13. Jahrgang. Nr 139, Mozeltzrels 70 Heller, clkinschließlich 5 Heller Porto) Ul.".' X»V'.^_ mnüUXlVJiKiMM iiiiVUMBMEJMBBi Erscheint mtt Ausnahme des Montag«agNch früd Jt.Battlon u. ntrwaliung: veogll,otetaianta ta ♦ releotz.-10793. 3itO9. ttaatrttan.iabll Um), 33536*Do*14HSamls31344 Donnerstag, 15 Lunt 1933 Statt Diplomatie- rohe Gewalt. Wien. 14. Juni.(Eigenbericht.) Die veutfche Rcichsregiernng hat ats „Represialie" für Vie Beryaftnng ve» Rcichstagsabgeordneien Habicht, ve» sie als exterritorial ansieht, obzwar seine kürzliche Ernennung zum Presseattache der deutschen Gesandtschaft in Wien von der österreichische» Regierung nicht znr Kenntnis genommen wnrse, heute um 2 Uhr nachts den Presseattache der öster reichische» Gesandtschast in Berlin SektionSrat Dr. Wasserbttik, der seit zehn fahren bei der Reichsregierung akkreditiert ist, trotz aller Protest« an» seiner Berliner Wohnung durch die Geheimpolizei mit Gewalt herausholen lasse» und zur Polizei gebracht. Nach einer spöteren deutschen Meldung wurde der Presse attache für Revanche für die Verhaftung Habichts anSgewiesen; er soll umgehend a«S Deutschland abgeschoben werden. Mitten In der Nacht aus dem Bett heraus verhaftet... Hebet diesen einzig dastehenden Fall von Gc- ivaltanwendung gegen ein Mitglied des diplomatischen Korps meldet die amtliche Nachrichtenstelle folgendes: Heute nacht» kürz vor zwei Uhr erschien in der Wohnung de« österreichischen Presseattaches LektionSrat Dr. W a s s e r b ü d, der der österreichischen Gesandtschast in Berlin zugeteilt ist, ein Kommando der geheimen Staatspolizei mit dem Auftrage des preußischen Ministerpräsidenten G o e r i n g. SektionSrat Dr. Wasserbäck sofort zu verhaften. Dr. Wasserbäck ertlärte jedoch, daß er al« Angehöriger.d.cr österreichischen Gesandtschaft in Berlin exterritorial sei und daß die deutsche ReichSregiernng diese Exterritorialität bereit- seit mehr als zehn Jahren immer, wieher ganz natürlich anerkannt habe. Er-sei n i ch t in der Läge, die geheime Staatspolizei- sreiwillig in seine Wohnung einzulassen, und mülle sich vorerst-mit seinem Vorgesetzten in Berlin in Verbindung setzen. Dr. Wasserbäck erstattete sodann sofort dem österreichischen Gesandten in Berlin T a u s ch i tz sowie dem Vorstände des BundeSpressediensle« in Wien, Gesandten Ludwig und auch dem Bundeskanzler Dr. Dollfuß telephonisch--Bericht und erhielt sodann vom.Bundeskanzler telephonisch persönlich den Auftrag, seine Wohnung nicht AuS der Umgebung des.Bundeskanzlers Dr. Dollfuß, der gegenwärtig in London zur WellwirtfchaftSkonferenz weilt, wird hiez» weiters mitgeteilt: Bundeskanzler Dr. Dollfuß rief noch in der Nacht den Rcichsaußenminister Baron von Neurath in seinem Londoner Hotel an, teilte ihm den Vorfall mit und ersuchte um Abstellung. Von Neurath erklärte, daß er von Berlin keine Nachrichten habe und daß es sich vermutlich um eine Gegenmaßnahme gegen die Verhaftung des reichsdeutschen Abgeordneten Habicht handle; er weroe sich sofort über diese Angelegenheit mit Berlin in Verbindung setzen. Inzwischen wurde uin 8 Uhr 50 die Verbiir- duitg mit der Wohtmng Dr. WasserbäckS in Berlin wiederhergestellt. Dr. Wasserbäck schilderte der Londoner Gesandtschast seine Lage und teilte mit, daß eben die Organe der Staatspolizei a n s e i n e W o h n u n g s t ü r pochen und Einlaß begehren. Eine Fran, offenbar die Haushälterin, begab fick sodann, als die Stimme Wasserbacks am Televho» verstummte, zum Apparat und schildert jetzt folgenden Hergang:- Dr. Wasserbäck öffnet die Tür seiner Wohnung und läßt die Organe der StaatS- ' Polizei ein. Diese erklären:„W irhabenden Auftrag, Sie festzunehmen." Doktor Wasserbäck: Haben Sie von Ihren vorgesetzten Behörden den Auftrag erhalten, mich auch dann mit Gewalt wegzusiihren, wenn ich mich der Verhaftung widersetze-" Diese Frage wird be. ' jahend beantwortet, woraus Dr. Wasserbäck mit Gewalt au« der Wohnung ge» - führt wird. Auf diesen Tatbcstantz hin versuchte Bundeskanzler Dr. Dollfuß noch einmal mit Baron Neurath zu telephonieren, um formalen Protest einzulegen. Der Kgbinettches Baron Neuraths teilte jedoch- mit, dieser lalle den Bundeskanzler bitten, ihm, erst am Morgen Nsittei- lung zu machen, Um.L Uhr 15 telephonierte dann Baron Neurath' dem Ämtdeskanzler Dr. zu verlassen, sondern bloß der Gewalt zu weichen. Inzwischen war nicht nur der Wohnungseingong besetzt, sondern das ganze Hou» von Schutz- polzei umzingelt worden. Ein Polizeiauto wartete vor der Haustür. Als dann gegen 4 Uhr morgens SektionSrat Dr. Wasserbäck gerade im Begriffe stand, dem Bundeskanzler Dr. Dollfuß nochmals eine eingehende telephonische Darstellung zu geben, klingelte da« Kommando der geheimen Staatspolizei nochmals an der Wohnungstür de« Attache« und