13. Jahrgang. Sonntag, 2S Wal 1933 Nr. 12s. Deutsdiland sperrt Reisen nadi öesterreiöi. 1000 Hark AusrciseReNhr. Berlin, 27. Mai.(Wolfs.) Di« gegen die nationalsozialistisch«.Bewegung in Oesterreich aus dem Notverordnungsweg« erlafleuen Maßnahmen der. östrreichischen Bundesregierung, die in dem absoluten Berbot aller Uniformen, Fahnen, Abzeichen und sonstigen Emblem« der natwnalsozialistischen Bewegung gipfeln, haben den Reichsinnen Minister veranlaßt, eine den Reiseverkehr nach Oesterreich betressrnde Verordnung zu erlassen, wonach ab 1. Juni 1933 die AnSreise von Reichsdeutschen nach Oesterreich von orr Erteilung eine- AuSreiseflcht- vermerkeS abhängig gemacht wird, der gegen Zahlung einer Gebühr von 1999 Reichsmark erteilt wird. Ausnahmen hiezu werden nur gewährt für den ordnungsmäßigen Aeschästsver» lehr zwischen beiden Ländern und sür den sogenannten Kleinen Grenzverkehr im Sinn« der Zollgesetzgebung, nicht dagegen sür den AuSslugSvertehr. Die Verordnung wird am Montag, de» 29. Mai, erlassen werden. Ocstcrrclchisehc Gegenmaßnahmen. Der Berliner Gesandte abberufen? Wien, 27. Mai. Mit der Drosselung deü deutsch-österreichischen Fremdenverkehrs wird sich der nächste Ministerrat beschäftige». Wie verlautet, werden sofort handelspolitische Gegenmaßnahmen getroffen werden.' Vorläufig wurde der österreichische Gesandte in Berlin, Ingenieur Tauschitz, zur Berichterstattung nach Wien berufen. Er wird, wie verlautet, vorläufig nicht nach Berlin zuriickkehren. Der GokMollw wird abgcsdialll. Alle Zahlungen In Papierdollars. Washington, 29; Mai.(Reuter.) Im Repräsentantenhaus wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der oie formal« Abschaffung des Goldstandards vorsteht und dessen Annahme man «l» gesichert betrachtet. Im Weißen Hau« wird erklärt, der Antrag bezwecke de jure m« Klarstellung des bisherigen Tatbestandes, nämlich daß nicht mehr«n Gold gezahlt werde. Dies betrifft in erster Linie die offiziellen auf Gold, lautenden. Schahanweisungen der Vereinigten Staaten, bezieht sich aber auch auf all« privaten auf Gold lautenden Wertpapiere sowie aus ausländische Goldver- dslichtungen, die entweder an dir amerikanische Regierung oder an private amerikanische Gläubiger zu zahlen sind. Präsidem Roosevelt erklärte, daß die Resolution, die er dem Sena« und dem Repräsentantenhaus zum Aufgeben de» Goldstandards vor- legte, nur die Bestätigung de« bestehenden fak- tischen Zustande» darstelle. Diese Aiahnahm« bedeute bloß, daß die Regierung der Bereinigten Staaten ihre Verpflichtungen in Papiergeld er- füllc» wird. Ter amerikanische Präsident ist der Aissicht, daß diese Enlskbeidnng keinen Einfluß auf die bevorstehende Wir schaftSkonstr; hai«cn wird Ratstagung der Kleinen Entente vom 39. Mai bis 1. Juni in Prag. Prag, 27. Mai; In den Tagen vom 30. Mai bis s. Jutri findet in Prag- die' erste ordentliche Jahressession des erst kürzlich gegründeten Ständigen Rates der Kleinen Entente statt, auf der zunächst die Ratifikationsurkunden des am 16. Feber d. I. in Genf unterzeichneten Organifa« nonspaktes der Kleinen Entente ausgetauscht werden. Auf der Tagesordnung steht eine Debatte über die allgemeine polr tisch« Lage, namentlich über Viererpakt, Revision,' Abrüstungskonferenz und Wcltwirtschaftskonfcrenz; weitere Punkte der Tagesordnung betreffen O r- ganisativnsfragen(Sekretariat, Koordinierung der Tätigkeit der diplomatischen Vertreter in dritten Staaten und der internationalen Propaganda), endlich die Durchführung der wirtschaftlichen B e st i m nr u» g e n des Paktes(Organisation des Wirtschaftsratcs, Anbahnung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.) Die Tagung wird Dienstag»m 11 Uhr 18 sin Prager Außenministerium eröffnet. Die rumänische Delegation mit Außenminister T i- t u l e s c u und die jugoslawische unter Führung des Außenministers I e v t i ä treffen im Lause deS Montag in Prag ein. Montag um 9 Uhr früh wird im Gebäude des Tschechoslowakische» Pressebüros die JahreS- konserenz der Kleinen Presse-Entente eröffnet. Aussöhnung Stalins mH Slnowiew und Trotzki? Paris, 27. Mai. Journal" meldet m»S Moskau, daß sich Stalin nach den letzte« Ereignissen mit feinen politischen Gegnern auS» flhnen wird. So z. B. fei bereits fein« Differenz mit Sinowjew und Kamenew beseitigt worden, und man erwarte auch ein« Unterwerfung Tom« stir und SirzowS. Stalin denkt auch an«ine Aussöhnung mit seinem größten Gegner Leo Trotzki und hat zu diesem Zwecke bereits«inen Emissär nach Konstantinopel, wo Trotzki lebt, entsendet. trankrcldi IGr die deutschen rittditllnge. Paris, 27. Mai. Heute fand unter dem Vorsitze des Justizmmisters und unter Beteiligung einiger Minister die erste' Sitzung der intermini- sleriellen' Beratnngskörperschaft statt, die über die Lage der deutschen Flüchtlinge, vor allem der Inden in Frankreich, verhandelte. Es wird denn Unterbringung auf dem flachen Lande und me Organisierung einer Hilfsaktion vorbereite!. ^n geistigen Leben Westeuropas losgelöst und soweit zurückgeworfen, daß der Borsprung der anderen nach 200 Jähren noch nicht ganz eingeholt war. Heute umgibt sich Hitlerdeutschland mit einer Ouarantainezone gegen die Gefahr, mit freiem Geist angesteckt zu werden. Die Folgen müssen, ber einiger Dauer des Fascisnrus, furchtbar sein. Generationen junger Deutscher werden nationalsozialistisch erzogen und für den wahren Fortschritt der Menschheit verloren sein. Das ergibt einen verhängnisvollen Ausfall geistiger Antriebe und Anregungen für Gesamteuropa. Desto notwendiger ist es, die jetzt noch lebendigen Kräfte Kulturdeutschlands nicht versiegen zu lassen. Begreift man, was es für die Menschheit bedeutet, wenn alles, was in Deutschland für Bölkervcrsöhnung, Frieden, fiir die neue Schule,- für Dcxualreform, sür neue Formen des GesellschaftS- und Wirt- schaftslÄens gearbeitet hat, nun cmügeschaltet aiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiuntiiiniiiiiiniiiiiiiiniiiiiiniiiiiiiiiininiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiniuiiiHiiiiiuniHiiniiiiiinniiiniiiiniiiiiininiiiiiiiinniniiiiiniinHH>iminiiiiiiimiiiiiiiiininniHiiinmiHuiiuinwiia Nazi-Wirbel an der Wiener Universität Polizei räumt nadi einem Handgemenge die Aula.- Schließung der Universität aui unbestimmte Zelt. Set« 2 Sonntag. 28. Ma! 1933. Nr. 121 »Wir haben genug daran, daß die Regierung einen Block von Gesetzen mit AusnahmScharakter verhandelt, auf deren zeitlicher Terminie- rung jeder demokratisch denkende Mensch fest beharren muß. Auch über dies« Vorlagen sind wir keineswegs begeistert... Dir Regierung hat genug Macht, um auf Grund der bisherigen Gesetze demokratisch über alle Maßnahmen zu verhandeln, die für di« Existenz aller Bürger der Republik notwendig sind, keineswegs aber nur für einige wenige Dutzende verkrachter Spekulanten, die einmal bei uns eine Inflation durch, sehen wollen und ein anderSmal wieder ein Er- mächtigiingSgesetz." Diesem heute zmn Schweigst verurteilten deutschen Geist, dein ivahren Geist der deutscheit Nation, zur Tribüne vor aller Welt zu werden, — das wäre die große und schöne Kulturauf« gäbe unseres deutschen Senders. Zu ihrer politisch geschichtlichen Tat könnte unsere Republik eine gleichwertige kulturgeschichtliche fügen: als JnsÄ der Demokratie dem Geist Goethes Asyl geboten zu Haden. nung der Hauptversammlung wird über di« Er- klärung abgestimmt. Ein Widerspruch gegen sie ergibt sich nicht, sie ist also angenommen. Damit ist der Zwischenfall vorläufig aus der Welt ge- Nach der Abstimmung über die Erklärung sehr« die Kommunisten neuerdings mit unerhörten Krawallszene»«in und versuchen wahrend d«S Lärm- eine Erklärung, die sich gegen den Verband richtet, in den Saal hineinzubrullen. Schließlich gelingt eS, vor allem durch das Eingreifen dcS Regierungsvertreters, di« Kommunisten wieder zur Ruhe zu bringen. Die Hauptversammlung nahm chren Fortgang. Dr. Ziegler-Reutitschein spricht über die Selbstverwaltung der Bezirke, um am Schluß seiner Ausführungen, di« zu seinem Referat gehörten, die Resolution zur Verlesung zu bringen. An sein« Rede knüpft« sich«in« Debatte, in der Genosse P ü s cher-Karlibad über di« Macht der Bezirkshauptleute und die notwendige Einschränkung dieser Selbstherrlichkeit spricht. Dann kamen drei Kommunisten zu Wort. Jeder einzelne Redner muß zur Ordnung gerufen werden, keiner kümmert sich jedoch um die Ermahnungen d«S Vorsitzenden, sondern selbst, wenn ihnen oaS Wort entzogen wird, reden oder vielmehr schreien st« weiter, so daß schließlich der Regierung-Vertreter die Polizei zu Hilfe rufen will. Roch bevor er sein Vorhaben ausführen kann, wird di«. Hauptversammlung unt:rbrochen und auf Sonntag vertagt. Ob sie in normaler W«is« zu End« geführt werd«» kann, ist bei dem verhalt«» d«r Kommunist«», di« nicht» andere« wolle», al» di« Hanpt. Versammlung sprengen, und außerdem bei der eigentümlich«» Einstellung der Rationalpartetler und Hakenkreuzler, di« d«m verhalt«» d«r Kam- munisten mit einem gewisstn Wohlgefall«« gegenüberstehen, sehr zn bezweifeln. Jedenfalls ist da» Bild der Hauptversammlung der deutschen Selbst- Verwaltungskörper«in unwürdige». Webe? Wenn die kräftigen Ansätze einer jungen Musikblüte vernichtet, di« Werke der um Gerechtigkeit und Schönheit ringenden bill>en- den Künstler verborgen bleiben? Wenn wir von den Brüdern Ttanii, von Kästner, von Döblin nichts mehr zu lesen bekommen, ganz zu schweigen von den proletarischen Dichtern? Denn welcher deutsche Verleger wird ein Buch drucken können, dessen Autor auf Hitlers Ber- botsliste steht? uiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiuniiiiiiiiiiiniiiniiitiiiiiiiHui)ii]tniiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiinntiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiHiiiiniiiniiniiiniiiniiiininiiniiinniiiiiiniiiin Verband der dMen Selbstvervaltungskfinier. Stürmischer Verlauf der Tadnnd. bei den Minderheitenvolksschulen ist ein Klassenabgang von 38 zu verzeichnen. Die tschechisckM Minderheit«nkindergärten haben um 57 gegenüber dem Jahr« 1930 zugenommen. Minderheitcnbürgevschulen wurden vc tschechischen MinderheitenvolkSschulen zusammen von 4185 deutschen Schulkinoern besucht; die tschechischen Mindevheitenkindergärren von 1830 deutschen Kindern. Das bedeutet, daß bei einer durchschnittlichen Besuchszahl der tsche- chischen Minderheitenschulklasie» von 26 rund 160 Äinderhettenschulklassen und bei einer durchschnittliche» Besuchszahl der tschechischen Minder- hüterüindergärten von 23 rund 80 tschechischen Miiwerheitenkindergärten mit deutschen Kinder» gefüllt werden könnten. Der Durchschn'ttSbesuch der deutschen Schulklaffen liegt bei Burgerschulün um 1.7(35.7: 34) und bei Volksschulen um 1.4 (38.4: 37) höher alt bei den tschechischen Schulen.