Mvzelvrels 70 Heller. Mnschlleßllch 6 Heller Porto' Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. ».»ahlon u. T3trtoalluna: Bros N, TttfAtanFa 18 ♦ Xfltpt). i 30703. stoeo. Wa®lrrtottt einer Million gedrillter und bewafftleter Männer, die durch die SA. und den Stahlhelm zusannnengefaßt sind. Die Ml. und der Stahlhelm haben die deutsche Arbeiterschaft nicht im offenen Kampfe besiegt, sie sind iü>er das wehrlose Proletariat l>crgc- fallen, nachdem der deutsch)« FaseismuS me Polizei und die Reichswehr in die Hand erhalten hatte. Durch die Machtmittel des Staates gedeckt und geschützt, konnte sich das Heer der deutschen Gegenrevolution gegen die Arbeiterschaft austoben. Die SA. sind nicht Helden des Bürgerkrieges, sondern feige Nutznie her einer erschlichenen Staatsmacht. Stach der Machtübernahme sind die Ml. zum Gerippe des Staates geworden. Die Polizei mW die Reichswehr stellen nur die Exekutivgewalt des Staates dar, di« SA. dagegen di« Parteiwchr- macht der Diktatur. Aber diese Macht ragt ans der Innenpolitik des deutschen FaseismuS weit hinaus. Die SA. bilden den gefährlichen Punkt, wo der Macht- und Unterdmckllngsapparat der Hiller-Diktatur sich mit der europäischen Außenpolitik überschneidet. Die SA. tvar«n für den imtercn Gebrauch, um die deutsche Arbeiterschaft tnederzuschlagen und mederzu- halten, aufgerichtet. Heute hat der Fascismai-.- in den SA. auch di« Quelle der Wehrmacht nach außen, den Menschenstoff und die Orga nisation fiir di« außenpolitisch)« Aktivität. Nach der Machteroberung gewaltig angefchwollen, beginnt dieses SA.--Heer heut« Europa ernst außeltpolitisch zu beunruhigen. In der sasci- stischen Parteigavde beginnt nian, di« fasci- stische A r m e e zu durchschauen. Im liegen satz zur fascistischen Miliz in Italien, die nie etwas anderes als ein inneupolitifehes Macht- instrumem»var, da Italien als Siegerstaai keine Beschränkung seiner Wehrmacht kannte und deshalb ein« parallel« und kaschierte Anne« garnicht brauchte, tvar die Gloriole der SA. bei dein Aufstieg der Hitlerbetvcgung eben durch ihre Bedeutung als künftige Wehr macht bestimmt. Die braune Armee war 1 der Vorstellung der Millionen deutscher Klein bürger der Kern des kommcitdc>r großen Hce res. Das Ansehen-Hitlers im nationalistischen Bürgevtum, bei der Reichstvehr usw. beruhte eben darauf, daß man in ihm den Organisa tor der nationalen Widerstandskraft sah, den Führer einer Privaten Armee, der man dem Staate cinverleiben wollte, die sich aber den Staat einverleibt hat. Die NSDAP hat es ausgezeichnet verstanden, die nationalistische! Revanche-Instinkte fiir sich auszunützen uns gleichzeitig versucht sie, die Stellung der SA in» Diktaturappavat zu verbergen: Für der inneren Gebrauch sollen die Ml. di«„Träger des Wehrlvillens der Nation" und die„Bc schützer des Lebensraumes des Volkes" sein Der nationalistisch besoffene Kleinbürger sol! in dem Ml.-Mann nicht den politischen Poli zisten, sondert» den Retter des Vatcrlande. von dem Erbfeind erblicken. Dem Ausland da gegen werden die SA. als ein« rein innen politische Angelegeirheit dargestellt, teils als Organisation für Jugenderziehung und Ju- geildc'rtüchtigung, teils als politische Stütze mark, wo die sogenannten steirischen Heimwehren, das ist jene-Hcimw«hrgruppe, die sich vor kurzem den Nationalsozialisten anschloß, die rcgi«r»ngstrcuen Starhcnrbcrg- Hcimwehrlentc attackierte. In den Provinzen wurden bei diesen Zusammenstöße» 270 Person«»» verletzt. Unter ihnen befinden sich ein« Reihe von Schwerverletzten. 2.Ä4 Nationalsozialisten wurden in ganz Oesterreich verhaftet. Große Feiern der Wiener Arbellersdioil. Keine Zwischenfälle. Die Wiener Arbeiterschaft hat gestern vor inittags in d«n Häsen der großen Gemeindehäuser und auf einer Reihe von Sportplätzen Freiheitsfeiern veranstaltet, di« der Idee der Freiheit der Republik und des Sozialismus gewidmet Warrn. Bei diesen Feiern war ein Vielfaches vor dem, tvas unter den.Heimwehrfahnen aufmarschierte, versannnelt. Zu Zwischensällen ist es bei diesen begeisternden Kundgebungen der Sozialdemokraten nirgends gekommen. vas Ende der Großdeulsdien Die Ärofcheutschc Partei Oesterreichs teilt heute mit,-aß sic der sogenannten Äiationalen Front, die bisher von den Nationalsozialisten und -en, Steirischen Heimatschntz gebildet war/ bei- gctrete»» ist. Tas bedeutet faktisch, wenn auch nicht formell, das Ende dieser Partei. Irgend eine Bedeutung hat dieses Ereignis nicht, da die Großdeutschen nur mehr über Mandatare verfügen, nicht aber über Wähler. In einer Reihe von Ländern hat sich die Großdeutschc Partei in der letzte» Zeit von selbst aufgelöst. den SowzctS beabsichtigte Zusammenstößen zwischen Nalionalwziaiisten und....... r. V(. U... U.. U|.. jTiettunn der»M-tmniiftn’n. Hxjniwehrleuten gekommen, besonder» heftig 1 Nur Wahlbündnisse haben dies« Partei bisher bei | waren die Zusammenstöße in der S t e i e r-1 einem Scheinleben erhalten. Intervenieren sie, Herr gesandter! Neues aus Oreucldcutschland. Wien, 15. Mai.(Eigenbericht.) Der gestrige Heimwehraufmarsch war weit weniger imposant als die Presse der Regierung es darru- stellen versucht. Es sind im ganzen mit großer Mühe aus ganz Oesterreich 25.000 Mann zusammengebracht worden. Unter ihnen war etwa die Hälfte ohne Uniform, was darauf schließen laßt, daß es sich um Leut« handelt, die, ohne aktive Mitglieder der Heimwehr zu sein, durch die G r a t i s s a h r t nach Wien gebracht werd«« konnten. Die Wiener Heimwehr rückte bei dieser Kundgebung mit 1700 Mann aus. Im ganzen also«in« Macht, die gegenüber der Stark« v«S österreichischen und insbesondere des Wiener Proletariats nicht sehr imponieren kann. Die Kundgebuna begann mit einer Feier im Schönbrunner Schlonpark, an der auch Mitglieder der österreichischen Regierung teilnahmen. Bundeskanzler Dollfuß erschien in der Uniform der seinerzeitige» k. u. k. Kaiserjäger. Nach der Feier marschierte» di« Heimwehrlent« über die Mariahilser- und die Ringstraße in den Prater. Das Spalier war außerordentlich spärlich. Nur dort, wo sich Gegner der Heimwehren in größerer Zahl eingcsnnden hatte«, war es etwas dichter. Die sozialdemokratischen Arbeiter haben den Leimwehrausmarsch fast vollständig ignoriert. Die Nationalsozialisten haben die Heimwehren an mehreren Stellen der Stadt angestänkert, wurden aber von der Polizei unschwer zerstreut. Es wurden 580 Verhaftungen vorgenommen, davon waren 480 Nationalsozialisten. i' Zusammenstöße in den Ländern. In Len Ländern ist cS vielfach zu schweren Heimwehrleuten gekommen, besonder» I, waren die Zusammenstöße in der S t e i e r eetft 9 D!enS«ag, 18. Mal 1998 At. 114 des Regimes. Nach innen sollen di« Henker- dienste der SA., nach außen ihr hcereSmaßiger Charakter verteilt bleiben. Die SA. sind beides: Knüppel- garde der Diktatur und Cadere der fascistischen Wehrmacht, Henker und Soldaten. Di« bewaffnet« Dik» taturpartei, di« di« militärischen Laders stellt, erzeugt ganz besonders gearteten Menschenstoff. Es sind nicht innge Staatsbürger schlechthin, di« zur militärischen Ausbildung herausgezogen weiden, sondern militarisierte Parteigavde, durch eine sorgfältige Auslese zusammengestellt, durch einen scharfen Drill geführt. One wird in der Atmosphäre der Ge» toast, des LandSknechtentum», der nationalistischen Verhetzung, der gierigen Bentetcilung und der homosexuellen Hörigkeit erzogen. Der inilitärisch« Drill erfolgt im Rahmen des politischen Polizeidienstes. Di« militärische Ausbildung in der Miliz ist im Grund« genommen teils Wehrsport, teils technischer Dienst: Der Soldat hat keinen lebenden Gegner vor sich, er treibt Hebungen und bedient Maschinen. Die militärisch« Ausbildung in der SA. erfolgt in den Schützengräben eines stillen Bürgerkrieges. Die SA. erhalten lebende Ziclstl>cibcil: Eigen« Mitbürger, Proletarier und Sozialisten. Die braune Armee bestellt Skalpjäger und Sklavenaufseher, Mörder in den Strafexpeditionen gegen di« Arbeiterschaft Dieser Menschenschlag ist eS, der die massenhaf.e Wehrkraft des deutschen FasciS- UNIS darstellt und hinter der Reichswehr steht. Dies« braune Arnree ist es, die Deutschland in die außenpolitischen Konflikte hincinzieht, und überall dort auftritt, wo zunächst kleine Brandstiftungen geübt werden: In Danzig, im Saargebiet, an der österreichischen Grenze. Wo di« Reichstvehr noch nicht eingesetzt werden darf, dort treten die SA. auf. Fascistische Aufrüstung ist keine Aufnistung schlechthin, keine bloße Vermehrung der Zahl der bewaffneten Männer. Sie ist eine Aufrüstung mit ganz besonderem Menschenschlag, mit ganz bestimmten innen- urrd außenpolitischen Zielen. Di« Brutalität ist die höchst« Tugend dieser im Dienste der expansionsbedürftigen Diktatur stehenden militärischen Caders. Der mili» tärisch ausgebildete SA.-Monn besitzt eine größere politische und moralische Zerstörungskraft als jene Tanks und Flugzeuge, die Neurath für Deutschland in Genf verlangt. Deutschlands Anfriistung wird durch die SA. bestritten. Und Deutschland beteiligt sich heute an den Konflikten, die von Ostpreußen bis nach Istrien und von dort bis nach Eger, savohsche Alpen und Elsaß erstrecken. Mögen die Vertreter der bürgerlichen Regierungen auf der Abrüstungskonferenz in Genf einen Soldaten in seiner militärtechnischen Leistungsfähigkeit einem, fünf oder zehn SA.-Leuten glcichsctzen— das internationale Proletariat kennt die Aufgaben und die wirklichen Leistungen der braunen Ann« in der fascistischen Diktatur, bei der Knechtung der deutschen Arbeiterschaft ganz genau. Gens hat nur darüber zu entscheiden, ob die braune Parteigarde zur regelrechten Kriegsarme« Hinauswachsen darf, lieber das Schicksal dieser Machtgrundlage der Diktatur tverden politische Klofsenkänlpfe entscheiden. Dorthin geht der Weg! Der ,.B o h e in i a"- E i e r t ä n z e r von der Rosche-Grupp«,.Herr G. P., stellte im Sonntags-Leitartikel sowohl an Hitler-Deutschland als auch an die Tschechoslowakei di« Frage:„Wohin geht der Weg?" Wa» Deutschland anlangt, so hat jedenfalls der S:urm über dem deutschdemokra- tischen Teiche den.Herrn Abg. PeterS belehrt, daß er den Kurs seines TschinaklS wenigstens scheinbar ein wenig mehr links halten mülle und drum erklärt er setzt, daß di«„B o h t m i a" zwar zuerst„dem Regime Hitler« den Kredit des guten Willens"«ntgegeiigebracht habe, jetzt aber durch da»„Zusammenreißen" alle» Gestrigen„die Welt bedroht" sehe. Da» könnt« man als ilmstellling um hundertachtzig Grad ansehen— wenn man nicht eben wüßte, daß di«„Bohemia" morgen schon wieder da« Gegenteil zu schreiben bereit ist, und wenn man nicht an dem zweiten Teil des Artikels des .Herrn G. P. erkennte, warum ihin eigentlich um den Weg Deutschlands plötzlich angeblich bangt! ES verdrießt ihn, daß die tschechoslowakische Demokratie sich von den Fascisten und.Halbfascisten(ä la Peters) nicht ein L für ein U vormachen laßt und durchzu- greisen entschloßen ist. Herr G. P. will sich mit feiner„Bohemia" plötzlich als Demokratischer" Beobachter Hitlcr-Deutichlands aufspielen und daraus da« Recht ableiten, die Methoden zu kririsicren, mit denen die