Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. M.'ftomoo n.'Drrwaltuna: Drnfl n, Otettianta ta ♦ XtttM-> 3ÖJ93. st*öo. Ota®trtftall(aO 31 Ui)t)>»au* OofflOKtfantt: 31344 r a h a Ni' aka Skvzelvrels 70 Heller, akinschliitzlich 6 Heller Porto, 13. Sadrgang. Mittwoch, 3 Mai 1933 Nr 103. Adolf Pohl seit •W-' p W k v ij 0 JU tt und Jagen. Geboren lvar unser Pohl in dem schönen, hoch auf dem Kämmt dcü Erz- ihrem mehr als halbhnndcrt- gebirges unweit der sächsischen Grenze gelegenen Ort Neuhammer am 11. März 1875 als Sohn eines LöffclschmicdcS, der anher Adolf noch fünf Kinder hatte. In Neuhammer ging der begabte Junge in die Bolksschulc und kam nachher— wo konnte man in einer proletarischen Familie mit sechs Kittdern auch nur im Traume daran denken, eines studieren zu lassen— als Lehrling in ein Textilwarengeschäft nach Prag. Aber da tvar seines Bleibeno nicht lange, der junge Rebell, der er damals schon war, wollte der Inhaberin des Geschäfts nicht„Küh' die Hand, gnädige Frau" sagen und verlieh lieber diese Stellung, eh« er solch« Worte über seine Lippen gebracht hätte. Er hat auch später für gewisse Höflichkeitsfloskeln nickst viel übrig gehqbt und.sagte.feine Meinung imitier gerade heräüS. Er ging also aus dem Pra^ ger Textilgeschäst nach Falkenau in die Grube und wurde 1890 Bergarbeiter, tvaS er volle 18 Jahre, bis zum September 1908 blieb. Sehr bald erwarb er das Vertrauen seiner Grubenkollegen, was bei dieser Proletarierschicht nicht jedem glückt, und bekleidete schon in jiingen Jahren wichtige Funktionen erst in der Gewerkschaft, bald aber anch in der Partei. 1908 wurde er zum Sekretär der„Union der Bergarbeiter" und zugleich der Partei in Falkenau berufen und blieb es bis zum AnSbruch des Weltkrieges. Er hat da in einer Weise, mit einem Eifer und Geschick die Interessen der Grubensklaven vertreten, dah er bis zu seinem Tode der p o p n l ä r st e Mann des Falkenauer Kohlenreviers gewesen ist. Dian beachte doch die verschiedene Entwicklung, die er und die sein alter Gegner Simon Stark genommen hat! Während Stark heut« ein vergessener Mann ist, von dem nur Uebleü in die Geschichte eingegangen, von dem nur der Ruf eines einstigen Demagogen übrig geblieben ist, wurde Pohl der Führer seiner Klasse. Wissen und sittlicher »Ernst haben auch da auf die Dauer über Unwissenheit und Demagogie gesiegt. Als der Weltkrieg ausbrach, da ging Pohl, während viel« seiner nationalen Gegner zu Hause blieben und sich als Heimkrieger ihre Lorbeeren holten, an die russische Front. Eine schwere Fußverlehung, die nicht sofort entsprechend behandelt wurde— Pohl geriet in russisch« Kriegsgefangenschaft— hatte den Verlust eines Beines zur Folge. Pohl trug seither eine Fuhprothcsc, was ihn in seiner Beweglichkeit hinderte und wohl auch mit eine Ursache seines Leidens wurde. Am 1. September 1915 kehrte er als Kriegsinvalider in seine.Heimat zurück, an der Grenze sagte er als Sprecher seiner kricgsbeschädigten Kameraden den patriotisch gestimmten Herren und Damen, die ihn empfingen, ein paar derbe Wahrheiten und legte ein tapferes Bekenntnis zum Sozialismus ab. Bald danach, am 20. Feber 1916, wurde er leitender Sekretär seiner Berufsorganisation, der „Union der Bergarbeiter" und blieb es bis zu seinem Tode. Die Geschichte der „Ünion" von 1916 bis 1933 ist mit ihm eng verbunden, die„Union der Bergarbeiter", das war für die Außenstehenden Adolf Pohl und Anton Jarolim. Sein großes Führertalent hat sich da nach dem Weltkrieg voll entfalten können. Mit starker und sicherer Hand hat er die Führung der Union ergriffen und die Bergarbeiterkoalition gegründet, durch welche die wahre EinheitSfrom aller tschechoslowakischen Bergarbeiter geschaffen wurde und durch die Pohl einer der entscheidenden Faktoren der gesamten Bergarbeiterschaft der Tschechoslowakei, geworden, ist. Er hat da für daS Grubcn- prületariat Unvergängliches und Unvergeßliches geleistet. Er hat den Bergarbei tern, deren Lebenshaltung im Kriege, auf ein unerträglich niedriges Niveau gesunken wär, ein KollektivvertragSsystem geschaffen, das ihnen in den Zeiten WZ NWGWWWW In die heurigen Kainpffeiern des 1. Mai fiel eine furchtbare, eine entsetz»' Seliger, so jetzt bei Pohl.- Sein ganzes Leben tvar nicht beschauliches Wohl- liche Nachricht, die alle diejenigen, die es Härten, auf das tiefste erschüttert hät ergehen, eS war ständiger Kampf, Arbeit, Anspannung, Aufregung, Hasten und die uns kaum faßbar erscheint: Einer der Besten der sudetendeutschen Arbei terbewegung, einer der bedeutendsten Männer, ein« der stärksten Persönlichkeiten, welche die sudeteirdentsche Sozialdemokratie jährigem Bcsteheir hervorgebracht hat,«in Mann, in dem sich wie selten in einem, der politische und knlturelle Aufstieg der Arbei terklasse' verkörpert, ist plötzlich von uns gegangen: Adolf Pohl. Der Schlag» der uns traf, ist um so entsetzlicher, als ein unverständliches Schicksal den Bergarbeitern kurz hintereinander ihre ztvei repräsentativen, geistigen, geliebten, mit ihnen verwurzelten Führer geraubt hat: am 11. April ist ihnen die eigenartige, nnbeirrbar an ihrer Anschauung festhaltende, kernige Persönlichkeit Anton JarolimS genommen» nur neunzehn Tage später, am Vortage des Maientags, ganz plötzlich die alle Seiten der Arbeiterbewegung umfassende, in der Partei wfe in hen. Gewerkschaften gleicher-. maßest fi'chiestKe. kraftvolles Gestatt Adolf Pohl-'entrissen worden. Diedeutsch eä» Bergarbeiter dieses 8 an d e S haben in der Tat in dem schicksalsschweren April 1933 ihre Führung verloren. Aber der Verlust trifft nicht nur die Bergarbeiter, er trifft in voller Schwere die gesamte dentsche A r b e i t e r be weg u>l g d i e i c s Landes. War doch Pohl ei» Mann, der wie wenige von uns eine durchdringende Klarheit des Verstandes und der stärk st en Energie v e r e i n i g t«. Ihm war die seltene Gabe verliehen, in den komplizierten Problemen unseres politischen Seins das Wesen der Dinge ,u erkennen, in den schwierigsten taktischen Fragen mn sicherem Instinkt die richtige— den Interessen der Arbeiterklasse entsprechende— Lime zu fin den, Wie leicht führte uns dieser Auto didakt^ der feine Elementarbildung in der Dorfschule eines GebirgSortes empfan gen hatte, durch di« schwierigsten wirtschaftlichen Fragen, die er souverän beherrschte und itt denen er immxr etwas zu sagen wußte. Wie sicher und klar war sein Urteil, lvenn er über politisch« Problem« sprach, in einer leicht vom Dialekt seiner nordwestböhmischen Heimat gefärbten, markigen, eindeutigen, aus kurzen Sähen bestehenden Sprache, wobei tiefster Ernst aus seinen Zügen sprach. Wie blitzten seine Augen, wenn er uns seine Auffassungen auseinandersctzte, wobei er jedem ins Gesichi die Wahrheit sagt«, weil ihm die Sache über alles ging. Und die zweite Seite seines Wesens, die das Bild seiner Individualität erst ergänzt, war die Entschlossenheit und Energie, mit der er jede Sache anpackte und die er mit dem ganzen Einsatz seiner kraftvollen Persönlichkeit zu Ende fühn«. Für das einmal als richtig Erkannte setzte er sich mit einer Energie ein, die alle Widerstände.— mit dem ganzen Aufgebot seiner Nervenkraft— niederkäinpfte. Wer ihn etwa während des siebenwöchigen Bergarbeiterstreiks 1923 zu beob achten Gelegenheit hatte, war einfach hingerissen von der Persönlichkeit, die ihren Weg unbeirrbar ging unlr nächtelang— bis die anderen völlig erschöpft waren— für sein« Anschauung kämpfte, bis er frühmorgens als Sieger den Berhandlungssaal verließ. Die Arbeiterbewegung hat ihn buchstäblich aufgezehri. Er verhandelte'stundenlang,' dann legre er sich in hohem Fieber in seinem Zim mer, im Hotel M'p.rtopol,iy.Prag meder, um sich nach kurzer Zeit wieder zum Verhandlungstisch zu jcven' und mit der Schärfe feines Geistes und niit der Kraft seiner Person für>eine Bergarbeiter sich zu schlagen. Man spricht heute vielfach von den„Bonzen" der Arbeiterbewegung. Wären die B er trauens- m änn er der sozia l h e.m o kratischen Arbeiterwirlich„B o n- z e n", di es ich d« in eigen en Wohlergehen w i d m e n, s i e wür den a sie älter-werden^ sp aber reiben sie sich auf im Kampfe um die soziale Besferstellung der Ärbeifer,- bis eben der Organismus, dem ,sie mehr zutrauen/' als der Mensch üertpägt,' seinen Dienst versagt. So geschah eS bei Sette S Mittwoch, 8. Mai 1088. Rr. 103 der nuten Konjunktur, da der Berflarbeiter sechs Schichten verfahren konnte, ein crträg- licheS Dasein bot und das selbst den Stürmen der Krise und allen Angriffen der Unternehmer standgehalten hat. Es wurde die 16-Stun» denwochc eingeführt, bezahlte ErhotnngS» urlaitbe, Betriebs- und Revierräte entstanden, Kittder- und Pensionistenheime, Bergarl>citcr- kolonien wurden gebaut— wirklich Große« ntkd Neues hat Adt'lf Pohl geschaffen und sich dadurch den Rus eines der bedcntcndsten Gewerkschaftsführers der Tschechoslowakei erworben. In den vielen Verhandlungen, Konflikten, Streiks, die wir seit 1918 miterlebt haben, hat er die Sache der Bergarbeiter mit einem Geschick, mit einer Ausdauer, mit einer Lei- denschaft geführt, die ihm immerwährende Dankbarkeit und dauerttdeS Gedenken der Bergarbeiter sichern werden. Aber auch in unserer Partei hat Adolf Pohl in der vordersten Kampfreihe gestanden, er hat in allen großen Fragen miteinschieden. Sein Name wurde in weiteren Kreisen der damaligen deittschen Sozialdemokratie Oesterreichs zum ersten male bekannt, als er 1911 in Falkenau gegen Simon Stark im Dahlkampfe antrat und infolge der Schützenhilfe, welche die gesamte Bourgeoisie dem Stark gewährte, unterlag. Ein zweiieSmal sprach man von ihm, als er auf dem österreichischen Arbeitertag im Oktober 1916 in Dien in ergreifender Weise daS Elend und die Versklavitng der Bergarbeiter schilderte, eine Rede, die Viktor Adler zu der Aenßcrnng veranlaßte, hier habe ein kluger Mann gesprochen. 1920 tvar es selbstverständlich, daß er als Kandidat für daS Prager Parlantent aufgestellt wurde, er wurde 1920, 1925 und zuletzt 1929 gewählt und er Hai als Abgeordneter in allen volkswirtschaftlichen Bergarbeiterfragen, aber auch bei großen politischen Debatten die Aufmerksamkeit des Hauses gefunden. Sein großes volkswirtschaftliches Wissen hat die Regierung veranlaßt, ihn in den Kohlen-, in den Eisenbahnrat sotvie in den Wirtschaftsbeirat(in diesem war er Vizepräsident) zu berufen. Sein Ansehen in der Partei stieg immer mehr, er wurde Obmannstellvertreter unseres Abgeordnetenklub, schließlich Stellvertreter des Vorsitzenden unserer Partei. Sein Rat wurde immer gerne gehört, wenn er im Parteivorstande aufstand, wußte jeder, jetzt werde etwas Wesentliches gesagt. Immer sprach aus ihm der denkende, besonnene, aber auch kühn handelnde Arbeiter— er war daS Sinnbild deS sudetendeutschen klassenbewußten Arbeiters/ er war ein Denker und Kämpfer, nehmt alles nur in allem: ein Führer. Nun ist er nicht mehr. Plötzlich ist er von uns gegangen, wenige Minuten ehe ihn der tödliche Anfall überfiel— er war zuckerkrank, herzleidend und litt an einer Rippenfellentzündung— unterhielt er sich noch mit einigen führenden Vertrauensmännern unserer Partei, die ihn in seiner Wohnung in Probstau besucht hatten, über politische ustd gewerkschaftliche Fragen. Otta morn rult— rasch tritt der Tod den Menschen an, bei ihm hat eS sich bewahrheitet. Partei und Getverkschaften, die ganze Arbeiterbewegung haben einen unersetzlichen Verlust erlitten— wir wissen augenblicklich nicht, wie die klaffende Lücke geschlossen werden soll, die der Würger Tod am 30. April in unsere Reihen gerissen hat. So groß ist unser Schmerz, daß kein Wort des Trostes der Feder entquill:..Wir müssen uns innerlich erst samnteln, ehe wir an die weitere Arbeit gehen können. Aber wir erheben unsere rote Fahne, die Deinen Händen, Adolf Pohl, entfallen ist, weit Tein schlvacheö Herz ausgehört hat zu schlagen, die rote Fahne, die wir am 1. Mai so stolz getragen haben und wir werden auch unser Herzblut dafür geben, daß wir oder diejenigen, die nach uns kommen werden, sie zum Siege führen werden. DaS schwören wir bei Deinem Andenken, Adolf Pohl, der Du unser Führer gewesen bist nttd dessen Geist uitd Leidenschaft, dessen klarer Verstand und verzehrendes Feuer uns Beispiel sein werden, In den schweren Kämpfen, die uns bevorstehen, in den Schlachten, die zu schlagen, unserer Generation Vorbehalten geblieben sind! Adolf Pohl als Redner. Ein Arbeiterführer muß die Kunst der Rede meistern. Adolf Podl meisterte it« wie kein Zweiter. Was er sogte, war nicht nur formvollendet, sondern seine Reden sind durch ihren Inhalt zu GeschichtSdokmuenten geworden. Er war ein Feind der Phrase, er verschmähte panschaule Bezeichnungen, er pflegte alles, waS er sagte, scharf zu umreiße» und mit Ziffern und konkreten Angaben zu belegen. Einige Stellen ans seiner Rede am Aussiger Parteitag im Jahre 1923 und der Rede die er an der gemeinsamen RcichSkonfcrenz der Partei und des Gewerkschaftsbundes am 7. September 1030 in Prag gehalten hat, mögen uns von der Bedeutung seiner Reden überzeugen. Dle Ursache der Wirtschaftskrise. „Worin kiegt nun zunächst die Ursache der Wirtschaftskrise? Ich kann eS dahin zusammenfassen: in einer durch übermäßige, ungesunde und unnatürlich« Rationalisierung vermehrten Warenproduktion und in einem immer mehr sinkenden Absatzmarkt für die Waren. Dir Vrrsechtrr der kapitalistischen Wirtschaftsordnung haben in ollen Landern, auch bei uns, gegen diese Erscheinungen nur«in Abwehrmittcl: Herabsetzung der Löhne und Berlängernng der Arbeitszeit, Abbau der sozialen Lasten, um den Konkurrenten im Inland und im Export den Absatzmarkt zu entreißen und an sich zu ziehen. Sie bezeichnen da« in Deutschland mit dem wunderschönen Wort: Ankurbeln der Wirtschaft. Sie bekämpfen in allen Ländern die Wirtschaftskrise mit den gleichen Methoden und diese KampseSmethoden heben sich naturgemäß gegenseitig aus und werden wirkungslos. Im allgemeinen führt e« dazu, daß durch diese Methoden immer mehr Menschen au« dem Produktionsprozeß berauSgeworsen werden und da« bedeutet auch, daß der allergrößt« Teil al» Konsument ausgeschaltet wird. So habe« wir als» «in« anarchistisch« kapitalistisch« Wirtschaft vor nn«, immer mehr Menschen Seiden au« dem Produktionsprozeß au«, werden lweise oder gänzlich arbeitslos,«S ist fein Absatz für di« War« da, di« Waren häufen sich in den Magazinen, de« In- und Ausland««, obwohl Bedarf an dies«» Ware». genügend vorhandest wär«. Aber die Mensch««, di« Abnehmer dieser Waren, haben kein Veld, um sie kauf«» zu können sie gehen mit Wut und Ingrimm an d«n aufge- stapelt«« Schätze» vorbei in ihre kahle», trostlosen Proletarierwohnnngen zurück. Ein« Erscheinung, die international ist und di« so drastisch auszeigt, daß«a sich um«inen Konstruktionsfehler eine« Wirtschaftssystem« Han- delt. Und wenn man auch ab und zu in verschiedene« Ländern einzeln« Meinung«« hört, dies«» Krise müsse auch dadurch beig«komm«n werden, daß man die Löhne erhöht,— di« allgemeine» Trager des kapitalistischen System» find v«gner diese« vesundnngsprozeffe« und übrig bleibt al« Träger dieser Forderung nur di, organisiert« Arbeiterklasse." Unsere Stellung znm Staate. „Man hat u«S hundertmal«fragt, wie ist die Stellung der deutsch«« Arbeiter in diese« Staate? Ich brauche darauf keine Antwort zu geben. Wir wollen mit der tschechische« sozialdemokratisch«» Partei und d«n tschechischen Gewerkschaften gemeinsam für den Staat und d«sie» Ausgestaltung in eine sozialistische Republik, also für den Sozialismus arbeiten. Lasten Sie nicht die allgemein« Ueberzeuguna auskommen bei den deutschen Arbeitern und Angestellten, daß sie Stiefkinder find in diese« Staate! Tun Sie die« nicht, im Interest« de« Staate« ebenso wie im Intereste der deutschen, wie auch der tschechischen Arbeiterklasse! Laste» Sie r« nicht dazu komme», daß der deutsch« Arbeiter gezwungen ist, zu sagen, er steh« zu dem Staat« ebenso wie der Staat zu ihm. Tun Sie alle«, um dir« zu verhindern! Wenn die nationalen Ehauvinisten sagen, daß in den Randgebieten die Sicherheit de» Staate« bedroht sei, so sag« ich: Dort wohnt di« deutsche werktätige Arbeiterklaste in überwiegender Mehrheit und von ihr kommt kein« Bedrohung. Wen« Sie irgend woher kommt, so viel mehr von den vermeintlichen Verteidigern und Repräsentanten de« Staate«. Wir sind zur Mitarbeit am Staate bereit." Die Aufgabe der Arbeiterbewegung. „Die Aufgabe der Arbeiterbewegung besteht i« drei Dingen: Trägerin der Sozialisierung, Kampforganisation, wofür zunächst di« Gewerk- schasten in Frag« kommen, und Schulungsorganisation. Bon der Sozialtfierung werden wir nicht reden, denn wenn die Grundsätze von Marx richtig sind, so kann die Trägerin der Sozialisierung nur ein vom Proletariat zu erobernder Staat sein. Diesem Kamps« stehen wir richtigerweise in der Deseusivr gegenüber. DaS ist da» Derbrechen, sagen die Kommunisten, warum seid ihr in der Desenstv«, warum habt ihr nicht loSgeschlagen. Wir habe« di« Frage bet unserem letzten Gesamtstreik praktisch«prüft. Da mußten wir seststellen, daß di« wichtigsten Produzenten und Faktoren de« Wirtschaftsleben« organisatorisch so gepellt sind, daß sie un« weder Helse« konnten, noch sich selbst genügend verteidigen können. Di« Politik unserer Bewegung war auf di« erfolgreich« Ab- wehr de« auf un««Instürmenden Umstandes bedacht, sie ist in vielen Fällen erfolgreich gewesen, Wunder können wir nicht wirken. Der Parteivorstand legt ihnen keine Resolu, tion und keinen Beschluß vor, es waren Wiederholung«». All« unser« Beschlüsse in Karlsbad» im ReichSauSschuß, im Parteworftand, in den gewerk, schaftlichen BorstLndekonsereuzen haben unser« Forderungen gedeckt. Aber notwendig ist es, daß di, Erkenntnis überhand nimmt, daß wir al« Marxisten und Sozialisten Wiste« müssen, daß es ein« wesentlich« revolutionäre Aufgabe de« Proletariats bedeutet, erfolgreich den Platz zu behaupten, die Organisation beieinander zu halten, gewaffnet zu sein, nicht nur zur Abwehr wie jetzt, sondern auch zum Angriff für später. Wir müßten nicht Marxisten sei», um nicht zu Wiste«, daß die Anhäufung de« Kapitals in immer weniger Händen das groß« Problem der Sozialisierung erst vorbereitet. Ma« kann zehn Stinnes sozialisieren, aber nicht zwei Mil lionen Kleingewerbetreibende: Die Rusten muß. ten dir» erleben und jeder, andere wird«S erleben. Unser Arbeit, die wir bisher geleistet haben, ist di« Grundlage für unsere später« Arbeit. Für unser« Ideen, di« wir aks richtig erkannt haben, werden wir weiter kämpfe». I« schärfer der Druck von allen Seiten lastet, desto inniger der Zusammenschluß, desto«ehr müssen all« Kräfte in der Arbeiterbewegung gesammelt Werden, um im gegebenen Augenblick« in der kommenden Zeit ür de» Angriff bereit zu stehen, um da« letzte Stückchen Weg znm Sozialismus znrückznlrgen!" Adon Pohl ois Parlamentarier. Wenn eS in dem mechanisierten Getriebe, das auch der moderne Parlamentarismus darstellt, an und für sich schwer ist, sich durchzujctzen und seine Persönlichkeit zur Geltung zu bringe», so ist die« doppelt schwer im tschechosiwvatijchen Parlament, mit seiner Zersplitterung in zahlreiche Parteien und der daraus fließenden Zerrissenheit der Debatten, mit seinem komplizierten Mehrheitssystem, da« einen Großteil der parlamentarischen Kräfte- für die Auseinander- sehungen innerhalb der Majorität absorbiert, nut feiner Dielsprachigbeit. Aber ein Mann wie Adolf Pohl mußte auch auf diesem Boden zur Geltung kommen. 1920 tu da» kschccho'lowakiiche Abgeordnetenhaus gewählt und seither ohne Unterbrechung sein Mitglied, gehörte er von An- fang an zu den repräsentativen Vertretern der Partei aus dem parlamentorisktzen Boden. Dazu verhalf ihm nicht nur seine große Rednergabe, die nicht durch formalen Glanz, sondern durch die Wucht der Argumentation wirkte, sondern vor allem daS große Wissen, das er, ohne jemals höhere Schulbildung gen osten zu haben, sich an- geeignet hatte. Da sein Herz vor allem seinen Bergarbeitern gehörte, so ist es verständlich, daß er, von ihren Interessen ausgehend, sich mit Vorliebe mit den Fragen der Kohlenwirtschaft bc- faßte, in denen er unbestrittene Autorität mar. Wenn er im Budgetausschuß zum Kapitel des Ministerium» für öffentliche Arbeiten das Wort ergriff, war die» jedesmal ein Ereignis. Aber 'Adolf Pohl war darüber hinaus auf ollen Gebieten der Wirtschaft und Sozialpolitik mit um- sastender Sachkunde ausgestattet und da er insbesondere mit seinem natürlichen Schar'bliti die internationalen Verflechtungen der Wirtschaft und ihre Zusammenhänge mit d.r Politik durchschaute, war er der berufene Sprecher des Klub» in wirtschaftspolitischen, aber auch in außenpolitischen Debatten. Er verstand immer zu festcln, weil er immer etwa» zu sagen hatte. Und oa er seine Sache imnier mit Temperament und au» innerster Ueberzeugung'quellender' Schärfe vertrat, gab es oft horte Zusammen stoß.' mit de» Gegnern, die- er schlagfertig- und- humorvoll abwehrte. Adolf Pohl hatte eine hohe Ausfostnng von den Pflichten und der Verantwortung des parlamentarischen Mandatar-. Er wahrte daher auch eifersüchtig die Rechte der Parlamentarier und war darum im Immunitätsausschuß ganz an feinem Platze. Der Klub hat die kraftvolle und bedeutend« Persönlichkeit Pohl» gewürdigt, indem er ihn »ach dem Tode Hillebrand« zum Borsihcndenstell- Vertreter bestellte. Er vertrat die Fraktiott auch im Ständigen Ausschuß. Im außenpolitischen und im Immnn'tät-auSschuß bekleidete er das Amt eine» Borsitzenden-StellvertrcterS. Aber Pohl kam eS nie ans seine Stellung nach außen an, sondern immer auf die Sache. Er betätigte sich darum nicht nur al» Redner, sondern auch im internen Klubbetriebe in hervorragender Weise. Mit seiner raschen Austastung erarbeitete er sich Ein sudctendcutschcr Proletarier. Wenn die Egerländer reinrassige Deutsche sind— ach, eS ist schwer zu sagen, wofür die Rasseschnnsslcr die Rastereinheit endet und da» Rassegeinisch beginnt!— dann war Adolf Pohl ein reinrassiger Germane. Ein knorriger, stämmiger Egerländer, kräftig, gerade, blond- häitptig. Freilich, er hat sich seines Deutschtums, dieser Selbstverständlichkeit ohne persönliches Verdienst, nie gerühmt, im Gegenteil, alle betont: Deutschtümelei war diesem absolut ivahrhaften, unbeoingt ehrlichen, scharfsichtigen Menschen tn tiefster Seele zuwider. DaS Wesen„deutscher Volksgemeinschaft" hatte er als junger Arbeiter hart genug zu spüren bekommen, die wahrere und wirksamere internationale Unternchmergcmein- schäft als Vertrauensmann der Bergarbeiter g"- nau genug kennen gelernt, die internationale Ge- sinnungs- und Tatverbunoenheit der Bergarbeiter oft genug erlebt, um jegltchen Nationalismus zu verachten. Aber wenn Gründlichkeit und Sehnsucht nach Tiefe, wenn Freude an ordnendem Gestalten,>venn Wahrheitsliebe und fanatische Treue zur Idee deutsche Eigett'chanen sind(wir wisten, Wie viel von diesen Eigenschaften auch in anderen Völkern lebt!), dann war Adoll Pohi«tn wunderbar deutscher Mensch, ganz, ganz ander- als der Gewalthausen und SeichtlingS- hausen, der heute da» Deutschtum sür sich alle.» in Anspruch nimmt! Denn Pohl, der Grubenproletarier mit der kärglichen Schulbildung, hat sich nie begnügt m't bloße' Uebcrnahme und Aufnahme einer Lehre — er hat sic nochmals durchdacht, sie denkend sich gewonnen,— er erwarb sich eine Wirtschaftskenntnis, um dt« mattcher BolkswirtschaftSthrore- likcr und mancher sogenannte Wirtschaftlsührer! beneiden konnte! Er ging den Dingen auf den Grund, er suchte inS innerste Wesen der Probleme einzudringen. Er war ein großer Organi- alor,— er war zwar nicht Begründer der Ge- werkschast der Bergarbeiter, aber er gab ihr ihre heutige Form. Er war ein hochbegabter Taktiker, eine ursprüngliche Führernatur. Und er war treu! Er war der sozialistischen Idee treu, und war seinen Kameraden, den Bergarbeitern, treu! Er war stoli darauf, Kamerad der Bera- arb«itrr zu kein. Gern hat er davon erzählt, wie hilfsbereit Vie Bergarbeiter sind, wie kameradschaftlich, wie si« bet der Arbeit, wie sie in der Gefahr zu einander stehen,— es sprach dann äuS ihm der BerufSstolz deS guten Arbeiters und der menschliche Stolz auf eine der schönsten Tugenden, die echte Kameradschaft. Kamerad der Bergarbeiter ist Pohl iinmer geblieben, bis zu feinem frühen Tode. In Ihrer Sprache sprach er zu den Grubenarbeitern, als einer der ihren, und weil er das war, weil die Bergarbeiter in ihm den Kameraden sahen, durste er, der nie ein Schmeichler war, der immer eine sehr offene Sprache liebte, den Arbeitern in seiner Art manche herbe Wahrheit sagen, die sie wahrscheinlich einem anderen übel genommen hätten, — sie wußten ja, er war ihr Kamerad, er faß nach der hitzmsten Debatte ja doch wieder al« ihr Freund mit ihnen beisammen, scherzend, in Egerländer Mundart plaudernd, gern bereit, mit ihnen auch, ein Egerländer Lied zu singen,— einer der ihren! Wie liebte er eine witzige Unterhaltung! O> er verschonte nicht leicht jemattden mit seinem Spott! Und tat doch niemandem weh, weil er ja nicht weh tun wollte und jeder das wußte. Er nahni ja auch selber freundschaftlichen Spott nicht Übel/und als, nachdem er, der irn Kriege ein Bein verloren hatte, mit einer Prothese ange- humpelt kam, Hillebrand ihn scherzend„Prothe- scuS" nannte, lachte er selber am allermeisten. Und doch>var es nicht so, daß er sein Herz aus der Zunge trug. Er nwchle oft genug zunächst befremden, irritieren, wenn er polterte, mitunter auch schimpfte, wenn zuerst nur daS rauhe Aenßere sichtbar wurde, hinter dem er schützend seine innere Weichheit verbarg. Vielleicht erschien er manchen, die ibn nie näher kennen lernten, sogar als ein wenig hochmütig. Höhnt« er nicht manchmal über di« Schwärmer und Phantasten? Schien e- nicht, als hotte dieser Mann der Pra- S!S des Organisationslebens und der Praxi« des klaffenkampfes nicht viel übrig für das, was außerhalb der Praxis lebte? So schien es manchmal. Aber Pohl mochte nur nichts wissen von schwächlicher, gehaltloser Schwärmerei. Ech. t e n Idealismus wußte er, der ja selber so erfüllt tvar von reinstem Idealismus, gar wohl zu schätzen, und wie dieser Mann der Praxis die Theorie schätzte, zeugen hundert Diskussionen, hunderte seiner Reden, bezeugte jede ernste Unter- yaltung mit ihm, in der sein reiches Wissen sich offenbarte. Ein mühsam erworbene- Wissen! Ein hart erabeitetes Wissen! Denn wie alle die Känipen, die Seliger» Kampfgenossen waren, hatte auch Pohl schwer ringen müssen, um aus dem Gefühlssozialisten ein wissender Sozialdemokrat zu werden. Durchwachte, ditrchlesene, durchdiskutierte Nächte! Lesen in der Bahn! Und ergänzende« Lernen durch die Praxi« des Kampfe«! O, die Arbeiter haben es nie leicht gehabt, einzudringen in den Kulturreichtnm ihrer Nation! Cs war der Marxismus, eS tvar daS Erfülltwerden mit Klassemtolz, eS war die Erkenntnis der geschicht- lichcu Mission ihrer Klasse, die— wie so viele andere Arbeiter— auch Pohl, dem freilich auch zu Hilfe kam die Zähigkeit und manchmal fast Starrsinnigkeit seiner Veranlagung, ausharren ließ nach schwerster körperlicher Arbeit bei Buch und Diskussion. So ist, durch die von der sozialistischen Idee auSstrählende Begeisterung und durch die eiserne seDstformende Willenskraft auS dem wcstböh- mischen Proletarier der vorbildliche Führer der Bergarbeiter, einer der begabtesten Führer del sudetendeutschen Proletariats, geworden. Wäre da« sudetendeutsch« Bürgerlunt nicht so hoffnungslos kurzsichtig, trüge«S nicht im Alltag wie an seinen Sonntagen den Stammtisch mit sich herum, vermöchte es unter Deutschtum ein wenig mehr zu verstehen al» bornierten Ar- beiterbaß und Sehnsucht nach Knechtung der Arbeiter— es muhte sich einmal klar darüber werden, war der Marxismus aus der deutschen Arbeiterklasse gemacht, wi« er e» emporaeführt, wie viele starke Eigenpersönlichkeiten aus sudetendeutschen Proletariern geformt! Josef Schiller, Ferdinand Hann sch, Kiesewetter, Josef Seliger, Anton Jarolim, Adolf Pohl— jeder ein Mensch eigener Art, besonderen Gepräges, jeder«in« Persönlichkeit! Gewachsen auf dem Boden de«„alles gleichmachenden" Marxismus! DaS sudetendeutsche Bürgertum weiß nichts von den- sudetendeutschen Arbeitern. Aber: ihr« Eigenwertes sich bewußt, unbeirrbar an sich selber arbeitend, wächst diese sndetendcutsche Arbeiterklasse heran, uno wenn sie nach Vorbildern ausschaut so nach denen, di« aus den eigenen Rechen ihr erstanden. Leuchtendes Vorbild, einer der aeliebtesten Söhne der Klasse war Adolf Pohl. Ausrichten werden sich an ihm, noch lange nach seinem Tode, unzählige Arbeiter, Ihm über ÜaS Grab hinweg verbunden in der unbeirrbaren, unzerreißbaren Treue zur Klaffe und zu der großen Idee, deren Trägerin sie ist, 8 N» Nr. 108 Mittwoch, 8. Mai 1088. Seite 3 Der erste Mai durch zum 4» -i» im Bergarbeiter rn ch .die Be- und Mai für Die der Saynen, Ueffeln, Aeueervee». Uhr findet eine Beraarbciterheim halb 1 Uhr die des Artikel * Unsere Arbeiter haben am Montag ihre Bedanken, ihre Grüße und Schwüre über die Grenzen des Landes gesandt zu den leidenden, kämpfenden Brüdern. Unsere Arbeiter wußten, daß diese Maifeier inehr denn je Feier des Bekenntnisses war, Feier der Treue. Daß dieser 1. Mai, wenn er auch bei uns, in einer demokratischen Republik, nickt gefährdet war, doch wieder mehr denn je Ka m Vf tag war. Als Kämpfer sind sie ausmarschiert an diesem 1. Mai, unsere suoetendeutschen Proletarier! Da In Haida fand die Kundgebung gemeinsam mit den tschechischen Genossen statt. Die nationale Mehrheit der Stadtvertretung hatte den Marktplatz sür die Bcrsamm- lnng verweigert. Bor etwa 2000 Temonstralncn sprach Abg. Gen. Macouu und nach ihm rin ischr- chischcr Genosse. An der kammunisiischcn.unndge bung beteiligten sich etwa 250 Personen. I» Böhm.-Leipa marschierten mehr als 1000 deutsche und tschechische Genossen auf dem Marktplätze auf. Während des Referates des Genossen Grund versuchten eine Anzahl Nazi zu stänkern und wurden dafür v e r p r ü- gelt. Zwei von ihnen wurden verhaftet.