* Auf zwei Stühlen fitze» möchten die deutschen Cchriftlichsozia- le n, die in der letzten Zeit eine ganz und gar fascististensreundliche Politik gemacht haben, auf ihrem Parteitag aber, der dieser Tage stattsand, ein Bekenntnis zur Demokratie ablegen. In der Resolmion sprechen sie von der Erneuerung deS Volkes im Teiste„wahrer Demokrat!«*, die doch wohl mit den Regierung-Prinzipien Hitler» nicht vereinbar ist.-Herr Dr. Hilgenreiner, der da» politische Referat hielt, befand sich schon«her aus de« Boden tatsächlicher christlichsozialer Politik, wenn er seiner Freud« darüber Ausdruck gab, daß„aus dem deutschen BoikSkörper di« Gift« de» Klaffenkampfes auSgeschaltet werden". Man kann diese Kur nur als einen Gcsamtprozeß bejahen oder verneinen und wenn man sich ihrer freut, »MiM» MW»-««'» 1 1 Gablonz, 27. Mai.(Eigenbericht). Unter Vorsitz deS Bürgcrnleisters Genossen Pölzl wurde Samstag früh die.Hauptversammlung des Verbände» der deutschen Selbstverwaltungskörper fortgesetzt. Die beiden Berichterstatter verzichteten auf ein Schlußwort, nur der Vizepräsident der Eentralbauk der deutsch«» Sparkaffen Gen. H c r g c t antwortete den Debatterednern Czirnich-Haida und Simmich-Zchreckenstein, die sich mit der Lag« der Centralbank beschäftigk hatten. Ein Antrag Czirnich- verlangte im Interesse des Verbände» Hilfe durch den Staat für die Bank. Herget erklärte, daß für di« Erhaltung der Bank alle nottvendigen Maßnahmen ergriffen wurden, die Verhandlungen seien längst im Gange und er hoffe auf eine günstig« Abwicklung derselben. Aus den Hinweis der Debattcredner, daß viel versäumt worden wäre, um di« Verluste zu vermindern, antwortete Herget, daß die Vertreter de» Verbände» in der Bank ihre Pflicht getan und rechtzeitig durchgegriffen hatten, um Klarheit zu schaffen und durch eine Reorganisation der Bank den weiteren Niedergang derselben zu vermeiden. Der Vorsitzende Pölzl bringt hierauf die Anträge zu den ersten Punkten der Tagesordnung, und zwar über die MitgliedSbeiträgc usw., zur Kenntnis der Hauptversammlung, worauf der Kommunfft Schenk erklärte, daß die Kommunisten gegen alle Anträge, die dem DerbandStag vorgelegt werden, stimmen würden, weil der Verband nicht tue Interessen der Arbeiter schütze. Er knüpfte an diese Erklärung Angriffe gegen den Verband-Vorsitzenden, wird vom Vorsitzenden einige Mal« zur Sache und Ordnung gerufen, redet aber in der gleichen Tonart werter, bi» ihm schließlich da» Wort entzogen wird. Da Schenk immer noch nicht aufhort zu reden, wird, da«in ungeheuerer Tumult entsteht, di« Versammlung unterbrochen. Nach der Fortsetzungderselben gelangt« der Antrag Czirnich zur Abstimmung, der aber von der Versammlung nicht angenommen wich, da Anträge nur einstimmige Annahme im Verband« finden können. Diesen AbstimmungS- modus will Czirnich nicht begreifen, er protestiert gegen die Feststellung de« Vorsitzenden, daß der Antrag nicht angenommen wuch«, worauf neuerdings heftig« Auseinandersetzungen zwischen de» Nationalvarteilern, nun vor alle« den Sozialdemokraten und Kommunisten, erfolgen. Schenk, der neuerdings krawalliert, wird vom Regierung-Vertreter ersucht, ruhig zu sein, wenn er ihm energische Maßnahmen, Ruy« zu schaffen, ersparen wolle. Die Erregung der Hauptversammlung dauert unvermindet an, so daß sich da» Präsidium genötig siecht^die Sitzung neuerlich zu unterbrechen. Der Berbandtzvorstand tritt'zu einer Sitzung zu sammen, um über die Situation in der Hauptversammlung zn beraten. Nach mehr al» einstündiger Unterbrechung eröffnet der Äorsitzettde Pölzl wieder die Ver sammlung, worauf Herr Dr. L o d g m a n eine Erklärung verliest, in welcher festgestellt wird, daß der Antrag Czirnich ordnungsgemäß zur Abstimmung gebracht wurde» daß also seine Behandlung nicht den Gegenstand eine» Proteste» bilden könne und daß der Vorsitzende Pölzl sein Amt in einwandfreier Weise ausgeübt hat. In der Erklärung wird weiter gesagt, oaß der V e r» bandrvorstand einhellig hinter dem Vorsitzenden Pölzl stebt und sein Verhalten voll deckt. Nach Bekanntgabe dieser Erklärung wird die Hauptversammlung wieder unterbrochen, um den einzelnen Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zu dieser Erklärung zu geben. Während sich di« Parteien zur Beratung zurückziehen, läßt Herr Czirnich mitteilen, offenbar, weil er inzwischen Wer seine unmög liche Stellung belehrt worden war, daß er den Antrag, über den bereits abgestimmt war, zn- rückziehen will. Auf diesen Vorschlag gegen die Parteien nicht ei», sondern nach Wiodereröff- NMWMIWMMWMI«W!MWWWMWWWWWWMWMM!1WMMWMMMMMWMMWMlW!»W!MMMMlM11i Wer will ein Ennadituiomistfesefi? Verdächtige Kampagne verkrachter Restgutbesitzer. Prag, 27. Mai. Seit einiger Zeit macht der agrarisch«„B«n k o v" Propaganda für ein eigene» Ermächtigungsgesetz, das der gegenwärtigen Regierung in wirtschaftlichen Dingen weitreichende Ermächtigungen in di« .Hand geben soll. Um diesen Wünschen gewisser Kreise mchr Nachdruck zu verleihen,_ wird die Version verbreitet, daß ein solche» Ermächtiguna»- acsctz der ausdrückliche Wunsch SvehlaS sei, den er auch dem jetzigen Ministerpräsidenten gegenüber ausgesprochen hab«. Das heutige„P ravo Lidn" befaßt sich mit diesen Gerüchten und erklärt, der Hauptzweck eines solchen Gesetze» wären sicherlich die angeblichen„E r i st c n z i n t e r e s s« n" der agrarischen Großgrundbesitzer, die ein« weitere radikal« Erhöhung der Aararzöll« fordern. Ein solches Ermächtigungsgesetz sei jedoch«in« überflüssig« und gefährliche Sache. ES müßt« auf die heutig« Koalition und di« heutige Regierung beschränkt bleiben; die Schwierigkeiten innerhalb der Regierung tvürden sich also nicht vermindern. Wozu«in Ermächtigungsgesetz, wo affcs ohnedies innerhalb der Koalition verhandelt werden muß und das Parlament die Dinge keineswegs aufhält, sondern im Gegenteil der Regierung behilflich ist. Das„Prävo Lidu" erteilt deshalb dem„Venkov" den Rat, seine Versuch« sein zu lassen, und fügt hinzu: narhhfliilc der ReKhsbank. Paris, 26. Mai. An der heutige» Pariser Börse ist die(deutsche) Aoung-Ankibe erneut um 18 Punkte zurückgcgangen. Am Devisenmarkt lag starke» Angebot in Reichsmark vor; diese» Material wurde jedoch zumaltenKurS von einem hiesigen Bankhaus imAufttage der Deutschen Reichsbank übernommen, wie Hilgenreiner, dann freut man sich also auch der Morde und Gewalttaten, di« doch mit dem fünften Gebot„D>l sollst nicht töten!" nicht ganz im Einklang sind. Hilgenreiner muß das als Moraltheologe besser wissen als wir, aber wir wären ihm für eine Interpretation des christlichen Gebot» dankbar. Di« Parole„unS genügt das einfach« Kreuz, wir brauchen kern Hakerckreuz!", die Hilgenreiner im Anschluß an seinen österreichischen Kollegen dann ausgab, steht ebenfalls in einigem Widerspruch zu dem Bekenntnis für Hitlerdeuisch- land. Denn bei der von ihm begrüßten Ausschaltung der Gifte des Klassenkampfes kommt es bekanntlich zu dem charakteristischen Vorgang der„Gleichschaltung", der sich u. a. im Verbiegen der Kreuz-Enden äußert. Endlich ist die„sudetendeutsche Ein- heitSfront", die vom chrichlichfozialen Parteitag gefordert wird, mit dem Bekenntnis zur Demokratie und zum einfachen Kreuz schwer vereinbar. Denn entweder bekämpft nran den FaseiS« muü, dann kann man mit ihm keinerlei Einheit», front bilden— oder man verbrüdert sich mit ihm, dann muß man sich eben, waS Kreuz und Demokratie betrifft gleichschalten, mit anderen Worten, von ihm auffressen lassen. Wir fürchten, die Christlichsozialen haben daS noch imnler nicht bcgrmen und werden darum da» Los aller teilen, die sich dem FasciSmuS mit freundlich warnendem Zeigefinger aber mit Grüßen auf den Lippen nahten. Sie werden von ihm verzehrt werden und die Demokratie tut gut daran, sich auf solche Schützer nicht zu verlassen! Veränderungen im deutschen Schulwesen im Schuljahr« 1931/82. Aus dem in der Folg« 9 enthaltenen Tätigkeitsberichte d«S beim Verbände der deutschen Selbstverwaltungskörper bestehen» den Sonderausschusses für das Schulivesen entnehmen wir folget«« Angaben: ,/Di« Veränderungen im deutschen Schmwesen im Schuljahr« 1931/32 gegenüber dem Stande vom Schul>ahr« 1930/31 ergeben an den deutschen Bürgerschule» «inen Gewinn von 3 Schulen, 169 Klassen und 14.591 Schülern, an den Volksschulen«inen Gewinn von 2 Schulen, 112 Klaffen und 5771 Schülern. Hingegen haben die tschechischen Mindcr- heitenbürgcrschulen um 3 Schule» und 102 Klassen, die Volksschulen um 9 Schulen zugenommcn; bei den Minderheitenvolksschulen ist ein Klassenabgang von 33 zu verzeichnen. Die tschechisckM Die tschech-ichen mlen würden von 1125, die t von 3028, « Rtohdrack r«rt>ot»a. UND DM 20. JAHRHUNDBRT Roman von Rudolf Brunngraber Copyriglh by Sod.tlU-Vorlag. hukftrt am Mais 1811 In diesen Tagen befördert die Stadt 52.000 Schwalben, die das plötzlich eingebrochene schlechte Wetter am Weiterflug verhindert hat, in Aeroplanen nach Venedig. Aber Karl sucht vergebens das Gesicht, das ihm gefaßt zuhören und hernach brüderlich aufglimmen wurde. Waü die Schwalben betrifft, so hat die Stadt ein sinniges Vergnügen an ihrer Aktion, denn sie genießt dabei ihre lleberlegenheit über die Natur. Ihren eigenen Kreaturen gegenüber bclvahrt sie jedoch die Härte, die sic offenbar der gegenseitigen Würde schuldig zu sein glaubt. Und die Firmen, bei denen Karl das„Gesicht" suchen muh, sind keiner Religion unterstellt, keinem göttlichen Atem, sondern— der Welt. Und die hat den Hellen Wahnsinn in ihren Statistiken, die dröhnt ihre Not durch alle Lautsprecher aus: Rationalisierung und Absatzkrise, Kreditkrisc und Reparationen. Die Borratsstaunng auf den Weltrohstoffmärkten beträgt: beim Weizen 120 Millionen Meterzentner, beim Zucker 37 Millionen Meterzentner, beim Kaffee 16 Millionen Meterzentner, bei der Baumwolle 12 Millionen Meterzentner, beim Kautschuk 5 Millionen Meterzentner, bei der Steinkohle 175 Millionen Meterzentner. Die Aktienkurse sind seit dem letzten Konjunkturhöhepunkt, Ende 1928, zurückaeaangen; in England nm 20 Prozent, in Frankreich um 25 Prozent, in Deutschland um 45 Prozent, in den USA. um 55 Prozent. Die Gesamtproduktion ist ge- schrumpst: in England seit Mitte 1929 um ein Fünftel, in Deutschland um fast ein Drittel, in den USA. um mehr als, ein Drittel. Der Ent- O on Werten wird seit Mitte 1929 auf 80 iarden- Mark geschätzt. In Brasilien, daS e» glücklich auf 1.150,000.000 Kaffeebäume gebracht hat, nähert man sich dem zweimillionsten Kaffeesack(zu 150 Ke), der verbrannt wird, und in den Bereinigten Staaten bricht(seit Beginn 1930) die 981. Bank zusammen. Die Welt zählt 40 Millionen Kurzarbeiter