Erscheint mit Ausnahme ves Montag täglich früh., 7t rmliion u. Bcrwallung: Drop n.OIrfäjanta ta ♦ XelepO.; 267gi. 3HOO.3ta 33638 ♦ Bomtdaim; 31 sw kiszelvrets 70 Heller. Jvnrnalisten ihre Unterstützung angedeihen zu ! lassen und bei ihren Regierungen Schritte zu unternehmen, um denjenigen ihrer Konnationalen die Freiheit zu verschaffen, die in Dentschland aus > diesem Grunde gefangen gehalten werden. Q Arheltshesdiaffiing mit m^tlonsanwelsiingen. Berlin, 31. Mai. Wie das Wolffbüro mitteilt, hat sich das Reichskabinell heute nachmittags in inehrstündigen Verhandlungen mit den Fragen der Arbeitsbeschaffung beschäftigt. Verabschiedet wurde ein vom Reichsfiuanzministe- rium vorgelegteö Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit, durch das der Reichsminister ber Finanzen ermächtigt wird, ArbeitS- Ichatza nw e i su nge n im Gesamtbeträge bis Weiner Milliarde Reichsmark zwecks Förderung von Jnstandsetznugs- u. Ergänzungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden sowie an privaten Wohngebäuden und Wohnungen, ferner für vorstädtische Kleinsiedlungen, landwirtschast- uche Siedlungen, Flußregnliernngeu, GaS-, Wasser. und Elektrizitätsversorgung, Tiefbauarbeiten uick Sachleistungen an Hilfsbedürftige auszu- geoen. Der Manismus lebt! Berlin, 31. Mai.(Tsch. P.-B.) Trotz den außergewöhnlich strengen Maßnahmen, mit denen die amtlichen Stellen seit vier Monaten die geheime Agitation der Gegner des gegenwärtigen Regime bekämpfen, dauert die unterirdische Tätigkeit in Deutschland an. Diese Tatsache kann wenig überraschen, bedenkt man, daß Millionen von Angehörigen der marxistischen Parteien heute keine andere Möglichkeit besitzen, ihre abweichende Auffassung kundzugeben. Die ständig dnrchgesühr- tcn Bolizeiattioneu zeigen, daß di« unterirdische Tätigkeit der überzeugten Linkomänncr sich den neuen Umständen angepaßt hat und durch ihre Beweglichkeit die polizeilichen Nachforschungen sehr erschwert. In der Nacht aus heut« wurden an drei verschiedenen Berliner Stellen polizeilich« Nachforschungen durchgeführt. Wie der amtliche Bericht besagt, schloß di« Aktion erfolgreich, den» es wurde ein« große Menge von Druckschriften, Pamphlets, Vervielfältigungsmaschinen und auch von Waffen gesunden. In Spandau wurde ein kommunistisches Versteck ausgesunden und mehrere Personen verhaftet. Oer Waffenstillstand im Osten. Neutrale Zone an der Großen Mauer.. Shanghai, 31. Mai.(Reuter.) Der am Dienstag unterzeichnete japanisch-chinesische Waffenstillstand siegt eine Entmilitarisierung einer Jone vor, die im Norden vvn der Großen Mauer, im Osten vvn der Eisenbahnlinie Peking—Milden und im Westen von der Eisenbahnlinie Peking—Suijuan begrenzt wird. Ferner wird darin bestimmt, daß die.Korps der chinesischen Freiwilligen in der entmilitarisierten Zone aufgelöst iverden müssen und daß der Eisenbahnverkehr zwischen Peking und Shanghaitivan wieder aufzunehmLN ist. Für den Frieden- Setzen llillcr! Man schreibt der„I. I." aus Berlin: Die Haltung der Mehrheit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vom 17. Mai wird in den Kreisen der deutschen Arbeiter eifrig diskutiert. Es tritt dabei hervor, daß durch die Haltung der Fraktion eine überaus gefährliche geistige Verwirrung geschaffen worden ist. Diese Verwirrung wird verstärkt durch eine Motivierung der Haltung der Frattionslnehpheit, die gedruckt und verbreitet werden konnte. Diese Verteidigungsschrift hat folgenden Wortlaut: Di« Zustimmu-ng der foziatdemokratischeu M- geordneteic zu der Reichstagsentschließung vom 17. Mai bedeutet kein Bertranvnsvotnm für di« Regier»ug Hitler, sondern die Billigung einer friedlichen Außenpolitik Deutschlands. Die Fraktion hatte di« Absicht, ihr« Ansicht zu den außen- und iimenpolitischen Fragen in einer besonderen Erklärung nieder,zule, land Lebenden verständlich. Aber gerade auS diesem Grunde hat die„DA Z" zu ihrer Lum- Perei Zuflucht genomnlen. Herabsetzung des Diskontsatzes in Dänemark. Die Dänische Nationolbonk setzt ab 1. Juni den Diskontsatz von 3H auf 3 Prozent herab. Ter Sah von 314 Prozent war seit 12. Oktober 1932 in Kraft. ainiHimninjiiinHninHmmiiiiiiiinianiiMiinuimniuiniininiHiiiniuiiniiiiiinninniiiiin!ede andere. In der Tat hat dieser Mann etwas von einem Mandarin an sich, obgleich seine jugendlich frisierten grauen.Hoare, seiii großer, dunkler Blick und sein glattrasiertes Gesicht voll süddeutschem Charme sind. Es ist Karl Lakner auch schmerzlich, gerade mit diesem Menschen in einen Kampf verwickelt zu werden. Ich bin, sagt er bescheidener, meinem Bildungsgang nach Lehrer, Es sind einige Lehrer unter den Modellen, setzt der Professor tröstlich hinzu. Aber.Karl Lakner ist die Frage seiner persönlichen Verfassung nun brennender als die seiner gesellschaftlichen Stellung. Ich schiele nicht, sagt er ängstlich, das mag nur so geschienen haben, weil ich es nicht gewöhnt bin, so lange auf einen Punkt zu schauen. Seltsam, daß Sie das nicht wissen jollen, sagt der Professor, der nicht im Bild ist, zerstreut. Er schaltet eine Arbeitspause ein. Sie schielen ja nicht nach innen, sonder» nach außen. Das ist es ja. Greco hat diesen Blick gern jeinen Heiligen gegeben, iveil dieser Blick etwas Transzendentes hat. Karl Lakner, der diesen Mann, der ihm nun nähertritt, wie einen Magier zu fürchten beginnt, tappt bei dieser Erklärung vollkommen in» Leeren. Der Professor aber redet sich warm. Sie verstehn, sagt er, bei Ihrem Schielen treffen sich die Sehachsen im Kops, Sie schauen nach innen, oder ins Unendliche, was das gleiche ist. Mit dieser Erläuterung bekundet der Professor eine echte Sympathie für Karl Lakner, di« den freilich nicht erreicht. Er steht nackt auf einem Podium, vor einem Mann, der ein versonnenes Lächeln nnd eine Krawatte zu 22"Schilling trägt uild ihm ist, als fiele sein eigene» Herz von ihm ab. Sie haben also Unglück gehabt, wird der Professor menschlich, indem er die Sitzung wieder anfnimmt. Nun redet Karl Lakner wie ein Brunnen, er redet, als könnte er den Alp damit zerteilen, der nun weitaus bedrückender auf ihm liegt als die Herzneurose; er klagt die Zeit an. Ja, sagt der Professor, als hätte Karl Lakner einen seiner eigenen Gedankengänge entwickelt, daS ist die Welt des Demiuraen. Des was? fragt Karl Lakner, da er noch in Rage ist. Sie können sich das ruhig so vorstellen, sagt der Professor, daß die Menschwerdung der Sündenfall war. Dieier Vorgang, daß die Seele irdisch und der Geist eine Person wurden, war der Sturz aus dem Licht in die Materie, in den Tierkreis, in daS Reich des verderblichen Zwischengottes. Denn damit hat sich der Androgyn nicht nur in Mann und Weib gespalten, sondern auch alle anderen Qualen des Geistes an der Materie auf sich gezogen. Und da die Menschheit dem Demiurgen noch nie so verfallen war wie heute, war auch daS Chaos noch nie so groß. Es ist geradezu ein Schauspiel, wie die Menschheit nun zum verzweifelten Opfer dieses niateriellen Ueberflnsses geworden ist, für dessen Erlangung sie alle ihre inneren Güter, die Stimme in rhr nach der wah- ren.Heimat verhöhnt hat. Immer aber sind alle diejenigen von dieser Welt besonders getreten worden, die nicht ihr Antichristentum, ihre Bösartigkeit in sich hatten, sondeni den Geist. Der Professor, der sich bei politischen Wahlen der Abgabe seines Stinnnzittels enthält, redet gelassen wie in Damengesellschaft. Er ahnt nicht, wie revolutionär er für Karl Lakner redet, der jedes Wort auf sein Leben anwendet und sein Herz gerechtfertigt sieht. Nun stellt Karl Lakner eine Frage, die ihm keineswegs die naheliegendste ist, die aber, da er diesen zeichnenden Gentleman wie einen Propheten respektiert, aus dem Gefühl aufwirft, daß er diese außerordentliche Gelegenheit, endgüliig Aufschluß bekommen zu können, nicht ungenützt lassen dürfe. Er hat in der letzten Zeit begonnen, über soziale Zusammenhänge nachzudenken. Nun, da ihm bewiesen ist, daß sein Elend nicht ein moralisches, sondern ein gesellschaftliches Problem'«st, will er auch die soziale Schlußfolgerung ans dieser Einsicht erhärtet haben. Dann ist, fragt er, das Land des Heils nun Rußland? Nein, entgegnet der Professor sofort, ohne mehr Atem als bisher auszuwenden. Denn dort wird der Materialismus iiun ins letzte Extrem entwickelt. Dort wird selbst den Kindern die Erinnerung an das ausgetriebe», woher wir konimen und wohin wir müssen. Es ist auch interessant, daß die Sowjets aus dem ersten unbewußten Elan heraus zu ihrem Wappen den mit der Spitze nach unten gekehrte», süiifzackigen Stern ivählten, das Zeichen des Untergangs und des Teufels. Seither haben sie ihn freilich»mgedreht. Karl Lakner ist cS, als müßte er umsinken. (Fortsetzung solgt.) fr. 128 Donnerstag, 1. Juni 1238 Seit« 3 der p. konnte sie damals Uni- der mich aktiv politisch bet L- habe an Ihre Partei ge- Bitte per eben von 11 n b der Nutzen entfalten kann. gegendi« Kugeln der Verfolger, später scheinen sie sich in kleine Trupps geteilt und weitere AntoS erbeutet zu habt». Die mit» genommenen Geiseln wurden mit Ausnahme de« Gouverneurs von ihnen fr ei gelassen. Militärslugzeuge nahmen die Verfolgung der Flüchtigen aus. Die Flucht erfolgte zur Ze«, als auf dem Gefängnishof ein Fußballmatch ausgetrage» wurde. Den Behörden ist mitgeteilt worden, daß die Automobile init den entkommenen Verbrechern an einem sieben Kilometer von der Stadt Pichero im Staate Oklahoma gelegenen Hanü vorübergekommen seien. rechnet mit sozialdemokratischer, etwas verdienen. Hierher zieht's ihn mit allen Fasern seiner deutschen Seele, denn ... im Staatsdienst würde ich mich vielleicht nie recht wohl fühlen, in Handel und Indu str i e a u 6) kaum— man soll derlei nie verredrn! Aber di« innere Stimme läßt sich nicht betäuben: — ich möchte t i g e n und dacht. Es ist peinlich Weniger Voll bei uns nicht andern Seite Bildnis eines deutschen Mannes: Herr Alfred vohmsnn, Schriftleiter des„lad", der unser sein könnte— wenn wir gewollt hätten! Die Wiener„Rote rahne*' eingestellt. Wir«, 31. Mai. In der Redaktion der„Roten ,fahne" und in deren Druckerei fand sich in der Nacht auf den 31. Mai eine amtliche Kommission ein und gab dem Herausgeber und dem verantwortlichen Redakteur des Blattes das Verbot der Herausgabe der„Roten Fahne" bekannt. TaS Verbot wurde mit der Einstellung der Tätigkeit der kommunistischen Partei in Oesterreich begründet. Die Einwendung, daß die gegenwärtige „Rote Fahne" nicht da« Organ der kommunistischen Partei, sondern Privateigentum sei, nahm die Kommission nicht zur Kenntnis, sie leitete gegen die verantwortlichen Persönlichkeiten sosort die Untersuchung ein und vernichtete vor ihrem Weggehen die zum Druck vorbereiteten Druckplatten der„Roten Fahne", so daß das Blatt am 31. Mei früh nicht erscheinen konnte. Tonn nahm di, Polizei im kommunistischen Verlag und im Bücherverlag im neunten Wiener Bezirk Durchsuchungen vor. Mchwrßlaniieit — ist nicht informiert Übei dieGeschehnisse in Deutschland Amerikanisch-russische Wlrtsdiattsver Handlungen? New Dort, 31. Mai.