Dělni: Einzelpreis 70 Seller. ( Einschließlich 5 Heller Porto ozi demokrat Zentralorgan d. Deutſchen ſozialdemokratiſchen Arbeiterpartei i.d.Tſchechoslowakischen R 13. Jahrgang. Für Demokratie und Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb. R.daktion u. Verwaltung: Brag II, Nekázanka 18 Telepd.: 26795, 31469, Ratrebatt.( ab 21 Ugr): 33858 Bonfoedamt: 57544 Donnerstag, 25 Mai 1933 internationale Solidarität. Weitere Budgetreduzierung um 350 Millionen. Nach mühevoller Arbeit vom Sparausschuß beantragt. Prag, 24. Mai. Der engere Ausschuß der nur in verringerter Höhe zu bewilligen. Diese parlamentarischen Spar- und Kontrollkommis Anträge auf weitere Einsparungen umfassen ion hat bekanntlich in der letzten Zeit in einer 350,737.115 Kč, u. 3v. 122,223.115 Ke in der Reihe von Sizungen, die auch an die zein eigentlichen Staatsverwaltung und 228,514.000 physische Ausdauer der einzeinen Mitglieder K in der Wirtschaft der Staatsbetriebe. höchste Anforderungen stellten, das Budget für Republik. Führer Jung Nr. 122. wird koalitionsreif. Die Sudeto- Nazi biedern sich der tschechischen Bourgeoisie an. Unter diesem Titel gibt das Büro der Sozialistischen Jugendinternationale, welches ant Freitag, den 12. Mai, in Amsterdam eine Sigung abgehalten hat, eine Rundgebung hinaus, in welcher zunächst leidenschaftliche Kritik an den Zuständen in Deutschland geübt und gesagt wird, Am 23. Mai ist nach vierwöchiger Bauje daß Deutschland zu einem Staat der völligen der Nazi- ,, Tag" wieder erschienen. Barbarei herabzusinken droht.„ Das Büro der Wie zahm er geworden ist, bewies er mit dem Sozialistischen Jugendinternationale", wird dann vierspaltigen Titel, der die Saison eröffnet. wörtlich gesagt, sendet seine innigsten und Die Großmächte sichern den Frieden". Wic feurigsten Wünsche den Millionen sozialistischer Arbeitsmänner und Arbeiterfrauen, den Mil Hitler selbst, so hat auch Jung vorläufig mit lionen sozialistisch fühlender, denkender junger 1933 aufs neue bis ins Detail überprüft und Wenn man zu diesen nachträglichen Ein der großmäufigen Politit des Mampfes gegen Menschen in Stiler Deutschland. Es weiß ohne darin größere Streichungen vorgenommen. Nach parungen die von dem Siebenerausschuß der Alle gebrochen, wie Adolf, so ist auch Rudolf weiteres, daß die sozialistischen Ideale mit unge dem Abschluß dieser Arbeiten veröffentlicht der Stoalition feinerzeit durchgeführten Kürzungen unter die Erfüllungspolitiker gegangen. Aber schwächter Straft im Innersten der deutschen Ausschuß ein Stommuniquee, in dem es heißt: hinzurechnet, beträgt die gesamte Stürzung des dieses Einschwenken in die neue Front der Arbeiter weiterleben werden. Es weiß, daß ihre Der Ausschuß hat aufs neue das von der Budgets für 1933 gegenüber dem ursprünglichen nationalsozialistischen Außenpolitik war für Liebe für den Sozialismus unter den snuten der Nationalversammlung genehmigte Budget für Entwurf eineinviertel Milliarden die Sudeto- Nazi nur der Auftakt. Was sie vor barbarischen Unterdrückung nur feuriger und 1933 überprüft. Die Entwicklung der staatlichen Ke, nicht gerechnet die Ersparnisse, die durch das allem zu sagen haben, das tam erst am leidenschaftlicher in ihnen glüht. Es weiß vor Finanzwirtschaft hat den Ausschuß zu der Ueber Gehaltsgefet erzielt wurden. 24. Mai in einent Leitartikel des Herrn Boh allem, daß sie jest mehr als je den großen deen zeugung geführt, daß es notwendig ist, recht- Der Ausschuß setzt die Verhandlungen über mann der internationalen Solidarität treubleiben wer eitig in dem bereits genehmigten Budget weitere Sparmaßnahmen fort, die im Wege der Malypeirs Mahnung" betitelt, wird zum Ausdrud. Dieser Artikel den." Gleichzeitig sendet das Büro seine brüder weitere Einsparungen vorzunehmen. Er hat Durchführung zwed mäßiger Reformen für die Leser keine schlechte Ueberraschung ge lichen Grüße der österreichischen Arbeiterjugend. daher von neuem die einzelnen Budgetposten in der Staatsverwaltung und Zum Schluß des Aufrufes wird eine inten in in wesen sein. Soweit sie noch eine leise Fähig five Aufklärung der breiten Massen weiter herabzuseßen, ohne daß dadurch die Durch erzielt werden sollen. Außerdem verhandelt der sie eiligst nach der Druckfinna gesehen und sich durch beraten und die Möglichkeiten erwogen, sie den staatlichen Unternehmungen teit zu kritischem Lesen bewahrt haben, müssen der jungen Generation verlangt." führung der unumgänglich notwendigen Aufgaben Ausschuß die Mitteilungen der Regierung über des Staates gefährdet würde. die bisherige Verwendung des Erträgnisses der überzeugt haben, ob ihnen da iricht ein Blatt Der Ausschuß hat hierauf beschlossen, der Arbeitsanleihe. Ferner befaßt sich der Ausschuß des Wolf- Verlages mit einem irreführenden Regierung vorzuschlagen, von der im Finanzgefeß auch mit einzelnen Vorkommnissen, auf die er Kopf somit Bogel darin vorgesetzt wird. gegebenen Ermächtigung Gebrauch zu machen aus den Reihen der Bevölkerung aufmerksam und Ausgaben in den einzelnen Budgetposten gemacht wurde. Aufrüstung in Spandau. Nicht Nazi fliegen hinaus! Berlin, 28. Mai. Die gesamte Belegschaft der Deutschen Werke" in Berlin- Spandau ( frühere Waffen und Munitionswerte) ist mit fofortiger Wirtung entlassen worden. Durch An Schlag wurde bekanntgegeben, daß in den Betrieben in Zukunft nur noch solche Arbeiter und Angestellte beschäftigt werden, die eine ununterbrochene Mitgliedschaft bei der Hitlerpartei, bzw. bei der nationalsozialistischen Betriebszellen- Organisation Haftbefehl gegen die Gattin Gerhart Hauptmanns? Aktion gegen die bayrischen Friedensorganisationen. " Dieser Artikel ist von der ersten bis zur letzten Zeile eine friecherische Anbic= derung an die tschechische Bourgeoisiie, vor allem an die tschechischen Agrarier. Ihnen wird eingangs schon ein Lob für ihre mäßige und verständnisvolle Saltung gegenüber dem Hunnenfascismus gespendet. Mit Recht, meint Bohmann, fürchte man im tschechisch- agrarischen Lager„, dic feit mindestens 15. Mai 1931 nachweisen können München, 23. Mai. Am 17. Mai unter- Die als Friedensfreundin weltbekannte Emma und in der Lage find, besondere Empfehlungen nahm die Münchener Polizei eine große Altion Ma che nhauer wurde ins Gefängnis überleberheblichkeit der sozialdemokratischen Koali durch nationalsozialistische Parteis oder Betriebs- gegen die bayrischen Vertretungen der Friedens führt, ihre Wohnung wurde von der Polizei ver- tionsgenossen", deren Einfluß auf die AußenFunktionäre vorzulegen. Im übrigen solle der organisationen, insbesondere gegen die Frauen- fiegelt. Heute sind im Verfolg dieser Attion politif, aber auch Betrieb ohne Unterbrechung und mit der dop liga. In den Büros der Organisationen und in eine Reihe weiterer Haftbefehle gegen im Dienste ,, die folgenschweren Nachwirtungen, die pelten Belegschaft(!), fortgeführt werden den Wohnungen der Vorstandsmitglieder und der Friedensbewegung stehende Frauen ergangen, weitere, geradezu blinde Mitläuferschaft der unter der Leitung eines Spezials vieler einzelner Mitglieder wurden in der rigo unter anderem gegen die Prinzessin Ferdinand von übrigen Koalitionspartner auf die Stimmung lommissärs. In Spandau ist es ein rosesten Weise Haussuchungen vorgenommen; Bayern, gegen die Prinzessin Juliane von Stol der breiten Wählermassen, besonders auf dem offenes Geheimnis, daß in den Deutschen Werken alles vorhandene Material wurde beschlagnahmt, berg- Wernigerode und gegen Frau Gerhart vom tschechischen Fascismus stark beeinflußtent alle Vorbereitungen technischer Art bereits ge- zahlreiche Berhaftungen wurden vorgenommen. Hauptmann, die Gattin des Dichters. Lande nach sich ziehen müssen." troffen sind, um im großen Stil zur Produktion Während doch die Nazi bisher immer von Waffen und sonstigem Heeresgerät überVerhaftung des SPD- Partei-| ,, Aus diesem Flugblatt ist", so heißt es in behaupteten, daß die Sozialisten in der Soalizugehen. der Veröffentlichung des Bremer Polizeiberichtes tion ganz ohne Einfluß, die Schleppträger der Vorstandes in Bremen. weiter ,,, zu ersehen, daß der Vorstand der SPD Bürgerlichen und darum bereits von den letz Wegen des Rundschreibens der Bremer trop aller Erklärungen, der nationalen Regie: Neuer Boykott gegen deutsche Waren beschlossen. sozialdemokratischen Parteileitung, aus dem wir rung gegenüber sich loyal zu verhalten, weiter ten Wählern verlassen seien, liest man nach London, 24. Mai,( Eigenbericht.) Zweitausend or einigen Tagen einen furzen Auszug veröf- den klassenlampi predigt. Auf diese Weise Tische die Sache plößlich ganz anders. Nun ist Mitglieder der britischen Tertil nduſtrie erilärten fentlichten, hat die Bolizei die gesamtve Bremer mird das Bestreben der nationalen Regierung, die Koalition mit einemmal eine sozialistische auf einer Versammlung in Kingsway Hall in Parteileitung verhaftet, u. a. den Vorsißenden eine Einheitsfront aller Schaffenden als Borbe Regierung und das heiße Mitleid der Nazi London, deutsche Waren solange zu boyfottieren. Staisen, den Parteisekretär Böhm und die dingung des Wiederaufbaus zu erreichen und die wendet sich den tschechischen Bürgerparteien bis so heißt es wörtlich Biller und seine Vorstandsmiglieder Ethe und Mester. Als marristischen Parolen des Klajsenhasses und des zu, die durch die Sozialdemokraten kompromit Gangsters" allen deutschen Oppositionellen, Grund zu der Verhaftung wird von der Bremer Slaffentampfes zu unterbinden, zum Nachteil tiert, ihre Wähler verlieren. Wem das nicht eindeutig genug jein lichen, politischen und wirtschaftlichen Rechte zu an die Presse angegeben, daß in dem Rund- führer sabotiert. Zur Verhinderung der mollte, dem jagt es aber der Herold des Jung rüdgegeben hätten. Lord Melchett, der Leiter der schreiben an die ehemaligen Parteimitglieder fol- Fortjeßung dieser Tätigkeit war die Festnahme noch deutlicher: Versammlung, erklärte u. a.: Ditler bezeichnet fich neuerdings zwar als Bazifift, doch mit einem gender as stand: feinem Wort erwähnt er die Verfolgungen, denen politische Gegner und Juden durch seine eigenen Organisationen ausgesetzt sind. Hitler sagt, daß man nicht an die Grundrechte Deutschlands rühren dürfe, doch er selbst verweigert den deutschen Juden das selbstverständliche Recht: nämlich Melchert, Wir wissen, daß mit der Zeit eine neue Organisation zur Führung des Stampfes der Aus gebeuteten, Unterdrüdten und Entrechteten wieder erstehen wird." aus Gründen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eine unbedingte Notwendigkeit. Ein Strafverfahren gegen die Vorstandsmitglieder als verantwortliche Her ausgeber dieses Flugblattes ist eingeleitet." in leben. Deutſchland," fo fchlok Lord meldet Dollfuß' neuester Verfassungsbruch. ist eine Großmacht. Aber wenn es diese Ar inhumaner Politik fortsetzt, wird man es mehr zu den sivilisierten Ländern rechnen fönnen." ,, Man verkennt auch im tschechischen nicht marristischen Lager nicht mehr die Gefahr, die durch die bewußte demagogische Irreführung durch die sozialdemokratische Bresse der tschechischbürgerlichen Welt selbst droht." Immerhin wäre diese tschechisch- bürgerliche Welt, deren Sovgen Jung zu den seinen macht, verloren, wachte nicht der judetendeutsche Osaf über die Belange, die es dem nationalen Erbfeind zu wahren gilt. Warnend erhebt er seine Stimme: „ Im Schlepptau der margistischen Parteien hat die gesamte Koalition in ihren Aeußerungen und Maßnahmen das zuträgliche Maß überschritten. Und nun ist Zeit zur Einsicht und Umkehr, wenn nicht die Sozialdemokratie beider Lager der gesamten Koalition über die Köpfe wachsen und damit eine staatspolitische Gesamtlage entstehen soll, die nicht im Interesse der Tschechoslowakischen Republik liegen tann." Wien, 24. Mai.( Eigenbericht.) Die öster- sübung ihres Amtes nicht gehindert werden dürfen. reichische Regierung ist nun von der versteckten Wenn die Regierung den Verfassungsgerichtshof Sabotage des Verfassungsgerichtshofes zum offe in dem Augenblid sabotiert, in dem lebenswich Selbstmordversuch einer nen Angriff übergegangen. Sie hat gestern nachts tige Streitfragen von ihm zu entscheiden sind, eine Notverordnung erlassen, durch die jenen dann zerstört sie damit selbst die' RechtsgrundRelstagsabgeordneten. Richtern des Verfassungsgerichtshofes, die vom lagen, auf denen der Bestand einer Regierung Genoffin Toni P fülff, Mitglied des Reichs Nationalrat ernannt sind, verboten wird, an den bafiert. Die Regierung hat, wie die Resolution tags, wurde in einem Eisenbahnabteil bewußt- Sizungen des Gerichtshofes teilzunehmen, wenn feststellt, mit diesem Schritt tatsächlich die Verlos aufgefunden. Sie hatte Gift genommen. Aus auch nur eines dieser Mitglieder zurüdtriti. Diese faffung außer Straft gesetz:; sie hat es sich selbst hinterlassenen Briefen geht hervor, daß Tom Nowverordnung bedeutet einen offenen Verzuzuschreiben, wenn sie damit, ſelbſt jedem StaatsBhülff aus Verzweiflung über die fascistischen fassungsbruch und die Erklärung der Regierungs- ftreich in Desterreich Tür und Tor geöffnet hat. Zustände in Deutschland den Tod gesucht hat. Ste diftatur in Permanenz. wurde in ein Strankenhaus überführt. Man hofft, Die sozialdemokratischen Abgeordneten haben die steirische Landesregierung auf Antrag der fie am Leben zu erhalten. Toni Bfülff, die einer dies in einer heute erlassenen verfassungsrecht Sozialdemokraten beschlossen, alle Notverordnun alten, bayrischen Soldatenfamilie entstammt-lichen Stundgebung eindeutig an Hand der Bestim- gen der Regierung Dollfuß beim Verfassungshr Bater war Oberstist seit langen Jahren mungen über den Verfassungsgerichtshof feft- gerichtshof anzufechten. Die Sozialdemokraten führend in der Sozialdemokratie tätig. Von Beruf gestellt. Das Gesetz über den Verfassungsgerichts- wurden dabei von den Großdeutschen und jenen Bohmann, so könnte man ihm daraufhin nur Boltsschullehrerin, hat sie vor allem in Stul: ur- of kann nur mit zweidrit: elmehrheit des Natio- Heimwehrleuten unterſtüßt, die vor lurzem aus beſtätigen, daß er reif iſt, nunmehr ein Offert fragen ausgezeichnet gearbeitet. Nun ist sie unter nalrates abgeändert werden und die Bundesver dem Regierungslager ausgesprungen sind. Die bei Vraný einzureichen und sich durch Anden furchtbaren Erlebnissen dieser Monate zujam faſſung ſagt ausdrücklich, daß die Mitglieder dieses Regierung hat nunmehr die beiden größten Lannahme eines Redakteurpostens im„ Bentos" Gerichtshofes unabhängig sind und bei der Aus- desregierungen gegen sich. mengebrochen. Heute abends hat überdies nach Wien auch der Wäre das die Privatmeinung des Herrn wie man jo jagt, zu verbessern". Aber der Sette 2 Donnerstag, 25. Mai 1933. Nr. 122 junge Mann, dessen Furor teutonicus mit[ fordert mit der gebieterischen Geste eines und Kostka wiffen, daß dieser Bürgerblock| Empörung über die jeßige Mehrheit aus. Wenn Grundeis geht, spricht ja nur aus, weitgeschichtlichen Wegweisers die„ Reichenber- mit 3wangsarbeit, Lohn- und in Deutschland Hitler erbarmungslos jede leiſeſte was Jung ihm souffliert, und darum ger Zeitung“ vom deutschen Bürgertum. Gehaltsabbau und ähnlichen„ Spar- demokratische Regung im Blute erstickt, dann ist diese politische Kundgebung sehr ernst zuung ist der erste, der diesen Weg mit Freu- maßnahmen" größten Stils arbeiten würde, jubelt Herr Krumpe sicherlich Beifall; wenn in nehmen. Die Sozialdemokraten, die einen den geht. Noch außer Atem vom Schwadronnie- aber das stört ihn nicht. Schwebt ihm doch ein Desterreich sein eigener Parteifrenno Dollius Atem vorher noch als große Gefahr für die ren für die judetendeutsche Autonomie und erhabenes Ziel vor, des höchsten Preises wert, gewaltigt, liegen unsere Stlerifalen platt auf dent das Parlament in der schamlosesten Weise ver Bourgeoisie an die Wand gemalt wurden, an ein sagenhaftes nationales Programm, ruft er durch seine Teilnahme an einem tichechisch Bauch vor so viel" Tatlraft", aber wenn bei die sich der hierländische Hunnenfascismus ge- den fascistischen Partnern im tschechischen deutschen Bürgerblock dem Geist des Hunnen- und die Demokratie, die der einzige Schuy drückt fühlt, werden nun zwar wieder auf den Lager ein kräftiges„ Heil Stříbrný“ zu und fascismus ein Einfallstor in die Tschechosloma gerade für die Herren Krumpe und Genossen Aussterbe- Etat gesetzt, aber gleich darauf wird erklärt seine Bereitschaft, einen fei zu bahnen und den tschechischen Kolleger, ebenso wie für alle anderen Angehörigen der neuerlich vor ihnen gewarnt, denn ihr Weg Bürgerblod zahlenmäßig aufzudie's noch nicht wissen, zu zeigen, was Gleich Minderheiten ist, zu ihrem Schutz auch nur die müsse auch vom Standpunkt einer gejunfüllen. Er weiß so gut wie es orpynta scheltung ist! den tschechoslowakischen Politik als abwegig bezeichnet werden". Wer hier noch nicht merkt, daß Jung mit den Vraný, Stříbrný und Rašin auf die Gesundheit des tscheeine sehr lange Leitung haben! Prag, 24. Mai. angenommene anderen Oppoſitionellen, ob fie nuut 30 to ießen. Alle die Herren sind bei der letzten Brüallernotwendigsten Maßnahmen trifft, dann schreit Herr Krumpe auf, als wenn er schon an einem Bratspieß über dem Feuer hinge. Nicht viel anders war es bei den Reden Geschäftsordnungsnovelle angenommen pynka oder Knirsch oder auch Jelinet chischen Fascismus anstößt, der müßte Aufmarsch der Patentdemokraten aus dem Lager der Opposition fung aus dem Unterrichtsgegenstand Demo Nach einem bedauernden Rückblick auf Das Parlament hat darf, aber auch gewisser äußerer Mittel zu tratie", einer Prüfung, bei der ihnen seit den Zwischenfall in der böhmischen Landes heute nach längerer Debatte, in der die Oppo- ihrem Schuß nicht entbehren kann. dem 30. Jänner wahrlich mehr als genügend vertretung, die noch nicht gefund genug ist, um fition sich nach Herzenslust in demokratischen" Die Kommunisten begleiteten Stranstys Zeit gelassen wurde, unbedachte Dummheiten sich ruhig einen Nazi anzuhören, meint der Gedankengängen ergehen konnte, die Novelle zur Referat fast ununterbrochen mit 3 wischen wieder gut zu machen und nach dem Freuden„ Tag", daß auch hier„ verständnis vol- Geschäftsordnung mit geringen Aenderungen anrufen und höhnischen Randbemerkungen, jo rausch über die Vernichtung der deutschen Demoles Anfassen nach demokratischen genommen. Für die nächste Sigung am tom daß er schließlich an ihre Adresse die Warnung fratie wieder einigermaßen nüchtern zu werden, Grundprinzipien besser" wäre. Die menden Dienstag steht eine weitere wichtige Re- richtet, daß den Zeiten, in denen die Feinde der durch gefallen, und zwar mit Bau! gierungsvorlage über den Schuß der Ehre Demokratie das Parlament derart schänden ten und Trompeten. Von solchen dur ch Jung- Demokraten nehmen sich in ihrer neuen auf der Tagesordnung, ein Ministerverantwort. fonnten, wie dies heute die kommunistischen gefallenen Schülern brauchen die Parteien, Rolle also bereits so ernst, daß sie den Hohn lichkeitsgesetz hat der Referent heute angekündigt. Abgeordneten tun, ein Ende gemacht werbie in dieser schwersten Zeit die Verantwortung nicht merken, der in ihrem Rat zur AnwenRechnet man hinzu, daß gestern die politischen den würde. für das Schicksal dieses Staates und seiner Be dung demokratischer Prinzipien liegt. Minister die Novelle zur Gemeindewahl. Er bespricht dann eingehend die einzelnen Aen- wohner tragen, wahrlich feine salbungsvollen Der Artikel schließt mit einer letzten Verordnung fertiggestellt haben, die nunmehr derungen und leg: dar, daß sie feineswegs ein Vorlesungen über Demokratie anzuhören! beugung vor Malypetr und mit dem Appell noch den Ministerrat zu passieren hat, so tann Mittel zur politischen Persekution feien, auch nicht Eine Extraklasse für sich waren die fommu an die verantwortlichen Sträfte" man noch mit einiger Wahrscheinlichkeit damit das Ablefeverbot für Reden, gegen das sich nament nistischen Redner, von zur Besinnung. rechnen, daß das Parlament aus seiner bisherigen lich die Kommunisten so heftig wehren. Das Ver größten persönlichen Angriffe gegen den Refe monatelangen Scheintätigkeit erlöst sein wird, die bot trifft alle Abgeordneten; es soll dazu beitragen, renten erhob und Stetka sehr verwundert tat, Um diesen Hinweis auf die Besinnung gerade von den Gegnern der Demokratie als daß die Debatte tatsächlich zu einer gegenseitigen als ihn der Vorsitzende nach einer anderthalb. der Verantwortlichen ganz zu verstehen, muß Hauptargument gegen sie ausgenüßt zu werden Aussprache werde und ein reger Meinungsaustausch stündigen geist"( oder alkohol"-?) sprühenden man freilich wieder einen Tag" zurückblät- pflegt. einseye. Einleitung voller Schimpfereien daran hinderte, Man findet in großer Aufmachung in An dem Elaborat der Subkommission hat der Bei den Schlußfäßen des Redners steigern nun erst in das Meritum" der Sache einzudem Blatt vom 23. Wonnemonds ein Zitat Ausschuß noch eine weitere Milberung der die Kommunisten wieder ihren Krawall, wobei gehen. Vier weitere Redner ihrer Fraktion aus der Reichenberger Zeitung", strafbestimmungen für den Fall eines fie von Gewerbeparteilern noch wader unterstützt hätten wahrhaftig genügt, um das Problem von welche ihrerseits einen Appell zur Sammlung Ausschlusses vorgenommen: wenn das Präsidium wurden. allen Seiten gründlich zu beleuchten. Troydem Drittel der nationalen Opposition erlassen hat, die beantragt, über den obligatorischen Diätenentzug In der anschließenden Debatte hatte die empörten sie sich über Bergewaltigung", als endlich koalitionsfähig werden müsse. Sie für einen Monat hinauszugehen, so sollen nicht Opposition wahrhaftig Zeit genug, sich ausführ- nach dem fünften fommunistischen Redner die schrieb und der„ Tag" zitiert es in eil mehr die gesamten Diäten( auf höchstens sechs lich mit dem Thema zu befassen, da ihnen die Koalition Schluß der Debatte beantragte und weise fettem Drud ohne ein Wort der Kritit, Monate) entzogen werden, sondern höchstens zwei Stoalitionsparteien, die sich selbst nur durch den auch durchsetzte. aber mit durchaus zustimmendem Titel. Referenten an der Aussprache beteiligten, voll- leber solche Demokraten" darf eine wurde festgestellt, daß sich auf jene fommen freie Bahn ließen. Dreizehn oppo- ehrliche Demokratie namentlich in den heutigen „ Den " Den Tschechen gegenüber wäre einwand Parlamentarier, die zugleich Minister sind, die Befitionelle Redner marschierten einer nach dem Beiten wohl wirklich ohne die kleinsten Gefrei festzustellen, daß von einer Staatsfeindlichkeit der nationalen timmungen über Urlaubsgesuche bezw. nachträgliche andern auf, darunter allein fünf omm uwissensstrupeln zur Tagesordnung übergehen! Entschuldigungen nicht beziehen. Der Motiven- nisten, aber von feinem einzigen hörte man Die Geschäftsordnungsnovelle wurde schließ Opposition teine Rede iſt, dem Sudeten bericht weist darauf hin, daß die Verpflichtung auch nur ein Wort fachlicher Kritik, geschweige lich von der Mehrheit in beiden Lesungen angedeutschtum wäre Aufklärung zu geben, wie ſich dieser Minister- Abgeordneten zur Teilnahme an den denn eine Anerkennung dafür, daß etwa durch nommen und die nächste Sibung auf Diensdie nationale Opposition zur Frage Sigungen vielfach mit ihren Amtspflichten und den die ler Dollfuß" das Parlament gegen Staats- tag, den 30., um 15 Uhr angefest. Auf ihrer der Regierungsbeteiligung nach dem verfassungsmäßigen Verpflichtungen gegenüber dem ftreichgelüfte jeder Regierung gesichert, daß die Tagesordnung steht die Vorlage über den Sturze der derzeitigen deutschen anderen Dans follidiert. Es müsse also ihnen selbst Teilnahme an den Plenarsizungen durch die Schuß der Ehre, die schon seit geraumer Haus Regierungsparteien stellt. Wären die oppositionellen Parteien im jezigen Zeitpunkt imur Beurteilung überlassen bleiben, wann ihre Be Festsetzung einer Mindestfrequenz gehoben, die Zeit Gegenstand von Verhandlungen im Verstande, eine derartig flare und programmatische teiligung an den Verhandlungen des Hauses not Debatte durch die erste Lesung der Regierungs- faffungsausschuß ist. Erklärung abzugeben, so würden sie damit wirklich wendig ist und dies um so cher, als ja nach der vorlagen, durch das Ablefeverbot usw. lebendiger Erklärung abzugeben, so würden sie damit wirklich Verfassung das Saus jederzeit das Recht hat gestaltet werden soll und daß die Vorlage einer Fascistische Gemeindevertreter enthoben. Wie eine nationalpolitische Tat segen..." zu verlangen, daß ein Mitglied der Regierung an noch so scharfen sachlichen Kritik teine aus Pardubik gemeldet wird, wurden auf Grund Mit anderen Worten: die sogenannte den Verhandlungen teilnehme. Schranken zicht; niemand der Herren erwähnte des Paragraph 26 der Gemeindeordnung drei ,, nationale" Opposition hat herausgefunden, Eine weitere Präzisierung nahm das Haus über auch nur mit einem Wort, daß die Disziplinar fascistische Mitglieder der Gemeindevertretung, daß einem großen Teil der tschechischen Bour- Antrag der Roalition noch vor der Abstimmung vor. beſtimmungen nur im Strafausmaß etwas höher darunter ein Gemeinderat von allen Funktionen geoisie der Fascismus an sich sehr willkommen um jeden Zweifel auszuschließen, wurde der§ 41 achen, nicht aber in der Festlegung der strafbaren in der Gemeinde, alſo ſowohl im Gemeinderat, wäre und ihm nur der deutschnationale An- dahin umstilisiert, daß zur Eröffnung der Sigung Tatbestände, und daß selbst die Bestimmungen, als auch in der Gemeindevertretung und in den strich nicht behagt. Dem deutschen Bürgertum und zur Verhandlungsfähigketi des Hauses die Anften gefallen ist, das sind jene über die Erwei- fascistischen Gemeindevertretern in andern Ort denen uns die Zustimmung wohl am schwer- Ausschüssen enthoben. Das gleiche geschah mit wiederum ist dieser Anstrich eine Aeußerlich wesenheit von mindestens 30 Abgeordneten ,, im keit, die man ablegen fann. Ob man schwarz- Sißungesaal" notwendig ist. Es darf also nicht ferung der Zensurbefugnis des Präsidiums, schaften des Pardubißer Gebietes. Motiviert ist weißrot oder rotveißblau ladiert ist, erschein: mehr vorkommen, daß ein Redner vor leeren Bänken| Bragis fodifizieren, eine Praxis, die direkte teten Untersuchung wegen Bergehens gegen das letzten Endes nur die bisherige langjährige die Enthebung in allen Fällen mit der eingelei ihm mit Recht als eine Frage zweiten Ranges, redet. Orgien gefeiert hat, als z. B. gerade der Herr Gesetz zum Schutze der Republik. Strumpe im Regierungsblod faß. Genosse Baumgartl, der Mandats- Nachfolger Heute stand natürlich derselbe Herr rumpe des verstorbenen Genoffen Bohl, hat gestern im in der Debatte auf, nahm die entrüstete Mine Barlament die vorgeschriebene Angelobung in eines tausendprozentigen Urdemokraten an und die Hände des Vorfißenden geleistet und seinen schüttet ganze Misttübel voll schlecht gespielter Eintritt in unsere Parlamentsfraktion vollzogen. als wichtig aber gilt ihm nur, daß es über- Die Borlage wurde von Dr. Stransth im haupt ein Fascismus ist, den man jo Plenum ausführlich einbegleitet. bald als möglich aus der Taufe hebt. Verzicht auf das Kostüm Hitlers und Einigung mit dem tschechischen Fascismus im Geiste Hitlers KARL Nachdruck verboten. UND DAS 20. JAHRHUNDERT Roman von Rudolf Brunngraber Copyrigth by Societäts- Verlag, Frankfurt am Main 1933 Er wies auf die Notwendigkeit eines erhöhten Schupes der Demokratie hin, die innerlich einer Vervollkommnung des demokratischen Regimes be57 Harvey S. Firestone befreit die Sklaven in ihrem| Süden, ein unvergeßlicher Blick für junge Augen: schiff. Um die Akustik beeinflussen zu können, Freistaat Liberia: das Land wird eine Kautschut Santa Cruz auf Teneriffa. Die 27jährige arbeits- wurde das Hamburger Funkhaus mit beweglichen plantage der USA. Mit Schmiedehämmern aus- und unterstandslose Katharina Heynal, die, indem Wänden eingerichtet. Die Original- South- Seagerüstete Arbeiter zerschlagen die Gloden in den sie sich 51mal polizeilich meldete, verschiedenen Girls, die an 400 benden ner Hippo Stirchen Mostaus. Arbeitslosendemonstration in Fürsorgeämtern Unterstübungen herausgelodi drom Triumphe feierten. Der„ Goldmacher" Berlin. Aquarium, in Form eines griechischen hat. Der erste Non- stop- flug Japan- Amerika. Tausend, der namhaften deutschen Persönlich Kreuzes, gefunden bei den durch Professor Ama- Strahlenwerferantennen eines Sturzwellensenders. leiten, darunter Industriellen, Riefenbeträre pers deo Majuri wieder aufgenommenen Grabungen Schönheiten vom oberen Nil oder: wie weit der ausgelodt hat. Zirkusvorstellung im Hof eines Allein das ist eine Tatsache, die für Karl zu sehr in Herfulanum. Auf den Felsen von Santa Bubilopf im afrikanischen Dschungel zurüdge- Strankenhauses in Boston. Die in der Düssel über alles, was er bisher zu bejassen hatte, hin- Monica sonnt sich eine schöne Frau: Kathleen schnitten wird. Professor Tarwin O'Lyon von der dorfer Waschinenfabrik gebaute größte Drehbank ausgeht, als daß er sich mit ihr bis zu Ende Moylan von Metro- Goldwyn- Mayer. Die größten Universität Columbia, der sich auf dem Monte der Welt, auf der eiserne Räder mit einem auseinanderseßen fönnte. Er rettet seine Ge- Niederdruckverdichtungsmaschinen der Welt in Redorta beim Abschuß einer Raumrakete- Ge- Durchmesser von 22 Metern gedreht werden danten in die abermals aufgerichtete Ansicht, ein Transvaal: jede dieser Waschinen saugt in der schwindigkeit 80 Stilometer in der zweiten Minute fönnen. Der Hungerkünstler Yolli hungert beArbeitsloser zu sein, nichts Sonderlicheres also als Minute zwei Millionen Liter Luft an, die m drei schwer verletzt hat. Der Badfisch von heute: reits 42 Tage. Autorennen in Indianapolis. ein Schnittpunft widriger Umstände. Da ihm Stufenfolgen auf acht Atmosphären verdichtet wie das schöne Atibild zeigt, ist ihm durch den Arbeitslosigkeit auch in Frankreich. Frau Bruce diese Feststellung aber nicht weiterhilft, fällt ihm werden. Nonplusultra der Bartheit: eine Me- Sport die Anmut nicht verloren gegangen. Ein auf dem Flugfeld in Lympne vor ihrem Start wieder ein, daß er nachzudenken hätte, nachzu- dusengloce. Der englische Nationalökonom Key- amerikanischer Autofriedhof. Der Kuttub Minar zum Flug um die Welt. Der vormalige Weltdenken mit einer Sammlung, wie nie in seinem nes, der sich in seiner Radiorede über die Wirt- zu Delhi. Eine neue französische Erfindung: meister Tunney, der sich 1,742.280 Dollar erbogt Leben. Inzwischen hat die Stadt zu kreisen und schaftskrise gegen das Mittel der Sparmaßnahmen Türen, die sich bei der Annäherung mittels Selen- hat, wie man aus einem Prozeß erfährt, den sein mit allen Ventilen zu flappern begonnen und wendete: eher sei London von Westminster bis zelle von selbst öffnen; eine neue deutsche Er- ehemaliger Manager auf Zahlung von 400.000 Starl glaubt, daß ihm das das plösliche Unbe- Greenwich niederzureißen und neu aufzubauen. findung: das schreibende Telefon. Arbeitslosigkeit Dollar für Propagandaaufwendungen gegen ihn hagen verursacht. Tatsächlich sieht er mit Neid, Ein Sperling und eine Giraffe: und doch hat der auch in Australien. Das neu erbaute Sanatorium angestrengt hat. Luftaufnahme des in neunwie ein Geschäft und Betrieb nach dem anderen Hals des Sperlings doppelt so viele Stnochen als in Aix- les- Bains, das selbsttätig der Bewegung fähriger Arbeit angelegten, 32 Kilometer langen geöffnet wird. In Wahrheit mißversteht er seine der der Giraffe. Ich habe nichts anzuziehen": der Sonne folgt. In Carson City, Nevada, Dammes durch die Zuidersee. Truppenattade Gefühle, weil er zum erstenmal voraussetzungs- vier Pariser Originalmodelle für den Nachmit- werden zum Tode Verurteilten, die man mit gegen Revolutionäre in den Straßen von Barlos im Leben steht und es noch nicht wagt, fich tag und Abend. Peter Kürten, der Mann, der Giftgas hinrichtet, zur Herzfontrolle Mikrophone celona. Mussolini läßt den Nemisee frodenlegen, dessen bewußt zu werden. neun Morde, 22 Mordanschläge und 41 Brand- an die Brust geschnallt. Sport von der Wiege um die Pruntgaleeren des Caligula zu heben. Nur eine feltfame, neue Neugierde für alles stiftungen auf dem Gewissen hat. Ein neuer an: Säuglingsgymnastik. Die größte Lokomo. Dieser Lippenstift lostet in der Fifth Avenue 100 erfüllt ihn. Er verbringt eine Stunde vor den Wolfentraterrekord: das soeben fertiggestellte tive der Welt, von der Great Northern Bahn Dollar. Schwere Arbeitslosenausschreitungen in Photoschaufenstern einer Zeitung: Gorillafamilie Empire- State- Building, 102 Stockwerte, 415 in den USA: 165 Tonnen schwer, 23 Meter lang, Manchester, Liverpool und Glasgow. Der Dnje im Urwaldgebiet des Kariffimbi. Der alte Rode- Meter Höhe. Die Tänzerin Verbenia mit einem führt 25.000 Silogramm Stohle und 50.000 Biter proftroj, das Riesenkraftverk der üldsen, das feller beim Golf. Die größten Turbodynamos der Löwenbaby. Arbeitslosigkeit auch in Japan. Der Wasser mit; daneben: Stephensons Lokomotive das Herz des größten agro- industriellen Trusts SF, Banditich 25 Welt im Elektrizitätswert Hell Gate in New Bianist Kiraly, der den Weltrelord im Dauer von 1880: 5 Meter lang, Leistungsfähigkeit ein der Erde( Bewirtschaftungsfläche 1,600.000 Sel York, Höchstleistung 215.000 SP, fefündlich) 30 flavierspiel zu brechen versuchte, aber in der 46. Tausendstel der Maschine von 1930. Schwere tar) sein wird. Das Schloß des Banditen Al Umdrehungen. Der Filmstar Anita Page beim Stunde einen Stollaps erlitt. Die Lichtreklame Ausschreitungen von Arbeitslosen in Stockholm. Capone, dem man nachsagt, daß er jährlich 25 Surfboardriding in Miami. Die Schalt- und auf dem Dach der Cleveland Discount Co., die Die letzte Aufnahme der Greta Garbo. Das Millionen Dollar an Bestechungsgeldern ausgibt. Transformatorenstation Brauweiler; hier greift wie ihr Text bejagt, mehr Strom verbraucht als 20,000.000. Auto Fords, das zur Feier des Redie größte Energiemenge der Welt an, 217.000 PS; die Stadt Illyria mit ihren 30.000 Einwohnern. fords im Fordmuseum in Detroit neben dem taufend Apparate hinter mehr als hundert Schalt. Die 62jährige Mistinguette als Revuestar. Die ersten aufgestellt wurde. Zum Zwed eines feldern, Bedienung drei Mann. Die rätselhaften Brotlinien" der amerikanischen Arbeitslosen vor großangelegten Marinemanövers opferte die ameRiefentöpfe von Ranu Raratu auf der Osterinsel den privaten Fürsorgeinstituten. Die Stadt im rikanische Regierung ein veraltetes Großlampf( Fortsetzung folgt.) srr. irr Donnerstag, 28. Mat ism. seue» Ein Gesetz Öfter Ole Ernälirtiiigsitorten?? Sitte blödsinnige Behauptung der lommunisiischcn Presse. Die koutniunistischc Presse veröffetcklicht: einen aufgeregten Artikel unter dem Titel:„Der Angriff auf die Lebensmittelkarten in vollem gange! Verteidigt den letzten Bissen Brot!" worin ti. a. von dem„angekündigten Gesetzentwurf der Regierung" betreffend die Lebensmittelkarten erzählt lvird. Diese Behauptungen lassen die ganze Unwissenheit der kommunistischen Redakteure und ihre bedenkenlose, von keinem Wissen getrübte Demagogie erkennen. Es ist natürlich keine Rede davon, daß die Regierung irgendeinen Gcseh- eiitwurf über die Ernährungskarten vorbereitet. Er sollte den kommunistischen Redakteuren bekannt sein, das, die ganze ErnährungSaktion überhaupt nicht auf einem Gesetz beruht, sondern ei»« administrative Maßnahme darstellt, die den Lemühuugen der sozialdemokratischen Parteien zu verdanken ist und daß die ErnährungSaktion durch Beschluß der Negierung immer wieder verlängert wird, was eben von den sozialdemokrati- schen Ministern erkämpft werden muß. Die Kommunisten wissen also gar nicht, worum der Kampf geht. Obzwar sie behaupten, Arbeiterinteressen zu vertreten, sind sie über die pr'mitiv» sien sozialpolitischen Einrichtungen nicht orientiert. Man kann an dem«inen Beispiel daran er- messen, wie sachlich die Argumentation der Kommunisten ist. Oerr» Junos Demokraten. Die deut sch nationale WarnSdorfer Abwehr" berichtet: In den Morgenstunden deS letzten.Samstag wurden in KunnerS- d o r s vier junge Nationalsozialisten verhaftet, an dal Bezirksgericht Zwickau und am Montag nach Böhm.- Leipa emgeliefert. Verhaftet wurden: der Schlosser Karl El fett, der Zeichner Walter G ü l i ch, der Beamte Fratu Schmidt und der Spengler Erich Starte. Gegen den Vorsitzenden der nationalsozialistischen OrtSorganisation Kncspel wurde Strafanzeige erstattet. Bei Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche Boxer, Messer, tnilrtärische Ausrüstung», argen st ände und Photographien gc- funden. Herr Horpvnka dürfte gestern über die Wirkung seiner Inter- vellatwn, in der er die Liga der Menschenrechte denunziert und die reichsdeutschen Flüchtlinge in Bausch und Bogen al» Lumpenpack hingestellt Halle, das eine bessere Behandlung ja gar nicht verdien«, doch einigermaßen befremdet gewesen sein. Er gino im Parlament gerade daran,>m Baßton tiefster Ueberzeugung den staunenden Zubörern tiefgründige Ofi-nbarungen üb:r die vchre Demokratie zu verzapfen, al» ihm von den Bänken unserer Genossen allerhand schmei- ch.lhaft; Zuruf«, wie D-nunziant, Hitler- knecht etc. an den Kopf flogen und er wenig höflich, aber uni so dringender darauf aufmerksam acmacht wurde, daß man auf feine demokratischen Tiraden nach dem Zwischenspiel mit der erwähnten Interpellation alle» andere denn neugierig sti. Eine Reihe von Genossen schrie den Herrn Horpynka einfach nieder, kamn daß er den Mund ausgemacht hatte, und da auch die.Kommunisten nicht ruhig blieben, ging der größte Teil seiner Ausführungen in dem Lärm vollkommen unter. Ein Zwischenruf des Genossen Hceger„Schämen Sie sich, Sie aufgenordeter akademischer Denunziant!" brachte den Herrn borpynka anscheinend ganz besonders in die Am, und so revanchiert« er sich— trotz der bekannten Regel, daß Retourkutschen nur am Karfreitag fahren— mit dem Hinweis auf die sozialdemokratisch« Presse, die angeblich seit dem A. Jänner ununterbrochen denunzier«; Herr S ch o l l i ch kam ihm zu Hilfe und behauptete, daß 20 Prozent unserer Meldungen erlogen feien... Immerhin sollt« für jeden nicht gerade unzurechnungsfähigen Menschen auch durch die von Schollich zugestandenen zehn Prozent der Bedarf an Hitler-Demokratie mehr als reichlich gedeckt sein. Es dürfte wahrscheinlich auch ein noch viel geringerer Prozentsatz der von ttichSdeutfchen Nazis gegen reichsdeulsche Teutschnationale verübten Gemeinheiten genügen, um Horphnkas oder Schollichs Privatbedarf an Fußtritten niehr als reichlich zu decken. Trotzdem werden diese.Herren weiter Hiller betveihräuchern, gleichzeitig aber bei unü nach der „Demokratie" schreien... Solchen und ähnlichen hoffnungslosen Fällen steht man leider machtlos viS-a-viS, wie feder Arzt aus Bohnitz oder KoS- mano» gern bestätigen wird. Deswrunt nur In den Salsonbrandien. Aus dem Bericht des Nationalbankrates. Der Bankrat der Tschechoslowakischen Nationalbank hielt am 24. l. M. seine ordentlich« MonatSratSsitzung ab. Dem vorgebrachten GeschäitSberichte für den ab- gelaufenen Zeitabschnitt entnehmen wir folgender: Im Weltaußenhandel trat keine Besserung ti«. In der Tschechoslowakei wies die Lage ket- «n großen Unterschied gegen den Stand des Vormonates auf. Die im Ausland« hie und da beobachtete mäßige Belebung bewirkte bis jetzt keinen durchschlagenden Einfluß auf di« inländische Beschäftigung, bei welcher Saisoncinslüssc ständig die wichtigsten Motive bilden. Das bisherige wenig günstige Wetter hält deren volle Entwicklung auf. Die Entwicklung der Großhandelspreise wie» analog dem Auslände eine steigende Tendenz auf. Die Arbeitslosigkeit sank; der wichtigste Grund dafür ist bisher die Saison. Die Entwicklung sämtlicher landwirtschaftlicher Kulturen ist zwar den Dorjahren gegenüber etwa- verspätet, der gesamt« Stand jedoch günstig. Die Jtldustriebeschästigung war ungefähr die gleiche wie im Dormonate. In den Saisonbranchen wurde eine Besserung konstatiert. Die Exportbranchen stoßen im Außenhandel anhaltend auf bedeutende Schwierigkeiten verschiedenen Charakters, in der letzten Zeit w'eder als Folge der Kursschwankungen einiger Währungen des Welthandel». Die Verschiebungen im internationalen Handel erfordern das Ausstichen neuer Au»- fubrmögkichkeiten, die-rechtzeitig ersaß« werden sollten. Dle Untersllchunqsrichter sage» aus. Freitag sollen Zeugen der Verteidigung gehört werden. Brün», 24. Mai. Zu Beginn der heutigen Verhandlungen wurden die Schwester G a j d I s, die Studentin Marie G a f d l o v a, ferner die Gattin und Tochter des Angeklagten T e s A l einvernom men. Alle erklärten, von dem Rechte der Zeugnisverweigerung keinen Gebrauch machen zu wollen. Ihre Aussagen brachten jedoch keine neuen umstände, da die Zeuginnen erklärten, sich um politische Dinge nie gekümmert zu haben und über die Art der Beziehungen ihrer Angehörigen zu den anderen Angeklagten und zur fafcistischen Bewegung nicht» zu wissen. Bon größerem Interesse ist die Einvernahme der Untersuchungsrichter Dr. Papica, Dr. Hekmansky und Dr. Dusik. Sie wiederlegen dl« Behauptungen einzelner Angeklagter, daß die Protokolle der Aussagen in der Unter- luchunaShaft ungenau oder unrichtig zusam« menaestellt wurden. Die Angeklagten hatten Gelegenheit, gegen die Stilisierung Verwahrung einzulegen, niemand machte aber von diesem Rechte Gebrauch. Es wurde auf die Angeklagten weder ein Druck ausgtübl, noch wurde ihnen mit dem Rücktransport zur Polizeidirektion gedroht. Da der Angellagte U v i r a Einwände gegen die Aussage Dr. D u s i k» hat, wird er mit dem Zeugen konfrontiert, kann aber nicht» angeben, woraus geschlossen werden könnte, daß die Eintragungen über sein Verhör ungenau gewesen wären. Am Freitag sollen acht von der Berteidigung geführte Zeugen verhört werden. Der LandeSauSschuß für Böhm«» erledigte in seiner Sitzung vom 24. Mai 1838 außer einer Reihe lausender Angelegenheiten 128 G c- meindebudget» und bewilligte 189 Gemeinden di« Einhebung verschiedener Abgaben und Gebühren. Die russische Ostgrenze in ständiger Gelahr. Schars« Worte der„Jswestija". In den Bünden der Brennen Erpresser. Dokumente des Nationaisadlsmus.- von den Hakenkreuz* beslien zu Tode gelolierL In der„Reuen Deltbühne" finde» wir die folgenden erschütternden Berichte airS Deutschland. Daß die von der SA. schwer mißhandcllen Arbeiter ihre Namen verschweigen, Ist nur zu begreiflich: jeder veröffentlichte Name würde nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Familien in schwere Gefahr bringen. Bor drei Jahren fand in Berlin der große „Röntgental-Prozeß" statt. Neun Nationalsozialisten wurden verurteilt. Als Haupt- zeugeu gegen sie traten ein Sozialdemokrat und ein Kommunist auf. Der Sozialdemokrat,«in Arbeiter au» Berlin, wurde vor drei Wochen in seiner Wohnung durch SA.-HilfSPolizei f e st- genommen und in da» Konzentrationslager nach Oranienburg übergeführt. Di« Gründe seiner Verhaftung wurden ihm nicht angegeben. Täglich wird geprügelt. Heber das Leben im Konzentrationslager äußert sich der Arbeiter: ,,Wir schliefen in einem ehemaligen Fabrikgebäude. Massenlager. Morgen» sieben Uhr begann der Tag. Bei Dunkelheit war Schluß. Täglich drei Stunden Exerzieren, im übrigen alle möglichen Beschäftigungen. Da» Essen war kärglich, aber nicht ausgesprochen schlecht. Mir selbst geschah im Konzentrationslager nichts. Ich war allerdings Zeuge, wie ein jmtger Jude von der SA. furchtbar mißhandelt wurde, weil man«in Geständnis von ihm haben wollte, da» er unter dem Druck der Gummikuüttel und Sthlruteu schließlich auch machte. TagS darauf ging er jedoch zum Sturmbannführer und widerrief seine Aussagen. Mit dem Erfolg, daß er auf» neue geschlagen und mißhandelt wurde. Ein anderer Jude wurde so schtoer mißhandelt, daß er ins Krankenhaus übergeführt werden mußte. Aber alle diese Dinge dringen naturgemäß nur selten in dce Oeffentlichkeit. Meistens haben die Mißhandelten einen Schein zu unterschreiben, daß ihnen nicht» passiert ist. Der Berliner Arbeiter wurde nach acht Tagen wieder entlasse«. Am OsterdienStag suchten SA-Leute die Wohnung seiner Eltern auf und verlangtet! feine Adresse. Der Schwager wurde gezwungen, die SA. zur Wohnung deS Gesuchten zu begleiten. Die Wohnung wurde durchsucht, die Mitgliedsbücher(£. war Parteikassier) beschlagnahmt und einiges Geld mitgenommen. Dieb« sind si« auch! Ein bezeichnender kleiner Zwischenfall: £ sieht, wie ein SA.-Mann au» einer Schublade den Betrag von 1.10 Mark zu sich steckt. Er fragt den Führer der SA., warum man ihm den» sein Geld wegnehme; der herrscht ihn an:„Wollen Sie damit sagen, daß meine Leute stehlen?"£ hütet sich, derartige» zu behaupten. Nachdem die Hausdurchsuchung beendet war, zog die S?l. ab. T. mußte mitgehen und wurde nach dem HauS 12 von Stadt-Berlin-Buch transportiert. In diesem Hau» befindet sich das Zimmer de» Betriebsrat» der NSBO. Al» T hineinkam, war bereits der Kommunist D., der ebenfalls Zeuge im Röntgentalprozeß gewesen ist, und ein Reichsbannermann anwesend. Zunächst wurden dir drei gezwungen, sich gegenseitig zu ohrfeigen. Natürlich unter dem dröhnenden Gelächter der SA. Fielen die-Hieb« nach Ansicht der SÄ. zu mild au», seht««S ein paar mit dem Gununiknüppel. Dann wurde I. gezwungen, seine Aussagen im Röntgental-Prozeß zu wwerrufeir. Er tat da» auch schriftlich, nachdem man ihn furchtbar verprügrlt und entsprechend gearbeitet" hatte. Zu« Schluß mußte er daun unterschreibe«, daß sei« Widerruf freiwillig erfolgt sei. Erpreßte Geständnisse. Nach ihm kam der sozialdemokratische Arbeiter T. an die Reihe. An ihn« wurde die gleiche Prozedur vollzogen. Etwa eine halbe Stunde lang bearbeiteten ihn die braunen Soldaten mit Gummiknüppeln, Stahlruten und Hundepeitschen. Bor allem wurden Gesäß, Brust und Arme bedacht. Der Mann war schließlich so zugerichtet, daß er willenlos unterschrieb, wa» ihm die SA. vorlegte: den W i d e r r u\ seiner Aussagen int Röntgental-Prozeß. Ferne eine Bescheinigung, daß er diesen Widerru' frei willig gemacht habe, um„sein Gewissen zu entlasten. Als dritter wurde dann der noch anwesende ReichSbannermann in gleicher Weise behandelt. Dan» verschwand die SA. und ein Psseger der Heil- und Dflegeanstalt Buch trat ein. Er fragte di« Mißhandelten, ob sie den Widerruf ihrer Aussagen„reinen Gewissen»" gemacht hätten. Sre hüteten sich, das Gegenteil zu behaupten. x. wurde dann freigestellt, entweder ins .Konzentrationslager übergeführt zu werdeti oder in Freiheit zu kommen ,hie Schnauze zu halten". Der Arzt will nicht- gesehen haben. Er ging zu einem deutsch nationalen i Berliner Arzt und erhielt von chm ein Attest über die erlrttenen Verwundungen. Der Kreis- arzt, den er ebenfalls um eine ärztlich« Bescheinigung bat, lehnte sie ab. Dann schleppte er sich zur Bahn utüt konnte glücklich über die Grenze kommen. Es sind jetzt acht Tage seit diesem Borfall vergangen, aber sein Körper zeigt noch immer erschreckende Spuren einer brutalen und furchtbaren Mißhandlung. Moskau, 24. Mai.(Tafp) Die Station Otpor meldet: Die Lage an der Ostchinabahn ist andauernd beunruhigend. Für die nächsten Tage wird eine Verschärfung erwartet. Glaubwürdigen Nachrichten zufolge fand dieser Tage in Tschantschung aus der javanischen Ge- sandtschaft eine Beratung statt, in der beschlossen wurde, Ende Mai die Eisenbahnverbindung zwischen der Ostchinabahn und der Ussnrnskerbahn abzubrechen. Diese.Maßnahme wird, wie e» in dem Telegramm der Nachrichtenagentur der Sowjetunion weiter heißt, von dem Wunsch diktiert, die Verbindung mit Wladiwostok zu unterbrechen und sämtliche Frachten von der Ostchinabahn nach Tairen überzuletten, die ostchinesischc Eisenbahn zu desorganisieren und die japanische Position in den Verhandlungen über den Kauf der Ostchinabahn zu stärken. Das Blatt„F s w e st i j a", welches diese Meldung kommentiert, erklärt u. a.: Die aggressiven Clemente der Mandschurei setzen ihre provokatorisch« Arbeit an der Ostchinabahn fort, um zu verhindern, daß Mißverständnisse und Konflikte aus friedlichem Wege geregelt werden. Das Blatt weist daruk hin, daß die Unterbindung des Verkehrs nach Wladiwostok nicht allein den Pcking-Mukdcncr Vertrag, sondern auch da» spezielle Uebereinkommen zwischen der Ussuriisker Bahn und der Ostchinabahn verletzt. Das Blatt spricht schließlich die Ansicht aus, daß das Hauptstel dieser Bestrebungen ist, um jeden Preis die Verhandlungen über die Beilegung der Konflikte und den Verkauf der Ostchinabahn zu verhindern. Rußlands Befriedigung über di« Annahme de» französisch- russische» Nichtangriffspakte». Moskau, 24. Mai.(Taß.) Die Blätter veröffentlichen einen Tclegrammwcchsel zwischen Litwinow, Paul B o n c o u r und H e r» r i o t im Zusammenhang mit der einmütigen Annahme des französisch-sowjetrussischcn N i ch t» angriffspaktes durch die sranzösijchr De» putiertenkammer. Paul B o n c o u r erklärt in seiner Antwort, daß die französische Regierung mit lebhafter Befriedigung die große Bedeutung zur Kenntnis genommen habe, die die Sowjetregierung der einmütigen Abstimmung über den Pakt betnteffc. Jin Telegramm att H« r r i o t hebt Litwinow die tvertvolle persönliche An» teilnahmc Herriots an den Vorverhandlungen sowie den Umstand hervor, daß durch dir Unterschrift Herriots die Bedeutung dieses Dokumentes verankert wurde, die für die Annäherung der Völker der beiden Länder und für die Be- ! sestigung des allgemeinen Friedens wächst und wachsen tvird. H e r r i o t weist in seinem Ant- worttelcgramm darauf hin, er sei darüber glücklich gewesen, daß die französische Deputiertenkammer den Pakt einstimmig ohne Unterschied der Parteien billigte. Schließlich erklärt Herriot: „Ich hoffe zuversichtlich, daß wir noch andere nützliche Ergebnisse werden erreichen können." Wallenstlllsfand China-Japan. Tokio, 24. Mai.(Reuter.) Das provisorische Uebereinkommen betreffend den chinesischjapanischen Waffen still st and, wich, wie in amtlichen Kreisen verlautet, morgen in der Stadt Mijun unterzeichnet werden. Die Chinesen werden sich vermutlich verpflichten, ihre Truppen südlich und südwestlich van der Linie Tschampin— Tunschou— Ninho zurückzuziehen. Diese Linie verläuft parallel mit der Eisenbahnstrecke Kalgan—Peiping Tientsin. Japanischer Vormarsch eingeschränkt. Paris, 24. Mai. Wie die Agentur Indo- pacifigue aus Peking meldet, fall das dort heute vormittags unterzeichnete chinesisch-japanisch« Ab. kommett den Charakter eines zeitlich begrenzten Militärabkoucmens haben. Der japanische Vormarsch soll auf bestimmte Strecken beschränkt werden. Die chinesischen Behörden sollen die Verantwortung für Ruhe und Ordnung in dem von ihnen gehaltenen Gebiet übernehmen. Wie verlautet, haben die Javaner den Befehl zur Be« ctzung Pekings zuruckgenoytmen. SAen Annäherung der Ansichten gelangt sei. Kein offizieller Text wurde bisher auSgearbeitct oder angenoinnte», noch paraphiert oder einem solchen zugcstimmt, sagt das Blatt. Zur Annahme ist in Frankreich die vorhergehende Zirstimmung der Regierung tittb des französischen Parlamentes notwendig. Der„Temps" erklärt sich sehr gut" die Befürchtungen der Kleinen Entente und Polen, da er erste Entwurf deS Paktes der Bier insbefondere einen Artikel über die Revision der Friedensverträge enthielt, welcher, wie das Blatt agt, um jeden Preis beseitigt werden muß. Der )akt darf in keinem Falle zu einem Direktorien der Großutächtc sichren und darf vom Völkerbund nicht abweichen; er darf nicht im geringsten die Rechte der übrigen Nationen tangieren Seite 4 Donnerstag, 25. Mai 1933. Sieben Wochen Schweigen. Ein Bericht aus dem Konzentrationslager Hohnstein. Einem jungen Arbeiter, der anfangs jes. Sinterher: Jede Gruppe mit Geschirr zum März ohne besonderen Grund verhaftet Abwaschen. wurde, es sei, daß er der sozialdemo Fratischen Partei angehörte, und ins Konzentrationslager Hohnstein eingesperrt wurde, gelang es vor einigen Tagen, zu flüchten. Er berichtet über die 7 Wochen, die er da verbrachte. Wir waren 800 Menschen auf Hohnstein. Sozialdemokraten, Kommunisten, Juden und auch einige Zentrumsleute. Die Kommunisten wurden gesondert gehalten. Ihr Schicksal war noch viel schiverer als das unfrige. Der amerikanische Bankier Pierpont Morgan wurde als erster Zeuge vor dem Währungslomitee des Kongresses einvernommen. In monate langer Arbeit wurde vom Staatsanwalt Pecora gewaltiges Material zusammengetragen, das die völlige Beherrschung des amerikanischen Bant Ilm dreiviertel 7 Uhr Antreten zum mesens, der Industrie und der Gefeßgebung durch Kaffee. Warmes schwarzes Waffer( als Staffee die Morganbanf enthüllen soll. Die Geheim fann man es beim besten Willen nicht bezeichnen) bücher Morgans wurden beschlagnahmt und und ein Stüd Brot. Danach: Strammitehen, mehrere andere New- Yorter Bantiers wegen Abfingen des Horst Weffel- und des Deutschland Steuerhinterziehung bzw. Bücherfälschung verliedes. 12.30 Uhr: Wieder Spiele und Ererzieren. 1m 3 1hr: Musterungsappell. Der Befehlshaber schreitet die Front ab. Wir müssen brüllen„ Heil Hitler" und das Sorst Wessel- Lied fingert, dann wieder Exerzieren bis 5 Uhr. Nun dürfen wir ungezwungen" auf dem Wort reden. Weder jetzt, wenn wir frei Hof herumgehen. Aber keiner darf ein haben, noch wenn wir arbeiten. Salb 7 Uhr: Abendessen. Stüd Brot, und wenn wir mal Glück haben, ein Stück Wurst oder Käse. Salb 8 Uhr: Alle an die Betten antreten. Juni 18 Sonntag Nr. 122 Kindertag Morgens um 6 Uhr mußten wir auf Pierpont Morgan auf der Zeugenbant. den Beruf Seil Hitler" aus den Betten sprin- Das Deutschlandlied wird gesungen, das Gebet gen und uns stramm neben das Bett aufpflanzen. abgeleiert und um 8 Uhr muß alles in den BetSo, unangekleidet und ungewaschen, beteten wir ten liegen. Wegen unerlaubter Manipulationen mit unser erstes Stoßgebet: Gott helfe unserer Lebensmittelkarten für Arbeitslose in Offer Während der ganzen Nacht brennt das Licht Nation und beschütze unseren Reichsfanzler im Raum. SA- Bosten mit Starabiner bewachen wurde der Leiter der hiesigen Verteilungsstelle Sitler". Der Vorbeter war unser Gruppenführer. Liebscher von der Gendarmerie verhaftet und uns. Niemand darf den Mund öffnen. Wir sind Unsere Gruppe zählte 20 Mann. Bir hören nur Kommandorufe, Flüche, Gebete, verurteilt, zu schweigen: bei Tag und bei Nacht. dem Bezirksgericht in Dur überstellt. das Sorst Weffel und das Deutschland Lied. Eine Hinrichtung. In Elbing in Ostpreußen wurde gestern morgens im Hofe des du, verfluchter Marrist, nicht stramm stehen? Ich mansfi mit dem Beil enthauptet. Scimauffi Ich wurde nur einmal geprügelt. Willst Elbinger Gerichtsgebäudes der Arbeiter Sc werde dir zeigen!" und der Gummifnüppel faufte hatte im Jänner 1932 die sechzehnjährige Guts auf meinen Schädel nieder. besitzerstochter Jlfe Legal mit einer Wagenrunge Stnöpfe schnitt man ab und die Sofenträger nahm Mädchen zu vergehen. Wir trugen unsere eigene Kleidung, nur die erschlagen, nachdem er versucht hatte, sich an dem mir( aber nicht alle) zweimal im Monat Francesco de Pinedo, der durch seine inter man uns weg. Besuch von Angehörigen konnten Nonstop- Flug New York- Persien. General empfangen. nommen. Im Verlaufe der Vernehmung vor dem mit der Bantuntersuchung betrauten Senatsausschuß gab Morgan zu, daß er für 1931/32 eine Einkommensteuer gezahlt habe. Damals habe er allein an einer einzigen Finanztransaktion einen Verlust in Höhe von 21 Millionen Dollars erlitten. Ferner seien große Beträge, die er ausgelichen habe, seit langem überfällig. Sie feien nicht zurückgezahlt worden, oder müßten zumindests als nicht genügend garantiert betrachtet werden. Die Tragödie des Roffiz- Oslawaner Streits vor dem Brünner Schwurgericht. Um 7 1hr Abmarsch auf den Sof: Freiübungen, Kniebeuge und militärische Webungen. Hinwerfen, aufstehen, hinwerfen, aufstehen und im Magen nur das bißchen Wasser und Brot. So ging es, dazwischen Fußballspiel und Stafettenlauf, bis 9 11 hr. Nun Antreten zur Arbeit: Sandsieben, Baradenbauen, Holz aus dem Wald heranschleppen. Für Sprechen oder einer anderen Ungehor famfeit" wurde man entweder an Ort und Stelle 11m 12 1hr geschlossener Abmarsch. Das verprügelt oder es gab Gefängnis. Sohnstein iſt Sorst Weffel- Lied wird wieder gesungen. Tisch nämlich eine alte Burg und im Keller lag ein gebet: Jesus sei unser Gaft..." und schüße, uraltes, feuchtes, dunkles Burggefängnis. unsere deutsche Nation". Mittagstisch: Suppe So ging es alle sieben Wochen. Strantm und Brot. Zweimal die Woche gab es etwas ſtehen, hinwerfen, aufstehen, nationale Symnen Fleisch. Ich wurde nic satt. Manchem genügte singen, arbeiten, hungern und schweigen. Tagesneuigkeiten Mit der Hade erschlagen. Vier französische Fliegerkatastrophen an einem Zag. nationalen Flugerfolge und Reforde bekannte italienische Pilot, der zur Zeit in New York weilt, erklärte am Dienstag, er werde in nächster Zeit zu seinem beabsichtigten Nonstop- Fluge von New York nach Persien starten können. Der Flieger will nach einem Fluge über den Atlantischen Ozean, Europa und Kleinasien ohne Zwischen landung in Abeschehr in Persien landen. Mord im Schnellzug. Im Schnellzug Paris Grenoble wurde Dienstag nachmittag ein unbekannter Reisender im Alter von 55 bis 60 Jahren er st o chen, seines Geldes und feiner Papiere beraubt und alsdann auf den Paris, 24. Mai. Der gestrige Tag war Eisenbahndamm geworfen. Am zweiten Verhandlungstag des Prozesses Brennende Scheunen. Mittwoch, furz nach für die französische Luftfahrt ein Unglückstag. gegen die Bergarbeiter, die im Verdacht Tragödie eines Dienstmädchens bei Ruttenberg. Außer dem Kapitän Arachart stürzte in 12 Uhr, ist aus bisher unbekannter Ursache in stehen, den Bergarbeiter Josef Sevčik umge Aus Ruttenberg wird berichtet: Am Marotto der Fliegermajor Benazet und der Scheune des Landwirtes Serbin in Trebracht zu haben, wurden die restlichen Angeklag- Dienstag zwischen 5 und 6 Uhr früh verübte der unweit St. Nazaire ein Pilot- Unteroffi- bišov bei Kaschau ein Brand ausgebrochen, der, 23 Jahre alte Bauernknecht Jobann zier tödlich ab. Unweit Tours ist ebenfalls ein Geschwindigkeit ausbreitete und 25 an der von starkem Wind begünstigt, sich mit großer ten einvernommen, ohne daß aber die Frage auf- Effenberger aus Star Rolin einen Word franzöfifcher Apparat abgestürzt; der Flieger Straße gelegene Scheunen, die insge geklärt worden wäre, wer eigentlich den Messer- anschlag an der 1914 geborenen Marie wurde schwer verwundet. stich gegen Ševčik geführt hat, der dessen Tod Kalfařová, Dienstmädchen aus Hořany. Die zum Gefolge hatte. Der Angeklagte Sanat leugnete, daß er die anderen aufgefordert habe, die Streifbrecher zu überfallen. Tatsächlich behauptet dies von den übrigen Angeklagten nur Cermat. weil die Kalfařová mit ihm die Bekannt vernichtete. Die Feuerwehren aller Gemeinsamt voneinander eineinhalb Kilometer entfernt find, erfaßte und bis auf die Grundmauern Tat will er aus dem Grunde begangen haben, Ueberschwemmungen in Bulgarien. schaft abgebrochen hatte. Effenberger den der Umgebung sowie Militär trafen zur Aus Sofia wird gemeldet: Infolge anhal Bewältigung des Brandes ein, aber erst gegen bemühte sich, die Kalfařová am 22. Mai ous tender Regenfälle in den letzten Tagen wurden 3 Uhr gelang es, den Brand zu lokalisieren. Der dem Haus zu rufen, jedoch kam diese aus Angst meite Gebiete Bulgariens, insbesondere der Nor- Schade, der bisher nicht festgestellt werden konnte, bor Effenberger nicht heraus. Deshalb beschloß den des Landes und im Süden das Fluggebiet der ist bedeutend, da auch nicht bekannt ist, wer von er, das Mädchen zu ermorden. Er fuhr aus Marita von verheerenden Ueberschwemmungen den Betroffenen gegen Brandschaden versichert ist. Es folgte hierauf die 3eugeneinver Hořany nach Stary Kolin zu seinem Dienstgeber, heimgesucht. In Nord- Bulgarien sind von den Verletzt wurde niemand. Gestern früh brach nahme. Die Staroline Novotny gab an, wo er eine Sade nahm und zeitlich früh nach Nebenflüssen der Donau die Jantra, Tichaja, in Türmiz in der Scheune des Landwirtes daß Beran sie in der betreffenden Nacht beglei- Hořany zurückkehrte. Sodann wartete er vor der Osma und Vid aus den Ufern getreten und Adolf Segenbarth aus bisher unbekannter Ursache tet hatte und daher an der Tat nicht beteiligt sein Wohnung der Kalfařová. Als sie auf das nahe haben etwa 10.000 Settar Aderland ein Brand aus. Den Flammen fielen außer konnte. Die Eheleute Matoušet bestätigen, Feld ging, rief er sie zu sich, padte fie nach fur- berschwemmt. Die größten Schäden wur- großen Mengen von Stroh und Futtermitteln daß Hanaf nicht gegen die Streitbrezer Aussprache an der Hand, warf sie zu Boden den in Gabrovo an der Jantra angerichtet, wo auch verschiedene landwirtschaftliche Maschinen, cher gehezt hat. Interessant war die Ein- und verfette ihr mit dem Stiel der Hade einen das Hochwasser einige Straßen überflutete. An Wagen und Werkzeuge zum Opfer. Der Schade bernahme von drei Bergleuten, die gleichfalls als Schlag auf den Kopf und zertrümmerte ihr dann Streitbrecher überfallen worden waren, denen es mit der scharfen Seite der Hade den Schädel- vielen Stellen wurde das Kleinvieh von den beträgt über 100.000 kronen und ist nur zum aber gelang, zu entkommen. Sie sagten aus, daß nochen. Dann lief er zu dem nächsten Trans Fluten mitgeriffen und unverbürgten Nachrichten Teil durch Versicherung gededi. sie gesehen haben, wie Seveik von den Angreiformator, wo er, wie er angibt, Selbstmordufolge sollen auch einige Hirten bei dem fern geschlagen wurde, bis er zusammenbrad). Er berüben wollte. Er fiel jedoch von dem Bersuche, ihre Herden zu retten, ums Leben habe gerufen: Laffet mich, ich habe eine Familie, Transformator herunter und wurde von herbeige fommen sein. Das Hochwasser unterwusch ich werde nicht mehr arbeiten!" zu Hilfe fonnten geeilten Leuten gefaßt, von der Gendarmerie ver- die Bahnstrecke, die von Cerven- Breg nach Or fie Sebeit nicht kommen, da sie sonst selbst haftet und dem Kreisgericht in Stuttenberg ein- jechovo an der Donau führt und auch die tfche= geschlagen worden wären. Die Gattin des Ge- geliefert. Die Kalfařová wurde mit dem Sani- chische Siedlung Vojvodow unweit von töteten erklärte, daß ihr Mann für die Familie tatsauto ins Strankenhaus gebracht, wo sie mit Oriechovo berührt. Auf der Hauptstrede von dem Tode ringt. gesorgt habe und forderte eine Schadenersatzsumme von ungefähr 150.000 K. Dann wurde die Gendarmeric einverBugsentgleisung in Görkau. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Freitag: Prag: 6.15 Gymnastik. 11.00 Schallplatten 17.05 18.25 Deutsche Sendung: Prof. Konzert. Sofia nach Barna stürzte bei der Stadt Lafatnik Becker: Das Egertal. 20.05 Sinfoniekonzert. ein mächtiger Felsblod auf die Eisen- Brünu: 16.10 Orchesterkonzert. 18.25 Deutige bahnschienen. Glücklicherweise wurde er noch Sendung: Frauenfunt. 20.05 Spanische Motive, vor dem Herannahen des Zuges bemerkt, so daß 21.10 Tschechische Poesie. 21.40 Klavierfonzert. nommen, die seinerzeit die Untersuchung geführt Mittwoch, den 24. Mai entgleiste aus noch ein großes Unglüd verhütet werden konnte. Der Preßburg: 19.25„ Der Dieb", Funkstetsch. 21.10 hat. Einige Angeklagte erklärten, daß sie von unaufgeflärter Ursache bei der Station Görlau Verkehr auf der Strede Sofia- Varna konnte Blasmusif.-- München: 18.40 Bericht aus Amerika. den Gendarmen geschlagen worden seien, während auf der Strecke Komotau- Oberleutensdorf der nach einigen Stunden wieder aufgenommen wer Leipzig: 21.40 Beethoven: Sinfonic 3- HamGendarmeriemajor Šefčik sagte, daß dies nicht aus zwei Waggons bestehende Motorzug Num- den. Wie aus den Donauhäfen gemeldet wird, burg: 22.40 Unterhaltungskonzert. Königsberg: der Fall gewesen sei und die Angeklagten ohne mer 2624. Der Zug blieb erst 200 Meter hinter steigt auch der Wasserspiegel der Donau, doch ist 16: Orchestertonzert.- Frankfurt: 21.30 Klavie: Zwang gestanden haben. Bei der Konfrontation der Unfallstelle neben den Gleisen stehen. Eine unmittelbare Gefahr bisher nicht zu befürchten. Trios. Wien: 20.00 Unterhaltungskonzert. cines Angeklagten mit einem Gendarmen kam es Person wurde schwer, mehrere leicht verletzt. Rüdfehr zum Tauschhandel. In Warnszu einer erregten Auseinandersetzung, Infolge der Verlegung der Strede mußte der dorf trug sich dieser Tage eine amüsante Ge- Teplitz- Schönau im Rundfunk. Am 26. Mai wobei dem Berteidiger Dr. Migel von dem Verkehr nachmittags über Brür geleitet werden, schichte zu. In cin Radiogeschäft tam ein Bauer wird von 20.5 bis 22 Uhr aus dem großen Saal Vorsitzenden eine Rüge erteilt wurde. Nach der bis die Strecke wieder freigemacht war. Einvernahme der letzten Zeugen gaben die Gerichtsärzte ihr Gutachten über die Verletzungen des getöteten Sevčík ab. Sie erklärten, daß die Siebwunden leichter Natur waren und daß der Tod infolge der Stich wunde durch Verbluten eingetreten sei, aber auch diese Wunde wäre nicht tödlich gewesen, wenn dem Verletzten rechtzeitig Hilfe zuteil geworden wäre. Nach dem ärztlichen Gutachten ergriffen die Verteidiger und der Staatsanwalt das Wort. Nach 10 Uhr abends nach dreitägiger Verhandlung wurde das Urteil verkündet. Auf Grund des Verdiktes der Geschworenen wurden Einbrecherbande festgenommen. und wünschte einen Empfänger zu kaufen. Der des Stadttheaters ein Symphoniekonzert Radiohändler erbot sich, den Apparat dem Käufer übertragen, das unter der Leitung von Jirat in deffen Haus vorzuführen und erschien auch am steht. Es ist dies die erste Uebertragung dieser nächsten Tage im nahen Bauernhaus. Das Art aus Teplitz- Schönau. Aus glau wird uns geschrieben: n Gerät funktionierte vorzüglich und sagte auch dem Oeffentliche Rundfunkvorführungen find tonFußdorf bei glau wurden Mittwoch die letzten Bauer zu, der gleich bereit war, es zu kaufen. geffionspflichtig! Die GastwirtschaftsverMitglieder einer weit verzweigten Räuberbande, Wie groß war aber das Erstaunen des Radio bände wurden seitens der Organe des Innendie in der Umgebung Jalaus und in Jalau selbst händlers, als der Bauer im vollsten Ernst er ministeriums aufmerksam gemacht, daß zur an 30 Raubüberfälle und Diebstähle in Trafiken, flärte, er habe feine flüssigen Barmittel und öffentlichen Rundfunkwiedergabe zu Gewerbe Geschäften u. a. verübt hatten, feſtgenommen. wolle ihm dafür eine Kuh geben. Die anfangs sweden eine besondere Konzeffion erforderlich ist. Die Bande organisierte der 34jährige Abfolvent für einen Scherz gehaltene Erklärung nahm tat- Alle Inhaber von Gasthäusern, Restaurations der Handelsschule und ehemaliger Eisenbahner sächlich ernste Formen an, als der Händler in gärten, Kinos usw., die in ihren Unternehmungen Fr. Myšta, der bereits zehn Jahre in Kerkern den Ruhstall geführt wurde, um sich dort eine Rundfunkdarbietungen öffentlich reproduzieren Sterfernächlich gesessen ist und fünf Helfershelfer hatte. Kuh auszusuchen. Es blieb ihm nichts anderes wollen, müssen ein Gesuch um Bewilligung einer übrig, als auf diesen Tauschhandel einzugehen und solchen Wiedergabe beim Bezirksamt( politiche die Angeklagten Heinrich Sorinet und Alois Der tschechoslowatische Tenor, für seinen Apparat die Stuh zu nehmen. Ihr Behörde erste Instanz) einreichen. Das Gesuch ist Vařeka wegen des Verbrechens der schweren Störperverlegung zu 10 Monaten schweren er der seine Frau aus dem Fenster warf. Wert wurde mit 1850 K festgesetzt, der Rest mit einem Fünf- Kronen- Stempel zu versehen. Die wurde bar bezahlt. Gebühr für die Amtshandlung zur Erteilung der fers, verschärft durch eine Faste im Monat, die Mom, 24. Mai. Das Trientiner SchwurgeAngeklagten Franz Cermat, Karl Stofan, Fran; richt hat den tschechoslowakischen Tenor Bartsch In Warschau wurde der Kaufmann Sarna, er lehrung hat eine ziemlich weittragende Beden Tobsuchtsaufall bei der Urteilsverkündung. Sonzeffion beträgt zwanzig Stronen. Diese Bor Beran und Josef Bejchal wegen Uebertrening freigesprochen, der seinerzeit seine Frau der Ermordung seiner Geliebten angeffaal ivar, tung, da die politische Behörde in der Konzel, der leichten Körperverlegung zu drei Monaten vom Fenster des ersten Stockwertes auf die vor Gericht in dem Augenblid, als das Urteil fionsliste genaue Bedingungen stellt, unter denen Gefängnis mit einer Faste in 14 Tagen verur Straße geworfen hatte. Die Frau hatte damals verlesen werden sollte, von To bi ucht befallen, fic die öffentliche Wiedergabe bewilligt. Die o. teilt. Fünf Angeklagte wurden freigesprochen. schwere Verlegungen erlitten. Gleichzeitig mit Er zerbrach im Gerichtssaal Stühle und das lizeiorgane werden gegen alle Unternehmer, die Den Berurteilten wird die Untersuchungshaft dem Freispruch ordnete das Gericht die Über- Struzifir und stürzte sich auf den Richter. Nur in ihren Räumlichkeiten ohne Bewilligune der eingerechnet. Die Strafen sind durchwegs führung des Tenors in das Kriminalirren- mit großer Mühe konnte der Wahnsinnige von politischen Behörde Rundfunkdarbietungen zu e unbedingt. haus an. vier Polizisten unschädlich gemacht werden. verbezweden reproduzieren, energisch vorgehen. Ker »r. 122 SonntrBiafl, 25. Mal 1033. «Sette 5 FÜR BLONDE geschaffen... Wie reizend kleiden die modernen Frisuren gerade blonde Frauen! Und wie leicht ist es, die Schönheit blonden Haares zu pflegen, sie zu steigern! Elida Kamil* loflorShampoo— eigens für Blonde geschaffen— erhält das Haar natürlich blond, gibt ihm, wenn es nachge* dunkelt ist, den goldenen Glanz zurück. Denn cs wirkt natürlich durch Kamilloflor. Mit Zitronenbad ELIDA KAMILLOFLOR SHAMPOO St liefert selber Argumente, der Kanzler deS braunen Reiches. ,1» seiner Reichslagsrede sagte er, seit-em Vertrage von Versailles Habe eS in Deutschland 224.000 Selbstmorde gegeben. Der Kanzler Hai nicht erzählt, wie viele dieser Selbst- morde in dem Vierteljahr seiner Herrsck?aft verübt wurden, aber eS ist außer Aweifel, daß et nie zuvor lo viele Selbstmorde gegeben Hai, wie gerade jetzt,— selbst bürgerliche Zeitungen, die se.br gemäßigt demokratisch sind, sprechen von einer Selbstmorvwell«, jeder Tag der Hicker-Herrschast bringt nenen, freiwilligen Massenabschied auS dem ivertloS gewordenen Leben In seinem Reiche, und so sorgt der Nationalsozialismus durch die bloße Fortdauer seiner Herrichast dasür, daß Hitler in seiner nächsten Rede noch über viel, viel mehr Selbstmorde— seit Versailles berichten kann. Der groftbentsche Abgeordnete Wottawa, der Präsident oe» österreichischen BnndeSverlageS, ist Dienstag in Lin; an den Folgen eines Schlag- anfalleS gestorben. Vie 12 Tüe'en wider die tzitierei. 1. Der Nasi kost auSgestoßen sein auS der Gemeinschaft aller anständigen Men'chcn, denn er lügt, stiehlt, betrügt und mordet. 2. Der in Zukunft lügt, von dem soll gesagt werden:. tr h11lert. Einen gewalttätigen, rohen, rücksichtslosen Menschen toll man hinfort «inen Göring nennen, und wer großmäulig prahlt, von dem soll man künftig sagen: er g ö b b e l t. 3. Der Nazi lügt, wenn er den Mund össnet. Beweis:„ES wurde keinem Juden ein -Haar gekrümmt." 4. Der Nazi stiehlt und.renn« eS„Beschlagnahmung". Beweis: Diebstahl der sozialdemokratischen Partei- und Gewerkschaftsgelder. 5. Der Nazi betrüg:, werni er von Erfüllung seines Programms spricht. BeiveiS: Bis- her hat er nur einen einzigen Punkt erfüllt: Die Bernichtuirg des Judentum-, 8. Der Nazi mordet, wenn er von„Erschießung auf der Flucht" berichtet. 7. Der Nazi schlägt mörderisch, erbar- mungSloS auf leine wehrlosen Opfer ein und nennt-a»„körperliche Ertüch igung". 8. Der Nazi ist feige. Er schlägt, die „Gefühlsduselei der vergangenen marristischen Epoche" verhöhnend, In der Schule auf schwache, hilflose Kinder ein u>rd nennt das„Erziehung zur Nation". S. Der Nazi schlägt solange zu, bis au- dem Schlagen ein Er-schlagen wird. D a S nennt er dann„körperliche Ertüchtiguirg mit tödlichem AuSgang"- Und kein Richter fände sich, der die „Ertüchtiger" bestraf e. 10. Der. Nazi behauptet, er hätte den Mar- MmuS totgeschlagen, währen- er nur dir Mär- xisten und immer wieder nur sie lotlchlägt. Aber für jeden toten Marxisten stehen zwei lebendige auf. 11. Der Nazi wollte ein Bollwerk gegen den Bolschewismus fern und ist, wie keine Regierung je zuvor, sein Wegberei er. 12. Der Nazi hat auS Deutschland, dem „Sande der Freiheit" ein Zuchthaus gemacht, wo die nur sich frei fühlen, die als Kerkermeister, dar Parteibuch in der Tasche, freiwillig oder nicht, ehrlich oder nicht, sich dem HitleriSmuS verschrie- den haben. Der Nazi hat Deutschlatiö, daS Land einer«inst hochentwickelten Kultur, in di« Barbarei de« tiefsten Mittelalters zurückgeworfen. Darum nieder, nieder, nieder mi, diesem Deutschland der Unterdrückung, deS Terrors, der Lüge und deS Betrugs! Nieder mit diesem Lande der Un-Freihrit, wo der organisierte Mord zu einer nationalen Tat erhoben und entspreehend gefeiert wird. Nieder, nieder, nieder! »llckier werde» zu Kohle. Tie PapyruSbibliothek von Herculaneum.— Wie sie gesunden wurde.— DaS Geheimnis von 308 PapyruSrollrn. Bon Ernst Germer. In einem Atemzug mit Pompeji, der weltbekannten Stadt deS Altertums, die durch Lava und Aschenmassen deS Vesuvs zugedeckt wurde, wird meist Herculaneum genannt. Diese Stadt, über der heute der Ort Resina gelagert ist, liegt an der Landstraße von Neapel nach Pompeji, in tveniger als einer halben Stunde mit dem Per- sonenzug von Neapel erreichbar. Neben Pompeji hat Herculaneum Wohl die meisten Dokumente des Altertum- hergeaeben. Tie ouSgegrabeuen zahlreichen Gegenstände werden heute fast all« im Museum von Neapel aufbewahrt. Die kleine Stadt, im Altertum blühend inmitten einer einer fruchtbaren und üppigen Landschaft gelegen, wurde im Jahr« 79 von einem furchtbaren Ausbruch heimgesucht und völlig zerstört. Neue Ansiedlungen, die sich über den alten erhoben, fielen 400 Jahre spater wieder der Lava zum Opfer, so daß schließlich über der eigentlichen Stadt ein Lavagebirge bi- zu 30 Metern lagerte. Schßn sehr früh hat man versucht, zu dem alten Herculaneum durchzustoßen. Systematisch allerdings wurden die Ausgrabungen ersf in tteuester Zeit betrieben u»id es ist trotz der vielen Funde, die man jetzt immer noch macht, an- zunehmen, daß sich noch Kunstschähe von riesigem Wert unter den harten Steinmassen verbergen, die früheren Nachforschungen unerreichbar geblieben waren und an die man erst m-t mo dernen technischen Hilfsmitteln herankam. Einige besonders interessante Gebäude sind freigeb'gt und können besichtigt werden. Sie geben ein eindringliches Bild von dem Alltagsleben einerömischen Landstädtchens, sie zeigen aber auch wie hochkultiviert die Bewohner und wie hock) entwickelt Kunst und Wissenschaft waren. Auch in das Wirtschaftsleben der damaligen Zeit bekommt man einen interessanten Einblick. Es ist in dieser Gegend sehr viel Handel getrieben worden, wovon die verschiedenen bi- zu drei Stockwerken hohen Magazine und Handelshäuser beredtes Zeugnis ablegen. Einer der interessantesten Funde, die in H.rculaneum gemacht wurden, ist die in einer Villa ausgegrabene vollständige Paphrusbiblio- thek des Philosophen Bhilodemes. Sie enthielt 1900 Handschriften uito wird im Museum von Neapel ansbewahrt. Diese Bibliothek wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts gefunden, als man Stollen durch di.' Lavamasse trieb. Dabei stieß man auf mehrere grcße Bronzeschränke, in der zur Neber- r.ischung der grabenden Arbeiter anscheinend verkohlte.Holzstücke lagen. Als man ein solches Holzstück auSeinanderbrach, entdeckte man, daß es Rollen waren, die als Kern ein Stäbchen enthielten. Diese römischen Bücher waren durch die Abschließung unter der Lavaschicht verkohlt, ähnlich wie aus den vorgeschichtlichen Urwäldern unsere heutigen Kohlenlager geworden sind. Alan ging nun daran, diese Dokumente lesbar zu machen. DaS war eine schwierige Auf-t gäbe, die aber mit Hilfe eines besonderen Appa-I rateS gelöst wurde. Immerhin sind heute auch I noch 300 PapyruSrollen nicht aufgewickelt und es ist nicht ausgeschlossen, daß durch ihre Entzifferung noch ein großer Schah altertümliches Wissen ans Licht gehoben wird. Tie Arbeit an diesen Rollen ist jetzt natürlich viel leichter als damals. Heute geht der Chemiker dem Altertumsforscher zur Hand und gibt ihm Mittel durch chemische Behandlung die Beweglichkeit solcher PapvruSrollen wieder herzustellen. Beim Wandern durch die Umgebung des Vesuvs stößt man. auf Schritt und Tritt auf Zeugen dieses Altertums. Der Grund, warum sich gerade hier so viele Römer ansiedelten und Billen bauen ließen, ist auch heute noch nicht leicht erkennbar: ist doch die Landlckiaft um Neapel herum Paradiesil-l, schön und das Klima äußerst gesund. Von den Hügeln, vor allen Dingen vom Vesuv selbst aus, hat man Blicke über das Meer, über Tal und Berg, die man nicht mehr vergißt, wenn man sie einmal gesehen bat. DaS ganze Gebiet ist von üppiger Fruchtbarkeit. Obstgärten wechseln mit Kastanienhainen ab und der ertragreiche Boden gestattete eine dichte Besiedlung. Es ist selbstverständlich, daß der Besucher NenvelS auch den Vesuv besteigt und die Gelegenheit wahrnimmt, einen Vulkan noch in Tätigkeit zu sehen. Vor allen Dingen wenn der Berg arbeitet, ist eine Besteigung lohnend. Sie ist leicht zn bewerkstelligen, da eine Bahn und eine Drahtseilbahn bis dicht mm Kraterrand führen. Aber auch m Pferde oder zu Fnß kann der Berg genommen werden. ! An^erra macht Aeaalatio». Umsturz im Zwergstaat in den Pyrenäen.— Die bisherige Verfassung.— Allgemeines Wahlrecht «ingeführt. Von Berthold Kipping. In dem großen, täglich größere und bedeutsamere Dimensionen annehmenden Geschehen unserer Tage ist es fast völlig überhört und übersehen tvorden, daß es in einem Staate Europas eine richtige Revolution gegeben hat mit allen üblichen Begleiterscheinungen einer solchen. Wie konnte das nur passieren, wird man fragen? Darüber hätte man doch Berichte lesen müssen. Nun die Tatsache, daß sich die besagte Revolution in einem Ländchen abspielte, das noch nicht zehntausend Einwohner hat, läßt diese ansonst absonderlich anmutende Tatsache erklärlich er scheinen. ES handelt sich, wie man erraten habe» wird,»m das kleine Pyrenäenstädtchen Andorra, das sich bekanntlich aller Privilegien eines souveränen Staates erfreut, ohne die Sorgen eines solchen zu haben. Ein friedliches Bauern- und Hirtenvölkchen geht darin seiner Beschäftigung nach Urväterart nach, jedermann, der Andorra bisher besucht hat, wußte etwas über die Vorzüglichkeit der dort noch herrschenden patriarcha lischen Sitten und Gebräuche zn erzählen. In Andorra regierte bisher ein BolkSrai, der von den 50 angesehensten und begütertsten Familien deS Ländchens gebildet, gewählt und ergänzt wurde. Tiefer Volksrat ernannte für jeweils vier Jahre oie Regiening, die ans drei Mann bestand. Der Volksrat trat in zwangslofer Reihenfolge zusammen, außerdem einmal jährlich obligatorisch zur Feier der Unabhängigkeit Andorras. Irgend ein bestimmtes Wahlsystem gab es also in Andorra bisher nicht. Man wurde leidlich„regiert" Steuern gab es fast gar keine, die einzige Abgabe, die zu leisten war, war die Pro- tektion-abgabe an Frankreich und den Erzbischof von Urgel. Aber die konnte man gelegentlich sogar schuldig bleiben, ohne daß das Folgen nach sich zog. Schon in den ganzen letzten Jahren konnte man immer wieder von Stimmen der Unzufriedenheit in Andorra hören, Unzufriedenheit mit der herrschenden Regierungsform. Besonders die„Jugend" des Landes forderte immer gebieterischer das allgemeine Wahlrecht für alle Männer über 20 Jahre, ein Verlangeii, dem sich der Rat der Alten heftig widersetzte. Vor wenigen Tagen nun geschah das Unerwartete: einige hundert Leute marschierten unter Absingung revolutionärer Lieder nach La Vieja. Sie umstellten dort das Rathaus und gelobten, nicht eher abzuziehen, als nicht ihre Forderungen bewilligt wären. Der eben tagende Rat kam nach einstündiger Beratung zu dem Ergebnis, daß selbst ein heroischer Widerstand die Sachlage nicht zu andern vermochte. Hinzu kam, daß ein Teil der Mitglieder zum Abendessen nach Hause wollte— kurz und gut: die Negierung betrat den Balkon, von dem aus alle historischen Proklamationen des gesegneten Ländchen- erfolgt waren und verkündete, daß die Forderung nach dem allgemeinen Wahlrecht angenommen sei. Tie neuen Wahlen erfolgen zum nächstmöglichen Termin, voraussichtlich im Herbst dieses Jahres. So hat sich also in diesem vergessenen Pyre- näenwinkel das seltsame Schauspiel begeben, daß das kleinste Volk Europas gerade in dem Moment den demokratischen Grundsätzen und dem Parlamentarismus zum Siege verhilft, in dem ein großer Staat eben diese Demokratie zu Grabe getragen hat. W W «r VI Der wcMcrhahn. Bon Hermynia Zur Mühlen. Vielleicht war der Wetterhahn daran schuld. Der stand nun schon seit Menschengedenten aus dem Dach. Zuerst glänzend und golden, zur Zeit von ArnoltS Großeltern, dann braun und rostig, al» ArnoltS Eltern da- Haus bezogen. Aber einerlei, ob glänzend, ob golden, ob brau» und rostig: er dreht« sich knarrend nach jedem Wind und dachte nicht daran, auch nur ein einziges Mal gegen ihn zu känipfen. Ja, je älter er wurde, desto gefügiger gehorchte er dem leisesten Hauch; manchmal schien es, als ahne er ihn schon voraus und drehe sich nach einem Winde, der noch gar nicht eingesetzt hatte. Der Nein« Arnolt liebt« den Wetterhahn; er stand oft minutenlang vor dem Hause und be. trachtete die eifrigen Drehungen des braunen Tieres, von dem er lange Zeit nicht glauben wollte, daß er kein lebendes, deckendes Geschöpf fei. Besonders schön erschien ihm der Wetterhahn an schwülen Sommertagen, wenn über das Gebirge her schwarze Wolken kamen und daS Laub sich kaum zu regen wagte. Da knarrte der Wetterhahn ganz leise und machte vorsichtige ungelenke Bewegungen, als wolle er sich zu einem Flug dorbereiten. Brach dann da- Gewitter los. so drehte der Wetterhahn sich wie ein Kreisel, immer mit dem Wind, immer mit dem Wind. Der kleine Arnolt wurde größer, aber sogar dem Gymnasiasten«rächte es noch Freude, den Dctlerhahn zu betrachten, und rvenn er in stürmischen.Herbstnächien, von der Unruhe feiner Ilugend gequält, wach lag, tat es ihm wohl, das dcrtraute Knarren auf dem Dache zu hören. Ganz dnmlich, In der Tiefe seiner Seele begriff er das , stmlideelseriie Ding; er stemmte sich nicht gegen dir Ueberniacht, eS wollte mit den« Wind und mit «m Gewitter gut Freund sein, es hatte vielleicht auch Angst, daß ihm, wenn es sich wehrte, etwas zustoßen könnte. Der junge Arnolt fand es äußerst vernünftig, und er befolgte getreu die Lehren sei. ne- ersten Meister-. In der Schule war er ein Musterschüler, der es immer mit den Lehrern hielt und dabei gut wegkam. Später, an der Universität, blieb er der gleiche. Er schloß sich immer der Mehrheit an, einerlei, welche Ansicht diese vertrat, und wenn ein plötzlicher Windstoß der Gemüter diese Mehrheit zu ändern drohte, fühlte er eS im voraus und hielt, zum Erstaune» seiner Freunde, plötzlich zi« der Minderheit von heute, di« d:e Mehrheit von Morgen war. Er wurde Dichter. Er besang die Treue und die Liebe, natürlich ohne Erotik, sonst hätten die Sortimenter sich sirr seine Bücher nicht eingesevt. Er wurde Impressionist. Mii aller Leidenschaft einer scheinbar unerschütterlickien Ueberzeugung Dann aber schlug der Wind um; Arnolt sah ein, daß er sich geirrt habe, aber schließlich ist Irren menschlich. und nur ein richtiger schmiede- eiserner Wetterhahn kann sich niemals irren. Arnolt verleugnete seine frühere» Werke und wurde Erpressionist. Er wurde iin Lause der Zeiten alle-, waS ein schreibender Mensch werden kann. Er besang den Krieg und den ewigen Frieden, er besang die Revolution und die Gegenrevolution. Seine Bücher erzielten hohe Auflagen, lind immer knarrte der Wetterhahn mahnend, beruhigend: richte dich nach dem Wind, dann kann dir nichis geschehen. Anwlt heiratete nicht, denn er hätte sich dabei auf einen bestimmten Typ festlegen müssen, und wie konnte er wissen, ob das kesse Mädchen von heute nicht bald der sittsamen Jungfrau von vorgestern und übermorgen Platz machen werde? Außerdem hätte er von beiden Kinder haben köna"». und wer kann sagen, wie Kinder auSfallen? Wer kann sagen, ob auch sie gläubig zu dem immer rostiger werdeirden Wetterhahn aufblicken und dessen jahrhunderte alle Weisheit befolgen werden? Arnolt rechnete mit allem, nur mit einem nicht: dem Tod. Aber sogar dieser streifte ihn nur mit einem Finger, als hätte er Angst vor dem Manne, der kein Mensch, sondern nur ein Wetterhahn ans Fleisch und Blut war.„Ein kleiner Schlaganfall", sagte der Arzt.„Sie müssen sich schonen. Vor allem keine Aufregung, nicht wahr". Worüber soll ich mich aufregen?, dachte Arnolt. Ich bin fest verankert in meinem Glauben. WaS könnte msr etwas anhaben? lind während er, im bequemen Lehnstuhl sitzend, die- dachte, knarrte auf dem Dach der Wetterhahn. Da ereignete sich etwas Seltsames. Der erfolgreiche, immer erfolgreiche Dichter begann mit fünfundfünfzig Jahren«Iber daS Won Glauben nachzndenken. Woran hatte er geglaubt, woran glaubte er? Wie Gespenster stiegen seine Werke vor ihm auf, jedes mit einem andern Stempel, mit einer anderen Gesinnung. Arnolt begann zu zittern. Ich muß doch einmal, ein einziges Mal an etwa- geglaubt, muß doch einmal, ein einziges Mal, eine Gesinnung verraten haben? Er wühlt in seinen Erinnerungen. Er wollte sich, wem; nicht als Be. kenner, so dock, znmindest als Veräter fühlen. Es gelang ilnn nick». Vlöhlickie Angst'erfaßte ihn: ich bin kein Mensch gewesen, dachte er. lind dann kam ein noch furchtbarerer Gedanke: ich weiß ja gar nicht, was ein Mensch ist, ein wirk» kicher Mensch. Still und bequenl in seineni Lehnstuhl sitzend, ungestört von der Außenwelt, überkam Arnolt jene Aufregung, vor der ihn der Arzt gewarnt hatte. Oben aus dem Dache knarrte der rostige braun.' Wetterhahn und drehte sich mit den« Wind. Drehte er sich wirklich ans dem Dache, war er nicht heruntergestiegen und stand im Zimmer vor Arnolt? Rief er ihm nicht drohend zu:„Der Wind dreht sich. Steh auf, versäume nicht den Anschluß. Dreh dich! Dreh dich!» Der Wetterhahn hatte grüne, zornig funkelnde Augen. Er kam immer näher. Sein rostbrauner Kainm schwoll an. Sein Schnabel wollte nach Arnolt stoßen. Er wird mir die Augen aussteck>en, dachte Arnolt. Ich muß ihn gehorchen. Nebelschleier verhüllten das Zimmer vor seinem Blick. Er sah nur noch den Wetterhahn. Drehen, dachte er, ich muß mich drehen. Der Wind bläst ans einer andern Richtung. Aber auS welcher? In feinen Ohren sauste eS. Doch das Sausen wurde durch daS Knarren des Wetterhahnü übertönt. Arnolt erhob sich schwankend. E> wollte zur Tür eilen, wollte um Hilfe rufen. Aber er konnte nicht gerade gehen. Wider»-men Willen begann er sich im Kreise m drehen. Erst langsam, dann immer rascher und rascher. Erst «ach rechts, dann nach links und dann wieder nach rechts. Er Hörle seine Knochen knacken, und daS heisere Pfeifen seiner Lungen. In seiner Brust schien ein Feuer zn lodern. Alle- schmerzte ihn. Aber er mußte sich drehen, unaufhörlich, ohne Atempause. Er wollte schreien, aber was ans seiner Kehle drang, war nur eiu Knarren. Er wollte sich am Tisch festhalten, aber auch der Tisch drehte sich, lind vor dem Fenster pfiff höhnisch der Wind. Der Wind, vo>« dem Arnolt nicht wußte, an- welcher Richtung er blies. Plötzlich wurde es still um ihn. Er hörte nicht mehr seinen Atem pfeifen, seine Knochen knacken; die Nebelschleier verschwanden und seine brechenden Augen sahen nur noch.'inen riesigen, das ganze Zimmer, die ganze Welt ausjüllenden rostbraunen Wen'Hahn, In.' sich langsam, mit unerschütterlicher Sicherheit nach dem Äiiid drehte. Seite 6 Donnerstag, 25. Mai 1988. PRAGER ZEITUNG. Das nächste Europa- Meisterschaftsspiel der Ar- 1 beiterfußballer findet am kommenden Samstag, den Mr. 122 27. d. M., in Wien zwischen Polen und Dester- Kinderfreunde Brag. reich statt. Dieses Spiel wird das zweite AuftreSonntag, den 28. Mai Tagesaus flug nach Dolni Počernice. Zus jammenkunft bei der Endstation der 5er Linie in Hloubetin. Abmarsch Punkt viertel 9 Uhr vormittags. Badeanzüg und Proviant ist mitzunehmen. Generalversammlungen der Großbanken noch leste Zeugnisse eines langwierigen Uebergangs. ten der Bolen in Wien und der zweite Länderkampf Mit 1932 und vor allem mit dem unglaublich gegen Oesterreich sein. In der Europa- Meisterschaft wurden sie im ersten Spiel von Deutschland geschla Generalversammlungen von Großbauten fruchtbaren Jahre 1933, aus dem schon vierzig, teilwaren sonst eine Revue geschäftlicher Erfolge wetse große Blätter vorliegen, ist der Uebergang Atus Auswahlmannschaft unentschieden. Das erste gen, dagegen spielten jie, wie bekannt, gegen unsere und eines wirtschaftlichen Aufschwunges, mit vollzogen, der Anschluß an den Neu Klassizismus gänderspiel zwischen Polen und Desterreich fand im welchen die Verwaltungsräte die Berichte über erreicht. Eine typische Entwicklung, die für viele den Stand ihrer Institute ausschmückten. In den Expressionisten schon um 1920 vorausgesagt werden Jahre 1930 in Warschau statt und siegte damals letzten Jahren ist jedoch auch innerhalb der An konnte. Eine fachlich durchsichtige Entavidlung vom Lesterreich mit 2: 0. Seitdem haben die Polen aber hänger der fapitalistischen Wirtschaftsordnung fanatischen Freistil" zur abgeflärten Gegenständ viel zugelernt und der Ausgang der kommenden Be- des Films gehört. Theodor 2003 und Wernide halten guten Durchschnitt, ob sie darin in ihrer eine starke Unzufriedenheit wahrzunehmen. Und lichkeit. Edie ,, mit Selbstgevißheit oft mehrfach gegnung läßt sich daher schwer voraussagen. die Kritik an den in den Banken bestehenden Ver. Ein Handball- Länderspiel Deutschland- Dester funkelnagelneuen braunen Uniform fortfahren werwiederholte, reine und schöne" Komposition walici hältnissen beginnt sich auch in diesen Reihen nun auf Procházkas Blättern, Plastik der Gestalten reich der Arbeiterturner wird am 28. Mai bent, bleibe dahingestellt. Sted I spielt so etwas laut zu machen. Die heurigen Generalversamm Tiere, Menschen, Gruppen-- hängt, steht, bewegt in Wien ausgetragen. Die Vorspiele bestreiten wie einen Filmdorftrottel, worüber besser geschwie lungen der Unionbant, Bebca und Länzwei Teams der Turnerhandballerinnen und Aus- gen wird. Wenn schon Filmdevisenpolitik getrieben jich im vertieften Raum, ein zugleich feinsinnvoll derbank werden aber eine besondere Note dawahlmannschaften der Raffballer von Wien und wird, dann muß mit Recht gefragt werden, warum erfaßtes und fräftig gebändigtes inneres Leben erdurch bekommen, daß auf ihnen wahrscheinlich Niederösterreich. diese Filme noch immer bewilligt werden, während blüht, weiche, nicht selten leise verschwimmende das Regieproblem aufgerollt werden dürfte. AbStamm ginz oberösterreichischer Handball man etwa„ Der Marathonläufer" mit Brigitte Konturen menschlicher Gestalten und Ereignisse, die gesehen von den Vertretern der Betriebsaus meister der Arbeiterturner. Das Entscheidungsspiel Helm nicht erlaubt. mit der Bestimmtheit und Festigkeit der Reife vorschüsse sind eine Anzahl oppositioneller Aktionäre um die oberösterreichische Handballmeisterschaft zwigetragen sind; feine, intime, nicht erschütternde aus den Reihen der Angestellten in der schen den Linzer Vereinen Stamm und Waldegg Von der Deutschen Akademie für Musik und Gehalte sprechen flar zum Betrachter. Die Jugend endete mit der hohen Niederlage von 7: 1 des vor- darstellende Kunst, Prag II., Vladislavova 23. Die Unionbank etwa 40 gemeldet. erregung ist geschwunden, die sehr persönlich um- jährigen Meisters Waldegg. Stamm hatte bis zum Aufnahmsprüfungen für das Schuljahr 1983/84 grenzte Meisterruhe errungen. vorigen Jahre durch vier Jahre den Meistertitel finden Montag, den 19. Juni, statt. Die Anmeldung lune und wird nun den 18. Turnkreis bei den Ver ist schriftlich bis 10. Juni unter Beifügung des Kambandsmeisterschaften vertreten. Seimatscheines und des letzten Schulzeugnisses Wer wirbt gewinnt! Das haben auch die( Mindeſterfordernis: absolvierte Bürgerschule oder Wiener Arbeitermotorradfahrer erfahren, die in der Untermittelschule) und Angabe des gewählten Hauptletzten Zeit 300 neue Mitglieder gewonnen haben. faches an die Direktion zu richten. Dem Gesuch sind Der Arbeiterfußballklub Nord- Wien, welcher der 5 Kč in Briefmarken beizuschließen. zeit in der Meisterschaft der Liga an fünfter Stelle de Tichechoslowakei. steht, unternimmt Ende Mai eine Wettspielreise in Gr. Kn. Heute:„ Siegfried". Den Siegfried singt merjänger Reiner Minten von der Leipziger per.( C 2 und Extra- Abonnement.) Der kompromißlose Spiritus rektor der gegen die Angestellten geplanten Gewaltmaßnahmen, Direktor Stein aus der Unionbank, wird mit dem bloßen Vorbringen seines Standpunkies der „ Herren im Hause" nicht auskommen fönnen. Auch seine Erwartung, als ob die Deffentlichkeit nichts dringender als Ersparungen an der Ban Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. lenregie durch den Abbau der Gehalte der sub Donnerstag, 7 Uhr: Siegfried"( C 2). alternen Bantbeamtenschaft herbeisehnt, dürfte Freitag, 18 Uhr: Nathan, der Weise"( D2). eine arge Enttäuschung erfahren. Unsere Bank. Samstag, 18 Uhr:„ Orpheus"( A. A.). Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag, direftoren wollen nicht einsehen, daß die Zeiten ihrer Herrlichkeit zu Ende sind. Sie müssen daher 8 Uhr: s Geraldine ein Engel?" auch auf den Generalversammlungen davon Freitag. 8 Uhr: at me"( volkstümliche Vorstelüberzeugt werden. Ihre anmaßende Forderung, lung). Samstag, 18 Uhr: Da stimmt was daß die kleinen Angestellten Opfer bringen sollen, ich t"( Erstaufführung). um ein paar leitenden Bankfunktionären in den Zeiten schwerster Wirtschaftskrise ein uneingeschränktes Wohlleben zu ermöglichen, wird wohl bei den heurigen Generalversammlungen einen argen Stoß erleiden. Der Schloßgarten auf der Prager Burg wird amt 25. und 28. d. M. der breiteren effentlichkeit zur normalen Eintrittsgebühr von 1 K für Er. wachsene und 50 Hellern für Kinder von 7 Uhr früh bis 19 Uhr zugänglich. Kunst und Wissen Mitteilungen aus dem Publitum. Besuchen Sie die Sowjetunion! Billige Gesell. schaftsreisen und Standard- Einzelreisen durch In tourist, das staatl. sowjetrussische Reisebüro; Generalvertretung für die CSR. Reisebüro Tra bema, Prag II., Jungmannova 38. 2047 Sport Spiel Körperpflege * * Desterreichs Dank und Gelöbnis an die SASZ. Erst Fascist dann Sportler! Die Nazi Sportlemmissäre im Dritten Reich" haben angeordnet, daß alle Sportmannschaften, sei es in Deutschland oder im Ausland, vor und nach dem Wettkampf den Hitler Gruß auszubringen haben!- In der Tschechoslowakei wird ihnen das jedenfalls and lich abgewöhnt werden. Der Film Ganghofer im Film. Literatur W. L. Festschrift zur Vierhundertjahrseier der freien Bergstadt Hohenelbe. Nesta Verlag Prag II., Nefájanka 4. Im heurigen Jahre sind es vier Jahrhunderte, seitdem die Stadt Hohenelbe im Riesengebirge gegründet worden ist. Aus diesem Anlaß ist eine Festschrift erschienen, die drei größere Arbeiten enthält: Prof. Start Schneider schreibt die Geschichte der Stadt nieder, Ing. Hans Knoll behandelt die bauliche Entwicklung von Hohenelbe und Dr. Karl Wilhelm Fischer unterrichtet uns über das geistige Leben der Stadt. Alle Aufsätze sind interessant und von Heimatliebe erfüllt. Auch drucktechnisch steht die Schrift, welche eine mehrfarbige ganzjeitige Ansich von Hohenelbe fomic zahlreiche Photographien bringt auf der Höhe. E. St. Im Urania- Neubaan sind noch Kanzleien Ueber„ Die blonde Christ!" lach: man ( wenigstens in Prag) herzlich. Was immer man aus der Jugendzeit an humorvollen Episoden der älplichen Heldengeschichten von Rojegger bis Ganghofer herübergenommen, alles das wird in diesem Der Astö hat in seiner letzten Sigung die bei Film herrlich verförpert: der alte Geigenbauer mit Ausstellung Procházka. der Tagung des Internationalen Büros der Sozio- dem goldenen Herzen, der ein junges, ganz unſchul Klimentská( zweites Haus von der Revolučni) listischen Arbeiter Sport Internationale in Prag be diges und ach so zart bejaitetes Mädchen liebt; dieses In der Galerie Feigl( II., Jungmannova 38) schlossene Sundgebung an den Astö mit Dank zur Mädchen, dessen Herz natürlich dem dunkelhaarigen werden fünfundsechzig Arbeiten von Antonin Kenntnis genommen. Die österreichischen Arbeiter Jungen gehört( hier dürfte das Dritte Reich nicht Procházka( Brünn gezeigt, nur Feder und sportler gelo ben der gesamten Arbeiter Sport ganz einverstanden sein, troßdem Regisseur Seit Tuschzeichnungen, meist schwarz, zum einen Teil internationale, stets für den internationalen Ar- bereits stramm teutsch zu drehen begonnen hat); eine von jarter, abgedämpfter Farb greit, als Stollettion beitersport einzustehen. Die österreichischen Ar- unkluge Mutter, die gar nichts davon missen will, im Ganzen das Zeugnis einer befestigten und gebeitersportverbände werden unentwegt die Erzie. daß Jugend zur Jugend und Alm zur Alm gehört; flärten Persönlichkeit. Eine fünstlerische Entwicklung hungsarbeit für die geistige und körperliche eine Mama, die sogar mit Hilfe unmoralischer Briefdenet sich an, die typisch ist Blätter von 1912 bis Schlagkraft der österreichischen Arbeiterklasse leiſten ſchwindeleien das Glüd des armen Jungen zer: 1933. Die in den Jahren 1912 bis 1923 entstandenen und sie fühlen sich mit ihren Bestrebungen foli- stört; und dann diesen selbst, der hilflos ist, wie stellen sich dar als futuristisch expressionistische Arbeidarisch mit den Landesverbänden der SASI. es eben nur ein Surfürstendammikavalier à la Ruten, mit sicherer Hand geschaffene Gebilde aus ein dolph v. Goth sein kann; er bleibt edel und beander überschneidenden Gestaltteilen, flächig ge- Kommunist schbürgerliche Einheitsfront. In herrscht, bis ein anderer den Alten um die ersehnte gebenen Linearfiguren, Zerrwesen und Linienphan Grottau trugen am 17. d. M. der kommuni- Ede bringt. Diese Historie ist ganz im Stil ihres Auskünfte: tajien; hochstilisierte, zu durchgefühlten Formkompostische und der bürgerliche Fußballsportklub Inhalts verfilmt worden; da man in den Alpen ist sitionen arrangerte Elemente, deren sperriges ein Freundschaftsspiel aus. Würden das( die hierher fallenden Bilder sind gar nicht schlecht Gesamt inneven Aufruhr, erregtes Menschtum, die sozialdemokratischen Sportklubs unternehmen, so und recht wirksam), singt noch ein Tenor, der Drang nach phantastischen Bildungen ausdrückt. wären spaltenlange Abhandlungen über den Klassen- früher in Brünn tätige Paşa f. Die blonde Visionen der Aufregung, Gesichte der sucherischen verrat der Sozialdemokraten in den kommun stischen Christl ist Karin Hardt, deren zarte Schönheit so Bewegtheit. Zeitungen zu finden. So aber wird geschwiegen gar nicht zu dem idiotischen Inhalt des Films paßt, Von den Jahren 24 bis 30 zeigt die Ausstellung nach dem bekannten Sprichwort: Ja, Bauer, das ist eine Schauspielerin, die schon einmal( Acht Mädels nichts. Erst mit 1931 hebt die Reihe wieder an. etwas ganz anderes... im Boot) bewiesen hat, daß sie zu den Hoffnungen wertlos." gen sind in einem nahezu unvergleichlichen Stil Chinesische Liebesbriefe. geschrieben. Namentlich der Essay Ihres Sohnes hat ihm zu großen literarischen Ehren verholfen. Chinesische Liebesbriefe, der Phantasie euro Auch Ihr eigener Rang ist hoch. Was mich bepäischer Dichter ein lyrisches Spiel bon Schwänen, Pfirsichblüten und Schmetterlingen, trifft, so bin ich von Jugend auf träge und arm sind, wenn man genauer zuschaut, nicht weniger gewesen, und mein Rang ist weit ehrenvoller, als Starr in ihren Formen wie alles, was China an tugendhaft, während mein Sohn schwachgeistig Starr in ihren Formen wie alles, was China and es verdiene. Ihre Tochter ist sanftmütig und alten Sitten und Gebräuchen offenbart. Auch hier und ihrer unwürdig ist. Die Geschenke, die ich ist die Zeit stehen geblieben, und wenn heute der Ihnen sende, sind sehr gewöhnlicher Art und Sturm neuen Werdens über die Jahrtausendalte chinesische Mauer fegt, so gibt es verlorene Teile und Provinzen des riesengroßen Reiches, die umfo strenger an der Vätersitte festhalten. China ist nicht das Land der Ostküste allein, die in jahr hundertelangen Kämpfen mehr und mehr durch ihre Häfen abendländischem Denken geöffnet ward. Noch vollzieht sich innerhalb des Landes das Liebesleben in den alten gebräuchlichen Formen, verschiedenartig durch Landschaft und Geschlecht, aber gleich bleibend im einmal anGeschlecht, aber gleich bleibend im einmal angenommenen Ausdruck. Bräutigams zu sehen und sich in ihr neues Heim tragen zu lassen. Der Brief lautet: bezw. Vereinsräume im zweiten und dritten Stod werke, gassen und hofseits, zu vermieten, und svar entweder Einzelzimmer von einem gemeinjamen Gang aus zugänglich oder mehrere Häume unter eigenem Gesperr mit Vorzimmer u. Toiletten. Bei umgehender Mietung sind alle Wünsche bezüg lich Ausmaß und Einteilung erfüllbar. Außerdem wird ein Zinsnachlaß von 5 Prozent eingeräumt. Einziehtermin: 1. Oktober. J Baurat Arch. Zasche, Mezibranská 12, Telephon 23326. ( n das Helm des llafenbewußten Urbeilers gehört d. Zentralorgan. der Deutschen fozialdemofr. Arbeiterpartei „ Sozialdemokrat" 100 ordnung der Zeremonien deines Beistandes teil haftig werde. Deine glanzvolle Anwesenheit bei den Zeremonien wird erbeten; zu welch erhabener Serrlichkeit wird uns deine Gegenwart verhelfen! Von dem am Abend geborenen Ho Kau, der sein Haupt zur Erde neigt und seine Huldigung darbringt." Dringend! Einst war es üblich, daß der Bräutigam sich ins Haus seiner Braut begab, um sie in ihr neues Heim zu geleiten. Gegenwärtig jedoch herrscht der Brauch, daß der Bater bes in welchem er ihn bittet, die Braut eiligst in das Bräutigams dem der Braut einen Brief schreibt, Saus ihres fünftigen Herrn zu schicken. Da diese Trotz all diefer Höflichkeitsformeln geschicht Sitte eine viel allgemeinere iſt, bitte ich Sie, mir eine Scheidung sehr schnell und ohne viele m zu gestatten, daß ich sie bei dem vorliegenden Anstände, und während vorher die Frau sanft Die Antwort des Brautvaters lautet darauf: laß zur Anwendung bringe. Mein Sohn erwartet mütig und tugendhaft" genannt wurde, nimmt Der Winter hat begonnen, und die Wild- im Zeremoniensaal Ihre Tochter, um sie zu entp- nun derjenige, der sich zuvor in übertriebener gänse fliegen in großen Schwärmen umber. Die fangen. Möge Ihnen hundertjähriger Friede Bescheidenheit als schwachsinnig und ihrer un Beng- tie fnospt, und bald werden ihre 3weige zuteil werden! Mögen Sie fünf Generationen hin- würdig" bezeichnet hat, das Recht für sich in An dicht mit Blumen bededt sein. Heute fängt das durch gedeihen!" zweite Minterviertel an, und ich habe aus diesem spruch, einen Scheidebrief von der Art des folDrei Tage nach der Hochzeit schreibt der genden aufzustellen: Anlaß Ihre Geschenke mit warmem Dante ange- Vater des jungen Ehemanns abermals einen„ Meine zweite Gattin, Wong Aheong, war nommen. Es tut mir sehr leid, Ihnen keine ähn Brief. Er ist an die Manen seiner Vorfahren in der Erfüllung aller ihrer häuslichen Pflichten lichen anbieten zu können, denn sie gleichen dem gerichtet und wird im Ahnensaal nach einem höchst nachlässig, und ich habe ihr diesen Fehler tostbarsten, was ich bisher erhalten habe. Ich Trankopfer verlesen. Es heißt darin: wiederholt vorgehalten. Da ich an ihr keine Zeierlaube mir, Ihnen achtungsvollſt zu gratulieren, Mein Sohn hat geheiratet, und alle mit chen der Besserung beobachtete, finde ich, Swan Nicht der Liebhaber, sondern der Vater des mein verehrungswürdiger Verwandter! Ihre der Hochzeitsfeier verbundenen Zeremonien sind Sang, daß es meine schmerzliche Pflicht ist, sie Liebhabers beginnt den Briefwechsel. Er schreibt ehrenwerte Familie hat einst in der Provinz gebührend beobachtet worden. Ich befehle nun- infolge ihres Ungehorsams von mir zu entfernen. dem Vater der Angebeteten seines Sohnes: Fotien gewohnt, ist aber jetzt in der Hauptstadt mehr ihm und seiner Gattin, euch anzubeten, und Es steht ihr daher von nun an frei, die Gattin Die Sonne ist längst aufgegangen, und die der Provinz Kwangtung angesiedelt. Ihr erha- ich hoffe, euch günstig zu stimmen und euch ver- eines anderen zu werden. Sollte sie aber die Selle" ihrer Strahleit beleuchtet das Haus, in dem bener Name war in Stougha berühmt, und die anlassen zu können, ihnen Glück und Segen zu Maitresse eines anderen werden, so liegt es in die Schöne wohnt. Auch diese selbst hat jeßt, gleich Gelehrten von Inphang haben Ihre zahlreichen geben." meiner Macht, fie ergreifen und vor einem der der Sonne, bereits ihr Lager verlassen und sich| Tugenden hoch gepriesen. Auch Ihre Sitten sind Am vierten Tage nach der Vermählung wer- Gerichtshöfe dieser Stadt anklagen zu laffen, in Gewänder gehüllt, die ihrem Rang, ihrer beispiellos und fanft wie ein Hauch. Ich aber bin den die Hochzeitsgäste zu einem Diner geladen. damit sie ins Gefängnis komme. Ferner erkläre Lebensstellung und der Tageszeit entsprechen. In io arm, daß ich mich nicht ernähren fann. Ihres Diesen Einladungsbrief schreibt der Ehemann: ich ausdrücklich, daß, von welcherlei Mißgeschid der Tat, die ganze Natur hat ein herrliches Kleid Sohnes hochgebildeter Geist ist erhaben wie der An den ausgezeichneten Literaturtenner, den diese Frau Wong Aheong auch immer getroffen angetan, und alle Geschöpfe paaren sich, dem Himmel über der Erde. Meine Tochter wurde in verehrungswürdigen Erstgeborenen, der an sei- wird, ihre Eltern oder Vormünder keine AnGebote der Natur folgend. Ich schreibe diesen einer ärmlichen Hütte geboren und hat keinen nem Studiertische sitzt: sprüche an mich haben. Urkundlich dessen schreibe Brief, um Ihnen einen Beweis meiner Achtung Unterricht genossen. Sie war hocherfreut, zu Am nächsten Tage des laufenden Monats soll ich diesen Scheidungsbrief und händige ihn der und Ergebenheit zu liefern. Gestatten Sie mir hören, daß sie wünschen, ich möge mich bereit dein jüngerer Bruder seine Braut empfangen. Wong Aheong aus. daher, mein verehrungswürdiger Verwandter, erklären, fie mit Ihrem Sohne zu verheiraten." Am siebenten Tage werden die Weinbecher ge Am sechzehnten Tage des sechsten Monats. Ihnen ergebenst Glück zu wünschen! Ihre ehren- Bei den Hochzeitsformalitäten überbringt der reinigt und instand gesetzt. Am zehnten Tage Dieser sehr bündige Abschiedsbrief an fein. merte Familie bewohnt seit sehr langer Zeit Freund des Bräutigams einen roten, goldgerän- wird Wein eingeschenkt werden, und dein jün- Frau, die einstmals in so blumigen Worten un Seng- Wu und Jut- Soi, wo ihre geachteten Mit- derten Brief, den der Vater des Verlobten an den gerer Bruder wird sich erkühnen, deinen Wagen worben wurde, zeigt, daß auch der dickste„ Zopf" glieder sich immer durch hohe literarische Bil- Vater der Braut richtet. In diesem Briefe wird an fein armseliges Heim heranzuziehen, damit die Höflichkeit des Herzens nicht ersetzen kann! bung ausgezeichnet haben; denn ihre Abhandlun- das Mädchen aufgefordert, sich in die Sänfte des er sich deines Gespräches erfreue und bei der mit die Höflichkeit des Herzens nicht ersetzen kann. betrebatteut: Wilhelm Riegnet.- Berantwortlicher Redakteur: Dr Emil Straus, Brag Drud: Rota.- für Zeitung und Buchdrud. Brag Für den Drud verantwortlich te voli, Bezugsbedingungen: Bei Bustellung ins saus oder bei Bezug durch die Bolt monatlich Ke 16.-. vierteijährlich Ke 18.balbjahrig K8 96.-, ganalabria K 1-3njerate werden laut Zarif billig berechnet. Bei öfteren Einidaltungen Breisnachlag. Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarlen, Derausgeber: Siegfried Zaab. Brag. Die Beitungsmartenfranfatus wurde von der Bolt- a. TelegraphenDirektion mit Erlaß z 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. -1 An