und 20 Millionen Boll- arbeitSlose, deren Zahl ununterbrochen steigt. Täglich werden Maschinen stillgelegt. Hochöfen auSgeblasen, quadratkilometerweit stehen die leeren Güterzüge auf den verödeten Frachtbahnhöfen. Die USA. zählen 7 Millionen Arbeitslose, Europa 9% Millionen, Japan 1,200.000, Australien 300.000. Aber Karl» kleines Oesterreich zählt 400.000. Und es hat ein bedrohlich wachsende- Defizit in seinem Staatshaushalt, so daß cs zu einschneidenden Sparmaßnahmen wird greifen müssen. WaS auch zu einem Abstrich bei der Är- beitslosenfürsorge fuhren wird. Karl erhält auf sein Ansuchen um Verlängerung des am 15. November ablaufenden Unter- stützungSbezug«» den Entscheid: daß diesem Ansuchen nicht stattgegeben werden könne, da er nach Paragraph soundso, Absatz soundso der Durchführungsverordnung zur soundsovielten Novelle de» AkbeitSloserlversicherungsgosttzes bei den Angestellten als nicht oerufSzugchorig zu betrachten sei. Beruf-zugehörig wär« nämlich nur derjenige, der vor Eintritt der Arbeitslosigkeit durch minoesten- -rei Jahre in einem einschlägigen versicherungspflichtigen Beruf gearbeitet hatte, was bei ihm. der laut eigener Angabe nur«in Dienstverhältnis in der Dauer von 30 Monaten ausweisen könnt«, nicht zutreff«. Gegen diese Entscheidung stehe«in wettere» Rechtsmittel nicht mehr zu. ÜMeachtet des Nachsatzes rekurriert Karl sofort. ES kann nicht bei diesem Beschluß bleiben, den da» Amt selber schon einmal annulliert Hal. Seine Angst ist nur, wie er di« Zeit bis zur Erledigung seiner Eingabe überdauern wird. Er streckt den Rest, den er von dcr letzten Unter» stützung noch besitzt, soweit cs ihm'ein Organismus erlaubt. Er ißt drei>"'e> Ta-r- überhai-pt nicht», bis er vor Hunger Schnkindclanfälle be kommt. Dann peinigt ihn aber di« zunehmende Kälte und ein irrsinniger Wunsch nach Nahrung zu gewissermaßen fahrlässigen Ausgaben. So steht Kan endlich am 23. November mit gänzlich leeren Taschen da. Aber an diesem Tag ist er bereit» in der Lage, di« Annvort auf seinen Rekurs zu beheben; diesmal ging e» schneller: Ihre Eingabe gegen die auf Grurrd des Artikel» soundso der soundsovielten Novelle zum Arbeit»- losenversicherungsgesetz«rfolgte Abweisung der NotstandSauühilf«(Ä. U. III.) kann nicht tn Behandlung gezogen werden, da gemäß Artikel soundso der genannten Novell« ein Rccht»mittel nicht zulässig ist. Da» ist die Verweisung vor das absolut« Nicht», die endgültige Verwesung. Ein weiteres Rechtsmittel steht Karl nicht mehr zu. Obgleich di« Wissenschaft ausgerechnet hat, daß«in Mensch im Verlauf«ine» Monat» vier Fünftel seine» Körpergewicht» an Nahrungsmitteln zu sich nehmen muß. Von dieser Menge— für Karl berechnet wären daS 3 Kg. Fleisch, 1 Kg. Fisch, 0.50 Kg. Käs«, 8 Liter Milch, 0.50 Kg. an Eiern, 0.50 Kg. Butter, 2 Kg. sonstige Fette, 16 Kg. Brot, 16 Kg. Kartoffeln, 2 g. Hülstnfrüchte, 2 Kg. Zuk- kcr, 10 Kg. Gemüse—, von dieser Menge, hinter der er schon lange im Rückstand« ist, mag er nun zusehen, wie er auch nur ein« Faser erhalten wird. Zwar werden in di« Stadt, deren Pflaster er tritt, täglich 2000 Schlvein« und 200.000 Eier verfrachtet, aber dies« greifbaren Mengen sind für Karl so gleichgültig wie da» Meerwasser für di« Seefahrer, wenn sie am Verdursten sind. Denn er sst nicht in der Lage, einen angefaulteu Apfel zu bezahlen. Sein«inzige» Zahlungsmittel, ieiti« Arbeitskraft, steht außer Nachfrage. Er ist, mit all seinen Erinnrrunaen und all seinen Knoche», anßer Kur» gc'etzi. Bedauerlich, daß eS ihm nun überlassen bleibt, sein Gerümpel alleine durch;»- kretten. aber waS will nran dagegen tun In die- '>n Zetten? Vielleicht ist die Epoche im Anbruch. -- Charles M. Schwab kommen'oh und'n der jeder nur das besitzen soll, was er epzeugt. Pa radox zwar,'den» dann hätte man Fidschi-Insulaner bleiben können und nicht einmal«in« Kaffeemühle erfinden brauchen, aber wer will wissen, waS einem, in diesen Zeilen, bevorsteht. Jedenfalls zahlt nran nun, über diese dreimal verdammt« Fehlrationalisterung, mehr an Arbeit»- losenfürsorg«, al» man seinerzett an den entlassenen Arbeitern erspart«. Nun ist überhaupt der Augenblick gekommen, zu fragen, wozu man die Wcrktänrpfc und die große Kröte der unverzinst gebliebenen Investitionen geschluckt hat, wenn die gesellschaftlichen Produktionskosten um da» steigen, worum man die Produktionskosten der Unternehmen gesenkt hat. Und«S mag nun fast sein, daß die Großväter in ihrem Unverstand die Welt in besseren Proporttonen gehalten haben. Karl geht noch einmal zu dem Sekretär Pragner vom Arbeitsnachweis. Er legt flanr- inend die widersprechenden Papier« vor ihn hin. Was im August Recht war, muß doch auch im November Recht sein. So ist da» nicht, eutgeg- net der Sekretär, der sich Karls noch erinnert. Ich sagt« Ihnen im Sommer, daß Grenzsälle dem Ermessen der Industriellen Bezirkskommis» ston airheimgestellt sind. Nun hat man sich eben Sicher» entschieden. Ich besitze, sagt Kart, wenngleich er sich gerttert, nur mehr da», wa» ich am Leib trage. Dabei st»ürt er wieder den Druck auf dcr Brust, den er sich nicht erklären kann und der von einer Herzneurose kommt. Gestern, nimmt der Sekretär da» Allgemein« zubilfe, ries em sozialdemokratischer Abgeordneter dem Finanzminister zu, wir stünden vor einem Schrei- kcnswinter, weshalb bei den ErkParungSm-rßnah- men nicht gerührt werden dürfe an der ArbertS« lofenunterstützung. Und der Finanzmiuisier ent« geanet« ihm. gerade weil die Not der Wirtschaft, und damit die deS Staates, mit jeder» Tag zu- nchin«, könnt« für di« Arbeitslosen nicht daS getan werdeii. WaS man unter besseren Umständen kür sie zu tun in ber Lage wäre. (Forhetzuag jolgr.) Nr. 125. Sonntag, 28. Mai 1088. /eUe 8 Mehr als I S Milliarden Araeitsanicihc. Die Zeichnung der bprozentigen staatliche« llrbeitSanleihe macht befriedigend« Fortschritte. Die Zeichnungen haben bereit» 1.5 Milliarden Krone« überschritten. In der verstossenen Zeich. nungtsrist vom 20. bla 27. Mai d. I. wurden flz 67,072.800 gezeichnet und bar bezahlt, so daß ter Gesamtbetrag der Zeichnungen mit den Zeichnungen der vorangegangenen Wochen LL 1.512,722.700 betragt. Hiezu ist zu bemerken, daß in diesem Betrage mehrer« größere Zeichnungen nicht enthalten sind, dir zwar bereit» angcmeldet, bisher aber noch nicht verrechnet sind, und daß serner diesmal in dem angeführten Betrag« di« neuen Zeichnungen laut A 6 de» Gesetze» über die Arbeitsanleihe nicht enthalt«« sind, da di« Brr« länger»«« der ZtichnnngSfrist für diese Lattung von Zeichnungen noch der Genehmigung der gesetzgebenden Körperschaften bedarf. Das Sdildfsal der GewerhsdialtslOhrer. Vas sagt der Herr Gesandte de» Dritte» Reiche» dazu? Leipart und Graßmann. die beiden Funktionär« de» ADGB., di« zunächst im Krankenhaus waren, sind nun vergangene Woche in dar Polizeigefängnis gebracht worden. Dort liegen sie in einer Zelle in Gemeinschaft mit ebenfalls verhafteten Kommunisten. Weil Genoss« 2c Part schwer leidend ist, ist nur ihm allein«in Bett zur Verfügung gestellt worden, während di« aiweren Zellenirrsassen auf der Erde liegen müssen. Was das heißt, braucht wohl nicht erst besonders dargestellt zu werden. Der amtlich« Pressüdienst spricht im Zusammenhänge nrit der Verhaftung der Gewerkschaftsführer von böswilliger Greuelpropaganda, cr dementiert die Behauptung, daß auch Leftwrl und Graßmann 24 Stunden in den« berüchtigten SA.-Krllcr zugebracht hätten. Dies« beiden seien vielmehr sofort nach der Verhaftung ins Krankenhaus gebracht worden. Di«s«S amtliche Dementi iff«ine schamlose und unverfrorerre Lüge. ES sind zahlreiche Augenzeugen vorhanden, die den Trans- Port der Gewerkschaftsführer eftrschlicßlich Leipart und Graßmann purch di« Straßen Berlins von SA.-Kasernen zum Polizeipräsidium gesehen haben. Alle diese Zeugen können bestät'gen, daß dies« Ueberführung sehr langsam vor sich ging! da Genosse Leipart, der blckanntlich em steifeS; Bein hat, nicht so schnell gehen konnte. Der langsam dahiiuiehende Zug erregte aber nicht nur Aufsehen, sondern erweckt« Empörung und Abscheu. Erst vom Polizeipräsidium auS wurden Leipart und Graßmann ins Krankenhaus gebracht. Kriegsmäßige relddlenstObung der SA bei Berlin! Berlin, 26. Mai.(Eigenbericht.) Am 25. Rai fand im Norden von Berlin ein« große kriegsmäßig« Felddienst- Uebung do» Berliner und Brandenburger SA-Abteilun- gen statt. Die Uebung begann am frühen Morgen und dauert« bl» in die spät« Nacht hinein; während dieser Zeit war da» umfangreich« Gc- sechtSgebiet für de» Durchgangsverkehr abgcsperrt. Di« SA-Abteilungen waren mit Fasan- terie-Gewehreu, zum Teil mit Maschi. »en-Gewehre« ausgerüstet; im Wald« von Mding wurden mehrer« Feldgeschütze gc. sichtet, dl« sich an der Uebung beteiligte«. JnSger, samt waren etwa 4000 Man» zusammengezogcu; die Leitung de» Gefechte» lag zum Teil in den Händm von Offizieren der Reichswehr, die in voller Uniform erschiene» waren. C» wurde» ferner mehrer« Offiziere und Unter, »ssiziere der Reichswehr geschcn, di« att Instrukteure der Führer der SA-Abteilungen fungierten. Der Rückmarsch nach der Uebung erfolgt« in getrennten Kolonnen; solche Kolonnen wurden ««ter anderem in Bernau, in Zepernick, in Buch «nd in Schönwald« gesichtet, Diebsgut gehört den Dieben. Auch eine„Verfügung". Berlin, 27. Mai. Das Wolff-Büro meldet; Der Staatsminister für den„ASB unter nationalsozialistischer Leitung" Dr. Dommel hat folgende Anordnung erlassen: Sämtliche preußischen Amtsstellen werden aufgesordert, das Material des„Arbeiter-Samariter-BundeS unter nationalsozialistischer Leitung" fr«izugeben und die Kolonnen in ihrer Tätigkeit nicht weiter zu behindern. Bereits beschlagnahmtes Material und dir von anderen Formationen besetzten Rettungsstationen sind den mit. kommissarischem Ausweis versehenen nationalsozialistischen Leitern zur Verfügung zu stellen. „AM der riudit erschossen.