Mvzelpreis 70 Heller. ^Einschließlich 6 Heller Porto' a tu a(1 e zp 1 ä P r a h Hvbernska Erscheint mit Ausnahme des Montag *:>375M 13. Labrgang. Mittwoch, 26 April 1933 Nr 98. Das Exposee des Außenministers: Locarno-Versuch war nut eine Epi. frühere Kampf hat neuerlich begon» Seite zuruckmkehren. Dies ivar nn- Idee BrianoS in seiner Locarno» der FriedcnSvcrträgc und hob besonders die Vereinbarungen von Locarno als typisches Bct- spiel freiwillig beschlossener Acndernngen hervor. Die Autoren der Friedensverträgc haben nicht angenommen, daß es möglich wäre, Deutschland und die anderen besiegten Staaten dauernd oder allzulange in der Lage eines geschlagenen und ungleichen Partners niederzuhaltcn. Ihr Ziel war, die neuen europäischen Verhältnisse so zu festigen, daß eS zu keiner militärischen Vergeltung kommen könnte, sich mit Hilfe der neuen europäischen Staaten zu konsolidieren und zielbewußt und würdevoll zu der Gleichberechtigung aller Sieger und Besiegten, zu dem Gleichgewicht der Kräfte in Europa ohne Hegemonie von rrgendeiner~" gefähr die Politik. Der WWWWWMWDWM neu. Diese politisch« Entwicklung ist nicht» Abnormale», sie kam in allen Nachkriegszeiten vor. Wesentlich ist, wo diese Entwicklung zum Stillstand kommt und in welchem Punkte wir da» endgültige Gleichgewicht zwischen beide» Lagern erblicken wollen. Die« ist die sundamen» tale Frage der heutigen europäischen und auch ynserer Politik. ReiffisweMr sdilleßt SA-Helm. VeKen niOhandiunK von Reidis- bonneriunhtlonftren. In Bav Landeck wurden Vieser Lage zwei Schweivnstzer Rcichsbannerfunktio- uäre, die aus Furcht vor Mißhandlungen sich dorthin zurückgezogen chatte», von TA. Leuten aufgegrtffen und festgenommen. Di« SA-Leut« brachten die ReichSbanncr- leute unter Mißhandlungen nach Schweidnitz zurück. Diese begaben sich daraus in die Reichswehrkaserne, um sich unter militärischen Schutz zu stellen. Der Standortälteste der Garnison Schweidnitz sah sich durch das Ersuchen der ReichSbanner- sunktionar« zu einer energischen Aktion gegen die SA veranlaßt. Er ließ das gchweidnitzer Braune Haus, da» in einer ehemaligen Margarinesabrik eingerichtet ist, durch ein Kommando Reichswehrsoldaten schließen.. örcnzrcvlslon- ein gefährliches Beginnen Oie Kleinen Staaten wurden keinem Drudt eines Grottmädite-Direktoriums weiften Prag, 25. April. In der heutigen Sitzung de» Abgeordnetenhauses und später auch noch im Senat erstattete Außenminister Dr. Bene»«in fast dreistündige» Expos» über dir außenpolitisch« Situation, vor allem über di« Stellungnahme der Kleinen Entente zum Diermächtepakt und de» damit verknüpften Revision»-«- strebungeu. Beide Häuser nahmen di« Erklärungen de» Autzenminister» trotz der langen Dauer mit außerordentlichem Interesse und in voller Ruhe, a fast ohne jeden Zwischenruf von oppositioneller Seit« entgegen. Dir Galerien waren stark besucht, di« Diplomatenlogr im Rudolsinum war ganz besrtzt, di« Regierung fast vollzählig anwesend. Bei den tschechischen Koalitionüpar. teien fand di« entschiedene Sprache Bene?« gegen jede Bevormundung der kleineren europäische« Staaten durch«in Großmächte-Direktorium, wie e» von Mussolini propagiert wird, de» ästeten starken Beifall, ebenso sein« Zielsetzung für die Politik der Kleinen Entente und namentlich auch di« entschiedene Ablehnung jeder Grenzrevision, einer Frag«, in der er überhaupt, jeden Druck von außen kategorisch ablehnie. Auch der Schlußappell de» Minister» zur demokratischen Zusammenarbeit im Innern und zum feste« Zusammenschluß, damit die Kris« ohne Erschütterungen und ohne Störung der staatlichen demokratischen Institutionen überwunden werden könne, fand reichen Beifall, dem am Schluß der Red« zahlreiche persönliche Glückwünsche folgten. * In seinem Exposö verwies der Minister einleitend darauf, daß man vielfach von einer neuen Phase der internationalen europäischen Politik spreche, ja direkt die Frage stelle, ob wir unS nicht einem neuen kriegerischen Konflikt in Europa nähern. Einige tvichtige Weltereitznissc beleuchten diese Erwägungen: Im Zusammenhang mit der Krise der Abrüstungskonferenz ist der italienische Vorschlag auf Zusammenarbeit der vier Großmächte allfgetaucht, der die Idee des sogenannten europäischen Direktoriums zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig ist zum erstcumal die Frage der Revision der Grenzen einiger europäi- scher Staaten unerwartet in die offizielle Diskussion geworfen worden. Bei den Freunden des Völkerbundes haben diese Vorschläge Befürchtungen erweckt, ob dies nicht den ersten entscheidenden Schritt zur Beseitigung deS heutigen Reg i ms im B öl- k e r b u n d bedeutet, wo der Einfluß der Großmächte durch den Einfluß der mittleren und lleineren Staaten im Gleichgewicht erhalten wird. Weiter verwies der Minister auf die Ereig- nisie in Deutschland, auf di« Unterzeichnung deS Paktes der Kleinen Entente, auf die Annäherung der Kleinen Entente an Polen und au die Verhandlungen deS Präsidenten Roosevelt. Dann führtet fort: Allgemein wird anerkannt, daß di« heutig« fünfzehnten Jahr"nach dem Krieg" haben wir noch keinen wirklichen Frieden. Die Bedingungen der FriedenSvcrträg« wurden von den Siegern als gerecht, von den Besiegten als ungerecht cmpfuiideu. Die Bestimmungen dieser Verträge lasten sich in mehrere Gruppen gliedern. Änt wichtigsten sind die Grenzbestim- mungen: hier wollten die Friedensverträge dauernd einen neuen Zustand Europas schaffen, weil der alte Zustand nurmehr ein Ueberbleibsel vergangener Jahrhunderte war. Dieses Ergebnis war und ist ein Fortschritt und muß gutgeheißen werden. Die zweite Gruppe der Bestimmungen der Friedensverträge sind dauernde Belastungen und Verbindlichkeiten solchen Charakters, wie die Abrüstungsbestimmungen. Die dritte Gruppe betrifft Verbindlichkeiten rein zeitlicher Natur, .wie die zeitliche Besetzung deS linken Rheinufers, die vierte Gruppe waren Verbindlichkeiten für eine längere Zeit, wie z. B. die Reparationen, .di« fünft« Gruppe schließlich solche Verbindlich keiten, di« durch einmalige Erfüllung oder einfach mit der Zeit an und für.sich abgestorben sind. Dieser Charakter der Friedensverträge wurde nicht immer Nar erkannt. Im Lager der Sieger ha« man nicht immer einen Unterschied zwischen den verschiedenen Kategorien gemacht und nicht klar gesehen, über welch« Bestimmun gen sich beide Lager'einigen inüsten und wo eine Aenderung absolut ausgeschlossen ist. Gegen einseitige Vertragsänderung. Ich persönlich, erklärte der Minister, wahre konseauent den Grundsatz, daß Verträge immer eingehalten werden müssen. ES ist die» eine Frage der Ehre» der Würde und der internatio nalen Moral. Ich werde mich daher bi» in alle Konsequenzen gegen«in« einseitige Abänderung der Verträge wehren. Da e» jedoch manchmal zu Aenderungeu, sei e» im. guten oder im bösen, iusolge der veränderten Machtposition der Staaten kommt, werde- ich alle» daran setzen, daß unser« Machtposition nicht geschwächt werd«, damit wir Unsere Verträge weder im guten noch im bösen ander» müssen. Der Minister gab sodann eme eingehende I Schilderung des Kampfe» um die Abäm»erung> Der italicnisdic Fascismus als Vater des ßcvlslonsdcdankcns Die hauptsächlichste Ursache dieses un- ausweichlichen Kampfes ist der W i d e r st a n d Deutschlands, einer der größten Großmächte Europas. Ein nicht unwesentlicher Grund dieses Kampfes aber waren die Interessen anderer Staaten, speziell Italiens und allerdings auch Englands. Frankreich ist nach dem Krieg di« einzige feste und gesunde konservative Großmacht auf denk europäischen Kontinent geblieben. Es hat sich seine militärische Macht und damit auch das politische Gesicht bewahrt und sich bald auch finanziell und wirtschaftlich nahezu vollständig erholt. Dazu hat cS durch seine Politik aufrichtige und ergeben» Freunde unter den mittleren und den lleinen Staaten gewonnen. So hat sich eine Lage herauSgebildet, di« al» französisch« Hegemonie bezeichnet wird. ErS ist überflüssig, darüber zu streiten, ob dies eine französische Hegemonie ist. Tatsache ist, daß das natürliche Jntersse« und die gemeinsame Politik sowie die gemeinsamen Ideal« die Mehrheit der mittleren und lleineren Staaten Europas auf Frankreichs Seite geführt haben. Je schärser« Augriss« auf di« Verträge unternommen wurde«, um so mehr waren di« neuen mitteleuropäischen Staate« angewiesen, sich gegenseitig anzunäher« und«in stete« Ganze» zu organisieren, ebenso wie sie auf di« Mitarbeit mit Frankreich angewiesen waren. E» war einfach«in« ander« Politik nicht möglich, mag sie wem immer sympathisch oder günstig gewesen sein oder nicht. Dies ist in Italien niemals richtig begriffen worden, und alle späteren Angriffe gegen die Kleine Entente haben diese Entwicklung nur beschleunigt und die Kohäsion dieser Staaten automatisch gestärkt. Die Klein« Entente will nicht di« Politik de»„neuen europäisch««Gleichg«, Wichte»" machen. Sie kämpft entschieden nm ihr Recht, um ihre Entwicklung, um ihr« Existenz im Rohmen der durch den Völkerbund gegebenen internationale« neue» Organisationen. Ihrer Meinung nach, ist di« Politik, w«lche da» tatsächlich« und wahr« Gleichgewicht in Europa gewährleiste« kann, nur'eine a u f r i ch t i g, P 0 l i t i k de» Völker, buude». Die Politik des sogenannten europäischen Gleichgewichte», die de« heutigen Zustand um- klar nodann ermordet? Will man diese Greuellegende nidn dementieren VI Wir haben kürzlich auf das spurlose verschwinde« de» berühmton Berliner Arztes und Forschers Max Hodann hinge. wiest» und die Dementlerspritzen des Dritten Reiche» aufgefordert, sich über den verbleib Ho- danns zu äußern. Fast viaruHn Tage sind v«r. gongen und man ho» sich mit- keiner Silbe her« borgewogt. ES besteht«och immer ein« Möglich. leit,, daß Hodann in irgendeiner Hunuenkafepne mterniert ist, aber al» wahrscheinlich muß leider Wohl dir Version gelten, dqß ex eines da Viesen Opfer der braune«, Mordkanaillen geworden ist. Wie sollte«S and«» fein! Sin Itymn, der das Leben bejaht, der dazu beitzetra-. »a hat, di« Menschen glücklicher zu machen, sie W Recht auf Freud« zu lehren and der Freeib« w« Stachel der Furcht zu nehmen, kann in«i««m Lend« nicht.leben, in dem di« sadistische Zdrologie des Totschlag» die Köpf« »«harscht. Neue Professoren-Endassunaen. Berlin, 25. April. Der. Kultusminister hat aus Grund de» Beamtengesehe» bi» zu, end. gültigen Entscheidung neuerlich folgend« Profis. soren beurlaubt: An der Universität Königsberg: Prosessor Hensel seine Wiederverwendung ist w Aussicht genommen), an der Handelshochschule Königsberg di« Professoren Rogowski, Häusler und Kürb», an der Universität Kiel die Professoren Koh», Meißner, kldolsFränktl, Husserl, Stenzel, Step«, Rauch, Schücking, Opet. Die Herren Studenten befehlen... Zu den Blottermeldungen über einen Kon- slikt an der Berliner Universität wegen der Stel lungnahme d«S Rektors Pros. Dr. K o h l r a u s ch S ven von der. Berliner Studentenschaft ange- lagenen 12 Sätzen„Wider den undeutschen Seist", übergibt Prof. Kohlrausch der Press« eine Erklärung, in der eS heißt: . Als am vergangenen Freitag die Vertreter da Deutschen Studentenschaft. beantragten, daS_ Plakat nn Vestibül der Universität auszuhängen, internationale Lag, sehr schwierig ist. Im habe ich den AuShang wegen zweier Sätze bean-^‘-• standet: einmal wegen These ö:„S ch r e i b t d e r Jude deutsch, dann lügt er, eine Wen-1 düng, die durch den vorangegangenen Sah nicht abgemildert wird: e r Jude kann nur jüdisch denken", sodann wegen These 7: „Wir fordern von der Zensur:' Jü dische Werke erscheinen" in hebräi scher Sprache. Erscheinen sie'in deutscher Sprach«, f i nd s i e a l s u'e b e r- sehung zu kennzeichnen". Ich nannte diese Sätze Uebertreioungen, die nur geeignet seien, den Kampf gegen den undeutschen Geist zu diskreditieren, nicht aber ihn"zu' fördern.' ' Als der Aufruf trotz Versagung' der Geneh migung angebracht,'wurde, habe er den Studie- rmden seine Bedenken, über den Inhalt nicht derhehlt. Die Mitteilung, daß er das Rektorat des itushangs wegen.niedergelegt hätte, treffe' jedoch Sicht zu. 1 J stürzen will, begann man via facti seit 1925 auch gegen die Kleine Entente zu machen, und ihre letzte Folge bildet gerade der Vorschlag des Groß- machiedirektoriums mit dem Plan der Revision der Grenzverträge. Die Politik der Aenderung der Friedensverträge ist für Deutschland eindirektesZiel, weil dies in seinem unmittelbaren Interesse gelegen ist, für Italien ist jedoch di« Revisionspolitik ein Instrument seines ganzen Rachkriegskampftes«m die Aenderung ver Verhältnisse in der ganzen europäischen Konstellation zugunsten Italiens. Hiebei trachtet jedoch di« neue italienisch« Politik dauernd, daß in dem neuen mitteleuropäischen Gleichgewicht die alte deutsch« mitteleuropäische Politik nicht zur Geltung kommen könne, und diesen ablehnenden Standpunkt macht das heutige Italien auch gegenüber Deutschland Hitlers geltend, da eS die alldeutsch«» Pläne der nationaisozialistichen Partei kennt. Das Problem der Revision der Fricdensver- träge stand auf dem Programm der europäischen Politik schon seit 1922. Der Minister erklärt ganz offen, er halte cs für richtig, daß endlich der Begriff„Revision" a»S seinem mystischen Dunkel hervortritt, in dem seine vielen naiven, gutgläubigen Förderer in pazifistischen Kreisen sich nicht immer klar lvaren, worum eS sich eigentlich handelt: Um die Gleichberechtigung in den Rüstungen, um die Revision der Grenzklauseln und in weiterer Konsequenz um eine wesentliche Aenderung i» der heutigen Machtstellung der einzelnen Staaten Europas. Ein Verdienst daran hat zweifellos Italien, daß diese Frage so klar vor der ganzen Welt gestellt erscheint. Der Minister teilt nicht die Meinung derer, die Italien deswegen Vorwürfe machen. Von dem Augenblick, wo in Italien der Fascismus triumphierte, mußten wir diese Politik erwarten. Der Fascismus ist gegen die inncrpolitische und um so mehr gegen die internationale Demo- kvatie, er anerkennt nicht die Gleichheit der Rationen und weist den kleineren Völkern in der internationalen Politik einen weit bescheideneren Platz zu, als die heutige Organisation des Völkerbundes. Die fascistifchc Doktrin geht von der Konstatierung aus; daß Italien auf der Friedenskonferenz nicht das erreicht hat. worauf eg als siegreiche Großmacht Anspruch hatte: Weder neue Kolonien, noch Rohstoffe, «och auch n«tc'Rächte, i»l Adriatischen Äieer;- Sette 2 Mittwoch, 2fl. AprN 1WW Mr. 9* <« da er diese- Verlangen Deutschlands verstehe, aber er sei gegen jede Abrüstung-Politik, die unter lat io» sein wird, die Deutschland wünsche» würde, und daß e- daher durch Italien nur b>« zu einem bestimmten Mast wird unter, stützt werden und dast dann absolut unaus» haltsam ein Streit, eventuell ein Konflikt, ent. stehen wird. Trotzdem machte jedoch die An» Näherung dieser Staaten rasche Fortschritte. England war in dieser Entwicklung der europäischen Politik im allgemeinen zurück, haltend. Vielleicht könnte es scheinen, daß bei dem Besuch Macdonalds in Rom England t für einen Augetrbiick diese R.serve überschritten hat. Nach den weiteren Ereignissen jedoch und * ei teil der Kleinen Entente al- Ganze- eine durch den Nnrfong ihre- Gebiets und ihrer Bcvölk«- vunHszahl graste Gruppe darstellen, die darin ab- Äut einig ist, dast sie vom Standpunkt des internationalen Rechtes ans mit jedem andern Saat und daher auch mit jeder Groh, macht ein absolttt gleichwertiger Faktor ist nntd Last sie über sich keine andere Autorität anher dem Völkerbund anerkennt und anerkennen iv'rd. In Deutschland hat man die ganzen Jähre hindurch ebenso die Mission der Kleinen Entente nicht r i ch t i fl ersaht. Demgegenüber gibt eS eine Reihe deutscher politischer Faktoren, die die Konzeption der Kleinen Entente richtig beurteilen und die Möglichkeit sehr guter Beziehungen der Kleinen Entente-mit Deutls^ land in Zukunft erfassen, und zwar umso eher, weil die Kleine Entente das Problem Oesterreichs al- eine- von denen betrachtet, die die künftige friedliche Zusammenarbeit der vier Großmächte tatsächlich im Interesse des enropäikchen Frieden» zu lösen imstande wäre. Die Kleine Entente wird gerne eine endliche Lösung akzeptieren, die hier gemeinsam mit den Großmächten und im vollen Einvernehmen mit Oesterreich vorbereitet wäre. Der An. schlust ist nicht eine Frage, die blost die Tschecho- slotvakei betrifft: er ist vor allem eine Frage Oesterreich- s.lltst und dann eine Frage von ganz Europa. E» gibt also eigentlich zwischen Deutsch, land und der Kleinen Cutenet kein« wesentliche» Gegensätze, zumal da eg auch keine wesentlichen Streitpunkte zwischen der Tschecho» stowakci«nd Deutschland gibt, und wie wir hassen, auch in Zukunft nicht geben wird. Einen ähnlichen Wunsch hegt die Kleine Entente auch gegenüber Ruhland. Gegen DeulsdUand„korrekt. Ueber die übrigen aktuellen Fragen der tschechoslowakischen Außenpolitik erklärte Lr. Bene»: Wa» unser Verhältnis zu Deutschland t dt"—“* Der Minister wandte sich hierauf der heikelsten Frage zu, ob eine sogenannte Revision der Grer^klauseln der Friedensverträge möglich ist. Was die Revision der AbrüstungSbestimmmtgcn anlangt, habe« sich«amen» der Tschechoslowakei für da» Prinzip der Rüstungsgleichberechtigung ausgesprochen. „Unbßrediliolßs Disponieren mit Mßm Gut ungezwungene Grenzrevision unmöglich. wäre. I« Gespräch mit Sir John Simon in Gens war ich genötigt, fest» »«stellen, dah man einem anderen Staat eine Grenzändernng nicht aufzwin- gen kann«nd datz, wenn jemand etwa» ähnliche» mit der Tschechoslowakei machen wollte, er«« diese» Gebiet mit seinem Heer kommen mühte. Und wir würden unser Gebiet zu verteidigen wissen. Mit Gebieten z« disponiere«, war auf dex Friedenskonferenz möglich. Seitdem ist e« einfach absurd, sich neuerlich ein Verfügung-recht anmatzen zu wolle«. 