bestand unter Androhung der Gewaltanwendung auf der Verhaftung de« Attaches, die dann auch im Schlafzimmer Dr. AasserbäckS-er^ folgte. Noch im Laufe der Nacht zum Mittwoch wurde seitens der österreichischen Gesandtschaft in Berlin der-schärfste Protest gegen die Verletzung her Exterritorialität eines Angehörigen de» diplomatischen Korps eingelegt. Die Verhaftung Dr. WasserbäckS hat in Berliner diplomatischen, literarischen und journalistischen Kreisen lebhafte«' Interesse hervorgerufen. Dr. Wasserbäck, der Priester ist, ist in literarischen Kreisen sehr gut bekannt. In Berliner diplomatischen Kreisen ist er infolge seiner mehr al» zehnjährigen Tätigkeit in Berlin bekannt. i Dollfuß, daß er noch immer keine Bestätigung der Vorgefallenen aus Berlin habe. Um 12 Uhr 15 teilte der Kabinettches des NeichSaußenministerS im Auftrage desselben mit» Baron Reurath lasse dem Bundeskanzler Mitteilen, er habe sich unverzüglich nach telephonischer Fühlungnahme mit Berlin in Verbindung gesetzt und festgestellt, daß die Verhaftung de» Dr. Wasserbäck von her preußischen Polizei vorgenommen worden sei. Reichskanzler Hitler habe angeordnet, daß Dr. Wasserbäck sofort enthaftet werde, Mc Reidisregicriing war gezwungen...; Eine unverschämte reKhsdeutsdie Darstellung. DaS Berliner offizielle Lonti-Büro meldet, daß der österreichische Presseattache als„G e g e n- Maßnahme" gegen die Verhaftung de« Presseattaches Habicht aus dem deutschen Reichsgebiet auSaewiesen wurde. Der österreichischen Gesandtschaft fei mitgeteilt worden, daß Dr. Wasserbäck sofort da» deutsche Reichsgebiet zu verlassen habe. Das Eoiitiburo erklärt, die.Verhaftung Habichts sei ein„Bruch des Völkerrechtes", der die deutsche Reichsregierung zu der Gcgciuuaß-, nähme der Verhaftung Dr.- WasserbäckS g e- zwunaen habe, nachdem trotz dem eingelegte» Protest die Verhaftung Habichts nnd die Ankündigung feiner Ausweisung, aus Oesterreich nicht rückgängig gemacht worden sei.(Demnach ist also die Ausrede Nenraths dem Bundeskanzler gegen-, über, daß es sich um. eine Maßnahme der p r e u- ß t schon Polizei handle, hinfällig geworden!). . Das Contibüro stellt weiter die Behauptung auf, daß Habicht in der' unwürdigsten Weise behandelt und untergebracht sei, so daß er schließlich aus Protest in den Hun- .«erstreik trete» mußte. Die Behandlung Doktor Wasserbäcks sei auf jeden Fall in konzilianteren s und menschlicheren Formen erfolgt al« die Habichts in Oesterreich. Demgegenüber wird von amtlicher österreichischer Seite feftgestellt, daß die Meldungen, als ob Habicht in einer schmutzigen Zelle des Polizei- gesängnisseS untergebracht und auch in den Hun- gerstreik getreten sei, in keiner Weise den Tatsachen entsprechen. x Der Bundespolizeidirektvr von Linz, Hofrat Scholz hat heute den deutschen Konsul von Linz, Legationsrat Dirk von Langen mit anderen Herren eingeladen, die Zelle des im PolizeigefängniS in Haft befindlichen Habicht nnd der übrigen Reichsdeutschen zu besichtigen. LegationSrat Dirk von Langen hatte Gelegenheit, mit den Berhaf- telen selbst zu sprechen. Ter Bundespolizeidirektor hat überdies Habicht gestattet, mit dem reichsdeutschen Gesandten in Wien zn telephonieren. Habicht erklärte dem Konsul, daß er keinerlei Beschwerden habe. Ein Schritt der Auslandsvertreter. Wie die Wiener Abendblätter melde», steht ein Kollektwschritt der in Berlin akkreditierten diplomatischen Vertretungen sämtlicher Mächte bei der Reichsregierung bevor. Diese Demarche des auswärtigen diplomatischen Korps erfolgt i m Auftrage der Regierungen, um zu dokumentieren, daß es sich hier um einen prin- ' stpleilen Fall handelt, indem bisher unangetastete völkerrechtlich« Grundsätze einhellig und mit größter Beschleunigung verteidigt werde». Habicht abgcsdiallt Linz, 14. Juli.' Nach einer Mitteilung des Bundeskanzleramtes an die deutsche Gesandtschast ist Reichstagsabgeordneter Habicht in Begleitung von zwei Sicherheitsbecvnten in seinem eigenen Auto von Lin; an die Grenze nach Pasiau gebracht worden. Wasscrbaedt Kommt nadi London. Berlin, 14. Juni. Der aus dem Reichsgebiet auögewiesene Leiter der Presieabteilung der Ber- liner österreichischen Gesandtschaft Dr. Erwin Wasserbaeck hat Deutschland bereits verlassen. Er ist von der österreichischen Regierung nach London versetzt worden. Die englische Presse Ober Oesterreich. London, 14. Juni(AR). Die„Times" kommentieren in ihrer heutigen Morgenausgabe in sehr energischen Ausdrücken die letzten Ereignisse in Oesterreich. Die Situation, die durch die Einmischung der deutschen Nationalsozialisten in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs hervorgerufen wurde, rufe große Befürchtungen in Großbritannien l)ervor. Steldle Vizepräsident der Ravag Wien, 14. Juni. Der Verwaltungsrat de» Ravag kooptierte heute den Führer der Tiroler Heimwehren Landesrat Dr. Steidle in den Verwaltungsrat und wählt ihn gleichzeitig zum dritten Vizepräsidenten der Ravag. Der Einfluß der Heimwehren auf die österreichische Rundsunkge- sellschaft ist damit noch erweitert worden.. Ole braunen Verbrecher erneuern Oesterreich. Wie», 14. Juni.