-litt menschlichen Körpers durch die Krankheit des Herzens ergriffen, fo gibt eS kaum eine Rettung vor Siechtum und Tod. Durch den Widerstand der übrigen Organ« kann aber auch das kranke Herz geheilt werden. Dir Mission des tschechoslowakischen Deutschtums besteht im friedlichen Zusammenleben urw Zusammenarbeiten mit dem tschechosiotvakischen Volke ans beiderseitigem Interesse. ES gibt vielleicht Zeiten, wo diese Funktion der Grenzdeut- schen im-Herzen des Gesamtvolkes verkannt, mißdeutet, verurteilt werden. ES werden aber Zeiten kommen, wo die Gcsanrtnation nach erlangter Selbstbesinnung, die Ausdauer und Nüchternheit der die Nachbarstaaten bewohnenden SlamineSgenossrn rühmend und dankbar zur Kenntnis nehmen wird. Die deutsche Schule der Tschechosiotvakischen Republik muß sich bewußt sein dieser nationalen Mission jenes Bolksteiles, dem sic zu dienen hat im Sinne der großen Traditionen Goethes und anderer, der ganzen Meirschhoit ergebener deut scher Geistesheroen. Diese, des Deutschtums wahre Größe begründenden edlen Kultnrwcrtr hochzuhalten, ist Pflicht und Schuldigkeit eines jeden Lehrers und Äulturarbeiters. Den Geist der Liebe, der Arbeit, der gegenseitigen Achtung und des g e m e i n s a m e n Z u- s a m m e»l e b c n s zu fördern, ist auch gleich- bedeutend mit der Pflege der großen Humanitären Traditionen des tschechoslowakischen Volkes und seiner Staatsideen. Auf diese Weife vereinigt die deutsche Schule der Tschechoslowakei deutsche- Volks- nnd tschechoslowakische Staatsinteressen. Eine Schule, die eines dieser Momente vernachlässigen würde, wäre nicht vereinbar nril den Interessen des Staates und des Volke». Diese Feststellung bezieht sich nicht mir auf Volks-, Mittel- und Fachschulen. Sie hat Geltung auch für die Krone alles Schulwesens, für die üodischnlcn. Aus ihnen heraus sollte die wisicirschaftlichc Er kenntnis der wahren Lage und der wahren Bedürfnisse des deutschen Volkstums der Tschechoslowakischen Republik hincingctragcn werden in die weitesten Kreise des Volkes, immer betonend und verbreitend, daß wahre Wissenschaft nie der Exklusivität und llebcrhebuiig, sondern immer nur den Ideen der Liebe, des Verstehens, der Verbindung, der Gemeinsamkeit dienen kann. llm unser Schulwesen in dicseni Sinne er halten und gestalten zu können, bedarf cS der Mitarbeit und Hingab" der Seele der Schule, der Lehrerschaft. Nicht nur in der Schule selbst, auch außerhalb derselben in öffentlicher und privater Betätigung. Es ist selbstverständlich, daß in cineni demokratischen Staatstvcscn, wie cs die Tschccho- slowakische Republik ist, im Rahmen der geltenden Gesetze Freiheit der Uebcrzcu- g u n g gewährleistet bleiben muß. Die Schule ist aber nicht freies Betätigungsfeld für beliebige Anschauungen und Ideen einzelner Lehrpersonen. Der Geist der Schule muß bestimmt werden durch das Staats und Volks!»ter- esse und nur in dicseni Rahmen kann sich die Freiheit des Einzelnen voll auslebcn. Diesem Geiste muß der Lehrer treu bleiben auch in seiner Betätigung mißerhalb der Schule. Wer in seiner öffentlichen und privaten Betätigung dem staatS- und demokraticfeindlicheu Gewalts- und Kastengeist huldigt, kann in der Schule nicht Lehrer sein. Unsere Schule braucht ganze Lehrer mit voller Hingebung. Mit der Hingebung ihrer ganzen Seele für die Sache des Staates, der Demokratie und des Volkes. Zwei Herzen wird und kann in der Tschccho- s l o w a k c i nicht gedient werden. Ich bin fest überzeugt, daß der überwiegende Teil aller ehrlich Denkenden unserer Republik eins ist mit mir in der Anschauung, daß dir Schule der Tschechoslowakei republi kanisch und demokratisch bleiben muß, fest ergeben der Staatsidec nnd den Volksnot- wendigkeitcn und frei von jeder Gewalt- und Rassenideologie. Diese Bestrebungen müssen und werden>vir mit aller Festigkeit iveitcr verfolgen und alle ent- g e gen gesetzten S t r ö in» n g c n und Versuche von tier Schule strengstens fcrnhalten und n i e d c r z w i n g c n. Nur auf diese Weis« können wir gerecht werden der einzig richtigen Schulpolitik: Erziehung der Jugend zu Wahrheit, Ehr. lichkeit, Arbeit, Idealismus, Duldsamkeit, Staatstreue, Volkszugehörigkeit und Völkerverständigung. Nm dient der„Venkov“? Der Koalition oder dem naKenltreuz? Als Hitler am 80. Jänner 1938 sein Amt angetretcn hatte, befand sich unter den Gratulanten, die über die Grenzen hinüber, dem neuen Diktator die Hand schüttelten, der „Venkov", das Organ der Partei des„republikanischen Landvolks", der größten Koalitionspartei, der Partei des Ministerpräsident teil der Tschechoslowakischen Republik. Das hat die politische Oeffentlichkeit nicht einmal sonderlich überrascht, denn durch politische Weitsicht hat sich dieses Blatt, für das der Herr Senator Vranz- als Chefredakteur zeichnet, von dem die Politiker erzählen, er schreibe gute Romane und den höchstens die Romanschriftsteller als einen Politiker bezeichnen werden, niemals hervorgetan. Die politischen Grundsätze oder tvcnn man will die dürftige„Weltanschauung" des agrarischen Blattes, läßt sich in eingni Satze wiedergeben: Jnimcr gegen die Sozialdemo- k r a t i c u n d d a s mit j c d c ni Bundesgenossen! Seit Jahren kann der Leser des„Venkov" die Beobachtung machen, daß der-Herr VranF und seine Gehilfen mit liebevoller Aufnierksamkeit da«„Rndö Püvo", das Blatt der Konnministen lesen nnd von dort alles Gift beziehen, in das sic die Spitzen ihrer Pfeile tauchen, bevor sie diese gegen die Sozia ldmnokratie schlendern. Ta erzählen uns imnicr die Agrarphilosopheli, daß nur der Bauer, der auf seiner Scholle oder vielmehr der Agrarier, der auf seinem Restgut sitzt, ein guter tschechoslowakischer Patriot sein kann. Wer wenn es gegen die Sozialdemokratie geht, dann nehmen die Asphaltagrarier, die in der Redaktion des„Bancrnblattcs" sitzen, Kvmmnnisten und Hakenkrenzler brünstig in ihre Arme auf. Die Hitlerbegeislernng des -Herrn Branif kann sich nur deshalb nicht ganz anslvben, weil die-Hakenkrenzler Deutschlands die Lausitzer Serben, welclzc sich al t?r schwächste Ztveig der slawischen Völkerfamilie stets der Sympathie der Tschechen erfreut haben, in ihrer Existenz bedrohen nnd weil die Außenpolitik der Nazis gegen die Tschechoslowakei gerichtet ist. Wäre das nicht der?$*•(, würde der Herr Vranv auf seinem Restgut vielleicht noch mit einem braunen Hemd bekleidet, an sonnigen Tagen in die blaue Luft gucken, dem Rauch seiner Zigarre die Farm eines-Hakenkreuzes geben nnd im übrigen still vergnügt sein. Wie viel treue Freundschaft das Herz des-Herrn Vranx für die.Hakenkrenzler birgt, trotzdem die braunen Herren in Berlin nicht sehr auf das Wohl der C- S. R. bedacht sind, lehrt eine Notiz im gestrigen„Venkov", die den jauchzenden Titel trägt:„20 bis 25 Prozent der Mitglieder der deutschen Sozialdemokratie bei uns läuft zu den-Hakenkrcuzlcrn". Darin wird erzählt, daß die„Grenzler", insbesondere aus Tcplitz und Reichenberg lglcich- zeitig!) der Redaktion Mitteilen, deutsche Sozialdemokraten— und zwar 20 bis 25 Prozent, wie sie genau und gewissenhaft zählen — treten aus ihrer Partei ans und bleiben entweder unorganisiert oder gehen gar zu den Hakenkrenzler» über. In der Notiz selbst machen alle Ausgetretenen— einschließlich jener, die zu den Nazis gehen— 20 bis 25 Prozent unserer Parteimitgliedschaft aus, im Titel aber erreichen schon diejenigen allein, welche ins Hitlerlager abgcschwenkt sind, diese 20 bis 25 Prozent. Die Begeisterung des Redakteurs des„Venkov", der anscheinend erst die Notiz und dann den Titel geschrieben hat, ist in wenigen Minuten um eine beträchtliche Anzahl von Prozenten gewachsen— in demselben Grade als seine Urteilskraft nachlteß nnd er sich forsch von der Wahrheit entfernte. Wir bedauern sehr, daß wir dem Herrn Vran>- nnd Konsorten die Freude stören und i feststetlcn müssen,-daß trotz der Krise unsere 1 Parteiorganisationen nicht nur gefestigt sind, 13. Jahrgang. Gamstag, 13. Mai 1933 Rr. 112. Bedeutende deutsche Rundfunkrede Dr. Derers: für Wahrheit, Arbeit und Duldsamkeit, Idr Volkstreue und Völkerverständigung! Der tschechoslowakische Sdiulminister stellt der lascistischen Gewaltkonzeption die Konzeption der Humanität und Demokratie gegenüber! Gestern hielt Unterrichtöministcr Genosse Dr. Dörer im tschechoslowakischen Rundfunk eine deutsche Rede, die wohl vor allem an das sndrtendeotsch« Volk gerichtet war, l die aber auch für all« Rationen, dir diesen Staat bewohnen, von größter Bedeutung ist und dir zudem auch über di« Grenzen dieses Staates hinaus größte Beachtung finden sollt». Wir veröffentlichen im Nachstehenden riuen Auszug aus dieser Rede, der vor allem die allgemein gültigen Gedanken DsrerS wiedergeben soll. Sowohl was er an dir Adrrsie Deutschlands richtet, als auch di« Schlußfolgerungen, die Dörer für die Tschechoflo- wakei, für da» Zusammenleben der deutschen mit der tschechische» Nation zieht, und insbesondere seine Gedankengönge über die Aufgaben der deutschen Schule und Lehrerschaft in diesem Staate, sind von höchster kultur- und allgemein politischer Aktualität. Wir verzeichnen diese Rede, auch wenn die eine oder andere Wendung nicht restlos nach unserem Sinne sein sollt«, mit unverhohlener großer Freude über die au» ihr sprechende Gesamtanschauung, di», gerade angesichts des Geschehens in Deutschland, all« demokratisch bewußten Menschen in der Tschechoslowakei, welcher Nation immer sie angehören, mit tiefster Befriedigung erfülle» wird. Die Ereignisse in unserer Na ch- barschaft Haven der Politik ihren entscheidenden Einfluß wieder zurückgegeben. Nicht durch wirtschaftliche, reale, der Vernunft zugängliche, die Interessen und Bestrebungen aller in entsprechendem Maße berücksichtigende Erwägungen und Maßnahmen sollen die Gegenwartsprobleme der leidenden Menschheit einer Lösung zugcsührt werden, sondern durch eine geradlinige, kompromißlose, auf dem Recht des Stärkeren basierende, dir Interessen der Schwächeren mißachtende, all« Andersdenkenden und AnderSsühlenden niedertretend« politische Gewaltkonzeption. Zwei Konzeptionen kämpfen Henle in Europa. Die eine, die die inneren uiid äußeren Schwierigkeiten der Staaten und Nationen durch rücksichtslose Gewaltanwendung in der inneren Politik meistern will, und naturgemäß auch in der äußeren Politik Drohungen und Krieg als dir heiligsten Mittel des nationalen Erwachens betrachtet. Di« ander« Konzeption, ausgebaut auch aus wirtschaftlichen Erwägungen, beseelt von dem großen K u l t u r g e d a n k e n, das Gute, Schöne und Nützliche wäre auch bei den Schwächsten und Unansehnlichsten der Menschen und Nationen zu finden und zu sör- dern, halt dir Gesundung der großen politi- schen, wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Krise der Gegenwart nur durch Mittel der gegenseitigen Verständigung, Ach. tung, Duldsamkeit, Kultur, Demokratie und Kompromisse für durchführbar. Für die Tschechoslowakei kann es nicht im geringsten zweifelhaft sein, welcher Konzeption sie sich anzuschlicßon hat. Nicht das wirtschaftliche, kulturelle und politische Autarkicprin- zip, mit all seinen Auswüchsen und Gewalttätigkeiten, sondern die Befolgung des Grundsatzes der Notwendigkeit deS demokratischen Zusammenlebens, ist am meisten geeignet, die Interessen der kleinen Völker und lleinen Staaten am besten zu wahren. Vie SW einer Nation kann sich natürlicherweise dem allgemeinen Einflüsse des Nationallebens nicht entziehen. Die Schule ist ja dazu da, damit sie dem Staate und der Nation selbstbewußte, tatkräftige, arbeitsfreudige Bürger nnd Mitglieder heranzieht. Die Schicke der Tschechoslowakei muß den