■— Erschein« mit Ausnahme de« Montag täglich früh. gt.'Oattionu. 9ntoaliu«a> Oraa il, TteMianla 1a* Ztltab.i 36703. 11469. otaUMnöart.(ab ai 119 t) t uut ♦ DoRMtttfanu: 37544 lofc® akadeoii Sivzel-reis 70 Heller. (Einschließlich 5 Heller Dorio» P i* a h a jr ff rbernska* m./ 13. Ladroang. Sonntag, 11 Lunt 1933 Nr 136. Stellt den Lügner! Zolltarit iertiggesteiit Verordnung dem Präsidenten vorgelegt. Vraa, 10. Juni.(Amtlich.) In der SamS- tag, den 10. Juni, nachmittag abgehaltenen Ministerratssitzung wurde aus Grundlage der Ergebnisse der Verhandlungen des ministeriellen SubkomiteeS und der Beratungen mit den Ex» perlen siir Zollsragen der Entwurf der Regie» rungSvrrordnung über die Modifizierung oeS Zolltarife- der Tschechoslowakischen Republik genehmigt. Es wurde beschlossen, diesen Borschlag der Regierungsverordnung dem Präsidenten der Republik zur Unterzelchuuug zu unterbreiten- Verlegung des Parte Vorstandes der Deutsdien Sozialdemokratie nadi Prag. (I. I.) Der Partcivorstand der sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat an« 2. Juni 1933 aus Prag ein Rundschreiben an die der Sozialistischen Arbeiter-Internationale angcschlos- sencn Parteien gerichtet.' Die entscheidenden Stellen dieses Rundschreibens lallten: Werte Genossen! Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat angesichts der politischen Entwicklung in Deutschland beschlossen, seinen Sitz ins Ausland und zwar nach Prag zu verlegen. Wir bitten all« Bruder» Parteien, im Briefwechsel mit uns nur noch dir oben angegebene Postadresse:„S o p o d«", a.Karlin, Palaeköho trihg 179, zu per» .in*'.': Nachdem durch di« Sitzverlrgung des Par» teivorstandeü die Hindernisse für ein« rntschi«» ' dene sozialistische und antifaseistische Propaganda beseitigt sind, werden wir diese Arbeit unverzüglich und mit allem Nachdruck in An» griff nehmen. Der Borstand wird in den nach» ftrn Tagen rin Manifest vrrössentllchen, in dem er di« wahr« Situation in Deutsch- land aufzeigen und di« Strlluug der deutschen Sozialdemokratie zum Hitlrrregiment in Deutschland darlegen wird. Als offizielles Organ der deutschen Sozialdemokratie erscheint ab Mitt« Juni der„vorwärts" als Wochenzeitung. Wir bittrn die Genossen unserer Bruder. Parteien, uns bei der Durchführung drr vor «nS liegenden schweren Aufgaben behilflich zu sein. £ Zu gleicher Zeit meldet das Berliner BDZ- Büro, die sozialdemokratische ReichSlagssraktioi» habe, am gestrigen Samstag in Anwesenheit der in Berlin befindlichen Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes beschlossen, daß der Sitz des Partcivorstandes in Deutschland bseibt. Weilers berichtet das gleichgeschaltcte BDZ-Büro über den Sihnngsverlaus, daß den Borsitz in der Fraktion Lobe übernahm, da die Borsitzenden W c l S und Dr. B r e i t s ch c i d, die sich im Ausland aufgehalten haben, zu dieser Sitzung„n och n i ch t" hatten erscheinen können, daß'aber Verhandlungen im Gange seien, um Wels und auch Braun die Rückkehr zu ermöglichen. Zu dieser Meldung erfahren wir aus authentischer Quelle, daß solche Verhandlungen von den im-Ausland weilenden führenden Genossen der deutschen Partei weder eingeleitet worden find, noch daß fie solch« Verhandlungen haben einlekten lasse«. Die in Betracht kommenden reichSdeüt- schen'Genossen denken gar' nicht daran, in da» Deutschland von heute zurückznlehren! Zwei soziaihtisdie Bürgermeister In Hitleria gewühlt. Bern, 9.'Juni.'(Jnsp.!)' Wie■' wir' timt' güt- unterrichtetdr" deutscher'Seite erfahren','. sind am vergangenen Sonntag in-zwei badischen Ortschaften, Staufen und Leimen',' mit Unterstützung des Zentrums und dör' TeUtschnationalen zwei Sozialisten'als'.'P'ü'r.germeister■ gewählt worden. Der Nazi-Kommissärs hat selbstverständlich die'beiden''Gewählten' sofort ihrer Aemter enthoben>»i»d' Nazi-Bürgermeister eing'e- setzt. In den Hitler-Kreisen hat begreiflicherweise' das Ergebnis der' beiden' Wählen nicht wenig Aufsehen erregt und man spricht von ein^v'„Provokation" seitens der-Zentrums- und dcutlch- nationalen Wähler, di« mit der Arbeiterschaft für die Sozialisten- stimmten. Der Abgesandte der amtlichen Diebe,.Herr Dr. Leh, Hal sich in Genf nicht nur gegen seine Kennzeichnung alü GleichschaltungSkommissär und gegen den gerechtfertigten Ausschluß der Fäscistcn aus den Ausschüssen gewehrt, sondern, dem Genossen Jauhaux autwortcnd, auch eine E i n- la düng zur Besichtigung der KonzcntrationS- lagcr ergehen lassen. „Wenn Jauhaux von zehntausenden Menschen im Gefängnis spricht", sagte Ley,„so meint«r damit wohl die Verbrecher, die Torgler» und die Anstifter des Reichstag», brand». Wenn sich Jauhaux als Anwalt von Verbrechern ausspielen will, so ist dies seine Sache." Und Leh fügte hinzu, daß e r für di« Kosten einer Entsendung der ganzen Gruppe in die deutschen Konzentrationslager selbst aufkommeu wolle. .Herr Ley muß entweder ein ganz großer Bonze mit einem entsprechend fetten Gehalt gc- worden sein, um über die zur Bezahlung einer so ausgedehnten Gesellschaftsreise notwendigen Mittel zu verfügen, oder die Frechheit besitzen, von vornherein mit ciueni Ablehncn seiner Einladung zu rechnen. Aber man sollte den Lumpen, der, statt beschämt nach Hause zu schleichen, die ganze gesittete West aus» neue hcraussorderi, beim Wort nehmen und also die internationale Genfer Tribüne zum internationalen Tribunal machen! Man glaube nicht, daß eine solche Kommission all das Grauen, all die Unmenschlichkeitcn de» Lagerlebens aufdecken, all die Selbstmorde der Häftlinge und di«„Erschießungen auf der Flucht" erklären könnte. Aber sie könnte, die Persönlichkeiten der Häftlinge und di e Ursache ihrer Festsetzung erhebend, Be- lege zu einem vernichtenden Gericht über den frechen Betrüger sannneln, der zur Schande Deutschlands und der Well in Genf seine Dreckschleuder in Bewegung setzen darf. „Verbrecher" und„Anstifter des Reichstagsbrandes" hat der Ley die Häftlinge genannt. Nun, zu diesen Verbrechern zählt wohl der greise Genosse A u e r, zählen wohl Remmel c, 0 f f i c Vf i, Zimmer-Breslau, Max Ho- d a n n, K u h n t, zählen die Advokaten und Aerztr, die Schriftsteller und Politiker, denen nichts anderes vorgclvorfen werden kann, als eine freiheitliche und fortschrittliche Gesinnung? Zu diese» Verbrechern zählen wohl all die ungefähr 60.000 M-nsch-n, di« sich heute noch in den Foltrrlagern des deutschen FasciSmuö befinden und zum Teil schon auf ewig stumm gemacht wurden? Tic Unterlassungssünde, die Jauhaux in Gens dadurch beging, daß er nicht gleich sagte, die Anstifter und Ausführer des Reichstagsbrandes sind, von den Lager>v a ch c u abgesehen, nicht in den Konzentrationslagern zu finden, sondern treten unter anderem auch als„deutsche Arbeitervertreter" auf der Internationalen Arbeitskon seren; auf, die echteste Hnnnengesinnung verdolmetschend— diese Unterlassungssünde läßt sich nur dadurch wieder gutmachen, daß man Herrn Ley stellt, daß man ihn beim Wort nimmt. Wohlan, prüft, wer sich in den Konzentrationslagern befindet, und sprecht dann vor dem internationale« Genfer Forum, wieder mit ihm. Der Mann, der di« unglücklichen und unschuldigen Konzentrations.Häftlinge als Ber. brecher beschimpfte, könnte keine Berufung mehr einlegrn gegen den Richterspruch der Welt, der ihn und seinesgleichen als di« erbärmlichsten und zugleich grandiosesten Verbrecher enthüllte, die jenralS den Fried«» der Welt und di« Kultur der Menschheit bedrohten! Die WellwirtsMskonlereiiz. Montag, den 12. Juni, tritt in London die seit der Lausanner Konferenz im Jnli 1932 in Aussicht genommene und»nmcr wieder'verschobene Weltwirtschaftvkonfcrenz zu- sannnen. Sie hat den Zweck, den Kamps gegen das wirtschaftliche Chaos in der Welt international zu organisieren— ein Versuch, dem nach den Enttäuschungen, die>nan mit der Abrüstungskonferenz erlebt hat, uiit den größten Ztvcifcln begegnet werden muß. Die schwerste Krise, Ivelchc der Kapitalismus in den mehr als hundert Jahreit seines Bestehens durchmacht, hat im abgclanfenen Winter ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. 30 bis 36 Millionen Menfckwn arbeitslos, aus der Produktion ausgeschaltct, d. h. 100 bis 160 Millionen Menschen den» Hunger und Elend preisgcgebcn, den: Nichts gegenuberslehend! Dazu kommen Millionen von Kurzarbeitern, viele, viele Millionen init herabgesetzten Löhnen und Gehältern! Die Welt ist nicht mehr imstande, Millionen von Menschen zu ernähren und zu bekleiden. Nicht tvcil die Möglichkeit zur Produktion fehlte. Im Gegenteil! Es gibt auf Erden nicht nur Brot, sondern Fleisch und Baumwolle, Wolle und Eisen, Zement und Ziegel für alle Menschenkinder! Mitten im Uebcrflnß an Brot verhungern die Menschen, in» Ucbersluß an Baumwolle lausen sic in Fetzen herum. Zn den Bereinigten Staaten lagerten 1932 sechs Millionen Bushels Weizen unverkäuflich in den Magazinen, in Kanada wurden zwei Millionen Bushels verbrannt, in Australien wurden Tausende von Schafen getötet, damit die Flcischpreise steigen, die bretonischen Fischer schütten die-Heringe ins Meer zurück, in Aegypten wird Baumwolle verbrannt, in Brasilien Kaffee vernichtet— der Wahnsinn des Neben ei»»anders von Ucbersluß und Hunger ergreist die Welt immer»»»ehr, die kapitalistische Ordnung wird immer mehr erschüttert, die Grundlage»» der menschliche»» Gesellschaft werden voi» Tag zu Tag mehr untergraben, das ganze Leben der Gesellschaft, der Weiterbestand der Zivilisation stehen in Frage, zumal sich die Schatten eines neuen Weltkrieges immer>nehr auf die Menschheit se»»ken. Die Staatsn»än»»er und Wirtschaftspoli tikcr, die morgen in Lo»»don zusammenirctcn, wolle»» ai» den Grirndlagei» der bürgerlichen Gesellschaft nichts ändern, sic wollen de»»» altersschwachen Kapitalisniua nicht den Gnadenstoß geben. Sie wollen nur einige internationale W i r t s ch a f isst r o b l e n» e einer Lösung z u f ü h r c n, damit die Welt wieder Atem holt und die Weltwirtschaft eil» wenig belebt wird. Welches si»»d diese internationalen Wirtschaftsproblenie, die auf dem Boden der kapitalistischen Wirtschaft— lvenigstens auf einige Zeit— gelöst werden können? In der Lausanner Konferenz vom Juli 1932 wurden zwar Deutschlands Reparationen, die bis dahin etlva zwei Milliarden jährlich betragen hatten, fast zur Gänze(bis ans den Rest einer Gcsaintkapitalssummc von drei Milliarden Mark) gestrichen, dagegen gelang cs nicht, eine Lösung für die übrigen internationalen Schulden zu finden. Europa ist Amerika etwa 26 Milliarden Dollar schuldig, es muß jährlich über eine halbe Milliarde Dollar(16 Milliarden K!) Zinsen an Amerika zahlen. Diese Schulden kann ein durch die Weltwirtschaftskrise zerrüttetes Europa nicht ertragen. Die Zahlung der Schulden kann npr in Gold oder in Waren erfolgen. Gold können die europäischen Staaten nicht abführen, weil sonst ihre Währungen jiisamincnbrcchcn, und in Waren können sie nicht bezahlen, weil Amerika sich durch hohe Zollmauern gegen die Einfuhr europäischer Waren absperrt, damit es den inner» ! Markt seiner eigenen Industrie erhält. Di- I Amerikaner möchte» gerne alles bezahlt haben, was ihnen Europa schuldet, wolle»» Wer Debatte über die 40-SMen-We. Der Nazi-Vertreter betreibt Verschleppungstaktik. Gens, 10. Juni. In ihrer heutigen Plc» narsitzung crössuete die international« Arbeitskonferenz di« allgemeine Debatte über-die 40, stündige Arbeitswoche auf Grund des von der vorbereitenden Konferenz Heuer im Jänner in Genf ausgearbeiteten Berichtes. Die H«rabfetzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche wird als Mittel zur Linderung der Arbeitslosigkeit durch Erhöhung der Arbeitsmöglichkeit vorgefchlagen. In ihrem endgültigen, mit 41 gegen 22 Stimmen angenommenen Beschluß hatte die vorbereitende Konferenz anerkannt, daß die Verkürzung der Arbeitszeit di« Herabsetzung der Arbeitslosigkeit herbeisühren kann, und sie empfahl die Regelung der ArbeitSzeitsrag« auf internationaler Grundlage. Die Konferenz ka»n» dieses Problem entweder durch Unterbreitung eines Fragebogens an die Regierungen oder in» Interesse einer rascheren Lösung durch direkte Anwendung der drei, Vorschläge auf internationale Lösung der Arbeitszcitherabsehung