2. Ebenso sind wir nicht imstande, zu verstehe«, wie eü möglich wäre, datz sich ein Verein von Staate» zur TeUuua pe» Gebiete» anderer Staate» bilden könnte— wobei die Gebietsfrage« der übrigen Staaten, auh der an dem Verein teilnehmende« Staaten, offenbar auSgcfchieden sein würde», da e» hierüber wohl zu keiner Einigung kommen würde. Die» wäre nicht nur ein unberechtigte» Disponiere« mit fremdem Gut, sondern auch eine wirklich himmelschreiende, ungerechte Differenzierung. 8. Wir halten ähnliche Pläne in Dingen der Grenzrevision svr nicht genügend durch, dacht. Nehmen wir z. B. den Fall der Tschechoslowakei: Zur veräutzerung irgend- eines TelleS des tschechoslowakische» Gebiete» wäre ein« besonder« Dretfünftel. Mehrheit de» Parlament» not- wendig. Wen» wer immer versuch«« würde,«n» etwa» ähuliheS aufzuzwingen, werden wir diese Mehrheit niemals zufammenbekommen. Werden uneinige Großmächte Unter diese« Umständen raten oder un» sogar zwinge«, bei nna einen Umsturz, eine Diktatur durchzusllhrcn? Oder werden sie«NS b(n Arie« erklären?, S. Wiv' glauben nicht, datz auf diesem Weg für den dauernden Frieden gearbeitet werde» kau«. Datz wir aus unseren Grenzen bestehen, geschieht deshalb, weil wir sic nutet' den heutigen Umständen al» gerecht und richtig, für die Lebensinteressen mrter»« Staates entsprechend erachten. 8. Eine Aenderung der Grenzen wäre lediglich durch eine d i r e k t e E i n i g u n g zwischen den beteiligten Staa- i e n, eventuell im Rahmen dev Artikels 19 de» Bölkerbundpakte» möglich. Unser Staat Wei st jeden Druck von nutzen aus eine Aenderung der Grenzen au» Prinzip katego. risch zurück und wird sich keinem solchen Druck unterwerfen. Lediglich sein Parlament ist hier absoluter Herr. Bei dieser Gelegenheit sprach sich Minister Dr. BeneS sür di« Ausdehnung der Minder. heitSschutzbesttmmungen aus alle Staaten, die Minderheiten besitzen, au». Wenn irgendwo ein« steinere Korrektur oder Anpaffung von Grenzbestimmungen der Friedensverträge im guten allgemein möglich ist, so ist da» unter drei Bedingungen möglich: a) ES darf keinen äußeren Druck geben. d) Sie ist nur in einem Millen der Ruhe, nach einer Reche von Jahren ruhiger Zusam. meuarbeit der betreffende» Völker möglich. v) Sie ist»ur gegen gleichwertige Kom- pensationen möglich. In welchem Stadium befinden sich also heute die Verhandlungen über den Palt der vier Großmächte? Zuerst ist der Gedanke aufgeworfen worden, ob e» nicht möglich wäre, die Idee de» Direktorium» dadurch zu retten, daß zu den Verhandlungen die Staaten geladen würden, di» die Verhandlungen der vier Grohmächte bctrcs- fcn würden. E» tut mir leid, erklärte Dr. Bene», aber unser Standpunkt hiezu kann nicht bejahend sem. Wir könnten an keiner Gesellschaft teilnehmen, die wir nicht gemeinsam gegründet hätten»»nd deren Arbeitsmethoden nicht gemein- sam mit un» festgeiegt»nd im voraus genehmigt worden wären. ES wäre besser, an die AuSge- stoltung der europäischen Sektion de» Völker- bunde» zu denken. ’n Deutschland begreift man lehr wohl,| Sir Austen Efamberlain zu dessen AnSsührun- t und fordert eine strikte Friedensverträge. SS KiebdnMk niWu. UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunner aber Copyriglh by SocletAU* Verlag, Frankfurt 1» Miln!M3 Dann verpflichteten sie Deutschland auch zur Zahlung einer Kriegsentschädigung, um ihre Staatshausfalte auszugleichen. Diese Bedingung ivar in den sür den FriedenSvertrag grundlegenden Vierzehn Punkten des Präsidenten Wilson nicht vorgesehen gewesen. Di« Vierzehn Punkte fallen lediglich eine Bestimmung über die Wie» -ergnttnachung-er der Zivilbevölkerung zugejug. ten Schäden enthalten. Lloyd George, der-en Schrei nach den„Reparationen" zu seinem Wahlschlager machte, hatte noch in der Zeit des Was- senstillstands, in dem die Richtlinien für Versailles bereit- fcstgelegt waren, nicht tm Traum an «ine Erhöhung-ie'er Summen gedacht. Mittlerweile waren aber die Steuerzahler, die Wert- papterbrsincr, die Banken und Finanzierungshäuser aus den Plan getreten und hatten gefordert, die Kriegsschulden der Alliierten an Amerika durch Deutichland zahlen zu lassen. Di« Einwände de- donquichotiichen:m Temperament presbyterianischen tm Denken theologischen,'M übrigen hilflosen Präsidenten Wilson waren umgangen worden. Der Hohe Rat der Bier(Clc- Meueeau, Llyod George. Äilion. Orlando) hatte zur Wiedergutmachung noch die Summe.»-er Ruhegehälter un- Unterbalt-beitraae hinzu- geschlage», di« allein 100 Milliarden Mark au»> machten. Trotzdem wurde zwilchen den Siegermächten keine Einigung erz'elt: die endgültige Festsetzung der Reparation-Höh« blieb einem Wiedergutinachung-ail-'chuh vorbehalten. Aul dies« Weis« nahmen, nach einer wetteren Bestimmung dr» Vertrages. 150.000 Entenleioldaren (darunter Senogalneger, Spahi», Jndochmesen) die al» Sicherung gedachte und kür 15 Jähr« vor- gesehene Besetzung der westryeimfchen Gebiete vor(6.2 Millionen Einwohner), während Teutlch« land die Höh« seiner Verpflichtungen nicht einmal kannte. L» wußte lediglich, daß Fachleute wie der französische Finanzmintster Klotz an einen Betrag von 260 Milliarden Goldmarl dachten. Ain 1. August 1919 trat Karl Lakner die Heimreise an. Schmächtig und aschfarben ttttd in Zivil. 1919—1980. Der neue Rur». Diele Rückkehr erschien Karl al- die Fahrt in eine ausweglose Bitternis. Mit dem Tod'einer Mutter hatte sein Leben den zentralen Sinn verloren. Er bedauerte, nicht irgendwo auf einem Schlachtfeld liegen geblieben zu sein. Wa» er von der Zukunft noch erwartet«, schien nicht belangvoll genug, die sinnlose Tragik der Bergan- genyeit aufwiegen zu können. E» war wie«in fortwährendes Kopflchüttcln in Karl. Wenn wenigstens dies« Reise, dieses Zwischen-den-Sta- tionen-schweben ewig hätte weiterwähren können. Aber jeder Meilenstein, jede Telegrapfanstange, die draußen vorüberflog brachte ihn dein Augenblick näher, vor dem seine Vorstelltttig-kcakt ver- 'agle dem Augenblick, in dem er di« alte Woh- nuna betreten würde. Schlietzlich nächtigt« Karl in. Graz, ohne durch die Umstände dazu gezwungen zu sein. Er lucht« geradezu nach Möglichkeiten, die Heimkehr zu verzögern. Da kam ihm da» Leven selbst mit lctner unverwüstlichen Kraft und seinem länftiaenden Schmelz zu Hilfe. Auf der Weiterreise sah Karl die Morgensonne aus den Feldern, und wie unter der großen Bläue da- feine Glockengeläut der Dörfer, zu ihm herüberlchwebt«, mußte er plötzlich denken, daß die Liebe zu seiner loten Mutter vielleicht größer sein würde, wenn er aufhörtr, sich um iyretwillen anzuklagen, Dieser Gedanke war kühner al» Karl» Herz, Karl vermocht« ihn auch nicht sogleich zu Ende zu denken, so sehr fühlte er sich voll Schuld, aber die Ergriffenheit, di« au» dem milden Glanz, der aus der Erde lag, über ibn gekommen ivar, verließ ihn nicht mehr. Sie erhob ihn in«in« Abgeklärtheit, die auch die Leiden begrenzt erscheinen ließ, und die Crinne- rung an die zahllosen Generationen, di« vor ihm durch di« Leiden der Erde gegangen waren, inachte Karl demütig. Auf dem tiefsten Grund de» Elend- und der Ratlosigkeit stand seine Liebe zum Dasein, stand sein großer Lebenswille wieder auf. So kam er, trotz aller Abgehärmtheit, mit dem größten Maß von LebenSbejayung,. besten er fäkng war, nach Wien. Mit ihm verließ eine Schar Reporter den Zug die die sterbende Stadt obzneryten kamen. Di« Monarchie war in sieben Ten« auseinander- gefallen, die Nachfolgestaaten boykottierten den deutschen Rumpf und die alpenländlschen Provinzen boykottierten Wien. Di« Provinzen vernichten, solange«S versaflungSrechllich nicht möglich war, wenigstens auf dem Verwaltungsweg ihre.Haupt- und Residenzstadt loSztiwerben. Sic stellten selbst die LebenSmittellieferungen an das bankrotte Monstrum ein, dessen Barock und Musik kein« Kartoffel austvog. Die neue Gemeindeverwaltung hatte di« Stadt mit einen» Defizit von 250 Millionen übernonnnen. Jeder dritte Mann war arbeitslos, es gab keine Straßenbeleuchtung und keine Kino», die HauStor« wurden um acht gesperrt, di« Eafs», die Zichorienwasser auS- schrnkten. um neun. Um diese Zeit fuhr auch di« letzte Straßenbahn. Auf zehn Todesfälle kamen vier Lebendaeburten und di« Kron« stand»m Wert von 8 Züricher Eentiines. Wer etwas zu veräußern hatte, verschacherte e» ans Ausland: Häuser, Fabriken, Forste, Wasterrechte, um Valuten in die Hand zu bekommen, und wer nicht» zu veräußern hatte, stahl: Türklinken, Briefkasten, Parkbänke. Straßentafeln, Grabdenkmäler. Di« Militärmiffionen führte» au» den Galerien die Beroiiese» und Giorgione» weg, während die Bevölkerung die umliegenden Wälder akcholzte und das ehemalige Hofwild schätz, Karl kam an einem sonnigen Vormittag an. Etwa» von der Weit« dcS Himmel» war in ihm, als er durch die bekannten Straßen ging, und er betrat das alte Hau» mit dem Gefünl, daß nun fein Leben drüber binauSwachsen wurde. Er holte den Schlüssel von der Nachbarin rtnd trat in die Wohnung seiner Mutter ohne Erschütterung.... Das Einzige, das für ihn aus der Welt vor dem Krieg heruberreichte, war der Revers. Jenes Dokument, mit dem ihn das Lehrcrscnriimr verpflichtet hatte, mindestens sechs Jahre dem Lande Niederösterretch(einschließlich Wians'» seine Dienste zu widmen. Widrigenfalls er däS Schulgeld von 1500 Kronen noch nachträglich zu bezahlen hatte-. Dieses Dekret war nun die Brücke in die Zukunft. Karl ging noch am Tag« seiner Ankunft in dar (Gebäude-es niederösterreichischen LandeSanS- schusteS. Dort erfuhr er jedoch. daß die Behörde, die er sucht«, für ihn nicht mehr existiert«. Man sagte ihm, Oesterreich sei nun ein Bundesstaat, Wien ein eigenes Land und di« zuständige Stell« sür ihtt wäre der Stadtschulrat. Karl begab sich tn den Stadtschulrat. Er ging langsam und etwas scheu, denn er war noch mu'genommen von der langen SpitalSzeit. Auch verursachte ihm die neue Ordnung Unbehagen. Sie schien di« Erwartung, daß er nun in sein eigene» Schicksal entlasten sei, umzustoßen. Im Stadtschmrat gab man ihm den Rat, «inen anderen Beruf zu ergreifen. Zwar seien tausend« Lehrer gefallen, aber auch die Kinderzahl wär«- um 118.000 zurückacganaen und in den nächsten fünf Jahren wurde infolge der Geburtenausfalls wahrend der Krieg-zeil. die Hälfte der Klaffen überhaupt leerstehcn. Nitd her Staat hätte weder die Mittel, noch eine Handhabe. den älteren Angestellten die Pensionierung aufzuzwiygen. (Fortsetzung folgt.) «r.»8 Mittwoch, 2K.«prv 1VW Seite k Der Wiener 1. Mai. Polizei für Aufhebung des Verbotes. Wien, 25. Avril. sEigenbericht.l Di«>o- K'^demokratischen Führer, der freien Gewerk- asten und di« Partewertretuna haben bereits alle Mahnahmen für das Verhalten am 1. Mai festgelegt. Diese Maßnahmen werden streng geheim gehalten. Wie heut« bekannt wird, Hal die Polizei eine Denkschrift an die Regierung gerichtet, in der sie aus di« Gefahr«« aufmerksam«acht, di« durch dos verbot der Maidemonstration erwachsen, und der Regierung ernstlich nahelegt, d a s B e r- bot auszuheben und die Maifeier in der bisher übliche« Art zu gestatten. Die Regierung hat zu dieser Denkschrift noch .ächt Stellung genommen. niinniiiiniiiiiiiuiniiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiniiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiuntiiiiiiiuiiiininniiniiniuiiiimiiuunimiiiimminHiimuiiiiiniuiiiniiiiiinninii Zeitungs-Monopol Mr llulcr? Sdialiun» einer deutsdien„Elnticlts“Zcltnng. Berlin, 24. April. Der Reich-Minister für Propaganda bereitet die Herausgabe einer „Deutschen StaatSzeltung" vor, die mit zwei Nummern pro Tag unentgeltlich an jeden Haushalt geliefert werden wird; Kopfblätter mit eigenem lokalem und Insrraten- Teil sind nach Bedarf vorgesehen. Zweck dieser„StaatSzritung", die unter der ausschließliche« Leitung der Reichsregierung lieht, ist die„Gleichschaltung in der p ol t i i• scheu Will en S b i l d u n g". Die Zeitung soll mit den modernsten Mitteln hergestellt werden und nach Form, Umsang und Inhalt den Höch» ten Anforderungen genügen; neben der volitischeN Belehrung und dem Informationsdienst fall die vaterländische Geschichte, das Kunstleben, Unter» Haltung und Wissenschaft forciert werden,— alles Versehen mit eindrucksvollen Bilderbeilaaen. Die„StaatSzeltung ist dazu be» iimmt, jede andere Zeitungs-Lektür« iberfluffig zu machen. Da durch diese Maßnahme nicht nur die sonstigen Blätter, sondern auch di« gesamten nationalsojialistischen Zei» tungen am schwersten geschädigt, wenn nicht überhaupt unmöglich gemacht werden, ist di« Schaffung eines Monopols für die „StaatSzeltung" vorgesehen; diese» Mono» Pol soll aus unbefristete Zeit der Hitlerpartei übertragen werden. Es fall ferner di«„StaatSzei» t u iig" das Monopol für da» gesamte Ausland erhalte«; man wird daher in absehbarer Zeit, fall», woran wir kaum zweifeln, die Plaue de» Herrn Goebbels realisiert werden, Im Ausland« nur noch di«„StaatSzritung zu erwerben imstande lein. Di« Finanzierung der„StaatSzritung wird erfolgen durch den Inseratenteil, an dem ausschließlich nichtjüdisch« Firmen tcilzunehmen berechtigt sind, sowie durch di« sämtlichen Amtlichen Bekanntmachungen, für di« der„StaatSzeltung da» Monopol übertragen wird und di« im Einzelnen bezahlt werden. Diese Maßnahmen, die in der ZeitungSge- schichte aller Zeiten und aller Länder ohne Borbild sind, bedeuten praktisch di« völlig« Nivellierung de» deutschen Geistesleben»,— eine Konsequenz, die den heutigen Machthabern zwar bequem erscheinen mag, die aber auf längere Sicht ab tötend wirke« muß! Mine" Nazi-Regierung In Sicht? Unf«re Beziehungen zu Oesterreich bleiben die besten. Wenn das in Politischen Kreisen Oesterreichs vorhandene Streben, die Beziehungen der Oesterreichischen Republik zu den übrigen mitteleuropäischen Staaten zu stabilisieren, gelänge, würde Oesterreich sich selbst und un» allen einen Dienst erweisen, der di« Aner. kennung von ganz Europa verdienen würde. Wir werden die Neutralität Oesterreich» auch weiterhin unter allen Umständen achten. Wir wünschen, die freundschaftlichen und aufrichtigen Beziehungen mit Wien so lehr wie möglich zu ver. liefen. E» gib« heute keine Frage, die bei beider, fritigem guten Willen di« Prager und die Wiener Regierung«rennen könnt«. Wir hoffen, auch mit U n g a r n in Wirt- schasliverhandlungen eintreien zu können, und wünichen deren volle» Gedeihen, damu auch die politische Annäherung der beiden Staaten durchgeführt werden könnte. Annäherung Polen-Kleine Entente. Unser Verhältnis zu Polen entwickelt sich immer günstiger. Die letzten Ereignisse haben automatisch eine gegenseitig« Annäherung herbetgesührt. Polen ist in diesen Dingen in gewissem Sinn« noch «mpsindlichrr al» die Klein« Entente. Unser« Außenpolitik hat den Plan, sich mit Polen über«ine« Pakt ewiger oder dauernder Freundschaft zu einigen. Wir nähern un» auch dem Abschluß eine» wichtigen Kapitels unserer Politik: der endgül- Naen Durchführung de» modus vivendi. Wir haben unsere Anträge aus Teilung der Diözesen. die Dotierung sowie aus da» voll« Inkrafttreten de» modnS vevendi vorbereitet. Sie werden>n nächster Zeit dem Vatikan vorgelegt werden. Nach Pfingsten wird in Prag die erste ordrnt- sich« JahreSsiyung des Ständigen Rate» der Kleinen Entente, zum ersteirmal nach der Unrer- teichnung deS Paktes der Kleinen Entente, statt- inden. Wir beabsichtigen, weitere Schritte zu unserer gemeinsamen Organisation zu unter, nehmen. Ueber die Aussichten der A b r ü st u n g S. konferenz gibt sich der Minister keinen Allusionen hin. Es werde sich zeigen, ob der britische Antrag Hoffnung aus Annahme Hal. Sollten sich die MeinungSdifferenM nicht au», gleichen lassen, so bliebe keine andere Hoffnung, al» daß sich mehrere Großmächte auf«in Mini- malabrüstunaSprogsamm einigen würden, wo- durch di« AorüstUtigSkonferew vor dem vollkommenen Bruch, mit dem sonst