(Eigenbericht.) Die Terrorakte der Nationalsozialisten dauern weiter an. Dienstag nachts wurden drei Heimwehrleute aus der Straße überfallen und von Revolverschüssen verletzt. Einer von ihnen lebensgefährlich. Der Anschlag wurde von einem Auto aus verübt. Die Täter entkamen. Die Nazis haben Brandkolonnen organisiert, die»n Lause des heutigen Tages Bränobomben in Geschäfte und Telephönanlägen warfen, so daß die Wiener Feuerwehr nur mit großer Mühe größere Brandschäden zu verhindern vermochte. In Mödling wurden 130.Hakenkreuzler von der Polizei gestellt und ihr Führer in.Haft genom men. Dabei kam es zu schweren Zusammenstößen "zwischen der Polizei und den Nationalsozialisten. OeulsdiM und Oeslenei®. Außer Fahnen, Umzügen, Uniformen, blutigen Mißhandlungen, Unterdrückung der Preßfreiheit, Konzentrationslagern hat der Hitler-Fascismuü Deutschland nichts gebracht. Auf den: Gebiete der Wirtschaftspakt- t i k vor allem hat der Nationalsozialismus versagt und vertröstet seine Anhänger auf den Ablauf de« Bierjahroplanes, von dem man nicht eiiunal die ersten Anfänge sieht: Ebenso vollständig wie in der Wirtschaftspolitik ist der Mißerfolg des Hakcnkrcuzfascismns auf dem Gebiete der Außenpolitik. Noch nie in der neueren Geschichte, selbst im Weltkriege nicht, war D e u t s ch l a n d s o isoliert wie heute. Die Hitlersche Außenpolitik hat es verstanden, sich gleichzeitig mit allen Staaten zu zerschlagen und in ein paar Monaten daS niederznreißen, tvaS Rathenan, Strefemann nnd Hermann Müller in mehr als einem Jahrzehnt aufgebaut haben. Die deutsche Außenpolitik wird heute nicht von dem zünftigen Diplomaten Neurath gefi'chrt, der sich ztvar durch vollkommene Ideenlosigkeit anszeichnet, aber lvenigstens die Formen, unter denen der Verkehr zwischen den Staaten üblich ist, wahrt, sondern von ausgesprochenen Dilettanten, wie den.Herren Rosenberg und Göring, zu denen sich in den letzten Tagen noch Dr. Leh, der Führer der „Deutschen Arbeitsfront" hinzugesellt und der seine außenpolitischen Fähigkeiten eben in Genf glänzend bewiesen hat. Auf dies« Weise wird der Ring, den die anderen um Deutschland schmieden, immer enger. Der Zusammenbruch der deutschen Außenpolitik zeigt sich aber besonders deutlich darin, daß Deutschland seinen jahrzehntelangen Bundesgenossen Oesterreich verloren hat und daß das Berhält- nis zwischen Deutschland und Oesterreich derzeit gespannter ist als jemals seit 1868, da die beiden Länder sich im Kriege miteinander befunden haben. Während c« Bismarck wenige Jahre nach dem Kriege von 1866 verstanden yat, ein in seiner Mehrheit slawisch-magyarisches Oesterreich;um Bundesgenossen zu gewinnen, hat es die Hitlersche Außenpolitik in wenigen Wochen zustande gebracht, sich daS deutsche Oesterreich zum erbitterten Feinde zu machen. Was Deutschland an Oesterreich verloren hat, geht daraus hervor, daß bis vor wenigen Monaten der lveitaus überwiegende Teil der Bevölkerung Oesterreichs fiir den Anschluß, d. h. für die staatliche Bereinigung Deutschlands mit Oesterreich eingetreten ist, während heute der ebenfalls tvcitau« überwiegende Teil der Bevölkerung Oesterreichs von dem Anschluß an Deutschland aber auch gar nichts wissen will. Deutschland hat jede Anziehungskraft auf die österreichische Bevölkerung verloren, jeder Ausländsdeutsche in Europa ist heute glücklich darüber, nicht Bürger deS Dritten Reiches zu sein. Angesichts dieser furchtbaren, kaum wieder gutzumachenden Mißerfolge der deutschen Außenpolitik, der katastrophalen Schwächung der internationalen Lage Deutschlands, kann der Tag nicht mehr weit sein, wo ein immer größerer Teil der deutschen Bevölkerung sich die Frage stellen wird: Quo vadis, Germania? Wohin geht dein Weg, Deutschland? Es ist auch unklar, wohin der Weg des zweiten deutschen Staates in Europa, der Weg Oesterreichs geht. Die österreichische Regierung scheint die Absicht zu haben, den Hakenkreuzfascismus in ihrem Lande nieder- zulverfcn, uni die effektive oder legale Gleichschaltung Oesterreichs mit. Deutschland zu verhindern. Aber das Schicksal Oesterreichs bleibt unsicher, solange die christlichsoziale Regierung sich nicht einer Kraft bedient, welche die stärkste im Kanipfe gegen den Fascisinus sein könnt«, nämlich die.Kraft der Arbeiterklasse Oesterreichs. Wenn Dollfuß die Hakenkreuzler wirtlich niederwerfen will, kann erdauernd auf die U n- Nächtliche Telephongespräche zwischen Dollfuß