Demokratie bei un« sich gegen di« Freunde de« Herrn PeterS schützt. Herrn G. P. sind nämlich„die behördlichen Maßnahmen unverständlich", er protestiert gegen die„Eingriffe in unser« bürgerlichen Freiheiten" und er hat sogar die Stirn, von einer „reaktionären Demokratie" in der Tschechoslowakischen Republik zu sprechen, weil sic sich von den Reaktionären, von den.Hitler- Anhängern, von den Hitler-Begeisterten ano von den journalistischen Klopffechtern der allerärgsten, grausamsten, mntclaltcrlichen Reaktion nicht auf den Kopf will machen lassen! Weil Herr G. P., al» er in den letzten Monaten hemmungslos ans der„Bohemia" eine Mauer für den FasciSmuS inacht«, nun überrascht aus dem Traum fährt und jetzt manches in Deutschland und hierzulande Geschehene ungeschehen machen möchte, fragt er scheinheilig, wohin der Weg in Deutschland gehe — und bildet sich ernsthaft ein, damit die Wegrichtung beeinflußen zu können, di« die tschechoslowakische Regierung eingeschlogen hat. Der Weg in Deutschland, Herr G. P., geht vorläufig weiter in» Barbarische, in« Toll- und ZuchthäuSlerisch«, in Isolierung ulld Kriegsgefahr. Dagegen bei u n S in ein« verfestigte D e m o k r a t i e, die allen Irrsinn Niederschlagen wird. Die freundlichen Wärter mögen sich vorsehen, daß sie sich von der Ansteckungsgefahr befreien! Auch ein Politiker! In der„Deutschen Press e" leitartikelt Herr Dr. Wilhelm M e d i n g e r über die tschechisch-deutsche Verständigung, di«, nach seiner Meinung, erst dann ernsthaft einsehen könnte, wenn namhaft« Tschechen einen „A u f r u f" unterschrieben, wie ihn Herr Dr. Medinger sich vorstellt. Diese Tschechen müßten da erklären, daß sie den Bestand der 6DR. nur dann als gesichert ansähen, wenn sich die nichttschechischen und-slowakischen Rationen des Ltaatcs... in ihm ebenso wohl fühlen, wie ihre Stammesbrüder in Deutschland, Oesterreich oder Ungarn und sie daher keinen Anlaß mehr haben, sich nach einer Angliederung an diese Staaten zu sehnen." Ganz klar ist un« da» zwar wicht, was Herr Mrdinger will und die Tschechen unterschreiben sollen, denn wir wissen nicht, ob nach seiner Meinung unsere oder die tschechischen Stammesbrüder In Deutschland usw. sich io wohl fühlen. Ader das ist eigentlich ganz Wurscht. Denn sowohl der Großteil ver deutschen al» auch der slawischen Staatsbürger fühlen sich derzeit im Deutschland Hitler», im Oesterreich der Nazi und Hcimwehren, und int Ungarn Horthy» höchst unwohl! Und jedenfalls fühlen wir uns in der Tfchechoslotvakei Wohler »nd die von.Herrn Mcdinger zur Unterschrift seines Aufrufs aufgcforderten Tschechen durften nur damit rechnen, daß Herr Medingcr dann die deutsch-tschechische Verständigung kommen sähe. Zum Glück gibts im tschechischen Lager Politiker, di« nicht auf daS Konzept dcS.Herrn Medinger warten! Die aber Haven wieder daS Pech, von der„Dentschen Presse" nicht mit allen kirchlichen Zeremonien empfangen zu werden: die Rede des Genossen Dr. Dsrer ist für daS gut christliche und noch besser deutsche Blatt Anlaß zu cm paar hämischen Bemerkungen, di« wieder nur daS«in« klar erkennen lassen, daß unseren Christlichsozialen der erbärmlichst« Faselst noch lieber ist al»«in verständniSbereiter Tscheche. Und mit dieser Partei will Herr Medinger völkerversöhnende demokratische Politik in der 6SR. machen! Biel Glück auf den Weg! Herr Karg donnert. Wollen unser« Nazi» in di« Regierung? In der gleichgeschalteten„Rumburger Zeitung" erschien unter dem Titel„Gewitter im Mar" ein Aufsatz, den M. K. geschrieben hat. Im„Teplih-Schöner Anzeiger", der sich seht wieder um Iudeninleratc bemüht, ist da» Ma- num weggelassen. Diese Einzeihest ist jedoch kauni so bemerkenswert wie der Inhalt dcS Karg- Artikels, der also schließt: ES ist aber ganz falsch, die a n t i marxistische Einstellung mit antidemokratischer zu verwechseln. Deshalb, weil, die sudetendeutsche, nationale Opposition eine neue Form der Zusammenarbeit von Deutschen und Tschechen in der Regierung wünscht, ist sie noch nicht „faszistisch". Deshalb, weil der sudetendeutsche BolkSwille zur Ausschaltung der Sozialdemokratie aus der Regierung drängt, deshalb, weil besonders die sudetendeutschen Nationalsozialisten«inen antimarxistischen Kurs wünschen, und deshalb ist daS noch lange keine Bedrohung der Demokratie. ES ist höchstens eine Bedrohung der jetzigen Koalition... Niemals war so viel Verwirrung und Vergiftung in der sudetendeutschen Politik wir heute. ... nur ein Kurs zum Schutze der Sozialdemokratie... Eine Sozialdemokratie, die täglich wie ein gereizter Stier gegen Deutschland anrennt und außerdem sich mit den Kommunisten in„ontifascistischcn Komitees" verbündet, ist Wohl kaum«in Faktor von besonderem außen- und innenpolitischen Wert in der Regierung der tschechoslowakischen Republik... Man täte klüger, sich umzuschen, wo die Keime zu neuen, besseren Entwicklungen fitzen. Herr Karg besitzt die Frechheit, sich darüber zu beklagen, daß niemals so viel Verwirrung und Vergiftung in der sudetendeutschen Politik war, wie heute— und er vergißt zu sagen, daß dies« Vergiftung von der Freundschaft unserer Nazis zu den Bluthunden GoeringS herbsige- führt wurde. Heute ist Herr M. K. sogar bereit, eine Gleichschaltung mit der tschechischen Bürger- Politik vorzunchmen— wie anders ist sein Hin- weis auf„die Keime zu neuer Entwicklung" zu verstehen?—, wenn nur die Sojtaldemokralen, die hierzulande nicht mit den Goeringmcthoden zu besiegen sind, ans der Regierung entfernt werden. Das ordinäre Benehmen dchr!eb, nur der Wunsch, vorher etwas zu ersparen, hielte Ihn ab, sofort in die Heimat zu fahren. äsander entgegnet«, Karl sollte sich vor Leiden hüten, die quS Einbildungen käinen. DaS Herz eines Mannes müße auch für ein zweites Vaterland weit genug kein. Sollt« eS Karl aber nicht verwiuden können, dann bäte er ihn, erst dann hcimzufahren,»nenn er di«.Haltlosigkeit überwunden hätte,»venn er in der Lage»vor«, den Termin nach Belieben zu bestimmen. Denn aildcrS würde er sich, ging« eS auch in der Heimat nicht aut, nur der Gefahr auSsetzen, zu den Leiden noch die Beschämung hinzuzuerhalten. Kein Wort sei darüber zu verlieren, daß Karl nicht gerade für den Sveger Bahnbau geboren sei, und er, Pfander, würde sein Möglichstes dransetzen, ihm einen Platz zu vermitteln, der»richt nur seiner Veranlagung mehr entspräche, sondern auch ein« Existenzgrunolage abgeben könne. Nur sollte Karl bis dahin nicht vergesi-n. daß Sveg nicht die Welt sei und ein Sveger Winter nicht das Leben. Dieser Brief berührte Karl an seiner empfindlichsten Stell«, in seiner alten„Sittlichkeit", lind Pfander hielt Wort. Auf dies« Weise kam Karl Mitt« Ma«, ohne den Freund wiedergesehen zu haben, auf d>e ander« Seit« des Landes, an die bottnifche See. Er erhielt eine gut bezahlt« Kontorstelle in einem Sägewerk in Sundsvall. Dies»var ein neuer großer Anfang, und Karl tagte sich selbst, er würde vor Ablauf einiger Monat« nicht in der Lage sein, den Wert oder Unwert seiner Sit»»ation zu ermessen. Tatsächlich nahmen ihn di« neuen Umstände, der herauf- kvmmende Sommer und das Meer, da» nun vor leinen Fenstern auSgespannt war, gefangen. Da erhielt er Mitte Juni eine Geldsendung von dreihundert Kronen. Pfänder schrieb hiezu, Pastor Enander hätte den Wunsch gehabt, Karl für die entfallene Reise vom Vorjahr, die den damaligen Arbeitswinter hätte abschließ«» sollen, zu entschädigen. Ein Dankschreiben würde den Pastor nicht erreichen, da er di« Reise nun diese» Jahr unternommen hab«. Karl wußte nicht, warum er sich über daS Geld nicht freuen konnte. Er schrieb zurück, daß er e» ungern annehm«, hätte er doch über je»»en Winter Kost und Quartier bei Enandcr gehabt. Auf diesen Brief kam ein Schreiben von äsandcr» Mutter, die Karl mitteilte, daß ihr Sohn außerstand« wäre, selbst zu antworten; sein Zustand wäre wieder sehr schlecht. Offenbar setzte die Frau, die dies« Fügung ohne nähere Erläuterung gebrauchte, bei Karl ein Wissen voraus, das er nicht besaß. Karl fühlt« sich wie Vom Blitz getroffen. Er ließ sich beurlauben, obgleich daS sein« Positionim Sägewerk für das weitere in Frag« stellte/ und fuhr nach Ormusjö. Der See lag. als er in einem Lastauto von Sveg endlich Hinüberkain, blau unter dem Himmel wie damals, als Karl seinen ersten Besuch gemacht l>atte. Da» hell gestrichene.Hau» mit seiner Veranda, dem Balkoi» und dem verzierten First»vartete vertraut in der Sonn«. Drinnen aber lag Pfander aus dem Bett, die Decke»vcit über die Brust herabacstreift, sein magerer Körper»var in Schweiß gebadet. Er vermochte Karl, den das schwcißuberpcrlte Gesicht an die Szene am Bruimen erinnerte, nicht niehr zu erkeiinen. Die"Schwindsucht arbeitete gegen oa», was sich an äiander noch wehrt«, mi» ein« undvierzig Grad Fieber. Drei Tage später wurde er begraben.' Zu drin Begräbnis auf dem kleinen Bergsriedhof kam auch Pastor Ena»»der..Karl aber trat an» gleiche»» Abend die Reste nach Wien an. In den Straßen Berlins»var cs noch wie eine Verwunderung in ihm, daß diese Welt in der Zwischenzeit Weiterbeständen hatte. Ans der Weiterfahrt begann die Erinnerung an Schweden rasch wie die an einen»veitschweifigen Traum zu ivcrden. Durch Oberöst«rre!ch herein, die füns- staste Stunde im Kupee, kam ihm mit ganzer Schwere zum Bewußtsein, fünf Jahre in Schiveden getvesen und vierunddreißig Jahr« alt ge- worden zu sein. Nun überblickte Karl auch, daß er nicht in di« Welt hineingefahren ivar, sondern an ihren stilleren Rand hinaus. Das Bedrohliche der letzt durchgeführten umgekehrten Bewegung wurde ihm vorläufig nicht lebendig. Er dacht« an das HauS, in dem er ausgewachsen war, als würde ihn dort jemand erwarten, und nicht, daß diese Heimat, der er sich wieder anvcrtraute, ihre einzige LcbenSmöglichkeit, den Anschluß an Deutschland, schon 1922 in Gens für ein« Anleihe von 611 Millionen Goldkronen verlaust hatte. Karl dacht« auch nicht daran, daß dieser Hcimatstaat 1924 die europäische AufschwunaSära für sich mit einem Börsenkrach eingeleitet hatte, der seiner Jildustri« den letzten Rest eigenen Kapitals entzog, daß ferner seitdem in jedem Jahr mindestens ein« Großbank vom Erdboden verschwunden war und daß di« Industrie in ihren früheren Absatzländern Zöllen begegnete, die, vom Wert der Ware gerechnet, in Ungarn 80 Prozent betrug«», in der Tschechoslowakei 83 in S. H. S. 36, in Polen 43 und in Rumänien 99 Prozent. Auch wußte Karl noch nicht, daß von seinen Landsleuten 180.000 arbeitslos waren. Allerdings hätte er sich, auch wenn ih>»i die Zahl geläufig gewesen war«, wie jeder noch außeryalv Stehende gesagt: haben die Millionen, di« nocl nicht arbeitslos sind, ihr Auskommen, dann wir? auch für mich noch Platz sein. Ienun, mit dem„Platz" hatte cs sofort sein. Schivierigkeit. denn Karl fand keine Wohnung In dem.Haus, in dem er gewohnt hatte,»rar sen seiner Abreise keine mehr frei geworden, auch sollte das anf Jahre hinaus nicht mehr der Fall lein. Denn eine Wohnung bedeutete ein Vermögen. Schließlich aber konnte sich Karl doch in de»n HauS einmieten, in dem seine Mutter gestorben ivar und da» er vor fünf Jahren verlassen hatte. Er»vnrde Astermieter. Und zwar für 40 Schilkina monatl'ck'. im dritten?wck bei dem 57jährigcn Kassenschlosser Adolf Dostal. (Fortsetzung folgt.) Nr. 114 DI«n»tag, 16. Mal 16g» Seite 6 »ahotage-Versuche die auf der ist alles friedliche Erfolgen Red.) „Versteckte marxistische Sabotageversuche“. Naziarbeiter haben zu kuschen. Berlin, 18. Wtai. Der Leiter der national» sozialistischen Betriübszellenorganisationen Walter Schumann hat folgende Anordnung erlassen: In der letzten Zeit haben verschiedene Belegschaften eigenmächtig Eingriffe in die Betricbsführung vorgenommen, die teilweise zur Stillegung der betreffenden Betriebe führte. Diese« unverantwortliche Vorgehen ist geeignet, schwerste Erschütterungen hervorzunifen. Ich verbiete hiemit allen NSBO-Mitgliedern aus« strengste, sich an Oer Krieg in Südamerika. Bölkerbnndrat schiebt alles auf die lange Bank. Genf, 15. Mai.