitzende Senat-Präsident V o r i c k y mit der Verlesung der Nationale der Angeklagten die Verhandlung. Bis auf einen, gegen, den das Verfahren ausgcschieden wurde, und bis auf die zwei aktiven Unteroffiziere befanden sich alle Angeklagte in der Hast des Brünner Kreisstrafgerich- tcs, so daß das Verfahren gegen sic durchgeführt werden kann. Ungefähr um 10 Uhr begann dann der Pro- tokollführer mit der Verlesung der Anklageschrift. Im Enunziat der Klage ist davon die Rede, daß die-17 Angeklagten^ die sich direkt am Putsch aus die-Kaserne beteiligt haben, sich zusammenrotteten, um mit Gewalt der Staatshoheit Widerstand zu i leisten und die Herausgabe der Kaserne zu erzwingen. Sie sind bewaffnet in'die Kaserne des Infam - terieregimentes 43 in Schimih einaedrungen und .haben den Soldaten gegenüber, die: sich ihnen ent- nicht allein dec KvbziuekS, Gajdas und Gazols. 'Gerichtet Wochen alle jene, die mit dem Fa-fciS- inuS liebäugeln und jene, die'unter dem Vorwand,„nationale Erneuerung" zu betreibens ihn auch heut« noch züchten! aegcnilellten, Gewalt angewendrt. Ferner haben ne sich der Massen und Patronen bemächtigt, wobei der Soldat Heinrich Kindrrmann schwer verletzt wurde. Sie haben auch durch den Gebrauch der Waffen da- Leben und die Gesundheit von Leuten gefährdet und Soldaten zu militärischen Verbrechen angestistet. Alle ihre Bemühungen waren daraus gerichtet, die Grundlagen des Staates zu erschüttern und eine Aenderung der Verfassung im Sinne des Programmes der tschechischen Faschistenpartei herbei- zuführen. Tic Aiiaettagtcn 8 u s 1 i k, NedvödnieH, Pro- chüzka und Jedlikka haben mit Waffen in der Hand dos Leben einiger Soldaten und Polizisten bedroht und so da» Verbrechen des versuchten Mordes begangen. Der Angeklagte Ladislav K o b s i n e k war außerdem Leiter de'S Putsche» und hat durch den Befehl, jeden, der sich den Angreifern entgcgenslellt, niederzuschießen, sich eine» weiteren Verbrechen- schuldig gemacht. Rudolf G a j d o hat durch Genehmigung der Pläne Kobsineks' und durch die Befehle an die Brünner Faschisten im selben Sinne sich der Tat der Angreifer mitschuldig gemacht. Rudolf Uvlro, Ulrich Ruliiöka und Robert Barak haben an den Plänen Kobsineks mitgearbeitet. Ebenso hat Duchoslav G e i d l seine Einwilligung zur gewaltsamen Eroberung der Kaserne gegeben und hätte den Kurier zwischen den einzelnen angrcifendcn Gruppen abgeben sollen. Die Begründung der Anklageschrift ist äußerst umfangreich, so daß wir sie nur aus- zugstvcise tviedergeben können. Die Staatsanwaltschaft zergliedert zuerst das Wesen der tschechischen Faschistenpartei, deren Führer Rudolf Gajda ist und die ganz nomokratischen und militärischen Charakter trägt. DaS Wesen der Partei zeige sich vor allem in der Unterorganisation der ,,Iungmannlchaften", die ganz militärisch ausgebaut ist Dieses Wesen der Partei könne auS einer ganzen Reihe von Schriftstücken, wie Zeitungsberichten und Briefen belegt werden. Tie Anklage schildert ferner, wie Kobsinek mit der faschistischen Partei in Verbindung getreten ist und die Aufgabe bekommen hat, döc Brunner Offiziere und Unteroffiziere für die Idee der faschistischen Partei zu gewinnen. Kobsinek und StabSrottmeister Tefal standen mit der Zentrale der Partei in Prag durch Kuriere in ständiger Verbindung. Schon im Jahre 1932 tauchte der Plan einer Einnahme Prags durch Panzerautos aus, die durch vier Tivisionen durchgesührt werden sollt«. Tiefer Plan wurde von Kobsinek in einer Sitzung den Führern der mährischen Partei mitgeteilt und die Möglichkeit der gewaltsamen Besetzung der wichtigsten Brünner niilitärischen Objekte besprochen. Turch Tesak sollte die Organisierung und Gewinnung der Unteroffiziere für diesen Plan durchgeführt werden. Zu gleicher Zeit sollte auch Brunn und Z n a i m eingenommen werden, wobei wieder Kobsinek den Befehl zum Angriff auf die Jnfanteriekasernc des Regimentes 10 übernahm. Schließlich wurde der definitive Plan gefaßt, mit einigen hundert Leuten, die auS der Gegend von Butschowitz nach Brünn gebracht werden sollten, die Brünner Kaserne zu besetzen. Dieser Plan wurde auch dem Unterführer der faschistischen Partei U v i r a vorgelegt, der ihn genehmigte. Im Jänner 1933 führte Kobsinek die letzten Vorbereitungen für die Besetzung der Brünner Kaserne durch, äuölik, der die Aufgabe übernoninien hatte, Teilnehmer für die Aktion zu gewinnen, sammelte am 21. Jänner in der Gegend von Butschowitz ungefähr 89 Leute und schaffte sic mittels zweier Autobusse nach Brünn. * Nach Verlesung der Anklageschrift gegen die Zivilpersonen, die ungefähr drei Stunden dauerte, wurde noch die Anklageschrift gegen di« beiden aktiven Soldaten Tefal'und Jakub verlesen. Gegen 3 Uhr nachmittags tvaren die Bcr- lesungen der Anklageschriften beendet, worauf der Vorsitzende die Vcrhandtung auf Dienstag vertagte. Der ganze niorgige Vcrhandlungstag ist für die Einvernahme Kobsineks vorgesehen. Während der Verhandlung wurden zwei Personen, die versuchten, im Saale fascistischc Flugblätter zu verteilen, von der Polizei sichevgestellt. Eine Frage an die Ho dischnlprolessoren. In dem Dcutschlaird der Hitler und Goering ist eine Anzahl von Hochschullehrern kurzweg entlassen worden. Sie wurden entfernt, weil ihre politischen A n s ch a u u n g e n mit denen der gegenwärtigen Regierung nicht>"r b e r e i n st i in m e n. Unter den Entlassenen— weitere Enlassungen werden schon angekündigt— befinden sich neben vcv- einzelten„Marxisten" Gelehrte liberaler Einstellung, befinden sich sogar Theologen, die nur das eine Verbrechen begangen haben, im pazifistischen Sinne wirksam gewesen zu sein. Unler den Davongejagten befindet sich der weltberühmt« Staatsrcchtlehrer H a n§ Kelsen, den nur die sture Ignoranz, die sich jetzt nn sogenannten Geistesleben des Dritten Reiches breitmacht, als„Marxist" bezeichnen kann. In donii Meer von schreienden Ungo- rechtigkciten und Slkcn nackter Brutalität, die in der weiland Deutschen Republik tagtäglich begangen werden, ist die fristlose Einlassung einiger Universitätsprofessvrcn nur ein unscheinbarer Tropfen. Und doch erscheint gerade uns gerade diese Tat einer weiteren Beachtung wert. Die Absetzung von Hochschullehrern um ihrer Gesinnung und Wellanschauung willen ist selbstverständlich eine krasse Verletzung des PrinzipcS der Lehr- und Lernfreiheit. Es würde uns nun ungemein interessieren, zu erfahren, was die Hochschullehrer der drei deutschen Hochschulen dieses Staates zn diesem brutalen Eingriff in ein von ihnen als heilig erkanntes Prinzip sagen! Der Fall Wahrmund hat vor 25 Jahren das.öffentliche Leben der Monarchie in Atem gehalten, wiewohl ti in den Voraussetzungen und Folgen harmloser war als das besinnungslose Treiben des Psychopathen Rust in Preußen. Sehen unsere Hochschullehrer nicht, daß die Besci'ttgnng eines ihrer Kollegen aus politischen Gründen auch in anderen Ländern Nachahmung finden könnte? Sind sie so weltfremd, nicht zu fühlen, was die Kopierung des Beispiels, das Hitler-Deutschland gibt, in anderen Staaten, insbesondere in Staaten mit nationalen Minderheiten, für Auswirkungen halicii könnte? Spüren sie nicht, daß ihr Schweigen z» den Vorgängen in Deutschland— ihr Schweigen, das allgemein als Znstinimnng angesehen werden muß— die Grundlagen ihrer eigenen Existenz zu untergraben geeignet ist? Oder wollen sie sich auch weiter darauf verlassen, daß die Sozialdemokraten, deren Repräsentanten von Hochschullehrern in ihren kleinen und kleinsten persönlichen Angelegenheiten gern und oft um Hilfe angegangen werden, daß die Sozialdemokratie auch weiter für die Lehr- und Lernfreihcit hakenkreuzlcrischer Umversitätsprofessorcn sorgen wird? Mr wollen z. B. eimnal den Rektor der Prager Deutschen Universität,-Herrn Professor San Nicolo fragen, ob er nicht bereit wäre, gegen die Entlassung von Hochschullehrern In Preußen zu p r o t e st i e r e n, nicht so sehr aus Gcvechtigkeilsgründcn als aus Gründen der Selbsterhaktuiia? Wir apostrophieren diesen-Herrn deshalb persönlich, lveil er es war, der In seiner Eigenschaft als Rektor demoirstrativ und wiederholt in Unter» suchungshast befindliche Nationalsozialisten besucht, ihnen im Gerichtssaal demonstrativ die -Hand gedrückt und-seine Ansicht, über das in dieser Sache gefällte Gerichtsurteil in Zei- tungsiutcrviews kundgetan hat. Was würde er wohl sagen, wenn er unter-Hinweis auf diese Umstände über Nacht nicht nur seines 'Rektoramtes enthoben, sondern auch von seiner Lehrkanzel vertrieben werden würde? Die Herren M a y r- Harting und Hilgenreiner gehören einer Oppositi-'n'- partei cm. Tmtzdew Lum Mayr-Harting ruhig Der erste Verhandlungstag. Sette r Dienstag, 28. April 1V3S. Nr. 07 Adm!n stratlve, schufst, dir sich auf allen Acbielen a» arbeitsfähig und wirksam erweist. Die Verwirk« lichung dieser Noiwendigkeit bezeichnete Genoss« J»l. kotzky alt die größte Gegenwartsaufgabe der in«r. nationalen demokraiischen Sozioli-imi». Sie ist unerläßlich, wenn unter den Arbeitern aller Länder aus der Erkenntnis, daß cS nicht mehr aus- zuhalten ist, In der beut gen Gesellschaft der Wille erwachsen soll, die Welt in der Tat zu verändern (Beifall.) -le Neuwahlen, welche gleich am Beginn der DonniagSverhandlun« gen vorgenommen wurden, hatten folgende» einhelliges Ergebnis: Obmann: Gustav Schweitzer, Brünn,!. Stellverirrter: Anton Sacher, Karlsbad, 2. Stellvertreter: Ernst Paul, Prag, Kassier: Fran; H i e b s ch, Auss'g. Vorstandsmitglieder: Oskar Lehretz, Karlsbad, Franz Lehnert, Teplitz, Edmund Palm, Bodenbach, Amalie I i l g, M.