und Neurath. «ent 2 Donnerstag, IS. Juni 1988 scr. 10» London, 14. Juni. 3« der hentigen Sitzung I III MVIIwWIl» Nach beut amerikanischen Staatssekretär Hüll Oesterreich, welche cS auf alle Fälle verhindern wollen, das; da» Hakenkreuz in Oesterreich zur Herrschaft gelangt, mutzten bestrebt sein, alle Kräfte, die gegen das Hvkenkreuz in Bewegung gesetzt werden können, zu jatn- mel», uni dadurch dauernd die braune Pest Vvtt Oesterreich fernzuhalten. Dcutschlaird aber steht in der Welt allein und das Urteil, das die Geschichte über Hitlers Außenpolitik fällen wird, ivird noch vernichtender sein als das Urteil, welches sie über die Stutzenpolitik Wilhelms II. bereits gefällt Hai und das lautet: Grenzenlose Unfähigkeit. Frankreich zahlt auf keinen Fall! Paris, 11. Juni. Der Londoner Berichter- stalter des„L'Oeuvre" verzeichnet folgende Antwort des Ministerpräsidenten Daladier auf die Frage, ob sich der Standpunkt Frankreichs in der Schuldenfrage ändere, wenn Amerika das Prinzip der zehnprvzentigen Ratenzahlung Englands zum 15. Juni annehme: ,,Fur Frankreich wurde die Schuldenfrage ein für alle Mal entschieden" sagte Daladier. Dantit meint der Ministerpräsident den Prinzipiellen Beschlus; der französischen Kammer im Dezember vorigen Jahres, daß nämlich Frankreich keine Schuldenraten bezahlen werde, da es über Ersuchen Amerikas in Lausanne die deutschen Reparationen gestrichen hat. spätere Verhandlungen zu binden. konserenz der sowjeirussische Delegierte Litwinow das Wort, der die in der gesamten übrigen Welt herrschenden chaotischen Verhältnisse mit den Le» denodrdiugungen im heutigen Sowjetrußland verglich, von denen er erklärte, daß sie lener Merkmale ettibehren, unter denen heute die übrigen Skaateit leiden. Litwinow verwies sodattn auf die Ausfuhr Fädigkeiten der Sowjetunion und forderte die Delegierten auf, eindeutig zu erklären, wie die Aufnahinsfähigkeit ihrer Länder für die Einfuhr beschaffen sei. Litwinow sprach sich sodann dafür auS, daß jede Diskriminierung in Angelegenheit der Einfuhr und Ausfuhr sowie alle Formen des offiziellen Boykotts eingestellt werden. Die Totvjetnmon spreche sich nicht gegen einen Zollwaffenstillstond aus, der, wie Litwinow erklärte, nur dann wirksam werden könne, sobald die Staaten von ihren bisherigen Maßnahmen des Wirtschaftskrieges Abstand nehmen. Litwinow schlägt daher vor, daß diese Maßnahmen in der Zeit der Verkündung deS Zollwaffenstillstandes unterdrückt werden. Ter tschechoslowakische Außenminister Dr. BeneS sprach in seiner Funktion als Vorsitzender des Ständigen Rate» der Kleinen Entente hetlte zum erstett Male in der NachmittagSsihung der Wellwirtschaftskonferenz im Namen aller drei Staaten der Kleinen Entente auf dem Internationalen Weltforum. Nach kurzer Einleitung formulierte Dr. BeneS den Standpunkt der Klemen Entente. Er sagte u. a.: Wenn die Staaten Westeuropas und andere große Staaten von der WirtschastS- und Finanzkrise der Welt in ihren Interessen und deren Umfang betroffen wttrden, wurden unsere Staaten durch diese Krise noch mehr betroffen, da sie einen Bestandteil jenes ettropäischen Gebietes bilden, terstühting bttrch die österreichische Sozialdemokratie nicht Verzicht e n. Es ist daher sehr ungeschickt und gefährdet Oesterreichs Demokratie, wenn die christlichsozialr Rcgiening den Schutzbund auslöst, die Presse der Arbeiterbewegung unter Vorzensur stellt, den Bersassungsgerichishaf k arbeitsunfähig mach» und sogar die Volksadresse der Sozialdemokratie an den Bundespräsidenten konfiszier». Das läßt daraus schließen, daß Dollfuß zwar nicht den Näzifascis- mns, aber die besondere Spielart des österreichischen FaseiSmuS, nämlich die Heimwehrdiktatnr anstrebt. Gerade diejenigen Kreise in Von der SPD. Der„Vorwärts" kann nur im Auslände erscheinen. Die Hitlerregierung verbreitet durch ihre Agenturin jetzt täglich Meldungen über eine Ablehnung der angeblich in Prag gebildeten„Reichs- leitung" der SPD durch die SPD in Deutschland, über bevorstehende Ausschlüsse der in- Ausland gegangenen langjährigen Führer der Partei att» ihr und dergleichen mehr. Dazu können wir sagen, daß, wenn die Hitlerregierung, die der SPD ihr gesanttes Eigentum gestohlen hat. und die jetzt sogar Parteibeiträge von SPD-Mitgliedern durch Nazis einziehen läßt, Erklärungen itn Namen dieser Parte» abgibt, diese Erklärungen dann auch danach sind. Die Behauptung von der Einsetzung einer Reichsleitung im Auslande ist. vollkommen grundlos, das Prager Büro denkt gar nicht daran, sich eine solche Bezeichnung beim-- legen und Breitscheid, der als Mitglied dieser Reichsleitung genannt wird, ist gar nicht in Prag. Die wirkliche Stimmung in der SPD wird wahrscheinlich nicht gerade den Agenten des Herrn Hitler mitgeteilt werden. Die