(Reuter.) Cs verlaute:, daß in den nächsten Tagen die Verhandlungen zlvischen der amerikanischen Regierung und den Sowjetvertretenl über den Austausch von Waren wrschieden« Gattung ausgenommen werden sollen. Et handelt sich insbesondere auf Seite Amerikas um Baumwolle und amerikanisches Schlachtvieh, ruflischerseit« um Mangan, Chrom, Zellulose und Asbest. sich der sei» Bestes hergibt. wir nicht. Zu unserem bestimmt, traulichkcit halle nach gewissen fällen der letzten Monate die Grenze erreicht, über die sie nicht mehr passieren durfte. Tie erbetene freundliche Behandlung aber sei gewähr t! Tas ist der Tank für sein freundliches Entgegenkommen, daß wir ihn mit aller Freundlichkeit, und oblchon sein politisches Wirken mehr Gestank verbreitet als sein kindisches Selbstbewußtsein, so lange ignorieren wolle», als es irgcndangebt. Es bleibt uns ia angesichts iedcr Zeile, die er von sich gibt, das herrliche Gckiilil, der Gefahr entgangen zu sein, dab derlei s ü r statt gegen uns geschrieben würde! Bis in die letzten Einzelheiten habe ich mich in i i Ihre m Progra m m allerdings noch nicht vertrant gemacht. Senden Sic niir bitte daher dieses auf alle Fälle zu. Damit ich nicht etwa Gewissem fremd gcgenübcrslehe. Es kann n u r Unwesentliches sein, mit dem ich j a bald g u t f r c u n d stehen würde. Es hat nicht sollen sein! Unwesentliches war ihm entgangen, aber für uns war cs das Wesentliche. Gerade an der letzten Einzelheit, in die er noch nicht eingc- drungcn war, an dem Grundsatz der soziatdcmv- kratischcu Partei, keine Köchin zu beschäftigen, die in ihrem Osscri um Zusendung eines Kochbuches ersucht, da sie sich bisher nur mit Klvsetlrcinigcn beschäftigt habe, scheiterten seine Pläne und unser Glück. Alles kam ganz anders, wir.wurden bald nicht„gulfrcund", sondern bösfeind miteinander. Jene haben ihm vermutlich das Programm geschickt, das unabänderliche, er Hal in Eile d>c letzten Einzelheiten studiert und war schon ein Führer der Nation. Seine Kenntnis des Zöger- latcinS kann er nun trefflich verwerten. tvenigcr Im« ihm begrciklich zu wir ihn nicht für einen G c n t» und kann ihm einmal dicnl'ch ans eine keiner unedlen Polebündigen Wendung antworten übersetzt. auch unedler Form Ideelles und Materielles), weil kritische Veranlagung habe Grund aus Baustein zu Baustein setze... Wie er es sagt, ist cs nicht klar, aber was er meint, ließe sich erraten, auch wenn er es nicht ausdrücklich negierte: Ich will mir nicht selb st ein Loblied singen, sonst sagen Sie mir noch: Eigenlob st...! Aber vielleicht ist eS doch notwendig, daraus hinzuweisen. ES fällt unS nicht ein zu sagen: Eigenlob st..., sondern wir sagen im Gegenteil, daß die g a n; e Gesinnung herzhaft stinkt und halten es für notwendig, darauf hinzuweisen, obwohl wir damals nicht ahnen konnten, wie nützlich und notwendig dieses Offert war, das nach vier Fahren em so schönes Porträt eine- Vorkämpfers der nationalen Revolution ergibt. Sein polemisches Talent hat er inzwischen mehr in unedler Form und weniger um Ideelles als um Materi. elleS strapaziert, Baucstin auf Baustein hat er dem Braunen Haufe angesetzt, da» diesen Namen nicht zuletzt deshalb führen dürste, weil in ihm Gesellen wie dieser Bohmann ihr« geistig« Notdurft verricht«». In jeder Hinsicht hat er gegen un» gearbeitet und wrU wir seine Zwecke nicht zu den unseren machten, war cs ihm nicht möglich, nnü dienstbar zu sein, aber eS ist«in Gefühl der Genugtuung, daS un» bei der Lektüre jede» feiner Schulaussatz« überkommt, zu wisse», daß wir ihn hätten baden können, und daß unS diese» Talent durch eigene Schuld verloren ist. Ich wollte nur, schrieb er damals, daß Sie mir Gelegenheit geben, diese meine Fähigkeiten in Ihrem Rahmen entfalten zu lassen. Welch doppelter Glück»soll für unS, daß er sie nicht in unserem Rahmen„entfalten läßt"— um bei seinem völkischen Deutsch zu bleiben—, sondern daß sich für ibn, trotz anfänglicher Abneigung gegen die Partei seines Herzens der rechte Rahmen gefunden hat, in dem er lassen kann, waS immer das.Herz und di« übrigen Därme bedrängt! Was uns entgangen ist, gilt eS freimütig zu gestehen: Ich bin 28 Fahre alt, kann tschechisch— wenigstens schriftlich gut!— die zweite Landessprache spreche ich allerdings noch nicht fließend. WaS tut's, die erst« ja auch nicht! Meine L a t e i n k e n n t n i s s c werden wohl nicht viel nützen, schließlich wird auch die passive Kenntnis des Englischen und Französischen nicht gerade schaden. DaS ist schwer zu sagen. Dem Deutschen schadet di« aktiv« Unkenntnis jedenfalls sehr. die passive des Englischen und Französischen, merhin wird sie hinrcichcn, machen, warum l c m a n halten, sein, wenn wir ! miscn mit der lallten, die der Franzose mit„Merdr! Damit es auch die Leser verstehen und damit jeder wisse, wes G c: st c§ Kind der Mann ist, den sich I n n g a l S Z n r a ch r o h r i w w i ch- tigcn politischen Fragen erkoren hat, sei noch der Schluß des Offerts zitiert: Verwenden Sie mich bitte in Ihrer Partei, als Sekretär, als Leitartikler, als Organisator und vielleicht auch als Redner. Geben Sie mir die Möglichkeit, damit ich mich sozialdemokratisch Das wäre der Dank für I h r freundliches Entgegenkommen! beide! Behandeln Sic bitte mein Schreiben frcuntz- l i ch und vertraulich und teilen Sie mir mit, ob ich mich in einer Ihrer Kanzleien sönlich cinsindcn kann. Mit v o l I st c r Hochachtung Alfred Bohmann m. wäre voller gewesen. Da er entfalten konnte, hat er es aus der Barrikade, wo er nunmehr Ob zu seinem Nutzen, wissen Tic B c r• i Zwischcn- Poinlsch-deotschcr Grcnz- zwlschenlall. Warschau, 31. Mai, Wie die Blätter melden, wurde heut« ein polnischer Grenzwächtrr in der Nähe der Ortschaft Gorowo-Trzaski in einer Ent- semung von cttva 400 Metern von der deutschen Erenzc ans einem auf deutschem Boden bcfind- lichcn Wald unter heftiges Gcwchrfcuer genommen. Ain selben Tag« wurde Blättermeldungen zufolge das Torf LcSniewo von der deutschen Seite auS heftig beschossen. Unter der Dorfbevöl- ktrung brach eine Panik aus. In beiden Fällen wurde, wie die Blätter weiter meiden, die Dhießerci durch nationalsozialistisch« Sturmabteilungen verursacht, welch« in der Nähe Brenze Militärübungen abhalten. „Ter Glaube an die Macht des Goldes ist im Schwinden, di« Herrschaft des Geldes bricht zusammen.... Leben, Blut tritt an zum Kampfe gegen das Geld! Das ist der We- s c n s i n h a l t der Idee, die sich deutscher Nationalsozialismus nennt Ing. Rudolf Jung: Ter nationale Sozialismus, Aussig 1st33, Sette 14. Wie sagt doch Wilhelm Busch: Denn erstens kommt cs anders, und zweitens als man denkt! Auch der Nationalsozialismus Hal ein« Revers- feite, die er selten zeigt und di« trotzdem— nicht nur för Nöhmlingc!— die wesentlich interessan- lerc ist. Wenn Leben und Blut zum Kampfe gegen das Geld anirelen und der kleine Mann am großen Vorbild des Führers wieder einmal sicht, daß deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun, dann soll doch nicht ganz vergessen werden, wie es auf der Schattenseite Reklamesäule aussicht. Zum Beispiel so: Löbl. Reichsparteileilung der deutschen sozialdemokratischen Partei, Aussig. Gestatten Sie bitte, daß Ich mich heute in einer ganz besonderen Angelegenheit an Sie wende: Wir schalten ein: es handelt sich um.Herrn Alfred Bohmann aus Libochowan an der Elbe und man schreibt den 20. Oktober 1029. Die besondere Angelegenheit, in der er sich an uns wendete, ist folgend«: Ich svmpalhisier« mit Ihrer Partei. Ich muß wohl auch den Grund angcben: Ihr Programm sagt mir noch am meisten zu. Die Deutsch nationalen sind mir zu starr und ihre Politik in bezug auf die Republik erscheint mir zu fruchtlos. Die deutschen N a t tonal s o z i a l i st c n können sich doch nie durchsetzen, weil sie mit allen möglichen Hemmnissen Kraft ihrer parteipolitischen Ziele zu rechnen haben, die Christlichsozialen stoßen mich ob und der Bund der Landwirte'? Ich bin ja kein Landwirt! Die Arbeitsgemeinschaft Rosche-Kafka verliert sich ja auch, weil sie nur ein Notbehelf ist und noch nicht genau weiß, wozu sie aus der Welt ist. Bliebe, glaube ich, nur noch die kommuni st i s ch e Partei, so schön sie übrigens im idealen Sinne angestrebt und verwirklicht wären, doch höchstens nur«in Staatsgebilde schassen können, wie wir«S heule in der Sowjetrepublik sehen und daS warnendes Beispiel sein muß. Tie Durchsicht de» Musterkosfcrs ist«in wenig flüchtig erfolgt und beinahe erinnert der junge Mann, der die politischen Parteien hier Revue passieren läßt, an den jüdischen Cl>cmann der Anekdote, der auf der Suche nach dem-Hausfreund ein paar Türen ausrcißt und dann auch vor den geschlossenen mit sanguinischem Urbercifcr fest- tellt, daß er„hier auch nicht" ist. Alles in allem aber, kein Landwirt zwar, sondern eher ein Idealist von jenem echten deutschen Schlag, der die Ideal« im Maul« führt, während er di« Finger dort hat, wo sie nicht Hingehör«», und eben dies mit jenem geschickt zu kaschieren weiß! Er hat sich für die Sozialdemokratie als das kleinste liebel entschieden, hier schien es ihm gut zu sein, hier wollt'«r seine Hütt« bauen und da eben eine Wohl vor der Tür stand, offerierte er seine Stimm«(deren teutonischer Wohlklang, durch die falschen nicht gelitten hat). Die bürgerliche Presse schweigt, sie breitet Uber alle Brutalitäten der Httlerhorden den Schleier der Barmherzigkeit. Die snzluidemokrallsche Presse zer- reiBt den Schleier der Dunkelheit und Löge, sie klilrt auf und gibt die ungeschminkte Wahrheit wieder Weg mit der bürgerlichen Presse« welche die Geschiffte des Haken- kreuzes.dcshliifii'cn Terrors besorgt In der Hand Jedes Kulturmenschen Illi MiMMlSliM Zeltes! Kongreß des Weliverbandes der VOlKerbnndgesellscholten. Heute beginnen In Montreux die Vorbe- rotungen einiger ständiger Kommissionen zum 17. Kongreß der Böllerbundligtu, der am 3. Juni eröffnet werden und bis zum 8. Juni lagen wird. Die vorliegenden Antrag« befassen sich hauptsächlich mit den Verlzandiungen der Abrüstungskonferenz und mit den Vorbereitungen für die W e l t>v i r I s cha f t s k o n f c r e n z. Der Minderheitentoinmission(oder vielmehr zu. nächst dem dafür bestellten SpezialkomilG lieg! ein Bericht Sir Wolter Rap'erS über den Völkerbund als öiaranien der Minderheiten- rechte vor: dieser Bericht stellt genau die Verpflichtungen fest, die dein Völkerbund nach außen und innen durch die llebernahme der Garantie für Einhaltung der Minderheiienschuhverlräge erwachsen sind, und schlägt zur Ermöglichung einer besseren Information der Naismitglicdcr die Einsetzung einer st a n d i g e n beratenden Mintz e r h e i t e n k o m in i s s i o n vor: die englische Pollerbundliga hat zu diesem Bericht einen Reso- lutionsantrag eingebracht.— Ter Entwurf der nissischen Liga zu einer Konvention für den internationalen Schutz der Menschenrechte steht neuerdings zur Diskussion. Die französische Aga hat zu den Vorkommnissen in Deutschland Stellung genommen und die jüdische Liga n Palästina einen Entwurf angekündigl, tzcr Schritte Vorsicht, die beim Völkerbund zugunsten der Juden in Deutschland zu unternehmen wären. An den Verhandlungen in Montreux nehmen alt Delegierte der Deutschen Völkerbnndliga in Prag deren Präsident Dr. Wilhelm Medin- ger und Prof. Tr. Heinrich Rauch berg teil. ‘‘‘,''", für un», aber wir müssen es einmal gestehen, daß er an uns gedacht Hal, als es ihn zur Politik sund zum Verdienen) zog. Wir könnten ihm mit dem Song antworten: Du bist n i ch t d c r e r sie, Du mußt schon verzeih'»... wir fürchten aber, daß er sich von Kalbe Nagh auch dadurch unterscheidet, daß er nicht der Letzte sein wird. Damit wir nicht in Verlegenheit kämen, waS mit ihm anzufangen sei, offeriert««r seine Dienste«n detail: Vielleicht könnte ich einen Sekretär p o st en zu Ihrer Zufriedenheit anSsüllen, darüber hinaus für Ihre Partei leitartikeln, polemisieren und in jeder Hinsicht für Ihre Partei arbeiten! Ich fühl« orgamisatorisches Talent in mir, da» ich Ihren Zwecken— die ich gerne auch zu meinen machen möchte- dienstbar machen könnte. Und Redner- t a l e n t? Run, mein bester Freund den möchten wir kennen! sagt selbst, mit mir wäre nicht zu streiten(— was ja schließlich überall in edler und vielleicht passieren kann, um ich und Fludit aus einem auierMsdien SlaalsoMnis. Der Gouverneur als Geisel. New fjork, 30. Mai.(Reuter.) An» dem Gefängnis bei Staates Kansas entkamen heute elf Sträflinge, von denen sieben wegen Morde», Bankraub«» und ähnlicher Handlungen aus Le. ben»j«it verurteilt waren. Mit Hilfe von Revol vern, die offenbar in» Gefängnis geschmuggelt waren, entwaffneten sie ein Dutzend Wärter und entkamen ins Frei«. Sie hielten zwei Auto an, zwangen di« Insassen auszusteigen und ent kamen. Den Gouverneur de» Staatsge- sängnisseS, zwei Gefangenenaussrhcr,«ine kranke Frau und zwei junge Mädchen nahuien sie unter der Drohung augenblicklichen Erschießens mit und benützten sie al» Schutzschildei Oskar von Hindenburg als Zeuge im GereKe-ProzeO. Berlin, 31. Mai. Im heutigen Verlaufe tzeS Gcrcke-Prozcsscs wurden n. o. der Sohn des Reichspräsidenten Oberst Oskar von Hindenburg und der Staatssekretär des Reichspräsidenten Meißner als Zeugen einvernommcn. Auf die ssragc, ob er Gercke für fähig halte, daß er Gelder aus dem Hindenburg-Wahisonds unterschlagen und für persönliche Zwecke verwendet habe, erwiderte Oberst von Hindenburg:„Mir ist nicht die Idee gekommen, daß Dr. Gercke diese Gelder in irgendeiner Form für sich per- wenden wollte." Staatssekretär Meißner bcstä- tigte, daß der Plan bestanden habe, nach der Wahl Hindenburgs eine überparteiliche nationale unabhängige Zeitung zu gründen, die den Gedanken der nationalen Sammlung vertreten sollte. Zunächst war der Ankauf eines Aktien- vakctcs der Deutschen Allgemeinen Zeitung oder der Ankauf der.„Täglichen Rundschau" erörtert worden, aber schließlich hielt man die Gründung einer neuen Zeitung für richtiger. wie sich später heransstellte, Töne vom 27. Oktober 1928 Er schrieb: Ich bin ein Teilt scher, kennt ihr seine Farben? Er noch nicht, durfte aber versichern: -.. fühle sozial und denke demokratisch und wähle bei der nach st en Dahl die deutsch« sozialdemokratisch« Partei. Ich fühle Veranlagung zum politischen Leben und möchte nun auch wirklich Ihrer Partei ongchören. Die Veranlagung ist ja auS dem oben Zitierten ohnehin zur Genüge kenntlich. Daß«r Deutscher sei, wußte man auch auS dem Umstand, daß er sich nur mangelhaft deutsch ausdrücken kann. Ten Wunsch, der Partei„nun auch wirklich" anzugchören, hätte er durch AuSsüllen einer Beitrittserklärung und Einzahlen des Beitrags verwirklichen können. Idealist ab«r, der er nun einmal ist, strebt er nach Höherem: Ich bin Rechtshörer an der deutschen versilät in Prag und habe mich bisher nie mit Politik— wenigstens aktiv nicht— beschäftigt. Ich möchte mir auch etwa» verdienen... Dies der Leuchtturm, auf den der^Schiffer im schwanken Kahn eine» mangelnden Sprachgefühls durch d«n hohen Wellengang eines fragwürdigen deutschen Stils zugesteuert ist, den Blick unvcr- wcutdt nach dem Ideal gerichtet, und den er nach manchen Fährnissen erreicht hat. Nun ists heraus: er will sich etwas verdienen. Und was liegt näher als der Versuch, es dort zu tun, wo er sich nicht auskennt! Er hat sich mit Politik noch nicht beschäftigt, bat aber Veranlagung dazu: unser Programm, oas er— wi« er sswter noch verrät— nicht kennt, sggt ihm zu, also will er sich mit Politik, und zwar ausgc- Seit» 4 Donnerstag, 1. Juni 1883 Nr. 128 Aii unsere Kolporteure und Abonnenten! ■ Anläßlich der Pllngstleiertage ■ wird II. Vertrag im Buchdrucker ■ gewerhe am Pllngsl- Honlag W nicht gearheitel./ es entldlit N daher unsere Dlenstagausgabe ■ und erscheint unser Blatt erst am Nittwodi, den 7. Juni zur gewohnten Stunde. Die Verwaltung. Verderbliche Zollpläne. Unmittelbar vor Zusammentritt der Welt- winschasiskonferenz in London, die auf» neue versuchen soll, in die katastrophale Wirtschaftslage Ordnung zu bringen, wozu nicht zuletzt die Regelung der Z o l I f r a g e n gehört, versucht mau auch hierzulande rasch für einige Interessenten Vorteile zu schassen durch— erhöhte Zölle! Bekanntlich wird schon seit längerer Zeit an einem neuen Enttvnrs des tschechoslowakischen Zolltarifs gearbeitet. Wie von gut informierter Seite mitgciilt wird, lausen die Beratungen auf eine außerordentliche Erhöhung der Ä g r a r; ö l l c hinaus, so daß die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, daß im Falle der Verwirklichung der agrarischen Zollwünsche die Tschechoslowakei in ein handelSpolitiscktcS Chaos gestürzt wird. Nach einem bisher zwar nicht genehmigten, aber bereits dnrchbcratenen Antrag soll z. B. der bisherige W c i z e n z o l l von 60 auf 100 K(vertraglich nicht gebunden) und von 30 auf 50 K(vertraglich) erhöht werden, wobei gleichzeitig die bisherigen Z o l l Zuschläge nach dem Gesetz ans dem Jahre 1030 mit der Abänderung in Gültigkeit bleiben, daß ihre Höchstgrenzen keinerlei Beschränkung unterworfen werden. Für die Buttcrcinfuhr sollen gleitende Zölle ringeführt werden, so daß bei einem Preise von 2t K der Zoll 2.10 K, bei einem Preise von 20 bis 2 t K der Zoll 4.20 K, und bei einem noch niedrigeren Preise 6.30 X betragen soll. Gleitende Zölle, die sich der Preislage anpasscn, sollen auch für die Schweine- s c t»e i n s u h r festgesetzt werden. Außerdem wird eine lange Reihe landwirtschaftlicher Produkte, wie Knnstfett, Oelsamcn, Erbsen, Linsen u. c. mit Zollerhöhungen belegt werden. Seitens der Industrie und des Handels wiederum liegen Wünsche aus Zollcrhöhnngen für die Einfuhr von Maschinen und Apparaten, Schreib- und Rechenmaschinen u. a. vor, die insofcrnr unverständlicher erscheinen, als einige dieser Produkte in der Tschechoslowakei überhaupt nicht erzeugt werden. Lediglich die T c x t i l i n d u st r i e macht hier eine rühmliche Ausnahnic und fordert bei zahlreichen Posten sogar Zollhcrab- schung. Tic Agrarier wollen ihre starke politische Position aufs neue zu ihren Gunsten auf K o- st en der Verbraucher ausnützen. Daß dadurch die ohnedies, infolge der Krise äußerst gedrosselte Lebenshaltung der breiten Massen weiter eingeschränkt und damit der Absatz landwirtschaftlicher Produkte gehemmt wird, übersieht man vollständig. Tas widerspricht übrigens völlig den vom letzten Internationalen Agrarkongreß in Prag(1931) ausgestellten Richtlinien, wo ausdrücklich die Hebung des Konsu m s neben vorübergehender Verminderung der Produktion und Organisation des Marktes empfohlen wird, uin der Agrarkrise zu steuern. Jeder objektive Volk-Wirtschaftler hebt hervor, daß das Schicksal der Bauernschaft mit dcni Schicksal der Kaufkraft der breiten Massen aufs innigste zu- sammcnhäugt. Schon jetzt ist;. B. der Konsum von Fleisch sehr erheblich gesunken; bei noch höheren Preisen würde der Verbrauch ivcitcrhin verhängnisvoller Weise abnchmcn. Tic Einschränkung des Konsums durch Preissteigerungen mit Hilfe von Zöllen ist das verkehrteste Mittel, der tatsächlich brdrängleu Landwirtschaft Hilfe zu bringen. Tic Hauptsache ist die Senkung der Gestehungskosten durch Herabsetzung der Zinsen, Steuern und Preise der für die Landwirtschaft notwendigen Maschinen usw., sowie die Hebung der Kaufkraft neben der Organisierung des Marktes. Tic Bekämpfung der Kartelle ist in diesem Zusammenhang ein auch für die Landwirte wichtiges Problem. Aber die Lösung dieser Fragen ist für die Agrarier viel zu umständlich und widerspricht mitunter auch ihrer kapitalistischen Einstellung. Sic und die I n d u st r i e l l e n wollen cs sich möglichst bcqucin cinrichtcn und meinen, der Staat sei mir dazu da, ihnen das Leben und Prositniachcn zu erleichtern. Dazu wird selbstverständlich noch ein kräftiges Wort gesagt werden müssen. Reue Verhaftungen. Tic Polizei verlautbart: Am 29. Mai jvurdc hirr bei zwei hervorragenden Mitgliedern der Hakcnkreuzbewcgung eine Hausdurchsuchung vorgeilommcn, wobei Material beschlagnahmt wurde, daS deren Beziehungen zum Anstande beweist. Eü handelt sich nm zwei Hoch- schulstudentcn, bei denen auf Ersuchen der Ostrauer Polizeidircttion auch die Polizeidirektion in Prag eine Haus- und persönliche Durchsuchung vornahm. Dir beiden Studenten tvurden aus Grund des Materials, das in ihren Prager Wohnungen gefunden wurde, fcstgenommen. Zur Pariamcntswalil in Danzig. Danziger Stroßenbild mit Wahlplakaten und riesigen Wahlaufrufen au den Häuserfronten. T agesneuigkeiten Die Revision des Lübecker Prozesses. Leipzig, 31. Mai. Die Revisionsverhandlung im Lübecker Calmcttc-Prozcß beginnt morgen vor dem Reichsgericht unter Vorsitz des ReichSgerichts- ratcS Schmidt. Ter in Lübeck im Feber v. I. wcgcn fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte Professor D e Y k e vom Lübecker Krankenhaus und der wegen der gleichen Vergehen zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilte Lübecker Obcrmcdizinalrat Doktor A l t st a c d t haben gegen das Urteil Revision eingelegt. Die Lübecker Staatsanwaltschaft hat gegen den Freispruch des Angeklagten Professor Dr. Klotz Revision eingelegt. Ebenso haben die als Nebenkläger im Lübecker Prozeß zugelasscnen Eltern der verstorbenen Säuglinge Einspruch gegen das Urteil dcS Lübecker Gerichtes erhoben. In dem Lübecker Prozeß handelte es sich darum, daß mehr als siebzig Säuglinge, an denen das sogenannte Colmcttc-Schutzimpf- verfahrcn gegen Tuberkulose zur Anwendung gekommen war, nach der Behandlung an Tuberkulose gestorben waren. 168 Säuglinge waren unter tuberkulosevcrdächtigcn Erscheinungen crkrankt. Als Ursache des Unglücks sah daS Gericht in seiner Urteilsbegründung entweder eine Verwechslung oder aber eine Verunreinigung der Jmpfkultnren an, für die cs die beiden veruretilten Angeklagten verantwortlich machte, während feiner Auffassung nach gegen den Angeklagten Professor Klotz utib die ebenfalls angcklagte Schwester Anna Schütze keine Schuldbeweise beigcbracht werden konnten. Bergrutsch im Saalegebiet. Größte Hochwassergefahr. Dessau(Anhalt), 31. Mai. Eine schwere Naturkatastrophe ereignete sich heute bei Latdorf im Kreise Bernburg. Die Kalkberg« bei Eiserfurt sind in einer Breite von 500 Metern in die Saale gerutscht u«U> haben das Flußbett vollkommen gesperrt, so daß die Saale ihren Lauf durch die Große Aue nehmen mutz. DaS Wasser stieg innerhalb 2V Minuten um einen halben Meter. RingSumher besteht kilometer weit größte Hochwassergefahr. Die Katastrophe ist vermutlich auf die ungeheuren Regenmengen zurückzuführen, die in den letzten 48 Stunden niedergingen. 8in Lastauto stürzt ab. Glück im Unglück. Jglau, 31. Mai. Der 26jährige Chauffeur Josef D c n e m a r c k mußte mit einem Drecton- ncnlastauto auf dem Wege aus Chxnov bei Tabor nach Kyjov beim Nehmen einer starken Straßensteigung infolge Versagens des Motors anhalten. Der Äutobesiher Divis stieg vom Auto, und wollte einen Stein unterlegen. Plötzlich setzte sich das Auto rückwärts in Bewegung und durchstieß am Fuße der Straßensteiaung das Geländer der Brücke über den Jgelfluß und stürzte die 15 m hohe Böschung hinunter, wo es am Flußufcr zertrümmert liegen blieb. Das 70 q schwere Auto überschlug sich dabei zweimal in der Luft. Der Chauffeur Dencnrarck, der am Volant sitzen geblieben war, kam mit leichten Hautabschürfungen davon.• Todesrennen. Indianapolis, 31. Mai.(Wolfs.) Bei dem alljährlichen 500 Meilenrennen, der größten automobilsportlichen Veranstaltung in den Vereinigten Staaten, verunglückten zwei Wagen. Dabei wurden die beiden Fahrer nnd ein Mechaniker schwer verletzt. Der Mechaniker und ein Fahrer sind inzwischen g c st o r b c n. Bei dem Rennen wurden außerordentlich cGeschwin- digkciten erzielt, was bei den Schwierigkeiten der Rennstrecke zu den Unfällen führte. Mareoni prophezeit große Fortschritte der Radiotelegraphie. London, 31. Mai.(AR.) Mareoni sieht einen weiteren bemerkenswerten Fortschritt in der drahtlosen Radioverbinduna voraus. Der große Erfinder befaßt sich zur Zeit mit dem Studium der sogenannten Mikrowellen, d. s. Wellen, die kurzer sind al» ein Meter und denen, wie Mareoni auSführt, unabsehbare Bedeutung zukomme. Mareoni sagt auch«inen großen Fortschritt in der Television vor. In seiner gestern abend in der Königlichen ReichSgesellschast in London abgegebenen Erklärung sprach Mareoni seine Anerkennung der britishen Postverwaltung auS, die dazu beigetragen hätte, daß da» Radio zum Wirksaucen Bindeglied und zum wirksamen Mittler der Weltverbindung wurde. Mareoni sprach die feste Ueberzeugung auS, daß die Möglichkeiten der drahtlosen Telegraphie noch lange nicht erschöpft seien. Er bemerkte hiebei, daß man einigen Schwierigkeiten bereit» auf den Grund gekommen sei, wie z. B. die atmosphärischen Störungen seien usw.;- er sprach hiebei die Ueberzeugung aus, daß dies« alsbald werden überwunden werden köncn. Blutiger Zwischenfall Im Zirlus KludsH Bukarest, 31. Mai. Bei einer Vorstellung deS ZirkuS Kludsky in B r a i l a überfiel ein wütender L o w e seinen Dompteur. Mar ia l und brachte ihm schwere Verletzungen im Gesicht bei. Ter Löwe wurde sofort von dem Zirkuspersonal gefesselt. Ter Vorfall ries beim Publikum eine große Panik hervor. Wie jetzt in Deutschland Wahrheiten verkündet werden. Bewußt oder unbewußt, um den Hitler-Halbgöttern und ihren rückgratlosen Nachbetern einige Wahrheiten zu sagen, hat die „Frankfurter Zeitung" einen kleinen Rückgriff in der Literatur getan. Sie veröffentlicht Heinrich Zschokkes Novelle:„Es ist sehr möglich." Dort macht sich der Schweizer lustig über die Rückgratlosigkeit der französischen Republikaner, als sic Napoleon zujubelten und nach dessen Sturz sich wieder als gut königStreu ausspielten: „ilcun war kein Mensch mehr Revu- k> likaner. Jeder kroch vor seinem neuen Herrscher. Jo, niemand wollte jemals zu den Republikanern gehört haben, sondern jeglicher behauptete, von denc Schwindel, der ein st alle besessen hatte, ferngeblie- bcn zu sein..."■ Und als der Usurpator gestürzt, das Lilicirbanncr wieder ausgerichtct, der Bourbon wieder einge- zogen war, gibt der gcschichtSklugc Schweizer durch scinen Helden jenen zu verstehen, die diesen Umfchwuirg der Reaktion für ewig geltende Ordnung bedienerten: „Nun will man wieder nrit Waffengewalt, mit Inquisition, Tortur, Nunziatoren, diplomatischen Kniffen, Haarbcuteln, Perücken, Spießrutenlaufen, MelSpatentcn, Ordensbändern, Staubbesen,-ewigen Bündnisicn, Zensurgesetzen und dergleichen altlöblichen Dingen zum ewigen Frieden Helsen. So geschah cs schon zur Zelt Franklins und Washingtons, zur Zeit der Ba- stillen, zur Zeit der Davouste und Palms. Dieselben Mittel und Ursachen werden dieselben Wirkungen haben! Darauf verlaßt euch." Ob man im Nazi-Deutschland dieses hübsche Blättlein geschichtlicher Wahrheiten zu würdigen versteht? Zum heranuahenden Schulfchluß macht der Allgemeine Angcstellten-Bcrband Reichenberg aus die Notwendigkeit einer guten sorgfältigen Berufsberatung tvegen des Eintrittes der schulentwachsenen Jugend in das Berufsleben aufmerksam. Daß die verschiedenen Berufszweige der Angestellten in der Judltstrie, int Handel, im Verkehrswesen usw. unter der gegenwärtigen Krise sehr schtver leiden, bedarf keines besonderen Beweises und wird schon dadurch erkenntlich gemacht, daß laut den statistischen Ausweisen der Arbeitsvermittlungsanstalten die Zahl der stellen- Der Selbstmord der Fliegerin Stzdors. Aleppo, 31. Mai.(Wolfs.) lieber den Tod der deutschen Fliegerin Marga von Etzdorf werden folgende Einzelheiten bekannt: Nachdem die Fliegerin am Sonntag auf dem Flugplatz von MouSlimich, ungefähr 16 Kilonuter nördlich von Aleppo, eingetroffcn war und ihre beschädigte Maschine verlassen hatte, ivurdc sic nach der Flicgermesse geleitet, wo in jeder Beziehung für sic gesargt wurde. Später begab sic sich auf eigenen Wunsch noch dem Rnhczimmcr, das für Flieger, die eine Notlandung unternommen haben, vorbereitet ist. Plötzlich— um 10 Uhr 30— wurden mrhrcreSchüssc gehört. Alles eilte nach dem Rnhczimmer, wo Marga von Etzdorf aus dem Bette liegend t o t aufgefunden wurde. Neben ihr lag die Schnellfeuerpistole, die sic auf ihren Flügen mit sich zu fuhren pflegt. Ihr Kopf war von zwei Kugeln durchbohrt. Die Leiche der Fliegerin wird nach Berlin überführt. MIMWMWMWWWWWIWWWWWIMWWMWWMW losen Angestellten immer noch weiter tvächst, trotzdem die Zahl der arbeitslosen Arbeiter einen wenn auch nur kleinen Rückgang erfahren da:-. Es sollen nur jene jungen Leute dem Angestellten- berufe zugeführt werden, die dafür die entsprechende Eignung besitzen. Zu Auskünften über die Enüohnungs-, Arbeit--, Rechts« und sonstigen Berhältnisic ist auf besondere Anfragen der Allgemeine Angestellten- Verband, Reichenberg, Turnergasie 27. gerne bereit, woselbst auch Muster für Lehrverträge für Han- dclslehrlinge, Kanzleipraktikanten und sonstige Angestclltenontvärter erhältlich find. Hakenkreuzschundliteratur in Gemeiudebüche- reien. Während die Hakcnkrcuzlcr in Deutschland alle freiheitlichen Schriftsteller dem Scheiterhausen überantworten, trachtet man bei uns den elendsten Schund der Hakcnkrcuzpropaganda a u s Kosten der Allgemeinheit in drn öffentlichen Büchereien aufzu stapeln. Was sich hierbei die professionalen Volks und Jugendbildner leisten, geht über das Maß des Erträglichen weit hinaus. Vor einiger Zeit wurde im städtischen Büchcreirat in Aussig durch die sozialdemokratischen Vertreter mit Recht gegen oaS in München, im Verlag Ehrer'S Nachfolger G. m. b. H. erscheinende illustrierte politische „Witzblatt"„Die Brenneffcl" Stellung genommen nnd die Beseitigung dcs Blattes gefordert. Jede Nummer strotzt von Gemeinheiten gegen andere Nationen, gegen die Sozialdemokratie, da- Judentum und gegen Persönlichkeiten, die von den Hitlcrbanditen verfolgt wehren. In der Nummer 19 gibt der Verlag selbst an, daß„diese Ausgabe in Lesezirkeln nicht geführt werden darf"; doch die Leitung der Volksbücherei findet an diesem Schandblatt besonderen Gefallen. Einige deutschnationalc Jugenderzichcr haben sich mit einem Eifer für den Weiterbezug des Banditen- blatteS eingesetzt und die Mehrheit dcs Bücher- reirates hat in ihrem Sinne beschlossen. Hier muß endlich Wandel geschaffen weroen. Fort mit der Hakenkrcuzliteratur aus unsr ren öffentlichen Büchereien! Siebenfacher Mörder empfiehlt sich. Cs sei auf eine Bewerbung eines braunen Soldaten aus Süddeutschland an eine Berliner Stelle verwiesen. Als Qualifikationsnachweis zur Bekleidung einer Führerrolle diente die Mitteilung, d a ß e r als National so ziali st bereits wegen siebenfacher Mordanklage vor Gericht geftandcn.habe.(Die wörtlich« Veröffentlichung dieses Zeitdokumentes dcmtscher Schande und Geistesverwirrung muß leider, um nicht Personen zu gefährden, einer anderen Zeit Vorbehalten bleiben.) Erdbeben in Südamerika. Aus Rio de Janeiro wird gemeldet: In der Gegend von Opapec wurde DienStag ein Erdbeben verspürt. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Wiens Hochschulen bleib«« geschlossen. Das Unterrichtsministerium hat di« Schließung der Hochschulen bis 8. Juni verfügt. In der Zwischen, zeit dürfen keine Prüfungen abgehalten werden Bei diesem Anlaß hat das Ministerium darauf hingewiesen, daß die durch die Schließung der Hochschulen verloren gegangene Zeit zur Crrei- chung deS normalen Studienziels cinzuholcn fein wird. Straßenbahnnnglück in Leipzig. An einer Straßenkreuzung am Augustusplatz in Leipzig stießen gestern zwei Straßeirbahnzüge zusammen. Ein Motorwagen stürzte um. Bisher wurden ein Toter, vier Schwer- und zwei Leichtverletzte geborgen. Immer noch Wolken. Das StaatSamt für Meteorologie in Prag gab gestern um 11 Uhr folgende Wettervorhersage für heute, Donnerstag, bekannt: In der' Westhälfte der Republik: ivcchselndc, im allgemeinen wieder verringerte Bewölkung, keine wesentlichen Niederschläge. strichweise Morgennebel, ruhig: im Ostteil des Staates: wechselnd bewölkt, stellenweise Gewitterneigung, untertags etwas kühler. Ein Lehrer von einem Lastauto getötet. Am 30. Mai fuhr auf seinem Motorrad gegen 17 Uhr nachmittags der Lehrer Franz B o t r u b a aus Sozimovo Usti einem vor ihm fahrenden Lastautomobil auf der Wilson-Straße in T ä b o r vor. Bei dem hi«bei sich ereignenden Alsammen- stoß fiel der Lehrer direkt unter die Räder des Kraftwagens und wurde schwer verletzt. Obwohl dem verunglückten Lehrer sofort ärztlich« Hilft zuteil wurde— der Unfall ereignete sich nämlich unweit des BezirkSkrankenhausseS— waren die Verletzungen derart schwer, daß er ihnen nach wenigen Augenblicken nach seiner Einlieferung ins Spital erlag. fit. 128 Donnerstag, 1. Juni 1988 Seite 8 Shakespeares Schilde! wird geraubt. Aerzte gruben ihn aus.— Wie des Dichter» Grab geöffnet wurde. Seitdem verschollen. Feuer zur rechten Zeit. In der Gemeinde- fandet von Landschack bei Knittelkeld sollte eine behördliche Uebcrprttfnny der Gcmcindebüchcr vorgenommen iverdcn. Dienstag nacht« brach in der Kanzlei Feuer ans, wodurch die gesamte Ge- meinde-Buchhaltiing verbrannte. Ter Bürgermeister wurde verhaftet. Ermäßigte HalbjahreS-Bahnsahrlarten. Der Bund der Vertreter und Reisenden, plitz- Schönau lFnchgrnppc dcS Allge- meinen Angestcllien-Berbandcs, Reichen berg) macht auf die Be'chaffung der crinätzigtcn Eisen- tahnhalbjahreSkarlen mit Gültigkeit ab 1. Juli bis zum 31.. Dezember l, I. für organisierte Vcr- Ircter und Rciscudc aufmerksaiu. Tic Bcschasfung kann nur durch die Drgan lation erfolgen. Auskunft erteilt bcrcitwilligst die genannte Fachgruppe in Teplih-Tchonau, Eichwaldcr Straß« 3V Siir die HausfrlM. Di« Auffrischung der Möbel. 2« den älteren Haushalten wird man nicht um- hin können, von Zeit zu Zeit die Möbel etwas au'- zusrischen. Durch geeignete Behandlung ist manches schon unairsehnlich gowoitien« Stück noch wieder hübsch geivordrn. Bor allem mutz man acht geben, ob sich auch nicht etwa Holzwürmer«ingenislet haben, dir kreisrund« kleine Löcher bohren. Man stellt ihr Vorhandensein leicht durch di« Holzmeh-- häufchen fest, di« sich in oder unter den Gegenständen befinden. Wemi Uran nicht rechtzeitig eirrschreiret, bestehl die Gefahr, datz der gairzc Gegenstand zernagt mid damit unbrauchbar wird. Man bestreicht diele ongrgrifsenen Möbelstücke am besten mit Petroleum, in dem man etwas Ka-nrpfcr aufgelöst Hal. Mau soll dies Petroleum nach Möglichkeit mit einem Oclkäunchen direkt in die Wunnlöcher spritzen.— Bei geschnitzten Möbeln bedient man sich einer gurweichen Dürst« oder eines PiuselS, um den Staub zu entserncn. Flecke, die auf den Möbeln durch heitze Lesätze oder steheirgeb'/ebeneS Wasser entstanden sind, können, wobei man aber sehr vorsichtig sein mutz, mit Kampfevspiriius entserui werden. Eichenmöbcl werden am lösten zweimal jährlich mit Leinöl abgerieben. Alles Abreiben der Dlölxt soll iunncr mit ganz weichen Tüchern und stets nach dem Strich vorgenommen werden. Polierte Möbel, die einer Auffrischung bedürfen». sind, ehe man die Politur auf ihnen verreibt, sorgfältig zu reinigen, und zwar kenn man sie sehr gut niit etwas Eisigwassrr abwaschen Natürlich müssen sie sofort wieder sorg- fällig trocken gerieben werden! Zwei„goldene" Aerzen. „Joi", sagte die kleine funkeläugige Tanic, als wir bei ihr ein Zimmer mieten wollten und I uns als deutsche Emigranten vorstellten.„Joi, Eie tun mir schrecklich leid. Lesen kann ich schon nimmer davon. Aber kommen Sic nur zu mir. Sic sollen es wie zu Hause habe»." und so lind wir denn cingczogen. Mittlerweile weiß ich, tvarnm nieine kleine funkcläugige Frau Wirtin trotz ihrer einwandfreien Prager Abstammung,„Joi" sagt. Sie hat einen ungarische» Mann. Bor. vielen Zähren lernten sie sich, über alle Konflikte der eigenen Vaterländer hin- s weg kennen und lieben. Tatsächlich— wir fühlen z uns bei ihr wie„zu Hause". Sic sorgt mit rührender Liebe für>«ns. Ganz gleich, ob sie Knödel oder Gulasch-Suppe kocht, ob sie voll Andacht einen Cafö dicktet oder eine Mehlspeise, die „armen Flüchtlinge" müssen davon kosten. Reu- sich aber machte sie das Matz ihrer Güte sozusagen voll. Ms mein Mann feststellte, datz er bei seiner etwas„"lötzlichcn" Abreise sämtliche Kragen vergessen hatte, erfuhr c» auch zufällig die Frau Wirtin. Gleich daraus erschien sie im Zimmer, ein ganzes Dutzend in der Hand.„Sic sind von meinem Ocdön", erklärte sic strahlend, „aber sic werden Ihnen sicher passen".'Mein Mann meinte, einer würde doch im Augenblick genügen, cb mühten ja nicht gleich cm Dutzend sein". Aber das half nichts. Frau Wirtin druckte ihm ohne weiteres zwölf Stück itt die Hand. paradier und Wie in Asri'a Ungeheure Bodenschätz«.— Ein fruchtbares Land.— Die Plagen des schwarzen Erdteils. Zweiundsünszig Prozent allen Goldes der Welt erzeugt Afrika, fünfnndneunzig Prozent der Diamanten kommen von dorther. Die Diamanten waren eS, die Afrika recht eigentlich erschlv)- sen haben. Zuerst wurde die K-mbeney-Grubc angelegt. Farmbesitzer, die früher in jener Gegend ihre Farmen verkauften, erhielten ein paar Tansendc dafür, während sic einen Wert von vielen Millionen hatten, nur kannten ihre Besitzer die ungeheuren Schätze des Bodens nicht. Die Diamantenfelder von Rainaqualaick, die vor jetzt vier Fahren entdeckt wurden, lxiben in zwei Fahren Steine geliefert, deren Wert Millionen beträgt. Die grdtzte Grube'st dir Premier-Minr bei Pretoria. Wenn man am Rande der Grube steht, lohen die arbeitenden Männer unten wie Ameisen aus: dreißig Fahre und viele Millionen hat nran gebraucht, um diele tiefste Grube zu graben, dir überhaupt auf der Welt von Menschen gegraben, gebohrt, gesprengt wurde. Zn den fünfzig Fahren, seit die akrikanifchen Tiamanien- gruben i» Betrieb sind haben sie sicherlich Steine im Werte von lünf Milliarden hcrvorgepracht. Auch die Goldfelder sind so ertragreich, datz sich kaum ein Gegenstück ans der Welt findet. Vor vierzig' Fahren st'etz ein Mann der über das Feld seiner Farm ging, mit dem Futz ein FelS- stück beiseite das ans dem Boden irervorsah. Auf biete Weise sand man die mächtige Goldader. die viel« Kilometer>veir lick unter dem Felde hinzog. Die Goldkörner sind hier in dem weitzglitzernden Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts erschien in England«in kleines Buch, das den erstaunlichen Titel trüg:„Shakespeares Schädel gestohlen." Die Unterlage zu diesem Buch dürste das Tagebuch eines junge» Arztes namens Frank Chambers geliefert haben, das sich im Britischen Museum befindet und dessen Eintragungen sich über drei Jahre erstrecken. Im Jahre 1794 ivird Shakespeares Grab zum erstenmal envähnt, und zwar heißt es in dem Tagebuch:„Nach dem Esten kam di« Unterhaltung irgendwie ans daS Jubiläum von Stratford, und.Hauptmann Fortescue warf die Frage ailf, ob Shakespeares Bild i» der alte» Kirche, boionderü der Kopf, ihm wol)l ähnlich sei." Es wurde dann der Vorschlag gemacht, den Schädel auSzngrabcn, und einer der Anwesenden warf die Bemerkung hin, datz der alte Horace Walpolc, der später« Lord Orsovd, der allerlei Seltsamkeiten sammelte, für Shakespeares Schädel dreihundert Guineen geboten habe. Der Gedanke, diese dreihundert Guineen zu erlangen, lockt« den juiigen Arzt unwiderstehlich, um so mehr, als es gar nicht so schwierig schien, sich des Schädels zu bemächtigen. Damals gab es»och keine Anatoniie, wo die jungen Mediziner arbcilen konnten, deshalb mutz «en die Aerzte Männer engagieren, die ihnen Leichen aus den Gräbern stahlen, falls nicht genügend Armenloichen vorhanden waren. Dr. Chambers wußte natürlich, an wen er sich zu ivenden hatte. Er luchte sich drei Männer aus und bot ihnen drei Pfnnd für die Arbeit. Außer- dem sollten sic nach Beendigung der Arbeit so viel Bier trinken dürfen, tvie sie wollteir. In einer Winkemacht des Jahres 1794 traf Chambers mit den drei Männern apf dem Friedhof der Trinitatiskirche zusammen. Einer von den Männern mußte vor der Kirche Wache hallen und bckani den Auftrag, einen Stoffball gegen di« bunten Glasfeirster zu tverfeir, sobald sich irgend etwas Verdächtiges zeigte. Der Arzt mit den beiden andern Manner» begab sich in die Kirche, deren Tür sie getvaltfam öffneten. Die beiden Männer begannen nun sehr sorgfältig das alte Steingcwölb« aufzubrechen, iitdem sie Stück für Stück den Mörtel hcrauSlösteir, damit ihre Arbeit keine Spuren hinterlasten solle. Endlich war die letzte Flies« aufgehoben,»nd das geöffnete Grab des großen Dichters lag vor ihnen.. Chambers schreibt:„Alles was zwischen uns „Joi", meinte sie mit ihrem unnachahnrlichen Lächeln,„nehmt nur. Ihr tut mir ja so schrecklich leid. Joi, für Euch tät ich den Ocdön ausziehen.. Und Iulche«... „Julchen" wurde mir gleich am Tag nach meiner Ankunft in Prag vorgestellt. 22 Jahre alt, Student der Rechte, im Neoenbcruf aber ganz »nd gar der Literatur ergebe», war es seit Wochen seine einzige Beschäftigung, den geflüchteten deutschen Intellektuellen das„Einleben" zu erleichtern. Dazu gehörte, daß er mit ihnen Zimmer fuchen ging, daß er sie in die billigsten„Automaten" führte und die populärsten Kaffeehäuser. Gleichzeitig bemühte sich Julchen, Elementar kcuntnistc der tschechischen Sprache zu Verniitteln und die Emigranten über Prager Sitten und Gebräuche aufzuklären. Julchen, von dem bis heule noch kein Mensch weiß, tvie er mit'Nachnamen heißt— einem von uns gab er vor kurzem Enip- schliingan an irgendjemanden, und dieser berief sich dann auf den„Studenten Julchen"— erfreut sich bei allen Eingewandcrtcn der größten Beliebtheit. Was wäre aus uns ohne diesen lieben hilfsbereiten Burschen geworden?-'Neulich ging ich mit Julchen spazieren. Wir sprachen über „Fascismus" und die Lage in Oesterreich.„Wenn Quarz in so feinen Partikelchen versprengt, daß man sie mit bloße»« Auge nicht tvahrnehmen kann. Wäre die dortige ArbeitSkrast nicht so billig, io würde es überhaupt nicht lohnen, dies Gold zu fördern und herauszuziehen. Aber da di«'Verhältnisse günstig sind, hat daS Goldfeld in den viereinhalb Jahrzehnten seiner Bearbeitung Gold im Werte von etwa 20 Milliarden gegeben. Aber Afrika hat außer Gold und Diamanten noch andere Schätze, deren Wert nicht zu errechnen ist und die diesem Erdteil eine glänzende Zu- kiinft sichern. Da sind vor allem die ungeheuren Kupferlager in Rhodesia zu erwähnen, die Ame- >!ka als Kiipferliescränt der Welt stark bedrohen. In Grignaland wurden ungeheure Man- ganlager gesunden, die jetzt, nachdem eine Eisenbahn gebaut wurde, zehntausend Tonnen wöchentlich an die Küste entsenden. so datz das russische Monopol für Manganerz ins Wanken gerat. Selbst das begehrte Platin hat man neuerdings in Transvaal gefunden, doch ist die Ausbeute bisher nicht nennenswert. Renha ist für den Anbau von Kaffee vorzüglich geeignet, und in Rhodesia sind Tabak- Pftanzunaen von Rus angelegt tvorden. Die afrikanischen Kakaoplanlagen liefern Kakao und Schokolade in Menge. In Transvaal blühen Orangenhain«, die wundervolle Früchte hervorbringen. Auch die Baumwolle gedeiht dort, und ivo Nock; vor wenigen Jahren Wüste war sind setzt durch geschickt« Bewässerung Banmwoll- vsantagen geschaffen. Aber neben dem vielen Licht mutz cs auch Schatten geben. Afrika ist noch immer ein ge- kährliches Land und die Farmer und Pflanz,'c haben keinen leichien Kampf zu bestehen. Eine und Shakespeare lag. war ein« Schicht feiner brauner Erde, die mit Holzfasern und Glosstück- chen untermischt war." Chamber« stellte bei der Durchsuchung des Grabes fest, datz eS nach dem Tode des Dichters bereits einmal geöffnet worden sein nrüsse, denn es fanden sich verfchiedene Gegenstände darin, die sicherlich zu cinent späteren Zeitpunkt erst hineingelegt waren. In einer Tiefe von drei Futz wurde die Erde fester und feuchter. Die Männer mußten dir Schaufeln beiseite legen und nur mit den.Händen graben. Plötzlich stieß einer der Männer einen Auüruf aus. Er glaubte den Leichnam gefunden zu haben, aber als er das Gefundene aufhob, war eS nur ein runder, grauer Stein. Es schien nichts weiter in dem Grabe zu sein. Da aber zog der andere der Männer den Schädel selbst ans Licht.„Endlich hielt ich Shakespeares Schädel in der Hand, sah ihn aber nur einen Augenblick an, den» die Zeit war kostbar. Er Ivar kleiner, als ich«rivarlet hatte, und, fo viel ich mich erinnere, dem Bilde über unser» Köpfen ganz unähnlich. Dann brachten meine Leut« Erde und Steine sorgfältig wieder an ihren alten Platz und verkitteten die Fugen mit altem Mörtel, den sie mitgebracht hatten." Wen» das Tagebuch auf Wahrheit beruht, liegt hier also einer der aufsehenerregendsten Diebstähle der Geschichte vor. Der Arzt aber sollte, immer nach seinen Tagebnchanfzeichnun- gen, keine Freude an dein von ihm angestifielen Verbrechen haben, denn als er sich am nächsten Tage zu dem alten Horace Walpolc begab, weigerte sich der Sammler, die dreihundert Guineen zu zahlen, weil ihm an dem Schädel nichts mehr liege. Die Enttäuschung Chambers kann man sich unschwer vorstellen. Ein Bekannter, der bei seiner Unterredung mit Walpole zugegen gewe'en war. überredete Chambers, den Schädel an seinen Platz znrückznbringcn, und er legte wirklich das feierliche Versprechen ab, es zn tun. Tatsächlich weiß jedoch niemand, ob der Schädel wirklich toicder an seinen Platz gelegt wurde oder ob man ihn anderswo begrabe» hat. Tas ganze Verbrechen berührt um so merkwürdiger, als auf dem Grabstein Shakespeares ge- 'chrieben steht: Gesegnet sei der Mann, der diese Steine ehrt, verflucht fei der, der mein Gebein versehrt. ll. 0. sie dort auch so Hausen werden wie in Deutschland", sagte ich bekümmert. Julchen schwieg einen Augenblick. Dann meinte er:„Ja, schlimm.— Aber", fügte er voll heiterer Gelassenheit hinzu, „dann kommen die Wiener auch noch her." AN fein, ich freu mich. Abwechslung hab' ich furchtbar gerne. Tas wird eine Hetz, wenn wir dann alle zusammen sind..." Katja. Geriditssaal Bedrohte Kinder- Ein Sadist in der Mask« eines Detektivs. Prag, 3l. Mai. Eine merkwürdige Existenz und «in recht unheimlickrer Geselle ist der 2i)jährig« Jaroslav Wenzel Bitüs«k, der unter der Anklage des Verbrechens der Unzucht wider die N a t u r nebst der Urbertrelung des Betruges vor dem Senat des OÄR. üvamb« ra erschien. Ter Angeklagte war«in« Zeitlang Sportredakteur des„P o l c d u I l i st", daneben hat er sich auch verschiedentlich, allerdings zu Unrecht, als Redakteur der„N a r o d n i Politik a" und als Adnlinistratiousdirektor der„LcslS Slovo" auS- der unangenehnlslen Landplage» sind die Heuschrecken, von deren Schwärmen wir lins gar keinen Begriff machen können. Wo sie das Land überfallen, bleib« kein Stünipfchen Grün übrig, und die Ernt« des Jahres ist hoffnungslos vernichtet. Es ist genau wie in Amerika, wo auch die Eiienbahnzüge entgleisen oder den Betrieb einstcllen müsten. weil die Massen der Heuschrek- ken die Geleise überziehen und sie glatt und schlüpfrig niack-eu. Fm vorigen Jahre find allein im Bezirk Kenya für di« Bekämpfung der Heu- schrecken Millionen auSgcgebcn worden. In Aegypten gibt es regelrecl)te Heuschreckenkolonnen, die, wenn die Schwärme kontinen, Gräbei» aus werf«»», um die Tiere int Sand zu fangen, und die den Kamps mit Flammenwerfern aufnehmen. Es ist scstgeftellt worden, datz die Insekten int Nilschlamm brüten und von dort ihren Weg üb r Afrika nehmen, um dann wieder an de» Nil zu- rilltznkehren. Nock) schlimmer fast sind die Moskitos, durch die Gelbes Fieber und Malaria verbreitet werden. Gegen das treibe Fieber hat di« Medizin bisher kaum eine Hilfe gefunden: es verläuft fast immer tödlich. Auch die Tse-Tfc-Fliege, auf die ja die gefürchtete Schlafkrankheit zurückgeht, macht weite(Yebiete biSl>er unbewohnbar, Ganz Zentralafrika ist gefährdet, und es ist dort auch keine Biehlnillnng möglich, die dock) in Südafrika lehr gute Erfolge auszuweisen hat. Ter Kamps gegen die Tle-Tle-Fliege ist bisher ziemlich ergebnislos gewesen: liier liegt also eine grosse Aufgabe der Wissenschaft, könnten dock) ungeheure Gebiete für die Menickcn bewohnbar und ertragreich gemacht werden. ll. H. ist Goldes wert.. ... und unentbehrlich ist Ominol. Es reinigt den Herd, die Tische, die Bretter und Bänke, daß alles vor Sauberkeit strahltl gegeben. Seine homosexuell-sadistische Veranlagung hat ihm schon schtvcrc Strafen eingetragen. Er pflegte sich nnter verschiedenen Bonvändcn an Schulknaben Hera nzu machen und verprügelte dann seine Opfer, woran er seine pervers« Befriedigung fand. 3m Feber d. 3. hielt er in S m I ch o v einen 13jährigen Schüler an, der ans der Nachmittagsvorstellung nach Hanse ging, wobei er sich als Detektiv des Institutes für Sozialfürsorge ausgab. Er erklärte dem erschrockenen Jungen, ec müsse ihn wegen„verbotenen Kinobesuch s" sestnchmen und vorfnhren. In einer menschenleeren Anlage machte er dem Knaben dann den Vorschlag, di« zu gewärtigende Straf« in eine Trach: Prügel u m z» w a n d e l n, die der Herr Detektiv eigenhändig zu vollziehen gedachte. Dabei benahm er sich derart schamlos, daß der Jung« nm Hilf« zu rufen begann und der„D c I c k 1 i v" sestgcuom- men wurde. Er bekennt sich zu seiner Tat und ver- leibigie sich bloß durch den Hinweis ans seine abnormale Veranlagung. Außerdem war er angeklagt, dem Herausgeber Koövaro, der eine sich„humoriststch-satirisch" nennende Zeitschrift„B i 6" wie Peitsche) heraus- gab, durch unwahre Vorspiegelungen einen Vermögensnachteil verursacht zu haben. Bitüsek war Redakteur dieses Blattes und als der Herausgeber sich entschloß,»ach der fünfzehnten Nummer wegen mangelnder Rentabilität dieses Presseevzcug- nis o u f z u l a s s c n, erklärte ihm der Angeklagte, er werde«S In eigener Regie weiterfnhrcn. Die finanziellen Grundlagen seien bereits gesichert. Im Vertrauen auf di« Zusicherung gewährte ihm der.Herausgeber Kredit und ließ eine weitere Nummer auf Rechnung dcS Angeklagten erscheinen. Die Truckkosten betrugen an >200 K. Später stellte sich heraus, daß die Behauptungen deS Angeklagten unwahr seien.— DaS Gericht erkanicke ihn schuldig und verurteilte ihn zn zehn Monaten Kerker. Exekutor auf eigene Rechnung. Prag, 31. Mai. Ter gewesene Exekutor Emanuel N o v o I n jr ist wohl nicht ohne Grund aus seinem Amt entfernt morden. Im Tezcmbcr v. I. erschien er nach einer durchgeführten Pfändung mit leeren Händen bei seinem Gericht und erklärte, er hab« d!« gepfändte Lumme— 1R92 K— verloren Er fand keinen Glauben mit dieser Behauptung und wurde im Tiszipllnarweg entlassen. Ehe aber dieser Fall noch zur ordentlichen gerichtliche» Austragung kam, war ichou eine neue Sache gegen ihn anhängig geworden. Am 23. Jänner, d. 2, also zu einer Zeit, da er schon nicht mehr Exekutor war, erschien er bei einem gewissen Jaroslav Michel u,-.r> verlangte ruie Ratenzahlung von 2000 K aus eine größere vollstreckbare Forderung. Michel gab ihm nichts, sondern fragte, da Ihm die Sache verdächtig schien, bei der Polini au, die ihn über den wahren Sachverhalt ausklärte und Verhaltungsmaßregeln sur den Fall gab, daß der Gerichtsvollzieher sich nochmals bei ihm zeigen sollte. Tas geschah in der Tal am 27. Jänner. Novotny kam und verlangte 1763 K als Restzahlung auf irgend eine andere Forderung. Jin Sinne der erhaltene» Jnstrutlionen hielt ihn der Angegangene hin, bis die insgeheim verständigten Tetcktivs erschienen. In den Taschen des Angeklagten fand man. ein« n a ch g e m a ch te Stampiglie mit dem Text„Z i v i l k r e i s g c r i ch t P r a g". Novotny verteidigt« sich mll der kuriosen Ausrede, er habe tatsächlich di« Absicht gehabt, den geforderten Betrag dem bctrerbendcn Gläubiger aus- zufolge» Was ihn, der längst seines Amtes entsetzt war, die ganze Sache noch angehe, könnt« er freilich ich! erklären. Nebrlgens kamen noch andere, ganz ähnliche, freilich geringfügige Fälle zutage Der Fall mußt« schließlich vertag» werden, da der hartnäckig leugnende Angeklagte immer neue Zeugen namhaft machte. rb. iiiiiiniiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiniiiiiiuiuiiiiniiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiuiuiiiitiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiunHiiiiiiiiuiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiiiin Sette 8 Donnerstag, 1. Juni IS3S Nr. 128 PRAGER Line Provokation nennt das StribrnForgan „Expres" Las Bestehen eines deutschen Äonsumvereines in Prag, b;w. einer Verkaufsstelle dieses Vereines in Hvlleschowitz. Das schwerste Ber- brechen Les KonsuinvcreineS besteht nämlich Larin, Laß er mit K. G. P.(Äonsumgcnossenschafi Prag) firmiert. Wahrscheinlich ist der Herr Stri- brn^ der Ansicht, daß man wohl eine Kaserne überfallen darf, daß cs aber.Deutschen in Prag nicht erlaubt ist, sich genossenschaftlich zu organisieren. Vorläufig ist aber Herr Strlbrnx noch nicht der Berufskollege Hillers und er wird sich daher noch gedulden müssen, das Bestehen eines Konsumvereines in Prag zu verbieten. Eine deutsche Bibliothek in Prag VII. Ter Bildungsvercin deutscher Arbeiter in Prag errichtete in Prag VII., Lkuherskcho 11(Gassen lokal), eine Bibliothek, welche am Freitag, den 2. Juni, eröffnet wird. Die Büchcrausgabe erfolgt vorläufig jeden Dienstag und Freitag von 18 bis 20 Uhr. Als Mitglieder werden Deutsche beiderlei Geschlechts ohne Unterschied des' Standes aufgc- nommen. Beitrag mäßig. Näheres in der Ausgabestelle. Telephon 72820. Die.^tesanik-Bolksfternwarte in Prag ist im Monate Juni dem Publikum alltäglich(außer Montag) um 21 Uhr abend zugänglich. Berei ns- und Zchuleistursionen sind ebenfalls täglich(außer an Montagen) um 20 Uhr abends willkommen. Sic müssen jedoch im voraus im Büro der Warte an- gcinelde! werden. Im Juni ist die Sternwarte jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr vormittags, nachmittags dann von lö bis 19 Uhr und am Abend von 20 bis 22 Uhr geöffnet. Schulerkurfioncn können sich zur Besichtigung der Sterinvartecinrichlungcn auch an Wochentagen, und paar während der Tagesstunden(außer au Montagen) anmeldcn.— Prägramm der Beobachtungen im Juni: Den Mond wird man in der erste» und letzten Monat-woche beobachten könne», den Planeten Jupiter den ganzen Juni hindurch. Bei besonders günstigem Wetter wird es auch möglich sein, die Planeten B c n u s und Mars beobachten zu können. Je nacy den Umständen wird cs auch möglich sein, dem Publikum einig« T oppc lgest i rne zu zeigen Interessante Himmclscrscheinungcn zu Anfang des Monates Juni: Am 1. Juni tritt eine interessante Gruppierung der Planeten Mars und Jupiter mir dem Mond im Sternbild des Löwen ein. In den Abendstunden kulminiert der Mond bloß ein wen'g südlich unter den beiden Planeten. Am 4. Jnni tritt die allergrößte Annäherung(Konjunktion) des Mars und des Jupiter ein: die beiden Planeten tvevden von einander bloß ein« halbe Mondscheibe entfernt sein. Diese Erscheinung wird dem Publikum auf der Warte mittels eines Fernrohres gezeigt werden. Beide Planeten werden gleichzeitig im Fernrohre sichtbar sein. Vorlrane und Veranslallnnnen Jalod Wassermann sprach Dienstag im übervollen Büchcreisaal Prags als Gast der Zeitschrist„Wahrheit". Was den Romanen des Autors großartig eignet und was er selbst deni frühen Erlebnis gotischer Architektur zu danken glaubt: die bei aller Birisait der Probleme und aller Wirrnis seelischen Erlabens doch zwingend einheitliche Gestalt fehlt notwendig dem aphoristischen Bortrag des Epikers. Ter Reichtum der Ge- dairken und der immerwährend zuströmenden Bilder, di« tragische Nötigung, in jede Meinung auch die Wied«rl«gung zu sassan, in jedem Spruch schau den Widerspruch zu erlaben, macht die eigentliche Bedeutung des Romanciers aus, der die Spannung zwischen Satz und Gegensatz, zwischen Spruch nur Widerspruch— im Erlebnis des einen Dichters verwirrend beschlossen— ins Spiel und Gegenspiel einheitlicher Romangestaltan auflöst. Aber di« artistische Tugend des Gestalters wird zum logischen Laster des Bekenners, der mehr mit der Einheit des Gedankens als mit der Einheit das Seelenraumcs zu wirken har. So sehr jene bei Jakob Wassermanns Bortrag vermißt wurde, so sehr ergriff diese inmitten einer deutschen Gegenwart, die jedem Radebracher der metaphysischen Vokabel den Rang des Dichters zuerkennt und jedem Wurzelseppkostüm Urti«s«n der Welt» und Erdverbundenheit glaubt. Gleichwohl bleibt auch di« geistbcglanbigtc Metaphysik Wasser, manns In der Fonn des beispielgebenden und Gefolgschaft fordernden persönliche» Bekenntnisses — zum Unterschied von der des formal unpersönlichen Kunstwerkes— gefährlich durch die Wirkung auf minderes Verständnis, das di« Seelenbeichic als mtcllektncllcS Argument hinnimmt und im Gleichnis nur nach der Meinung schnappt. Der Bortrag Wassermanns behandelte d'e „Landschaft des Dichters". Sie ist nicht identisch mit d«r äußeren Landschaft, in der er lebt; ist vielmehr die Erhöhung der Wirklichkeit zum seelischen Erlebnis, di« Ueberhöhnng der natürlichen zur künstlerischen Gestalt, di« Umglühung des äußeren Bildes zur seelischen Bildung. Je armseliger und herbar die äußer« Form der Landschaft, zu desto intensiverem Formenreichtum inspiriert sie die dichterische Phantasie. Diese verarbeitet nicht nur den gegebenen Tatbestand der Landschast, in ihr ent- faltet sich vielmehr ein Jahrtau-scndkomplex seeli. scher Vergangenheit. Richt anders sei es denkbar, ZEITUNG. daß WassermaimS„Alexander in Babylon" die oricn- talische Atmosphäre so wirklichkeitsnah trifft, daß der geographische Kenner die geographische Fremdheit des Dichters nicht glauben will.(Ein Schicksal, das das im Ausland geschaffene Babylon Wasicrmanns mit der in Deutschland geborenen Schweiz Schillers teilt.) Aus dem künstlerijäxn Werk, der Sprache, dem Stil des Dichters sein Blut, seine Heimat, feine Erde, seine geistig« Zugehörigkeit zu erleben und zu deuten, wäre«ine Aufgabe, in der sich die schöpferisch« Hilf- losigkeit aller Flachköpfe der neudcutschen Rassen- und Bluttheori-: restlos erweisen müßte. Es wäre eine Konzession an den Gegner, di« die Preisgabe der cigcucn Persönlichkeit bedeuten würde, wollte der Dichter sein Werk gegen die rassischen Anfech- tungen rechts«rt'gen. Die ihm die Lust nicht glauben, die er atmet, werden ihm auch die Heimat nicht glauben, aus deren Boden er schöpft; an dem, bei dem ihi» sein Werk nicht rechtfertigt, wäre jede Apologie verloren Ist«S wahrhaftes Loben, was der Dichter hervorbringt, so wird cs wirk«» über den Tag hinaus, den heute andere Mächte beherrschen. Des Dichters Bekenntnis, zutiefst dem verfallen und v«rhafl«t zu sein, was die Heimaterde seiner Schöpfung ist, wird zum Kampfru» gegen die, di« gestern noch so und heute schon anders können; ein Aspekt, den auch die geistvolle tschechische Vorrede Professor Otakar Fischers anszeigtc. So gab es noch die Vorlesung einer zum Thema des Abends und der Zeit wen'g bcziehungSvollen Novelle durch de» Autor und ein« feuilletonistilche Zutat Max Brods''er Dichter Jakob Wassermann tvurdc dankbar gejeuu. E. II. Kunst und Wissen Albert Ballermann und das Dritte Reich. Die Berliner Funkstnnde hätte dieser Tage eine Theateranssührung übertragen sollen, an der Albert B a s s e r m a n n mitwirkl. Die Ucbcrtragung wurde aber im letzten Augenblick abgesagt; statt des angekündiglen„Schtageter-Dramas von Johst wurde den Hörern ein Brahms Konzen geboten. Ueber die Gründe der Absage gab die Leitung des deutschen Rundfunks keine Auskunft; sic wies die Radioabonnenten, die eine Erklärung für die plötzliche Programmänderung forderten, an das Propagandaministerium, das erklärte, die Absetzung sei ein„Zufall ohne Bedeutung". Bon dem Tage der nntcr- blicbcncn Rundfunksendung an durste'Albert Bässe r m a n n aber auch ans der Bühne nicht mehr a u f t r e t c n: Seine Rolle in„Schlagetcr" wurde n m b c s c tz t. Den Rassenkunstwarten des Dritten Reiches war der Verdacht gekommen, daß Albert Bassermann Jude sei oder zumindest von Juden abstammc; er ist daher nicht mehr würdig, im Berliner DlaatSthcater und gar in dem„nationalen" Hcldcndrama des Herrn Johst aufzutrclcn. Albert Bassermann ist einer der größten lebenden deutschen Schauspieler, vielleicht der größte; aber sein Talent wird gleichgültig, wenn cs um die Rassensolge geht. Bassermann ist übrigens einer der letzten großen Bühnenkünstler, die überhaupt noch in Deutschland wirken; fast alle Schauspieler von Rang haben cs vorgczogcn, sich außerhalb der Grenzen des Hitler-Reiches ein neues WirknngSseld zu suchen. An die Stell« der großen Künstler, die das Verbrechen begangen haben, nicht in direkter Linie von Hermann dem Cherusker abzustammen, treten die Halb- und Bierteltalcntc, deren reinrassige Abstam- innng und hakcnkrruzlcrischc Gesinnung über alle Zweifel erhaben ist. Wichtiger als der künstlerische Genius ist die Bestätigung des Rassenamtcs. Es steht durchaus nicht fest, daß Bassermann Jndc oder jüdischer Abstamnning ist; aber selbst wenn er eS wäre, das deutsche Theater verdankt ihm mehr als all den kleinen Komödianten zusammcngcnommcn, die jetzt die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen, indem sie braune Hemden und Hakcnkreuzabzeichrn tragen. Die Kunst Albert Bassermanns wurzelt in der schöpferischen Gestaltungskraft eines geistigen Menschen; Für einen geistigen Menschen ist aber in Hitler-Deutschland unter den Schauspielern ebenso- wenig Platz wie unter den Autoren. Die nationale „Erneuerung" Deutschlands hat wieder einen Fortschritt gemacht, der größte deutsche Schauspieler wird von der Bühne vertrieben; sie feiert einen neuen Triumph, den Triumph eines mit Hakcnkrcuzbret- tern vernagelten Rasscnforschers über di« Kunst, über den Geist. Eusemblegastspiel des Berliner Theaters der Komiker. Freitag und Samstag: Siegfried A r n o erscheint wieder im Prager Deutschen Theater, in dem er einst tätig war; in einer Parichic wird Arno Gelegenheit haben, alle Register seiner Komikerbcgabung spielen zu lassen. Seine Partnerin ist Vera N n r g o, Kurt Robitschck führt das Programm ein, Trude Westcrbcrg wird sich in den verschiedensten Rollen vorstcllcn. Als strahlender Gesangsstern in der Szene„Die Diva singt", als verrückt-hysterische Schauspielerin in dem Schwank„Der Schwätzer". ,',um crstenmalc in Prag erscheinen Lotte G o s l e r, Walter S c n l t h i c l, Rots Rone», M a t t o n i, G r ü n b e r g' und Schüller. Pfingstsonntag: Reurinstudiert und Inszeniert: „Ü o h e n g r i n". Hauptparticn: Elsa-Rohne, Ortrud- Thorborg, a. G., Lohengrin-Fischer, König Heinrich- Hölzlin, Tclramund Prohaska, Hcrrufer-Hottcr. Dirigent: Szell,' Regie: Dr. Herbert Graf, a. G. Bühnenbild: Pirchan. WonnementSgutscheine ungültig. Abonnement 1933—1904. Kartenausgabe für bisherige Abonnenten bis inklusive SamStag, den 8. Juni; wegen der zahlreich einlaufendcn Vormerkungen wird gebeten, die bisherigen Abonnements rechtzeitig zu beheben. Vormerkungen für ncuein- trctendc Abonnenten werden angenommen. Wocheuspielplau des Reuen Deutschen Theaters. Donnerstag,>48 Uhr:„Nathan der Weise" (C 1).— Freitag, 8 Uhr: Berliner Theater der Komiker(A. 91.).— SamStag, 8 Uhr: Berliner Theater der Komiker(A. 91.). Wochenspielplan der Kleine» Biihne. Donnerstag, 8 Uhr:„Da stimmt was nicht".— Freitag, 8 Uhr:„V o r Sonnenuntergang";vol's- tümliche Vorstellung).— SamStag, 8 Uhr.„I st Geraldine ein Engel?' Mngelenon. Anglo Pragobank Abschluß debattelos genehmigt. Zuversichtlicher Ausblick Dr. Schauers. Prag. Die gestrig« Generalversammlung der Anglo-Tschechoslowakischcn und Prager Kreditbank verlief ohne Debatte. Der Präsident des Jirstituts Dr. Ant. Schauer, der zum erstenmal die Generalversammlung leitete, gab in seiner Eröffnungsansprache einen Uebcrblick über die>virtsck;aftlichc Lage und verwies hiebei ans die Ausführungen d«s Ministers Doktor Schuster in der Unionbankversammlung, denen er voll zustimme. Bilanz und Geschäftsbericht wurden hierauf genehmigt. Die anwesenden Vertreter des Betriebsausschusscs und der Beamtenorganisation haben in die Debatte nicht cinge- griffen. Es wnrde beschlossen, vom Reingewinn von 634.618 Kß dem allgemeinen Reservefonds 26.731 Kö und dem Spezialfonds für Kontokorrentforderungen 507.887 Ke zuzuwcisen. In den Verwaltungsrat wurden Dr. Heinrich Schicht, D. S. Campbell, H. E. Carter, W. S. D r a p« r wieder-, Dr. B. Va ii öl und Fr. Vaelik neugewählt. In den Aufsichtsrat wurden Ant. K r c ch t und V. S t ä p ü n e k zu Mitgliedern und Alexander Schuck zum Ersatzmann wicdergewählt. In der konstituierenden BerlvaltungSratssihung wurden Dr. Anton Schauer zum Präsidenten, Peter Bark, Leo Peterka und Dr. Heinrich Schicht zit Vizepräsidenten wicdergewählt. ' 100 UM' MI- Körperpflege Finnlands Arbeiterin»». Genoss« K o st i a i u e» schreibt uns: Trotz der Wirtschaftskrise ist der Stand der Arbcitersportbowcgnng In Finnland als ein guter zu bezeichnen. Dem Verband gehören 32.000 Mitglieder an, di« sich auf 430 Vereine verteilen. In den Wintennonatcn wird neben Ski- und Eisläufen, die In hervorragendem Maße betrieben tverden, auch eifrig geturnt, wobei 1200 eigen« Arbciterhcim« mit angeschlosscnen Turnsälen große Dienste leiste». Auch Schulturichollen werden benützt. Der Turnbetrieb dauert von Anfang September bis Ende 9lpril. Anfang Mai wird der Sport in die freie Natur verlegt, das Turnen von der Leichtathletik abgelöst. Da Finnland bekanntlich ein an Seen reiches Land Ist, spielt der Schwimmsport ein« große Roll«; Rudern, Paddeln und Wandern sind aber ebenfalls sehr beliebt. Ans die sportlich« Ausbildung der Frauen legt der sinnisch« Verband besonders großen Wert. Die Frauenabteilungc» tverden durchwegs von Frauen geleitet. 130 Kilometer von Hclsingfors liegt niuit-- derbar an einem See ein Eigenheim, in dem alljährlich eine Sommerschul« stattfindct. In den Monaten Jnni, Juli und Angust weilen dort dauernd Abtei- luirgen von 60 Frauen, di«'s» Kursen von zwei bis vier Wochen theoretisch und praktisch ausgebildet werden. 200 Fuicktionärinncn gehen alljährlich durch diese Schule. Ausländerinnen werden als Gäste jederzeit ausgenommen. Wer hat Lust? Di« Lehrmethode ist ncuzeitig und modern. Ter Verband hat eine eigen« Sekretärin. DI« aesanit« Verwaltung ist selbständig. Wöchentlich erscheint eine Mitglieder- und eine eigene Frauen- zettung. Di« Arbeitcrheim« erhalten sich ohne Konzession(alkoholfrei! Anm. d. R.) Alkohol und Nikotin sind in Tporckrcisen verpönt. Plätze,.Hallen und Bauten, di« durch di« Gemeinden errichtet werd«», weiden staatlich unterstützt. Staatliche Unterstützung erhält der Arbcitersportverband derzeit nicht mehr. Demnächst einig« Wort« über Sportpolitik. Wiener ArbeUerfußball. Die Liga trug am Sonntag nur Freundschastsspiel« aus, die solgende Ergebnisse zeitigten: GaÄvcrk gegen Ostbahn Simmering 1:4(2:2), Helfort gegen Amateursportklnb 3:0(1:0), Red Star gegen Feuerwehr 2:1(1:0), Phönix Schwechat gegen Meidling 2:1(1:1), Floridsdorf gegen Viktoria 10 1:0(0:0); Zcntralverein trug in Baden ein Wettspiel ans und siegt« 6:1 (2:0).-- In der« rsteii Klasse gelangien zwei Entscheidungsspiele zur Austragung, die mir Siegen der Platzvereine endeten. Ncu-Kelteuhos schlug Columbia und ist. nun bercits^Mcistcr der ersten Klasse Nord. Neutral schlug in»er Südgruppc E-W«rk und behauptet ebenfalls den ersten Platz. Sie können davon mir noch verdräugl werden, wenn sie ihren Kamps gvgen Phön'zia verlieren und E-Werk über Aukevbrotsabrik und R«tkord-Kick«r siegreich bleibt. Beiden Spielen tvohnten über 6000 Zuschauer bei. Die Resultate: Gruppe Nord: N«u-Kelleichof gegm Columbia 2:0(1:0), Donau-Jndustrieangestellt« gegen Donaufeld 9: 6(3:3), Simmering gegen Hochstödt 3:2(1:2), Olympia gegen Auto 3;; (3:1), JuventuS gegen Nutzdors 2:1(1:0); Gruppe Sud: Neutral gegen E-Werk 3:1(1:0), WAF. gcg. Birtus 5:1(1:1), Union 14 gegen FC. 33-Straßen- bahn 8:0(2:0), Hauptuverkstätl« gegen Ostbahn Favoriten 2:1(1:0), Rekord-Kicker gegen Germania-Aukerbrotfabrik 4:2(1:2), Phönizia gegen Favoritcner AC. 2:0(1:0). Handball-Städtekampf Wien gegen Wiener- Neustadt 13:8(7:4). Das am Sonntag in Wiener- Neustadt ausgetragcn« Städtesplel endet« mit einem verdienten Sieg der Wiener, deren Sturm diesmal besonders schuß freudig war. Die Unterlegenen waren langsam und zaghaft im Schießen. Trotz der hohen Trefferzahl bot der Wiener-Neustadter Tormann eine ausgezeichnete Leistung. Vereinsnadiriditen © Ortsgruppe Prag. Achtung! Die Abfahrt zur Pfingsttour findet nicht vmn Wilsonbahnhof, sondern vmn M a s a- rykbahnhof statt. Traffzail späte- slcns 12,30 Uhr mittags, am 3. Ium (Samstag). Der Film Opernverhunzung. Hallo ist«ine in Prag ost« mals mit Eujolg gespielt« Oper des Polen Moniuszkt; sie im Film so zu verschandeln, das'Andenken eines echten Künstlers so zu baschmntzen, wie es hier geschieht, war kein« ganz leicht« Arbeit. Und diesen Embryo von Film hereingelasscn zu haben(nur zur Blamage polnischer Kultur) ist ein« der Meisterleistungen unseres Handelsministeriums und seiner Filmkommission, die nicht gewillt ist, soziale Andeutungen zu fördern; man läßt lieber folgendes aus das ahnungslose Publikum los: Janus, der Schloßherr, lernt Halka, das Müllcnnädchcn, kennen, um welches sich Jontek, der Hirt bewirbt. Der Großvater sicht das gern, aber die Liebe führt zum Kino mit dem Adligen. Worauf er seine Eide vergißt und den Reizen der edlen Komtess« Sophie unterliegt. Die arme Halka singt und weint sich durchs Loben das Kindlein stirbt zu Haus«, während man sie just mitten aus einem Mazurla-Fost in die rauhe Natur jagt. Halka kommt noch an die Bahr« des Kindes (was wieder Gelegenheit zur Arie gibt) und uieini dann mit Siecht die Zeit für gekommen, ins Wasser zu gehen:«in früherer fester Entschluß würde dem Film nur nützen. Es wurde hier gar nicht der Versuch unternommen, di« Musik optisch zu deuten: man dreht« einen schlecht photographierten Stummfilia mit einigen Naturbildern und synchronisierte dazu Telle aus der Oper, Arien, Mazurken, Märsche und die Ouvertüre, Menschen handeln In diesem Film möglichst wirAichkeitStreu und singen dazu: damit aber nur jeder weiß, waS gesungen wird, unterbrechen endlose Titel das neckische Spiel der Bauern- AdelStragik. Das Publikum nimmt diese Angelegenheit mit gutem Humor auf. VV. L- Er, sie und Hamlet. Ein Film mit Pat und Palachon in dänischer Sprache. Reg!«: Lauritzen. Der erste Teil ist besser und sympalhischer, wenn auch heut« di« immer gleiche Kmnik der beiden nicht mehr recht gefallen will. Ein Jungmädchcnpcnslonak ist immer im Film sympathisch, die meisten Ausnahmen sind außerhalb des SltelierS gedreht, WaS heute schon angenehm ist. Jin Mittelpnickl der Handlung steht wieder einmal«in vornehmes Mädchen, dar zum Theater tvill, wozu ihr die beiden-Helden verhelfen wollen: es kommt natürlich zur Ehe, so lveit hat auch Dänemark den deutschen Film erfaßt. Was dazwischen liegt, ist zum großen Teil bekannter Sltuationstrick, manch« Momente können aber gefallen. Der Regisseur läßt fast alles vermisien, was die Geschmacklosigkeit des Sujets erträglich machen könirt«. Die Musik von Cornelius zeigt einen guten Rumba. W. L- Unser Blatt der Jozialdemohral** Ist in Prag in folgenden Berfchlettzstellen zn haben: Bahnhofibuchhandlung, Wllsonliahnliof, Masaryk- bahnholi Denlabahnhof. Bartäk, Trafik, Prag II., Tyinov 2. Bnrok Hugo, Trafik. Prag I., StaromiiliU nd- mSstf 3!. Hodrova, Trafik, Sinichov, nähr, lull 13. Jellnkova, Trafik, Nusle II., Moitnfi domy„Re- form/*. Kot.vza Jan, Trafik, Sinichov, Zborovakä tr. 15. Krausova A., Trafik, Karlin, KrAlovski 14. KreJSik A„ knihkupeetvi. Prag-Llebon. Krdlov- ska 1511. Kronpa Jindr.. Trafik, Prag II.. RaBinovo näbr. stdnek 114. LOwonaohn Karl, Trafik, Präs II., Nokazanka 8. Marei Josef, knihkupeetvi. Prac-Bubonfi, ul. Dr. Britta 24. Monik, Trafik, Prag I„ Parlament. Mrdikova, Trafik, Pragl., Joscfskä tr.. stdnek 137. Mrdz Jan, Smichov, Radllckä tr. 43. Orbis A.-G., ZeUunirsvcrschlcID, Praha XU., Fo- chova tr. 62. „Präge**, ZoltuncsvcraclilolO, Prac II Havllükovo nüm. 23. Scdldk Vdclav. Trafik, Dcjvlco, Svccova. Skrabkova Anna, Trafik, Dojvlce, Honncrovy rtfcdnlckö domy 283. Strouhal Artur, Trafik, Prait HI., Mosteckä 40. Tausslir E„ ZeltuniraverichlcIB. Prag II.. Vdclav- sk« näm. 45. Ungormann Rudolf, Prag II.. Panskd bei Paiaal- liotcl.' ÜstPodni dSln. knihkupeetvi. Svöcon#. Prag II., Hybernskd 7. Zoinann, Trafik, Prar I., l’orSt.vu. Fcnzl. ZeltunssvcraohlciU, Prag; II. Suiciky 8*10 Und bei StraOonvorkHuforn: Wcnzolsplatz- Müstek- Rlaaarykbahnhof- Wilsonbahnhof. i”*«»I« b e r. Sleotrtk» t««».— Sk«I»«6 a ft e■ t: Wilhelm»Itkau.—«eeatttwoeiltcher ReDofteut: Dl. CaU Str» ah, vr»l.— Druck:-Sota* A.-S für Bettung, uns«uchdruck lieuo<7a i'nj„laniiiwiihi. üu» i»ht •’M.— DU ßeltunjgmorfenltantatui»urtewn der Vaft. releaeaphendieeltlou MU«rlah Rr W.S0U/VlI/lM> bewillig:.- veiugSbebingungen:«et Mtelluog tu« hau»««er bet Bezug durch oi« Hof: munuMch K* l»:■ et eliättli* U K U ,,ust«hrt» U- a»Imu werde» laat Xaxt»»Ultgü derrchtm. 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