Erscheint mit Ausnahme ves Montag täglich früh. «.-»aMoo u. Derwalllm«: psag ll, orus,onla 1» T»l«vb-12Ü7»,, 3i«6g, XatttrtOan. lad 31 u»r) I sMMOBoM<0«tamliS7M« 13. Jahrgang. Dienstag, 9 Mai 1933 Rr 10S. f Ruzelprels 70 Heller. ^Einschließlich 5 Heller Dor» Oerrn NMer schwimmen die keile davon! Stall Leipzig wird London Zentrum des Pelzlmndels. London, 8. Mai.(Reuter.) Heute wurde hier die Auktion von Pelzwaren im Gesamtwert« von 4 Millionen Pfund Sterling eröffnet, Wohl der größte Berkaus, der in dieser Branche je begonnen wurde. Es handelt sich hier um einen Boukott des international«,, Rauh« IvarenhandelS in Leipzig. Die sührcnde Rolle auf diesem Gebiete, daS einen Umsatz von etwa 7 Millionen Pfund Sterling jährlich aufznweisen pflegt, hat jetzt an Stelle Deutschlands Großbritannien Übernommen. Schätzungsweise find 9V Prozent der gesamten Pelzwarenindustrie in jüdischen Händen und der Boykott deü Leipziger RauhwarengeschästeS dürste ein hundertprozentiger sein. Die Pelzmesse dürste offenbar vier oder süns Wochen dauern. Die Münchener Handelskammer Hai heraus» gesunden, daß die wirtschaftlichen Boylottendenzcn de« Auslandes in der Hauptsache nicht durch die Maßnahmen gegen die Hilden bedingt wurden, sondern vornehmlich durch Maßnahmen der.Handelspolitik, wie sic bereit- durch frühere Regierungen eingeleitct worden seien. Man müsse sich darüber klar sein, daß trotz des heute feststell» baren Endes(?) der ausländischen Greuelpropa- ganda eine Beendigung der wirtschaftlichen Ab.wehraktion de» Auslandes nicht umgehend "und nicht ohne weiteres eintrcten werde, daß vielmehr auch in der Folgezeit noch mit'dem'Boykott «rechnet werden müsse. Ein neuer Fußtritt iür llugenberg. Daß die Ausschiffung deS Herrn Hua« n- berg, der an der Wiege des Kabinetts Hitler Pate stand, nur noch eine Frage der nächsten Zeit ist, hat neuerdings Goebbels in einer Rede in Chemnitz ziemlich unverblümt herausgesagt: „ES ist nicht wahr, erklärt« er, daß ander« oder verbündet« Gruppen die Revolution(vom 30. Jänner) gemacht haben, sie trägt uns«, reu Geist, unsere» Stempel, wendet unser« Methoden an. DaS Ende dieser Revolution ist der nationalsozialistische Staat. Würde unS vorgeworfen werden, wir haben auch ander« verbündet« gehabt, so sage ich, in j«der Koalition setzt sich immer der Stärkste durch, oerjenige, der weiß, waS er will. Auen der„Kulihäuserbund“ Kapituliert. Durch eine Erklärung des Präsidenten des ÄyffhäuserbundcS, der 30.000 Kriegerverbände umfaßt, unterstellt sich auch dieser Verband„in allen seinen Aufgaben" der Führung Hitlers. Mit der'NSDAP seien Verhandlungen wegen der Neugestaltung des Bundes und seiner Anerkennung als„gleichberechtigter nationaler Verband" im Zuge. Rosenberg in London. Er kommt nur bis zum UnterstaatSsekretär. London, 8. Mai. Der Leiter des Außenpoli- iischen Amtes der NSDAP Alfred Rosenberg sprach heute Nachmittag im Foreign Ossicc vor und hatte, eine etwa cinstiindigr Unterredung mit dem Nnterstaatssekrctär des Aeußcrn Sir Robert Vansittart. Mai Liebermann . tritt aus der Preußischen Akademie aus. Berlin, 8. Mai. Professor Max Lieber- mann hat sich entschlossen, aus der Preußischen Akademie der Künste auszutreten und zugleich seine Stellung als Ehrenpräsident nicdcrzulcgen. Er hat der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" eine Erklärung übersandt, in der cs heißt: di a ch Meiner Ueberzeuguna hat Kunst webe r m i t P o l i t i k n o ch mit A b st a m m u n g etwas zu tun. Ich kann daher der Preußischen Akademie der Künste, deren ordentliches Mitglied ich feit mehr als 30 Fahren und deren Präsident ich durch 12 Jahre gewesen bin, kür länger nicht angehören, da dieser nie in Standpunkt keine Geltung mehr hat. Die Flucht ins Jenseits. Der Tod ist besser als das Leben im Dritten Reich. Weltpolitische Wende. Annäherung Amerikas und Englands an rrankrelch. Nur wenig ersähet man von den persönlichen Tragödien, die sich gegenwärtig in Deutschland abspielen. Die Nachrichten aber, di« hi« und da in di« Oessentlichkeit dringen, lassen den Umfang des Leides Tausender Deutscher wenigstens ahnen. Da ist zunächst der Selbstmord des früheren deutschnationalen Fraktionsführers Obersohren. Bergeblich versuchen die offiziellen Stellen, Obersohren Sinnesverwirrung anzudichten. Oberfahren ist in den Tod gegangen, weil er die Herrlichkeit des Dritten Reichs seelisch nicht mehr zu ertragen vermochte. Hat er doch noch vor dem Reichstagsbrand einem Abgeordneten der Linken erklärt, er werd« den FraktionSvorsitz niederlegen, wenn der SA-Terror nicht aufhör«. Der früher« Bürgermeister der Stadt Leer, Dr. von dem Bruch, hat sich«rschosien. Er wurde aus die nunmehr gegen all« mißliebigen einstigen Freund« der Nazis in Gebrauch stehende Method, erledigt: man erhob unbewiesene Korruptionsbeschuldigungen und schickte sich an, diese Beschuldigungen in öffentlicher Volksversammlung vorzutragen. Die Tochter Philipp Scheidemanns, Frau Lina Katz und ihr Gatt«, der Bankbeamte E r»st Katz, verübten in Berlin-Friedenau Selbstmord. Seelisch« Depression, die aus den deutschen Zuständen zu erklären ist, war die Ursache der Tat. Voran starb Eckstein? Die Breslauer Polizei beeilt sich, mitzutrilen, daß Genoss« Dr. Ernst Eckstein an„Luvgcn. und Nierenentzündung" gestorben sei. Der Tod soll also sozusagen„legal" erfolgt sein. Aber Eckstein ist in der Gefangenschaft fürchterlich mißhandelt worden. Es wär« wichtig, zu erfahren, auf welch« Weise er sich die Krankheiten zugezogen hat, die sein Leben beendet haben sollen. Nierenentzündung kann man auch durch Mißhandlungen, durch Schläge und Tritte bekommen. Solch liebevolle Aufmerksamkeit hatte der arm« Genosse Eckstein in großer Zahl auszuhalten. Aul der Flucht erschossen... Die drei Toten von Dachau identifiziert. München, 2. Mai. Am 13. April meldete das amtliche Wolff-Büro aus München, daß vier Kommunisten versucht hätten, aus dem Konzen- trationslaäcr Dachau zu fliehen, und daß drei Kommunisten bei diesem Versuch obgcskyossc» IIIIi!IiIIl!iIII!IiIIlIi»!INIIiIIiIi>IiIII!IIi!I>IiIIUIii!iIIIIIIIIiUiIIIiIi!IilI!IIiIii!IiiIiIiiIi»I»»i»!II»I»lI»lIIi DOIHUß redet von„nodiverrat“. Salzburg, 8. Mai. In seiner Erklärung auf dem Kongreß der christlichsozialen Partei erklärte Bundeskanzler Dr. Dollfuß, Oesterreich hätte keine Mißverständnisse mit dem Ausland getrabt, die in Oesterreich selbst wurzeln würden. Deshalb erkläre er: Wer zur Durchsetzung seiner innerpolitischen Ziele und Parteiintcressen sich des Auslandes gegen die verfassungsmäßige Regierung bedient, begehe Hochverrat. Er hoffe, dag das die Herren Seitz und Bauer lesen werden. Sämtliche Beamte werden neuer- dings dem Staat und seiner verfassungsmäßigen Regierung den(religiösen) Treueid leisten müssen. Tic Beamten, die hoffen, daß sic einer ander en ^Regierung werden dienen können, werden ruhig warten und sich durch a u ß c r st a a t l i ch c n Dienst darauf vorbcreiten müssen. Es gibt Keine Kolonie Oesterreich! Justizminister S ch u ß n i g g, ein offener SchwarMlber, erklärte auf dem Parteitag, er würde cs begrüßen, wenn das Verhältnis zum großen deutschen Brnderreichc noch inniger sich gestalten könnte. Sicher könnten die Brüder im Reiche mit sehr viel• innerer Berechtigung eine Rückgabe ihrer Kolonien fordern, aber cs gebe te i n e K ol o n i c Oe st e r re ich. Nie, niemals! Starhemberg will sein Geld nicht umsonst hlnausgewörfen haben... Bei einem Führcrappell der Hcimwehren cr- jklärte Fürst Starhemberg in Wien, er be- ivordcn wären. Jetzt sind die Namen der drei „Kommunisten" testgestellt. Es handelt sich um die jüdischen Rechtsanwälte G o l d m a n n und B e n a r i o aus Fürth und Dr. Kahn aus Nürnberg. Die Leichen wissen sämtlich Schüsse von vorne auf, die aus nächster Nähe abgegeben worden waretl. Tie drei Anwälte sind auch nicht, wie gemeldet war, von Polizisten, sondern von Nazis crschosien worden. vle Feme arbeitet... Zu dem von unS vor kurzem veröffentlichten Bericht über die Maßregelung des Berliner Branddirektors G e m p P ist noch zu ergänzen, daß die erste Fcuerlösch-Abteilung, die unter Gempp's Führung im Reichstag«intraf, nachdem Alarm gegeben worden war, dort im Parlaments-Gebäude den Fememörder und Polizeipräsidenten von Breslau, Edmund Heines mit einigen zwanzig seiner Leute vorfand, die aber noch nicht dazu gekommen waren, zu löschen, weil sie eben erst mit der Brandlegung zu End« gekommen waren. Ani 25. April meldet nun daS nationalsozialistische„Berliner Tageblatt"— und dieS in einer Ausgabe, die im Ausland nicht erhältlich i st— daß gegen Herrn Gempp ein Verfahren wegen— Untreue eingeleitet worden sei, m daS auch der sozialdemokratische Stadtrat Ahrens verwickelt wäre. Ahrens aber war Dezernent beim Berliner Magistrat für Fcucrlösch-Wescn und er wurde in der Nacht auf den 28. Februar darum mit als einer der Ersten verhaftet. Vielleicht wird man demnächst erfahren, daß Genipp oder Ahrens„Selbstmord" verübt hätten. vle„Rache“ lUr 1916. Köln, 8. Mai.(Wolff.) Der beim Kölner Arbeitsamt beschäftigte Karl Schwarz, ein Mitglied des seinerzeitigen Arbeiter, und Sol- datcnratcs in Kiel, ist auf Veranlassung des kom- missgrischen Leiters des Arbeitsamtes durch die .Kriminalpolizei verhaftet worden. Schwarz steht im Verdacht, bei der Erschießung von Offizieren der kaiserlichen Marine während der Kieler Revolte von 1918 eine führende Rolle gespielt zu haben. III!llIlltIItIt!Itllt!IttIltIttIItIt!IItI!Itt!lItll!lIIIltttItItlIttllttttlItIIt>WItltllIIIt>tl»lI!WttItlItItIlIItItllIII trachte den Nationalsozialismus als Gegner, weil er Oesterreich zu einer Provinz von Berlin degradieren wolle. Das ganze Gerede vom Anschluß sei ein Schwindel, da Hitler wisse, daß er den Anschluß niemals machen will und daß dazu große Armeen notwendig wären. Er, Starhemberg, habe sein Vermögen nicht für den Heimat schuh v c r P u l v c r t. um ein's TagcS das Schicksal der .Heimwehren zu teilen. Massenllun von Nazi-Ministern nam Wien? Wie», 8. Mai. Wie die nationalsozialistisch« Press« mitwilt, werden am Samstag, de» 13. Mai, zahlreiche offizielle reichsdeutsche Persönlichkeiten in Wien eintresfen, und zwar der bayrisch« Justizminister Schlemm, Reichsminister für Justiz Dr. Hans Frank, der preußische Landtagspräsident Kerrl, Staatsratopräsident Dr. Ley» der preußisch« Staatüminister Kube, Staatssekretär Dr. Freitzler, der preußische Regierungsrat Schaub und der Sekretär des Deutschen Juristenverbandes Haube. Di« reichsdeutschen Gäste sollen mittels eines reichsdeutschen staatliche» Flugzeuges auf. dem Flugplatz Aspern eintresfen und werden von der Wiener nationalsozialistischen Äauleitung feierlich begrüßt werden. Es bestehe kein Zweifel darüber, heißt eS in der Mitteilung zum Schluß, daß dies«„hervorragenden" Brr- treter des nationalen Deutschland in einer Reihe «von Versammlungen in Wie» sprechen werden. Bon Germa nicus. Die offiziell« Außenpolitik des National- soziolismus ist anglophil. Er will aktiv« Bundnispolitik treiben: Nämlich«inen„arischgermanischen" deutsch- englischen Großblock, möglichst mit Einbeziehung Amerikas zweck» Isolierung Frankreichs aufrichten. In tveni- gen Monaten feiner Herrschaft hat der deutsche FafciSmus durch seine außenpolitische Praxis gerade daS Gegenteil von seinen Plänen er' reicht: Das Zusammengehen Englands und Amerikas mit Frankreich gegen daS fascistische Deutschland. In fünf Wochen, welche dir Reise Mede Form der Diktatur auSspricht und die Notwendigkeit betont, den Gedanken der Demokratie zu stärken. «BMI 43 Nachdruck verboten. UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunngraber Copyrigth by Sodetlti’Verlag, Frankfurt un Main 1983 DaS amerikanische Volk schien nicht nur in eine besonders Helle Straße eingeschwenkt zu sein, eS glaubte mit seiner rationalisierten Zivilisation knapp vor dem Paradies dcr Menschheit zu stehen: die Gewerkschaften verbaten sich jede Art von Sozialgesetzgebung und— 90 Prozent aller Un* ternchme» waren bereits Aktiengesellschaften. Die Zahl dcr Aktionäre hatte sich seit 1918 