großen Traditionen des tschechoslowakischen Volkes dienen. Diese Traditionen allein sind imstande, ein friedliches Zusainmenleben der Tsche- chosiowaken mit ihren Nachbarvölkern zu ermöglichen und auf diese Weise den großen Gedanken der Völkerfriedcns dort zu verwirklichen, wo die Menschheit den Frieden am meisten braucht, d. i. an jenen Stellen, wo viele, kleinere und größere Nationen zusammenfließen und Reibereien und Streitigkeiten am leichtesten entstehen und große Brände verursachen können. Im Kampfe zweier wetteifericher und Europa zerspaltender Ideologien und Konzeptionen, kann sich die Schnle der Tschechoslowakei nur in dcn Dienst jener stellen, welche förderlich Und dem Geiste der Kzcktur, der Völkerverständigung, der Anwendung friedlicher Mittel bei Erledigung von Streitigkeiten im Innern nnd «iußern. ES ist ausgeschlossen, daß die Schule der lschechoslqsvakei- einem Geiste diene, der die höchste Unduldsamkeit, gegen Andersdenkende zur Regel erhebtj der dem herrschende« Parteigeiste nicht genehme literarifche und wissenschaftliche Werk« dem Scheitrr. Hausen überantwortet, der Geistesarbeiter nur deshalb verpönt» weil sie anderer Herkunft sind, der alles, was nicht auf Grund mechanisch kasernierter Regel dem eigenen VolkSfiamm« entspringt, für minderwertig, verwerflich, verachtungSwert erllärt, der di« Freundschaft und Verbindung eigenen Blute» mit dem Blut« anderer Menschenrassen für volksfeindlich und al» Verrat am eigenen Volk« deklariert, der Rasienhaß, religiöse Unduldsamkeit schon in die jung« Kinderseele hineintragen und die Jugend nicht zur Wahrheit erziehen will, sondern zur rücksichtslosen Förderung egoistischer Rassen- intrreflen, wenn notwendig, auch durch Fälschung, Entstellung nnd Unterstellung historischer Tatsachen. Als verantwortlicher Leiter des tschechoslowaki- schen Untcrrichtswcscns erflärc ich mit schärfstem Nachdruck, daß ich nicht dulden werde, daß solch ein Geist der nationalen, religiösen und Rassrn- Unduldsamkeit in imsere Schulen rinziehe. Ein jeder Versuch, die Schule Kamenskys in eine Schule dr» Gewaltgeistes umiuwan- deln, wird mit den allerscharfsten Mitteln im Keime erstickt werden. Die Schule der Tschechoslowakei hat;>vei Gedanken zu dienen: dem eigenen Volke nnd dem eigenen Staate. Die deutsche Schule der Tschechoflowakei hat zu dienen dem eigenen deutschen Volke und dem eigenen tschechoslowakischen Staate. Lange Jahrhunderte leben Tschechen und Deirtschc nebeneinander, wenn auch in stark wetteifernden, so doch, ini Grunde genommen, in friedlichen Beziehungen. Seit Jahrhunderten sind sie verbunden durch das ge- nieinsame Staatswesen und gemeinsame Landesorganisationen. Diese Tatsachen können nicht verdrängt werden durch neugeschaffenc, nicht eigenen Interessen dienende, fremde Macht- und Rasicnideologien. Die Lebens- und Volksinter- esscn des sudetendeutschen Volkes sind in erster Linie bestimint durch das tatsächliche, alltägliche, historischtraditionelle Zusammenleben mit dem tschechischen Volke. Wer das deutsche Volk in der Tschechoslowakei dem böhmischen Ganzen entreißen wollte, der verginge sich nicht nur an den Staatsinteressen der Tschechoslowakei, sondern in nicht geringerem Maße auch an den Interessen des deutschen Bolksganzen. Nicht nur im Inter- effe dieser Nachbarvölker, auch im Interesse des großen Millionen-Volkcs ist es, daß die nachbarlichen Beziehungen in friedlicher und friedfertiger Weise abgewickelt werden. Das Verbleiben von Deutschen in unserem Staate ist nicht nur Staatsinteresse der Tschechoflowakei, es ist auch ein Interesse der friedlichen Entwicklung Europas und cs ist,»und dies ist besonders zu betonen, auch eine Notwendigkeit des Gesamtdeutschtums. In allen diesen Fällen handelt cs sich uni Grcnzdeutsche, die einesteils dcn etni- schcn Kern des Gesamtvolkes zu schützen haben, andernteils aber den Uebcrgang, die friedliche Zusammenarbeit mit den Stationen der Nachbarschaft zu gewährleisten berufen sind. Würden diese Grcnzdeutschen sich dcn jeweiligen wechseln- den Strömungen des Bolksganzen anpasfen, so wäre das-nicht nur Gewalt in ihren Traditionen und Interessen, sondern cs würde das Volksganze großen Gefahren aussetzen. Gerade in Zeiten von Gärungen im Bolksganzen müssen die Grenzteilc sich nicht hinrcißen lass?»- zu Handlungen, die im Widerspruche'mit ihren natürliche» Aufgaben sind. Werden alle Organe des Seite 2 Samttag, 18. Mai 1888 Jlr. 112 So kann nie Not nicht gelindert mrden! Braunauer Gendarmerie drischt in harmlose Passanten. Gute Vorbereitung heißt alles! Die Lokalorganssatkonen haben den ganzen Werbeplan gut Vorzubereilen Rayone elnteilen! Werbeadressen zusammen' stellen!- Werber bestellen!- Werbeexemplare rechtzeitig ansordern! 8e gewiffenha'tcr d ese tlrbeit geleistet wird, desto größer der Erfolg! sondern, daß wir sowohl im Jahre 1982 als auch in den ersten vier Monaten 1988, über tvekche uns Berichte Vorlieben, in einzelnen Gebieten Parteimitglieder gewonnen haben. Die Aufmärsche der deutschen Sorialdemokratie am 1. Mai, die fast überall stärker waren als ein Jahr vorher, hätten die Großstadtagrarier des„Pen- kov" darüber belehrt, daß sie der Bevölkerung einen Unsinn einreden. Mr haben im letzten Jahre Fälle von Opferfähigkeit arbeitsloser Parteigenossen erlebt, welche uns gezeigt haben, welch prächtiger Geist unter den sozialdemokratischen Arbeitern ist und daß in unserer Bewegung eine gewaltige innere Kraft lebt, die alle Stürme, die etwa noch kommen werden, überdauern wird. Man muß unsere .Kundgebungen, Dcrsam'mlunaen und Schulen mitmachen, um die geistige Höhe und sittliche Kraft, um die Kultur kennen zu lernen, welche die deutsche Sozialdemokratie in der Tschechoslowakischen Republik verkörpert. Mag bei irgend einer Gemeindewahl etwas abfallen, was faul war, der Kern unserer Bewegung ist gesund, die klassenbcwußte Arbeiterschaft wird bleiben, was sie immer gewesen ist: sozialdemokratisch. Je. weniger daS die tschechischen Agrarier begreifen werden, desto schlimmer für sie, desto schmerzlichere Enttäuschungen werden sie erleben. Sie werden noch die Erfahrung machen, daß Herr Branv trotz seines Restgutes kein anderes Bieh züchten kann— als Zeitungsenten. Rosenberg Mnansbompllmenflerll Paris, 12. Mai. Der Londoner Korrespondent des„M a t i n" erfährt, vast das britische Innenministerium gestern abend den Sitlerdelegierten Rosenberg ersucht hat, seinen Aufenthalt in London abzukürzen. Aus Braunau wird uns geschrieben: Donnerstag, den 11. Mai ist die Arbeiterschaft der Firma Heinrich Pollak Söhne infolge eines Lohnkonflikics spontan in den Ausstand getreten. Tie ganze Belegschaft von mehr als 1000 Menschen halte sich im Fabrikshof versammelt. Der Fabrikshof grenzt direkt an die Straße, die vom Bahnhof znm Ringplah führt, was zur Folge hatte, daß die Arbeiterschaft des benachbarten Be. triebe- Novotny sowie auch andere Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, und schließlich einige Geschäftsleute, deren Weg in der Mittagspause an dem Betrieb der Firma Pollak vorbeiführt, bewogen fühlten, stehen zu bleiben, unt zu sehen, was denn eigentlich im Dctriebshof los sei. Obzwar sich die angesammelteu Menschen ruhig verhielten, ging nm zwei Uhr nachmittags der Gendarmerieoffizier an der Spitze von etwa Berlin, 12. Mat.(Conti.) Wie der Zei. lungodicnst mitteilt, hat der Generalstaatsanwalt des Landgericht» I Berlin folgende Anordnung erlassen: Die am 9. Mai angeordnete Beschlagnahme de» sozialdemokratischen Parteivermögen» wird dahin ergänzt, daß auch das Vermögen der Freien Gewerkschaften, de» Allge- meine» deutschen Gewerkschafs» bundes, de» Allgemeinen freien An» Für ein demokrailsihes, neutrales Oeslerreidi. Sozialdemokratie lehnt Anschluß an ein Zuchthaus ab. Angesichts der Erörterungen über die staat- liche Zukunft Oesterreichs hat die österreichische sozialdemokratische Partei heute eine programmatische Erklärung beschlossen, in der eS u. a. heißt, daß die Partei, als sie im Oktober 1918 dem dcutfchösterreichischen Volk den Anschluß an das Deutsche Reich als Ziel setzte, den Anschluß an die Deutsche Republik an. strebte; den Anschluß an«in saseistischeS Zuchthaus lehne die Partei aber entschieden ab. Der Sieg des NationalfasciSmus in Deutschland hat alle Möglichkeiten einer friedlichen Verwirklichung des AnschluffcS zerstört. Wenn auch Oesterreich dem FasciSmuS verfassen, sollte, und wär«, es auch nicht der deutsche, sondern ein par- tikuläristlsch-letzitimistischer, dann hätte Oesterreich- Selbständigkeit keinen Sinn und keine Bedeutung für daS deutsche Volk. Di« Selbständigkeit eines demokratischen Oesterreich wird die österreichische Arbeiterklasse zu verteidigen bereit sein, die Selbständigkeit eine- klerikal. fascisiischen Oesterreich nicht. Ebenso entschieden wir jeden Anschluß an ein saseistischeS Deutschland, lehnen wir jedes BasallenverhältniS gegenüber dem fascisttfchen Italien und jede Wiedervereinigung mit dem gegenrevolutionären Ungarn ab. Ebenso entschieden bekämpfen wir den FasciSnmS der Regierung Dollfuß, dessen letztes Ziel es ist, unter Italiens Schutz Oesterreich und Ungarn 80 Gendarmen mit gezücktem Säbel auf die ange- jammelten Menschen los und ließ die Gendarm.- rie in die Menschenmenge hineindreschen. Eine ganze Menge freigewerkschastlich organisierter Arbeiter ebenso wie eine Reihe von Parteigenossen, ja sogar Frauen und Kinder wurden mit Gummiknüppeln auf den Kops und in- Gesicht geschlagen. Dieses Verhalten der Gendarmerie muß den schärfsten Protest Hervorrufen, zumal sich die Arbeiter und übrigen Zuschauer vollkommen ruhig verhielten. Es ist dringend notwendig, daß der Innenminister die Gendarmerie dahingehend aufklart, daß sie nicht unnötig die Bevölkerung reizt und daß sie sich nicht zum Sklaven eines profitgierigen Unternehmertums hcrabwürdigt. gestelltenbundes, aller ihnen angeschlossenen Vewerkschasten sowie aller ihnen angeschlossenen Vermögensverwaltungen beschlagnahmt wird. Als verfügungsberechtigter Pfleger der beschlagnahmten Vermögen wird der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley bestimmt, der auch berechtigt ist, Bevollmächtigte zu ernennen. unter HabSburgS Szepter zu vereinigen. Oesterreich muß in strengster Neutralität verharren, die uns bewahren soll, in kriegerische Zusammenstöße hineingcrisien zu werden. Der RM’ßessi® In Wien. Dollfuß weicht zurück. Wien, 12. Mai.