“ 0» hat ihnen in Oranienburg zu gut gefallen. Berlin, 26. Mai. Im Konzentrationslager v'on Oranienburg bei Berlin wurden gestern Nacht fünf Häftlinge bei einem angeblichen Fluchtversuch erschossen. Ueber die Namen und die Parteizugehörigkeit der Betreffenden ist nichts bekannt, da die Lagerverwaltung jede Auskunft dvüoeigert. vis V6mokratsvpr6886 sIs Hure des Fascistrrus. Die Wahrheit Ober das Gefangenenlager in Oranienburg und die„ncidicnbcrgcr Zeitung“. Die„Reichenberger Zeitung" gibt«ine Bil- derbeilagc hinaus. Sie bezog sie früher fertig aus Deutschland; jetzt aber beschränkt{{«' sich wegen dcS hohen Zolls darauf, das Photo- inatrrial aus Deutschland zu beziehen und stellt die Beilage im Lande her. Also hat sie die Möglichkeit, die Bilder, die ihr nicht zusagen, auSzuschalten. Sie macht von dieser Möglichkeit reichen Gebrauch und> bringt, ihrer„demokratischen" Gesinnung entsprechend, nur die Bilder, die der Zensor des Dritten Reichs genehniigt hat. So führt sie in ihrer letz- ten Ausgabe die idyllischen Zustände im Gefangenenlager Oranienburg vor; sie„beweist", daß der Aufenthalt dort eine wahre Sommerfrische genannt werden kann. Wir sind nun in der Lage, den Bericht eines Genossen zu veröffentlichen, dem e» vor kurzem gelang, au» dem Gefangenenlager in Oranienburg zu entfliehen. Die Leser haben Gelegenheit, an Hand dieses wahrheitsgetreuen Berichte» da» Ausmaß der Schufterei zu ermessen, die die„Reichenberger Zeitung" durch die Wiedergabe der gestellten Bildberichte beging. Dor Geflüchtete erzählt: Oranienburg ist deshalb so besonders interessant, weil Goering dies Lager hatte photographieren und die dabei zustande gekommenen Bilder in der ganzen Welt verbreiten lassen. Damit sollten die schlimnien Gerüchte widerlegt werden, die über die Konzentrationslager im Umlauf sind und damit sollt« der„Beweis" erbracht werden, daß in Neu-Preußen olles wunderschön und human sei, ja, daß cs eigentlich für einen ordentlichen Menschen geradezu eine Lust sein müsse, in einem solchen Konzentrationslager„zu einem nützlichen Mitglied der menschlichen Gesellschaft erzogen" zu werden, wie dies der Chef der Geheimen Staatspolizei, der agent provocateur Diels formuliert hat. Diese Bilder von Idyllen sind nicht bloß' in den deutschen illustrierten Zeitungen, sondern zuni Beispiel auch von der„Schweizer Illustrierten Zeitung" verbreitet worden, von deren Verlag(Ringuier u. Cie. in Zofingen) das sozialdemokratische„BolkSrecht" von Zürich behauptet daß sich neuerdings„starke deutsche Einflüsse geltend machet. Einer der bei dieser Photographier-Aktion Doerings mitphotographierten Gefangenen deS Lagers Oranienburg, dem kürzlich die Flucht gelang, hat uns nun berichtet. Die Bilder waren selbstverständlich gestellt!— Die„Gemütlichkeit" der Lagereinrichtung und deS Lagerlebens, die die photographischen Platten Wiedergaben, waren nichts als Kulisse und Theaterspiel. Der„Dienstplan", den uns der Photo- Reporter zeigte, galt zum mindesten für den allergrößten Teil deS Lagers nicht. Dort war die Rede von„Betten machen". Betten aber hatten die Gefangenen vielleicht daheim— im Lager Oranienburg lagen sie auf Strohschütten, und zwar so eng zusammengepfercht, daß für den einzelnen Gefangenen kaum ein Quadratmeter Platz übrig blieb, buchstäblich wie die Heringe, in der Tonne. In der ersten Zeit gab eS gar keine Decken, später meist zerlumpte Ueberreste irgendeines Lagers der schwarzen Reichswehr. Fast das übelste aber Ivar die Waschgelegenheit: für etwa 80 bis 100 Personen standen fünf Waschschüsseln auf dem kalten Hof zur Verfügung. Hygiene! Im Lager Oranienburg wird verhältnismäßig wenig geprügelt. Die eigentlichen Marterstationen der Gefangenen liegen vor der Emliefe- rung in das ofstzielle Lager. Da ist zum Beispiel die ehemalige Rednerschule der Kommunistischen Partei in Fichtenaubei Oranienburg. Sie:st eines der.Hauptprügel-Jnstitut« der SA. Oder der Ort Zepernick, der allen Verhafteten und dorthin Verbrachten in ewiger Erinnerung bleiben wird. Hier in Zepernick(ebenfalls nördlich von Berlin) hat sich auch die Staatspolizei an de» Schindereien der SA beteiligt. Ter Polizeioberwachtmeister Schmidt führte das Kommando über die Gesellschaft. Die Opfer dieser Bande könnten wochenlang als lebendiger Beweis für die Prüqelorgien der Dolkserneuerer hcrumgezetgt werden. Ihre Wunden heilen nur sehr, sehr langsam. Dort, in Zepernick, hat man auch vor den schwerst Kriegsbeschädigten nicht.Halt gemacht: so wurde zum Beispiel der einarmige„Marxist" R o e t l i n g halbtot geschlagen. Wir greifen einige Vorkommnisse und ein ge wenige Namen aus dem uns bekannt gewordenen exakt beglaubigten Material heraus. Das sind durchaus nicht etwa die fchlimnrsten Fälle. Selbst- verständl'ch ist. daß alle zur Entlassung kommenden Insassen dieses Laaers irgendwelche Papierfetzen unterzeichnen müssen, auf denen zu lesen steht, daß sie gut behandelt worden seien, oder daß sie den Mund haften würden über daS, was ihnen widerfahren sei. Tatsächlich stehen manche der nach dem Ausland entkommenen Menschen noch derart unter dem Druck deS Erlebten, daß sie erst ganz allmählich die Sprache wiederfinden. Dann aber ist«S meist Entsetzliches, was sic zu berichten wissen. Noi nodann lm Zuchthaus Piöizensee. Berkin 26. Mai.(E i g. Meldung.) Der Berliner Stadtarzt Dr. Max Ho dann, der gleich«ach dem Reichstagsbrand verhaftet wurde und über dessen Schicksal bisher vollkommene Utt« gcwißheit bestand, ist in» Zuchthaus i» Plöhcnsee eingeliesert worden. Hodann, der wie Tausend ander« der Eingesperrten nicht weiß, Wesse« man ihn beschuldigt, tst zwar noch am Leben, aber niemand weiß, welche Torturen ihm in den Kerker» de» deutsche« FaseiSmu» noch bevorsteh«« und wie er sie ans die Dauer überstehe» wird. klne amtliche Greuelmeldung. Ein SchuhhÜftling legt sein Mandat nieder. Berlin, 27. Mai. Da» VdZ-Büro meldet: Der sozialdemokratische preußische LandtagSabge- ordnete'Möller-Halle ist au» der SPD-Fraktion ausgetreten. Er befindet sich zur Zett in Schutzhaft. Er hat der Landtagsverwaltung mitgeteilt, daß er«in« Begründung für seinen Austritt und die Entscheidung darüber, ob er fein Mandat niederlegen wolle, erst mitteilen könne, wenn er aus der Schutzhaft ent», lassen fei. Möller-Halle vertrat seit 1026 den Wahlkreis Merseburg in der sozialdemokratischen Preußenfraktion. Er war Bezirksleiter des EinheitSver- bande» der Eisenbahner Deutschlands. klne peinliche Angelegenheit. Deutschland verschleppt die Genfer jüdische Beschwerde. Genf, 27. Mai. Die Petition der jüdischen Minderheit in Ober-Schlesien, die durch Franz Bernheim überreicht worden ist, wurde gegen alle Erwartungen heute noch nicht im Völkerbundrate verhandelt, da der deutsche Delegierte Keller in geheimer Sitzung mit dem durch den Berichterstatter Lester, dem Vertreter Irlands, vorbereiteten Berichte nicht übereinstimmte. Die deutsche Delegation in Genf äußerte den Wunsch, der Bölkerbundrat möge sich auf eine einfache Zurkenntnisnahme der Erklärung des deutschen Vertreters, beschränken, derzufolge„die Verantwortlichkeit für Uebergriffe gegen die Juden in Oberschlefien bloß die lokale untergeordnete Beamtenschaft treffe, die das Gesetz irrtümlich und unrichtig ausgelegt hatte". Dr. Leber- 20 Monate Gefängnis. Lübeck, 27. Mai. In dem Prozeß gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Leber und den Arbeiter R a t b wurde heute n<^h mehrstündiger Beratung das Urteil gefällt. Wegen „Raufhandels" erhielten Dr. Leber«in Jahr acht Monate Gefängnis und Rath, dem die Untersuchungshaft angerechnet wird,«in Jahr Gefängnis. Die Anklage auf Körperverletzung m:t tödlichem AuSgang wurde fallen gelassen. Dranne Vaterlandsverräter. Di« nachfolgenden Zeilen sind einer Broschüre de» Genossen Paul Diner« Däne» entnommen, di« unter dem Titel „Der braune Sumpft' in den nächsten Tagen im Berlage„Solidarität' in Prag erscheint. Die NSDAP kämpft nuter dem Motto „Gegen den BaterlandSverrat der Marxisten" und bezeichnet die Spionage als das widerlichste und gemeinste Verbrechen der Menschheit. Wie sieht cs damit in ihren eigenen Rethen au? Der SA-Führer Feldmann aus Mainz war während des Kruges in der französischen Fremdenlegion und kämpfte an der Westfront gegen Deutschland. Ucber- d:«S betätigte er sich von 1823 bis 1930 als SpionderfranzösischenBesatzungS- truppen in der Pfalz. Daraufhin verurteilt« ihn am 22. Mai 1931 das Reichsgericht wegen Landesverrats zu fünf Jahren Zuchthaus. Der ehemalige Reichswehrangeörige Gerhard .Herrmann, maßgeblicher Naztführer in Magdeburg, war ebenfalls in der französischen Fremdenlegion. Nach Deutschland zurückgc- kehrt, wurde er wegen Verrats militäri- schcr Geheimnisse an Frankreich zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Gauleiter Erich Koch(Ostpreußen) seit 14. September 1930 Mitglied des Reichstages, bedient« sich eines politischen Vertrauensmannes. Er war, wie sich auS einem Prozeß vor dem Schöffengericht in Königsberg im Juni 1931 ergab, mehrfach wegen Spionage zugunsten Polens vorbestraft. Der SA-Unterführer Karl.Wißler in Hünefeld(Hessen) wurde am 2. Feber 19W vom ! erweiterten Schöffengericht in Fulda wegen Spionage zugunsten Frankreichs zu einem Jahr Gefängnis verurteilt... Aul die Gesinnung kommt cs an! Die Leitung der DNSAP. hat einen neuerlichen Aufruf an di« Parteigenossen und Unter« glicderuugcn hinauSgcgebcn, in dem der Bcrkcbr mit rcichsdeutjchen Hakenkreuzlcrn und der Gebrauch von Hakenkreuzfahnen streugstens unter« sagt und mit Ausschluß aus der Partei bedroht )v!rd. Wir zweifeln nicht daran, daß es den Herren Jung und Konsorten ernst damit ist, sich von den reichsdeutschen Nazis organisatorisch zit distanzieren; dazu bestimmt die gesinnungstüch- tigcn Leute, die Hitler« je nach Bedarf verraten und verhimmeln, der S e l b st c r h a l t u n g S- tr i e b. Wer aber wird die nationalsozialistischen Tarnversnche ernst nehmen, wenn nicht auch«in« klare geistig« Distanzierung vom HitlcriSmu» erfolgt?„Der Tag" hat auch weiterhin nicht nur kein Wort gegen die Hunnenbarbarci zu sagen, sondern verhöhnt auch alle, die über sie berichten. So bat cr sich erst vor einigen Tagen über den Genossen Stampfer deshalb lustig gemacht, wcil er die furchtbare» Qualen schilderte, denen die Verfolgten und Bedrohten in Hitlcrdeutschland stündlich ausgesetzt, sind. Und mit keinem Wort« noch ist er abgcrückt von der Meinung, dem Genossen Sollmann sei noch viel zu wenig widerfahren, als er in die Hände der Hunnen fiel. WiejemandheutezuDeutschland steht, so ist sein Bekenntnis zur Demokratie beschaffen. Wer den FasciS- muS lobt, aus Zweckmäßigkeitsgründen aber den sichtbaren Umgang mit ihm ablehnt, der ist«in Feigling und Betrüger. Wer aber wirklich ein Demokrat ist, der braucht seinem Herzen nicht erst einett Stoß zu geben, um zu einer Verurteilung der neudcutscheit Barbarei zit gelangen und, darüber hinaus, an der tatkräftigen Bekämst- fnnq dieser Barbarei teilzunehmen— um Deutschlands, um des deutschen Volkes willen. Die Sozialdemokraten— wir erinnern an den Juden Viktor Adler!— haben sich noch nie gescheut, ihrer Gesinnung klar AttSdruck zu geben und für die Folgen cinzustehen. Die mtttigen Teutonen Jungstyer Couleur aber wollen ihre Gesinnung hinter dentokratischen und angsterfüllten Redensarten verbergen. Das ist führwahr ein verächtliches Beginnen! Keine-Einmischung", sondern nur ein^Beilhiei". Prag, 27. Mai.