versechsfacht, sie belief sich bereits auf 19 Millionen. Mr. E, H. SimmonS, der Präsident der New Dorker Effektenbörse, glaubte daher, daß die weite Ver- tcilung der Aktien unter dem amerikanischen Volk eine neue Acra des Kapitalismus einleite. Der Besitz, sagte er, und folglich auch die Kontrolle der großen Industrien, geht auS den Händen der Wenigen in die Hände der Bielen über: daS konsumierende große Publikum wird die kapi- talistische Klasse. Lediglich einige Unheilbare war- fen die Frage auf, waS dann geschehe, wenn die Welt mit AutoS gesättigt sei. Um Karl herrschte unwahrscheinliche Ruhe. Er saß stundenlang an einem Wasser, dem Göta« als, und döste in die Fluten. Auf den Knien hatte er«ine schwedische Grammatik liegen, von der ihn eine gedankenlose und angenehme Schwermut immer wieder abzog. Sein Herz war nie so langsam gegangen wie in diesen Tagen und er hatte nie so viel Muße und Frieden gehabt, die Welt anzuschauen uno die Dittge unbefragt zu lassen. Er war auch hier arbeitslos. Zwar stand neben dem schinuckcn Haus, in dem er wohnte, eine funkelnagelneue Leim- und Gelatincfabrik, mit sieben steilen Kesseln in der Halle, mit einem Heizhaus, in dem ein Berg Kohle lag, mit einer Kraststation und einer Rollbahnanlage zum Fluß herab, aber di« Rollbahn, die darauf wartete, tonnenweise amerikanische Rinderknochcn aus den Flußschleppern in die Fabrik hinaufzuziehcn, hatte sich Jcit dem Tag ihrer Fertigstellung(1920) nicht gerührt. Die Bäckcbo Jndustri Aktiebolag konnte nicht eröffnet werden, weil— vor allem von Seiten des inflationSstarken Deutschland— bereits zuviel Leim und Gelatine auf den Märkten war. Da Karl das nicht wußte, war ihm der Disponent Ivar Nilsson, ver immer wieder wochenlang abwesend war, anfangs ängstlich erschienen, später aber hatte ihm sein Gastgeber den Sachverhalt erklärt. Damit war Karl allerdings auch klar geworden, daß er hier vom ersten Augenblick an als Gast betrachtet worden war. Er hatte sich dagegen aufgelehnt, indem er jeden Tag nach Göteborg auf Arbeitssuche hineingelaufen war. Die 1700 feiernden Seeleute im .Hafen aber und di« stillicgcnden Fabriken von Ocrgrhte hatten ihm bald jene Geduld.eingeflößt, die ihn seine Lage nehmen ließ, wie sie war. Dabei half ihm auch die generöse Art des Dispo- nenten, für den seine Anwesenheit überhaupt keine Angelegenheit zu sein schien. Der Mann, der wie Stendhal aussah, obgleich er sehr geschliffene Augen hatte, lächelte bloß: Sie müssen ohnehin vorerst Schwedisch lernen. Auch sei eS ihm angenehm, daß Fräulein Ominell nun nicht soviel allein wäre. Fräulein Ominell,«ine hohe Fünfzigerin, war die Wirtschafterin des Disponenten. Sie sah in ihrer schwarzhaarigen .Hagerkeit wie eine Indianerin aus, aber sie hatte jene Gutmütigkeit mancher alten Leute, die mehr geheimnisvoll als kindisch ist. Diese Menschen scheinen so abgeklärt zu sein, daß sich ihre Aufmerksamkeit, ohne daß sie eS selbst merken, nur mehr fremden Dingen zuwendet. Fräulein Omi. nell hatte den Gang einer Giraffe, sic rollte, wenn sie znhörte, gleich einer Ekstatikerin di« Augen, und sie sprach den breiten Skanc-Dialckt, aber sie befürsorgtc Karl, als wäre er für eine brachliegende Fläche ihres Innern die langcr- wartete Saat gewesen. Auch daS trug für Karl dazu bei, ihm dieses Bäckcbo, diesen weiten Gra- nitkessel mit den vielen Raben und den wenigen Birken, mit dem eisenfarbenen Fluß und der schlafenden Fabrik zur Landschaft auS einer Lcgcnvc zu machen. AuS einer Legende, dcr er sich um so weniger entzog, als er nicht gewußt hatte, wohin mit sich. Er ruderte jeden Morgen nach Lärje hinunter, die Post zu holen und die Küchcnein- käufe zu besorgen; manchmal auch war er bei dem Werkmeister der Fabrik zu Besuch, der mit seiner Frau und drei kleinen Mädchen in der Nähe wohnte. Zumeist aber war Karl sich selbst überlassen. Er saß dann am Fluß unten, wo ihn das Gleitende des Wassers in die gleiche Empfindung cinspann, die daS kleine Weib gehabt hatte, wenn sie mit dem Kind auf den Knien ins Blaue sah. Natürlich konnte diese Flaute nicht ewig währen. Schon deshalb nicht, weil Karl nicht dcr Charakter dafür war. Sir endete in dem Augenblick, da er sich an den Bäckcboer Eindrücken gesättigt hatte und seine ansgcrilhten Lebensgeister von neuem nach einem Widerstand verlangten. Dieser Zeitpunkt fiel in den Herbstanfang. Karl begann sich selbst zu entschuldigen, er hätte hier m»r deshalb solange untätig gelegen, weil schließlich von einem Monat auf den anderen mit der Eröffnung dcr Fabrik zu rechnen war. Eines TageS erschien dann Frau HjördiS Nilsson zu besuch, bei welcher Gelegenheit sie Karl mitteilte, ihr Bruder, der Disponent, der eben wieder abwesend war, hätte angeregt sie sollten zilsammen einen Winterrock kaufen gehen. Nun kannte Karl Frau Hjördis nicht nur von früher her, von den Besuchen in ihrer Göteborger Wohnung und seiner Zahnbehandlung— denn sic war Zahnärztin—, sondern er sympathisierte auch mit ihr. Sie war eine etwa vierzigjährige, sehr stattliche Dam« mit wundervollem Rothaar. Und sie entledigte sich auch ihres Auftrages in einer noblen und frischen Art. Ach, sagte sic zu Karl, alS er sich in dem Konfektionsgeschäft den billigsten Rock auS- suchcn wollte, Sie sind wie die meisten Leute, die in kleinen Verhältnissen ausgewachsen sind, dem Geld gegenüber von aristokratischer Zurückhaltung; aber daS ist nicht tveltgemaß. Sie würden das, tvenn Sie dazu Gelegenheit hätten, von den wirklichen Aristokraten lernen können. Mgn muß das Geld auch dann gering achten, wenn man gerade zufällig keines hat. Und endlich nehmen wir wohl alle in irgendeiner Form voneinander und in einem Jahre werden Sie jemandem einen Rock schenken. Aber Karl blieb niedergedrückt, denn er fand sich zu alt für derlei Beziehungen. Bon dieser Stunde an suchte er unablässig nach einer Möglichkeit, assf die eigenen Füße zu kommen. DaS will sagen, er war nur bedacht darauf, denn viel konnte er in dem zunehmenden Winter nicht tun. Auch kam Herr Nilsson erst Mitte November beim, um dann nicht ohne die Bemerkung wieder abzureiscn, daß Karl schon deshalb seine Gänge nach Göteborg hinein lassen sollte, weil im kommenden Frühjahr aller Wahr- fcheinlichkeil nach die Fabrik ihre Arbeit ausnehmen würde. AlS Karl zum Julfest, über Weihnachten, eine Woche bei OScar Peterssons Familie in Ocrebro zu Aast war, war es ihm daS Wichtigste, mit dein Freund die Möglichkeiten zu bereden, die ihm etwa offen stünden. Allem Oskar Pettersson ivar selbst wieder ohne Stelle und er konnte seine Beteuerungen, be. jeder Gelegenheit an Karl denken zu wolle«, nicht Iviederbolen ohne ebenso oft der schauderhaften haften Zeiten(hcmskc tidcr) zu gedenken. (Forlsttzung folgt.) Nr. 108 Dienstag, S. Mai 198b Seite 8 Ler deutMemolratWe Bumme?zuz. Die Ereignisse in Deutschland haben unsere heimischen„Dentschdenwkraten" erst sehr kalt gelassen: und als sie sich dann dach zu einer Stellungnahme gezwungen sahen, lautete das allgemeine, berechtigt« Urteil bestenfalls über sie: nicht Fleisch und nicht Fisch. SoferNe die Dinge im demokratischen Lager überhaupt klar lagen, deuteten sie, wie in der„Bohcnna", auf Fisch; das heißt: man schwamm wohlgemut im sascistischen Kielwasser. Erst in letzter Zeit sind die Deutsch- dcmokraten dranfgckommen, daß sie diese Politik, die zu einem Viertel demokratische Allüren, aber zu drei Vierteln fascistischcs Wesen zeigt, nur bei Strafe des Untergangs ihrer niedlichen Partei weiter betreibe» dürften. Und deshalb haben am Sonntag nicht nur Herr Oberlehrer Scholz in Pilsen, sondern auch.Herr Senator Kostka in Reichenbcrg einiges über den HttleriSmuS und die Deinokratie gesagt, das fick) zum großen Teile immerhin wohltuend von oer bisherigen feigen und zwiespältigen Haltung der dcutschdcmolra- tischen Partei— von der„Bohemia" gar nicht zu reden— abhebt. Aber was den Herrn Kostka anlangt, so zeigt der noch immer rührendes Verständnis für den HitlcriSmus und für das„Ber- kaaen" der Demokratie. Ihm ist's in der Hauptsache doch nur darum zu Um, daß die Demokratie in der Tschechoslowakei nicht etwa den Antidemokraten auk den Leib rücke. Und tvcnn Herr Kostka ein paar Einwände gegen die fasei- ftische Rassenpolittk macht, so merkt man ihm an, daß eS ihm dabei weniger um die Humanität als um die jüdischen Wähler zu tirn ist. Man wird trotz dcS Optimismus des„Montagsblatt", da« Herrn KoftkaS Rede unter dem Titel »Deutschlands Verirrungen in dcutschdemokra- tischcr Kritik" bringt, gut daran tun, diese Erlöschenden Demokraten mit aller Vorsicht zu genießen. Tenn gerade das„MontagSblatt" verzeichnet auS dem Konzept der Kostka-Rede folgenden Passus, den Herr Kostka dann seinen Hörern wohlweislich verschwieg: . wir dürfe« heut««ich« urteilen über Taten, dir za eiurr machtvollen deutschen Einigkeit Im Reich« führen und die vielleicht gerade deshalb einmal dem Auslands- deutfchtum die sicherste Stütz« für sein« Bestrebung«« abgebe« werden." Dos ist deutlich. Und wenn es Herr Kostka auch nicht aussprach— niedcrgeschrieben hat er es und also denkt er sol Er spekuliert eben doch mit dem Fascisnius und deswegen haben sem« Wünsche an die tschechoslowakische Temokratic einen nur sehr bescheidenen, wemz, nicht fragwürdigen Wert. Es wird den Deutschdemokraten nichts nützen: sie werden eben doch unumwunden, ohne Reserve und ohne Beschränkung auf die Tschechoslowakei ein demokratisches Bekenntnis ablcgen und sich danach benehmen müllen— oder aber man wird, trotz ihrer Flagge, ihren hauptsächlichen Kurs so scststcllen, wie man daS tagtäglich bei der fasci- jürten„Bohemia", ihrem Publikationsorgan, tun muß! Sie Kommunisten für Freundschaft mit Hiller-Deullchiand. Wir haben am Sonntag an leitender Stelle daraus hingewiesen, daß gerade in denr Augenblick, da Deutschland infolge der Untaten der bitlerbanditen außenpolitisch vollkommen isoliert ist, die Sowjetunion nichts eiligeres zu tun hat, als mit dem sascistischen Deutschland einen Freundschaftsvertrag zu schließen. Selbstverständlich'ist die deutsche kommunistische Presse in der Tschechoslowakei glücklich darüber, daß der Stalin d«m Hitler die Stiefel, an denen das Blut deutscher Proletarier klebt, küßt und verteidigt die unwürdige, unproletarisch« Haltung der Sowjetdiplomatie mit folgeirden Worten: Die sozialdemokratische Press« wird die neuerlich« Unterzeichnung des Abkommens zwischen Deutschland und der Sowjetunion benützen, um den Arbeitern Sand in die Augen zu streuen. Sie wird so tun, als wen» die Sowjetunion di« sascistischen Taten der Hitler-Regierung gutheiße. In Wirklichkeit verhält sich die Sache so, daß Hitler-Deutschland unter dem Druck« der Friedenspolitik der Sowjetunion zum Rückzug gezwungen wurde und mit der Sotvjet- union normale diplomatische Verhältnisse Herstellen mußt«. Wenn Sowjetrußland Deutschland außenpolitisch aus der Patsche hilft, so ist das natürlich ein„Rückzug" Hitler-Deutschlands! Tas wollen bi« Reichcnbergcr Kommunisten den Arbeitern einrcden!-Heißt das nicht, dem Proletariat Sand >n dir Augen streuen und die moralische Kampfstas^ der Arbeiter gegen-über dem-Hakenkreuz schwächen'? Schämen sich die Kommunisten nicht, Hitler di« Steigbügel zu halten? Deutsche Publikationen des Fürsorgemini- fterlums. Wir haben bereits darüber berichtet, daß das Fürsorgeministerium soeben den umfassenden Bericht der Gewerbeinspektoren über das Jahr 1931 herauSgcgeben hat. Davon sind nun zwei Kapitel auch in deutscher Sprache erschienen. Das«ine betitelt sich„Die O«.konomisierung der Produktion und die sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft", woraus wir jüngst einen Auszug unter dein Titel„Aus dem Dom der Arbeit Vertrieben" gebracht haben und das andere„Der Schutz der arbeitenden Jugend". Saidas rasclsmus— streng legal? Oojdfl vor dem Brunner Staatsgericht.-„Der tschechische rasclsmus demokratischer als Sozialismus und Kommunismus“. Brünn, 8. Mai.(Eigenbericht.) Im Brünner Fascistenprozeß wurde heute der Politische und geistige Führer der tschechischen Fascisten Rudolf G a j d a einvcrnommen, dessen Aussagen schon deswegen größeres Interesse zugcmessen wurde, weil sie Aufschluß über die Ziele und das Pro- gramm der tschechischen Fascistenpartei geben sollten. Gajda versuchte auch wirklich im Lause seiner Einvernahme das Programm seiner Partei zu schildern, dessen Grundgedanke ,/demokratisch, ja demokratischer als der des Sozialismus und Kommunismus sei, weil er nicht die Vorherrschaft einer Partei oder eines Standes, des Proletariats wolle, sondern die Herrschaft des Volksganzen", deren Ziel,„der autoritäre Ständestaat mit einer Erweiterung der Machtbefugnisse des Staatsoberhauptes" nur auf demokratiichem Wege und im Rahmen der gültigen Gesetze erreicht iverden sollen. Nach dem bewährten Muster hat also Gajda seiner Partei den demokratischen Mantel und die unbedingte Legalität gegeben. Der Verbrechen, dre ihm zur La st gelegt werden, fühlt er sich absolut nicht schuldig, in Kobsinek sicht er einen Agent- Provokateur, im Kasernensturm eine Wahnsinnstat. In der heutigen Verhandlung wurde noch Stabsroltmeister I a l u b einvernommen und wegen eiiliger Unstimmigkeiten seiner Aussage mit den Polizeiprotokollen befragt. Hierauf wurde der letzt« Angeklagte, Rudolf Gajda, durch ungefähr vier Stunden verhört. Von den Pläne« KobsinekS habe er einige Tage vor dem Kaseruensturm durch J«g. Horak gehört und sofort a« Major llvira, den mährischen Landeüorganifator der tschechischen Fascistenpartei durch Jng. Horak einen Brief geschickt, in dem er Uvira ausforderte, dem Treiben KobsinekS rin Ende zu machen. Dieser Bries hat aber nie seine Adresse erreicht. Gajda vcrfuchte K o b s i»« k, mit dem er im Gegensatz zu KobsinekS Aussagen, nie in freundschaftlicherem Verkehr gestanden sein will, zu bagatellisieren und erklärte chn für einen„Unteragenten zu besonderer Verwendung in Diensten dcS militärischen Bericht- erstatterdienstes". Die Verwendung von Kurieren leugnet er und stellte sich auch sonst mit jedem Worte in Gegensatz zu den Aussagen KobsinekS. Nach der üblichen Pause wurde Gajda dann über daS Ziel und das Programm der fasci- stischen Bewegung einv«rnommen; da« ganze Programm des tschechischen FasciSmus ist noch den Angaben seines Schöpfers rein demokratisch, das Ziel ist die Reorganisation des össentlichen Lebens, Schaffung des Ständestaates und des Ständeparlamenis an Stelle des heutigen Bolks- parlamentS, Erweiterung der Macht dcS Staats- oberhanptcs und der Autorität des Staatsgcdan- kc»s. DaS Ziel soll auf legalem Wege erreicht werden, seine Propagierung sm Rahmen der gültigen Gesetze erfolgen. Auch die tschechische Fasci- stenpartei ist demokratisch aufgebaut. Doch kann Gajda hier die Unstimmigkeiten mit dem tat- sächlich inonokratischcn Ausbau der Partei nicht eindeutig erklären. Der Führer der Partei wird von der Reichstagung für ein Jahr gewählt, allerdings steht auch das im Gegensatz zu den gedruckten vorliegenden OrganisationSstatuten der Partei, die nur dir Wahl dcS Führers für den Fall de« TodcS oder der freiwilligen Resignation vorsehen. Die Zungmann schäft war nichts anderes als eine Ordnergruppe für Versammlungen und Aufmärsche. Immer wieder erklärte Gajda, daß seine Partei immer und überall nur demokratisch und legal war,„daß er aus diesen Charakter stolz ist" und so fort. In wiederholten Aufrufen will er die die Parteieinheit und Mitglieder vor Provokateuren gewarnt haben, ohne daß er aber selbst Kobsinek, von dessen wahren Charakter und Absichten er überzeugt gewesen sein will, angezcigt und ihn in der Partes unmöglich gemacht l-ätte. Als Zeugen für seine Behauptungen führte Gajda mysteriöse Personen in hoher sozialer Stellung an, deren Namen er nicht preis- geben wolle und die ihn vor Kobsinek gewarnt haben sollen. Naehdem noch die Beisitzer, der Vertreter der Anklage und di« Verteidiger an Gajda eine Reihe von Fragen gerichtet hatten, die sich auf das Programnr seiner Partei und seine Beziehungen zu den andern Angeklagten bezogen, schloß der Vorsitzende um 2 Uhr nachmittags die Verhandlung und damit auch die Verhöre der 59 Angeklagten. Morgen vormittag wird mit dem V e- weiSverfahrcn begonnen werden. Wir feiern den Weiisnnritngl Entschliessung des internationalen Büros ver SASA am«. Mai 1033. Gemäß dem Beschluß d«S 6. Kongresse« der 2AEJ iu Lüttich feiern die vrbettersportler der Welt am 25. Juni Heuer zum erstenmal de« W e l t- arbeitersporttag. An diesem Tage werden in den Länder« der augeschlossenen Verbände in allen Orten große Sportveranstaltungen durchgesührt werden» um sür die Ziele des Arbeitersport« einzutreteu. Die Feier des Welt- arbeitersporttage« fällt in eine politisch ungemein bewegte Zeit. Die Arbeltersportler al« Träger sozialistischen Ausbauwillens und die Arbei- tersportorganisatiouen al« Stätten sozialistischer Erziehungsarbeit werden sich ihrer Ausgabe würdig zeigen und den Wellarbeitersporttag zu Kundgebungen sür den internationalen Arbeitersport und sür den internationalen Sozialismus gestalten. In einem Laude allerdings, da« einst eine mächtige Arbeitersportbewegung auswies, wird der Weltarbeitersporttag nicht in unserem Beist« gefeiert werden können. In Hitlerdeutschlaud hat der sozialistische Sport den Bode» verloren. Diesem Hitler- deutschland entzieht die ganze zivilisierte Kulturwelt sein« Sympathie. Mit gleichgeschaltete« nationalen Sportorganisationen, die von einem Nationalsozialisten von Hitlers Gnaden geführt werden, wird dir Welt und inSbrsonderS die Arbeitersportler keinen Verkehr aufrecht erhalten können. Dir Arbeiter-Sportintrrnationalr ruft ihre Mitglieder gerade Heuer angesichts der politischen schwierigen Situation den Weltarbritersporttag besonders mächtig zu gestalten und ihre Arbeit für den internationalen Arbeitersport zu verstärken. Am Weltarbritersporttag aber wollen wir unS geloben, im eigenen Lande und in internationaler Verbundenheit und Solidarität sür unsere sozialistischen Ziel« stet« und unverrückbar einzustehen. Dr. I. Deutsch, R. Silaba. Für das Büro der SASJ: ver polnische Staatspräsident wiedergewählt. Absenz der Opposition. Warschau, 8. Mai. Heut«, um 11 Uhr fand int Sejmgebäude dl« Neuwahl deü Präsidenten der Republik durch die Nationalversammlung statt. Alle Oppositionsparteien— mit Ausnahme der Kommunisten— waren der Sitzung demonstrativ fern geblieben. Einziger Kandidat der Regierungsparteien war der bisherige Staatspräsident Professor M o s c i e k i, auf den 382 von 313 abgegebenen Stimmen entfielen. Moscicki nahm die Wiederwahl an; seine Vereidigung findet morgen mittags im Königsschloß statt. Sozialistische Fortschritte In Spanien. Bei den Gemelndewahlcn. Die offiziellen Nachrichtenagenturen haben die Meldung verbreitet, daß die Gcmeindcwah- len, die in Spanien am 23. April stattfandcn, für die Regierung und. insbesondere für die Sozialisten ungünstig verlaufen seien. In Wahrheit haben die S o z i a l i st e n allen G r u n d, mit dem Ergebnis zufricdcil zu sein. Die Wahlen fanden in 2178 von bett 9000 Gemeinden Spaniens statt. Es handelt sich nm teilweise oder vollstänoige Erneuerung der Ge- mcinderäte, die am 12. April 193 l nach dem Artikel 29 gewählt worden waren. Während der Monarchie gelang cs den monarchistischen Parteien in vielen Orten durchzufetzen, daß ihren Kandidaten keine Geaenkanoioaten entgegengestellt wurden. Nach Artikel 29 wurden dann die monarchistischen Kandidaten als unbekämpfte Wahlwerber als gewählt erklärt. Nach den aus 2192 Gemeinden vorliegenden Resultaten wurden 1823 Sozialisten gc- wählt— bisher war in diesen Gemeinden kein einziger Sozialist Gemeinderat! In ganz Spanien wurden nur 26 Kommunisten gewählt. Von den 16.031 Gemeinderäten sind 5018 Mitglieder der Parteien, die die republikanischsozialistische Regierung unterstützen, weitere 4751 gehören anderen republikanischen Parteien an. Insgesamt wurden also 980 2 Republikaner in diesen bisher unbestrittenen Hochburgen des Monarchismus gewählt. Die Erfolge der republikanischen Parteien uitd der Sozialisten gehen ausschließlich auf K o st e n der monarchistischen Gruppen. Erwähnt sei, daß bei diesen Wahlen zum erstei» Mal in Spanien die Frauen m i t w ä h l t e n. Dies hervorzilheben ist umso wichtiger, als der Einfluß des KleruS und der Tradition auf die spanischen Frauen in diesen kleinen und zurückgebliebenen Städtchen ungewöhnlich groß ist. Spanische Monarchisten verhaltet. Madrid, 8. Mai. Seit einigen Tagen kursierten in Madrid Gerücht« über eine beabsichtigte neue monarchistische Vcrschwönnlg. Heute tvurdc nun der ehenialige spanische Generalstabschef aus der Zeit der Monarchie, General G o- d c d verhaftet und sofort nach den Kanarischen Inseln gebracht. Ferner wurden int Lause der Nacht und im Laufe des heutigen Tages einige höhere Offiziere tvegcn des Verdachtes der Vorbereitung verschwörerischer Anschläge festgc- nommen. leder Vertrauensmann• muß es als seine Pllicht erachten, alle seine Mitarbeiter als Arbeitnehmer der! Arbeiterpresse zu gewinnen. In den Agitation von Mund zu Mund liegt das Geheimnis des Erfolges. Trage jeder dazu hei, die Walle des Proletariats starh und« einflußreich zu machen O' Nazi-Straudirittcr in WcKclsdori. In Wekclsdorf wurden am 1. Mai zwei verhaftete Hakcnkreuzler von der Gcndar- incric zum Bahnhof transportiert. Hinter den Gendarmen lief ein größerer Trupp von Haken- kreuzlcrn, die neben Heilrufen auch mit Schftnpf- tvorteu gegen die Gendarmen nicht gerade sparsam untgiugcu. Unser Braunauer Bczirkssekrelär Genosse Gerbrich, der zufällig dazukam, tvurdc aus dem Bahnhof von Hakenkrenzlern erkannt und unter den unflätigsten Schimpftvorten bedroht, so daß Gerbrich einen anwesenden Gendarmen um Schutz ersucht«. Die Nazis verfolgten ihn auch auf der Gasse und griffen ihn schließlich, als Gerbrich den Perron des WekelS- dorfcr uulcren Bahichofes betrat, tätlich an. Die Gendarmerie hat gegen eine Reihe von Hakenkrcuzlern, die sic bei der Eskorte bedrohten, die Strafanzeige erstattet und tvcitcre Verhas- ttlngcn vorgenommen. Genosse Grund. Kaiharinaherg wieder aul freiem ruh. Wie wir bereits kurz berichteten, wurde Genosse Josef Grund aus Katharinabcrg von SA- Leuten in Deutsch-Katharinabcrg verhaftet. Er wurde noch Samstag, nm 6 Uhr abends iviedcr aus freien Fuß gesetzt, da eü sich angeblich herausgestellt hatte, daß Genosse Grund am 1. Mai nicht die B r a n d r e d e gegen Hitler gehalten habe(?). Die Berhaftung wurde von zwei SA- Leuten in Uniform auf reichsdeutschcm Gebiete vorgcnommen. Als Genosse Grund über die Grenze kam, um sich von seinem ehemaligen Arbeitgeber den Arbcitsloscnbogeir bestätigen zu lassen, wurde er von den zwei SA-Leuten festgenommen und nach Seifen in die in eine SA- Kaserne umgcwandelte Tnrnerburg gebracht und dort eingesperrt. Gendarnreric oder einen sonstigen Vertreter der reichsdeutschen Behörde bekam er während der 9 Stunden Hast und auch bei seiner-Haftentlassung überhaupt nicht zu G e s i ch t. Die Erklärungen der rcichsdcntschen Behörden, daß die SA-Banditen keinerlei Verhaftungen vornehmen dürfen und daß sic an der Grenz« nur Wachtdienst zu versehen haben, ist nichts als ein großer Bluff. Wie dieser Fall wieder beweist, verhaften die SA-Leute ruhig Wetter, sperren die Menschen in ihre SA-Kasernen und wenn eü sich nicht zufällig.mit einen Ausländer, wie in diesem Falle handelt, wird überhaupt nichts unternommen. Die Behandlung, die Genosse Grund erfuhr, toar die eines gemeinen Verbrechers. Geschlagen wurde Genosse Grund wohl nicht, nur bei der Verhaftung erhielt er von deni einen SA-Riann einen Stoß in den Rücken, da er als Invalider nicht so schnell gehen konnte, als sich dieser„Ordnungshüter" einbildcte. Beschimpfungen gehören ja in Deutschland zu den Alltäglichkeiten, denen ein Perhaftetcr ausgesetzt ist und können wir uns deshalb ersparen, darüber viel zu schreiben.„Verbrecher, rotes Gesindel" usw. waren nur Kosenamen aus dem Hakcnkrcnz-Schimpflexikon. 300 ausländische Zeitschriften verboten. DaS morgige„Amtsblatt für die e^SR." bringt eine Kundmachung des Ministcriunis des Innern, enthaltend ein Verzeichnis jener ausländischen periodischen Druckschriften zum 30. April l. I., für welche die Beförderung in die Tschechoslowakische Republik verboten lvurde. Die Zahl der verbotenen Periodischen Dnickschriften beträgt 300. Ter Kundmachung ist ein Verzeichnis von 31 rcichsnngarischcn periodischen Druckschriften angcschlossen, deren Beförderung und Verbreitung für das Gebiet der Slowakei und Karpathornßland erlaubt ist. Die amtlichen Arbeitslosenzissern für Ende April. Die gestern vom Fürsorgeministcrinm veröffentlichten Ziffern über die Arbeitslosigkeit unterscheiden sich nur unbedeutend von jenen Ziffern, die wir bereits am letzten Samstag veröffentlicht haben. Tcninach beträgt die Zahl der Arbeitslosen Ende April nach den vorläufigen ZählungSergebnissen 797.516 gegenüber 877.955 nach den definitiven Ergebnissen für Ende März. Dienstag, 9. Mat 1933 Sette 4 und der von war dann Ehrengast bei der Hochzeit I Genossen, vergesset die Flalspcnde nldit! den ist T agesneuigkeifen TrauungStermin in dem klapprieen an dieser Konferenz sind alle Delegierten zum Berbands- Sclbstvcrwaltungskörpcr und Kreis-, Bezirks- oder Lokol- Schreckliche Ervlosion im Laboratorium. Risch, 7. Mai. Im hiesigen hygienischen Laboratorium ereignete sich gestern ein schweres Unglück. Infolge der Explosion eines Behälters wurden zwei Laboranten getötet und zwei Aerzte sowie ein Diener lebensgefährlich verletzt. Die Explosion, die sich im Keller des Laboratoriums ereignete, scheint durch unvorsichtig es Hantieren verursacht worden zu sein. Reiltiskonserenz der deutschen sozialdemokratischen Gemeinde» und Bezirisverlreter. lieber Beschluß des Rcichsberaiungsausschusses für 26. brunn. L.„..,. konventionell, Brahms musizierte, unter anderem eitle Variationen über ein Thema von Händel, und Wagner konnte diesem Werke ungehcuchcltes Lob nicht versagen. Eine Annäherung der beiden Meister brachte dieser Abend nicht und nur einmal noch kamen sie zusammen, weil» auch nur " christlich, als es sich um Zurückgabe eines Teiles >cs Tannhäuser-Manuskriptes handelte, daS Brahms von Freunden geschenkt wordetl war. Später sollte sinnloser Parteihatz der Wagnerianer di« beiden Meister immer mehr auseinanderbringen. Die Freunde Wagners konnten der Schmähungen und Hetzereien gegen Brahms kein Ende finden. Sic beschränkten sich nicht darauf, die Kunst ihres Meisters im Uebermaß zu loben, man glaubte am nachdrücklichsten für sie einzutreten, wenn ma>« alle anders gcarieten Richtungen in den Staub trat. Ta kam nun vor allem oer„Nachklassikcr" Brahms an die Reihe. Wagner selbst kann man eine gewisse Ungerechtigkeit Brahms gegenüber nicht Nachsehen. Er war vielleicht zu viel nrit sich und seinen eigenen Werken beschäftigt, als datz er Mutze sand, sich mit Brahms' Werken auseinandcrzusctzen. Trotzdem sprach er oft wegwerfend, ja sogar mit Erbitterung und Gehässigkeit von Brahms, wirft ihm Muckertum" vor, spricht von„Mclodienhäksel", „zäher Melodik", er sei kein deutscher Geist und das Eigentum seiner Einfälle zum mindesten verdächtig. Am rücksichtslosesten drückt er seine Abneigutlg gegen Brahms in der Schrift„Ueber das Dirigieren" aus. Der einzige Grund für solche Intoleranz und schroffe Avlchnuitg ist in Wagners ganzer revolutionärer Genialität begründet; er vertrug niemand Gleichberechtigten neben sich und Brahms, der der Sänger deS „Deutsch» Requiem" geworden lvar, konnte ihm doch wohl die Stirne bieten. Brahms antwortete ' auf all diese Angriffe mit keinem Wort und < I seinerseits bemühte er sich, der weltbewegenden zugesandt, die mit folgendem Vermerk auf „Es koste t ZeitungS- bchaltcn und sich entschlie- werden, wür- einen guten Dienst der in der arbeiteten. Am 6. Feber 1864 besuchte Brahms I Persönlichkeit Wagners Respekt und Anerkennung Wagner in dessen Billa in Penzing bei Schön-; cntgcaenzubritigen. Er studierte desien Werte Ter Abend verlief äußerst höflich und s eifrigst und brachte zum Beispiel den„Msister- Filegertod. Haltern(Westfalen), 7. Mai. Ter Berliner Flieger und Flugzeugkonstrukteur Dr. Meyer ist bei einem Scgclslug in den Borkenbcrgen tödlich abgcstürzt. Kurz nach dem Start wurde er durch den starken Sturm von einer Böe gefaßt. die die Nlaschinc auseinanderbrach. Das Segelflugzeug trudelte ab. Dr. Meyer war sofort tot. Tragödie aus hoher See. Trowsoe, 7. Mai. Das Robbcnsangschiff „Ringsad" funkt, daß cs drei Mann des an der Südspitze von Spitzbergen gesunkenen russischen Bergungsdampfcrs„R u tz l a n d" an Bord genommen hat. Die Geretteten sind der erste Offizier und der zweite Maschinist. Der dritte Mann starb kurz nach seiner Rettung. Die Neberlcbendcn berichten, datz derKaPitän der„Rußland" sich erschossen hat. Das gesunkene Schiff hatte 23 Mann Besatzung. Arandkatastrophe in vstböhmen. Ein Kind verbrannt, ein« Anzahl Schwerverletzter.— Der Brand gelegt? In der Nacht von Samstag auf Sonntag brach in der Ortschaft Litomekic bei Chru- dim ein großer Brand aus, welcher verheerende Folgen hatte. Kurz vor Mitternacht schlugen aus dem Anwesen des Häuslers S a l f i c k y Flammen empor, welche durch den Wind auf die benachbarten Gehöfte übertragen wurden. Der Familie Saslicky gelang cs mit knapper Not, ans dem brennenden Haus zu flüchten, das einjährige Kind blieb jedoch zurück und verbrannte. Eine halbe Stunde später wurde aus der Nachbargcmcindc H o 8 t a l o v i tz gemeldet, daß auch dort acht Häuser in Flammen stünden. Auch bei diesem Brand wurde eine ganze Anzahl von Personen schwer durch Brandwunden verletzt. Während noch die Feuerwehr bemüht war, den Brandherd zu lokalisieren, brach im nahe gelegenen Wald ein dritter Brand aus, welcher in kurzer Zeit fünf Hektar cinäschcrte. Die Gendarmerie vermutet, daß die Brände durch einen rrsinnigcn gelegt wurden. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Mittwoch. Prag: 6.15 Äynmcrstik. 17JO Marionettenthe-« ter. lö.2ö Deutsche Sendung: Arbeiterfunl: Edwin Janetschek: Bedeutung der Musik für Turne» und Sport. Bericht vom ArbeitSmarkt. 20.05 Konzert.— Brünn: 18.35 Deutsche Sendung: Dr. Mader: Ueber Gefäßerkrankungen.— Leipzig: 16.00 Aus dem Wunderhorn des deutschen Volksliedes.— Königsberg: 16.80 Orchesterkonzert..— Breslau:>7.15 Italienisch« Biolinmusik.— Langenberg: 20.00 Violinkonzert.— Wen: 20.40 Mvo- dramen-Abend. Was in Reichenberg nicht passieren könnte. Wir lesen in der„Berner Tagwacht": Der Berner Stadlrat hat einen seit langem in Bern anwesenden jüdischen Kausmann im beschleunigten Verfahren ins Bürgerrecht ausgenommen, dessen alte Mutter in Deutschland krank darniederlicgt. Um sie besuchen zu können, schien unter den gegebenen Bcrhältnisien die Sicherung des Kaufmannes durch das Schweizerbürgerrecht angezeigt. Der Stadlrat hatte volles Verständnis sür die Notlage des Mannes: einstimmig wurde ihm das Bürgerrecht verliehen, ohne Protest, ohne„Juda verrecke". So reagieren die Deutsch-Schweizer, Sozialisten und Bürgerliche ohne Unterschied, auf die Gr«uelmeldung«n aus dem Dritten Reich. Die jüdischen^ Inserenten der„Bohcmia" oder deS „TeplitzSchönaucr Anzeigers" würden wohl alte Juden, wenn sie vom deutschdemokratisch gcführ. ten Reichenbergcr Stadtrat gleiches Entgegenkommen erwarteten. Bergrutsch. Belgrad, 7. Mai. Infolge starker Reoen» aü sse geriet im Dorfe Berkovac in Westserbien ein Berghang ins Rutschen. Die Erdrinde barst in einer Länge von 800 Metern. Drei Bauerngehöfte niit den Wohnhäusern und Nebengebäuden stürzten während des Erdrutsches in oen Abgrund. Dem Umstande, daß sich daS ungewöhnliche Naturereignis um die Mittagszeit zutrug, ist cs zu danken, daß kein Menschenopfer zu beklagen ist. Gcnicinocangelegcnheiten findet Freitag, den Mai 1033, nachmittags um 2 Uhr, im Hotel „Schwan" in Gablonz, eine Oteii^dtonfereni deutschen sozialdemokratischen Gemeinde- BrzirkSvertreter statt. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Di« Finanzlage der Selbstverwaltungskörper. Ref. Gen. Grund. 3. Selbstverwaltung und sascistische Reaktion. Res. Gen. Taub. 4. BerbandSlag der deutschen Selbstvcrwal- tungskörpcr. 5. Verschiedenes Zur Teilnahme sozialdemokratischen tage der deutschen die Delegierten der organisolioncn berechtigt. Tie Telcgicrten müssen mit ordnungsgemäß gefertigten Mandaten versehen sein. Wegen Beschaffung einer Wohnung wollen sich die Genossen an Gen. Hermann HI a d i k, Gablonz, Poststraßc 8, wenden. Für das Rrichsparteisckrctariat: S. Taub. Für den Gcmcindebcratunqsausschutz: L. Pölzl. F. Krefäi. Todesurteil in Eger. Tas Egerer KreiS- als Schwurgericht verurteilte gestern den 32jährigen Bäckermeister Alfred Posselt aus Wescritz, der heuer int Feber seine Wollin Marie, mit welcher er in unglücklicher Ehr lebte, durch Revolverschüsse gelötet hatte, tvegen des Verbrechen« des Mordes zum Tode durch den Strang. Posselt hatte nach der Tat seine blutbcsteckte Wäsche in der Aschcnkammcr seiner Backstube versteckt und besuchte sodann bis zum frühen morgen eine Faschingsunterhaltung. Am nächsten Tage versuchte er einen Selbstmord der Frau vorzutäu- schcn, doch richtete sich bald der Mordverdacht gegen ihn, der insbesondere durch die Lage der Schutzkanälc und durch Fingerabdrücke auf der Waffe noch erhärtet wurde. Nach langem hartnäckigem Leugnen legte Posselt schließlich ein Geständnis ab und gab an, seine Frau vorsätzlich getötet zil haben, uw eine neue Ehe, die ihm größere Vorteile versprach, cinzugchen. Nach einem schwülen Tag« entlud sich über dem ganzen böhmisch- mährischen Hügelland am Sonntag ein heftiges Gewitter m Verbindung mit einem Sturzregen. Im Gebiete von Slanany bei Chrudim fielen Hagelschloßen in Nußgrötze. Die Felder und Wege waren vollkommen mit Schloßen übersät, so daß die Gegend ein winterliche« Aussehen hatte. Arbeitertod. Samstag nachmittag wurde in B r ü n n beim Verladen von Pappelstämmen der 58jährige Arbeiter Franz Klusnk getötet. Das Nazi-Alphabct. Wie aus Deutschland gemeldet wird, ist die„Gleichschaltung" nunmehr auch beim Telephon angclangt. In einem Erlaß werden die Tclcphonbediensteten ausgefordert, an Stelle der semitisch klingenden Buchstabenbczeich- nungen, die bis jetzt bei telephonischer Uebertra- gung von Telegrammen gebräuchlich waren, nämlich D wie David, I. wie Jakob, N wie Nathan, S wie Samuel, Z wie Zacharias, neue, arisch klingende zu gebrauchen. Hiefür wurden allen Ernstes vorgeschlagen: D wie Deutschland, N wie National, S wie Siegfried, I wie Joachim und Z wie Zeppelin. Hakenkreuz unerwünscht. Aus dem Amsterdamer Gebäude der ncugegründcten Hitlerpartci in Holland ist die Hakenkrcuzfahnc gehißt worden; diese Tatsache Hal indesien unter der Bevölkerung eine so starke Erregung hcrvorgerufen. datz die Polizei sich vcranlatzt gesehen hat, die Fahne zu beschlagnahmen und daS öffentliche Zeigen solchen Emblemen zu verbieten. Die Wirkungen des Boykotts. Nach Feststellungen der Pariser Handelskammer der französische Import a u S Deutschland gegen den Monat Jänner 1033, also gegen den letzten Monat vor dem Regierungsantritt des Herrn Hitler, im Feber 1933 uM rund 17 Prozeirt, im März 1933 um rund 35 Prozent, im April 1933 um rund 64 Prozent.zurückgegangen, während der französische Export nach Deutschland annähernd kon- stant geblieben ist. Die Welt»Telephonzentrale. In London wurde die neue internationale Telcphonzentralc dem Verkehr übergeben, die der Postministcr al« die„Telephonzentrale der Welt" bezeichnete. Durch ihre Vermittlung können alle Teile des britischen Reiches mit sämtlichen Ländern der Welt verbunden tvcrden, mit Ausnahme von China und Japan. Es wird hinzugesügt, datz im Vorjahre die Zahl der zwischen London und dem übrigen Europa geführten Tclcphongespräch« eine Mil- > lion überschritten hat. Die Zahl der Uebcrsec- gcspräche betrug 15.000., Hakenkreuz,citung wirbt Juden. Nach dem „Tag" darf wohl der in Braunau erscheinende „Deutsche Bote" als das gemeingefährlichste Presseorgan bezeichnet werden. Es wütet gegen die Marxisten genau so>vic gegen die Juden, über deren Schicksal in Teutschland der„Teutschc Bote" Iubclhymnen anstimmt. Als Abonnenten aber scheint man die Juden dennoch gern;tt haben, denn in der Vorwoche erhielten eine große Zahl von Juden Werbeexemplare des„Deutschen Bo- "'»MW rotem Zettel versehen waren: nichts, wenn Sie diese folge und drei weitere lesen. Sollten auch Sic tzen, dann Bezieher zu den Sic sich und uns D i e n st leisten." Der gute Abnahme einer hakenkreuzlcrischcn Zeitung durch Juden für die Nazizcitung geleistet wird, kann nicht angezweiselt werden, ob aber dabei auch etwas anderes für den jüdischen Zeitungsleser herausschaut als Vernichtung seiner Existenz und Verfolgung im Tritten Reich, lehrt das Beispiel, das Deutschland jetzt den Juden liefert. Es ist immerhin eine bodenlose Frechheit, daß sich in der Zeit ärgster Judenverfolgungen durch das .Hakenkreuz ein Blatt der Nationalsozialisten nm jüdische Leser— oder besser gesagt ihr Geld, bemüht. Die größten Erfinder in der Tschechoslowakei, vor deren Phantasie man sich in Ehrfurcht neigen mutz und die längst den Nobelpreis verdienen, sino die Rcdaktcurc des Rcichcnbcrger „VortvärtS". Str müssen jeden Tag ein paar Verdächtigungen der Sozialdemokratie im Schweiße ihres Angesichtes produzieren und das ist nicht immer leicht.— So lasten sic ihrer Phantasie freien Raum und erfinden die unglaublichsten Märchen. Ein solche« Märchen erzählt z. B. der „Vorwärts" in seiner Folge vom 6. Mai: , Fritz Adler, der Generalsekretär der Ziveitei' Internationale, beehrte Bratislava mit seinem Besuch und sprach hier am 1. Mai auf der sozialdemokratischen Kundgebung. Der Führer der österreichischen Sozialdcinolratie wollte aller Wahr- schcinlichkeit nach am 1 Mai zumindest in der Nähe Wien« sprechen, da in Wien selbst die Sozialdemokraten auf Befehl der Fascisten den 1. Mai faktisch abgeblasen hatten. Wollte vielleicht Fritz Adler„vor den Toren" Wien« gegen die Hakcnkreuzler zum Kamps ausruscn? Dem„Vorwärts" dien« zur Kenntnis, datz nicht Fritz Adler— Bratislava mit seinem Besuch, sondern eine Ente die Redaktion des„Vorwärts" mjt ihrem Besucht„beehrt" hat. Zwei Bergleute verschüttet. Auf der Zeche „Wilhelmine Viktoria" in Gelsenkirchen entstand Montag nachmittags untertags ein Bruch, wo- durch zwei Bergleute abgeschnitten wurdet:. Die Verunglückten geben Kl o p f z e i ch c n. Die Rct- tungsarbcitcn wurden sofort in Angriff genommen und dauern zur Stunde noch an. Man hofft, die Verschütteten noch lebend bergen zu können. Entgleiste Lokomotive. Montag um 15 Uhr entgleiste die Lokomotive des Schncllaftzuges 8802 beim Kilometer 17 zwischen den Stationen Hosto» lvitz und Jene«. Di««chnellzüge 33, 44 uttd 14 Verkehren über Kralup und Klaüno. Bei Personenzügen wird an oer Unfallstcllc überstiegen. Attentat auf eine« chinesischen General. Nach einer im„Matin" veröffentlichte» Meldung aus Peking ist ein unbekannt gebliebener Chinese in da» Hotel cingedrungcn, in dem der srichere Militärgouvcrneur der chinesischen Provinz Hunan, General Tschang-Tschina- Nao wohnt, und hat auf den General mehrere Schüsse abgegeben. Der General wurde schwer verletzt. Der Attentäter konnte entfliehen. Die verschwundene Braut. 3n Sarajevo (Bosnien) war ein junges Mädchen von 18 Jahren zwei Tage vor ihrer Hochzeit zu Freunden ln eine kleine Nachbarstadt gefahren, die sie zu ihrer Trauung«ingeladen hatte. Als sie aus dem Zuge stieg, fragte sie«in« alt« Dame, ob sie nicht gemeinsam ein Taxi nehmen wollten, um zu der vom Bahnhos entfernten Stadt zu fahren. DaS jung« Mädchen willigt« ein. Unterwegs gab ihr die Alt««inen Rosenstrauch zu riechen, in dem Chloroform versteckt war, so daß daS junge Mädchen betäubt wurde. Als es wieder erwachte, fand es sich in einem einsamen Walde ohne Gepäck wieder. Mehrere Stunden später sah ein Bauer das Mädchen in einer neuen Ohnmacht liegen. Er nahm es mit noch Hause, und hier schlief es fast 36 Stunden ohne Unterbrechung. Seine Angehörigen waren in begreiflicher Aufregung, da keiner eine Ahnung hatte, wo cS geblieben war. Um so größer war die Freute, als dos junge Mädchen wenige Stunden vor dem angefehten* Wogen des hilfsbereiten Bauern angefahren kam., Ter Bauer war dann Ehrengast bei der Hochzeit. Brahms und Wagner? Es ist ein eigenartiges Spiel der Zeit, das man fast als Symbol empfinden könnte, daß in das Jahr deS 50. Todestages von Wagner der 100. Geburtstag von Johannes Brahins fällt. Dadurch wird unser Interesse sür diesen großen Toten besonders lebendig. Aber wieviel großartiger wurde doch Wagner gefeiert, besten Gedenktag Anstotz zu leidenschaftlichsten Debatten für und wider wurde und ein« Fülle festlicher Aufführungen und Schriften hcrvorries. Symbolisch nun insofern, als cs zu Lebzeiten der beiden Meister nicht viel anders war, und es war kein glücklicher Stern sür den innerlichen, zurückhaltenden urtd bescheidenen Brahms, der ihn auf die Welt setzte, als das weit selbstbewußtere, problematischere, aber auch intercstantrrc Genie Wagners wirkt«. Mit vollem Rechte kann man Brahms und Wagner Antipoden nennen. Zwischen beiden sind keine, aber auch gar keine gemeinsamen Berührungspunkte vorhanden, es sei denn, daß sie beide zwei der größten Meister siitd. Wagner hat nur auf dem Gebiet« der Oper geschaffen und steht für sich allein auf einsamer Höhe, beschirmt von den Geistern Glucks und Webers. Brahms' Werke gehören ausnahmslos der absoluten Musik an und er ist Klafliker, sich eng an Bach,.Haydn, Beethoven und Schubert anschließend. Sein höchstes Streben gilt auf Innerlichkeit, Einfachheit im Ausdruck und rein musikalische Darstellung, während Wagner mit allen Künsten und technischen Hilfsmitteln der Darstellung ein in der Wirkung zwar wunderbar einheitliches, aber doch äußerst kompliziertes dramatisches Gesamtkunstwerk schafft. Diese V-rschiedetrheit in den künstlerischen Zielen und Veranlagung ließ auch keine persönlichen Beziehungen entstehen. Gemeinsam« Freunde dachten etwas Gutes zu tun, als sie au' «ine persönliche Begegnung der zwei Meister hin- singern" ehrliche Bewunderung entgegen. Vieler vom Schaffen WagncrS freilich lag fernem musikalischen Empfinden fern, ihm, der in Bach und Beethoven seine edelsten Vorbilder sah. Im ganzen ist sich Brahms darin gleich geblieben, daß er Sie Hyperbeln und übertriebenen Lobes- hymnen der Wagnerianer bespöttelte, den absolut negierenden Krittlern gegenüber jedoch in schneidiger Weise für ihn eintrat. Ein charakteristisches Licht auf Brahms' Verhalten Wagner gegenüber wirst ein Schreiben, das Casima Wagner nach Brahms' Tode an Hans Richter sandte; darin heißt es: „Mein langjähriges Fernsein von dem ganzen Konzcrtleben har mich in völliger Unbekanntschaft mit den Kompositionen deS Dahingeschie- ocnen erhalten... Aber es ist mir nicht unbekannt geblieben, wie vornehm sc im Gesinnung und .Haltung in betreff unserer Kunst gewesen rst und daß seine Intelligenz zu bedeutend war, um" dos zu verkennen, was thm vielleicht ferne lag, und sein Charakter zu edel, um Feindseligkeiten aufkommen zu lassen." Der genialer« von beiden Meistern ist zweifellos Wagner: er zerbricht di« Form und schafft sich seine neue, das Musikdrama; Brahms tvahrt die alten Formengcsetze mit Verständnis und künstlerischer Freiheit und zaubert aus ihnen eine Füll« neuer Gestalten von Zwar weniger in die Sinne fallender, aber tief ergreifender Schönheit. Steht Wagner von Beginn an im Mittel- punkt des Interesses der breiten Maste, ist er Zielpunkt von so manchem leidenschaftlich verfochtenen Für oder Wider, so erfreut sich Brahms einer stänoig wachsenden, ihn bedingungslos verehrenden Gemeinde von Anhängern und es- ist anzunehmen, daß er bald Gemeingut d's Volkes wird, dem er ja nur Positives bringt, was bei seinem vielumstrittencn Zeitgenossen nicht immer der Fall ist. «r. 108 Statitofl, 8. Mai 1988 Seit« 5 Geriditssaal gegen seinen Streckung Lohnsenkungen, so im Tetschner Gebiet um 5 Stuhl, so J Prozent, im Pardubitz«r Gebiet um 2 bis 4 «Ml PI letzter Zeit Grenze der i i I i )ie Landstreicherin und ihr Kind- Leiblich« Mutt« gegen Pflegemutter. Prag, 8. Mai. Die 42jährige Marie Honznr lebt seit ihrer Jugend das Leben einer Dogabundin. Ile ist lein Opfer der Arbeitslosigkeit, sondern von Natur aus«in« sozial« Außenseiterin und ihre 87 Dor st rasen betressrn keineswegs nur dir üblichen Bagabnndagedeiill«, sonder» auch s chwer- wiegende Tatbestände, und zwar neben Eigentumsdelikten auch solche der Gewalttätigkeit. Heute siand sie neuerlich unter Anklage gefährlicher Drohung vor dem Gericht. Die Bedrohte ist«ine ältere Frau, Rosa Koch ä u«k in S a t a l i tz, welche di« fünfjährige außerehelich« Tochter der Angeklagten zu sich genonrmen und mütterlich betreut hatte. Dies geschah aus Betreiben der zuständigen Sozialfürsorge- st cl le, welch« da» Kind durch die Lebensweise seiner Mutter physisch und moralisch gefährdet sah. Di« Fürsorgestelle vermittelte also dir Unterbringung der kleinen B L r a bei Frau Kochänek und die Sache schien zur allgemeinen Zufricbenheit gelöst. DaS Kind hatte es gut und fein« Mutter war zunächst froh, dieser Bürd« ledig zu sein. Aber diese Einstellung ändert« sich mit der Zeit, und sic reklamiert« plötzlich mit großer Entschiedenheit ihr Kind. Man hatte bei der Berhandlung den Eindruck, daß«S ihr hauptsächlich darum zu tun war, bei ihren Bettelfahrten di« Kleine bei sich zu haben, um mehr Eindruck zu machen»ich Mitleid zu erregen Rach diesem System arbeiten viel« ProfessionSbertler und e» ist Tatsache, daß Kinder auf Stunden oder Tage von solchen Bettlern gemietet werden, um wir- kungSvoller an da» Mitleid der Passanten appellieren zu können Jedenfalls also verlangte sie ihr Kind zurück und ließ sich nicht auf lang« Debatten ein, sondern führt« dl« kleine Bkra im Jänner d. I. einfach davon. Der Ziehmutter blieb nicht» übrig, al» sich mit der vollendeten Tatsache abzusinden. Sie deponierte die wenigen Habseligkeiten, die das Kind mitgebracht hatte(einige Stücke alter Wäsch«) beim Gemeindeamt, da sie nicht wünschte, mit der groben und jähzornigen Landstreicherin zusammen» zutraffen. Aber dies« gönnt« ihr lein« Ruhe. Sie verlangte di« Herausgabe auch jener Kleider und Wäsche, welche di« Pflegemutter aus eigenem Antrieb für da» anvertraute Kind angeschafft hatte. ES kam zu«'nem Wortwechsel zwischen den beiden Frauen und d«r geringfügige Anlaß wuchs sich bis zu Tätlichkeiten aus. Der Haß der Angeklagten gegen di« Ziehmutter machte sich in Worten und Taten Luft. Sir drohte ihr mit Erschlagen, Anzündrn u. dgl. und begann ichl'eßlich di« Gegnerin mit Steinen zu bcwersen. S!« wurde verhaft«!. Man nahm die Drohungen nicht auf die leicht« Achsel und machte ihr den Prozeß. Sir versucht« teilweise zu leugnen, doch dar half ihr nicht vi«l. Der Gerichtshof verurteilt« si« zu dreiMonatenKerker, rb. scheu. Beiiw und Körper müssen immer g«rad« ge»f streckt sein. Rach jeder Uebung soll man immer eine kleine Ruhepause machen. Besonders im Anfang soll man ntemal« zu lang anhaltende Hebungen machen, da man dadurch zu sehr entlüdet wird. Rach der Uebung tut man gut, sich richtig auSzuruhen, am b«st«n aus einem Bett oder einem Soft, auf dem man tief«mi» und ausatmet unter gleichzeitigem Heben und Senken der Arme. Für di« Körperhaltung im allgemeinen kann man immer«in« Gehübung«inschieben, iudcni man mit emporgeh oben««» Armen nnd gerade gerichtetem Kopf und Rückgrat ans den Zehenspitzen geht. Auch Kniebeugen sind wesentlich, dürfen aber nicht über, trieben werden, da sie Im Anfang sehr anstrengend sind. v. R. Hebungen inr Frauen. Fünf Minuten siir di« Aefundhezt!— Yung gewohnt, alt getan.— Im Anfang nicht übertreibe«! Es ist eine alt« Erfahrung: wenn man jung ist, denkt man nieist nicht so vi«l an sein AuSkehen. Man freut sich,wenn man. in den Spiegel blickt und einem das frische Gesicht entgcgenlacht und die geschmeidige Gestalt auch vor der kritischesten Prüfung bestehen kann, aber man denkt nicht daran, daß di«f« Herr, lichrn Besitztünrer einem nicht immer bleiben, und doch handelt man klug, wenn man in jung«» Jahren io lange inan es eigentlich„noch nicht nötig hat", darauf bedacht ist, seinen Körper zu pflegen, und zwar aus vernunfigemäße Weis«. Rcgelmäß'ge Köri-erübungen sind jedem jungen Mädchen anzurat«n. Hier ist die Gewohnheit der beste Lehrmeister, und wenn nirgendwo, so gilt hier das alte Sprichivort: Jung gewohnt, alt getan. Man dors gar nicht au» der Uebung kommen! Dann erhält man seinen Körper leistungSfäh'g, geschmeidig UNd jung. Alle Uebung«» sind am besten im Badeanzug «uszilführen. Ein«'ehr wesentliche Uebung ist das heben der Bein« Man stellt sich in etovoS nach hinten geneigter Haltung, natürlich ohne Schuh«, aus und hebt das ein« Bein ganz gerade in di« Höhe, so hoch man kann. Da» macht man mehrmals, imm«r ein Bein mit dem andern abwechlelnd. Wenn man nicht höher kommen kann, stützt man sich mit den.Händen gegen die Wand und versucht nun, dir Möglichste Höh« zu erreichen. Tie dritte Position ist, sich mit den Händen zu stützen und dann da» Bein ton einem andern hochheben zu lassen, immer so hoch wie möglich, selbst wenn es etwa» weh tut. tzmmer beide Beine abwech'eln. Man wird sehen, M man nach e iliger Zeit bei regelmäßiger täglich« Uebung dahin kommt ohn« fremde Hilf« und ebn« jede Stütze die Bein« sehr hoch heben zu ko.inen und doch sm Gleichgewicht zu bleiben Ein« ander«- wichtige llebung'st di« Streckung d:s Rückgrats. Man fetzt sich auf einen S lichkeit ausgiebig Georauch gemacht. Aehnlich liegen die Dinge in der preußischen Provinz, aber auch in Bayern, wo gleiche Durchführungsbestimmungen wie in Preußen erlassen worben sind. Schiffs-Zusammenstoß. Der britische Dampfer .Malin«»" stieß in den belgischen Geavässern mit drm schwedischen Dampfer„Jamaica' zusammen. Da» schwedische Schiss ging sofort unter, doch konnte dessen Besatzung gerettet werden. Auch da» belgisch« Schiff wurde erheblich beschädigt. Blutig« Konkurrenz. Bei H o y n a u(Schlesien) sichr abends bei dem Fahrradhändlcr Hering ein Molorradsahrer vor und hupte melhrmal». Her'ng nahm an. daß der Fahr«r tanken wollte, und ging hinaus. Er war kaum draußen, da zog der Fahrer «inen Revolver lind gab gegen H«ring zwei Schüsse ob, von denen einer den Händler in dir Stirn traf. Ter Schwerverletzt« schleppte sich nach in di« Woh nung zurück, wo er nach wenigen Augenblicken starb. Ter Fahrer,«benfall- ein Fahrradhändler aus demselben Ort, fuhr davon und erschoß sich in seiner Wohnung. Die Tat soll in Verzweiflung über einen langwierigen kostspftl'gen Prozeß begangen wvrden sein, den der Mörder Lonkurrenten Hering verlor«« hatte. Gefaßt« Saccharinschmuggler. In hat an der österreichisch-mährischen Schmuggel mit österreichischem Saccharin ungeheuer an Ausbreitung zugcnommen. E» handelt sich um Saccharin von llOsacher Süßkraft, da- bereits einige Jahre hindurch aus den österreichischen Grenzgemcin- ben hcrübergeschmuggelt und von den dortigen Händ- lcrn an mährische und slowakische Schmuggler ver- laust wird. Tie Finanzwachorgane in Postorn- und Lanlhot saßlen sieben Schmuggler, die etwa einen halben Zentner Saccharin mit sich führten. Die Ver- hastctcn wurden dem KrriSgericht in Lundenburg eingeliesert. Wie festgestellt wurde, benützten die Lchmuggier den derzeitigen niedrigen Wasierstand der Thaja und der March, um schwimmend österreichisches Gebiet zu erreichen, wo sie ihre Einkäufe «achten. Der mustergültig ausgearbeitete Bericht der , tschechoslowakischen Gewerbeinspektoren bringt > viele interessante Daten über die Auswirkungen der Krise auf die Leistungsfähigkeit und die B«r- , dienstvcrhältnissc der Arbeiterschaft. ES wird festgestellt daß in der abgelaufenen Periode di« ,....•>.•, L- i Arbeitsleistung gestiegen sei, und zwar einerseits eines einzigen Mitglied«» genügte,•--■"-•’ um einem Anwalt das UnbedenklichkeitSzeuäniS »u verweigern. Mit Hilfe dieses Paragraphen vaste nun jedes nanonalfozialistifche Mitglied bet Vorstandes die Möglichkeit, durch seinen! Sie wollten den Zug entgleisen sehe»! Verbrecherisch« Gedankenlosigkeit. Prag, 8. Mai. Zwei Brüder, Franz und Karl T u m a, au» einer kleinen Ortschaft der Kralupcr Gegend, waren angeklagt der versuchten boshaften Sachbeschädigung unter lebensgefährlichen Umständen. Ti« Angeklagten sind geständig, eines Tage» im Fob«r d. I. auf die Schienen der Lokalstrecke Kralup—Neratowitz zwei mehr als faustgroße 2t«in« gel«gi zu haben. Sie geben weiter zu, mit Jnterefs« nnd Spannung darauf gewartet zu haben,„w i« das Ting a b l a u s e n würde". Sie blieb«» unweit der betrefsendcn Stelle stehen, um«'ne allfällig« Entgleisung „genießen' zu können. Der kurz nachher fällige Moiorzug. bestehend ans Triebwagen und ein«m angehänglcn Waggon, fuhr tatsächlich auf die S>«in« aus, doch wurde der ein« von diesen beiseite geschleudert und der ander« glatt zermalmt. Der ZugSführrr empfand«inen heftige» Ruck dabei, hielt an und ließ die giwisienloieu Burschen fostnehmen. Erst bei Gericht schien ihnen aufzudämiucrn, was für eine scheußlich« Sache si« auf» Gewissen hatten nehmen wollen. Sie bezeugten Reu« und erklärten, sich gar nicht weiter Gedanken über die möglichen Folgen gemacht zu, haben. Si« halten groß«» Glück. Die, Sachverstäichigen fanden di« Steine nicht als geeignet, einen schwer«» EntgleisungSunfall zu verursachen. Da ein Versuch mit untauglichen Mitteln nach unserem Strafgesetz nicht strafbar ist, wurden si« zwar frei gespro chen,' aber'mit einer scharfen Zurechtweisung durch den Vorsitzenden entlassen, rh. I r** i h|{h,**.. i» ,. h. Prozent, in den SpieaelglaSfabviken des Pilsner Gebiete» um 4 bis io Prozent, m der slowakischen Industrie um Reusohl um 3 bi» 8 Prozent. Ausdrücklich stellt der Bericht der Gewerbeinspektoren fest, daß die größten Einbußen bei den unorganisierten Sch lei- fern des Reichenberger Gebietes zu verzeichnen waren, wo die Löhn« um 28, 3V und mehr Prozent gsssnkt tvurden. Eine große Glasschleifer«! fordert« sogar einen Lohnabbau von 80 Prozent, den die Arbeiterschaft nur durch einen Streik mildern konnte. In der Metallindustrie wirkten sich die Ber- dienstmindcrungen hauptsächlich durch den Abbau der Akkordtarift au», die bis um 25 Prozent gesenkt tvurden.„Wenig Verständnis sand die Arbeiterschaft bei der Betriebsleitung der größten Fabrik für.Schlosserei, und Eiscnwaren im TT. Brünner Inspektionsgebiet, wo im März 1931 di« Löhne um 8 Prozent gesenkt wurden und al- die Arbeiterschaft im November desselben Jahre- einen weiteren Lohnabbau von 10 bis 20 Prozent ablehnte, der Betrieb einfach ringe- strllt wurde." Die Situation in den holzverarbeitenden Betrieben war wenig erfreulich. In den Säge- werken wurden die Lohne um 5 bis 20 Prozent abgebcmt und di« Arbeiterschaft fügte sich mrr ungern und unter dem Druck der schweren Arbeitslosigkeit. Gleichwohl Warrn BetriebSeinstel- lungen nicht selten. In einer Parkettfabrik im Königgrährr InsprkttonSbezirk wurden um 10 Prozent niedrigere Verdienste auSgczahlt, in vier Betrieben drS TI- Brünner InspektionSbczirkeS um 5 bis 10 Prozent und in den Bugmöbelfabriken der Inspektionsbezirke Krrmsftr. und Ungvar sanken die Verdienste infolge de» Lohnabbaus und der verkürzten Arbeitszeit bis um 33 Prozent. Fast allgemein wurden di« Lohnverhältniffe in der Textilindustrie verschlechtert, wo sich vor allem der Wegfall der bisher bezahlten Teuerungszulagen zu den Löhnen auSwlrktr. Dazu kamen ober In einzelnen Betrieben noch weitergehende Verschlechterungen durch eine andere Organisation der Arbeit. So wurde in der Zwit- taner Baumwollindustri« da» Dreistühlesystem eingeführt und der, selbe Lohn für di« Bedienung von drei Stüh- len bezahlt wie vorher für zwei Stühle. Im Königgrährr Gebiet, wo das Dreistühlesystem bereit- bestand, wurde die Arbeiterschaft wieder dadurch geschädigt, daß ihr nur rin Stuhl, gegebenenfalls zwei Stühle zur Bedienung zu- gewiesrn wurden, wodurch sich naturgemäß sehr erhebliche DerdicnstauSfälle ergaben. Ebenfalls im Königgräher Inspektionsbezirk wurden in einer Iutespimirrei und Weberei die Löhne um 8 bis 23 Prozent geseirft, im Akkord bei den Selfaktoren um 8 bis 20 Prozent, im Tetschner Bezirk waren Lohnsenkungen von 7 bis 20 Prozent zu verzeichnen, im Olmützer Gebiet von 4 bis 7 Prozent usw. Der Bericht fährt dann fort: „Wegen der Lohnregelungen kam es ost zu schweren Kämpfen, Streiks und Aussperrungen, in denen jedoch di« Arbeiterschaft in der Reges unterlag." Ja, die Unternehmer verstanden«S, die wirtschaftliche Lage ftir sich auszunühen und scheuten vor keiner Getvaltmaßnahme zurück! Die große Konkurrenz der größten Schuhfabrik(Bafa) und die Ausfuhrschwierigkeiten drückten mich die Löhne in den übrigen Schuhfabriken. besonders im Königgrährr und Pardu- bitzer Bezirk herab. Di« Verdienste sanken hier u m!0 bis 30 Prozent nnd einer dieser Betriebe wurde überhaupt eingestellt, weil ihm nicht einmal die um ein Drittel gesenkten Löhne zufrie- denstellende wirtschaftliche Voraussetzungen schaffen konnten. Man sieht, daß daS Argument des Lohnabbaus gänzlich versagt und daß damit die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der industriellen Produktion nicht behoben werden können. Auch in der Konfektionsindustrie in Proßnih nnd BoSkowitz, in Wäfchcfabriken des Pilsner Gebietes usw. kam eS zu einem Lohnabbau bis zu 18 Prozent. Die Arbeiter der Zuckerfabriken verloren fast alle die früher bezahlten Prämien nnd Remuneratiouen, die gewöhnlich in der Höhe eines Tagesverdienste» für jede Arbeitswoche in der Kampagne geleistet wurden. In den übrigen Zweigen der NahruilgSmitftlindustrie wurden die Löhn« ebenfalls gesenkt, so in Zuckcrwarcn- fabrikcn, in den Brauereien und bei der Erzeugung von Kosfeesurrogaten. In der chemischen Industrie des Tetschner InspektionSbczirkeS wurden die Löhne uni 8 Prozent gesenkt in einzelnen Betrieben de» Tcpliher InwektionSbezirrcS wurden dir Akkorde um 10 bi» 40 Prozent uird die Stnndenlöhne um 20 bi» 60.Heller herabgesetzt. »ISjüdisch« Advokaten tu Berlin brotlos.'daß di« Lch« seitlich ist, stellt di« Füß« unter«inen in««>■!'■«-“—■—- zchrank oder ein anderes schweres Möbelstück, hebt -ft Arme über den Kopf und neigt sich nun nach hinten, allmählich immer weiter. Beim Wiederauf« richten kann man sich im Ansang nihig von jeman- Vein helfen lasten. Der Köqier muß sich nur an dias« Uebung«» gewöhnen. In erstaunlich kurzer Z«it ist man dann imstande, auch schwierigere Nebungen ohn« Mühe auSzusühren. Sehr wertvoll sind di« Uebungen, die im Liegen au-gefichrt werden. Man legt sich auf«ine Decke streckt die Arm« läng» de» Körper« aus und versucht sich auf Schultern und Fersen zu hebe». Anfang» wird man vielleicht die Ellbogen zu Hilft nehmen müffcn, aber wenn man beharrlich weiter versucht, wird man auch dieft schwierig« Uebung bald bcherr- aiHiimiiininnininmiiiiiniiiminimninimimininiiinnninnimnnmiiiinnnnHHninimmnminmiiiKiininiiiiummmiiiiiiinmtiiitiiiiiiiiumiiinmnmnmniinnninnniniiinitminiimiiniiiiiinin Steigende Leistung- sinkender Berdienft. Aus dem Bericht der Severbeluspettore«. infolge der ungenügenden Arbeitsmöglichkeiten, welche daS Bestreben der Arbeiter hervorriefen, sich durch eine gute Leistung dir Zufriedenheit sbe» Unternehmers zu sichern und bei verkürzter ......„....>Arbeitszeit wenigstens einigermaßen erträgliche Didcrspruch dem jüdischen Konkurrenten die Verdienste zu erzielen, anderseits durch die ftch- Ruckfthr in den Berus unmöglich zu machen.j nrschc Vervollkommnung der Betriebe und durch D-^daS^Er^bmS wurde von^dicsrr Mo^j^steigerte Einführung der Akkord- und Prä- **‘ mienarbeit. So berichtet z. B. da- Brünner Baugrwrrbe- inspeftovat, daß in einer Zrmentfabrik im Laufe der letzten drei Jahre die Leistung bis um 100 Prozent gegenüber dem früheren Zustand gestiegen sei. Eine Fabrik für handgeknüpfte Teppiche im Pardu bi her InsPektionSbezirk stellte sogar d«n Sport in d«n Dienst der Leistungssteigerung und veranlaßt« ihre Knüpftrinnen dazu, sich nach der Arbeit verschiedenen Sportübungen, hauptsächlich dem-Handball zu widmen. Diesen Sportübungen wird et zugefchrieben, daß die Leistung der Knüpft rinnen von 8000 aus 10.000 Knoten in acht Stunden gestiegen ist. Demgegenüber wird aber im Bericht festgestellt, daß die allgemein« und sich verschärfende Wirtschaftskrise nicht nur di« Hunderttaujendr von Arbeitnehmern betroffen hat, dft au» der Sroduktiven Arbeit auSgeschalftt wurden, son- ern auch ihren glücklicheren Kameraden schwere Opfer aufrrlegft. Der Absatz der Produkte ging zurück, die Konkurrenz stieg, die Kreditbeschaffung wurde schwieriger, die bisher gewährten Kredite wurden gekündigt. DaS führte zu immer weiteren Bestrebungen, nach möglichster Verbilligung der Erzeugung. Diese wurde vftlfach in Lohnsenkungen gesucht, welch« nahezu all« Berufszweig« trafen. Da aber dft Kleinhandelspreise, soweit si« sich überhaupt verärgerten, nicht im selben Ber- hältniS sanken, wehrte sich die Arbeiftrschaft gegen den Lohnabbau und die Verschlechterung ihrer Lebenshaltung sehr energisch und nicht selten kam es zu Streik». Die Getverbeinspektoraft benützten ihren gesamten Einfluß, um di« Arbeiterschaft vor Verschlechterungen zu bewahren, doch hatten ihre Bemühungen oft genug keinen Erfolg. Di« Verschlechterung der Berdienstverhält- nisft wirkte sich gewöhnlich so au», daß zuerst die Akkordsätze gesenkt wurden, dann verschlechterte mau auch andere Arbeitsbedingungen zuungunsten der Arbeiftr und endlich versuchte man eine Revision der Lohnftile der ÄrbeitSver- träge, wodurch auch die Stundenlöhnr oft in sehr starkem Ausmaße betroffen wurden. Unter dem Druck der schweren Arbeitslosigkeit wurden die Lohnsenkungen trotz des heftigen Widerstandes der Arbeiftrschaft oft genug durch Vereinbarungen durchgeführt, in Ausnahmefällen bot dft Arbeiftrschaft sogar selbst einen Lohnabbau an, um die drohende Stillegung des Betriebes zu verhindern. Aber auch dort, wo dir Löhne unverändert hlftben, erlitt die Arbeiterschaft schtver« Bcrdftnsteinbußen, weil in Anbetracht des Auftragsmangel» di« gesetzliche Arbeitszeit nicht auSgemitzt wurde. Meist konnten nur einig« Tag« m der Woche gearbeitet werden oder aber kam c» zu häufigen« Aussehen von der Arbeit. Die materiellen Verhältnisse der Arbeiftr erlitten auch dadurch eine Einbuße, daß dft früher anSbezahlten außerordentlichen Zuwendungen, wie TeuerungS-, Weihnacht»-, Familien und Kinderbeihilfen eingestellt, bezw. stark herabgesetzt wurden. Aus dem reichhaltig vorliegenden Material seien nur einige markant« Beispiele, Herausgehoben. die dartün, Wie schwer die Arbeiterschaft vom Lohnabbau betroffen wurde. Fast allgemein wurden die Akkordsätze in den Ziegeleien herabgesetzt und das bis zu 25 Prozent. Die Stnnden lohne sanken hier um zirka 5 Prozent. Beim Abschluß des ganzstaatlichen ArbeitSvcrtragc» für Tchamotfttvcrke war die Arbeiterschaft gezwun- qcn, einen ym 4 bis s0 Prozent niedrigeren Tarif sowie verschiedet« andere Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen anzunehmcn. In der Kaolin- und keramischen Industrie des Pilsner GebirftS wnrden durch verschiedene„Lohnregelungen" die Löhne bis um 30 Prozent gesenkt. In der Glasindustrie kam eS vielfach zu So.zeigt dieser Bericht auf» deutlichste, welch schwere Opftr dft Arbeiftrschaft bringen mußte und wie oberflächlich daS Geschwätz der VolkSwirtfchafftr vom Range eine» Prof. Brd- lik ist, die anscheinend keine Ahnung von den wirklichen Verhältnissen haben, jedoch unentwegt gegen di« Arbeiftr Hetzen und ihnen„hohe Löhne" vorwerfen. Seit dem Jahre 1931, für w«lck)rS der Bericht erstattet wird, haben sich aber die Dinge noch weiter verschärft und daS Lebensniveau der arbeitenden Massen ist auf einen noch nie dagewesenen Tiefstand herabgc- drückt worden. DaS sollftn auch jene Kreise der Staatsbeamten zur Kenntnis nehmen, dl« oft genug wegeu der auch ihnen auftrlegten Opftr schimpfen und mcht selten extremen fascistischen Tendenzen verfallen. Die Arbeiterschaft aber nwg erkennen, daß noch dem amtlichen Bericht der Gelverbeinfpektoren der unorgmrisievft Arbeiftr tvehrlo» ist und nur di« geschlossene Gewerk- schaftSorganisation in dieser schweren Zeit die Angriffe der Unftrnehmer wenigsten» ftiltveisc Paralysieren kann. I. B. von den 2400 jüdischen RechtSanwälftn Berlin-' werden, wie der„Prager Presse" berichtet wird,! höchstens 187 ihren Beruf auSuben können. Rath dem ReichSgefttz über di« Ausübung der Advo-! katur, das dem Beanttcngesctz entspricht, sollftn all« l«ne jüdischen Advokaten, die schon vor dem Jahre 1914 in ihrem Beruf« tätig waren oder Kriegsteilnehmer sind, wieder zuge.assen werden, doch hat der preußische Iustizmimster Kerrl- Durchführungsbestimmungen erlassen, wonach auch von diesen Anwälftn diejenigen ausgeschlossen sein sollftn, die kommunistischer Gesinnung oder s o z i a l i st i s ch er Sympathien verdächtig seien. Die Anwälte sollten UnbedenklichkeitSzcugnisse vom Kammerpräsidenten, vom Oberstaatsauwait und der Anwaltskammer bcibringen. Freitag ist die Frist zur Einreichung dieser Zeugnisse abgelau- nn. Insgesamt kamen über 1400 Anwälte in Betracht. Fast alle konnten Unbedenklichkeitszeugnisse vom Kammerpräsidenten nnd vom LberstaatSaMvalt vorlegen, doch nur 187 von ihnen ist es gelungen, auch daS dritte Zeugnis der Anwaltskammer beizubringen. Im Vorstand der Anwaltskammer hatte man mit Berufung darauf, daß in der neuen Zeit Mehrheitsbeschlüsse nicht mehr ausschlaggebend sein könnten, einen neuen Geschäftsordnung-- Paragraphen dunhgescht, wonach der Widerspruch Sette 8 Dte»«ag, S. Mai 1SS8 Str. 108 «»«-TM« ZEITUNG einer Sport* Spiel■ Körpemnene V er einsnathr lebten Aus der Partei II Vorfrage und Veranstaltnnoen Kunst und Wissen L. W. Der Film - Druck: Das Geheimnis der ffamilie Lebanon. In amerikairischen Deteklivschlachten fallen Leichen aus Autos und Kisten; bei den deutschen Kriminalreißern verdächtigt man immer alle, die aber auch gar'nichts dafür können, und in diesem eirglischen •— Tn Preßburg besiegt« der ungarische den slowa- k i s ch e n XS a u mit 6:2(3:2). Di« Meisterschaft der Profis. In der 1. Liga spielten Tcplitzer FK. und SK. Nachod in Teplitz unentschieden 3:3(1:1) und am Samstag schlug DK. Pisten in Prag den SK. Listen 2:1(1:0).— Di« 2. Liga absolviert« folgende Spiele: 6«chi« VIII gegen Meteor VIII 2:1(1:0), Nuselsky SK. gegen Basel, Bern und Zürich ist die .■ deutsche Universität, sie dem »er braunen Barbaren entzogen ..kwrSwahl kann bewirken, ob d>e Arbeiter-Toni- and Sportverein Prag Mittwoch, den 10. d. M„ nm halb 8 Uhr abends im Hotel„M onopol" gemeinsam mit der S. I. Mitgliederzusammenkunft. Res«, rent: Genosse Schönfeld« r. Erscheinet recht zahlreich! Voranzeige. Am 13. d. M. wirken wir in dem von der VotlSsinggemcinde im„Ldborovy dum" arrangierten UnterhaltungSabend mit.,— Am 21. d. M. findet unsere Mai Wanderung statt; sie führt nach Kostomladky bei Kbell. Haltet Euch die- > sen Tag frei! Vor dem Spiele ging ein (Macht' des Schicksals) I nieder, der den Platz in einen See bet- ■-*“—Bei der Tschechoslowakei versagten«ine lesen. Samstag verhaftete nämlich die Polizei den' Vorsitzenden der sogenannten„Deutschen Studen-| lenschast", d. i. die Spitzenorganisation der national» und klerikofascistisckwn Studentenblasen, einen gewissen Herrn Adolf. Flugs lief der Rektor für ihn intervenieren. Roch nie hat man gelesen, daß die Magnifizenz für verhaftete sozialistische oder kommunistische Studenten citlgeireten wäre. Bei dieser Auffassung von der Ueberparteilichkeit seines Amtes, nimmt es nicht Wunder, daß die Hakenkreuzstudenten stets erklären,„nach wie vor hinter" ihm zu stehen. Jugendbewegung. Rot« Falken, Prag. Helfergemeinschast. Ter Kurs des Genossen Dr. Löwenstein findet diese Woche noch nicht statt.— Leveller. Heute 6 Uhr Verein deutscher Arbeiter. Sozialistisch« Jugend, Prag. Donnerstag beteiligen wir uns an dem Gedenkabend für den von den Fasei st en erschlagenen Genossen Zahradniöel. Lidovy dum. Zeitangabe folgt. danken haben oder ob auch die Universität selbst ihre kulturelle Verpflichtung wahrzunehmen versteht, eindeutig und für alle sichtbar sich von dem kulturschändenoen Treiben der Hunnen zu distan» zieren, ob sic selbst, ohne demokratische» Druck von oben, imstande ist, die einzigartige Chance zu nutzen, wiederum wie zuletzt vor beinahe sechshundert Jahren eine überragende Rolle im Kulturleben der Völker zu spielen, wiederum wie zur Zeit Karls IV. die erste deutsche Hochschule zu werden. Wie cs voriges Jahr zur Wiederwahl des damals schon amtierenden Rektors Prof. Nicolo kam, ist noch in Erinnerung. Eiitem„altehrwürdigen Brauche folgend", hatte die Universität ihren Indologen Pros. W i n t e r n i tz zum Rektor bestellen müssen. Aber schon Monate vorher, erklärten die Nazi im.„Tag", daß Winternitz, obwohl ein Gelehrter von Weltrang, für sie untrag- bar sei. Diesem Wink mit dem Schlagring, dem die Nazi wegen seiner größeren.Handlichkeit den Vorzug vor dem Zaunpfahl geben, gehorchte auch die gut dressierte Universität. Aber e i u Jud kommt selten allein, waS der alma mater eine peinliche Situation bereitete. Denn der nächste, der Anspruch hatte, tvar Proscsior KrauS. Ihn ivähltc das Kollegium aber ebensowenig wie Proscsior Win:ernitz und da cs nicht gut anging, nach Uebcrgehung der beiden Gelehrten den nächsten in Betracht kommenden„Philosophen", den deutschnationalen Gierach zu wählen, entschloß man sich zu einer einstweiliaen Sistierung des „altehrwürdigen Brauches". Man erkürte neuerdings den Proscsior San Nicolo. " Aber ein Jahr vergeht schnell, und eh' man es gedacht, steht man wieder vor einer peinlichen Rektorswahl, bei der cs sich wieder darum handelt, ob Gierach oder KrauS gewählt werden soll. Wir habeit an der Person deS Prof. Kraus nicht das geringste Jnteresie, wie sich aber die Universität zu. ihm cinstellt, ist ein Gradmesier für die Bcurteilung ihrer Einstellung zur Freiheit der Lehre und der Wissenschaft. Ihre Einstellung zu Kraus als Rektorskandidat ist aber auch ein Gradmesier ihrer Einstellung zur Frei- heit der Gesinnung, der Politik, des Lebens überhaupt. Bortrag Plivier.- Di« Veranstaltung des Vereins„P o s p o l i- t o st" hatte den Zweck, dem revolutionären Schrtft- steller Plivier mit einem erlesenen Publikum tschechischer Intellektueller bekaniit zu machen. Es ist leider Tatsache, daß dies« Abend« nicht den Weg zu den breiten Massen finden, di« sich lieber lebensgefährlichem Gedränge zu KiepuraS Heil aussetzen. Plivier erschütterte durch di« Wärme seines Bor- tragS, mit der er vor allem das Kapitel„M a ch i" aus seinem Buch„Der Kaiser ging, die Generäle blieben" rezitiert«. Hier sprach ein Mensch, der von einer großen Ode« getragen wird: dem revolutionären Marxismus. Mit der entsetzlichen Szene des vom Tank zerquetschten Soldatenkulis schuf er sich di« düstere Stimmung, die seiner Arcklage gegen die Entwicklung der Nachkriegszeit entspricht. Die Art, wie er den Zusammenbruch des Kaisers, den Nervenansall des Kanzlers Prinz Max von Baden lebendig zu gestalten wußte, war wirklich überzeugend und packend. Di« Veranstaltung konnte bei dem leider nicht zahlreich erschienenen Publikum vollen Erfolg erzielen. Es wäre nur an der Zeit, daß dies« Wend« durch rechtzeitige Ankündigung und Verbreitung federn so interessant zu machen, daß der Besuch der Bedeutung des Abends entsprechen könnte. Not-Aastspiel. In der sonntägigen Ausführung der neueinstudierten Verdi-Oper„La Forza del D e ft i n o" sang für deu erkrankten heimischen Sänger Fischer di« Tenorpartie des Alvaro Kammersänger Helge RoSwacng« als Gast. Tic ausgezeichneten Qualität«» dieses Künstlers, die wir schon gelegentlich eines Gastspieles des Sängers im Vorjahre als Herzog in Verdis„Rigoletto" würdigten, kamen auch diesmal zu voller Altung: di« voll und.edel klingende, dunkel gefärbte und dennoch in der Höh« so leuchtende Stimme, die.ungetrübte Vollkommenheit seiner GefangSkultnr, die Wärme und Ausdrucksechtheit seines GesangSvor-. tragcr und nicht zuletzt auch die fesselnde und den denkenden Künstler verratend« Darstellung. RoS- waeng« sang seine Part!« in deutscher Sprache. Das trotz Maiensonntag und Blütcnfrühling zahlreich erschienene Publikum begeisterte sich an der seltenen Kniest des berühmte» Gastes, der mit seinem italienischen Kollegen vom Barltonfach Guicciardi von der Scala in Mailand Gegenstand spontaner Beifalls- kundgeibungen war. E. j. SAFE. 1:0(0:0), Olympia Pilsen gegen SK. Ra» konitz 3:0(2:0), Oechi« Karlin gegen Slavoz 2i£< kov 7:0(SamStag). Sonstige Fußballergebnisse. B.-Krumau: DFK. gegen Sportbrüder Prag 2:2(2:2).— Neudek: Karlsbader FK. gegen DDK. 7:3(1:2). — Karlsbad: DDK. Falkenau gegen Sparta §:4(1:3).— Komotau: DFK. gegen Turner SK. 2:0(4:0).— B.- L«ipa: DDB gegen DFK. Ausiig'3:1(1:1).— Gablonz: DDK. gegen tvchie Karlin 7:1(2:1).— Reichendcrg: Warnsdorfer FK. gegen DFK. 4:8(0:2).— Brünn: TSV. gegen MaKabi 3:1(1:1).— Proßckitz: SK. gegen SK Prisen 6:0(2:0).— Budapest: FerencvaroS geg. BocSkai l: 0(0:0), Ufpest gegen Somogy 4:0(2:0).— Wien: Ha- koah gegen Sportklub 3:1(0:1), WAE. gegen Austria 3:1(2:0), Vienna gegen Wacker 3:2 (2:1), Rapid gegen Liberias 5: l(3:1).— München: Auswahlmannschaft München gegen Admira Wien 4:1(2:0). Neuer Weltrekord im Kugelstoßen. Der anreri- kanlfche Student Jack Torrance erzielte bei einem Meeting in Baiton Rouge im Kugelstoßen ein« Weite von 16.06 Metern nnd verbesserte damit den von Douda(Slavia Prag) gehaltenen Weltrekord um«inen Zentimeter. Die Straßrnlausmeisterschast der Tschechoslowakei wurde Sonntag auf der Strecke Böchowitz—Prag ausgetragen und von Rozvoda(Slavia Prag) in 34: 04.4 überraschend gewonnen. Vom DaviS-Eup. Japan gewann in Budapest gegen Ungarn 3:0— Aegypten unterlag in Wiesbaden den Deutschen mit 0: ö.— In Ichevciringe» stehl Holland als Sieger über Polen mit 3:1 bereits fest.— O« st erreich führt in Brüssel gegen Belgien mit 2:0.— I r- land und Dänemark«röfftreten Sonntag in Kopenhagen und haben beide eine» Punkt zu ver.- zeichuen.— Jugoslawien wurde in Florenz von Italien mit 1:4 ausgefchaltet.— Amerika führt gegen Mexiko mit 3:0. Am Pfingstsonntag, den' 4. Juni, geht in vollkommenen Neu«!irstudierung und Neuinszenierung in allererster Besetzung der ,Lohengrin" in Szene. Ferner dirigiert am 8. Juni Generalmusikdirektor Fritz Busch«in« Auffiihrung de- »Fliegenden Holländer". Das Schauspiel wird zwei groß« Neuinszenierungen, und zwar Wedekinds„L u l u"(„Erdgeist" und„Büchse der Pandora" an einem Abend) und Shakespeares„Somme r n a ch t s t r a u m" bieten. Ein« ganz besondere Attraktion des Juni- nionatS soll ein Kammermusikkonzert im Festsaal des Palais Clam-GallaS fein, ferner zwei tz! ach l m u s>k« n im Freien im Garten der Waldstein-PalaiS. Unser Blatt der„Sozialdemokrat“ ist in Prag in folgenden Berfchieitzstellen an haben: Bahnhofsbuchhandlong, Wllsonbahnhof, Masaryk- bahnhot, Donlsbahnhof. BtrUk, Trank, Prag II., TySnov 3. Burok Huk», Trafik, Praß L, StaromSstaki na- niCsti 32. Hodrova, Trafik, Smfchov, näbF. Icgll 13. Jclinkova, Trafik, Nusle II., Motlai domy„Re* formy“. Kot yza Jan, Trafik, Smfchov, Zhorovskä tf. 15. Krausova A., Trafik, Karlin, Krilovakä 14. Krcjeik A., knlhkupectvi, Prag-Llobcn, Krilov- ski 1511. Kronpa Jlndf„ Trafik, Prai II., Ralinovo näbr, ■Unek 114. LHwensohn Karl, Trafik, Prag II., Nekazanka 8. Marei Josef, knlhkupectvi, Prag-Bubenü, ul. Dr. Brdfa 24. Monik, Trafik, Prag I„ Parlament. MrdCkova, Trafik, Prag I., Josefskd tf„ stänck 127. Mräz Jan, Smfchov, Radllckä tk. 43. Orbis A.-G., ZeltungsvcrschlelB, Praha XII., Fo- chova tf. 62. „Praga“. ZeltungsvcrschlelB, Prag II., Havlltkovo ndm. 23. Sodldk Vilclav. Trafik, Dejvlce, Sveeova. Skrabkova Anna, Trafik, Dejvlce, Hennerovy ütcdnlck« domy 280. Strouhal Artur, Trafik, Prag III., Mosteckd It Tausslg E., ZeltungsvcrschlelB. Prag II., VAclav* sks näm. 45. Ungermann Rudolf, Prag II-. PanskA bei Palasthotel. Üstfedni dOln. knlhkupectvi Svöceny. Prag IL, Hybcrnskä 7. Zemann, Trafik. Prag I., PcrStyn. Fentl. ZeltungsvcrschlelB. Prag II., SmeEky 8-10. Und boi Straßen Verkäufern: Wenzelsplatz— MAstek— Masarykbalinhof- Wllsonbahnhof. Mrgorilcher Sport. DFC. Prag gegen DSV. Saaz 2:1(1:1). Am Sonntag hatte man erstmals Gelegenheit, di« Mann- fchaft des TSV. Saaz in Prag zu sehen. All« Erwartungen, die an dies« Begegnung geknüpft wur. den, trafen nicht ein. ES war kein ideenreiches und schönes Spiel, wie man«S bei der Qualität dieser beiden Gegner vorausgesetzt hätte. Beide waren von der„Wichtigkeit" dieses Spieles so nevvöt und so kam es, daß die ein« oder andere aussichtsreiche Aktion jeweils vor dem Tore ins Leere lief. Welcher von den beiden Klubs der bessere fein, soll, diese Entscheidung wurde zwar, erwartet, aber nicht em« wandfrei entschieden. Die Prager hckben ihren knappen Erfolg verdient, sie hatten nach der Paus« etwas mehr vom Spiel— mehr kann man ihnen aber bei bestem Willen nicht zubilligen. Die Saazer hatten ihre besten Leute in dem Mittelläufer, dem Schlußtrio und den beiden Flügeln; das„gefürchtete" Jnnentrio ließ nur in ganz wenigen Augenblicken I von ihrem Können etwas merken und ihr Versager I ist mit ausschlaggebend für die Niederlage. Der .. Von der Lieblingsbeschäftigung deS Univer. Angriff des TM. lebt und fällt mit Kanhäuser, er sitätsrrktors war m^den Sonnta^sblattern^ZU| und Palek war«» wi«der die treibenden Kräfte und -....---- um Zusammenarbeit besorgt; für daS letztere .zeigten aber die übrigen dieser Formation fast kein Berstnädnis nick Eifer allein ist nicht immer— Können. Im Half wiederum Steffl, der nach der Pause gut« Figur machte, während seine Nebenmän- ner mit den flinken Flügeln ihr« lieb« Not hatten. DaS Schlußdreieck entledigte sich seiner Aufgabe sicher, die ihr aber durch daS weiche und ungenau« Spiel des Saazer. Dreiinnen sehr erleichtert wurde. Schiedsrichter war Herr Duden; er wollt« es sich anscheinend mit keinem verderben. Tore für DM.: Kanl)äuser und Stoh; für Saaz: Hoffmann. Im Zuschauerraum waren die Anhänger des DM. besonders„nervös" und so kam es hier des öfteren zu hitziapren Zusammenstößen als auf dem Spielfelde. Uno dabei war das Spiel wirklich der Aufregung I nicht wert. Tfchechoflowakri verliert beide Länderkämpse. I DaS A-Team wurde in dem zum Svehla-Pokal zäh. I lenden Länderkampfe in Florenz von Italien mit vollständigen Neueinstudierung von 10:2(0:2) geschlagen. ÜM'"<" i—"■*" Wird die deuWe Universität in Prag„gleichgeichattet"? In kurzer Zeit„wählt" di« Universität ihren Rektor für das nächste Studienjahr. Weit davon enffernt, dies für ein besonders wichtiges Ereignis zu halten, müssen wir der Bestimmung des Leiters des größten deutschen Bildungsinstitutes unseres Staates Heuer doch mehr Aufmerksamkeit zuwenden als'N früheren Jahren. Neben den Universitäten Prager, di« direkten Zitz ist. Auch eitle, WWW Sudetendeutjchen den Besitz der letzten freien deutschen Universität außerhalb der Schweiz lediglich der tschechoslowakischen„Fremdherrschaft" zu Geheimnisse eines altenglischen Vorher läuft ein interessanlrr Ahnung von der Würde und Architektur vermittelt. Di« drei Musketiere(zweiter Teil). Auch die Fortsetzung von d'Artagnans Heldentaten wird gefallen; wieder kann man ein« glückliche Bereinigung naiver SensaiionSsucht mit gelungener Filmarbeit sestslellen, wieder wird die Schönheit der No rndie begeistern. Wir freuen uns, wenn der Held den Handkuß der schönen Frau verdient und sich mit dem Degen in der Hand den Erfolg erficht. Gespielt wi,rd ausgezeichnet, namentlich Fa i u- silver als Richelieu und Baur als alter Haudegen de Trevi Ue gefallen. Tie Handlung ist nach DumaS gez'mmerl, spannend verwickelt und recht logisch ansgebant; ein Abenteuer sagt das ander«, die Kostüm« des achtzehnten Jahrhunderts flattern im Wind und unsere Musketiere fechten sich von Erfolg zu Erfolg: selbstverständlich verzichten st« zum Schluß auf die Belohnung zugunsten des größten Helden d'Artagnan. Und wir sind fast gewillt mit ihm zu weinen, daß ihm seine schwarzäugig« Dame vergiftet wurde; befriedigt verlassen wir das Kino. Denn die Gute wurde blutig gerächt... W. L. Besondere Veranstaltungen des Deutschen Theaters im Mai und Juni. Die diesjährigen Kunstwochen haben am 6. Mai mit einer t..7,", «Forza del Deftinck x ,.— ,—,,. in italienischer Sprache unter der Leitung von I wanveue......__ Anlonino Voilo begonnen. Dies« Vorstellung kann I R«lhe von Spielern; die Besten waren PlaniLka im nur viermal gegeben werden, da Maestro Votto sich I,°r und Srlnh im Angriff. In Prag maßen di« Mitte Mai von Prag nach London begibt. Er wird I^)b«n B-Mannschaften ihre Kräfte nnd blieben vorher(Domrerstag) noch„Aida" erstmalig diri-1 iv>ber Erwarten die Italiener siegreich, die 2:1 gieren.„FigaroS Hochzeit",„Don Gio-1(0:0) gewannen. Auch dieses Match wurde durch . vannI" und„Fid«li o" sollen ähnlich zyklisch I Regen gestört. zusammengefaßt, wobei auch ztvei Gastdivigetnen, diel Weiter« Länder-, Städte- und Gauspiele, In unserer Bühne jahrelang angchört haben, wieder amsZürich schlug die Schweiz das jugoslawisch« Pult d«S Neuen Deutschen Theaters erscheinen wer-1Länderteam glatt mit 4:1(2:1).— Belgien den, und ztvar Alexander von ZemlinSkh Isiegic in Amsterdam über Hollandmit 2:1(1:0); (.Aigaro" am 11. Juni) und Generalmusikdirektor I daS Spiel der B-Teams gewannen die Holländer niit Egon Pollak(„Fidelio" am 14. Juni),„D o n 14:1(3:0).— In Sofia schlug die bulgarische Giovanni" dirigiert am 3. Juni Georg S z 6 l 1.1 Ländermannschaft«ine ungarisch« Profi-Auswahl- Am 17. Mai gehen„Die Meistersinger von! lnannschaft mit 5:1(4:0).— Das Städtespiel Nürnberg" mit Maria Müller als Evchen Prag—Brünn, das Sonntag in Brünn statt- in Szene. Am Tag daraus findet die Uraufführung| s«nd, gewannen die Prager mit 7:2(4:1).— I.. von Krüsas Oper„Verlobung im Traum'"" statt(Dirigent: Szüll, Regisseur': Mordo). Am A)., 21.(Vorabend von Wagners Geburtstag), 25. und 27. Mai wird eine geschlossen« Aufführung von WagnerS„Ring des Nibelungen" gegeben. Im Gegensatz zu dem bisherigen Prinzip wird aber auch vor allem der Juni sich durch ein« größer« Anzahl besond«r«r Veranstaltungen auSzeichnen. Film sollen gar kein« Leichen, man verdächtigt niemanden, sondern langweilt sich. Denn die Handlung wird hier von tadellos gekleideten Menschen, möglichst im Smoking oder Bratenrock englischen Schnitts erzählt, wobei mit Erfolg abivechselnd gute oder bös« Frauen zuhören und sarkastisch lächeln oder entsetzt sind. Der Fehler liegt hier darin, daß man das Filmen Nichtskönnern anvertraut: mild auch das Filmgofchäft, denn sonst könnte cs nicht zunt Einkauf solcher Ding« kommen, die.h'erzuland« vollkommen überflüssig sind, weil der tschechoslowakische Filmbesucher(sehr zu seinem Vorteil) di« Feinheiten des Dialogs und die Log'k des wacker nachforschenden Kriminalmeisters nicht veisteht. Gespielt wird recht gut. gesprochen wie im l-issischcn Theater mit rechter Betonung jeder Silbe damit nichts verlorrn geht, di« Bauten sind sehr schön nnd sollen das Gruseln lehren, indem sie die Landsitzes enthüllen. Kulturfilm, der ein« Kultur der englischen v Vas Selm des klasievbewaßken Arbeiters gehört b. Ievtralorgan. Deutsche« so,lalvemokr. Elrbelterpartet »Sozialdemokrat-— GteNen-AuSfGreivung Für ein ttrholung-hrim für Jugendliche wird mit AntrittSdatum 1. Juni 1»33 eine Verwalterin gesucht, welche neben der administrativen Agenda auch die Aussicht über die Küchenwirtschaji und Wäsche zu sühren hat. Gesuche sind mit Schilderung der Ausbildung, der bisherigen Tätigkeit, insbesondere mit einer Angabe darüber, ob die Bewerberin bereits in einer ähnlichen Anstalt tätig gewesen ist sowie der GehaltSansprüchc bi- 15. Mai 1933 unter„Verwalterin" an die Administration des„Sozialdemokrat", Prag II.. Nekazanka 18, zu richten. jß'rsasseb«««le^rt» I•»*.- SdssseSsttes« Dlfttlai«Iskait.-«ttanttoottllAet Scbafteur Tn. BmU ettsak,«rat.-.»«W«u»»ruck,«rag- Druck Du» öol«, Ira«.— DU Srltungimatlenfranlahir ward, da» Mr s. Xcltgtabbrntlnnlas«N trlak Nr. 18.800/VH/1S8» drwNNal.- B«,u,tdrdiniiun,ea: Sei L^trlluna la« tzau, oder bei«r»aa durch dl» poft mauarN» Ut IS..°ler„I,ayrNch M«>— MMlK u u- SsluÄ(MH isu| tUUg» derech-m. vr>«IMM«laUWMMa«reilsachlotz.- NtcktzeLlU, wo n-asilri»tea erlolgt m del«isieuduu,«er««»ursiaeUO.