(Eigenbericht.) Der für morgen angcknndigte Besuch der nationalsozialistischen Minister aus dem Deutschen Reich wird nut großer Spannung erwartet. Wie wir bereit» vorausgesagt haben, hat die Negierung ihr« zuerst angekündigten Maßnahmen gegen den Besuch zum größeren Teil zurückgezogen. Sie hat die Demonstration am Asperner Flugfeld gestattet, ebenso auch die Spalierbildnng der Nazi vom Flugfeld bi- in die Innere Stadt. Di« ganze Wiener Polizei ist in Alarmbereitschaft, um auf dieser großen Strecke die Ruhe aufrecht zu erhalten. Entgegen., ihren ersten Versicherungen hat die' Regierung auch gestattete, daß die deutschen „Gäste" in einer großen Wiener Versammlung von Hakenkreuzlern sprechen. Sie fordert aller- dings, daß die Redner sich an das historische Thema der Türkenbefreiung des Jahre- 1683 halten und Angriffe auf die österreichische Regierung vermeiden. Hellte wurden der nationalsozialistische Gauinspektor von Kärnten von Kothen und der oberösterrcichische Gaukommandant Kauders au» Oesterreich ausgewiesen. Kothen ist Deutscher, Kandcrs südslawischer Staatsbürger. Beide mußten augenblicklich das österreichische Staatsgebiet verlassen. Unter einem wird aus Klagenfurt gemeldet, daß der dortige Lande-gendar- mcrit'nspeklor F a z o l l, der Beziehungen mit den Nationalsozialisten unterhielt, suspendiert worden sei. uiinu!iniiiniiiniiiinniiniiiniinnnmiimiiininiininiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiniiiniiiuiiiiniiiiniiiiiiniiiuiiiiniiiiiiniiiinnmin(nn(nmmmnimmmHmnm(inn{mf{»rnim!nmnrr{rnt»imnH»HmiinHiw Aach das Gcwerhschahsvcrta^cn gcsMlcn! Arbeltsanlelhc. Verlängerung der Zeichnungsiris! bis Ende Juni. Der gestrig« Ministerrat hat u. a. seine Zu. stimnning erteilt, daß der Finanzminister mit Rücksicht auf zahlreiche aus den Kreisen der Landwirtschaft, der Industrie, des Gewerbes und Handels sowie an- Bankkreisen und von anderen Korporationen eingeaangene Ersuchen die Früt zur Zeichnung der ÄrbeitSanleihc bi» zum M, Juni d. I. verlängere. Am Montag werden von den zuständigen Ministern weiter« Anträge zur Durchführung von JnvcstitionSarbeiten aus dem bisherigen Erträgnis der ÄrbeitSanleihc dem Ministern vorgklegt werden. Alle haben etwas gewußt, ab« keiner hat etwa- getan. Brünn, 12. Mai. Jng. Horn k, Sekretär der Skoda-Werke, sagte heute vor dem Staatsacrichtshos über leine Beziehungen zu K o b s i n e k und G a j v a auS. Etwa Mitte Jänner kam K o b s i n c t zu ihm und erzählte ihm von einem beabsichtigten UcbersaN der Kommunisten aus staatliche Objekte. Er forderte Horük auf, sich an einer Gegenaktion zu beteiligen: der Plan märe vom Generalstab vorbereitet und Horäk könnte L b e r st werden. Horük habe nicht begriffen, warum gerade er al- Neservekapitän ein Kommando bekommen sollte, da doch genügend höhere aktive Offiziere zur Verfügung standen. Bei einem Besuch in Prag teilte er sein Gespräch mit Kobsinek Gajda mit, der sehr erzürnt gewesen lei und vor Zeugen ein Protokoll anseriigen ließ. Gajda schrieb dann einen Brief an Uvira, welchen Hortk persönlich übergeben sollte, dann jedoch nicht ablieferte. Der Angeklagte K o b s i n e k bebarrte bei der Konfrontierung mit H o r ö k aus seinen früheren Aussagen und erklärt, er habe angenommen, daß Gajda einverstanden sei, da Horü'l irr..', mehr zu ihm kam. ES kommt zu einem wn.'r’t Austritt zwischen Horak und K o b s i n e k. Tie Zeugen Kasper, Babata und Hudec bcstä« Ilgen die Aussagen H o r ü k S und betonen, daß nach keiner Mitteilung K o b s l n e k gesagt habe, er hätte den Befehl von Gajda erhallen und die Aktion würde In etwa ein bi- zwei Monaten, nickt schon am 21. oder 22. Jänner, wie Kobsinek behauptete, vor sich gehen. Der Zuckerbäcker Franz 2alsky hat vor Kobsinek gewarnt, weil dieser öfter über stlne Pläne gesprochen hat. Der Verteidiger Tr. Peöek beschuldigt den Zeugen, an einigen Personen Erpressungen versucht zu haben und ersucht den Staatsanwalt, gegen Zalsktz die Strafanzeige zu erheben. Der nächste Zeuge, Anton B a l e n t a, gibt an, daß Kobsinek ihn am 21. Jänner in die Kaserne zum Rittmeister I a k u b gebracht und ihm gesagt habe, daß Fascisten'und Militär eine kommunistische Aktion verhindern"würden. Auch, den Zeugen Jakob Stla stütz hat Kobsinek zu Jakub gebracht- und ihn dort gefragt, wieviel Leute er bei einer Aktion gegen di« Kommunisten aufbringen könnte. Der während der Verhandlungen oft erwähnte Dcrsicherung-bcamt« Stanislav Marinko b e> st r e i t e t, Kurier zwischen der Prager Zentrale und den Brüllner Fascisten gewesen zu sein. Er wurde im Jahre 1981 au» persönlichen Gründen au- der Organisation ausgeschlossen, verkehrte aber weiter mit einigen der jetzt angcklagten Fascisten und hott« auch ,m„Pilsner Hof" in Brünn Konferenzen mit den dortigen Mitgliedern der Organisation. Vor Schluß der heutige» Verhandlung über- raschl G a j d l durch eine neue Aussage. Er behauptet, Kobsinek sei in der Kasern« gc- wese», während Kobsinek bisher immer erklärte, nur vor der Kaserne gewesen zu sein. NaeMruolc verboten« UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunpgraber Copyriglh by SocletlU*VerlaRi Frankfurt am Main 1033 Aus der Spitzbergenexpcdition war nichts geworden. Die Gesellschaft hatte im August (1923) die Essektenausnahme annulliert und das Unternehmen endgültig abg«blas«n. Das.oar für Karl«ine schwere Enttäuschung, weil er in Bäckebo schon wie ein Dieb heruniging. Dennoch sollte er noch einen Winter und Somme: dort bleiben. Die Skandinaven, Holländer, Schweizer und Argentinier haben in dieser Zeit bewiesen, daß di« Summe des Mitgefühls, da- in der Welt lebt, durchaus nicht kleiner ist al- die Summe der Unbarmherzigkeit. Allein im Sommer 1924 wandert« Oscar Vetterfson nach Milwaukee aus. DaS entzog Karl, wie«r eS fühlt«, di« letzte Berechtigung auf seinen Bäckeboer Platz. In der gleichen Woche lernt« er jedoch in Göteborg«inen jungen Lehramtskandidaten ans Uddevalla kennen, der im September lein praktische- Jahr in«in«in entlegenen Nest in Norrland antreten sollt« und ihm den Vorschlag machte, mitzukommen, da eS dort oben immer etwa- zum Leben geben ivürde. So lam Karl in den Norden an di« norwegische Grenze, nach Härjedalen, in dar hinterwäldlerische Lillhärdal. Der Ort zählt« zivei Dutzend Holzhütten, die in ein Mc«r von Föhren und in einen Zirkel von kleinen Seen gestellt waren. Karl- Wohnung bestand ans einem Raum in der Schul«, der mit prunkvollen roten Tapeten auSge» schlaaen war, aber nichts als«inen ungeheuren Kamin und zivei aus Lämmerfellen zusammengenäht« Decken enthielt die der Lehrer beschafft hatte. Der besondere Vorteil dieser Wohnung war, daß st« nicht eine» Oere Miet« kostete. Karl 47 and schon in den ersten Tagen Arbeit. Di« Faktorei schickte ihn mit einem Trupp Holzfäller in daS Fohrennrcer hinaus, wo er die gefällten Stämme von den Aesten säubert«. Später, als di« Kält« aus 40 Grad Celsius anzog, wurde daS Gefällt« auf di« zugrsrorenen Flüfse hinabgeholt, wo es über den langen Winter liegen blieb.-Hernach war eS vorläufig aus mit den Jobs. Aber Karl hatte 36 Kronen die Woche verdient und nur 9 verbraucht. Morgens Hafergrütze mit Milch, mittags ein« Omelette aus drei' Eiern oder eine Bratwurst, abends Suppe ans gedörrtem Obst und zwischendurch tellergroße Kneggebröds mit fingerdicker Margarine daraus, das war ein Speisezettel, der das Menü von 1916 bis 1918 bei weitem übertraf. Aber die Ding« lagen gar nicht 10 schmalhänfig. Sosern man beim Kartenspiel gelvann, waren in tfchakogroßen Blechbüchsen selbst Hummern vorhanden. Und wären sie nicht gelvesen und wär« auch fonst nichts gewesen, dann hätte es noch immer Heringe gegeben. Du liebes Leben, man durst«, als ein von dcw kriegerischen Europa vertriebener Galgenvogel, nicht mehr verlangen, als daß man alles hatte, was man brauchte, ulld daß eS selbst jung« Langl-aarig« gab, bei denen man heimlich einstcigen konnte. Die innere Stille aber schöpfte Karl aus der neuen Bescheidenheit, di« ihn nun manchmal denken ließ, er fei ohnehin kein Ausertvähller, der irgend- lvelchc Ausnahmen z» erwarten hätte, und da wäre«S überall gut, wo es eben gerade gut sei. An den langeii Winterabenden, und dann auch über die Tage, lud ihn der Pastor deS Dorfes zu sich. Dieser Mann, der wie der alt« Graf Zeppelin anssah, war der größte Weidenbotani- ker der Welt. Er hat!« sich auch, obgleich«r ein Däne war ilnd Pedersen hieß, seinen Weideii zuliebe Enander genannt. Im.HauS dieses PastorS war ein Herbarium zu ordnen, neu zu beschriften und zu registrieren^ daS die Ausbeute eines langen und emsigen Lebens darstellte und alle Räum« bis unter dar Dach hinaus ansüllt«. So verging der Winter, Teils über reinlichen Papierbogen, mit zarten trockenen Wcidenz>veig«n t>ar- auf, di« wie-Heu dufteten, teils mit schweißig«» Karten in der Hand, indes die Köpf« im SchnapS- dampf um den Tisch schlvankten. Karl lernte auch auf Skiern stehn, im Schlitten dreißig Kilometer über Land in ein Kino fahren und«r kam auf Bälle,>vo man zu einer Ziehharmvnika den .Hambo tanzte, die.Hand in der Hüfte und den Hut auf dem Kopf. Am 20. Mai wurde es Frühling. Di««inzige Straße des Ortes quoll ein Strom herab und das brechende Eis zerriß die Brücke, di« in der Form eines halben Achters über den Housee gelegt war. Ta gab es wieder Arbeit. Karl tvar nun auch beim Flottning, beim Flößen. mit von der Parti«. Er mußt« ein Paar Stiefel erstehn, die man bis an den L«ib heraufzog, hiezu bekam er«ine lange Stange in die -Hand, mit einem Widerhaken vorne. So turnte er mit den anderen deck Härjcün hinab, um di« Stämme, die sich an den Ufern in unbegreiflichen Knoten verfilzt halten, in di« treibend« Mitt« hinauszustoßen. Dort schwammen sie dann in di« große» Seen hinab, an denen die Sägewerke lagen. Für Karl aber war das eine Sach«, die fünfzig bis sechzig Kronen in der Woche einbrachte. Für dieses Geld konnte man schon ein Quantum Lebensgefahr in Kauf nehmen, yiit der besonders zu rechnen war. als, vom ersten bis zum fünften Juni, die Stürm« von den Fjällen l)«rabstür;ten. Dieser LuslauSgleich brachte noch einmal eine lausige Kälte, in der alle kleineren Wässer aber-' mals zufroren. In glasigen Blasen stand das EiS über allem. Dann war über Nacht Sommer. Innerhalb lveuiger Tage legt« sich die Lust heiß an die Wange und über den Seen begann die Mückentvolke zu toben. Aber nun fiel auch mit der heranrückenden Abreife des Lehrers, der Mitt« Juli sein« Schule schloß, der erste Schatten über Karls Weg. Karl begann es wieder zu spüren, daß er in Wahrheit noch immer k«in Zuhause hatte. Da stieg ihm der Kumvan Per Hägglund ans die Bude, und zwar mit der Einladung, daß er zu dem Magister äsander, der von ihm gehört hätte, aus einen Besuch hinüberkommen möchte. Dieser Besuch sollte für Karl von Bedeutung werden, weil er s«in«m Lebensweg für die tiächst« Zeit die Richtung wies. Karl ging mit Per.Hägglund an den Ormusee hinab, wo der jünger« Bruder^'anders in einem Motorboot wartet«. DaS Motorboot fuhr gerade auf einen in den See herauSgelegtcit Laufsteg zu. Dahinter stand ein Helles Holzhaus mit Veranda, Balkon und verziertem First. Auf dem Laussteg aber wartet« Pfänder: Wälkonien! Er trug einen hellgrauen Anzug und keinen Hut aus dem kahlen Kopf. Dieser Mann mit dein Gesicht eines Kardinals und den Augen eines MadchenS war kaum ält«r als Karl, ab«r er hätte sein Vater sein können. Da Karl die- spürte— er laS eS von dem Gesicht Pfander-, über dem«in« großartige Klarheit lag—,«inp- sand«r die verhaltene Innigkeit, mit der er begrüßt wurde, doppelt rätselhaft, Pfander behandelte ihn wie«ine Frau, der man für ihren Besuch dankbar ist. Das übte auf Karl di« Wirkung auS, daß er auch von sich seloer basier dachte. Als er dann mit Pfander auf d«m Balkon Kaffee trank und das Gespräch aus die Menschen der Gegeltd kam, erhielt er einen ganz anderen Blickwinkel auf si«. Ach Gott, sagte Afattöcr, wenn sie nur nicht alle untereinander verwandt lvären. Davon wußte auch Karl einige-, aber warum da- zu bedauern sei, war ihm nicht bekannt. Schon deshalb, bemerkte Pfänder, weil e- sie gegen Krankheiten weniger widerstandsfähig macht..Halbe Dörfer sind tuberkulös. In dieser Luft? fragte Karl, und er sah in dankbarer Schwärmerei den blauen Hiinmel hinab, der vor Sonn« so wehend weit war, daß man auf diese»! Balkon wie in einer Gondel unter ihm zu hänge» schien. Pfander senkt« den Blick auf di« Tischdecke: ihre paar Kühe sind ja schon tuberkulös. (Fortsetzung folgt.) Ä». 