Meldungen über eine Ausschließung der Genossen Breitscheid, Stampfer, Vogel und Wels entspreche,! also viel-. mehr Absichten der Hitlerregierung. Sie werden vielleicht auch versuchen, durch Erpressung diese Ausschließungen zu erzwingen. Möglich ist auch, daß sie in Berlin einen “—{t 1 !» wird ein 7,Vorwärts","der die Fortgesetzte Sabotage der Arbeitgeber in üenl. Gens, 11. Juni. Ter Ausschuß für Arbeitszeitverkürzung sprach in seiner heutigen Vor- mittagsberalung die Hauplgrundsätze aus, auf Grund welcher das Internationale Arbeitsamt elbst den Fragebogen für die Regierungen zn- ammenstellen wird. Die siebzehnte ArbeitSkon- erenz ivird dann einbernfen werden, um diese Grundsätze anzunehnien und zu entscheiden, ob diese- Problem In der nächsten Konferenz-Tagung in der Schlußdebatie durchberate» und ob im Jahre 1984 bereits die vorläufigen Anträge für daü Abkommen oder Anträge zur Empfehlung der Arbeitszeitverkürzung vorbereitet werden sollen. Die Debatte im Ausschuß für die Arbeitszeitverkürzung war heute sehr schwierig. Die Vertreter der Arbeitgeber zeigen assen- bar das Bestreben, die endgültige Annahme auch der Grundsätze zu verhindern, welche von der vorbereitenden Konferenz kür die Arbeitszeitverkürzung im Jänner d. I. festgestellt wurden. Die Verhandlungen gerieten bereits bei den ersten zwei Fragen ins Stocken, und zwar 1. ob die Bestrebungen um die Arbeitszeitverkürzung in einen internationalen Abkommen oder in einer bloßen Empfehlung formuliert werden sollen und 2. ob daS Vorbereitetende internationale Abkommen kurzfristig für drei Jahre, also provisorisch sein oder zehn Jahre dauern soll. In diesem Zusammenhang riefen große Schwierigkeiten die Verhandlungen darüber hervor, ob die Regelung der Arbeitszeit soweit elastisch sein soll, daß"sie sich allen Industrie- gebieten anpassen lasse, oder ob sie, ähnlich wie daS Washingtoner Abkommen, in eine feste Form gebunden werden und unabänderlich sein soll. da« durch die Ereignisse des Weltkriege« direkt erfaßt wurde und auf welchem dessen wirtschaftliche Folgen und die Schwierigkeiten der Nenorgani» sativn Europas schwer lasten. Jin Hinblick auf die allgemeine Last der öffentlichen Schiilden müsse schnellstens die Frage dieser Schulden gelöst werden, denn sonst ist eine finanzielle Gesundung vieler Staaien nicht möglich. Tie Währungsstabilisierung und inSbeson- dere die Stabilisienmg der Hauptwährungen der Welt ist die erste Bedingung einer Besserung der Weltwirtschaftsfituatihn. Ter Währungsstandard der Welt alS internationaler Währungsmaßstab sollte ehestens erneuert werden, Herabsetzung der Preise, und insbesondere die allzu rasche und allzu durchgreifende Herabsetzung der Preise der Rohstoffe hat die Wirtschaftslage sowohl Innerhalb der einzelurn Staaten wie auch in internationaler Hinsicht verschlechtert. Die Anpassung der Preise und die Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus muß in jedem einzelnen Lande im Hinblick auf die Verhältnisse des ErzeÜgungSmark- tes erfolgen. Was die Erneuerung der internationalen Bewegung de« Kapitals anbelangt, so muß ein Unterschied gemacht werden zwischen den Maßnahmen, die die Wareneinfuhr beschränken, zwischen der durch die Notwendigkeit und die Garantie diktierten Kontrolle, damit die auSgeführten Waren auch tatsächlich bezahlt werden, ititb zwischen jeder anderen Kontrolle der Kapitalbewe- gung. Die Beseitigung der Hindernisse des internationalen Handels darf allerdings nicht in der Form eines indirekten Protektionismus im Wege von veyatorischen Maßnahmen in veterinär-sanitärer Hinsicht und ähnlichem erfolgen. WaS die Zollpolitik betrifft, muß auf einer so gemäßigten Zollpolitik beharrt werden, die das absolute Gegenteil der ungesunden und undurchführbaren Autarkieidee ist. Auf dem Gebiete der.Handelspolitik muß das Prinzip der allgemeinen Geltendmachung der Meistbegünstigungsklausel betont und allerdings Ausnahmen, die besonders festgesetzt werden von dieser Klausel zugelassen weichen. Die Staaten der Kleinen Entente erachten eS als unerläßlich, daß an der Schaffung internationaler Jndustrieabkommen gearbeitet werde. Die Staaten der Kleinen Entente sprechen sich auch für den Plan deS Internationalen Arbeitsamtes hinsichtlich der großen internationalen öffentlichen Arbeiten aus, die einerseits den Arbeitslosen in den verschiedenen Staaten Arbeit beschaffen und andererseits Ländern helfen könnten, die in dieser Hinsicht nicht hinreichend auS- gestattet sind. Möal,„„. gleichgeschalteten„Vorwärts" herauSzugiben ver> suchen werden. Aber solange^ dieses Regime bc steht, kann und'''~ Wahrheit über Hitler-Deutschland sagt, und der die Sozialdemokraten ehrlich vertritt, nur im s AuSlanoe erscheinen. i-T. V)I» VU ijk UIUJVII.'UU1J Will st