(Amtlich.) Der tschechoslowakische Gesandte Dr. Mastny schritt gentäß dem ihm durch die tschechoslowakische Regierung erteilten Austrage im ReichSaußemninisterimn ein, wo cr den tschechoslowakischen Standpunkt zu der Erklärung deS Reichskanzler» Hitler verdol« metfchte, wie er m der Kundgebung des Justiz- ministerS Dr. Meißner zum Ausdruck gekommen war. Dem tschechoslowakischen Gesandten wurde erklärt, daß eS bei den betreffenden Worten des Reichskanzlers nicht um eine Einmischung tu die inneren Verhältnisse eines fremden Staates ging, sondern sich lchiglich um ein Beispiel dafür gehandelt hat, wie leicht sich in der öffentlichen Meinung im AuSlande eine falsche Auffassung Mer die SA- und SS-Gruppen, bezw. ihr Verhältnis zur Reichswehr bilden kann. Der Brünuer Aafeisteuprozetz. Brünn, 27. Mai. Im Faseistenprozeß wurden heute Polizei- und Feuerwehrleute einvernommen, welch« mit den Angeklagten».ich deren Verhaftung in der Nacht d«S Ueberfalls zusammengekommen waren. CS handelt sich bei den Zeugeneinvernahmen um di« Feststellung,'b die Verhafteten mißhandelt oder durch Zwang zu bestimmten Aussagen veranlaßt wurd-n. Alle Zeugen bestreiten entschieden, daß die Fascilten geschlagen oder zu Aussagen gezwungen wurden. Von den Angeklagten Ist eS besonders 8 ui> lik. de- behauptet, daß ihm von Polizeilauten die Zähn« auS- gefchlagen wurden. Er gerät jedoch in Wider- fpnich zu seinen früheren Aussagen. Während er früher behauptet«, im Schimitzer Feuerwehrdepot mißhandelt worden zu lein, erzählt er heute, daß sich alle» aus der Brünner Pollzeldirektion zugetragen habe. Nach Beendigung dieser Zeugenverhöre und Verlesung von Akten wurde die Verhandlung auf Montag vertagt. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Montag: Prag: 6.00 Gymnastik. 18.25 Deutsche Sendung: Landwirtschaft.— Brünn: 18.25 Deutsch« Sendung: Französisch. 19.25 Schrammelmusik.— München: 21.20 Kammermusikstn nd«.— Berlin: 17.10 Flölenmusik. 20.15„Nphigenie In AuliS", Oper von Gluck.— Hamburg: 20.00 Barock.— Königsberg: 18,25 Schubert-Lieder.— Breslau: 21.10 Süd- feeflug.— Langenberg: 16.30 Kammermusik.— Wien: 17.25 Alte Musik auf alten Instrumenten. 19.00 Aus dem fernen Osten. Dienstag; Prag: 6.00 Gymnastik. 10.10 Deutscher Schulfunk. 18.26 Den tsch« Sendung: Deutscher Humor. 20.30 Festkonzert. M.15 Zeitgenössische Musik.— Preßburg: 17.20 Lieder. 18.00 Bunter Abend.— München: 20.00 Konzert.— Leipzig: 16.00 Orchasterkonzert.— Frankfurt: 20.00 Volksmusik.— Langenberg: 21.00„Doktor Eisenbarch", Hörbild.— Wien: 1900 Volketüniliibes Konzert. 21.00 Wiener Jestzvochen. Seift 4 Sonntag, 28. Mal UM. Nr. 125. b v ä und >4/ Staffel Nr. 72 aus Prag gezwungen, unweit der| boä auf der Stelle tot liegen blieb. ,< ist T agesneuigkeiten Hlnrichtnng in Deutschland. Torgau, 27. Mai. Im Hof des hiesigen Straf- gefängniffeS wurde heute morgens der wegen Mordes zweimal zum Tode verurteilte Melker Friedrich Lüdicke durch Enthaupten hingerichtet. Lüdicke hatte auf der Wanderschaft einen unbekannten Wanderburschen einen Friseur nmgebracht. Schrecklicher Tod eines Kindes. Brünn, 27. Mai. Ter vierjährige Rado« van R a t o u 8 e l fiel in der Waschküche in einen Topf mit heißem Wasser und erlitt der. artig« Verbrühungen, daß er st a r b. Anschlag ans einen Zollbeamten. Preßburg, 27. Mai. In die Wohnung deS Oberrespizierrten KoIinek, Vorstandes der Finanwachabteilung in Hostivice, warf ein Unbekannter am 26. d. M. abends durch das Fenster eine Dhna m i t Pa trone, die bei ihrer Explosion die ganze Wohnungseinrichtung demolierte. Zufälligerweise war in diesem Augenblick niemand in der Wohnung. Es handelt sich offenbar um eine Tat von Schmugglern. Die Angelegenheit ist Gegen- land einer Untersuchung. . v Zum Rektor der deutschen Universität wurde der Professor der Slawistik Dr. Gerhard Friedrich G e s e m a n n götvählt. Gescmann steht im 45.' Lebensjahr« und ist Braunschweiger. Nach Prag ist«r von der Universität München berufen worden, wo er»eit 1920 außerordentlicher und seit 1923 ordentlicher Professor ist. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die südslawische Sprache und Literatur. von Einbrechern mißhandelt. In der Nacht auf Samstag überfielen drei' unbekannte Täter die Wohnung des Arbeiters Czenko Sajaa in Ungvar und verlangten, daß ihnen das Ehepaar bekanntgebe, wo sie ihr Geld aüfbcwahrten. Als dies die Eheleute ablehnten, wnrden sie von den Eindringlingen schwer mißhandelt. Dann entkamen die Gauner durchs Fenster, ohne etwas gerauht zu haben. Die Gattin SajgaS erlitt ziemlich schwere Verletzungen und wurde ins Krankenhaus iibergefi'chrt. Die Polizei fahndet nach den Missetätern, die anscheinend mit den Ovtsverhältnisse» gilt vertraut waren. Im Automobil- Berläßlichkeitswct«bewerb durch dl« Tschechoslowakei kam es in der vorletzten Etappe Zlin—Kaschau zu einem tragischen Unglück. Der Rennfahrer K o n e ä n i k aus Proßnitz überfuhr auf seine«» Wikow-Wagen unweit DobSinnL ein siebenjähriges.Mädchen, Schwere Eisenbahnkatastrophe in England- Ein völlig zerstörter Wagen des verunglückten Zuges. der Nähe von Wimbledon ereignete sich vor einigen Tagen ein schweres Zugsunglück, dem fünf Personen getötet und eine größere Anzahl erheblich verletzt wurden. Ein Motorzug gegen Auto. Urhorod, 27. Mai..Heute mittags stieß der von Uühorod nach Banovcc nad Ondavou fahrende Motorzug auf dem Slraßenübergang in der Gemeinde Mincj bei ULHoroo auf das Last- auto der Iglauer Firma B. Kesler, das von 6op nach ULHorod zurückkehrtc. Das Auto wurde durch den Anprall umgestürzt und zertrümmert. !Der Chauffeur und ein Passagier wurden verletzt, während der ztveite Passagier ohne Unfall davonkam. Die Ursache des Zusanimcnstoßes wird untersucht. Marge» v. Etzdorf fliegt nach Austroli««. Berlin, 27. Mai.-Die Ostasienssiegerin Marga von Etzdorf ist vom Flugplatz Staaken Samstag früh 3 Uhr 15 zu einem neuen Fernflug nach Australien gestartet. Marga von Etzdorf fliegt eine Klemin- Maschine nrit„Argus"-Motor. Die Fliegerin wird sich voraussichtlich längere Zeit in Main aufhalten, da ihr« Route fiir Australien noch nicht genau festliegt. Grubenunglück auf Sachalin. • Tokio, 27. Mai.(Wolff.) Auf der Insel Sachalin ereignet« sich heule in einem Bergwerk eine schwere Explosion. Sieben Bergleute wurden getötet urid 15 verletzt. ff. 8. KW klagt die-Sudetendeulsche" Sie wird beweisen müssen, daß Tatsachen „Greuelliigen" sind. Prag, 27. Mai. Ein inieressanter Presseprozeß steht beim Leitmerihcr Kreisgericht bevor. Die aus Prag datierte, aber iu Letschen erscheinende„S udctcndcutsche Tageszeitung" har am 15. Mai unter dem famosen Titel„G r c u e I l ü g c» am Prange r" sich mit einem Artikel des bekannten Schriftstellers E. E. K i s ch befaßt,«vclchcr m der hier erscheinenden„Ntuen Weltbühne" veröffentlicht worden war und in«velchem Kisch, der bekanntlich von den Hitlerlxuten verhaftet und eingesperrt«vurdc, seilte Erlebnisse im Berliner Polizeipräsidium und im G e- fängniü von Spandau schildert. In welchem Ton die Notiz der„Sudetendeutschen", die bekanntlich an Liebedienerei vor dem Hitler- regime in nichts hinter den nationalsozialistischen Prcsfeerzcugnisscn zurücksteht, gehalten war, kann man sich leicht vorstell«». , Kisch hat nun beim Kreisgcricht Lcitmeritz die Ehrenbelcidigungstlaae eingebracht, und zivar hauptsächlich deshalb, um öem verantwortlichen Schriftleiter Gelegenheit zu geben, d«n Wahrheitsbeweis für die Behauptung zu erbringen, daß die von Krfch dargeftelltcn Tatsachen „G r e u e l l ü g« n" find. Kisch will auf keinerlei BerglcichSvcrsuche cingehen, sondern ist entschlossen, dcn Prozeß um seiner gimndsötzlichcn Bedeutung willen bis zum Urteil d u r ch zu- führe n. Die journalistischen Anwälte der Hun- nenherrschaft werden also Gelegenheit haben, die „Greucllugcn" öffentlich Zit widerlegen. Die Ocffentlichkeit sieht diesem Anlaß mit aufrichtigem Vergnügen entgegen. WS W Si« Mörder gesteht. Brüuu, 27. Mai. Franz MatuSLak, der der Ermordung der-'7jährigen Philippin« Vaxova in Strhare verdächtigt wurde, jedoch bisher hartnäckig leugnete, hat heute früh einen seelischen Zusammenbruch erlitte« und di« Tat ringe standen. Er wird in die verichtshaft nach Brünn eingeliefert werden. I» bei W WW.... WWWWWW Schnellzug der englischen Südbahn entgleiste"und stürzte um. Ein aus der entgegengesetzten Richtung kommender elektrischer Zug fuhr in die ümgestürztv« v-ZugSwagen hinein. lllllllllllllllllllllllllMWllWIIllllllllMIllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Gemeinde Vitin in Südböhmen eine Notlandiing vorsunehmen. Das Flugzeug kehrte aus Malacka zuruck. Bei der Notlandung verfing sich der Appa rat mit dem rechten Flügel an einer Kartoffel- ackerfchollc. Durch dcn Anprall wurde das linke Rad des FahruntcvgcstcllS abgebrochen und der rechte Flügel beschädigt. Die Besatzung kain ohne Verletzung davon. Das Flugzeug war zun, Weiterfluge nicht mehr geeignet. Es wird abmon tiert u«ck> noch Prag befördert»vcrdcn. * Berlin, 27. Mai. Ein Verkehrsflugzeug mußte heute bei Zechlinger Hütte eine Not- laudung vornehmen. Die beiden Insassen wurden verlebt. ^lnglatnstrophen. Rom, 28. Mai. Das P ostwa s s e r f l ug- zeug, das den regelmäßigen Dienst stoischen Marseille und Genua versieht,«vurde gestern auf dem Fluge von Marseille nach Genna wahrend eines Sturmes von einer W i n d h o f e e r f a ß t, in der Lüft umgestürzt und auf das Meer geschleudert. Der Radiotelcgraphist sowie ein Passagier, der Amerikaner Mae Ceh. wurden getötet, die beiden Piloten, der Mechaniker und ein spanischer Passagier naniens Lianza wurden schwer verlebt) * Böhmisch-BudweiS, 27. Mai. Am 2«. Mai dS. I. abends wurde wegen eines Motordefektes das Militärflugzeug des FliegerregimenteS Nr. 6, Auch ein Geldfälscher. Dir Geudannerie in 'JiiÄtii Herecky im Bezirk Svalava verhaftete Jurck Ulincs aus der Gemeinde Tisova, der in primitiver Weise aus einer Mischung von Blei und Zinn Falsifikate von Ein- und Zchnkronen- münzcn herstellle. Ulinec gelang eS, bloß ein Falsifikat anzubriugcn. Bei einer Durchsuchung sand mal« bei ihm sechs Zehnkroncnfalsifikate. Ulince wurde i>« die Haft des Bezirksgerichtes in NiSni Bcrccky eingeliefert. Der Mädchenmord bei Tischnowih. Wie wir bereits berichtet Haben,«vurdc bei Tischnowih die Philippitte Baxa von einem nnbckannten Täter vcrgcsvaltigt und dann ermordet. Die Gendarmerie hielt insgesamt 22 verdächtige Pcrsone«« an und verhörte nicht weniger als 142 verschiedene Personen. Unter den Ungehaltenen befand sich auch der 27jährige landwirtschaftliche Arbeiter Fran; MatukLSk, der nun gestern früh nach langem Leugnen gestand, die Tat verübt zu haben. Zur Aufklärung der Tat führte eine Broschenspange, die bei dem Kopf der Ernior- deten gefunden wurde und von-der fcstgestellt wurde, daß sic dem Matuzesk gehört. Der Mörder«vurde. dem Brünner Krcisstrafgericht eilige liefert. . Iuristcnurlaube zum deutschen Juristentag. TaS Justizmiiristeriun« hat. durch einen besonderen Erlaß allen Richtern nnd Konzeptsbeamten des Justizdien- steS sowie Auskultanten und Recht-Praktikanten, die am Juriftcntagc in Karlsbad teilnehmen wollen, einen besonderen dreitägigen Urlaub bewilligt, der in dcn pragmatischen Urlaub nicht eingerechnet wird. Die Auszahlung der staatlichen Studienunterstützungen für den Monat Mai 1933 an Prager deutsche Hochfchüler findet am 27. und 29. Mai und von«. 