(Wolfs.) Unter dem Vorsitz des italienischen Vertreters Grasen Piola Ca- solli trat heute der Völkerbundrat zusammen, um in einer öffentlichen Sitzung zu der durch die Kriegserklärung von Paraguay an Bolivien erfolgten neuen Lage im Chacocr Konflikt Stellung zu nehmen. Es ist das erstemal, daß zwei Völ- kcrbundsmitgliedcr sich miteinander in förmlichem und erklärtem Kriegszustand befinden. Der Rat hörte sich die Erklärungen der beiden im Streit befindlichen Parteien an, ohne schon jetzt einen Beschluß zu fassen. Er beauftragte lediglich den schon bestehenden Ratsausschuß vorläufig damit, die Lage weiter zu prüfen, um dem Rat später einen Vorschlag zu machen. Eine neue Sitzung ist noch nicht anbcraumt worden. Stillegung der Kristallglasschleifrrei Umann» A.-G. in Tiefenbach. Die der Angio-Bank ge- hörciide Firma Johann Umann-A.-G., welche in den letzten Wochen ihre Arbeiterschaft mit allen Mitteln zu angestrengtester Arbeit angetricbe» hat, um ihre Aufträge:n kürzester Zeit fertig» zustellen, hat vor einigen Tagen verbucht, einen großen Lohnabbau zu erzwingen. Als die Arbeiterschaft Gegenvorschläge unterbreitete, welche der Bank nicht genehm tvarcn, hat die Betriebsleituikgeine gänzlichcStillcguna der Kristallglasschlcifcrei vorgenommen und 60 Arbeiter und lingcsähr 20 Beamt« ganz einfach entlassen. Mit solchen Methoden versucht di« Anglobank die Arbeiterschaft nicderzuzwingcn, obwohl die Schlciferei mit keiner allzugroßcn Konkurrenz anderer Firmen rechnen muß und ohnedies sehr niedrige Löhne zahlt. ständischen Aufbau und den Konsumvereinen endgültig zu klären und um die Abwicklung sh sicher und organisch gestalten zu können. Ncudcutsclier Irrsinn »Ich dulde{«int Parteien mehr, ich dulde nur noch Sklaven." Regensburg, 15. Mai. Der bavrische Innen» Minister Wagner erklärte am Montag vormittag zu Vertretern der Behörden u. a.: Ich erkläre hiemit als Verantwortlicher für die bayrische innere Staatsverwaltung und für die bayrische Polizeigewalt, daß ich in Zu- lunst keine Parteien mehr dulden werde. War von den Führer» dieser Parteien ahne Volk noch übrig geblieben ist, muß seine Schlußfolgerungen ziehen. Die Zeit ihrer politischen Wirksamkeit ist vorbei. Entweder beugen sie sich dem, war die Nation will, oder sie sollen abireten. Wir machen die Tore weit auf für alle, ' die zusammenstchen wollen. Wer aber glaubt, - nicht abtreten zu sollen von der Stelle, die für ihn > nicht mehr zu halten ist, der täuscht sich sehr. Er ist rin Narr oder ein Verbrecher. Wir w e r- den diedem Volke gegebene Autori- tat gut zu wahren wissen. Zu dem Fall des beurlaubten Regensburger ' Oberbürgermeisters Dr. Hipp, der sich auf fei- neu lebenslänglichen Dienstvertrag beruft und | sich zum freiwilligen Verzicht auf seine Position glicht verstehen will, erklärte der Innenminister n. a.: ES grenzt an da« Unfaßbare, daß Män- ner, die fanatische Gegner der Nationalsozialist!, schm Bewegung waren, fordern, daß wir sie auch weiterhin versorgen sollen. Sie sollen Gott danken, daß sie noch überhaupt am ««den und nicht von der Wut der Volkes zer- I üettn sind. Der einfach st e SA-Mann hat mehr Anrecht, v o m. n e wc n Staat utoa« zu erwarten, alS gewisse I vbrrbürgermeister. Ich erwarte, daß die I Vtkun meine Entscheidung nicht erst einfach ab- warwn, sondern ihren Verzicht schon vorher auS- isttchen werden. Spina über die Aufgaben des Rundfunks. Eine deutsche Rede auf den tschechoslowakischen Sendern. zum Nachteil aller durchlaufen und trennen. Zu diesem Begreifen sei vor allem ehrliche, freie und menschliche Aussprache erforderlich. Für diese Aussprache sei der Rundfunk da« gefundene und wirksamste Organ. Er sei daS geeignetste Mittel, den Tschechen zum Deutschen und den Deutschen zum Tschechen sprechen zu lassen; er könne der Mund des Deutschen zum Ohr und Herzen des Tschechen und der Mund des Tschechen zum Ohr und Herzen deS Deutschen wer. den. Die Sprache sei nicht ein Kampf-,, sondern ein B e r st ä n d i g u n g S m i t t c I. Beide Völker müßten sich bewußt bleiben, daß ihr Schicksal nicht von außen, sondern nur von innen durch eine v e r n e h m l i ch e p o s i- live Arbeit bestimmt und geformt werden 1 könne. Der deutsche Sender kommt! Zum Schlüsse führte Münster Dr. Spina au«: Zur Erreichung dieser an die Grundsteine und Grundlagen de« Staples führenden Ziele kann der gerecht und verständig gebrauchte Rundfunk am meisten beitragen. Ich freue mich, unseren deutschen Funlbörcrn mitteilen zu können, daß die Notwendigkeit de« Answirkens der außenvolitischen und innerstaatlichen Funk, tion de« tschechoslowakischen Rundfunks, wie sie eben dargelext wurden, begriffen werden und daß mmi entschlossen ist, au« dieser Erkenntnis die entsprechenden Folgerungen zu ziehen. Die erste Konsequenz ist die eingangs b rührte kleine Revo- lution de« tschechoslowakischen AetherS durch die Erweiterung der deutschen Sendung und durch die Ermöglichung deutscher Reden zu einer sonst Gestern abend« sprach im tschechoslowakischen Rundfunk der Gesundheitsminister Dr. Spina. Er stellte zu Eingang seiner Rede dar, daß die deutschen Rundfunkhörer ihre bisherige Benachteiligung nur mit großem Bedauern gmt- tierten, da sie, ebenso wie die tschechischen Hörer, im tschechoslowakischen Rundfunk ein gesamt- staatliches Ku l t u r i nstru m e n t ersten Ranges erblickten. Man habe das Herz des deut schen»Hörers abgestoßeu, indem man sein Ohr avftieß. Do« sei«n Fehler gewesen, denn wer den Rundfunk beherrscht, beherrsche auch do« Ohr der Welt. Diese« Ohr habe, wenn cs deutsche Worte im Aether hören wollte, freilich auch tönende Phrasen in Kauf nehmen müssen. Tie deutsche Hörergemcinde sei den deutschen Funkdarbictungen um so mehr verfallen, als sic sich mit Recht al« S t i e f k u n d de« t s ch c- ch o s l o w a k i s ch e n Rundfunks habe füh len müsien. Der tschechoslowakische Rundfunk sei geeignet, im Rahmen seiner deutschen Sendung eine Kulturbrücke nicht nur nach Deutsch land, sondern auch nach dem übrigen Europa zu bilden. Der Sturm, der um unsere Grenzen tobt, zwinge die Böller dieses Staate« zu jenem S i ch- findenlernen al« Gleiche unter Gleichen, da« Minister Bene8 in seinem letz ten Exposee treffend als die Schicksalsvevbunden« beit aller Völker diese« Staate« bezeichnet habe. Di« Verwirklichung dieser Schicksalsvcrbunden- sie aber nur möglich durch eine Revision der seelischen Grenzen. Die Aufgabe der Politik sei e«, die Ner venprobe, der die deutsckie Bevnllerung un terworfen ist, nicht noch zu belasten, sondern zu entlasten. So wie die tschechischen Mitbür ger leidenschaftlich und kompromißlos die E r- Haltung de« Staate« wünschen dürsten, so dürfe der deutsche Mitbürger leidenschaftlich und kompromißlos ein fair r-lay wünschen, weil er sich nicht al- Minderheit, sondern al« inte grierender Bestandteil de« Staates fühlt. Je früher da« auf beiden Seiten begrif fen werde, desto rascher werde der Revisionis mus jener seelischen Grenzen einsetzen können, die auch heute noch unsere gemeinsame Heimat und unser gemeinsame« Vaterland niinniiiiiiniuuinuuiinuiniiuiniiimiiiiiiiniiiiiuiiinniiiiiniiiiiiinuiiiiiiiiiiiiiiiiitiiitiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiuiiiiiiiiuiiiutiiiitiuiiiiuiiuuiiiimutiuuiiiuuiiiiiiuiiiiuiimiutiimimn Partei Versammlungen einberufen! n Die L okalvertrauensmänner M haben die Mitgliederversamm- M Jungen der Lokalorganisation H rechtzeitig einzuberuten, in ■ denen der ganze Werbeplan W zur Genehmigung vorgelegt ■ wird. und jedes NSBO-Mitglied, das sich dieser Anordnung nicht fügt', rücksichtslos aus der NSBO und Partei entfernt wird. Die Hausangestellten im Dritten Reich. Nicht mehr in der Arbeitslosenversicherung. Zn den nächsten Tagen wird, wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet, durch ein Reichsgesetz bestimmt werden, daß mit rückwirkender Kraft ab 1. Mai die Hausangestellten nicht mehr für die Arbeitslosenversicherung bei- tragspsiichtig sind. Die Hausangestellten werden also in Zukunft nicht mehr gegen ArbcitSfosig- keit versichert fein. Brüning schaltet sich selbst gleich! Berlin, 14.. Mai.(Conti.) Die Landcsvor- sitzenden, WahlkrciSvorsihendcn und Gcneralfckre- täre der deutschen Zentrumspartci tagten heute unter Vorsitz de« neuen Führers Dr. Brüning, nm sich mit den Maßnahmen zur Reorganisation der ZentrumSbcwcgung und einer positiven Mitarbeit für eine christliche nationale und soziale Erneuerung des deutschen Volkes zu beraten. Es kam dabei, wie aus Zentrnmskrciscn mitgeteilt wird, eine einmütige Auffassung über die Gesamtlagc zum Ausdruck und von allen Seiten fanden die Ausführungen des Führers der Partei ungeteilten Beifall. Saarländische Arbeiter verlassen christliche Gewerkschaften. Saarbrücken, 13. Mai. Die schwankc>ü>e 1 Haltung der christlichen Gewerkschaften dem Hitler-Regime gegenüber— im Gegensatz zu dem freien Bergarbeiterverband haben sich die christlichen Gewerkschaften noch nicht von den inzwischen„gleichgeschalteten" Berliner Verbänden gelöst!