i llsta u d es zur Beratung stellen sollte. ■<’ Macdouald hält cs Nicht für notwendig, im ! Augenblick darüber einen Beschluß zu fassen, sa der bereit- beschlossene Zollsriede dis Ende Füll laufe. Macdouald forderte dir Siaaien, die die ses Abkommen noch nicht nitterzetchuet Haden, auf» dtesen Schritt möglichst bald nachzttholen. In der Fortsetzung der Generaldebatte sprach Buiideskanzler Dollfuß, der gegen jede Abwertung und Inflation auflrat und sich für die Regulierung der Produktion und der Aus fuhr einsehte. Der britische Finanzminister Chamberlain gab zu, daß die Rückkehr England« zum Gold standard im Jahre 1925 vollkommen mißlungen sei. Seiner Ansicht nach müsse die finanzielle uitd Währungssrile des Wirtschastsproblems gleich zeitig gelöst werden; Großbritannien werde Vorschlägen, daß da» Preisniveau erhöht werde. Eine weitere Herabsetzung der Produk- , tionSkosten zeige sich fast undurchführbar. Sehr wichtig sei die Endlösung der Krie^sschuldensrage. Großbritannien sei auch zur Prüfung der Mit tel bereit, wie durch Regier» ngshilse die Arbeitslosigkeit bekämpft wer- den könne. Zuerst müsse die Stabilisierung der Deviseitkurse zwischen den großen Staatett erfolgen; das Endziel müsse die Erneuerung de« Goldstandard« und die Verhinderung der Schwankungen der Kaufkraft des Goldes sein. Kein Schutzzolltaris dürfe das Maß überschrei ten, das den heimischen Erzeugern die Gleichbe rechtigung mit den ausländischen Konkurrenten verbürge. DaS beste Mittel zur Erreichung eines Tarifabkommens sei eine Reihe von bilatera len Verträgen. Ausfuhrprämien müßten herabgesetzt, eventuell gänzlich aufgehoben werden. Weiter nahm der amerikanische Staats sekretär Hüll daü Wort, der vor allem ein trü bes Bild der chaotischen Ereignisse und der Panik der Welt in den letzten Jahre» zeichnete. Ter wirtschaftliche Nationalismus hat den internatio nalen Handel erdrosselt, der von 50 aus 15 Mil liarden Dollars znrückgegangen ist. Die Regie- rangen müssen mit dem Ausbau der Zollmauern aufhören, die große Repressalien tut Gefolge Haven. Hüll setzie sich sodann für eine Politik der ■ allmählichen Revision der übertriebenen Zoll tarife und anderer Zollschranken ans ein vcr- ■ Künftige« Maß ein nud erklärt, daß eine solche Politik bald die Rückkehr von für die Welt vor teilhafteren Bedingungen im Gefolge hätte. England zahn. London, 14. Juni.(Reuter.) Schatzkanzler Neville Chamberlain erklärte heute um 82 Ühr im Unterhalts, die Regierung Großbritanniens bedauere, daß die Bereinigten Staaten ihrem Ersuchen, die Rate zum 15. Juni aufzuschteben, solange nicht eine Aussprache über die ganze Kriegs- schitldenfrage erfolgt ist, nicht entsprochen haben. Die Regierung Großbritanniens machte den Bereinigten Staaten den Vorschlag, daß die als Anerkennung ihrer Schuld am 15. Juni zwar nicht die ganze Rate, sondern bloß zehn Millionen Dol- lar bezahlen lverde. Der Präsident der Bereinigten Staaten Roosevelt erklärte, daß er im Geiste der Zusammenarbeit diese« Angebot annehme, ohne dadurch sich.oder andere Regierungen für Die Sache mit Boms Kriminalroman von Grete Hartwig Die Dame, die das Zimmer innehatte, ehe Lillian Band einzog, die falte einen Bräutigam, da gab es laute Ause.nandersetzungeu. EitersuchiS- szelien, Wutausbrüche, bei brauchte man gar nicht bis an die Türe zu gehen, das hört man durch die ganze Wohnung. Na schön, deiin nicht! Es würde sich schon einmal die Geiegeitheit ergeben! Gott! E« war ja auch nicht Nengier, aber als Hanssrau wußte matt eben gern über seine Mieter Bescheid. „Rußland gab den großen Auftakt, der Zar war gestürzt, Lenin nahm leiuett Platz ei», für das rnssische Reich war der Krieg zu Ende, zugleich begannen die imperialistischen Heere lämtpcher in den Krieg verwickelter Staaten zu rerialleu. offene und geheime Rebellion griff um sich, Arbeiter. Soldaten, Bauern kamen zur Besiunuug und plöy- lich flammten hier und dort große Revolutionen auf, rote Fahnen wehten auf RegierungSaebäuden in Oesterreich, Bayer» Preußen Italien ia sogar auf dem Balkan, das Proletariat aller Lände« erhob sich siegreich..," „Es tvaren blutige Zeiten," sagte Lilliau zögernd. ,„Es waren farrlichc Zeiten!" ries Borr>S. »Herrliche Zeiten! Und als ich aus einige Wochen nach Hauke kam. war alles in einem FreiheitS- taitmel! Ich, Lillian. dn we ßl ja nicht, war alles ans dem Spiele stand! Achtsttindentag. Franen- slitntnrecht,^.Altersversicherung. Wohnkultur. Ge- settervesorm. Trennung von K>rche und Staat Kinderfürsorge. Eherecht. EmPsangN'Sverkütnng, KriegSgegnersckzast, oh, so vieles, was selbstver ständlich sei» sollte und was die Machthaber immer wieder zu sabotieren oder geivaltsam zu unterdrücken sucksten. Ich muß sagen, damals ivaren wir alle einig und tätig dabei. Heber