6. bis 10 Inni 1938 statt. D>« ZahlungSamveisungen dafür ivcrdcu in der Kanz- lei des Vereines„Deutsche Studentenfürsorge", Prag II.. Krakovska 16, von« 27. Ma« bis 10. Fun« 1933 änSgefolgt. Bis dahin nicht behobene und bei der Bank.nicht eingelöste Schecks gelten als verfallen. SA meutert. Unter der Berliner SA herrscht große Unzufriedenheit. Die Herde dieser Unzufriedenheit liegen in dem Umstand, daß ein Teil der SA-Leute als bevorzugt gilt, nämlich der Teil, welcher als Hilfspolizeibcanite im Di«««ste des Staates steht. In der« SA-Kasernen kommt es sehr oft in Gcgcnlvart der Häftlinge zu Differenzen wegen der Bezüge der Hilfspolizeibeamten. SA-Leute, die in der Kaserne in der General- Päpe-Straße waren, erklärten, daß sie bald Schluß machen würden,«venu nicht auch sie dcn Hilfspolizeibeamten gleichgestellt werden würden. AuS der„guten" Gesellschaft. Der Sohn des ehemaligen englischen Kolonialniiiiisters Ickhz^ John Amery, der vor einem halben Jahre durch seine sensationelle Trauung niit einer englische«« Tänzerin aus der Musikhall auf sich au-f- mcrksam machte, beschäftigt neuerlich die Chronik der Pariser Blätter. Er hatte vor'einigen Tagen seiner Gattin in Athen-für eine große Geldsumme Schnmcksachen gekauft, diese mit einen« ungedeckten Scheck bezahlt und«var sodann nach Paris abgcrcist. Die Ehegatten wur- dcn heut« über Ansuchen der griechischen Behörden und auf die Beschwerde des geschädigten Ju- «velicrS hi«« in Paris verhaftet und dürften vermutlich nach Griechenland ausgclicfert werden. Deutsch.tschechischer Kinderaustausch. Der International« Kugcnddienst Prag-Stralinie« 556 macht aufmerksam, daß sich jene Familien, die ihr Kind ins tschechische Gebiet auf Tailsch oder gegen Zahlung geben wollen, niöglichst bald anmeldci« mögen, damit ihnen noch entsprochen werden kann. Familien, Die ein tschechisches Ki«ü> Über die Ferien gegen Zahlung ausnehmen möchten, werden ebenfalls ersucht, dies rasches« mitzuteilen. Es empfiehlt sich gleichfalls di« Anmeldungcn zu den Jugend- und Evivachsenrn-Fahrlcn zu Fertal-Sprachkursen nach Nord- und. Lüd-Frantreich(Meer) ehestens vorzu- mchutep, Weltausstellung lu ffhicago eröffnet. Chikago, 27. Mai. Unter riesiger Bcteili- guirg wurde heute vormittags die Chikagoer Weltausstellung, die zur Feier des 100jährigen Bestehens Chikagos veranstaltet wurde, feierlich eröffnet. Die Ausstellung veranschaulicht die großen technischen Fortschritte und Leistungen auf allen Gebieten menschlicher Betätigung, vor allem in Industrie, Ackerbau, Wissenschaft und Kunst. DaS Ausstcllungsgeländc enthält etwa 300 Ausstellungshallen, von denen die riesige U-förmige„Halle der Wissenschaft" eine der interessantesten ist. Eii«c weiter« bemerkenswerte Ausstellungshalle ist dem Reise- und Trausport- getverbe gctvidnict; in ihr«vird die Enttvicklung der Verkehrsmittel vom Präric-Schooner bis zum luxuriös eingerichteten Eisenbahnwagen und vom ersten schwachen Flugzeug bis z««m modernen„Luftcxvrcß" illustriert. Auf der AuSstellu«rg sirch 17^ Länder vertreten. Den EröffnungSakt nahm Gcneralpostnicister F a r l c t« als persönlicher Vertreter des Präsidenten Roosevelt vor. Billige Fahrt! SKI, Fahrpreisermäßtaung nadi Aussig zum Internationalen Sporttag am 4., 5., 1 August 1933 W Auf Grund der Festlegitimation und des Mitgliedsbuches der Arbeiterturner, der Naturfreunde, der Ar- beiter-Nad- und Kraftfahrer, erhält feder Festteilnehmer iu der Zeit vom 1. bis 12. August 1983 eine Fahr- preiSermSfzigung von SV Prozent auf allen StaatSbahnlinien für Personenzüge, bei Entfernungen über. zweihundert Kilometer auch bei Schnellzügen. Die Reife nach Aussig kann vom 1. bis v. August angetreten werden. Die Rückreise kann bis>2. .August erfolgen. Gewiss werden viele Hunderte Genossen diese Gelegenheit benühe«, Aussig und seine herrlich« Umgeburrg zu besuchen. Näheres duch die AtuS- BundeSkanzlei(Rückporto). Großbrand. Die Eisengießerei Thicleinann G. m. b. H. in Gevelsberg bei Haagen ist durch ein Großfcucr fast völlig zerstört. Man vermutet Brandstiftung. Ans dem Dritten Reich. Das Conti-Büro meldet: Auf Anregung deS.Kultusministers Rust feierten ain Samstag all« Berliner Schilien de» deutschen Freiheitskämpfer Albert Leo S ch l o- g« t e r.—(Dos ist die Feier für einen üblen Landsknecht auf Geheiß«iires.Halbverrückten.) Der Rationalheld der Hunnen. Wer war Dchlageter? Paris, 27. Mai. Die Wahrheit über de» deutschen„Nalional-Hcldcn" Schlagcter.— AuS Anlaß des heute und morgen ftattfindendcn'National-Gedenktages für Schlagcter,— ein« Feier, an der sich die Regierungen des Reiches und der Länder in amtlicher Eigenschaft beteiligen werden, und in deren Protektorat Hcrx von Hindenburg und Herr Hitler sich teilen,— veröffentlicht die Pariser Tageszeitung„Le TempS" einer« offenbar offiziösen Artikel, der die Geschichte und das Ende von Herrn Schlaget«! in einem wesentlich anderen Lichte zeigt, als rS der deutschen Darstellung beliebt. , Um den. äußeren Rahmen des Gedenktages aufzuzeigcn, sei erwähnt,. daß die Hauptvcran- staltung in der. Äonzhcimer Heide bei Düsseldorf, ar« derselben Stelle, an der Schlagcter de« Tod gesunden hat, stattfindcn wird; dort werden nach den Bekanntmachungen des Fest-Ausschusses rund 70.000 Mitglieder der Hitlerjungend, 83.000 nationalsozialistische Arbeiter, 100.000 Stahlheliner und Kriegsveteranen und 70.000 SA-Leute, aufmarschieren; ein dort errichtetes Denkmal«vird durch den Bürgerineifter von Düsseldorf dem Vertreter der ReichSreglerung, Herrn Goering, in Obhut gegeben werden und Herr Goering wird das Denkmal—«vir folgen dem durch den Fest- Ausschuß veröffentlichten Programm!— zum National-Heiligtum proklamieren. Und nun zur LebenSgechichte Schlageters, wie sie der„Le TcnrPS" auf Grund amtlicher Dokumente darzustellen in der Lage ist:• Nach dem Kriege«var Schlagcter bei den 'Baltikum-Truppen, später in dcn Freikorps von Obcrschlcsicn tätig. Nachdein die Aktionen beendet waren, trat er in die Dienste der polnischen Spionage in Danzig; in derselben Eigenschaft »var er später in Berlin a»r der Arbeit. Infolge einer Uilgeschicklichkcit geriet er jedoch Anfang 1923 in die Gefahr, wegen Landesverrats und wegen Spionage für Polen vor ein deutsches Gericht gestellt z«« werden; Herr Schlagetcr zog vor, die Flucht zu ergreifen, und lvcndetc sich nach dem Ruhrgebiet, in welches unmittelbar vorher französische Truppen einmarschiert waren. Seine Anträge, in französische Dienste zu treten, wurden von der Besatzungsarmee auf Grund seiner Vorgeschichte abgelehnt; hierauf schloß er sich, ständig bewacht von französischen Agenten, dcn deutsch:» Sabotage-Kommandos an. Am 15. März.1923 sprengte er eine Eisenbahn-Brücke bei Dmsburg, wobei mehrere französische Soldaten getötet wurden. Nach diesctn Attentat floh Schlagcter nach Essen an der Ruhr, wo er alsbald verhaftet wurde. Bei seiner ersten Vernehmung wurde er nach den Namen der Mitglieder del Sabotage- Kommandos befragt; Schlagetcr hat diese.Namen bedenkenlos prcisgegeben und hat der Bcsatzungs- arme« mit ei»««m Schlage die Verhaftung und Lahmlegung der Organisation ermöglicht. Er selbst benisiyte sich, wie aus den Protokollen hcr- vorgcht, durch diesen Verrat an seine» Kameraden daS eigene^ Leben zu retten» indessen verurteilte ihn das französische Kriegsgericht trotzdem am 8. Mai zum Tode. DaS Urteil wurde an« 26. Mai 1923 vollstreckt. DaS ist in Wahrheit die„.Heldengestalt" Schlageters, von dem der Aufruf deS Fest-Ausschusses folgendes erklärt: „Für unsere deutsche Jugend ist Schlagetcr ei» Symbol. Er verkörpert die neue Generation, jene Generation, die keine Furcht vor dem Kriege hat. Schlageter ist der Prophet gewesen unserer nationalen Revolution von Heute; er hat uns. hie TW ^eitt V kahh MA**« genug habihi und seine » <5 Oscar Singer 1 PISTYAN 1 l 4fi* *:. btzpnotifchen Blicken an. Itvccft abwehrend die pctiunaH’“ 1“**»««>«»>,■■>>•» Mime aut uns plötzlich bewogt sich vor den Augen iung den Beweis erbracht haben, dast ihre Per« der Anschauer di« hypnotisierte Bal«. Di« Blumen fonalpolltik in der Oessentlichkeit kräftig der« •••--•» v.. u,k.«ai tv.m ,f urteilt wird. DI« traditionellen IheuMahuran Plstvans»lad zu Milizen Pauschalpreisen erhältlich. Verlangen sie unsere’ Pauschalprospekt. Badedirektion ieg t.nen zu V«rn, die Las« n«.gt sich dem z, rrngcgen, bis;u- ine.n Wintel der.hr Berlarr-'n t nach physikalischen Geletzen eigentlich unmöglich I wacht. Und nun beginnt der?)ogi ein seltsam«-! Lpiel mit dieler Dal«. Trotzdem er mehrere l Lchritt« von ihr entfernt isi, scheint er unlöslich i vnt ihr verbunden lein. Jede Bewegung des Kör»! Herr ahmt di« Dale nach. Di« bewegt sich sie'11 Der mder Richtung, in der der Dvgi leinen Oberlür»! Sperrigkeiten eines stacken rt. Dar erft« fluch- Betrachter zu Dhr- Mindesten» ist hi«N herrschten wurde von der modernen Medizin thetii''’: Heilmittel der lchwingt oder neigt. Plötzlich zerreistt er mit 1 a^it hat ihre Parasiten und Schmarotzer. Es sind> mtviicn jnw i euer harten Bewegung der^ände die geheimnil«tin erster Reihe die Berufsbettler und!t(,-k gleichfame„zeichnerisch«" dolle Verbindung zwischen sich und der Dale, diel üntersiützungslchwi ndle r, die ihr eintrag«!??"^dositwnen nicht htnauLgehende Feirrivecke von «un wieder ruhig auf ihrem Platz sieht. I licheL Gewerbe»um Schaden der wirtlich hilfsbevürf. l blasserem Gehalt; asi« bezetdgen di« zarteste und doch ......--- 1-”----- 4'»>*-»-»*'»-'«chrrstr Im Garten grötzere, mehrfach wundervoll rttate- statilch« Drangen. Zwischen genrästigtem^ Expressionismus . ivtifiuvci^n uno pio foulenden Erstaunen der stulch,,—-**■—wmao SMtr w J?et bc4 Hhpnotisierten völlig frei in der! Sach« draufzahlt oder mcht.- «ni. allerdings nur für wenige Sekunden, bi»! veLura, der von Beruf Totengräber isi,\ SttlBOeVfVCtMBOC ent w,e«in leblolrr Gegensiand heraVällt,!^"« sich einige Jahre in der Welt herumgetcteben.\ R... 4.~ «in ausgebreitetes Kiffen und erft durch die«! Am Sanner lehrte«r nach der Tschechoslowake«\ mtt aus der tzvvnaf« erwacht.\ zurück. Obwohl er noch Geld hatte, entfchlost er sich l «HA~,*.,. I dennoch zu der Attion, wegen der er heut« angel last» ^>udenartiab^^D;periment hat man die vrr«!^^r. Gr wandt« sich and!« Kanzlei des Prä l l>ou der nngefangent f i d e n t« n mit einem Grfuch um Unterstützung,! ^ich fel^^ri8?^,^c^Knudinna. d^ eS! wobei er en« kunstvoll erdacht«, haarfträttibende\ liiefetze t!Räubergefchichte von feinen Leiden und Abenteuern\ W der Schwerkraft auster Krasi w letzen.!„zählte. An all dem war allerdings kein wahres' l P. Mithak. f Dort..- Don der UldbinettSkanzlei, di« in diefer W-———.! 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I N, solgfam« Blumenvafe.— Der fchwebeud«! Menfch.— Wunder»der Hypnofe? Natürlich sind«S keine Wunder, auch dies« chdifchen Fakire sind Zauberkünstler, wenn sie M auch wahricheiulich die geschicktesten und besten] clnc ,turm,i«^,«,., Aauberlünstler der Welt sein durften. Die euro« I femals im Barckgewerbe stattgefunden haben. Di« väifchen Zauberkünstler haben viel von ihnen ge-j Bankleitung sah sich einer gefchlosiencn Opposi. lnni. haben ihnen manches abgeguckt und nach,..• o„t(«n der Bank« «eahmt, aber manch« Geheimnisse haben die in-1 beamtengcwerkfchast und befre,md«,er bilden t^ltre auch^ feilte nock, für sich behalten,I sionen gegenüber, die aber nicht isoliert blieben, j Hone«, mit wirkungsvouem. 1XU11. i gor manche- tsi lelbft für die«srigsten europä:>,ck)«n I sondern auch auS den Reihen der übrigen anlvc« I tnüchcn und Uvber'chmidunaen aeLckaffen»art'und l »lkultiftifchen Forscher noch em unerklärliche- Ge- senden Kleinaktionäre eine wichtige Unterstützung von?•-*"’«™SIr StonralSt^' kirn«!« gebl'-ben. S« verdanttn«men groheu„hielten. Die sozialen Verhält,risse in der Uniow fe°ue eiusiae von 1" I teil ihrer Erfolge nicht nur ihrer«rof;en Ge«s bank und ein« scharfe Kritik der nnrtfrfvtfrtiA™ l n J on>’ÄTA;.-~ I$ dlld& lt’ Indern ganz sicher auch bestimmten j Tätigkeit unserer Dankdirektoren^ iw^eson^re\^ I bt> aP tion und AuSgewogen- ■ hypnotischen Künsten. I jener der Böhmischen Unionbank füllten ein« fast j 7~ ■ Di« sfakir« oder Vogl-— wie sie m Indien j zlveieitAalbstütchige Debatte auS. Diese wurde j 1 ■ leihen— gehören zu einer ständigen Einrichtung j Obmann de» BetriebSauSschusfe» durch«ine\ I ■ der tzöfe der Maharadscha-, si« ziehen aber auch l^Earung erngeleitet, in welcher er gegen di« von f I M al» Wanderkünstler durch da- ganze Land. Stets Barckl«,tung bei den subalternen Angestellten\ M find sie schon in ihrem Aeutzern von einer Atmo« f S«plam«n GehaltSabbaumahnahmen energisch f W sphä« de- Geheimnisvollen umgeben. Aieist los85°.^i"Ert«. Dtefer Erklärung schloh sich«in«! ■ Hoger, al- ob sie kurz vor dem Hungeriode ftun«I toon Rednern au» den Kreisen der Gewerk«! M den, nur mit einem Schurz belleidet, hocken sie!'"^^ntrale, der befreundeten Gewerkschaften! ■ M den unglanLl-.chtten Stellungen auf dem Erd.!Banibeamtenverband«», aber auch meh«! W«den. In ihren Augen glüht-in unhe-.ml.ches!«nw^end« Aktionär« an. Die Dankleituna! W emer fanatischen, leidenschaftlichen!^nvoort auf di« Anfragrn schuldig, in I und nügosin lieber',rugung entspricht Denn c,n!^?Ä E«kanntgab« genauer Einzelheiten' > Teil der Macht dresir sfak-re zübrt eben bid) zu» I d^ahsimg der leitenden Direktoren ver« - l^ngt wurde, ferner über di« refundrerlen Steu« - S jeit. Die Heroenge^talten fanatisch durchgebildet mit I H"ÄÖ bei grandioser, unerhört kühner fZormenfprache eines verzückt-stürmisch andrängenden Frau«Zövp«S fana« vi»mein uw unu rnujeu n«1 mn suwuwn ciupi«,—n-u,,--— sLen Bewegungen die,er Dale, starr, sie m j aktionareu ausgesprochene Mahnung, eine andere hypnotischen Blicken an streckt abwetrcnd die! Pcrsonalpolitiik zu betreiben, wird der Banklei« '-'——xi c.t— ic.x«... »1*» Mehr Acht.... tzurch de« Sturm der teutschen Lieder Winselt brcnneichcS Papier, Immer wieder:„Waffen nieder!", Berta aber sagte mir: Diese» neuen Geistes Lenker, Aiw>er einer großen Zelt, Sterben doch wie all« Henker Am Kanal„Vergessenheit". Gor nicht- Neue» Ist im Westen, Neu ist nur, dak Deutschland stark Und bei solchen ffeuerfesten Fehlt„Barbusse" nicht, noch„Remarque." Jeder bringt sein Nein«» Tchärsel hilft Deutschland-Not;' ^Sirsckseld"„Schnitzler" und den„Werfel^ I Zchrt da» steuer auf wie„Brod^.' I In dem großen Rassekessel I Brodelt«ine ganze Welt I Au« dem Dampf entsteigt der Wessel I Deutschland» größter Geiste-held."' I Einer stöhnt im Sarkophage V Und verhüllt fein Angesicht I Vor der Schmach der deutschen Taa« Und er flüstert:„Licht, mehr Licht.. <*ta> Ar p-1 Uscher,«kstasischer Ausdruck zwin^nder LEidenschaft, — ein Gipfelwerk entfesselter Meisterschaft. Treppenhaus: Plast sche Studien-eichuungen von l starkem L«!ben. 2m oberen Stockwerk: Holzplastiken. Decherrschend«'n Tekreuzigter..7.<7— ! LeidenSgcstalt. nach expresiionistischer Art Überdehnt l beträchtlich das Gesamtbild f und uberläng,. durchträlckt unt DchmerHeuSauSdruck,\....„« f dennoch nrn einer fast kühlen Ueberlegeuhett fern f„habenen Sde« dienenden Jabel Im f aller Sentimentalität gcftrrlwt,-^uU»^,u^-ck Auguren, dagegen yanc-yerr f^rn'g-buug verbindend m,t Nar^rndeutigcm Gehalt, f Aufgabe in grotzartiger Weise rrfan: l Dahinter Tragcrsiguren: gedrungene Letbfulle, auf i—----------■ l Vorderansicht berechnet«, edle Zweckwerke. An den \ Waden Holzreliess mit biblischen Dorwürfen. Einige u«»» m«* w-« w» —"7"'"7» i zugleich zlelsicherste BHdnerhand . l tiöen Krifenopser oft in rafftniertefter Art betreiben, l m—.—-- Bisher ist dieses Experiment auch von deut^^^— i ch u st f i tz n n g."»t«n and die Gemsdan* meeh tBrtandai Wirkung bei Gtaht, Rhwnu (mMm und NffveoKbrnernen vnenlbehrlleb ttwordn. In allen Apotheken. eines Lehmbruck; hier waltet die Härte mne» Kopfe», di« Klarheit eines überlegen» i^,.. überlegenden Geistes, die Dringlichkeit eine» be» inmitten einer Zeit, deren sonstig« Plaltlk’^? abC. unb > i«b* fesielung fähigen TenrpramentS grosten Strl»; und beltrn mit b-n^azu die artistische Meisterhand, die kann, was Kopf, Geist und geniales Temperament wollen. Gr. Kn. „Nathan ver Weife" -U—.,...... Zn die Nacht dettvfcher Schande fällt«in Strahl Wissen spricht ohne dem£,_-“«»•«*.**’*— Tag verkündete Porträt» Ma- - a| aus Hager-fkeletthafte!^'' schwatzhaften Witwe Das'a machte, störten aber .- ar-» nt.-k-i...> 1'---" wohl eincv mätchenhaften Ta» Unpathetische sei,«r" Kunst"kam einer seriösen Gestaltung de» w e i s e n Nathan weit entgegen, da» Kalte und Nüchterne hatte er diesmal adgrstre st, t--••“ s _ M M vsi**• i Parabel trug die vollendete Sprechkutrst da» ihre ---! zu dem Erfolge bei, der in spontanem Beifall bei m v£ en..•!”&! offener Szene zum Ausdruck kam. Auch Herr <>! gji u X als Tempelritter gefiel, weil er sich von ! der gewohnten lyrischen Weichheit zu stärkeren männ- ^lichen Konturen der Eharakter^ichnung dnrchrang. ^!Datreb«n blieb das Paar Daladin-Sittah, von Herrn '!tzölzlin uitd Frau Ondra verkörpert, ein wenig ,...!bläst und im Hintergrund. Ein teuflischer Patriarch um» s war UnincT>m»v—»-—- lanien durch sv trsthl Psafseu W Lch° W l. Elne samt« unv liebliche Fruhrot deutscher Kultur, da» chren hellsten j. Ws« immer e» vom Theater gemein: Lst"'«'» wie sede« Bekenntnis zum Geist, der auf'deutschen Scheiterhaufen vertilgt tverden soll.«,n Protest gegen die Schmach der Gegettwart. Da» lästt dre dramatischen Mängel vergessen, dl« dem !|xl de» genialen Schulmeister« der Tramaturgre haften. Weniger al» in den anderen Dramen hat issing in diesem di« Gesetze beachtet, die er selbst c Bühne gab. ES tebt nicht von dem dürstigen amalischen Substrat einer Stammbaum!ompckika- on, sottdern von der Tetrdenz. ES war ein L e h r- ü ck u,rd ist eS geblieben. Dast eS wieder so akttiell erden könnte, hat man freilich nicht geahnt und »um mähr gefürchtet. Das wärmende Feuer menfch- icher Gesinmtng gab der naiven Fabel Kraft und iest die Ring-Parabel nicht nur zu einem dramati- chen Höhepunkt werden, fenfeits dessen die Ent- virrung der verwandtschaftlichen* Beziehungen zwischen Sultan, Tempelritter und Hudenmädchen ab« fallen muhte, sondern e» machte aus ihr auch einen Ruf der Sehnsucht nach den Tagen, die Lefsiltg so nah« zu sehen vermeinte, da ein weiser Richter den echten Ring finden würde. Die Ausführung unter L i e b l S Regie arbeitete anscheine:»d mit Absicht eil^elne komische Züge der Gedicht« sehr drastisch heraus. Da» machte den zahlreich amvesettden Kindern viel Spast, ob es dem Stück selbst srommte, sei dahingestellt. 2n der i gütigen Einfalt des Klosterbruder«(Schmerzen- !^5r Humor noch stilecht, die AuS- \ llelassettheit, d»e Derr Renner und Fra»» D e i l k e lon den Ta«, legten, der HanLwurst, de»» iener Ibem Derwisch, und die Dorftratsche, die diese > einer stellenweise heiteren und»m gatt-en sonnige»», aber doch .-„ f,| v iquuciivii uivnvuuiH ßuvvi uit hiuiujvnmq.vn J’ÄSr! orientasischen Rahmen. Dagegen hatte Herr Ball Ei»» tiefe» ilberreizt« Zühlsamtcil. Am Erdgeichoh auster weiteren Porträt«'■via-» dannen,?nte, wellgLsch chlliche Gestalten tMofeS,! j Goethel. Di« Trauenfiguren in kunstreichen Tor»! it wirkungsvollem Konlrapost, mit Gestalt--! izirf unb I dl IIIIV MU-V.- durchdringender Geschlossenheit der schmerzhaftem Ausdruckstrieb über- ..»kkck>i«ht. Es geschieht ihm mit vollem Fug. tlge Eindruck schon Zwirrgt den 4 n» erbietung«»km-rksamkei f ifOgCf^eitUflg. Aröst«— inmitten einer W «^^SMWWmVS^WWWIIW^SW^MWWMM am Perenden sst.... ainumiU.«»..,- Ein Nlllldgaitg beginnt am beiten...., QlUtnilKnt weneralberfammluno Bildnisplast ken allsten. Mit überlegener Klarheit! der Böhmischen Uuwnbanl.! erfaßt dieser gras;« Künstler ohne»rervös« Zudring-! Di« Su. cu~t lichkelten di« Personen. Mit Ruhe bildet er da» sie^d«r Böhmischen auSdr»»ck-voll« Porträt, ohne durch Mätzchen und Unl°^»ck^E.^^ g«fm^n^ iann edi Künsteleien Wickungen hwzuzusügen, die nicht sach. der lturm'^cheste^bezeichnet werden we^e gch bedingt wären. Ein tü-fes Lhw le.I L'H r»"♦»«•hinben hohen. SÜc| hb<' naiL Batckleitung M sich einer g«iw>ou«nc,. «ach\ silwn von Aktwnaren au« den Kreis«,» der Bank« deamtengewerkschaft und befreundeter Organisa tionen gcgcinwci,«i£ aber nicht iWirrt blieben soiwern auch auS den Reihen der übrigen anw« senden Klemaktionar« eine wichtig« Unterstützung s von in der Unton«\ f C| n . f« Kritik der w»rttkva»»»»up:n ätigkeit unserer Bankdirektoren, irrSbesonder« der Böhmischen Unionbank füllten ein« fast “*—- tnurhr Seite S Sonntag, 28. Mai 1988. X 125. Stärkung in WuweSruHe. Wer nnd) einem Jahr nervenaufreibender Berufsarbeit in de» karg bemessenen UrlaubS- tagen nach stärkender Beschaulichkeit und crfri- schcndcr Erholung dürstet, wird bald finden, daß weite Gesellschaftsreisen nicht das hiezu geeignete Mittel sind. Folgt man in den ersten Urlauben seines Lebens den« wohl jedem Menschen eingegebrnen Wandertrieb, der zum Aus- suchen fremder Länder und in den meisten Fällen wohl weltbekannter, vom Pulsschlaa des internationalen Verkehrs durchzuckter Urlaubs- oder Badeorte drängt, so wird man bei einer rückschaucnden Betrachtung wohl oder übel zu dem Schluß kommen, daß all die-en verlockenden Urlaubserlebnissen das Elmeeni der wahren Ruhe fehlt. Es wird immer klarer, daß zur wirklichen Urlaubsstärkung ein Stück Weltent- rückthcit, einige Tage Muße in Gegenden gehört, deren Naturschönheiten der Reiz der bestmöglichen Unbcrühroarkeit anhastet. Um von den'"Setcndcutschcn Grenzgebiete» heute nur eines berauszugreifen, welches den Anforderungen der nihesuchcnden Urlauber vollauf entspricht, sei der B ö h m c r w a l d genannt. Dieses Gebiet, dessen Bevölkerung in folge der dortigen Verkehrsarmut und des Fehlens anderer Wirtschaftsgrundlagen in den denkbar bescheidensten Verhältnissen lebt und von schweren Zukunstssorgen um die Existenzsichc- rung beherrscht wird, ist für das Touristen- und Sommcrfrischewescn ein geradezu ideales Gebiet. Angcfangeu von seinen nördlichen Ausläufern bis hinunter in die südböhmischen Grenzbezirke finden sich unzählige schmucke Städtchen, Siedlungen, versteckte Dörfer und Einschichtcn, welche genugsam einladenden Raum für U r- laubcrfa milien bieten, Pier können die Ferien in natürlicher Einfachheit auf sonnigen Hängen und in träumenden Wäldern verbracht werben. Und was bei den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen für Angestellten- und Arbeiterfamilien den Ausschlag gibt: das Leben hier konuitt denkbar billig zu stehen, so daß Familien auch dann noch die Sommerfrische aufsuchcu können, wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse nicht mehr, wie früher, größere Auftvcndungcn zulasten. Der wanderlustige T o u r i st findet besonders im mittleren Böhmerwald reiche Freudes auelle». Bon Neuern und noch»lehr von E if c n st e i n aus lassen sich täglich die abwechslungsreichsten Wanderungen unternehmen. ES locken der doppelgipfeligc Osser, der inäch- tige Bergrücken des Arber, die Bergseen, darunter vor ollem der Teufels- und der Schwarze See, wciterü der Falkenstcin und viele andere rühmlichst bekannte Wanderzrele. Südlicher, im ausgedehnten Waldrevier von Mader sind eü wieder vor allem der düstere R a« ch e l und der L u s c n, welche den Wanderer»»» bedingt lacken müssen. Die Verkehrsarm»!, welche von» wirtschaftlichen Standpunkt aus aus rasche Abbilfcbestrcbungcn drängen muß, wird hier geradezu zum ruhcsichernden Element. Stundenlang kann man die zahlreichen Waldwege beschreiten,- ohne einem Menschen zil begegnen. Tas große Maß von Rul)c, welches die Waldeinsamkeit dos Böhmerwaldcü jedem Urlauber und Touristen verheißt, will jedoch keineswegs besagen, daß man hier alle» Annehm, lichkcitcn des modernen Lebens während der Zeit der Ferien entsagen müstc. Tas trifft unter keinen Umständen zu, denn gerade in bezug auf Umstellung auf den Fremdenver- kehr hat die Bvhmcrwaldbevölkerung in den letzten zehn Jahren eine erfreuliche Raschheit an den Tag gelegt. DaS Herbergs- und Ä a st st ä t t e n w e s e n hat sich zum Wohle der Unterkunftsuchenden gut entfaltet, für die Her- richtung und Kennzeichnung der Wege wurde von den niaßgebendcn Stellen gewissenhast Sorge getragen nnd fortschrittliche gesellschaftliche E i n r i ch t ungen m den schönen Städtchen nnd Marktflecken lasten keine Langweile aufkommen, wenn etwa die Wettergötter einige Tage ein unfreundliches Gesicht zeigen sollten. Die Verbringung des Urlaubes oder der Ferien in Böhmerwald-Gegenden kann heute allen Menschen bedenkenlos anempfohlen werden. Wer der Einladung in die Böhmerwald. Sommerfrischen folgt, der kommt nicht nur voll lt»d ganz aus seine Rechnung, sondern er tut damit auch noch ein UobrigeS, indem er fördernd c i ngrc i ft in das Existenz, ringen des arbeitenden Böhmer- waldvoltes. * A T m lumburg Pauichalkufcn modttfnit eingcrichlot Hetrenort DfltWtclil,Chefaftt Reidienberder W—— Nafurtrcundehnus I^QfllSSnOnC trn Isergcblrgc. Seehöhe$50 m. Post Johannesberg bei Gablonz a. N. von der Autobushaltestelle Friedrichwald (Brettsäge) 30 Min.— Oeffentllche I cIcphonsprcchMeHc (Nebenamt von Rcichcnber*).— 50 Betten. 100 Matratzen» lager. D. J. H.. Wannen* u. Brausebäder. Badeteich. Zentralheizung, Dunkelkammer. Sanitätsstatlon, clektr. Licht. Gute, preiswerte Verpflegung.— Billige Uebernachtung. Idealer Wintersportplatz.— Herrliche Sommerfrische. 2036 Delikatessen R. Blümel Bad Liebwerda, Haindorf Logierhaus. BBHMV Erholet und stärket Eure Nerven 11 Grälenherp-lurhaiis Genie-Me i. impuiiv tu luiiudii uv l Stelle der■ alten Holzbrücke eine gedeckte, wind- wetterdichte Kolonnade zu bauen. DaS Projekt Schlössern. Dl« Brückenköpfe'zieren zwei Aufschriften, und zwar grüßen den zu den Bädern gehenden Kranken, die lateinischen Worte des böhmischen Pfarrers Trajan:„BeneschovinuS Saluber- riuiac Pistinienses Thermae." ES ist dies die Ueberschrift der von Trajan im Jahre>642 der- saßten lateinischen Elegie über die„heilenden Pl- sthancr Thermen". Aus dem gegenüber liegende« Eine tinjigaftiof«»uaenkokonave. Bon HanS Kresse. Der überwiegend größere Teil der Kurgäste i ein führt uns der Blick ins farbenreiche, sonnige PisthanS, der nick'■ in mit den Badern verbün-! Waagtal mit seinen interessanten Burgen und denen Kurhäuser a., der Baüinscl wohnte, mußte,' nm zu den Bädern zu gelangen, täglich mehrmals eine Brücke über dem Aaagsluß passieren. Das war ein ständiger Kampf gegen Wind. und Wetter- unbill, der Rheumatikern keinesfalls zuträglich jein kann.. Deshalb entstand schon seit langem der Plan, an I und Grober Garten nut W.i\sctuandelbahn narb Prießnitz und Kneipp. Hausquelle! Kriscnpreisc! Verlanget Prospekte! 2044 1 Sanatorium Ziffer| l Gräfenberg.[ j Ganzjährig geöllnet. ans Telephon 4. t Waldsanalorium Br. SchweiBburg 'whihhih Zuckmantel. Schlesien. 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An Baumaterialien wurden 138 Waggon Zement, 138 Waggon Eisen verwendet in 358 Tagwerke lArbeitstage mal- DurchschnittSstand der Arbeiter). Die Koste» betragen«a. 8,888.880 Ke. Ausgestattet ist di« Kolonnade an den beiden Brückenköpfen mit je einer Trinkhalle und einer mit Glaswänden versehenen Ausstellungshalle für die Produkte heimischer Kunst und Industrie. Bon zahlreichen Ruhebänken genießt man eine Rundsicht I aus das romantische Jnovccgebirge und weit Hin- Brückenkops, den der schon geheilte Gast nach dem Bade betritt, sind di« Worte angebracht:„Iurge «t ambula", das bekannte Zitat aus Matthäus »Stehe auf und wandle", ausgcwählt vom Archivar des Landesmufenms Dr. R a p P a n t. Tie Pi- styaner Brückenkolonnadc ist eine geiswollc Kompo- sitzion aller jener Vorteil-' i beuchende gedeckte Kolonnaden, wie z. B. die Realto in Venedig, die Holzbrücken der Schweiz, die Molos an der Nordsee, etc. austveisen. Sie ist in ihrer Art das erste Bauwerk in Europa, eine Zehenswürdigkeit nnd vor allen Dingen eine Zierde der 0sl. Republik. Ihre Entstehung verdankt sie nicht zuletzt der Initiative mtb des einzigartigen Entgegenkommens der slowakischen Landesregierung, der hicfür an dieser Stelle Tank gesprochen werden muß, Am haiiten und hUUgBlen kann man npelsen in der WEINHALLE AUTAL PiStany Gute vorzügliche Weine» 2035 MenQ Ki 7— Dem Kranken— Heilung, dem Gesunden— Erholung und dem Anspruchsvollen— Zerstreuung bietet KARLSBAD. Karlsbader natürl. Mineralwasser u. natürl. Sprudelsalz versendet Karlsbader Mineralwasservcrsendung Löbcl Schottländer, Karlsbad. Mcnnen Sic des Böhmcrwaldcs rauschenden Hochwald, düsteren Bergseen. sagenumwobenen Burgen?— Besuchen Sic uns! Auskünfte: Deutscher BAhmcrwaldbund, B.-Budwels, Lin- nerstraBe 9(brcindenvcrkcbrsabtellung). JftW Wir empfehlen das Hotel Dax, Bratislava StelanikütroDe 81, 5 Minuten vom Bahnhof Bürger). 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A.l.— TamStag, 8 Ubr: Berliner Theater der Komiker(A. A.l. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, 8 Uhr:„Da stimmt was nicht".—■ Montag, 8 Uhr:„Ist Geraldine ein Engel?"— Dienstag, 8 Uhr: ,,Fatme".— Mittwoch, 8 Uhr: „Frau W a r r e n S Gewerbe"(Bankbeamte II). — Donnerstag, 8 Uhr:„D a st i m m t w a S»ich t". — Freitag, 8 Uhr:„Dor Sonnenu nter> q a n g"(volkStünrl. Borstellg.).— Samstag, 8 Uhr: „Ost Geraldine ein Engel?' Bezirkorganisatlon Prag der Deutschen sozialdcm. Arbeiterpartei Montag, den 29. Akai, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshausev Partet-Bersermmkuirz. Vortrag: Sozialistische Erziehung im saseistischen Wahn. Sitzung der Exekutive. Montag, 29. Mai, 7 Uhr abends, GewcrkschaftShaus. Donnerstag, 1. Juni, 8 Uhr, großer Saal des Gewerkschaftsbanscs Funktionär-Konferenz. R. W. Alle Mitglieder sind am Donnerstag, den 1. Juni um 7 Uhr im Gewerk- schaftshaus gestellt. Aus der Partei Freie Vereinigung soz. Akademiker— SJ. H- Wocheuprogramm: Montag, 19 Uhr: AuSschutzsitzung, Mittwoch, 20 Uhr: Vortrag: Albert Gierke (Berlin) über„Tie Lage der internation. Arbeiter- hewogung. P ft ngst w a nde r u ng: Näheres wird noch bvkannlgegeben. Literatur „Gegen das Hitlerregime." Unter diesem Titel erschien in der Buchdruckerei„Solidarität" in Prag eine Broschüre des Genostcn Diner-Tenc-, in der die Geschichte der nationalsozialistischen Demagogie zusammengesaßt ist. Ter Kanrpf gegen die Juden und sein« Ursachen werden in sehr eindringlicher Weise ausgezeigt. Di« sehr lesenswerte Broschüre d«S Genossen Diner-DeneS ist zur Massenverbreitung geeignet. Sie ist zu beziehen durch den Verlag „Solidarität", Prag XII.,(rüslavsts 15. Nltteiiungcn der„Urania" Heute, JS11 und Montag, K9 Uhr:'„Kamps um die Mandschurei.' Kultur-Tonsiim mit begleitendem Vortrag. Besonders aktuelle Bilder von Shanghai. Letzt« Knlturfilmvorführungen lu dieser Spielzeit. 2—6 K. Heute.'-11 Uhr: Ausstellung ,2wan Meiitrovic. Führung: Dr. Messer. Treffpunkt: Schloß Belvedere lElnser-Elektrische). 5 und ü K. Wran-Nrania-Kino. „Wenn die Liebe Mode macht." Tas reizen». Lustspiel führen zum Erfolg: Gisela Weckbezirk. Renate Müller, Georg Alexander, Otto Wallbura Heute 1, 8, Kfl Uhr. Varlansen Sie In lecker Verkaufsstelle de» Konsumvereines SELCHWAREN der Firm« HEGNER* Cie.. PILSEN Selchwaren der Pa. HEQNER a Qe„ Pilsen SIND DIE ALLERBESTEN I ettaterbrv. Bleafeieb i«o». ckb«lrebatr«,r: iltUbelw 911 e k»«t.- LeranrworUicher Rkdetteur' Dr ckmU 8>r»»d, Prag.— Druck: tl.-D. für geNun».«nd Buchdruck, Vraa.— Für vcn Druck»rrauiworUrch. 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