-Schönberg, Jofefine Z i fch k a, Sternberg, Gust. Luft, Reichenberg, Josef Rindt, Trautenau, Josef Schachtel!, Troppau. Sekretär: Willi Hocke, Bodenbach. Ueberwachungsau-schuß: Jos. Bauer, Karlsbad, Otto Schöning«r, Karlsbad, To-ka Lerch, Teplitz, Josef Hofbauer, Prag, Otto L ö w i t, Aussig, Alexander Schneider. Teplitz. Anton L u g st« n, Bodenbach. Für die Roten Falken: Franz Ma« i u l ch k a, Brünn, Otto S ch u st e r. Aussig. Pädagogisch« Kommission: Gustav Schweitzer, Franz Matuschka, OSkar Lehretz, Franz Lehnert Ot'o Schuster, Alex Schneider. Willi Hocke. Josts Hofbauer und ToSka Lerch. » In seinen Schlußworten sprach Genoss« Schweitzer di« Zuversicht aus, daß trotz FasciS- >nuS und jeglicher Reaktion die Verwirklichung dcS Sozialismus nicht zu verhindern sein wird. Die Klange der International« beschlossen sodann die Arbeitstagung unserer Kinderfreunde. an der Deutschen Universität Zivilrecht und Hilgenrcincr Morallheoloaie lesen. Bielleicht denken sie einmal darüber nach, welches Schicksal ihnen blühen würde, wenn die Politiker und Hochschullehrer nicht in der Tschechoslowakei, sondern in Deutschland-wären?! Wollen sie»ich: auS Selbsterhaltungstrieb ihre Stimnte wenigstens zu einem schüchternen Protest gegen das Wüten der braunen Banditen— nicht gegen die Arbeiterbetvegung, nicht gegen deren Funktionäre, nein, nur gegen die Freiheit der Forschung und der Wissenschaft erheben? An der Prager Deinschen Universität, an den Technischen Hochschulen in Prag u. Brünn wirken zahlreiche Professoren, deren haken« kreuzlerische oder deutschnationale Gesinnung bekannt ist und von ihnen auch offen zur Schau getragen wird. Die Uebertragung der braunen Diethoden auS Deutschland auf unsere Verhältnisse würde sie von heute auf nrorgen brotlos machen, sie der Möglichkeit wissenschaftlicher Tätigken berauben. Fühlen sie nicht die Verpflichtung in sich, öffentlich abzurücken von dem Terror, der gegen eine Reihe ihrer Kollgeen im Nachbarland geübt wird, nur, weil ihre Gesinnung, die sich vielfach auf wissenschaftliche Ueberzeugung stützt, bei den Herrschenden nicht beliebt ist? Da lehrt z. B. an der Brünner Deutschen Technik der Professor Meixner. Wie, wenn sein« Parlamentskandidatur für die Delltsche Nationalpartei zum Anlaß seiner unbefristeten Entlassung bei Entzug jeder Pension gewonnen würix? So wird es doch in Deutschland praktiziert! Und so lange der Herr Professor Meixner nicht öffenckich diese Methoden mißbiUigt, sie nicht in aller Oeffentlichkeit verurteilt, hätte er doch nie und nimmer einen menschlichen Anspruch, gegen eine etwaige Unbill zu protestieren, die ihm seine deutsch», nationale Gesinnung hierzulande bereden könnte! Da ist an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn eine Lehrkanzel vakant. Das Professorenkollegium schlägt zur Besetzung dieser Kanzel primo et unieo loco einen Münchner Dakenkreuzler vor.- Wie, wenn dieser Vorschlag nicht akzeptiert würde, weil ein Hakenkreuzler im Vorschlag steht? Dann würde wohl das Professorenkollegium protestieren, die fachlickzen Qualitäten des in Vorschlag Gebrachten herausstreichen, auf den Grundsatz der Lehr- und Lernfveiheit verweisen. Ja hätte eS denn die moralische Legiti- ination dazu, wenn es der Beseitigung her- vorragendcr Wissenschaftler von Weltruf ruhig zugeseben hat? Wenn eS eine Stunde gibt, in der protestiert werden, m u ß, und sei eS auch nur— schäbig genug! — um sich ein menschliches Alibi zu sichern, dann i st e S die heutige, die Stunde der tiefsten Erniedrigung deS deutschen Na- mens, die Stunde der größten Schmach des deutschen Volkes! Wie, sie wollen es nicht wahr haben, daß in Deutschlaich heute Menschen um ihrer Ueberzeugung willen gefoltert und gemordet werden, daß die Arbeiterbewegung von blutgierigen Usurpatoren mft Mord und Brand verfolgt wird? Wie, sie wollen eS nicht wahr haben, daß im heutigen Detttschland Menschenrecht und Menschenwürde buchstäblich mit Füßen getreten wird, daß der Proletarier vogelfrei ist, daß 1638 die Frage bejaht werden muß, die ein übler deutscher.Kriegsdichter 1914 mit Bezug aus die— Kosaken gestellt hat: Ist Dein Land, Immanuel Kant, Von den S k v t h e.n überrannt? DaS alles wollen sie nicht wahr haben?' Sei's dämm! Aber die Herren Universität»« und Technikprofessoren werden nicht in Abrede stellen können, waS Hitler- Telegraphenbüros in die allerdings schon abgestumpfte Welt ' posaunt haben: daß in Deutschland Hochschulprofessoren davongejagt wurden, weil ihre Gesinnung der Regierung nicht genehm ist, wobei eS al- selbstverständlich erklärt wurde, daß eS sich hier lediglich um eine erste vorläufige Maßnahme handelt und eine ganze Reihe weiterer Beurlaubungen usw. bevorsteht. Hic RhoduS, hic salta! Wer etwas von unseren sudetendeutschen Hochschullehrern dazu S sagen hat, der tretevorundspreche! ie Arbeiterklasse, in deren Hand heute nicht nur der Menschheit Würde, sondern auch die Sorge um die Freiheit deS Geistes gegeben ist, wird sich jeden einzelnen der Herren gut merken, die den Schändern deS deutschen Namen- durch verlegenes Schweigen hierzulande auch weiter di« Mauer machen wollen! VMM M FlkW M Wkll MM. Sie Rekchs'onserenz der Klnder'reuude.. Di« Reichskonferenz der Kinderfreunde, über deren ersten BeryandlungStag wir bereits berichtet haben, nahm am Sonntag m Prag ihren Fortgang. Nach dem Referat oeS Obmannes, Genossen Prof. Schweitzer-Brünn, beantragte der ReichSsekretär Genosse Hocke nachstehende Resolution, di« einstimmige Annahme sand: Die katastrophale Entwickluna der kaplta. listischen Wirtschaft hat nicht nur Not nnd Unsicherheit in unsere Gesellschaft gebracht, sondern auch di« finsteren Mächte der Reaktion außerordentlich gestärkt. Urberall erhebt sich der Ungeist de« Fasei», mu», hetzt di« wirtschaftlich Verzweifelten»n eine verhängnisvolle nationalistische und mili. taristische Stimmung, erschüttert mit Gewelt und Terror die Grundlage der Menschlichkeit und der Solidarität. Die gesamten Errungenschaften einer de- mokratischen und sozialen Kultur sind in Frage gestellt. In Schul« und Erziehung dringen di« reaktionären Methoden ter Un're-.heit, deS Drills und Kadavergehorsam», wird Völkerhaß und nationaler CharrvrniSmuS geschürt. In dieser Zeit haben di« Kinder freunde die gesteigerte B«r. autwortung für die Erziehung des werdenden Geschlecht« zur Freiheit und sozialen Aktivität, zur Gemeinschaft und internatio- naleu Solidarität. In seinem Referat: »Gegenwarlsauigaben lozlaristlicher Erziehung" führte Genosse Prof. Schweitzer u a. folgendes auS: Es best ht beu« kein Zweifel mehr, daß sich der Kapitalismus als unfähig evwiesen hat, d c Probleme der menschlichen Gesellschaft zu lösen. Einer raffinierten Rationalisierung steht eine geradezu widersinnige Arbei.Slosigkeit gegenüber, d:n größten Errünaen- Ichrfen der Technik, den höchst gesteigerten Produktivkräften namenlos:» Elend un er den Menschen. Und waS das Entscheidende an dieser S tuation ist, welche naturgemäß nur eine UebergangSzeit sein kann: die arbeitenden Menschen sehen daS alles, sie erdulden eS und lassen sich durch Schlagworte noch für die Zweck« ihrer Feinde mißbrauchen. Neben di een Berb'endeien gib:est: Wenn di« Mensch:« mchr wüßten von den g, srllschaftliche« Triebkräften, so hätte« st« nicht «.«er derartige« Verblendung anhrimsallr« können. Et ist noch viel zu wen g geschehen in bezug aus die volitUche Aufklärung der breiten Massen der Ar- bei crichasl. DI« im Dienste der herrschenden Klass« steb nden Erziehungsmächte: Schule, Press« Film und überhaupt die össentliche Me nungSinaschine, haben sich als stärker erwiesen, alS unser« Aus. klärinigSb:»iühungen. So ist et zu erklären, daß die Massen nicht imstande sind,«ine politilcke En:- cheidung in ihrem Interesse zu fällen. Aber e« kommt n cht allein aul die volirilcke Aufklärung an. Wenn wir den Sozialismus aufbauen waten, dann brauchen wir ein« Kampfgemem- chaf., in der lebendig sind: Klassenbewubr- cin Disziplin. Hingabe an kollektive Arbeit und Solidari tat. Genosse Schweitzer »eschästigte sich nun ausführlich mit diesen Begrif» en, zeig e die Bedingthe t ihrer Verwirklichung in der kapltatislisch.'n Gesellschaft auf und untersucht« auch kritisch, inwieweit in dieser Bez ehung noch in den Reihen der organisierten Doziasisten Mängel Vorha ben sind Wenn man sich dessen bewußt wird, daß sich d e gesamte kapital sti'che Umwelt der klaren Herausbildung dieser notwendigen proletarischen Tugenden in jeglicher Weile entgegcnstellt, so werden di« politischen Vorgänge unserer Zeit m vielen Besetzungen verständlicher. Nur di« Zurückgebliebenheit der ideologischen Niederschlage- deS Ber- kagenS dcS Kavital'imur infolge der übermächtigen kapi alistikchrn BeeinflullungSmoalichke tcn der ösient. l°chen Meinung erklärt die Tatsache, daß man den Sozialismus für eben dieses Versagen anklagen kann. In d'escr Situat'on müsien wir unsere Er. »iehunaSarbeit hi nein stellen: Bei den Erwachsenen yand'lt e« sich darum, sie vom Irrweg zurückzubrin- gen. Bei dem A b-tterkinde aber geht«S darum, zu verhüte«, daß«S üb«'Haupt aus einen solche« Irrweg gelangt. Tabei muh auch n der Erziehung, genau io wie in der Politik, unterschieden werden »wischen Wunsch und Möglichkeit. Wir wünschen Höchste« aber wir dürft« nicht verzagen, wenn manche« beim Wünschen bleibt und wenn die Ziel, setzung nur langsam««reicht werden kann. Äenolke Schweitzer beschästigte sich iodann sehr ausführlich mit den Problemen der prak Men Er. ziehungSarbeit der Kindersreunde und sthloh seine lnltruktiven Ausführungen mit den hinreißenden Worten: Wer anderen voranleuchten will, muh sich selbst als Fackel verbrenne«!(Beifall) An der Aussprache über das Referat des Genosien Schweitzer beteiligten sich die Genossen Hock e-Bodenbach. Holub« k-Wten, Genossin Deuts ch-Praa, Genosse S ch ö n i g e r-KarlS- bad, Slad«tze k-Jägerndors, Lehnert- Graupen, 111 g-Mäyr.-Schönberg. Lehretz- KarlSbad. Schachtel i-Troppau. Als Vertre- ter deS Arbeitersängerbundes erschien Genoss« Z e le n ka-Kosten. der die Grüße ietneS Verbände« übermittelte. Die Debatteredner beschäftigten sich durchwegs mit den Problemen chrer drastischen ErziehungSarbett. worauf Genosse Schweitzer ein kurzes Schlußwort hielt. Sodann«folgte das Referat deS Genossen I a l k o tz k Y-Wien über: Die Aufgaben der Sozialistischen Srz'ehungsinlervationale". Der Redner stellte eingangs fest, daß die Arbeiterbewegung heute in e ner«n scheidenden Phase steht, wobei es um alles geht. Die gegenwärtige Zen legt allen von uns die größte Verpflichtung auf und et wird von der Krast unserer Entschlossen« heil abtzängen, wie bk Entwicklung we ter geh!. Sodann schilderte Genosse Jallotzky die Entwicklung d:r ErziehnnaS-Jnternationäle, welche ihre Ausgabe wen'g r In großen Beratungen als in täglichem Wirken erfüllen will. Tic Internationale hat ihre stärksten Post ionen in Oesterreich und in der Kind:rfre::ndebewcgung der Tschechoslmvakei und sie hatte sie auch besonders in Deutschland, von dem man heute noch nicht sagen kann, we die weiter« Entwicklung gehen wird. Darüber hinaus gehören der Internationale noch dänische, lettische, polnische, schweizerische, belgische und nngarischc Organisa» t önen an. In Eng'and und Holland zeigen sich crsolgev rsprechendr Änsät»« für daS Wirken der Er» stchiingSint-rnationale; schwächer« Beziehungen bc- stehen zu Estland. Finnland und Frankreich Spanien'oll g'e'chsallS erfaßt werden; mit Rußland besitz: SchristenauSiausch. In manchen Ländern rgib die Situat on die Notwend'gkeit der Zusammenarbeit von Jugend, und Er.ziehnngSinternatio. nale, der überhaupt eine allgemein grundsätzliche Dedeutung zukommt. In sehr temperamen'voller Weift beschäftigte sich Genosse Jalkohkn sodann mit. den internat onalen A"sgtiben der Arb'iterbtwegung Er verwies auf di.» Sch rleriakelten internationaler Agitation, die h»te noch vor der Ausgabe stehl, e ne Internationale A bei eröfkntlichkeit zu schonen. Noch wichtiger jed-ch ist, dab sich di« Arbeiterklasse der ganzen Welt einen umfassenden internationalen Apparat, eine ?er..Deu^chen Presse- gurn Abdruck«mv'ohleuk So schreibt ein kalholijches Blatt! Während die„Deutsche Presse" von Tag zu Tag mehr Neigung zeigt, sich zum Ersatzblatt deS eingestellten HakcnkreuzblatteS zu machen und keine Gelegenheit vorübergeben laßt, ohne ihre Freude über da»„Dritte Reich" recht deut- sich zu