zu rechnen wäre, gerettet werden könnte.;. innerpolKisdie Konsequenzen. Zum Schluß seiner Rede betonte Minister Tr. BeneS die Entschiedenheit, aber auch die Versöhnlichkeit der tschechoslowakischen Außenpolitik und erklärte, daß man den kommenden Kämpfen über die von ihm dargelcgten Fragen mit absoluter Ruhe und Sicherheit cntgeqensehen könne. „Wir sind aus alle Eventualitäten vorbereitet und wisien, daß wir einen gerechten Kampf führen. Wir kennen auch die Ziele, Kräfte und Möglichkeiten unserer Partner. Aus unseren Stellungen werden wir in keiner Richtung zurückiveichen. Wir wissen, daß die Regierung die entschiedene Mehrheit der Politischen Faktoren aller Nationalitäten deS Staate» hinter sich hat und nicht nur auf die RegierungSpart-'en. sondern auch auf die Oppositionsparteien rechnen kann, die früher einmal die Regierungsverantwortung getragen haben, also auf die slowakische BolkSpartei, die Gewerbe- Partei, die deutschen Christlichsozialen und dir Deutsche Arbeit», und Wirtschaftsgemeinschaft." Der Minister appelliert an diese Parteien siir die kollektiven Interessen de» Staates und verweist daraus, daß keine Außenpolitik erfolgreich sein könnte, wenn nicht alle konstruktiv»« Kräfte ohne Rücksichtnahme auf politische Mr nungs- difserenzen sich zu einer positiven Zusammenarbeit vereinigen. ES bedarf der oollständig inneren Ordnung und der Beseitigung aller umstürzlerischen Tendenzen, damit wir die soziale Krise ohne Erschütterungen und ohne Störung unserer staatlichen' demokratischen Institutionen überstehen können. Der Minister warnt davor, zu glauben, daß «ine extreme Bewegung. lei es nun FasciSmuS, Hitlertum oder Kommunismus, die Führung in Europa an sich reißen könnten. Naive Leute, die das glauben, werden sich>bense täuschen wie die, die glaubten, daß Europa der bolschewist'fchen Revolution erliegen würd' Wir durchleben zwar eine große Zeit, die Entbebrun- gen und schwere Arbeit erfordert, glauben aber, daß die fetzige Generation den großen Ausgaben gerecht werden nnd durch ihre Arbeit alle Hin- dernisse überwinden wird. » 0 O Di« Debatte wird entgegen den ursprünglichen Dispositionen in beiden Häusern bereit» morgen einsetzen und noch im Laufe dieser Woche beendet werden, da Dr. Beneä zu Beginn der nächsten Woche wieder in Genf an den Beratungen deS HauplauSschttsseü teilnehmen will. Pinne zum 1. Mal Berlin, 25. April. Die Pläne der Nationalsozialisten für den 1. Mai stno folgend«: unter dem Eindruck d«s Aufmarsch«» von rund einer dreiviertel Million Menschen in Berlin, darunter etwa 300.000 Mann Polizei und bewaffnete SA, fall vom Reichspräsidenten die Umbildung d«S derzeitigen Kabinetts in«ine rein-vattonalfozialiftifch« Reichsregierung gefordert werden; Hugenberg und S e i d t e fallen entlassen, Außenminister von Neurath soll durch Alfred Rosenberg sChefredakteur de» ,,Bölki. scher Beobachter" und Ches des„Außenpolitischen Amtes der Hitlerpartei^, Reichswehrminister von Blomberg soll durch den Nationalsozialisten Prinz August Wilhelm von Preußen fd«n Sohn des früheren Kaisers) ersetzt werden. E» soll ferner vom Reichspräsidenten ge. fordert werden, daß«r den Oberbefehl über die Reichswehr an den Reichskanzler Hitler überträgt. Rach unseren Informationen dürfte die Nationalsozialistisch« Partei entschlossen sein, an di« Gewalt zu appellieren, falls diesen ihren Forderungen nicht Rechnung getragen wird.— Es scheint für di« neu« Epoche Hitlerscher Staatskunst der Plan zu bestehen, in irgendeiner Form den „Staatskapitalismus" aufzurichten; daß dieses jedoch nur möglich ist gegen di« Dir noch nicht ganz„gleichgrschaltete" „Frankfurter Zeitung" schreibt in ihrer Ausgabe vom 88. April u. a.: Die große Kanzlerredc in der Kroll-Oper war ein guter Start in der richtigen Richtung,— die Bohkottbewcgung und alles, was an Worten und Taten mit ihr zusammenhing, war es nicht. Die planmäßige Diskriminierung des gesamten deutschen Judentums— also nicht bloß die Anschaltung der nachacwiesenermaßen schädlichen Elemente, seien sie jüdisch oder arisch— ist es ebensowenig. Mit Recht hat man sich gegen Gräuelmärchen gewendet, aber wer im Ausland einigermaßen Bescheid weiß, der wird nicht lciig. neu können, daß dieser verruchte Schwindel von abgeschnittcnen Ohren oder was eS sonst fei, in einem Lande wie Großbritannien sehr wenig, die bloße Tatsache eines planmäßigen und aggressiven Antisemitismus dagegen außerordentlich viel zu bedeuten hat. Mit der Abstellung der Grruelpropaganda ist deshalb sehr wenig getan, mit der Aner. kennung de» BersassungSparagraphrn, nach dem all« Deutsche vor dem Gesetz gleich sind, wäre dagegen sehr viel getan. Schließlich sind eS doch wir Deutschen, die seit Jahr und Tag um Gleichberechtigung, um Schutz der Minderheiten und um das Lebensrecht der Besiegten kämpfen— und wir wollen diesen Kamps gewinnen, wir wolle» ihn nnS nicht erschwere». Natürlich kann man der Meinung sein, die» alleS gehe das Ausland nichts an, ja, man kann auf da» Urteil deS Auslandes pfeifen— aber cs ist unS in der deutschen Geschichte kein Staats, mann und gewiß kein erfolgreicher Staatsmann Kreis« um Hugenberg, ist selbstverständlich. Mr wir hören, ist der Vizekanzler von Pape» unter vorläufiger Aufrechterhaltung seiner Mitgliedschaft bei der sogenannten .Kampffront Schwarz-Weiß-Rot" zur Hit« lerpartei übergetreten. Hilgenberg sammelt die Trümmer. Berlin, 35. April. Der UebertriU des größten Teiles der braunschweigischen deutschnationalen Organisation zur NSDAP, hat in Kreisen der Deutschnationalen außerordentliche Erregung und Unruhe ausgelöst. Der Führer der DNBP. Hugenberg leitete sogleich RettungS-Maßnahmen ein und betraute den Vorsitzenden der hannoveranischen Partei- Organisation Feldmann mit der Reorganisation des verbleibenden braunschweigischen Restes. Hugenberg hat gleichzeitig eine Kundgebung erlassen, in welcher er an die Treue und Ergebenheit zum Führer der DNBP. appelliert. Der Führer ist, so heißt es darm, von der Notwendigfeit durchdrungen, die Deutschnational« Volkspartei ui erhalten, gerade auch aus außenpolitischen Gründen. bekannt, der auf diesen Gedanken gekommen wäre. Wir aber sind von Gcsahren umlauert, wir stehen allein in der Welt, niemand wird uns helfen, wenn wir uns nicht selbst Helsen, indem wir nach außen hin Brücken schlagen. Dies muß die große Aufgabe der deutschen Außenpolitik sein. Wir könne« aber nach außen nicht ander» erscheinen und nicht ander» austretcn als wir bt Innern sind. Und cs gibt internatiotiale Maßstäbe und Werturteile, die letzten Endes für jeden verbindlich bleiben, der internationale Wege zu betreten gezwungen ist. Wir wollen und werden»richt nach der Musik des Auslandes tanzen, aber unsere eigene Tonart muß dem Ausland verständlich bleiben. Trotz der Abkehr von der politischen Mechanik, an der man in den parlanlentarischen Weflländern stolz festhält, trotz dem Ungestüni des neudcutschen Rhythmus, trotz der Herbheit der politischen Sprache, trotz der merkwürdigen deutschen Ltlst an der Uebcrbe- tonnng, ja Plakatirrung der menschlich«» Befähigung zu brutaler Gewalt, trotz all dcni, was in diesen Wochen der Machtübernahme und de» Uebergangs int Urteil des Auslandes an Befremdlichem, ja völlig Unbegreiflichem geschehen mag, müßte der innerste Vorgang, das Leitmotiv, die Triebkraft, die heut« hinter allem deutschen Geschehen steckt, jedem gutwilligen ausländifchen Beobachter begreiflich sein, der selbst einem Staat angehört, tvelchem vergönnt war, mit festem staatlichen Profil und in stahlharter nationaler Form dir internationalen Stürme zu dnrchschrei, «en, in denen das alte Deutschland zusammengebrochen ist. Stiefelabsatz und Kristallvase. Ein linksbüvgerlicher rheinischer Journalist schrieb am Beginn der letzten Reichs- tagSwahlkampagne, das deutsche Volk werd« am 5. März Wohl zwischen einem Stiefelabsatz und einer Kristallvase zu unterscheiden wissen. Der Optimismus dieses wackeren Mannes hat sich nicht bewährt. Damals konnte er Wohl die Vernebelungskünste der Auftraggeber van der LubbeS nicht in Rechnung stellen, er scheint aber auch die Intelligenz des deutschen Durchschnittswählers überschätzt zu haben. Denn sie hielten tatsächlich den Stiefelabsatz der Harzburger Kunrpanei siir eine Kristallvase, ja als ein Füllhorn, welche» über alle Stäichc Sogen ausschütten und jedem Hitlerwähler, so auch jeder Hakenkreuzmaid die Erfüllung der geheimsten Wüitsche bringen werde. Aus den verklärten Gesichtern der Zuschauer bei allen Nazianfzügen kann man es ablesen: Gottlob, daß ich diesen großen Augenblick evleben konnte! Jetzt muß sich alles, alles wenden! Jetzt krieg ich endlich die Kri- stallvase, sei darin ein Posten oder ein Pöstchen, ein Aufnahmesck)ein znr Notstandsarbeit, oder auch nur eine bescheidene Rentenerhöhung verborgen. Millionen flehen inbrünstig den Segen Gottes auf Hitlers grab begonnene Bierjahresarbeit herab und warten stündlich auf das Bcsserwerden. Wann kriegt jedes Bvannge- schöpf seine Kristallvase? Nur Geduld, die Verteilung hat schon begonnen! * Der Großgrundbesitz hat seine O st h i l s e, die Bauern bekamen magere Z ö l l ch e n und die Konsumenten bekommen einen Stempel ins Gesicht(soferrr er darauf noch Platz hat), wenn sic in einem Geschäft» das ihnen am billigsten dünkt, cinkoufen wollen. Di« agrarischen Genossenschaften kriegen ihre fetten Subventionen, die Kynsnmvcreine Boykottposten vor die Tür oder eine Dosis Sprengstoff in den Laden. Kristnllvase und Stiefelabsatz— je nach Verdienst! Gewerkschaftshäuser ansgeplün- dert und gestohlen. Die Unternehmersekrcta- riate im Flaggcnschnnick der„nationalen Revolution". Die gelben Wcrkvereine endlich tariffähig gemacht, das rote„Gewerkschaftsmonopol" gebrochen..Jeder Unternehmer wird künftig bei Lohnverhandlungen sich und seine Arbeiter vertreten. Die Gewcrk- fchastssekretäre sind ja meist abgenmrkst, eingelocht, öder lahmgeprügelt. Aber der natio- nalsozialistische Betriebszellenleitcr Engel >onnert von einer Berliner Versammlungstribüne den Unternehmern zu: „Ihr seid nur dienstbar« Geister. Mr erkennen den Arbeitgeber nicht als Arbeitgeber an,«s gibt nur einen Arbeitgeber, das ist dl« Ration, das Volk. Ohne Volk seid ihr ein Haufen Dreck!" Der Bericht verzeichnet an dieser Stelle„tosenden Beifall". Die Naziproleten gingen befriedigt heim zu Muttern. Der hat ihnen mal Saures gegeben! Solln sich hüten, dies« Blutsauger vor den Fäusten der SA! Und Hugenberg sitzt schmunzelnd aus den Kommandohöhen der Sozialpolitik. Hugenberg schenkt der deutschen Arbeiterklasse ein„neues Gcwerkschaftsrccht" Stiefelabsatz und Kristallvase... Ern Gesetz zur Wiederl-erstellung des Be- rufsbeanrtentums ist erlassen. Aiis Kommu- nal- rrnd Staatsämtern, ja sogar aus den Krankenkassen werden alle rausgcworfen, »velche ihre Stellung„ohne eirtsprecherrde Vorbildung" bekleiden. Auf Hitler wird dieses Gesetz ausdrücklich nicht bezogen, denn ein Biograph hat ihm bescheinigt, daß er vor seiner politischen Laufbahn gegen zweihundert Bücher gclefcn hat— Jndianergeschichtcn ein« gerechnet. Bei den nationalsozialistischen Polizeipräsidenten gilt der Befähigungsnachweis durch ihr« frühere Beteiligung an Mord und Totschlag als erbracht. Nur wer als marxistischer Arbeiter die Nächte ditrchwachl, in kalter Dachkammer studiert und vom Nachtmahlgcld Bücher gekauft hat, nm für jein« Kameraden mit geistigen Waffeir fechten zli können, wird auf die Straße gesetzt. Während die Säuberung im vollen Gange, erzählt besagter Herr Engel in der Berliner Versammlung der nationalsozialistischen Betriebszellen: Ter Direktor eines Berliner städtischen Werkes habe sich nach Redners Borbildiing erkundigt. Er antwortet« darauf, daß er sechzehn S e- m e st e r auf der Dorfschule absolviert, aber seinen Verstand»richt versoffen, sondern sich ein Elementarwissen durch eigenen Fleiß erworben habe. Dann sei er auf die Hochschule des Lebens gegangen und habe mehr gelernt als nrancher Doktor und Eine summe der Vernunft. Die„franhiurter Leitung redet Hitler Ins Gewissen. Seit« 4 Mittwoch, r«. April ISS« Nr. M Ein Schupo berichtet Halten vorzeigen, Streck' den A... VcrMikhc Taravcrsuchc der Naus. Hitlerianeni behilflich sein, von den folgender- die Bein- Nlcflerlagc der spanischen Regierung. Madrid, 25. April. Tas Endresultat der spanischen«emeindewahlen dürst« an der bereits bekannten Tendenz nichts ändern, die daran hinauslünst, dah die Sieaie, nngSparteien eine klare Niederlage erl'r>'v haben. Sus sie entsaklen nur 5.048 Fitze, Die Opposition erhielt 9.717 Sitze. sind für auSer- die anderen tntö aufgeben wollen, dies umgehend zu tun, da sie nur daun noch ans eine Belieferung rechne» können. SS. April 1933. Zentralstelle für das VildungSwesen. einen Verbgnd höherer Polizeibeantter. An der Republik fand er kein gutes Haar und hatte zuletzt noch mit Severing Krach. Ein Berliner Polizeimajor besaß die Dreistigkeit, Republikaner, die nach einer Versammlung„Hoch Severing" riefen, zu verhaften. Dafür wurde er in die Provinz strafversetzt. Gegen diese milde Bestrafung wagte der Verband höherer Polizeibeamter noch zu protestieren!— Dieser Verband hielt nach Ausbruch des Dritten Reiches eine Ta» gung ab. Der neue Polizeiminister Göring war zu Gast. Er dankte den höheren Polizei- beamten für ihre reaktionäre Haltung in der Repttblik, betonte aber gleichzeitig, daß er sich von keinerOrganisation was drei«reden lasse. Nach altpreußischer Weise werde fürderhin jeder Vorgesetzte direkt für seine Umergebenen sorgen. Göring erntete für diese Fußtritte den Jubel der Getretenen Beinahe wäre unter dem Eindruck seiner Rede die Tagung geschlossen worden. Mit Müh und Rot gelang es den um ihre Pfründen bangenden Funktionären, das Deiterleben des Verbandes als.KameradschastSorganisation durchzusetzen. Solche Leute brauchen nichl einmal eine Dose! Sie sind schon glücklich, einen Stiefelabsatz im Nacken zu spüren. ft Täglich liest man, daß sich kn Deutschland Bauern- und Handwerlervereine freiwillig auflösen und in die nationale Front ein- gliedenl, wie die Reste der Mittelparteien. Gleichzeitig aber mahnt die neue Regierung energisch» im Steuerzahlen nicht säumig zu werden. Nachdem gleichzeitig die Arberier- Nttternehmen geraubt und die jüdischen Geschäfte langsam kaputt gemacht werden, dürften also die Anhänger Hamburgs künftig auch allein zum Steuerzahlen übrig bleiben. Nun waren rhnen aber schon in der Saurepublik die Steuern zu hoch. Bauern und Mittelständler jammerten täglich, daß sie elend zugrunde gehen müssen. Steuerdemonstrationen, Aufstände gegen Pfändungen, Verweigerung von Krankettkassenbeiträgen waren an der Tagesordnung. Wird man den Exekutor künftig mit»veißgekleideten Jungfrauen und Böllerschüssen empfangen, wenn er ein Hakenkreuz aufgesteckt hat? Die nationale Revolution kostet natürlich einen schotten Batzen Geld Den Juden kann man nur solange die Rechnung dafür ittS HauS schicken, als sie drinnen sind. Im Grabe, wie im Auslande dürfte die Annahme verweigert werden. Nun sind wir furchtbar nettgierig: Werden sich die wildgewordenen Mittelstandler in ihrem Dritten Reich im Kuschen so bewähren, wie beim Randalieren in der Republik? Wir raten ihnen Mäßigung! Beim Steuereintreiben hört sich auch die österreichische Gemütlichkeit eines Diktators auf. Sollten nun die mittelständischen Hitlerwähler den Mund nur halb so weit aitfreißen, wie unter der verruchten Mar- xi>>.enHerrschaft, dann werten sie die verdiente Kristallvase als Abdruck eines im Gesicht bestaunen lernen. * Unseren sudetendeutschen möchten wir vom Herzen gente auf daß sie wisset«, wie die über die Grenze gezeigt Kristallvase von der Nabe ausschaut. Würde sich die heutige Regiernttg auf vier Wochen verdienten Urlaub nehmen und die dnttschdemokratisch- hakenkreuzlerisch- ckrist- lichsoziale Nazifront ittdessen der milden Fürsorge StkibrnhS und G a j d a s anver- trauen, mit einem K o b s i n e k als Polizeiminister und dem Richter Pakny als Justizpfleger, dann hätten sie lslelegenheit. nicht nur die Vorzüge eines„subjektiven Rechts" sondern aitch die verschiedenen Eigenschaften von.Kristallvase und Stiefelabsatz dermaßen kennen zu lernen, daß sie noch lange vott den Herrlichkeiten des Dritten Reiches träumen würden. Ihr« Hände wiesen schwerste Verwundungen auf. Die emfachen Kommunisten haben Bänke und Stühle, die verhafteten Juden müssen dagegen in der Ecke kauern. Für sie besteht Sprechverbot, sie haben auch keine Raucherlaubni». Jeden ?lbend kommt ein Sanitäter der S. A., um die Verhafteten zu untersuchen. Wenn es notwendig ist und Lebensgefahr besteht, werden die Betref- settden in das KranketchauS überführt oder kommen in da- Moabiter Lazarett. , In dem Krankenbau», in dem ich Dienst zu tun hatte, waren sechs Zellen für elf Verletzte dauernd belegt. Außerdem mußten zwei große Säle für Mißhandelt« freigemacht werden. Der Bericht schließt mit der Bitte, nickt verraten zu werden, jedoch das Material tn der Oeffentlichkeit zu verwenden, da— wie der Berichterstatter meint— er eS nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann,„den deutschen Namen mit diesen fürchterlichen Barbareien geschändet zu sehen." ininitininntnnmn»niiiiininitntittnniin!imnntttinniiiiimnmniiiitninitiitniiiininntnintnfln gescheit habe, kann ich ein Bild von den Vorgängen in der S. A.