112 M ludetendeutWe Bürgerpreise klatscht Beifall! Im„Tevlitz-Schönauer Anzei- g 11" erschien Freitag über die Beschlagnahme dcL GcsamtvermogenS der SPD ein Leitartikel, der mit nicht einem Wort« das Verbrecherische diese» beispiellosen Raubs durch die Hitlerregic- rung kritisierte. Deswegen, und weil derselbe Artikel gleichzeitig auch in der WarnSdorfer ,,A b- web r erschienen ist— in welchen beiden Blättern seit scher Herr Karg seine Parteibezüg« aufzubessern Pflegt— vermuten wir, daß der Autor dieser Artikels eben zu diesem Herrn Karg nicht weit haben dürste. ES fällt uns auch nicht ein, und mit dem„Teplih-Schönauer Anzeiger" über den SchlußpassnS dieses Artikels näher auS- einanücrzusetzen, der, so wie der gaittc Aufsatz, vonvcrhaltenerFreude, vom Klasse n- haß gegen die Arbeiterschaft und— von der Dummheit diktiert ist, die da glaubt oder anderen cinrcden möchte, daß durch den gemeinen Straßenraub Hitlers „die Geschichte des deutschen Sozialismus... mit dem völligen Verschwinden von der politischen Bildfläche geendet hat." Wir tvollen nur so viel sagen, daß wir uns auch diesen Vorfall gut merken und dies« Blätter zeitgcrecht an den Applaus crinuern werden, nlit dem sie, die hundertprozentigen Verteidiger des Privateigentums, die niederträchtigste Enteignung bedachten, weil sie sich a>n Eigentum der Arbeiter vollzog. Der Herr W e i g e n d in Teplitz scheint keine Ahnung von den Perspektiven zu haben, di« sich dem Sozialismus für die kommende Zeit eröffnen— sonst würde er vielleicht— obzwar ihm auch das nicht hülfe— ein wenig vorsichtiger sein! Wir hoffen aber jeden- falls, den Tag noch zu erleben, an dem die Frage einer aiidcren, größeren, sozial und moralisch gerechtfertigten Enteignung aufgerollt werden wird. Dann werden wir mit Gleichmut und Entzücken Herrn Weigend an gewisse Leitartikel criir- nein und sic ihm aus den letzten Weg aus seinem ZeitungShauü mitgeben! Frelgewerlschaflllcher Wahlerfolg la der Groben Chemischen in Anliig. Aussig, 12. Mai. Heute sanden in der Großen chemischen Fabrik in Aussig die Betriebsausschuß' wählen statt, die folgendes Ergebnis hatten: Bon 1118(im Vorjahr 1360) Wahlberechtigten hatten 1367(1228) ihr Wahlrecht ausgeübt, wobei 1326 (1136) gültige Stimmen abgegeben wurden. Die freien Gewerkschaften sFabrikarbeiterverband und Internationaler Metallarbeiterverband) erhielte« 726(656) Stimmen und sechs Mandat« wie im Vorjahr. Di« Nazis erhielten 548(480) Stimmen und vier Mandate(ebensoviel wie im Vorjahr). Die Christlichsozialen, die erstmalig kandidierten, erhielten nur 52 Stimmen und gingen somit leer ouS. Die Tatsache, daß die freien Gewerkschaften ihren Besitzstand an Mandaten behaupten und darüber hinaus noch 72 Stimmen gewinnen konnten, gibt Zeugnis von ihrer festen Position, die durch keine wie immer geartete wütende gegnerische Agitation erschüttert werden kann. Auch die erstmalige.Kandidatur der Ehristlichsozialcn, dir ja als Hilfe s ü r die Nazis gedacht war, um aus diesem Weg« die Mehrheit oder zumindest einen entscheidenden Einfluß im Betriebsrat zu erreichen, ist vollständig sehlgeichlagen. Ueber die gestrige Sitzung des Ministerratcs wird amtlich berichtet, daß„die Berichte aus den Sitzungen der Komitees der politischen und wirtschaftlichen Minister über den Fortgang der Arbeiten bei der Lösung dringender politischer, sinanzieller und wirtschaftlicher Fragen behan- beit" wurden. Ferner wurde der Bericht über den Abschluß der Verhandlungen betreffend die Handelsbeziehungen mit Ungarn zur Kenntnis genommen. Genehmigt wurde der Gesetzentwurf über die Todesstrafe(Angleichung an das ungarische Recht), ein Eisenbahnabkommen mit Polen und das letzte(vierte) Zusatzabkommen zur Wirtschaftskonvention mit Deutschland. Audi die Danziger Gewerksdiaften „Uleidisesdiallet“. ncidisdeuisctie SA clngciroiicn. Danzig, 12. Mai.(PAT.) Gegen 14 Uhr fuhren beim Gewerkschaftshaus drei Lastauwmobile der Schutzpolizei mit zwei Abteilungen der SA vor, die das GcwerkfchaftShauS besetzten, die sozialistische Fahne herunterrissen und die Hitlerjlagge hißten. Gleichzeitig riegelten 200 Schutzpolizisten das ganze Stadtviertel ab, sperrten den Zugang zu ihm und zerstreuten die Ar- beiteransammlungen mit Gummiknüppeln. Die Polizei verhaftete den Führer der sozialistischen Partei in Danzig Brill, den Generalsekretär der Gewerkschaft Kaiser und den Ehef- redaktcur der Danziger„Volksstimnic" Thvmat. In der Stadt sind zahlreiche Mitglieder der Hiller-Sturmabteilungen zu sehen, die heute vormittags in Autos und Motorrädern aus Deutschland gekommen waren. Hugcnberg erhöht Fettzßlle. Berlin, 12. Mai. Das Reichsministerium für Landwirtschaft hat den Einfuhrzoll für Schmalz und schmalzartige Fette mit Wirkung vom 1Ü v, M. von 50 aus 75 Mark erhöht. Samßtag, 18. Mar iwj» Jtttt 3 Montag allgemeine Aussprache im llauptausschuo. G e n s, 12. Mai. Die Vertreter der fünf Großmächte traten unter dem Vorsitze Hendersons am Donnerstag spat abends neuerlich zusammen und stellten nach einer zweistündigen Beratung die absolute Unmöglichkeit' fest, mit dem Gesandten Radolnh zu einer Bereinbaruug zu gelangen, welcher in seiner Unnachgiebigkeit verharrte, trotz aller seitens des britische» Vertreters Ede» aufgewendeten Bemühungen, der hiebei von den Vertretern Frankreichs, der Vereinigten Staaten und vom Vorsitzende» der Abrüstungskonferenz Henderson selbst unterstützt wurde. Hierauf entschied He n d e r s o n, daß er für Freitag nachmittags das erweitert« Präsidium der Konferenz«inberufen werde, um einen Br. schluß über den weiteren Gang der Verhandlungen herbeizusühren. Die heutige Sitzung des erweiterten Präsidiums endete nach kurzer Debatte mit einem einmütig zustandegekommenen Beschluß, der die Konferenz zunächst noch einmal über den toten Punkt Hinwegbringen soll. Henderson machte den Vermittlungsvorschlag, daß der HauptauSschuß der Abrüstungskonferenz am Montag zusammentreten soll, um eine vorlausig« allgemeine Aussprache über die Bestimmungen deS englischen Entwurfes, di« von dem Kriegsmaterial handelt, vorzunehmen. Im Verlauf dieser DiSkusflon sollen keine Abänderungsvorschläge gemacht werden. Der Beschluß, am Montag in einer Sitzung deS Hauptausschusses die Aussprache über jenen Teil des englischen AbrüstungSplanes durchzuführen, der daü Kriegsmaterial, die militärischen Efscktivbeständc und die Dauer der Abrüstungskonvention betrifft, und diese Aussprache stattfinden zu lassen, als wenn die deutschen Hindernisse überhaupt nicht existierten, wird in den dem Konferenzprasi dium nahestehenden Kreiselt dahin ausgelegt, daß das Büro hofft, daß im Lause dieser Arbeiten deS Hauptausschusses die deutsche Regierung Gelegenheit haben wird, alle Elemente deS gegebenen Problems nochmals zu prüfen, besonders aber, daß die deutsche Regierung den Widerhall, den die Unnachgiebig- k e i t der deutschen Delegation im AuSlande geweckt hat, in Erwägung ziehen und ihrem Vertreter, dem Botschafter Nadolny, neue versöhnlichere Instruktionen zugehen lassen wird. Einige Delegierte sind der Ansicht, daß eS notwendig ist, den ganzen englischen Plan ohne Rücksicht aus den Standpunkt der deutschen Regierung zu behandeln und dann der deutschen Regierung das fertige AbrüstungSab» kommen zur Annahme oder zur Ablehnung vorzulegen. Würde die deutsche Regierung daS Abkommen ablehnen, würde» alle Staaten Deutschland gegenüber di« sich aus den Verpflichtungen der FriedenSverträg«, insbesondere aber aus den militärischen Klauseln deS Versailler Vertrages ergebenden Konsequenzen ziehen. Auch Paul-ßoncour droht mit Sanktionen! Die Nazis haben glttdclKh eine engllsdi-lranzöslsche Einheitsfront zusammengeschmiedet. Paris, 12. Mai.(Havas.) Außenminister Paul-Boncour empfing heute mittags die Vertreter der Presse und äußerte sich in anerkennenden Worten über die Loyalität, mit welcher Großbritannien die unablässigen Bemühungen Frankreichs zur Vermeidung eines Mißersolges der Abrüstungskonferenz anerkennt. Paul-Boncour betonte die Bedeutung des eben jetzt im Efsektivausschuß geführten Kampfes. Ter britische Delegiere Eden unterstütze unablässig die französischen Delegierten. In dem gleichen Sinne sprachen sich auch Lord Hails- Hitler will im ncidistag Berlin, 12. Mai. In der Nachmittagssitzung des Reichskabinetts, an der auch die inzwischen im Flugzeug eingetroffenen Reichsminister Blomberg und Gocring teil- nahmen, sprach zunächst Reichsaußenministcr Freiherr von Neurath über die Lage in Genf, worauf Reichskanzler Hitler zu der politischen Lage im allgemeinen Stellung»ahm. Nachher wurde das Reichstagsplenum ganz überraschend für Mittwoch, den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr einberufen. Auf der Tagesordnung steht als einziger Gegenstand die Entgegennahme einer Regierungserklärung über die Genfer Abrü» stungSverhandlungen. Der Reichskanzler wird selbst daS Wort ergreifen. Offiziell wird hiezu erklärt, daß nicht nur die Gcirfer Verhandlungen, sondern auch die„unberechtigten" Angriffe im englischen Unterhaus die Rcichsrcgierung zu einer Verteidigung zwingen; sie könne„zu derartigen unberechtigten, feindseligen Maßnahmen nicht mehr schlveigcn". Ham und Lord Cecil im englischen Oberhause sehr günstig für Frankreich aus. „Großbritannien," sagte der Minister ausdrücklich,„ist mit uns und wir erklären gemeinsam, wenn die Abrüstungskonferenz infolge der Unnachgiebigkeit Deutschlands keinen tzkrfplg haben sollte und wenn keine allgemeine Abrüstungskonvention abgeschlossen werden sollte, dann wird der Versailler Friedensvertrag weiterhin gellen." antworten. An die Erklärung dürfte sich eine Debatte knüpfen, über deren Einzelheiten mit den Fraktionen in der kommenden Woche noch verhandelt werden dürfte. vle Zwangskastricrung kommt! Berlin, 12. Mai. In einem Vortrag in Essen erklärte gestern der Referent des preußischen Innenministeriums Dr. O st e r m a» n, ei» Sterilisierungügesetz werd« bald kommen und es wohl möglich, daß es Uber ein« freiwillige Sterilisierung hinausgehen werd«. Die operative Sterilisierung sei das einzige Mittel, die Zeugung von Nachkommenschaft durch erblich belastete, also geistig minderwertige Menschen mit Verbreckerischen Neigungen zu verhindern. Die Sterilisierung sei heute längst über das Stadium des bloßen Experimentes hinaus. Tausende von Beobachtungen und sorgfältige Kontrollen hätten ihre Wirksamkeit und Unschädlichkeit bestätigt. MUMMdnMUm Vertrauensmann von SS nadi Bayern versiiileppt! Der SS-Führer istbedioslowaltlsdier Staatsbürger, Am Montag, den 8. Mai, vormittags gingen die Arbeiter Badmüller, Engelkraut und Putz aus FriederSreuth bei Asch in den Wald, um Bruchholz zu sammeln. Genosse Badmüller, ein im ganzen Bezirke bekannter Vertrauensmann der sozialdemokratischen Partei, verließ seine zwei Kollegen und begab sich in das einige Meter von der Grenz« gelegene Grenz- g a st h a u s Geyer in FaßmannSreuth. Nach zehn Minuten wurde Genosse Vad- müller vor den Augen seiner zwei Kollegen von zwei SS-Männern aus dem Gasthaus herauSgesührt. Badmüller befindet sich derzeit in Hof in „.Haft". Kurz darauf bekam seine Frau die Nachricht, auch sie möge„hinübcrkommen" und die Papiere ihres Mannes hinüberbringcn. Die Frau ging jedoch nicht in die Falle. Einer der beiden SS-Männer, der SS- Führer in Rehau ist, stammt aus FriederSreuth und ist tschechoslowakischer Staatsbürger. Er heißt Gustav Luding. Diese Verhaftungen und Denunzierungen können natürlich nur im engsten Einvernehmen mit den.Hakenkrenzlern des Ascher Bezirkes durch, geführt werden. Die SA jenseits der Grenze besitzt genaues Adrcssenmaierial, das ihr nur von den hiesigen Hakenkreuzlern beigestellt worden sein kann. Die Hakenkreuzler von Asch z. B. haben einen regelrechten Beobachterdienst für sozialdemokratische und kommunistische Funktionäre eingerichtet. Es konnten bereits die„D i e n st e i n t e i l u n ge n" mit den Namen der gelben Schufte sichergestellt werden. Tatsache ist, daß heute im Ascher Bezirke Dutzende von Halunken hcruinlaufcn, die nur auf de» Augenblick warten, wo man sie gegen die Ar- beiterfunktionäre loslasscn kann. Air erinnern an das Geständnis der Dresdener nationalsozialistischen Korrespon denz, welche ganz offen von ihrer Verbindung mit sudetendeutschen Nationalsozialisten sprach. Die arbeitende Bevölkerung erwartet innerhalb kürzester Frist, daß diesem Treiben ein Ende gemacht wird, soll«licht die Hochspannung, die in den Kreisen der Arbeiter herrscht, zur Entladung kommen. Weitere Inspektionsreisen Dr. Sobotkas. Der Landespräsidcnt von Böhmen Doktor Josef Sobotka besuchte am 12. Mai in Begleitung deS Landcsvizepräsidcnten Dr. Boos- Waldeck und des Rcgicrnngsrats Dr. G l a n j auf seiner Inspektionsreise die politischen Bezirke G r a s l i tz und N e u d c k, um an Ort und Stelle die Wünsche und Beschwerde» der Bevölkerung entgcgenzunehmcn und sich über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Bezirke zu informieren. Der LalldeSpräsident besichtigte auch einige Grcnzabschnitte und infor micrte sich bei der Gendarmerie und der Finanz wache über den gegenseitigen Grenzverkehr.