äußern, zeigt da» „Grenz-Echo", das Organ der katholischen Partei in Supen-Malmedy(Belgien) ein ganz anderes Gesicht. Auch da«„Grenz-Echo" al» Sprecher einer deutschen Minderheit könnte die bei unseren klerikalen Blättern beliebte Ausrede auf die„höheren deutschen Jnteresien" benützen. ES verzichtet darauf und sagt unerschrocken, waS die deutschen Katholiken in Belgien vom HitlernationaliSmuS halten: Mehr denn je verspüren unentwegte Ariergehirn« das Bedürfnis, in die Welt hinauSzu- 'chrelen, st« seien Deutsch" und nur daS„Deutsche" hab« Geltung. Ob sich hierin wirklich«in« Ueber- iegenheil zeig:? Mr: dem Bedürfnis, unaufgefordert immer wieder darauf hinzuweisen man sei deulsch und alles Aut« lei nur deutsch, verhält«» sich«nva wi« mit dem Mann der im Tanzsaal auf dich zusteuert und dir immer wieder versichert, er sei nicht betrunken,«r sei nie so nüchtern gewesen. Ist«S mir den Teutschland-über-alleS-Lchreiern nicht ähnlich? ES diem beim deutschen Volk zur Bildung einer nationalen Psychose und daS ist immerhin etwas, was den Jnteresien der Freiheits, schauder, der Militaristen sowie den Jnteresien der Kriegs, und Haßprediger sehr gelegen ist. Traurig ernst wird der Sachverhalt aber, wenn aus Grund diese- Arier-UebcralleStumS Mord« ««billigt«nd Verbrecher verhimmelt werde«. So Hot flch Hitler zu den viehischen Mördern von Potempa bekannt, bloß weil e» Deutsch« Ware«(Kommunisten, Sozialisten, Inden nnd Pazi- fiste» könne« keine Deutsch« sein). Ein andere» Beispiel dieser Art senden wir im Fall SchlageierS, in dem di« Bewertung der Persönlichkeit SchlageierS und seiner Taten in den Hintergrund.tritt, weil, er angeblich„Deutscher" war« Maßgebend müßt« bleiben,, daß er, nachdem er bei einer Wasfenschiebung in Schulden gerc.ten war, ein« gutbezahlte, aber gefährliche Stell« im Ruhrabwehrkampf angenommen, daß er hierbei tätlich« Eisenbahnatteutat« verübt hat, di« mir „Heldentum" rckch, e.ar Gelingst« gemein habe»-, daß er(gerichtsnotorisch) von Dirnen verraten wurde und in betrunkenem Zustande d:n Franzosen in d'.e Hände siel, wobei er«ine Reih« seiner Brnos,en den Franzosen an» Messer liefert«. Da» alle» zählt bei„Ariern" nicht. Schlaget«! war deutsch und da» genügt So wird ein gemelnrr Verbrecher, der auch sonst alt Mensch nichts war, zum Heiden gestempelt, und wird zu Hitler- Geburtstag in der Berliner Siaat». oper das Stück„Schlageter" aufgeführt. Et handelt sich hier nicht um Einzelfälle, sonder, um«ine» bestehenden„Geist". Man bleib« un,«rer hiesigen Einwohnerschaft deshalb vom Leibe mit der nationalsozialistischen „Hochkultur". TeSkuib fort mit den Hitleragenten. So schreibt ein katholische» Blatt! WaS sagt die„Deutsche Presse" dazu? Die chrlftllchlor a!e Fa'c sten- Mauer. Der„Deutschen Presse" scheint aller politische verstand entklohen zu sein; jetzt versucht sie nicht einmal mehr den Schein demokratischer Gesinnung zu wahren und stellt sich so bcom- gungSlos vor di«„verfolgte Unschuld" der Halen- lreuzler, daß man annehmen könnte, den Chr:st- lichsozialen sei eS sehr darum zu tun, bestimnit auch in jene von den Nationalsozialisten zu führende Ueberpartei ausgenommen zu werden, von der jetzt insbesondere die Deutschnat'onaleu so d.el reden. Jedenfalls könnte man den sonntätigen Leitartikel der„Deutschen Presse" ganz gut als geglückte freiwillige Aufnahmsprüfung gelten lassen. In diesem Aufsatz„argumentiert" die„Deutsche Presse" gegen uns also: unseriös.... Angebereien.... krampfhaft einiges Material zusammenscharren.... kleinliche Mittel.... unanständige sozialdemokratische Panikmacherei.... Schande.... hysterische« Geschrei.... wir. lassen un» nicht di« Lust verpesten.... Hoffentlich genügt da» den Nationalsozialisten als Nachweis der christlichsozialen Sympathien für den FalciSmuS: hoffentb'ch haben die Nazis ein Einsehen, daß sie nun die Klerikalen, die auch nrit diesem Artikel wieder ihre liefe Verbeugung vor der ,-dent'chen Revolution"(nämlich der langen Messer) machen., etwa ko anständig behandeln müssen, wie das die„deutsche Revolu tion" mit dem Zentrum machte und di« Wie« ner Nazis mit den Christlichsozialen! Hoffentlich beruhigt eS das sudetendeutfche Volk, van'die „Deutsche Presse" mit Emphase erklärt:„Wir haben keine Angst um die Demokratie." Glauben wir! Man fürchtet eben niemals um etwa», waS einem nicht teuer ist! Und den Christlichsozialen geht eS halt nur um die paar Wähler, di« ihnen vielleicht davonlaufen, wenn sich daS Kreuz nicht auch bo, uns di« v'er Haken bsibiegt. Ihre scheindemokratische Gesinnung haben die Christlichsozialen nun bereits dort aufgehänqt. Gosen alle-Matarver'uche. Eitie Red« des Minister» Dr. Frauke in Brünn. Brün«, 23. April. Auf dem Gaukongreß der Jugend der tschechosiowakifchen nationalsozialistischen Partei hielt Minister Dr. Frank««ine ausführliche Rede, in welcher er sich scharf gegen alle Diktaturversuche aussprach. Er sagte u. a., er sehe den ganzen Sinn wahrhaften Slawentums in dem"Streben nach Demokratie. Der Minister unterstrich die unumgängliche Notwendigkeit der Erhaltung der inneren Ruhe, damit die Regierung ihre Arbeiten zirr Ueberwindung drückender Wirtschaftsfragen fortletzen könne. Unausweichlich notwendig lei auch, gegen alle umstürzlerischen Elementeenergisch einzuschreiten. Seine Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen. Mr. 97 Dienstag, SB. April 1983. S«it« 8 Eine Frage an den Herr» Finanzminister. Im 8 3 des Gesetzes über die Arbeitsanleihe wurde der Finanzminister ermächtigt, auch bc- stimiute Wertpapiere zur Bezahlung der gezeichneten Anleihe zuzulasscn. Tic näheren Bedingungen hat der Finanzminister festzusctzen. Merkwürdigerweise ist bis heute eine Kundmachung des Flnanzministers zur Durchführung dieser Bestimmung nicht erschienen, so daß der Anschein besteht, als wolle der Finanzininlstcr von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch machen. Dagegen wurden mit Kundmachung vom 18. März die Schuldverschreibungen von 19 verschiedenen Anleihen zur Zahlung von Steuerrückständen zugc- lassen. Nun fragen wir: Warum dürfen nur säumige Steuerschuldner außer dem Löprozemigen dtachlaß— ihre Wertpapiere zu einem günstigen, die Börsennotierung übersteigenden Kurse verwerten. Warum dürfen pünktliche Steuerzahler, die Anleihe zeichnen, ihre Staatspapiere nicht dazu verwerten? Warum wird 8 7 des Gesetzes durchgesuhrt,§ 3 aber nicht? Wir lassen uns gerne belehren, auf die Antwort sind wir aber begierig. I.O hin nach einigen Tagen in das Braune Haus gerufen. Seine Mutter, di« davon hörte, geriet in furchtbare Angst und schnitt sich di« Kehle durch. Als der Sohn au» dem Braunen Haus zurückkam— er hatte einen Verweis bekommen — war die Mutter bereits tot. Dr Kawerau In Schutzhaft. Der bekannte Pädagoge, Oberstudiendirektor de» Köllnischcn Gymnasium- in Berlin, Dr. Siegfried Kawerau ist auf seiner Besitzung an der Ostsee in Schutzhaft genommen worden. Dr. Kawerau ist in der Oeffentlichkeit bekannt geworden durch seine profunden Arbeiten über die deutschen Geschichtsbücher. Er saß jahrelang in der Prüfungskommission im preußischen Kultusministerium, welche die für Lehrzwecke bestimmten Geschichtsbücher auszuwählen hatte. Kawerau» Verhaftung hat in internationalen Lehrerkreisen große Bestürzung hervorgerufen. Polizeivizeprdsldcnt wein wird gesucht. Wir sind in der Lag«, eine außerordentlich interessant« Mitteilung über daS Vorgehen preußischer Behörden gegen den früheren Polizewize- präsidenten von Berlin, Dr. W e i ß, zu machen. Bor wenigen Tagen ist an die deutschen Grenzbehörden ein Funkspruch folgendes Inhalts gegangen: Polizewizepräsident Weiß befindet sich in... Er ist bei Uebrrschreiten der deutschen Grenze sofort sestzunehinen. Diese Mitteilung ist deswegen noch besonders bemerkeuSwert, weil Dr. Weiß sich am 7. März dem Polizeipräsidium in Berlin zur Verfügung stellt« und ihm damals erklärt wurde, daß gegen ihn nicht» vorliege. Inzwischen hat SA. seine Wohnung vollkommen a u s geplündert. Weiß gehört im übrigen zu den Beamten, die nicht ohne weitere» abgebaut werden können, da er bereits seit 1907 preußischer Beamter ist. Rur noch drei Wochen Zelchnungslrlft Am 15. Mai endet die Zeichuuugüsrift für die ArbcitSonleibc. Bis dabin muß entschiede» ein, ob e» möglich wird, wirksame Maßnahme» ur Milderung der Arbeiwlosigleit in» Werk zu Jen. Denn vom Erträgnis der Arbeitüanleih« rd e» abhöngen, wieviel Arbeitslose durch Arbeitsbeschaffung aus öffentlichen Mittel» wieder Beschäftigung und Erwerb finden können. Vom Erträgnis der Arbeitsanleihe wird«S auch ab- Höngen, ob und in welchem Maß« durch die öffentliche Arbeitsbeschaffung auch unsere» notleidenden Selbstverwaltungskörpern Hilf« gebracht werde» kann. Denn das Ertragnis der ArbeitSanleih« ist zunächst dazu bestimmt, für di« Investitionen, die im Staatsvoranschlag vorgesehen sind, di« aber au» Kreditoperationen inanziert werden sollen, die notwendige Bedeckung zu schaffen. Der hiefür erforderliche Betrag ist bereit» weit überzeichnet. Was jetzt »och gezeichnet wird, dient also durchaus für zusätzlich, Investition«», schafft neue Arbeit, mildert die Arbeitslosigkeit. Aber di« neuen Investitionen unternimmt vor allem der Staat, die staatlichen Unternehmungen, die vom Staate verwalteten Fond». Die Selbstverwaltung wird eine unmittelbar« Beteiligung an der Anleihe nur erhalten können, wen» der Erfolg der Anleihe«in beträchtlicher ist. Di« Zeichnungen der letzten Wochen und letzten Tage sind also di« ent« scheidenden. Sie entscheiden vor allem darüber, wieweit den SelbstverwaltungSkör- p e r n die Möglichkeit gegeben sein wird, au» dem Erlös der Anleihe ihre Investitionstätigkeit zu entfalten. Sie entscheiden aber auch darüber, m welchem Umfange überhaupt das Investitionsprogramm zur Durchführung gebracht und damit die Arbeitslosigkeit«ingedämmt werden kann. I« mehr daher di« Zeichnungsfrist ihrem End« zugeht, desto mehr muß die Kraft für einen mög« lichst großen Erfolg der Anleihe eingesetzt werden. ESgibtkeiuenanderenWegzurMil- derung der Kris«, al» Arbeitsbeschaffung Sorgt daher für Zeich, nung der Arbeitsanleihe. Die Washingtoner Besprechungen. Washington, 34. April. Di« zwischen den britischench und amerikanischen Sachverständigen den ganzen Tag über geführten Beratungen galten der Stabilisierung.der Wahrun- g e n. Im Weißen-Hause besprachen. Präsident Roosevelt und Staatssekretär Hüll ntit Madonald die Frage der A b r ü st u n g. dtach dem heutigen Aberwessen werden Präsident Roosevelt, Mac- douald und Herriot das internationale Schuldenproblem sowie di« Möglichkeiten Die Schandung des 1. Mal. Die Reichsregierung hat«inen Aufruf er- lassen, in dem sie zu starker Beteiligung an den „nationalen Maifeiern" aufruft und wieder einmal die Vernichtung des Marxismus fcststellt. „Wo ehedenr niarxistisch« Haßgesänge ertönten, da werde» wir uns nun zum Volk bekennen. Wo einst die Maschinengewehre der roten Wcltbeglücker knatterten, da wollen wir dem nationalen Frieden der Stände die Bresche schlagen." Soviel geschwollene Wort«, soviel« erbärmliche Lügen! Die„Volksgemeinschaft", die die Hunnen errichteten, besteht darin, daß di« arbeitenden Menschen durch den entsetzlichen Terror zum Schweigen gezwungen werdend „Ehret die Arbeit und achtet die Arbeiter!" Dieser Satz aus dem Aufruf ist blutiger Hohn. Wenn man den Arbeiter ehrt, so muß inan auch sein« Gesinnuiig ehren. Man prügelt sie ihm anS und rühmt sich dessen. Ter Idealismus, der die Arbeiterbewegung groß geniacht hat, lebt am stärksten im Maiga- danken. Selbst der Fascismus kann diesen Maigedanken nicht überwinden. Er verfälscht ihn darum. Das ist keine Lösung auf die Dauer; die Arbeiter, die zu den gellten Maifeiern gezwungen werden, werden, je arger das Dritte Reich mit ihnen verfährt, je größer ihre Not wird, um so stärker an vergangene und an künftige Maitage denken, da das Rot der Fahnen nicht durch daS blutig«.Hakenkreuz geschändet war und sein wird. Abfall von Hugenherg. Braunschweig, 24. April. Besprech««- gen zwischen Deutschnationalen»ud Nationalsozialisten im Laude Braunschweig habe» heut« zu dem Ergebnis geführt, daß der Landesverband der Deutschuanonalen DoÜSPartei geschlosst« zur NSDAP. Übertritt. Für das Landesparlament dürfte sich der Uebertritt dahin aus« wirken, daß der Landtag dann rein natio-< nalsozialistifch ist, da dir vier deutschnationalen Abgeordnete» voraussichtlich ebenfalls zur KSDAP. übertreten und andere Parteien nicht vertreten sind.< Amtlich! Es gibt keine Greuel In Dentsdilandl! Der amtliche Polizeibericht meldet zwei' Morde an jüdischen Einwohnern in Wies- bade n. Der 59jährige Milchhändlcr Kassel wurde am Sonntag tot in seiner Wohnung cufgesunden. Mehrere Personen drangen, nachdem sie di« Türen eingeschlagen hatten, in die Wohnung ein und streckten den Kaufmann durch zahlreiche Revolverschüsse nieder. An demselben Tage wurde der 58 Jahre eite Kaufmann Salomon Rosen st rauch ebenfalls in seiner Wohnung von zwei Männern überfallen. Als Rosenstrauchs mit dem Revolver bedroht wurde, erlitt er einen Herzschlag und starb auf dem Wege ins Krankenhau». In keinem der beiden Fäll« wurden die Täter festgenommen. Würdige Säulen des Dritten Reiches. Wenn man einen kleinen Begriff vom „nationalen Deutschland" erhalten will, muß man sich seine prominentesten Repräsentanten betrachten. Ta haben wir z. B. den... Göring: Schwerer Morphinist, zweimal in Irrenanstalten intenucrt gewesen, heut» preußischer Innenminister. Rust: abgefeimter Nazi, ärzllich als geisteskrank erklärt; heute Reichskommissär für Kultur und Schulwesen. Heine»: lleberwiesener Mörder, heute Staatskommissar. v. Killinger: Putschist, ließ eine Arbeiterin von seinen Banditen prügeln, rühmt« sich in seinem Buche dieser Schurkentat, sicher Mitwisser, wenn nicht gar ideologischer Urheber fascistischer Morde: heute Reichskommissar von Dresden. Göbbels: Schtver degeneriert, offensichtlich Mischling, ließ ohne Widerspruch den wiederholten Borwurf der Lüge auf sich sitzen. Heute Rcichsminister für Nazipropaganda. Röhm: Schwer degeneriert, offentlichtlich feminin, durch seine Briefe als homosexuell be- kennt, rühmte sich in seinen bekannten Briefen des gleichgeschlechtlichen Verkehrs mit Negerjun gen..Heut« Stabschef des Reichskanzlers,(sic?) Brneck«: Unter dem Verdachte der Mitwisserschaft oder Vorschnblcistung an dem Hentsch- mord in Dresden, hellt« Stabschef der SA. in Sachsen. Kaufmann: Urkundenfälscher, Ordensschwind ler, Ehrcllwortbrechcr, Ehebrecher.-Heute Statthalter für Hamburg und Lübeck. Adolf Hitler: Nach seiner eigenen Wahl: Kamerad der bestialischen Mörder von Potemba. -Hellte Reichskanzler.„Pg." und Kamerad aller vorher genannten Ehrenmänner. rin verdächtiger Attentatsplan München, 24. April. Auf Grund einer Mitteilung der Tiroler Grenzstation wurde am Sonntag in Rimsting ein mit italienischen Kennzechen und unter italienischer Flagge fahrendes Perkonenauro angehalten und beschlagnahmt. Die Intasien wurden verhaftet. Es handelt sich nm einen Inder, der der russischen kommunistischen Partei angehört. und seinen Chauffeur. Das Auto, das zahlreiches verdächtiges Gepäck enthielt, war auf der Fahrt nach München, wo ein A t t e n• tatSplan gegen den Reichskanzler aeplant(?) lvar. Der Inder, ein etwa 49jährfger Mann von herkul-'schcm Körperbau wurde am Sonntag durch die LandeSpolizei nach München gebracht. An der tsdiedtaslowaldsciien Währung wird nichts geändert. Bericht der Nationalbank. Der Bankrat der Tschechoslowakischen Nationalbank hielt am 24. l. M. seine ordentliche MonatSsitznng ab. Dem vorgcbrachten Geschäftsberichte entnehmen wir u. a.: Di« Weltbörsen verzeichnen feste Aktienkurse und auch ein« fester« PreiStenden» der wichtigsten Warensorten, und zwar schon seit Aprilbegmn. Auch die Industriebeschäftigung der hauptsächlichsten Staaten weist Befferungsanzeichen auf, vor allem aus Saisongründen. Die ungünstige Entwicklung des Welthandels erfuhr keine Bef. f e r u n g. Tic Wirtschaftslage der Tschechoslowakei blieb schwierig; die in den letzten Wochen beobachtete Milderung trat infolge einer Belebung, vorwiegend saisonmäßigen Charakters ein. Auf dem Geldmärkte machte sich der quartalmäßige Geldbedarf geltend, verstärkt durch gewisse Geldansprüche der Saisoninduftric, der Landwirtschaft und teilweise auch des öffentlichen Bedarfes. Auf dem Kapitalmärkte bildete den Mittelpunkt des Interesses die ausgeschriebene Emission der Ar- ocitSanleihc, deren Zeichnung entsprechend ihrer Bedeutung gute Fortschritte macht. Die Beschäftigung einiger Jndilstriebran- chen besserte sich mäßig ans Saisongründen; sonst traten keine wesentlichen Aeu- dcrnngcn ein. Tas günstige Märzwcttcr verursachte gegen Ende des Monates eine Senkung der Arbeitslosigkeit, die das Ausmaß, da» sonst tit dieser Zeit zu erwarten ist, überstieg. Ter Umfang des Außenhandels ist zwar im März dem Feber gegenüber etwas gestiegen, blieb jedoch auch weiter ans sehr niedrigem Niveau bei einem geringen Aktivum. Den Kurs der Ke, der im verflossenen Zeitabschnitt ruhig blieb, Hal di« Dol- larerschütternng nicht beeinflußt. An>ln fc re r bisherigen Währungseinheit tvird selbstverständlich nichts geändert; di« Tschechoslowakei ist euch weiterhin bestrebt, der Wirtschaft durch andere Mittel(Krcditvcrbilli- gung, Anpassung der Preise, Oekonomisicrung der ösjcntlichen Verwaltung n. dgl.) behilflich zu sein in der Uebcrzrugnng, daß WahrungSeingriffe die Krise nicht lösen, sondeni verlängern. S ur Schaffung internationaler Sicherungen gegen lngreiferstaaten erörtern. In einer Besprechung der amtlichen Mitteilung über die Verhandlungen im Weießn-Hause sagt„Timeü", die Sachverständigen hätten sich darüber geeinigt, daß Dollar und Pfund Sterlin zugleich stabilisiert werden sollten. Die Meinungen gehen aber hinsichtlich der Höh« des stabilisierten Kurses auseinander. Versuchsweise wird man zuerst den Dollar mit 85 Cent» stabilisieren. Die britischen Sachverständigen sind der Ansicht, daß das Pfund Sterlin mit 3 Dollar 59 Cents stabilisiert werden sollte, während die Amerikaner einen Kur» von 4 Dollar vorziehen würde». kurS aus dem Nachbarreich verschrieben. Man sah schon in den Vormittagsstunden sechs UeberfallSauto der bayrischen SA- Leut« und ungezählte Motor st ass« In auS dem benachbarten Bavern. All« reichsdeutschen Nationalsozialisten besorgten in vehementer Weise die Wahlpropaganda für ihre Innsbrucker Parteigenossen. Eine Mehrheitsbildung wird in dem neuen Gemeinderat kaum möglich sein. Man spricht deshalb davon, daß die Regierung beabsichtige, den Gemeinderat aufzulösen und einen Re- gierungSkommiffär einzusetzen. Aus Starhemhergs Lager. Wien, 23. April. Zu den Differenzen in der Heimwehr-Bundesführung teilen di« Blätter nut, daß auch der Salzburger LandcSkommandant, der ehemalig« Minister H n e b e r, undA l b e r t i, der niederösterreichische Landeskommandant, Star- Hemberg gegenüber in Opposition getreten sind. Wie es heißt, soll Starhemoerg beide Landesführer ihrer Funktionen enthoben haben. Die„Dotz." bestätigt, daß der Antragsteller für das Mißtrauen gegen Slarhemibcrg der Tiroler Landeskommandant Dr. Sie»die selbst war. Ans dem Land unter den Hunnen Was der Chel der Feuerwehr erzählte. Der langjährige höchst« Ches der Berliner Feuerwahren, der Branddlrektor Gempp, ist vor einig".» Wochen aus seinem Amt ent fernt worden, obwohl er längst noch nicht die Altersgrenze erreicht hatte und auch sonst keiner lei Grunde Vorlagen, die etwa sein Ausscheiden auS dem Dienst hatten erforderlich machen müs sen. DaS Motw seiner vorz:itiaen Entfernung auS dem Anu ist vielmehr da zu suchen daß Hin. Gempp nachdem Brand'mReichStagS- gebäude gewisse Eigenartigkeiten auf gefallen wäre»», die er zur Sprache brachte, danach hat er erfahren müssen, daß die neuen Herren lieber gesehen hätten, wenn der Branddirektor weniger gesehen hätte. In einer Besprechung mit seinen Inspektoren und Brandleitern hat.Herr Gempp, kurz vor seinem Ausscheiden, darüber Klage geführt, daß di« Feuerwehr zu spät alarmiert worden sei. Nur so sei«S zu er klären, daß ein« etwa 29 Mann starke SA-Abtei lung sich bereits am Brandherd befand, als di« Feuerwehr endlich erschien. Ferner führt« Herr Gempp darüber Klage, daß der kommissarische Innenminister Preußens, Gocring, ihm aus drücklich verboten habe, sofort die nächste Alarmstufe zu verkünden und demgemäß stärkere Fenerwchrkrafte einzusehen. Schließlich war Hrn. Gempp ausgefallen, daß in den nicht zerstörten Teilen des ReichStagSgebäudeS große Men gen nicht verwendeten Brand st i f- tungsmaterials herumgelcgen hatten, in verschiedenen Zimmern, unter und in Schränken etc. Material, das allein eine: ganzen Lastwagen gefüllt haben würde. Augst vor dem Braunen naus Ein jüdischer Schüler namens L. in B re s- lau hat m einem Aussatz über die nationale Er hebung geschrieben, daß der jetzige Polizeipräsident von Breslau sich mit Stolz bekannt hab«, ein Fememörder zu sein. Der Schüler wurde darauf- MilA HeMiren tollen enlwaltoel werden? Hlnlsterratsbesdiluo nach stürmischer Sitzung. Wie», 24. April. Nach dem Bekenntnis der steirisch«» Heimwehre» zu« HUlerfaseia. mu» droht nun der Konflikt zwischen der Regierung und de»» steirischen Heimwehren offen zum Auübruch zu kommen. Heute wird aus Regle rnngskrrisrn bekannt, daß nach«inrr sehr erregten Sitzung des Ministerrats der Beschluß-«faßt wurde, di« steirische» Heimwehren zu«nt- wafsnrn. Gerade dies« Heimwehrgrupp« ist aber sehr gut bewaffnet uud vollkommen kriegsmäßig mit Maschknenaewehrabtellungeu uud alle» ander«» KrtegSaeräten ausgerüstet. Äi« man weiter hört, soll Minister R i n t«l e« mit dem Rücktritt gedroht haben, w«»m dieser Beschluß gefaßt werd«; e» soll aller Mühe bedurft haben, ih» von dieser Absicht doch wieder abzubringen. Um«kl« Feier des 1. Mal. Auch sonst herrscht innerhalb der Regierung über di« nächste Zukunft offensichtlich« Nervosität. Di« Regierung will, um ihrem Demonstrationsverbot für den 1. Mai den nötigen Nachdruck zu verleihen, bereit» am 89. April dje gesamt« Wiener Garnison in Alarmbereit- reitschast stellen. Minister Vaugoin hat heute eine Rede gehalten, in der er sich in außerordentlich scharst» Drohungen gegen di« Sozialdemokraten erging und erklärte, dir Regierung werde für de» Fall, daß da» Streikverbot am 1. Mai durchbrochen werd«, für Wien einen Regirrunaskommissär einsetzen. Di« fozialdemokratische Partei erklärt demgegenüber heut« nuerlich, dl« Arbeiterschaft werd« sich durch keine Notverordnung da» Recht au s die Maifeier nehme» lasse». Auch die Vor« ständekonferenz der österreichische» Gewerkschas en hat heute erklärt, daß sie da» ungesetzlich« Streikverbot der Regierung für nicht verbindlich erachtet und die Arbeiter und Ange- gestellten aussordrrn wird, gegebenenfalls von ihrem gesetzlich gewährleistete« Recht aus Streik Gebrauch zu machen. Nazi* Wahlen in Innsbruck. Innsbruck, 23. April. Nach dem endgültige» amtlichen Ergebnis erhielten bei den heutige» ergänzenden Gemeinderatswahlen, in d«»r«n die Halste dea GemeinderoteS neu gewählt wurde, die Nationalsozialisten 13.996, tue Sozialdenro- kraten 9932, die Christlichsozialen 9394, di« Groß- deutschen 828, der bürgeruche Ständebund 777, di« Kommunisten 468, die national« Existenz partei 22 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug neunzig Prozent. D»e Mandat« verteilen sich folgendermaßen: Nationalsozialisten 9, Sozialdemokraten 6, Tiroler BolkSparte» fünf Mandate. Der neue Gemeinderat setzt sich jetzt au» 15 Sozialdemokrvten, 12 Tiroler VolkSparteilern, 9 Nationalsozialisten und vier Großdeutschen zu sammen. Bei den Wahlen im Jahr« 1931 erhielten: Di« Sozialdemokraten 12.948(9 Mandate), di« Tiroler Christlichfozialen 9883(7 Mandat«), di« Großdeutschen 3963(4 Mandat«), di« National sozialisten 1196(kein Mandat) und di« Kom munisten 390 Stimmen(kein Mandat). Di« Skationalsozialisten, di« Innsbruck unter einen förmlichen Terror setzten, hatten sich Suk- Seite 4 Dienstag. 28.«prll 1SS8. srr. vi * 68.486, 59.093, 61.682, 63.785, 72.21t, kommende Spielweise mit gleichen„Waffen" für mtd das bisherigen Län- 1927: in T agesneuigkeiten , Die„Hitlerfpendc". Unter der Parole, SV M an Hitlers Geburtstag niemand Hunger leiden dürfe, ist mit großem Geschrei die sogenannt«„Hitlerspendc" organisiert worden. Das Resultat wird nunnnehr von der Nach dem Zugeständnis der Hitler-Regierung hat Deutschland heute rund sechs Millionen Arbeitslose; in Berücksichtigung der Familien» Verhältnisse ist diese Zahl mit dem Durch- schnittskoeffizienten von 2.5 zu multiplizieren. Ergibt: fünfzehn Millionen Menschen. Oder: pro Kopf 2.3 Reichspfennige zu Hitlers Geburtstag!— Der neudeutsche Arbeitslose muß einen kleinen Magen haben, wenn er damit satt werden soll! Radiohetze gegen die Tschechoslowakei. Am Sonntag, den 23. April leistete sich die reichsdeutsche Frühsendung(7 Uhr) einen ausgesprochene politische.Hetze gegen die Tschechoslowakei. In einem Zwiegespräch zog ein angeblicher Su- detöndeutscher gegen die Tschechoslowakei los, indem er über nationale Untcrdrücknng der Deutschen usw. sprach. Ferner wurden Erzgebirgs- 1111 da es ja kein Geheimnis blieb, daß in Geising g«|W unmittelbarer Nah« der italienischen ein großes Tamtam stattsindet. Grenze. Abends gegen 6 Uhr kam auch wirklich ein Trupp Natioualsozialisten auf der Fürstenauer- Lhkgitzkhrggh lst©dCtSbCtfl straße gegen den Mückenberg marschiert, wo sie. von der Gendarmerie angehallen und sichergestellt GeierSberg(tm Adlergebtrge), 23. April, wurden. Die Angehaltenen, die noch die Fest- Heute früh brach aus bisher unbekannter Ursache abzeichen bei sich trugen, müßten unumwunden I>m hiesigen Theater ein Brand aus, der im Laufe eingestehen, daß sie in Geising an der Fahnen- von zwei Stunden den.H a u p tt ra kt der Bühne weiheteilgenommen haben. Drei der Beteiligten, v o l l k o m in c n einäscherte und auch den und zwar: Sans Bachmeier, Obmann derIZuschauerraum beschädigte. Der Schaden wird Nationalsozialisten in Obergraupen, ferner Josef sauf eine halbe Million Kronen geschätzt. B i h a u l e, der ehemalige Obmann der aufge lösten nationalsozialistischen Fugend und Anton Maja aus Graupen wurden dem Bezirks gerichte in Teplib-schönau einge liefert. Die Gendarmerie hat bei den Ber- hasteten verschiedene Dokumente beschlagnahmt. Was wird Herr Fung dazu sagen, daß man ictncnt Parteierlaß so ,wenig Respekt entgegen- zz uhr der Schauplatz eine« Morde» und Selbst, bringt? Wenn sich lelb, seine getreuesten Man-^des. Die Beteiligten sind kaum dem Kinde», nen darum keinen Pfifferling scheren, wer soll alter entwachsene Personen. Der noch nicht dann überhaupt noch glauben, daß der ganze Er- zg«zhxj», Schlosser der Premierwerke lag etwas anderes ist als eine ganz gewöhnliche zznton Muller erschoß den IkjLhrigen Augenauswtscheret? Lehrling Franz O t t, weil dieser nach einem gemeinsamen GasthanSbesuch im BolkShause'«in Selbstmord Peter DonMulers»«d ei« isishrige» msdq«« nach | Hause begleitet hatte, zu denen Müller selbst in in der Hast dm Karlsbader Polizei. Beziehungen stand. Rach der Tat seuerte Muller Prag, 24. April.(6.P.-B.) Am 22. April um I zwei Schüsse au» dem Revolver gegen seinen Kopf halb 17 Uhr wurde auf dem Bahnhof in Karls- ab. Beide wurden in da» Egerer Krankenhaus bad der im Jahre 1900 in Niederes, Bezirk überführt, wo sie heute früh ihren Berletzungen Hohenelbe, geboren« und dorthin zuständige ehe-1 erlegen sind. malige Lehrer und nunmehrige Rechtshörer Peter I Donnhäuser, wohnhaft in Prag, XII., GofDfft wlkd OCltflOllMl! Bclegradska 44, angeltalten. Peter Donnhäuser>stl’ B s j„ aus dem Brünner Prozeß gegen den Volkssport Berlin, 24. Aprtl. Zwischen Lühben und bekannt. Donnhäuser. der durch sein Benehmen Lübbenau wurde in der Nacht zum Sonntag ein im Zuge aus sich aufmerksam machte, wurde Arbeiter namens Paul Herda bo.it einem -■■"--■■■'“- t*- 2 j. i 6e a m t c n erschossen, als er in' Karlsbäd"eingelies«ri. wo' er in der NaÄ auf l Die Aufklärung des Zwischenfalles steht noch auS. kLt..*» ft.rbrim«oVkuMÄ rc«• k X«« I.- Ziehung der A'affenlotterie vom 24. April. 200.000 K: 83.227. 40.000 K: 47.906. 30.000 K: 25.092. 20.000 K: 74-944, 91.015. 10.000 K: 58.084, 70.833, 72.425, 92.625, 101.914. 5.000 K: 457, 2.621, 3.704, 5.955, 11.450, 14.172, 23.982, 24.409, 29.297, 30.968, 82.844, 33.733, 40.617, 44.669, 47-820, 55.532, 63.356, 77.547, 81.036, 88.123, 88A34, 99.186. 2.000 K: 1.704, 2.228, 2.662, 4.888, 9.259, 9.354, a enärzten nichtarischer Abstammung sowie von ganda sind du: Abwehrmaßregeln der tschechoslo- enärzten, die sich im kommunistischen Sinne wakischen Regierung durchaus verständlich. Er- betätigk haben, beende, wird, und daß Neuzu- wähnt sei, daß Deutschland die deutschen Radio- laffungen solcher Aerzte zu den Kassen ntcht mehr sendungen aus Moskau und Prag planmäßig zu stattfinden. Die ausnahmsweise Zulassung nicht- stören sucht. arischer Aerzte ist nur statthaft, wenn sie am Sprachheilkur». Im Fürsorgeheim In Hohen- Weltkrtege im. Heer des Deutschen Reiches oder elbe der Deutschen Landeskommission für Kin- emes der Verbündeten teilgenommen haben oder derschutz»nd Jugendfürsorge in Böhmen findet chenn ihre Väter oder Söhne gefallen sind. f in der Zeit vom 2. bis 30. Juli 1933 der 9. -kr.97 Dk«n»tag, 25. April 1938. Leit« 5 Aristoteles yat steh geirrt. Idyll aus Schulbänken Bo« Slia» Remp. „Ich mache Sie darauf aufmerksam, werte Herren Kollegen", Studienrat Fbrtsch, der Turnlehrer räusperte sich und blickte erregt in das vollzählig versammelte Kollegium,„ich mache Sie darauf aufmerksam- daß der Schuler Wiede, den ein Teil von Ihnen nicht als vcrsctzungsr-uf erklärt, seine gesamte freie Zeit der nationalsozialistischen Bewegung widmete. Es ist allo nicht nur kein Wunder, sondern sogar ein Verdienst an der Gesamtheit der Nation, wenn er in Französisch— der Sprache unseres Erbfeindes neben« v«— in Mathematik, Deutsch und Latein ungenügende Leistungen zeigt. „Aber lieber Herr Kollege," entgegnete der Direktor, ein gütiger, etwa- vertrottelter Professor,„ich weiß Ihre Gesichtspunkte ja durchaus zu würdigen, aber gehen wir mal vom Pädagogischen auS: Glauben Sie nicht, daß ein Schüler, dellen Kenntnisse derart unter dem Niveau des Klassenziels liegen, seinen Mitschülern in der nächsthöheren Klasse— Obertertia ist cS wohl— ein Hemmnis darstellt?" Währenddcsten stand der Untertertianer Medc, in SA.-Nniform, mit Gummiknüppel und Revolver ausgerüstet, vor der Toilette und ließ leinen Juden herein. ,,RauS mit den Juden aus den deutschen Aborten!" hatte er unter allgemeinem BeifallSgebrüll auf dir Tür geschrieben. Die Konferenz tagte weiter. Fortsch war auf- aesprungen. Seine schnittige Heimkriegergestalt »ob sich schärf von der helle» Tapete deS Zimmers ab.„Und ich behaupte, Herr Direktor, daß Ihre In- und Rücksichten ltberalistifch verseucht sind! Ich berufe mich auf den Ministerialerlaß deS Pg. Rust! WaS kommt eS auf die Leistungen an?! Auch unser DolkSkanzler war ein frischfröhlicher Knabe, der sich nicht um Büchcrtand kümmerte. Und wie herrlich und groß ist er dennoch geworden! Und ich sage Ihnen,-Herr Direktor: Selbst wenn die nationale Bewegung anS Idioten bestehen sollte— die deutsche Schule wird den deutschstämmigen Kämpfern rein Hindernis in den Weg legen! Wissenschaft— Mathematik— Nebensachen! ES kommt darauf an, stramm zu stehen, wenn der Führer eS verlangt. Und wir, di« Schule, haben diese deutschen Menschen zu erziehen! Für den Schüler Wiede stehe ich ein, meine Herren.. „Aber Herr Kollege—* der Mathematiklehrer erhob sich—„was Sie da sagen, ist ja sehr sibön für Leitartikel und Schülerversammlungen, aber un» erzählen Sie doch so wa» nicht. Es gibt doch ewige Werte, zu denen die Wissenschaft—" Tobender Protest des Kollegiums. Am lautesten Fortsch:„Sie! Sie! Willen Sie, was Sie sind? Ein Marxist stnd Sie! Ein Volksvrrräter! Endlich enthüllen Sie sich, Sie! » Der Deutschlehrer, der wie ein Eunuch sprach und auch so aussah, fisteltet„Ein Volk erwacht— und Sic sprechen uns von ewigen Werten! Sie haben abmtretcn! Sie stnd nicht mehr aktuell!" -Der Schüler Wiede zwickte einen schmächtigen Juden in? Gesäß. Rosenbaum hieß der. Rosenbaum schwieg.„Willst du wohl schreien? Schrei: Ai waih!" Rosenbaum schrie. Er war mürbe, so mürbe. - Ter Direktor läutet« schüchtern mit einer klei- nm Glocke.„Meine-Herren, ich bitte, beruhigen öie sich doch. Der Kollege Fortsch hat ja recht. Außerordentliche Zeiten erfordern außerordentliche Maßnahmen, sagte schon..." Aber er wußte nicht, wer eS gesagt hatte. ,^ch glaube, wir können zur Abstimmung schreiten," schnarrte Fortsch.„Ich stimme, trotz den vier ungenügenden Nummern WiedeS"— dies in triuntphierendrm Ton—„für seine Versitzung. Wer noch?" Hände flogen hoch.„Die Atgeuprobe! Niemand? Auch Sie nicht, Herr Kolleae?" Der Mathematiker winkte müde ab.„Ich hab« mich überzeugen lasten..." „Sie stnd«in Charakter", meinte Fortsch ironisch. Aber was spllte der Mathematiker schon tun. Er batte drei magere Kinder. „Dann schließe ich die Konferenz", sagte der Direktor in das Stuhlgescharr«. Der Historiker ff?g. Wimmclmann trat in die Klaffe, von Wiede mit vorgereckter Hand begrüßt. Wimmclmann fühlte sich und begann zu dozieren: „Als die ruhmreiche deutsche Armee, ungeschlagen, ungebrochen, nur den Dolchstoß im Rücken, in dir jubelnde Heimat zurückkehrte—" Der Direktor und der Mathematiker trafen sich auf dem leeren Korridor. Der Direktor vertag den Mund, halb schmerzlich, halb amüsiert lächelnd. Der Mathematiker nickte Verständnis- innig. Und dann gingen sie an ihre tägliche Volksverdummung. Rezepte gegen die Frühjahrs erkffiMung. Billige und«insach» Hanrmittrl Helsen.— Wo Schwitzen««gesund ist.— Das Erkältuug-sieber. Für den Arzt ist der Frühling die Zeit, in der die Menschen anfangen, unvernünftig zu werden. Bald zehen sie sich zu warm an, bald zu kalt, bald lasten sie den Oken ausgehen, und bald zünden sic ihn. wieder an. Kurz und gut, eS ist d,e Ze t der Erkältungen und es gibt wohl niemanden, der nicht im voraus:n Form eines Hustens oder Schnupfens leinen Tribut für die Freuden des Frühlings und SammerS entrichten müßte. Wir wollen diesem Heer der Verschnupften rin wenio mir, alterprobten, teilweise zu Unrecht in Vergessend«'! geratenen Hausmitteln zu H'lsc lammen. Sehr zweckmäßig ist es d'ele Kur zunächst mit einem lauen Fußbad von 25—80 Grad Cet- stutz m beginnen, das 10—15 M nuten dauern stll; dann geht eS in das vorher erwärmte Bett, Die Saison ist vorüber, und nun kann man darüber schreiben, ohne daß die Tinte jemandem schadet. Schauplatz ist das nordböhmische Braunlohlengebiet. ES ist«in rauchendes Land; in drei, ten Schleiern und Schwaden lagert der Dunst über der aufgegrabenen Erde. Von der Spät- nachmiltagSsonne romantisch verklärt, erscheint die wellige Ebene als ein blaugraue» Meer, aus dem Hügel und Berge, die langen Ketten der Gebirge, die Fördergerüste der Schächte, die Schornsteine der Hütten und Fabriken in wechselvollem Gegenspiel aufragcn. Die Industrie hat sich breit eingenistet. Sie lebt und zehrt von den Schätzen der Erde, einer geologisch schicksal-reichen, vulkanisch aufgebrochenen Erde. Schacht an Schacht raucht, Tagbaue klassen al» samtbraune Abgründe, Glashütten klirren, Porzellanfobriken liegen inmitten bunter Scherbenhaufen. Aus unterirdischen Klüften springen heiße Onellen und perlende Säuerlinge. Und an den sonnigen Hängen reift Brot und Obst. ES ist ein gesegnete- Land. Aber di« Menschheit ist e:n schlechter Wirt geworden. Sie leidet Not im Ucberflutz. Menschen hungern bei vollen Speichern, sie frieren angesichts hochgetürmtrr Kohlenhalden. Kaffee schütten sie in« Meer, mit Weizen feuern sie CchifsSkestel. Und Millionen haben kein Brot. Um sich der ärgsten Not zu erwehren, greifen sie zur kümmerlichst:« Selbsthilfe. Auf den Schächten im nordböhmischen Kohlengebiet werden nur drei bi» vier Schichten in der Woche gefahren. Die Kohle liegt haufenweise da, aber niemand kann sie kaufen. Ein Drittel der Arbeiterschaft ist brotlos. Um nicht zu verhungern, graben die Arbeitslosen Kohle auf eigene Faust. Aus dem wellig eingesunkenen Gelände ehemaliger abgcbautcr Gruben scharren und schaufeln sie zu Hunderten,«lende Gestalten in schmutzigen Kleidern, die bei manchem buchstäblich nur noch aus Flicken bestehen. Die schlechtesten Lunlpen sind für dies« Arbeit gerade noch gut genug, aber viele werden außer diesen kaum noch bester« Kleider haben. Anfang- gruben sie Kohle für den eigenen Bedarf, aber nach und nach ist ein regelrechter, nur denkbar primitiver wilder Kohlenbergbau daraus geworden. Als eigentliche Kohlengräber arbeiten meisten- zwei Mann zusammen, von denen in der Regel wenigsten» einer Bergarbeiter ist. Sie graben mit kurzstieligen Schaufeln richtige Schachte, etwa 60 Zentimeter im Geviert, mit Brettern und Stempeln verzimmert, durch den zähen klebrigen Letten, bi- sie in acht, zehn, fünfzehn Meter Tiefe aus die schiefrige, hellbraunfleckige Kohle kleiner, früher nicht abbauwürdiger Flöze stoßen. Einer gräbt im Schacht, der ändere windet mit einer einfachen, auf Brettlagern eingebauten Handwinde in alten zerbeulten Eimer» dir Kohle herauf. Manchmal ist ein Floss sehr dünn, manchmal ist e- einige Meter mächtig, manchmal können in der Tiefe sogar kurze Stollen vorgetrieben werden, manchmal aber finden die Schürfer nach taaelangem Graben gar keine Kohle, dann war alle Arbeit umsonst und sie fangen an einer anderen Stelle von neuem zu graben an. Mitunter stürzt ein Schacht ein; dann ist e- ein Glück, wenn niemand dabei»mlommt. „Mir sind dabei eine Menge Stetnpel drin geblieben", sagt einer,„von den starken da—»m vier Kronen da» Stück." Ihn ärgert der Verlust jetzt noch. Während er sich eine Zigarette anzündet— die billigste, die e» gibt—, beleuchtet die Flamme sein Hungcrgesicht hinter den schwarzen Händen. Dann wirft er da- Zündholz weg mit einem Ruck, als würfe er der verlorenen Habe auch noch da- setzte nach— eS ist'chon alle- gleich; kaum, daß e» die Mühe zu leben lohnt. Resigniert greift er zum Spaten. Nebenan haben die Kohlengräber eine Bahn au» altem Sackleinen als primitive Wetterführung in ihren Schacht gehängt. Au- dem Loche schwelt es bläulich: e» steigen giftige Aase auf, und die sind gefährlich. Vor Weihnachten sind hier zivei junge Kohlengräber in ihrem Schacht erstickt, ehe ihnen Hilfe gebracht»verden konnte. „Ja", sagt ein alter Bergarbeiter mit einem ge- wissen Berufsstolz,„wer nicht- davon versteht, wll eS bleiben lassen." Er deutet mit einer Kopf- das man am besten, bei einer Zimmertemperatur von 15—20 Grad zwei Tage lang nicht verläßt. Einatmung der warmen Dämpfe von Kamillentee oder Melistentec durch Nase und Mund lindern Kopf'chmerz. Niesreiz und Hustenreiz. Bei stockender Verdauung soll man e>n milde- Abführmittel zu sich nehmen, am besten nüchtern:n einem Weinglas warmen Masters(zum Beispiel >4—1 Pulver des alten„Pulvis teinperan«"). Dazu gehört eine nicht zu reichlich«, flüssige Kost: Gerstenschleim. Haferschleim oder Milch. Dann heilen leibst schwere Erkältungen— wir pflegen heute fässchl:ch jede Erkältung als Grippe zu brteichnen— meist in wenigen Tagen. Es ist durchaus nicht immer angebracht, zu schwitzen. Besonder- empfindliche Patenten vertragen die starken Schwitzkuren ost durchaus nicht, und die heftigen Abkühlungen verschlimmern bäukia den Krankhcitszustand. Auch die„nasten D ckrl" nm-Hal-«nd Brust stnd bei einfachen Er- kältunaen ganz unangebracht. Daqeaen sind be> Luktröbrenkatarrben«in Warmhalten der Brust oder mit Schweineschmalz bestrichene Flanelllappen lehr heilsam. Vielen tut es gut. die Na'e außen und innen mit Oel oder Fett tu bcstre'chen. Verursacht da» Schlucken Schmerieii. lo bewäbr» sich ein baumwollenes oder svideneS Halstuch oder ein Flanell bewegung nach einer Truppe junger Leute hinüber:„WaS werden die jungen Kerle da aus dem Schacht schon gearbeitet Haven? Im Tagebau, am Bagger— ja, da lernt man nicht» von Schachtarbeit." Nicht jeder, der hier nach Kohlen grabt, ist kundiger Bergmann, aber die Not ist groß und da» Leben ist nicht mehr viel wert. Eigentlich ist diese wilde Kohlengräberei verboten, wenn auch jeder der Leute hier, wenn man fragt, versichert, daß e» erlaubt sei; sie misten za nicht, wer sie da fragt.„Besser al» Betteln oder Stehlen ist e» immer noch", sagt einer, während er den vollen Eimer heraufwindet. Abnehmer der Kohle sind andere Arbeitslose. Sie sieben die geförderte Kohle und schütten sic in alte Säcke, Die sie zu ihren-Handwag.'n am Straßenrand schleppen. Auch Frauen schleppen Säcke, erbarmungswürdig gebeugt unter der Last, schmutzig, in alten Lumpen.„Ehret dir Frauen" — o ahnungsloser Schiller! Mit den Kohlen fahren die Arbeitslosen in der Stadt von Hauü zu Hau»; bei reichen Leuten werden sie freilich mit ihrer minderwertigen Kohle in den zerrissenen Säcken nicht anfragen brauchen; ihre Abnehmer sind auch wieder nur arme Teufel. Für den Sack zu fünfzig bis sechzig Kilogramm bekommen sic, wie sie sagen, 3.50 Kronen. So gruppiert sich um jeden der Zwergschächte eine Arbeitsgemeinschaft. Die Gruppen, überall dicht beieinander um ihren Schacht, mit ihrem Warmeseuer in einem rostigen durchlöcherten Blcchbottich von irgendeinem Schutthausen, erinnern an alte Bilder au- der Zeit der Anfänge de» Bergbau», auf denen man die ersten Bergleute mit Kappe und Nackcnschutz wie die-tzemzel- Männchen an Handwinden über ihren Schachtlöchern arbeiten siebt. Seitdem hat die Technik dermaßen für Fortschritt gesorgt, daß sie den Menschen entbehrlich und arbeit-lo» macht. Der hungernde Mensch beginnt wieder am Ansang— Aristoteles hat sich girrt. Er prophezeite der Menschheit ein glückliche- Zeitalter, wenn die Weberschiffchen von selber laufen wurden. Nun, sie laufen von selber; die Technik hat Utopien, von denen noch ein Bellamy nur träumen konnte, verwirklicht, aber die Menschheit hat daran- noch nicht da» Glück für sich selber zu gestalten gewußt. Die Weberschiffchen lausen von selber und die Menschen leiden Not— Aristoteles hat sich geirrt. In unmittelbarer Nachbarschaft der großen Schachtanlagen mit ihren Maschinen greift der arbeitslose Bergmann zur-Handwinde, um Kohlen zu fördern, indes auf den Schächten die Kohlenvorrate sich türmen und keinen Absatz finden, weil die Fabriken still liegen— weil dir Produktion keine Konsumenten findet— weil die Masten nicht kaufen' können, wa» sie so nötig brauchen— weil sie kein Geld haben— weil sie arbeitslos stnd... So hat auch der Unsinn feine Logik. Eine- Tage» aber erschienen Gendarmen; ihre Bajonette blitzten in der Frühlingssonne. Sie vertrieben die Kohlengräber. Die Zwergschächte mußten zugeschüttct werden. Die„Saison" ist ohnehin bald vorüber; der Absatz auch dieser billigsten Kohle hört auf, wenn die Sonne heizt. Nehmen wir an, daß die gestreng« Obrigkeit ein Auge zugedrückt hat, solange diese Kohlengräberei arme Teufel vorm ärgsten Hunger bewahren hals—„bester al- Stehlen ist e» immer noch". Und verbieten ist leicht, helfen ist schwerer. Nit« liegt da» zergrabene, zerlöcherte Gelände still im Frühlingssonnenschein. Die.Huflattichblüten können ungestört ihre zierlichen gelben Samen ausbreiten. Nur ein paar alte Frauen kommen noch hierher, um den herauSgestebten Kohlenschutt nochmals auSzusicben und die gewonnenen Brocken in alten Säcken Heimzutragen. Die Arbeitslosen müssen sich nach andrer Hilfe«msehen. ES scheint, daß seitdem die bettelnden Musikanten auf den Straßen zunchmen. Und auch da» ist eine Satire, die die Zeit auf sich selber macht: nie hört man Tag für Tag so viel singen und musizieren, als wenn e» den Menschen schlecht geht. „Es muß wa- Wunderbare- sein, von dir geliebt zu werden"— ach, junge Frau, dem Manne, der das zu Ihrem Fenster ycraufstngt. fehlt nicht-, als«in Stuck Brot. Will Ardeg. säckchen, das mit Erbruhblumen und Kamillenblüten gefüllt ist. Noch bcfscr wirkt feuchte Wärme in Forin von Umschlagen au» Kartoffelbrei. Milchbvei oder mit Milch gekochtem Weißbrot. K«in« heiß«« Getränke, kein Alkohol! Nichtbeschleunigt die Heilung einer Erkältung mehr, al- ein« eintägig« Durst» und Hungerkur. Ueber- ernährung ist in ErkältungStagen st«t- schlimmer al- Unterernährung. Fleisch. Eier, Käse, fette und scharf« Speisen müssen gestrichen werd««, dagegen sind erlaubt-Haferschleim, Zwieback, Weißbrot, Obst, Kompott, Mehlspeisen. Besonder» die Abendmahlzeit soll so dürftig wie möglich auSfallen. Bei Erkältungsfieber wollen wir hier ein uralte», von Hippokrate» erdachte» Rezept wieder zu Ehren bringen, daS Sauerhoniggetränk. Man nimmt eine Handvoll Fliederblüten, gießt 50 Kubzim. kochend«» Wasser dazu und läßt ziehen, bis sich di« Flüssigkeit abgekühlt bat; dann seiht man durch ein leinene- Tuch und letzt 2 bi- 3 Eßlöffel Bienenhonig hinzu. Bei rauhem Hal- erseht man den Fliedertee durch Gersten- oder Graupenschleim: 50 Gramm dc» gebrochcneii Kerns werden mir l Liter Wasser gekocht, bi» di« Gerste geöffnet oder (Ben offen? cftenofffunettt In ßede»«Jett tcHDctiammiunu. i eöer Gewerkschakwversammtuiiv. efter Nenostenschaftsverlammlun, efter Wählerverkammtung, leöee Fraucnversammtung, ieftce ootitislden Aeriammlun«. |eöer Verlammluna oder Sltzuny«,nei vroletarilchen vraanisatton toll« Ave tür Mt WMMMk Meivreßk 'ntenllnkir Derdeurbett letftrr die Graupen erweicht sind. Dann setzt man 50 Gramm Honig und 30 Gramm Weinessig hinzu. Bei quälendem Hustenreiz ist eine- der angenehmsten Mittel Mandelmilch: 100 Gramm geschälte süße Mandeln werden mit 50 GrantM Zucker und 30 Gramm geschälten Melonenkvrnern im Mörser gestoßen und unter allmählichem Zusatz von Wasser biS zu einem Viertelliter auSgelaugt und auSgepregi. Der Rest wird nochmals mit Wasser auSgcmörsert und die» so pst, b'S die gesamte Flüssigkeit 1 Liter beträgt. Dann scht man reichlich Pomeranzen- blütcmvasser hinzu»nd trinkt daS Ganze lauwarm. Volkswirtscliaft und Sozialpolitik Die Währungsreserven der einze'nen Dl aalen Interessante und aktuelle Rückschlüsse auf die Stabilität der einzelnen Staaten und aus den Grad ihres internationalen Kredits gestatten die vorliegenden Angaben über die Dcckungsgrund- logen ihrer Währungen im Verlauf der Wirt- schaftSkrisiS; wir bringen diese Angaben ohne Kommentar. Während deS Jahres 1932 haben sich die Gold- und Devise nbe st ände wir folgt verändert: in der Tschechoslowakei erhöht um 1.0% in Frankreich. 1.1% in den U. 8. A......„„ 1.2% in Belgien......„„ 1.8?; aber: in Deutschland.. vermindert um 10.2% in Italien„„ 24.3» in Deutschs st erreich„„ 40.6% Im ersten Quartal 1933 haben sich die Tschechoslowakei, di« USA. und Belgern stabil, gehalten, Frankreich hat sich erhöht; eS sind jedoch erneut zurückgegangcn: Deutschland.... um weitere 67.07; Italien 22.8?« Deutschö st erreich■..„ 10.3% Im Vorjahr hat somit Deutschöstcrreich den „Rekord" mit 40.6 Prozent gehalten: imerstru Quartal diese- Jahres mußte dieser „Rekord" jedoch an Hitler-Deutschland mit 67.0 Prozent abgetreten werden! Landelskammer gegen Neudentkchland Liverpool, 22. April. Gestern fand unter stärkster Beteiligung die Jahresversammlung der Handelskammer von Liverpool statt. Im Mittelpunkt stand ein« Rede des Geschäftsführers der -Handelskammer, E ck l e s. über Wirtschaftslage und Wirtschaftspolitik. Herr EcklcS erklärte, daß keine Erleichterung der Krisis erwartet werden dürfte, bevor nicht der überspitzte Nationalismus, der sich gerade im Wirtschaftlichen besonders verheerend auSwirktc, endgültig überwunden ist. Eine„Krisis der Welt" verlange eine„Neuordnung der Welt"; diese notwendige Neuordnung aber wäre außerordentlich gefährdet durch die Vorgänge in einem gewisten Staat Mitteleuropa». An der Ueberwin- dung dieser Klippe sei alle» interessiert. Lord Derby, der Präsident der Handelskammer, unterstrich diese offen gegen Deutschland gerichteten Ausführungen des Geschäftsführer»; keine andere Tatsache habe die Entwicklung zum Guten jemals so stark gehemmt, wie der absolute Nationalismus, der jenseits des Kanals zur Staatsreligion erhoben worden sei. Wir leben in einer Zeit, sagte Lord Derby, die erfüllt ist mit höchsten Gefahren für uns und alle Nationen; und der beste Rat, den ich zu eitrteilrn vermag, ist der, sich nicht in irgend« weiche Geschäftsverbindungen(mit Deutschland) ein zu lassen. Es wäre billig, aber unverantwortlich, wollte ich von einer unmittelbar bevorstehenden bester«« Zukunft sprechen. Obligatorisch« ZinSsußregelung auch bei den Genossenschaften. Im Anschluß an die Zinsfußregelung der Geldinstitute wird, wie die„Kon- sumgcnostenschaft meldet, eine entsprechende Anpassung der Zinssätze auch bei jenen Instituten und Unternehmen vorbereitet, die zwar keine Geldinstitute stnd, aber ebenfalls Einlagen ent« acgennehmen und Darlehen gewähren. In erster Linie handelt eS sich um Versicherungsanstalten und Genossenschaften, teilweise auch um Industrieunternehmungen, soweit sie Spareinlagen verwalten. Diese Zinsfußvereinbarungen sollen ebenfalls durch Erlaß des Finanz. Ministerium» publiziert werden. «eite 6 Dienstag. SS. April IMS. Nr. 97 PBAfiEB»E1TBHC. Gerichtssaal Dar gefährliche Benzin. Zwei Menschen bedroht. Pro-, 24..pril. Am 28 Septentber v. I. kam öS im Hans« Nr 2 der Lützow st ratze zu einem Unfall, der leicht die'chiversten Folgen hätte nach sich ziehen können. Die FabrikanicnSgattin Friederike Popper reinigte ihr« Handschuhe mittels B e n- z i n, und zwar verrichtet« sie diese feuergefährliche Arbeit In der Nähe des geheizten Ofens. Dabei entglitt ihr die Benzinflasche und zerbrach am Boden, so daß ihr Inhalt uuihcrspr y.e und an dem brennenden Ofen Feuer fing. 2m Nu brannte auch das aus dem Boden verschüttet« Benzin und die Flamme erfaßte auch die Kle'der der Frau Popper, welch« Brandwunden leichterer Art erlitt. Schlimmer kam die neben ihrer Dienslgeberin stehende Hausgehilfin Antonie 2 Sudla weg, die von den Flammen förmlich cingehüllt wurde üstd deren Kleider lichterloh zu brennen begannen Auf di« Hilferufe der Frauen eilten Hanoleut« herzu, welche Feuerwehr und RettungSgesellschaft alarmierten. Das Feuer wurde erstickt. Das Dienstmädchen halt« Verbrennungen ersten.und zweiten Grades an Armen und Beinen erlitten und mußte in- Krankenhaus übevgcführi werden,■ wo st« längere Zeit in Behandlung bleiben mußt«. Frau Popper wurde wegen Ucbertrc tung gegen die körperlich« Sicherheit angeklagt und seinerzeit vor dem Bezirksgericht zu drei Tagen Arrest, bedingt auf rin Jahr, verurteilt. Sie legte Berufung ein uitd so hatte sich heute der Brrnfungssenat der Kreisgerichtes(Vizepräsident Boukek) in zweiter Instanz mit der Sache zu befassen. Im Gegensatz zu dem Erstgericht war der Berufungssenat der Ansicht, daß eine strafbare Fahrlässigkeit nicht vorlieg«, sondern daß es sich lediglich um einen unglücklichen Zufall Handl« und sprach die Angeklagte unter Aufhebung de- ersten Urteile- frei. rd- Falscher Gewicht am WeihnachtStag. Prag, 24. April. 3m allgemeinen pflegen di« Hausfrauen di« am.Markt erstandenen Waren nicht nachzuwiegen, obwohl daS vielfach ganz am Platz« wär«. Wenigstens stannnen di« Anzeigen wegen betrügerischer Manipulationen an den Waagen durchwegs von den Organen der Markt- Polizei, in deren Ausgabenkreis er sällt, sich durch Stichproben davon, zu. überzeugen, daß an den Waagen nicht zum Nachteil der Konsumenten manipuliert wird, um diese um einig« Dekagramm War« zu prellen. Es gibt eine Reih« raffinierter Praktiken in dieser Hinsicht und man staunt, waS für Beträge sich bei der Summierung der ergaunerten Heller manchmal ergeben. Die-mal-rar«in Fischhändler namens R u 2 e k an der Reih«. Just am Weihnachtsabend war er von den Polizeiorganrn heimgesucht worden, welche konstatierten, daß seine Waag« uni 4 5 Gramm mehr zeigte, als das tatsächlich abgewogen« Quantum an Gewicht hatte. Bei dem großen Andrang, der vor den Feiertagen herrscht, bedeutet diese scheinbar minimale„Ungenauigkeit" der erst kurz vorher geaichten Waage einen ganz netten Verdienst „nebenbei". Der Händler kam wegen deS V e r- br«chens deS Betruges vor Gericht ilnd eS zeigt« sich, daß er kein unbeschriebenes Blatt in strafrechtlicher Hinsicht ist. Er verschtvor sich aber hoch und teuer, diesmal ganz unschuldig sein und durchaus nicht begreifen zu können, wie die erwähnt«„U n< grnauigkeit" zustande gekommen sei. Die Sach« mußt« vertagt werden, um einige einschlägig« technische Fragen zu klären. rb Kunst and Wissen Gastspiel Werbeziel. • Titel, Verfasser, Inhalt, ja selbst Tendenz des Stückes erscheinen als säst belanglos neben den« Menschen, der Frau, der Schauspielerin Gisele Wer bezirk, wie sie setzt wieder an zwei Abenden di« Klein« Bühn« zum Schauplatz wundervollsten Erlebnisses macht«. Man müßte ein paar Spalten vollschreiben, wenn man versuchen wollte, auSrei- chend zu würdigen, wie di« Werbezirk auch als Phi- lippin« Proßnitzer restlos alles ausschöpft, was ihr Friedmann und Nerz im„S ch o t t r n r i n g" an Gelegenheit zur Entfaltung ihres mütt«rlichen Herzens, ihre- grundgescheiien Wesens, ihr«s aus tiefsten GrmürSquellen sprudelnden Humors gegeben haben. Wenn dies« Fra» aus der Bühne steht, io wird«» auch kür uns ganz nebensächlich, daß die Handlung mit Jute, mit Spekulation mit Konkurrenz. mit drohender Pleite und eben mit Geld und wieder Geld betrieben wird: der vrachtvoll«, urkräftige, instinktstark« Mensch wird da zum künstlerischen Ereignis von" höchstem, unvergeßlichen, innigst-bedanktem Wert Und der wird noch dadurch erhöht, daß in diesem Werbezirk-Ensenrblc nicht Stich- Wortbringer mitwirken, sondern«ine ganz« Reihe ausgezeichneter Schauspieler unter denen vor allem Jakob Feldhammer zu bewundern ist; dieser Mann und Künstler gehört wahrhaftig einem anderen KulturkreiS an, als chn«ine noch so beachtlich« Leinenwarenfabrik am Wiener" Schottcnring darstel len könnt«; aber um so mehr anerkennenswert dar Feuer, das Fcldhammer au« seinem Kommerzialrat schlägt, di« ergreifende Gestaltung eines Zusammenbruchs, di« ans dem Miliou Armin Friedmanns geradezu in die Sphäre Schillers aUtzurücken schien. Dann noch der köstlich« Armin Springer, unter den Damen ein Name wie Mizzi Günther, daganz« übrig« Ensemble fast ausnahmslos ausgezeichnet und besonders durch di« Reg!« Feldhammers überaus wirkungsvoll. Ein Kabinettstück di« Volks siückmähig packende Arbertcrinszcn«, die in G i s a Wurm ein« ungewöhnlich« starke Scham'p'elerin erkennen ließ.