Nacht wurden Indifferente Agitatoren, ein Redner löste den anderen ab, Resolutioneit— von Tausenden bejubelt— wurden gefaßt, aber ehe sich noch Fanatismus in fruchtbare Arbeit. Ueberzeugung, i» Reform, Erkenntnis, in Hilfe wandeln könnte, halten wir die ersten Berfaftungen. Das war damals, als ich dir schrieb, ich würde das nächste Semester in Dentlchland inskribieren." „Ja, ich iveiß. Weil die Universitäten in Deutschland besser seien. Ich erinnere mich." „Das war der Grund für dich und siir meine anderen Freunde. In Wahrheit, um revolutionäre Bucher ohne drohende Hausdurchsuchungen leien zu können, um Borträge hören und halten zu können nnd vor allem, um meine Korrespondenz m t Rußland nicht überwacht zu sehen. Nach zwei Jahren kehrte ich nach.Hause zurück, geschult, mit Aufträgen, beobachtete die Reaktion, die dort neuerdings unbeschränkt herrschte, betrieb Agitation. schrieb Berichte.?US mir der Boden unter den Füßen zu heiß wurde— wir tagten in Kellerlokalen— entkain ich noch zur rechten Zeit. Nach Deutschland, nicht nach Rußland, eS war ein Fehler. Nun läuft ein alter Prozeß in zweiter Jn- stanz. Briefe von mir befindeit sich in den.Händen der rumänischen Geheimpolizei, man suchte mich als Zeugen, das ging mir weiter nicht ttah..Jetzt aber bin ich angeklagt: Staatsfeindliche Propaganda. Jetzt ist es höchste Zeit, daß ich nach Rußland komme." „Woher weißt du, daß du angeklagt bist?" „Der chiffrierte Brief eines Genossen erreichte mich gestern. Ich schrieb sofort noch Moskau um Geld und Papiere, die mir die Flucht ermöglichen tollen. Aber, bis ich Antlvort von dort bekomme, ist eS vielle'cht schon zu spat. Jetzt weißt du, wie eS um mich steht." BorriS schwieg erschöpft. „Ja, jetzt weiß ich eSl" Lillian nickte. Sie tvar blaß und ernst. „Mir ist kalt. Ich werde die Hausfrau bitte«, uns Tee zu kochen. Willst du, BorriS?" BorriS nickte erschöpft und als die Hausfrau wenige Minuten später das Teetablett servierte, stand er am Fenster, so daß sie sein Gesicht nicht ehett konnte. Und dos war sicher besser so. Lillian bediente ihn mit mütterlicher Sorgfalt. Alles in ihr war Mitleid und verständnislose Angst. Sie hatte seiner Erzählung wohl gespannt gelauscht, ober trotzdem nur das Aeußerliche begriffen, d:e inneren Zusammenhänge, Motive und Auswirkungen waren ihr trotzdem rätselhaft geblieben. „Du hast ja keine Ahnung, wie man gegen uns verfährt;" fuhr Borris fort, indem er an der Tasse sine schönen, wenn auch etwas bäuerlicheit Hände wärmte,„jedem Europäer würden sich die Haare vor Grotten sträuben, wenn er darüber wirklich Bescheid wüßte. Würde man uns nttr den Prozeß machen und bekämen wir ein paar Jahre.Kerker, gut, auch im Gefängnis kann man arbeiten, an sich und für die Bewegung. Aber sie martern uns, sie wenden mittelalterliche Foltern an, sie erpressen sogenannte„Geständnisse" auf die bestialischste Art. entkommt man Ihnett dennoch, sei eS durch Flucht oder irgendeine phantastische Hilfe, dann ist man an Leib und Seele gebrockten, ein Wrack, zu itichts mehr nütze und aller Kampf war umsonst." „Aber— daS ist doch nicht möglich, ob in Deutschland oder In Rumänien, eS gibt doch Gesetze." „Gesetze? Wer macht die Gesetze? Wen beschützen sie? Steht nicht in der Bibel:„Du sollst nicht töten!? und hat man nicht Millionen Menschen in den Krieg gehetzt?-Haben sie eS nicht verstanden, die, denen der Krieg sür ihre AüSbeutungSpläne wichtig, ja notwendig war, ihrer Raubgier nationalistische, moralische und religiöse Mäntelchen umzuhängen? Daü Recht det Individuums auf Leben haben sie umgekehrt in die Staatspflicht, zu sterben. Recht! Sorgt denn der Staat dafür, daß Hungernde Brot, Arbeitslose Arbeit, Obdachlose Wohnung und Kranke Pflege haben? Recht! Hätte«ne Mutter nicht da« Recht, wenn chre fünf Kinder darben, da- sechste nicht mehr zur Welt zu bringen? Wer gibt ihr diese» Recht? Wie oft packt un« Milleid, daS heißt: euch packt Mitleid, dich und andere Unortentierte, aber ihr zuckt die Achsel uttd könnt nicht helfen. Wieso könnt chr nicht helfen, wenn es doch Gesetze gibt, die alles vernünftig in Ovdiiung bringen können, ohne Aufstand, ohne Geschrei, Mord und Totschlag? W i r empfinden allerdings kein Mitleid, nur Haß und Empörung! Not und Unterdrückung, da» sind nicht zu unter- chätzende Bundesgenossen. Aber Recht? Rechtstaaten sind sie nur tnsoferne sie keine LinkS- taaten sind. Fall» du diesen Witz verstehst, teile ch dir mit, daß er nicht von mir ist. ' Er lachte sarkastisch und Lillian war erstaunt und ratloS. Er schwieg und sein Schweigen war für Lillian noch komplizierter als seine Reden. „Ich verstehe eben nicht« von Politik", sagte, sie beinahe zufrieden, obwohl sie dabei nervös mit ihren langen, rosigglänzenden Nägeln auf die Tischplatte