| SPEISE FETT Der Mensch hat Brennstoff nötig, um seine Körpertemperatur zu halten und Arbeit zu leisten. Die Wärme mißt man nach Kalorien. Die wichtigsten Nahrungsmittel enthalten pro Kilogramm: 891 KMÖRIEN 9000 KALORIEN Am hochwertigsten(100% reines Pflanzenfett) ist Ceres. Drei BezlrltsgerlditsvnrsMe suspendiert. Prag, 12. Mai. Wie offiziell mitgekeilt wird, wurden durch Erlast des Obergerichtes in Prag als Disziplinargericht der Vorstand des Bezirksgerichtes in Lomnitz Dr. M a t u 8 k a wegen seiner mit der amtliche» Stellung«»vereinbare» Tätigkeit in der tschechischen Faseisten- bewegung, und die Bezirksgerichtsvorstände K l e m ent in Marienbad und Kolvist in Neuer» wegen ähnlicher Ver- scstlnngen in dentschnationaler und haken- kreuzlerischer Richtung vom Dienst suspendiert. Schon wiener ein SA-Führer verhaltet Komotau, 12. Mai. Bon bet Gcndarmcrie in U lmba ch bei SebastianSbcrg wurde ein Alaun unter Spionagrverdacht verhaftet.nid dem Komvtauer Bezirksgericht überstellt. Der Verhaftete nennt sich Josef Ä a s und behauptet, Schar-Führer der SA in Aue in Sachsen aewc- scn zu sein. Er ist tschechoslowakischer Staatsbürger und gibt an, zum Ankauf von Gasmasken in die Tschechoslowakei entsandt Nwrden zu fein. Die amtliche Uebcrprüfung seiner Angabe» .ist noch nicht abgeschlossen. Die in Komotau verhafteten Aativnalsozia- lichen Alfons Schuldes und Joses Fischer wur- den wieder sreigclassen. Haßregelung In Wekelsdorf. Zu der Flucht eines HakenkreuzlcrS aus der Haft des Bezirksgerichtes in Wekclsdorf wird uütgcteill, daß der Aufseher, der durch seine Nachlässigkeit die Flucht ermöglichte, aus dein Dien st entfernt wlirde. Die Einzelheiten dieser Flucht werden untersucht; gegen etwaige tvcnere Schuldige iverdcn die entsprechenden Diszipliuarmaßnahmen eiugeleitet werde». Unglaublich- aber wahr! Schwedische Turbinen sind in der Tschechoslowakei billiger als heimische. Die Firma Bata in Zlin hat vor einiger Zeit eine Turbine benötigt. Sie holte v erschie- dcne Offerte ein und da stellte eö sich heraus, daß eine schivedische Firma weit billiger lieferte als die Metallbctriebe der Tschechoslowakei. Die Schweden waren imstande, die Turbine um 60 Prozent des geforderten Preises bei uns, und zwar franko an unsere Grenze zu liefern. Das ist um so auffallender, als die Arbeitslöhne in Schiveden höher sind als bei uns. Bei solchen Verhältnissen darf cs nicht Wunder nehmen, wenn die tschechoslowakischen Ellenwerk« ihre Aufträg' an das Ausland verlieren. Seite 4 Xt. 112 Samstag, 18. Mai 1988 Tagesneuigkeiten 81jährige Karl Seine Lebens- Wilhelm seinen erschlagen;u sand eine eigene Diamantenindustrie errieten. Die Antwerpener Interessenten haben diesem Erpressungsversuch die Antwort gegeben, die geboten schien: Ueberhaupt keine. alles harrt nun der wahr- Jch habe also mein - was vielleicht am verlassen zu ent. _,l ,lfllW.WJMII»ll—IIIMIIIIIIW’. An Die sozilllvemokklltWe Lehrerschaft Nord« und Nordwestböhmens! Am SamStag, den 10. und Tonntag, den 11. Juni trisst sich die sozialdemokratische Lehrerschaft in Aussig bei einer großen Kundgebung fiir die demokratisch« Schule. Jeder halte diese beiden Tage frei! Genaues Programm wird rechtzeitig mit. geteilt. W Schülerinnen verbrannt. Manila, 12. Mai. Bei einem Brande, der in einer Mädchenschule zu in Ausbruch kam, wurden elf Personen getö et. Nunssunk-Mornenappett an die SA. Ter gleichgeschaltcte Mitteldeutsche Rundfunk hat die AnsangStakte des Liedes:„Heb' immer Treu und Redlichkeit" zum neuen Pausezeichen gewählt. Urb immer Treu und Redlichkeit biS an dein(Massen-) Grab und weiche keinen Finger breit vom Hakenkreuzweg ab! Sofern du ei« LA.-Mann bist, vergift als erstes nicht: Für Hitlers,Kameraden" ist das Morden Ehrenpflicht. Bist du ein braver Henleröknrcht, «in tücht'ger Messerheld, geht dir'S im Dritten Reich nicht schlecht, «S winkt dir Ruhm und Geld. Bist auch im Stehlen du geübt, darfst du dir gratulier'«, du bist dann um so mehr beliebt und wirst rasch avanzirr'n. Kommt«in Marxist« oder Jud dir jemals in die Quer', so nimm zunächst sein Hab und Gut und dann ihn gründlich her! Verhör ihn peinlich und genau und schalt ihn richtig gleich, mach' anS der roten Bonzensau schnell eine schön« Leich'! Sei möglichst grausam und brutal, benimm dich hundsgemein, sei ohne Hemmung und Moral! Vs wird dein Vorteil sein. Neb immer Treu uud Redlichkeit— so. wie man dich'S gelehrt, nütz' aus di« herrlich-große Zeit!—— Wer weift, wie lang sie wahrt? H. L. mir erst „........ Börsen« stehe ich auf der weiften Autorenliste Haus geschafft, von wo er SamStag entfloh. Er kam pünktlich zur Hochzeit, aber nach einer Stunde Unterhaltung fiel er ohnmächtig zusam men und mußte sofort ins Krankenhaus zurück geschasst werden. Die Acrzte konstatierten eine akute Blutvergiftung und Donnerstag wurde dem jungen Manne der rechte Arm amputier Unsere Kindersreunde führen in den Mona ten Mai und Juni in allen böhmischen Gauen planmäßige und gut vorbereitete Wochenend kurse für alle Helfer, Falkeuführcr und Set« cinSfnuktionäre durch. Die Reihenfolge der noch ausstehenden Kurse ist: 20. und 21. Mai Gau Aussig, 27. und 28. Mai Gau T e p l i tz, 3. uud 4. Juni Gau Reiche»berg, 10. und 11. Juni Gau Bodenbach. 17. und 18. Juni Gau Trautcnan. In den Tagen vor den einzelnen Wochenrndknrsen werden in dein betreffenden Gaugebiet Vorträge über Erziehungsfra gen veranstaltet. Die Wochenendschulen selbst sollen vor allem unsere Erzieher, Helfer, Falken führer und BercinSfunktionäre in allen Fragen sozialistischer Erziehung einführcn. Als Themen für die Wochenendschulen sind vorgesehen: 1. Die Lage dcS Arbeiterkindes in der bürgerlich kapitalistischen Gesellschaft. 2. Die Erziehungs aufgabe vom Standpunkt dieser gesellschaftlichen Lage aus. 3. Die praktische Erziehungsarbeit der Kindersreunde nach den Altersstufen gruppiert. 4. Falkenbewegung, Elternhaus, Oessentlichkeit und Behörden. 5. Aufgabe und praktische Borbe reitung der Zeltlager und Kinderrepublikcn.— Die Themen für die B o r t r a g S a b e u d e lau ten: 1. Der Kampf um das Kind. 2. Wir erobern uns den sozialistischen LebcnSraum. 3. Wie erziehen wir nnsere Kinder für den Sozia lismus. Es wird erwartet, daß die Helfer und Funktionäre aus allen Kindcrfreuude-Orts- gruppen an diesen Kursen teilnehmen werden. Außerdem sind alle Jugendgrnppen, Partei- und Frauenorganisationen, Turnvereine und jene Genossen und Genossinn-n, die besonderes Jntcr- esie an den Problemen sozialistischer Erziehung haben, zum Kursbesuche eiugeladen. Anmeldun gen sind an die zuständigen Ganleitungen zu richten. Mißlungener Anschlag aus einen Schnell zug. Unbekannte Täter haben Donnerstag nach mittags aus einer Eisenbahnbrücke, etwa 4 Kilo meter von Madrid entfernt, ein Stück Schiene in der Länge von 60 Zentimetern herauSgcschnit- ten. Der von Barcelona nach Madrid fahrende Schnellzug passierte die Strecke trotz der Beschä digung und entging, wie durch ein Wunder, einem großen Unglück. Es wird behauptet, daß das Unglück dadurch vermieden worden ist, daß der Zug die betreffende Stelle mit sehr großer Geschwindigkeit pasiierte, wo durch es möglich wurde, daß er dos Stück, in dem das Geleise herausgeschnitten war, ohne Unfall durchfahren konnte. Raubüberfall auf eine 85jahrlge. Donnerstag abends kamen in die Wohnung der 85jährigen Witwe B. Kokova in Pilsen zwei Männer, die sich als Angestellte des Gaswerkes ausgaben. Als sie in die Wohnung eingelassen worden waren, stürzten sie sich sofort auf die alte Frau und würgten sie, so daß sie ohnmächtig wurde. Dar auf durchsuchten die Täter die Wohnung und brachen die Tischläden'auf, entwendeten jedoch nichts. Die Witwe hat bei dem Uebersall Ver letzungen erlitten. Der Ermordete steht auf. Mittwoch nachmit tags sand sich bei der Gendarmeriestation in Rapajedl der 30sährige Hausler Grieman aus Topolua ein und erklärte, i Schwiegervater Kaspar Dohnal i haben. Als sich die Gendarmerie in dessen Wvh- : nung begab, faß der angeblich Ermordete aus ■ seinem Bett. Gricmann hakte ihn nur betäubt i und war in der Meinung, ihn erschlagen zu ! haben, zur Gendarmerie gegangen, nm sich selbst > anzuzeigen. Di« Aufgabe von Eil-Postpaketen, deren Porto I vom Absender nicht entrichtet wurde, kann ab I surt: 14.30 Nationale Tänze aus aller Welt, 10.30 > 1 Juni 1033 aus der Post erfolgen. Bel der Auf- Blasmusik.— Langenberg: 20.15 Volkstänzen.— > gäbe dieser Sendungen muh jedoch wenigstens die Wien: 11.40 Sinfoniekonzert, 16.10 Kammermusik, - Eilgutgebühr entrichtet tverden.> 20.00 Bunter Abend. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag. Prag: 6.45 Gymnastik, 1l 00 Chorkonzert. 17.00 Schallplalten, 18.00 T e u t s ch e Sendung' Niederländischer Heimatabend, 19.50 Tie Pariserin, Operette, 22.20 Populäre Lieder.— Brünn: 17.30 Konzert, 18.00 Deutsche Sendung: Zchram- melkonzert, 21.00 Militärmusik.— Mühr.-Ostrau: 9.15 Kammermusik, 18.00 Deutsche Sendung. — München: 13.35 Noten und Anekdoten. 15.80 Zitherorchester.— Berlin: 21.00 Orcheslcrkonzcrt.— Hamburg: 15.20 Deutsches Volksliederspiel.- Königsberg: 20.30 Aus deutscheii Spielopern.— Frank- MinungSlosigkeit einiger wichtigtuerischer Kon- jnnkturschreiber und der hemmungslose Banda- liSmuS der augenblicklich herrschenden Gewalthaber versuchen all das, waS von unserer Dichtung und Kunst Weltgeltung hat, auszurotten, und den Begriff„deutsch" durch engstirnigsten Rationalismus zu ersetzen. Ein Rationalismus, auf desien Eingebung selbst die geringste freiheitliche Regung unterdrückt wird, ein Rationalismus, auf dessen Befehl alle meine aufrechten sozialistischen Genosse» verfolgt, eingekerkert, gefoltert, ermordet oder aus Verzweiflung in den Freitod getrieben werden! Und die Vertreter dieses barbarischen Rationalismus, der mit Deutschsein nichts, aber auch schon gar nichts zu tun hat, unterstehen sich, mich als einen ihrer„Geistigen" zu beanspruchen, mich auf ihre sogenannte weiße Liste zu setzen, die vor dem Weltgewissen nur eine schwarze Liste sein kann! Diese Unehre habe ich nicht verdient! Rach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich daS Recht, zu verlangen, daß meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen! Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein, wie eure Schmach! «Alle anstSndiaen Zeitunften werden um Abdruck ..®’ c glle linkSgerichteieen, entschieden so- zialistischeu Geistigen in Deutschland, habe auch ich etliche Segnungen des neuen Regimes zu spüren bekommen: Während meiner zusälligen Abwesen heit aus München erschien die Polizei in meiner dortigen Wohnung, um mich zu verhaften. Sie beschlagnahmte einen großen Teil unwiederbringlicher Manuskripte, mühsam zusammengetragenes Q u e l l e n st u- d i e n m a t e r i a l, meine sämtlichen G e- schäftSpapiere uud einen großen Teil mei ner Büche r. DaS<~‘* scheinlichen Verbreitung. Heim, meine Arbeit und schlimmsteir ist— die heimatlick)« Erde müsien, um dem Konzentrationslager gehen. Di« schönste Urberraschung aber ist jetzt zuteil geworden: Laut„Berliner courier" f’’** deS neuen Deutschland und alle meine Bücher, mit Ausnahme meines.Hauptwerkes„Wir sind Gefangene", werden empfohlen! Ich bin also dazu berufen, einer der Exponenten des „neuen" deutschen Geistes zu sein! Vergebens frag« ich mich, womit ich diese Schmach verdient habe. Das Dritte Reich hat fast das ganze deutsche Schrifttum von Bedeutung au-gestoßen, hat sich losgesagt von der wirklichen deutschen Dichtung, bat die größte Zahl ihrer wesentlichsten Schrift steller ins Exil gejagt und da» Erscheinen ihrer„„„„„„„ m Werke m Deutschland unmöglich gemocht. Diel hiefrg Proteste,«sucht. Oskar Maria Gras.) mniniiniiiimiiinmiinininiiinniniiniinniiiniiiiniiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiinniniiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiininmnininiHiiuniiininiiniiiiinnnnuiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiniiitiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Ein ArbeitSanlrihe-Film.„D i e Hände a n s W e r k" ist der Titel des neuen Propaganda, ilms für die ArbeitSanleihe, der in 31 Prager Lichtspieltheatern aus dem Programme steht und nunmehr auch bereits in Kinos außerhalb der Hauptstadt vorgeführt wird, um di« Oefsentlich- keit auf die außerordentlich« Bedeutung der Anleihe aufmerksam zu machen. Den Film, der sowohl als Tonfilm als auch als stummer Film gedreht wurde, bilden eine Gruppe von Bildern, die mottoartig die Sätze wie„.Helfen wir uns elbst",„In der Arbeit liegt unser« Zukunft". „Die Arbeit ist der Grundstein deS Wohlstandes und der freudvollen Zukunft unserer Kinder" u. a. illustrieren. Der Film fuhrt anschaulich deut Publikum vor Augen, wie der Ertrag der ArbeitSanleihe Fabriksmaschinen in Bewegung seht und wie er die gesamte Produktion belebt, wodurch er der Armee der Arbeitslosen neue Arbeit zukommen läßt. Der Filnr wurde durch die „Propagafilm"-Gesellschast hergestellt, und zwar in 31 tschechischen Tonversionen und 31 Stumm- silmversionen, weiters in elf deutschen Tonsilmversionen und eis deutschen Stummfilmverfionen. BauloSschwindler. Die Brüxer Fahndungsstation ist einem Baulosschwindler auf die Spur gekommen, der zahlreichen Personen in verschiedenen Städten Rordwestböhmens Baulose herauS- lockte und sie dadurch um weit über 60.000 K schädigte. Der Betrüger, der 5ulc aus Brunn, ist flüchtig, gesährtin, die 38jährige Kartenausschlägcriu Rosa Chadima aus Settenz, wurde verhaftet. Den Arm geopfert— um bei der Hochzeit der Schwester anwesend zu sein. Aus Sillein wird gemeldet: Der Schneidergeselle Karl 5 i m o n aus Itrakov wurde wegen Rauferei zu einem Monat Kerker verurteilt und trat am 2. Mai seine Strafe im Trentschiner Gerichtsgefängnis an. Am 7. Mai war die Hochzeit einer Schwester 5:mons und er wollte unbedingt anwesend se i n. Er wählte ein nicht alltägliches Mittel zur Befreiung. Er stach sich mit einem großen Nagel i in den Muskel des rechtenArmes uud ließ den Nagel vier Tage lang in der Wunde stecken. Donnerstag wurde simon ins Kranken- BKħ«ML MsGZ Gin Vrote/i von Dtitar Maria Gras Ein Sozialdemokrat zum Bürgermeister von Innsbruck gewählt. Am Donnerstag sollte der Innsbrucker Gemeinderat die Wahl des neuen Bürgermeisters vornehmen. Der erste Wahlgang brachte kein Resultat, die zweite Wahl ergab, da die Christlichsozialen leere Stimmzettel abgaben, die Mehrheit für den sozialdemokratischen Kandidaten Untermüller. Unter Hinweis daraus, daß ein sozialdemokratischer Bürgermeister der gc- schl offenen Front der bürgerlichen Mehrheit des Gemeinderates gegenüberstünde_ und an einer erfolgreichen Arbeit gehindert wäre, erklärte Genosse Untermüller, daß er die Wahl unter solchen Verhältnissen n i ch t a n n e h m e n könne. Hitler darf in Rußland nicht karikiert werden! In der tschechischen Zeitschrift„Sobota" bemerkt der Verwalter des russischen Archivs n Prag Dr. Slavik mit Recht, es sei ausfallend, daß die sowjelrussischen Zeitungen, welche täglich Karikaturen europäischer Politiker bringen. Karikaturen Hitler- nicht veröffentlichen. Seitdem Hitler Reichskanzler geworden ist, war in den Moskauer Zeitungen bloß eine unschuld'g- Karikatur Hitler» abgedruckt, die obendrein einem englischen Blatte entnommen tvar. Slavik vermutet daher, daß die russischen Zeitungen irgendeine Weisung Stalin» erhalten haben, Hitler durch böswillige Karikaturen in den Augen der sowjei- russischen Arbeiter nicht herab,zusetzen. Flugpost. T,iS Ministerium für Post- mid Telegraphemvcsen hat eine neue„lleber.sicln deS Fliigpostverkehrs" berauSgegaben, die ein lehrreicher Behelf für Interessenten aus Handels- und Jndu- slrlekressen darstellt, die die Flugpost g'ibr..rckeu. Diese Hebe«sicht wird beim Hilfsnnile des M iii- sierinms für Post- und Telegraphemveieu nm den Preis von 10 K in Smichov. Holedkova 36. verlaust Mer Ml'cher Ab'iammlm-? Wie„V. Dr. L." bekannt gibt, cnthäl: die Matrik der Indischen Gemeinde i n P o l II ri in Böhmen Daten Über eilte Familie -vittler, welche dort bis zum Jähre 1827 gelebt hat und dann ins Ausland auslvanderte. In den Archiven werden wahrscheinlich noch Angaben über das weitere Schicksal dieser jüdischen Familie zu finden sein. Es ist trotz der etwas abweichenden Schreibweise des Namen»»ich: auSge'chlossen, daß hier die Vorfahren Adolf Hitlers gefunden wurden. Beachtenswert ist jedenfalls, daß alle bisher sichergestellten Familien namens Hitler jüdischer Abstammung oder noch Juden sind. Erdbeben ans dem Balkan. Athen. 12. Mai. Gestern abend und in der Nackt aus heule tvurdeii in Saloniki, auf der Halbin'el Chalkidike und in ganz Maze, donien neue Erderschütierungen verspürt. Die Bevölkerung hat neuerdings eiligst ihre Wohnungen geräumt und kampiert>>n Freien. Tie Telephnnverbindungen zwischen Saloniki und Chalkidite ist unterbrochen. »Wer Kann uns... Eine Antwort der Antwerpener Diamantenhändler. Das Antwerpener Sozialistenorgan„De Bolksgazet'' wußte vor einigen Tagen davon zu berichten, daß die Hitler-Regierung einen deutschen Bankier und einen RechtSanwali beauftragt hatte, sich in Antwerpen mit den Vertretern der dortigen.Haiipiindnstrie, deS DiamanlenhandelS, in Verbindung z» sehen, die seit einiger Zcjt keine Edelsteine mehr in Deutschland schleifen und Herrichten läßt. Falls der Ailiwerpener - Diamantenhandel sich bereit erkläre, wieikr in Deutschland arbeiten zu lassen, wolle man die '.. gegen zwei jüdische Rechtsanwälte eingeleiteten Ausweisungsverfahien ailfheben. Sollten die Antwerpener dem deutschen Ersuchen keine Folge geben, so werde die deutsche Regierung einen 250-Millionrit-Ki wir eröffnen uns in Deutsch- Die Verbrennung efles*„undeaifsclaen** OÄfdteer. Die von, KamPfauSschuft„Wider den nndenlschen Geist" einpeleilete Aktion gegeir alles„undeutsche" Schrifttum fand ihren Höhepunkt durch die ösfentliche Berbrenuung der eiugesammelteu Bücher und Schriften. Unser Bild von diesem Akt auf dem Opern Platz in Berlin zeigt links den lodernden Scheiterhaufen mit den brennende» Schriftwerken— rechts Teilnehmer an der Aktion, die Bücher in die Flam m en werfen. Nr. 112 Samstag, 18. Mai 1988 ^cttt 5 Empfindliche Seide wasch'ich mit nicht inS- New X 100.— H.l 17,50s. ton. 10 Rrrlustr 3«bre8 1038 230,781.510.05 Etwlnne; Gkwiuu« 2028 auf au«- auf von teilen zün- birfc Zu den einzelnen Bilanzposten wird bemerk«: Die ungünstige Entwicklung der wirtschaftlichen Bcr- «instu. Provisionen Verschiedene 170,7«1.106.80 6,810.261.15 248^,00.022.85 ist so einfach, geht so schnell> und ist so billig. Und dir Seide wird wie Banken und Bankiers um Kronen K 34,001.508 30 und die sonstigen K 289,103.30190 aus Kronen hältnisse im In- und Ausland« während des JahreS 1932 hatte auch in unserem Institute eine Berrin- gcrung deS AcschästSumsangeS zur Folge. Dies k"Ikommt in der Ilmsatzsumme deS Bilanz- ** kontoS zum Ausdruck, die mit K 3.117,595.106.10 gegen K 3.500,755.249.10 im Jahre 1931 einen Rückgang um 11 383,160.143.—, b. i. um 11 Prozent, ausweist. Die Barbestände, sofort sälli- gen Forderungen bei tschechoslowakischen Gcldinstilu- Verinsivosten del Barrikaden in allen größeren Orten.— Massen für die Einwohnerwehren.— Flußslotte gegen Piraten. Gewi««- und Berl«stko«to. K 159.111.530.83 Zinsen Kosten: n) sachliche VerwaliunaSaullaaen. b) persSMiche DerwallunaSaiillaaen sleuern,(Oebliliren u. aesetzliit-c Beilriiae 'Abschreibunften Verschiedene Reingewinn bei ausländischen 12,020.552.85 aus Debitoren um 2.039,867.793.35, vorwiegend infolge geringeren Kreditbedarfes. Entstandene Berln stc bei Debitoren wurden abgeschrieben: unter vorsichtiger Bewertung der Forderungen der Bank wurde auch auf sene R i S k r n Rücksicht genommen, die sich auS der verschlechterten wirtschaftlichen Lage ergeben. Di« Immobilien und das Inventar weisen einerseits durch Abschreibungen, andererseits durch Abverkauf einiger Itealitälen einen Rückgang um X 3,151.822.40 auf K 77,072.200.80 auS. Die Einlagen gegen Einlagebüchcr und Kassenscheine zeigen einen Rückgang um Kronen 157,196.261.10 auf X 1.020,009.026.35, die Krein- toren ermäßigten sich nm X 201,836.378.10 aus K 1.860,114.433.80. Ter Abgang der fremden Gelder in der Höhe von 11 Prozent, der teilweise auch mit der Rückwanderung ausländischer Einlagen und mit dem niedrigeren Umrechnungskurse der Einlagen bei den ausländischen Filialen zusammenhängt, wurde hauptsächlich durch die Verminderung der Forderungen der Bank in laufender Rechnung ausgewogen. Im Einklänge mit dem Rückgänge der Beträge auf Bilanzkonto verminderten sich anch gegenüber dem Jahr« 1931 die Resultate ans Verlust- nnd Gewinnkonio. Die Berlnstzinscn verringerten sich um X 9,841.416.30 aus X 159,411.539.85, die I Ertragszinsen um K 27,293.16265 aus Kronen 198,271.287.15, die Provisionen um X 6,608.028.35 auf X 28,506.516.30. Die diversen Gewinne ermäßig- ten sich um X 507,755.10 nnd vetragcn Kronen 10,003.707.50. Die Steuern, Gebühren nnd gesetzlichen Beiträge verringerten sich um X 852.848.95 auf X 2,877.558.35. Die A b s ch r c I b u n g c n an Immobilien und am Inventar betragen Kronen 2,309.269.75, verschiedene andere X 2,720.564.75 Die Bank setzte Ihre Bemühungen, E r.s p a t* li.{s s e an der Personal- nnd Sachregv zu erzielen, fort, wodurch cs möglich war, sie um X 12,491.761.95, d. i. um 15.3 Prozent gegenüber dem Jahre 1931, zu ermäßigen; im Vergleich zum Jahre 1930 verringerten sich die BerwaltungSauSla- g e n insgesamt um X 31,545.074.14, d. i. um 31.3 Prozent. Tie Ermäßigung der persönlichen Bcrwal- tungSauSlagcn im Jahre 1932 wurde hauptsächlich dadurch erzielt, daß die Anzahl der Funktionäre, vor allem der Direktoren und Dircktorstcllvertrctcr eine Reduktion erfuhr und die Bezüge der verbleibenden Funktionäre herabgesetzt wurden. DaS Einkommen der subalternen Beamtenschaft und der Skontisten I blieb im verflossenen Jahre unverändert. Mit Rücksicht auf die allgemeine wirtschaftliche Lage betrachtet die Bank ihre Aufgabe bezüglich Herabsetzung der Regie als noch nicht beendet nnd bleibt bemüht, auch Im heurigen Jahre weitere Ersparnisse im gleichen Umfange wie im Borjahre zu erzielen. Reise-Anekdoten. Ferien. Das war ein Fcriengasthaus, wie eS so leicht kein zweites gibt. Es lag an keiner Landstraße, keinem Verkehrsweg. Nur einige schmale recht ausgetretene Pfade sührtcn zu ihm. Hierher drang kein Geräusch des Tages, kein Bcnzindunst der Autos. Rundherum war dichter, ewig grüner Nadelwald. Uns zu Füßen sprang über groß« Steine, ein Bach ins Tal hinab. Bcgel sangen ihr Lied. Grillen zirpten: Aber sonst herrschte festlich« Stille. Die Luft, die wir einsogen, war Tan- nennadelcxtrakt. Hier schlug das.Herz einer unberührten Erde. Es drängte uns danach, den Wirt dieses einzigartigen Gasthauses kennen zu lernen, ihm unsere Freude über das Paradies zum Ausdruck zu bringen, in das hinein er sein Haus hatte bauen lassen. Wir erkundigten uns nach ihm bei dem Kellner. ,^edaure," sagte der Kellner.„Der Chef ist dar«in paar Tagen in die Sommerfrische gereist." 39.548.411.73 34,001.508.30 . 2.039,867.793.35 77,072.200 80 22,658.349.40 Kleine Reportagen. Da« Ende der Stelzentänzer. Seit Jahrhunderten gibt es In China Theatcr- Imppen, die von einem Ort zum andern zogen, und bei deren Austrelen sämtliche Darsteller aus Stelzen liefen. Ihr« Darbietungen erfreuten sich besonders auf dem Lande größter Beliebtheit. Sie spielten zwar klassisch« Stücke, würzten sic aber mit all-n möglichen aktuellen Anspielungen. Gastwirte und Kauflcul« engagierten die Truppen, um di« Gäste damit zu unterhalten. DI« Stelzenläufcr traten ni uralten Trachten aus. ES war ein eigenartiges Bich, die prächtig kostümierten Gestalten aus ihren hohen, dünnen Stelzen spielen zu sehen. Die Truppen be- standen nur auS Männern, da hier wie überall>m chinesischen Theater sämtlich« Frauenrollen von Männern gespielt wurden, die dafür eine bewundernswürdige Gabe haben. Diese- uralt« chinesische Volksspiel ist wie so dielet ander« im modernen China nun verschwur. den, die Regierung hat daS Austrelen der Stelzen« tänzer verboten. Sie, denen das Wandern und Theaterspielen durch Generationen oft schon im Blute liegt, sollen nun ruhig auf dem Land« leben und ihre Reisfelder bestellen. Ein Stück eigenartiger Volkskunst des alten China verschwindet mit ihnen. Berkrhrsunterricht durch Märchenerzähler. Der Wellstadlverkehr erfordert inimer dringender. daß daS Publikum aus di« Ge'ahren aufmerksam gemacht wird. Bei uns versucht man et mit Vorträgen und Ausstellungen, und indem man schon die Kinder an Hand von Modellen aus die Gefahrm- momcnl« ausmerksam macht und sie auf diese Weise davor zu schützen sucht. In China versucht man eS aus ander« Weise 8» hat di« Stadtverwaltung von Schanghai«ine ganze Reihe von Märchenerzählern engagiert. Ihre Aufgabe ist es, von einem Teehaus zum andern zu gehen und dort ihr« Geschichte, von den Gefahren der Straße in der Form von anmutigen Märchen, vi« die Chinesen sie lieben, vorzubringen. All.'s lauscht andächtig dem amtlichen Warner, der so reizvoll von den Opfern des Verkehrs zu berichten weiß. Er spricht von Autos als von m'l Motorkraft ge- triebencn Tigern nnd Drachen, die den Unvorsichtigen verschlingen. Sn China sollen die Fußgänger durch diese Märchenerzähler vorsichtiger geworden sein. Wer soll entscheiden, ob es n'cht di« bösen praktischen Erfahrungen haben einmal Passiva: ElngezahltcS Aktienkapital... Reserven Penüonllond» der Angestellten. Einlagen: a) gegen EinlaaSbllcher.< d) gegen Kassenscheine... llreditoren: a) Geldinstitut«.. b) sonstige Nicht«ingelSst« Kupons v. Aktien eigener Emission.. Transstoriscku- Passiva Durchlausende Pasten K 584,517.1 Reingewinn deS Jahres 1932.. waren, die sie zu größerer Vorsicht erzogen Bei uns dürften die Märchenerzähler andächtig« Zuhörer finden. Die größte Apotheke der Welt besitzt natürlich die größt« Stadl der Welt, Jork. Sie versorgt angeblich etwa 14.000 Pat en,?». Ti« Apotheke befindet sich in Stadtbesitz und liegt auf der WohlfahrtSinsel im East-River. Sie ver- sorgt sämtliche städtischen Krankenhäuser: dar sind 26 an der Zahl, sow'e auch die Besucher der 156 öffenllichen Kliniken und Behandluugsstelleu. Sie iss in einem zehnstöckigen Gebäude untergebracht besitzt also den Umfang eines gewaltigen Waren. Hauses. Tie Zahl der vorhandenen Medikament« wird aus etwa 15.000 geschätzt, während eilte normale Apoihele etwa nur 1000 Medikamente enthält. 801 961.004.80 218,048.021.55 804.466.1,00.60 065,657.933.20 34.472.— .16,516.608.55 531.617.90 K 120,000 000.— 18,026.347.30 62,320.000.20 K 198,271.287.15 28,506.516.30 10,003.707.60 2.16,781.510.05 Nichtraucher. In ein Nichtraucherabteil stieg ein Herr, warf einen kalten Blick auf drei ältliche Danwn und einen ebenso asthmatischen Dicken und bete sich seelenruhig eine schwere, Zigarre an. „Unerhört!" riefen di« Abteilinsassen. Der Herr rauchte weiter. Die drei Damen erheben sich empört ihren Plätzen, eilen zum Schaffner und ihm das Derbrechen mit. Auch der Schaffner ist ehrlich empört. Zornschnaubend öffnet er die Ab- tciltür und donnert den Zigarrenraucher an: „Sie!" Wenn Sie hier rauchen wollen, dann müssen Sie entweder rauSgehen oder die Zgarre anSmachen!" Sommergrundstück. „Bienen haben Sie auch auf Ihrem Som- niergrundstück?" ,La! Zwei Körbe!" „Macht sich denn das heute noch bezahlt?" „Und wie!— Im vorigen Sommer haben mich meine Berliner Verwandten nur ein einzigeSm.il besucht!" Bilanzkonto. Aktiva: Barbestände. loiort lästige Forderungen bei sichst. Eewinstitmen, Ilckssl. Staat?, bonS und sichst GwalSkossensck>kin«.. Devisen u. Scheck« in ltemder Währung Wechsel Eigene Wertpapiere: a) tlck)«chvlio>vakilch« b) anSIändistlie.. vi lästige Kupons u verlost« Werte Beteiligungen-.. Debitoren: a) durch Wertpapiere gedeckt... b) Uorderungen bei auSlSudischen Danke» und Bankiers.... ob sonstige Immobilien und Inventar Tranistorsiche Aktiva.... Durchlaulende Post«N X 584,517.400.— 8.117495.106.10 Fast gefährlicher für China als der außer« Feind Japan ist der innere Feind, der Räuber. Das Ränberunwesen in mehr oder weniger allen Teilen des großen Reiches Hal nach einer Periode des Abflauens wieder Ausmaße angenommen, die die Zentralrcgieruna und die lokalen Behörden zu energischsten Aktionen zwingen. Die Tatsache, daß Räubern, gleichgültig, was sie erbeuten, di« Todesstrafe droht, wirkt keineswegs abschreckend. Die Nankingregieruna hat nun beim Ministerium deS Innern ein« ociondere Abteilung zur Bekämpfung des Räuberunwesens eingerichtet. Dies« Abteilung hat in Zusammenarbeit mit den Provinzialbehörde» die notwendigen Anordnungen zu erteilen. Als erste Maßnahme ist soeben eine Berord- unng erlassen worden, dir in allen größeren Orten zur Pflicht macht, unverzüglich Befestigungen, also Barrikaden in ihren Außenbezirken einzurichten, die nachts ständig von einer zu bildenden Einwohnerwehr besetzt werden sollen, um auf dies« Weis« überraschend« Ueberfälle, die in der letzten Zeit selbst in größeren Siedlungen an der Tagesordnung sind, zu verhüten. Zu diesem Ein- wohnerwehrdtenst ist jeder Bürger zwischen 18 und 50 Jahren ohne Entgeltsforderung verpflich- tet. Soweit er nicht waffcnkundig ist, erfolgt sein« Ausbildung durch di« lokalen Polizeibehörden. In einigen südchinesischen Orten haben sich diese Barrikaoen bereits als außerordentlich zweck, mäßig erwiesen und di« nächtlichen Ueberfälle haben fast ganz nachgelassen. Wegen dieser günstigen Erfahrnngen hat die Regierung denn auch beichlossen, daß dies« Einrichtung allgemein ein* geführt wird. In einigen südchinesischen Städten sind übrigens in der letzten Zeit neben Eisenwerken große Waffen- und Munitionsfabriken im Entstehen begriffen, an deren Bau deutsche Fachleute hervorragend beteiligt sind. Die Nankingregie- rnug will sich auf dies« Wris« allmählich unab- stäuaig vom Import leichter Waffen machen. Zu- i und Schecks in fremder Währung um X 5,706.997.75 aus K 6,819.261.15, Wechsel um K 23,874.709.55 auf X 248,500.022.85. Dir Ermäßigung dieser Posicu entspricht dem Rückgang der fremden Mittel. Tie Wertpapiere weisen' einen Gcsamtrückgang von X 8,440.709.05 auS; während die Post tschechoslowakische Wertpapiere nm X 6,477.947.30 Eingrsendet. IX 882,206.622.75 stieg, verminderten sich die I ländischen Wertpapiere nm X 9,571 178.50 AngloTsdiediosiowaklsdie>< 1w.057.86. und Prader Kreditbank® ie.'D net sind, geschützt. Diesem unerträglichen Zu stand will die Negierung durch Ausrüstung einer starken Flußflott« ein Ende machen. Rolf Daß. Sdfc 8 „Sozialdemokrat" GamStag, IS. Mal 1S83 Nr. 112 An heissen Tagen- luftige Schuhe! Für Kinder: au* baskischem leinen. regenbogenfarben. Elastische Gummisohle.— Gr. 27-34 KE 9- loofa- Einlagen KE 1.- und KE 2- Leichte farbige Sandalen. Elastische Ledersahle. Gr. 27-33 KE 25.- Gr. 34-38 KE 29.- Gr. 23-25 7." Gr. 20-26 19. luftige Opanken in nalurbrauner Farbe. Schwarzweiss KE 29.- Schuhkn. 50 Hel. Schuhldf. KE 1.- Bequemlichkeit im Sommer- elegante, geschmackvoll verzierte Halbschuhe In braun.—- Leichte, luftige Sandalen-Halbschuhe. 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Die Deutsche BaUssmggemeinde, Prag veranstaltet unter Mitwirkung des AtuS und des Salonorchesters heute Samstag, de« 13. Mai, um 8 Uhr abends im Odborovy Dum am Bergstein einen Llnteryattnngsavend mit reichhaltigem Programm und anschließendem Tanz. Die Veranstaltung ist ganz der Geselligkeit gewidmet. Der geringe Regiebeitrag von 3.50 K wird kaum jemandem«in Hindernis sein, die Bestrebungen, der BolkSsinggemeinde zu unterstützen.— Arbeitslose haben freien Eintritt. Geriditssaal Felsenfestes Vertrauen- aus die kapitalistisch« Korruption. Prag, 12. Mai. Heute stand eine durch ihre Nebcnumftände bemerkenswerte Erpressungsanklage vor dem Senat Mrüzek zur Vcrhand- lung. Ein hiesiger Kohlenhändler empfing kurz hintereinander eine Reihe von Drohbriefen, worin ihm aufgetragen wurde, an einem bestimmten Ort 5000 K zu deponieren, widrigenfalls der anonyme Schreiber mit der Enthüllungl schmutziger Geschäft«, Bestechungen itni> KorruptionSassären drohte. Nun hatte dieser Kohlenhändler aber tatsächlich «in ganz reines Gewissen und warf die Erpresirr- briefe der Reihe nach lachend in den Papierkorb. Er dachte auch gar nicht daran, Anzeige zu erstatten. Bis eines Tages der aiwnyme Briefschreiber telephonisch anrief und in energischer Form ein Ls« stündiges Ultimatum stellte. Allerdings hatte er seine Forderungen bereits auf ein Zehntel deS ursprünglichen Betrages reduziert und wollte sich mit 500 K zufriedengeben. Ter Kohlenhändler glaubt« die Stimme des Telephonierenden zu erkennen und gelangt« schließlich zu der Uebcrzeugung, daß der Erpresser niemand anderer sei, als der seinerzeit bei ihm angeftellt gewesen« Monteur Jos. Myslik. Di« Polizei begann nun die Sach« zu unter, suchen und schließlich konnte der Schriftsachverständige Red. Flanderka mit Bestimmtheit erklären, daß der Schreiber der anonymen Drohbrief« wirklich jener Monteur war. Die Schrift war zwar verstellt, alber die Hauptcharakter« der Schriftzüge waren nicht zu verkennen. Auf Grund dieses Gutachtens entifchloß sich der bis dahin leugnende Beschuldigt« zu einem vollen Geständnis. Das Motiv des Evpres- sungSveriuchcs ist klar und einleuchtend: der Mann war schon durch Monat« ohne Arbeit und halb verhungert. Als er befragt wurde, wie er aus die Idee gekommen sei, dem Kohlcichändler schmutzig« Geschäfte und Lumpereien aller Art zuzutrauen, zuckte der Angeklagte di« Achseln und nieint« dann schließlich mit dein Ausdruck größter Selbstverständlichkeit:„Ich hab' zwar nicht« Bestimmtes gewußt, aber welcher Unternehmer macht heute leine Lumpereien?!" In dieser Art also spiegelt sich höut« das Wesen der schöpferischen privaten Unternehmerinitiative'' in den Köpfen der breitesten Massen und auch solcher, di«(wie dieser Angellagti) durchaus kleinbürgerlich eingestellt und keineswegs vom„marxistischen Gift zerfetzt" sind.— Der An- geklagte erhielt drei Monate Kerker mit dreijähriger Bewährungsfrist. rb. Kunst und Wissen Berdi-Zyllus V.„Aida". A n t o n i n o B o l I o, der italienische Saisondirigent des Prager Deutschen Theaters, hat uns nun auch Berdis festliche Oper„Aida" in seiner Auffassung vermittelt. Er erwies sich auch diesem Werk« gegenüber als der erfahren« Dynamiker, der die lyrischen und dramatischen Element« eindringlich hcrvorhebt und Gradationen nicht um des Effektes willen anstrebl, sondern zur werkgetreuen wirksamen Steigerung des Ausdrucks. Seine Art, die Instrumental. und Vokalkräft« zu höchster Tonentsallung anzufeuern und wieder extrem abzndämpsen, ist echt italienische reproduktiv« Opernkunst, wie man sie noch von Arturo Blgna her in bester Erinnerung hat. Im wirkungsvollen Aufbau der Finaleszencn nützt Votto neben der kontrastreichen Dyiwmik auch die Gegensätze des Rhythmus aufs wirksamste auS; überraschend breit genommen« Stellen werden durch alemversetzcnde Stretto-TourpiS abgelöst. Rhythmus und Dynamik also— bis zur äußersten Grenze der Leistungsfähigkeit gesteigert— verbinden sich zn° einem faszinierenden Klangbild. Mit Recht wurde Votto stürmisch gefeiert, um so mehr, als er mit einem Minimum von Proben zum Ziel« gelangen mußte. E» ist darum auch nicht sein« Schuld, wen» das Einvernehmen zwischen Orchester und Sänger» nicht immer vollkommen war. Sehr schön klangen di« Chöre, namentlich in der ersten Tempelszene;{ hingebungsvoll spielte das Orchester. Als Aida hörte man als Gast Frl. Ella Flesch vom Leipziger Stadttheater; ob sie mit oder ohne Anstellungsabsichten sang, ist unbekannt. Sie erwies sich als eine Künstlerin, deren DavstellungStalent in der dramatisch bewegten Lebendigkeit des Spieles stärker ist als da§ gesangliche. Denn das schön« und auch genügend groß« Stimmaterial der Sängerin,«in in der Farbe dunkler jugendlich dramatischer Sopran, ist nicht frei von Fehlern, deren bedenklichste daL Ausziehen der Tön«, im Zusammenhang damit störend« Hilfsporlamenti, Farblosigkeit der Mittellage und Tiefe, vor allem aber Unreinheit der Intonation sind. Die übrige Besetzung der Oper war die gleiche wie früher geblieben. Nur di« Stimme der Priesterin hinter der Szene sang diesmal Frl. Traute Rohne; sehr tonschön und ausdrucksvoll. Ein besonderes Verdienst um das Zu- tandekommen der Aufführung erwarb sich H Fischer als Rhadames, der trotz schwerer Indisposition seine anstrengende Partie in Ehren zu Ende äng. Mit dieser, im übrigen ausgezeichnet besuchten „Aida"-Aufführung fand der fünf Abende umfassende Verdi-Zyklus seinen würdigen und festlichen Abschluß, E..7. Ring.gyklus. Im Rahmen der Festspiele findet eine zyklische Ausführung des Ring statt.„Rheingold": SamStag, 20. Mai(B 2);„Walküre": Sonntag, 21. Mai, Abonnement aufgehoben, Gutscheine der Serien A2, C2 und D2 gültig;„Siegfried": Donnerstag, den 25. Mai(C 2);„Götterdämmerung": Samstag, 27. Mai(D1). Zu diesen vier Aufführungen wird ein Extra.Abonnement zu bedeutend ermäßigten Preisen aufgelegt, Di« Ermäßigung gegenüber den Kassenpreisen beträgt bis zu 35 Prozent. Sitze im Extrq.Abonnement. ab 21 K. JahreSabonnenten können die nicht auf ihre Serien entfallenden Vorstellungen zum erniäßigten Extraabonncmentpreise beziehen. Vorverkauf ab heut«. „D«r Raub der Sabinerlnnen", Dienstag, ncu- einstudiert, mit Bruno H a r p r e ch t als Striese. Weiter« Hauptrollen: Bertram, Beilke, Reichlin, Waricholtz, Dudek, Frey, Janitsckiek, Padlesak, Rösner. Regie: Harprcchi.(A l.) Abonn. Gutsch. gültig. Wochensplelplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag,’/jS Uhr:„Ulaäjt des Schicksals" IAA).— Sonntag,!48 Uhr:„D o n Giovanni" (A 1).— Montag, 8 Uhr:„Eine Frau, die weiß, was sie will"(AA.).— Dienstag, Uhr:„Der Raub der Sabinerlnnen" (A 1).- Mittwoch,%7 Uhr:„Die Meister- finger von Nürnberg"(AA.)> Gastspiel Maria Müller.— Donnerstag, J48 Uhr: „Die Verlobung im Traum" Uraufführung (E 1).— Freitag, H8 Uhr:„Der Raub der 2 a b i it c r i n it c n"(® 1).— SamStag, 348 Uhr: „D a 4 R h c i n g o I d". Wochenspielplan der Kleinen Bühne, Samstag, 348 Uhr: st Geraldine ein Engel?"— Sonntag, 543 Uhr:„Viermal Off« nba ch"; 8 Uhr:„Ist Geraldine ein Engel?"— Montag, 8 Uhr:„Madame hat AuSgang" (Bankbeamten l).— Dienstag, 8 Uhr:„Ist Geraldine«in Engel?"— Mittwoch, 8 Uhr: „Madame hat AuSgang"(Bankbeamten II). — Donnerstag, 8 Uhr:„I st Geraldine ein Engel?'— Freitag, 8 Uhr:„Salon Pitzei- berger",„Die schön« Gala th6«"(volkstümliche Vorstellung).— Samstag, 8 Uhr:„0st Geraldine ein Engel?" Aus der Partei Jugendbewegung. Freie Bereinigung soz. Akademiker— 2. I. IL SamStag, den 18. Mal, um 16 Uhr Besuch der Ausstellung„Soziale Photographie". Treffpunkt im -Heim.— Sonntag: Gruppen Wanderung. 8 Uhr Endstation der I7cr Linie in Bramk.— Montag, 10 Uhr: Ausschußsitzung. 3.»1. IL, Prag. Ordnerstassel. Sonntag, den 1-1. Mai, Treffpunkt 7 Uhr früh Endstation der Siebener in Podbaba. Sozialistische Jugend, Prag. Donnerstag, 7 Uhr, Verein deutscher Arbeiter: wichtig« Kreis- lritnngSsthung. Rote Falke«, Prag. Leveller: K4 Uhr Fügnerplatz, dann Verein deutscher Arbeiter.— Helsergemeinschaft: 7 Uhr Ligaheim. Vereinsnadiriditen O Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 1-1. Mai, Wanderung: Alt-Bunzlauer Wälder, Jser. Abfahrt 6.40 vom Bahnhof Vysoöany, Retourkart« 5 K. Führt KapuschinAi.— Voranzeige: Pfingst- wandcrung zwei Tage Erzgebirge, Egertal. Auskunft beim Genossen Gröger. Allg. Angestellten-verband, Prag. Jugend- Sektion. Sonntag, den 14. Mai, gemeinsame Wanderung mit der S. I. Trefforl Remise Baumgarten um 8 Uhr.— Versammlung am Donnerstag, den 18. Mai, um 148 Uhr in der Gec. Wichtige Angelegenheiten. mm' Spiel»Körnernlleae Bundestagung der Arbeitersportler LetUands. Dem 11. Bundestag in Riga wohnten 274 Delegierte bei und er zeigte eine erfreulich« Tätigkeit. Die Milgliederbewegung ist mit 1. Jänner 1833 folgende: 6524, davon 5151 Männer und 1878 Frauen; Kinder unter 14 Jahren: 1811, davon 778 Knaben, 433 Mädchen; Jugendliche, 14 biS 18 Jahre: 891, davon 589 Mchnner, 802 Frauen; Mitglieder, über 18 Jahr«: 4422, davon 3784 Männer, 688 Frauen. Zahl der Vereine: 90, Zahl der Kreise: 8, Zahl der Sparten: 18. Bundeszeitschrift (monatlich)„S2S", Auflage 4500 bis 4800. Der Bund hat 1932: 359 Weitkämpfe, 126 Vorträge und 105 Umzüge veranstaltet. Zu der Entwicklung in Deutschland wurde folgende Resolution angenommen: „Der Bundestag konstatiert mit Empörung di« Areueltaten und Mord«, mit welchen di« Hitlerbanden dir Arbeiterschaft Deutschlands foltern. Der Bundestag prot«sti«rt auf daS allerschärfste gegen die Unterdrückung der deutschen Arbcitersporibewegung. In diesen Schandtaten hat sich der Vandalismus des deutschen FasciSmus in seiner vollen und ekelhaften Nacktheit geäußert. Ter Bundestag beauftragt di« BnudeSzeitschrift die volle Wahrheit über Deutschland zu berichten und die Gewalttaten der Hitlerleutr schonungslos zu enthüllen. Die deulfchen Arbeitersportler ruft d«r BundrSag auf, zum revolutionären und kompromißlosen Kampf gegen den FasciSmuS zurückznkehren und feine Kräfte für den Tag der unvermeidlichen Vergeltung zu sammeln." Ueber dir politische Lage und Auf gaben des Bundes referierte der Parteivorsitzende Genosse F. M« n d«r s. In der einstimmig angenommenen Entschließung wirt ausdrücklich erklärt, daß gegenüber einem Fasei st enpuksch der Bund zusammen mit der sozialdemokratischen Partei mit bewaffnetem Widerstand und Generalstreik antworten wird. ES ist mehr dafür zu sorgen, daß die Buntes- Mitglieder in die Reihen der Partei und der Gewerkschaft ein treten. Die Erziehungsarbeit soll künftig von besonderen Ausschüssen in den Vereinen, Kreisen und beim Bundesvorstand geleitet werden. Weiter wurde beschlossen, daS 7. Bundes- f c st am 24. und 25. Feber und vom 12. bis 16. Juli 1934 in Riga zu veranstalten und sämtliche Landesverbände der SADJ. einzuladen. Vom 2. bis 8. Juli soll anschließend an den Weltarbeiterspotttag ein« Werbewoche durchgeführt werden. Zum Bundesvorsitzeichen wurde Genoss« Abg. B. Köln in, zum BundeSfekretär Genoss« A. Gerda n t s wiedevgewählt. Der Bundestag wurde mit einer machtvollen Demonstration im Stadion und einem nochfolgenten Fackelzug durch di« Arbeiterviertel Rigas geschlossen. Nur«! wird Profi! Nach einer Meldung aus Helsingfors hat Nurmi Sta rtei»ladungen nach Frankreich, Belgien und Holland erhalten, die er wahvscheiiüich annehmen wird. Arrangeur dieser Wettkämpfe»st der Pariser„Arbeiter"-Sporttlub JuleS Ladoumegu«, dessen aktive Sportler Wege» Verletzung d«s ÄmateuriSmuS vom bürgerlichen Verband ausgeschlossen wurden und sich nun als Profis zur Schau stellen Der Deutsch« Rud«rv«rband gl«ichgeschalt«f. Ter Vorstand dieser Verbandes hat den Beschluß gefaßt, daß seine Vereine nur noch Mitglieder arischer Abstammung ausnehmen dürfen. AuSlandSstartt werden nur zugelassen, wenn di« betreffenden Ruderer die„Wahrung der nationalen Belange" gewährleisten. Literatur Adam Smith: Natur und Ursachen des Volks- Wohlstandes. Neu übersetzt und mit Kommentar von Dr. Friedrich Bülow.(KrönerS Taschenausgabe Band 103.) Alfred Kröner Verlag, Leipzig. Leinen 4 Mark, Ti« vorliegende Ausgabe ist«ine AuStvahl aus dem Wert des bedeutendsten Nationalökonmnen des Bürgertums in dessen revolutionärer Zeit, als es den Feuvalismus nicderwarf und man kann Smith als den ökonomischen Theoretiker der bürgerlichen Revolution bezeichnen. Es ist kaum zu glauben, wie frisch daS 1776 zuerst evschienen« Werk wirkt. WaS Smith über di« Bedeutung der Aribeit für da» Leben der Gesellschaft gesagt hat, ist heute ebenso wahr wie zur Zeit, als er eS nicderschtteb. Di« Arbeitswerttheorie, die er ausgestellt und di« Marz weiter auSgebaut hat, ist ein« der größten Entdek- kungen, die in der Volkswirtschaftslehre gemacht wurden, ebenso das, was Smith über die Arbeitsteilung sagt und was die Rationalisierung der letzten Nähr« wieder erhärtet hat und gleichermaßen das, was der Verfasser über hohe Löhne sagt. Gewiß gibt sich Snrith Illusionen hin, die heute überwuirdeu find, und was er sich vom Kapitalismus versprach:» hat, ist nicht eingetroffen, aber viele Entdeckungen, die er gemacht hat, werden immer ihren Wett behalten und rechtfertigen es, Smith als den Begründer der nationalökonomischen Wissenschaft zu bezeichnen. E. St Mitteilungen der..Urania**. Wran-Nrania-Kitt o. L«o Slezak, Alexander, Maria Eggerth in der großen Tonsilm-Operette„Das Li«b«Squartrtt" im Wran-Urania-Kino. Heute 3 Uhr: Freivorstellung für die Arbeitslosen. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prlkopy, Palais Koruna. || das Selm des klasienbewutzkeliii II^Arbeiters gehör! d- Zenttalorgan. I || Der Deutschen soitaldemokr. Arbeiterpartei■ II-„Sozialdemokrat"—II &eeeiljebet: 0Uofxteb lest.— tbefstbstteat: Qlltetm i e h n c t.— BeraniworNicher Siebutteut: Dr. CmU Straub, Prag— Druck:»Rota- A.-ch. lür NeNuitg- uub Buchdruck, Prag.— Für de» Druck verantwortlich: Otta Petit, Pra».— wie LrituiuSmartrntrontatu, wurde»o» der voft.». lelegrapdendirellloa mU Urlad Nr. 13WUIV1IHW0 bewilligt— äeiUDlbtbingungen: Sei Zustellung las Haut oder bei Begug durch die Post monatlich Li IS.—, vlerleljLhruch LS, .. tzai»i»srle Kl Mr~, g-ailätzrtg L4 UB.—.— Inserate werde» laut lauf billigst berechnet, Vrt ittere,