— hat bewirkt, daß die Mitglieder in hellen Masten zu dem freien Verband übertreten; im Laufe der letzten Woche hat rund ein Drittel der Mitglieder die christlichen Gewerkschaften verlassen. Rosenbergs unrühmlicher Abschied. London, 15. Mai. Sonntag vormittags kam >s bei der Abreise Alfred Rosenbergs auf dem Bahnsteig zu Kundgebungen. Nachdem Rosenberg im Zuge Platz genommen hatte, erging sich eine Gruppe von Personen in feindseligen Rufen gegen das neue Regime in Deutschland. Ein Mann, der eine rote Fahne schwenkte, wurde angehalten. Die Rufe erneuerten sich, als sich der Zug in Bewegung setzte. In einem Interview gegenüber einem Vertreter des Reuterbüros erklärte Rosenberg, er sei mit dem Ergebnis seiner Londoner Reise zufrieden(!). Es sei immer am wertvollsten, die Anschauungen eines anderen Landes„in aller Klarheit" kennen zu lerne«, zumal in einem Augenblick, in dem die wichtigsten Probleme auf der Tagesordnung ständen. Beratungen der Kleinen Entente. Genf, 15. Mai. Unter dein Vorsitz des jugoslawischen Außenministers IevtiL fand heute nachmittags im Hotel„Beau Rivage" eine Zusammenkunft der Außenminister der Staaten der Kleinen Entente statt. Die Beratungen, an denen sich außer Minister JevtiL die Minister Doktor BeneS und T i t u l e s e u beteiligten, betreffen vor allen: die Lage auf der Abrüstungskonferenz, doch wurde auch über politische und wirtschaftliche Fragen beraten, die auf der Konferenz der Kleinen Entente in Prag End-> dieses Monates erledigt werden sollen. In diesen Beratungen werden die drei Staatsmänner der Kleinen Entente in Genf je nach Bedarf und noch der Entwicklung der Genfer Ereignisse fortfahren. Am Ende dieser Revolutionierung soll der eigene deutsche Sender de« tschechoslowakischen Rundfunks stehen. Ich freue mich, daß wir an dieser Lntwick. lung mitarbeiten konnten» und rufe jetzt meinen Landsleuten avf deutscher wie auf tschechischer! Seite mit den Worten Goethe« zu: Beratung braucht e« nicht voran— Beisammen sind wir, fanget anl Kommt der Krieg? Trübselige Feststellungen der Hunnen. Berlin, 15. Mai. In einem Leitartikel behandelt die„Deutsche Allgemeine Zeitung" die Frage:„Ist der Krieg in Sicht'? und schreibt unter anderem: Ein StiiumnngSumschtvung gegen Deutschland in den angelsächsischen Ländern und auch jenseits de« Ozeanü rft nicht zu verkennen. Die Prasse der letzten Wochen liefert dafür niederschmetternde Beweise in Aufsätzen, Nachrichten und in der voliuschen Karikatur. Die französische und polnische Propaganda hat sich der antideutschen-Hetze i n einem noch vor ku rzcm nicht für möglich gehaltenem Maße bemächtigt. Die drei einflußreichsten Berater des Präsidenten Roosevelt sind jüdischen Stammes. Ter wirtschaftliche und politische Schaden, den die.Haltung der maßgebendsten amerikaniichen Zeitungen den deutschen Interessenten zugefugt haben, ist unermeßlich.(Kurz gefagt: ES vernichtet, was eine zielbewußte, Außenpolitik in vierzehn Jahren an ~'. Dr. Mr die deutsche Sendung nicht verfügbaren Zeit. fi^° Deutschland einlngen"holte.' stimmt, sondern der Leiter Müller, ist von mir diesen Aktionen zu beteiligen. Ich fordere von rmannt, und er ist bevollniächtigt, weitere Lei- allen NSBO-Mitgliedern nt jedem Betrieb, der- ter der einzelnen Bezirke und OrtSvereine zu artige Versuche im Keime zu ersticken. Ich er- emennen. Der Berwaltungsrat, der Müller bei- Worte von der Disziplin und E'nsickn der NSBO, gegeben ist, wird die Kleine Kammer fein, daß sie versteckte marx.istischc Ws"'„***" Außerdem wird eine Große Kammer gebildet an der nationalsozialistisöben Aufbauarbeit llar tverden, um das Verhältnis zwischen dem neuen erkennen. Ich erkläre, daß jeder Parteigenosse Oberfohren wurde ermordet! Die größte bürgerliche Zeitung Dänemark«, „Politiken'', meldet zu dem„Freitod" des früheren Vorsitzenden der deutschnationalen Reichstagsfraktion, Oberfohren, der bekanntlich der Bersaster des bekannten deutschnationalen Memorandum« war, da« Göring und Göbbels der ReichStagSbrandftistung anklägt:„Etz sickert durch, daß die geheime Kriminalpolizei des Reichüinnenministers seine(Oberfohrenö) verschiedenen Telefongespräche ständig überwachte. Viele dieser Gespräche drehten sich nm Reichskanzler Hitler, über den er sich sehr scharf aussprach. Als er sich zuletzt bei einer Dame darüber beklagte, daß Hitler jetzt die ganze Macht habe, und daß eo höchste Zeit fei, das„Material" zu veröffentlichen, griff die Polizei ein." Somit bestätigt diefe« bekannte bürgerliche Blatt, daß daS Ableben Oberfohrenü im engsten Zusammenhang mit dessen Drohung, daS„Material" zu veröffentlichen, steht. Außerdem nimmt die Zeitung an, daß demnächst eine Reihe weiterer bekannter Deutschnationaler verhaftet werden sollen. lieber den Straßburger Sender hat mittlerweise die Welt erfahren, daß Dr. Oberfohren ermordet wurde. SPDITftKtion unter Todesdrohung. Berlin, 14. Mai. Unter Anwendung schwerster Bedrohungen wurde von der sozialdemokratischen RcichstagSfraltion gefordert, daß sie sich gefchlofsen an der für den 17. dieses Monates einbcrufenen Sitzung des Reichstages beteiligt; jeder Abwesende soll als Landesverräter betrachtet und nach dem sogenannten Gesetz zum Schutz des deutschen Volkes abgeurteilt werden. Dieses Gesetz sieht bekanntlich die Todesstrafe vor; in Sonderfällen soll die Todesstrafe durch den Strang öffentlich vollstreckt werden.— Wie wir hören, hat sich der Vorstand der sozialdemokratische» Reichstagsfraktion mit diefer Frage zur stunde noch nicht befaßt. Antideutsche Kundgebungen. Washington, 15. Mai.(Reuter). Auf einer Sitzung von Vertretern von 288 jüdischen Organisationen, bei welcher u. a. auch der während des Weltkrieges in Deutschland akkreditierte amerika- nische Botschafter Gerard sprach, wurde ein vollständiger Boykott deutscher Ware», die.Verpflichtung, Waren nicht auf deutschen Schiffen zu transportieren,»sw. beschlossen. Paris, 15. Mai. Die Blätter melden aus Jerusalem, daß gestern dort große antideutsche Manifestationen stattgefunden habe». Jugendliche versuchten in das Gebäude des deutschen Konsulates einzndringen. Bei einem Umzuge verbrannten sie auf dem HauPtPlatz'Standarten mit dem Bildnis Hitlers. In einem Kino, in dem ein deutscher Film aufgesührt tvurde, wurden stürmi- fche Proteste laut. Der Film mußte durch einen anderen, einen englischen, ersetzt werden. Vorbereitungen iOr die Reldistagssltzung. Berlin, 15. Mai. Wie VTZ meldet, hat Rkich-tagSpräsident Göring den Aeltsstenrat M Reichstage« für Mittwoch 12 Uhr eingeloden. In dieser Aussprache werden äußerer Rahme» und Verlaus der nachmittag stattsindenden Reichs- lagssitzung geklärt werden. kür als Freilassung der sozial iemokratisdien Parlamentarier. Abgeordneter Lobe hat namens der sozialdemokratischen Reich-tag-fraktion im Hinblick auf den Zusammentritt des Reichstage« den Reichs- tagtpräsidenten Göring in einem Schreiben ge- beten, die vor einigen Tagen gefchlossegen Büro und Sitzung-raume der Fraknon im Reichstage wieder freizugeben und die Freilaffung der ver- haslelen Reichstag-abgeordneten der SPD;» veranlasse», um eine möglichst vollzählige Beteiligung oer Fraktion an der Reichstagstagung möglich zu machen. Er verweist dabei auf Eröffnung de« bayrischen Landtage-, bei der SPD-Antrag di« dortigen Abgeordneten au« Hast entlasten worden sind. „Abwlddungsalftlon“ gegen Konsumvereine. Sie werden„tm Interesse de« Mittelstandes" langsam erwürgt. Berlin, 15. Mai.(Conti.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hat eine Anordnung über die Neuregelung bei den Konsumvereinen erlassen, in der es heißt: Die deutsche Arbeitsfront hat heute die Führung über oie Konsumvereine übernommen. Tie vertretungsberechtigten Geschäftsführer der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine m. b. H. Hamburg und de« Reichüverbande« deutscher Konsumvereine Köln haben sich bedingungslos und vorbehaltlos unterstellt. Ter Leiter der Wirtschaft-Unternehmungen der Deutschen Arbeitsfront, BanKurekior Müller, übernimmt auch die Leitung der Konsumvereine.— Die Aktion selbst ist eine Abwicklungsaktion. DaS besagt, daß ein weiterer Ausbau nicht geduldet wird, daß schon jetzt alle« Foule uno Belastende in kürzester Zen abgestoßen wird und daß im Einvernehmen mit den Vertretungen de« Mittelstandes ein gerechter Ausgleich schon jetzt angebabnt wird. Die Dienststellen der NSDAP, werden ersucht, ihre feindliche Einstellung den Konsunivereinen gegenüber abzulegen, denn sie linnen gewiß sein, daß von der Führung alles getan wird, waS den: Wahle de« Volkes. und dem Wohle TeutschlandS nützt.— Die zukünftige Omanisation der Konsumvereine ist folgende: Heide großen Reich-Verbände der Konsumvereine werden in einen ReichSverband übergeführt und pisammengefaßt. Dadurch wird in der Verwaltung große Ersparnis erzielt werden. Grundsätzlich wird in keiner Organisation mehr abge- Seite 4 Dienstag, 16. Mai 1638 -rr. 114 Tagesneuigkeiteq Sonntags gestorben. stallung und durch den Muttermord Ä r n it« be. tonnt. Königstein im Taunus, 14. Mai. Heute verunglückte hier ein mit einem Anhänger versehener Lastwagen der SA. Beim Abspringen geriet ein Insasse unter die Räder des Anhängers und war sofort tot.(Verner wurden noch zwei Insassen schwer und zehn weitere leicht verletzt. Don den schwerverletzten SA-Leuten ist einer im Laufe des babe er die Sache für einen Unsinn gehalten und daher keine Anzeige c r|t n i t c t. Mit ähnlichen Plänen trat Kobsinek auch an den Stabskapitän Sl r i s i o j heran, welchem er erzählte, daß er int Einvernehmen mit dem N a ch- r i ch t c n b i c n ft der Polizei und des Militärs arbeite. Als der ZeugeKobsinek aussorderte, ihn zu einer der von ihm genannten Personen zu führen, machte dieser allerhand Ausflüchte. Zu deut Zeugen Stabskapitän Krhötos wäre einmal ein Zivilist gekommen, von dem Zeuge nicht weiß, ob ihtt Fähnrich Tesäk mitgebracht habe. Der Zivilist erklärte ihm, daß er n o m e tt S eines hohen Funktionärs zu ihm komme und daß alles, was er mit ihm besprechen werde, vollkommen vertraulich sei. Zeuge Äry 81of habe ihn jedoch mit dent Hinweis daraus, daß er Soldat sei und sich nicht in Politik mischen werde, abgefertigt. Zeuge erklärt weiterS, daß er über den Sturm aus die Kaserne mit ihm nicht gesprochen habe und daß er auch nichts davon wußte. Den Rottmeister Jakub habe er aus geschimpft und ihm gesagt, er möge Kobsinek nicht glauben und es möge ihm nicht einfallen, etwas für ihn zu tun. Zenge wird mit Kobsinek konfrontier t, der erklärt, daß er von Stabskapitän Krystof über Fähnrich Tesük informiert wurde. Bon der Z tt s a m m e n k u n s t des K ti r i e r s mit Stabskapitän KryStof habe Kobsinek nichts gewußt und hievon erst aus dem Protokoll erfahren. Zeuge Stabskapitäu Krystos sagt, daß der Zivilist, der bei ihm war, unbedingt nicht der Kurier Marinka war. Kobsinek sagt aus, daß er Stabskapitän Krystos für einen Fasei st en hielt, weil Tesäk das ständig behauptete. Tesäk, der sich zu Worte meldet, be st reitet das jedoch. Angeklagter Mqjor Nvkra sagt aus, daß er sich von Tesäk zu Stabskapitän Krylitof führen ließ, weil er wisset« wollte, ob er mit Gajda sympathisiere. Er fragte ihn-aus, was für ein Geist int Offizierskorps herrsche. Uvlra bestreitet, daß sich Zeuge darnach erkundigt hätte, wieviel Mann er zur Disposition habe. Vorsitzender des Gerichtes Dr. BokickL verhörte sodamt als weiteren Zeugen Rottmeister Wenzel N o v ä k, der a>« der Zusammenkunft der Rottmeister bei Fähnrich Tesäk und Rottmeister Leinon teilnahm. Bei Tesäk war damals auch Gajda als Abgeordneter zugegen und sprach dort über Fragen der Faseisten-Rottmeister. Deshalb ging Zeuge hin. lieber die Fasei st en oder über irgend eine Gewaltaktion wurde nicht gesprochen. Der Zusammenkunft bei Rottmeister Lemon habe auch Kobsinek und irgend ein Mann aus Prag beigewohnt, der früher Gendarmerie- Wachtmeister war. Zeuge wußte nicht, daß daS Marinka war und daß er ein Kurier der Fastisten sei. Kobsinek sprach damals über die Kommnniste», daß sie irgend etwas planten, und sagte, die Faseisten sollten etwas unternehmen. 25.000 Liier Milch stieben auf die Straße. Milchstreik der Farmer in Wiüconfin. Milwaukee(Staat Wisconsin), 15. Mai. Unweit der Ortschaft East Troy im S t a o t c W i S eonsin unternahmen am Sonntag vierhundert streikende Farmer, die längs der Straße Streikwache hielten, einen unerwarteten Angriff auf eine Reihe von Lastautomobilen, die Milch in die Stadt beförderten. Die Begleitmannschaften der Lastautos warfen zwar Tranengasbomben, wurden ober trotzdem von den Farmern überwältigt, welche etwa 25.000 Liter Milch auf die Straße fließen ließen. Es ist dies bereits der zweite derartige Angriff im Staate Wisconsin, wo seit Samstag in 18 von 71 Bezirken seitens der Farmer ein Milchstreik eingesetzt hat. Aus allen Wagen befinden sich über Anordnung des Gouverneurs des Staates Wisconsin bewaffnete Patrouillen, da der Gouverneur erklärt hatte, er lverde das Eigentum der nicht streikenden Farmer mit staatlichen Machtmitteln zu schützen wisien. Mord del Eger. Einbruchsversuch in einem Konsumverein. Eger, 18. Mai. In der Rächt auf Sonntag wurde in P r o m e n h o f der 68jährige Nacht- Wächter Josef Koller, als er Einbrecher bei einem Versuche, den Konsumverein„Vor- w ä r t S" auSzurauben, überraschte, von einem der Bürositzung der Sozialistischen Zugeud-Juter- nationaie. Am 12. Mai tra« in Amsterdam das Büro der Sozialistischen Iugeud-Inlerliationale zu einer Sitzung zusammen^ Anwesend waren die Genossen Koos B o r r i n k.Amsterdam, Va- lsre A u b r y-Brüssel, Adolf W a l l e n t h e i m- Stockholm und Felix K a n i tz-Wien. Tein Sekretär der Internationale, dem Genossen Erich O l le n h a u e r-Berlin, war es durch die besonderen Verhältnisse in Deutschland nicht möglich, an der Sitzung teilzunehmen. Es wurde beschlossen, das Sekretariat, das bereits Anfang April provisorisch von Berlin nach Amsterdam verlegt worden war, zunächst bis zur nächsten Sitzung der Exekutive, die in Verbindung mit der Internationalen Konferenz der Sozialistischen Arbeiter-Internationale Ende Juli stallsinden soll, in A m st e r d a in zu lassen. Koos B o r- r i n k berichtete über die Verhältnisse in Deutschland, und Felix K a n i tz gab einen lleberblick über die Lage der österreichischen Arbeiterklasse in ihrem Kampf gegen den Fascismus. Im Anschluß daran wurde einstimmig eine Resolution angettammen.— Um die Werbearbeit in den spanisch sprechenden Ländern zu unterstützen, wurde die Herausgabe einer spanischen Ueber- setzung der„Internationalen Sozialistischen Iü- gendkorrespondenz" beschlossen. Für die För- derung der sozialistischen Jugendarbeit in den Balkanländern wurde die Schaffung eines Balkansekretariats in Aussicht gestellt. Ferner konnte berichtet werden, daß das Sekretariat einige nette Verbindungen aufnehmen konnte. Uöber die Abhaltung der für September geplanten Sommericktule und das nächste Internationale Sozialistische Fuaendtreffeu soll auf der Exekutiv- stnniteesitzung beschlossen werden. Politisches Wildwest. Sofia, 15. Mai.(Wolff.) Auf der Landstraße zwischen Sofia und der Provinzstadt Berkovica wurde in der Nacht vom Sonntag auf Montag ein Auto, das mit Anhängern Protogerovs besetzt war, vott einem nachfolgettden zweiten Lastkraftwagen angegriffen. Mit Karabinern und Handgranaten nahm der zweite Wagen den ersten unter Feuer, das die Angegriffenen erwiderten. Int Verlaufe des längeren Gefechtes zwischen den nebeneinander fahrenden Wage» wurde» zwei Protogerovisten getötet. Die übrigen retteten sich durch Flucht in eine» nahegelegenen Wald. Die Angreifer, die vermutlich Michailows Anhänger gewesen sind, entkamen bisher spurlos, Schienenzeppelin Berlin-Hamburg verkehrt jetzt tSglich. Berlin, 15. Mar.(Conti.) Vom Lehrter Bahnhof trat heute um 8 Uhr 2 Minuten der Schienenzeppelin seine erste fahrplanmäßige Fahrt nach Hamburg an. Der Doppelwagen war voll besetzt. Alle zur Verfügung stehenden 78 Sitzplätze waren verkauft. Tie neue schnellste Ver- bindung Berlin—Hamburg verkehrt von nun ab werktäglich 8 Uhr 2 ab Lehrter Bahnhof und trifft in Hamburg 16 U h r 12 ein. Von Hamburg ist er dann um 17 Uhr 36 wieder tn Berlin. Die Offiziere sage« aus. Nichts Neues im Brünner Fascistenprozeß. Brünn, 15. Mai. Der heutige Vorhand« lungStog im Fascistenprozeß war der Einvernahme einiger Offiziere gewidmet, welche Kobsinek für seine Plätte hatte gewinnen wollen. Den Major Ignaz kadek hat Kobsinek einige Male ausgesucht, unt ihn für eine sascistische Aktion anzuwerben. Sinntal habe er den Zeugen gefragt, ob er ge- Einbrecher m“it einer Hacke er sch lagern neigt wäre mitzuhelsen, wenn die Faseisten irgend Seine Leiche sand man in den Morgenstunden in eine Aktion, einen Umsturz oder etwa» Aehnliches! einem Straßengraben. Eine Gerichtskommission unternehmen würden. Damals habe er auch auf L"S Plan hat sich an den Tatort begeben. Die ,_’...' FohndnngSstation des Egerer Gendarmerlekom- einer Landkarte gezeigt, wte das Militär van Olmvtz^ndo« ist mit der Aufklärung de« Falles und gegen Brünn vorriicken würde. sder Ermittlung der Täter beschäftigt. Die Ort- Da die Faseisten dem Zeugen Kobsinek als I schäft Promenhof ist bereit« durch den Mord an einen nicht ernst;tt nehmenden Menschen hinstellten, der Lehrerin Fritsche i» dem nahen Galten- Auto sShri in Radfahrergruppe. Ein Todesopfer. Zdiee, 14. Mai. Auf der Staatsstraße Pilsen- Prag zwischen den Gemeinden Zdiee und Zbirch ereignete sich gestern gegen 18 Uhr ein ernstes Autotnobilungluck. In einer Kurve geriet ein aus Nürnberg nach Prag fahrender bayrischer Kraft- Wagen, Marke Horch, Nr. II N• 15969, ins Schleudern, flog auf die rechte Straßenseite und überschlug sich. Hiebei erfaßte er eine Gruppe von Radfahrern, die ihm bergaufwärts, die Räder mit der Hand führend, entgegenkom. Die elfjährige Miroslovo Kozlikova aus Rokycany wurde hiebei getötet, ihr Vater Wenzel Kozlik, Bäcker in Rokycany sowie ein junger Bur- s ch e, dessen Name» bisher noch nicht festgestellt werden konnte, erlitten Verletzungen und mußten ins Krankenhaus nach Beroun überführt werden. Das vierte Mitglied der Radfahrergruppe, die dreizehnjährige Anna Vhkralova aus Kameny Ujezd bei Rokycany kam ohne Verletzung davon. Auch die beiden Insassen des bayrische^ Kraftwagens, der Chauffeur Max Bauer aus Nürnberg und der Besitzer de« Wagens, Eduard Freiherr von Sachsenhofs, konnten sich unverletzt auS dem umgestürzten Automobil befreien. Noch am Abend trat an der Unglücksstelle eine Ge- richtskommission aus Horovice ein. * Minister Dr. Dörer I Über Berufswahl der Mädchen.> Mähr.-Weißkirchen, 14. Mai. Heute vor- mittags wurde hier das neue Gebäude der F a ch- schule für Frauenberufe seinem Zwecke übergeben. Dt^ Anstalt trägt de» Namen der verstorbenen Gattin des Präsidenten der Republik, Charlotte G. Masarykova. UnterrichlSminister Dr. Ivan Dürer sprach sodann über die Bedeutung des Frauensachschulwesens. In der letzten Zeit wer- den Befürchtungen laut, der Mäochennachwuchs könnte der intellektuellen Arbeit den Vorzug geben, sich der manuellen Arbeit und den Aufgaben entfremden, die die NatuL den Frauen eingeräumt hat, den Aufgaben der Mutter, der Ehegattin und der Hauswirtin. Es ist des öfteren oaS Bestreben der Eltern und ein Ziel der Mädchen, in den B u r e a tt s beschäftigt zu werden. ES sind dies hoffnungslose Illusionen über Freiheit und Unabhängigkeit. In der heutigen Zeit der Ueberproduktwn von studiertem Proletariat kann das Mädchen nur' schwerlich mit einer Anstellung in der Kanzlei rechnen. In den Vordergrund gelangt nunmehr wiederum die Hauswirtschaft, die Kenntnis aller h ä u s. lichen Arbeiten und einer wirksamen Wirtschaftsführung in der Familie. 3»ti Elefanten verbrannt. Berlin, 15. Mai.(Conti.) Wie die Berliner Pressestelle des Zirkus„G l e i ch", der auch in Prag gastierte, mitteilt, sind beim Transport des Zirkus von Marseille nach Lyon zweiElefan» tenu«gekommen. AuS bisher unbekannten Gründen brach in einem Waggon des Transportzuges Feuer auS, dem die beiden Elefanten zum Opfer fielen, während sich die Begleiter durch Abspringen auS dem fahrenden Zuge retten konnten. Bravourstück eines Fliegers. Rom, 15. Mai. Der Fliegerleutnant Bosco I a führte heute über dem Flughafen Cento» celle einen Rücken flug aus, der eine Stunde, 5 Minuten, öl Sekunden dauerte. Berlüngeruvg der Geltung ermäßigter Rückfahrkarte» au So»«» und Feiertage». In den Tagen vom 26. Mai bis 88. Mai werden die ermäßigten Rückfahrkarten für die Hinfahrt vom Mittwoch, den 24. bis Sonntag, den 28. Mat und für die Rückfahrt von Mittwoch, den 24. bis Montag, den 29. Geltung haben; die Rückfahrt muß spätestens am Montag, den 29. Mai tun 12 Uhr mittags angetreten werden. Während der Pftngstseiertage»»erden die ermäßigten Rückfahrkarten für die Hinfahrt von Samstag, den 3. bis Montag, den 5. Ium und für die Rückfahrt von SomStag, den 8. bis Mittwoch, den 7. Juni gelten; die Rückfahrt muß spätestens Mittwoch, den 7. Juni um 12 Uhr mittags erfolgen. Während"der Feiertage von Donnerstag, den 15. bis Sonntag, den 18. Ium werden dies« Karten für di« Hinfahrt von Mittwoch, den 14. bis Sonntag, den 18. Juni und für die Rückfahrt von Mittwoch, den 14. bis Montag, den 19. Juni Geltung hoben; dir Rückfahrt muß spätestens bis Mittwoch, de» 19. Juni um 12 Uhr mittags angetreten werden. Krischen den Feiertagen am 29. Juni und am 9. Juli(mit den Feiertagen am 5. und 6. Juli) toerden die Karten für die Hinfahrt von Mittwoch, den 28. Juni bis Sonntag, den 9. Juli und für di« Rückfahrt von Mittwoch, den 28. Juni, bis Montag, den 19. Juli gelten; die Rückfahrt muß spätestens am Montag, den 19. Juli um 12 Uhr mittag- angetreten werden. Die ermäßigten Rückfahrkarten werden also 4J4 bis 1234 Tage Geltung haben, so daß Gelegenheit zu längeren Ausflügen geboten ist. Vaterunser des Waffenfabrikante«. Im „Ncw World Tomorrow" vom 19. April d. I. befindet sich eine äußerst treffende Paraphrase auf das„Vaterunser", die wir in deutscher Uebersetzung wrdergeben: „Baler itnser, der Du bist im Himmel, Ein Schlachtruf sei Dein Name; Laß dunkle Furcht kommen und Haß, Bis die Trommel die Erde wandelt In des Todes Königreich. Gib ihnen nochmals ihr tägliches Blei, Und hilf mir, daß des Landes Schulden Für Bomben und Kanonen Die Ungeborenen zu meinen großen Schuldnern machen. Herr, führe uns nicht In AbrüstungSversuchung; Befreie uns von solchem Uebel. Denn mein ist der Profit Und die Macht Und deS Patrioten Ruhm. Amen." In Innsbruck ist sogar di« Feuerwehr politisiert! Bei den Kundgebungen in Innsbruck am vergangenen Samstag wurde anläßlich einer Veranstaltung der nationalsozialistischen Partei eine Puppe in Heimwehruniform ausgehängt. Der Bürgermeister gab der Berufsfeuerwehr den Auftrag, diese Puppe zu entfernen, was jedoch von dem Branddirektor abgelehnt wurde. Der Bürgermeister hat nun auf Grund dieser Weigerung die gesamte Berufsfeuerwehr aus den städttschen Diensten entlassen. Daraufhin hat Li« freiwillige Feuerwehr sich mit den Entlassenen solidarisch erklärt. Lu deutschem Wese« soll einmal noch die Welt genese«? Erhebliche Besserung der deutschen Baumwollindustri«. Unter diesem Titel meldet das„Prager Tagblatt" in einer für die so vielfach für Deutsch- land angekündigte Konjunktur bezeichnenden Notiz u.a.:„Die namentlich in der zweiten Aprilhälfte stürmisch gesteigerte Nachfrage nach Fahnentuch uni Un r form st offen erzeugte auSgesPro chene Warenknappheit. Dagegen sind die Exportaussichten denkbar schlecht."— Der Absatz von Fahnentuch und Uniformstofsen mag ja politisch für das Dritte Reich eine sehr erfreulich« Erscheinung fern, volkswirtschaftlich ist jedoch die Meldung über die Aussichten der Exportindustrie entscheidend. Eine zweite Aprilhälfte 1933 kommt tvohl in der Geschichte Deutschlands nicht wieder, so daß dic Warenknappheit auf diesem Industriegebiete bald überwunden sein wird, aber der Export währt dauernd und wenn die Absatzmöglichkeiten hier schlecht sind, dann heißt das, Rückgang der Gütererzeugung— vermehrte Arbeitslosigkeit. Fahnen und Uniformen machen Stimmung, Export aber Brot. Tas deutsche Volk wird die Begeisterung kaum dauernd gegen Brot eiittauschen können. Das beißt. eS wird bald weniger Fahnen und Uniformen, dafür aber mehr Export haben wollen. Todessturz aus de« 9. Stockwerk. Der 33jäh- rige Fuhrwerksbesitzer Johann Schwanda stürztc sich Sonntag aus dem 9. Stockwerk des Hoch- Hauses in der Wiener.Herrengasse auf die Äraßc herab und blieb tot liegen. Motiv der Berzweip lungstat sind finanzielle Schwierigkeiten. Selbstmord. Auf der Strecke von Mezimosti- Beseli nach Neuhaus warf sich bei der Eisenbahn, station Donov der 24jährtge Adam aus Ouicz- unter den Zug. Der Körper des Verunglückten wurde von der Lokomotive völlig zermalmt. Die Ursache des Selbstmordes konnte noch nicht ermittelt werden. vüv Bauerufamilieu durch,«ine« Brand obdachlos. Im Bezirke Kowel(Polen) hat Freitag nacht« ein Brand das Dorf Huf z Y n vollkommen eingeäschert. 600 Bauernfamilien sind obdachlos geworden. Dic Rettungsaktion der Feuerwehrmannschatten wurde dadurch sehr erschwert, daß während de« Brande« in zwei Bauernhäusern dic dort zu unbekannten Zwecken aufgestellte Munition explodierte. Bei der Rettungsaktion erlitten fünf Bauent schwere Brandwunden. Zwei der schwerverletzten Bauern starben»och der Uebersührung ins Krankenhaus. Ei« Postflugzeug stürzte aus dem Wege von Washington nach Pittsburg unweit der Stadt Medford in Pennsylvania ab. Der Pilot sah rechtzeitig die Unmöglichkeit, in dem schweren Terrain eine Notlandung vorzunehmen, und sprang, als der Motor aussetzt«, mit einem Fall- chirm ab. Er kam unversehrt auf die Erde, während das Flugzeug vollständig ertrümmert wurde und. samt der Postladung verbrannte. Di« Heimat kennt ihn. I« der Sitzung des Gemeinderates in Braunau am In« kam der Antrag, den Reichskanzler Hitler zum Ehrenbürger zu ernennen, zur Abstimmung. Der Antrag wurde mit 14 gegen 7 Stimmen abgelehnt. V»»» Rundfunk Empfehlenswertes au« den Programme«. Mittwoch. Prag: 6.15 Gymnastik, ll.pl) Schallplatte». 16.1t Orchestevkolt-ert. 18.25 Deutsche Sen du ng: Arbeiterfunk: Wolfgang Schubert: Glück in der Freiheit. Bericht vom ArbeitSmarkt. 20.05 Beinahe ein Roman. 20.10 Entwicklung der Klavier/ sonnte. 21.30 Kompositionen von Rozyoti.— BrSuu: 18.25 Deutsche Sendung: Arbeiterseuduiq: Joses Schramek: Technokratie. 19.10 Der Mensch d seine Arbeit.— Mähr.-Ostrau: 18.25 Zitherkonzert 18.40 Kinderlieder. 19.30 BauernVlasmufll.— Rtu- che«: 20.00 Mandolinenkonzert.— Berlin: 20.10 Bottsliedsingen.— Hamburg: 20.00„Die Königlkiu- der", Märchenoper.— Königsberg: 20.00 Musik« unserer Zeit.— Breslau: 16.00 Flöienkonjttt.- Wien: 20.00 Brahms-Fest. JJr. 114 Dienstag, 18. Mai 188» e«tf« n Vom 5t. Bürokratius. Der Parkwächter. „Hier ist Feierabend", ruft der Pariwächter den« Liebespaar zu, da» nicht welchen will,„und Ueber- stunden können sie draußen machen." Endlich löst sich da» Pärchen und ist wieder hier.„Ich glaube Alfred", sagt da» Mädchen zu dem jungen Alaun, „der Olle wird keß", und Alfred sich erhebend fragt den Wächter, ob man denn in dem Park nicht dran- ßeu sei. „Del schon', anlwortet der Wächter noch kurzem Udlnrlegen.„Aber zwischen draußen und draußen ist'n Schiedunter. Hier draußen hat jedenfalls keener mehr drin z» sint nach neun!" D«r„Herr". Mein Freund Paul, Student, hatte aus einer Autorcis« seine AusweiSpapirr« verloren. Er braust zum nächsten Amt und lieh sich«inen Interims. Aeisepaß auSltellen. Das Amt war Nürnberg. Tos Formular war ausgefiillt; auf der ersten Seite stand, in edclgexchwungener amtlicher Kalligraphie, der Name des Paßiichabers;„Paul Carstens"; schon war di« nützliche Legitimation in den Händen des Petenten, da fragt« der Beamte:„Was Ist eigentlich Ähr Vater?" „Mein Vater", sagte Paul,„mein Vater ist Lknator.' „Einen Augenblick, bitte!" sprach das Amts- organ, nahm ihm den Paß ab, schlug ihn ans und setzte vor de« Namen ein schöngeichri«ben«s„Herr". „Gebühren." Folgende Splhensc'istung deutscher Sprachkunst sind«! sich im Handwörterbuch der Siaatstvisscn schäften, 4. Auslage 1927, 4. Band, Seite 618: „Gebühren sind öffentlich« Abgaben, dir als Aegeiileistiing für die besondere Jnankpruchnahm« von Leistungen eines Gcmcimvesens aus Im öffentlichen Interesse diesem seiner Natur nach obliegenden, ihm übertragenen oder von ihm aus eigener Entschließung an sich gezogenen Betätigungsgeb'elen noch von ihm einseitig so-'i-.-^tzten Gruntzätzen er boben werben." Gefängnis nach d«r Stoppuhr. Äm„Amtlichen Anzeiger", Beiblatt zum-kam- iurgschc» Gosch- und Verordnungsblatt Nr..102 vom 2.1. Dezember 29 steht: „SuMnies. Gegen den Alfred Ernst Secckt, geb. uslv.. soll e'n« Rosig j< ,se von 691 Tagen, 2 Stunden und 22 Minulen vollstreikt werden. ll. a.— das Amtsgeri'': Abi 12 s. Straf«.' Die Sekunden sind nicht mit angesühri. Man wir'' doch wohl nach oben abgerundet haben, damit der Mann nicht etwa cin'->->* zu wenig fi'-. Beschein gt. Die OberrechnungSkamnier verlangt. von den Behörden genaue Abrechnung über jede noch so klein« Ausgabe. Nun halt«, das Äammcrgerichl einmal wohl über die-Anschäffüng, aber nicht über den Verbleib von vier Nollen Kloseltpapier bericht«!. Alsbald fragt« di« OberrechirungSkommcr an und erhielt folgenden Bescheid: „Die vorschriftsmäßige Verwendung besagt«« Papiers bescheinigt, gez. der Äammergerichts- hräsident." FreSkensnnd in Jgkau. Die Wandmalereien, die in der Iglauer Minoritenkirche Marie Himmelfahrt entdeckt worden sind, wurden einer fachmännischen Schätzung unterzogen. Es wurde festgestellt, daß sich an den Wänden der Kirch« unter dem obere» Maueranwurf drei Ma le re i s ch i ch t c n aus verschicdencn Zeitabschnitten befinden. Die äl cslen Malereien sind FreSken und sehr primitiv ausgcführ», wie dies die ein wenig frcigelegte Krcuziaungsszcnc zeigt. Diese Malereien stamnicn wahrscheinlich auS dem Anfang des vierzehnten Jahrhunderts. Die zweit« Schichte ist in Tonfarbrii gehalten, und zwar in roter Tönung, grüner und «Iber Tönung. Ihre Dekora:ionSmotive wiederholen sich an den Fenstcrbögen, Gewänden und in der ganzen Kirche. Auch die Gewölberippen sind faroig. Diese Ausschmückung, die wahrschein, iich aus der Zeit des Frühbarocks stammt, wird ganz freigelcgt, konserviert und dadurch erhallen werden. Ti« dritte Malereischichte, dir ebenfalls sreskifch ist, stanimt aus dem siebzehnten Jahrhundert. Schachmeister Flohr spielte am 13. d. in Ü l a d n o simultan gegen 27 Spieler. nnd gewann innerhalb von zwei Stunden 25 Partien. Eine Partie verlor er, eine endete remis. Helmgeschlckt. Am 10. Mai traf, wie tvir bereits mitteilten. in Antwerpen der zur Woer- manii-Linie gehörige Frachtdampser„Watussi" ein, um seine gesamte für Belgien bestimmte Ladung zu löschen. Die Tatsache jedoch, daß am Heck des Dampfers die Halenkrenssahne flattert«, veranlaßte d e.Hafenarbeiterschaft zu der Erklärung, daß sie die Arbeit erst dann anfnehmen würde, wenn zuvor die Fahne entfern» worden wäre: d-r Kapitän des Dampfers lehnte diese Forderung ab. Hieraus wurde der Streik für die„Wanilsi" pro- llamiert: die Durchführung des Streiks wurde durch die nötige'Anzahl von Streikposten gesichert. Der Kapitän versuchte vergeblich, auf andere»» Dege Arbeitswillige zu bekonimen: auch die In» tcrventionen des deutschen Generalkonsuls bei der belgischen Regierung blieb ohne jeden Erfolg, ko daß et sich erübr-gte, daß die Streikposten in llllion traten.— An» SamStag abends war de r D a m p f e r gezwungen, n n ve r» tichteter Tinge in i t seiner gesam- ttn tza hn n g wieder t» See z u gehen; i:m Vernehmens noch, ist er nach Deutschland zu» tütlgcrusen Wörden. Bei feiner Abfahrt versain- Von«er Sonnenuhr zur Taschenuhr. Ein kuituraesdilcmiiciier Strelfzug. Die Uhr ist einer der unentbehrlichsten Gegenstände des menschlichen Lebens. Ohne Taschenuhr ist heute kaum noch ein Mensch denkbar. Doch hat cS eine Zeit gegeben, in der man sich ohne Uhr viel fr«»er und glücklicher fühlte, als heute, eine Zeit, da der Magen unseren heutigen Chronometer ersetzte. Das geht am besten aus der Jereiniade des römischen Dichters Plautus hervor, dessen Berse also lauten: „Daß doch die Götter verdcrbcn den, der die Stunden lzat erfunden Und von allen zuerst hier eine Uhr mußt errichten. Der zum großen Verdruß mir den Tag in Stücke geschnitten! Als noch Knabe ich war, da teilt ich mich ein nach dem Magen: Eine vortreffliche Uhr ist dieser, von allen die beste. Wenn ich war hatte, so aß ich, sobald er zu essen gemahnte; Jetzt aber darf ich nur essen, wenn es der Sonne gefällig. Und wollt ihr wissen, woher die Meng« der »nageren Gestalten? Rur von den Uhren kommen sie, die aus den Plätzen ihr findet!" Sonnenuhren. Die von Plautus erwähnten Uhren waren Sonnenuhren, sie sind wohl überhaupt die ersten Zeitmesser, die es je gegeben hat. In manchen Gegenden ist die Sonnenuhr heute noch der einzige Regulator für den Landmann und cs ist wirklich zuweilen erstaunlich, wie genau dieser die Tageszeit nach dem Stande der Sonne zu bestimmen weiß. E gibt heute noch Bauern, die ihr Tagewerk nur nach dem Stand der am Schulhaus angebrachten und tveithin sichtbaren Sonnenuhr beginnen und vollenden. Die Verschiedenheit des Schattens von Bäumen u»rd Baut«»»>« nach den» verschiedenen Stand der Sonne liegt der Technik der Sonnenuhr zugrunde. Di« Alten bemäße»» die Zeit anfangs nach der Länge des Schattens eines hiezu eigens aufgerichtet«»» und bestimniten Körper-; spater nach den» Wege, den der Schatten machte und die Einteilung dieses Weges wurde die Einteilung d«S Tage- gemäß den Abschnitten des Weges-bc- st'MMt. Die Erfindung der ersten künstlichen Sonnenuhr wird den Chaldäern zugeschrieben, die bekanntlich unter den alten Völkern die besten Kenner der Sternkunde»varcn. Rach Diogones Laertius hat der chaldäische Astronom Bcrosus die. erste zwölfteilige Sonnenuhr in Grieche»»land zur Einführung gebracht. Im Jahre 600 v. Ehr. wurde sie dann von Anaxinander vervollkommnet. Im 5. Jahrhundert v. Chr. hatten die Son- nenuhren schon weite Verbreitung gesunden; sie wurden nicht nur auf öffentliche»» Plätzen onlge- stellt. sondern auch in den Höfen und Gärten der Vornehmen. Sand» und Wasseruhren. Weil ober zur Zeitmessung durch di« Sonnenuhr immer Sonnenschein gehört«, der des Nachts fehlte, bei- Tag aber nur bei heiterem mellen sich am Ouai viele Zehntausend« von Arbeitern und Bürgern von Antwerpen zu einer Kundgebung gegen Hitler-Tcutschland; diese Kundgebung bezeugte eine bemerkenswerte Einmütigkeit. Bombenanschlag aus einem Berliner Bahnhos? Auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin explodierte Sonntag abends 21.15 Uhr in einem Abteil dritter Klasse des eingefahrenen P e r- soncnzuges Wnsterinark—Berlin ein Explo- sivkörper, nachdem der Zug bereits geleert»vor. Dabei erlitt eine Z a h n ä r z t i n, die auf dem Bahnsteig stand, eine leichte Handver- l e tz u n g. Durch die Explosion tvurdc das A b- teil völlig z e r st ö r t. Als Ergebnis der Untersuchung wird angegeben, daß es sich um einen kommunistischen Bombenanschlag handelte. Die Täter hätte»» es auf SA-Leute abgesehen gehabt, die von einer Uebnng anf den» Truppen Übungsplatz Döberitz mit diese»»» Zuge in vem zerstörten Wagenteil zurückgekehrt waren, den Wagen aber bereits verlassen hatten. Tie Bombe »var mit Zeitzündern versehen und nnter der Sitzbank versteckt worden. Wäre sie früher explodiert, hätte sie großes Unheil angerichtct. Nach den Tätern wird gefahndet. Deutsche Mitwirkung unerwünscht. Die Pariser Messe ist am Sonntag feierlich eröffne» worden. Insgesamt dreizehn ausländische Staaten, darunter Sowfetrnßland, sind vertreten: Deutschland hat die Messe nicht beschick», nachdem seine Mitwirkung als unerwünscht bezeichnet wor- den ist. Der Umfang der diesjährigen Pariser Messe übertrifft zum erste»» Male den der Leipziger Messe: der Geschäftsbetrieb ist, soweit nach einem Tage beurteilbar, über Erwarten gut. Das End« einer tollen Fahrt. R e i ch e»- bach iin Vogtland, 15. Mai. Beim Passieren einer S-Kurve auf abfallender Straße rannte ein Personkraftwagen gegen eine Mauer. Ter Führer nnd seine Fra»» erlagen den Verletzungen. Eine tschechoslotvaklsch« Schul-AuSstellung In Madrid. Ueber Anregung des Gesandte« Dr. Kybal wurde in Madrid«in« Ausstellung von Zeichnungen und Handarbeiten aus tlckechollowakischen Schul-« veranstalt«!. Durch Mitwirkung des Unterrichtt- Welter zu habe»» war, so wußten sich die gute»» Alle»» auf andere Weise zu helfen— sic erfände»» die Sand, u»» d W a s s e r u h r e»». Erstere sind noch jetzt vielfach im Gebrauch, wie z. B. beim Eierkochen. Tie ersten Wasseruhren beruhten auf demselben Prinzip wie die Sanduhren;«Klcp- sydra" nannten sic die Gricck-en. Ein Gesäß von gewisser Größe, das in den» oval zulausenden Boden eine ganz kleine Ocffnung hatte, wnrdc mit Wasser gefüllt. Durch langsames Austropfen ver- rngerte sich die Wasscrinosse im Innern. Die Höhe des Wasserspiegels wurde nun von Stunde z»> Stunde nach der Sonnenuhr durch Zeichen der Wand des Gesäßes angczcigt. Dir so regulierte Wasseruhr zeigt« also bei Tag und Nacht die Zeit an, wobei man allcrdi»»gs nicht v«rgessen durste, im rechte»» Augenblick das Gesäß wieder z»» füllen. eine Notwendigkeit, die dem Aufziehen unserer Taschenuhre»» entspricht. Weil aber das Wasser verdunstet und dieses Berdnnsten je nach der Temperatur zu- oder abniinmt, so ist cS erklärlich, daß diese Wasseruhren nicht ganz zuverlässig tvaren. Deshalb bemühte man sich nm die Herstellung zuverlässigerer Zeitmesser. So entstanden Uhren, die auch mit den» Namen Wasseruhren bezeichnet wurden, aber»nit den ersteren nichts als das Wasser gemein litten. Diese neuen Uhren besaßen bereits ein R ä d c r»v c r k, in denen das Wasser nunmehr die Fnnklion des Gewichtsteines oder der Feder in unseren heutigen Uhren hatte. Tas Wasser lief in eine der»nit Kammern versehene Walze,»vodnrch diese sich um ihre Achse bcnregtc und das Räderwerk trieb, ganz ähnlich, wie»vir cS beim obcrschlächtigen Mühlrad sehen. Unter den Geschenken, die Harnn-al-Raschid Karl dem Großen übersandte, befand sich auch eine solche künsUiche Wasseruhr,«in aus Messing kunstreich hcrgcstclltes Uhrwerk, in dem der Laus der zwölf Stunden nach der Wasseruhr mit ebeii» sovielcn-kupfernen Kügelchen geordnet war, dir beim Ablauf der Stunden nach der Zahl herunterfielen, durch deren Fall eine Ziinbcl zum Klingen gebracht»vurdc. In diesen» Uhrwerk befanden sich zivöls Reiter, die nach Ablauf der Stunden in zwölf kleinen Fenstern erschienen, um zwölf ander« mit Hilfe eines kunstvollen Mechanismus zu schließen. Eine andere Art, die Zeit zu nies- sen, erfand der angelsächsische König Alfred der Große. Er ließ Wachskerzen von gleichmäßiger Dicke anscrligen und zeichnete dieselbe»» zu gleichen Teilen ab, so daß durch die abgebrannten Teile ein bestimmtes Zeitmaß als verslossen angezeigt wurde. Weil aber die Kcr'en, wenn in freier Luft brennend, je nach der'Verschiedenheit des Luftzuges bald rascher bald langsamer niederbrannten, so schützte er dieselbe»» durch einen Verschluß von Holz und weißem Horn. Di« Taschenuhr. Aus den Wasscrrädcruhren sind dann unsere heutigen Uhren entstanden. Es lag nahe, daß »non an Stelle des Wassers den Gewichtstcii» oder später die Feder brachte. Als erster Erfinder der Tasck»enuhr in E i f o r m»vird Peter Henlein aus Nürnberg genannt. Diese Uhr erregte so großes Aussehen, daß man sogar den Erfinder der„bösen Zauberei" beschuldigte. Hans K a h o f- F e r st l. Ministeriums und der Ständigen SchulauSstellung konnten über 700 Zeichnungen und zahlreich« Hono- arbeiten gezeigt weiden. Tie Ausstellung wurde vom spanischen UnlerrlchtSininister erösfnci. Durch Unachtsamkeit cxpiodicrtc oas Spreng- st o s f l a g e r des Bauamtes in Barna. Tas Gebäude wurde vollsländ'g zerstört. Eine Perlon wurde durch die Explosion gelötet, sieden sch'oer und 20 leicht verletz», Ter Schaden beträgt 1J4 Miktionen Leva Vater und Sohn. Der Arzt Dr. G r ö n v«l d in Holzhamen bei Kassel erschoß Sonntag abends int Verlauf« einer Auseinandersetzung seinen Sohn, den 26jährigen Studenten Gustav Grönveld. AlS ter 62 Jähre alte Mann sah.»»ms er angericht«! hatte, schoß«r sich selbst eure Kugel in di« Schläfe, so das; er zosorl tot»var. Volkswirtschaft. Aufhebung der entgeltlicher: Arbeitsnachweise» Die Frage der Aufhebung der gelverblichcn oder entgeltlichen Arbeitsnachweise wurde bereits auf der Internationalen Arbcitskonferenz von 1032 verhandelt, die sich grundsätzlich dafür aussprach und bestimmte Punkte bezeichnete, über welche die Regierungen der Mitgliedstaaten zu befragen sind. Ter Fragebogen wurde von» Zntcrnationalen Arbeitsamt ausgcarbcitei und den»Regierungen gesandt. Trciunddrei- ßig Regierungen beantworten die Fragebogen»nd N'eitaus die«leisten davon erklärte»» sich ohne Borbel-all f ü r d i e Abschaffung der gewerblichen A r b« i I S n a ch>v e i s e und die Aufstellung eines diesbezüglichen internationale»» NebereinkommenS. Eine ablehnende .Haltung nahmen dagegen die Regierungen Großbritanniens, Oesterreichs, der Schwei; nnd einiger Ueberseeländer ein. Während manche dieser Regierungen cs überhaupt nicht angebracht siiidcn. die Arbeitsvermittlung inlcrnational zu regeln, »vären andere geneigt, der Regelung in Form einer Empfehlung znznstiminen, und eine Regierung würde für ein Uebcrcinkommcn zu haben sein, das sich ausschließlich auf das Bcrvo» oer auf Gewinn gerichteten Arbeitsvermittlung nqch dem Auslände bezieht. Die Aeuherunacn der zustimmenden Regierungen zeigen, daß sie weitaus die meisten Gegenstände, die der Fragebogen des Amtes betrifft, durch ein Uebercinrommcn geregelt haben wollen. Nur bezüglich einiger weniger Punkte»vnrde angeregt, sie»nittels einer Empfehlnng zu erledigen. Der Borentivurs eines Ueberelnkommcns, welcher nunniehr der Arbeiiskonfereng von 1033 vorgelegt wird, stellt in erster Linie den Grundsatz aus, daß Arbeitsvermittlung-- fteilen, die Gebühren erheben nnd auf Gewinn abzielen, a»»fznbcbcn sind. Tamit tv-ird den» Wunsch der Mehrheit der »Regierungen entsprochen, die eine Unterscheidung zwischen auf Gewinn gerichteten und anderen Arbeitsvermittlungen wünschten, die für ihre Dienste Gebühre»» erheben,>»a»»»«ntlich solchen, die von Bernssvcrbänden. Wohlfahrts- cinrichtungcn und ähnlichen Organisationen unterhalten werden. Di« aus Gewinn abziclen- dcn AvbeitSvcrmiltlnngeii solle»» nacb einer UcbcrgangSsrist von drei Jahren zu bestehen aushören. Ausnahmen sollen zulässig sein zugunsten solcher entgeltlichen Arbeitsvermittlungsbüros, die Spczialarbeitrr vermitteln; die Ausnahmen dürfen sich aber nicht auf ganze WirtschastSzlveigc erstrecken. Tic 17. Tagung der Jntcrnatio»»alcn Arbci-tS- konserrnz, die am 8. Juni d. I. beginnt,»vird ttt dieser Angelegenheit endgültig zu entscheiden haben. Geriditssaal Fahrlässiger Autolenler tötet d«n rigenen Batrr. Prag 15. Mai. Ein folgenschwere» und tragische» Autounglück hatte heute sein strafgerichtlichcS Nachspiel vor dem Senat des OGN. Krittufei. An» er st en Weihnachtsseieriag v. I. fuhr der 2t jährige Fleischer Wrirzel Knobloch in seinem Personenauto durch die Sm ich uw er Bahnhofstraße. Insassen tvaren sein Baler Jaroslav Knobloch und sein jüngerer Bruder. Dos Auto h'rll sich hinter einem Wagen der Fünfcr- Linie und der jugendliihe Antolrnker, dem di« Fahrt zu langsam ging,»vollt« Vorfahren. Entgegen den Vorschriften der Verkehrsordnung versuch!« er rechts an den» Straßenbahnwagen vorbcizukom- men und fuhr solcherart mit größter Geschwindigkeit auf«inen Wagen der Ztvölser-Linie auf, der auf dem Nebengeleis« entgegenkam. Gerade vor dem Smichower Bräuhause kam«S zum Zusammenstoß, der die schwersten Folgen hatte. Sämtlich« Insassen des Auto- wurden mehr oder weniger schvxr verletzt. Der Bater des Lenkers starb kurz nachher an den erlittenen Berlehungen. Aber auch die Insassen der Elektrischen wurden durch den überaus wuchtigen Anprall in Mitleidenschaft gezogen. Mehrere wurden leicht, zwei Personen aber schwer verletzt. Außer den Zivilprotzessen, die das Unglück zur Folge hatte, kam<» natürlich auch zur slrafgerichtlichen Verfolgung de» AutokenkerS»»'egen de» Vergehens gegen die Sicherheit des Lübens. Nach dnrchgesührlcr Berhandknng wurde der unvorsichtige Fahrer schuldig erkannt und zu drei Monaten strengen Arrestes verurteilt. Tie Strafe ist u n b« d i n g t. rk. Verbotene Heimkehr und ihre Folgen. Exzesse eines Ausgewiesenen. Prag. 15. Mai. Di« Polizeidireklio»» sucht sich den Kampf gegen di« Kriminalität dadurch zu erleichtern, daß sie straffällig geworden« Personen, die nicht nach Prag zuständig sind, an die Grenze des PolizeiraNoirs eskortiert nnd ihnen für ein« gewiss« Zeit di« Rückkehr in di« Hauptstadt untcria»• ,1m kriminalistüchen Sprachgebrauch nennt man das, jemandem„Rayon geben". Es liegt auf der Hand, daß dies« Maßnahme in vielen Fällen erfolglos bleibt und die Aus» gcwiesenen einfach auf dem nächsten Wege in die Stadt zurückkehren, wo sie ja me'st leichter ihr Leben fortznbringcn wissen als auswärts. Freilich müssen sie sich hüten, jemals mit der Polini etwas zu tun zu bekommen, denn die„verbotene R ü ck k e h r" wird bestraft. Auch der 2-ljährige Alois Siarka, der sich heule vor dem Senat des OG:R. T r o st zu verantworten halt«, Hai„Rayon", und zwar aus volle zehn Jahre. D'eser ehemalige Tischlcrgehilse ist. »vi« viel« seinesgleichen auf der schiefen Eben« der kleinen Vagabundage- und Eigentumsdelikte völlig in die kriminelle Unlerineli abgeglitlcn und heute ein oft bcstrafier schwerer Dieb nnd Einbrecher. Trotz des erwähnten zehnjährigen Rnckkcyrver- boles kam er regelmäßig„geschäftlich" nach Prag und jedesnial ging er mit Beul« wieder ob. Dos letztemal»varcn cs zivöls Pullover im Wert« von 1080 ll. Man faßte ihn, als er in einem Kaffeehaus seine War« an den Mann bringen wollt«. Aber Stark«, der wußte, was ihm blühte, wollte sich nicht so l«icht ergeben. Beim Wege auf die Wachstube begann er«inen regelrechten .'! amps Mit dem Polizisten und mochte ihn durch einen Tritt in den Unterleib kampfunfähig. T,r Polizist fiel bewußtlos aufs Psloster, doch kam eben in dem Momcut Verstärkung und ülarka entging seinem Schicksal nicht. Mo» darf überzeugt iciu, daß die Kollege» de- mißhandelten Polizisten nicht eben sanft mit ihm verfahren sind. Bei der heutigen Verhandlung erhielt er wegen Tiebsiahls, össenlllchcr Goivalttätigkcit und verbotener Rückkehr a ch! Mo not«! ch>v e r c n nnd verschärften leckerTann soll er der Zwangsarbeit»- o n st a l t übergeben werden.- rb. Seift 6 „Sozialdemokrat" Dienstag, 10. Mai 1988 Nr. 114 Neue Modelle Neue Faroen Neue Preise Kinderstrümpfe: Baumwollstr. ab 2.- Florstr. ab Ki 4.- Halbstr.„Aero" mit Hölter... Kc 2.- Damenstrümpfe: Baumwollsfr. ab 2- Seidenstr. Kc 7, 9.- Florstrümpfe Kc 9.- Herrensocken: Feste Baumwolls. KL 1.50, 2.-. 3.- Glalle Garns. 4.- Sport-HalbstrOmpfe „AERO“.. KL 4.- Trampschuhe Gr. 23*26 7- 27-34 KL 9.- 35-38 KL 12.- 39-46 KL 15.- AN HEISSEN TAGEN— LEICHTE UND LUFTIGE SCHUHE I Mode-Leinenschuhe mit buntem, baskischem Leinen kombiniert. Elastische Gummisohle. Reiche Auswahl der verschiedensten Modelle. Beliebte Opanken in naturbrauner Farbe: leichte luftige Sommerschuhe.— Viele andere Modelle, Farbkomb. und Dessins. 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Die Angestclltenvcrtrcter erklärten, in die Besprechungen über die Regie« tragen nur eintreten zu können, wenn das Material, welche» die Direktionen den Betriebs» ausschnnen überreicht haben, so vollständig wird, daß alle mit der Bezahlung und Regie der Funktionäre z u s a in nt en- hängende Posten bekanntgegcbcn werden. Die» lehnten die Bankenvcrtrcler ab, so daß die Berhandlungen unterbrochen wurden. Kunst und Wissen „Ist Geraldine ein Engel?" Komödie in drei Alten von H a n s I a r a y. Die Frage, die der Titel stellt, bleibt—„letzten Endes" wie die schöne Phrase lautet, mit der eine am Ende ihrer Weisheit augelangte Epoche dem Problem beizukommen hofft, die sie nicht zu Ende zu denken vermag— ungelöst. Aber man charakterisiert das Stück vielleicht am besten, wenn man sagt, daß es auch jedem Besucher völlig Wurst ist, das; die Frage niibeantwortet bleibt. Tenn hier wird wie in Hunderten anderen sogenannten Komödien dieser hnmoriosen und dabei urkomischen Zeit ein Problem nur zum Schein gestellt, damit ei» GcsprächSst o s s, ein 21 n I a s; sür den langweiligen Dialog da sei. In dem Bortäuschen einer Problematik, die dem Autor und seinem Publikum im Grunde(also wieder letzten Ende) stagclgrün austicgt, ist das Gefährliche dieser Schiinddramatik xu suchen. Tic Klasjikaner, die uns noch vor einem Lustrum ergötzten, ob sie Friedmann, Bach, Fre- derich, Glinger oder Taufstein hießen, Iva reu ehrlich genug, ihren Spässen und Lozzelach den zugehörigen Hintergrund zu geben. Ten Fundus ihrer Komödien bildeten noch schlecht sitzende Hüte, Hosen, die einer verlor, und falsche Busen, die einer ans der Bluse quollen, Wasserleitungshähne, die versagten, detto Siphonflasche», Schränke, in denen Hausfreunde sich verbargen, Verwechslungen und Berkleidungen in unerschöpsiicher Variation. Seele trug mau nicht, wenn man im Narrenkleid ging. ES war primitiv ober ehrlich. Tann kamen die Psvchologischcn Tiessce forscher, die uns wcismachcn wollen, sie hätten den Grund der Seele erforscht, weil sie an ihrer Ober fläche fingern. Ans Problemen, an denen auch heute noch Menschen sterben, von denen Menschen Lebens werte beziehen, zimmern sie denkbar geistlose Schwänke. So ist cs auch in dem Fall„Göraldine". Ob sic, ob er, ob der Freund und die Freundin sich ' richtig verhalten, könnte noch immer ein tragisches oder komisches Problem lein, Aber der Autor denkt nicht daran, mehr als ein Kasperltheater zu geben. Das Publikum gibt ihm recht. Es beweist, daß man den oberen Zehntausend, weil sie zu selten das Kino besuchen, in dem man keine Toiletten zeigen kann, Stücke bieten darf, die bei jedem Vorstadipublikum, das durch Harrt) Piel ober Lilian Harvey verwöhnt ist, ausgepsifsen würden. Ter Kritik bleibt nur übrig, das Phänomen zu registrieren; dieses Publikum und durch das Publikum die'.Intoren zu ändern, nimmt sie sich nicht vor.— Herr Götz, der sich selbst anscheinend ebenso wie den Zuschauern in einer chwarzen Perücke und mit polackelndem Idiom höchst spaßhaft vorkam, hat das Stück inszeniert. Ich weiß nicht, ob seine Kollegen ihn um die Bombenrolle beneiden, die er ihnen voraus hat. Ich weiß nur, daß sie keinen Grund dazu haben. Je weniger einer in solchem Theater zu sprechen und zu spielet» hak, desto besser' ist er damit. Taub, der sich damit begnügen konnte, einen Typus, den man vielleicht Asphall-Simandl nennen könnte, gut zu pointieren, halte vor dem modernen Ton Juan S t r ö h I i n, dieser vor Götz, der durch besagte Perücke und zugehörigen Jargon imponierte, manches voraus. Des- gleichen die nette Maria Motz vor Frl. Ander- gast, die sich für Geraldine opfern mußte, von der man nicht weiß, ob sie ein Engel ist. Daß Hans Jaray kein Dichter, nicht einmal ein Librettist Ist, das wußte man nach dem ersten Akt. kr. Irene Eisingcr, die angesehene, auch vom Tonfilm her bekannt« Berliner Opernsoubre11e, die den hakcnkrenzlerischcn Kulturheiden des Dritten Reiches den Verlust ihrer bedeutenden künstlerischen Stellung an der Berliner Staatsoper dankt, sang am Sonntag abend in der Aufführung des„D o n Giovanni" von W. A. Mozart die Z er I i n c: als Gast mit Anstellungsabsichten. Es sei gleich vorweg sestgestellt, daß utrscr Theater durch die Ber- pslichtuug dieser Künstlerin eine zugkräftige Attraktion gewinnen wurde. Denn in Irene Eisinger ist Tar-stellnngsgenie und Ge.sangskturst gleichwertig nnd sich gegenseitig ergänzend vorhanden. Ähre bis ins kleinst« Detail auSgedachte und berechnete schauspielerische Leistung als Zcrline, das heißt als das naive, eii» bißchen dumme und doch so abcnieuer- neugierige Landmädchcn, bewies, daß di« Künstlerin vom Film konnnt. AIS Sängerin zeigte sie außerordentliche Kultur der Stimme, jchlackenvein« Intonation, tadellosen Tonairsatz, schön geführte Atemtechnik als sicherste Gewähr ruhiger Tongebung, slüs- sige und klare Koloratur, musterhaft« Wortbehand- lung und Vollkommenheit im Vortrag in stilistischer und ästhetischer Hinsicht. Aber: die Stimme der Künstlerin ist ebenso filigran wie ihr reizendes Persönchen. Sie würde also noch an einer anderen, stimmlich anspruchsvolleren Parti« lz. B. als llllvrie im„Waffetrschmied" oder als Pag« in»„Maslenball") «»weisen müssen, ob ihr zartes, in der Höhe übrigens genug leuchtendes Orgai» auch größerenAnforderun- gen in dynamischer Hinsicht gewachsen ist. Beim zahlreich erschienenen Publikum hatte Frau Eisingcr einen durchschlagenden Erfolg. E.>1. Deutsche Akademie sür Musik und darstellende Kunst. Freitag, den 11). Mai um 8 Uhr abends im Radiosaalc, Fochova, Kammertanzabend der Abteilung für Rhythmik und Körperkultur nach Kompositionen sür I. S. Bach nnd G. F. Händel. Karten zu-0—6 Kc bei Weister Mittwoch:„Die Meistersinger von Nürnberg" mit Maria Müller als Evchen, Kammersänger Martin Ochmann als Stolzing, Jaro Prohaska al« Sachs. In den weiteren Hauptrollen: Kindermann, Andersen, Bandler, Hagen, Hattcmcr. Dirigent: Szäll.!kov 2:2(2:2). Kein Sonntag ohne Ohrfeigen im Wild-Weftgau des DFB. Bei dem am Sonntag in Karlsbad aus- getragenen Meisterschaftsspiel zwischen KFK. und Sportbrüder Eger, das die Karlsbader mit Mühe 6:4(2:2) gewannen, kam es zu einigen Ohrfeigenszenen, ohne daß der Schiedsrichter ein- ichritt! Sonstige Fußball«rg«bniffe. Aussig: DSV. Saaz gegen SpBg. Bodenbach 1:0(0:0): Saaz wurde dadurch Nordwejtgaunreister.— KomoIau: DFK. gegen Rvicheniberger SK. 6:2(3:0).— Rei- che»berg: BSK. Gablonz gegen WarnSdorfer FK. 3:2(2:0): Gablonz wurde damit Meister im Nordgau.— B r ü n n: BobenüanS Prag gegen Mor. Slavia 8:2(3:8).— Budo«pest: Ujpest gegen Ferenevaros 1:0(1:0), Hnngaria gegen Budai 3:0 (1:0).— Wie n: Vienna gegen Rapid 4: l(2:0), Admiva gegen Austria 2:1(1:0), BAE. gegen Wacker 3:1.(2:1), FC. Wen gegen- Hakoah 4:0 Davis-Cup. Die in Prag ausgetragen« Begegnung Tschechoslowake i—M onako gewann die Tschechoslowakei mit 3:0 und kommt nun mit Griechenland zusammen.— A u st r a l i e n schlug in Oslo Norwegen mit 3:0.— In Athen blieb Griechenland über Rumänien mit 4:1 siegreich.— Kanada siegte über Kuba mit l: l. Landhockey. Prag: DEHG. gegen ASB. Dresden 3:0(2:0), Fra»t«nsp!el; ASB. Dresden gegen DEHG. 2:0(1:0).— Amsterdam: HlÄand gegen Deutschland 4:4(3:2). Vereinsnachrichten Arbelier-iurn- und Sportverein Prag Sonntag, den 21. Mai, findet unter Mitteilnahmc aller Partei, und Kulturorganisatio- nen unsere diesjährige Maiwa«deru«g, die nach K o st o m l a d k y führt, statt. Treffpunkt aller Teilnehmer um halb 8 Uhr früh, Endstation der 19 in ByjoLanh. Dann 114 stündige Fußwanderung über Kbell, Binor noch Äojtomtad!». Lene Teilnehmer, welche'Mittagessen(5 Xei wünschen, wollen dies Genossen Schrader melden. Wir bitten alle, diesen Tag unbedingt ret■ zithalien und mit uns zu wandern! Arbeiterverein Kindersreund«, Ortsgruppe Prag. Mittwoch, den 17. Mai, 20 Uhr, im kleinen 2aal des Handwerkervereins, SmeLka(Urania) ordentliche G e n e r a I v e r s a n» n» I u n g. Die Ber- sammlung wird eine be»ander« Bereicherung durch einen Bortraa des Genossen Dr. Kurt Löwenstein erfahren, der über das Thema:„Sozialistische Erziehungsbewegung nnd Fa- m i I i«" sprechen wird. 9rieftafteti Per stebattton. „Pr.vatim." Wir bringet» Ihr« Beiträge lediglich deshalb nicht, weil wir Sie nicht kennen. Ta wir das RcdaktionSgehciinnis auf das strengstc wahren, bestohi für Sie kein Grund, Ihren Namen zu verschweigen. Wir gestatten uns auf diesem Wege allen Freu.»* den, Genossinnen lind Genossen für ihre Belleidsbc Zeugungen und Anteilnahme nnlfiOlich des Hinschei* dens unserer unsagbar geliebten Tochter und Schwe ster, des Fräulein Emmi Deufsda unseren Innlusten Dunk auszusprechen. W*' Dio trauornden Hinterbliebenen FAMILIE OLAS. OttouSotbcc. eitffiriro I««l- tt b e1t1 b a 111 □ t: SUdetm St lehn et.— Uetantmettlidtet Stebaheut: Dr. IlmU straub, Pta,— Druck:.Rota- U.-a für ZkUung. na»«uchdtuck, Pta,— Für bru Druck»erautwarUtch: on» pettl, Pta^— Du ürtlunabmatlcultanlatur wutbk°an bet Past. u. r»te,rat>drn»:rekUan am Iktlah Nt 13.SOO/VJ] 1930 brbtUlgt— Seiugibebtnqungtu: vei fiufteHutig tu« yitu« oder del ve,m> durch die Post monaNtch Kd 18.—, olerteliidrllch U Ü.—, d»t»t«tztt« Ki 06.... uaniiäbtlg IU tu,.—.— Qufeiau werden hu intil biAiaft berechnet, Bei situ« giuHultuum Brrtchtuchlaj,— ftUfteSung den ÄuuuslripUN eitel,» sut btt Ctuftubun, tu Jtetrattustak