lösen. In der allgemeinen Debatte erklärte der Arbcitgebcrvertreter O e r st c d, daß mit Aus- Pariser Men verweigern Einlösung denlsdier Reidisnrnrk! Paris, V. Juni. Atü Antwort ans die Proklamierung des deutschen Moratoriums für TranSfcrzahlungen verweigern die Pa- jC'ilf e r Banken übe re in fti m in e nd fet t heutc-morgcn die Annahme und d»e E inlösung von d e ut schen Bank- n o t'e n. Der Wechselvcrkchr beschränkt sich auf die. Büroü. der., internationalen Reisegesellschaften, die i»r beschränkter Menge. und. zu.be- deutend ge s e n k t e u Kursen(550: Franken gegen 604 Franken für 100 Reich-Mark) nähme deS italienische» Delegierten die g a n Arbeitgcbcrgruppc der» Antrag auf Verkürzung der Arbeitszeit ablehne. Der deutsche Regierungsdelegierte ManSseld führte aus, daß die Berliner Regierung auf den Vorschlag der Arbeitszeitverkürzung nicht eingehen könne, solange nicht die praktischen Ergebnisse der Welt» wirtschastskonserenz in London bekannt sein werden. ManSseld ist der Ansicht, daß eS notwendig sei, den Regierungen vorerst einen Fragebogen über dieses Problem zuzusende«. Namens der französischen Arbeiter kritisierte I o u h a»i x sehr scharf die Ansichten der Aicbeitaeberarupvc über die 40-Stundenwoche. Der Vorschlag oedcute eine gesunde Reform, die die Arbeitslosigkeit beseitigen werde. Es sei notwendig, gegen die Arbeitslosigkeit, die eine Folge der industriellen Rationalisierung sei, Maßnahmen zu ergreifen. Ein Teil der Krise sei durch die Arbeitgeber verursacht worden, die nicht genug voraussichtig waren. deutsches Geld ankaufen. Auf Anfrage wird uns feite»»«' der Baukeuvercinigu»»g mitgeteilt, daß diese Maß»»ahme, die nicht nur vorübergehenden Charakter trage, ihren Grund habe in der völligen Unsicherheit der Entwicklung der deutschen Währung: mai» rechne außerdcn» damit, daß bin- nen kürzester Frist die deutschen Banknoten eingezogen und gegen neue Stücke eingetauscht werden.' Für diese neuen Note«'aber sollen die s ch a r f e»» A u s f»»h r b c st i»n ni u» g en a u ch d a n n G c l t u»»g habe>»', wenn die Note»» von a tl S l ä n d i s ch e n I»Habern präsentiert w-erden, so daß die deutsche»» Banknaten, für die fremden. Staate»» mehr oder minder wertlos zu werde»» beginnen. Sonntag, 11. Juni 1938 Nr. 188 alvr den Europäern nichts abkaufen» unterbinden also die einzige Möglichkeit, daß Europa seinen Vcrpflich.ungcn Nachkomme. Hohe Zolle sind für c i n c n Gläu- b i g e r st a a t eine Unmöglichkeit, das Problem der Schuldcnzahlung stößt auf die Schranke»» daher Zölle. Dazu konnnt noch ein zweite« auf kapitalistischer Basis kaum lösbare« Problem. Ju- folgc der Wirtschaftskrise ist die Ausfuhr aller Staate»» zurückgcgangen. Das bringt die Gefahr mit sich, daß die Einfuhr stärker wird al« die Ausfuhr und so die Zahlungsbilanz der Staaten gefährdet wird, ihr Vorrat an fremden Devisen zusanrmenschmilzt und ihre Währung in Gefahr gerät. Aus diesem Grunde drosseln saft alle Staaten ihre Einfuhr dadurch, daß sic die Devisen bewirtschaften und damit die Einfuhr einschränken. Ta aber die Einfuhr der einen di« Ausfuhr der andern ist, leidet durch die Bcwirt- schaftnng der Devisen die landwirtschaftliche Alisfuhr ebenso wie die Exportindustrie und so wird die Agrar- und Jndustriekrisc noch gesteigert, die Arbeitslosigkeit vermehrt. Die meisten Staaten sind in folgenden» Dilemma: Geben sie die Einfuhr frei, dann zerrütten sie die Währung, wollen sicdieWährungschützen, dann »niissen sie den Außenhandel drosseln. Tie Währu»»g«politik erschlägt die Wirtschaft. Welche« si»ch nun die Auswege aus diese»» zlvei Hauptschwierigkeiten, die wir hier dargelegt haben? Europa kann seine Schulden nicht bezahlen. Die einfachste Lösung wäre die Streichung der Schulden, was aber in einer kapitalistischen Wirtschaft nicht möglich ist. Man wird sich also bestenfalls mit einer Herabsetzung der Schulden begnügen. Aber auch die herabgesetzten Sch»ildzinse»» können die Schuldnerstaaten nur dann bezahlen, wenn sie Waren exportieren, und sie könne»» Waren nur ausführen, wen»» die Gläubigerländer die Zölle herabsetzen. N»»r durch den Abbau der Zölle— dessen Vorläufer ein Zollwaffensnllstand sein soll, d. h. die jetzigen Zolle sollen vom 12. Juni an nicht mehr erhöh» werden(deswegen führt die Tschechoslwvakei die Erhöhung noch knapp vor Torschluß durch)— kann das Schuldenproblem gelöst und die Zahlungsbilanz der Schuldnerländer ins Gleichgewicht gebracht werden. DaS ist auch di« Voraussetzung zur Wiederherstellung der Währungen. Die Vorschläge, durch Schaffung eines internationalen Geldes die Währungsunsicherheit zu beseitigen, gehen an dem Kern des Problems vorüber. Die Hauptsache ist nicht di« Schaffung einer internationalen wertbe- stäildigen Währung, so»»dern die Wiederherstellung d««Gleichgewichts in der Zahlungsbilanz. Die Währungen der einzelnen Lä»»der würde»» nämlich gegenüber der internationalen Valuta ebenso ent- wertet werden, wie jetzt, wenn die Zahlungsbilanzen der Länder weiter passiv wären. Das Gleichgewicht zwischen Ein- und Ausfuhr läßt sich nur herstelle»» durch Kapitalsbeistellung an kapitalarnre Länder und Erweckung und Förderung vo>» dere>» Produktivkräften, wodurch die Länder mehr gewinnen, als sic an Zinszahlungen verlieren würden. Allerdings»väre auch das— Zollabbau der Gläubigcrländcr, Herstellung des Gleichgewichts der Zahlu»»gsbilanz der Schuldnerländer— nur eine Injektion für de»» kranken.Körper der Weliwirtschaft, die ihm feine dauernde Gesundung bringen kann. Die gleichzeitige Ueberfüllc an Gütern und die Rot von Millioucu können»licht von selbst beseitigt »vcrdcn, sondern die Anpassung der Produktion an den Konsun» kann ttilr in einet: plan- Wicn, 10. Juni.(Eigenbericht.) Die öfter- reichische Regierung hat auf Grund des kriegSwirt. chastlichen Ermächtigungsgesetze««ine neue Presse» verordnung erlassen, die bestimmt, daß Ulster ge« »viflen Umständen der B»»nd«-kanjler verordnen kann, daß ein« Zeitung»veder auf der Straß«, noch durch Zeitungsverschleißer verkauft, noch auf einem anderen Weg«, als durch dir Post in« Hau« ,»gestellt werden darf. Diese Verfügung kann sich auf«ine« Zeitraum von drei Monaten erstrecken. Ist eine solche Maßnahme über ein« Zeitung verhängt, dann muß während dieser Zeit für die Postzustellung die doppelt« Versandgebühr entrichtet werden. Praktisch bedeutet diese Maßnahme die Unterbindung der Verbreitung der betroffenen'Zektung. Diese Maßnahme kann verhängt werde«, wenn ein« Zeitung wegen Hochverrate«, Störung der öffentlichen Ruhe, Relsgionsstörung, Aufwiegelung, Aufreizung zu Feindseligkeiten gegen Nationalitäten, Religionsgesellschaften usw., Beleidigung einer gesetzlich an. erkannten Kirche, Herabwürdigung der Ehe, Familie, des Eigentums, Gutheißung ungesetzlicher Handlungen und schließlich wegen Verbreitung falscher beunruhigender Gerücht« oder Vorhersagen beschlagnahmt wurde. Sie kann ohne weitere« verhängt werden, wenn di« Zeitung vor dem * Miliz statt Söldnerheer. Wien, 10. Juni. Vizekanzler Winkler kündigt« gestern in einer Versammlung«ine be- vorstehend« Aenderung de« österreichischen Wehr, systems an. Er sagte: Ich freue mich, Ihnen mit, teilen zu können, daß Oesterreich in Bälde eine Miliz an Stelle des bisherigen Söldnerheeres habe» wird. Di« diesbezüglichen Verhandlungen verlausen erfolgreich. Die augtkündigten Maßnahmen gegen die Nationalsozialisten wurden, wie die Blätter melden, bis zur Rückkehr des Bundeskanzler« aus London verschoben,, teil« den zuständigen Milli» stern überlassen. 2 Millionen Naziuugbläfter besdilagnahmt I»»» 5. Bezirke wurde»» von einem Lastauto Pakete abaeladcn und in die Räumlichkeiten eine« dort wohnhaften nationalsozialistischen Parteigängers gebracht. Die Polizei erfuhr davon u»»d hielt eine Nachschau. Hiebei wurden dortselbst über zwei Millionen nationolsozia- listische Flugschriften vorgcfunden. Es befindet sich unter diesem Propagandamaterial mäßig organisierten Weltwirtschaft erfolgen. Träger dieser ilimvandlnng kann aber nicht die Nutznießer'»»» der'Ikllzütalistischcn Anarchie, die Boiirgevisic, können nich» die»»»eist bür- verliehen Regierungen sein, deren Vertreter sich mvrgc»» in London versammeln, sondern kann nur da« Proletariat sei»». E r st«ine Wcltwirtschaftskonserenz proletarischer, sozialistischer Regic- ru itgci» tvirdci nc geordnete Wel t« wirtschaft a u f b a n e>» und die Menschheit aus Krisennot und K r i s e n e l e»»d h i n a n S f i» h r e n. GeltnngSbeginn dieser Verordnung bereit« zwei, m a l toegen dieser Delikt« konfisziert wurde. Da die„A r b«i t«r. Z e i t u n g" und das Kleine Blatt" wie di« meisten übrigen oppositionelle« Zeitungen bereit« zweimal wegen Aufwiegelung beschlagnahmt wurden, kann der Bundeskanzler nunmehr bei einer neuerlichen Beschlagnahme ohne weiteres über sie dies« Maßnahmen verhängen; es hängt dies allein von seiner persönlichen Entscheidung abl ♦ Wir sind sehr neugierig, in weliher Aufmachung diese»»eueste Verordnung des Herrn Dollfuß etwa von unserer„Deutschen Presse" gebracht»verdrn wird, die sich an schreienden Titeln über die kürzlich im Prager Parlament eingcbrachte Klein. Prcßgcsehnovellr und die Novellierung de» 8 34 des Schutzgesetzes allerhand leistete. Vielleicht si»»d die Herrschaften auch so nett, einmal die Bestimmungen der Tollfußverordnung mit den bei uns vorgeschlagenen Aci»derungen kritisch zu vergleichen. Vielleicht wird dan»i der Sprecher der deutsche»» Klerikalen in der bevorstehenden Pressedebatte im Parlament in der„Vcrtcid!g»ing der Pressefreiheit" sein Mu»»d»vcrk etwas weniger»vcit aus- reißen! • eine große Anzahl von Flugzctteln, deren Beschlagnahme bereits verfügt»vorden»var. Der„VblHlsdie Beobachter 1 aul ein Jahr verboten. Wien, 10. Zuni. Wie amtlich verlautbart »vird, hat die Bundesregierung auf Gru»»d des Preßgesetzes die Verbreitung des„Völkischen Beobachter" in Oesterreich auf die Dauer eines ZahrcS verboten. „Aul der riudit" erschossen! Essen, 10. Juni. Der Strafgefangene Karl Lottes, der heut« früh„zweck« Aufklärung weiterer Verbrechen" zur Gegenüberstellung mit einem anderen Kommunisten vorgeführt wurde, macht««inen Fluchtversuch(?) und wurde hierbei erschosirn. Lotte«, der Kommunist ist. und am 28. April 1928 den SA-Mann Gottlieb Thoma« erschaffen hatte, war wegen Landsrieden«bruchs und Hochverrat« verurteilt worden. Gegenwärtig verbüßte er«in« Gefängnisstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und Grsangenenbefreiung. wiHiiiiniiiHimnniiiinHniiiiniiniliinnniimiiiniiHiiiiniiiiiiiiiiniiiiiinniiiiniiinniiniiiiiiiiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiiiinniiininiiiniiinniiiiniiimnniiinimniimnuiiininninKiiniiiuiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiim Pressediktator Dollfuß. Er allein kann die ganze oppositionelle Presse mundtot machen! Eine Beichte. Von Theodor Plivier. (Schluß.) Da drückte ich ab, zweimal hintereinander. Er läuft noch, aber dann bleibt er stehen. Er sieht mich an und bewegt dci» Mund: ich denke, er will sprechen, doch er steht»nich nur an. Ei»« Mensch wie ich, e»n Matrose in der gleiche»» U»»ifor»n. Und ich knie da, mit der rächenden Pistole in der Hand,»»nd ich sehe, wie er seine Arine in die Lust wirft, und mit der« ganze»» Oberkörper«ine Bewegung macht. Dan»» fiel er um, nach hinten. Ich verstehe das nicht: es wurde geschossen, rS knallte: der ganze Platz tobte... dabei hörte ich ganz deutlich,»vie er aufs Pflaster hinschlug. DaS Geräusch vergesse ich nie. DaS war der Augenblick, wie ich aufsprin» gen wollte und dein Bremer eine runterhauen. Ja, das muß ich ebenfalls sagen, das fing schon damals an, das Vertusche»»»«einer Schuld: der Bremer>nuß reingehalten haben. Wie hätten seine Schüffe sonst so nahe an nicinen» Kops Vorbeigehen können... „Tu Hund!" sage ich zu ihm. And affe sehen ihn an. Ich weiß nicht, ob noch viele aus dem gleichen Grund wütend auf ihn waren. Aber ich glaube eS nicht,— fast 300 Schuß haben wir abgegeben, aber nur acht Tot« und neunundzwanzig Verwundete bliebe»» auf dem Platz. Die meisten haben wohl in die Lust gefeuert? Der Leutnant hat von den» Zwischenfall mit dem Bremer nichts