— Das war ein Gastspiel, zu besten Berechtigung wir uns unbedingt bekennen, und dies nicht nur erst post feftum, denn wir haben seil Jahren immer w'eder dem Gedanken Ausdruck gegeben, daß Gisela Werbezirk«in« einzigartige Künstlerin ist. die durch nichts und niemanden zu ersetzen ist und di« wir immer vmn-Herzen begrüßen werden, io oft sic auch nur mit i,..u„.o«in Ende? Vielleicht siebt hinter'■* Theatermache die verborgene, uneingrstandene Angst d«S Diktators, nicht nur wie sein Vorbild zu herrschen sondern auch wie sein Vorbild zu fallen? Da das Stück wenig künstlerische Anstreirgung erfordert, hingegen aber den Aufwand viÄer Uniformen und prunkvoller Dekorationen, Paßt es in den Rahmen des Wiener Burgtheaters. Erst hat ein.Herr Ge-za Hcrczeg«b ins Ungarische übersetzt, nun wurde von-Herazeg gemeinsam mit dem Hans Saßmann, der ja Spezialist für antidemokratischen Theaterkitsch ist, eine deutsch« Bühnenbearbeitung hergcstcllt Für die Inszenierung Hot sich d«r Burgtheaterdirektor, Herr Röbbeling, an Orr und Stelle, in Rom, Ratschläge geholt. Nun dröhnt DiussolintS kriegerisches Dsttatorenpathos aus dem Mund Napoleons auch im Bürgtheater. Die Darsteller begnügen sich damit, di« Uniformen zur Schau zp stellen und lagen den blechern-gelchwollenen Dialog so gut auf, wi« er sich«den anffagen läßt. Nur Werner Krauß formt auch aus dem Text dieser Stücks eine wahrhaft tragisch«, überragend« und packend« Gestalt.- Ihr, n u r ihm verdaickt das Burgtheater den Erfolg der Aufführung; da- Stück hätte ohne Werner Krauß wegen seiner Langweiligkeit und Leer« zweifellos«Inen Durchfall erlebt. Fritz Rosenfeld. Wochenspielplan de» Neuen Deutsche» Theaters. Dienstag,' VA Uhr:„Rigoletto"(A1).— Mittwoch, V4 Uhr:„Menschen im Hotel", Erstaufführung(BI).— Donnerstag, Vi Uhr: „M ädchenjahre einer Königin"(CI).— Freitag; 7J4 Uhr:„Fa I sta f.f"(D2).— Samstag, 7% Uhr:„Eine Frau, di« weiß, was sic will'.(A.A.) Wochrnsplelplan der Kleinen Bühne. Dien-tag. 8 Uhr:„Wetter veränderlich."— Mittwoch, 8 Uhr:„M adamehat AuSgan g".— Donnerstag, 8 Uhr:„Salon P Itzelberg er";„Di« schöne Galathäe".— Freitag, 8 Uhr:„Ko möd!« der Irrung«n".— Samstag, 7A Uhr: n jeder Eh«', Erstaufführung. Reftfalten, gungfatten. Kindersreunve Zusammenkunft Mittwoch, hab 4 Uhr, HoleSovicer Schule. Bei schönem Wetter im Baumgarten. Pflichtbeteiliguna aller Kinder organisierter Eltern! Gäste willkommen! Spart• Spier- Köroerpllene ■ärgerlicher Sport* Wildwestgau-„JdyUe". In Schwaderbach sand ein MrislerschaftSspiel Neusattel—Schwaderbach statt, in besten Verlauf der Schiedsrichter wegen einem gegen Schwadcrbach diktierten Nfmeter vmi einem Einheimischen zwei Ohrseigen bekam, jedoch weitcrspiclcn l eß, als wär« nichts geschehen und au-.„Gerechtigkeit" den Gästen ebenfalls einen Elfer aufhängt«.— In Bleistadt wurden während deS Spieler Chodau—Bleistadt zwei Chodauer Spieler von Zuschauern mir Ohrfeigen bedacht. Der Schiedsrichter unterbrach deshalb das Spiel und ließ nach Beendigung der Prügelei ruhig weiterspi«len! — In Karlsbad war Sonntag das Lokal- „Derby", zu dem der Nazi-Klub„Sparta" nur drei Spieler seiner Ersten stellt«, weil«S die anderer, wahrscheinlich ablehnten, gegen den„verjudeten" Gegner zu spielen. Offiziell heißt«s, daß di« Nazi- Sparta von ihrem OsterauSslug nach Pilsen sage und schreibe acht Verletztes?!) mit hcimgebvocht habe — inoffiziell aber ihre Anhänger durch Austragung «inet anderen Spieles von dem„Derby'-Beinch ab- hielt!— Und der DtzB. hat derzeit ander«„Sorgen",- alt sich um„Ruhe und Ordnung" besonders in diesem Gau zu kümmern, in dem di« Macher«in Berbäichchcn im Verbände sind— und dem DFB. di« Courage fehlt, nach dem Rechten zu sehen. Nette Zustände sind da-, fürwahr! DFC. Prag— Mittelgaumeister. Die Prager trugen Sonntag In B.- K r u m ä u gegen den dortigen D F K. ihr MeistevschastSspiel(um vier Punkte) ouS und blieben verdient« und sicher« 4:1(8:1)« Sieger.— DFC. BudweiS schlug In Prag un- «rwartet, aber verdient di« Sportbrüder mit 3:1(0:0). Di« Prof.-Meisterschaft wurde am Sonntag wieder fortgesetzt, die nach der Nicderlagenserie auch einen Sieg der Slavia bracht«, deren Mamrfchast sich mit der Leitung auügesöhnt haben soll, nachdem einige nicht genehme Herren auSgewechsÄt worden sind. Slavia gewann gegen SK. Kladno unverdient »och mit 4:0(2:0).— Di« Tepliher hatten gegen SK. Libeü auf besten Platz hart zu kämpfen, um nur einen Punkt zu retten; daS Spiel endet« 2:2(2:1). — In Pilsen trenn len sich Viktoria und BohemianS unentschieden 3:3(1:2).— Am SamStag schlug in Prag Viktoria Litkov den SK. Pilsen mit 1:0.— In der zweiten Liga gab eS folgende Ergebniste: SK, Lidenice gegen Meteor VIII 8:1(0:0), SK. Proßnih gegen Nufelsiky SK. 4:0(2:0), SK Ra« konitz gegen öcchi« VIII 3:1(2:0). Sparta Prag hat nach seiner rumänischen Oster- reife«inen rüiSflug nach Jugoslawien unternommen. SamStag gewannen di« Prager In Belgrad gegen Jugoflavia mit 2:1(1:0) und Sonntag wurden sie Vom Beogradsti SK. knapp mit 1:2(0:2) geschlagen. Sonstige Fußballergebnifl«. Saaz: SK. Pilsen gegen D2B. 3:1(2:1)!— Bodenbach: SpBg. gcg. Hechle Karlin-Prag 3:1(1:0),— Gablonz: DTK. gegen Warnsdorser FK. 4:1(3:1)!— Reich e n b e r g: RSK. gegen DSK. Gablonz 3:2 abgebrochen.— Brünn: D2B. gegen BSK.7:1(5:0). — Prcßburg: Budai Budapest gegen 6SK. 4:4 (2:2).— B u d a p«st: Hungaria gegen Ferenc- varoS 2:1(1:0).— W>«n: Rapid gegen Ujpest Budapest 0:1(2:0), Sportklub gegen Vienna 2:1 (0:1), FloridSdorfer AC. gegen WAC. 1:0(1:0), Wacker gegen Austria 3:8(3:2), BAC. gegen Ha- koah 6: l(1:1, 0:0).— Nürnberg: SpVg. Fürth gegen 1. FC. 4:2(2:1).— Mannheim' Süddeutschland gegen Südostdeutschland 6:1(4:1). — Kreuznach: FC. Wien(Nicholson) gegen FC 8:2(2:0).— Paris: Frankreich gegen Spanien 1:0(1:0).— Tillbürg: Admira Wien gegen Südholland 4:1(2:0). Da, VerbaudSspiel DFB.(sSF., das am 7. Mai In Szene aehen sollte, wurde von feiten des DFB. abgesagt, da der tschechisch« Verband kein« befriedigende Erklärung abgab. ob er das Treffen durchführen wolle oder nicht. Atis der Partei Jugendbewegung. Achtung! Arbeitsgemeinschaft„Bert Brecht". Aus technischen Gründen findet heut« keine Probe statt. Die nächste Probe wird voraussichtlich morgen, Mittwoch, obgehalten werden. Genaues in dec morgigen Ausgabe des„Sozialdemokrat". S. I. I. Mittwoch Gruppenabend mit einem Referat über die Bedeutung des 1. Mai. Schallplatte» und Rezitation. Die Mitglieder der S. I. II. und III. sowie Turner werben eingeladen! Gäste willkommen! Lokal: Speisesaal der„Gee.", Fügner- platz 4. Beginn: halb 8 Uhr abends., Frei« Brr. kiq.«L— S. I. IL Mittwoch, 26. April, 10 Uhr, Exekutivsitzung; 20 Uhr: Ruth 2lonitz:„Frau im Klassenkampf".— Sonn- tag, 30. April. 2. J.-Trcfscn, 8 Uhr, Endstal on der 14er(Kaierov).— Montag, 1. Mai, Stellung 8.30 Uhr, Fügnerplah(Gee.)— Agitiert auf den Fakultäten für die Mai-Demonstration! Literatur Hermhuia Zur Mühlen:„Nora hat ein« famose Idee." Ein humoristischer Roman. Leinen RM. 4.80, kort. RM. 3.50. Gotthelf-Berlag, Bern und Leipzig. Die bekannt« und geschätzte, viel gelesene Schriftstellerin Hermynia Zur Mühlen schenkt uns hier einen humoristischen Eheroman, der alt und jung von der ersten b'.S zur letzten Seite in seinen Bann zieht und der in der Tat das Zeug hat, ein kleiner Schlager zu werden. Der Rahmen dieser köstlich leicht fließenden Erzählung bildet das bürgerliche und auch adelige Milieu der Gegenwart mit seiner zum Teil recht zweifelhaften aufiteigcndcn Linie. Der rotierende Punkt, um das sich tu angenehmer Spannung alles dreht, ist die Heiratsver» mittlung. Da treten sic auf den Plan, die geschäftigen Männer und Frauen unserer Tag«, teil- in entzückender Spießbürgerlichkeit und Sentimentalität, teils In gespreizter Sachlichkeit und Einbildung. Immer wieder fordern diosc HeiratSkandibaicn und Kandidatinnen mit ihren Idealen und Wirklichkeiten, mit ihren Sehnsüchten und Verkrampsungen, mit ihren Sprüchen und Widersprüchen, mit ihren Lieber, anrbitionen, Spekulationen, Kombinationen, mit ihren netten und feinen und auch weniger feinen StandeSnrteilen und Vorurteilen Lachsalven heraus. Dieses einzigartige Kabinettstück von Hermynia Zur Mühlen zeigt uns Menschen, wie sie leben und sind. Keine abstrakten Eheproblem«. aber Wirklichkeiten. Filme in Prager Limtsplemausern bis einschließlich Donnerstag, den 27. April. Wran-Urania:„Fünf von der Jazzband"— Adria:„Der Adjutant Seiner Hoheit.'— Alsa: „Und die Sphinx spricht..."— Bcränck:„Ter Paradiesvogel."— Fs nix:„Ter Adjutant Seiner Hoheit."— Flora:„Der Paradiesvogel."— Gaumont:„Die Unschuld vom Land«.'— Hollywood: „Die Galavorstellung der Fratellini." — HvSzda:„Der Adjutant Seiner Hoheit."— Julii: „Milady."— Kinema, B.-Th.: Journ., Report., Groteske. Ab halb 1 bis halb 8— Koruna:„Tie Galavorstellung der Fratcllint."— Kotva:„Paris liebt und jubelt!"— Lurerna:„Paris liebt und jubelt!'— Metro:„Ich und die Kaiserin."— Olympic:„Dai Geheimnis de- LebanonS."— Pastage:„Ich und die Kaiserin."— Praha:„DaS Geheininis M LebanonS."— Radio:„Baby."— Skaut:„Mei» Leopold.'— Svötozor:„Die Unschuld vom Lande.' — Alma:„Tie Veilchen der Kaiserin Eugenie." Avion:„Die Herren voni Maxim."— Baikal:„Dai Geheimnis des gelben Zimmers."— Favorit! „Baby."— Kapitol:„T e r träumende Mund." — Konvikt:„Drei Musketiere.'— Lido:„To- Fenslerchen."— Louvre:„Der Paradiesvogel."- Macegka:„LiebeSguartett."- Prrstyn:„DaS Fen sterchen."— Roxy:„Baby."- Valdek:„Baby.'— Unser Blatl der„Sozialdemolirar ist in Pran in folgenden Berschleitzstellen zn hoben: Bahnhofsbucbhandlun?, Wllsonbahnhof. Masaryk* bahnhof, Denlsbahnhof. Bartdk, Trafik, Präs II.. TyBnov 2. Burok Hu ko, Trafik, Prag I., Staromfiatski na- infisti 32. Hodrova, Trafik. Smicliov, ndbf. legii IX Jcllnkova, Trafik. Nuile II.. Mostn« domy..Re- formy". Kotyza Jan. Trafik, Smicliov, Zborovskd(f 15. Krausova A.. Trafik, Karlin, Krdlovskd 14. KreJMk A., knlhkupectvl. Prag-Llebeu. Krdlov- sk A 1511. Kroupo Jlndh, Trafik. Prag II.. Raiinovo ndbh. stdnek 114. Lttwonaobn Karl, Trafik, Prag II., Nekazanka 8. Marei Josef, knlhkupectvl. Prag-Bubenfi, ul. Dr. Brilfa 24. Monik, Trafik, Prag I., Parlament MrdSkova, Trafik, Prai I„ Josefskd tt.»Unek>21 Mrdz Jan, Smicliov, Radllckd tr. 4X Orkla A.-O., ZeltungfiverschlolO, Praha XII.. Fo- ehova tf 62. „Praga". ZeltungrsverschlolO. Prajr II.. HavIHSkovt ndm. 23. Scdldk Vdclav. Trafik, Dejvlce, Svccova. Skrabkova Anna, Trafik, Dejvlce, Henncrov.v üfeduickö domy 280. Stronha! Artur, Trafik, Prag III.. Mosteckd I«. Tausslff E., ZoltuiiRsvorschlelB. Prag II., Vdclav. skd ndm. 45. ÜUKorniann Rudolf, Prag II.. Pauskd bei Palasthotel. ÜstFodni dfiln. knlhkupectvl. Svöcen#. Präs 11-, Hybernskd 7. Zemann, Trafik, Prar I„ PerBt^n. Fenzl. ZeltunKsverschlelO. Praw II.. SnieSky tlti Und hol StraBenverkHufern:.- Wonzeisplatz MOstek— Masarykbahnhot- Wllsonbahnhof. Otttiigibtc etcgfucS Iiak—iche« Neoaknur- Dr WmU etrastg. Pros— Dreck:„Rolo* U.»e. Ht AellllNg. und«luchdruU. fjzoa.— Für Ma Druck oeraniwuritllh Otu öohi, . Wkatz.-- Dl, Ze>!ui>stnmrlruliunlolui murd« von de, Potz. XelegraPbrnOicelttpa am Erlag cklr 18.80U/VII4BS0 dewlllisl— Ortagsbtdinsuuge,: Eil Zuftrlluna la» Hau, oder dn Bezug durch dl, Poft monaNlch X« IS.—, utorleltätzrltch IU<&—. -atkjttzrla JU NC—, gaupatzilg U uü,—,— gas,rau u>rrdra Isar larsi tztgtoß derutzuu, Del SIMM Utalchaltaasau Mulla och^ltz.— XUfMiun ms Mmastlchum«lolgt sar Mt Erat end uug M, BtroukaauU»