-Kaserne in der General- Papc-Sirahe geben. Ich stütze mich dabei, wie ich betonen mochte, auf Aussagen der Patienten, die ich während meines vierzehntägigen Dienstes an den verschiedensten Stellen gesprochen habe. In der genannten Kaserne wurden die 2. A.-Leuten eingelieferten Opfer maßen empfangen: Sie mußten sich kleider auüziehen und ihre. Geiiitalten dann bekamen sie den Befehl heraus, du Sau!" Wer nicht gleich parierte, dem wurde der Revolver an die Schläfe gehalten. Tann wurden die Aermsten mit Nilpferdpeitschen mörderisch geschlagen. Zwei Leute habe ich gesprochen, die behaupteten, wie im Mittelalter mit Daumenschrauben ttnd Streckapparaten bearbeitet worden zu sein. Der Entwurf bestmmt, daß in ExekutlonS- ächen g-'gen Landwirte(generell, d. h. ohne Ueberprüfung der Situation des Schuldners) die Versteigerung beweglicher oder unbeweglicher Sachen bis nach dem 31. Dezember 1933 anfgefchoben werden muß, falls der Antrag auf Eröffnung de- ExekulionSverfahrenS erst nach dem Jnkraf.treten der Vorlage gestellt wird. Ist das Verfahren an diesem Tage bereits eröffnet, so erfolgt der Aufschub über Antrag d«S Schuldners. Der Aufschub bezieht sich jedoch n. ch t auf Lohn, und UnterhaltSsorderungen, die der Schuldner dem nach dem Besetz Berechtigten zu geioähren verpflichtet ist, ferner atts Ausgedinge und Schuldforderungen, auf Grund deren hypo hekarisch sichergestellte Pfandbriefe oder Teilschuldverschrcibungen anSgeg-bm wurden, endlich nickt aut Forderungen, die erst nach dem Inkrafttreten des Gesetzes«nt. ltanden sind, und n ch: auf Sachen, die mit dem Betrieb der landwirtschaftlichen Unternehmungen nicht utsammenhängen. Die Vorlage wurde nach der-HauSsitzunq im landwirtschaftlichen Ausschuß genehmigt, nachdem zuvor Justizmnistcr Dr. Meißner einige in der Debatte vorgebrachte Anfragen beantwortet hatte. Im ß 4 wurde eine Aenderung in der Richtung angenommen, daß sich der Aufschub auch nicht auf Sachen beziehe, die einem schnellen Verderben ausgesetzt sind. Der Ausschuß nahm schließlich einen Antrag an, in dem die Negierung aufqefordert wird, mit Beschleuniauna einen Entwurf zur Regelung des Pacht schillings vorzulegeu. In der nächsten Ansschnßsikung wird der Landwirtschaftsminister ein Exposee erstatten. Arbclteanlclhc. In der gestrigen Sitzung unseres Wgeovd- netenklubs erstatteten die Genossen Taub und Dr. Czech Referate über die innen- und außenpolitische Situation. In dieser Sitzung wurde u. a. beschlossen, zusammen mit der Senatssrak- tion einen Betrag von 86.000 Kronen an Ar- beitsanleihe zu zeichnen. Mit den Einzclzeichnun- gen der Klubniitglieder erhöht sich dieser Betrag auf etwa 60.000 Kronen. Der Reichsverband der deutschen Kranken« _..... j•» Dem„Sozialdemokrat" ist der authentische Aus dem Munde vieler Patienten und auf ..«LJ 1",™' i bricht eines Schutzpolizisten über miterlebte und Grimd vieler Wunden und Eiterungen, die tch Handelsschüler und Juristen j mitangesehene Mißhandlungen zugegangen, den'' Maifestschrift 1933 Da die Gesamtauflage unserer Mai« (Marx)F e st s ch r i f t bis aus wenige hundert Exemplare vergriffen ist, ersuchen wir alle Organisationen, die noch Bedarf an Festschriften haben und Nachbestellungen Divektor, nämlich vor allem Moral.!rrr-- j« — So wa- erzählt man Nazi-Proleten im<116?illNN6N 16IS1GII. Zeichen der„Wiederherstellung des Berufs beamtentums". Eilte hübsch« Begleitmusik zur wirtschaftlichen und ost auch phvsischen AuS- rotttzng aller, die auf die Hochschule des Le-\ benS gegangen... Philosophen, f ata, die Hitler als Postenbringer gewählt,\ er unter Fortlaff^ als laufen weiter mit zerrissenen Schulten umher ein wichtiges Dokument der Oeffentlichkeit über- und gehen durch die Hockschuke dcS Elends, j gibt. Die wenigen Kristallvasen wählte Stellenjäger da, für der Stiefelabsatz auch! * In Preußen gibt es Haussuchung Wi dem Prager Advokaten Dr. Dembihky. Gestern wurde Inder Wohnung und in der Kanzlei des Advokaten Dr. Anton Leo Dembitzki in Prag, welcher der sstra.fb.trc» Tätigkeit nach 8 2 des Gesetzes- zum Schutze der Republik verdächtig war, eine Dureysuchun.i vorgetwmmen. Bai der Durchlnchimg wurde größeres Schriftvmnaterial beschlagnahmt, welches der Staatsanwaltschaft in Prag abge rete». werden wird. Dr. Dembttzki wurde nach den. Verhör auf freien Fuß gesetzt. Rormmlra fürchtet den fasclsmus nicht oder „Dann ifluM der Hase riding; Herr Professor Horphnka, Abgeordneter der Deutschen Nationalpartei, in einem Referat auf dem„Ortsparteitag" in Komotau(also in einem Kegelklub, der leider Politik macht, stall Kegeln zu schieben) vor die Ausgabe gestellt, so- wohl der deutschen wie der innerpolitischen Situa- tton gerecht zu werden, ließ sich nicht nachsagen, er habe nicht so und nicht so gesagt, damit man nicht sagen könne, er habe so oder so gesagt. Ganz im Gegenteil! Mannhaft wie Luther trat er hin ttnd sagte— so und so. lieber Deutschland hielt er die Rede, die er aus den rund 50 Rundfunkauftritten Hitlers auswendig kann: 14 Jahre Marxismus usw. usw. (wenn die Walze herunter ist, wirst man eilten Sechser in den Kasten und es geht von vorne anl. Nur in einer Nuance unterscheidet sich Horphnka von Hitler. Während dieser in seinem Credo stets sich selbst als die erste göttliche Person nennt, sctzi Horphnka den Geheimrat Hugenberg—„Heilrufe" notiert der Bericht an dieser Stelle— au den Anfang deS nationalen' Aufstiegs des deutschen Volkes. Die weiteren Stationen der nationalen Revolution sind: „Verdienst Hindenburgs... Brüning fallen ließ ... zum erstenmal iit Herrn von P a p e n einen e nt l n e n t c n Staatsmann... aus einer gewissen Verirrung heraus General Schleicher... Vertrauen der Mehrheit des Boltes durch eine sehr gewagte Wahl... Er weiß gar nicht, wie recht er da hat! ... keine Notwendigkeit zu illegalen Mitteln za greifen... wo man doch legal prügeltt und morden kann! ... die nationale Regierung vor ein schweres Problem gestellt... wenn sie ihre Versprechen wahrmachen soll, dem Bolte Arbeit und Brot zu geben.. Nicht doch! Wer wird so schwarz sehen! ... so haben wir doch. was meint man, hat er? den G l a u b e n an den g u t e n W i l l e n, an das reine Gewissen und an die Macht der nationalen Regierung... Jedenfalls besonders an diese. Mit der werden sie's schassen, auch wenn eS mit dem reinen Gewissen windig auSsehen sollte. Aber weiter: ... Ordnung im Innern. Tie Korruption wird beseitigt... Schlagkraft, die herzerquickend ist... langsam, schrittweise... langsam und stetig.. in vier Jahren 80 Prozent aller Stimmen... Und dann läuft der Hase richtig. Ta braucht uns nicht bange zu sein." Geht alles wie am Henkerschnürl. Auch die I u- denfrage ist, seiner— Hotpynkas— ließet« zcuaung nach„in tadelloser Ordn»ng" gelöst worden. Tas Ausland verstehe nur nicht, den rechten Unterschied zwischen West- und Ostjuden zu machen, welch selbe eine„s ch l e t« nt iqe Rasse" seien. Das muß der Nachkomme galizischer Ruthenen, obschon deren Blnt durch ein« tschechische Mischung verwestet utrd er durch die Erziehung in einer tschechischen Volksschule der germanischen Kultur angenähert, dann dttrch di« Mitgliedschaft in einer judenliberalen Studen- ten-Verbindnng völlig aufgenordet wurde, iminer- hin wissen. Mn einem Wort,„die nationale Regierung ist auf dem rechten Wege." So also über Deutschland, lieber die Tschechoslowakei s o: „Wenn wir heute in Deutschland wären, wir wüßten wo wir zu stehen haben... welche Stellung wir zur Demokratie, zum Parlamentarismus, zu allen diesen Dingen... aber... wie wir - uns hier einzustellen habdn.. wir werden hier in diesem Staate für Parlamentarismus, für Demokratie, für das Verbleiben der Sozialdemokraten in der Regierung uns einsetzen..." Für uns eine wirkliche Beruhigung. Air haben schon gefürchtet, Horphnka werde unser längeres Verbleiben in der Regierung nicht zu- lassen. Wir atmen aus. Älber im nächsten Satz müssen wir merken, daß dctn Knappen HugenbergS der Schalk im Nacken sitzt. Er hat nur gespaßt. Angenzwtnkernd deutet er an, daß er nur deshalb die Demokratie st sitze, weil er ja wisse, wohin diese führe. Er gönnt sie den Tschechen, weil er sie für schädlich hält. Er kann also s o und s o und noch s o. Dreimal. Und damit bei Freund und Feind gar kein Zweifel darüber herrsche, wo er da und dort, so, so und so mit dem ruthentsck tschechisch-germanischen Herzen steht, damit a u ch derStrlbrny weiß, aufwen.er zählen kann, gesteht Horphnka— es verdient festgehalten zu werden, weil es das erste deutschnaitonale Bekenntnis dieser Art ist: Mr fürchten de» Faschismus nickt... Air könnten«her dabei gewinnen. Nun läuft der Hase richtig. Mehr als das: Hierliegtder Hundbegraben, auf den diese gottverlassene, von nichts als ihrem hirnrisiigen Antimarxismus und ihrem Klassenhaß gelertete sogenannte„sudetendeutsche" Politsi gekommen ist! In der von uns bereits kritssierten letzten Kundgebung der Gesamtleitung der Nazipartei behauptete man auch, jeder Beweis fehle, daß die reichSdeutsche NSDAP, eine Zerschla- gung der Tschechoslowakei plane. Dieser Behauptung stehen folgende Sätze auS der Broschüre Gottfried Feders„Das Programm der NSDAP." gegenüber. Im Kapitel„Staatspartei" wird auf Seite 42 dieser Broschüre folgende Forderung aufgestellt: „Aufrichtung eine« geschlossene« nationalen Staates, der alle deutschen Stämme umfaßt. Alle, di« deutschen Blute« sind, ob sie heute unter dänischer, polnischer, tschechischer, italienischer oder sranzösischer Oberhoheit lebe«, solle« in einem deutsche« Reich« vereinigt sei«." Weiter heißt eS im gleichen Kapitel: „Wir verzichten aus keinen D e u t s ch e u i m S n d e t c n l a n d, in Elsaß- Lothringen, in Polen, in der Bölkerbundkolonie Oesterreich und in den Nachfolgestaaten des alte« Oesterreichs." Der Beisatz„Aber diese Forderung entbehrt trotzdem jeder imperialistischen Tendenz..." kann über die wahren Absichten der Nazis Deutschlands auf Zerschlagung des tschechoIo- wakischen Staates nicht hintvegtäuschen, Herrn Gottfried Feder ist wirklich mehr zu alauven al» den Herren Jung und Kotlsorten, die jetzt die Harntlosen spielen. Uiid wer die politisch gedankenlose llllasse der Nazi kennt, weiß e» genau, daß dort die Hoffnung auf«in Alldeutschland unter Hitlers glorreicher Führung lebt. ExekutlonsauMub lür Landwirte vis 31. Dezember 1933 kein« Exekutionen. Prag, 25. April. In der heutigen Paria- mentssihnng wurde der angekündigte RegierungS- entwurf über den zeitweiligen Aufschub von I Versicherungsanstalten hat beschlossen, 50.000 ssr Exekutionen gegen Landwirte aufgelegt. j AroeitSanlelhe zu zeichnen.- Der Schupo schreibt:„Ich hatte in der zweiten Dekade de» März Dienst in einem... Krankenhause in Berlin zu machen. Dort habe ich folgende, furchtbare Begebenheiten miterlebt: In dieses Krankenhaus wurden zunächst in die für Verhaftete vorgesehenen sechs Zellen drei Personen eingeliefert, die alle von der S. A. fürchterlich mißhandelt worden waren. Uittet diesen drei Personen befand sich der Zeichner B...., dem die S. A. ein Auge au-gestochen hatte. Ob das Ange mutwillig ausgestochen worden ist, kann ich nicht mit aller Bestimmtheit sagen, aber nach den übrigen bestiakifchen Mißhandlungen zu urteilen, ist das höchst wahrscheinlich. In der Nacht vom 17. znm 18. März, eS kann auch die Nacht von: 18. zum 19. März gewesen sein, wurde von der S. A. ein wiederum Mißhandelter mitgebracht, den man am nächsten Morgen wieder abholen wollte. Der Mann starb aber an den Mißhandlungen noch in derselben Nacht. Derselbe Vorfall ereignete sich zwei Tage spater, wo ein Expedient der„Welt am Abend" — es war ein kleiner, schwarzer Jude— in da» Krankenhaus eingeliefert wurde und an den Fol- gen der Mißhandlungen starb. Etwa am 27. März wurden fünf neue Patienten von Kollegen der Polizei gebracht, die au« der S. A.-Kaserne in der General-Pape- Straße kamen. Diese Kaserne gehört der S. A.- Hilsspalizei. Heber alle Vorgänge, die sich in dieser Kaserne abgespielt haben, müssen meine vorgesetzten Stellen informiert sein. Unter den fünf Kranken, die gebracht wurden, befand sich ein etwa fünfzig Jahr« alter jüdischer Arzt PH.,' er starb einige Tage später. Man hatte ihn in seiner Wohnung, wie ich erfuhr, furchtbar geprügelt und al« ein gewisser Dr. Bergemann(der Name kann auch arwerS lauten), der kein Jude ist, ihm zu Hilfe kommen wollte, wurde er ebenfalls von S. A.-Leuten furchtbar verprügelt und in die S. A.-Kaserne mitgenommen. Am 1. April 1933 wurde in do« Krankenhaus ein Gewerkschaftssekretär(vom Zentralver- i band der Angestellten) eingeliefert. Die S. A. hatte ihn auf der Straße verhaftet und zum Revier gebracht. Die Polizei hatte seine Personalien geprüft und ihn wieder entlassen, da gegen ihn nicht» vorlag. Er würde jedoch nochmal» von der S. 8. verhaftet und nun kn die General-Pape- Straße gebracht. Dort wurde er, nachdem man ihm die Haare geschoren hatte, mehrmals verprügelt, so daß er in» Krankenhaus eingeliefert werden mußte, wo ich ihn sah. Am Boykottage wurde u. a. ein Zentrums- mann eingeliefert, der einen Boykottzettel abreißen wollte und von der S. A. dafür furchtbar zugerichtet wurde. Rr. 08 Mittwoch. 28. April 1088 Seite S dein I | Fmnhreldi hält an der Goldwährung lest. Pari«, 25. April. kHavas.) Dar Riinlsterral hat heute früh den Beschluß des KabinettSratrS genehmigt, der besagt, daß Frankreich den Gold- standard nicht aufgibt und auf die anderen Regierungen in der Richtung einer allgemeine» Wah- rung-stabilisicrnng einwirken werde. War ein fascistischer Putsch in der ganzen Republik vorbereitet? Interessante Aussagen Kobslnehs im Brünner FasdstenprozcD. nnitansdie zndit in der tsdiedilsdien rasclstenpartel. Berlin, 25. April. Der ReiäManzler alle preußischen lLanleiter und höheren Partci- t t*.; T..t.. t.i NSDAP einer Besprechung am 26. ü. M. ein«,z«laden. Sie linden" wallen in den schon wiederholt misgrraudten Parteihausern. Harbnrg-WilhelmSbArg, 25. April. Tas Gebäude des sozialdcmokratiichcn„Polksolart", in dem sich auch die GewerkschafiSräume bcfuiden, wurde von der Polizei bos-cht und einer Durch- üichung unterzogen, wobei außer Wassep und Munition eine große Anzahl Druckschriften be schlogualhmt wurden. funktionärc sMvic die Red-okleure der N zu die erste Unterabteilung des RottmeistrrS a. D. Sie Kaschen vor den Unternehmern! Keine Dctricliörammissiire mehr! Berlin, 25. April.(To»ii'Meldung.i Der Leiter des BerbindungSstabeS der uationalsozie.lt» stischen Partei, Reiner, hat folgende Verfügung erlassen:„Mit Wirkung vom 25. April 1933 ist sämtlichen Parteidienststcllen untersagt, Kommis- säre in irgendwelche Betriebe cinzusctzcn. Sollte ihnen die Einsetzung eines Kommissärs in einem Unternehmen als unbedingt notwendig erscheinen, so ist die Genehmigung des Verbinonngsstabcs der nationalsozialistischen Partei in Berlin rin- zuholcn. Teilt Gesuche um Einstellung eines Kommissärs muß eine genaue Ausführung der Notwendigkeit sowie der Geeignetheit des beabsichtigten Kommissärs zugrunde liegen. Erst nach crteistcr Genehmigung des VerbittdungsstabeS darf dann der Kommissär eingesetzt ioerd>'n. .Meldisdialton» wird tort- gesetzt. Den Demokratwn zur Nachahmung empfohlen. Berlin, 25. Apvil. DaS preußische SiantS- ministerium ha: in seiner gestrigen Sitzung größere Personalvcränderungcn in den preußi'chc» Behörden beschlossen. Es wurden u. a. zivci Re- gierungüpräsiüenten und 17 Landräle unter Gewährung des gesetzlichen Wart ege ldes iosorl einstweilen in den Ruhostauv verseht und d:e entiprcelici^ic Ja hl von Neuernennuuzen vor- gcnomnven. lei nicht den Kops zerbrochen, sondern hat als Soldat der Partei nur ihre Befehle ausgeführt und alles das als Befehl ausgefaßt, was ihm von Prag aus von Äasda durch Kuriere mitgeteut wurde. Ter Angriff aus Prag hatte durch Panzer- autoü von Milowitz her durchgcführt werden sollen, die mährische Parteieinhcit hätte in der mäh- rischen Garnison zu blockieren und die Verteidigung der Prager Organisation durch Militär aus der Provinz zu verhindern gehabt. Im Einverständnis mit tlvlra, dem mährischen Landcsführer, dem Kobstnek als technischer Berater zugewlcscn war, wurde nun »er Plan für die Besetzung der Brünner Kaserne und staatlicher Aemtcr ausgearbeitet, wobei Kobstnek mit dem Zuzug von uirgcsahr 5000 bis 6000 Faschisten nach Brunn rechnet«. Auch die Ausgaben der einzelnen Unterführer und Abteilungen bei der Aktion wurden genau bestimmt. Die Besetzung der Kasernen durch die Faschisten schien Kobsinek nun mehr oder weniger als formelle Angelegenheit, die ohne jede- Blutvergießen hätte durchgesnhrt werden sollen. Mitte Jänner kam ein Kurier zu Kobstnek, der sich mit der Kriegsparole der Faschisten auZwics und ihn auffordertr alle- für den 21. Jänner vorzubereiten, denn an diesem Tage gehe rS los. ver Storm oul die Kaserne in Sdilmllz. Am Abend de- 21. Jänner zog nun Kobsinek alle verfügbaren Kräfte noch Brünn zusammen. Der Plan war dahin gegangen, daß Kobstnek mit den Faschisten aus der Gegend von Butlchowitz und der mährischen Slowakei die Kaserne des Jnfanterie- reglmenies 13, die andern Faschisten aus der mährischen Provinz unter der Führung des Rohrbachcr KreiüsührerS Stiastnv die Kaserne deS 10. Regiments zu besetzen habe. Als Verbindungsmann zwischen beiden Abteilungen hätte der LandeSsekretär der Partei, Barak, dienen sollen, der aber gerade an diesem Abend so betrunken war, daß Kobsinek Gai dl mit dieser Aufgabe betraute. Um Punkt 12 Uhr Mitternacht begann KobsinekS unter Führung,... Nedvkdiekh den Ansturm, da Kobsinek der fisten Ansicht war, daß inzwischen auch Stiastnh seinen Aus gabenpart erfülle. Erft in dem Moment als die Kaserne deS SS. Regiment«- und die Brünner Garnison alarmiert worden war, erfuhr er durch Gajdl, daß Stiastnh infolge von Schneeverwehungen gar nicht nach Brünn gekommen war. Tesak hatte schon vorher genau die militärischen Objekte, die geflürmt werden sollten, skizziert. Bor dem Sturm hielt er an die 80 Faschisten, die er ander Gegend von Butschowitz zusammengezogcn hatte, eine Ansprache, in der er sie auffordert, Plünderung und Raub zu Unterlasten, da feder niedergefchollen werde, der eS wage, gegen feinen ausdrücklichen Beseh! zu handeln. Unter großer Begeisterung der Anwesenden wollte er nur gesagt haben, daß i» d e r ganzen Republik der Umsturz durchgeführt werden wird. Vas Ziel des Patsches— die losdstlsche Diktator. Der englische Plan im HanptauSschnß zur Debatte. Genf, 25. April. Der HanPlauSschuß der klbrüstungÄonscreirz hat heute nachmittags in einer öffentlichen Sitzung seine Arbeiten wieder ausgenommen. Zur Debatte steht der Plan der englischen Regierung, der vor Ostern ringrreichi worden ist. Di« Verhandlungen begannen mit der artikelwoisen Beratung deS englischen Konven» tionseniwurfes. Zunächst begründeten verischie« den« Delegierten die NbänhevnngS- und Ergan- sungSantrage, die sie zum SicherheitS- < a p i«e l deS englischen Planes eingereichl haben. Die Kleine Entente hat bisher keine Zusatzanträge gestellt nick) auch kein Verlangen vvzüg- lich einer Acnderung des englischen Plaues borge legt. Englands Budget London, 25. April.(Reuter.) Finairzmmister Neville Ehamllxvlain trug heute zur Unterhaus« das Budgctexposä vor. Er erklärte hiebei u. daS Budget des BovjachreS habe einen F-Asibetrag von 82,678.908 Pfund SErling ausgeiviezvn, die 28.9 Millionen Pfund Sterling, die an USA bezahlt wurden, indegrissen. Am diesjährigen Budget ist kein Betrag für die Ratcnzah- lung auf dir amerikanische Schuld vovgofeyen, aber auch kein Einnahmeposten von den Aus- lazedssthulbnem GrostbritannirnS. Die SlaatSeiimahmc» werden auf 698 Millionen 777.000 Pstuch Sterling, dir Ails- gaben auf 697,486.000 Pfund geschätzt. Der Budaetübcrschuß würde somit 1,291.000 Pfund Sterling betragen. Der Pessimismus bezüglich der finanziellen Nutsichten, führt« Chamberlain Erscheinungsweise zum 1. Mal Unter» Mainummer endieint am SONNT AG, den 30. APRIL in verstärktem Umlang. Da noch dem Tariivtrtrag der Buch. drudter am 1. Mai nicht gearbeitet werden dort •, erscheint dl« nächste Folg« unseres Blattes ent wieder am • Mittwoch, den I. Mal INS. Ole Verwaltung. Brünn, 25. April.(Eigenbericht.) Der heutige zweite BerhandlungStag vor dem Staats- gcricht erreichte mit der Einvernahme des Kommandanten beim Kafernenfturm in Tchimiy des Oberleutnants a. D. Ladislav K o b l- n c k einen Höhepunkt. Die Erwartungen, die allgemein an die Aussagen des Hauptanaeklagten geknüpft waren, und die sich auch in der bedeutend stärkeren Anteilnahme des Publikums ausdrücklen, blieben nicht unerfüllt. Kobsinek, der über seine Tätigkeit in der faschistischen Partei, seine Beziehungen zu den Führern der N. O. F.(N&rodnl obec faSi- eticka) und den Putsch selbst nicht weniger als fünf Stunden lang einoernommen wurde, in ungezwungener, oft humorvoller und burschikoser Form eine ganze Reihe iulerestanter Details über daS Wesen der Partei, ihren militärischen Ausbau und vor allem über die Pläne, die in der Zentrale der faschistischen Partei im Jänner d. I. gehegt wurden. Rach den Aussagen KobsinekS scheint e» so gut, wie sicher, daß sür den 21. Jänner in der ganzen Rrpublsk«in faschistischer Putsch geplant war, der nur da» übereilte Handeln der Brünner Faschisten oder durch daS Zöger» der übrigen fafchistischen Paririeinheiten auf Brunn allem beschränkt blieb. Der ganze Plan wurde Mitgliedern gegenüber als Abtpchrmaßnahm« gegen den bevorstehenden kommunistischen Umsturzversuch vorgesetzt, der verhindert werden sollte, vrw. dem man zuvorkommen mußt». Genauere- über diesen Putschversuch der Faschisten wird man allerdings erst nach der Ein- vernahme Rudolf A a j d a s und deS Majors U v i r a, dem mährischen Landeskommandanten der N. O. F., und ihrer Äonsrontation mit Kobsinek sagen können. Lojort nach der Eröffnung der heutigen Verhandlung durch den Vorstand Dr. VoklLka meldete sich der Vertreter de» PrivartiägerS Kindermann, Dr. Stark zu Worte, um dagegen zu protestieren, daß feine gestrigen Ausführungen in deutscher Sprache von einem Teil d«S Publikums und der tschechischen Presse als Provokation bezeichnet wurden. Dr. Stark hob hervor, daß sich bei der Verteidigung des von Sen tschechischen Faschisten angegrif- senen militärischen Objektes vor allem deutsche Soldaten ausgezeichnet batten, ferner gab er bekannt, daß er von seinem Verlangen, daß.ein Auszug der Anklageschrift. in deutscher Sprache verlesen werde, Abstand nehme. Km Namen der Verteidigung protestierte Tr. Sutil gegen de» Gebrauch der deutschen Sprache Sei der Verhandlung. Ter Borstand erledigte die aanze Debatte mir der Bemerkung, daß hier nicht «der eine Sprachcnsroge entschieden werden soll und daß die ganzen Streitigkeiten eigentlich überflüssig stien. Hierauf gibt namens der Verteidiger Dr. Lochmann bekannt, daß die Anwälte sich mit der gegen- itiligen Substitution beirau« haben und verlangt in einem Antrag die Vorlage sämtlicher Schcifien über die Auslieferung KobsinekS und Gafdls durch Jugoslawien. Der Verteidiger Kobsinek« wiederholt seinen Antrag aus Untersuchung bei Geisteszustandes von Kobsinek und Hinzuziehung von Psychiatern zur Verhandlung. Rach kurzer Beratung lebnr der Senat den Antrag deS Dr. Lochmann ab und gibt dem Antrag deS Verteidiger« insofern statt, al« die Psychiater im Laufe des Prozesses noch einnial hinzu- gezogen werden sollen. KoMlnek iQhU sich teilweise smaiaie Rach Erledigung dieser Anträge begann der Vorsitzende die Einvernahme Kobjinels, der bereitwillig auf all« Fragen Antwort gah, dabei aber jeder Frage, die ihm gefährlich schien, auswich. Aus die Frage des Vorstandes. ob er sich im Sinne der Anklage schuldig fühle, antwortete er:„Rur teilweise. Hieraus begann er den Anfang seiner Beziehungen zur Faschistischen Partei zu schildern der er al« Kreissührer'der Brünner Znngmannschafi kurz nach seinem Austritt aus dem Militärdienst durch ein Fahr aiiaehörte. Wegen persönlicher Strei- tlgleiten mit den Brünner Führern tra« er im Fahre 1828 aus der Partei an«, blieb aber in ständiger Fühlung mit Gajda und der Präger Zentrale. Zm (fahre 1929 bewarb er sich um'hjrederansnahme in die Partei und bekam hier mit dem Fähnrich Tesak die Ausgabe die Organisierung der Brünner Offiziere und Unrrrossizirre und ihre Zntercssiernng für die Ziele der Faschistenvarrei in die Bahnen zu leiten. Tie Verbindung mit der Prager Zentrale stellten Kuriere her, In der ersten Zeil der akademische Maler Zabloudil, dann Rößler Marinko. Tr. tzhola und schließlich ein unbekannter Kurier, der die letzten Vesehle im Fännrr 19:18 überbrachte. Mit Tr. V a i n u. dem Führer der böhmischen Partei war er nur einmal während keiner Wirksamkeit gelegentlich einer Versammluna zujammengekoulmen, dagegen blieb er»ii> Golda ständig in persönlichem Verkehr. Fm Fahre NM bewarb lich Kobsinek um Ausnahme in den höheren Polizeidiensi waS ihm allerdings iür eine Zeit da« Mißtrauen der Prager Varteisunktionäre eintrug. 9er Plan zur(iesamtaMlon. Zur Zeit, da Marinka den.kurierdienkl versah, tauchte der Plan einer eventuellen Aktion in der tauzeu Tschechoslowakei aus. der durchgefühlt werden wutc, bis die Garnisonen und das Militäi genügend vorbereitet waren. Znlerelsant ist, daß Kobsinek «rnmer wieder betonte, daß niemals von Gewalt nwrochen wurde,'andern nur von einer Aktiv n, er gibt aber selbst zu. daß solche Aktionen nur schwer Aue Gewalt durwgeiührr werden können. Für feine Person hat er sich über di« weiteren Pläne der Par- Aus die Frag« deS Vorsitzenden, wat mit Putsch, bezweckt werden sollt«, gibt Kobstnek zu, daß di« saschiftische Diktatur unter der Führung GojdaS ausgerichtet«erden sollte, er selbst hätte dann im Militärdienst in führender stelle Verwendung gefunden, Uvlra hätte Landesmilitärkommandant werden sollen. Hieraus richteten die Beisitzer und die Verteidigung an Kobsinek eine ganze Reihe weiterer Fragen, die sich vor allem aut die Stellung der anderen Angeklagten bei dem großen Putschversuch bezogen. Gelegentlich dieser Fragen wurde Kobsinek auch um seine Beziehungen zu Gajda leibst befragt, in dem er wohl einen guten Soldaten, aber einen weniger guten Politiker sieht. Immer wieder stellt er in de« Vordergrund, daß er nur dir Befehle Äajdas und UviraS zu befolgen hatte, da er als Mitglied der N. 0. F. den Eid abgelegt habe, der„vcrtcnselt streng" ist und unbcdtngte Disziplin verlangt. Schließlich wurde um S Uhr nachmittag di« Verhandlung aus Mittwoch vertagt. Mittwoch wird Uvira einvcrnommen und mit Kobsinek konfrontiert werden. Wie schwer ist cs aber heutzutag« schon, die I einfachsten Tatbestände festzustellen! Unter nor- auS, fei nicht begründet, malen Verhältnissen genügt dazu ein Telephonat, und ein paar Stunden spater kann di« Presst die richtigen Tatsachen darlegen und zu ihnen Stel lung nehmen. In Deutschland bedarf eS aber heute oft ein«» mühevoll«» und zeitraubenden BarsahrenS, um auch nur einen Vertrauens mann ausfindig zu machen, der«mein Aus kunft geben kann. Hat man sie erhalten, so stellt sich gewöhnlich heraus, daß die Nachricht falsch und irreführend war, und daß di« Dinge ganz anders zusammenhingen, als berichtet wurde. Sozialdemokrat fern, heißt heut« in Deutsch. land, aus alle» gefaßt sein und mit jeder Möglichkeit rechne«. Sozialdemokrat bleiben und unter allen Umständen als Sozialdemo krat handeln, setzt«in« Härte der moralischen Widerstandskraft voraus, di« man nicht von jrd«m Menschen erwarten kann. ES soll sich auch keiner voreilig rühm««, daß sein« Kraft jeder Probe gewachsen sei! Man möge also über die.Handlungen ein» I Plner Personen nicht urteilen, ohn« die Umstände f zu kennen, unter denen sie zustande gekommen sind, und man möge vor allem auch nicht ohne weiteres aller glauben, was in den r«ichsdeut» scheu Zeitungen zu'ainniengelragen wird, um den 31ns der deutschen Sozialdemokratie zu vernichten. Sollten echte Fäll« von Schwäche und Würdelosigkeit vorkommen, so werden die Kon sequenzen bestimmt nicht auSbl«ibrn. Di« Massen, die der Partei mit bewnndernngS- werter Treue folgen, stellen an di« Führung hohe sittlich« Anforderungen. llnd sie tun«S mit Recht. Dies« hart« Zeit fordert hartes Menschen. Man soll aber auch bedenken, daß, es ungezählte Fäll« gibt, über die zu berichten die gegnerisch« Press« kein Znteresse hat und über die auch gar nicht berichtet werden kann, wenn man nicht di« Genossen verschärften Ver folgungen prrisgeben will. Izialisten, die nach der Sotvjciunion geschickt wer- d«,r. Die Hilfspolizei versuchte durch diese Miß handlungen Adressen anderer Genossen zu erfah ren. 2 andortc von Druckmaschinen usw. heraus- zufinden. Ein mit der konimunisttschsN- Bartei sympathisierender Wohlfahrtspflege!, ein»6 Zohrc alter Mann, wurde von der SA in eine ihrer Kasernen gebracht und dort erst furchtbar ver- prüaelt; er wurde dann in eine Ecke g«st«llt, di« Revolver wurd«n schußbereit gemacht. Eine halbe Stunde ließ ihn die SA so stehen im Glauben, daß er erschollen werde. Er wurde dann schließlich hinauSgeschick r doch da er sich nicht mit dem Hitlergruß verabschiedete, wieder herein geholt und von neuem schwer verprügelt. Trotz seinen Verletzungen(!«in ganzer Körper ist blut- unterlaufen) wurde er nun gezwungen, die Kaiern« rcinzufcgen. Jeden ihm dabei im Weg stehend«!! LÄ-Mann mußte er untcrtänigst bitten, wcgzutre.en. Achtung vor Nazi-Schwindel! Man schreibt der I. I. auS Berlin: Uns Bewohnern dei Dritten Reichs ist eS nicht ganz leicht, eine-Vorstellung davon zu ge- winnen, was da- Ausland denkt, redet und schreibt. Die reich-deutsche Press« von heute läßt sich mit der Press« irgend«rne- anderen Landes — Italien und Rußland mit«ingeschlossen— gar nicht vergleichen, wie ja überhaupt die Zu stände in Deutschland heute derart sind, daß man auch durch Heranziehung von Beispielen und Ver gleichen ein klares Bild von ihnen nicht erhalten kann. Die Propaganda der Regierung, die sich der gesamten reichsdeutschen Presse als ihre- Werk zeugs bedienen kann, ist seit einiger Zeit zu einer neuen Methode übergegangen. Zunächst harte sie versucht, di« Sozialdemokratie al- Komplizen der Reichstagsbrandstifter hinzustellen od«r ihr verbrecherisch« Beziehungen zu LandcSseinden nachzusagen. Als sie erkannte, daß dies« Methode nicht zog, ging sie entschlossen zu einer anderen über. Hatte sie zuvor versucht, die Sozialdemo kraten als gefährliche Hoch- und Landesverräter hinzustellen, die vor nichts zurückschrcckten, so legte sie eS nun im Gegenteil darauf an, sie als Feigling« zu schildern, die an nichts anderes mehr dächten als an Flucht oder Unterwerfung. Seitdem Wimmelt eS in der deutschen Press« von Nachrichten über angeblich kreiwillia« Man- datSverzichte sozialdemokratischer LandtagSabge- ardneter und Stadtverordneter, über angeblich freiivillig« Auflösung sozialdemokratischer Orts gruppen. ja, sogar über Verleihung von Ehren- bürgerrcchl«» an führende Nationalsozialisten unter sozialdemokratischer Mitwirkung! Ob die'c Nachrichten richtig oder so frei erfunden sind, wie zum Beispiel die Meldung, daß Sozialdemokraten irgendwo.Herrn Goebbels zum Ehrenbürger mit ernannt hätten, macht für die Wirkung gar keinen Unterschied. Die oanze Bresse brino« st«. E'ne Press« di« Falsche- berichtigt, gibt e- nicht, denn es aibt weder sozialdemokratisch« Zeitungen, noch sonstig« Blätter, die eS wagten, den Absichten einer allmächtigen Propaganda entgegenzuwirken. nunnen nm Verb. Rom« und Ort für den„Tag". Robert Kuh». Hosemannstraßc 3, ist in der Nacht vom 13. März, als er ruhrg nach Haute ging, von Nazi überfallen, mißhandelt und ver schleppt worden und ist bis heule nicht aufzu finden. Alfred Ehristhöfer. Ruheplatzstraßc, war iechS Tage in den SA-Kellern der Hcde- mannstraß«. Sein Körper ist b laug eich la ll c n, beide Augen sind blutunterlaufen, er klagt zudem über innere Schmerzen. Walter Scho m- kchak, Svarrstraße, wurden Löcher in den Kopf geschlagen, besinnungslos geprügelt, er l ag über innere Schmerzen. Schulz, Bi«r- steotcriveg. wurde mit Rcvolverkolben verprügelt. und Rudolf Bohls ist so mißhandelt worden, daß er noch heut« bettlägerig ist und nur slüstigc LVellen zu sich nehmen kann. Rudolf B. ist Per- mittler der russischen Handelsvertretung für Spc> Sei«, g Mittwoch, 88.«peil 1838 Nr. 88 Tempora mutantur-- T a gesneuigkeiten rechten und des linktzn sMitzÄS der Uni cm Kindheit, sein« harte Arbeit in der Grub«, die er Die lause eS zu einer blutigen Schlägerei zwischen den inngen Männern aus Aestreb und denen aus Oeöehov kam. Hiebei wurde der 21jährige Ltcphan Ktefaniö aus OeLehov getötet. Am Verlaufe der Untersuchung verhafteten die Gendarmen den A"s«s Rae aus Iestreb, der eingestand, den 5tcfa» N'L während der Rauferei angefallcn und ihm die tödliche Verletzung beigebracht zu haben. «mb Führer der Arbeiter, zu einem Mann de> seltensten geistigen Vorzüge zu' einem Gesetzgebe. von tiefster Seriosität und Verantwortlichkeit, jj einer Persönlichkeit von internationaler Bedeutung in der Bergavbeiterbowegung. Dr. Soukup schilderte dann>m einzelnen den hielt dem Sitz 46.013, 54.142, 78.482, VMausrauferel- ein Toter. Kokiee, 25. April. An Jestreb bei Michalovce Lehrer fwrmen eine Bank. Chicago, 25. April. Fünftausend Volkslehrer, denen bereits lange Zeit hindurch keine Gehälter mehr auSbezahlt wurden, drangen am Montag in das Finanzviertel ein und zwangen drei Großbanken dazu, vorübergehend ihre Schalter zu chließen. Di« Lehrer stürzten in die Bankränm- lichlciten, überkrochcn die Marrnorschvltcr und Tische, stürzten die Papicrkörbe um, verjagten die Beamtenschaft und drohten, sie würden dies alltäglich tun usw., solange nicht ihre Gehälter ausbczahlt werden. Arbe'trkamhf mit Revolvern. New Dark, 25. April. Montag brach hier Kürschnergcwerbe ein Kampfn zu gehen. Die Frau weigerte sich, worauf Novotny sie von ihrem Bruder wegzuziehen suchte. Beide wehrte«« sich aber, und da zog Novotny einen Revolver aus der Tascbe und richtete«hu gegen Wünsch, der ihm jedoch durch einen Fußtritt in die Hand den Revolver«vcgschlug. An diesen« Augenblick lief Frau Novotny weg und begann uni Hilfe zu rufen. Novotny gab zwei Sch ü s s e gegen Wünsch ab, die den Schlosicr in der Schulter u««d in den rechten Arm traf««« und lief dann seiner __ Frau nach, um aus einer Entfernung voi« etwa noch vor einem Jahr, beim leyien Bergarbeiterstreik I fünfzehn Schritten gegen sie drei Schüsse in Brüx, schon auf den Tod kraick. fest wie Gran!« abzugeben. Frau Novottch wurde in den Kopf und ein herbeieilender Wachmann, der die Hilferufe der Frau gehört hatte, nur noch die Ucberfällene l o t auf dem Boden licacn und ihren verwundeten Bruder bei ihr fand. Kurz dara««f fand man hinter einein Zaun Novotny gleichfalls tot. Er hatte sich die Kehle durchschnitten. Die Untersuchung ergab, daß Novotny schon vor «inigcr Zest seiner Frau mit Erschießen gedroht hatte und daß die Frau daher stets in Begleitung ihres Bruders ging. Novotny hatte ihr aus den« Heimweg aus der Arbeit aufgela»««rt. Bergarbeitertod. Brünn, 25. April. Heule um 15 Uhr er- eignetc sich auf der Grube„Ferdinand" bei Babitz im Steinkohlenrevier von Rossitz-Oslo- «van ein Unglück, das zwei Bergarbeiterleben forderte. Aus der Grube„Ferdinand" stürzte eine Kohlcnschicht zusammen, welche den 44- jährigen verheirateten Bergarbeiter Adolf Di i- chäl ek, den Vater mehrerer Kinder, sowie, den 26jährigen Karl Limbcrg, der gleichfalls verheiratet ist, unter sich begrub. Michülck wurde nach einet Stunde, Limberg erst nach zivci Stunden hervorgczogen. Beide waren durch den Kohlenstaub erstickt. Ihre Leichen waren durch das 90.000 40.000 20.000 10.000 DWMWWWPWM 27.601, 49.876, 50.933, 57-064, 64.037, 64.944, 69.603, 83.268, 87.147, 89.813, 93.457 97.035 99.023. 2.000 K: 86, 4.058, 5.096, 5-264, 6.114, 6.654, 8.125, 8.220, 91264,. 10.036, 14.328, 14.662, 14.917, 15-974, 22.608, 22.940, 26.957, 28.784, 33.365, 87-324, 37.659 42.403, 48.649, 50.877, 52.840, 53.196, 62.674, 62.769,.63:826. 65-112, 67.606, 67.729, 68.107, 68.760, allen Angriffen trotz» und bewies, daß Wirlfchafi-- ins Gesicht getroffen. Dann floh Novotny, fo daß kämpf«, bei denen«r um di« Existenz tauf«,war'- r. Bergarbeiterfamilien geh«, nicht zum Tummelplatz unveranNvovtlicher Stimmungen und Aicgenblicts- launen werden dürfen, iondern einzig von der eigene«« Erfahrung und der der verantwortlichen Gewerl- schaftsorganisationen geleitet«verde» dürfen Mit Anton Jarolim. erklärt« Dr Soukup, ist «in außergewöhnlich ehrenhafter uns bescheidener Mensch dahingegangen, ein Mann um einer un- endlich guten Seele und einem Herzen, das für alle Leiden und all« menschl.cb« Noi offen stand Er wa« ein edler Charakter und gegen sich ielbst am streng sten. Gerecht gegenüber allen. Hai er nie jemanden auch nur mit' einem War« wissentlich verletz« Arbeiter des ganze«« Reviers pilgerten zu ihn, nach I 2ü. Graupen wie zu ihrem väierlichen Heiser und fa.w«ine Tanzunterhaltung statt, in deren Bev Ratgeber. Jede- Bergarbeiterkind kann«« ihn dort.‘----- Sein Begräbnis ward zu einer großen Tranerseier: taufend« gingen hinter keinem Sarg« Dr. Soukup dankte abschließend dem Se nat, der tief ergriffen den Nachruf angehört hatte, daß diese letzte Ehrung zum Gedächtnis des toten Freundes und Mitarbeiters im Sit- zungSProtokoll verewigt werden wird. Slehnng der K'-iff-nlotterie vom 25., April.. 89.514. 98251. 101615. Berkehrsstrett in Barcelona. Barcelona, 25. April.(Havas.) In Barce- zu brach beut« der Generalstreik der Verkehrs- bei Frau Bohcmia:„Minna, hänge« Sie das Bild fort,«S erinnert mich z« sehr an meine Jugend!" '"«•HiuiiwiuiiiniiiHiHiiiniiiiiiiimiiiiiuiiiuiiiuuiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuiiiiiiiniiiuiiiiiiiiiiiiiuiiiiu Nachruf iür Geuoffen Jarolim im Senat. Zu Beginn der gestrigen SenatSsitzung Senatspräfwcnt Genosse Dr. Soukup verstorbenen Genossen Jarolim, desse«« in den Bankreihen unserer Fraktion mit emem umflorten Blumengewinde aus roten Nelken geschmückt War, einen von tiefer innerer Bewe-1 M»o erpim. rsyve vc,a)«n warm durch das gmrg getragenen, zu Herzen gehenden Nachruf,^fkgesturztcn Kohl^uichicht zer- der vom^at stehend mrter tiefem Schweigen Klettert. DaS Unglück k>at ,m Revier große angehört wurde. Auftegung hervorgerufen. Soukup führt« au», er müsse in tiefem Schmerz!. m. «ine» der besten und markaMesten Senat-Mitglieder JjQJ(itOUCUCII ttl wtitujCIIIIinO. ötiwnfcn, bei Senators Jarolim, der am 11. April.. nn. im Alter von 64 Jcchren verschieden ist. Sein Leben!»Ott» 4UV vCtltgt«. -."n Muft«rbeispi«l des Aufstieges emeS Prole- Äod(3nft( Äod) Zg.April. Bei d«m kata- tarcerk,«wes^aur den T,efen gr°bten- L«,der durch„„Phalen Erdbeben iu Ko» vom 28. April wurde STLN Sk.ÄH'. SÄ' SÄ«« mjbmij* Mm Mk .| Bisher wurden aus den Trümmern der Stadt 74 Leithen und 400 Berwundeie hervorgezogen. Der neu« Stadtteil» der nach der italienischen Okkupation erbaut worden ist, ist bloß in geringem Maß« in MUlridenfchaft gezogen. Die Hilf»» und Ernäh« Kindheit, ieiL hart« Arbeit in der Grub«, die er verletztenwerden 1»^«Aal« auf den Inseln mit 14 Jahren begann, und seinen gang ungewöhn-1 beros und Rhodos transportiert. Auch die Türkei betroffen. Ankara» 25. April. Gestern wurden in der Türkei, insbesondere in dei« Gebieten von Fetijeü, Mughla und Tenizli starke Erdevschütterungen verspürt. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Vorderhand werden bloß 10 Verwundete gemeldet. Der Sachschaden ist überaus erheblich. Falsche Gerüchte um den Brünner Juristentag. Das Sekretariat des Deutlichen Juristentages teilt mit, daß die von anderen Blättern verbreitete'Nachricht, wonach der zu Pfingsten in Brünn statisiiidende Sechste Deutsche Juri» stcntag abgesagt Word««« sei, frei erfunden ist und jeder Begründung entbehrt. Urlaube für Lehrlinge» Lehrmädchen und jugendliche Arbeit« und Arbeiterinnen. Nach dein Gesetz 4tr. 67/1925 haben Lehrlinge und Lehrmädchen nach einer halbjährige» unnnter- brochcnen Beschäftigung Anspntch auf einen ach>- tägigen bezahlten Urlaub. Dieser Urlaub wird in der Zeit vom 1. Mai bis zum 80. September gewährt. Jen« Lehrlinge und LehvmArchen, di« bei ihrem Arbeitgeber Kost und Wohnung bekommen, haben für die Urlanbszcit dies« Leistungen in Geld ent- ichädigt zu erhalten. Als VerrechnungSgrundlag« gelten die für die KrankenvcrsicherungSanstalten sostgelcgten Sätze. Jugendliche Arbeiter und Ar- bciterinnen haben noch einer einjährigen Beschäftigung Anspruch auf einen lechstägigen gezahlten Urlaub, der ebenfalls in der Zert vom 1. Mai bis zum 31. September zu nchuren ist. ES weiden alle Unternehmer, Gewerbetreibenden, Lehrlinge und Ellern(Vormünde) der Lehrlinge auf diese Bestimmungen aufmerksam gemacht. Auskünfte in strittigen Fragen werden durch den Sprengelbcirat für den Schutz der arbeitenden Fugend am Gewerbeinspektorat in T e v l i tz- S ch o i« a u, Hohenkvhestvaße, unentgeltlich erteilt. Neudeutschlands Erfolg im Geist. Paul F r i s ch a u e r hol eine ungeheuer intevefsante »end wichtige Biographie geschrieben:„Prinz Eugen, ein Mensch und hundert Jahre Geschichte". Wie die Zeitungei« zu berichten wissen, hat Reichspräsident Hindenburg an den (allerdings«roch nicht gleichgeschaltetcn) Verlag Paul Szolnay ein Dankschreiben für d«e Ueber- senvung dieses bedeutenden und unenrbehrlichen Handbuches der Anfänge neuerwachter dritter RcichSkulkur geschrieben und„wörtlich" mittei- len lasten, daß er geruhe, diese» herrliche Werk seiner Bücherei einzuverleiben. Dabei müssen - allenfalls di« Fortschritte der Entwicklung ausfallen, denn vor noch nicht gar>o langer Ze t ha« sich der greise Reichspräsident gerühmt, außer dem Dicnstregslcment kein Buch«n seinem gewiß langen und segensreichen Leben gelesen -,u haben; allerdings dürfte die neue Lek.ür« .eine besondere Unterscheidung zur frühere«, beinhalten. Aber nicht genug mit diaem Sensti- tionSerfolg: am gleichen Tag kam e:n Schreiben onl Goneralodsutanten des Königs von Italien, Marchese di Bernezzo, in dem d«m ütor die Mitteilung gemacht wird, daß der König dessen historisches Wert zur».persönlichen Lektüre" enlgegenoenonrmen hat. Mehr kann Neudeutschlands Reklame für Literatur und Kunst nicht bieten: es fehlt nur noch, daß diele erschütternden Mitteilungen durch gleiche Handlungen des Prinzen Auwi oder Mackensen moralisch gestärkt werden umd Frischauer wird bestimmt unsterblich werden und in Hitlers neugeschaffene Dich!erwalhall unter Hanns Keinz Lwers Bovsih eiirziehon; viel Gluck auf den Weg-- Gelehrter erschießt seinen Sekretär und sich. Dienstag vornrittags wurde in Wien der 56jäh» rige Baron Dr. N o p c s a, Mitglied der Geographischen Gesellschaft,«md sein Sekretär, der 45- jährige Albaner Bajasit Elmas D o d a, in der Wohnung NopcsaS mit Schußwunden leblos aufgefunden. Dir Einittlungen ergaben, daß Nopcja zuerst seinen Sekretär im Schlafe und dann sich elbst erschossen hat. Aus einem AbschwdSbries acht'::rvor, daß dir Ursache des Mordes und Sellistinorddes N e r v e n z e r r ü t t u n g ist. Baron Novcsa war als Paläontologe weit über die Grenzen Oesterreichs bekannt und besaß von seinen wissenschaftlichen Reifen eine unschätzbare Sammlung von Denkwürdigkeiten. Er besaß onsgedehntc Güter in Rumänien und Siebenbürgen, die aber nach dem Kriege konfisziert wurden. Zum Universalerben hät Nopcsa den Bruder fernes erschosseiren Sekretäreingesetzt. Bauernimruhen in Pole«. In dem Gebirgsorte Kasina Wietta im Bozirkc Limanowa kau« es" Dims ag vormittags zu. blutigen Bauernunruhen, welche mehrere Menschenlieben forderten. Als näml'.ich bei cine-n« Bauern eine Steuer- erekution vollzogen werden sollte, nmrde die cysistierende Polizei von einer Bauernmenge überfallen. Di« Polizei nrußt« in der Notivehr von der Schußwaffe Gebrauch rnacher«. Zwei Bauern wurden aus der'Stelle getötet, vier schwer verletzt. Winterwett« im Süden. In ganz Jugo- , flawien dauer: auch weiterhin da» schlechte Wet- , ter weiter an. In Mostar und Umgebung > fielen deS Nacht» große Menge«« Schnees, der einfror und die Weingärten und Tabatplairtagen > vernichtete, dec die-HaupteinnahmSauelle der ' hiesigen Bewohnerschaft darstellen. Iu einigen ' Orten Bosnien» erreichte die Schneedecke eiye ' Höhe von mehr als einen Meter. In viel«» ' Orten ist der Verkehr entweder un:erbrochen ' öder äußerst behindert. Einige Flüsse sind im ' Steigen begriffen, so daß Befürchtungen über * Hochwasser gehegt werden. Schwerer Verkehrsunfall. In einer scharfen , Kurve uMvrit Meute;ovcc bei M-Smark stieß ein PrivcMrafttvagcn mit einem Motorrad zusammen. Der Motorradfahrer, der Kinooperateur Bednar aus Poprad, wurde bei dom Zusammenstoß von seinen« Rade in den Straßei«grabc>« ge- chleudert, wo er tot liegen dlrcb. Dr. Hoizmann, der im Kraftwagen reiste, erlitt derart fchivcre Verletzungen, daß er ins Krairkeuhans geschasst werden mußte. Dein Zustand ist äußerst ernst. Ein arme» Mädel. Ji« dem Magen eilte» jungen Mädchens in Kezkemst, das ivege«« Armut Selbstmord versuchte u««d di« verschiedensten Gegenstände verschluckt hatte, fand man unter anderen mehrere eiserne Nägel,. Reißnägel, al!« Münzen, Nähnadeln und Haarnadeln, einen kleine«« Spiegelrahnre«« u>id zahlreiche Knöpfe. Da» Dlädchen konnte am Leben erhalten werden. Als es jedoch aus dem Krankenhause entlassen wurde, beging es wieder ei««en Selbstmordversuch und wurde in halbersticktem Zustande aus dem Brunnen gezogen. Ein Deserteur, der vom Fohrraddiebstahl lebte. Gestern wurde von der Pardubitzer Polizei der 21jährige Müller Emil Sluka au» Dolni Jelcni bei Bysoke Myto verhaftet, der am 31. März d. 2. vom Genie-Regimcnt Nr. 1 in Thercsienstadi. desertiert ivar. In den drei Wochen beging er eine Menge von Diebstählen, iirSbefonder« von Fahrrädern. Bei dem letzten Diebstähle wurde er ertappt. Er fuhr auf einem gestohlei«n Rade nach Bysoke Myio. wo er daS Rad im Bezirksgerichtsgebäude gegen«in anderes umtmifcht«. Seit Mittwoch, den 19. d. M, entwendet« er drei Fahrräder. In den letzten Tagen bereitet« er den handwerksmäßigen Diebstahl von Fahrrädern vor und organisiert« deren systematische Lieferung an di« Parviibitzer Zwischenhändler, die ebenfalls vcrsolgl werden. Es ist dies im Lauf« einer Woche di« Vieri« Verhaftung eines Fahrraddiebes in Pardubitz. Die Unlerfuchnng hat auch den begründeten Verdacht ergeben, daß sich Sluka noch anderer Straftaten schuldig gemach! Hai 'M.»t> Mittwoch, 99. AprN INN» Sl-'it: Die Gleichschaltung in deutscher Kunst und deutschem Schrifttum Ein„Orcadbcrichr im liebte der Presse. „Gestern abend wurde da» sozialdemokratische GkwcrkschasiShauS von Nationalsozialisten besetz! und beschlagnahmt. Zahlreiche SÄ-TruppS fuhren auf LastauioS in die@tabt ein. befehlen da» Rai- haiis, hißten die Hakenkrcuzslagg« und erklärte!» den Beamten. daß nunmehr die Voltzeigewalt in den Händen he» Arohlbrrger LA-Führers liege. Der VürgernN'rstrr wurde für abgesetzt erklär! und verhaftet. Darauf stürnuen die SA-Baudiien das Gewerkschaft-Haut, schlugen die wenigen an- wesenden ReichSbannerleute nieder und;trstör:cn die gesamte Znnencinnchtung de» HemieS. Tic Fahnen der Arbcticrorgouilauonen und der Buchbestand der Arbciterbucherei wurden öffentlich verbrannt. Daraus brach die SA in die Wohnungen zahlreicher kommunistischer und sozial- denwkratikcher Funktionäre ein und verhafteten alle, die sie erreiche» konnten. Die Lerl-asteten «vang man unter Prügel und Drohungen, durch da» aus den Büchern und Einrichiungsaegen- ständen des Äeiverkschastshauses entfachte Feiler zu springen. Mu welch oeispietloscr Roheit die Gefangenen gequält wurden, gehl daraus hervor, daß man zehn Leute ttt da» nrankeichan» ein liefern»nutzte. Mir dieser Tat haben tue braunen 4>iordba»id>r«n der Geschichte ihre» Feldzuges gegen die wehrlose Arbeiterschaft ein neue» bl». tigeS Ru Hines blau beige fügt."—(Bericht eines Augenzeugen, wicdergrgeben:n der sozialdemokratischen Presse.) * „Prager Tagblatt": „Die Zeitung.Sozialdemokratin' in Stock. Holm meldet, daß cd vorgestern bei der Besetzung eines GeiverkschaflShause» in Siohlbera zu Aus- lchrcitungen gegen Angcbörige marxistischer'Har- seien gekommen sein soll. Zahlreiche Kommunisten sind verhaftet worden. Ter Bürgermeister wurde tn Schutzhaft ge^tomnren. Ta über die Boraöiige noch keine amtliche Meldung ausgegeben wurde,»st dieser Bericht mit Vorsicht aus- zunebmcn." * „Deutsch« Presst: Fm Lause der Maßnahmen der nationalen Regierung gegen die marxistischen Organisationen wurde gestern da» HSezvcrkjckansbau» in Srohl- brrg besetz». Ti- SA nahm zehn Reichsbannerleute>n Ächutzbasl, da sic rm Verdacht stailden, dem Eindringen der SA« Widerstand emgegrn- sthcn;u wollen. Wie wir erfahren, wird das Heim der NSDAP zur Verfügung gestellt werden und soll künftig„Zotei Gövbel--Hrtm" heißen, Zn Jiohlberg herrscht volle Ruhe und Ordnung? t•• „Brünner Tagedbotr":. „Mit Bewunderung und Stolz betrachten wir die Großraten der nationalen Revolution>n Deutschland. Mil nngobcuerlichcm Elan bar die von den breiten Volk-masten getragene Bewegung da» morsche Gebäude der demokratischen Repu- dlik zerirümmer' und in kurzer Zeit ein einige» Tcuncku» Reich gekchokkcn. Wo» neure geschaffen wurde, wird vor der Geschichte bestehen können. Bedauerlich ist e» aber wenn sich in dieser großen Zeit unlieb'«»»«' Zwischenfälle er»:gnen, die Mi Bekanntwerdcn das Ansehen d>'r nationalen Revolution'm Ausland lehr leicht di»kret:»icren können. ES ist ja bekannt, mir welch zügelloser Rachzier gewisse Kreise reden kleinen Vorfall zir einer Greuelrar der SA auSzuwciren versuchen. Ter sorialdcm.'kraiische Lügcnbcrickt über die unS noch nicht bekannten Vorgänge in Srohkberg ist gvcifefUvS von einem Menschen geschrieben, der durch die nationale Bewegung um einen guten Posten gebrach' wurde. W-r dürfen jedoch n-'chl in lleinlicher Gesinnung über dos große Geschehen in Deutichland urteilen. Die geschichtliche Bedeutung der Revolution*(Fol gen zwei Spalten über die Bedeutung der nationalen Revolution.) * „Teplitz-Sch'önaner Anzeiger": (Sehr bekannte» Prov'nzblart. Auslage 12.300 Exemplare. Fünf Redakteur.: ein Tcnlichnalio- naler, em Christlichsozialer, ein Landbündlcr, Zwei Fuden; sämtliche in de» Narionalsozialisti- scheu Partei organisiert.) „Tie unerhörte-Hetze gegen da» Deutschland der nationale»» Revolution geh: unentwegt weiter. Auch im stiderendeutschen Lager finden sich volksverräterische Elemente, welche die Entwicklung des Deutschen Reiches zum emheitlichcn Dolks- staai haßerfüllt betrachten. So bringt die heutige „Polksstimmc"«inen Bericht über angebliche Greueltaten der SA-n Stohlberg. Ta» amtliche Conti-Büro weiß über dies« Vorfälle gar nicht- zn melden, woraus hervorgeh«, daß dieser Berich« in der bekannten Prager Falichmeldezcntralr entstanden ist. UebrigenS teilen wir unseren geschätzten Abonnenten mit. daß wir un» rni- schlosstn haben, einen Sonderbe» chicrstaticr nach Deutschland zu setcken. Unsere Leser werden also in sachlicher und unparteiischer Weise über die Verbältnisie in Dcutschlatch informier» werden. Unser Berichterstatter wird'n der DonnerStagnummer unsere» Blatte» die Unwahrhastigkeir dieser Meldung einwandfrei beweisen." „Die unerhörte jüdische Hetze- gegen da» Deutschland der nationalen Revolution geht un- mtivcg» weiter.' So bring» die heutige„Bolks- Itimme" einen LK'rich: über angebliche Kreuel taten der SA in Stohlberg. Der gehässig« Artikel macht rasende Forichritbe. Die deutschen Zeitungen sind, sofern sie erscheinen dürfen, so uni- form, daß nur noch durch den Titel sich die ehemals demokratische» Blätter von den nationalsozialistischen unterscheiden. Verheißungsvoller Anfang: e» ist gleichgültig, ivelche Zeitung man liest. Nächster Schritt: es wird gleichgültig, ob man«ine Zeitung liest oder nicht. Höhepunkt der Entwicklung: man liest besser keine Zeitung, weil man keiner mehr glaubt. Dann wird der deutsche Faseismus mit der Gestaltung seiner Presse das vielbeivunderte italienische Vorbild erreicht haben. * Die Gleichschaltung darf sich natürlich nicht auf die Presi« beschränken. Uniform sind auch schon die Zeitschriften. Auch di« literarischen. Ihre Abnehmer, die eine eher linksgerichtete Zeitschrift abonniert hatten, bekamen ituit eine Erklärung de- neuen Herausgebers Eberhard Mecke I, der an die Stelle de- ausgeschalte. ten Willi Haa- getreten ist, und die Verheißung vorgesetzt, daß eS die.Literarische Welt" nun als Aufgabe betrachte, dem, um- wahrhaft deutsches Schrifttum ist. in Ehrfurcht und Freud« zu diene»», und daß„breiter Raum den» Schaffe»» der jungen Menschen, die, in ihrer Arbeit allein ibvem Gewissen, der Nativ» und Gott verantwortlich, da- Bild deS deutschen Menschen der Zukunft zu gestalten sich bemühen, zugedacht." — Zu diesen jungen Menschen scheint auch Mar Barthel zu gehören, der in Gemein- schäft mit dem Herausgeber der„L. W." und einen» Freiherrn Han» Hennig eine Sanim- lung lyrischer Gedichte veranstaltet, deren Aufgabe ist,„die Land schürft und dec. Schick'alsgc- meinschaft de- neuen Deutschland dichterisch dar- ziistellen". Dcranttvortung vor seiner« Gewissen dürfte Max Barthel, nach der erstaunlichen Dehnbarkeit und AnpassnngSfähigkei' dieser See- lenabteilung, nicht schwer fallen, die Nation wird durch Goebbels und Rust reprä'entiert. denen ein Formgewandter sich schon cmpassen könnet» wird,— aber wie soll er schnell genug an einen deutschen Gott glauben lernen? * „... was wahrhaft deutsche- Schrifttum istl" Lessing natürlich nicht. Denn»vaS bedeutet da- schon. Begründer des deutschen Drama» und der deutschen Theaterkritik. Reiniger der deutschen Sprache von der Frcmzöselei»ind also Bahnbrecher zu sein wie keiner vor ihm! Lessing hatte eimn Juden zum Freund, kämpfte für die Toleranz und schwärmte kür die Wahrheit. Also werden fetzt, wie die.„Kölnische Zeitung" mitteilte, in deutschen Städten die Straßen, die bei» Namen LelsingS tragen, umbenannt und der nun LOY. Geburtstage des' Dichter» gestiftete Leksing- PreiS der Stadt Hamburg wich nun Walter Eckart-Preis heißen.— Besinnt ihr nun schon das B'ld de» deutschen Menschen der Zukunft zu ahnen? * wurde— tote der Anzeiger feststen»— von einem verjagten Berliner Borsenjuden in Prag geschrieben. Zn den Spalten der„Volksstimme" wim- niel« es nur so von abgeschnitienen Ohren, ausgestochenen Augen und verstünirnelten Zudcn- tindern. Wir erklären, daß alle diese Meldungen erlogen sind und sich die Arbeiter noch nie so wohl gefühlt haben, wie tn dem dritten Reich Adolf Hitler-, Mir eisernem Bese» har unser Führer allen denwkratisck-en Plunder hiuwaggesegr. Mr verlangen deshalb im Name»» der Tenwkralic von der tschechoslowakischen Regierung, daß sie di« Urheber dieser Greuelmeldnngcn der SA zur weiteren liebevollen Behandlung übergibt. Mr bezweifeln, ob sie nachher noch etwa- von Greuelraten erzählen werden..... * Annonce im selben Blatte. Der Umsturz in Deutschland ha» Millionen Menschen mi» Freude und Stolz erfüll». An ungezählten Orten finden sich Frauen und Männer zusammen nnt feier»» den Sieg der narionalrn Bewegung. Bergesien sie jedoch»ich», daß alle diele Feiern an innerem Gehalt und an Bweuiung gewinnen, wenn" sie einige Flaschen unserer bestbekannien Marke „Chateau Qernosek" aus den Tisch stellen. Sie gewinnen." * „Bohemia": „Eine halbamtliche deutsch« Erklärung. Zu den ne»»en Lügen der sozialdemokratischen Presie über die Vorfälle in Stohlberg erklärt da» amtliche Wolff-Büro, daß diese vollständig aus der Lust gegriffen sind. Es handel» sich um eine ganz böswillige Greuelnteldung. Da- B»»ro kann nichts berichten, weil nicht die geringsten Unterlagen vorhanden sind. UebrigenS wurden nicht zehn, sondern nur acht.Lcuie in buü Krankenhaus eingeliefert. ES»st auch unwahr, daß seit dem Reichstagsbrand 25Ü Kommunisten und Sozialdemokraten ermorde» wurden. Fn Wirklichkeit ist kaum der zehn»« Teil der Toten ermordet worden. Die Zahl der Morde nimmt täglich ab. Wie Vic oberste SA Leitung mittcilt. werd die Zahl der Arbeiter, die ermordet werden, im April noch weiter abnehmen. Er ist also für AuSlandSreisende gar kein Grund vorhanden..." *■ „Teplip-Schönauer Anzeiger": „Der Lügenseldzug gegen Deutschland.(Telegramm unseres Sonderberichterstatters.) Stohl- Der nationalsozial»stische Philosophiestndcnt, der an der Spitze von DA.-Leute»» die Breslauer Buchhandlungen„säuberte", um die Bücher von Sief«»» u»rd Arnold Zweig, Wasser»»»«»»»», Erich Kästner, F c u ch t w a n g e r, Thoinas und-Heinrich Mann und Zola und anderen „Fremdstäinmigen" aus den» Berkaus und m»S dein deutschen Geistesleben auSzuschaltcn,— dieser völkische Philosophiestudent dürfte ein fast fertig geformtes Antlitz solcher Art gehabt haben! Dem„Völkischen Beobachter" zufolge sprach an dem Tage, an dem„Pg." Rust zum preußischen Kultusminister ernannt wurde, Pg. Hinkel in einer Kundgebung der Obmänner und Referenten deS„KampsbundeS für deutsche Kultur". Ta wurde unbeschreiblich gejubelt, auch von weißhaarigen Professoren aller Disziplinen, als Pg. Hinkel erklärte:„Daß die Zeit der Lieber- mauner>uid der vielen Kvkoschkoten vorbei ist, wird wahrscheinlich eine»» katastrophalen Kurssturz der Oelfarbcnnotierungen zu Folge haben." Dabei wußte doch Pg. Hinkel, gar nicht,»v i e »vahr er sprach! Tenn wenn In der deutschen Malerei für einen Liebcrniani» nicht n»ehr Platz ist. wenn nur noch nach amtliche: Vorschrift, »»ach völkische»» Richtlinie»» der Pinsel geführt werden darf.— ja, dann gibt es wirllich einen Kurssturz— dann hört die deutsche Malerei auf. überhaupt noch als Kunst zu gelten. * Macht nicht»! Die deutsche»» Maler»verden genug z»» tun bekommen, alle GebrauchSgeschirrc mit deS Olafs Bilden» z« verzieren. Zusammen, schweißen der deutschen Nation zik ei»»er eherne» Einheit bedeutet natürlich mich völlige Nnter- otdnung und Einordnung, bedeutet Stramin« stehen und stramineS Marschieren, bcdeutcl absolute Tiszivlin der Kunst. So ung:fähr, wie da» der„Völkische Beobachter" andeutet:„Der neue Führer der kulturellen Kämpfer Hitler- Hat seine Tnippe s ch i e ß f e st in die Hand bekommen..." * Mm» muh nickt immer gleich anS Schießen denken. A>»ch der Degen ist nicht zu verachten, der Schläger. Duelle si»»d wieder gestattet! Sie sind ja so„sportlich" und entwickeln den M»»t, jenen Mut. den der völkische Führer braucht, wenn er einen wehrlosen Arbeiter killt oder, wie-Herr von Killinger io beiter schildert, eine Arbeiterin cniSpeitschen läßt.— Der Rektor war dabei, Vertreter der Behörden waren dabei, als zum ersten Male wieder Mensuren geschlagen wurden,— sie waren dabei als Geburtszeugen, als das endgültige, da» nickt mehr zu verkennende Antlitz deS deutsche»» Menschen, der Zukunft geformt wurde:.schmucknarbig. schweiß- und bluttriefend, da- Antlitz de» mitteleurovcii» schen Wilden, gseichgcsckaltel. tveil Vorderseite de» Schädel» eine» Hakenkreu.zkovseS und deshalb ohne jede Spur etwa differrnziere»»der Intelligenz. berg, 11. April. Hiesige Greueltaten erfunden. Keine Spur von abgeschnittenen Ohren gesehen. Revolution vollzieht sich in vollster Ordnnng. Berltaftungen ebenfalls. Folterungen auch. Gc» »vcrkschaftshaus»licht gestürmt worden; wird al» DA-Heim eingerichtet. Alle anderen Meldungen erlogen." „Der Tag": Hetze gegen Deutschland bricht zusammen. So meldet unser Sonderberichterstatter, daß in Stohlberg, entgegen den Grcncl- meldungen der marxistischen Presie. vollste Ruhe herrsch». Die Verhafteten wurden nirgends gefoltert. Sie haben alle erklärt, freiwillig aus ihren Organisationen auSzu- treten und um die Ausnahme in die SA angesucht. Die Schutzhäftlinge leben in voller Freiheit. Sie haben die b e st e Pflege und empfangen täglich den Besuch ihrer Frauen. Die Drangsalierungen wurden nicht auf die Angehörigen ausgedehnt. Zum BetveiS führen wir an, daß sogar die G e s ch w i st e r der drei in der Schu^ast gestorbenen Reichsbannerleuie an den Begräviiisien teilnehmen dursten. Die im Krankenhaus befindlichen Kommunisten erklärten, nicht verprügelt worden zu sein. Die Frauen von zwei Verhafteten sind nickt gequält Worden, sondern sie haben— wahrscheinlich anunglücklicher Liebe— Selbstmord verübt. Damit sind alle anderen Berichte als Greuclmeldungen bloßgestellt. Die nationale Revolution siegt in Schönheit und Würde'..' * Doppelspaltiger Balken in allen bürgerlichen Zeitung««: Wenn Sie über alles unterrichtet werden wollen, was in der Welt vorgeht, wenn Sic Wert darauf legen, rasch. wahrheitSgetren nnd objektiv über die politischen Geschehnisse informier» zu werden, dann abonnieren Sie unser Blatt! Demos. fl>te trtfjlte Illustrierte WocAenscftri/i CraufbetaU(eden fonnta« ttftcrall«ftOHUdk Für jedermann ist der berühmte MEINL-KAFFEE erschwinglich. Bitte, überzeugen Sie sich, wie billig er trotz der guten Qualität ist. JULIUS MEINL Katfss-tmport Chicago— besser als sein hol. Das falsche Schlagwort von der„Verbrecherstadt". Wir Haber» viel zu viele Schlagwort«.—> Dinge, Menschen, Städte, Völker ein für allemal klassifiziert zu haben, ist ja recht bequem. Aber es ist tticht immer ganz richtig. Ganz so einfach ind meistens weder die Dinge noch die Menschen noch die Städte noch dir Völler. Man soll e» sich nicht zu leicht machen. Das gemütliche Wie»»— das Berliner Tempo — Chikago, die Dcrbrecherstadt— der quecksilbrige Franzose— der phlegmatische Engländer—-- da- klingt so nett und spricht sich so leicht dahin. Nur stimmt es nicht immer ganz oder ist doch eine Regel mit— so viel Ausnahmen. daß es ich ii kau in»nehr eine Regel ist. Man hüte sich, um Irrtümer oder gar Fäl- chungen zu vermeiden, vor solch billiger Sprachmünze, die so abgcgrissen ist, daß man kann»»»»ehr die Prägung erkennt. Es kann näinlich auch in Wie»» sehr nnge» mütlich und in Berlin höchst gemütlich sein, es gibt sehr viele phlegmatische Franzose»» und sogar einige(wenn auch gewiß nickt viele quecksilbrige Engländer, nnd in der berühmten Per» brecherstadt Chikago kann man— muß mau meisten« sogar— so friedlich leben wie irgendwo in der Welt. Fch»vor ein paarmal in Cbikago. Aber ich habe dort nicht die leiseste Revolverschicßerei erlebt, und ein Maschinengewehr habe ich, offen gestanden, nicht einmal von weitem gesehen. Einmal hörte ich, erschauernd, eine Pvlizeisircne. Nachher tvar'4 aber doch nur die Feuerwehr. Dabei l>abe ich einmal einen ganzen Abend und eine halb« Nacht, unter sachverständiger Führung, dem Studium der Chikagoer Unterwelt gewidmet. In ihren eigenen Schlupfwinkeln habe ich die Herren anfgesucht. Aber die haben sich so manierlich benomtnen, daß sich mein sebr liebenswürdiger und heimatstolzer Führer rickt'-g geschämt hat. Wirllich— wenn man et nickt ganz genau »rußte, daß Chikago eine berühmte Perdrechcrstadi ist, Kern des berüchtigten Bandenunwesens und Zentrum einer weltumspannenden Verbrecker- orqanisativn— man würde eS nid): für möglich halten, man würde eher zu glaube»» geneigt sein, daß dies eine besonders friedliche, saubere, fleißige und betriebsame Stadt ist. die, trotz mammui« haften Ausmaßen und Gebäuden. doch noch einen irgendwie provinziellen Charakter bewahrt hat. Vielleicht liegt da- au jenem wunderschönen Lake Shore Dative, einer fast idyllischen und wundervoll gepflegten Straße, die am Strande de» Michigan Lale entlang führt, der aussiehr wie ein richtiges Meer und bod) nur ein zwar lehr großer, aber harmloser S-ee ist, der nock dazu so giUiulitig ist, sich alljährlich, für viele Dollarn» ll'-onen, neuen Grund nnd Boden abrwacken»>» lasten,»o daß, wo früher sich nur Segel blähten und allen» falls die Seejungfrauen kühne Fischer in die Finten-open— daß da heute die Immobilienmakler alljährlich neue fette Hhpotheken psianten können. All die schönen nnd wundervoll gepflegte»» Anlagen jenseits der Michigan Avenue sind erst in den letzten paar Jahrzehnten, Sckritt sür Schritt, dem See obgerungcn worden, nnd tvenn auch die großartigen DrainiernngSaiilagen Millionen koste« — e» lohnt sich hundertiach, da man in die'er Ge<» gend den Grund nnd Boden mit Goldstücken pflastern könnte, ohne seinen Wen zu überschreiten. Die Amerikaner sind alle große Lokalpatpio- ten,?lbcr nirgends ist manheiinatstolzer als in Chikago, wo jeder neue Rekord— etwa eine prozentual größere Bevölkerung-Zunahme ol» in New 9)orT— mit frenetischem Jubel begrüßt wird. Am stolzesten aber ist man in Chikago setz» auf das nagelne»ie„Museum of Science a»»d In» dustrh", ein ebenfalls im„Neuland" des liker? distriktes wunderschön gelegene- Mnsezim. wo, sei eS in Originalen, so! es in Nachbildungen, vo>t» primitivsten Steinhammer bis zur komplizertesten Maschine, alle Handwerk-mittel, Apparate.und Masch'»»en ausgestellt sind, die in der Entwicklung menschlicher Zivilisation eine welentlickre Rolle gespielt habtn. Hoffentlich ist, um Chilagos Renommee al» Verbrecherstadt nicht zu schmälern, in dem Mu» seun» auch eine Svnderabteilung, wo, vom einfachen Dietrich bis zum raffiniertesten Sanerstosf- gebläse. vom Holzhammer bis mm Maschinengewehr, auch die Entwicklung desjenigen Gewerbe- zweige» gewürdigt wird, M" dem ja nun. einmal da§ bequeme Schlagwort den Begriff Chikaen' zu verknüpfen pflegt. L. P. Gelte 8 Mittwoch, 26. April 1988 Nr. 98 PRAGER ZEITUNG Gerichtssaal Kunst und Wissen Sport* Spiel* Mmvllm Sach«, daß er im Lydia Kindermann. Aus der Partei KG SO. KG 18. Auto wurde seiner wat ihn iiber di« Augendbewegung. Achtung! Arbeitsgemeinschaft„Bert Brecht". Pit nächste Probe findet TonnerSiag, den 27. April, Punkt 83-Uhr im Osvobozenö divadlo(BödiGkova) -statt. Tresspünkl. vor dem Hauptportal! Erich inen .aller Pflicht! Donners« „DI« »Ko Wer andern eine Grube gräbt.. Li» LtabSkap tön unter BerleumdungSanNage. Prag, W. April. Dor dem Senat der LGR HlouLek halte sich der Stabskapitän i Ri Anton öpa.iek heul« in einer' kuriosen Sache zu I verantworten. Als er stch im Jahre 1980 von seiner Frau Döra scheiden liest, entbrannte zwischen den Ehegatten auch, ein Zwist um den Besitz ihrci AutoS, von welchem di« Frau erklärt«, es iei für i h r Geld angeschafft worden und daher i h r Eigentum. während der Kapitän luchaupiel«, er habe den Wagen aus seinen Mitteln gekauft und seiner Frau nur seine Benützung für das von ihr betriebene Mietautounternehm« u eingeräuml. Ter Verkäufer des Wagens,«in gewister Zahradnik aus Pardubitz, bezeugte, vor Gericht, dah der Offizier beim Kauf ausdrücklich erklärt habe, er kauf« das Auto im Ramen und in Vertretung seiner Frau Demgemäß verlor der StabS- kapitän di« Sach« und das' gewesenen Frau zugesprochen. Maßen verdroh. So sehr wurmt« ihn di« Jänner 1931 gegen den an der Sach« doch ganz uninteressierten Zahradnik die Strafanzeige wegen falscher Zeugenaussage erstattet« und mich als Zeuge vor Gericht di« keincrzeittgen Auslagen d«S Zahradnik als unwahr hinstellt« Doch Zahrad- nik, der tatsächlich angeklagt wurde, konnte sich glänzend rechtfertigen. Er kogte den Kaufbrief vor. in welchem StabSkopitän üpaGek ielbsi schriftlich er« klärt, nur als Vertreter und im Auftrag« feiner Frau das Auto zu übernehmen. So hatte er also zu Unrecht den Zeugen Zahradnik des Verbrechens der fal'chen Zepgenschqft bezichtigt und in dieser Sache selbst falsch«« Zeugnis abgelegt. Ter Staatsanwalt dreht« nun den Spieß, um und klagte den Stabskapitän wegen Verleumdung und falscher Zeugenaussage an. Der Fall wurde lchlieh- lich wegen Ladung weiterer Zeugen vertag«, rb Literatur Francis AudrS:„Hunger— ohne Anklage." Er- lcbnisse eines belgischen Deportierten während des Weltkrieges. Preis: kart. RM. 1.88.(Gotthelf-V«r> lag, Bern und Leipzig.) In einer künstlerisch vollendeten und menschlich ergreifenden Sprache und mit blutendem, aber gang verstehendem Herzen, erzählt hier«in junger, talentierter belgischer Dichter ohne Gehässigkeit gegen Deutschland, seine Erlebnistc als 17jährlger Holzfällerlehrling in einem Zivil-Depor- tiertenlager. Was da Ballern und Städter, alt« und jung« Menschen an Hunger, Kälte und Krankheiten fürchterlichster Art erlebten, was es heißt, von HauS und Hof vertrieben und zu Zwangsarbeit in Feindesland abgeführt zu werden, uiw wie dennoch In vielen Deportierten die passiven Widerstandskräfte gegen die Zwangsarbeit bis zum Letzten lebendig waren, das kann nicht gut wiedergegeben werden. Ein« tief«, nachhaltige Wirkung wird von der Lektüre dieser erschütternden Erlebnisse ausgehen. Sie offenbaren di« allgemeine, furchtbare.Tragik des Krieges, reden aber auch eine unerhört eindringlich« Sprach« vom Kampf des Bauern gegen di« Zerstörung, von seinem Schrei nach der Verwurzelung. Die Kriegsevscheinung der Deportation findet hier in der Literatur zum erstenmal ihren bedeutende» Niederschlag. 16.— , 13.— . KG 12.— Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr:„Madamehat AuSgang". tag, 8 Uhr:„Salon Pitzelberger"; chöne Galathüe".— Freitag, 8 Uhr: mödi« der Irrung«»".— SamStag, Uhn „2ii jeder Ehe', Erstaufführung. „Geist, kamen«»eben Werken Lngel, Flöte und Gesang(von I. F r a n ck, I. I. Frob« rger, D. Friedr. Händel) auch Kompost« Toirfeher zur Aufführung. Co Fantasie über das altfranzösischo i" für Orgel von Joh. Nep. Opu»; St. Noväk, der erst« Konzertmeister der Tschechische» Phicharmonie, spielte es mit schönen! Ton, ausgeglichener Technik und ausdrucksvoller Borlragsgestallung. Ergänzt wurde daS Programm durch Fi-bichs Fest-Ouvertüre.^komensky". An den Thören des W e i n b«r g«r„H l a h o 1" und des Sängerchores.^Idirkovsky" fand das vorzügliche Orchester der Tschechischen Philharmonie in der NovSk'schen„Sturm"-Sinfonie di« beste Unterstützung. Dirigent des Konzertes war wieder Pros. K. B. IirSk, der sich allen Programmnum- mern gegenüber als werktreuer Interpret erwies — Di« viert« Aufführung d«S Prager Deutschen K a m mc r m us ikverei»S war dorn Andenken Max RegerS, dessen 60. Geburtstag am 19. März bcgangeu wurde, und Johannes B r a h m S', besten 100. Geburtstag am 7. Mai zu feiern ist, gewidmet. Reger wurde mit der Biotin-Sonat« in FiS«Moll und der großartigen„Introduktion, Passacaglia und Fuge' für zwei Klavier« berücksichtigt, Brahms mit den Händel-Variationen für Klavier. Stilvoll ergänzt wurde das Programm durch die Biolin-Solo- sonale in G-Moll von Joh. Seb. Bäch. Borbildliche Mittler der Programmes waren erlesene heimische Künstler; die Professoren der Prager Deutschen Mujikakademic Franz Langer und Eugen Kalix (Klavier) und W'lly Schweyda(Violine).— Bei einer zugunsten notleidender Schüler"der Prager Deutschen Mustkakademi«-veranstalteten~ lichen Ab« udmusik" alter Vieister für S. Bach: I. W. Lübeck und G. tionen moderner hört«; man ein« Kricgsl ed„lHomme arniö David,«in breit'angelegtes, ebenso kriegerisch groh- artig wi«-.feierlich gestimmtes, kontrapuirktisch reich auSgestatteteS Werk, ferner drei durch tiefen Ernst und Ausdruck gekenn^ichncte geistliche- Gesänge und eine schön aufgebaute und zu glaiHvoller Steigerung geführt«„Passacaglia uird Fuge" für Orgel von dem Innsbrucker Kirchenmysikdiraktor.I. E. Planer. Solisten dieses goistlichen AbcndkonzerleS waren der technisch vollendet« und im- Registrieren bedeutende Professor des Orgelsp'eleS an der Deutschen Musik« ekademie Jakob Haller, der tüchtig« Flötist Peter Broms« und die Innsbrucker Mezzoaltistin Dora Seiy-Kotrba,«ine zwar tonlich unruhig« Sängerin, die aber ebenso sehr durch die vornehme Kultur ihres Gesanges überzeugte wie durch die Beseeltheit und Ausdrucksechtheit ihres künstlerischen Vortrages.— Dah sich die echten tschechischen Musiker auch unserer deutschen Dlusikgedenktage erinnern, bewies«in Brahm-«Liederabend, den die von uns schon wiederholt rühmlichst genannte tschechische Konzertsängerin Andulka PeGirkova zu« saimnen mit dem ausgezeichneten tschechischen Pianisten Dr. W. 8 t 8 p a n als Begleiter gab. In dar ' geschmackvollen Wahl der Brahms-Lieder und in ihrem geistig-gofühlSmähig" überzeugenden Bortrag ' zeigt« die. Konzertgeberin neuerdings ihr« hochkultt« , viert« GefangSkuistt und in' zwei sogar deutsch ge- ' suugencn Liedern ihre höchst- nachahmenswerte intcr- ' nationale Kunstauffastung. L. ä. Bettler al» Äievstv»one. AuS der dunkelsten Peripherie. Prag, 25 April. Ein Monn und«ine Frau sitzen auf der- Anklagebank. Beide unter dreißig Jahren, aber man würde st« auf fünfzig schätzen. Ausgemergelt, verliedrrt, verkommen und stumpf sind sie typische Repräsentanten des Milieus, dem sic entstammen. Es sind Leut« von der äußersten Peri- pherie, auS einem jener Nolquartierc, wo tiefste-, materielles und moralisches Elend tieffte Not und tiefft« Berkomnirnheit zu Haus« sind. Die 27jährige Josefa B r 8 e c k y und der 29 jährige Dk« v> cky leben in gemeinsamem Haushalt ini Dorfe L i s o l«j bei Prag. Sic sind oder waren in den dortigen Zi«gclbrcnn«reien als Taglöhner beschäftigt. Aber auch diese Betrieb« haben di« Arbeit eingestellt oder doch stark beschränkt Seither füllen stch die Straffarien der beiden Au- geklagtcn mit Verurteilungen wegen T i c bst a h l i. namentlich die Frau ist bei Gericht bereits wohl bekannt. Sie.' sind' vollkommen in di« kriminell« Sphäre abgeglitten. ' Heut«. wurden sic' aus der Untersuchungshaft dem Senat de- OGR. Tiltzk vorgcführt Di« Anklage beschuldigt sie einer ganzen Reih« kleinerer und gröherer Wohnung-«. und Dachbodendicbstähle, be: denen di« verschiedensten Dinge entwendet wurden. Merkwürdigerweise scheinen sic cs besonders auf Kinderwagen abgesehen zu haben, deren sie nicht weniger als- sechs stahlen. Auffallend aber war bei allen diesen Einbrüchen offenbare Ortskenntnis, die da zutage gelegt wurde. Die Polizei konnte sich zunächst nicht erklären wi« die Diebe in den heimgesuchten Wohmmgen mit solcher Schnei- ligkeit und Sicherheit zu arbeiten vermochten. Bifich daS Rätsel schließlich aus unerwartete Art löste. Die Angeklagten wohnten in einem HauS, das einer wohlorgamsierten Bande berufsmäßiger Bettler als Quartier dient«. Dies« Profestionisten waren H a u S b«t t l« r. di« nach einem sestgeleglen Plan die einzelnen Stadtteile„bearbeiteten". Mit dieser Bettlevbande hatten sich die Angeklagten zusammengetan und den Bettlern fiel nun die Aufgabe zu, bei ihren Bittgängen gut aufzupaflen und sich die Wohnungen zu merken, wo leicht und schnell etwas mitzunehmen wär. Wenn sich«ine Sach« zu lohnen schien, wurden weiter« Mitglieder der Bande entsendet, welche di« näheren Einzelheiten auszuspionieren hatten War dann alles au-gckundschastet. wurde der Einbruch schnell und sicher durchgesührt Daß stch dies« Zusammenarbeit gelohnt hat. beweist di« umfangreiche Aufstellung über die DiebSbeutc in der Altklageschrift.— Die Angeklagten waren geständig ,»nd wurden zu je sechs Monaten schweren un.t> verschärf»en- Kerker» verurteilt. Die Brsccky als Hauptschuldige soll nach Abbüßung ihrer. Strafe der Zwa ngSa rb« i t S- an st alt übergeben werden. rb. Ballonsttze 5—r. Reihe.. KG Galeriesih« 1. Reih«... KG Valeriesifte 2.-6. Reihe"7 Bajerjesihe 7.—10. Reihe. KG 10.— lSaierlejettensthe...... KG 0.— Prager Konzertsaat. Zwei Kinderchor-Konzert« hoben sich aus den letzten Konzerlveranstaltungen ganz besonder- hervor. Zunächst Höri« man«inen französischen A i ud c rch or, der sich„La Man 6" nennt und dessen klein« Sänger Chorknaben und Zöglinge eine» Pariser Klosters sind. Unwillkürlich denkt man bei diesem Kinderchor an den sixtinischen Kinderchor, der erst im vergangenen Herbst in Prag zu Gast war. Wie beim sixlinsschcu Chor bildet auch beim Pariser Kinderchor vom.Hölzernen Kreuz" daS Ensemble der herben Knabenstimmen nur den Grundstock, dem einig« ausgewähltc Männerstimmen di« notwendige Ergänzung zur Bier« und Mehr« jtimmigkcit des gemischten Chorsatzes geben. Etwa -15 Knaben und 8 Männer verelnigru sich in dem Pariser Kinderchor zu einem klangvollen und stimmlich ausgeglichenen Boka(körper, der auch schmiert» aereu Ausgaben gegenüber wohl gerüstet ist. Aller- ding-: die musterhafte rhythmische und- dynamische Disziplin, die man an dem sixtinilchen Knabenchoi o sehr bewundern mußte und die höchste chorgesangS- technische Bollkommeirheit bedeutet, besitzen diese Pa, riser Kindersänger nicht. Ihr Chorgesang verrät tüchtiges Können und auch bemerkenswerte stilistische Schulung, wirkt aber nicht einheitlich genug im klanglichen Sinn, in der Intonation und im Rhythmus, wodurch auch der Vortrag an Lebendigkeit und Farbe«inbüßt. Sehr interessant und schön war dir Vorträgsfolg«, die noben geistlichen Liedern. auch weltliche Madrigale auS dem 16. Jahrhundert, modern« französische Chöre und tschechische Volkslieder enthielt. In dem Abbö Mai llet besitzen die Kinder«inen väterlich besorgten und musikalisch unrjich- t-igcn Dirigenten. Die neuartige Einrichtung dieses Chorkonzertes, den Vorträgen erläuternd« Einführungen voranzustellen, bewähr:« sich nicht, da sic sich als stimmungSstörend und zeitraubend erwies.— Ausgezeichnete künstlerische Eindrücke hinterließ«in Konzeriabend de- heimischen KinderchoreS der„B a« k u l c«S ä n g« r", die nach längerer Pause wieder einmal tm Konzertsaale zu hören waren. Diesmal waren di« Kinder Gäste der„U r a n i a*. Soweit wir di« Chorgaben dieses Konzertes hören konnten, bestätigten sie neuerdings die vortrefflichen chor- g«sanglichen Tugenden dieser rhythmisch und dyna« misch vorzüglich disziplinierten Kindevsänger, die nicht nur mit Begeisterung und Gefühlsbewußtsein singen, sondern auch mit wohlerzogener künstlerischer Sicherheit. In ihrem buntsprachigen Programm hat« ten die tschechischen und slowakischen Volkslieder den stärksten Erfolg— Im 12.(letzten)?lbonnements- kouzert der Prager Tschechischen Philhay« . m o n i e gelangt« ein durchaus konservative- und tschechisches Programm zur Durchführung. Seine '*ouptnummer b'ldcte VitSzslav NovökS großan- qelegtc sinfonisch« Dichtung„Der Sturm", eine- jener'Werke des bedeutenden tschechischen Impressionisten, mil denen er seinen Ruf als Sinfoniker begründete und das noben dem Orchester auch Solisten und große Chorensemblcs in wirkung-vollster Weise reowendei. AIS solistisches Werk hörte man I. B FoersterS klang, und fornrschöneS, einlätziges Zweites B i o l i n- K o n z e r l, ein di« lyrische Not« seines Schöpfer- deutlich tragendes, dankbare- Wochcnspielplan des Reue» Deutschen Theater?. Mittwoch, Uhr:„Mensch«n ini Hotel". Erstaufführung(B1).— Donnerstag, 1% Uhr. „Mädchenjahre einer Königin"(CI).— Freitag, 7K Uhr:„Falstaf f"(D2).— SamS- tag, 75$ Uhr:„Eine Frau, di« weiß, Waste will".(A. A.) Wiener Arbeitersußball. Die am Sonntag durchgeführten Ligaspiele brachten zum erstenmal sei Meisterschaftsbeginn ein« Spitzengruppe: Gaswerk, Helsort, Red Star und Florsi>K>orf können auS ihrer ührenden Stellung nicht verdrängt werden, auch wenn sie in der nächsten Runde verlieren.. DU Frage des Abstiege- wevden voraussichtlich die letzten Fünf— Feuerwehr, Zentrakverein, Ostbahn Simmering, Meidling und Amateursportklub— unter sich au-zumachen haben. Di« Ergeb nist«: Liga: Red Star gegen Rudolf-Hügel 7:1(8:0), GaSwcrk gegen Amateursportklub 2:1(0:1), Floridsdorf geg. Zentralverein 3:1(2:0), Nord-Wien gegen Meid- lstrg 1:0(1:0), Helfort gegen Phönix Schwechat 2:1(8:0), Feuerwehr gegen Ostbahn Simmeriiig 1:0(1:0).— Erste Klass«: Gr»rppe Nord: QuventuS gegen Auto 1:1(0:0), Hochstädl gegen Columbia. 8:0(1:0), Sinnnering gegen Industrie- angcstellte 2:0(1:0), Nußdorf gegen Landstraßer Sportfreunde 2:0(0:0), Donaufeid gegen Olympia 3:2(8:0); Gruppe Süd: E-Werk gegen Biruis 2:0(1:0), WAF. geg. Favoritener AC. 8:0(0.: 0), Neutral gegen. Union 1-1 3:2(1:0), Germania- Aiüerhrotsabrik gegen Hauptwerkstätte 8:0(2:0), Bhön'zia gegen Rekord-Kicker 3:0(2:0), FC. 33- Straßenbahn gegen. Ostbahn Favoriten 8:1(6:2). Die Aerätemeisterschasten der Wiener Arbeiterturner wurden am Sonntag ausgetragen und brachten bei den Männern wie bei den Frauen auSgezcich. nete Leistungen. Gerätemeister wurde bei den Männern Heller(S'mmeriisg) und bei den Frauen Hrd- leeka(Hietzing). Die Ergobniff« der Meisterschaft: Pflicht- und Kürübungen: Oberstufe, Turner: 1. Heller(Simmering) mit 117 Punkten vor Stadler(Neubau) mit 105.5 Punkten. Turnerinnen: 1. Hrdlccka (Hietzing) mit 109 Pmckten vor Neugebäuer(Hietzing) mit 107.5 Punkten. Mittelstufe, Turner: 1. Kirchner(Floridsdorf) 117.5 Punkte; Turnerinnen: 1. Welt(Ottakring) 85.5 Punkte.— Kürturnen: Oberstufe, Turner: 1. Heller(Simmering) 665; Mittel- stufe, Turner: 1. Neunter(Wieden) 55.5; Jugendturner: 1. Woleb'IVsor'dedorD 7-8 5 Punkte. MrgerHelMr Sport. Sport oder—? D e Prager Slavia hat am Sonntag wieder«in Me'sterschaftSspiel gewonnen. Der„Gewinn" wurde dadurch ermöglicht, daß der ' Schiedsrichter tüchtig mithalf uird jede Gelegenheit „wahrnahm", um der Slavia„bienen* zu können. Diese ,^!lse" fand im Zuischanerraunr allerdings kein« Billigung und so war der schönste Krawall ser- ’>'g: Zuschauer im Spielfeld, di« den- Schiedsrichter zur„Ordnung" erziehen wollten und von der Polizei„belehrt" wurden und im Zuschauerraum gab ei heftige Zusammenstöße zwischen den beiden Lagern, von denen einig« wohl„Nachspiele" habe» werden, so ! hitzig wurde dort„gekänrpsl*— Aeußevst bequem hat es stch aber der Schiedsrichter im Spiele Top- litzer FK—SK. Lieben gemacht: er ließ vor lauter Eifer seine Uhr. in der Tasche und richtete sich»ach der Platzuhr— die ging nämlich falsch, d. h. sie wurde zeitweise von liebevollen FanouSckS zum Stillland gebracht. Das mußten di« Tepl'tzer büßen, in dem die zweite Halbzeit um sieben Minuten länger währt« und die Liebener in dieser„Ucberzeit" ihr Ausgle'chstor«»zielten. Dann ging di« Platzuhr wieder genau und der Schiedsrichter konnte abpfeifen Es geht halt nichts über ein bißchen 8«- fälligkert und Bequemlichkeit... •« Kalt« b«<: eitgfrU* lob- IMhilalKii:«Uh,t»«>-»«,».- ettamn>a»H4e< ROatMac: Si Call 6tt««fc, Pr-,.- Dnlck:«.•». fte 8ri«wj-«•««RraC«M«.— FürbeaDruck VN» öplU,' M- iu Btliuutmatttnttanlaiat nutbt eon Mt«o».«. ZtltatapD'Mittlltim«I Ctlafc«r 18.800/VIK1S80 btmiDlal.-««I»,stediniu»,e»r»«I Zuj»?«»« Ins W»t»u« burq d» P-ft,«-«tllch M_!»■-,»tertUittzrUch U 48.-, . MfabtU' IU«aaüikii« U UN.—.- gus.rali Mua»•» SUaaiM*»!«t»l,t an bat Ctafubaaa der«temmunba. Parterrewqen EG 8b— I. Ranqlvqen KG 85.— II. Ranqloqen KG 05-- III. Ranglogen KG 45.- Ccrclelltte 1. Reihe... KG 21.— Vorverkauf an der Thcater-TageSkasse und bet Optiker Genossen Deutsch, Grabe«, Palais Koruna. Nestfalken, Iungsalken, Kiodersrevnve Zusammenkunst Mittwoch, hab 4 Uhr, HoleSovieer Schule. Bei schönem Wetter tm Baumgarten. Pslichtbeteil tau n a aller Kinder organisierter Elterm Gäste willkommen! Maiteslabend der Bezirksorganisation Prag. Sonntag, den 30 April 1988«m 8 Uhr abend» im Rena« Deutschen Theater. Unser Maifcstabend wird in diesem Jahre nicht in einer gewöhnlichen Opernvorstcllung, andern in einer besonderen, künstlerisch höchstwertigen Veranstaltung bestehen. ES ist dieS ein feftNGes fvNHpyontsMes Konzert mit 2»ezt»attonen««9 Aefano. Leitung: Opernchef Pros. Georg Szöll. Mitwirkung: Zwei erst« Künstler de- Ensembles: Frau Lydia Kindermaun(Altistin), Herr Fritz Ball(Sprecher). DaS Orchester des Deutschen Theaters. ttroaraimni W. A. Mozart: Ouvertüre zu„Figaro- Hochzeit".«.' Gerhart Hauptmann: Lied der Engel aus„HanneleS Himnielfahrt". I.„ I. W Goethe: Chor der Schmiede aus„Pandora" Fr Schiller: Stauffacher-Rede aus„Wilhelm Dell'. Fr. Schubert: Unvollendet« Symphonie. I. W. Goethe-. Prometheus(Schubert). j I. W Goethe: Grenzen der Aienschheit(Schubert)./ L. v. Beethoven: III. Leonore-Ouvertür«. '©reife bet Plätze: lZauteuilsttze 2.—t. Reihe Parkctjstiu 5.—12. Reihe varkettsitze 13.—20. Reihe. KG 18.— volkonlitie 1. Reih«.... KG 19.- Balkonsitie 2—t. Reihe. KG 18.-