bemerkt. Er befiehlt, einen neuen Ladestreife»« einzuschicben und die Pistolen fertigzumachen. Die Menge hat sich wieder gesammelt. Aus allen Seitenstraßen drängen sie heran, aber wie vorher, nur zögernd und mehr von hinten geschoben. Bor mir auf dem Pflaster liegt der Matrose. Du schießt nicht mehr, sage ich zu mir,— sollen sie dich auf Festung schicken, sollen sie dich an die Wa»»d stellen! Und so fühlen auch die andern. Wieder konnnandiert der Leutnant„Feuer!". In unseren Reihen knallt es nur noch vereinzelt. Diese« Knien mit der angelegten Waffe, dieses Hineinstarren in die Masse, die näher konnnt,— ich weiß nicht, wie lange das alles dauerte, ich hatte vergessen, daß ich mich mitten auf einem Platze befand, ich war wie ein Stein. Und plötzlich sehe ich: der Leutnant ist voll- ständig verdeckt von Fäusten und Stöcker», dazwischen ein Gewehrkolben. Nur sein Degen schwankt über der Menge. Ich springe auf»nd laufe zum Bürgersteig, um ihm beizustchen. Die von unS Niederaeknallten hatte ich vergessen; nur ein Kameradschaftsgefühl zum Leutnant, der doch zu uns gehörte, trieb»nich. Sie habe»« ihn nicht geprügelt; sie haben ihn einfach niedergetretcn und erschlagen. Und die Matrosen haben das allein getan,— von einem Werftarbeiter bekam er einen Stoß, daß er umfiel. Da kommt ei»« alter Obermaat auf mich zu. ^Junge, schmeiß das weg!" sagt er zu mir. Wie ein Vater sagt er daS. Ich greise nach dem Koppelschloß, eS springt auf und fällt samt Seitengewehr und Patronentasche In den Rinnstein. Die Pistole werfe ich Hinterher. Jetzt erst fallen»nir meine Kameraden ein. Aber sie waren all« getürmt.' Ganz allein stehe ich unter den vielen Mensch«»» auf dem Platz. Ich sehe einen Ber- »vundetey, der seine Arme über dir Schultern von zwei Matrosen gelegt hat und sich mühsam weitcrschleppt. Eine Gruppe trägt einen Toten an mir vorbei. Mir ist, als müffe ich helfen oder wenigstens hinter dem Zug hcrgchen. Aber dann erfaßte mich die Angst. Vorher hatte ich gar keine Zeit, an Angst zu deicken. Und jetzt sing ich zu laufen an,— nur wea von dem Platz. Bis ich plötzlich vor einem Offizier stehe, vor unserem dicken Haupt- »»»an». Ich reiße die Knochen zusammen. Doch da sehe ich, daß er vor mir, ich muß »vild auSgesehen haben, ein«»» wahren Schreck bekommt. Er starrt mich an— mein aufgelöste« Halstuch,»neinen offenen Ueberzieher, di« Stelle wo das Koppelzcug fehlt. Da bin ich wie umgewandelt und brülle ihn an:„Leutnant Steinhäuser ist totgeschlagen worden. Don den Matrosen, 5000 oder 10.000 Mann, ich weiß nicht Ich denke, jetzt geht er die in Reserve liegende.Kompanie alarmieren, die„alten Leute", die er noch tags zuvor geschliffen hat. Aber er sagt nur:„Kaminen Sie!", läuft neben mir her und legt gar keinen Wert daraus, daß ich die vorschriftsmäßige»» fünf Schritte hinter ihm bleibe. Ich sänge recht zu laufen an, damit er noch»nehr außer Mein kommt.' Er kann vor Angst gar nicht rasch genug zur Kaserne kommen: „Tvtaeschlagen?" keucht er i»nmer wieder. „Ja, sage ich, beinahe schadenfroh,„tot- getreten, ich habe es selber gesehen!" Ich freue mich Plötzlich, daß di« Volksmenge den Platz behauptet hat. Zum ersten Mal« fühle ich, daß ich eigentlich daz»» gehör«. Aber zugleich quält mich der Gedanke: Ich bin ja für immer ausgeschlossen, die Kameraden müflen mich ja wie AuSwurf betrachten, wenn erst bekannt wird, was ich getan hab. HW.Mine Preßgesetz“. Von Dr. Egon S ch w«l b. Di« Regierung hat im April de« Vorjahres den» Abgeordnetenhaus« den Entwurf eines Preß, gesetzt« vorgelegt, welcher einheitlich u»»d systematisch daS ganze Presscrecht der Tschechoslowakischen Republik auf moder»»«r Grundlage regeln sollte. Er»vurde an dieser Stell« ausführlich besprochen. Die politischen Ereignisse der letzten Monate haben nun unserer Zeit dit Eignung zu einer großen und freiheitlichen Kodifikation des Preßrechtes genommen und der Bcrsaffungs- und RcchtsauSschuß des Abgcord»ictenhause« hat Recht daran getan, wenn er unter den gegentvärtigcn Verhältnissen davon Abstand nahm, die. parlamentarischen Arbeiten an einer umfassende»» Neugestaltung des Prcßrcchtes fortzuführc». Ze», ten, wie die heutig«, wo die demokratischen Frei- heitSrechte in einer ganze»« Reihe von Staaten vernichtet oder bedroht sind und wo auch bei uns di« Demokratie sich gegen den FaseiSmuS durch Sondergesetz wehren muß, schaffen nich» die Stimmu»ig zu einer großzügigen, freiheitlichen Reform. Eine Zeit, in der das Schutzgeseh und daS Gesetz über außerordentlich« Verfügungen verschärft tvird, ist kein geeigneter Zeitpunkt für eine Kodifikation der Preßfreiheit. Es ist also z»r begrüßen, daß das Abgeordnetenhaus sich darauf beschränkt hat, nur einige Partien, deren Behandlung es für dringend hiejt, aus dem Preßgesetzentwurs herauszunehmen und zu einem„Gesetz, mit welchem die Preßgesetze ge- ändert und ergänzt»verden", zusammenzufassen. Mit den Bestimm»»ngen dieses„Keinen Preßgc- setzeS" wollen wir uns im folgenden befassen: Kolportage. DaS geltende Prcßgesetz kennt, wie bekannt, kein« Kolportagefreiheit DaS Haussiere»» mit Druckschriften, das Ausrufen, Verteilen und Feilbietei« derselben außerhalb der hiezu ordnungsmäßig bestimmten Lokalitäten ist nach 8 23 des Preßgesetzes verbo- t e n und st r a f b a r. Wenn auch dieses Verbot in der Regel nicht eingehakten wird, ist es doch geltendes Recht und wird von de»» Behörden gegen»nißliebige Zeitungen oft a n- gewendet. T«»ng«genüber führt Z 1 des kleinen Preß- geseheS grundsätzlich die Kolportqgc- s r c i h e i t für Zeitu»»gei» und Zeitschriften(perio- disihe Druckschriften) und s»»r nichtpcriodische Druckschriften(Broschüren) bis zu einem Umfang von einem Druckbogen(nicht auch für größere Werk«) ein. Dies« grundsätzliche Freiheit der Kolportage wird allerdings dadurch eingeschränkt, daß von der Landesbchörde resp. bet ausländischen Druckschriften vom Innenministerium»m Einvernehmen, mit dem Außenministerium die Kolportage solcher Druckschriften vcr-" Voten werden kann, die direkt öder»»»direkt die, Selbständigkeit, die' verfassungsmäßig«' Einheit, di« Integrität, die demokratischrepublikanische Staatssorm oder die demokratische Ordnung(räck) der Republik untertvühlen oder schn»ähen oder welche die Sittlichkeit grob verletzen. Tqrüber hinaus kann(diese Bestimmung gilt nur bis zum 30. Juni 19R) die Kolportage eine» Druckschrift verboten werden, welche die öffentliche Ruhe und Ordnung bedroht, insbesondere durch ihren»»»wahren oder die Wahrheit entstellende»« Inhalt. Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß die Behörde eine weite Möglichkeit z>» Verboten Hot. To ober das heutig« Recht die Kolportage aller Zeitungen verbietet, kann man in de»» neuen Be- Jch wußte noch nichts von der Großmut des Volkes. Wir wurden zwar am nächsten Tage vom Soldatenrat auf die„Nymphe" versetzt, aber dort waren die Kameraden alle gut zu un«, und wir freuten uns alle, daß es endlich soweit»var. Damals war ich natürlich noch lange ke>n Roter, daS kam erst später, aber die Offiziere hatten bei mir auSgespielt, der blinde Glaube an die Autorität war tot. Als wir in der Kaserne angekoinmen waren und der Hauptmann mich in daS Zimmer des Konnnandanten hineinrief, habe ich diesen Man»» mit dem kleinen grauen Spitzbart und den vielen goldenen Aermelstreifen angesehen und bei mir gedacht: der ist schuld, daß ich auf Kameraden geschossen habe. Zuerst hab« ich chm noch ganz richtig geantwortet tutb den Hergang erzählt, aber dann habe ich nicht mehr an mich halten können und ihn angeschrien: „Wenn die alten Leut« nicht gehen wollten, da hätten Sie unü erst recht nicht schicken dürfen! Hätten Sie doch Offizier« hingestellt!" Mehr wollte er nicht hören. Er hat mich sofort hinauSgeschickt. Aber daS eine weiß ich, nie hatte ich bei» Mut aufgebracht, so mit ihm zu sprechen, ohne die Toten an der„Hoffnung", ohne dieses Gesicht, dieses Gesicht von...' Er zögert, den Namen auszusprechen. „Schorsch", füg« ich em. „Ich werde eS nie gut machen können." ES bleib^ ein« Weil« still. „Aber wenn ich einmal an derselben Stelle stehe, wenn ich einmal dasselbe tun' kann, wie er..." Dan« hast Du getan, waS Du kannst, Genosse." Nr. 186 Sonntag, 11. Juni 1088 Stile 3 stimmungen eine Verschärfung de» geltenden G e. setzes nicht erblicken. Die Kolportage ist nach den neuen Bestimm mungen in militärischen Ubikationen und in solchen Schulen verboten, welche von Personen unter 18 fahren besucht iverdeu. Auch in der nächsten Nähe von Kasernen darf nicht kolportiert werden, ebensowenig in der nächsten Nähe von Schulen mit Schulern unter achtzehn Jahren zur Zeil, wenn die Schuljugend in die Schule geht oder sie verlässt. Tie Kolportage vor den Hoch sch» lgc bände u ist frei. Tic im Entwürfe enthaltene Sondcrbestimmnng über die Kolportage in Kirchen wurde vom Abgeordnetenhaus nicht aufgenonimen. Schutz der Jugend. Das Abgeordnetenhaus hat die Bestimmungen der Regierungsvorlage über den Schutz der Jugend(Personen unter achtzehn Jähren) gegen Schmutz- und. Schundliteratur übernommen. Wenn eS klar ist, daß eine Truckschrisl gccig- net ist, die natürliche geschlechtliche Entwicklung über das Geschcrhtsleben der Jugend ernstlich zu bedrohen oder die sittliche Entwicklung der Jugend dadurch e r n st l i ch zu erschüttern, daß sie in ihr den Hang;um Verbrechertum oder zur Roheit erweckt, kann voni Schulministerium ihre Verbreitung unter Jugendlichen unter achtzehn Jahren verboten werden. Ta« Verbot kann nur ausgesprochen werden, wenn eine besondere vom Ministerium zu errichtende Körperschaft dies nach einem mit RcchlSgaranticn anSgcstatteten Verfahren beantragt. Wie sich diese Bestimmungen auSwirkcn werden, ist heute schwer zu sagen. Die Vraxis wird zeigen, ob cs sich hier um eine Handhabe zur Geltendmachung hinterwäldcrischcn Muckertums handelt oder um eine ernste Abwehrmaßnahme, von der nur in den seltensten Fällen Gebrauch gemacht werden darf. Ter Re- gierungScntwnrs enthielt eine Garantie gegen eine Verwendung dieser Bcstiminnngcn zur Unterdrückung von Druckschriften au« politischen Gründen dadurch, daß er als Tatbcstaudsmcrkmal die Erweckung des Hange« zu gemeine in Vrrbrc- chertum festsctzte. Tic Fassung des Abgeordnetenhauses spricht von Vcrbrcck)cr>nm überhaupt. Der Berichtigungszwang. Das Institut der preßgesetzlichen Berichtigung(tatsächliche Berichtigung, bisher sogenannte 8 19-Berichtigung) wird im Gesche neu geregelt. Ter Rechtszustand wird wesentlich zugunsten der Zeitungen vcrbisscrl. Tas sogenannte Glossierungsvcrbol für a in l lichc Berichtigungen w i r d a» s g e- hoben. Nunmehr wird cs der Zeitung auch gestattet sein, zu amtlichen Berichtigungen cni- sprcchendc Anmerkungen zu machen. Ter Unter- schied zwischen amtlichen und privaten Berichtigungen wird nur insofern aufrcchtcrhaltcn, als der N i ch t a b d r u ck ein e.r,.pr i v a I c n ,8t« r.i chtigungg n s ich überhaupt kciiz,e strafbare .Handlung darstcllt und der Redakteur(von einer Mutwillensstrasc abgehend) erst dann bestraft werden kann, wenn er trotz gerichtlichem Auftrag die Veröffentlichung nicht vornimmt. Tic Vorschriften de« RcgierungSent- wurfes über die Sprache der Berichtigung sind nicht aufgenominen worden, dagegen hat das Abgeordnetenhaus eine sehr wertvolle Bestimmung zuni Schutze der Zeitungen vor einem Mißbrauch des BerichtigungSwesens ausgenommen. Wenn nämlich eine Berichtigung veröffentlicht worden ist, von der der Berichtigende wußte, daß sie unwahr ist, kann der Eigentümer der Zeitung gemäß 8 17 des Gesetzes von ihm die Bezahlung einer Gebühr für die Einschaltung verlangen nnd ihn auch für den Scha- den verantivnrtlich machen, der durch die Veröffentlichung der Berichtigung wirklich entstanden ist. Kobsinek„tnabentafte Den'welse". Brünn, 10. Juni. Zu Beginn der heutigen Verhandlung des Fascisten-Prozesics teilte der Vorsitzende mit, daß daS Gericht c'ne Zuschrift erhalten habe, in der Dr. Stark, der Rechtsvertreter des Soldaien Kindermann, mitteilt, daß sich sein Mandant als Privatbetciligtcr anschließc. Als Schmerzensgeld nominiert er einen Betrag von 10.000 K«, an ärztlichen Honoraren und KrankenhauSpflegc bisher den Betrag von 2000 KS, weiters erhebt er einen Anspruch auf eine MonatSreNlr vorderhand in der Höhe von 1000 Kö für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit. Die angeführten Ansprüche macht er gegenüber allen Angeklagten, insoweit sie verurteilt werden, geltend. Der Verteidiger des Kobsinek, Dr. Tomarck, streifte zu Beginn seiner Verteidigungsrede die Auslieferung KobsinekS und Geidls mit Rücksicht aus die Prinzipien ocs interuationalen Rechtis, wobei er erklärte, die Verteidiger würden den Versuch unternehmen, diese Frage international zu lösen, insbesondere durch Eingabe einer Klage an den Ständigen Internationalen Gerichtshof im Haagzind sich bemühen, aus Grund des Spruches dieses Gerichtshofes das Urteil des Brünner Gerichts zu korrigieren. Tomake' erklärte, Kobsinek sei dem Einfluß all dessen.interlegen, tvaS er über Rudolf Ggjda und seine Taten in den Legionen gelesen hatte, und daß er ihn in vielem einfach nach-geahmi habe. Die Tat sei der Ausfluß knabenhafter Denkweise und von Einfällen, die von außenher unterstützt wurden Dabei weist Dr. TomaLck jede bc;e Absicht Kob- stneks sowie auch die Behauptung zurück, als ob eS sich um eine Provokation gehandelt hätte.■ Hitlers„Wach- und Schließeesellschaft“: Der RcKhshanzler als Heuchler entlarvt. Hier sind Gehelmbelehlc Ober die Tarnung der SA! . Hitler hat in der ReichSlogssitzuug vom 17. Mai behauptet, die SA. diene nur inncr- politischen Zwecken; man müsse, wenn man sic in die Heeresstärke cinrcchue, auch die Feuer- wehr und die Wach-, u n d S ch l i e ß g c s c lisch a f t berücksichtigen. Der Zweck dieser Acußc- rnng war, das Ausland über den Charakter der SA. zu täusck)en und sie als ungefährliche Einrichtung erscheinen zu lassen. Ter Behauptung Hitlers tvidersprachcn die vielen schon vorher vcrösfentlichlen B i l,b c ohö der Tätigkeit der SA., die sic als militärisch ausgebildete und In militärischer Ausbildung befindHeil Hitlerl D i c H c r r s ch a f t« n sollenden Mut haben, die Existenz dieses Schrift- st ü ck e s a b z u l e u g n e n! Man kann dann eventuell mit der Wiedergabe der Originals liche Truppe erkennen lasten. Diese Bilder, früher aus den Gasten verkauft und in den Bildcrzcilun- geu der RSTAP. wicdergegeben, wurden jetzt rar. TaS hat seinen Grund darin, daß man Rücksicht ans das Ausland nimmt und die Tätigkeit der SA. aus außenpolitischen Gründen tarnt.’ Der Beweis hicfür ist uns soeben in die Hände gefallen. Es handelt sich um einen Gehe i m b c f c h I des n a t i o ua l s o z i a l i st i- scheu Statthalters in Sa Wahrheit vorgelragen, von dem er wünschte, da' ihm die Presse Raum gebe. Wir waren nicht bei diesem Vortrag. Man kann bei einem solchen Empfang nicht gegen den Redner polemisieren. Wir waren auch nicht allzu neugierig. Wir wisten ja, daß Oesterreich ein schönes Land ist, und wir wünschten recht vielen unserer Freunde genug Geld, es zu besuchen. Wir wären also, hätten wir nur die Möglichkeit, herzlich gern bereit, an der Hebung des österreichischen Fremdenverkehrs mitzuwirken, ohne uns darüber zu täuschen, daß ein Massenbesuch sozialdemokratischer Arbeiter der österreichischen Regierung weniger sympathisch wäre als unseren österreichischen Genosten. Und selbstverständlich srenen wir uns auch des Besuches österreichischer Arbeiter. Wir sind uns besten wohl bewußt, daß solche gegenseitige Besuche völkerverbindend wirken, und wir wären gar froh, könnten von der Einladung des Herrn Gesandten, das schöne Oestereich zu besuchen, recht viele Arbeiter Gebrauch machen und damit— wir zitieren seine Worte onch „ein höheres politisches Ziel erfüllen", daniit„in gewissem Sinne auch allgemeine europäische Politik treiben." Sostrhls in der Abschrift der Rede, die der Herr Gesandte den- seinem Empfang ferngeblir- benen- Redaktionen ins Haus schickte. Aber wir, die Arbeiter, waren ja mit den Eingeladenen nicht gemeint, sondern die anderen, obwohl auch Massenbesuche von Proletariern, wie etwa bei der Olympiade im Jahre 1981, den Wiener Ge- schäsisleilten nicht unangenehm gewesen sein dürsten. Dem Herrn Gesandten war es aber darum zu tun, den Presseleuten auch politische Leh- ren zu geben, ihnen zu sagen: seht ihr, so muß man das mache», wie wir, um den Klasse,ikampf abzuschasfen! Er erzählte allerlei von der„Telbst- ansschaltung des Parlaments", wie sehr die Regierung alle Mittel erschöpft habe, nm de» Ra- tionalrat arbeitsfähig zu erhalten, tveil sie die Mitwirkung der Volksvertretung für notwendig halte— aber er sagte nicht, daß die Regierung von einem sehr naheliegenden, einfachen Mittel nicht Gebrauch machte, nämlich von der Einberufung der Nationalversammlung! Er behauptete, man habe in Wien keinerlei diktatorische Gelüste -— aber man muß leider, weil man den National- ral nicht einberufen will, diktieren. Ta kann man halt nix machen! Interessant wäre die Untersuchung, wie der Herr Gesandte und die Herren Journalisten bei diesem Empfang einander einschätzten. Ter Herr Gesandte wußte, daß seine Hörer nicht nur Zeitungsschreiber, sondern auch Zeitungsleser sind, oder er mußte es wenigstens von der Mehrzahl seiner Gäste annehmen, und die müssen doch ein wenig von des Herrn Dollfuß Taten wissen. Und denen erzählte er solche politische G'schichtel»! Und die Journalisten— die mußten denken: er weiß, daß wir wissen— nnd tut, als wüßten wir nicht... Na, nebensächlich, was wir von einander denken— wenn nur die Hebung des österreichischen Frenidenverkehrs auch zur Hebung deS Jnserateugeschäftes führt! Diesen Erfolg hatte er für das„Prager Tagblatt", das in einer besonderen Oesterreich gewidmeten Beilage Re- klamenotizen österreichischer Minister mit Knr- ortc-Jnscraten umkränzcn nnd so der Rede des Herrn Gesandten den wirkungsvollsten Hintergrund schaffen konnte. Der Fremdenverkehr wird gewiß gehoben werden, und wegen des bisscrl Bersassungsbruchcs, na, da wird die österreichische Regierung kan Richter brauchen, weil eh kaner mehr da ist, nachdem die Mitglieder des Staatsgerichtshofes so nach und nach zum freiwilligen Rücktritt veranlaßt werden. rin Konzentrationslager lOr Frauen. Berlin, 10. Juni(Eigenbericht.) Als Gcgei stück zu Heiberg wird in Gotteszell bei Gmiin in Württemberg ein Konzentrationslager für weibliche politMe Häftlinge errichtet. Es ist ausgenommen in einem sächst-l Hitler aber wird weiter FricdenSschalmeier scheu Grenzort und stammt aus denIblasen. Aber es sind, wie man hier sah, laut«, allerletzten Tagen!'falsche Töne! LUS Dem N.-S. Pressedienst, Gau Sachsen. vom Gaupressewart der NSDAP vom 24. Mat 1933 Mitteilung an alle nedahtionen. Nicht zur Veröllentlldinng bestimmt! Angesichts der außenpolitischen Spannungen utuft noch einmal mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden» das; unter keinen Umständen irgendwelche Veröffentlichungen erfolge», durch die unbeabsichtigt eine Umgehung des Versailler Vertrages herausgelesen werden kann. Insbesondere ist darauf zu achten, das; Ausdrücke wie S.- A.- K a s e r n e u oder sonstige militärische Bezeichnungen in Berbinduug mit den Verbände«« unter allen Umstäuden vermieden werden. Desgleichen darf niemals in Berichten oder sonstigen Berüfsentlichungen über die Polizei der Eindruck einer Mititärorganisation entstehen. Ganz besonders gilt dies auch für B i l d e r.. * Bei Veröffentlichungen über Arbeitsdienstlager, die au sich im Hinblick auf die Wichtigkeit de»'Arbeitsdienstes stets sehr erwünscht sind, bitten wir daraus zu achten, das) keinerlei CKi»druck einer militärischen Ausbildung zum Ausdruck kommt. W e h r s p a r t ü b«» g e n der Verbände werden an« besten überhaupt nicht in der Presse erwähnt. Sollte ausnahn«Sweisc eine Berösfentlichung notwendig fein, so«vird sie durch den N.-S.-Pressedienst, Gan Sachsen, als das asteinige amtliche Organ für diesen Zweck zur Verfügung gestellt«verden. * Anordnung des Reichsstatthallers, nicht zur Veräsfentlichung bestimmt: Der Reichsstatthaller für den Freistaat Sachsen, Martin Mutschmann, macht es sämtlichen Zeitungen zur Pflicht, keinerlei Dinge zu v e r ä s f e n t I i ch e n, die irgendwie im Zusammenhang mit einer militärische«« Ausbildung der LA., SS., Stahlhelm oder sonstigen Verbände gebracht werden können. Insbesondere darf niemals in der Oeffentlichkeit der CK i n d r u ck erweckt«verden, als befänden sich Angehörige dieser Verbände zur Ausbildung bei der Reichswehr. Statthalter Mulschniann wird bei dem Verstoft gegen diese Anordnung unnachstchtlich gegen die betreffende Zeitung einschreiten. Wir bitten daher, dies peinlichst genau zu befolge««. * Der N.-S. Pressedienst bittet, etwa ge«vttnschte oder beantragte Veröffentlichungen vo»t Stimmungsbildern und Berichten über Erlebnisse bei irgendwelchen tlebnngen der Reichswehr abzulchnen. Es ist bekannt geivorden, dass sich Agenteu Frankreichs dahingehend geäuften haben, dass sie ihr Material gegen Abrüstungs- verstöfte Deutschlands hauptsächlich aus Berösfeutlichungen der kleineren Lotalzeitunge»« entnehmen. Es darf daher er«vartet werden, dass die gesamte Presse in Zukunft einheitlich vollste Disziplin wahrt und keinerlei.Handhabe gibt, erneut Deutschland auftenpolitische Schwierigkeiten zu bereiten. Seite 4 Sonntag, 11. Juni 1088 Nr. 186 Sechzig Todesopfer Entgleisung des Laurus Gxpreft. Konstantinopel, tv. Juni. Der Taurus-Expreß Adana-Angora ist bei Eskischehir entgleist. Die Katastrophe ist hervorgerusen durch Beschädigung de« Eisenbahndammes infolge starker Ueberschwemmungen. 12 Reisende sollen getötet sein, 80 werden vermiet, man befiirchtet, daß sie ertrunken sind. nuiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitniiifHtffHtntnitnnflfftfnffiiranntnntitiiHiitHNiiiiititiiiNtniiiiiHiiiiiitnHiniiHinititniiiHniuniiiiiHunniiiuiiHiiiiiiininiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin T agesneuigkeiten In New York 37 Grad kelfius Chicago, 10. Juni. Die Hitzewelle, von welck)er die Staaten des mittleren Westens schtver betroffen wurden, hat in diesen Gegenden nachge» lassen und sich auf die Oststaaten auSgebreitet. So war in New?)ork gestern die Temperatur mit 37 Grad Celsius um 4 Grad höher, als an demselben Tage des Vorjahres. Juns Personen starben an Hihschlag. In Philadelphia wurden wegen der Hitze sämtliche öffentlichen Schulen geschlossen. In den StaatSämtern von Washington zieht man die Schl! eßnng der Remter in Erwägung, wenn die Temperatur über hundert Grad Fahrenheit(etwa 36 Grad Celsius) steigen sollte. Aus diesen Gegenden »»erden gegenwärtig zahlreiche durch die Hitze verursachte Fälle von Unwohlsein gemeldet. zellulsldfabrtt fliegt i« die Luft! North-Arlington(New Jersey), 10. Juni. Bei der Explosion einer Zelluloidfatzrik wurden neun Personen getötet und 180 durch das in weitem Umkreis herumfliegende brennende Zelluloid zum Teil schwer verletzt. Mehrere Personen werden vermißt. Die Fabrik und acht Nachbarhäuser wurden durch Feuer zerstört, lieber Hunderte von Badenden, die sich am benachbarten Flußstrand aufhielten, ergoß sich ein feuriger Aschenregen. Die neuen Lehrpläne für Volksschulen. Bor drei Jahren traten an den Volksschulen neue Lehrpläne mit provisorischer Wirksamkeit in Geltung. Nun ist diesen Lehrpläne» auf Grund der praktischen Erprobung eine definitive Fassung gegeben worden. Mit Beginn des nächsten Schul- jahves Iverden bereit» jene Schulen noch den neuen Lehrplänen unterrichten, die sich hiezu fc* reit erklären, im Schuljahre 1084/85 besteht hiezu die Derpsiichtung für alle Volksschulen. Bei den Vorbereitungen an der endgültigen Fassung der neuen Lehrpläne hat die Volksschul. und sachwissenschastliche Abteilung de« Seittfdjeit Lehrbundes mitgearbeitet und eS kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß die in xinem eigenen gedruckten Gutachten des Deutschen Lehrerbundes niedergelegten Anfchannngen und An- regnngen weitgehende Beachtung sanden, daß namentlich der nur für die deutschen Volksschulen festgelegte Stoffplan der deutschen Unterrichts- spräche in unveränderter Fassung aufgenomn'en tvnrde. Die Grundgedatrkett der Lehrpläne sind von modernen pädagogischen Anschauungen getragen und bilden sicherlich einen gesunden Fortschritt. D-e Stossgebiete sind kurz, eindeutig und klar Umrissen, ein Vorteil, den die Provisorischen Lchrvläne nicht besaßen. In der Schlnßberatnng im Ministerium für Schulw-ken und VolkSkultur erschien auch Sckmlminister Dr. Tärer, um den Vertretern fiir ihre Mitarbeit zu danken. Im besonderen verwies er auf den großen Wert einer gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Schul- behorde und Lehrerschaft. Staatsstipendien und staatliche Studienunter« stiihnnqen. Tas Unterrichtsministerium verlautbart: Das Unterrichtsministerium verleiht den Hörern an Hochschulen in der Tschechossow. Republik im Studienjahre 1933/34 Staatsstipendieit in Beträgen von 300 K und 200 K monatlich und staatliche Stnd'enunterstützungcn in Beträgen von 150 K, 100 K und 70 K monatlich. Die auf den vom Siaatsverlage ausgegebenen Blanketten geschriebenen Gesuche, die mit dem Nachweis der Staatsbürgerschaft, dem Zeugnis über die Vermögensverhältnisse und den Ausweisen über vorzügliche Stndicnerfolge belegt sein müssett, sind bis zum 30. September 1933 einzureichen. In Prag geschieht dies dttrch Vermittlung des Vereins„Deutsche Studentenfürsorge" in Prag H„ Krakovska ttfice Nr. 16, und in Brünn durch Vermittlung des Rektorate» der deutschen Technischen Hochschule. Unbeständiges Wetter. Obtvohl gestern die Niederschläge in-en Sude enlä«der« vielfach aufgehört haben und in den mittlere» Teilen de» Staate» vielfach Aufheiterung eingetreten ist, bleibt die allgemeine Wetterlage ungünstig. Di« Ausläufer der Balkandepres- sion veranlaßten gestern einerseits fast in ganz Deutschland, andererseits auch in den östlichen Gebieten unserer Republik Regenfälle. Die ergiebigen Niederschlagsmengen währettd der letzten 24 Stunden meldet gestern früh Fichtelberg 25, öoffav, Slatinskü Toly 22, Hust 21 Millimeer. In den mittleren Teilen der Republik Hai eß sich in der Freitagnacht infolge Ausstrahlung bei vorübergehender Aufklärung an vielen Orten auf plus 2 bis plnS 3 Grad Celsius abgekühlt.— Wettervorhersage für heute: Unbeständig, zeit- weite NiederichlagSneigung, mäßig warm, Wind an» nördlichen Richtungen. von der Amtsstelle B der Allgemeinen Pen- flonsanstalt in Prag. Tie Frist zur Vorlage der Aiochweise, mit denen die Gesuche tim Znerken nuug de» Aniprucktes auf den StaatSbeitrag für die Zeit des Militärdienstes tvährend des Kriege- gemäß 8 176 P.V.G. Slg. Nr. 26/29 zu belegen sind, ist vom Ministerium für soziale Fürsorge laut Erlaß vom- 20. Mai 1933, Prol. Zs. 5.40L/IVM8, b i S z u m 30. Juni 1934 verlängert worden. Die Gesuche selbst um Zuerkennung deü Staatsbeitrages waren gemäß 8 176, Abs. 5, P.V.G. beim letzten Versichernngs- träger bi» 30. Juni 1930 einzubringen. Diese Frist für die Einbringung der Gesuche selb st wurde aber bisher nicht verlängert. Der Weltssieger Mattern ist gestern früh unt 1 Uhr 50 in Belast zum Meitersluge nach Chabarowsk gestartet. Um 2 Uhr 30 über- sleg er Irkutsk. Mißratene Jugend. Die Polizei in U 5. ho- rod hat zwei minderjährige Burschen, von denen der eine aus Budapest, der andere aus Preßburg stammt, verhaftet. die in der letzten Zeit in ULhorod zehn Wohnungsdieb st äh le verübt haben, wobei ihnen Juwelen im Werte von 30.000 Krone» in die Hände fielen. Sämlftche gestohlenen Gegenstände, darunter namentlich goldene und silberne Schmuckstücke, Brillantringe usw., wurden aufgefunden. Die Burschen waren mit Revolvern ausgerüstet. Ein Grubeniisch? TaS Tkch. P. B. bringt folgende kuriose Nachricht aus U/.horod: Im Bezirk von Rachovo gibt e» in der Theiß seltene K a r p a t h e»s i s ch e, die„Hlavatky"(Bästlinge). lateinisch— Lateiner heran»!— H u ch o h u ch o genannt werden. Sie gehören der Gattung Arbeilsanleihe 1.384,183.800 KL Prag, 10. Juni. Die Zeichnungen auf die öprozentige staatliche ArbeitSanleih« schreiten in befriedigender Weise fort. Während der ZeichnungSsrist vom 2. bi» 10. Juni 1933 wurden 80,512.400 Kl gezeichnet und bar eingezahli, so daß dir Gesamtsumme der Zeichnungen ans die ArbeitSanleih« nun 1.584,185.600 Xk betragt. Hole Pfingsten. In M i e S, E l d o g e« und Prag kam zu Pfingsten Arbeiter-und Angestelltenjugend zusammen, um die Pfingsttage auf ihre Art zu feiern. H e i n r i ch S d o r f im Erzgebirge sah einen großen Aufmarsch der Arbeiter au» dem Kontotauer Gebiet. Außerdem fanden noch große Iugendtag« in Sternberg ttnd N e u- T i t s ch e i n statt. TaS Sternberger Iugendtressen wurde durch einen Festabend am SamStag eingeleitet, an dem die verschiedene» Arbeiterorganisationen mitwirkten. Sonntag früh fanden Wettkämpfe statt, in denen die Roten Falken au» Römerstadt, die Freudenthaler Jugendlichen und die Panlo- witzer Turngenossen siegten. 2oüei» hat eine solche Iugendkundgebung noch nicht gcsel>en; die Spießer waren entrüstet über sie und den Aufmarsch und ersäuften ihren Aerger itn Alkohol: am Abeud konnte mau die besosieuen Teilnehmer des deutschen Sängersestes auf dem Bahnhof sehen. — Ter Nachmlt ag vereinigte die Teilnehmer aus einer Waldwiese bei froher Unterhaltung und bei Wettspielen. Abends fand im Arbeiterheim eine große und gntgelungene Festakademie statt. Ter Montag war Wanderungen und einem großen Organisationsappell gewidmet.. I+ Naturircundetrellen an der Oderquellc. Am Pfingst'amstag kamen die Naturfreunde aus dem Gau Nordmäyre» in dem an der Oder gelegenen Ort K o S l a» zusammeu. ungefähr 300 an der Zahl. Beim Höhenfetter hielt in Gegenwart vieler Ortsbewohner Genosse K a»t l e r eine Slnfpraehe. Bei der Nlorgenfeier am nächsten Tag bei der Oderquclle wurde der Trenspruch zum. Sozialismus erneuert. Den geknechteten Brüdern und Schwestern im Reickze galt der Gruß des Redners. Am Nachmittag ging die Schar in geschlossenen Neilien nach Boden stad I. Die Genossen, die tut! einer Kinderschar den Naturfreunden ein Stück Wege» entgegeugekontmen waren, eröffneten den Zug. Der Besuch in Bodeustadt war eine Solidaritätskundgebung für die durch Betriebsstillegung arbeitslos gewordenen Geno'- sinucn und Genossen. Ter am Abeud nach Absingen Proletarischer Kampflieder durchgeführte Fackel zog ließ die Nazi aufmucken. Tie Polin- sche Kundgebung für Friede, Arbeit und Brot am Pfingstl»»nag am Stadtplatz kann alü wirkungsvoll!:'.„htte: werde». Die aus der Kirche kommendett Landleute üörteu den Ausführungen des Genossen K a tu l e r unter Zustim- mungsäußerungen zu. Rot« Falke« im llaubaer Land Brotzen, ein stilles Dorf in der Taubaer Schweiz, wurde in den Pfingsttagen zum Treffpunkt vieler junger Genossen, zur Schmiede e>ner prächtigen Gemeinschaft zwischen Lattd- und Stadtjugend. Wie den Prager Rot^u Falken Brotzen zum Symbol dieser Gemeinschaft wurde, soll kttrz skizziert werden. Samstag vor Pfingsten: DaS Torf iüdri noch sein ruhiges Leben. Am Ortsplatze spielen Kinder, faulenzen schläfrige Dorsköter fährt ab ttnd zu ein Futterwagen. Selten nur wird die Stille durchbrochen.— Plötzlich klingt ein Lied auf: blatte Blusen, rote Sturmfahnen. In straffem Schritt ziehen die Noten Falken in» Dort. Im Garten eines Genossen wächst>m Ha'-dum- dreben ein Zeltlager auf; Kochstellen, Abfallgruben, Geschirrablagen werden hergerichtet; eine Hopfenstange avaneiert zum Fahttettntast, ein altes Brett zitr MitteilnngStafel. Dann versam- ttteln sich Ittngen und Mädel um den Fahnenmast.„Wir halten zusammen", unser schöne» Lagerlied, ertönt, langsam steigt dte Fahne loch, entfaltet sich. DaS Lager ist eröffnet. Beim Höhenfeuer lernen wir nufere Genossen ans dem Landgebiet kennen: einfache, gerade Menschen, starke Burschen, tapfere Madel, die in ihrer Gemeinschaft ein tüchtige» Stück Kultur- und Aufbauarbeit leistet«.— Die Fan- farengrttppe der Attschaer eröffnet die Knnd- gebung, Rezitationen und Lieder umrahmen die Ansprache, ein klares, kraftbewußteS Kampf- gelöbnis für de» Sozialismus. Der Sonn tag morgen ist kühl. Aber die Falken kriechen ein, zwei au» ihren Zelten und erwärmen sich rasch beim Frühturnen. Dann treten die Kameradschaften zum Waschen an, räumen das Lager auf und versammeln sich zum Flaggengruß. Ein Helfer spricht über die Lagerausgaben: Wir Ivollen die Dorfkinder kennen lernen, wir ivollen die Aufbaukraft unserer Gemeinschaft erproben, wir ivollen für die große Kinderepnblik lernen. Nach einer kurzen Morgenfeier spiele;« wir mit ünseren Brotzener Freunden am OrlSplatze. Immer mehr Kinder und Zuschauer locken die Ball- und die Tanzfpiele heran; imnter ausgelassener wird die Stimmung, immer inniger die Gemeinschaft.— Dann unternehmen wir mit den Iunafrontgenossen einen Werbemarfch nach ZebuS. Mittags ruhen wir im Baumschatten unseres Lager»; wir sprechet« über soziales Wandert«, lernet« t«eue Lieder und sehen dann dem Mittagessen so eifrig zu, daß unsere BerPfle- gungSgrttppe alle Hande voll zu tun hat. Nachmittags demonstrieren wir gemeinsam mit den Jungfront- und SJ-Genossen für unsere Kampfziele; mit geballter Fa««st gedenken wir der Opfer deS FasciSmuS. Kein Falke wird dieses KampfbekenntniS je vergesset«! An« Spätnachmittag ist die Torsbevölkerung ttnser Gast im Lager. Wir spielen Zirkus, treiben allen möglichen Schabemack und halten dann Lager- p a r l a tt« e tt t. Schonungslos decken wir alle Mängel auf, damit wir au« ihnen für daS nächste Lager lernen können; nach eifriger Diskussion beschließet« wir da« weitere Programm. In einem kleine«« Saale mit wackliger Bühne versammeln sich abettds die Teilnehmer 'am Jugendtreffen und die Genossen aus Brotzen. Den ersten Teil de« Feiernprogramms bestreiten die Falken. Unsere Lieder können sich zwar mit den Leistungen eines geschulten Ge ber Forellen an und erveichen ein Gewicht bis zu 2 0 Kilogramm, sind das öfteren bi» 1.5 Meter lang. Die Fische sind vor Fang geschützt. Au» de»« Rachover Bezirke wird nun be- kanntgegeben, daß diese Fische von einer unbekannte»Epidemie befallen wurden; im Verlaufe dieser Krankheft verfallen sie in Krämpfe ui«d erblinden dann gewöhnlich. Bisher wurde dies besonder« in der Theiß bei Rachovo festgestellt. Um die Ursache dieser Epe- demie sestzustelle«« und um chr tvirksam entgegentreten zu können, hat nnnntehr die Gendar- m e r i e Dkaßnahmen ergriffen, damit die verendeten Fisckfe sofort an da» Hydrobiologische Jn- ftitut nach Lipatawsky Hrädek in der Slowakei gesandt werden, wo sie unterstrcht Iverden. Da« Landesgendarnieriekommando in ULhorod hat unlängst umfassende Bestimmungen für die Gen- darmerie erlassen, wie nicht nur allen Arten von Fischwilderei, sondern auch der Verunreinigung von Gewässern durch Fabriken, dnrch Hanf- tväscherei, sowie dem Fischfang mittels Dynamit cnlgegenzulreten sei. Im Rausch ertrunken. Freitag abeitdS kam zun« MieSsluß in Pilsen der angeheiterte 32jäh» rige Arbeiter Wenzel Rach aus Pilsen u««d entriß dem Arbeiter Wenzel Zabransk- aus Pilsen, der dort Fische fing, die Angelrute und warf sie in den Fluß. Sodann Vertrieb er Zabransk? und stieg selbst h« den Fluß, mn die fortschimmende Angelrute zu holen, sand jedoch in den Fluten den Tod. Bon der Aussig» Handelsakademie. Die Ein- jch»eft>uttgen in die vierklasiige Handelsakademie und in die zweiklasjigen Handelsschulen für Knaben und Mädchen ersolgen vom 28. bi» 80. Juni. Tie Aus- nahinsprüsungen finden am 80. Juni um halb 9 Uhr für die Handelsakademie und um halb 10 Uhr für die Handelsschulen statt. Einschreibungen in den Abiturientenkurs haben bi» 2. September unter Vorlage des Reifezeugnisses zu erfolgen. Auch schriftliche Anmeldungen sind zulässig. Prospekte und AnSkünste durch die Direktion der Anstalt. Vom Rundfunk Empfehlenswertes auö den Programmen. Montag. Prag: 6.15? Gyntnastik. 11.00: Schallplatten. 18.22: Deutsche Sendung: Markstein: Liebesbriefe berühmter Männer. 10.00: Europäisches Konzert au» Hilversum.— Brünn: 17.10: Schallplatte». 18.25: Deutsche Seit billig: Französisch. 21.00: Ter häßliche Clown, Hörspiel.— Frauen-, Jugend-, Klndersunk: Königswusterhausen 15.00: Für die Frau; Berlin 15.20: Der ärztliche Rat; Langenberg 15.50: Jugendfunk. 18.20: E l- lern stunde.— Hörspiele: Berlin 21.00: Tessner: Johannes Brahms.— Konzerte: BreSlaik 20.00: Werke von I-ohtun St-rauß; Königs» Wusterhausen 20.00: Heitere« aus Mozarts Opern; Berlin 20.10: Zitherkonzert; Mühl- hausen 21.00: Beethoven Sinfonie Nr. 5. Dienstag. Prag: 6.15: Gymnastik. 10.10: Deutscher Schulfunk. 12.10: Schallpl. 18.25: Deutsche Sendung: Sellen gehörte Lieder deutscher Romantik. 19.10: Melichar: Wie sich der Tourist in der Natur orientiert. 20.10: Russische Kompositionen. 22.25: Populäre Tanzlieder.— Briinn: 18.25: Deutsche Sendung: Rakel: LcibeSübungen im Mittelalter. 20.20: Herz und Hut, böhmische Humoreske.— Technik: Wien 16.10: B a st e 1 stu nde. — Frauen-, Jugend-, Kinderfunk: Langcirbcrg 15.00: K i n d e r st u n d c; Wien 15.80: I u g e n d st u n d e; Königswusterhausen 17.00: Für die Frau.— Konzerte: Brüssel 20.00: Orchesterkonzert; Köiiigswusterhausen 20.25: BlaSorchesterkon- z e r I; Mühlhausen 20.25: Ope rnm-u si k. sangvereins nicht messen, aber die leuchtenden Aitgen der Falken, die Iugendfrische deS Vortrages entschädigen reichlich. Bei unseren Tanzspielen wackelt der ganze Raum: unsere Sprechchöre sind kurz und klar. Der stürmische Beifall macht nnS beinahe stolz. Tam« gehtS in die Zelte. In kurzer Zeit ruht alles— bis auf die Nachtwachen, oder besser: Nachtwächter, dem« sie lassen von unseren bestellten Räubern die Lagerfabne, die Kochgeschirre und die Milteilnngstafel forttragen, ohne etwas zu merken. TaS darf aber wirklich nicht mehr Vorkommen. Pfingstmontag brechen wir das Lager ab nnd marschieren über ChudolaS und Tnpadl nach Schelesen. Wer sah, wie unsere schwer bepackten InngenS und Mädeln trotz der Gluthitze mnster- aültige Marschordnnng hielten, wer ihre trotzige,« Kampflieder und den Gleichklang ihrer Schritte hörte, der konnte sich Wohl ejnen kleinen Begriff von der Willenskraft der Falken machen. Und wer dann die ganze, stmlbige Gesellschaft in» Tchwimmbad stürzen sah, der bekam auch eine Ahnung von der unbändigen Lebensfreude, die in unserer Gemeinschaft wirkt. Unsere Roten Falken haben die Kraftprobe bestanden; sie haben in der Gastfreundschaft der Brotzener Genossen ein prächtige« Beispiel wirklicher Solidarität ohne große Worte kennen gelernt. Sie werden fleißig sparen, um recht bald wieder ihre Genossen im Landgebiet aufsnchen zu können. Parteigenosse, Parteigenossin! Ist dein Kind scho>« bei den Roten Falken? Hast dn in deine«n Bekanntenkreis schon für die Kinderfreunde und die Roten Falken geworben? rh. Wr. 180 Sonntag, 11. Juni 1088 Stu« 5 S ine neue Seift, die Ivirklich AL. 1‘ Geridtfssaal und i'um und von Ar- Betrachten Sie ihr äu Geres Kleid, prüfen Sie ihren Duft, fühlen Sie ihren üppigen, weichen Schaum. Und lassen Sie sich von der Wissenschaft sagen: extra mild, ideal für den Teint, weil kosmetisch wirksam. Sol- weniger geistesgegenwärtig benommen rb. einem Ulasse ’vljjen Eine lebenden Sie Neben Rachbarn. Empfindliches Schamgefühl. 10. Juni. Im Dörfchen L o l n> c e bet leben die Nachbarfamilien fl t> 8 t und Es ist aus- nicht ie mug alle Backpfeifen ctnjteckc», die er in dec dann rektionShaus(entspricht dem deutschen »Zuchthaus" oder unserem„schweren Ker- ter") bis zu drei Jahren bedroht, die Heiser bis ru s e ch s Jahren. Nur eine u n- mittelbare Bedrohung des mütterlichen Lebens wttrde al«„R o t stand" für st r a f l o S anerkannt. Andere Strafausschließungsgründe gab er nicht. 8ln Nato rast in eine Abtellnng Soldaten. Weil der Chauffeur poussiert. Prag, 10. Juni. Infolge einer gewissenlosen Fahrlässigkeit dcS Chauffeurs Theodor Lipoid- kam e« am 28. Dezentster v. I. in Gbell zu einem schweren Unfall. Ter Angeklagte fuhr mit seinem Auto mit großer Geschwindigkeit in der Mitte der Reichcndergrr Reichsstraße, wobei er nur mit einer Hand lenkte, während er mit dem andern Arnt ein neben ihm sitzendes Mädchen umfaßt hielt. Er behauptet übrigen-, diese Mitfahrerin nicht zu kennen und sie auf ihre Bitte hin au« Gefälligkeit mitgenommen zu haben. Er mittderte die Geschwindigkeit seine« Wagen« auch nicht, als er einer Abteilung Soldaten ansichtig wurde, die eben in Marschkolonne in daS Tor der Fliegerkaserne einschwenkte TaS Auto raste in voller Fahrt in die Reiben der Soldaten und durchbrach die Kolonne vollständig, wobei d r r t Soldaten schwer und sieben weitere leichter verletzt wurden. Bor dem Senat des LGR. Sikora der fahrlässigen.Körperverletzung angeklagt, bestri'. t Lipoid jede Schuld und verteidigte sich damit, daß sich durch einen unglücklichen Zufall die Decke, die er über den Knien trug, am Griff des Schalthebel- verwickelt habe, wodurch das Unglück herbeigeführt worben sei. Auch stellte er in Abrede, nur mit einer Hand gelenkt zu haben. Da aber die Augenzeugen ihn stark belasteten, wurde er für schuldig besunden und zu drei Monaten st re n gen Arreste- verurteilt. Die Strafe ist unbedingt. Die Anklage belont, daß da- Unglück hätte viel ärger au-fallen können, wenn die daten sich hätten. Prag, Pkrbram M u d r o ch in ewigem Zank und Streit, eine richtige, eingefleischte, bereit« Iradionell gcwor bene Bauernfeindschast, die vor keiner Schikane de« Gegner« zurückschreckt. Fahrt der eine der elndlichen Nachbarn versehentlich über die Feldecke de« andern— schon hat er eine B e s i tz st ö r u n g klage auf dent Hals; schwemmt ein Regenguß die Jauche de- einen aus den Nachbarhof— schon läuft der freundliche Anrainer zum Gericht usw. ufm. Dor einiger Zeit haben die M u d r o ch den alten Ktii wegen Bergehen« der Erregung öffentlichen AergernisjeS auf die Anklagebank gebracht. Der alte Mann wurde beschuldigt, die junge Frau de- NochbarsohneS durch unzüchtige Gebärden und Worte in ihrem Schamge- fühl verletzt zu haben. Trotz eifrigem Bemühen der Hauptzeugen stand da« Gericht der"Sache skeptisch gegenüber und sprach damals den Angeklagten frei. Ueberdie- war die Zeugenschast der sittlich Gekränkten so eigenartig getvesen, daß man sie wegen dringenden Verdachte- der falschen Z e«• genau-sage verfolgte und auch schließlich anklagte. Darüber war natürlich bei den Kries große Freude und man beschloß, noch ein Uebriges zu tun. Und zwar beschuldigte diesmal nach dem Grundsatz„Äug' um Attg'. Zahn nm Zahn" der vormals angeklagte alte Kkik die vormalige Bela- stung-zeugin seinerseits auch noch de« gleichen Deliktes, nämlich der Erregung öffentlichen Aerger- nifses, um die Verderbtheit der Nachbarfamilie in« rechte L>cht zu setzen, Er behauptete nämlich, daß die Frau Anna Mudroch eines Tage-, al- sie mit einem Korb Grün futter auf dem Rücken von der Wies« heimging und ihn begegnete, zum Zeichen ihrer Verachtung sich umgedreht und ihm zweimal die entblößte Hinterfront gezeigt habe, wodurch er in seinem Schamgefühl aufs tiefste verletzt worden sei. So kam es, daß die Anna Mudroch vor dem Senat des OGR. Hraba nebst der Anklage wegen falscher Zeugenaussage sich auch noch wegen der angeblich verursachten Aergernisses zu verantworten hatte. Nach einer an erheiternden und drastischen Montenten reichen Verhandlung fällte da« Gericht auch in diesem Fall einen Freispruch. In der Urteilsbegründung heißt es daß hinsichtlich der angeblich falschen Zeu- genausiage eine Schuld nicht eindeutig nachzuwei- sen sei. Was aber das„A e r g e r n i S" betreffe, so habe das Gericht erwogen, daß die Beschuldigte einen schweren Korb auf dem Rücken getragen habe, so daß die ihr zur Last gelegte schamlol« Gebärde, auch wenn sie beabsichtigt gewesen sei,' wohl nicht in einer solchen Art habe glücken können, daß dadurch der eingeklagte Tatbestand erfüllt sei. Ein alter Bekannter hatte jüngst den Einfall, mir vorzuhalten, tch bemühe mich nicht, Hitler und dem Hitlerismua auch irgendwelche Lichtseiten ab- zugewinne». und eine solche habe doch jede« Ding— für den wirklich Unpolitischen? Gewisse Lichtseiten de« deutschen Menschen erwidere ich, haben mich ihn vierzig Jahre lang schätzen uno lieben lassen— vierzig Jahre lang, in denen ich ihn in jedem Zipfel des Reichs kennen gelernt habe Nun ist er in den Sumpf hinein- gerutscht. WaS:st allein aus der deutschen Justitia geworden, seitdem sie sich Hitler zum Beschützer — man nennt die Sorte draußen„Luden"- gesucht hat? Ta- Frauenzimmer darf sa mucken!"*.*** ihr täglich verabreicht, und wenn sie mal Ludenkneipe einem K e r r l ihr Leid klagt, lacht der bloß und agt:„Tu blödes Mensch, du lebst reene im Wölkenkuckucksheim, woS noch, denkste, een„jöttliches objektive- Recht" siebt? In unserem Kreise valangt Hitler, unsa Fiehrer, daß wir parteiisch sind bi» zum Äther st en- vastehste? Un wenn i ck dir da- fache, denn kannstes mir ooch jlooben, denn in u n s a r e n Reiche hier, in die Bude bin ick I u st i z m i n i st e r!" Sie glauben, alter Freund, der Deutsche sei mtr ein Greuel, weil er Nationalsozialist ist? Nein— der Nationalsozialist ist mir ein Greuel, obwohl er ein Deutscher ist! Ich hasse den Nationalsozialisten, weil er mir den Deutschen geraubt hat. an den ich vierzig Jahre geglaubt habe! Ich habe 1014 den deutschen Arbeiter ins Feld ziehen sehen, Abschied nehmen sehen von Frau und Kind und den Lockpfiffen seines Herrn folgen: „Ich kenne keine Parteien ntehr, nur Deutsche!", „Immer feste drufs!",„Nu wolln wir sie mal brechen!", und sehe heute dieselben Menschen, die mit der eisernen Ration im Tornister und Bianco-Wechsel auf'« Eiserne Kreuz erster in der Tasche in'S Feld gezogen sind, von der Bluthundmeute verfolgt, gefoltert, gemordet! Horde von Feiglingen, mit einetn„f Buddha" an der Spitze, der nur zu allen Schänd- taten seiner Priester mit dem Kopse zu nicken hat— bei den Tibetanern ist'» ein K i»d, im Reich ein Greis— regiert den Sumpf de-„Dritten Reichs" Nehmen Sie sich die Mühe, durchblättern Sie in irgendeiner Zeitung deren jüngste Sam- melbände! Jeder einzeln««in gedruckte» Pantheon der Feigheit! Von der Ermordung Liebknecht« und Rosa Luxemburgs über die Erzber- gers uns RathenauS, über di« Fememorde bis zu den Hitlermorden von gestern, heute und morgen: Feige, hinterlistig« Mord e! Lesen Sie die Polizeibericht«:„Täter geflüchtet",„Täter unbekannt",„Täter verschwunden, ehe Polizei zur Stell«" usw. Und nie allein! Immer bandenweise! Aus dem Hinterhalt, durch Fenster und Türen, im Schlaf gemordet; durch falsche Angaben aus dem HauS gelockt— ein« Pyramide von Feigheit, auf deren Spitze Hitler steht, und versichert:„Für alles, was für meine Bewegung geschieht, übernehme ich die Verantwortung!" In diesen ganzen Jahren des Terrors auch nicht Einer, der nach dem'Mord auf der Straße stehen geblieben wäre und gesagt hätte: ,Za, ich habe soeben diesen Marxisten hier getötet, Werl er, meiner Ueberzeugung nach, ein Schädling de« Volke» ist!" Die scige» Köter sind nach jeder ihrer Heldentaten auSgerissen, haben sich versteckt, vor dem Richter verkrochen, über die Grenze sich schmuggeln lasten, mit sal- scheu Pässen, und in ihre Hundehütte sind sie erst zurückpekchrt, nachdem ihnen die Amnestie einen Knochen und Hitler eine Wurst hingehalten hat— so konnte schließlich der Fememörder H c i- nes Polizeipräsident von BreSlau werden Steigt Ihnen da nicht auch der Eckel zum Halse hoch? Und ganz so feige würden auch unsere sudetendeutschen Köter handeln, wenn sie nicht der tschechische Maulkorb am Beißen hindern würde! So können sic— vorläufig— nur heulen' Jämmerlich heule»! In geheimen Konventike!« aber, in den Kneipbuden der Hochschüler, an den Stammtischen der Nazibürger— da wird, in gedämpftem Ton über das Ziel geflüstert:„Da» sudeiendeutschc Gebiet zu Groß-Deutschland! Hitler wird die Sache schon deichseln! Fehlen bloß noch paar Tanks Bomben-F'.ugzeugc— dann kommt die Sache Klappen! Prost! Ex!" Kein einziger von diesen jungen, kraft- mutsirotzendeii arischen Jünglingen, die alle MueiuS Seävola, von Eurtiu», von itold Winkelried gelesen haben, ist aufgestanden und hat den Richtern zugerufen:„Ich bekeaire, kein Slave sein zu wollen, weil ich Deutscher bin: ich bekenne, nur Deutschland als Vaterland anzuer- kenv.cn; ich wünsche und hoffe, daß Hit'cr, unser Führer, Sudetendeutschland befreit! Und wenn ein Seävola sein« Hand opfern konnte, in dem er sie im Alutbecken verkohlen ließ, so opfere I ch für mein« Ueberzeugung. meinen Kopf! Nehmt chn!" Der mutige Römer durfte ungehindert nach Rom zurückkehren, und vstser tschechische Richter hätte vor dem Mut der Ueberzeugung vielleicht sein Barett gclüst't! Aber unseren sudetendeutschen Helden ist Held Siegfried da» Barbild, der dl« meisten seiner Heldentaten, im Ringkampf, Steluwuri. Speeriver- sen und— im Beschlafen B r u n h i l d c n s, mit der Tarnkappe auf»em Kops vollbracht hat! Hier Feigheit im Kleinen, dort im Reich Feigheit im Großen. Ohne mit der Wimper zu.zucken, gibt der„Führer" alle di« Theorien, Drohungen, großmäuligen Tiraden, mit deneu er den„Erbfeind" in seinem Buch„Mein Kampzerschmettern wollt«, in seiner ReichStagSredr preis! Ich eugenischen und soz'alen Judikation. DaS neu« Gesetz sieht im novellierten 8 165 für die Schwangere, die ihre Frucht ablrei. he» läßt, im allgemeinett Gefängnisstrafen vor(also die leichtere Strafart). Aber int zweiten Absatz des 8 166 werden folgende Fälle ausdrücklich st r a f l o s erklärt: 1. wen» ein Arzt durch den Eingriff eine Lebensgefahr oder Gesundheitszerrüttung von den Schwangeren abwendet; 2. wenn ein Arzt mit Willen der Schwangeren in den ersten drei Mo- unten ans einem der folgenden drei Gründe sich zu dem Eingriff entschließt: a) um die Geburt eines Kindes mit schweren körperlichen oder geistigen Gebrechen zu verhindern; b) eines Kindes das unter gewissen außerordentlichen Umständett empfangen wurde(Not- zncht, Blutschande usw.) und endlich; c) eine» Kinde», dellen Geburt die Schwangere oder ihre Familie in schwere wirtschaftliche Rot versetze« würde. Das Gesetz erkennt also die m e d i z i n i s ch e, eugenische und insbesondere die soziale Indikation weitgehend an. Zugleich ist ledig- lich ein A r z t als Helfer und nttr bei Zuziehung eines solchen Straffreiheit anerkannt— ein wir- kungSvoller Hieb gegen das mörderische Abtreibungsgewerbe der P f u s ch e r und Pfuscherinnen. Auch die Beschränkung auf die ersten drei Schwan- gerschaftsmonaie wirkt gegen den Mißbrauch der Erleichterungen. Dagegen werden Eingriffe gegen den Willen der Schwangeren mit schweren Strafen bedroht(§ 466, Aos. 1:«... nicht unter drei Jahre Korrektionshaus"). Bemerkenswert ist, daß ein RegierungSent- wurf aus dem Jahre 1980 vom Parlament als zu wenig durchgreifend zurückgewiesen und nach mehrfachen Abänderungen ettdlich im Dezentber 1932 die vorstehenden NovellierunaSbestintmun- gen mit den Stimmen, der fortschrittlichen Parteien im Abstimmung-Verhältnis 50:36 zum Gesetz erhoben wurden. vr. Bg. Ter Berg kreiste, und gebar«in« Maus;«in.« ängst- lick)«, kleine Mau»! Da die teutsche'Kraj: gegen den Erbfeind nicht anSIangt, muß sie sich an wehrlosen Marxisten und Juden auStovcn— im Innern; fürs Ausland— also auch für den„Erb- eind"— will Hitler ja weiter nicht» al- den „Frieden aus Erden" und er selbst„ein Wohlgefallen den Menschen sein! Tann setzt er sich, mit sich selbst höchst zufrieden. an seinen schönen Reichskanzlertisch und dekretiert:„Jede deutsche Bücherei hat mindestens 10 Exemplar« meine» Buche«„M ein Kampf" ein- zustellen Wo bleiben da, lieber Freund, die„Lichtriten"?.... UnuS. ELIDAfiES SEIFE —b Der Rückgang der Auswanderung au» der Tschechoslowakei erreichte in den letzten Jahren (aus individuelle Pässe) ihren Höhepunkt im Jahre 1929. in dem 28.319 Personen in» Ausland ab gingen. Sester trat ober ein rapider Rück gang ein, insbesondere im Jahre 1931, in dent nurmehr 9.857 und voriges Ja in sogar nurmehr 5.360 Personen auswanderte». Die meisten Aus wanderer ginge» int Jahre 1932»all; Frank reich ab(1.393 Personen), obwohl sich auch da ein Rückgang aui ein Zehntel des im Jahre 1930 verzeichneten Auswandererstandeü zeigt. Ant wenigsten ist ttnsere Auswanderung in die U. d. SSR. zurückgegangett(1.258 Personen), wa- immer noch mehr al» die.Hälft« der entsprechen den AuSwandererzahl de» Vorjahre- darstellt. Die AuSwanderuttg in di« sonstigen europäiiche» Staaten zeigt bet uns nur ganz geringe Zahlen (so nach Deutschland 362, Belgien 201 Personen usw.). Während nach Europa vorige» Jahr 3.772 Personen auSgewandert sind, sinkt di« Zahl der Ue b e r se ea uSwa nd e re r auf 1.071, d. i. etwas mehr als ein Zehn:el der entsprechen den im Jahre 1929; die UeberseeauStvattderung ist also noch rapider gesunken, al» die kontinentale. Die meistett UeberseeauStvanderer gingen noch U. S. A. ab(415), seiner nach Kanada(411) und Argentinien(822). Sehr stark zurückgegangen ist auch unsere Saisonauswanderung(nn Jahre 1932 13.638 Personen), u. zw. insbesondere noch Deutschland, wohin gegenüber 2.367 Per sonen im Jahr« 1931 im Jahr« 1932 nur 167 Personen aus Arbeit abgegangen sind. In dtesent allgemeinen Rückgang. der Auswanderung über haupt und der Saisonauswanderung machen sich einerseits die kritische Lage auf dem Ar- beitSmarkt, andererseits auch die gesetz lichen Beschränkungen geltend, durch dte sich die Staaten, in die sich bisher unser« Aus wanderung richtete, gegen diesen Zustrom wehren. Sehr interessant ist auch die Feststellung, daß die Zahl der im vorigen Jahr aus der S l o w a k e i abgegangenen Auswanderer zum erstenmal für alle von uitserer AuSwondeningSstatistik verzeich- iwfen Jahre kleiner istals die A u S w a n- derung aus Böhmen und Mähren- Schlesien(2.366 Personen au» der Slowake, gegenüber 2.810 Personen aus den westlichen Län dern). Das ist vielleicht daditrch zu erklären, daß die qualifizierte Jndustriearbetter- s ch a f t, die in di« U. d. S S R. abgeht, bauptsäch- lich aus diesen Ländern stamm:, wahrens aus der Slowakei in die U. d. SSR. nur 44 Personen abgegangen sind. Eine unabhängig« deutsch« Zeitung. Wie wir vernehmen, wird demnächst unter„Deutsche Freiheit" in Saarbrücken eine neue Tageszeitung als einziges unabhängiges deutsches Blatt er scheinen. Mit der Chefredaktion ist Max Braun betraut. Marsch auf di« Ford-Betrieb«. Die auS Detroit berichtet wird, marschieren von dort 25.000 Automob'larbeiter zum Fordbetrieb von Dearbon. Dearbon ist zu einem betvaffneten Lager geworden. Die Polizei hält Wach« und daS Militär hält die Marschteilnehmer in Edge Dearbon auf, wo sie lagern, bis ihnen der Ein- marsch gestattet wird. Die Forderungen der Arbeiter sind: Arbeit, Unterstützung, Betriebs- ausschüsse und Gleichberechtigung der Neger. iiiinniiiiniiiiin Ww AM DM MlMWlWW In MM volle Anerkennuug der medizinischen. In allen Kulturstaaten sind Bestrebungen am Werke, die darauf ansgehen, die derzeit noch fast überall geltenden st rasgesetzlichen Be- stimmungen über die willkürliche Sch wangerschaslSunterbrechung (Fruchtabtreibung) einer vernünftigen und zeit gemäßen Reform zu unterziehen, wie sie vont menschlichen und sozialen Standpunkt eine« mo dernen Menschen dringend geboten erscheint. Trotz erbittertem Widerstand der Reaktion aller Schat tierungen ist zu hoffen, daß in den demokratischen Kulturländern sich diese Reformtendenzen durch setzen werden. Jedenfalls ist bezeichnend, daß Hitlerdeulschland als Gegenpol demokra- iischer Kultur und Repräsentant mittelalterlicher Barbarei nichts Eil'geres zu tun hatte, als gleich in den ersten Wochen der braunen Herrschaft einen Entwurf auszuarbeiten, der eine schwere Verschärfung und Verschlechterung des heutigen, gewiß unerfreulichen utid verderb lichen Zustandes bedeutet. DaS kann ebensowenig wundernehmen, wie b e i u n s die wütende Kam pagne der Reaktion gegen den Reformentwurf unseres Justizministeriums. Man kann heute von einer internatio nalen Front des sozialen Fortschritte- und der Menschlichkeit gegen die kulturelle und soziale Re aktion sprechen, die ihre Positionen überall grim- . mig zu halten sucht. Als e r st e r der europäischen Staaten hät die Republik Litauen durch Gesetz vom 13. Dezember 1932 eine grundlegende Reform der aus der zaristischen Zeit bis dahin noch gel tenden Bestimmungen des russischen Strafgesetzes . durchgesührt Nach letzterem wurde di« Schwan gere, die sich dem Eingriff unterwarf, mit Kor- Stile 6 Soimiag, 11. Juni 11)88 Sir. 186 PRAGER ZEITUNG. kin„Merari Her" Kanalräumer. Erst im 5. Zahrgang, aber dennoch schon einigermaßen bekannt und als unfreiwilliges Witzblatt entsprechend geschätzt, stehl die„H ohc Wart e", ein Prager deutsches Monaisblatt, doS in der gesamten Zcitschrifteiiwelt nicht seinesgleichen haben dürste. Ter Eigentümer, Herausgeber und verantwortliche Redakteur, Herr Max Glaser, verfaßt seine Notizchen und Lozzelachs in einer Mischung von Stupidität, Klugfcheißerci, ordinärstem»nd seichtestem Halbjargonwitz, denen jede kritische Feder ohnmächtig ge^enübersteht nnd mit denen sich nicht zu be schäftigen eigentlich die einzige Möglichkeit bietet, sie weiter dem Gespött, der Verachtung nnd dem Mitleid derer zu überlassen, die das Blatt nur lesen, um über ein Unkulturkuriosum lache» zu können. Und nur um diesem Herrn Glaser zu zeigen, daß jemand da ist, der ihn wenigsten» von Zeit zu Zeit in Kenntnis der Talsacl>e setzt, daß man hinter seinem Rücken allgemein die Köpfe wie über eine Abnormalität schüttelt, ist hier wieder einmal nach langer Zeit der„Hohen Warze" Erwähnung getan. Und damit jene, die bisher von den Ausstrahlungen dieser literarischen Mißgeburt verschont blieben, ungefähr wissen mögen, auf welchem Niveau, in welchem Ton dieser erbärmlichste Schmarrn geschrieben ist, hier einige Proben: Prager Sensationsnachrichten. Wissen Sie schon, daß der in Aussicht genommene neue Prager Heldentenor, Herr Abimelech Tclcch, bei einer Kartenpartie im Casä„Wilson" die Hosen verloren hat und daher nicht auftreten konnte? daß Liedchen Radicschcn, dir bisher in der „Tonhalle" zu Pforzheim engagiert war, demnächst im Prager Theater zu hören sein wird? daß der Prager Theaterdirektor auf der Suche noch einem guten und aktuellen BolkSstück nicht auf„Mein Leopold" oder„Hasemanns Töchter", sondern ans die alle Schmierenkomödie„Genoveva, Schmerzenreich»nd das Rehlein" verfiel, in welcher Maria Andergast die Heilige, Dr. Eger den Schmer- zenreich und Herr Schmerzcureich den Rehbock mimen sollen? daß„der Rosenkavalier" nicht mehr aufgesührt wird, weil kein Ochs aufzutreiben ist, der den von Lerchen«» spielen kann? daß ein Prager Kritiker über eine von ihm sehr verehrte Künstlerin schrieb:„Ter Saal war feenhaft beleuchtet. Herren in Smoking und Uniformen, Damen in größter Toilette. Licht, Glan; und Schönheit ringsum. Tie Schönste unter den Schönen aber: die-begnadete Künstlerin. Wie ein Komet stieg sie zum Podium empor. Der Schweif ihrer Berehrer war endlos?" Natürlich hat der Glaser diese letztere „Anekdote" sich aus den Fingern gesogen— oder kann er angeben, welcher Prager Kritiker diese Sätze schrieb, wo und wann? Man erzählt uns, daß Herr Glaser von dem Ertrag der Inserate, die er neben diese Schweinereien plaziert, sehr auskömmlich leben kann. Da wird es ihm wohl nichts ausmachen, wenn wir ihm sagen, daß man sich immer wieder ein paar Minuten lang seines Berufs als Journalist schämt, sooft die Lektüre der„Hohen Warle" einem zeigt, in welche Kanaltiefen das Recht, eine Zeitschrift herausgeben und schreiben zu dürfen, in der bürgerlichen Welt führen kann. Auch ein Kritiker... Eill in Prag erscheinende»„AllHemci- neö Fremdcnblat t", daS allgemein ziemlich unbekannt ,'ein dürfte, obzwar eS bereits feinen 8. Jahrgang verzeichnet, und das geschäftstüchtig seine Artikel in den verschiedensten Sprachen bringt, ohne daß die Schreiber auch nur eine einzige wirklich anständig beherrschten, hat den sonderbaren Ehrgeiz, auch t h e a t e r k r i- lisch aufzutreien. Wenn es aber nun noch hingehen mag, daß solch ein der Reklame dienendes Blatt lettische Schwefelbäder und Oesterreich- Gaue in einem miserablen Deutsch empfiehlt, so fordert es doch zum Widerspruch heraus, daß der Chefredakteur und— Theaterkritiker dieser Zeitung sich anmaßt, über Literatur schreiben zu dürfen, wahrend er selbst ein Deutsch verzapft, dessen sich jeder talentierte ilnlerghm- nasiaft schämen würde. Dafür ein Beispiel. lieber 10 Leistungen«!. Bade kur. wie volle Pension. Bäder. Arzt, Kurtaxe und alle Abgaben enthalten die individuellen Pau- sclialkurcn. Spezialprospekte(Rheuma, Gicht. Ischias): Badedirektion PISTYAN Ferdinand Bruckners„Marquise von O..." läßt der„Kritiker" sich also vernehmen: daS Recht des Weibes a u s Erden auf das Kind, ohne Rücksicht aus Mann, Geliebten und Baler. Der Manu als B a t e r kommt hier sehr stief- mütterlich weg, er also der Mann? teilt ihm die Rolle der Drohne im Bienenstatte zu. Also der Autor! Er zeugt zu seiner Lust und sich keiner Bcrant- wortuiig, keines Vatergefühls bewußt. Immer noch der Autor? Oder doch schyn wieder der„Mann als Pater"? Der andere Autor, itämlich der Autor der zitierten Kritik, scheint s i ch keines Sprachgefühls bewußt zu sein, auch nicht in den folgenden Sätzen: Im Zeitalter des Feminismus kann einen solch eine Geringschätzung von Bäterlichkeit nicht überraschen. I n manchen Szenen hat der Zuschauer das Gefühl, ob man— hier fehlt vor allem da- „als", Herr Ob-manni— Bruckners Heldin der „unbesleckteii EmpsäugniS" nicht doch aus einer psychiatrischen Klinik' beobachten lassen sollte. Gespielt wurde herrlich: Herr KtSpanek weiß vom TM na, waü weiß der denn vom Trieb? beherrschte 100% animalische Männer grandios auf die Bühne zu stellen. Gegen solch absolut unbeherrschte, hundert- Prozcntkg danebenhauende Sprache wehrt sich selbst der Druckfehlerteufel, der diesen blutigen Dilettanten der deutschen Sprache in einer anderen Rezensio» folgendes schreiben läßt: Maria Müller... entfaltet als Mime wieder alle ihre Mittel des Ausdrucks, der Stimme und der Empfindung. Es handelte sich um eine Aufführung der „Bohöme", die unter den Händen des Isaak zum Siegfried und deren Mimi also zum Mime wurde. Alle Deutschen in Prag XkX ladet der Bubentsch-Dejtoitzer Elternausschuß ein, Mittwoch, den 14. d. M., um acht Uhr sich zu einer Elternversammlung im Cafo„Bajkal" einzufinden, wo ihnen berichtet werden wird, was hisher in Angelegenheit der Errichtung einer deutschen Schule in diesem Stadtteile unternommen worden ist uild wo Beschlijsie über das weitere Borgehen gefaßt werden sollen.. Die Ausstellung der Werke de» jugoslawischen Bildhauers Iwan Mkotrovit im Lustschloß Belvedere in Prag wurde bis setzt von etwa 20.000 P e r- sonen besuch: und die Beranstalter erhalten täglich neue Anme.'duugen von Massenbesuchen seitens der Schulen, Vereine und Organisationen aus allen Teilen der Republik. Ein falscher Briefträger. In letzter Zeit besucht ein unbekannter Mann in der llnisorm eines Briefträgers die Inhaber von Einlagsbüchern der Postsparkasse und verlangt in herausfordernder Weise die-Herausgabe ihres Einlagebuche« behufs Gutschrift der Zinsen. E« wurde seslgestelli, daß es sich um einen Betrüger handelt. Tie Postspar- kasie empsiehlt daher den Inhabern der Einlagebücher, sie mögen ihre Bücher n i e nt a n d e m ausfolgen, sondern die Zinsen beim nächsten Postomte oder bei den Schaltern der Postsparkasse gutschreiben lasten. Kunst and Wissen Hermann Horner, jahrelang als erster Bassist in Prag und sodann in Stuttgart geschätzt, jetzt dort abgescholtet, sang gestern mit Anstellungsabsichten den König Heinrich. Lobenswert die völlige Ausgeglichenheit dieser Stimme, die die gefürchteten Höhen dieser Partie mühelos nimmt, geschmackvoll der Vortrag, angenehm der weiche, vielleicht zu weiche Timbre und bewundernswert, wie der Sänger nach einem begreiflichen Sturz über tückische Praktikabel mit vollendeter Selbstbeherrschung das Gebet rein und edel intonierte. ES darf aber auch nicht verschwiegen werden, daß Herrn Horners Baß an Kraft und Volumen eingebüßt zu haben scheint und insbesondere neben den großen Stimmen Prohaskas und Hotters etwas bläßlich wirkte. Vielleicht wäre es rötlich, erst nach einem nochmaligen Auftreten des Künstler« die zweifellos überwiegenden stimmlichen und gesanglichen Qualitäten gegen die Einwände abwägen zu können, die, auch waS das Darstellerische anlangt, vielleicht zum guten Teile auf eine besondere Erregung HornerS an diesem„Lohengrin"-Abend> zurückzusührcn fein könnten. l. g. Eine Geschichte deS deutschen Theater» in Prag, versaßt von Richard Rosenheim und Dr. Emst R Y ch n o v i k y, erscheint int Herbst dieses Jahre». Da» über 200 Seiten starke illustrierte Werk behandelt, in Anschluß an das bekannte Buch von Teuber, die Gcsamtcnlwicklung des Theaters seit. seiner Gründung unter besonderer Berücksichtigung der interessanten Epoche von 1883 bi» 1033, von Angelo Neumann bis Paul Eger. Zwei Gastspielabende Elisabeth Rethbergs: Mittwoch al» Fidelio(Dirigent: Egon Pollak). Freitag als„Aida" Die AmneriS singt Karin B r a n, e l l.(D 2.) Felix Brestart— Adele Sandrock— Trude Berliner— Ellen Schwanneke— Ink. Falkenstein. Samstag itt dem Lustspiel„Hos« mannL Söhne". Preise von Ka 8 bis 45. Erstausführung:„Höchste Eisenbahn!" Revue von Friedrich Holländer, Regie: Mordo. Samstag in der Kleinen Bühne. I AAAAA A A AAA AAAAAA AA AAA AAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAZ Sanatorium Ziffer| Gräfenberg.| Ganzjährig geöffnet. twis Telephon 4. E Am beuten nnd billigsten kann man spelaen in der WEIN HALLE AUTAL PBfany Gute vorzügliche Weine. 2035 Menü Kt 7— Kennen Säe des Bühfnerwaldes% rauscheodci>•hwalJ. düsteren Beu- seen, sagenumwobenen Burgen?— Besuchen Sie' uns! Auskünfte: Deutscher Böhmorwaldbund. B.«Budwcis LI..« zorstraBc 9(l’reindcnverkehrsabtelluiig) 2032 Nerven, und.Stoffwechsel-Krankhelten. MäUigc Pati&chalknnsn ERHOLUNGSHEIM Möhr.”Altstadt Nordmühren Seeböbe 550 w unterhalb de» Spleglltaer Schneeberges. Das Erholungsheim Ist mit allen Anforderungen mode», ner Hygiene ausgestattet.— Elektro.. Hydro«. Licht« und Inhalations-Therapie— Diätkuren— Verpfleg»« kosten Kd 30.— tricl Bei Kassenmftglicderu guwdlrt die Zentral.Soztalversicherungs-Anstalr U« und 50pro«■ zentige Beiträge 6 Anmeldungen und AuakUnlte erteilt I die Bez.-KrankenversleherungBanstalt s Mähr.-Schön berg. 203? Aakurlriiste als Hellsalioren. Wer einmal nur in einem der weltbekannten westböhmischen Bäder geweilt hat, wird das Bild, das sich ihm hier auf der Kurpromenade bot, nie mehr aus der Erinnerung bringen. Alle Erdteile, alle Rassen und Länder sind hier vertreten, sieben Engländern und Amerikanern, sicht man Schwarze intb Mongolen, Inden aus Palästina Ivie man türkische Gäste einhcrwan- deln sehen kann. Biele, vielleicht die meisten von dicfen exotischen Bäderbesuchcrn sind gekommen, um das Angenehme mit dein Nützlichen zu verbinden, sie schlagen mit Hilfe ihres Geldes in recht erträglicher Weise die Zeit toi und lassen nebenbei ihre Gesundheit etwas befestigen. Demi noch bevor die Menschen, die an dein Ursprung der Heilquellen lebten, cs wußten, war eS in aller Welt bekannt, daß es in Böhmen Stätten gibt, die durch die wmwerbare Kraft der Natur, selbst die ältesten und harttiäckigsten Leiden zu heilen imstande sind. Es ist nur eine soziale Frage, wenn die Einwohner itnscres Landes nicht die beste GcsundheitSziffer aufweisen, die Natur hat eS zweifellos sehr gut mit ihnen gemeint, weitn sie an unzähligen Stellen— des Lande- Böhmen vor allem,— Quellen erstehen ließ, die den Totkranken gesund', den Greis zum Jüngling machen. Wer die phänomenale Heilkraft unserer Bäder kennt, wundert sich nicht, daß sich die Welt dcü Reichtums hier ein Rendezvous gibt. Aber cs sind heute nicht ntehr nur die Reichen, die wir in den westböh,nischen Bädern on- tresfen, die Zahl der schaffenden Menschen die ihre körperlichen Leiden in Bädern zu heilen versuchen, wird von Jahr zu Jahr großer. Bor dreißig Jahren noch ivurde der Angestellte oder Arbeiter, der sich in einem dieser Bäder einer Kur unterziehen konnte, bewundert itnb von vielen, die der Heilung ebenfalls bedurften, beneidet. Heute fällt der Angestellte und Arbeiter in den bedeutendsten Kurorten WestböhmcnS gar.nicht mehr auf. Der soziale Kampf hat ihm ein Anteil an der Heilkraft der Natur gebracht. Die Bäder sind nicht mehr daS heilige Privilegium der besitzenden Klasse, daS sic früher ivaren. Krankeiwersichcrungsanstalten und ihre Verbände, Organisationen aller Art machen eS oft auch deni Armen möglich seine zerstörte Ge- snndheit in einem dieser Bäder wieder herzustellen. Nrlanbsorqanisationen geben dem sozial Schwachen das Mittel, um durch verhältnismäßig billigen Aufenthalt in einem Kurort, Erkrankungen vorzubeugen. Die Natur wird langsam Gc- meingut der Menschen. Sie wird, wenn sie so gewaltig wirkt wie in den wcstböhmifchen Bä- der« zu einem großen Glück für die leidende Menschheit, RUIDMim __. iMKholkuren mod.milein«.ridifal Tlenenanl DtlLRÖtchl, Chefarzt Netenreundehaus Königshöhe tm bergeblrgc. Seeböbe 850 m Post Johannesberg bei Gablonz a. N. von der Autobushaltestelle Frledrlchswald (Brettsage) 30 Mln.- Oeffentllcbe Telepbonsprecbstelle (Nebenamt von Reicbenberg).— 50 Betten. tOO Matratzen« lager, v J. H.. Wannen- u. Brausebäder. Badetelcb. Zen• trallielsung. Dunkelkammer. Sanlttttsbtatlon. elektr. Licht Gute, preiswerte Verpflegung.— Billige Uebernaebtung. Idealer. Wintersportplatz.— Herrliche Sommerfrische. 2036 xegen Husten, Heiserkeit, Halsentzündungen und sichern Sie gegen langwierige Erkältungskrankheiten. Wochenspielpkan des Neuen Deutschen Theater». Sonntag hals 8:„Figaros Hochzeit", sDiri- gent Zemlinsky! D 1.— Montag 8:„Da stimmt was nicht", volkstümliche Vorstellung, A. A.— Dienstag halb 8:„Fabian, derElefan t"A.2. Mittwoch halb 8:„Fidelio", Gastspiel Reth- berg, Dirigent Egon Pollak, B. 1.— Donnerstag halt, 8:„Fabian, d«r Elefant", C 2.— Freitag halb 8:„A i d a", Gastspiel Re t h- berg—Brämzell, D. 2.— SamStag halb 8: „H o s e m a n n s Söhne", Ensemdlegastspie! B r e s j a r t, A. A. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag halb 8:„Fabian-, der Elefant".— Montag 8:„Fa t m c", Bankbeamten l.— Dienstag 8: „Ist Geraldine ein Engel?"— Mittwoch8: „Fabian, der Elefant"— Donnerstag 8: „Dreimal Offenbach", volkstümliche Vorstellung(Salon Pitzekberger, Verlobung bei der Laterne, Insel Tulipakan.— Freitag 8:„Fa b i a n, der Elefant",— Samstag halb. 8: Holländer- Revue:„Höchste Eisenbahn", Erstausführung. Aus der Partei Freie Bereinigung soz. Akademiker— SJ. H. Wochenprogramm: Sonntag, den 11. Juni: Gruppenwanderung. Treflpunkt 8 Uhr. Endstation der öer- Linie.’ *Di ontag. den 12., 10 Uhr: Ausschußsitzung. Mittwoch, wichtig« Mitgliederversammlung: Referat: Reinhold Weiders„Frei- williger Arbeitsdienst". Beginn 20 Uhr. n vor Helm des tlaslevbewublen■■ Meilers gehört-. Zevtralorgim. II Deutschen soitaldemokr. vrbetterpartet I „Sozialdemokrat"—1| Muffiger Hmtdelstttademie. Akademie: Aufnahmsprüfungen 30. Juns, 1. September,>59 Uhr früh. Zweiflastigr Handelsschule für Knaben. Zweiklassige Handelsschule für Mädchen. Aufnahmsprüfungen 80. Juni, 1. September, vormittags ülO Uhr. AbiturientenfurS für Maturanten: Anmeldungen bis 2. September. 2060 Weitere Auskünfte erteilt die Direktion. Varianten Sta la ladet Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN dar Firm» HEGNER A Cie.. PILSEN Selchwaren der Fa. ittQNtR a de« PILSEN SIND DIE ALLERBESTEN I WAByoWiffih ein Studentenkonvikt werden. »Wil MS« dMS* snh l|t heute dem moder. MA•eftMftSiMiui ta ba ünjrlgc M Mt Hss» gegeben. Ct> ■Itb aa meisten ta BW- wa Ser Ment. Arbeiter«ch arsett« Mr Ha, obiw Aa( et gute! ■sMagn pst.«ah— M j wetlgft-- otrfola M I» ..immer i Präfekten gesucht. Entsprech. Kennt- niste In Latein, Tschechisch oder Mathematik, Darstellende Geometrie nötig.— Rasche Bewerbungen mit Lebensbeschreibung, Zeugnisabschriften u. Lichtbild an die Verwaltung des Blattes unter„Präfekt". 2020 schönster Ausflugsort von MÄhriscb-ScböDbcra. Vorzügliche Speisen' und Oetrinkcl Ausschank Hannsdorfer Biere. Verein' Arbcitcrhelm. Erholet and stärket Eure Nerven! Großer Garten ml: Waxaerwandelbahn na:h PrlcUnlte und Kneipp. Hausquelle! Krlienprclse! Verlanget Prospektei.’OH He t's»«,« sh««.— tü d< t rät tötete» i< a k.- tlbeteeOatieec: tSIlbelm 711 e k«< t- 0etnttBpttlteet Retattanr Dr. CaU S11«■ k. Prag.- Druck:„Steter« A.«G fSt Set time- uap Nachdruck. Breg.— Für Ha Druck Hreatwentlch Otte üotit, .Aü»mortri.nuntotui miitot»on ott Poft- a.. telieupbrnoiientae alt Erlsft Nr 13.800/vn-lSSO bmiVfi.— BetupAdrOiuftuUft«» vr>^uftrlluno ms Hou» oder d« Berits durch dl» tuunaUlch lkck 18.—,«terteltürnch Ü UL-v tdaMds U4 M—. sdstltdria U WL—.— 3>|niii«Ma laut tait Mü* dttechurt,«ei einaa GrelHa-chlu».— Allckprlltut, h»»ldsi am M«slnidiu» der lüttiMMa