trommelte. „DaS ist natürlich dumm,>vas du da sagst! Du stehst doch mitten im Leben, mitten in einem Berufe. Du gehörst doch sogar einer Gewerkschaft an und du weißt sehr gut, daß die Theaterdirektoren eure Arbeitskraft bi» zum letzten Tropfen auSpresse» würden, wenn ihr euch nicht solidarisch zur Wehr setzen würdet. Du weißt doch, daß eS eine- Swmpfe» bedurfte, ein paar Stunden vor der Vorstellung für euch zu haben. Ihr müßt also nur vormittags Probe haltert, abends auftreten, aber der Nachmittag vor der Borstellung gehört euch." „Woher weißt du das?" fragte Lillian in ehrlicher Bewunderung. TS war das erstemal/ daß ihr der Freund wirklich imponierte. (Fortsetzung folgt.) Nr. 180 Do»ner»tag, 18. Juni 1088 Sette 8 stegierungSvertreters haben. Jouhaux sagt«, daß eS mtt Dr. Ley und HauPtberatungSgegenstand der| seiner Gefolgschaft kein Zusammenarbeiten gebe, arte,-daß man-nicht zö-Idenn er sei rein Gegner, sondern der Feind. Di« einen e ntscheidenden'Arbeiter der Welt stehen zu. dem Deutschland n, man solle also gleich die Goethes, aber nicht zu Sitlerdevtschland mit sei» in nen Schandtaten gegen die Demokratie und gegen alle aufrechten Menschen. Mit Hilfe der Unter» nehmeroelegierten hoben die beiden faseistischen Gruppen nachträglich Sitze in den Kommissionen zugeteilt bekommen. Mit den Unternehmern in der Dorschlagskommission stimmten nur drei Regierunasvertreter, der deutsche, der italienisch« uno der japanisch«. All« übrigen Regierung-Vertreter der Borschlaaskommission Haven sich der Abstimmung enthalten. To erhielt der Protest der Deutschen und der Italiener gegen den sonst einstimmigen Beschluß der Arbeiternehmergrupv« auf Ausschaltung der Foseisten au- den Kommissionen neun Stimmen gegen die sechs Stimmen der Arbeiterdestgierten. Bauern fordern Enteignung des Großgrundbesitzes. Berlin, 18. Juni. In Königsberg sand am vergangenen Sonntag ein« groß«, aut allen Teilen der Provinz Ostpreußens beschickte Tagung der Bauernschaft statt. Diese Tagung, an der als offizieller Pertreter der Reichsregierung und des nationalsozialistischen Parteiführers Hitler der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen, Koch, teilnohm, beschäftigte sich zunächst mit organisatorischen und technischen Fragen. Im zweiten Teil wurden Probleme der Agrarpolitik behandelt; hierbeis kam es zu stürmischen Auftritten. Schon bei dem Referat, bas ein Mitglied der agrarpolitischen Zentral« der Hitlerparlei hielt, wurde an mehr«, ren Stellen erheblicher Widerspruch laut,— di« Diskussion aber drohte di« Tagung buchstäblich zu sprengen. Zahlreich« Redner standen auf und wiesen auf den klaffenden Gegensatz hin zwischen den Versprechungen der nationalsozialistischen Partei und den Taten der Hitler-Regierung; e- seien, so führt««in Redner auS, insbesondere die Bauern gewesen, di« das nationalsozialistisch« System untermauert und ihm schließlich zum Siege verhalfen hätten, nachdem durch viel« Jahre hindurch Hitler mit stärksten Dorten eine konsequente Bauernpolitik gepredigt habe. Ter Er- folg aber sei mehr als kläglich; heute gehe«s den Bauern schlechter denn je, und der Großgrundbesitz sitze so fest Im Sattel, wie es nicht einmal vor dem Krieg« der Fall gewesen wäre. Als die ersten Angriffe verebbt waren, nahm der Oberpräsident K o ch oaS Wort und versuchte, das Versage» Hitlers mit außenpolitischen Gründen zu erklären und zu entschuldigen; er sprach unter anderem von den großen Schwierigkeiten, die sich in der ganzen Welt der nationalsozialistischen Revolution in den Weg gestellt hätten und auf die Hitler vorerst Rücksicht nehmen müsse. Di« Red« des Oberpräsidenten wurde mit eisigem Schweigen ausgenommen; nach Ihm sprach ein Bauer und entgegnete unter stürmischer Heiterkeit, ob er, der Oberpräsident, und ob Herr Hitler denn glaube, daß etwa Frankreich.protestieren werde, wenn man mit einem kühnen Federstrich den ganzen ostpreußischen Großgrundbesitz enteigne? Als einer der gemäßigten Redner die Schuld auf die Politik des ReichSminifterS Hugenberg obzuschieben sich bemühte, da wurde er ununterbrochen mit der wiederholten Frage, ob denn Hugenberg oder Hitler der Reichskanzler sei; der Schluß seiner Rede ging in völligem Tumult unter.— Schließlich wurde die Absendung eines Telegramms an den Reichskanzler mit Einstimmigkeit beschlossen, in welchem di« sofortig« Enteignung d«S ost preußischen Großgrundbesitzes gefordert wird und sein« Austeilung an Bauern und zu SiedelungS- zwecken; der Reichskanzler wurde ferner gebeten, innerhalb der nächsten Tage«inen Zeitpunkt zu nennen, an welchem er eine Abordnung zum Bortrag über die Lag« der ostpreußischen Bauernschaft empfangen werde, sittliche Erneuerung. Pari», 14. Juni.(Eigenmeldung.) Die Pariser Presse bringt über di« