Nr. 77. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Post Bettungss Pretstifte für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelgetle oder beren Raum 40 Pfg., für polttische und gewertschaftliche Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen, forte Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternspredjer: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Des Charfreitags wegen kann nächste Nummer unseres Blattes am Sonntag Morgen erscheinen. Bezugs- Einladung. Am 1. April 1899 beginnt ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" Freitag, den 31. März 1899. die dürftigen Westen gewinnen würde. Indeß hat gerade dieser erst Getreide- Ausfuhr) sich anderen Absatzgebieten, nach England mit Unterhaltungsblatt und der illustrirten Sonntags- Beilage „ Die Meue Welt". Im Unterhaltungsblatt beginnen wir am Ostersonntag mit dem Abdruck eines spannenden, aber auch literarisch werthvollen Romans: „ Der Schuldige?" Son Sector a lot. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Beuthfstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennigen frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Bostanstalten Abonnements zum Preise von 3 Mart 30 Pfennigen für die Monate April, Mai und Juni entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste für 1899 unter Nummer 7820.) Die Redaktion des Vorwärts". Die Kanalgegner. Mit einiger Spannung wird man den Landtagsberathungen über den Mittellandkanal entgegensehen dürfen. Theil( durch die Aufhebung des Identitätsnachweises bei der und den skandinavischen Ländern, zugewendet. Der alte Abstand zwischen den Getreidepreisen im Osten und im Westen ist durch diese Maßnahme in einer Weise ausgeglichen worden, daß auch bei niedrigeren Transportkosten der Absatz nach den Industriebezirken Rheinland- Westfalens nicht viel Lockendes mehr hat. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Weberlicht. Berlin, den 30. März. Der Reichs- Onkel. Am Charfreitag feiert der gegenwärtige Reichskanzler Fürst Hohenlohe seinen achtzigsten Geburtstag. Er hat sich nach Baden- Baden geflüchtet aber wir glauben, die unbermeidlichen Ehrungen werden ihn auch dort erreichen, und Um diese mächtige und rührige Opposition zu gewinnen, der Reichs- Anzeiger" wird gewiß eine mehr oder minder hat die Regierung auch schon den Preis genannt, den sie zu überraschende Auszeichnung zu verkünden haben. Ob ihm zahlen willens ist: die Erhöhung der Getreidez ölle. das Geburtstagsgeschent seiner Entlassung gewährt werden Soeben haben wieder die offiziösen Berliner Politischen wird? Wer weiß es? Eulenburg ist auch ein klangNachrichten" darauf hinweisen müssen, daß der Rhein- Elbefanal boller Name, wie ihn ein Reichskanzler braucht, und erst lange nach Ablauf der Handelsverträge in Betrieb gesezt der jezige Botschafter in Wien wird schließlich auch werden könne:„ mithin erst dann, wenn, wie es fest be ab- bereit sein, nach Berlin zu ziehen. Die„ Krisis" sichtigt ist, bei der Neuregelung der Handelsbeziehungen würde diesmal mit dem Osterumzug zusammenfallen, und die Deutschlands zum Auslande den Erzeugnissen der Landwirth- Weltgeschichte kann sich auch einmal an den bürgerlichen schaft wirksamerer Schuh als bisher gesichert worden Kalender halten, wenn sie sonst auch so bedauerlich unregelist." Was das heißen soll, ist gewiß unzweideutig klar und mäßig ihre Umzüge veranstaltet. Wir nannten Eulenburg, Herr Miquel wird nicht verfehlen, diese Zusicherung in aller er fann auch anders heißen wenn der Name nur schallt. Ein nationaler Feiertag wird der Geburtstag nicht Förmlichkeit vor den aus den Ferien zurückgekehrten Abgeordneten zu wiederholen. Nur hat sich diese Regierung werden, wie zu Bismard's Zeiten. Das liegt nicht an dem durch ihr schwankendes Hin und Her so um jeden Kredit ge- Unterschied in der historischen Bedeutung der beiden Kanzler. bracht, daß die Deutsche Tageszeitung" rund heraus er- Wenn der greise Fürst, der heute im Reichskanzlerpalais flärt, für Wechsel auf die Zukunft" gebe ein richtiger wohnt, feinen nationalen Feiertag gewollt hätte Bündler nichts: hätte ihn bekommen. Die Nation" jubelfeiert bei jeder GeWir glauben ja an die guten Absichten der Regierung; legenheit ohne Ansehen der Person, wenn es nur gewünscht aber die Zweifel, ob die guten Absichten in einigen Jahren wird. Aber Hohenlohe ist ein stiller, leiser Mann, der die noch bestimmend sein werden und ob die Regierung die erforder- grellen, aufdringlichen Geräusche nicht liebt; vielleicht ist er ein liche Kraft beweisen werde, die guten Absichten auszuführen, feiner Skeptiker, wie es die alten Staatsmänner der gefind nur zu berechtigt. " " Das Organ des Bundes der Landwirthe schlägt daher in echt agrarischer Bescheidenheit vor, erst einen ausreichenden Zollschutz zu schaffen. Wenn dann auch weiter dem Arbeiter mangel auf dem Lande abgeholfen sei, dann wollen wir mit uns reden lassen". er bildeten Schule waren, der weder mit den anderen amtlichen Höhenmenschen Abgötterei treibt noch mit sich. Gleichwohl bietet der greife Diplomat ein psychologisches Räthsel. Warum schüttelt er nicht so rasch wie möglich das Amt ab, das ihm doch mancherlei Verdrießlichkeiten bereitet, ohne ihm zu gestatten, eine wirkliche Mission auszuüben? Man behauptet, Hohenlohe werde von einem Prinzip beherrscht, das sein Programm ist:" Ich muß aushalten; denn dadurch verhindere ich Eines in verhindere ich Eines meinen Nachfolger." -Es mag sein, daß diese Tonart möglichst scharf gewählt ist, um möglichst hohe Zugeständnisse aus der Regierung Niemand verkennt die einschneidende Bedeutung des ge- herauszupressen. Leider haben die Agrarier auch in planten Schifffahrtsweges, der in westöstlicher Richtung die einem solchen Spiel recht viele Gewinnchancen für sich. Die Furcht vor dem Nachfolger ist seit Jahren, der Nordsee zufließenden natürlichen Wasserstraßen des Rheins, Denn die Industrie steht ihnen hier nicht einig eine seelische Lieblingserschütterung der mehr oder minder der Ems, der Weser und der Elbe verbinden und so die und geschlossen gegenüber. Wichtige Gewerbszweige und ein- Liberalen. Man hat von dieser Seite Caprivi trotz seines engere Angliederung des industriellen Westens an das zu flußreiche Provinzen haben sich der agrarischen Opposition Schulgesetzes und seiner Umsturzvorlage möglichst wenig sammenhängende Wasserstraßennez zwischen Elbe und Weichsel angeschlossen. Schwierigkeiten bereitet aus Furcht vor dem Nachfolger, bollziehen soll. Wahrscheinlich ist die innere Ueberzeugung Ein nicht unbeträchtlicher Theil der Eisenindustrie, den man sich als schneidigen Staatsstreichler, Agrarier, Absovon den überwiegenden Vortheilen eines großen Rhein- der die fetten Lieferungen an die Staatsbahn- Verwaltungen lutisten dachte, als einen Eretutor der wüstesten Reaktion. Elbekanals für die allgemeine wirthschaftliche Entschäzen gelernt hat, war von jeher mehr für die Entwickelung So ersinnt man auch jetzt in diesen Kreisen für den alten wickelung Deutschlands viel weiter verbreitet, als man nach der Schienenwege eingenommen, wie für Kanalbauten, an Herrn im Reichskanzleramt allerlei Vorzüge; lieber dieser außen hin verlautbaren läßt. Aber in einer von Interessen- denen ganz andere Streife profitiren. Diese Schienenflicker als sein Nachfolger. Gewiß, wessen Ideal vom politischen konflikten zerrissenen, auf der zersplitterten Konkurrenz be- haben immer dagegen protestirt, daß man von einer möglichen Leben darin besteht, Stonflikte zu vertagen, Gegensäge zu verruhenden Gesellschaft giebt es keine Vertretung der Allgemein- Erschöpfung der Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen auch nur hüllen, Strifen zu verschieben dem mag Hohenlohe's Thätigkeit heit. Privatinteressen, die nur Vortheile, und Interessen rede und darum den Ausbau des Wasserstraßen- Neges mehr höchst anerkennenswerth scheinen. Mit seiner sanften, flüsternden freise, die nur Nachtheile von dem Projekte haben werden in den Vordergrund stelle. Bauder Taktik hat er wohl manche jähe Katastrophe verhütet, durch sein beschwichtigendes Abmahnen und Abwarten hat er über stürmische Stunden und Tage das Reichsschiff glücklich bugfirt. Er hat unvermerkt Wasser in das Pulver gegossen, gerade wenn es die Scharfmacher gedachten, für die nahe Entscheidung trocken zu halten. oder doch zu haben glauben, stehen sich hier unversöhnlich Neben diesen Gegnern finden wir dann die Braun gegenüber und gebrauchen ihren Einfluß auf Regierung und tohlen- Industrie der Provinz Sachsen, welche Barlament in rücksichtslosester Weise, um ihrem Eigennut nach den erhöhten Wettbewerb der Ruhrkohle, besonders in den Kräften zu fröhnen. Bei unseren zerfahrenen politischen Ver- gemeinsamen Absatzgebieten Berlin und Magdeburg fürchtet. hältnissen wird schließlich der wetterwendische Zufall ein ge- Ein ganz einheitlicher Widerstand geht weiter noch von wichtiges Wort bei der lekten Entscheidung mitsprechen. der Provinz Schlesien aus selbst der Freisinnige Indeffen, es ist doch ein armes Leben, das sich in der Einmal ist der jetzt wieder aufgenommene Plan bekannt- Gothein findet sich hier einmal mit seinen agrarischen Feinden Verhütung von Unfällen erschöpft, anstatt in der Erkämpfung lich schon einmal gescheitert, und zwar im Jahre 1894. Die Arm in Arm. Man fürchtet, daß die oberschlesische Kohle von Kulturwerken sich zu bethätigen. Die schleichende KrantRegierung verlangte damals allerdings nur einen Kredit von schon auf dem Berliner Markt sich schwer werde behaupten heit mag wohl wie Gesundheit aussehen, weil die zuckenden 55% Millionen Mark für das westliche Glied: die Ver- tönnen; von der unteren Havel( Spandau, Potsdam, Schmerzen fehlen- es bleibt aber Siechthum. bindung des Dortmund- Emskanals mit dem Rhein. Indeß Brandenburg) werde sie vollständig verdrängt werden. Nach Unsere bürgerliche Gesellschaft fordert keine führenden jedermann wußte, daß hier nur die erste Theilstrecke eines dem für gefährdet angesehenen Gebiet versendet aber Geister mehr in den höchsten verantwortlichen Stellen der großen Rhein- Weser- Elbefanals unter Dach und Fach ge- Schlesien nahezu den vierten Theil seines Gesammtabsazes, Regierung, teine Männer von überragender Fähigkeit, von bracht werden sollte. Kaiserliche Kundgebungen hatten das und da nach den entlegeneren Theilen fast nur die hoch- umspannendem Wissen und zukunftsklarer Einsicht und Fernöffentlich zum Ausdruck gebracht, aber gerade dadurch den werthigen, gröberen Sorten gehen, so handelt es sich dem sicht. Eine Gesellschaft, die einen Mann schon deshalb als agrarischen Widerstand aus ostelbischen Kreisen verschärft. Werthe nach um einen weit größeren Antheil. In noch viel größtes Genie anbetete, weil er mit strupelloser Energie und War es doch die Zeit des russischen Handelsvertrages, in der schlimmerem Maße- meint Gothein wird die schlesische Eisen- strozender Brutalität die niedrigsten materiellen Interessen jeder Bündler den Kaiser als politischen Gegner" behandelte. industrie durch den Mittellandkanal getroffen; sie würde wahr feiner Klasse verfocht, die erachtet es auch als eine menschheitsDie ostelbischen Konservativen, auch die Freikonservativen, scheinlich nicht nur aus Sachsen und Brandenburg, sondern würdige Thätigkeit, die negative, unfruchtbare Politit des brachten damals den Entwurf- mit 186 gegen 116 Stimmen auch größtentheils von der unteren Oder und Warthe ver- Verhinderns jahraus jahrein zu treiben. zu Falle. Daß die Regierung mit dem Projekt drängt werden. Die hochentwickelte Zement- Industrie, die Diese Politik des Verhinderns aber herrscht seit jenen wiederkommen werde, stand schon längst fest. Indeß chemische und Düngemittel, die Stein- und die keramische Oktobertagen 1894, da es den triumphirenden Intriganten wollte man angesichts der Wahlen die Sammelpolitit nicht Industrie müssen wenn auch in geringerem Maße und Frondeurs des alten Sturses gelang, den allzu anständigen gefährden. Nunmehr ist der Bantapfel unter die Sammel- Aehnliches befürchten." Grafen Caprivi aus dem Reichskanzler- Palast hinauszuhezen brüder geworfen, und der Streit ist denn auch bereits ein Unter diesen, gerade nicht besonders glückverheißenden und da der fleine„ Onkel Chlodwig" in Begleitung des unrecht lebhafter und für den zuschauenden Dritten recht erbau- Umständen wird die preußische Regierung ihren Entwurf nach vergeßlichen Köller in die Regierungswerkstatt einzog. Hohenlohe licher geworden. den Ferien im Landtage zu verfechten haben. Bedingungslos Cunctator, Hohenlohe der Zögerer- die Furcht vor dem An der Spike des Widerstandes stehen wiederum die auf ihrer Seite findet sie nur die rheinisch- westfälischen Gruben- Nachfolger mag diesen Beinamen prägen und ihn als EhrenAgrarier. Ihnen ist nachgerade jede raschere Entfaltung lords und Hüttenkönige. Aber gerade mit diesen verwöhnten titel auffassen. unseres Verkehrsnezes ein Dorn im Auge. Solange man Glückspilzen, für die Preußen- Deutschland schon so unendlich Wir haben diese Furcht nicht, wir sehen keine IobensEisenbahnen und Stanäle noch baut, schreien diese Herab- viel gethan hat, kann man keinen besonderen Staat machen werthe Aufgabe in der Politik des Verhinderns. Wir tömmlinge des Oftens über die wachsende Arbeiternoth durch und auf allgemeinere Sympathien hoffen. Im Gegentheil, fordern die Politit des Schaffens, freilich nicht von dem die künstlich" gesteigerte Flucht von den Gutshöfen. Wo nicht blos für Leute von der Art des Grafen Kanig ist es achtzigjährigen Geburtstagstinde, auch nicht von seinen Betriebseine neue Wasserstraße in Betrieb gefekt ist, erblicken ein Grund mehr, eine Vorlage zu fürchten, wenn die rheinisch- nachfolgern wir fordern sie von uns. sie drohende neue Einfallsthore für fremdes Ge- westfälischen Schlotbarone fie vertheidigen. Schleife, schleife, schleife! treide. In diesem Kampfe finden sie jederzeit eine Auf jeden Fall werden die Sammelpolitiker längere Zeit d blind ergebene Gefolgschaft in den alten ländlichen vor aller Oeffentlichkeit einander in den Haaren liegen. Und Kleinmüllern, die längs der Ufer der großen Schifffahrtswege wenn sie sich schließlich doch einigen sollten, wird es auf Die Mittheilung, daß die Zuchthausvorlage, genannt die Niesenmühlen sich vermehren und wachsen sehen, deren Kosten der Brotkonsumenten, durch die feierliche Zu Gefeßentwurf zum Schuhe Arbeitssuchender" alsbald nach Konkurrenz fie erliegen. Einem Theile der Junker könnte sicherung einer späteren Erhöhung der Ge- den Ostferien fertig gestellt werden solle, hat lebhafte Bevielleicht der Mittellandkanal angenehm in die Augen fallen, treidezölle, geschehen. Kulturwerke erstehen im Muster- wegung in das Völkchen der Scharfmacher gebracht. Die weil der Osten eine wesentlich billigere und leichtere Ver- staate Preußen eben nur, wenn man der Juntersippe vorher Freude über das endliche Nahen des heißersehnten Gesezes bindung nach dem, der Getreide und der Holzzufuhr be- durch eine Liebesgabe den Mund gestopft hat. ist nur beeinträchtigt durch leise Angst, daß doch noch irgend ein Hinderniß den Weg der kapitalistischen Herzenswünsche verlegen könnte. Darum gilt es, zeitig das Messerchen zu schleifen, damit ja das letzte' Arbeiterrecht mit scharfem Schnitt zerschnitten werde. Das Blatt des Laurahütten-Gri'mbers, die„Berliner Neue st en Nachrichten" schreiben: „Wir halten nun schlechterdings für ausgeschlossen, daß die Vorlage im Buirdesrathsstadi um scheitern könnte; eine beträchtliche Mehrheit ist unter allen Umständen für sie vorhanden. Aber nicht gleichgiltig ist, wann und wie sie an den Reichstag gelangt. Man muh darauf gefaßt sein, dah das Zcntnmi, unter Berufung auf das überaus reichlich vorhandene sonstige Bcrathungsmaterial, diese Angelegenheit auf die lange Bank zu schieben suchen, und dah ihm für diese Taktik die bekannte„Abwchrnichrheit" zur Verfügung stehen wird. Der Ziueck dabei würde sein, die Vorlage in dieser Session überhaupt nicht mehr zur Verhandlung kommen zu lassen. Dies würde um- somchr erleichtert werden, je später die Vorlage an den Reichstag gelangt. Es wird sich also darum handeln, daß sie möglichst bald nach den-Lstcrfcrir» eingebracht und dabei der Reichstag über den Wunsch der Regierung nach einer baldigen Inangriffnahme der Sache nicht im Zweifel gelassen wird. In klerikalen Blättern ist schon vor einiger Zeit die Vermuthung ausgesprochen worden, es werde der Re gierung selbst schließlich nicht unerwünscht sein, wenn der Reichs tag für � ein stillschweigendes Bcgräbniß der Vorlage in einer Kommission sorgte. Unseres Erachtens kann die ReichSregierung garnicht daran denken, ihrer Autorität einen solche» Ttös? der- sehen zu lassen. Aber es ist vielleicht doch nicht überflüssig, bei Zeiten auf die drohenden Manöver der„regierenden Partei" aus mcrksam zu machen." Und vom Generaloberschleifstein, der Stumm'schen„Post", rasselt es also: Kreuzer„Royalist" brachte die gefangen gehaltenen Anhänger der Malietoa- Partei von den anderen Inseln herüber. Die Amerikaner befestigten Mulinu, wohin sich 2000 Eingeborene der Malietoa- Partei flüchteten. Die Mataafa- Leute ver- barrikadirten die Straßen innerhalb der Grenzen der Munizipalität und besetzten britische Häuser. Darauf wurde ein Ultimatum an die Mataafa-Leute gesandt, in welchem sie aufgefordert werden, das Gebiet der Munizipalität zu räumen, sonst werde am Ib. März um l Uhr die Beschießung beginnen. Die Mataafa Leute kümmerten sich nicht um das Ultimatum und begannen die Stadt anzugreifen. Auf Anweisung des amerikanischen und des britischen Konsuls eröffneten nunmehr die Kriegs schiffe„Philadelphia" und. Royalist" das Feuer auf die all gelegenen Dörfer eine halbe Stunde vor dem festgesetzten Beginn der Beschießung. Bei der dichten Bewaldung des Geländes erwies es sich sehr schwierig, den Standort der feindlichen Partei fest- zustellen. Einige Dörfer am Ufer standen bald in Flammen. Ein fehlerhaftes Geschoß der„Philadelphia" platzte bei dem amerikanischen Konsulat; von den davorstehenden Marinesoldaten wurde einem ein Bein zerschmettert, das aniputirt werden mußte. Ein Sprengstnck von eben diesem Geschosseschlug durch das deutsche Konsulat und zertrümmerte das Küchen-Geschirr. Die Deutschen begaben sich darauf an Bord des„Falke". In der Nacht machten die Anhänger Mataaia's einen scharfen Angriff auf die Stadt und tödteten 3 britische Matrosen. Die Beschießung dauerte acht Tage mit längeren Pausen an. Die Bewohner der Stadt flüchteten an Bord des„Royalist", der gedrängt voll Menschen war. Viele verließen Samoa, denn der Kapitän des„Royalist" ersuchte sie dringend darum, damit sie die militärischen Operationen nicht behinderten. Wieviel Eingeborene getödtet wurden, ist noch nicht anzugeben. Das britische Kriegsschiff„Porpoise" nahm ebenfalls an der Beschießung theil. Es beschoß die Dörfer östlich und west lich von Apia und nahm viele Boote weg. Die Engländer und die Amerikaner kämpften zusammen. Die Stimmung „Wie immer die Vorlage gestaltet sein mag, wird man darüber gegen die Deutschen ist sehr erbittert. Ein Engländer f*v»\ 11 a*\ri\f Ca««» 9a.«.«...» s* a"- pi— w � U r"yi_' v* AI..____ 1- �_.. lt—.... v o icr 1«« A.« A... X* C L � L nicht im Zweifel sein können, daß durch sie'der Reichstag einer noch bedeutsameren Probe auf seine politische Leistungsfähigkeit unterworfen werden wird, als durch die Militärvorlage. Galt es dort der Sicherung des äußeren Friedens und dem Schutze vor auswärtiger Gefahr, so handelt es sich jetzt um die Wahrung des inneren Friedens und den Schutz weiter Kreise unserer Bevölkerung gegen Terrorisuins. Es ist klar, daß die ver- bündctcn Regierungen, wenn sie die Nothwcndigkeit erkennen, durch Verschärfung der Strafgesetze dem inneren Frieden und der Bewegungsfreiheit der Bevölkerung einen wirksamen Schutz an- gedeihen zu lassen, mit demselben Ernste und mit demselben Nach- druck hinter ihrer Borlage stehen, wie hinter der Militärvorlage, und daß sie für den Fall einer etwaigen Ablehnung ihrer Vor- schlage nicht vor den änßcrsten Konsequenzen zuriirkschreekrn können." Die Scharfmacher möchten es auf eine Reichstags Auflösung ankommen lassen, wofern der Reichstag der tidustriefeudalität das Zuchthausgesetz nicht apportiren will. i r sind in diesem Falle mit den Scharfmachern einver> standen. Man unterbreite die Zuchthausvorlage dem Urthcil der deutschen Wählerschaft. Nichts könnte uns willkommener sein. Dies würde eine klare Situation herbeiführen und alle Handeleien beseitigen, die in neuem Koulisscnspiel zwischen Regierung und bürgerlichen Parteien angezettelt werden könnten.— und ein Deutscher wurden als Spione verhastet. Ob die Anordnungen des englischen und des amerikanischen Konsuls in Apia, die zu dem Bombardement der Stadt geführt haben, im Eiuvcrsiändmß oder auf Anordnung der einheimischen Behörden erfolgt sind, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls werden diese kriegerischen Ereignisse aufs neue zu erregten Verhandlungen zwischen Deutschland einer- und Amerika und England andererseits führen. Angesichts dieser Sachlage entbehrt eine Nachricht nicht des komischen Beigeschmacks, die aus London kommt und besagt,„daß die Verhandlungen zwischen den Regierungen Deutschlands, Groß britannienS und der Vereinigten Staaten über die Sanioa-Frage in freundlicher und zufriedenstellender Weise fortgeführt würden." Deutsches Weich. Der Königsverger Mordprozeh hat mit der Freisprechung der des GatteumordeS An geklagten geendigt, und lvir glauben, wenige werden eine andere Entscheidung erwartet haben. Was der angeklagten Ehefrau hauptsächlich zu Statten kam. war die sittliche Verkommenheit derer, welche die Anklage gegen sie bei der Staatsanwaltschaft erhoben und vor Gericht unterstützt haben. Wer da noch an die„Unschuld vom Lande" geglaubt hat.— durch diesen Prozeß ist er von seinem Jrrthum geheilt worden. Kein Zola hat größere Verworfenheit in der G r o ß st a d t gefunden und anL Licht gebracht,, als sich uns hier darbietet. Die Tragödie, welche den Anlaß zum Prozeß gegeben hat, spielt auf dem idyllischen Land— auf dem Gut eines sehr reichen Gutsbesitzers, der ein wohlhabcudes, jedoch nicht reiche; Mädchen gcheirathet hatte. Er ist ein liederlicher und roher Mensch: Säufer, zu geschlechtlichen Ausschweifungen geneigt, brutal gegen die Frau. Eines Abends wird er in seinem Zimmer durch das Fenster hindurch erschossen. Das Gerücht bezeich nete bald die Frau und den Gutsinspektor, mit dem sie ein LiebeSverhältniß gehabt haben sollte, als Mörder. Der Gu! inspcktor wird verhaftet und stirbt in der Untersuchungshaft. nachdeni er bei allen Vernehmungen und bis zuletzt seine Unschuld bctheuert hat. Schließlich wird die Frau, welche eine neue Ehe eingehen will, von dem eigenen Bruder dem Staatsanwalt als Mörderin, oder Anstifterin des Mordes denunzirt. Sie ward verhaftet und vor Gericht gestellt. Der Bruder war der Hauptbclastungszeuge er belastete bei dem Prozeß die Schwester aufs Schwerste. Eine Schwester der Frau half dem Bruder gegen die Schwester. Kinder der Frau belasteten die Mutter schwer; und es kam heraus, daß sie von dem Bruder, ihrem Onkel, und ihrer Tante beeinflußt waren. Widerliche, scheußliche Sittenbilder entrollten sich vor den Geschworenen. Der Bruder und die Schwester. welche die Schwester aufs Schaffst bringen wollen, die Kinder gegen die Mutter hetzen— der Bruder, der den ältesten Sohn des Bruders systematisch korrumpirt ihn in liederliche Hänser einführt � es ist ein enipörcndes Schau- spiel I Und was treibt den Bruder, der offenbar die leitende Person ist, zu seinem Handeln? Wie das Verdikt der Geschworenen angenonimen hat und wie aus dem Sach- verhalt sich ergiebt, die denkbar gemeinsten Motive. Durch die Wiederverheirathung der Schwester fürchtet er die Ver- waltung des reichen Gutes und damit bedeutende Vermögens- vortheile zu verlieren, sacra farnes— der verfluchte Hunaer nach Gold. Ein verfaulteres Familienleben ist nie enthüllt, die Fabel von der Unschuld vom Lande nie greller beleuchtet worden. als durch diesen Königsberger Mordprozeß.— Nene Kämpfe auf Samoa. Während es bisher hieß, daß die Verhandlungen bezüglich Samoa's den besten Verlauf nehmen, erfährt man jetzt, daß es Mitte März zu Kämpfen zwischen den englisch-ameriiani- fchen Streitkräften und der Mataafa-Partei der Eingeborenen gekommen, über welche vermöge der weiten Entfernung von der nächsten australischen Kabelstatton erst heute die ersten Meldungen vorliegen. Danach hat Admiral Kautz eine Zusammenkunft der Konsuln und der ältesten Flottenoffizicre an Bord der„Philadelphia" ver- anstaltet, da Mataafe und die zu ihm haltenden Häuptlinge fortführen, im Widerspruche mit dem Berliner Vertrag zu handeln. Die Versammlung bescklotz, die vrovisorische Regierung zu des- avouiren. Infolge dessen erließ Admiral Kautz eine Proklamatton, in der Mataafa und seine Häuptlinge aufgefordert wurden, nach ihren Wohnplätzen zuriickzukehen. Mataafa verließ darauf Mulinu und ging ins Innere. Der deutsche Konsul erließ seinerseits eine Gegenproklamation. Die Mataafa-Leute versammelten sich kriegsmäßig und umzingelten die Stadt. Der britische Sittliche Heuchelet. Im, V o lk*. der Stöckerffchen Zeitung, findet sich eine Zu schrift eine?„Berliner Arbeiters" zur lex Heinze, in der die Sitten« zustände der Berliner sozialdemokratischen Arbeiter berührt werden. Die„Kreuz-Zeitung" freut sich der Ziischrift und giebt ihr Raum. Da beißt es: .... Eines Abends gegen 12 Uhr, als ich von einer Sitzung heim kam, zäblte ick auf dem etwa 1/4 Stunde weiten Weg vom Lazarns-Krankenhaus nack der Fürstcnbergerstraße nicht weniger als 18(achtzehn) Dirnen, die sich umhcrtrieben; auch liegen an demselben Wege 3—4 Lokale mit weiblicher Bedienung. Von wem leben nun diese Mädcken, und wer sind die Gäste dieser Lokale in einer Stadtgcgend, die fast ausschließlich von Arbeitern bewohnt wird! Von wem leben sie im 6. Wahlkreise, wo 52 000 sozialdemokra tische Stimmen abgegeben wurden? Herr Bebel und Herr Lieb knccht, der Abgeordneter dieses Kreises ist, mag selber lagen, ob seine» Erachtens Kommerzicnräthe die Gäste dieser Lokale sind. Ich nieinerieits bin sehr stark der Meinung, daß Herrn Liebknecht'sWählerdaSgrößteKontingent stellen. Also man setze dort einmal den Hebel der Kritik ein! Sage man doch einmal dem Arbeiter, der das Geld, was seiner Familie gehört, einer Prostituirten giebt oder in die Kneipen trägt, daß er nicht Werth ist, ein Genosse zu' heißen! Das thun die Herren aber aus. guten Gründen nicht. Im Gcgcntbcil, es ist völlig verkehrte Welt. Tie lasterhaftesten Menschen brüsten sich»och mit ihrer Sittenlosigkeit. Und diejenigen, die ihrem Weibe die Treue bewahren, die ihren sauer verdienten Lohn der Frau zum Wirthschaftcn geben, werden als Karschube, Schlesinger und wer weiß was alles an den Pranger gcstcllt. Dieses sind Znftände, wie sie wirklich und nickt ver- einzelt. sondern in sehr großem Umfange in Berlin bestehen; ich s c I b st habe ieck« Jahre lang in einer großen Fabrik, die gegen 2000 Arbeiter beschäfligt, und als früher sehr reges Mit- glied der sozialdemokratischen Organisation hunderte von Malen solche Erfahrungen gemacht. Ich meine nun, wenn die Sozioldemokrane wirklich eine Partei wäre, die wollte, daß die sittlichen Zustände in der Arbeiterschaft(wo sie solch un- geheueren Einfluß hat) gehoben würden, so müßte sie zncrst mit ihrer Kritik bei diesen Mißständen beginnen; sie müßte erklären, daß jeder, der säuft, jeder, der den Prostituirten sein Geld zuträgt, ganz besonders, daß der, der seineni Weibe die Treue brich» oder andere verleitet zum Laster,„hinausfliegt". Das würde helfen! Ganz gewiß die Unzucht und der Trunk wäre auch dadurch nicht ganz aus der Welt geschafft. Aber das Laster würde dadurch fortwährend auf der Flucht gehalten; es wird als das angesehen werden, waS es ist, nämlich als Laster, und könnte nicht so dreist und frech sein Haupt erheben; eS könnte nicht vorkommen, daß man e» womöglich noch als männliche Tugend hinstellt, tvie«» jetzt häufig geschieht. Die Sozialdemokratie aber nimmt diesen Standpunkt durchaus nicht ein, sondern hetzt nur immer gegen die Reichen. Das ist ia viel leichter und bequemer. Weiß sie doch. daß die ganze große Masse, der sie jetzt nur schmeichelt, schnell zusammenschmelzen würde, wenn sie ihr die Wahrheit sagen wollte. Es müßte ein sehr großer Theil„Genossen" ans den Organi- sationen gejagt werden. Das aber schadigt die Kasse. Und die Herren Bebel, Singer und Liebknecht, denen es doch nur darum zu thun ist, daß sie eine große Masse(nicht eine sittliche Arbeiter- schaft) hinter sich haben, könnten dadurch schließlich in den Verdacht kommen,„Nachmittagsprediger" zu sein,»nd dies muß verhindert werden, selbst auf die Gefahr hin» daß dabei die Arbeiterschaft inimer tiefer ins Elend sinkt." Wenn der Arbeiter, der diese? dem„Volk" geschrieben haben soll, wirklich lange Jahre regcS Mitglied der Sozialdemokratie ge« Wesen ist, so können wir ihm unier Beileid nicht vorenthalten, daß er so wenig von sozialdemokratischem Wesen gelernt hat. Zunächst hätte der sonderbare Sittlichkeitsapostel lernen können, daß es unsittlich ist. Behauptungen aufzustellen. deren Richtigkeit nicht erwiesen wird. Herrn Liebknecht'? Wähler sollen das größte Kontingent der Besucher Weib- lichcr Lokale stellen. Wir können nicht das Gcgentheil beweisen, aber wir halten die Behauptung für ganz unwahrscheinlich. Kommerzienräthe Pflegen allerdings nicht in den düsteren Arbeiter- gnatieren ihren Lüsten zu fröhnen, sie lassen sich die ihnen gefallenden Töchter des Mittelbttrgcrthums und der Arbeiterschaft»n lichtere und lustigere Räume kommen. Außer Kommerzienräthe und sozial- demokratische Arbeiter giebt eS aber noch einige andere Leute im sechsten Berliner Wahlkreise. Nicht Arbeiter, die jung Heirathen, sondern Kauflcute, Beamte, deren soziale Verhältnisse oft erst späte Heirath erlauben, bcmitzcn vor- nehmlich die Prostitution und bewegen sich mit Vorliebe in Wirths- stuben mit weiblicher Bedienung. Damit gelangen wir zur Hauptsache. Der Arbeiter de»„Volk" hat trotz seiner langen und regen Beschäftigung mit der sozialen Frage so wenig von diesen Problemen erfaßt, daß er mit christlich- sozialen Predigten die Roth zu lindern hofft und der Sozial- dcmokratie zumuthet. sich auf das Niveau dcS BuhpredigerthumS zu erniedrigen, das in Jahrhunderte; und Jahrtausende währenden Wirken den gegenwärtigen Unsittlichkeitszustand erwirkt hat. Hat der christlich-soziale Arbeiter mit seiner politffchen Wandlung nicht auch eine Wandlung seiner Ansichten über das, was Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe ist, durchgemacht, so wird er wisien, daß die Sozialdemokratte in Schrift und Rede die reinsten Sittenideale auch in den sexuellen Beziehungen aufstellt und daß auch von feindlicher Seite gerade dies oft genug anerkannt werden mußte; nicht sozial- demokratische, sondern„christliche" Blätter sind eS, die an Heiraths- aimoncen und noch unsittlicheren Verlockungen gern Geld verdienen. Allerdings sieht die Sozialdemokratie es nicht als ihre Auf- gäbe an, die Unsittlichkeit mit so erfolglosen Mitteln zu bekämpfen, wie die Frommen vom Lande. Sie hält es für Heuchelei, sittliche Ermahnungen verschwenderisch auszusprengen, aber die sozialen Zustände, welche die Masten auf die Bahn der Unsittlichkeit drängen, zu beschönigen und zu erhalten. Gerade bei der lex Heinze hat die Sozialdemokratte ernsthafte Mittel zur Hebung der sittlichen Roth vorgeschlagen— Schutz der weiblichen Jugend und der Arbeiterinnen vor übermäßiger Ausbeutung, vor unzu- reichender Entlöhnung; Verbesserung des Schulwesens, Schaffung edler Geselligkeit für die unteren Volksklassen u. s. w.— und die Feinde der Sozialdemokratie haben allemal diese Vorschläge durchkreuzt. UebrigenS: Wenn der biedere Renommir-Arbeiter des„Volk" und der„'Kreuz-Zeitung" Ausschließung aller Mitglieder der sozial- demolratischen Partei verlangt, welche in sexueller Hinsicht nicht ein- wandsfrei sind, so schlagen wir ihm vor, doch an der Thür seiner jetzigen Parteigenossen diesen Vorschlag anzubringen. Wir fürchten mir, seine konservativen und christlichen Freunde werden ihn'ans- lachen, wohl wissend, daß alsdann von ihrer Partei über- Haupt nichts übrig bleiben würde.— Zn den anständigeren nud gescheidtere» bürgerlichen Blättern gehört die katholische„Kölnische Volkszeitung"; auch die Sozial- dcmokratie behandelte sie bislang nicht in dem Rüpelton der übrigen Presse. Seitdem aber die jämmerliche Haltung des Zentrums in der Militärvorlage auch die charaktervolleren Organe zur Charakterlosigkeit genöthigt hat, ist anscheinend diese aus- gezivungcne Eigenschaft noch nickt wieder getilgt worden— das bezeugt eine Polemik des Kölner Blattes gegen den„Vorwärts" anläßlich der Bernstein-Dcbatte. Darin heißt es u. A.: „Um die eiteln Hoffnungen der bürgerlichen Presse verhöhnen zu können, erlaubt sich der„Vorwärts" eine dreiste Flunkerei. Er stellt sich so dar. als erwarte diese Presse nunmehr mit Sicher- heit die Spaltung der Sozialdemokratie oder ihre Umwandlung in eine bürgerliche' Reforinpartei. Ja. er behauptet sogar, sie trinmphiren, daß sich ihre Hoffnung nunmehr erfüllt habe. Wohl- weislich hütet er sich, zur Erhärtung seiner Behauptung auch nur ein Blatt zu nennen oder einen Satz zu zitiren. Er giebt zwar einen Satz in Anführungszeichen, als wäre er ein Zitat, aber der Satz hat nirgends gestanden." Die„Kölnische VolkSzeituna" hätte zunächst ehrlicher Weise beut- lich erklären müssen, daß fich jene in Anführungszeichen ein- geschlossenen Sätze klar und unzweideutig als kein Zitat gaben, londern als eine ironisch karikirende Zusammenfassung bürgerlicher Preßäußerungen. So wie die„Köln. Volksztg." sich auszudrücken beliebt, könnte man die Anklage herauslesen, der„Vorwärts" habe ein Zitat fälschlich vorgespiegelt. � Die Redaktion der„Köln. Volksztg." ist so träge, so liederlich oder so verständnißlos in der Durchmusterung der Tagcsblätter,� daß sie sich zu der dreisten Flunkerei hat verleiten lassen, der„Vorwärts" habe die Ansichten der bürgerlichen Presse gefälscht. Wir helfen dem Blatte gern mit einem Zitat aus, das— eines für viele— genügt, um die Behauptung der„Köln. Volksztg." zu widerlegen. Die Vossische Zeitung' schrieb in ihrer Abendausgabe vom Montag, den 20. März: '„An den Sozialismus im sozialdemokratischen Programm glauben längst nicht zehn unter hundert Leser des„Vorwärts". ..... Daraus ergiebt fich von selbst, daß die Partei eine Reformpartei ,ein muß, ob ihre Theoretiker wollen oder nicht. Diese Entwicklung wird weder Herr KautSky noch die„Kreuz- Zeitung" hemmen.... Höchstens wird sich ein„revolutionärer" Flügel von der Partei ablösen.... Herr Bebel war Demokrat, che er Sozialdemokrat wurde; weshalb sollte er nicht wieder Demokrat werden? Der„Kreuz-Ztg." wird er gleich gefährlich er- scheinen, auch wenn die Sozialdemokratte eine bürgerliche demo- kratische Rcformyartei geworden ist." Dcltsani ist es. daß die„Köln. VollSztg." bei eben dieser liberalen„Boss. Ztg." eine Anleihe aufnimmt, um die von uns ge- kennzeichnete„Doppelkomödie" nicht verstehen zu brauchen. Wir hatten uns sowohl über die Mauserleute wie über die Scharfmacher lustig gemacht.„Also"— schließt die„Kölnische Volkszeitung"— nach dem„Vorwärts" ist es sowohl ein unglaublich lächerliches Schauspiel, die Mauserung zu behaupten, als auch, sie zu leugnen. Daraus werde nun einer klug." Wir bedauern es auf- richttg, daß sich die„Kölnische Volksztg." von der.Vossischen Zeitung" den jo betrübend verdummenden Gedanken hat leihen müssen. Sie hätte auch aus Eigenem eS schließlich fertig bekommen, nicht klug zu werden. Inzwischen haben wir uns bemüht, die.Vossische Zeittmg" klug zu machen; sie weiß nun. daß die Verspottung der Doppel- komödie der Mauserleute und Scharfmacher keinen Widerspruch ent- hält, daß man aus den, Gedanken klug werden kann, wenn man Anlage dazu hat. Die„Kölnische Volksztg." mag sich auch das Rezept von dem liberalen Blatte borgen. Wenn die„Kölnische Volksztg." uns schließlich räth, lieber die Krachprophezeinngen zu verspotten, die in einem Theil der Partei- presse durch die jüngste Erklärung dcS Parteivorstandes veranlaßt worden sind, so haben wir bereit? mit genügender Schärfe betont, daß wir jene aufgeregten Aeußerungen für überflüssig und verfehlt halten, obwohl wir in dem Hauptpunkt mit ihnen einverstanden sind. Die jetzige Parteidiskussion hat nebenbei noch den Nutzen, daß die Gegner unserer Partei den Tiefstand ihres Wissens und ihres Charakters aufzeigen. Eine besonders große Pöbelhaftigkeit, eine Pöbelhaftigkeit, die nur noch durch die Unwissenheit in all den Fragen, um die es sich handelt, überttoffen wird, zeigt die „Berliner Zeitung". Einige Aeußerungen. die unser Partei- genösse B e b e l kürzlich in einer Bersanimlniig zu Jena gemacht haben soll, die aber, Ivie jeder, der nur das geringste von den Dingen in der Sozialdemokratie kennt, sofort sieht, völlig entstellt oder durch Beseitigung des Zusammenhanges des Sinnes beraubt sind, geben dem piendodemokratischen Blatte Anlaß zn Ausfällen wie folgendem: „Offen gestanden, wir glauben an die volle Erfüllung auch dieser Prophezeiung(Bebel soll gesagt haben: Wenn eS eiimial zn einer Spaltung der Sozialdemokratte kommen sollte, so werde eine viel radikalere neue Partei erstehen.) nicht. Sie setzt eine andere Sozialdemokratie voraus, als die heutige, der der Sozialismus Wurst geworden zu sein scheint in ihrem gichafilhuberischen Stteben, mit den annektirten Mitteln radikaldcmokratischer. bürgerlicher Opposition Wahlerfolge zu erzielen und dabei die sozialistischen Cndzielc zu verlengnen oder doch zu verschleiern. Die sozialdemokratische Partei mit ihren großen, vielen nntzbringendcn Geschäfts- betneben kommt allmälig in eine Stinimuna hinelii, wo ihr die Fortstistting der Partei als Partei über Alles geht und Sorgen um die Erhaltung des Heiligthums der programmatischen Grundsätze sie nickt mehr beschweren. Wir erinnem unS der„I u n g e n", die vor einem Jahrzehnt die Grundsätze gegen die pfiffige NützlichkcitSlehre gluth- voll vcrthcidigt haben. Ihre Bewegung war für die Katze. Man will halt leben, wachsen, Erfolge erzielen. DaS ist die Hauptsache, und eine LoSlösung radikaler Elemente von den Fleischtöpsen der immer deutlicher nationalliberalisirten Partei ist in größerem Umfange soniit nicht zu erwarten. Im Interesse der politischen Ehrlichkeit, des offeneren Zusammenrückens der Demo- tratie und der sogeuainitcn Sozialdemokratte und der allmäligen Be- freiung der zusammenschnimpfenden Schaar der gläubigen Sozialisten aus dem Banne Phantasttscher Zuknnftsidecn, die nimmer zuZnkunsts- gestaltungen führen können und werden, ist es immerhul zn begrüßen, daß ehrliche Denker und Schriftsteller der Sozialdemokratie mit aller Rücksichtslosigkeit und Strenge der Logik Stein auf Stein abtragen von dem Bau der sozialistischen Lehren und der ihnen dienenden Taktik." Colloxium logicum hat der Leitartikelschreiber der» B. Z." nie, auch Nur am Schlüsselloch gehört. Giftiges Gezänk gegen die Sozial« demokratie, die die Ziele verleugne und verschleiere, die in Geschäfts- erfolgen aufgehe und die Grundsätze des Programms als beschwerlichen Ballast über Bord werfe, die eine pfiffige Nützlichkeitslehre befolge und nationalliberalisirt sei. Und fast in demselben Athem- zug Lobeshymnen auf ehrliche Denker, welche angeblich die alten Grundsätze zerstören, die Partei abziehen von den Endzielen und sie näher bringen der Demokratie. Es übersteigt unsere Kräfte, diesen Augiasstall unsauberen Polemisierens zu reinigen. Es verlohnt sich auch nicht. Weiß man doch, daß nur der niedrige Neid ob der Erfolge, welche die sozial- demokratische Ideenwelt im Volk, unter den einstigen Anhängern des Liberalismus errungen hat. die Triebfeder jener Schmutzaus- spritzungen ist. Eins ist sicher: Welche Anschauungen auch in der Sozialdemokratie miteinander ringen, welche Meinungen auch immer sieghaft werden— jene Wissensunbeschwertheit und Charakterverwahrlosung, mit welcher die„B. Z." zur Schande jeder ehrlichen bürgerlichen Demokratie sich brüstet, wird nichl nur allen Richtungen der Sozialdemokratie, sondern jedem anständigen Politiker eine Widerwärtigkeit bleiben!— Die„Krcuz-Zeittmg" sagt, wir seien«grob" geworden, weil wir eine Thatsache festgestellt haben. Thatsachen aber kapirt das Blatt nicht. Es fabelt noch immer davon, die sozialdemokratische Parteileitung habe angesichts des drohenden schärferen Kurses ihren früheren Muth aufgegeben, die Dresdener Verurtheilten«als Ge- nassen anzuerkennen." Diesen Muth hat aber weder die Parteileitung noch die sozialdemokratische Presse jemals be- sessen, denn jene Verurtheilten waren zum größten Theil keine organisirten Gewerkschafter oder Sozialdemokraten. Die Meinungsverschiedenheit wegen der Nichtaufnahme der Verurtheilten unter die Rubrik«Vom neuesten Kurs" zu verstehen, reicht das Kreuz- zeitungshirn nichAzu. Wenn es in seiner Verblödung von einem Mangel an Muth gegenüber einem politischen Kurs nach dem Herzen der Hainmerstcin-Jünger fabulirt, so stellt es sich, als wüßte es nicht, daß die Sozialdemokratie stets um so besser gediehen ist, je kräftiger die Kreuzritter am Reichsruder drückten.— Ter TpiritnSring. Nachdem gegenüber einer geforderten Mindcstbctheiliguugsziffer von 80 Millionen Kontingent 129 Millionen Liter Kontingent von Seiten der Brennereibesitzer zu dem mit den Epritfabrikautcn� abzuschließenden Vertrage angemeldet worden sind, ist die Gesellschaft der Spritfabrikanten unter dem Namen «Zentrale für Spiritusverwerthung G. m. b. H." begründet und der Vertrag zwischen den Bevollmächtigten der Brenner und den Spritfabrikanten notariell abgeschlossen worden. Die Vereinigung der deutschen Brenner zu einer SpirituS-VerkaufSstelle ist mithin perfekt geworden. — Die von den Aarariern angedrohte Hetzjagd auf die Wider- strebenden hat also ihre Wirkung gethan.— Behördlicher Boykott? Kürzlich wurde der Chefredakteur der «Pos. Ztg." Goldbeck wegen Beleidigung deS Oberpräsidenten zu zwei Monaten Gefängnis; vcrurtheilt. Nach einander sind dann, wie ein Extrablatt der«Pos. Ztg." mittheilt, am 19., 24. und 29. März dem Verleger der Zeitung für seine Druckerei von den Eisenbahn- Direktionen in Breslau und Posen, vom Oberlandes- gericht und von der Oberstaatsanwaltschaft die Verträge, betreffend die Lieferung von Drucksachen, ge- k ü n d i g t w o r d e n. Da die Druckerei alle ihre geschäftlichen Ver- pflichtungen gegen die Behörden in vollem Umfange erfüllt hat und niemals Bemängelungen erfolgt sind, so erblickt die«Posen. Ztg." in der fast gleichzeitigen Kündigung der Verträge, für welche in keinem einzigen Falle ein Grund angegeben ist, den Versuch, auf die Haltung der in demselben Besitz wie die Druckerei befindlichen«Posen. Ztg." einen Druck auszuüben. A«S Baden.(Slg. ver.) Sin gerichtliche» Nachspiel zur ReichStaaSwahl fand nun durch Urthetl des obersten badischen Gerichtshofes seinen Schluß: Der Prozeß deS Oberstleutnant» a. D. P l a tz in Ka rl Sru h e, unverantwortlicher Leiter des badischcn „MilitärvereinSblattes", gegen den badischen Zentrums-Abgeordneten Wacker, den Mitarbeiter deS«Bad. Beobachter". Die ultramontane Auslieferung der„getreuen" badischen Residenz an die Sozialdemokratie bildete das Thema verschiedener Artikel der beiden Organe. In zwei Instanzen wurde wegen wechselseitiger Beleidigung auf eine Geldstrafe und partielle Kostentragung erkannt. Aber der nationalliberale Oberstleutnant a. D.. der inzwischen auch beim Großherzog eine Audienz hatte, durchlief den ganzen Instanzenweg, um schließlich kostenfällig abgewiesen zu werden. Wegen des Resultates der Gemeindewahlen könnte nunmehr der Streit darüber wieder beginnen, ob das Zentrum die Schuld an der Niederlage der OrdnungSretterei trägt.—_ Abrüstungskonferenz. Der schweizerische BundcSrath beabsichtigt, wie schon früher erwähnt wurde, und wie jetzt daS„B. T." aus- führlicher mittheilt, verschiedene Anträge auf Abänderung der Genfer Konvention der Friedenskonferenz ini Haag zu unterbreiten. Ver- schieden« Staaten haben die betreffenden Neuerungen in der Krieg- führung bereits eingeführt, sie sollen jetzt internationale Verbindlich« keit erhalten. Die Genfer Konvension besagt, daß die Kriegführenden für die gegnerischen Verwundeten ebenso wie für die eigenen Sorge zu tragen haben; der BundeSrath will weitergehen und beanttagen, daß die Verwundeten vollständig neutralifirt werden sollen. Ein anderer Vorschlag besagt, die geheilten Verwundeten sollen in die eimath entlassen werden, statt sie bis zur Beendigung deS riege» als Gefangene zu betrachten. Ein größerer Abschnitt ist der U e b e r t r e tu n g der Genfer Konvention gewidmet. Diese erfolge öfter auS Unkennwiß als aus bösem Willen. Deshalb solle die Unterweisung der Soldaten in den hauptsächlichsten Bestimmungen der Konvention für alle Heere obligatorisch erklärt werden. Besondere scharfe Maßregeln sollen noch gegen den Mißbrauch des inter- nationalen Feldzeichens eingeführt werden. Von besonderer Wichtigkeit ist der Antrag auf I d e n t i fika- tion der Tobten, Verwundeten und Gefangenen, die, so weit es sich um Angehörige des gegnerischen Heeres handelt, diesem m i t g e t h e i l t werden sollen, um dadurch die oft lange, schreckliche Ungewißheit über das Schicksal der Vermißten zu heben. Den Militär- kommnndos sollen in Bezug auf Behandlung der Verwundeten und deren Pfleger, Austausch Gefangener und andere», weitergehende Freiheiten eingeräumt werden. Ferner sollen in der Nähe eine» Schlachtfeldes keine Verwundeten« lazarethe errichtet werden dürfen wegen der gefährlichen Miasmen, die dort aufsteigen. Sodann wird der Bundesrath beantragen, die Genfer Konvention auch auf den Seekrieg auszudehnen. Der letzte Antrag behandelt die offizielle Anerkennung und Zulassung des«Rothen Kreuzes". Im letzten türkisch- griechischen Kriege verweigerten beide Theile die Zulassung der Ambulanzen des«Rothen Kreuzes", die türkische Regierung mit der Motivirung, das Kreuz könnte den Fanatismus der Mohamedaner reizen. Da» Feldzeichen wurde in einen rothcn Halbmond umgeivandelt, worauf der Zulassung nichts mehr im Wege stand. »» Wenn die Haager Konferenz einige Milderungen der Krieg- führung herbeiführt, so ist das natürlich zu begrüßen. Aber die Abstellung einiger der greulichsten Greuel der Kriegsmetzeleicn— waS man auch«Humanisirung des Krieges" nennt, als ob daZ Uuhumane jemals ein Humanes werden könnte I— wa« hat das mit der Herbeiführung der Abrüstung zu thun?— •• An der Abrüstungskonferenz werden nach der„Rordd. Allg. Ztg." als Vertreter des Deutschen Reiche» der Botschafter in Paris Graf Münster, der Staatsrechtslehrer Prof. v. Stengel von der Universität München und Prof. Zorn von der Universität Königsberg, sowie je ein höherer Offizier de» Landheere» und der Marine theilnenmen. Zum Vertreter Frankreichs soll Bourgeois ernannt werden; er erhält einen diplomatischen, militärischen und rechts- gelehrten Beigeordneten. Der Diplomat soll Baron Destournelles, der Militär der zweite Vorsteher des großen Generalstabs General de Lanne sein. Zustand. Märtyrer deS freien Worte». In den nächsten Tagen tritt in R o m der internationale Preßkongreß zusammen. Anläßlich desselben giebt die«Presse Inter- nationale", das Organ einer Anzahl Journalistenvereine, eine Separatuummer heraus. Um für diese Nummer auch von den vier italienischen Journalisten, die infolge der Mailänder Unruhen von den italienischen Militärgerichten verurtheilt worden sind, und die noch im Znchthans schmachten. Beittäge zu erhalten, hatten sie sich an diese gewandt. Diese Bitte konnte nicht erfüllt werden— aus leicht begreiflichen Gründen. Ein einziger von den vier gefangenen Journalisten. Gustavs Chiesi, hat die Aufforderung der „Presse I nt ern a t i o n a l e" beantwortet. Sein Brief lautet folgendermaßen: Nr. 255. Brief des politischen Sträfling? Gustavo Chiesi aus der Strafanstalt Finalborgo. 15. März 1899. Lieber und geehtter Kollege! Ich habe die mir freundlichst zugesandte Aufforderung er- halten, durch einige Zeilen an der Sondernummer mitzuarbeiten, welche die«Prefse Internationale" dem nächsten Pretzkongreß widmet, der in Rom zusammentreten soll. Als Sie mir diese liebenswürdige Aufforderung zusandten, haben Sie gewiß nicht an die traurige Lage gedacht, in welcher ich mich gegenwärtig be- finde infolge de» UrtheilSsprucheS, der durch das Mailänder Militärgericht am 23. Juni gegen mich gefällt worden ist. Nach zehn Monaten Einkerkerung, während deren ich die EchoS des Lebens draußen kaum vernommen habe, bin ich nicht im stände, eine auch nur einigermaßen attuelle Idee aufzubringen, und kann infolge dessen nicht an Ihrer Sondernummer mitarbeiten. Was die Empfindungen anlangt, die mein Herz einschließt, so sind sie von solcher Art, daß der Brief, in dem ich sie ausdrücken würde, niemals die Schwelle meiner Zelle überschreiten könnte. Ich bitte Sie also, mich zu entschuldigen, wenn ich Ihrem liebenswürdigen Wunsche nicht entspreche, und die Versicherung meiner Hochachtung und aufrichtigen Ergebenheit entgegen zu nehmen. Gustavo Chiesi, ehemaliger Cheftedakteur deS Journals«L'Jtalia del Povolo". Gefehen die Direktton: Finalborgo, 16. März 1899. C e r b o. Chiesi ist derselbe, der von dem Präsidenten de« römischen Preßverein», Senator Bonfadini, mit in da» vorbereitende Komitee für den internationalen Preßkongreß berufen war. Da zu der Eröffnung des Kongresses auch da» italienische KönigSpaar ein- geladen worden ist, glaubte man allgemein, daß vorher die Amnestie erfolgen werde. Da diese aber ausgeblieben ist, haben, wie wir schon mittheilten, eine Anzahl Journalisten sich veranlaßt gesehen, aus dem vorbereitenden Komitee auszutreten. Man darf nun gespannt sein, ob der Internationale Preß- kongreß doch so nachdrücklich als möglich zu Gunsten der Verurtheilten demonstriren wird. Thut er es nicht, so fällt auf seine Theilnehmer allerdings das Odium, daß es ihnen mit dem Schutz de« freien Gedankens nicht ernst sei, und daß es ihnen mehr auf die Vergnügungen ankomme. Oesterreich-Ungarn. ß 14. Wien, 80. März. Die«Wiener Zeitung" veröffent- licht eine kaiserliche Verordnung auf Grund de« Z 14, betreffend die Forterhebung der Steuern und Abgaben. ferner betreffend die Bestreitung des StaatSauftvande» bis zum 30. Juni d. I. Prag, 30. März. Die czechischen Blätter äußern sich sehr un- gehalten darüber, daß die Regierung nicht im böhmischen, sondern im niederösterreichischen Landtage Erklärungen über die Sprachen- frage habe abgeben lassen.«Narodni Listv" zieht daraus den Schluß. Graf Thun nehme bei den neuen Verhandlungen auf die Deutsche n und nicht auf die Vertreter des czechischen Volkes Rücksicht, und drohen damit, die Czechen würden sich entfprechend dieser Handlungsweise Thun's benehmen. Die«Politik" ist der Ansicht, es iverde der Regierung, da die Deutschen zu den Konferenzen nicht erscheinen würden, nichts übrig bleiben, als in der Sprachenfrage zur Sanirungsaktton nach K 14 zu greifen.— Frankreich. Pari«, 80. März. Die Deputirtenkammer nahm in ihrer heutigen BornnttagSsitzung die letzten Artikel de» Finanzgesetzeö an. Der Sozialist Vaillant verlas eine Erklärung, in welcher er feststellt, daß das Budget keinerlei Reform auf sozialem Gebiete ausweise. Darauf wurde da» Budget in seiner Gesammtheit mit 464 gegen 46 Stimmen angenommen.— Italien. Acciarlto, der Attentäter de« Königs Umberto. hatte, wie bekannt, im vorigen Monat dem Direktor des Bagno, wo er sich befindet, erzählt, daß er bei seinem Attentat Mitschuldige gehabt hätte. Infolge dieser Aussage wurden neue Verhaftungen verdächtiger Anarchisten vorgenommen und gegen diese ein neuer Prozeß eingeleitet. Nun aber bat wieder Acciarito, als er mit den Verhafteten konfrontirt wurde, seine letzte Aussage zurückgenommen. indem er noch einmal behauptet, daß er vor zwei Jahren das Attentat allein verübte.— Urber die Wahlsiege der Sozialisten schreibt unser römischer Korrespondent suntcrm 27s d. M.): Iluser Wahlsieg in Mailand und Ravenna konnte nicht vollständiger sein. Die Gegner haben nicht einmal einen Kandidaten aufgestellt. Sie wußten, daß es aussichts- los war. Und obgleich die Polizei alles aufbot, um den Sozialisten Hindernisse in denWeg zu legen, war die Wahlbetheiligung eine sehr große. Größer als bei den Hauptwahlen. Turati, der 1897 nur 3600 St. gehabt hatte, wurde jetzt mit 4340 Stimmen gewählt, das heißt mit über 7000 mehr als vor nicht ganz zwei Jahren. Auch? der Radikale De Andreis hatte einen erheblichen Stimmenzuwachs. Diesmal wählten 45 pCt. aller Wähler gegen 40 pCt. im Jahre 1897. Die Begeisterung war eine außerordentliche und die gesammt« Presse er- kennt die Bedeutung dieser Wahl an, die ein Stoß ist in» Herz deS herrschenden System».— Belgien. Klerikale Intoleranz. Aus Belgien wurde vor Kurzem ein ehemaliger französischer Abbö, Namens Charbonnel ausgewiesen. Er batte in zahlreichen öffentlichen Versammlungen für seine frei- heitlichen Ideen gewirkt und große Erfolge erzielt. Das paßte natürlich den Klerikalen schlecht, aber, um ihn der Ausweisung ver- fallen zu machen, mußte ihm nachgewiesen werden, daß er durch seine«Aufführung die öffentliche Ruhe gefährde". DaS war nicht leicht, denn Charbonnel wirkte nur durch seine glänzende Rede. Aber die Schwarzen wußten Rath. Bonge Woche sprach Charbonnel in einer Versammlung in Grivegnve, einer kleinen Stadt bei L ü t t i ch. Plötzlich drangen ungefähr 200 mit Knütteln bewaffnete katholische Studenten, geführt von dem Neffen des Lütttcher Bischof», in die Versammlung ein und provozirten eine Rauferei. Sie wurden zwar au die Lust gesetzt, stänkerten aber draußen weiter und erprobten ihre Knüttel an Frauen und Kindern. Ein paar Tage darauf wurde Charbonnel von der Regierung ausgewiesen. Er ist also an»« gewiesen, weil er die Klerikalen zu Exzessen gereizt hat. Genützt hat es ihnen nicht viel, denn jetzt schreiben alle Blätter von Charbonnel und seiner Lehre und in zahlreichen Ver- sammlungen wird seine Lehre nun von anderen verbreitet. Gngla«». DaS russisch-englische Abkomme» betreffs China'» soll perfekt sein. Der«Daily Graphic" schreibt, die Unterhandlungen zwischen dem Grafen Murawiew und dem britischen Boffchafter Scott bezüglich der britischen und russischen Interessen in China seien zu einem thatsächlichen Abschluß gekommen und ein Abkommen dürfe fast unmittelbar erwartet werden. Auf der Grundlage der letzten Vorschläge der russischen Regierung sei ein Uebereinkommen entworfen worden, das die Zustimmung Lord Salisbury'S gefunden habe und nur noch der Unterfertigung durch die beiden Unterhändler harre. Der Text der Abmachung ist sehr kurz und behandelt ledig« lich die Einflußsphäre der beiden Mächte. Amerika. Der Philippinnische Krieg. DaS Washingtoner Krieg«« departem ent bezeichnet die Meldung, die Regieruna habe beschloffen, 35 000 Freiwillige aufzurufen, als unbegründet. Mit den Truppen, welche bereits nach Manila beordert seien und deren Transport einige Monate in Anspruch nehmen werde, würde General Otis über genügende Streitkräfte verfügen, um allen Anforderungen entsprechen zu können.— An großspurigen Worten haben es die Amerikaner bisher nicht fehlen lassen. Wenn nur die Thaten und die Erfolge den großen Worten schließlich Recht geben.— parket en« Bei der Gemeinderathötvahl, die am Mittwoch in Saal« feld i. Th. stattfand, erzielten unsere Genossen wiederum einen achtenSwetthen moralischen Erfolg. DaS jetzige meiningische Gemeindewahlgesetz ist ein Plurale, d. i. Mehrstimmenrecht, daS dem Reichsten in der Stadt bis zu 10 Sttmmen, aus dem Lande aber un« beschränktes Stimmrecht sbis 250 Stimmen kommen vor pro Person!) verleiht. Da aber 60 pCt. der Wähler nur 1 Stimme haben, so daß auch nicht die geringste Aussicht mif postttve Erfolge für un» vorhanden ist, so proklamirten die Genossen als Protest gegen das Gesetz wiederum, wie 1898, Stimmenthaltting und führten so wiederum die Ungilttgkeit der Wahl herbei, da nicht die Majorität der Wähler ihre Stimmen abgegeben hatten. Parteipresse. AuS Karlsruhe wird un» geschrieben: Die Aufstellung der Maschinen für die Herstellung der täglichen Ausgabe des ,, V ö l k s s r e u n d" in Karlsruhe ist am Mitttvoch vollendet worden. Am Sonnabend erscheint die erste Nummer in der Druckerei von Bürger u. Goldschagg am Werdcrplatz(Bahnhof- Stadttheil); als Redatteure sind bestellt die Genossen A. Fendrich und W. Kolb, al» Verleger Genosse Eugen Geck. Der„Volksfteund" kostet bei wöchentlich. 6maligcm Erscheinen pro Quartal 1,30 M. Am 1. April sind 18 Jahre verflossen, seit er von Adolf Geck in Offenburg ins Leben gerufen wurde. Der Kongreß der belgische« Vozialdemokratle wird am 21. und 22. Mai(Pfingsten) stattfinden. Auf der Tagesordnung steht u.A. von politischen Fragen: Die Wahlreform: die Arbeiterpensionen und Versicherungen. Sodann kommen eine Reihe gewerkschaftlicher Fragen zur Verhandlung, darunter: Das gewerkschaftliche Ziel der Arbeiter; die gewerkschaftliche Organisation in der Provinz und die Beaufsichtigung der Fabriken; ferner wird verhandelt werden über:«Die Agitatoren müssen sich mehr mit gewerkschaftlicher Agitation beschäftigen" und„Die Bevollmächtigten oer Partei müssen Mitglieder ihrer Gewerkschaften sein". Dazu kommen noch eine Anzahl innerer Organisationsfragen. Poliirilichcs, Gerichtliche« u. s. w. — Zum Prozeß Müller- Magdeburg. Dem Verleger der „Magdeburger Voltsstimme". Bernhard Harbaum, ist die Anklage- schrift zugestellt worden, welche Bezug nimmt auf seine Aeußerungen im Prozeß Müller. Harbaum ist wegen Preßvergehens angeklagt, weil er geduldet, daß für bestimmte Nummern der«Volksstimme" eine Person fälschlich al» Redakteur genannt worden ist. Die Auflage kann al« Material zur Entlastung de» gegen- wattig im Gefängniß sitzenden Genoffen Müller betrachtet werden.— — Freigesprochen von der Anklage, die Polizei beleidigt zu haben, wurde der Redakteur de» Stettiner Partei-OrganS, Fritz Herbert. In der inkriminirten Notiz war niitgetheilt. daß gelegentlich einer Privatfestlichkcit bei einem Kommerzienrath drei Schutzleute vor dem Hause gewesen waren. Der Gerichtshof hat den Artikel objektiv nicht beleidigend gefunden. Der Staatsanwalt hatte mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen 500 M. Geldstrafe eventuell 100 Tage Gefängniß beantragt. —„Im öffentlichen Interesse" hat der Staatsanwalt in Halle Anklage gegen den Redakteur deö dortigen Partei- Organ» Genossen S w i e n t y erhoben, weil dieser eine Firma in Zeitz beleidigt haben soll._ Gemovksrtzttfttirhes. ?nm Streik der Krefelder Weber wird UN» geschrieben: teldungen der bürgerlichen Blätter über baldige Beendignug des Sammetweber-AuSstandeS sind verfrüht. Dem Anschein nach besteht ein großer Theil der Fabrikanten noch auf bedingungsloser Unterwerfung der Arbeiter. Der Arbeiter-Ausschuh der Firma Peltzer Gebr. trat am Sonnabend mit den Inhabern in Unterhand- lungcn und erhielt derselbe derartige Zugeständniffe, daß der Arbeits« aufnahnie nichts mehr im Wege stehen konnte. Der Ausschuß machte die Arbeits-Aufnahme von der Zubilligung der anderen Fabrik- Ausschüsse abhängig. Diese traten am Dienstag Morgen zu einer Berathung zusammen. Während der Berathung erschienen die neuesten Ausgaben der Krefelder Tageblätter mit einer Bekanntmachung de» Fabrikantenbunde», daß einzelne Fabrikanten zu Zugcständnisten, wie sie vier Fabrikanten gemacht hätten, nicht berechtigt seien. Der Ausschuß der Firma Peltzer Gebr. begab sich infolge dessen nochmals zu den Inhabern, welche erklärten, unbedingt an den gemachten Zusagen festzuhalten, und wurde zwischen beiden Theileu vereinbart, daß Oster-Dicustag die Arbeit aufgenommen werden soll. Gleichzeitig verpflichtet sich die Firma, keine Waare für andere Firmen zu liefern. Wir hätte» also endlich eitlen greifbaren Erfolg zu verzeichnen, trotzdem es außer Frage steht, daß wir mit einem Theil der Fabrilanten noch einen hartnäckigen Kampf zu führen haben. Wir bitten deshalb die deutschen Arbeitsbrüder, un» auch ferner zu unterstützen und der langwierige Kampf in dieser dunflen Ecke wird zur Zuftiedenheit der Arbeiter beendigt werden. Di« Stetuhaurr bei der Firma Watermann in Holzen (Braunschweig) verlangten gegenüber den ungeordneten Arbeits« Verhältnissen eine Regelung nach Tarif. Diese Fordertmg wurde vom Unternehmer schroff abgewiesen und den 19 Arbeitem das Betteten der Steinbrüche verboten. Da die Ausgesperrten sämmtlich organisirt sind, so liehen sie sich durch die Maßnahmen de» Unternehmers nicht einschüchtern. Patriotische" Unternehmer. Die«Dresdener Nachrichten", da««Ordnuiigsblatt par oneollonov". brachten dieser Tage folgende Anzeige:«Zum Kasernenbau in Würzen, sowie auch nach Oschatz werden zwei Kolonnen böhmische oder i t a l i e- nische Maurer, Arbeiter und Frauen mit Polier gesucht. Offerten an Baumeister O. Born, Oschatz in Sachsen(Deutsch- land).— So zieht man die Ausländer systematisch heran— In» länder schließt man, wie die Annonce zeigt, von vornherein au». Die„pattiotischen" Unternehmer, die drei Kreuze vor der«Vater- landslosen" Sozialdemokratie schlagen, sie ziehen gern den Ausländer dem Deutschen vor— wenn'S ihnen profitabler erscheint. Dir Holzarbeiter in Erfurt beschlossen, in einen partiellen Streik einzutreten. Die Differenzen entstanden, weil die Unternehmer jede Verhandlung mit der Lohnkommission ablehnten und ihre im Jahre 1897 gemachte Zusage zurückzogen. Die Münchener Bäckergeselle« haben in einer gut besuchten Versammlung beschlossen, die weiteren Verhandlungen mit der Innung abzubrechen, da die Innung bisher kein Entgegenkommen gezeigt ha» Die Gründung eines Arbeitervertreter Vereins wurde in Dresden von Vertretern der Krankenkassen, der BerufsgenossenSchaften und Versicherungsanstalten beschlossen. Der Verein stellt fich die Aufgabe, unter den Arbeitern die Kenntniß der sozialen Gesetzgebung zu verbreiten und die Wahl geeigneter Männer zu Arbeitervertretern zu leiten. Die Versammlung trat der Resolution bei, die der Berliner Arbeitervertreter- Verein zur Novelle des Juvaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes annahm und die dem Reichstag überwiesen wurde. Soziales. Soziale Rechtspflege. d Jm Königsberger Gattenmordprozeß ist die angeklagte Gutsbesitzerin Frau Rosengart gestern Morgen 3 Uhr von den Geschworenen freigesprochen worden. - 40 M. Con einem Streit will man Abstand nehmen und bei geeigneter| Weise zu einem Zeugen gefagt habe: Sie thäten auch besser, fich die Beugenvernehmung nichts festgestellt werden, dagegen wurden Beit von einigen Meistern die Besserung der Arbeitsverhältnisse ver- um Ihre Reichstags- Abgeordneten zu kümmern, die am Züricher See hinsichtlich dessen, was sich auf der Straße ereignet hat, die langen. Der Staatsanwalt beantragte in ihrer Villa wohnen." Angaben Ruczinski's bestätigt. Diefe Aeußerung im Zusammenhang mit dem in dem fraglichen gegen Weiderer, der schon einmal wegen Körperverlegung mit Prozeß zu verhandelnden Gegenstand ausgesprochen, habe sich auf zwei Monaten Gefängniß vorbestraft ist, eine Gefängnißstrafe den Abgeordneten Bebel bezogen und enthalte für den Letteren von zwei Wochen. Der Gerichtshof kam zu der Ansicht, daß der eine Beleidigung. Er stelle den Antrag, daß auch hierüber Beweis Angeklagte, selbst wenn die von ihm gegebene Darstellung des Sach verhalts zutreffend sein sollte, doch das Recht der Nothwehr erhoben werde. Staatsanwalt Blaschte beantragte die Ablehnung sämmtlicher überschritten habe und daher mit 40 M. zu bestrafen ist. Wie viele ehrliche Arbeiter, die wegen ähnlicher Konflikte Anträge, die ersteren seien unwesentlich, und in der Bemerkung des Landgerichtsdirektors Fromme fönne, wenn sie wirklich gefallen mit Unternehmern oder Streitbrechern auf die Ansein sollte, etwas Beleidigendes nicht gefunden werden. I agebant tommen, mögen wünschen, auch so glimpflich Zur Sache selbst beantragte der Staatsanwalt gegen den davou zu kommen, wie der Braumeister Alois Weiderer! Angeklagten eine Gefängnißstrafe von drei Monaten, Weniger milde als der Braumeister war ein Arbeiter bom da zweifellos die genannten Magdeburger Behörden der Parteilich Schöffengericht bestraft worden, der, ohne irgend eine ThatGefängnißstatistik. Ueber die zum Neffort des preußischen feit bezichtigt worden seien. Der Vertheidiger beharrte in erster lichkeit begangen zu haben, seinem früheren Arbeitgeber eine einMinisteriums des Innern gehörenden Strafanstalten ist so- Linie auf seinen Anträgen, plädirte sodann aber für Freisprechung: fa che Beleidigung hingeworfen haben sollte. Den Steinträger eben eine Statistit für 1897/98 erschienen, die im„ Reichs- Anzeiger" Er sowohl wie der Angeklagte hielten es nicht für angängig, daß Wilhelm Vorbrich hatte das Schöffengericht au 14 Tagen Gemitgetheilt wird. Dem genannten Ministerium unterstehen 85 Bucht man etwas in den Artikel hineinlege, was in dem Wortlaut nicht zu fängniß verurtheilt. Der Angeklagte war im August v. J. auf einem häuser und 17 größere Gefängnisse. In ihnen befanden sich am finden sei. Neubau in der Schwarzkopffstraße beschäftigt. Die Steinträger geriethen 31. März 1898 24 301 Personen, das sind 1157 weniger als im Der Gerichtshof lehnte die Anträge des Vertheidigers als un- mit ihrem Arbeitgeber wegen der Art der Lohnzahlung in Streitigkeiten, Jahre zuvor und 1754 weniger wie am 1. April 1896. Außerdem erheblich ab und verurtheilte den Angeklagten zu einer Geld worauf nicht nur die ersteren, sondern auch sämmtliche Maurer die unterstehen dem Ministerium noch in dem französisch- recht- strafe von 300 M. Arbeit niederlegten. Da eine Beeinflussung der neu angeworbenen lichen Theile der Rheinprovinz 82 fleinere Gefängnisse, in Arbeitswilligen" durch die Ausständigen befürchtet wurde, so wurde denen zur selben Beit 375 Gefangene untergebracht waren. Dazu den letzteren der Zutritt zum Bau untersagt. Um sich nun nicht fommen 11 217 in Zwangserziehung befindliche Jugendliche und 9327 eines Hausfriedensbruches schuldig zu machen, begab der Angeflagte in Arbeitshäusern untergebrachte Personen; das sind zusammen Die den Geschworenen vorgelegten Schuldfragen lauteten: 1. Ist die fich nach dem Nebengrundstück und rief von hier, wie die Anklage 45 220 Personen gegen 46 846 am 1. April 1897. Angeklagte schuldig, den verstorbenen Inspektor Rieß, der am 19. März behauptet, seinem früheren Arbeitgeber zu, daß er ein Schwindler Das sind aber noch lange nicht alle, denen in preußischen Ge- 1897 den Gutsbesiger Rosengart zu Zögershof vorsätzlich und mit fei. Im gestrigen Termine vor der Berufungsinstanz wandte der fängnissen über die göttliche Weltordnung nachzudenten Ge- Ueberlegung getödtet hat, diesen durch Versprechungen oder andere Angeklagte ein, daß er das Opfer einer Personenverwechselung Tegenheit gegeben ist. Es kommen nämlich noch dazu die Mittel zu diefer Strafthat bestimmt zu haben? 2. Im Falle der geworden sein müsse, und führte zu diesem Zwecke zwei Personen dem Justiz ministerium unterstellten 1026 1026 Gefängnisse. Berneinung dieser Frage: Ist die Angeklagte schuldig, dem In vor, welche auch befundeten, daß der Angeklagte zur fraglichen Beit Von ihnen enthielten im Jahre 1897/98: 1000 und mehr spektor Rieß bei Begehung des in Frage 1 erwähnten Verbrechens garnicht auf dem erwähnten Grundstücke habe Gefangene 3, 800 bis 900 Gefangene 1, 700 bis 800 Gefangene 1, durch Rath oder That wissentlich Hilfe geleistet zu haben? Der ein tönnen. Mit aller Bestimmtheit blieben aber die Be= 500 bis 600 Gefangene 4, 400 bis 500 Gefangene 4, 300 bis 400 Erste Staatsanwalt beantragt noch die Frage zu stellen: Im Falle lastungszeugen dabei, daß ein Irrthum ihrerseits völlig auss Gefangene 3, 200 bis 300 Gefangene 13, 100 bis 200 Gefangene 62, der Verneinung der Fragen 1 und 2 ist die Angeklagte schuldig, den geschlossen sei. Der Gerichtshof hatte deshalb auch keinen Zweifel 50 bis 100 Gefangene 76 und die übrigen weniger als 50 Ge- Nieß nach Begehung der That begünstigt zu haben, um ihn der daran, daß der Angeklagte von der ersten Instanz zu Recht verfangene. Die Summe der in diesen Gefängnissen untergebrachten Bestrafung zu entziehen. Nach kurzer Berathung beschließt der urtheilt sei und verwarf die Berufung. Personen ist wahrscheinlich noch ebenso groß wie die in den andern. Gerichtshof, diesem Antrage stattzugeben. Es beginnen alsdann Ein Stück Proletarierelend enthüllte sich am Donnerstag vor Bemerkenswerth an den Zahlen ist aber neben dem gegen die die Plädoyers, die der Erste Staatsanwalt Hupner mit folgenzwei Vorjahre schon für die Gesammtzahl festgestellten Rüd- den Worten einleitete: Meine Herren Geschworenen! Zwei Jahre der 140. Abtheilung des Schöffengerichts. Wegen Unterschlagung gang der Gefangenen der Rückgang der Buchthaus Sträflinge. find ins Land gegangen, seitdem der Gutsbesiger Rosengart in war die Arbeiterin Anna W. angeflagt. Sie hatte aus einem Ge Ihre Gesammtzahl betrug 1897/98 23 867 gegen 24 157 im Vor- Bögersdorf in seinem Wohnzimmer meuchlings getödtet worden ist schäft 24 Schürzen zum Nähen erhalten und diese theils verkauft, jahre, 31 616 im Jahre 1882/83 und 28 577 im Jahre 1869. Sie und noch immer ist dieses Verbrechen nicht gefühnt. Der theils versetzt. Die Angeklagte führte zu ihrer Entschuldigung an, war überhaupt die niedrigste seit 1869, abgesehen von den Jahren 1873 Mann, der aller menschlichen Voraussicht nach den Mord begangen daß sie zwei Kinder zu versorgen habe, von denen das und 1874, die nur 23 811 und 23 736 aufweisen. Der jährliche Zu- hat, ist wohl einige Tage nach dem Morde in Haft genommen eine längere Beit frank sei. Ihre Nothlage sei so groß sie sich nicht anders zu helfen gewußt gang an Zuchthaussträflingen auf 10 000 der über 18 Jahre alten worden. Allein dieser Mann ist nach wenigen Monaten einer gewesen, daß der ihr anvertrauten Waare. Bevölkerung betrug 4,73 im Jahre 1869, 6,01 im Jahre 1881/82, tückischen Krankheit erlegen. Der Tod des Rieß ist höchstwahrschein hätte, als durch Veräußerung 3,69 im Jahre 1896/97 und nur 3,08 im Jahre 1897/98. Die schwere lich beschleunigt worden, weil er am Abend des 19. März 1897 über Sie würde gern bereit sein, den Werth der veruntreuten Schürzen Der Staatsanwalt hielt es nicht abzuarbeiten. Kriminalität steht danach 1897/98 um 48,7 pct. günstiger als im ein aufgeweichtes Feld in schnellem Trabe gelaufen ist und durch die Jahre 1881/82. Ebenso ist, wie der Bericht weiter in einzelnen veränderte Lebensweise, zu der der Mann im Gefängniß gezwungen für glaubwürdig, daß die Angeklagte aus Noth einen nachweist, auch die Zahl der Vorbestraften gesunken. war. Der Mörder ist der Gerechtigkeit entronnen, er steht vor Werth von 40 m. veräußert habe. Wenn es sich um 5-10 m. einem höheren Richter. Doch nicht gefühnt ist aber die Frevelthat handelte, tönne man allenfalls die Entschuldigung der Angeklagten der Frau, die hier auf der Antlagebant sigt und heute Ihres Wahr gelten lassen. Da die Angeklagte schon wegen ähnlicher Bergehen spruchs harrt. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß Ihr Wahrspruch vorbestraft sei, spreche gleichfalls dagegen, daß sie aus Noth gehandelt Der Werth ärztlicher Gutachten und die übliche Menschen der Gerechtigkeit entsprechen wird. Dem Manne, der meiner festen habe, daher beantragte der Staatsanwalt zwei Wochen Gefängniß. freundlichkeit einer Berufsgenossenschaft erfuhren in einem Ueberzeugung nach die Mordwaffe gegen Rosengart gerichtet hat, Der Gerichtshof erkannte auf eine Gefängnißstraße von einer Woche, Rechtsstreit, der das hiesige Schiedsgericht für Unfallsachen ist von den verschiedensten Leuten das beste Leumundszeugniß aus- wobei einerseis die Vorstrafen, andererseits die Nothlage der Anbeschäftigte, eine eigenthümliche Beleuchtung. Der Schlächter Ließ gestellt worden. Ich habe die Ueberzeugung erlangt, Rieß hätte sich geklagten berücksichtigt worden sind. A18 thener und schlecht erwies sich das untrügliche" Seil war auf dem Viehhofe zu Falle gekommen und hatte sich dabei ver- niemals dazu verstanden, ein solch' graufiges Verbrechen zu begehen, schiedene äußere Verlegungen zugezogen. Nach einem Gutachten wenn ihm nicht gewissermaßen von dieser Frau die Mordwaffe in mittel gegen Epilepsie, welches der Tischler Karl Krieg mit foll er auch innere Verlegungen davongetragen haben. Die die Hand gedrückt worden wäre. Die Frau war über den Tod Hilfe der Frau Wilhelmine König unter die Leute brachte. Die Fleischerei Berufsgenossenschaft gewährte ihm zu ihres Mannes nicht besonders betrübt. Sie wurde drei Wochen zweite Angeklagte fezte sich mit folchen unglüdlichen Personen, die nächst 60 pet. der Vollrente und setzte dann die Sente auf nach dem Morde ebenfalls verhaftet, wegen Mangel an Beweisen an epileptischen Krämpfen leiden, in Verbindung und pries ihnen vierzig Prozent herab, indem sie sich auf ein Gutachten des mußte sie doch sehr bald wieder entlassen und das Verfahren ein Mittel an, welches unfehlbare Heilung bringen würde. Das Vertrauensarztes berief. Lietz legte Berufung ein und machte gegen sie eingestellt werden. Frau Rosengart verlobte sich Mittel war ein schwarzes Pulver, welches sich in Schachteln befand. neun Jahre jüngeren Manne geltend, er sei in einem viel höheren Grade in seiner Erwerbsfähig fehr bald mit einem und Sie umgab sich den Patienten oder deren Familien gegenüber mit Sie wissen, feit beschränkt als angenommen worden sei. Der Bezirksphysikus& ohn begab sich auf die Hochzeitsreise. in welch einem gewissen Mysterium, indem sie erklärte, daß das Mittel von bestätigte ihm dies; er schäzte die Erwerbsunfähigkeit des Klägers auf tragischer Weise diese Hochzeitsreise in Helgoland endete. Die Ver- weit her über das große Wasser komme und aus der Wurzel einer 75 pt. ein. Der Vertreter der Berufsgenossenschaft griff dies wandten wollten nicht länger schweigen, als sie saben, mit welch' einzigen seltenen erotischen Pflanze hergestellt werde. Für so ein Gutachten heftig an und brachte ein Obergutachten des Professors frivoler Art sich die Angeklagte über die Ermordung ihres Mannes Schächtelchen fordert und erhielt sie in einem Falle 10 M. Der Rinne bei, worin gesagt ist, daß im Befinden des Klägers hinwegsette, fie brachten deshalb das Verbrechen zur Anzeige. Ich Patient brauchte das Bulver todesmuthig auf, ohne daß er irgend Die Angeklagte bot dann noch eine erhebliche Besserung eingetreten wäre und daß 2. nur habe schon bei vielen Kriminalfällen, die noch bedeutend schwieriger eine Heilwirkung verspürte. Allein eine solche Zeugenbeein- eine zweite Schachtel an, forderte aber diesmal 15 M., indem sie erin seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt waren, als dieser, mitgewirft. sei. Im Schiedsgericht faß der Direttor des Vichhofes, der zufällig flussung, wie sie durch den Referendar a. D. Wolff versucht worden, zählte, daß das Mittel jetzt theuerer geworden sei, da es nur von einem einzigen Manne fabrizirt werde und die Pflanzenwurzel den Kläger kennt. Er gab seiner Meinung dahin Ausdruck, daß 2. ist mir in meiner langjährigen Pragis noch nicht vorgekommen. anscheinend nicht übertreibe. Ihm sei er als ein gebrochener Das Plaidoyer des Staatsanwalts dauerte 3/2 Stunden und außerordentlich knapp geworden sei. Dieselbe Erzählung machte jie Mann erschienen. Das Schiedsgericht beschloß darauf, neue Gut- schloß mit den Worten an die Geschworenen:" Sollte ihr Verdikt auf auch in einem zweiten Falle, man nahm aber dann Veranlassung, achten einzuholen. Der Kassenarzt Salinger, der den nichtschuldig lauten, so würde das unfehlbar ein großer das Pulver untersuchen zu laffen und da stellte sich dann heraus, Kläger behandelt hat, wurde zuerst gehört. Salinger fuchte aus- Irrthum sein." daß dasselbe eine Heilwirkende Kraft gar nicht besigen konnte. Nach führlich nachzuweisen, daß 2. noch um 75 pct. in seiner Der Vertheidiger, Justizrath Sello aus Berlin, hatte einer dem Gutachten des Gerichtschemikers Dr. Bischoff ist das Erwerbsfähigkeit beschränkt fci. Der Professor Körte, solchen Rede gegenüber verhältnißmäßig leichtes Spiel. Er Pulver eine unvollkommen verbrannte animalische Kohle, herdes verstorbenen Inspektors rührend von kleinen Thieren und durchsetzt von übelriechendem dem schließlich ein legtes Ober- Gutachten eingefordert wurde, fragte: Ist denn die Schuld Rieß mit einer Silbe bewiesen? Zeugen haben bekundet, daß Thieröl. Nach den sprach sich dagegen für eine Erwerbsbeschränkung von Mittheilungen des Sachverständigen ist ein alter Aberglaube, daß unvollkommen berbrannte 40 pet. aus. Im letzten Termin stellte der Bertreter der Rieß der That nicht fähig war. Hatte er einen Beweggrund zu es Berufsgenossenschaft den Bezirks- Phyfitus sohn als einen Mann hin, der That? Der verstorbene Rosengart hatte Nieß sehr lieb. Auch Thiere, wie Elstern, Kröten, Frösche, Mäuse, Ratten und auf dessen Gutachten nicht viel zu geben sei, weil ihn die klagen nicht ein Zeuge hat einen Beweis für die Behauptung anführen dergleichen, ein Heilmittel gegen Epilepsie seien. Solche seien zuerst der Verlegten zu sehr beeinflußten. Gegen ihn seien schon fönnen, Rieß Frau Rosengart und ein Verhältniß vom Diakonissenhaus in Dresden, dann von dem Grafen Duplessis Beschwerden beim Kultusminister eingereicht worden. Das gehabt haben. Das gehabt haben. Selbst die kleine Olga, die erst das Zeugniß u. a. in Verkehr gebracht worden, sie hätten aber keine heilbringende Schiedsgericht unter dem Vorsitz des Regierungsrathes Geifert verweigern wollte, dann von den lieben Verwandten veranlaßt, es Straft. Das Schöffengericht hatte seiner Zeit die Angeklagten freiverurtheilte jedoch die Berufsgenossenschaft, den Kläger die Rente doch ablegte, hat nichts Belastendes bekundet. Sie hat Rieß und gesprochen, weil Strieg glaubhaft versicherte, daß er von der untrügin der früheren Höhe von 60 pet. weiter zu gewähren. ihre Mutter nur einmal im Keller gesehen und nur auf kurze Zeit. lichen Wirkung jeines Heilmittels felbft felfenfest überzeugt sei. Der Der Vorsitzende führte aus, daß das Gericht bei den Alles, was über das Verhältniß zwischen Rieß und Frau Rosengart Staatsanwalt legte Berufung ein und beantragte gestern vor der großen Widersprüchen in den Gutachten nach dem Augenscheine gefagt ist, ist nur Geflatsch und Gemunkel aus dem Kuhstall, Ge- 6. Straflammer je einen Monat Gefängniß, indem er ausurtheilen müsse. Es habe den Kläger persönlich gesehen und sei flatsch der Dienstboten und der zärtlichen Verwandten". Nicht ein führte, daß hier ein recht gröblicher Schwindel vorliege, mit deffen zu der Ueberzeugung gekommen, daß der schon ältere Mann nicht Kuß, ein Wort, ein Händedruck ist nachgewiesen. Der Bertheidiger Hilfe unglücklichen Kranten, die natürlich nach jedem Strohhalm zu übertreibe und auf jeden Fall nur wenig leisten könne. Aus den ging mit scharfen Worten dem Hauptbelastungszeugen Adameit zu ihrer Rettung greifen, Geld aus der Tasche gelockt worden sei. fich widersprechenden Gutachten habe das Gericht nicht die bestimmte Leibe, deffen Egoismus aus allen seinen Handlungen hervorleuchte. Der Gerichtshof erkannte wiederum auf Freisprechung des Krieg, Ueberzeugung gewinnen können, daß sich der Zustand des Klägers Auch die Einwände der übrigen Belastungszeugen wurden zurück- da auch er es für möglich hielt, daß dieser an die Wirkung des Mittels wesentlich gebessert habe. Letzteres nachzuweisen, sei die gesetzliche gewiesen. Redner schloß nach drei Stunden seine Rede mit den glaube. Die Angeklagte König wurde wegen Betruges in einem " Wir erwarten Ihren Spruch mit vollem Ver- alle zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt, weil nachgewiesen wurde, daß Pflicht der Berufsgenossenschaft, wenn diese eine rechtsfräftige Rente Worten: ausfallen, wie möge er er wolle; fern sei es sie mit Hilfe der Erzählung von den Gründen der Preiserhöhung herabseßen wolle. Der Vertreter der Berufsgenossenschaft erklärte trauen, uns, ihn von bornherein als Fehlspruch zu bezeichnen". noch einen Vortheil für ihren eigenen Geldbeutel herausgeschlagen ( Lebhaftes Bravo im Zuhörerraum.) Es kam dann noch zu einer hatte. heftigen Kontroverse zwischen dem Vertheidiger und dem Ersten Staatsanwalt. Die Angeklagte sagte auf Befragen ruhig, wie fie sich bisher verhalten hatte:" Ich bin unschuldig". Darauf folgten die Geschworenenberathung und die Freisprechung. Der Wagen am Gerichtseingang, der die Frau Rosengart nach Zoegershof brachte, war vom Publikum dicht umlagert. noch um nunmehr mit Nachdruck, daß er sofort Rekurs einlegen wolle. Gerichts- Beitung. mur Wegen Beleidigung Magdeburger Behörden und Gerichte: a) der Beamten des Polizeipräsidiums, b) der Staatsanwaltschaft, c) der Richter des Amtsgerichts, d) der Nichter des Landgerichts, hatte sich gestern unser verantwortlicher Redakteur A. Jacobey zu verantworten. Die Verhandlung fand statt vor der vierten StrafBraun. " daß aus Die Untersuchung gegen die Wechselfälscher Adomeit und Den Angeklagten werden Genossen ist nunmehr abgeschlossen. 52 Fälle von Fälschungen bezw. Betrug zur Last gelegt. Die Haupt berhandlung ist, wie wir erfahren, auf Sonnabend, den 22. April, festgesezt. Entlaffen und daun vom Braumeister verprügelt. Auf der fammer des Landgerichts I unter dem Vorsige des Landgerichtsraths Anklagebant der 140. Abtheilung des Schöffengerichts faß am Lehte Nachrichten und Depelthen. Donnerstag der Braumeister Alois Weiderer von Der In der Nummer bom 21. Oftober v. J. des„ Borwärts" erschien Bairischen Malzbier Brauerei" in der MarienburgerFrankfurt a. M., 30. März. Der Frankf. 8tg." wird aus ein aus Magdeburg datirter Artikel, der mit der Einleitung begann, straße. Der Angeklagte soll sich der Körperverlegung mittels Konstantinopel gemeldet: Die Pforte sandte den türkischen Bots daß taum eine Woche vergehe, ohne daß die drei weltbekannten gefährlichen Werkzeuges schuldig gemacht haben. Der Thatbestand, schaftern in London und Paris zur sofortigen Ueberreichung an die Gerechtigkeits- Fattoren in Magdeburg, das Polizeipräsidium, die welcher zur Antlage führte, ist folgender: Am 2. Februar respektiven Regierungen eine Note, die in scharfer Weise feinem Arbeitsverhältniß gegen die englisch französische Afritatonvention Staatsanwaltschaft und das Gericht sich eine unangenehme Korrektur war der Bierfahrer Nuczinski ihres Eifers gefallen lassen müßten." Anknüpfend hieran wurde mit entlassen worden. Es tam deshalb zu einer Auseinanderſegung protestirt. Die Pforte erklärt, sie werde, trotz der Konvention, getheilt, daß wiederum ein Fall vorgekommen fei, wonach ein auf zwischen ihm und dem Angeklagten. Als Ruczinski hierauf das Haus das Frankreich präsentirte Land als ihr eigenes, in der Intereffen Betreiben der Magdeburger Staatsanwaltschaft angestrengtes Straf- berlassen wollte, tam Weiderer hinter ihm her; unter dem Thorweg sphäre ihrer afrikanischen Besitzung Tripolis gelegenes Hinterland verfahren wegen Beihilfe zum Vergehen gegen§ 153 der Reichsgewerbe- tam es dann nach der Behauptung des Angeklagten zu einer betrachten. Ordnung( Beeinflussung von Arbeitswilligen) mit Freisprechung Schlägerei, bei der Ruczinski der Angreifer gewesen sein soll, er Fiume, 30. März:( W. T. B.) In früher Morgenstunde und des Betreffenden geendet habe. In der erwähnten Einleitung felber sich aber nur vertheidigt haben will. Ruczinsli behauptet da im Berlaufe des Vormittags wurden hier stärkere Erdstöße erblickte die Staatsanwaltschaft den Borwurf der Parteilichkeit gegen gegen unter seinem Eide, er fei ruhig vom Hofe gegangen, der An- im Verlaufe des Vormittags wurden hier stärkere Erdstöße die drei Behörden in Magdeburg. Der Angeschuldigte bestritt, daß geklagte sei ihm gefolgt, und habe ihm unter dem Thorweg verspürt; Schaden ist nicht verursacht worden. Paris, 30. März.( W. T. B.) Der Senat hat sich bis zum daß er auf die Straße hinausder Artikel eine Beleidigung enthalte. Der Vertheidiger, Rechts- einen Stoß versezt, so anwalt Heine, erbot sich zum Antritt des Beweises dafür, daß in geflogen und zu Falle gekommen sei. Der Angeklagte habe dann 9. Mai, die Deputirtenkammer bis zum 2. Mai vertagt. Paris, 30. März.( W. T. B.) Der Untersuchungsrichter Fabre den letzten Jahren bei den genannten drei Magdeburger Behörden tüchtig auf ihn eingeschlagen, wahrscheinlich mit einem Eisenrohr eine unverhältnißmäßig große Anzahl von Straf- oder einem Stemmeisen. Er habe infolge dessen stark geblutet und verfügte, daß Lemaitre der Präsident und vier Mitglieder des berfahren, die sich auf politischem oder gewerbsrecht der Angeklagte habe erst von ihm abgelassen, als sich Straßenpaffanten se o mi tee's der„ Ligue de la patrie française" sowie lichem Gebiete bewegten, mit Abweisung, bezw. Freisprechung ins Mittel legten und nun ihrerseits den Angeklagten angriffen. Nach Baron Legour, der Präsident der plebiszitären Komitee's, vor das geendet hätten. Der Vertheidiger nahm Bezug auf 36 Attenstüde, Ausweis eines ärztlichen Attestes hat Ruczinsti verschiedene Kopf- 8uchtpolizeigericht verwiesen werden sollen. New- York, 30. März.( W. T. B.) Bei dem Unfall des erklärte aber, daß er noch weit mehr derartiger Fälle werde feststellen wunden davongetragen. Auch der Angeklagte Weiderer weist durch ein Tönnen. Ferner sei es im vorigen Jahre vorgekommen, daß der ärztliches Attest einige Verlegungen nach, die ihm Ruczinski bei- Mississipidampfers Rowena Lee" sind, wie die Direktoren der beLandgerichts Direktor Fromme in Magdeburg in öffentlicher gebracht haben soll. Letzterer bestreitet jedoch, den Angeklagten ge- treffenden Dampfschiffslinie erklären, nur drei Personen Sigung und ohne irgend eine Veranlassung und in ganz auffälliger schlagen zu haben. Ueber den Anfang der Schlägerei fonnte durch umgekommen. 0 Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Ir. 77. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. " Freitag, 31. März 1899. Die Reichstagswahl im 2. Wahlkreise barüber geführt worden ist, stellt die„ Preuß. Zehrerata." jezt die Baris soll eine Fernsprechverbindung zwiſchen Frankfurt a. M. und tuffion, die in mehreren Zeitschriften und Schul- Jahresberichten gelangt ist. Gleichzeitig mit der unmittelbaren Verbindung Berlin und die Kontrollversammlungen. twichtigsten Puntte zusammen. Es war dem einen und anderen, der Paris hergestellt, sowie eine Doppelleitung von ebenfalls je 5 Milli den Katechismus vor seinen findlichen Zuhörern zu behandeln und zu meter Durchmesser zwischen Berlin und Frankfurt a. M. verlegt Am 11. April, dem Tage der Nachtvahl im 2. Berliner Wahl erklären hatte, unbequem geworden, daß die angeführte Stelle doch werden. Durch Vereinigung der beiden Theilstrecken Berlin- Frankfurt freife, stehen für viele Reservisten Kontrollversammlungen an. Es gar zu augenfällig der Erfahrung und der Wirklichkeit wider und Frankfurt- Paris wird es dann möglich sein, die Leitung über ist die Frage aufgeworfen, ob die zu Kontrollversammlungen Ein- streitet. Die Diskussion drehte sich nun um die Frage, ob man den in Frankfurt auch von Berlin aus zu benußen, sodaß für den Verkehr berufenen ihr Wahlrecht am 11. April ausüben dürfen? der Stelle liegenden Widersinn durch entsprechende Auslegung zwischen Paris und Berlin zwei Leitungen zur Verfügung stehen Diese Frage ist zu bejahen. Es ruht die Wahl- oder durch eine A en derung beseitigen solle. Von den Freunden werden. Die vorläufigen Vereinbarungen müssen nun zunächst durch berechtigung nur für Personen des Soldatenstandes, so lange des Auslegens will einer die Worte wider alle Fährlichkeit u. s. w." die französische Regierung genehmigt werden. dieselben sich bei der Fahne befinden." Der zu erklären: Gott tann aber Uebel von uns abwenden; ein anderer: Der diesjährige Ofter- Umzug nimmt eine Ausdehnung an, einer Kontrollversammlung einberufene Reservist und Landwehrmann Gott ist unser Schutz in allem llebel; ein dritter, der entschieden ist zwar für die Dauer des ganzen Tages den Militär- Strafgesetzen der Scharfsinnigste von allen ist: Gott behütet uns vor allem llebel. vie felten zuvor. Für die eigentlichen Ziehtage, namentlich für den unterworfen, befindet sich aber nicht bei der Fahne. Er kann also Gegen diese Auslegungsversuche, die start an das Goethe'sche Wort 1. und den 4. April sind Wagen zum Transport der Möbel selbst zu sein Wahlrecht ausüben. Singegen ist ihm dringend zu Im Auslegen seid frisch und munter, legt ihr's nicht aus, jo legt bereits seit dem 20. März etwa in lebhaftem Gange ist. hohen Preisen kaum noch aufzutreiben, obwohl das Umzugsgeschäft empfehlen, sich nicht weiter als zur Abgabe seiner' was unter!" erinnern, wendet sich ein Pastor mit folgenden Worten: Stimme erforderlich ist, im Wahllotal aufzu Nur keine Verschleierungen! mur feine heimlichen Abschwächungen, An einem Fleischbiffen erstickt ist gestern auf offener Straße halten und zwar ist dieser Nath mit Rücksicht auf die bekannte Deuteleien und subtilen Auslegungskünfteleien oder wir ein obdachloser Arbeiter Ernst Kulke. Der Unglückliche war am allgemeine militärische Verordnung erforderlich, die wir hiermit verlieren allen Grund und Boden unter den Füßen, und das Montag nach Verbüßung einer Strafe von neun Monaten aus dem wieder zum Abdruck bringen. Es heißt nämlich im„ Reichs- Anzeiger" gerade Gegentheil von dem wird erreicht, was man erreichen wollte. Gefängniß entlassen worden und lebte seitdem vom Betteln. Gestern vom 9. August 1897: Glaube, Bertrauen zu Gott und seinem Worte soll geweckt und ge- erhielt er im Norden der Stadt ein Stück Fleisch, das er gierig zu Es wird hiermit erneut zur allgemeinen Kenntniß gebracht, stärkt werden; aber das Volt, das Kind, sobald es aufgewacht ist, verschlingen suchte. Dabei blieb ihm ein großer Bissen im Halse daß den Unteroffizieren und Mannschaften dienstlich verboten ist: schaut hinter die Koulissen und wendet sich voll Abscheu stecken. Kulte verlor bald das Bewußtsein und brach hilflos zu 1. jede Betheiligung an Vereinigungen, Versammlungen, Festlich verächtlich von einer Methode, die ihm im Unterricht fammen. Schußmänner brachten ihn zur Rettungswache in ber feiten, Geldfammlungen, zu der nicht vorher besondere dienstliche mit volltönenden Worten etwas vorgespiegelt, was sich im staftanien- Allee, aber es war zu spät. Der Mann war bereits Erlaubniß ertheilt ist, Leben hernach thatsächlich ganz anders verhält." Er nennt Luther's erstickt. 2. jede Dritten erkennbar gemachte Bethätigung revolutionärer Behauptung von der Beschirmung wider alle Fährlichkeit" falsch Das Polizeipräsidium theilt mit: Unter dem Milchvieh oder sozialdemokratischer Gesinnung, insbesondere durch entsprechende und macht den Vorschlag, dreist zu setzen:„ wider allerlei Fährlich- Bestande des Molkereibesizers Grich, Liesenstr. 11, ist die Maul- und Ausrufe, Gefänge oder ähnliche Rundgebungen; teit beschirmet und vor allerlei lebel behütet und bewahret." Ob Klauenseuche ausgebrochen. Unter dem Geflügelbestande des Fuhr3. das Halten und die Berbreitung revolutionärer oder sozial- der gute Mann damit erreichen würde, was er erreichen will, herrn Bachale auf den Grundstück Verlängerte Trebbinerstraße demokratischer Schriften, sowie jede Einführung solcher Schriften in nämlich das Vertrauen auf die Hilfe Gottes zu weden und zu Blaz 20a ist die Geflügelcholera ausgebrochen.- Die Badstraße Kasernen oder sonstige Dienstlofale. stärken? Wir vermuthen, daß manches Kind, daß mit hungrigem Ferner ist sämmtlichen Angehörigen des aftiven Heeres dienstlich Magen zur Schule oder zum Konfirmandenunterricht gehen muß, von der Gropius bis zur Uferstraße wird behufs Umpflasterung vom 5. kommenden Monats ab bis auf Weiteres für Fuhrwerte und befohlen, von jedem zu ihrer Kenntniß gelangenden Vorhandensein auch seine Behauptung recht ungläubig aufnehmen würde. Bei revolutionärer oder sozialdemokratischer Schriften in Kasernen oder den Kindern aus dem Bolte sorgt schon die Noth dafür, daß fie Reiter gesperrt. anderen dienstlichen Lokalen sofort dienstliche Anzeige zu erstatten. zeitig aufwachen" und bald genug hinter die Diese Berbote und Befehle gelten auch für die zu lebungen Roulissen schauen." Die bitteren Erfahrungen des wirklichen Betriebseinrichtungen, Maschinen und Geräthschaften so einzurichten eingezogenen und für die zu kontrollversammlungen einberufenen Lebens kann kein Katechismus wegpredigen, soviel man auch an seinen Bersonen des Beurlaubtenstandes, welche gemäß§ 6 des Militärs Glaubenssätzen herumkorrigieren möge. Strafgesetzbuchs und§ 38 B. 1 des Reichsmilitärgesezes bis zum Ablauf des Tages der Wiederentlassung bezüglich der Kontroll- Verjammlung den Vorschriften des Militärstrafgesetzbuchs unterstehen. Berlin, den 6. August 1897. Der Kriegsminister von Goßler." " " Ferner macht das Polizeipräsidium die Gewerbeunters nehmer auf die Verpflichtung aufmerksam, die Arbeitsräume, und zu unterhalten, daß die Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit soweit geschützt sind, wie es Vier neue mechanische Thurmleitern werden am 1. April bei die Natur des Betriebes gestattet. Insbesondere ist für genügen des der Berliner Feuerwehr in Dienst gestellt werden. Die Feuer- Licht, ausreichenden Luftraum und Luftwechsel, Beseitigung wehr besitzt dann fünf Thurmleitern, die alte Teleskopleiter und eine des bei dem Betriebe entstehenden Staubes, der dabei entvom Branddirektor Witte konstruirte eiserne Leiter. Die Leitern wickelten Dünste und Gase, sowie der dabei entstehenden Ab> werden auf sämmtliche Stadttheile vertheilt, nur Moabit ist vorfälle Sorge zu tragen. Ebenso sind diejenigen Vorrichtungen hera Es kann hier auf sich beruhen, ob und inwieweit diese im Reichs- länfig noch ausgeschlossen. Die Teleskopleiter befindet sich in der zustellen, welche zum Schuße der Arbeiter gegen gefährliche Bes fag besprochene triegsministerielle Anordnung giltig ist. 3 weifel Wilmsstraße, die Witte'sche Leiter in der Linienstraße und die fünf rührungen mit Maschinen oder Maschinentheilen oder gegen Tos bat jie teinen Bezug auf die Ausübung des Thurmleitern von Hönig in der Linden-, Oderberger, Memeler-, andere in der Natur der Betriebsstätte oder des Betriebes liegende Bahlrechts, das nicht„ Dritten erkennbar", sondern geheim er- Reichenberger- und Schönebergerstraße. In Zukunft tann innerhalb Gefahren, namentlich auch gegen die Gefahren, welche aus folgt. Ein Berbot, zu wählen, liegt in der vorabgedruckten Berlins stets eine der mechanischen Leitern bei Feuer verwandt Fabrikbränden erwachsen können, erforderlich find. In AnAnordnung nicht und tann in derselben nicht liegen, werden. Hoffentlich wird auch die Wache in Moabit bald eine lagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiter sich um weil ein solches Verbot den Gesezen widerspräche, mit dem Eide mechanische Leiter erhalten. Sie ist wegen der vielen Dachstuhl- leiden und nach der Arbeit sich reinigen, müssen ausreichende, eines Soldaten also unvereinbar und überdies mit schwerer brände durchaus nothwendig, wenn auch die räumlichen Verhältnisse nach Geschlechtern getrennte Ankleide- und Waschräume Strafe bedroht wäre. Also: gebe jeder wahl zur Zeit die Unterbringung einer solchen Leiter nicht gestatten. vorhanden sein. Die Bedürfnißanstalten müssen so berechtigte Reservist und Landwehrmann, der das Wohl der Gesammtheit, sein eigenes und seiner Familie Wohl Die Verlegung der Magistrats- Bibliothek vom Rathhaus eingerichtet sein, daß sie für die Zahl der Arbeiter aus reichen, daß den Anforderungen der Gesundheitspflege enta fördern will, am 11. April seine Stimme für Richard Fischer ab, nach dem Markthallengebäude in der Zimmerstraße ist zum Sep- sprochen wird und daß ihre Benutzung ohne Verlegung von halte sich aber nicht länger als zur Stimmtember vorgesehen. Die fünftigen Räume der Bibliothet, welche Gitte und Anstand erfolgen kann. abgabe erforderlich ist, im Wahllokale auf und jetzt frei werden, sollen während der Sommermonate für ihre neue Zur Auskunftertheilung über andere die Gewerbe- Aufsicht oder übernehme insbesondere teinen Kontrollposten. Bestimmung eingerichtet werden. Gleichzeitig mit der Verlegung der die Dampffeffelprüfung betreffende Angelegenheiten sind die Beamten Defto nothwendiger ist es, daß Genossen, die Kontrollversammlungen Magistrats- Bibliothek dürfte auch der Umzug des Märkischen Provinzial ber I. Gewerbe- Juspektion Mariannenplas 20, der II. Gewerbenicht wahrzunehmen haben, sich zur Agitation am Wahltage bei Mujeums sowie des Gewerbegerichts nach dem Markthallengebäude Inspektion Georgenkirchplatz 20, der III. Gewerbe- Inspektion Genossen Werner, Bülowstr. 59, melden.. in der Zimmerstraße erfolgen. Paulstr. 24, am Dienstag und Freitag jeder Woche von 12/2 bis 1/2 Uhr bestimmt anivesend. zu werden. Kommunales. Den Hang zur Gesetzlichkeit beim Unternehmerthum fennzeichnet folgende Berichterstatter Meldung: Maffendemunziationen In der Trunkenheit ums Leben gekommen ist der 40 Jahre find gegen verschiedene Besitzer von Herren Garderobengeschäften beabsichtigte Eintheilung Berlins in brei neue Gerichts- worden. Bei den betreffenden Geschäftsinhabern hat sich seit längerer wurde er als Leiche aus dem Landwehrkanal gelandet, in den er in Aus der Magistratssitzung am Donnerstag. Gegen die auf dem Wedding bei der hiesigen Staatsanwaltschaft erstattet alte Buchbinder Otto H., der bei S. in der Brandenburgstraße bes schäftigt war. Seit fünf Wochen war er verschwunden. Gestern bezirke hatte sich bekanntlich die Stadtverordneten- Versammlung der Kirchzeit zu verkaufen. Das Personal der betreffenden Firmen Beit die Praxis eingebürgert, an Sonn- und Feiertagen während der Trunkenheit hineingerathen sein soll. nachdrücklichst ausgesprochen. Infolge dieser Anregung der StadtIm Dienste Anderer fein Leben verloren hat gestern, berordneten- Bersammlung hat nunmehr das Magistratskollegium be- mußte, falls es nicht seine Kündigung erhalten wollte, schlossen, gegen diese Einrichtung bei der Staatsbehörde vorstellig und die über den Hof in das Geschäft hineingelaffenen Kunden be- städtischen Straßenreinigung Karl Schosnig aus der Ritterstr. 89. allfountäglich während der geseßlich freien Beit im Laden weilen Donnerstag, Mittag um 12 Uhr, der 48 Jahre alte Vorarbeiter der dienen. Die Umsäße, die in dieser Zeit in den verschiedenen Ge- Schosnig, der der Straßenreinigung seit 28 Jahren angehörte, war Der Stanzleirath Müller hat der Stadtgemeinde Berlin letzt schäften erzielt wurden, waren ganz beträchtlich, bis die Polizei in der Wienerstraße beschäftigt und sah, wie das Pferd eines willig eine Summe von 226 000 m. vermacht, von welcher zwei bavon verständigt wurde. In der Nähe der namhaft gemachten Ge- Schlächterwagens durchging und mit dem Fuhrwerk die Straße seiner Schwestern nur eine geringfügige jährliche Rente be ziehen. Auf Anfuchen dieser beiden Damen hat nun das Magistrats- schäfte find jetzt an den Sonntags- Vormittagen Schußmannsposten entlang raste. Um Unheil zu verhüten, warf er sich dem Thiere follegium beschloffen, denselben einen jährlichen Zuschuß von 500 m. und Geheimpolizisten aufgestellt, um die Zugänge zu den während der muthvoll entgegen. Leider brachte das Nettungswert ihm selbst den zu der Rente zu gewähren, so zwar, daß im Todesfalle einer der Kirchstunden verkaufenden Firmen zu überwachen und gegen etwa Tod. Er wurde umgerissen und zog sich einen komplizirten Schädelbeiden Schwestern die überlebende Schwester im Vollgenuß der Rente vorkommende Uebertretungen des Gesetzes betreffend die Sonntags. bruch zu. Man brachte den Verunglückten auf die Rettungswache ruhe einzuschreiten. am Görliger Bahnhof. Aber die Kunst der Aerzte vermochte sein eben nicht mehr zu retten, Schlosnig gab bald seinen Geist auf. Der Beruitglidte hinterläßt eine Frau und zwei Kinder im Alter von 20 und 12 Jahren. berbleibt. Aus den Bibliotheken der hiesigen städtischen höheren Lehranstalten sollen Bücher an die Kaiser Wilhelms- Bibliothek abgegeben werden. Das Magistratskollegium hat beschlossen, hierzu die Zustimmung der Stadtverordneten- Bersammlung einzuholen. Der von der Stadtverordneten- Versammlung an den Magistrat gerichtete Antrag, bei dem Reichstage dahin vorstellig zu werden, daß die Regierungsvorlage, betreffend die Ausdehnung des postalischen Monopols auf Beförderung geschlossener Briefe im Ortsverkehr, abgelehnt werde, ist vom Kollegium einer Soms mission zur Vorberathung überwiesen worden. Des Osterfestes wegen werden die städtischen Bureaus und Kaffen am Sonnabend bereits um 1 Uhr Mittags gefchloffen, mit Ausnahme des Zentral- Bureaus, welches zur Entgegennahme von wichtigen Sachen bis 4 Uhr Nachmittags geöffnet bleibt. Lokales. Aus der Gesellschaft. Das„ Berl. Tagebl" berichtet:„ Eine sensationelle gerichtliche Haussuchung hat Dienstag Nachmittag bei der Baronin v. Klot- Trautwetter, Potsdamerstr. 80a, ſtattgefunden. Unter Assistenz von Schuhleuten in Uniform und Zivil Den Tod im Wasser suchte Mittwoch Abend eine junge Frau, erschien ein Gerichtsvollzieher und begehrte Einlaß. Da die zu Hause indem sie an der Weidendammer Brücke in die Spree sprang. Die anwesende Baronin auf wiederholtes Slingeln nicht öffnete, wurde Lebensmilde, die Frau eines Photographen, wurde jedoch gerettet ein Schlosser mit dem Aufbrechen der Thür betraut. Che jedoch und in ein Krankenhaus gebracht. Wie sie angab, ist sie erst turze letzteres vollständig ausgeführt war, bequemte sich Frau v. Klot Beit verheirathet. Ihr Mann verließ sie, weil das Geschäft nicht zur Oeffnung. Der gerichtliche Besuch galt der Auffindung der gehen wollte, und sie fehrte zu ihren Eltern zurück. Diese riethen Baronin v. Puttkamer, geborenen v. Enckevort aus Vogelsang, ihr, sich nach ihrem Manne umzusehen und wieder zu ihm zu gehen. die mit ihrem Gatten in Chefcheidung lebt und das demselben ge- Gestern sei sie dann auch von den Eltern weggegangen und längere richtlich durch einstweilige Verfügung zugesprochene Kind ent- Beit umhergeirrt. Abends habe sie die Verzweiflung gepadt und führt hat. Frau v. Buttkamer ist die Schwester der Frau ins Wasser getrieben. v. Klot und war hier seit drei Wochen mit dem entführten Todt aufgefunden wurde gestern Morgen um 7 1hr auf einem 41/ ejährigen Mädchen zu Besuch, ohne polizeilich gemeldet zu fein. Lumpenhof an der Ecke der Kochhann- und Petersburger Straße die Jedenfalls hatte sie Kenntniß davon, daß ihr Aufenthalt ermittelt 63 Jahre alte Wittwe Amalie Kühn, eine Lumpensammlerin, die fei, denn am letzten Montag dampfte fie in größter Gile mit dem dort in einer Bude übernachtet hatte! Kinde ab, so daß die Hansjuchung ergebnißlos war. Wohin sie sich Der Berliner Wollmarkt findet in diesem Jahre in der gewandt hat, wollte Frau v. Klot nicht wissen. Herr v. Buttkamer, der bei der Haussuchung zugegegen war, hatte schon vor einiger Rinderhalle des städtischen Zentral- Viehhofes( Eldenaerstraße) am Zeit den Aufenthalt seiner Ehegattin ermittelt und ein hiesiges 20., 21. und 22. Juni statt. Vor den bezeichneten Markttagen darf Detektivbureau mit der Beobachtung seiner Frau beauftragt. Trotzdem der Wollmarkt nicht beginnen. Die Einfuhr findet vom 18. Juni gelang die Abreise von Mutter und Kind. Letzteres war, als es aus an statt. Marktpreise von Berlin. 29. März 1899.( Nach Ermittelungen dem Hause in eine bereitstehende Droschte getragen wurde, derart eingewickelt, daß es einem großen Badet glich. Die verschleierte des Bolizeipräsidiums.) Weizen 15,60-14,80 M., Roggen 14,20 bis Mutter wurde von dem Detektiv ebenfalls nicht erkannt." 13,20 M., Futter- Gerste 13,40-12,90 m.( ermittelt pro Tonne von Das Wahlkomitee. Gegen die geplante Sperrung der Leipziger, Friedrich. der Bentralstelle der preuß. Landwirthschaftskammer- Notirungsſtelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppela straße und Straße Unter den Linden für leerfahrende Droschken Die Parteigenoffen des fünften Berliner Wahlkreises will der Fachverein Berliner Droschtenbefizer", nachdem die in sentner). Hafer, gute Sorte 15,40-14,90 M., Mittel- Sorte 14,80 bis 14,20 M., geringe Sorte 14,10-13,50 M., Richtstroh 4,32-3,50 m., beranſtalten am 1. Osterfeiertag in Quarg's Operetten Theater, dieser Angelegenheit an den Magistrat und das Polizeipräsidium ge- Seu 7,20-4,50 M., Erbsen, gelbe zum Kochen 40,00-25,00 m. Grand Hotel Alexanderplatz, eine Matinee. Das überaus reichhaltige richteten Petitionen erfolglos geblieben find, beim Oberpräsidenten Speisebohnen, weiße, von 50,00-25,00 M. Linsen von 70,00 Programm wird dem Arrangement hoffentlich eine recht zahlreiche vorstellig werden. Sollte auch in dieser Instanz nichts erreicht bis 30,00 2.( leinhandelspreise.); Kartoffeln von 6,00 bis Unterstügung zu theil werden lassen. werden, so beabsichtigt der Verein, sich mit seiner Beschwerde an das 4,00 M.; alles per 100 Kilogramm. Rindfleisch von der Keule von Sechster Wahlkreis. Am zweiten Osterfeiertage Mittags Ministerium und nöthigenfalls an den Kaiser zu wenden. 1,60-1,20 m., Bauchfleisch 1.20-1,00 M., Schweinefleisch von 1,60 12 Uhr wird im Moabiter Klubhaus, Beusselstr. 9, eine Matinee Erweiterung des Fernsprechverkehrs mit Belgien. Am bis 1,20 M., Kalbfleisch von 1,80-1,00 M., Hammelfleisch von 1,60 abgehalten, bei welcher der Gesangverein Unverzagt, Moabit, mit 1. April wird der Fernsprechverkehr zwischen Berlin einerseits sowie bis 1,00 M., Butter von 2,60-2,00 M.; alles per 1 Kilogr. Eier wirft. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Antwerpen nnd Brüssel andererseits eröffnet. Die Gebühr für 4,00-2,40 m. per 60 Stick. Fische per 1 Kilogr.: Karpfen von Zweiter Wahlkreis. Bei der heutigen Flugblattbertheilung ersuchen wir die Genossen, sich nicht damit zu begnügen, die Flugblätter abzugeben, sondern die Genossen sollen in jedem Falle vor Abgabe des Flugblattes fragen, ob der betreffende Wähler auch noch da wohnt, oder ob er am 1. April umzieht. In diesem Falle sollen sie nach der neuen Adresse fragen und diese sofort notiren. = Schönhauser Vorstadt. Am Montag( 2. Osterfeiertag) Mittags 12 11hr findet im Berliner Prater, Kastanien- Allee 7/8, eine Wohlthätigkeits- Matinee statt. Die Gesangsvorträge nebst Aufführungen werden von dem Wünsch'schen gemischten Chor ausgeführt. Bahlreichem Besuch sieht entgegen Das Somitee. Ich glaube, daß mich Gott ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt 3 M. 2,20-1,20 M., Male von 3,00-1,80 m., Bander von 2,80-1,00 m., Hechte von 2,00-1,00 M., Barsche von 1,60-0,80 m., Schleie von 3,50-1,40 9., Bleie von 1,40-0,80 m., Strebfe 60 Stüd 12,00 bis 4,00 m. Markthallen- Verkehr. Die Markthallen werden sämmtlich am heutigen Charfreitage nur in den Morgenstunden von 7-9 Uhr für Auf dem Berliner Getreidemarkt konnte Donnerstag bas taufende Bublifum geöffnet sein. Für die beiden Osterfeiertage Weizen 1,50-2,00 W., Roggen 1,00 m. anziehen. Vom Inlande gilt dieselbe Bestimmung. wie vom Auslande lag reichliches Angebot vor. Hafer behauptet, wider alle Fährlich: Ueber die geplante Fernsprechverbindung Berlin- Paris Mais fester, Rüböl matt. Am Spiritusmarkt herrschte auf die feit beschirmet und vor allem lebel behütet und bewahret." find, dem Vernehmen nach, die Berhandlungen abgeschlossen. Be Thatsache, daß die Zentrale für Spiritusverwerthung sich gestern Ueber diese Stelle in Luther's Erklärung zum 1. Artikel des evange- absichtigt wird, eine unmittelbare Verbindung zwischen den beiden konstituirt hat, feste Stimmung. Angeboten waren 114 500 Liter lischen Glaubensbekenntnisses ist unter einigen Pastoren und Pio- Hauptstädten ohne jede Umschaltung herzustellen. Für die Leitung 70er Waare, die mit 29,60 m.(+0,60 m.) Nehmer fanden. Termine fessoren der Theologie ein lebhafter Streit entbrannt. Aus der ist doppelter Bronzedraht von je 5 Millimeter Durchmesser vor zogen 80-40 Pf. an. Das hiesige Spirituslager wird auf 128/4 recht intereffanten, für den Unbetheiligten beinahe amüsanten Dis- l gesehen, eine Stärke, wie sie bis jetzt noch nicht zur Anwendung| Millionen Liter gegen 11 Millionen im Vormonat und 71/2 Millionen fm Vorjahre geschäßt. Kartoffelfabritate. Ia Kartoffelmehl 20,00 m., do. Supra 20,50 M., do. Sekunda 17,00-18,50 20. Ia trockene Kartoffelstärke 20,00 m., do. Supra 20,50 M., do. Sekunda 17,00-18,50 m., bo. feuchte 10,40 M.; alles per 100 Stilogramm. Am Charfreitag finden auf der Treptow Sternwarte zwei Projektions- Vorträge statt. Um 5 Uhr Nachmittags spricht Direktor F. S. Archenhold über:" Die Erscheinungen in unserer Atmosphäre und wird bei dieser Gelegenheit zahlreiche Diapositive von Wolfen, Bligen und leuchtenden Nachtwolten vorführen. Um 7 1hr Abends wird der Beliebte Vortrag„ Die Weltuntergangs Prophezeiungen" wiederholt. Das Astronomische Museum", in dem viertelstündliche Führungen stattfinden, bleibt von 2 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends geöffnet. Mit dem Riesenfernrohr wird die Sonne bei Tage und Abends der Mars und Doppelsterne beobachtet. der dann hinausging. Der Mann fragte, ob er nicht ein Brot Broden in ihrer ganzen Ausdehnung dem Betriebe übergeben faufen könne. Der Weister bedauerte, feines mehr zu haben, und worden. Ein Besuch des Brockens, welcher einen Rundblick von ging wieder hinein. Der Brotkäufer glaubte nun wohl, den Meister 200 Kilometer Ausdehnung gestattet, läßt sich von Berlin munmehr und die Wirthsleute hinreichend sicher gemacht zu haben, schwang in einem Tage ermöglichen. Das Brockenhotel ist das ganze Jahr fich mit einem Diebsgenossen auf den Wagen und fuhr davon. Man hindurch geöffnet. Während der Osterfeiertage iverden nach dem hatte ihn aber beobachtet, und da er vergessen hatte, die Sperrfette Brocken, welcher auch im Winterkleide nichts von seinem eigenartigen zu lösen, so wurde die Verfolgung nicht allzu fchiver. Zwei Schuß- Reize verliert, Sonderzüge fahren. An romantischem Reiz hat der männer holten den Spitzbuben ein und nahmen ihn fest, sein Genosse Brocken durch diese Bahn jedenfalls nicht gewonnen. aber sprang vorher ab und entkam. Auf die traurige Lage der ländlichen Dienstboten in Ostf die Zu den Schülermißhandlungen in Schöneberg. Uns wird preußen wirft der folgende schreckliche Vorfall ein grelles Licht. geschrieben. Der Leitartikel in der Mittwoch- Nummer des Schöneb. Bor etwa 3 Wochen brannte in Bließen, im Kreise Memel unweit Stadt- Anz." beschäftigt sich mit dem„ Ende der Schöneberger Schul- der russischen Grenze gelegen, einem Besizer Wohnhaus, Scheune affäre". Am Schlusse desselben wird gesagt:„ Und im Uebrigen und Stall nieder. Das Feuer war von der aus Rußland stammenden Im Metropol- Theater vollzog sich gestern ein Ereigniß, das glauben wir auch, daß, wie der Sozialdemokrat Schubert in einer Magd des Besizers, die auch schwere Brandwunden davon getragen mit einem erheblichen Aufwand von Reklame angekündigt worden Bersammlung seiner Parteigenossen sehr sachlich ausführte, die große hatte, angelegt worden. Als bei der Vernehmung der Brandstifterin war. Mr. Séverin, Frankreichs größter Mimiker", sollte in Berlin Schülerzahl der Klaffen und die gewaltigen Anforderungen an die der Besizer fie fragte, warum sie das Feuer angelegt habe, erhielt gastiren. Er kam und trat gestern Mittag in einer von Arbeitskraft der Lehrer bei diesen wohl eine nervöse Ueberreizung er die niederschmetternde Antwort:„ Warum giebt mir nichts Catulle Mendes eigens für ihn geschriebenen Pierrot- Pantomime auf. hervorrufen können, der auch der festeste Charakter nicht gewachsen ist." 3u effen!" " " Der Theaterzettel hatte des langen und breiten auseinander- Diefe aus dem Zusammenhange herausgeriffenen Säge meiner Rede Wie nunmehr festgestellt worden, ist der Stadtkasse zu gefeßt, warum Séverin das ſtunime Minenspiel pflege, warum fönnten den Anschein erwecken, als ob ich der Prügelpädagogik das Neidenburg durch die Flucht ihres früheren Rendanten Smolensti er als Pierrot auftrete und warum auch Deutschland ihn sehen müsse. Wort geredet oder dieselbe auch nur entschuldigt hätte. Dies ist nicht ein Fehlbetrag von 11 379,22 M. entstanden. Davon sind nur 3500 M. In Deutschland trete man allem Neuen und Originellen in der Kunst der Fall. Dem Sinne nach habe ich ausgeführt, daß infolge der Uebermit offenem Sinne und doch wieder mit so fühl prüfendem Ver- füllung der Klassen es dem Lehrer unmöglich gemacht wird, die gedeckt. Man ist auf weitere Fehlbeträge gefaßt. stande gegenüber", und was den stummen Bierrot betreffe, so sei er fein Charaktereigenschaften und Fähigkeiten jedes Der Raubmörder Scheffczyk aus Petersgräß, der in der Slown, tein Poſſenreißer, sondern die stumme Verkörperung der mensch- Schülers genau zu studiren, und daß ein böjes Wort, eine kleine Nacht vom 13. zum 14. d. M. seinen Arbeitskollegen Bauch aus dem lichen Seele, deren naivste Acußerungen er, schon durch seine Kostüme Büchtigung zu unrechter Beit im Stande sei, die jahrelangen Dominium Nieborowis, Kr. Rybnit, erschlagen und seiner Baar absichtlich aus jeden bestimmten Beitrahmen herausgerückt, durch pädagogischen Erziehungsresultate mit einem Wale zu vernichten schaft von etwa 2 M. beraubt hat, ist in Groß- Strehliz festgenommen Mimit und Gesten in ihren Grundformen wiedergebe. Das ist gewiß und die guten Charakteranlagen in Furcht und Kriecherei zu ver- worden. H. Schubert- Schöneberg. viel auf einen Hieb. Sehen wir uns nun Herrn Séverin, von allem wandeln! Ueber eine furchtbare Unthat berichtet die O. V.": Ein Brimborium loftgelöst, in seinem Können an, so ist ihm die Arbeiterrifiko. Aus Johannisthal berichtet man uns: Handiverter in Insterburg lebte seit längerer Zeit mit seiner Ehefrau Gabe, rein durch Mienen und Geberden menschliche Wünsche, Wieder ist im Bauwesen ein junges Menschenleben vernichtet in Unfrieden. Als er vor einigen Tagen in animirter Stimmung Begierden und Leidenschaften auszudrücken, in hohem Maße eigen. worden. Auf dem Grundstück des Kolonisten Henneberg werden Abends nach Hause kam und die Frau im Bett schlafend vorfand, Der in dem berarmten Genußmenschen Pierrot auftauchende zur Zeit Abrißarbeiten verrichtet. Beim Umlegen einer Wand begab er sich nach der Küche, ergriff hier eine Petroleumkanne, goß Gedanke 8. B. ant dem Trödeljuden einen Raubmord forderten die Maurer und auch der Polier, daß eine anstoßende einen Theil des Inhalts auf das Oberbett und zündete dieses an. zu berüben, ift mit padender Schärfe im Mienenspiel Mauer abgesteift werde. Der Sohn des Eigenthümers, Albert Sofort stand dasselbe in Flammen, die Frau erwachte und schlug wiedergegeben. Aber das alles geht über die Grenzen artistischer Henneberg, meinte aber, daß es schon so gehen werde. Lärm im Hause, weshalb die anderen Einwohner herbeieilten, um Virtuofität nicht hinaus, und vermessen wäre es, überhaupt die Die Arbeiter glaubten in Rüdsicht auf ihr Brot dem Befehl das Feuer zu löschen, doch hatte dieses bereits der Ehemann gethan. Frage aufzuwerfen, ob denn die Meisterschaft des Herrn Séverin gehorchen zu müssen, und so war denn das Unglück im Augenblid ge- Gegen ihn ist Strafanzeige erstattet worden. im stande sei, der Ausdrucksfähigkeit des wirklichen Schauspielers die fchehen. Während das Umlegen der Wand nicht gelang, stürzte eine = Spitze zu bieten. Ohne das Gebiet vollendeter Schauspielkunft zu be- andere Mauer ein und begrub den 17jährigen Maurerlehrling Otto Eine großes Aufsehen erregende Verhaftung wurde in rühren, verschafft Herr Séverin allen, die sich an einer neuen Erscheinung Bredemann aus Glienede unter sich. Der Lehrling wurde als Pirmasens vorgenommen. Geheimpolizisten fahndeten seit längerer des Spezialitätenthums ergößen möchten, ein angenehmes Stündchen. Leiche hervorgezogen. Bemerkt sei noch, daß der Eigenthümer sich Beit nach entwendeten Werthpapieren im Betrage von 100 000 Franken, Ihm kommt zu statten, daß das ihm auf den Leib geschriebene Stüd am Abend weigerte, die Leiche, die auf Veranlassung des Staats- die vor einigen Wochen in Paris gestohlen worden sind. Durch Zuan Ausstattungs- und Kostümpracht das Menschenmöglichste bietet, anwalts auf dem Plaze bleiben mußte, dem Vater des Verunglückten fall entdeckten sie auf ihrer Rundreise, daß ein zur Zeit in Pirmasens und daß seine Mitspieler aus dem regulären Bestande des Metropol zu zeigen. Die Erbitterung über den Vorfall ist eine allgemeine. weilender früherer Kaufmann, Franz Mansmann, mit der Sache in theaters fich leidlich auf das stumme Spiel eingeübt haben. Jules Hoffentlich dient er den Bauarbeitern als Mahmung, mit allen Mitteln Verbindung stehe. Nach seiner Darstellung hat er vor längerer Zeit Bouval hat zu der Pantomime eine angenehme Musik komponirt. auf die Errichtung der nach ihrem Sinne nothwendigen Schutz- in Monte Carlo die Papiere gegen einen Vorschuß von 30 000 Fr. von einem Fremden als Pfand angenommen. Da er den jezigen Theater. Das Schiller Theater hat mit Rücksicht auf die maßregeln zu bestehen. Schulferien den Feiertagsnachmittags Spielplan entworfen; er wird von Besizer der Papiere in London angeben konnte, werden die Agenten Weißensee. Die hiesige Gemeindevertretung hat nach zwei- fich dorthin begeben. Einstweilen wurde aber Mansmann, angeblich Schiller, Shakespeare, Goethe beherrscht, und zwar kommen zur Darstellung: tägiger Verhandlung die Berathung des Haushaltsetats pro 1899/1900 wegen dringenden Verdachts der Hehlererei, in Haft genommen. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell", Montag Nachmittag 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig", Dienstag Nachmittag 3 Uhr:" Göz von zu Ende geführt. Die Gehälter der Gemeindebeamten riefen eine Berlichingen". An den Abenden der Ostertage werden„ Hannele's Simmel äußerst erregte Debatte hervor. Vorliegende Gesuche um Gehalts- Internationale Ballonfahrt. Aus Straßburg i. E. wird fahrt" in Verbindung mit Abu Seid" und" Die große Glocke" gegeben. erhöhung wurden zurückgewiesen und als hierbei von einem Ge- berichtet: Der Mittwoch anläßlich der internationalen Ballonfahrt In dem Schauspiel Hans" von May Dreyer", das im Deutschen meindeverordneten auf die seinerzeit dem bekannten Bureauvorsteher in Trappes( Departement Seine et Oise) aufgelassene Registrirballon Theater Sonnabend, den 8. April, zur erften Aufführung gelangt, wird äußer, trok seiner erfolgten Bestrafung, zugebilligte Gehalts- wurde beim Dorfe Andolsheim( Bezirk Kolmar) aufgefunden. Der die Titelrolle von Louise Dumont gespielt; ferner wirken die Damen erhöhung man verwiesen wurde, entschuldigte b. Pöllnig, Sarrow, und die Herren Fischer, Niffen, Sauer, Vallentin und fich damit, aus dem gleichen Anlasse in Straßburg aufgelassene Ballon, welcher, Biener in den Hauptrollen mit. Der Einafter Mutterherz" von Stefan daß dies Alles nicht zur Etatsberathung gehöre.„ Wir in Schlesien niedergegangen ist, hat eine Höhe von 9000 Metern er Bacano, der den Abend eröffnet, wird von Marie Elsinger, Gisela Schneider, haben hier nur zu sehen, ob Alles stimmt und die veran- reicht. Die niedrigste Temperatur betrug 60 Grad Kälte. May Reinhardt und der Kleinen Seelen dargestellt. schlagten Boften richtig sind!" äußerte ein jedenfalls von früher her verwöhntes Mitglied der Gemeindevertretung, seines Beichens Bantdirektor. Der Mann wurde selbstverständlich eines Besseren belehrt. Beim Kapitel Schulverwaltung wurde ein von unseren Genossen gestellter Antrag auf Streichung zweier Bosten von zusammen 1750 M. für Zuschuß zu höheren Privatschulen abgelehnt. Den eingehend dargelegten Gründen gegen die Be= bon Gemeindemitteln für Privatunternehmungen Aus den Nachbarorten. Der Mississippidampfer„ Rowena Lee" ist hundert Meilen oberhalb von Memphis, wie man annimmt, infolge einer Explosion untergegangen. Von den an Bord befindlichen 40 bis 50 Personen find nur der Kapitän und ein Mann der Besatzung gerettet worden. bereiteten. Dank, Charlottenburg, 30. März 1899. 2. Liebknecht. Witterungsübersicht vom 30. März 1899, Morgens 8 Uhr. Barometers stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 5volfig 760 WNW 6Regen Temp. n. G. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Wind 7 Haparanda 744 2 richtung Windstärke Better Temp. n. G. 4 10 3 9 Fenerbericht. Mittwoch Abend gegen 6 Uhr wurde die Wehr nach Reichenbergerstr. 48 gerufen. Kleidungsstücke standen hier in einem Laden in Flammen. Aus demselben Grunde erfolgte zwei Stunden später ein Ausrücken der Wehr nach Linienstr. 234a. Der Fußboden, Kisten, Bretter und Kartons bramiten Abends furz nach fachlich und 10 Uhr in dem linken Seitenflügel des Hauses Lützow str. 97. Am willigung Dienstag Abend entstand in der Friedrichstr. 21 auf dem Hofe in wurde, wie Die Abstimmung bewies, allzugroßes Ber herzlichen Dank Allen, die mir zu meinem Geburtstage ihre Freund einem Fabrikgebäude im vierten Stock Feuer, das längere Zeit un- ständniß nicht entgegengebracht. Der Zuschuß zur Schulbibliothet schaft und Sympathie ausgedrückt haben. Namentlich auch Dank bemerkt geschwelt haben muß; denn als der Pförtner es wahrnahm, wurde von 75 auf 275 M. erhöht. Für Beschaffung von Lehrmitteln den Charlottenburger Sängern, die mir eine so schöne Ueberraschung schlugen die Flammen schon aus dem Dache empor. Nach fast ein wurden 834 M. ausgeworfen. Ein auf Einführung besserer Straßenstündiger Thätigteit hatte der 17. Bug die Flammen gelöscht.- Kleinere beleuchtung( Wegfallenlassen der sogenannten Mondscheintage) abBrände mußten dann noch Alexandrinenstr. 80, Neue König zielender Antrag unserer Genossen wurde ebenfalls nicht afzepirt, straße 8 und Rheinsbergerstraße 56 abgelöscht werden.bagegen beschlossen, an trüben oder regnerischen Tagen, auch Mittwoch Mittag brannte Holzstaub in der Brizerstraße 8, doch wenn Mondschein im Kalender steht, sämmtliche Laternen fonnte die Gefahr bald beseitigt werden.- Ein Zimmerbrand rief brennen zu lassen. Ein weiterer Antrag unserer Genossen, dem die Wehr Donnerstag früh nach der Immanueltirchstraße 20. hiesigen Arbeiter- Turnverein die Mitbenutzung der GemeindeKleidungsstücke, Möbel und Spinden wurden dort eingeäschert. Turnhalle zu gestatten, wurde abgelehnt. Doch soll ges nannter Verein noch ein erneutes Gesuch einreichen. Gründe Stationen für die Ablehnung obigen Antrages schien man nicht auftreiben zu Zur Lokalfrage. Der Wirth vom Schweizerhäuschen können, und die Abstimmung zeigte eben die Meinung der Majorität Zur Lokalfrage. Der Wirth vom Schweizerhäuschen der Vertreter. Ein Antrag, die Hundesteuer von 9 auf 12 M. zu Swinembe. 756 3 in Nieder- Schöne weide hat uns die Hergabe feines Saales erhöhen, wurde abgelehnt. Der Zuschlag zur Einkommensteuer Hamburg zu Versammlungen verweigert. Uns steht am Orte zur Zeit wurde auf 175 pCt., zur Gewerbesteuer auf 262/2 pCt., zur Grund- Berlin 759 kein Versammlungslokal zur Verfügung. Die Parteigenoffen von und Gebäudesteuer auf 2912/3 pCt., gleich 414 vom Tausend des Wiesbaden 767 23 Berlin wollen diese Mittheilung namentlich bei Ausflügen während Grundwerthes, festgefekt. der Feiertage strenge beachten. Das Vermögen der Gemeinde beträgt München Die Lokalfommission. 8 902 061 M., die Schulden betragen 2 263 421 M. Charlottenburg. Die Stadtverordneten- Versamm- Durch einen Ringbahnzug überfahren und sofort getödtet Etwas fühler, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig mit einzelnen Iung jezte am Mittwoch die Etatsberatung fort. Beim wurde gestern Nachmittag gegen 3 Uhr zwischen den Stationen Regen- oder Hagelschauern und frischen nordwestlichen Winden. Etat der Gas anstalts- Verwaltung ist der Posten für Schöneberg und Ebersstraße der taum 25 Jahre alte, unverheirathete Arbeiterlöhne um 10 000 M. ermäßigt, da, wie der Referent aus- Streckenarbeiter Braun. Er war zwischen den Geleisen mit der führte, durch Aufstellung neuer zweckmäßiger Apparate die Hemm- Ausbesserung des Bahndammes beschäftigt, und übersah den von nisse und Erschwerungen beseitigt seien, die früher einer umfang Schöneberg herkommenden Ringbahnzug. Trogdem dieser nun, da reichen Gasbereitung entgegenstanden. Ein Antrag des Genossen er sich der Station Eversstraße näherte, ziemlich langsam fuhr, und Berger, diesen Bosten um 20 000 m. zu erhöhen, wurde abgelehnt. troßdem Braun von den zu den Fenstern des ersten Wagens hinausEine lebhafte Debatte knüpfte sich an den vom Stadtv. Dr. Franc sehenden Fahrgästen wegen der ihm drohenden Gefahr angerufen geäußerten Wunsch, die Arbeiter nicht durch den städtischen Arbeits- wurde, fuhr der Zug, weil der Mann ihn nicht bemerkte, über ihn nachweis einzustellen, da diese untüchtig seien und bald wieder ent- hinweg. Dabei wurde ihm das eine Bein gänzlich vom Leibe gelassen werden müßten, während die Leistungen der Arbeiter trennt, das andere zermalmt. Und auch am Rüden wie an der früher, als sie sich aus sich selbst ergänzten, ganz vorzügliche Brust erlitt der Unglüdliche furchtbare Verlegungen, so daß er als gewesen seien. Dem gegenüber betonte Ober Bürgermeister bald seinen Geist aufgab. Er wurde dann mittels Leichenwagens Schustehrus, daß gerade die städtischen Behörden von dem von der Bahn fortgeschafft. städtischen Arbeitsnachweis Gebrauch machen müßten. In ähnlichem Sinne sprach sich auch Dr. Jastrow aus. Ein weiterer Antrag, den Gaspreis von 13 auf 12 Pfennige pro Stubikmeter herabzufezen, wurde abgelehnt und ebenso ein Antrag auf Abschaffung der Gasmessermiethe. 0 Zur Verhinderung der Ausschreitungen auf dem Spandaner Bock werden, wie dies alljährlich geschieht, für den heutigen Charfreitag von der Behörde strenge Maßnahmen getroffen. Zur Ueberwachung der Chaussee wie auch der beiden Lokale auf dem Spandauer Ohne Debatte stellte sodann die Versammlung die Gemeinde Berg werden aus dem Kreise Teltow- Beeskow 32 Gendarmen zusteuern in folgender, vom Etatsausschuß beantragten Höhe feft: fammengezogen. a) Personen mit einem Einkommen von nicht mehr als 900 m. werden von Das zweite Opfer einer vorjährigen Liebestragödie ist der Pflicht, im Rechnungsjahre 1899 Gemeinde- Einkommensteuer zu jetzt durch den Forstaufseher Wendt in der Schönhagener Schonung zahlen, entbunden; b) bie Gemeinde- Einkommensteuer kommit in Höhe aufgefunden worden. Im vorigen Jahre verweilte der Kaufmann eines Zuschlages von 97 pet. der Staats- Einkommensteuer zur Ebel aus Berlin in Schönhagen mit einem jungen Mädchen, welches Erhebung; c) die Gemeinde- Grundsteuer ist in Höhe von 2,26 pct. feit dieser Zeit vermißt wird. Ebel ließ sich zwischen Ludwigsfelde des gemeinen Werthes der bebauten und unbebauten Grundstücke und und Großbeeren von einem Eisenbahnzuge überfahren, von seiner d) die Gemeinde- Gewerbesteuer in Höhe eines Zuschlages von 97 pet. Braut war trog eifrigsten Nachforschens feine Spur zu entdecken. der staatlich veranlagten Gewerbesteuer, indeß zu c und d mit Jezt hat nun der Forstaufseher Wendt durch Zufall in der Schönder Maßgabe zu erheben, daß der Ertrag beider Steuern zusammen Hagener Schonung die bereits stark verweste, in einen Herren- leber einem Satz von 145,5 pt. der staatlich veranlagten Realsteuern zieher gehüllte Leiche eines jungen Mädchens entdeckt, bei welcher gleichkommt; e) die Betriebssteuer wird in Höhe von 100 pet. der verschiedene Werthgegenstände, wie Uhr, Ring. Armband u. s. w. vor festgesetzten Betriebssteuer erhoben, und f) die nach dem Maßstabe gefunden wurden. Man glaubt nun, endlich die vermißte Braut des des Gebäude- Nutzungswerthes zu erhebende Kanalisationsgebühr auf Ebel aufgefunden zu haben, welche dieser, nachdem er sie erschossen, 1 pct. festgesezt. in der Schonung verborgen hatte. Er selbst hat sich darauf in gedachter gräßlicher Weise ums Leben gebracht. Des weiteren ist erwähnenswerth die Ablehnung der Magistratsborlage betr. Abänderung der Umsatzsteuer- Ordnung( Erhöhung des Steuerfazes für unbebaute Grundstücke auf 1 pct.) Eine Hierzu vorliegende Petition des Haus- und Grundbefizer Vereins von 1895, die sich ebenfalls gegen die Erhöhung wandte. wurde dem Magistrat als Material überwiesen. = Vermischtes. Wien 4Nebel 7 Petersburg 758 SSD 3bebedt 4 Regen 9 Cort 769 S 2 Regen 1 bededt 10 Aberdeen 767 NM 3 wolfig 7 bedeckt 10 Baris 771 WSW 2hlb. bed. 3bedeckt 11 Wetter Prognose für Freitag, den 31. März 1899. 768 93 764 23 Als Verlobte empfehlen sich: Anna Knapp Otto Wolff. Iglau in Mähren, 28. März 1899. Todes- Anzeige. 23936 betrübende Nachricht, daß mein lieber Allen Freunden und Bekannten die Mann, der Dreher Max Sikorski, nach langjährigem Krankenlager am Dienstag, den 28. März, verstorben ist. Unt stilles Beileid bittet Die trauernde Wittwe Bertha Sikorski. Todes Anzeige. Den Parteigenossen des 6. Reichs: tags: Wahlkreises zur Mittheilung, daß unjer alter bewährter Parteigenosse Max Max Sikorski, am Dienstag verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. April, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth- Kirchhofes, an der Dalldorfer Chauffee, aus statt. Der Vertrauensmann. Gentralverband Berliner Wetterbureau. Sozialdemokratischer Wahlverein f. den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Den Genossen zur Nachricht, daß unser alter Parteigenosse, der Dreher Max Sikorski am Dienstag nach jahrelangem Leiden verstorben ist. 246/14 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 1. Feiers tag, Nachmittags 4 Uhr, von der Reichenhalle des Nazareth- Kirchhofes aus statt. Zahlreiches Erscheinen ers Der Vorstand. wartet Deutscher Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 28. März, berstarb nach langem Leiden unser langlähriges Mitglied, der Dreher Max Sikorski. Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. April, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth- Kirchhofes, Dalldorfer Chauffee, aus statt. 111/8 Die Ortsverwaltung. der Handels-, Transport- Zentral- Kranken- u. Sterbeu. Verkehrsarbeiter Deutschl. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Sonntag, den 26. März, 3 Uhr früh, ist unser alter Verbandskollege, ber Rollkutscher Aus Baugen wird uns berichtet: Mittwoch Nachmittag 4 Uhr 48 Minuten erfolgte eine großeExplosion in der fächsischen Pulverfabrit von Kranz u. Komp. Vier bis fünf Pulver- Karl Helmig, häuſer find vernichtet und Balken und sonstige Gebäudetheile der Proletarier- strantheit erlegen. hunderte von Metern fortgeschleudert worden. Leider find auch zwei Familienbäter mit 3 bezw. 6 Kindern schwer, ein unverheiratheter Arbeiter leicht verwundet. Auf frischer That abgefaßt wurde in der Nacht zum Donnerstag in Charlottenburg ein Wagendieb, der seinen Plan schlau angelegt hatte. Vor der Gastwirthschaft zu den vier Linden" in der Bismardstr. 39 hielt um 11 Uhr der mit einem Schimmel bespannte Bäderwagen des Meisters Behnte vom Nonnenwiesenweg, während der Meister und seine Frau drinnen zu thun hatten. Nun erschien ein Mann und fragte den Kellner, ob der Bäckermeister zu sprechen Am 27. März ist die Eisenbahn von Nordhausen nach sei. Der Kellner berneinte das, benachrichtigte aber den Meister, Wernigerode mit der Abzweigung nach dem 1142 Meter hohen 75/6 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 31. März, Nachmittags 4 Uhr, auf dem Kirchhof der St. Andreas- und Martusgemeinde in Wilhelmsberg statt. Die Ortsverwaltung. kasse der Zimmerer ( Eingeschr. H., Hamburg Nr. 2.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Carl Wenzel 23776 am 27. März verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 31. März, Nachmittags um 4 Uhr, vom Augusta Hospital, Scharnhorsts straße, nach dem Neuen NazarethKirchhof, ftatt. Um recht rege Betheiligung bittet Bahlstelle 7. Der Vorstand. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Theater des Westens. Charfreitag: Oratorium- Aufführung. Passion Christi. Elias. Anfang 72 Uhr. Die übrigen Theater find heute geschlossen. Sonnabend, den 1. April. Opernhaus. X. Symphonie- Abend der fgl. Kapelle. Schauspielhaus. Geschlossen. Deutsches. Fuhrmann Henschel. Anfang 7 Uhr. Pejjing. Die Lumpen. Anf. 71/2 11hr. Berliner. Zum 1. Male: Plaz den Frauen! Anfang 72 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen: Kon: trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 hr. Neues. Hofgunst. Anfang 71/2 Uhr. Metropol. Zum 1. Male: Chand d'habits.( Der Kleiderhändler.) Vorher: Leichte Kavallerie. An: fang 7 1hr. Schiller. Die große Gloce. Anfang 8 Uhr. Westen. Hugenotten. Anf. 712 Uhr. Central. Die Puppe. Auf. 71/2 Uhr. Thalia. Der Raub der Sabinerinnen. Anfang 72 Uhr. Luisen. Nach berühmten Mustern. Anfang 8 1hr. Belle Alliance. Onkel Bräsig. Anfang 8 1hr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fuhrmann Henschel. Anfang 8 11hr. Alexanderplatz. Die Lebemänner von Berlin. Anfang 8 Uhr. Wiener Volks Theater. Urania Taubenstrasse 48/49. Beide Institute des Festtages wegen geschlossen. Passage- Panopticum Geöffnet 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. 500 Sehenswürdigkeiten. Golf von Neapel. Alpenglühen. Fahrt durch Konstantinopel. SchreckensKammer. Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Neu! Dreyfus- Esterhazy. un Luisen- Theater schuldig. Anfang 7 Uhr. Apollo. Spezialitäten-Borstellung. Anfang 72 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg lich geöffnet von 10 Uhr Vor mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 Uhr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. Juvalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern 34. Neichenbergerstraße 34. Heute( Charfreitag): Gefchloffen. Sonnabend, den 1. April 1899: Bum 1. Male: von 10 Uhr Bor: Nach berühmten Mustern. warte. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. V Feen Palaft. Spezialitäten Vor: stellung. Paffage Panoptikum. Speziali B täten- Borstellung. Poffe mit Gesang in 4 Aften von E. Refsien. Mufit von G. Collin. Sonntag( 1. Osterfeiertag), Nachmittags 3 Uhr zu fleinen Preisen: Zum 1. Male: Die Ahnfrau. Trauerspiel in 5Aufzügen v. Grillparzer. Abends 8 Uhr: Nach berühmten Mustern. Montag( 2. Osterfeiertag): Die selben Vorstellungen. Schiller Theater Mähr's Theater Schiller- Theater ( Walluer Theater). Oranien Straße 21. Thalia- Theater. Grosse. Matinée& Dresdenerstr. 72/73. Heute, Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Montag, den 3. April 1899( 2. Osterfeiertag), im Concerthaus Sanssouci, arrangirt von den Parteigenossen des Gastspiel Emil Thomas. Der Raub der Sabinerinnen. IV. Berliner Reichstags- Wahlkreises Süd- Ost. Schwant in 4 Aften von P. u. F. v. Schönthan. Unter gütiger Mitwirkung des Theatervereins Proletariat, des Gesangvereins Freie Feldblume, Anf. 7 Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung. Apollo- Theater. Hente geschlossen! Morgen, Sonnabend, d. 1. April: Robert Steidl. Henry Bender. Bianca- Desroches und 15 Debuts. Anfang 72 Uhr. 215/7 Gesangshumoristen 2c. 2c.' Zur Aufführung gelangt: Die emanzipirte Frau. Auftreten des Frl. Hermine Marion. Anfang 12 Uhr. Garderobe 10 Pf. Eintritt 30 Pf. Grosse Matinée Sonntag, den 2. April( 1. Osterfeiertag) in ,, Quarg's Operetten- Theater", Grand Hotel Alexanderplatz veranstaltet von den Sozialdemokraten des 5. Berliner Wahlkreises. Reichhaltiges Programm. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Anfang 12 Uhr. Kapellmeister: Ewald Köhler. Regisseur: Fredy Atiala. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grokes Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Spezialitäten- Vorstellung 217/4 Entree 30 Pf. Billets sind in den mit Plakaten belegten Handlungen und bei den bekannten Parteigenossen zu haben. Moabit! Moabit! unter Regie des Humoristien Gustav Montag, den 3. April 1899( 2. Oster Anfang Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Am zweiten und dritten Feiertag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Geschlossen. 1., 2. und 3. Osterfeiertag: Elite- Vorstellung. Sensations- Schlager der Saijon: Endlich allein! Gesangs Poffe von Joh. Eißner. Musik von May Schmidt. Neu! Neu! Neu! Mittags 12 Uhr: Feiertag), Die Vertrauensleute. Empfehle meine Restauration u. Vereinsz. m. Piano, f. Bahlst. u. Vers eine. Friedr. Walsdorf, Barnimstr. 13. Vereine und Gewerkschaften! Grosse Matinée Sri Smidt Kettes BY JOS 4.3. im ,, Moabiter Klubhaus", Beusselstraße 9 veranstaltet vont Gesangverein ,, Unverzagt" Moabit( M. d. A.-S.-B.) Empfehle mein Weiß- u. Bairischbier Lokal nebst franz. Billard und Vereinszimmer für 40-50 Per sonen, auch geeignet für Zahlabende. Kottbuser Damm 33 ( früher Ritterstr. 49). Empfehle mein vorzüglich gepflegtes Weiß u. Bayrisch Bier. Alter Nordhänser stets cuf Lager. Angenehmer Aufenthalt f. d. Proletariat. Schillingstr. 30, E. Koepnick, magazinstr.- Ede. Allen Freunden und Bekannten zur Da die Sammlung für die Dresdener Verurtheilten geschlossen ist, so Kenntniß, daß ich am Sonnabend, wird der Ueberschuß der Parteikasse überwiesen. Billets find in allen mit den 1. April, Putbuserstr. 42 ein Plakaten belegten Geschäften zu haben Um recht rege Betheiligung ersucht 219/12 Weiß- u. Bairischbier- Lokal Das Komitee. Verein polnischer Sozialdemokraten. eröffne. Um gütigen Zuspruch bittet 23686 Hochachtungsvoll Ernst Bettue. Montag, den 3. Apeil( 2. Osterfeiertag), im Louisenstädtischen Johannisthaler Volksgarten. Konzerthaus", Alte Jakobstraße 37: 154/1 Gr. Vereinsvergnügen mit Theater- Vorstellung. mein Lotal. Im neuerbauten Saat Anfang 7 Uhr. Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. Mr. James Thomas, Achtung! Former. Achtung Juggler on the wire u. j. w. 1. f. w. Salon", Kolbergerstr. 23, ein 61/6 Dienstag, den 4. April( 3. Ofterfeiertag), findet im„ Kolberger Vergnügen Freitag( Charfreitag): Gefchloffen. Geschlossen! Concerthaus verbunden mit ans ftatt, wozu alle Former und Berufsgenossen mit Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Lustspiel Am 1., 2. n3. Oster- Feiertag: Große Festvorstellung. in 4 Atten von Ostar Blumenthal. Anfang 6 Uhr. Preise wie gewöhnlich. Sonntag( 1. Feiertag), a Gebrüder Richtermittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sonntag, Abends 8 Uhr: Hanneles Himmelfahrt. Hierauf: Abu Seid. Montag( 2. Feiertag), Na ch= mittags 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Montag, abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Theater 37 Lothringer- Strasse 37. Am 1., 2. und 3. Oster- Feiertag: Vater und Sohn. Volksstück mit Gesang in 4 Atten von Wilhelm Richter. Heinrich Muffig.. W. Richter. Vorher: Dienstag( 3. Feiertag), Nach Wie denken Sie darüber? mittags 3 Uhr: Götz von Berlichingen. Dienstag, Abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Heute geschlossen. Morgen, Sonnabend, zum 84. Male: Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Atten und einem Vorspiel von Ed. Audran. 1. Feiertag Nachmittag zu kl. Preisen: Der Bettelstudent. Operette in brei Aften v. E. Millöder. Symon: Mar Heller a. G. Abends 7 Uhr: Die Buppe( La Poupée). 2. Osterfeiertag Nachmittag zu fleinen Preisen: Der Obersteiger. Operette in 3 Aften von E. Beller. Roderich: Mar Heller a. G. Abends 72 Uhr: Die Puppe ( La Poupée). Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute, Freitag, geschlossen. Morgen, Sonnabend, den 1. April: Bum 1. Male: Gastspiel des Mr. Séverin ( Frankreichs größter Mimifer). Um 91 Uhr: Chand d'habits ( Der Kleiderhändler). Pantomime in 4 Bildern von Catulle Mendés, Musit von Jules Bouval. Pierrot: Mr. C. Séverin. Vorher um 1/28 Uhr: Leichte Kavallerie. Operette in 2 Aften v. Costa. Musit von Fr. v. Suppé. An allen drei Osterfeiertagen: Die: felbe Vorstellung. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Wegen Vorbereitung zur Novität: Die Bulgaria, gefchloffen. Sonntag: Bunt 1. Male: Die Bulgaria. Sensationelles Ausstattungsstüd ( Wahrheit und Dichtung) mit Gesang in 11 Bildern von Hans Buchholz. Musik von M. Fall. Gesangsterte von J. Dill. Anfang 7 Uhr. Vorverkauf der Billets von heute ab an der Kaffe von 10-12 Uhr. Sonntag Nachmittag: Schlimme Saat.. Montag und Dienstag Nachmittag: Der Brandstifter. Posse in 1 Att von Carl Beck. Anfang 72 Uhr. Am 3. Osterfeiertag Schluß der Saison. Leipzigerstr. No. 48. Freitag und Sonnabend: Familie eingeladen sind. Anfang 4 Uhr. Das Komitee. Geschlossen. Achtung Achtung für Ausflügler! 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Lebensbild in 4 Atten von E. Elmar. Mufit von Tittl. Nach der Vorstellung: Grosser Ball. CIRCUS BUSCH Heute geschlossen. Sonnabend, den 1. April 1899: Parade- Gala- Vorstellung. PERSIEN. Erstes Auftreten der neu engagirten Reitfünstlerin Clementine. Qua drille aus der Zeit Friedrichs des Großen. Direktor Busch mit seinen besten Freiheitsdreffuren. Auftreten des berühmten Schulreiters Burkhardt: Foottit. Gebrüder Dousek, die lustigen Chinesen. Ueberlé Troupe. ( Elite Akrobaten.) An den beiden Osterfeier: tagen Nachmittags 4 Uhr, wozu jeder Erwachsene ein Kind unter 10 Jahren frei hat und weitere Kinder unter der Stettiner Sänger ( Mensel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röht, Schneider und Schrader.) Vorverkauf täglich 11-1 Uhr an der Theaterkaffe. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. flm 1., 2. u. 3. Osterfeiertag: Gr. Feft Vorstellung des neuen erstklassigen Künstler- Personals. Gr. Niesen- Programm.. 25 Nummern! 40 Künstler! Die Kometen der Luft. Fliegende Menschen. Dazu der größte Schlager der Saison: Fuhrmann Henschel. Berliner Voltsstück mit Gesang. Fuhrmann Henschel: Direttor Wilhelm Fröbel. Lene, seine Tochter: Helene Voß. Anfang 6 Uhr. Entree 50 Bf. Billet- Vorv. Vorm. v. 11-1 Uhr. 10 Jahren auf allen Blägen mit Aus Gesellschaftshaus nahme der Gallerie die Hälfte zahlen, und Abends 712 Uhr: Persien. Am Dienstag, den 4. April, Nachmittags 4 Uhr: Große Parade- GalaVorstellung zum Besten des Vereins Stationen zur unentgeltlichen Armender Frauenhilfe für die Diakonissinnen: und Krankenpflege. Schluß der Saison: Am 12. April. Swinemünderstr. 42. Säle und Garten empfehle unter foulanten Bedingungen zu Festlichfeiten; einige Sonnabende sind noch frei! Jeden Sonntag: Ball und Theater Vorstellung. Achtung! Restaurant Achtung! Reinhold Streit empfiehlt sich 13832* NW., Kirchstrasse No. 22. Reparaturen billigst. 16. ist der schönste Ort für Herrenpartien und Aus: mein Lofal allen Genoffen, da ich für flüge? 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Boas, Berlin C., Rosenthalerstrasse 41, Ecke Hackescher Markt, 4-6, Sonnt. 9-11, früher Königsbergerstr. 22. 54/7 i.Haus v.Aschinger 2. Treppen rechts. Spezialarzt f.Sant- u.Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4.* Dr. Simmel Moritzplatz, 3. Wahlkreis.Adinng! Bauarbeiter. Achtung! Mui Montag, den 3. April er.( 2. Osterfeiertag), Abends 6 Uhr, in den„ Arminhallen"( großer Saal), Kommandantenstr. 20: Versammlung mit Frauen. Tagesordnung: Vortrag des Ingenieurs Herrn Grempe. Nachdem: Tanzkränzchen. Entree pro Person 20 Pf.- Garderobe fret. Regen Besuch erwartet Der Einberufer. 213/5 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 4. April 1899, Vormittags 10 Uhr Tag, den 4. im Lokale des Herrn Raabe ,,, Kolberger Salon", Kolbergerstraße Nr. 23 Versammlung der Bautischler der Bezirke Silfsarbeiter, Zahlstelle Berlin III. Die Versammlung findet der Mitglieder des Verbandes der Bau, Erd: und gewerblichen Oster- Feiertage wegen am 9. April, Vormittags 11 Uhr, statt, und hat fich jedes Mitglied zwecks Regulirung der Buchnummern, bei vollständiger Angabe des Nationals, pünktlich um 9 Uhr einzufinden. 3 Ration 2/8] Die Ortsverwaltung. J. A.: Otto Schmidt. Achtung! Bauarbeiter. Achtung! Den Kollegen zur Nachricht, daß morgen Sonnabend, das Bureau punkt 8 lihr geschlossen wird. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß am ersten und zweiten Osterfeiertag ebenfalls geschlossen bleibt. Die Lohnkommission. 30/5 Fahrrad. Allgemeine Orts- Krantentafe Carl Miethe, Fabrik gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Die für die Wahlperiode 1898 und geber und Arbeitnehmer, werden hier1899 gewählten Delegirten, Arbeit durch zu einer Ordentl. General Versammlung am Sonntag, den 9. April 1899, Vormittags 10 Uhr, in den„ Armin: hallen", Kommandantenstr. 20, er: gebenst eingeladen. Tages Ordnung: 1. Bericht des Revisionsausschusses zur Borprüfung der Jahresrechnung. 2. Ertheilung der 3. Antrag des Borstandes: Er höhung der Kaffenleistungen von 26 Wochen auf 39 Wochen, baher b u. Reparatur- Werkstatt, Gr. Frank furterstr. 123, empfiehlt seine be 23185 fannt guten Räder. Fahrräder verpfändet gewesene, ge: brauchte u. neue erstklassige Damen- u. Herrenräder verkauft spottbillig 71/ 19* Concess. Leihhaus Neue Schönhauserstr. 11, 1. Bruch- Preẞkohlen, änderung der§§ 13 und 16 des Brennmaterialien sind billig zu Statuts und der sechsten Abänderung Str. 75 Pf., sowie fämmtliche andere haben Urbanstr. 171 bei Schultz. Goldwaaren, Uhren, Deutsch- franz. Bijouterien stellen wir im Einzelnen, wie in Partien zum Ausverkauf, da wir mit einem zum Statut. winter Wenster und im Export zurüidgebliebener Waarenftellen wir im Einzelnen, wie in Partien zum Ausverkauf, da wir mit einem bestände räumen wollen. Ca. 6000 Broches, Gold- Doublé und Bijouterie von 40 Pf. bis 1 M. 1000 Indische Briefmarken- Chatelaines à 50 Pf. n " " 79/6 Moabit, Wedding- Gelundbrunnen und Schönhauler Dorkadt. Tages Ordnung: 1. Die Schäden in der Bautischler- Branche und deren wirksame Betämpfung. Referent: Kollege R. Fendel. 2. Diskussion. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen sämmtlicher Bautischler wird ersucht. Die Ortsverwaltung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Die Kollegen werden darauf aufmerksam gemacht, daß unser Bureau Sonnabend, den 1., und Dienstag, den 4. April, Nachmittags geschlossen bleibt. Desgleichen ist Dienstag, den 4. April, Vormittags, der Arbeits: nachweis geschlossen. In Adlershof faffirt ber Kollege H. Mahlik jeben Sonnabend Abend von 8-9 Uhr im Lokal von Schmauser, Bismarckstr. 16, sowie während der übrigen Tage in seiner Wohnung Bismarckstr. 47a. In Niederschöneweide ist bei Otto John, Siemensstr. 2, eine Bahlstelle eröffnet worden. 111/9 Die Ortsverwaltung. Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Leder- Galanteriewaaren- Industrie Bahlstelle Berlin. " 800 Indische Briefmarken- Nippes- Löffel à 50 f. 1000 Gold Doublé Glücks- Armbänder mit Anhänger à 40 f. 600 Paar Ohrringe, 131/2 farät. Goldpreffung, auf Silber mit Steinen verziert à 1,50 M. 300 lange Damen- Uhrketten, Goldplated à 2-3 M. " 200 gefeßlich gestempelte goldene Ringe, mit Perlen, Türkisen und echten Opalen à 3 M. a 200 Elektro- Goldplated Zieh- und Gold- Doublé- Armbänder 1,50 M. bis 3 Mr. 150 Gleftro- Goldplated Uhren, amerikanische Gehäuse, reich verziert, à 12 M. 50 Englische Plateb Silberne Kaffee- Services, complett, 5theilig, von 20 M. an. Neuheiten- Vertrieb Central- Gallerie Königstrasse Nr. 46. Berkaufszeit von 11-1 Uhr Vormittags und 3-6 Uhr Nachmittags. Neu! Karutz Neu! Eisen- Hafermehl Ein Wohlthäter für Blutarme, Bleichsüchtige u. Reconvalescenten, schwächliche Frauen und Mädchen. Zu haben in den einschlägigen Geschäften. General- Vertrieb: R. Ehrmann, Solmsstr. 24, SW. Malz- Kakao Hafer- Kakao Amt VI, 4914. in Karton à 27 Tabl. in Karton à 27 Tabl. Artifel I. Abänderung des§ 13, im zweiten und dritten Satz statt zweiundfünfzigsten Woche zu sehen: neununddreißigsten Woche. Jm§ 16 statt 52 Wochen zu setzen: 39 Wochen. In der sechsten Abänderung zum Statut im zweiten und dritten Satz zu setzen statt fechsundzwanzigsten Woche: neununddreißigsten Woche. Ebendaselbst im vierten Satz zu fetzen statt 26 Wochen: 39 Wochen. Artikel II. Vermiethungen. Zimmer. Möbl. Zimmer f. 1 Hrn., feparat, zu verin. b. F. Wilt, Elisabeth- Ufer 5-6, Quergeb. III. 23146 Möbl. Zimmer Fürstenstr. 15, Hof, 3 Tr. Lehmann. Vorstehende Aenderungen treten Möbl. Zimmer, 1 oder 2 Herren, vier Wochen nach der erfolgten Ge- per 1. April. Bürschel, Stalizer: nehmigung seitens des Bezirksstraße 20, v. 3 Tr. Ausschusses in Kraft. 4. Mittheilungen des Vorstandes. Berlin, den 25. März 1899. 266/5] Der Vorstand. P. Löbe, Vorsitzender. Ausserordentliche General- Versammlung der Vertreter der Arbeitnehmer für die Mitglieder der Orts- Krankenfaffe der Gelb und Zinngießer hier, findet am Sonntag, 9. April, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Paster, Inselstr. 10, statt, wozu sämmtliche Vertreter hiermit eingeladen sind. Tages Ordnung: 1. Abänderung des§ 13 Biffer 3 und Aufhebung dadurch der VII. 26änderung d. Statuts. 2. Verschiedenes. Berlin, den 30. März 1899. Der Vorstand. 13829* Achtung! Radfahrer! aus reinem Roggen 23966 beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Echte Kornbranntweine and Malz gebrannt Achtung! Unsere nächste Mitglieder- Versammlung findet wierscher Liter 65 Pf., Richtenberger 95 Pf., Münsterländer 1,10 M., Bres am Dienstag, den 11. April, bei Feuerstein, Cognac in großer Auswahl, Fl. 1,10-25,00 M. Feinste in: und aus. Alte Jakobstraße 75, statt. A 23/19 Tagesordnung fiehe nächste Sonnabend- Nummer dieses Blattes. Sonnabend, den 15. April, in Keller's Festsälen, Koppenstraße 29: Feier des XII. Stiftungsfestes Vokal- und Instrumental- Konzert = Neues Berliner Konzert Orchester, Dirigent: Herr Tietz unter Mitwirkung des Buchbinder Männer- Chores Dirigent: Herr Bombelke. Abgeordneten Festrede, gehalten vom Reichstags: Wilhelm Liebknecht. Nach dem Konzert: Großer Ball in beiden Sälen. Jm großen Festsaal: Ballmusik von 2 Orchestern. Billets für Mitglieder à 30 Pf., für Gäste à 50 Pf., find in sämmt: lichen Bahlstellen, bei allen Werkstuben- Vertrauenspersonen, sowie im Bureau, Annenstraße 50, zu haben. F Am Festabend bleiben sämmtliche Zahl: stellen gefchloffen. Die Ortsverwaltung. 3. Montag, den 2. Azril( 2. Ofter- Feiertag), Nachmittags 2 Uhr im Englischen Oeffentliche Versammlung der Interessenten der Kranken- Zuschußkasse ,, Volkswohl". 4 Tages Ordnung: " 1. Die Kranken Buschußkaffe Boltswohl" und die Verurtheilung der Mitglieder. Referent: R. Hübner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 23265 Der Einberufer. Textilarbeiter Berlins! Sonntag, den 2. April, Mittags 12 Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstraße 26: Provinzial- Konferenz der Textilarbeiter Brandenburgs. Nach der Konferenz: Gemüthliches Beisammensein. Die Kollegen Berlins und Umgegend sind hierdurch freundlichst eingeladen. Die Agitations Kommiffion der Textilarbeiter Brandenburgs. 197/9 = Franz Kotzke, Marienburgerstr. 31. Tischler- Verein. Sonnabend, den 1. April, Abends 8% Uhr, Melchiorstraße 15: Versammlung. Tagesordnung: Vereinsangelegenheiten. Die Mitglieder werden auf§§ 3 und 4 des Statuts aufmerksam gemacht. Am 1. Osterfeiertag findet im Theatersaal ber„ Neuen Welt" ein Vergnügen statt, deffen Ueberschuß für kranke hilfsbedürftige Mitglieder bestimmt ist. Billets sind bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben. 198/8 Der Vorstand. Achtung! Puter. Achtung! Den Mitgliedern des Zentral- Verbandes deutscher Maurer, Zahlstelle Berlin I( Buyer) zur Kenntniß, daß die Mitglieder Versammlung am Sonntag nach dem Ersten, der Feiertage wegen, ausfällt und dafür am Sonntag, den 9. April in Cohn's Feftfälen" stattfindet. 134/6 Die örtliche Verwaltung. Verband der Möbelpolirer. Morgen, Sonnabend Abend 6-8 Uhr, in fämmtlichen Zahlstellen Entgegennahme von Beiträgen und ausgabe von Uraniabillets, à 60 Pf., zu der am 3. April, Nachmittage 1 1hr, stattfindenden Vorstellung in der Taubenstraße. Zur Aufführung tommt: Das Land der Fjorde. Die Mitglieder, welche laut Kontrollfarte arbeitslos sind, erhalten freien Eintritt. Die Auszahlung von Krankenzuschuß und Streifgeldern erfolgt, der Feiertage wegen, morgen Sonnabend, Abends 7-8 Uhr, Blumenstr. 38. 145/6 Dafelbft Abrechnung von den Billets. Der Vorstand. Tauer 1,25 M., Steinhäger, Doornfaat, Aquavit 2c., in Originalfüllung. ländische Liqueure, Ungarweine ze. empfiehlt die Weinhandlung von F. 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Frni«g. 3t. Miin lsss. Der böse Wille des Militarismus. Nochmals eine Nothwehr von Karl Bleibtreu. Schopenhauer kündete: das Uebergewicht des Willens über den Intellekt leuchte am klarsten hervor, wenn man Wahrheiten zu er- sticken trachte. Denn der Geist lasse sich wohl überzeugen, der böse Wille sei aber mächtiger. Die Wahrheit erkennt mau am Gebrüll der Leute, die ihr Schwert verwundete. Mögen sie noch so vor- nehm die Biedermannsmaske vorschnallen, mögen Thoren ihre Phrasen nachlallen, die Wahrheit hat eigenartige �öne, die man so wenig nachahmen kann, wie Theaterblech den Donner. Und so wird denn wohl bestehen bleiben, was das bedeutendste französische Heeresorgnn„La France Militaire" über meine Gegner schrieb: „Die Heftigkeit und Ungeschicklichkeit der Angriffe beweist gerade, daß seine Stöße treffen." General v. BognSlawski geruht in seiner Brandschrift„Kontra Bebel und Bleibtreu", mich einem Autodafs zu überliefern, um einem dringenden Bedürfniß abzuhelfen. Es wird auch solchen, die kein Verlangen nach allerlei kriegstheoretischen Erörterungen tragen, ein stiller Gewiß sein, den Jrrgängen eines bösen Willens nachzuspüren. Diesen besonders stimmbegabten Alarmtrompeter eines erzreaktionären Militarismus, der auch diesmal wieder die Sehnsucht semer schönen Seele nach Ausnahmegesetzen bekennt, wollen wir belauschen, im treuen Echo verständnißvoller Nachtönung. Die gewissenhafte Redlichkeit wie die gründliche Wissenschaftlichkeit seiner Kampfmittel, wobei es auch nicht ohne niedliche Gehässigkeiten personlicher Art abgehen darf, wird alsbald in den richtigen Seh- Winkel gerückt werden. man aber vorher eine Probe habe, wie sich meine Schrift„Der Zar-Befteier" im Urtheil eines anständig sein wollenden militärischen Beurtheilers spiegelt, so zitire ich aus der„Allgemeinen Militärzeitung" nur Folgendes:„Wenn Bleibtreu mtt anerkennenswerthem Aufwand von Geschichtsforschung aus der Kriegsgeschichte aller Völker und Zeiten eine große Fülle von Bei- spielen erbringt u. s. w. In der Form und dem Umfange, wie die Belegstücke mitgetheilt sind. mögen dieselben auch' diesem Zwecke dienen... es � kommt darauf an, wie man oie That- fachen gruppirt. Zudem ist oft, besonders auf einem Hauptgebict Bleibtreu's, der Stärke« und Verlustforschung schwer, die Lauterkeit hlsiorischcr Quellen zu erkennen.... Sehr interessant und beachtens- Werth ist die ausführliche Darstellung, die Bleibtreu über den turklsch-griechischen Feldzug oiebt. Aber leider Pflegen geniale Heer- fuhrer, aus dem Militär wie aus dem Zivil, erst im Laufe längerer Kriege hervorzutteten... Selbstredend ist der Offiziers- stand der Träger des„Militarismus", worunterl die Summe oller Ueberhebung, Thorheit und Barbarei verstanden wird, die nur fein stehendes Heer im Frieden zeitigen soll. Dieser Vorwurf mag nicht ohne Berechtig sing sein. Aber bürgen unsere Wahrungen mit unfern braven Reserve-Offizicren dafür, daß die Milizoffiziere durchweg bescheiden, klug und sittenrein sein würden?" Ter Auffatz schließt:„Das sehr lehrreiche, leider nur sehr polemische Werk verweiseZich in meinen Bücherschrank an die Seite von Bellamy's Zukunftsromanen." So urtheilt über den Gegner ein Mann von Ehre, der über ihm gewiß peinliche Schärfen wegsieht, weil er aus dem Inhalt der an- geführten Thatsachen wahrscheinlich den Eindruck gewann, die„leider nur sehr polemffche" Haltung der Gegner möge mich wohl ent- sprechend gereizt haben. Auch dem unbekannten Verfasser einer langen Auslassung der offiziösen„Norddeutschen Allgemeinen" kann ich die Anerkennung nicht vorenthalten, daß er höflich seinen Standpunkt verfocht und das„Belehrende" zugestand. Wie unbelehrbar freilich die llnivisicnden sind, davon bot ein Schimpsartikel im„Hamb. Korresp." ein Prvbchen. Napoleon, s„dessen Genie gerade Bleibtreu seit Jahr« zehnten preist", hatte sein Genie natürlich von der Brienner Kriegs- schul«! Neber Gambetta«ist die Fachliteratur sich einig, sein dilettantisches Eingreifen zu verurtheilen". aber Bleibtreu fabelt, die Operation Loigny-Beaune sei am Uebelwollen der furchtsamen Berufsgenerale AurelleS und Palliares gescheitert I Man weiß also nicht, daß AurelleS sogar Gambctta'S siegreiche Offensive auf CoulmiörS Widerrieth, dann eine völlig sinnlose Defensiv-Zenttale bei Orleans empfahl, daß er und sein Unterchef Palliares den Be- fehl Gambctta'S mißachteten, auf Pithiviers vorzustoßen: wäre letzteres geschehen, so hätte das Brandeuburgische Korps, dort ge» fesselt, nicht nach Beaune abrücken können und das isolirte Westfälische Korps wäre überrannt worden. Würde ich dem sachlichen Inhalt der BoguSIawski'schen Streit« schritt einfach Seite für Seite folgen, so müßte sich dies gerade so unkünstlerisch ausnehmen wie seine Polemik, wo Alles durcheinander purzelt, ohne feste Gliederung in zusamnunfasscnde Normen. Ich werde daher seine zerstreuten„Widerlegungen" gruppiren. Sie de- schränken sich a) auf Nebeneinwürfe, wo' er die Hauptsache nicht bestteiten kann, b) auf Nachweis angeblicher Widersprüche meiner Werke, c) auf Herausreißung von Sätzen aus dem Zusammenhang. unt dann verkehrte Antworten darauf zu geben. Ad I. Gegen meine sonstigen Widerlegungen seiner Legende, Gambetta's Aufgebote hätten S zu 1 gefochten, vermag er nichts ein- zuwenden, macht sich aber zu nutze, daß ich für überflüssig hielt, auch noch die Stärkeziffern für Beaune la Rolande anzuführen. Und siehe da, hier hätten wirklich öS 000 Franzosen gegen 11 000 Deutsche gefochten I Möchte er vielleicht nachsehen, welche Ziffern der Hauptmann Berndt„Die Zahl im Kriege" ansetzt? 61 000 Frau- zosen gegen 41 000 Deutsche l Beides erscheint mir nun fteilich viel zu hoch, wie ich jüngst in der„Schweizer Monatsschrift für Offiziere" betonte: jedenfalls müssen aber deutscherseits mindestens die ö. Division sowie die 1. Kavallerie-Division und Artillerie III. Korps mitgerechnet werden, so daß ganz sicher 22 000 Mann— also das Doppelte der deutschen Legendenziffer— herauskommen, nebst mindestens 120 Geschützen. Der Kniff, nur das X. Korps zu rechnen, gehört gerade wieder zu jenen anderen, die ich bezüglich Loigny, Beaugench u. s. w. nachwies, und ebenso die Schläue, beide französischen Korps Billot und Crouzat in denkbar höchster Stärke zu rechnen. Daß die diesbezügliche Angabe im Buche des Generals de Palliares„60 000" von vornherein verdächtig sei, weil er damit sein eigenes Nichtsthun entschuldigen wolle, daß von Billot nur zwei Brigaden ernstlich gefochten und sowohl ihm als Crouzat noch eine Masse Bataillone gefehlt hätten, daß endlich die Stärke beider Korps nach jener Schlacht d. h. nach Einrücken aller fehlenden Truppentheil« auf höchstens 50 000 Mann komplett schließen läßt, bei Beaune somit höchstens 85 000 gefochten haben können— dies Alles weiß BoguslawSki sehr wohl, denn es steht deutlich so in meinem Werk über 1870 und dem über �„Taktik und Strategie", welche beiden Werke«r ja genau zu kennen erklärt. Desgleichen steht dort zu lesen, daß bei Belfort nicht nur nicht.140000", sondern sicher nur 80000 Franzosen fochten, aus den und den Gründen, und daß überhaupt die Vertheidigung einer furchtbaren verschanzten Stellung, geftorene Lisaine vor der Front, durch 45 000 Deutsche gegen die schon durch entsetzliche Winterbiwaks aufgeriebene Miliz Bourbaki's keineswegs das Heldenstück gewesen sei. wozu die Sage es stempelt.(Vergleiche übrigens hierüber auch die Unter- fuchungen von F. v. Wengen, der in geradezu infamer Weise mund» todt gemacht wurde, jetzt aber neuerdings dennoch zu Worte kommt, weil die Wahrheit sich eben nicht vertuschen läßt.) Wenn ich sage, „am Schluß waren beim Bourbakizug SO 000 Deutsche gegen schwerlich noch 100 000 Franzosen versammelt," so verfälscht B. wieder:„Aber Manteuffel traf ja erst nach der Schlacht von Belfort cjn," als ob ich nicht deutlich das Nämliche gesagt,„am Schluß" aber nicht noch die Schlacht von Pontarlier'staltgefunden hätte. Außerdem weiß er, daß man operativ auch die heraneilcnde Thcilarmee zu rechnen hat, daß aber insbesondere hier Manteuffel's Stoß gegen Bourbaki's Rücken diesen erst zum Rückzug bewog. Desgleichen weiß er, daß die Gefechte bei Dijon einfach in die Rubrik gehören, wo schwache Körper durch dreistes Auftreten den Feind täuschen, der deshalb seine Kraft nicht ausnützt: daß also wahrhastig nicht„35 000 Garibaldiner" wirklich gegen nur „5 Bataillone" fochten, sondern ernstlich nur eine Brigade Garibaldis. Daß„in Paris ollein 600 000 Bewaffnete standen", ist für zuletzt richtig und gereicht dem Organisirungstalent der zivilistischen Ver- waltnng zur ewigen Ehre; davon waren aber zwei Drittel Nationalgarden, die man absichtlich nicht im freien Feld verwendete, trotzdem die einzige und letzte Probe bewies, daß sie jedenfalls theilweise mit Eifer gefochten haben würden. Daß sie„von nie mehr als 150 000 Deutschen zernirt wurden", ist unwahr: nach Ein- rücken des II. Pommersche» und später auch I. bayrischen Korps waren es mehr als 200000, wobei obendrein— auch für die Gam- bettaschlachten, was z» erwähnen ich unterließ— immer festgehalten werden muß, daß die Deutschen nur„Kombattanten"(Gewehre und Säbel, ohne Lsfiziere, Artillerie, Train u. s. w.), die Franzosen aber alle Köpfe in ihren Stärkelisteu führen. Am 19. Januar sind nicht„100 000", sondern SO 000 Fran« zosen(davon 42000 Nationalgarden) ausgefallen: davon kam aber ein großer Theil nicht zum Schlagen und die Artillerie— besonders das Korps Bellemare— meist nicht zum Auffahren. Die deutsche Minderzahl wurde durch vorbereitete Stellungen begünstigt, die zum Theil von Mobilen und Nationalgarde anfangs erstürmt wurden. Ueberhaupt ist für fast alle Schlachten gegen die Republik festzuhalten, daß sich die Milizen offensiv gegen oft furchtbare Positionen schlugen. Hierdurch tritt auch Bognslawski's Einwurf in das rechte Licht: Die Deutschen hätten in' den Kämpfen gegen das kaiserliche Heer viel größere Verluste gehabt. Natürlich, weil letztere alle deutscherseits offensiv— und zwar w i e offensiv, ohne jede genügende Vorbereitung, improvisirt und isolirt l— gewagt wurden. Ucbrigens habe ich oft genug nach- gewiesen, daß die deutschen Verluste im Gcgcntheil relativ größer gegen die Milizen gewesen sind, als gegen die kaiserlichen Troupiers, zumal in anbetracht der auffallend größeren Prozent-Einbuße an Tobten und Vermißten. Weil er meinen, von Bebel gut ergänzten Hinweis auf die geographischen, klimatischen und andere Schwierigkeiten im amerika« nischen Sezessionskrieg nickt widerlegen kann, so wirft er ein: dafür hatte man„keine Festungen wie Paris, Metz, Straßburg zu überwinden, die Hnndcrttansende fesselten". Von den befestigten Linien der Südstaatler, insbesondere um Rich- mond, scheint er nichts gehört zu haben; daß aber Paris und Metz alle Kräfte dem Feldkrieg entzogen, lag in der fehlerhaften Auffassung sowohl der französischen als der deutschen Führung be- dingt, keineswegs in den normalen Verhältnissen, wonach Paris und Metz überhaupt nicht solche Rolle gespielt hätten. Den feststehenden Vorbedingungen beider Kriegstheaier setzt also B. nur eine zufällige Schiebung entgegen. Meine Betonung der ungewöhnlichen tattischen Leistungen der amerikanischen Milizen, insbesondere der Reiterei, streift er natürlich nickt nial, weil er darauf nichts zu erwidern weiß. Weil meine historische Dokumentirung, daß die meisten Generale der französischen Revolution ohne' jede„Vorbildung" i n der Revolution zu Führern anfsticgen, unwiderlegbar ist. so nimmt er jetzt für seine verunglückte Behauptung des Gegcntheils in An- spruch, daß selbst die von ihm früher genannten Haudegen(nicht „Feldherrn") vorher nur als— Unteroffiziere dienten! Den schmeichelhaften Wunsch, den er daran knüpft, ich hätte lieber auch als Unteroffizier dienen sollen, würdige ich nach Verdienst. Wer be« haupten kann, das Dienen als Unteroffizier qualifizire an sich zur Truppenführung, mit dem ist ernst nicht mehr zu reden. Recht scherzhaft liest sich auch sein Verdrehen meiner An- gaben:„daß Carnot nie„aktiv" war", womit ich natürlich nur seine Nicht-Aktivität im Felde meinte, wie denn deutlich zu lesen steht: „Von Carnot abgesehen.. sind verschwindend wenige als Berufsoffiziere eingetreten." Ferner:„Bleibtreu macht Napoleon, den Memoiren' von Barras folgend, zu einem ganz schlechten Berufsoffizier", wozu er weise bemerkt, Barras sei ein wüthcnder Feind Napolcon's gewesen,„aber Blcibtreu zitirt, wie es ihm paßt". Nun lese man' S. 38—40 des„Zar-Befreier", ganz beiläufig nebenbei:„In Barras' Memoiren wird erzählt, daß Bona- parte nicht mal die Jnsanterictaktik kannte", im Uebrigen folgen lange Auszüge aus dem Bericht des Kriegsministers Ponthecoulant und den Memoiren des Generals Thiebault. Davon meldet B. selbstredend kein Wort, sondern stellt sich an, als ob i ch mir das aus den Fingern gesogen hätte:„Er schildert Bonaparte's AeußereS miserabel." Das Schulzeugniß von Brienne, daß dieser korsische Student in Geometrie und Geschichte gut beschlagen sei, ist allerdings„be- kannt": daraus folgert der preußische' General, daß er ein guter Kasernenoffizier unteren Grades war?!„Er verstand sein Hand- werk bis auf die Knochen, das bewies er am Vendemiaire und bei Toulon, wo er sofort den richttgen Punkt für den Angriff fand": das nennt ein Selbsttheorettker„Handwerk"!! Das„Handwerk" des Hauptmanns Bonaparte hätte darin bestanden, seine Rekruten zu drillen, seine Batterie gehorsamst auf Ordre hinzustellen und im Uebrigen den Mund zu halten. Daß er„gerade die vor Toulon kommandirenden zivilistischen Generale, wie den Maler Carteaux, durch seine Kcnntniß beschämte, sie e n d l i ch v e r d r ä n g t e", ist wieder mal eine Phantasie des Generals, die betrübende Unkenntniß verräth. Den „Maler Carteaux" hat er offenbar von mir: nun sollen aber gleich alle dort kommandirenden Generale„Zivilisten" gewesen sein! Nichts weniger als das, vielmehr sind es gegen die alten Bcnlfsgenerale die Zivilkommissäre des Konvents gewesen, die dem jungen Bonaparte recht gaben, obschon von«Ver- drängen" der Generale absolut keine Rede war. Auch bezichen sich die von mir zitirten Mitthcilungcn des Generals Thiobault über Bonaparte's völlige Unkenntniß des„Dienstes" gerade auf den Vendemiaircputsch, wo der unbekannte halbverhungerte Bonaparte a. D. plötzlich aus der Versenkung auftauchte. Das Beispiel Cromwell kann selbst e r nicht durch Verdrehungen antasten. Er behilft sich mit der nichtssagenden Ausrede, daß es ja „immer einzelne besondere militärische Talente gegeben hat." Da« gegen behartt er bei seiner Frage,„wo Cromwell denn hätte seine Schule machen sollen. Bleibtreu meint, es hätte wohl eine Schule gegeben, das sei das Leibregiment des Königs gewesen. Der Widersinn dieser Antwort" läge freilich auf der Hand, wenn ich nur nicht etwaS Anderes gesagt hätte! Ich schrieb vielmehr auf die spöttische Frage, wo es denn damals ein stehendes Heer gegeben hätte:„Wohl gab es Kriegsschulen genug im Kondotriercthum der Renaissance, auch gelehrte kriegswisscnschaftliche Literatur, und Karl I. besaß allerdings im gewisse» Sinne ein stehendes Heer, zum Beispiel sein Leibregiment: auch kamen zu ihm viele Offiziere aus Schweden und Deutschland, die im stehenden Heere Gustav Adolfs und Wallenstein's ihr Berufsmetier studirt hatten." Wer oben vergleicht, was nicin Herr Gegner daraus zu machen be« liebt, wird über solche Künste baß erstaunen. Seiner hervorragenden Unwissenheit in diesem wichtigen historischen Gebiete möchte ich nach- träglich mit der Belehrung unter die Arme greifen, daß außer den Life GuardS zu Pferd und zu Fuß noch die„Blauen Regimenter" und die irischen„Weißröcke" vorhanden waren, ein ganz hübscher Stamm stehenden Heeres! Daß die Waffengeübtheit der Royalisten, der Junker wie ihrer Vasallen, im Gegensatz zu den Bauern und Arbeitern des Puritanerheers einem„stehenden Heer" entsprach, fertigt er mit der Redensart ab, daß Leute, die fechten und reiten könnten, darum noch keine Offiziere seien I Wäre er besser unter- richtet, würde er wissen, daß fast alle kommandirenden Edellente auf dem Kontinent, besonders in den Niederlanden,„gedient" hatten, daß Prinz Rupert und sein Bruder Moritz sozusagen von Kindesbeinen an Soldaten waren, nicht minder die Lords Goring, Wilmot, Culpepper, Sir Ralph Hopton und viele Andere. Den- noch mußten sie, trotz ihrer nicht geringen Begabung als Kavallerie- führer, vor den Zivilisten allesammt das Feld räumen und die be« deutendsten Generale in ihren eigenen Reihen sind allerdings selber Nicht-Soldaten gewesen: Montrose und Falkland. Ein niedliches Kunststück vollbringt B. sodann:„Bleibtreu be« hauptet, daß eine gutgeschulte Armee immer einer taktisch schlechteren unterliege, falls letztere gut geführt sei." Diese These wäre freilich„überaus gewagt," wenn B. nicht einfach hinter„gut- geschulte Armee" unterschlagen hätte„unter schlechter Leitung". Das Beispiel Dennewitz stimme nicht, denn �„die Korps Bülow und Tauentzien waren aus Landwehr und Linie gemischt." Das Korps Tauentzien, das lange allein einer doppelten Ucbermacht stand- hielt und zuletzt durch ungestümen Angriff die Entscheidung gab, war ausschließlich aus'Landwehr zusammengesetzt.— DaS Beispiel Hagelsberg«paßt wie die Faust aufs Auge und zwar in jeder Beziehung"?!„Die Führung Hirschfeldt's, eines alten Berufsoffiziers aus der alten Schule, war höchst mittelmäßig, dagegen die Girard'S vortrefflich"— das erhöht also nur das Verdienst der siegenden Landwehr, die„beim ersten Angriff total abgeschlagen", aber durch die Landwehrführer Marrwitz und BoguslawSki ermuntert und nun „sehr wacker" zu vollständigem Siege geführt wurde. Da ich zufällig dies Treffen in meiner Geschichte der Europäischen Kriege(Band III) schildern mußte, so wird BoguslawSki mir schon gestatten, davon eben so viel zu wissen als er.(Der bescheidene Mann, den mein Selbstgefühl so sehr erbost, verweist natürlich auf seine Biographie seines Großvaters, so wie bei JemappeS auf s e i n e Biographie Dumouriez', als ob es gar keine anderen Quellen gebe.) Auch daß e i n französisches Bataillon an der Kirchhofmauer„todtgeschlagen" wurde, findet sich bei mir erwähnt.„Von Todtschlagung der ganzen Division war nicht die Rede", belehrt mich der Weise. Vernichtet wurde sie, ihre Artillerie erobert, ihr tüchtiger General rettete schwerverwundet nur spärliche Trümmer— darauf allein kommt es an und deshalb paßt das Beispiel Hagelsberg nicht nur nicht„wie die Faust auf's Auge", sondern bietet«in jeder Beziehung" das allerglänzendste Denkmal für die Unwiderstehlichkeit eines für HauS und Hof fechtenden Landsturms. Daß feste Halwng und um« sichtige Leitung der Franzosen die märkischen Jungens nicht ein- schüchterte, ist gerade der schlagendste Beweis für die Ueberlegenhett einer begeisterten Miliz. Deshalb erblassen hiervor die Hecken« oder Gebirgstreffen in der Vandöe und in Tirol 1809, die Äoguslawskr als Beispiele„urwüchsiger Taktik" zuläßt. Nicht viel bester steht«S damit, ivenn er fortfährt:„Bleibtteu führt femer die Schlacht bei Jemappes als Beweis an, was aber auch ganz verfehlt ist." Die Franzosen seien dort 55 000. die O-sterreicher 17 000 Mann stark ge« Wesen. Ja, so behauptet e r I Ich gab die wahrscheinlich richtigeren Ziffern 40 000 gegen 26 000 an. Im Uebrigen gestand ich ihm ausdrnck« lich zu, daß„die legendären Freiwilligen von 1792 anfangs wenig taugten", gleichwohl die Franzosen bei JemappeS nach langem, blusigem Kanipfe das vorzügliche Veteranenheer ans starken Verschanzungen warfen. Irgend ein nennenswerther Unterschied seines Einwurfes ist also gar nicht vorhanden, auf alles übrige dort Gesagte hütet er sich hingegen einzugehen. Nämlich die völlige Entkräftung semer Fabel von den„schwachen Soldheeren, mittelmäßig ge» führt", während Erzherzog Karl, Suworow u. A. in den Haupt» schlächten Ucbermacht besaßen. �_ Recht bezeichnend für sein Verfahren ist endlich noch die Form, wie er meine gelegentliche Beleuchtung von 1806 abtrumpft. Ich warf hin:„Nur' die' elende Führung der Junkergenerale, die namen- lose Ungeschicklichkeit verursachte jene furchtbare Niederlage, so sauer es der brave preußische Soldat dem siegesdurstigen Gegner machte", Daß beim Begriff„Soldat" natürlich auch Subaltern-Offiziere in» begriffen, versteht sich von selbst. Bei der Kavallerie fteilich muß Alles im Argen gelegen haben: denn ohne miserable Haltung der hoch« adligen Führer wäre das fortwährende Ausreißen bei Auerstädt unmöglich gewesen, wo eine zehnfache Ucbermacht an Reiterei zu Gebote stand. Das schimpfliche Benehmen des Regiments Gensdarmes ist sprüch- wörtlich geworden und dies enthielt die Blüthe des Junkerthnms, das vorher mit säbelrasselndem Uebermuth den Krieg gegen die „Demokraten-Kanaille in Paris" provozirt hatte. Nun erzählt B. lang und breit, welche Prinzen und hohen Generäle gefallen oder verwundet seien. Was aber schrieb ich ausdrücklich?„Daß— ent» gegen der Legende— wenigstens die höheren Führer, die Prinzen, Fürst Hohenlohe u. s. w. vornehme Tapferkeit entfalteten", also genau das Nämliche! Dagegen soll mir der laxsus liaguao entschlüpft sein, daß es„a I l e n Festungskommandanten" an Muth gebrach.„Der gewiegte Historiker Blcibtreu schreibt wirklich allen!" Ach ja, von Conrbiere und Gneisenau habe ich allerdings„gehört" und Gras Götzen wird sogar von mir ausdrücklich auf Seite 112 genannt.(Daß „Kalkreuth in Danzig" dazu zu rechnen sei, war mir freilich neu; ich habe aus Friccius'„Belagerung von Danzig" und anderen Spezialschriften nicht diesen Eindruck gewonnen.) Zeder vernünftig,. Mensch ergänzt sich dock das. da bei den Festungskommandanteii von 1806 man immer„Magdeburg, Stettin, Küstrin, Spandan"— Erfurt vergißt BoguslawSki— im Auge hat, und bei Kolberg hat man wohl auch vom wirklichen anfänglichen Kommandanten Loucadou „gehört", dessen Feigheit nur durch den Bürger Ncttelbeck an so- fortigcm Kapituliren gehindert wurde! In Kolbcrg und beim„Auf- gebot des Grafen Götzen haben eben Bürger und Bauern das Beste gethan, auch sind Gneisenau und Neumaun halt keine„Junker" gewesen! Ad II. Er klaubt aus ftüheren Werken von mir allerlei Kleinig- heraus, die er mit gelegentlichen Aeußenmgen im„Zar- Befreier" vergleicht. „Er lobpreist Bülow's Insubordination und spricht vom„wider- wärsigen Aork", der doch die größte Insubordination beging." Dabei verweist er selbst anmerklich auf eine neueste Enthüllung, daß Jork eine geheime königliche Ordre empfing, und noch jüngst hat Hönig untersucht, daß Dork lediglich durch Andere zur Kon- vention von Tauroggen gezwungen wurde! Nun rede ich oon Bülow S. 130, dagegen steht S. 7 in gänzlich anderem Zusammen- hang, daß auf Jork die Memoiren Schön's„ein Licht werfen, das wir schon längst erwartet haben." Der ehrliche Herr wirst also völlig verschiedene Dinge absichtlich durcheinander.„Er verdammt das „Junkerthum" und doch waren es die ostpreußischen Junker, welche die Landwehr selbständig errichtiten!" Bravo l Der Königs« berger Landtag der Ostpreußischen Bürgerichast mag sich bei dem Junker BoguslawSki bedanken! Da bei ihm Alles kunterbunt durcheinander wirbelt, so setzt er in gleichem Athem hinzu:„Er erklärt, die Alte Garde hätte bei Waterloo nur ans Fliehen gedachtmen. Auch bei Carnot kommt er darauf zurück, ich hatte vor 2 Jahren siarnot in ehrenden Gegensatz zu Gambetta und Freyeinet gestellt. Nun beziehen sich meine betreffenden ironisch gefärbten Bemerkungen hauptsächlich auf Freyeinet, dem ich übrigens trotzdem ein Lobiied singe, ausdrücklich wird Gambetta später davon ausgenommen und leder, der meine diesbezügliche Studie las— ist auch ins .rranzusische übersetzt worden— weiß. waS er von dieser Unter- slellung zu denken hat. als ob ich je anders als begeistert über Gambetta S Begabung gesprochen hätte. Dazu muß man natürlich daS Ganze vor sich haben, nicht einen willkürlich heraus- gerlisenen Satz. Daß ich Gambetta's völligen Mangel an irgend welchen Vorbildungsstudien gewiß nicht für eine» �arzug halte. entspricht nur dem gesunden Menschenvorstand i daß ich ihn nicht einen„großen Feldherrn" nannte, bnbe »ch BoguSlalvSki schon zweimal zurückgewiesen, sondern nur. daß in ihm das Zeug zu einem echten Feldherrn fleckte: daß ich letzteres verfocht und für jeden Unparteilichen bewies, ist gerade das Unterscheidende meiner Auffassung von allen andere»: denn sein sonstiges OrganisationSgeuie hat noch niemand bestritten, bei dem es nicht im oerbohrten Hirn rappelte. Deshalb betone ich auch, daß Carnot, «der eine gründliche Vorbildung genoß", als Organisator«gewiß nichts Größeres leistete, als der Zivilist Gambetta".(Wenn übrigens BoguSlawski schreibt:„nur Carnot ist die Anfstellnng der zahlreichen Streitkräfte zu danken", so irrt er wieder: der Zivilkomntissar DuboiS-Craneö. sowie die zivilistischcn Marine- und VcrwaltuugSniiuistcr im Wohlfahrtsausschuß leisteten gerade so viel.) Obschon also, wie ich 1808 schrieb. Gambetta- Freyeinet „fllmifttcn, hen Carnot auS dein Stegreif spielen zu können. und vergaben", daß Carnot so zu sagen ein Fachmann war, infolge dessen sich bei Freyeinet bedeutende Hmdeniiffe seines Wirkens herausstellte», so ist eben das Anßcrordentliche dieses Falles, daß dennoch den beiden Zivildiktatoren so Großes gelang, Besseres als allen französischen Generalen. völlig wirr wirkt daS Hin- und Hergerede, daß ich die Strategie sür das allein ausschlaggebende Elenient hielte, dabei aber die Mrkmlg der Hinterlader betone—«siehe S. 80. 81, 93 seiiies Werkes»Zur Geschichte der Taktik mid Strategie." Hingegen hätte ich Seite 388 der„Kritischen � Beiträge" cttlärt. daß bisher die Technik der Feuerwaffen die Verluste nicht vermehrt habe. � Nim steht aber dies gleichfalls in„Taktil und Strategie". Die Wirlung des Hinterladers hat absolut nichts mit der Präponderanz der Strategie zu thun. Denn daß selbstverstäud- sich eine 10 ungemeine Uebcrlcgenheit. wie sie 1886 im Kampfe zivischeii Vorder- und Hinterlader sich herausstellte, irgendwelchen Einfluß haben muß, lvürde wohl niemand leugnen. Nein, das Merlwürdigste— und für m eine These Beweiskräftige— ist gcrabc, daß trotz dieser ungeheuren Differenz Mottle geschlagen wordeil wäre. iveun die österreichische Führung den Nachtheil mikgeglicheu hätte. Ebenso hat das Chasscpot 1870 keineswegs so gewirkt, wie es hätte geschehen müssen, wenn die frauzösische Führung mcht so schmachvoll gestümpert hätte.„Nun schreibt aber Lleibtren selbst lTaktik»nd Strategie), daß sich 1870 Frontalangriffe gegen Hinter- lader keineswegs als unausführbar oder besonders blulia herausgestellt hätten, welche letztere Behaiiptung natlirlich unrichtig ist." Diese Auslegung ist allerdings sehr unrichtig. Natürlich weiß Bogusl. genau— zumal ich in einein Briefe darauf zurückkam—, daß 1. von mir nur nachgewiesen wurde, daß die Stürme bei MarL si» Tour und St. Privat nicht als„besonders blutig" gelten köiineil, sobald man sie mit den größeren Verlusten früherer Zeit gegen Borderlader und Kartätschen vergleicht; 2. wie wenig das Frontal- fener wirkt. sondern wie immer nur F l a n k i r u n g s- feiler den stärksten Verlust bringt; so auch bei MarS la Tour (Cissey) imd St. Privat(Tixier). Da aber Flankiruug nur Folge guter Führung sein kann, so ist gerade hierdurch meine These glänzend bewiesen. Dies alles steht so klar und deutlich in meineii Werken entwickelt, daß der biedere General selbstredend mir auf die Unwissenheit seiner Leser, mS- besondere der Presse, spckulirte, iiidcin er solche lächerlichen Sinn« entstelluilgen vom Stapel ließ.— Ich hätte ferner trotzdem Bebel vercheidigt, weil er h e n t Defensive für die richtigste Kampffonn erklärt. Doch� gesteht B. ja gleichzeitig selber zu, ich hätte„die Wirkung der neiiesteii Gewehre zehnmal höher geschätzt, als die von 1870." Darin liegt ja schon die Antwort! DaS unglaubliche Gemetzel der Schlacht von Omdurman köuute hier als Anhalt dienen. Wenn ich also «andererseits S. 195 Krit. Beiträge" meine:„es lohne sich zu er- wägen, ob Defensive einer gutgeschulten Infanterie nicht dir passendste Kampffomi fei", in Zu fünft nämlich, so liegt doch wahrhaftig hierin kein Widerspruch zu Obigem! Und wenn' der General sich buchstabenklanbend auf das Adjektivurn„gntgeschillte" stürzt und dem entgegenstellt:»Er belächelt meinen Ausspruch, daS beste Ge- wehr tauge in Händen einer Volkswehr nichts," so unterschlügt«r geniüthlich, daß oben von Deann-la-Nolande die Rede war, wo e? sich doch gewiß„in„gntgeschnlte" Infanterie handelte! Daß nun solche Veteranen mit besonderer Kaltblütigkeit die Hinterlader-Defensive ausnutzen werden, ist weit weniger bedeutsam, als daß trotzdem die„migeschulte»" Mobilgarden immer wieder den Anlauf versuchten. Wären sie einheitlicher, die Westfalen minder tüchtig geführt worden, wäre der Frontalsturm geglückt: ob gegen heutige Gewehre, ist aber eine ganz andere Frage. Vor allem hat sich genau daS Nämliche dort herausgestellt, wo„gutgcschulte" Veteranen gegen Milizen vor Paris mid an der Loire anstürmten: Negiment Olga bei Coeuilly, 14. und 49. Regiment an den Kalk- gruben von Champigny, verschiedene blutig gescheiterte Vorstöße l'nherischcr Brigaden.' Geglückt ist lediglich der berühmte Flanken- st o ß der Hanseatischen Brigade von Kottwitz bei Loigny, weil er überraschend traf. DaS Gewehr in Händen der Milizen war sonst jedenfalls bei jeder Vertheidiglmg äußerst fiirchtbar. Wenn endlich der General fragt, wie stimme meine Empfehlung taktischer Defensive mit der Verchruna deS offensivsten Feldherrn Napoleon überein. so vergaß er, daß er selber Bebel entgegenhielt. man könne taktisch defensiv und doch strategisch in der Offensive sein! UebrigenS hat Napoleon öfters, z. B. bei Rivoli, Austerliy, Dresden, Leipzig mit taktischer Defensive anfangs eingeleitet, um auS ihr zum Angriff überzugehen. Derselbe Herr aber, der mit ohnmächtiger Verzweiflung nach „Widersprüchen" Treibjad abhält, ist außer sich, daß ich seine Ab- lehnung der Bobel'schcn Bemerkung über die Manöverattaten mit früheren Aeuherungen seiner Werke in Zwiespalt stelle. Daß er in seinem jüngsten Werke eine Massenattake der Reiterei als«möglich, ober selten möglich" ausgiebt, um„oben" nicht anzustoßen, stimmt: lese er aber selber nach, waS er in seiner„Tut Wickelung der Taktik" und anderswo geschriebe Hot! Da ich eS mehrfach zitirte, wird er diese absolute Ver d a mm u n g von Maffenattaken nicht nur, sondern auch sein Geringschätzung der Schlachtenreiterei überhaupt nicht länger abstreiten können I Auf eine andere Entgleisuna in obigem Satz wider Bebel, die ich Seite 48 ironisirte. schweigt er natürlich. Wir kommen nun eck III noch zur beklagenSwerthesten Ver irrimg: feinem geflissentlichen Herausreißen einzelner Sätze, um daran Verdächtigungen zu knüpfen. Von de» 52 Seiten der mühe' vollen Unleriuchung«Die Wahrheit über die Miliz im Griechisch« Türkischen Feldzug" weiß er nur zu melden. daß die Griechen angeblich 25 OOO Mann(auf dem Papier I) als FriedenSpräsenz vorräthig gehabt hätten, man deshalb„mit demselben Rechte daS deutsche Heer ein Milizheer aemien könne" 1 1 Dieser Tabak dürfte wohl selbst seinen Leiern zu stark sein. Im Uebrigen richte er seine schöne Entdeckung gefällig m seine Presse seiner GesinnungLgenossen, die bekanntlich damals einstimmig getermordio über die„elenden Milizen" schrie l Weil ich aber dem Prcssegeschrei: die herrliche türkische Armee sei eben von preußischen Generalen instruirt und geleitet worden und der glor reiche Edhcm Pasch» stamme„auS preußischer Schule", ironisch ver- sicherte, daß wenigsten» heut preußische Militärkritiker die türkische Kriegführung ablehnten und das Resultat trotz aller Bemühungen deutichcr Paicha'ö ein klägliches war, so habe ich nach Auslegung BognSlawsli's damit den, von Bebel zitirten und von' mir geschätzten, General v. d. Goltz beleidigeii wollen I Und dabei erwähnte ich sogar ausdrücklich, daß die Türken dem richtigen Feldzugsplmi, den Goltz schon 1886 für einen thesialischen Krieg entwarf, direkt zuwidergehandelt hätten!— In Gegensatz zu dem Verhalten der Pariser Arbeiter bei der Belagerung stelle ich den Opfermilth der altlegitimistischen Edelleute, die noch LouiS Napoleon Dienst verweigerten, sich jetzt aber wie ein Mann zur Berfügung der Republik stellten. Hierzu glossire ich, daß„mancher� deutsäie Junker zu den Rnffen überlauten würde, wenn der Zar vor den Thoren und in Berlin eine republikanische Regierung stände. Dies verzerrt B. so:.Welch' ein Patriot, dieser Bleibtrcu! Sind die Adligen nicht seine Landslente? Hat der preußische Adel Nichtsein Blut in hinldert Schlachten vergossen?" Gewiß und daraus ein Vorrecht seines blauen Blutes über Volk und Bürger hergeleitet, die doch gerade so gut— nur in tansendmal reicheren Mengen ihr schnödes Plcbejerblut verspritzten.' Ich habe gesagt, daß dem Adel sein Vaterland gerade so weit wie seine StandeSinteressen reicht. Siehe die französischen Emigranten im Heere des Landes seindes, die englischen Royaliften im Sold des französischen Erb selndeS, der natürlich zur Uiischädlichmachung Englands herzlich gern Cromwell durch einen elenden Stuart-KLnis; ersetzen wollte. Siehe die Verbindung preußischer Junker 1849 mit Rußland. Haben nicht preußische katholische Edelleute oft im österreichischen Heere gedient' Ja. vertrug es sich sogar mit der Standesehre, daß preußische höhere Offiziere und andere Edelleute nach Rußland desertirtcn, weil ihnen die deutschen Zustände unter Napoleon nicht gefielen, auf die Gefahr hin, beim Siege Rußlands ihre Landslente unigekehrt unters russische Protektorat zu knechten? Wie würde eS ihm gefallen, wenn ich ohne Weiteres in Umlau fetzen wollte, er habe die Mordthat Briifcwitz vertheidigt?! 8lir gleicher Höhe stehen aber andere Scherze, mit denen er mich heraus fordert. Er selbst gesteht zu, daß ich den deutschen Offizieren von 1870„Gerechtigkeit widerfahren ließ," lieniit mich aber dann„er- bitterten Hasser des preußischen Offizierkorps". Ich sagte immer allgemein„anderswo", auch bei de» Glossen über den Dreyfus skandal. Das hat mit der Nattonalität nichts zu schaffen, sondern mit dem System des Militarisnius, der sich über rothe Jnter. nationale erbost, während den Adel mid daZ Militär aller Länder eine internationale Freimaurerei des KastenhochmuthS verbindet. Bei meiner allgemeinen Brandmarkimg solcher Allüren folge ich überhaupt nur dem Gedankeugang, daß im Frieden ein„erster Stand" sich grundlos spreize. Warum poltert er nicht lieber gegen die wunder- iamen Bckenntiiiffe Oberst v. Bernhardi'S, daS Friedensheer sei die Schule„kalten Sireberthums"?„Hut ab vor jedem echten Krieger! schrieb ich. Freilich, den Unsum, daß man wahre Ehre nur als erwerbe, macht er sich wieder zurecht. nur: wahre Kriegerehre, im Gegensatz Daß übrigens das Kapitel„Offiziers „fast ganz" gewidmet fei, ist wieder unwahr: unter 14 Seiten handeln ungefähr 2 von ihm! Auch habe ich mir nicht bescheinigt, daß ich ihn„vernichtet" hätte, sondern nur:«scine Angriffe sind vernichlend abgeschlagen." DaS Verdrehen steckt ihm so in der Feder, daß er den Satz über„schmutzige Wäsche ungenau zitirt, und wo ich von„ewiger Realität" rede, macht er daraus„ewige Realpolitil"! Wenn ihm die Ideen meines Geleit- Wortes zu hoch sind:.Bleibtreu schreibt über den Großen Kanzler wie die Sozialdemokraten, nur konfiiscr", so ist ein Mann, der Ausnahmegesetze und Duelle empfiehlt, wahrlich der Rechte, um mir Konfusion zu lehren! Wenn er bethenert,„nur" zwei Werke von mir zu kennen, in denen er herumstöbert, wie darf er dann all- gemeine Ilrtheile fällen? Wenn man„militärischerseitS bald er- kannte", daß es mir an der HandwerkSgrundlage fehlt, warum füllen dann— noch im Herbst 1898— meine großen Aufsätze die vonichmstcn militärischen Monatsschriften? Ich soll d-m dcuffchen Offizierskorps in corpore zugerufen haben:„Erst riecht mal Pulver!". Erstens ist der Zuruf ganz all- gemein gehalten an jeden„ersten Stand" und ziveitenS klärlichst auf Regiment GcnsdarmcS 1806 cxemplifizirt, wofür„Parade- fritzcn" vorzüglich paßt. Ebenso verfälscht er fast denunziatorisch den auf Brüsewitze gemünzten Begriff„Prätorianerthum". Ich stelle vielmehr fest:„Verwechselung eines Ideals mit der Wirklichkeit. des echten Kriegers, der für eine Sache selbstlos geblittet hat. und des bloßen FriedensprätorianerS." Warum der zitatenluftige General diesen Satz nicht zittrt. das, um feine flmuge Wendung zu brauchen,„bleibt fein Geheimniß". Aber nicht daS meine I Denn ich lese sehr klar, warum er zwar den be- neidenSwerthen Muth besitzt, auf S. 104—117 meiner Broschüre zu verweisen— wohl wissend, daß niemand seiner Leser sich die Mühe geben wird, es nachzuprüfen!— aber von dem wahren Hauptinhalt dieses Abschnittes den Mmid hält: weil dort das wahre Kriegerthum an packenden Beispielen gepriesen wirb. Daß kriegerisches Talent sich auch unter Prinzen und Aristokraten ent- wickeln kann, steht deutlich S. 5—7 und S. 44, wo auch die edleren weihestlichen Elemente deS Adels genannt werden. Dort heißt e? sogar:„Ich verhehle nicht, daß ich die renoluttonäre Legende gerade so verpöne wie die reaktionäre" je. und daß ich von Voreingenommenheit weit entfernt sei. Von dem Allen weiß B. nur aüfzuttschen, daß ich von„manch' geistlos schneidigen Nußknackern im Wrangcl- und Gteinmetzsttl" geschwatzt hätte. Der herrliche Feldmarschall Wrangel sei„der Held von StoaeS"; ach Gott, daß Oberst Wrangcl beiläufig auch bei Leipzig rüstig attakirte, weiß ich ebenso gut, obschon ich immer dachte,„der Held von EtogeS" sei Prinz August gewesen; daß Wrangel im Uebrigen eine militärische Null war, steht geschichtlich durch die DLnrnfelbzüge gebucht. Was Steinmetz bettifft, so mögen die neuen RettmtgSversuche durch General v. Conrady vielleicht sein Bild von manchem Flecken rein waschen; übrigens habe ich ihn selbst be- züglich gewisser Legenden über den 18. August 1870 ver- theidigt, so sehr seine tattische Leitung dort unter aller Kritik war.(Vergleiche auch neueste Publikation des Generals v. WartenLleben.) Ja, ich habe sogar sein Verhalten vom 15. bis 17. August gebilligt, Ivos BoguSlawski entgangen sein mag. DaS ändert doch nichts daran, daß er im Volksglauben als Typus des„geistlos schneidigen" Draufgängers gilt, und ich sprach a»lS- drücklich nur vom„Wrangel- und Steinmetz st i l". Also selbst hier thut BoguSlawstt dem Sinn Gewalt an. Bor Allem verschweigt er, daß ich Jenen,„nicht selten höher gebildete und ethisch fein- fühlige Elemente wie Blumcnthal, Göben", denen sich z. B. Prinz Friedrich Karl angeschlossen habe, gegenüberstelle.„Und das will ein Mann sein, der das Kriegerthum ehrt!" ruft er aus. Und das will ein Mann sein, der die Wahrheit ehrt!' Krieger im Kriege Ich sagte natürlich zur Brüscwitzebre. dunkel" nur ihm Dieser hattlose Ausfall steht übrigen» wieder unlogisch an einer anderen Stelle, wie ich denn das wirre Gerede überhaupt erst durch diese Beleuchtung ordne. Dagegen fährt er S. 33 mit seiner Verleumdung fort, daß ich alle Offiziere im Allgemeinen als „Brüsewitze" bezeichne und ihnen„Ausnahmestellung im übelsten Sinne" zuschreibe. Was aber schrieb ich? Im Gegensatz zum wahren Kriegerthum ständen„die Herren von Brüsewitz und ihre Ehre."„Ehe nicht derlei Unthaten als gemeiner Mord bestrast werden, wird der Offizierstand sich nicht beklagen dürfen, wenn man ihm eine AiiSnahmestellung im übelsten Sinne zubilligt." Ist das nickt buchstäblich wahr? Wenn ein anderer einen Wehrlosen nieder- metzelt, so wird er zum Tode verurtheilt. ein Brüsewitz zu einigen Jahren Gefängniß. wovon ihm zuletzt noch ein Theil auf dem Gnadenwege erlassen wird: ist dos nun nicht eine«Ausnahme- stellung" und zwar«im übelsten Sinne"? Der Fall hat in ganz Deutschland die tiefste sittliche Entrüstung erregt und wir glauben zur Ehre der Offiziere, auch unter ihnen. Wie aber drückt sich der General aus? Der arme Brüsewitz sei„in unerhörter Weise provozirt worden",»höchst beklagenswerth." Ich soll ferner das Verhalten deutscher Offiziere in den Quar- tieren 1870 verdächtigt haben,„womit er den Franzosen einen enormen Gefallen thün wird." Diese Insinuation, als ob ich um die Gunst der Franzosen buhle, richtet sich selbst durch Feststelluna meines wirklichen Textes:„Wir sind überzeugt, daß die Klagen fast durchweg auf Eiltstellimg beruhen, so hartnäckig sich die«nnahme des Gegentheils erhält." Ich hielt sogar, als General Mumner neuerdingS solche Beschuldigung erhob, den Franzosen vor, daß sie selbst in Deutschland viel ärger gewirthschaftet hätten, und hat der „Figaro" von meinen» Artikel lang und breit Notiz genommen. Daß die Berichte des Augenzeugen Professor Fleury„La, bataille de Villiers* leider unwiderlegt blieben, wird B. doch nicht leugnen können. Darum wird man aber die Schaucrmären, die soeben noch französische Blätter über deutsche Grausamkeiten zum Beispiel bei Fontenay aufbrühen, noch nicht ernst zu nehmen brauchen. Er nennt es„Dinge, die tief unter jeder Wiederlegung stehen"— bei den Militärs steht immer tief unter ihnen, was sich hoch über ihre Anmaßung erhebt—. daß ich dem Offizierstande nicht mal „in äußerer Korrelthcit" einen besonderen Vorzug zugestehe. Den Nachsatz:„Worin erhebt er sich über den kaltherzigen EgoiS- nmS der sonstigen„Gesellschaft?" verschweigt er wieder, weil dies erst den richtigen Sin» giebt, ebenso natürlich die nachfolgenden Beispiele dafür, auch für die Erfahrung, daß pensionirte Generale dem noch Uniformirten keine Respektsperson mehr seien(Beispiel beS hochverdienten kommandirenden Generals Lamorieiere, der als Re- publikaner nicht unter Louis Napoleon dienen wollte, und um den sich nicht einer seiner einstigen Untergebenen mehr bekümmerte). Das bitterböseste dieses Abschnilts, die beiden Anmerkungen auf S. 114, zitirt er überhaupt nicht— er wird wohl wissen warum. Ein Meisterstück im durchsichtigen Mißverstehen leistet er sich endlich in der rührenden Klage:„Wenn ich meine Ausickt über Lanzeiibewaffnung f r e» m ü t h i g äußere, sollte man meinen, daß Bleibtreu dies von einem Mitglied jener dünkelhaften Kaste, die stets in einer sklavenartigen uimützeii Disziplin gehalten wird, anerkennen sollte, aber keineswegs l Hier verweist er mich auf den o b er st en Kriegsherrn und verletzt mir einen comp de massue durch das Ilrtheil eines französischen Generals." Wie unpatriotisck und dann wie kiicchtschaffen von mir. dem bösen Demokraten! Es ist zum Todtlacken. Nun. den„Gnadenstoß" versetze ich ihm gern, die Wahrheit festzustellen. Ich schrieb ironisch:„B. erlaubt sich, von bloßen Hypothesen zu reden, welche die Legendenzerstörer als neue Legenden aufstellen, aber nun sehe man seine Hypothese an, wie er gegen die von seinem obersten Kriegsherrn eingeführte Lanzen- bewaffnung austritt." Er erzählt nämlich, zwei Laiieierregimeiiter seien am 17. Juni 1315 von zwei britischen Säbel- regimentern völlig zersprengt worden. Abgesehen von der Einseitigkeit dieser nur englischen Quelle, erfah ich_ aber aus eigenen Schreiben Wellingtons an Lord Bathurst, daß die höchstens 800 engagirten Säbel den enormen Verlust von 209 Mann erlitten: also ist selbst hier die Lanze als furchtbare Waffe erwiesen! Di« nun folgenden anderen Beispiele übergehe ich, aber das„hätte B. doch mindestens wissen sollen, daß gerade am 18. Juni 1815 die Dragoiler-Brigade Ponsouby bloS von Laneiers vernichtet wurde. E i n Laneier-Regiment warf außerdem noch seitwärts drei Dragoner-Regimeuter Vandeleur's über den Haufen und wir wollen Herrn General v. BoguSlawski den eouv de massue versetzen, daß General Durutte damals darüber ausrief:„Nie sah ich so klar wie hier die Ucberlegenheit der Lanze über den Säbel." Verstanden, lieber Leser? Historische Märchen tische er seinen Offizieren auf, die nichts studirt haben und in Anbetung vor den„Betrachtungen" Sr. Execllcnz zerfließen, aber nicht mir! Daß ihn» dieser kleine Waffei»« gang, wo sid) noch eine andere„Ueberlegenhcit" klar ersehen läßt, unangenehm war, begreife ich. Meine„Tendenzen", die fluchwürdigen, haben eS dem Empfehlcr von Ausnahmegesetzen angethan, nämlich ein demottatischeS„Ver- herrlichen der Mannschaft", um die Führer zu verkleinern. Ei, ei, Herr General, schrieben Sie mir nicht einst, meine Verherrlichung des Kronprinzen von Sachsen bei St. Privat sei sehr übertrieben?! Und hernach gesteht er jetzt, daß ich„in einzelnen Fällen nicht Un- recht habe." daß er„sogar mehrfach mit Bleibtreu übereinstimmte." Er wirft sich pathetisch m die Brust, allerdings habe er, genau wie ich angab, die briefliche Erörterung mit mir abgebrochen, weil ich Mottle absichtlicher Zahlcnentstellung für Gravelotte bezichttgt hätte. Al« ob man nicht oft genug von historischer Fälschung redet! Der anonyme Hauptmann Hönig, der wie andere Blätter so lange schweigend auf der Lauer lag, b i S BoguSlawski wieder auf dem Plan erschien und man sich von der ersten Bestürzung erholte, theilt zwar getreulich seinem„Berliner Tageblatt" mit, ich hätte Mottle schlankweg einen„Fälscher" genannt. BoguslawStt aber bringt es fertta. jetzt thatsächlich einzugestehen, daß ich a in der Sache selbst Recht habe! Freilich verivirrt er selbst hier seine gläubigen Leser, indem er 130 000 Streitbare Bazaine'S ohne Fortbesatzuiig rechnet, weil ich diese Ziffer Alles in Allem angab gegenüber 230 000 streitbaren Deutschen. Um ihm also keine Ausflucht zu lassen: In der Schlacht am linken Ufer fanden 203 000 deutsche Gewehre und Säbel gegen 121 000 ftanzö- ische, nach anderen sogar mw 116 000 und 113 000. Da aber laut Äoeben's Korrespondenz man schon damals Bazaine auf nur 120 000 chätzte, so läßt sich schwerlich hoffen, Moltke'S chauvinistische Zahlen- entstcllimg(178 000 Deutsche gegen 180 000 Franzosen) sei unabsichtlich geschehen. Nun ja, literarische Fälscher giebt es ja genug. ogar Umformer des eigenen Namens in deckende Pseudonyme vor Schmähartikeln: angesichts solcher Gewandtheit ist'S ja nur eine un- bcdcittende kritische' Fälschung, wenn der anonyme Hauptmann �onig bctheuert, mein Buch sei nur eine große Schimpferei. Einer« citS befinden sich unter 174 Seiten nur 14 von rein persönlichem Gepräge, anderersettS macht solche Nothwehr mir Herr Hönig zum Vorwurf, der eine Menge Streitbroschüren aus dem Boden stampfte, wenn ihm mal irgendwo ein Artikel nicht gefiel! Und wenn BoguslawSkt die schneidige Kampfform nicht verschmäht:„Bleibtreu wird immer noch in»nanchen Kreisen gelesen, obschon seine letzten Bücherkaum beachtet worden sind so möchte ich nicht boshaft fein, mich nach den Auflagen seiner Stilübungcn zn erttmdigen. Meine„letzten Bücher", die Kriegsdichtungen„Grave- lotte",„Sedan"(Dies Irae, neueste Auflage) und„Paris" find bei« läufig in je 15 000 Exemplaren verbreitet, mein neuestes historisches Werk„Die Marschälle Napoleons" erscheint in 10000. Daß Werke .olcher Art übrigens nur einen Theil meiner literarischen Thätigkeit bilden, ist dem gebildeten General und seiner gebildeten Patrioten- presse wohl kann» geläufig. Bei einem andern als einer greisen Exzellenz würde man solch' leichffinnige Kreditschädigung' wohl etwas gewiffenlos nennen, ich begrüße jedoch auch 'eine hämische Genugthuung, mein Werk„Zur Taktik und Strategie", ei„fast überall todtgeschwiegen"! Der Naive bestätigt'S noch! Und woher weiß er denn das? Da handelt er doch mcht hübsch gegen seinen eigenen Verleger, bei dem nämlich auch obengenanntes Buch 1697 erschien! (Schluß folgt.) Wohnungs- Einrichtungen aut Credit Möbel, ake vom einfachsten bis feinsten Genre Maitrank täglich frisch, ausgezeichnet im Geschmack, à ft. 60 Pf., 10 ft. Mk. 5,50, 50 ft. Mk. 25,- cyfl. Ungarwein med. 1/2 Ausbruch à Liter M. 2,-, 5 Literforbft. M.8.75. Johannisbeer- Wein, weiß ut. roth, herb u. füß, 10 Str. M. 8, 100 Ltr. 75. à l. 75 Bf., 10 Ft. Mt. 7,-, 50 FI. Mt. 30,- exfl. Wermuth- Wein à Fl. M. 1,60, aus deutschen Früchten für Diabetiker. Gesetzlich geschützt![ 12672* Brombeer- Wein à Flasche Mark 1, Apfelwein zur Kur laut Analyse versenden 10 FI. m. 3,50, 50 F. M. 15,- eytt. Fl., in Gebinden v. 30 Litern aufwärts à 35 Bf. pr. Liter. Grösste Obst- u. Beeren- Wein- Kelterei Berlins. Verkaufsläden: Belle- Aliance- Blas 6a, Amt IV 3679. Neue Friedrichstraße 81. -PO Wilsnackerstraße 25, Amt II 2632. Genthinerstr. 29, Elsasserstr. 19. 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Jahrgang. 3. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 31. März 1899. der Jm Lokale, Königsbant" referirte Maurer Vogt aus tagte in den Borussia Sälen. Effting aus Hamburg bes Versammlungen. Magdeburg. Redner wies in seinem mit großem Beifall auf- leuchtete in längeren Ausführungen die traurige Lage, in welcher Im zweiten Reichstags- Wahlkreise fand am Mittwoch wieder genommenen Vortrage nach, daß überall da, wo sich die Arbeiter- noch ein großer Theil der deutschen Maurer stede. Die Organisation eine Boltsversammlung zur Agitation für die bevorstehende Nachwahlschaft den gewerkschaftlichen Organisationen angeschlossen hat, beffere muß zweds Verbesserung der Lebenslage die weitesten Streise umstatt. Dieselbe tagte im Lokal Königshof in der Bülowstraße. Der Löhne, kürzere Arbeitszeit und bessere Arbeitsbedingungen im Al- faffen. Vor allen Dingen sei es nothwendig, daß die Orte, aus Dringende Pflicht aller organisirten denen unsere Gegner sogenannte Arbeitswillige bei Konflikten be-, Referent, Reichstags- Abgeordneter Antrid fnüpfte an Reden der gemeinen zu finden sind. Grafen Mirbach und Klindowström im Herrenhause an und übte Kollegen sei es, für die größte Ausbreitung unserer Organisation Sorge ziehen, mit Agitation und Organisation bedacht werden. An der eine scharfe und treffende Kritik an dem reaktionären Treiben der zu tragen, da diese die beste Gewähr auch für die in Berlin Diskussion nahin Mud, Rabe, wingler und Blättermann Junker. Dann zeigte der Redner an dem Verhalten der Freisinnigen in durch lange und schwere Kämpfe errungenen Positionen sei. An der im Sinne des Referenten theil. Die Versuche des Maurers Zechlin, fommunalen und gesetzgebenden Körperschaften, daß diese Partei wohl Diskussion betheiligten sich im Sinne des Referats Leonhardt, für die Lokalorganisation zu werben, wurden von allen Rednern Steffen, Dolderow, Palme, Schönfeld und Gohlte. zurückgewiesen. schöne Worte im Munde führe, durch ihre Thaten aber bewiesen In seinem Schlußwort forderte der Referent die Anwesenden auf, Im Königshof in der Bülowstraße sprach Thöne aus Cassel. habe, daß sie das Vertrauen des Volkes nicht verdiene, und daß sie auch die Frauen mehr aufzuklären, damit dieselben der Organisation Er führte aus, daß wir von Staat und Regierung niemals die nicht im stande sei, die Voltsmasse gegen den Ansturm der Reaktion Besserstellung unserer Lage zu erwarten brauchten, das beweise zu vertheidigen. Wer also auf das schamlose, staatsstreichlüſterne Auf- teine Hindernisse bereiten. Im Lokale Brüder, Waldemarstr. 75, waren die Mitglieder wieder von Neuem die Stellung des Staatsministerium des Innern treten der reaktionären Junker die rechte Antwort geben wolle des Südostens versammelt. Hier schilderte Koch aus Großottersleben zum verflossenen Bauarbeiterschuß- Kongresse. wozu die bevorstehende Wahl Gelegenheit biete der könne nicht die Vortheile, die der Verband bietet. Allein im Jahre 1898 feien In Gröplers Salon in Nigdorf referirte Maurer Eckstein anders ,. als dem Kandidaten der Sozialdemokratie, durch unsere Organisation in 144 Orten für 84 427 Kollegen Lohn aus Zwickau über die Entwickelung der Zentral- Organisation. Er einzigen, wahrhaft freiheitlichen Partei, seine Stimme geben. erhöhungen erreicht worden, und zwar in Höhe von über 2 Millionen streifte in furzen Worten auch die Affordarbeit der Buzer und beNachdem der Referent die unwürdige Kampfesweise gekennzeichnet Mart. Die Arbeitszeit wurde 1898 verkürzt in 42 Orten mit 9704 tonte, daß es auch Pflicht dieser Kollegen sein müßte, diese Arbeitshatte, welche die freifinnige Partei durch persönliche Berunglimpfung unferes Kandidaten bei der Hauptwahl im zweiten Kreise zur An- Kollegen, und zwar in 29 Orten mit 5390 Mautern um 1 Stunde, methode aus der Welt zu schaffen. Unter„ Gewerkschaftliches" gelangte in 12 Orten mit 3995 Maurern um 1/2 Stunde und in 1 Ort mit folgende Resolution zur einstimmigen Annahme:" Die Versammlung wendung brachte, appellirte er zum Schluß an die Arbeitsfreudigkeit 319 Maurern um 1/4 Stunde pro Tag. Nach den sehr lehrreichen von Nixdorf- Brit erachtet es als unerläßliche Pflicht der Kollegen, der Parteigenossen, und forderte sie auf, mit ganzer Kraft dahin zu Ausführungen betheiligten sich an der Diskussion Groppler, den 1. Mai durch allgemeine Arbeitsruhe zu begehen, die Verwirken, daß der Wahltag ein Siegestag der Sozialdemokratie Sperling und Braun im Sinne des Referats. Sie alle be- fammlung erblickt in der Feier nicht allein eine Demonstration zu wverde.( Lebhafter Beifall.) Demselben Gedanken gaben die Genossen Fränkel und Markwald in tonten, daß in Zukunft mehr an dem inneren Ausbau unserer Gunsten der achtstündigen Arbeitszeit, sondern als flammenden beredten Worten Ausdruck. Organisation gearbeitet werden müsse. Zum Schluß erfuchte der Vertrauensmann Im Lotale igen stod referirte Maurer Herborn aus weitern wurde zum guten Besuche der am dritten Osterfeiertage im Werner die Anwesenden zur Beihilfe bei der Ermittelung derjenigen Wähler, welche seit der vorigen Wahl unbekannt ver- Frankfurt a. M. Redner führte aus, daß da, wo in früheren Zeiten, Apollo- Theater stattfindenden Mitglieder- Versammlung des Verbandes zogen find. Die Bekanntgabe der Liste der Verzogenen im Organisirung größerer Distrikte gedacht haben, heute blühende ZahlDie Bekanntgabe der Liste der Verzogenen im besonders in Süddeutschland; die Fachvereine niemals an die aufgefordert. In Bismardshöhe Charlottenburg sprach Hartig aus " Vorwärts" habe bisher noch nicht den gewünschten Erfolg gehabt, stellen des Verbandes beständen. Die Arbeitsbedingungen seien Hamburg über das gleiche Thema. Nach dem mit großem Beifall aufes möge daher jeder, welcher die Adresse eines der verzogenen bemgemäß auch überall um ein Bedeutendes gehoben worden. genommenen Vortrage wurde den Anwesenden der Beschluß bezüglich Wähler kenne, an den bekannt gegebenen Stellen davon Mittheilung Nebner tadelte ferner die Zerrissenheit der Berliner Maurer und der diesjährigen Maifeier ins Gedächtniß gerufen und sodann die Verwundert sich darüber, daß es noch möglich sei, daß einem großen fammlung mit einem Hoch auf die deutsche Maurerbewegung geschlossen. Der Zentralverband der Maurer hatte am Sonntag fieben Theil der hiesigen Kollegen noch die Einsicht fehle, daß eine ein- In allen Versammlungen wurden die Maurer anfgefordert, die Mitgliederversammlungen einberufen. Die Tagesordnung lautete heitliche Organisation zur Kampfführung gegen unsere Gegner von Seiten des Arbeitgeberbundes jest zirkulirenden Listen unter in allen Versammlungen: Der Werth der gewerkschaftlichen Orga- bringend am Plaze sei. Nach Erledigung einiger gewerkschaftlicher feinen Umständen zu unterschreiben. Der Verband hat das Bewußtnisation resp. die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen Angelegenheiten schloß die gutbesuchte Versammlung. sein, daß die große Masse der Kollegen das Spiel durchschaut und durch den Zentralverband deutscher Maurer. Eine gut besuchte Versammlung für den Norden und Moabit diese Listen zurückweist. machen. Telephon Amt IV 447. Wirthshaus am Oranke- See. Hohen- Schönhausen( vor dem Landsberger Thor*) Ausschank der Actienbrauerei Hohen- Schönhausen Eröffnung am 1. Osterfeiertage. Grosses Concert, Volksbelustigungen, Strandpromenade, vier Kegelbahnen, Billardzimmer, Restaurationssaal, Gesellschaftszimmer, Gartenzelte und Kaffeeküche. 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