~‘ von etwa 100 Personen besuchte Kundgebung Kommunisten blieb ohne irgendwelche Wirkung. In Wegftädtl sprach unter stürniischcin Beifall vor ittindcstcns Personen Genosse W o n d r c j z Bodenbach und die tschechischen Genosse» der Genosse M u i i!• Leitmeritz. den hungrigen Magen, und keine Kanzlerrede, die mit gewaltigem Pathos nichts sagt, befriedigt auf die Dauer die Unzufriedenen. Fesseln können ein paar tausend, sie können zehn tausende.Proletarier an Äerkcrwändc zwingen. Sie können nicht auf die Tauer«in ganzes Volk niederhalten. Fahnen, unsere roten Fahnen, die Fahnen der Freiheit, kann man heute in manchem Lande an der Entfaltung hindern. Nicht sür immer! Es hat Zeilen gegeben, da rote Fahnen nur noch in der Phantasie der Arbeiter lebten, keiner eine gesehen. Und es kamen ander« Zeiten, da die rote Fahne plötzlich glühende Wirklichkeit wurde, den Arbeitern voranflattcrtc, sic zu den kühnsten Taten führend. In die Konzentrationslager, in denen tausende von Deutschlands Besten gefangen sitld, wird der Schein des Hitlerfeuerwerks nicht gedrungen sein. Aber in den Herzen der-Häftlinge brannte ein anderes, ein dauerhastercs Feuer! Das Feuer der Ueberzcugung, das unlöschbare Feuer der Treue und Begeisterung. Maifeier im tKcfängnis? Ach, es hat Sozialisten genug gegeben, die mehr.als einmal den l. Mai im Gefängnis erlebten! Die Mai-Idee wurde damit, daß man sie hinter Kerkermanern drängt«, nicht auSgcrottet. In Eulau-KönigSwald nahmen au der Kundgebung 1200—1500 Personen teil. DaS Hauptreferat erstattete Genosse Richard R e i tz n e r-Bodenbach. I« Bens«» war die Kundgebung wie immer stark besucht. Ge- nosie Abg. Sch weichhart fand für seine Aus- sühruugen den stürmischen Beifall der niehr als 2000 Besucher. in jeder taktischen Sitnation sofort eine klare Stellungnahme und fand sich in allen Schwierigkeiten zurecht. Ohne Zahl sind seine Anregungen für die initiative Tätigkeit des Klubs gewesen, und alle Anträge deS Klubs aus dem Gebiete der Wirtschaft und der Sozialpolitik, nicht nur jene, die unter seinem Namen überreicht wurden, tragen die Spuren seiner Mitarbeit, im Klnb haben, wie oll« mit. Pohl in engere marschierten neben greisen Genossen, di« noch die heißen, erbitterten Kämpfe um den allerersten Mai miterlcbt,— da marschierten neben den Männern, die den Kern der Partei bilden,— da marschierten mit den Frauen, den abgearbeiteten, notgebcugten und doch so treuen, so tapferen Frauen unsere Jungen, die Turner und Sportler und die Genossen und Genossinnen der Sozialistischen Jugend— und sie alle wußten cS: Kampf-Mai ist! Cs ist Kampf an gesagt gegen den F a s c i S in u S! O, in unsere» sudctendcutschcn Städten wurde den Arbeitern an diesem 1. Mai recht sinnfällig die„Volksgemeinschaft" vor Augen geführt! Sie zogen vorüber an den durch Kornblumen kenntlich gemachten Geistesverwandten und Gesinnungsgenossen der rcichSdculschen Ar- beitermörder! Sie zogen vorbei-an denen, dir sich zum Hitlcrschcn Sozialismus für bessere Leute bekannten: an Fabrikanten und Kaufleuten, Advokaten und Beamten und jungen Nichtstuern, die alle nur eine Sehnsucht eint: die Arbeiter Niederschlagen zu können wie in Deutschland! Aber sic zogen vorüber an den Kornblumenträgern i» trotziger Kampfentschlossenheit, siegeS- gewiß! Denn mochten die ettvas voreilig über den.„Stur; des FascismuS" Triumphierenden gewähnt haben, an diesem 1. Mai nur klein« -Häuflein Verlorener zu sehen,—„letzte Mohikaner", wie ein.Hakcnkrcuzlcrflugblatt zu behaupten gewagt— so mußten sic nun sehen, daß cs gctvaltige Züge waren, die durch die Straßen marschierten, daß, mag auch hierzulande der Wind der Reaktion da und dort Streu davontragen, das sndetcndcutsche Proletariat, dieses tapfere, treue, charakterstarkc Proletariat r o t ist, marxistisch ist,— marxistisch bleibt, und daß cs an diesem 1. Mai auözog, feine Treue zum Marxismus, seine Treue zur Sozialdemokratie zu beweisen,— den Gegnern und sich selber! I« Warnsdorf sand die Kundgebung aus dem Marliplatz jtait. Tas deutsche Referat erstattete Genosse K ö g l e r Boden bach, nanicnL der tschechischen Partei sprach Genosse N o h a-Stcinschönau. Tiefen Eiiidriut rief die „M i n u t e Schweigen" zum Gedenken der Blut- cpfer des FascismuS hervor. Die Zahl der Demo» ftranlen wird auf reichlich 2000 geschätzt. In Schönlinde sprach am Bormittage auf dem Marktplatz vor ungefähr 600 bis 700 Demonstranten Gen. Arnberg Tetschcn. Kn Zwischenfall be! der Reichenberger Maikundgebung. Nazis verhaftet. Als die Roten Falken von der Reichenberger Maikundgebung nach Haufe marschierten, wur- den sie au der Ecke Bahnhofstraße—JohanncS- gassc von einem Trupp provozicreirder Nazis an- ocfallen. Die Roten Falken setzten sich jedoch kräftig zur Wehr und verprügelten die Angreifer, deren einer, Alfred Kasper mit Namen, verletzt wurde. Auch ein Falke trug Verletzungen davon. Die Polizei verhaftete noch am 1. Mai vier Nationalsozialisten,»nd zwar Alfred Kasper, Oskar Fleischmann, Franz ThomaS und Richard G u n e l. Im Laufe des Dienstag wurde ein fünfter Nationalsozialist in Hast gc nonnnen. Donnerstag um 8 Trauerversammlung vor dem in Falkenau statt, wo um. große Trauerkimdgebung veranstaltet wird. Donnerstag um 6 Uhr nachmittags wird der Leichnam Adolf Pohls m B r ü x r r Krematorium. den Flammen übergeben werden. Kreis Teplitz-Saaz. Teplih-Schönau. Die Mai-Kiludgebung der sozialdemotralischc» Arbeiterschaft gestaltete sich zu einer Massenversammlung, wie sie seit vielen Jahren auf dem Teplitzcr Marktplatz nicht gesehen wurde. Schon der Uinzng brachte die ungeheure Beteiligung und die Bielheii der Bewegung sichtbar zun« Ausdruck. Der Einniarsch auf den Marktplatz dauerte nahezu dreiviertel Stunden. Eröffnet wurde die Manifestation durch einen Fanfarenruf der Sozialistischen Jugend«nd zwei wuchtige, wirkungsvolle Chöre der deutschen und Dir Berichte Wer Kreis Auffig-Bodenbach-Warnsdorf. Aussig. Die Maifeier, der ein eindrucksvoller Demo»- strationSzug voräuSging, dessen Vorbeimarsch ungefähr 25 Minuten"dauerte, sand gemeinsam mit den tschechischen Genossen am Marktplatz unter der Leitung deS Genosse« St.-R. I e n t s ch statt. Zu den Versammelten sprachen Abg. G r ü n z n e r und Joses R u b n i k-Prag, für die Jugend Weißbach und I a n d a. Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Die Massenversammlung gedachte dann in tiefer Trauer deS Genossen Abg. Pohl. Alle sind sich einig, daß die Zahl der Demonstranten größer war als jene bei der antifascistischen Kundgebung am 10. März. In einigen Orten, wie in Aussig, Hohenstein, Pömmerle, Bokau fanden Abcndfeiern statt, die sehr gut besucht waren. Für den Karbitzer Gerichtsbezirk fand in Karbitz die große Maikundgebung statt, in der Genossin Abg. Irene K i r p a l und Genosse Jar. A st r sprachen. Di« K o m m u n i st e n hatten ihre Anhänger deS ganzen Bezirkes in Aussig zusanimengczogen. Der Vorbeimarsch deS Demonstrationszuges dauerte knappe 6 Minuten. Auch sonst verlief ihre Kundgebung recht stimmungslos. In L«itm«ritz nahmen an der Kundgebung am Marktplätze etwa 1500 Personen teil. Das deutsche Referat erstattete Genosse Cee h Prag, für di« tschechischen Genossen sprach Genosse K r e m o v s k Y-Leitmeritz. In Auscha demonstrierten ungefähr 800 Personen. Die Versammlung fand am Marktplätze statt. DaS Referat erstattete Genosse Willi Hock e-Bodenbach. Bodrnbach-Tetschen. Mehr als 8000 Personen nahmen an ter Kundgebung teil, di« ein Bild der Kraft und Stärke der Partei gab. Aus dem Marktplatz sprachen Genosse K c ß l«r-Bodenbach und für die tschechischen Genossen Genosse Kiha. Ein paar Hakenkrcuzlern, die stören wollten, wurde schnell und eindringlich bewiesen, daß mir den Bodenbacher Arbeitern nichi zu spassen ist. Besonders stark beteiligte sich an der Maifeier trotz des viclstündigen Weges die Landbevölkerung aus dem Rosenkammgebiet und auS dem oberen Elbtal«. unsere Maifeiern. Aussig. Die Zahl der Teilnehmer wird auf mehr als -1000 geschätzt. In Wernstadt fand nachmittags im Schützenhause eine Berkamm- lung statt, die von 800 Personen besucht wär und in der Genosse Schiller aus Bodenbach Has Referat erstattete. In Böhm^Kamnitz nahm die Kundgebung einen würdigen und impo- kanten Verlauf. DaS Referat erstattete Gen. Senator Joses Reyzl und ein tschechischer Gcnssse aus Die Genossen das Glück hatten, ziehnng zu treten, erfahren, daß er, bei aller Lci- denkchaftlichkeit und inanckmal Schroffheit i'eiizcs Wesens ein.herzensguter Mensch war, auf dessen Treue man«isenfest bauen konnte. Er war ein guter Freund, ein verläßlicher Kamerad, ein gewissenhafter Berater. Adolf Pohl wäre auch ohne das Parlament ein großer Mann gewesen, das Parlament, und vor allem sein Klub, ist seinen Verlust wesentlich ärmer geworden. Adolf Bohl und die Bergarbeiter. Die nächslerscheiiiende Nummer „Glückauf", in welcher so viele Pohls erschienen sind, schreibt u. a.: Adolf Pohl, unser Führer, ist tot. Tiefe Trauer, heftige» seelische» Schmerz wird diese Schreckensnachricht in die Wohnungen aller Bergarbeiter tragen. Die Wunden, die der Tod unseres Obmannes Anton Jarolimvor wenigen Tagen in unseren Herzen aufriß, bluten noch, und nun trifft uns ein noch furchtbarerer Schlag durch das Ableben auch unseres Zentralsckrctärs, unseres Führers und Freundes Adolf Pohl. Wir können es in unserem wilden Schmerze noch gar nich: fassen, daß dieser Mann, der ganz uns, den Bergarbeitern, gehörte und zu dem wir alle wie Kinder zu ihrem geliebten Vater und Führer ans- blicktcn, nicht mehr sein soll.-Wir wollen es-nicht glauben, daß wir- nun ohne seine geniale Führung sein sollen und daß dieses herrliche und wertvolle Menschenleben nicht mehr ist. Und doch ist cü so. Unser fo hoch verehrter und so innig geliebter Führer und Freund Adolf Pohl lebt nicht mehr. Er liegt zur Stunde, wo wir tränenden Auges diese Zeilen schreiben, mit erloschenen Augen und mit fest verschlossenem Mund, in weißes Linnen gebettet, in seiner Wohnung in Turn. Der Schmerz übermannt alle, die an seine Betfftatt treten und dem leblos-«liegenden großen Mann in sein ruhiges verklärtes An:lih sehen. W«S die Bergarbeiter, was die gesamte Arbeiterschaft dieses Landes an Adolf.Pohl verloren hat, ist unausdenkbar und unabsehbar. Zu groß ist der Verlust und zu groß die Lücke, die Pohls Tod vor allem in der Union der Bergarbeiter hinterläßt, als daß wir diesen Vertust ermessen könnten. Wir sind um vieles ärmer geworden, als uns erst vor drei Wochen unser unersetzbarer Obmann nick Freund Jarolim entrissen wurde, und>vir sind unsäglich arm geworden, da nun auch Adolf« Pohl von uns gegangen. Tic Bergarbeiter und alle Funktionäre unserer Organisation werden sich mit uns, den engeren Mitarbeitern Pohls, verwaist und verarmt fühlen. Wir haben alle unseren Führer, unseren Steuermann verloren. Mii uns Bergarbeitern hat aber auch die gesamte tlassenbcwußte Arbeiterschaft, haben die Deutsche sozialdemokratische Arberter- partci und die freie Gewerkschaftsbewegung einen ihrer irsten und bedeutendsten Führer^verloren, einen Führer im wahrsten und besten Sinne VeS Wortes. „Der erste Mai fft ruhig verlausen!" Triumphierend meldet cs aus manchem Lande der amtliche Bericht, der zugleich ein Polizeibericht ist. Und das bedeutet, daß die Polizei, zu der in solchem Falle mehr noch als der uniformierte Proletarier die Regierung gehört, danl der Besonnenheit der Arbeiter nicht infolge jener Gewaltmaßnahmen, die sic selber getroffen, zu noch schlimmeren Gewaltmaßnahmen„gezwungen" war. Denn wo die Regierung sich nicht als Polizei über ihre„Untertanen" fühlt, wo also dem Wunsche der Arbeiter, den ersten Mai zu eiern, nicht brutale Gewalt«ntgegengestcllt wurde, dort war sclbswcrständlich kein Anlaß, Ruhestörungen zu befürchten. Tenn die Arbeiter wollen am ersten Mai, wollen an ihrem größten Feiertage nicht krawallieren, sondern sie wollen diesen Tag feiern, sie wollen am ersten Mai in ruhiger, würdiger Form füx ihre Forderungen demonstrieren.-Hat man etwa je Ursache gehabt, am ersten Mai in Wien Unruhe zu bc- ürchten? Nie! Seit Jahrzehnten zum crstonmalc »lickten die Augen der Arbeiter in banger Sorge, chauten die kümmerlichen Kleinbürger in ,'ck)äbigcr Borschadenfreudc nach Wien, schwebte die bange Frage auf den Lippen von Millionen: wie wird es am ersten Mai in Wien sein, tvaS wird in Wien geschehen? Zum erstenmale seit Jahrzehnten war die Ordnnngsbestie entfesselt, drohten friedlich demonstrierenden Arbeitern, drohten der arbeitenden Bevölkerung Wiens Maschinengewehre und Haubitzen. Und weil die Arbeiter Wiens am ersten Mai nicht den Kampf gegen Maschinengewehre und Haubitzen und Panzcroutos aufnahmen, verkündet der Polizeiregierungsbericht triumphierend: Der erste Mai ist ruhig verlaufen! ES ist in Oesterreich eine„christliche" Regierung, die der sozialistischen Maifeier Waffengewalt entgegenstcllte. Alle Regierungen, die der Idee der Arbeiter Gewalt entgegcnstellen, die Gewalt aufboten, um die proletarischen Maifeiern zu verhindern oder doch einzuschränken, sind entweder christliche oder auf das Christentum sich berufende und von den Kirchen, ob von der katholischen, ob von der schwcrtklirrendcn Pastorenkirche oder der Popenkirchc gestützte Regierungen. Wieder haben wir am ersten Mai die Kirche— nicht das Christentum! nicht die Religion!— als Verbündete der Arbeiterfeindc gesehen. Die Arbeite« wissen eS und vergessen es nicht. ES ist nicht die Arbeiterklasse, die dabei zu Dauerschaden kommt, sondern die Kirch«. Und selbst diejenigen, die Wcihwcdcl und Gewehre vereinten, um die proletarischen, die sozialdemokratischen Maifeiern zu bekämpfen, müssen sich vor der Idee deS ersten Mai verbeugen, müssen ihr Zugeständnisse machen! Sie retten sich, ste alle, auch wenn sic Protestantische, braunhemdige Schwertchristen sind, mit dem angeblich jesuitischen Mittel der Verdrehung, der Lüge! Sic veranstalteten in Wien„christlicke" Maifeiern, so wie sie in Deutschland den ersten Mai in einen„Tag der nationalen Arbeit" umlogen. Und doch wissen die guten Christen wie die guten Hunnen, baß es ein internationaler Sozialistenkongreß war, der den ersten Mai Arbeiterfeiertage macht«! Gewalt und Lüge, Massenverfolgungen Masseirbctrug versuchten an diesem ersten die proletarische, die revolutionäre Maifeier zu vernichten, sie entweder, wie in Deutschland, aus der Welt zu lügen oder, wie in anderen diktatorisch regierten Ländern, einfach unmöglich zu machen. Die bürgerliche Presse wird, was ininicr ihr berichtet wird, freudig weiter vermitteln als „Beweis" des„Niederganges" des Marxismus. Als ob daü ein Beweis wider den Marxismus wäre, daß ein schwerbewaffneter Polizist stärker «st als ein ausgcmergelter Proletarier, daß Militärabteilungen waffenlosen Arbcitergrnppen überlegen sind! Als ob die augenblickliche Unmöglichkeit, eine Lehre zu verkünden und den Grundsätzen dieser Lehre entsprechend zu handeln, eine Widerlegung der Lehre wäre! Wir sind weit davon entfernt, uns in einen seichten Optimismus hineinzulügen. Wir wissen so gut, wir wissen cs schmerzlicher, weil wir cS m tiefster Seele miterleiden, daß die Arbeiterklasse Deutschlands vom Fascisinus überrannt wurde, daß sie im Augenblicke ohnmächtig ist. -Iber wir sehen nicht nur das-Heute, wir haben als Marxisten gelernt, die Ereignisse in ihrer geschichtlichen Bedingtheit, in ihrer geschichtlichen Bedeutung zu sehen, und deshalb wissen, wir auch, daß der F a s c i s m u s zwar eine für die Arbeiterklasse nicht nur Deutschlands, sondern für die Westarbeiterklasse ungeheuer schmerzliche Episode fft, aber doch nur ein« Episode! Wir wissen, daß die gigantische Weltwiri- schaftskrise, die viele, viele Millionen Arbeiter auS dem Produktionsprozeß auSgelchaltet hat, die Kampstraft der Arbeiterklasse sehr geschtvächt hat. Wir tvissen aber auch, daß gerade diese Krise, auch tvcnn sie der Kapitalistenklasse die Möglichkeit gibt, den"Arbeitern gegenüber zur bru- - misten Gewalt zu greifen, dock auch den Kapi- 1 taliSmns zermürbt, so sebr zermürbt, daß er - schließlich auch mit Gewalt n-ckt zn erhalten ist. * Feuerwerk, auch wenn cs das größte Feuer- i werk war, das je auf deutschem Boden abgebrannt : wurde, kann für den Augenblick auch Arbeiter . blende». Aber die schönsten Raketen sättigen nicht In Schluckenau war die Versammlung gleichfalls sehr gut besucht. Die Ansprache hielt Genosse Pölz l-Aussig. Nach der Versammlung folgte ein Umzug durch die Straßen der Stadt. In Rumburg fand am Nachmittag am Rauchbcrg eine Vcrsamm lung statt, in der Genosse Arnberg aus Tetschcn das Referat erstattete. Es dürften 100 Personen anwesend gewesen sein. Im Kreibitztal versammelten sich über 300 Personen in Krcibitz, vor denen Genosse Duffe k-Tetschcn deutsch und Genosse K n o t h e-Steinschönau tschechisch die Referate erstatteten. In Rieder-Einsiedl nahmen an der Versammlung zirka 300 Personen teil. Die Ansprache hielt Genosse John-Aussig. s> Adolf Pohl« Familie. Genosse Adolf Pohl war zweimal verheiratet, die erste Frau ist vor Jahren gestorben. Aus der ersten Ehe hinterließ Genosse Pohl^drei erwachsene Söhne. Mit seiner jetzigen Frau Therese hatte er zwei Kinder, Mädchen, die Alter von 9 und 11 Jahren sind. * Xrmiertuntoebunfl und LelchenbesSnnnis Mittwoch um 10 Uhr vormittags finhei eine Abschiedsfeier für Genossen Adolf Pohl vor dem Hause", der Union der Tur n-Teplitz-Schönan statt. * Ätft Nr. 108 re •011 wn unsere Kräfte! An unserem Arbtiterseirrtaa« verbuchten wir uns feierlich, daß wir mit allen unser,« Kräften und Macht. der den Zug, in dem könnt« «in lebendig«, und Gefühl war Partei sprach Genosse Rudolf Geißler, für die wo stärker Genossen stimmige Zug bewegte. Viele hundert« Menschen waren schon auf dem Marktplatz, alü die Spitze der Zuger eintraf. Die sojialistische Jugend eröffnete di« Massenkundgebung mit einem Sprechchor, die Musik spielte die„Rote Jahne". Die Genossen B e l 8 a n und Schneider gedachten der Opfer de- Fasei-mu- und des verstorbenen Mgeordncten Genossen Adolf Pohl. AlS erster Redner sprach Genosse Richard Lorenz. Er schloß mit einem Hoch auf die Internationale Sozialdemokratie, in dar die Massen begeistert elnslimmtrn. Für die tschechische Panel sprach Genoss« I i r o n 8 ans Koinotau. Für die Jugend Genosse Josef Weir. Auch diese Redner ernteten mächtigen Widerhall. Die Maifeier verlies ohne jede Störung. An der Maifeier der Kommunisten nahmen weit weniger teil, als im Vorfahr. Tann gab es eine Maifeier der tschechischen Nationalsozialisten, an der 1250 Personen teilnabmen, und eine der National- $ i Dux. allgemein, daß diese Maiseit 1010 war. Der Massen» Riedl verlesen« Resolution sand ein- Annahme. war von Männer Sportler «hlbarer., ubelte den Borbeimarschstrenden von einer BergeS- höhe zu. Die Straßen der Stadt waren angvfüllt mit spakic«bildenden Menschen, di« di« Demonstranten freudig begrüßten. Ti« Maired« hielt Abgeord« neter Genosse Katz. Noch ihm verkündete Genosse K o u t n Y die Verbundenheit der brutschen und tschechischen Arbeiter im Kampf« gegen den FasciSinuS. Genossin Günzel rief di« besonders zahlreich anwesenden Frauen auf, im Kampfe an t«r Seit« der Männer auttzuharren, Besonder- stark war auch die Kundgebung in wo di«,_., jr., rr.. jmp meinen fteberraschüng bc? Gegner eine große Beteiligung auf. Vorabend fanden Fackelzüge statt, di« den l. Mai sestlich einleiteten. Die Nazi an der Grenze konnten sehen, daß die Arbeiterschaft des Erzgebirge- unerschütterlich zu den Fahnen der Sozialdemokratie steht. Da- Referat de- Genossen Patzelt wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen, die Arbeiter de- Erzgebirge- gaben da- Gelöbnis, daß sie ihren bedrängten Brüdern in Deutschland die unverbrüchliche Solidarität halten werden. Entblößten Haupte- ehrten die Erzgebirg-arbelter die Opfer del safei-mn- in Deutschland und den Genossen Pohl. St: w Karlsbad ungeheurer Ducht. Ungezählte tausende und Frauen, Jugendliche, Turner und füllten di« Aufmarschstraß«. Ein unüber. .Heer von Kindern in bunter Kleidung Da kundgebung die größt« besuch hat gezeigt, daß die Arbeiterklasse zur Sozialdemokratie steht. An dem Demonstration-zug nahmen 1200 Menschen mehr teil, al- im Vorjahre. Füns Musikkapellen gaben dem mäch- N ö m e c I tigen Temonstration-zug den Rhythm»-. Ein dichtes ft^tr iftlNtttl 1 tlt -llndMi n»rr Königswart. Trotz der Terrorversuche der Hakenkreuzler war da- Landproletariat de- Bezirke- zahlreich zur Mai- kundgebnng erschienen. Das Referat in der Versammlung auf dem Marktplatz erstattete Genosse Novy-Eger. Nach dem Umzug versuchten die Hakenkreuzler die einzelney abmarschierenden Gruppe» zu .überfallen.„Rote Wehr", welche den Schuh der Mai- ieier übernommen hotte, wurde mit den Nazis aber schnell fertig. Das übrige besorgte di« Gendarmerie. Auch hier war der Besuch weitaus stärker als in a. den letzten Jahren. Der Demonstration-zug machte I einen überaus günstigen Eiirdruck. Einige Musik- Die Maifeier fand wie im Vorjahr um 10 Uhr I kapellen und der Fanfarenchor der OberlentenSdorfer vormittags aus dem Marktplatz statt und sic gestaltete I Jugend, die Turner in Ihrer schmucken Uniform, sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung der sozial-1 besonder- die tschechischen Turner und Turnerinnen, demokratischen Arbeilerschast. J»i Fcstzugc mar- gaben dem Zug ihr besonderes Gepräge. Auf dem schirrten zwei Musikkapellen und der SpietmanuSzug I Masarykplatz fand dann die Versammlung statt, an unserer Jugendorganisation. Ter TemonstrationSzug I der gegen 4000 Menschen teilnahmen. Für unsere bot durch die vielen roten Fahnen ein prächtige-1 Partei sprach Genosse Rudolf Geißler, für die Bild. Die Kundgebung wurde durch ein schwung- tschechische Partei der Genosse Abg. B r o k i k, für volles Lied, das vom Arbeitergesangverein vorge- die Jugendlichen Genosse Arthur A n d e r s ch und tragen wurde, eingelcitet. Sodann wurde die Ber-1 ein tschechischer Jugcndgenosse. Ter 1. Mai in Brün sommlung von Genossen 11 hl eröffnet, der den ihreklhal gezeigt, daß die Arbeiter im Bergbau treu zur Freiheit beraubten Arbeitern im sascistischen Teutsch- land die herzlichsten Grüße entbot. Insbesondere gedachte Uhl der vielen klassenbewußten Proletarier, die wegen ihrer Ueberzeugung in den Kerkern und Konzentrationslagern schmachten. Hierauf sprach al- erster Redner Jugendgenosse Pracht au- Trplitz,,„ der dir Leiden der Arbeiterjugend aufzeigte und zum I mit 6000 geschätzt. Gegen S Uhr sormiekie sich in Kamps gegen den FasciSinuS aufrief. Seine Aus- der Umgebung des Bahnhofes ein mächtiger Drmon- führungen wurden mit reichem Beifall belohnt. Für strationSzng, in dem einige Musikkapellen, viele di« tschechischen Genossen sprach Genosse AlfonS Fahnen und Standarten vorhanden waren. Die R e m u n d a aus Kladno, der InSbesondcrS auf den I Massen waren vor allem von antifascistischer Itim- gemeinsamen Kamvl verwies, de>t da- deutsche und I mung erfüllt. Als Redner waren der Abgeordnete tschechische Proleteciat führen muß, um siegreich zu jGenosse Heinrich Kremser, für di« tschechische Fahne der Sozialdemokratie stehen. D«r 1. Mai in Bikin. Die diesjährige Maifeier war weitaus besucht al- in den vorhergegangenen Jahren. Die Besucher der Versammlung am HavliLekplotz wurden Lobosih. Unsere Mai-Kundgebung wurde von den Genossen B i l e k(tschechisch) und S u l e k(deutsch) eröffnet. AlS Vertreter der tschechisch-sozialdemokratischen Partei sprach zu den Versammelten Hehl- Dur. Für unsere Partei B r u m l i k- Teplitz, der besonder- auf die Kampfverbnndenheit der deutschen und tschechischen Arbeiterschaft gegen den Fasci-mu- hinwics. Der Verlauf der Mai-Veranstaltung hinter- ließ einen tiefen Eindruck und zeugte von dem Willen der Arbeiterschaft, die Demokratie zu verteidigen. In Katharinabrrg fand«in« mächtige Kundgebung von mehr als 700 Teilnehmer au« den drei Orten Katharina- berg, Nickclrdoif und Brandau statt. Am n-1 bleiben. Seine Ausführungen sanden ebenfallt lrb- oh hast« Zustimmung. Nun sprach al- Hauptreserent I Genosse Abg. Kans m a n n über die Bedeutung de- Loz.eLcwokratie Tage- sür die Arbeiterklasse. Er befaßt« sich beson- "eilnehmer der- mit dem Fascitmu» in Deutschland und seinen wnsznx vL'.ä vu Straßen mar- Methoden. Eine korrupte Wirtschaftsordnung ist am treu r-clinHrlvendro Zuschauern I End« ihr«r Kunst angelangt. Ar kapitalistischen i and der Bewun» Wivtschaft-sührer glauben durch den Fascitmu- ihre und dir Bürger-1 Herrschaft ausrechterhalten zu können, aber gerade wzialdemokrati« sei I ans wirtschaftlichem Gebiet muß der Fasei-mu- ver- ..-c„tnr. Verreck«»", und nun mußten sie sagen. Redner verwies auch darauf, daß unsere & rrr'rtrri'Äen Massen treuer denn jeiFascistrn sich anschicken, dieselben Kampsmethoden wie Verrrr steöen. Ti« Kinder— e- waren in Deutschland anzuwendcn, aber di« Arbeiterklasse .<>— morschirrlrn diesmal nicht mit, son-1 diese- Staate- wird sich mit allen zu Gebote stehen» ',:n:nrr!:rn sich im BolkShauS zu einer schlich» I den Mitteln dagegen zu wehren wissen. Genosse mröggn L Kreis Karlsbad. In Westböhmrn wurden, wie solcher in ollen Bezirksstädten Maikundgebungen veranstoltet, die nach übereinstiwmenten Berichten weit stärker besucht Warrn und eindrucksvoller verliefen all im vorigen Jahre. Besonder- di« Maiei«« in WK'i. 5.»«if, hi( sitziftwittn nid«itend«i tn<> b peei-c ^tUjKttllstmttnpelnnlNü lih bk u«w>rgutttjtch«n thw siuinl-ti Älnfttw«». 9lk bk wichlmst« wn Ht«d'tti tzteftn: Kninpsd oeach.'or. " i sst i j lfhst Wwllljt Wlvm Ml ... liftxgorlnvai: mrm bhu .-..„kj., wir MiflSii kund, ssir eine Wfwt tlwwandknstg ki iftorhllltnrffe>n tJoromtzfotzaeig für > wir die Her d< nivlrailis^kru Ein. und die Kteigernn« der ">, i> der von sozialistischem irrklaffe. deghakb ta I. Rai allen Drniokratir und der staatS« n jtzrsipotwd spstrmalischen und li v r t-l ii j g r n Kempf an. Tiefer Kampf all»»' allem vor iosriitischen Bewegung, vu sich aun^ftolr gwep dm. di« Temokrati« zn vmnttchnm, vor imnoücn Fortschritt zu Verhindern, htr»mlitllcheu Roch» onizuhrben, um so die Twnmsratir durch dir Diktatur zu ersehen und die twajuni Mall« de- arbeitenden Volk«- in Stadt und Sm,» vnlrritch zn entrechten und sozial zurück, lumper. Mir werden von unserem Kamps« nicht lüLasien, W da- Gift de- Mißtrauen- und der mnralllche» Zersetzung, welche durch di« fasei. knichcu und dalbsaleistischen Bewegungen gefördert wrr», andgenlgt sein wird. Dir senden der Arbeiterklasse in D« u t s ch» Innd, in Oe st erreich und in allen Staate« ohne Demokratie, politische Freiheit und sozialen Fortschritt unsere aufrichtige« Grüße. Wir der« sprechen ihnen, in ihre« schwere« Kamps«« sür Unftrr GntfMIiestung. C9>C‘Iß f'm->»»»^«4« AM«'HrOtll unb Postelberg. Trotz der Ungunst de- Wetter- hatten sich di« Arbeiter au- der ganzen Umgebung eingefunden und ein mehr als 1000 Teilnehmer zählender Demonstrationszug bewegte sich durch den Ort auf den Marktplatz, wo die eindrucksvolle Kltndgebung stattfand. Für die tschechischen Genossen sprach, oft von Beifallskundgebungen unterbrochen, Genoss« Marti n e e, Brzirk-schulinspektor au- Dux. Er appelliert« »amen- seiner Partei, den leidenschaftlichsten und zähesten Kamps gegen den Fasci-mu-, um di« Freiheit der Arbeiterklasse und um d«n Sozialismus zu führen. Für unsere Partei sprach Genosse Jose P r e t s ch auS Komotau. Bon der wirtschaftlichen Entwicklung und den daraus resultierenden politi» chen Erscheinungen ausgehend, geißelte er die Mordtaten de- deutschen FasciSmus und verwies auf di« Gefahren im eigenen Staate. Sein« Worte lösten begeistert« Zustimmung bei den Dersammlung-teil- nehmern aus. Die Stimmung der Versammlung war äußerst gut. Die Kundgebung war größer und eindrucksvoller als alle Jahr« vorher. Di« Kommunisten hatten unserer Partei ein„EinheitSfrontangebot" gemacht, wa- selbstverständlich abgelrhnt wurde. Daraufhin verzichteten sie auf eine eigene Maifeier, sie fühlten sich wohl zu schwach, um allein aufzumarschieren. wllmr Samtsuns hm Konw :iöu DunvpiMuug p» Am Tage nmchcr m Llnam Flugblatt ÄmmLuarimmn Aiahklanar" ge> ! Woidemonirrcrum morde. Lnirrr Ge- r nie einer Mej- . r»! urrierr! i vbritrvs. Pick iau>)aäre klassen de bii BDW i:Ö) iät j GraSlitz, die den Beweis erbracht«, daß di« Arbeiterschaft diese- Bezirke- trotz der Agitation der.Komnmniften, der soziaKemokratischen Partei di« Treu« hält. Tic Maidemonstration in Eger war«in« Enttäuschung für unser« Gegner, die auch hier gehofft hatten, daß dir sozialdemokratische Bewegung abbröckel«. Der weitaus stärkere Umzug als auch di« Teilnahme an der Kundgebung haben geleigt, daß di« Arbtitcvschaft in Treu« zur Partei letzt. Do» Referat erstattet« hier Genosse Has- bauer au« Prag. Im Umzug« wurden viel« Sturm- und BereinSfahnen sowie Transparent« getragen. lieber hundert Radfahrer und viel« Jugendlich« mit Fanfaren eröffneten mehrer« Kapellen onfspieltrn. Ein« wuchtige Kundgebung Neudek verzeichnen, wo der Aufmarsch bunte- Bild zeigte, dem da» leuchtend« Blau der Jugendlichen und di« kleidsamen Trachten der Turner eine besondere Not« gaben. Auch di« Frauen trugen Einheitskleidung. Das Referat erstattet« Genosst Dondrak und stürmischer Beifall bewies, daß dir Dort« de« Redner- ein lebhafte- Echo gesunken hatten. Im Falkenauer Bezirk wurden Kundgebungen in mittelndi« Demokratie verteidige«, die staatsbürgerlichen Freiheiten und die gesunden Vorbedingungen unsere- endgültigen Siegesichern werden. Wir werden di« erkämpfte« Positionen nicht räumen und unsere Errungenschaften, di« wir in harter Arbeit und mit großen Opfern erkauft haben, nicht prei-gebe». Wir erklären und gelobe«, daß in diese« Staat«, in unserer demokratische« Republik nicht der Fasei-mu- entscheide« wird' und daß k-ine Diktatur sich durchsetze« bars. I» diesem Sinne rufen wir all« Darbende« und Notleidenden zur Arbeit und zum Kampfe auf. Bereite« wir durch unablässige und organisatorische Arbeit de« weit««« Ausstieg der Arbeiterklasse in dieser Republik vor. vereinige« wir unser« Kräfte zum Kamps« gegen Kapi. tali-mu- und Fasei-mu«, zum Kampf« um Demokratie und Arbeit, Brot und Friede«! Es lebe und gedeihe di« Sozialdemokratie in Tschechoslowakische« Republik! Nieder mit dem Fasei-««-! ES leb« der Soziali-mub! ii-fioliskrjidrn Jug : xr den Forderun, Lompflosungen de- r a I«* sand die n k’K Eimge Vrove lkinnmunisten) versuH" std>.vt i?>,■, isch,-,-i,ck>'N und bei deutschen Sozialdemokratie bft dachen Parteien angenvinmen: sdtt Sinenenittg der Demokratie und di« unerlöß. .rchen Porau-fetzungen der kulturellen, wirtschaft, l-chen und lozialen Entwicklung jede möglich« Unterstützung. Schließen wir unser« Reihe«! Mobilisieren I u.,.-. n.uut....t.----—------- tit tsur P. c. rnt küddnv» LÄainmi, dir LTT fir pin-on .«'T vi- Jnt cktnm- wnnawum Iw (■■BömimnnnnnuHnniiiniiinuiiuuniinnnniiimnuiinmnnnmininiimnmniiiuiiinnunuiranmnmnHiminniiiiimiiiimiiiinntinninnnniiinniiinininnunnimiainiiuiinsaniSHiuinia Partei der Genosse Professor Jankowec, sür die Jugendlichen der Genoss« Hermann P r«i b i f ch und ein tschechischer Jugendgenosse erschienen. Di« Redner ernteten starken Bnfall. Die Biliner Arbeiterschaft hat bewiesen, daß sie der alten sozialistischen Tradition treu ist und daß sie entschlossen ist, den sascistischen Geist zu bekämpfen. OberleutenSdors. Die Beteiligung an der sozialdemokratischen Maikundgebung war— sehr zum Arrger der Nazi und Bürgerlichen— noch um viele- stärker al- in den vergangenen Jahren. Der Demonstration-zug allein zählte 1500 Teilnehmer. Aus dem Masarykplatz, wo di« Versammlung stattfand, hatten sich außerdem mehrere tausend Menschen al» Zuhörer elngefunden. Di« Kundgebung wurde mit einem Fanfannruf 'unserer Jugendlichen eröffnet. Dann begrüßten die Genossen Schubert und B r oöi k die Erschienenen. Bevor di« Genossen L«i n- m« r»Komotau(deutsch) und Dvokak-Dux(tschechisch) di« Referate erstatteten, ehrt« die Versammlung den eben verstorbenen Genossen Abg. Pohl durch ein Kampfgelöbni- sür di« Freiheit. Di« AuSsührungen der Redner, di« In den Appell au-klangen, den Kampf gegen den Fasei-mu- mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu führen, fanden stürmische Zustimmung. Für die Sozialistisch, Jugend sprach Jugendgenosse Patz- Zuckmantel, für di« tschechisch« Turnerjugend Genoss« Tycler-Bnix. Di« vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig angenommen. Mit dem Gesang der „Internationale" fand dann die imposante und eindrucksvoll« Kundgebung ihren Abschluß. Folkeno« und Königsberg veranstaltet, bei denen Abgeordneter Müller prach. In beiden Städten hatten sich virl« tau- senk« von Arbeitern und Arbeiterinnen ringefunden, di« ihr« Übereinstimmung mit ken Worten det Redner- bekundeten und in macht, vollem Demonstration-zug bezeugten, daß die Arbeiterschaft hinter der Sozialdemokratie steh». Graß war auch di« Kundgebung in «sch. wo etwa 5000 Menschen in tadelloser Disziplin zum Marktplatz zogen, wo Genosse Lorenz über di« Bedeutung de« Tage- sprach. Auch in Elbogen übertraf di« Teilnehmerzahl an ber Kundgebung bst früheren Jahre bei weitem. Genosse Bruch sprach nach dem Eintreffen de» DemonstrationSzuge», in dem vicl« Musikkapellen geführt wurden ich« di« Bedeutung des Tage». Für dir tschechischen Arbeiter sprach Genosse W o n d r a k, Sanger eröffneten unschlossen di« Kundgebung. Im Landgebiet« wie» bst Demonstration in Petfcha«, wo Genoss« Horn au- Karlsbad referiert«, eine stärker« Teilnahme auf al- früher. Auch hier fielen die Jugendlichen in ihrer kleidsamen Tracht auf. Ein besonder- starke- Kontingent stellten di« Kleinbauern und HäuSier, di« in geschlosscnem Zug« anmarschierten. Auch in Kaoden, Genoss« Schuster reseriert« sowie in Joachim-thol, Genosse 2 ch a r i n g da- Referat«rstaltet«, wie- sozialdemokratische Maiveronstaltung zur ollg«- «tH gedachte I neu der ge- gemarterten verstorbenen verkündete I tttntrti Lwweigen. Dann I ujltimsmnfl aller Leilnetz I £ x:; Heller, sür N»e f imf- Roudnltz, sür! kltbr Jugend S a v i e k v innen irtnTJv«rre sprachen tret Ittnsrwsrsiew. nttt für nnitit Ltnrrc S tschechüÄ» Vrriiwwmnm: die' t cdrwi i!d-- wxmduminti« 3Uwchr>w>b und iu: awr band R u a a>!.'oz vu unserer Partei«m nassen haben anf dächrs WuAbkrL senbeteilizinx Marr-wnrmu, st en Erwarrrrzer rrr- det regnerischen Smtö waren bewußte Arderrc: der Parole gefolgt. Als brr nckgt StIDO zählend« schirrte,%Acc« immer wieder Rast det Ersrarnc: derung laat. T-r Haven Vic R-or lichen sich;^w'' cir.oeredet, Vst nun rädg schen. d- ju unsere gcgrn k dern x... MMM ten, aber«ndr-rck-vollen Maifeier. Im ZügeI Kaufmann rief zum Schluß all« Arbeiter zu>m Kampf selbst wsrr» Vst Radfahrer, die Jugend-I gegen den FasciSmuS auf. Seine AuSsührungen lichen, dst Arbeiterturner, welch« in ihrerjwurden mit stürmischem Beifall quittiert." Die von neuen, Leirsamen Uniform erschienen waren, beson der- stank vertreten. Außerordentlich starke Kon- tingeme sstllteu auch dst F r a u e n und vor allem die tschechischen Genossen. Aus dem Marktplatz standen, al» die Kundgebung mit«ine« Kampflied der Arbeitrrsäng» eröffnet wurde, die Massen Kopf an Kopf. Die Zahl der Teilnehmer wird auf 10.000 bi» 12.000 geschätzt. Nachdem di« Genossen Reichl und Hattan namen» der Einberuser dst Ver sammelten begrüßt hatten, referierten die Genossen Dr. Strauß-Prag(deutfch) und (tschechisch) über die Bedeutung des Tage-. Ihre I Spalier umsäumt« die Straßen, durch dst sich der AuSfiihrungen, die in dar Gelöbnis auSllangen, die* Freiheiten und Rechte der Arbeiterschaft mit allen! Mitteln gegen den FaseismuS zu verteidigen, wur den mit stürniischcm Beifall aufgenommcn. Für di« deutsche und tschechische proletarisch« Jugend sprachen die Genossen Kleiner und R ü 11 ß t a. Mit dem „Lied der Arbeit" wurde dann die wichtige Kund- j gebung abgeschlossen. Sie hat bewiesen, daß die Sozialdemokratie ein Bollwerk Ist, an dem alle Anstürme der Reaktion zuletzt zuschanden werden müssen.— Die kommunistische Maikund gebung war Heuer schwächer denn je. Viel leicht werden di« kommunistischen Führer nun end lich erkennen, daß ihnen ihr kleinlicher und gehässiger Kamps gegen die Sozialdemokratie keinen Gewinn bringt.— Die Hakenkreuzler„demonstrierten" im Parksaal sür dir Freiheit, die sie den Arbeitern am liebsten rauben möchten. Nach ihrer Versamm lung wollten sie einen(verbotenen! Umzug sor-! demokraten mit 650 Personen. Mieren, aber die'Gendarmerie nahm ihnen bald«»«» gründlich die Lust dazu. Ein paar nationalsozialistische I vrnx. Maulaufreißer wurden verhaftet. Nr. 103 Mittwoch, 3. sRat ros». Die Seifenblase ist geplatzt: Seite 5 der größte Bluff des Jahrhunderts! Aus dem Vier jahresplan wird ein Ein jahresplan: Arbeitsdienstpflicht— Unternehmer«„Imtative"— Straßenbau und Wohnungsrenovie- rungen Gegen die Tarifverträge— Zuerst wird für den Bauer gesorgt!— Nationales Pathos und Drohungen Kreis Reichenberg. Rrichenberg. Die diesjährige Kundgebung war die wuchtigste und stärkste, die seit der Spaltung von der Sozialdemokratie durchgcsührt wurde. Die im Zuge getragenen Standarten zeigten, daß die Arbeiterschaft ihre Hauptaufgabe in der Bekämpfung des Faseis» mus erblickt. Die Kundgebung am Theaierplatz wurde durch die Arbeitersäugcr ciugeleitct. Dann kundgednng für die Opfer de« FascismuS. Zwei Minuten stand die Menge entblößten Hauptes unter dumpfem Trommelwirbel derer gedenkend, die käinpfend starben oder meuchlerisch ermordet wurden. Die Ausführungen der Redner Genossen Abg. Roscher(deutsch) und Genossen Schwarz(tschechisch) wurden ost von stürmischem Beifall unterbrochen. Brausende FreiheitSruse und die^Internationale" schlossen die eindrucksvolle Kundgebung. Goblonz. Di« diesjährige Kundgebung wie-«inen außerordentlich guten Besuch auf. Auf dem neuen Markt sand di« Kundgebung statt, an ter an 600 Personen teilnahmen Der DcmonstrationSzug bot em erfreuliche- Bild, zahlreiche rot« Fahnen und die Jugendlichen in ihrer blauen Kluft gaben dem Aufmarsch ein besondere- Gepräge. Die Refera'r bei der Kundgebung hielten in deutscher Sprache Genoss« Hugo Mayer, Reichenberg, in tschechischer Sprach« Genost« S u ch y, Grottau. Friedland. Der groß« Saal des Kretscham in Ringenhain war überfüllt. In markanten Zügen skizzierte Genost« Hawel den Gedanken de- 1. Mat, um sich dann mit den Fragen des Tage-, vor allem mit dem Fasci-mus zu beschäftigen. Genosse Kvarc sprach für di« tschechische Bruderpavtei. Brausend klang die „Internationale" durch den Saal. Nach Schluß formierte sich«in Zug zur Statt, der-in seiner erfreulichen Stärke allgemeine Aufmerksamkeit erregte. Friedland zeigt«, daß der Sozialismus auch in diesem Gebiete mehr tenn je die Hoffnung aller Schaffenden ist. Grottau. Hart an der Grenz« Hitler-Deutschlands demonstrierte die klassenbewusste Arbeiterschaft von Grottau und Umgebung in bisher nie dagcwesener Beteiligung gegen den Fascismus. Der Umzug zählte nahezu 1000 Teilnehmer und die Manifostalionskundgebuug nahm«inen erhebenden Verlauf. Genosse B ö l i n a auS Prag referierte in deutscher und tschechischer Sprache. Kratzau. Di« Maiv«rsaminlung sand am Sonntag vormittags im Schützenhaus statt. Zu Beginn wurde ein« zwei Minuten lange eindrucksvolle Traurrkund- gobung für di« Opfer des Fasei-mu- abgc halten. Dann sprachen di« Genossen Köller. Rrichenberg, dcutsch und Dr. Josef Bren tschechisch. Morcheusteru. Die diesjährige Maifeier für den Bezirk Tannwald fand genreinsam mit den tschechische» Genosten auf dem Marktplatz in Morchenstrrn statt. Ungefähr 1500 Arbeiter und Arbeiterinnen nahmen an dem von Tanmvald nach Morchcnstern marschierenden DcmonstrationSzuge teil. Aus dem Marktplatz in Morchenstern waren trotz strömenden Regens rund MV Demonstranten anwesend. Nach der Eröffnung des Meetings in deutscher und tschechischer Sprache verkündeten Fansarenlöne den Beginn einer Pause von zwei Minuten zur Ehrung der Opfer, die der deutsche Fasci-mus gefordert hot Hierauf referierten die Genossen Senator D u n d r, Prag, und Schiller, Rrichenberg. Mit der Internationale sand die herrliche Kundgebung ihren Abschluß. Kreis Lrautenau. Die Kundgebungen im Trautenauer Kreisgebiet waren trotz dem schlechten Wetter, das am Bormitlag herrschte, in den ausschlaggebenden Jn- dustrieorten viel stärker besucht als im Vorjahre. Zu Zwischenfällen ist cs mit Ausnahme von Wekclsdorf nirgends gekommen. Trautenau. Weit über 8000 Personen nahmen an der Kundgebung auf dem Ringplatz teil. Für die deut- scheu Genossen sprach Adolf Pa l in e-Trautcnau, für die tschechischen Genosse Mostek, für die sozialistische Jugend Letzet Alle Redner geißelten die Herrschaft des deutschen FasciSmus und ernteten stürmischen Beifall. Im Gedenken an die Opfer deS sascistischc» Terrors verharrte die Versammlung zwei Minute» im Schweigen; die Teilnehmer führten diese eindrucksvolle Kundgebung entblößten Hauptes durch. Arnau. Hier fand ein glänzend besuchter Massenaufmarsch statt.- Deutsch sprach Genosse Abg. Schä- s e r-Reichenberg, tschechisch der Genosse K o v a k i k. Beide Redner ernteten stürmischen Beifall. Braunau. Die heurige Kundgebung war außerordentlich stark besucht; sie war eine gewaltige Kundgebung gegen den Fascismus. Für die deutschen Genossen sprach Mader; außerdem sprach ein. tschechischer Genosse. Die Kundgebung war von einem prächtigen Kampfgeist getragen. Hohenelb«. Der Besuch der heurigen Maikundgebung war viel stärker als im vergangenen Jahre. Unter stürmischem Beifall sprachen der Genoffe Ladig< Koniotau und ein tschechischer Genosse. Königinhof. Die Beteiligung der deutschen und der tschechi- schen Arbeiterschaft>var äußerst stark. Nach dem Ja, niach Dir nun'nen Plan, Sri nur ein großes Licht! Und dann, dann mach Dir noch'nen Plan, Gehn tun sie beide nicht.., Aus der im Dritten Reich verbotenen Dreigroschenoper. Unter gewaltigem Theaterdonner, bei bengalischem Licht und von Zehntauseudün Uniformpuppen assistiert, hat Hiller gestern das lang angekündigte Ei gelegt. Groß war die Erwartung der Menschen, denen seil dein 30. Jämler der Mund nach den Schätzen wässert, died er Nationalsozialismus zu bieten hat.„A r b c i t und Brot" hatte Hitler versprochen, ehe er an der Macht war. Einen großzügigen Bicrjahres- plan hatte er vorausgesagt, als er die Macht hatte. Siedlung und Bodenreform werde der Inhalt des Plans sein, hatte man seit Tagen halboffiziell angedeutet. Deutschland und die Welt waren gespannt, wa« nach so vielen Kanzlerreden ohne Inhalt die große Rede am 1. Mai bringen würde. Nun ist das Ei heraus und siche, eg ist faul! Man könnte auch mit dem lateinischen Sprichwort sagen: Parturiunt monteS, nascetur ridiculuS muS— Die Berge kreisen und eine lächerlich kleine Maus wird geboren. Aber das stimmt wieder insofern nicht ganz, als cs nicht lauter Kleinigkeiten sind, die Hitler durchzufüh- ren beabsichtigt. Er kündigt die A r b e i t S« dienstpflicht an. Eine alte Forderung des Unternehmertums wird damit verwirklicht, die Umwandlung eines freien Staates in einen Sklavenstaat nimint ihren Gang. Er spricht sehr vorsichtig zwar, ober klar genug von den„Verträgen", denen man neue Bedeutung geben müsse. Jeder halbwegs Orientierte weiß, daß diese Erklärung das Ende der Tarifverträge in Deutschland, da» Ende des Arbeitsrechtes bedeutet. Das sind schon große Sachen, große Taten, das sind keine Kleinigkeiten. Liber mit Arbeitsbeschaffung, mit Sozialismus hat das nichts zu tun, sondern nur mit dem Gegenteil, mit wachsender Krise n n o t, mit kapitalistischer Reaktion. Wir können uns wohl ein« ausführliche Schilderung des Galazirkus auf den« Tempelhofer Feld erfparen.und diesen Teil des Berichtes kürzen. Wichtig ist, was Hitler gesprochen, versprochen hat: Berlin, 1. Mai.(Wolff.) Das Tempelhofer Feld war bereits gegen 5 Uhr von einer unübersehbaren Menschenmasse überflutet. Auf dem erhöhten Mittelteil der gewaltigen Tribünen ist das gesamte offizielle Deut'chlano versammelt, die Mitglieder der Reichsregierung, der preußischen und anderer Landesregierungen. Vertreter der Wirtschaft, der(sogenannten) W'ssenschaft und der(völkischen) Kunst Auch das diplomatische Korps ist vollzählig versammelt. Pünktlich um 8 Uhr abends wird die Kundgebung der nationalen Arbeit offiziell eröffnet. Ministerpräsident Goering begrüßt vor der Tribüne den ankommenden Reichskanzler, der rin Licht der Scheinwerfer dann auch von den Massen erkannt und begrüßt wird. Reichüministcr Dr. Goebbels führt in einer Eröffnungsansprache aus, daß die ganze(!) deutsche Nation init der Feier dieses Tages sich zum sittlichen Ethos der Arbeit bekennt und über alle U n I e r s ch i c d c der Klasse, des Standes und der Konfession(?) hinweg sich zusammenfindet, nm endgültig die Ideologie des Klassen- ka m pfcS zu zcr schlagen und der ncucn Idee der Volksverbundenheit und Volksgcnicin- schafl den Weg frei zu machen. Reichskanzler Hitler sagte i» seiner Kundgebung ii. a.: Ter erste Mai ist von heute ab in Deutschland der Tag der Wiedergewinnung der Kraft und der Stärke unseres Volkes, damit zugleich der Tag der schaffenden Arbeit, die keine Grenze kennt und nicht gebunden ist an die Ari in der sie verrichtet wird. Tie Schaffenden in allen Schichten müssen den Weg wieder zu einander finden. Diese Ausgabe ist»ach der langen Zelt der Kkastenzcrkküftung nicht leicht, aber wir dürfen daran nicht verzweifeln. Wir wollen die deutschen Menschen wieder zn einander bringen und wenn sie nicht wollen, sie zu einander zwingen. Das ist der Sinn des ersten Mai, der u u n tschechischen Redner sprach Genosse Hammer- Prag. Kronstadt. AuS fast allen Orten des Adlergebirges nahm die Arbeiterschaft an der Kundgebung teil. Die Ausführungen unseres Redners wurden ost von stürmischem Beifall unterbrochen. Marscheudorf. Di« Maireden deS Genossen Sen. I u st und deS Jugendgenossen Mahrla wurden von den in Masten erschienenen Arbeitern mit stürniischem Bcisall ausgenommen. Schatzlar. Die Kundgebung war äußerst stark besucht. Tie Maircbe hielt Genoffe R a m b a u s k e-Brau- nau, der sich besonders eingehend mit dem Kampf gegen den FasciSmus befaßte. Er wurde oft von stürmischer Zustimmung unterbrochen. Starkstadt. Die Teilnahme war sehr groß. Die Rede des Genossen Rambauske sand stürmische Zustimmung. WekelSdors. Die Teilnahme war sehr groß, daS Referat des Genossen P a l m e war oft von stürmischen Zustimmungskundgebungen unterbrochen. Rach der Kundgebung zog ein starker DemonstrationSzug durch den Ort. Einige Hakenkreuzlcr, die in der Hauptstraße zu provozieren versuchten, kamen dabei schlecht weg. Ein Nationalsozialist wurde verhaftet. Streis Landskron. Landskron. Ter Aufmarsch der sozialdeinokralischen Arbeiterschaft am l. Mai war stärker als die Jahr« vorher, obzwar daS Wetter nicht«inladend wirkt«. Mehr als 2000 Menschen waren versammelt, um nach Eröffnung der Kundgebung durch Genossen Schmidt die Reden der Genossen Dr. Wiener, Prag ldeutsch) und Prochaska(tschechisch) anzuhören. Beiden Rednern wurde starker Beifall gezollt. Die Resolution fand einstimmig« Annahme. Angenehm fiel die reg« Beteiligung ter Jugend, der Turner und Radfahrer am Demonstrationszugc aus. Kreis Prag Die sozialdemokratisch« RMaikundgebung übertraf an Stärk« die nationalsozialistische und kommunistisch«. Trotz der widrigen Umstände war die Beteiligung heuer noch größer als im Borjahr«. An den Demonstrationszug durch di« Hauptstraßen schloß sich ein« groß« Bersannnlung auf ter Sophicn- insel, wo Genoss« Dr. Dchwelb für die deutsch«, Abg. Genoss« Hampl für die tschechische Partei sprachen. Für die deutschen und tschechischen Frauen sprach Genossin SI o r k a n o v ä. Der große Eindruck der sozialdemokratischen Kundgebung wurde durch Pscifkonzeri« Isilxchischer Fascisten, welche kleine Kruppen>" dem dichten Zuschauerspalier bildeten, nur verstärkl. Die Lokalorganisation Kroöehlav veranstaltete ani Nachmittag eine eigene Maiseier, an Wei. cher sich viel« Prager Genossen beteiligten. Kreis Pilien'Budweis. BudweiS. In Böhm.-Budwei- nahmen die deutschen Genossen wie alljährlich an der Demonstration und der Kundgebung der tschechischen Genossen teil. Bom Arbeiterheim zum Ringplatz bewegte sich«in stattlicher Zug von mehr aG lausend Menschen durch ein Spalier von vielen Tausenden. Das Meeting am Ringplatz wurde vor etwa zweitausend Arbeit«''» und Arbeiterinnen vom tschechischen Genossen Ku Sera eröffnet, dann referiert« kür di« tschechische Partei Senator Genosse Ä r i L; für unser« Par'«i hielt Genoss« Goldschmidt, Prag, eine kurze, zündende Ansprache. Di« ganz« Versammlung stand im Zeichen des gemeinsamen Kampfes gegen cen Fascismus und für die Erhaltung der Demokratie in unserer Republik. Nach der einstimmigen Au- nahme der Resolution und den Klängen der Staats- hymnen folgt« ein kurzer Appell des Leiters dcr Versammlung, die dann mit dem Lied der Arbeit groß und würdig abgeschlossen wurd«.— Tie deut- schen Genossen hatten am Vorabend eine ausgezeichnet besucht« öffentlich« Versammlung«in- berufen, in der Genosse G o l d s ch m t d t über den Fascismus in Deutschland und über die Ausgabe.i sprach, die der Arbeiterklasse in der Tschechoslowakei nunmehr gestellt sind. B.»Krumau. Die gemeinsame Maifeier der deutschen und tschechischen Sozialdemokraten fand trotz des ungünstigen Detters unter starker' Teilnahme dcr Arbeiterschaft statt. Nach einem imposanten Umzug und Aufmarsch aus den Krumauer Ningplatz sprach für unser«'-'lariri vor einer Massenversammlung Professor Genosse Herdig, dessen ausgezeichnete? Referat stürmische Zustimmung auSlöst«. Für die lschechisck)« Bruderpartei sprach Genoss« Dr. Hosni o n n, Prag. Die in beiden Sprachen verlesoi-e Resolution fand einstimmige Annahme. Mit den: Vortrag« der International« wurde die eindrucksvoll« Kundgebung der Sozialdemokratie beendet, d'e unseren Gegnern gezeigt hat, daß die Krumauer Arbeiterschaft für ihr« Recht« zu kämpfen bereit ist Neben unserer Maikundgebung veranstalteten d'e Kommunisten anschließend am Ringplatz eine Versammlung, zu welcher sie aus ganz Südböhmci: zirka 300 Anhänger aufgeboten hatten. Marienbad. Die heurige Maifeier in Marienbad wurde nur von dem Gerichtsbezirk Marienbad veranstaltet, da der Königswartcr Bezirk seine eigene Maifeier in KönigSwart abhiclt. Trotzdem war die Beteiligung mindestens ebenso zahlreich, wie in den Vorjahren, obgleich mit Rücksicht auf den Ernst dcr Zeit die Kinder und Jugendlichen hatten zu Hause bleiben müssen. Denn cs gingen schon seit Tagen die Gerüchte, daß die Hitlcrbandilen die Absicht hätten, Aufmarsch und Feier zu stören Dazu langte allerdings dcr Mut der sascistischc» Landsknechte nicht! Aufmarsch und Versammlung wurden dadurch in keiner Weise gestört. Die Festrede hielt Genosse H r d l i t s ch k a aus Karlsbad. Mies. Troy ungünstiger Witterung nahmen am Demonstrationszug und an dcr Kundgebung 1200 b i S 1400 Genossinnen und Genossen teil. Nach der Eröffnung durch Genossen 2 ch w a n d t n c r referierte, oft von stürmischer Zustimmung unterbrochen, Gc- nosse P a ii l aus Prag, fcrncr für die tschechoslowakische Sozialdemokratie Genosse H o m o l k a-Pilsen, und für di« sozialistische Jugend Genosse Schmied. Am Vorabend sand bei zahlreicher Teilnahme ein Fackelzug, am Nachmittag«in gelungenes Kinderfest statt. Plan. In Plan hatten es die Nazi unzweifelhaft schon lange auf eine Sprengung nuferer Maikundgebung abgesehen. Tie Beteiligung Ivar sehe gut, doch als der Demonstrationszug ans dem Marktplatz zur Kundgebung Ausstellung nahm, war ein Trupp Nazi schon um die Rednertribüne postiert und sic setzten alsbald mit ihren Stö- rungsvcrsuchen ein. Nachdem unser Redner Genosse Schmidt aus Prag ungefähr ctnc'Viertelstunde gesprochen hatte, griff die Gendarmerie in die nicht cndcnwollcndcn Anscinanderseyungen ein, woraus die Kundgebung von dem Vertreter dcr Behörde aufgelöst wurde. Tepl. Tic Maifeier fand in Pieper:- Gasihaus|tai:. Sie war schwächer besucht als sonst, da di« Landecker Genossen Heuer an der Versammlung in Pctschau teilnahmcn. Ta» Referat erstattet« Genoss« Kern, Prag. Die Entschließung wurde einstimmig an- genommen. An- der Versammlung wurde eine Abordnung geniählt, die sich unter der Führung deck Genossen Kern zum Bürgermeister begab, um die Forderungen der Arbeitslosen zur Arbeitsbeschaffung vorzulragen. Wallern. klüter ungemein starker Teilnahme sand in Wallern die Maifeier statt. Am Abend vorher gab es einen Fackelzug, der großes Aufsehen er- reczlc.'Nach dem Fackclzug sand ein Festabend mit ausgezeichneten Vorträgen und Thcatcrauf- fuhrung statt. Am Sonntag sprach vor mehr als 2000 Personen unter dem Vorsitz des Genossen Dietl über die Bedeutung des 1. Mal. Kreis Brünn. Brünn. Tie gemeinsame Maifeier dcr deutschen und tschechischen Sozialdemokratie Brünns vcrsammcltz! wiedernm wie schon in den letzten Jahren viele tausende Arbeiter und Arbcilcrinucu unter dem roten Banner des klassenbctvußteu Proletariats. Im Festzug, der nugcsähr eine Stunde dauerte, marschierten viele Hunderte Arbeilerlurncr und Sportler in einheitlicher.Kleidung, hinter einem Wald von roten Fahnen gemeinsam tschechische und deutsche Arbeiter und Angestelltcnjngcnd und in unabsehbarer Folge die vielen tanscndc deutschen und tschechischen Genossinnen und Genossen. Auf dem Platz vor dem Bahnhof sprachen Festredner von drei Tribünen, deren Ausführungen den ungeteilten Beifall dcr vielen Anwesenden sanden. Für die deutsche Partei sprachen Genosse K a t s ch i n k a, W e l l a n und Genossin Kahatz, für die tschechische Partei Genosse K o v a n d a, T y m e s und Genossin K n y t l o v a. Für die beiden Jugendorganisationen sprachen die Genossen Lei ter.und Lvn'n icek. Tie Kundgebung dcr sozialdemokratischen Parteien war die weitaus mächtigste von allen Parteien, die den Festtag dcr Arbeit feierte». Sette 6 Mittwoch, 8. Mai 1VS8. Nr. 103 crllartc der Reichskanzler men witrden. Auch die Presse dieser Verbände ist der Leitung der 4LSBQ unterstellt F c u i v> Horft zlvei drei in seinem Le- damit er sie Gemäß den Ankündigungen die innere Stadt beute von hermetisch abgeschlossen. An Gcwcrk- die cutte Raufer und Leitungen 6er OettrerEfeyaften vesetzt, seftoylen, und glei^gef^attet./ Verhaftung aller Stthrer. Zwietracht Dir ans de>n nierten in den Hauptstraßen große Masten Dianifestanten. die mit roten Nelken tmd drei Pfeilen geschmückt waren. Am Nachmittag versammelten sich 60.000 zialdemokrate» ,u einer imWienerStadion. germeister Seih und Körner betonten-n ihren Ansprachen, daß es dem österreichischen Proletariat trotz allen Schikanen der Regierung gelungen sei, für die Freiheit und d'c österreichische Republik zu demonstrieren. Die Absperrmaßnahnien in der Inneren Stadt wurden erst nach 8 Uhr abends aufgehoben. In der österreichischen Provinz kam es an vielen Stellen zu Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Hakenkreuzlern. In Alt'- heim bei Braunau wurden bei einem Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten eine Person getötet und vier weitere, darunter ein Kind, schwer verletzt. Auflösung der KP und der SA. Die Regierung bereitet mit Rücksicht aus die Vorfälle in Althelm angeblich eine Reihe ernster Maßnahmen vor, so die Auflösung der kommunistischen Partei und der SA- und SS-Forma- tionen der Nazis. auch eine Handelspolitik die Stetigkeit der Produk- dcutschc Landwirtschaft zti Frieden, aber die Welt großen Maifeier Die Festredner Bür- Die gesamte Presse gestohlen. Berlin, 2. Mai. Der Leiter der Pressestelle der NSBO hat im Auftrage des„Aktionskomitees zum Schutze der deutschen Arbeit" an die deutsche Gewcrksrhaft spresse einen Aufruf gerichtet, in dem er mit teilt, daß sämtliche VerbandSleitungen der „Freien Gewerkschaften" des ADGB und Afa« bundes von den Führern der NSB-O übcrnom- denn den Arbeitern alles cnt- ihr stolzer Besitz war und alle einer„Eingliederung" der freien in den Hitlerstaat handelten, sind Schlage widerlegt. Es gibt in Deutschland keine Gcwerkschften mehr, denn die sascistischen Belricbszcllenorga- nisotionsn sind als Gewerkschaften nicht anzusprechen. Nackter, brutalster Raub an dem Eigentum der Arbeiter— das ist der Beginn des schon an und für sich kläglichen Hitlerschen Wirt- schaftSplans. Ungeheuerlichster Diebstahl unter dem Schutz und durch den Mißbrauch der Staatsgewalt— das ist der Beginn der Aktion, an deren Ende die Gewinnung des deutschen Arbeiters für den Hitlerstaat stehen soll! Tic Nationalsozialisten mögen über diesen „Sieg" jubeln, sie mögen ihn feiern,>vie sie wollen: er ist in Wirklichkeit, da er eine reine Scheidnng der Geister durchführt und auch den schwankenden Elcmcn'en in der Arbeiterbewegung klar vor Augen führt, was der Fascis- nius für sie bedeutet, der Anfang einer geistigen Konsolidierung in der Arbriterbcweg u n g. Das gesamte Proletariat. seiner Errungenschaften und seiner Jntcr- cssenverireiungen beraubt, abgespcist mit den dürf- ligett Schlagworten eines Brandstister-Rcichs- kanzlers, wird durch die räuberische Maßnahme der Fascisten mit Erbitterung und Abwchrwillen erfüllt. ES bestehen jetzt klare Berhält- n> s s e und daS ist, geschichtlich gesehen, für die Arbeiterklasse nicht von Nachteil. für daS erste Jahr s unserer nationalen Arbeit vor den unserer Beginnen Renovierung der Straßenbau. Als bcrgs zur„eigenmächtigen Umbildung innerhalb wirtschaftlicher Verbände" gelesen hat. Diese Kundgebung, in der fcstgestcllt wird, daß solche Aktionen Wohl den augenblicklichen Tatbestand» nicht aber den RechtSzustand ändern könnten, war galt; offensichtlich der Ausdruck der Tatsache, daß in der Regierung keine einheitliche Allffassllng über die Stellung zu den Gewerkschas- tcn vorhanden war, deren völlige Vernichtung und Gleichschaltung Hugcnbcrg als eine starke Erschütterung seiner eigenen Stellung betrachten mußte. Er war, wenn auch nicht wirtschaftlich, so doch infolge seiner Isolierung Politisch daran tnterssjcrt, daß die Gleichschaltung nicht alle Gegengewichte gegen den Nationalsozialismus kurzerhand abhänge. Die Vernichtung der Gewerkschaften ist darum auch ein Schlag gegen Huaenbcrg, dessen Kundgebungen heute kein Mensch mehr ernst nehmen muß; man geht über ihn zur Tagesordnung. Ter augenblickliche Tatbestand wird, da in Deutschland Macht zugleich Recht ist, auch zum RechtSzustand. Und so ist wunden, was Pläne, die von Gewerkschaften mit einem i Der„nalspazlergang“ In Wien. Wien, 1. Mai. der Regierung war Polizei und Militär allen Zugangsstraßen zum Ring stand hinter spanischen Reitern Polizei, verstärkt durch Abteilungen des Bundeshccrcs mit Maschinengewehren. Vor der Oper waren Fcldhaubitzcn ausgcsahren, auf dem Hcldenplatz stand Artillerie und Kavallerie. Ter sozialdemokratische Maispazcrgang ging inzwischen auf den Hauptstraßen der äußeren 2 tobt vor sich. Zwischen 0 und 10 Uhr prome- von den digt ward, von Hitler als höchste Weisheit erkannt zu werden. Weiter: private Arbeitsbeschaffung. Papens Mißerfolg hat Hitler nicht belehrt. Er wird den Unternehmern tuxf) ein Paar Milliarden in den Rache» werfen. Und da s nennt sich„S o z i a l i s m u s"! wird nian mit der Häuser und mit Arbeitskräfte kommen wahrscheinlich die mit Zwangsarbeit bestraften Erwcrbslosett in Frage. Senkung der Zinssätze. Was jeder bürgerliche Finanzminister fordert und durchführt, das also ist cs, was nun von der Brechung der Zinsknechtschaft übrig bleibt. Schluß! Ein Paar Drohungen an da» Ausland. Ruf nach dcnt gleichen Recht, das man im Inland verweigert. Drohungen gegen den Marxismus, der nun endgültig zum soundso- vieltenmal, endlich, wirklich, gänzlich vernichtet ivird, und am Ende eine Auseinandersetzung nt i t dem d em tschen Herrgott. Ihm wird Neutralität zugcbilligt, bis das Dritte Reich den Marxismus vernichtet hat. Dann aber hat er zu gehorchen und zu segnen.. Wehe ihm. ivenn er cs nicht tut! Dann fahren SA-Lcutc vor dem Himmel vor, führen ihn ab und peitschen ihn, bis er sie ttnd ihr Hunnemeich segnet. Bielleichi verliert aber das Boll, dem man das Paradies versprochen hat und nun Sklaverei, garniert mit Phrasen, bringt, di« Geduld noch humvii yuilii Vtv.HVHimitviiivii uiinvn quillicn Ulli^l)iu|vii, uiiiiyi, va die billige Konkurrenz ivird durch Einftihrvcr- eher als der deutsche Herrgott, vielleicht greift cs bote äuSgcschaltct— eine weise und zielbcdachte wie der Bauer im„Tell" eines Tages zur Waffe, Wirtschaftspolitik, die erst in einem Dutzend um dem Landpogt- mit der Axt das Bad zu Staaten Bankrott machen mußte, ohe sie gewür- segnen! worden. Die Zentrale der deutschen schaftspreffe ist mit dem heutigen Tage NSBO-Pressestelle. ** w „Nicht deshalb haben wir den Marxismus auf di« Knie gezwungen, um dem Arbeiter seine wirtschaftliche und politische Vertretung zu nehmen." Goebbels auf der Maikundgebut g im Lustgarten. Rascher noch als man erwarten konnte, wurde Goebbels als öliger Lügner entlarvt: vicrundzwanzig Stunden nach seiner Rede wurde der Existenz der freien Gewerkschaften ein Ende gemacht. Nicht etwa durch ein Gesetz— über das int Schoße der Regierung übrigens schon seit Wochen verhandelt wird—, sondern durch eine selbständige Aktion der nationalsozialistischen Bc- triebszellenorganisatiotten, die unter der Leitung des berüchtigten Dr. Lev ganz einfach alles Eigentum der Arbeiter in Besitz nahmen mtd so die regierenden Kreise vor fertige Tatsachen stellten. Die faseistisch« Aktion gegen die Gewerkschaften wird keinen aufmcrkiamrn Beobachter der deutschen Entwicklung überraschen. Auch den nicht, der die vor kurzen» erlassene Kundgebung Hugcn Mastkuren und die Blutvergiftung mit Eiterbazillen heilen wollte. Acht Millionen Deutsche haben keine Arbeit. Sic laufen sich die Füße wund, einen Posten zu bekommen. Das Kapital ist nicht imstandc, auch nur dem hundertsten Teil von ihnen Arbeit zu geben. Was macht man da? Man führt die Arbcitsdienstpflicht ein. Die Menschen, die ja g e r n freiwillig arbeiten wollten, gäbe cs nur Arbeit, zwingt man zu arbeiten, natürlich— hier liegt der Hase im Pfeffer— itmsonst! Statt der Wohlfahrts- nntcrstütznng gibt der Staat Naturalverpflegung und läßt die Leute ohne Loh» arbeiten. Dabei nintntt man zlvar ebensoviel noch um Lohn arbeitenden Proleten die. Arbeit weg, aber das will man ja. Sind sic erst arbeitslos, dann rekrutiert man sie zur Ztvangsarbeit und kommt billiger weg. Für 200.000 SA-Leute aber ist eine nette Beschäftigung gefunden: Sie werden gegcti drei Mark Taglohn und Kost über den Arbeitssklaven, den netten Leibeigenen des Drillen Reiches, die Peitsche schwingen. Was kommt noch? Befreiung der„schöpferischen Initiative" in der Wirtschaft, neue Bedeutung der Verträge? Zu dcntsch kurz und bündig: Der Unternehmer bestimmt allein den Lohn, Tarifverträge gelten nur solange und soweit der Unternehmer will. Ein Zuckerl für die Bauer tt. Bei ihnen beginnt der„Aufstieg. Sie bekommen also höhere Preise, die Konsumenten dürfen blechen, Berlin, 2. Mat..Heute um 10 Ntzr wurde im ganzen Reiche eine einheitliche Aktion gegen Vie Freien Gewerkschaften durchgefiihrt. Sämtliche Gebäude des Allgemeinen Deutschen GewerkschastSbnndeS und der ihm angeschlossene» Verbände und wirtschastlichen Organisationen wurden besetzt. Vor Vertreter»» der Presse teilte ReichStagSabgeordneter Dr. Leh Einzelheiten zu der'Aktion gegen die freien Gewerkschaften mit. Danach ist die Ak- tion heute Punkt 10 Uhr schlagartig durchgcführt»vorden. Sämtliche Gewerk» schaftShäuser, Wirtschaftsorganisationen, Arbeiterbanken «sw. der freie»» Verbände sind besetzt worden. Die Führer waren völlig überrascht. Beryastet wurden L e i p a r 1, G r a tz n» a n n und W i s f e l l, der sich angeblich»ur zufällig in» Gebäude aushielt, ferner sämtliche Führer der Vcrbä»»de und in Berlin der einzel»»en'Abteilungen, alle Redakteure der maßgebenden freien Gewerkschaftszeitschriften. Die Angestellten sind unbehelligt gelassen und gebeten worden, ihre Arbeit fortzustihren. Allerdings wird, wie Avg. Dr. Leh hinzufügte, keine passive Resistenz oder irgendein anderer Widerstand geduldet werden. Der ganze Apparat der freien Gewerkschaften»vird schon in einigen Tagen in neue vrganisationssormen hineingcführt sein, „die zum Schutze der Rechte des deutsche»'Arbeiters und Angestellten geschaffen werden".— Leipart und Gratzmann»nutzten nach dar„Verhaftung" ins Spital gebracht werden! Hlnlzig Vertrauensleute verhaltet. Berlin, 2. Mai. Wie Dr. Leh vor Vertre tern der Presse weiter erklärte, wird die Aktion gegen die Freien Gewerkschaften von einem OrganisationSkomitce durchgeführl. an dessen Spitze er steht. Die Zahl der Verhafteten wird bisher mit rund 50 angegeben. Darunter befinden sich die 28 Vorsitzenden der angeschlossenen Verbände, 12 führeitde Mitglieder des ADGB, ferner leitende Personen der Arbcitcrbank und Gctverkschoftsrcdaktcure. Volksgenossen verkünden, unverrückbar wollen wir politische Gedanke, der Volk sich als"unsere Ausgabe, M i n d e r w c r I i g• erlösen, weil ... Befreiung der schöpferischen Initiative von den verhängnisvollen Einwirkungen majorilativer Beschlüsse nicht nur int Parlament, nein, auch in der Wirtschaft. Wir wollen hcrbciführcn die Synthese zwischen Freiheit des schöpferischen Geistes und der Berpslichtung dem Bolksganzcn gegenüber. Daher wird es unsere Aufgabe sein, den Vertragen die Bedeutung zu geben: Der Mensch lebt nicht sttr Verträge, sondern die Verträge sind dazu da, das Leben des Menschen zn ermöglichen. Endlich werden wir in diesem Jahre nuS bemühen, die erste Etappe aus dem Wege einer o r g a u i s ch c n Wirtschaftsführung zu» rückzuleacn. Wir gehen dabei von der fundamentalen Erkenntnis aus: Es gibt keinen Auf- st i c g, der nicht beginnt bei der Wurzel des nationalen, völkischen und wirtschaftlichen Lebens, beim deutschen Bauern. Wir wallen den Bauern gesund machen und von ihm geht der Weg weiter zum Arbeiter und weiter zu der Intelligenz. Zur Behebung der Arbeitslosigkeit wollen wir einmal dtr privat« Arbeitsbeschaffung beleben. In diesem Jahre werden wir die deutschen Häuser und Wohnungen wieder in Ord- nung bringen und damit Hunderttausenden Arbeit schaffen. Wir richten an alle Deutschen den Appell selbst daran milzuhelscn, dadurch, daß die Anschassungcn nicht weiter ausgcschobeu werden. Zweitens werden wir in diesem Jahre das große Problem der öffentlichen Arbeitsbeschaffung in Angriff nehmen, vor allem durch ein riesiges Programm des Straßen Neubaues. Damit soll eine große Serie öffentlicher Arbeiten eingcleitet werden. Schließlich werden wir wirksam Vorgehen gegen die Unerträglichkeit der heutigen Zins s ä tz e. Wir werden durchführen, die uns tion sichert, ohne die vernichten. Wir wollen den__ braunen will unser Recht zum Leben und zum Schutz der Heimat nicht anerkennen. Wenn die Welt gegen uns steht, dann müssen wir um so mehr zu einer Einheit werden Die Welt soll wissen: Niemals»vcrdcn wir uns beugen, niemals könnt Ihr uns zwingen, Euer Joch anzucrkenncn. Ten Rus nach dem gleichen Recht werdet Ihr niemals mehr aus unserem Bolt beseitigen. Wenn sich Verräter oder Meineidige unter uns finden, so wird das deutsche Volk Menschen, di« nicht siir Deutschland sind, nicht mehr dulden. Wir bitten nicht den Allmächtigen:„Herr mach uns frei!" Rein, wir»vollen selbst arbeiten, wir wollen uns brüderlich vertragen und zusammen ringen, damit einmal die Stunde kommt, da wir vor ihn hintreten und bitten können: „Herr, Du siehst, wir haben uns geändert, das deutsche Volk ist nicht ntehr das Volk der Ehrlosigkeit und Schande, der Selbstzerfleischung, der Kleinmütigkeit und Kleingläubigkeit! Rein, Herr, das deutsche Volk ist wieder stark geworden in seinem Geiste, stark in seinem''->iltcu, stark in seiner Beharrlichkeit, stark im Ertragen aller tapfer. Herr, wir lassen nicht von Dir, nun segn« unseren Kamps. um unsere Freiheit und damit unser deutsches Volk und Vaterland." Von der Hiilcrfugend wurde dann Tempclhoser Feld eine junge Eiche zu des Reichskanzlers gepflanzt Es solgtcu Z a p s c n st r c i ch und werk. Der gemcinsante Gesang des Wessel- Liede» beendete die freier. Dole Rede ist wohl das jämmerlichste Geschwätz, das ie»in Staatsmann mit dieser Machtsüllc in solcher Situation losgelassen hat. Wie Namen und Anlaß— die sozialistische Maife rr und der kolichrwisttsche Vierjah- res Plan— ans dem fremden Arsenal gestohlen lind, ko-st in dirwr Red>- kein neuer Gedanke, kein großer Gedanke sein plastisches Bild, kdedefte Phrase ein Pathos, das alterssaul stinkt, Forderungen, die aus den Protokollen der Unternebmerkanserenzen abpekchrieben und van den Syndicis der deutschen Schwerindustrie er dacht sind— das ist Adolfs große Rede, der Anbeginn eines„neuen Zeitalters" in Deutschland. Dagegen wirkt die Rcichstagsrcde die' in der snlminanten Erkenntnis gipfelte, daß in der Geschichte auf und ab gehe, wie eine Offenbarung. Dies hier könnte, abgest'hcn von der Lächerlichkeit, die eigene Wirksamkeit als den Auftakt zu ganzen„Jahrhunderten" zu bezeichnen, wie die Rede eines gelben Sekretärs von a n n o 1900. So haben die Gelben geredet, als sie noch ganz klein tvaren. Sie liaben sich nicht geändert. Bor allem, lehrt Hitler, Schluß mit dem K l a s s e n k a m p s. Die Phrase ist so wenig neu wie der Widersinn, daß diese Botschaft immer von denen verkündet wird, die eben dabei sind, den Klasscnkampf mit den rabiaicsten Mitteln aus- zufcchien. Wollen die Deutschen nicht, so wird man sic„zwingen". Unbenntßt sagt er manchmal die Wahrheit! Nun kommt der große Zauber! Hokuspokus - schon ist der Bicrjahrcsplan da! Ach Verzeihung, ein kleines Mißgeschick: es hat nichs zn einetn Biersahresplan gereicht, es ist nur ein Einjahresplan geworden. Die erste Blamage des Zauberkünstlers. Was bringt er im Einjahrcsplan? Zunächst alio die A r b c i t S d: c n st pfl i ch t. Die Nu» teruchmer verlangen sie seit langem. D'e Marristen wollen nicht— aber selbstverständlich habest die Marxisten Unrecht. Mit der Arbcits- d enstvfticht wird er der Krise beikommen. Ein interessantes Erverimenr! Es ist w. als ob man den Verbrannt:!' ins Feuer würie. dem Betrunkenen Alkohol cinflößte, den'Magenkrebs mit Die„Gleichschaltung" der freien Gewerk, schäften durch Gewalt— sie wird nicht nur den deutschen Arbeitern, sondern der ganzen Welt die Brutalität deS deutschen Fascismus in ihrem gan- zen Umfang begreiflich machet» und wird für das deutsche Proletariat der Anlaß zu einer völligen organisatorischen Umorientierung sei». Die Folgen werden die Fascisten, die zwar die Organisationen der Arbeiter, nicht aber deren Gesinnung„gleichschalten" können, sehr bald innerhalb dieser gleichgeschalteten Organisationen spüren. Sie haben nun, die Herren Erneuerer Deutschlands, daS„marxistische Gift" in seiner Gesamtheit im Leibe und werden sehen, ob sic im Alltag mit ihm fertig werden durch Feuerwerk und ölige Reden. Nun beginnt der Kamps er st rich. t i g— der unterirdische, erbittert« Kamps des Proleten gegen seine als Diebe und brutale Unterdrücker enthüllten sascistischen«Freunde". Ter AuSgang dieses Kampfe» kann nicht zweisel- lzast sein. Die Fascisten selbst beschleunigen das Kommen der Stunde, da auf den Häusern der deutschen Arbeiter wieder die rote Fahne wehen wird. durch Jahrhunderte in Dcntjchtano g e friert werden soll, daß an ihn all« die Menschen, die im großen Räderwerk unj-.rcr nationalen Artzeit tätig sind. zucinaudcrsiuden und sich gegenseitig einmal im Jahre die Hände reichen in der Erkenntnis, daß nichts- geschehen könne, wenn nicht alle ihren Teil der Leistung und der Arbeit dabei vollbringen Wir t.tieu dem dcntschen Volke, erklärte der Kanzler. in dieser Stunde zu: Du bist stark, wenn Tn eins wirst, Tn bist gewaltig, ivenn Tu den Geist des Klaf- senkampfc» und der Herzen reißt! An diesem Tag«, weiter, wollen wir da» Programm des Aufbaue Millionen Unser erste« Ziel ist: kämpfen, daß der neue, neue volitische Glaube nufer ganze erobert. Wir betrachten es - n n s c r V o l k v o n d e n kcitükompIexcn zu erlösen, die ihm künstlich cingcpslauzt wurden, weil sie der Minderwertigkeit der Parteien entsprachen. Tie Arbeitsdienstpslicht wurde vom Marxismus bekämpft mit der falschen Behauptung, sie richte sich gegen die Arbeiter. Tatsächlich richtete sie sich gegen das Vorurteil, da» Handarbeit schänden könnte. Wir wollen nun mit der Turchsiihrung der Arbeitsdienstpslicht dieses Vorurteil ausroden, genau so wie in der Vergangenheit das Vorurteil gegen die Soldaten dadurch ausgcrodet wurde, daß au die Stelle des Landsknechtes der Soldat der allgemeinen Wehrpflicht trat. Darum ist cs unser fester Entschluß, jeden einzelnen Deutschen, er mag sein wer er will, ob hochgeboren, reich oder arm, ob Sohn eines Gelehrten oder Sohn vom Fabrikarbeiter, jeden einmal beit zur Handarbeit zu führen, kennen lernt. Unser weiteres Ziel ist die »I l II II»» l I Einwirkungen Nr. 103 Mittwoch, 8. TOM 1038. Seile 7 Präsidknt von Peru ermordet. Rach einer Truppenparade von einem poMchen Gegner nkedergeschoffen. Lima(Peru), 1. Mai. Der Präsident der Republik Eerro fiel gestern einem.Revolver, attentat zum Opfer. Cerro hatte an einer Parade von 2000 Rekruten teilgenommen. Als er das Auto bestieg, um in das Prästdentenpalais zurttck- zukehren, fprana plötzlich«In Mann auf das Tritt, breit des Autos und begann auf den Präsiden!«» zu schietzen. Soldaten, di« in unmittelbarer Nähe standen, schoflen nu« ihrerseits aus den Angreifer und streckten ihn nieder. Der Chauffeur des Präsidenten hatte beim ersten Schutz Vollgas gegeben und fuhr zum italienischen Krankenhaus, wo der Präsident kurz darauf verschied. Ein, Kugel hatte ihm das Herz durchbohrt. Auch ein Minister sowie einer der Adjutanten des Präsidenten wurden schwer verletzt. Der Attentäter ist der 36jährige Abelardo ynrtado d« Mendoza, ein langjähriger poli. lisch« Gegner des Präsidenten. Im Anschlutz an das Attentat soll e« zu Schießereien gekommen sein, bei denen zwei Sol- baten getötet und sieben Personen verletzt wurden. Neber das ganze Land wurde sofort der Be- i lagerungSznstand verhängt. Der Ministerrat ernannte sofort nach dem Attentat den bisherigen LandeSverteidigungSminister General Benavides zum Präsidenten der Republik. Seine Ernennung wurde bereits durch den Kongretz bestätigt. Benavides war bereits im Jahre lf>!4 Präsident von Peru. Sanchez Ccrro war im Jahre Ii>30 nach dem von ihm selbst gegen den Präsidenten Leguia organisierten Militärputsch zum Präsidenten von Peru auSgcrufen worden. Bald darauf brach eine Gegenrevolution aus, durch die Ccrro und sein damalige- Jnlerimskabinett gestürzt wurde und aus dem Lande fliehen mutzte. Kurze Zeit später erhielt er die Erlaubnis zur Rückkehr in das Vaterland und wurde im Oktober 1981 aus legalem Weg« zum Präsidenten geivählt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit zeigte er sich jedoch olS ausgesprochener Diktator und zwang seine Gegner mit eiserner Faust zu Boden. tiemelndewahl an der bayrischen Grenze Am Sonntag sand in dem Bvhmerwald- Grcnzort M a r k t> E i s e n st e i n die Gemeindewahl statt, bei der unsere Partei einen cinpsind- lichcn Stimmenruckgang verzeichnen mutzte. Anstatt il, wie bisher, werden nun nur mehr 5 «Sozialdemokraten die Interessen der arbeitenden Bevölkcrnng in der Gemcindestubc vertreten können. Die Nazi konnten'gleichzeitig die Zahl ihrer Vertreter von 9 ans 14 erhöhen. Wenn man den Ursachen dieses WahlauS- falleS nachspürt,. mutz zunächst festgehalten werden, daß er vor allem durch die Lage von Markt-Eisenstein bestimmt wurde.-Hart an der Grenze" gelegen, haben unzweifelhaft die Vorgänge im venachbartcii Hitler-Deutschland eine starke Stimmung für die Hakcnkreuzler ausgclöst. Man kann geradezu sagen, datz Eisenstein unter den nachhaltigsten Eindruck deS neuen Regimes gestellt wurde. Anlätzlich der ReichSiagSwahl veranstaltete die Reichswehr am Arber ein Manöver, wobei die Bevölkerung von Eisenstein diesen höchsten Punkt deS Böhinerwaldcs eine Nacht lang in dem Lichte von Scheinwerfern und Leuchtraketen schauen konnte. Daneben land anlätzlich deS Geburtstages Hitlers ein grotzer Fak- kelzug in Bayrisch-Eisenstein statt, zu dem die Nazi auS dem ganzen bayrischen Grenzberelchc ihre Anhänger znsammengczogen lsatten, um ia eine recht auffallende Wirkung zu erzielen. Mit dieser Schauveraustaltnna leisteten die Mordbrenner auS dem Dritten Reich auch ihre» Komplizen diesseits der Grenze, mit denen sie auch sonst in Verbindung zu stehen scheinen, Wahlhilfe und die in diesem Grenzviertcl im Denken nicht gerade rasche Bevölkcrnng nahm diese Spiele für bare Münze und entschied am Wahltag danach. Daneben kann auch nicht übersehen werden, datz Mängel'm ei'«"«>' norliegeu. I» Eisenstein konnte trotz aller Bemühungen— auch nicht dnrch sauer erkämpfte Leistungen unserer Mandatare und Parlamentarier— niemals eine wirklich schlagfertige Parteiorganisation geschaffen werden. Dieser Umstand, über den noch an anderer Stell« zu reden sein wird, hat auch bei dieser Wahl mitgewirk». Was eS bedeutet, wenn eine rührige Organisation voller Hingabe«inen Wahlkamps führt, erhellt die vor kurzem in R e h b e r g im Böhmerwald stattgefundene Gcmeindewahl, wo wir trotz der wütendsten Angriffe und vcrlenmdunqen der Nazi noch ein neues Mandat gewinnen konnten. Der Nazi-Welle kann nur dort wirksam«n t g c g c n g e t r e t e» werde», wo in ra st loser OrganikarionS- und Aufklärungsarbeit ein Wall gegen di« braune Pest errichtet wird Der Weg zur' Wiedererstarknng unserer Position in Eisenstein kann demnach nur über di« Schaffung einer in jeder Beziehung strasse» und schlag, fertigen Bewegung beschritten werden. Nachstehend geben wir daS geiamie Wahlresultat wieder: Deutsche Gewerbepariei. Deutsche- Rat.-Sozialisten Deutsch« Sozialdemokraten DtUtschc Christlichsozial« Tschechen., Deutsch« Wahlgememsehaft Mandat«: 80. 4 88 7.4.20 . 6 nicht kand. . 14 9 . 5 11 . 2 nicht kand. . 3 2 nicht kand. 8 Europa-Fußballmeisterschaft: SLsterrelili Tschechoslowakei lAlus) DaS am Sonntag in Karlsbad ausge- tragene Spiel endete mit dem verdienten Siege der österreichischen Genossen, dir 6:2(4:1) gewannen. Ain Montag gewann dagegen in Bode n- b a ch unsere AiuS-Berlrcinng mit t: 3(3:21. Wegen;n grotzen StoffandrangeS bringen wir die Sportberichte erst in unserer nächsten Nummer. T agesneuigkeiten Autobus be! Brünn oerunglüät. Fünf Tote. Brünn» 30. April. Gegen 10 Uhr vormittag ereignete sich bei der Fahrt eines Privat, autobusie« au» des Gemeinde Ujezder nach Z l i n«in schwere» Unglück. Ein vom Sokol Brünn l. zur Feier de» ersten Mai nach Zlin entsandter mit 36 Personen besetzter Autobus stieß in der Gemeind« S n o v i d k y bei Remo- tice an ein Hau». Al» Opfer des folgenschweren Zusammenstotz«» wurden 5 Tote und 17 schwerverletzte geborgen. Di« übrigen Insassen de» Wagen»— er war im ganzen mit 86 Personen besetzt— wurden leicht verletzt. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der Besitzer de» Wagen», der Unternehmer Bed- itnr au» vedkichovice, der selbst am Steuer satz. Da» Hau», an da» der Autobus anfuhr» wurde nahezu vollkommen demoliert. Das Unglück ist offenbar daraus zurUckiiisiihren, datz bei dem Autobus dl« Brems« Verse- Die Brünner Rettungögesellschast entsandte ii-.ort drei Rettungswagen an die Statte de» Unglück». Di« Geloteten sind drei Frauen namens Svobo- dova» Sklenärov» und Pabizkovt ans Lidenire, üafabikova ulice,«in Herr Prhkryl und I. Jelinek» Brünn. Das Gesetz der Serie. Roch«in Autounglück bei Brünn. Brünn» 30. April. Nach einer Privatmel- viina ereignete sich heute unweit R o u f t n o v bei Brünn ein Autounglück, bei.dem vier Personen auS Prag Berletzungci« erlitte». Wie cs heißt, wollte der Chauffeur einem Wolfshund, der in die Fahrbahn gelapfcn war, ausweichcn, ritz jedoch hiebei den Wagen so stark zur Seite, datz dieser in den Straßengraben stürzte. Bei den verunglückten handelt cS sich um die 50jäh- riae Frau Krenöilova auS Prag XI., Palac- köbo ulice, ihren Gatten Rudolf K re»Lil, den 60jährigen Franz 8 i b i ch au» 2i/.kov und dessen 63jährige Gattin. Explosion im Bergwerk. Siebe« Tote. Essen, 30. April. Amtlich wird mitgeteilt: Aus der Zech«„Matthias Stinnes" l, ll, V in Karmav ist in der Nacht vom 29. zum 30. April gegen 23.80 Uhr eine Explosion auf der siebenten Sohle in der zweiten östlichen Abteilung erfolgt, bei der sieben Mann getötet und zwei Mann verletzt wurden. Die Bergung der verletzten und Verunglückten war um 4 Uhr 30 morgen» beendet. Di« Untersuchung der Ursache der Explosion wurde in der Nacht begonnen; die Explosion selbst ist noch nicht geklart. Wie der amtliche Preuszisch« Prefledienst hiezu mitteilt, wird an der amtlichen Untersuchung Oberbergrat Ebbinghaus vom Gruben» sicherheitSamt im preußischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit teilnehmen. Susammenstoß kn den Lüften. Ein Fallschirm öffnet sich nicht.— Zwei Militärpiloten tot. Prag, 2. Mai.(TNO.) Heute um 9 Uhr 20 stießen über dem Flugplatz in Nitra zwei doppel- sitzigc Flugzeuge des Flieger-Regiments Nr. 8 bei einem Hebungs-Zweikampfe mit Photomaschinengewehren zusammen. Ein Flugzeug, dessen Bc'ahung Pilot-Gcsrcitcr An'on P l o c c k und Beobachter-Zugsführer Bohumil I i r o u t bildeten, fing nach dem Zusammenstoß Feuer. D:e beiden Mitglieder der Besatzung konnten sich durch Bciiüpiing des Fallschirmes retten. Plocek erlitt Brandwunden an den-Händen und am Gesicht. Die Besatzung des zweiten Flugzeuges bil- deten Pilo--Zügsführer Göza M r a v c c und Beobacht«r-Obcrl«ut»aul Ütvrtcäka. ZugSsührcr Mravec wurde wahrscheinlich schon bei dem Zn- sammenstoß der Flugzeuge betäubt oder getötet, da er überhaupt keinen Versuch machte, mit dem Fallschirm abzuspringen, und mir dem Flugzeug tot zu Boden fiel. Oberleutnant ötvrteöka sprang nach dem Zusammenstoß auS dem Flugzeuge, um den Fallschirm zu benützen, doch p f f n e t e sich dieser nicht, so daß Oberleutnant Ltvrtcöka ums Leben kam. An die llnglücksstätte wurde iosor: eine Militärkommission entsandt, die auch die Ursache untersucht, warum sich der Fallschirn» de» Oberleutnants t'tvrteöka nicht geöfsnet hat. Kinvesmord. Dl« Tragödie einer ledigen Mutter. Ans P i s e k wird uns geschrieben: Dir bei dem Landwirt F. Perontka beschäftigte 26jäh. rigc Dienstmagd Anna L o m a g o v ä wurde die. ier Tage unter dem verdachte des Kindcsnior- drS veryaflet^ Sir chatte vor kurzem ans dem Dachboden eines Wirtschaftsgebäudes ein uneheliches Kind zur Welt gebracht, welches sic kurz nach der Geburt erwürgte. Die KIndcslciche verbarg sie zunächst in einem Schrank ihrer Wohnkammer, kündigte sodann den Dienst und vergrub vor ihrem Weggang die Leiche in einem Komposthaufcn am.Hofe PcroutkaS. Der Landwirt fand bald nachher die Leiche und verständigte die Gendarmerie. SamStag, den 29. April wurde die LomagovL verhaftet und dem Böhm.» Budwciscr KrciSgcrichte cingeliescrt. Die Loma- govä war bereits einmal, vor etwa anderthalb Jahren, wegen des gleichen Deliktes von den Ge- schworeypn freigesprochen worden. Schwere Bluttat in Wistritz. Montag, den l. Mai, abends ereignete sich im Gasthaus„Zur Schweiz" in Wistritz bei Teplitz eine Mordtat, die die ganze Bevölkerung in größt« Aufregung verseht«. Anton Königs markt aus Klcinaugczd lötete die mit ihm einmal im gemeinsamen Hauö- fxxft gestandene Frau Blaha in deren Wohnung in Wistritz durch einen Schuß in den Kopf. DaS verbrechen soll sich gegen 8 Uhr abends ereignet habe». Als man in die Küche eindrang, war die Frau bereit» tot. Der Täter wurde dem Gericht cingelicsert. Wir werden über den Fortgang der Untersuchung noch Näheres berichten. Schülectragödir. Gestern früh, gegen 8 Uhr, erschoß sich in Nomotau der 14jährige Schüler der 4. Bürgcrschulklasse Otto L. Ter Junge nahm sich eine schlecht« FortgangSnot« au« Tschechisch so zu Herzen, daß er freiwillig auS dem Leben schied. Irrsinniger überfällt einen Waffenladen. Der 31jährige Emil Za bad öl schlug am l. Mai um 11 Uhr vormittags in einer belebten Tiraße in Pardubitz die AuSlagenscheibrn des WaffengeschäfteS I. Skacel ein, nahm aus den Auslagen Revolver heraus und warf zahlreich« Revolver weit aus die Gasse. Ein solcher geschleuderter Revolver Iras ein vorübcrsayrendcS Auto und zerschlug daS Fenster des Autos. Za- vadöl wurde ergriffen und der Polizei übergeben. Er wird auf leinen Geisteszustand untersucht werden. Ei« Film vom Leben der arbeitenden Frauen. Die Frauensektion deS Bunde- dir Freien Gewerkschaften in Wien hat einen Film auS dem Leben der arbeitenden Frauen herstellen lassen, der an Organisationen verliehen wird und in Wien allein schon über hundertmal gelaufen ist. Die starke Jnanspruchnahmr Hal es nötig gemacht, eine drill« Kopie machen zu lassen. Wegen Entlehnung wende man sich an die Frauensektion deS Bundes der Freien Gewerkschaften, Wien l., Ebendorserstraßc 7. Der Bierjährig« mit den» Revolver. Der vierjährige Sohn deS Restaurateur- Matonsek in Ulhorod spielte in der Küche d«S Restaurants ohne Aufsicht mit einem scharf geladenen Revolver. Hiebei löste sich ein Schuß, durch den da- cinein- halbjährige Töchterchen der Marie Szcmakova aus Mhorod. die sich mit ihrem Kind in der Küche aushielt, aber aus irgetid einem Grunde die Küche für«iucn Augenblick verlassen hatte, tödlich verletzt wurde. Bomben in Cieago. Am 4. Mai explodierten in verschiedenen Stadtteilen Chicago- gleichzeitig fünf Bomben. Zahlreich« HotrlS und andere Gebäude wurden durch die Explosion beschädigt. Opfer an Menschenleben werden nicht gemeldet. Man glaubt, daß«S sich um ein« Dcmonstra- tion im Zusammenhang nut dem 1. Mai handelt. Kunstverständige Diebe. Aus dem Ncw- Aorkcr Institut of Arts wurden zehn wertvoll« Gemälde, unter ihnen Schöpfungen von Rubens, van Dyk, Nommcy und Fra Angclico, gestohlen. Die Polizei hat bereits di« Nachforschungen nach den Dieben ausgenommen und durch Pottzeirund- funk das ganze Land von dem Diebstahl unterrichtet. Französifcher Generalkonsul tödlich verunglückt. Der französische Generalkonsul in Dresden, de Berne Lagarde, ist am 1. Mai einem Slutounfall zum Opfer gefallen. Der Kraftlvagen deS Generalkonsuls wurde von einem Straßcn- bahnzug erfaßt, der ihn vor sich herschob und vollständig zertrümmerte. Hierbei erlitt der Generalkonsul schwere Kopfverletzungen, die seinen alsbaldigen Tod herbeigcführt haben. Der Chauffeur erlitt Brustverletzungen. Arbeiterrsperantobewegnng in der Tschecho- slowakel. Esperanto hat in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung erlangt. Für die Arbeiterbewegung ist Esperanto von nm so größerer Wichtigkeit, weil mit Hilfe dieser schönen und einfachen Sprache, die viel leichter zu erlernen ist wie jede andere Sprache, sich die Angehörigen der Arbeiterklasse schon jetzt mit ihren Klassenangehörigen in allen Ländern der Welt verständigen können. In der Tschechoslowakischen Republik wurde am 9. Oktober 1932 ein Arbci- teresperantistcubnnd gegründet, der eine erfreuliche Entwicklung answeist. Anfragen über seine näheren Ziele und Zwecke sind zu richten: Arbei- tcresperantistcikbikud in der Tschechoslowakischen Republik, Aussig, Langegasse 38. Mischung Nr. I. 1/4 kg K6 14- eine der besten, feinsten MEINL-Kaffeemischungen. JULIUS MEINL Kaffee-Import Prager Zeitung» Die Maifeier. Grötzer als im Vorjahr Das ungünstige Wetter und der Döppclfeicr- taa hät!«n in Prag jed« andere Veranstaltung gefährdet. Dein sozialdemokratischen ersten Mai yaben sie nicht schaden können. Die Beteiligung der Mitglieder aller Parteiorganisationen war so stark, daß der sozialdemokratische Zug nicht nur die Kundgebungen der Nationalsozialist«» und der Kommunisten, sondern auch die Größe d«r vorjährigen Demonstration übertraf. Im Rahmen der gemeinsamen Maifrier war die deutsche sozialdemokraiischc Bezirksorganisation würdig vertreten. An der Spitze ihre? Zuges marschierten unter den roten Fahnen mit«m Freipfeil die Jugendlichen, deren Sprech-Ehöre und Lieber auf dem von eiirem dichten Zuschaucrspalicr besetzten Wenzelsplatz lebhaftes Ausseben erregten. M:t Erfolg bemühten sich klein« Gruppen tschechischer Fascisten durch Schreien und Psciscn die Kampfstimmung unserer Jugend noch zu steigern. Ausfallend zahlreich waren im Zuge der Paricimi. gliedschaft die Frauen vertrete»; auch die Grwcrk- ichaften und die Turner erfüllten ihr« Pflicht. Zahlreiche Transparente verkündeten die sozial- demokratischen Parolen zum 1. Mai. Der Zug marschierte wie alljährlich von der Korngasse über den Wenzelsplatz und durch die Nationalstraße aus die Sophieninsel, wo für die deutsche Partei Genosic Tr. S ch w c l b, für die .schcchischc Sozialdemokratie Gcnosie Abg..Hampl und snr die Frauen Gen. 8torkanovü sprachen. * Am Nachmittag fand in Kroirehlav eine Maifeier der dortigen Lokalorganisation statt, an welcher auch zahlreiche Prager Genossen und Gc- nosiinnen teilnahmen. Unterhaltungsabend. Tic Deutsche B ol kS s i ngg c m c i»de Prag veranstalte» unter Mitwirkung des A t u s und deS Salon- orchesterS am 13. Mai im Odbor. Düm um 8 Uhr abends einen Untcrhaltiingsabend mit reichhaltigem Programm und anschließendem Tanz, ganz der Geselligkeit gcwidniel und dem Zwecke dienend, die Genossen auch einander näher zu bringen. Ter geringe Rcgiebcitrag von Xö 3.al> wird kaum jemandem ein Hindernis sein, die Bestrebungen der Volkssinggemeinde zu untcrstützcii.—'Arbeitslose haben selbstverständlich freien Zu:ritt. Dorlesung Plivirr. Am Freitag, den ä. Mai, liest im GcwcrkschafiShaus als Gast der „Pospolitost" Theodor Plivier auS eigenen Werken. Kunst und Wissen Maiseier-Festkonzert im Reuen Deutschen Theater. Durch eine ebenso großziig'g« wie großartige il Uhr:„Glücklich« Reis«"(Bank- beamten I und H. A. A.).— Donnerstag,«8 Uhr: Weitsten im Hotel" tC 2).— Freitag. Uhr:„Mack! de« Schicksal«"(A.A.)— SamSiag. J48 Uhr:„Eine Frau, di« weiß, tv ä 1 f i e will'(D 2) Wochensp'clplon d«r Kleinen Bühne. Mittwoch, 's!) Uhr:„Komödie der Irrungen".- Donnerstag. 8 Uhr:„In jeder Ehe".— Freitag, 8 Uhr:„Madame hat Aurgang"(Kultur- oerbandsfrcundvV— Samstag, 8 llhr:„Fatmc" MN- MI- WWW adrgeril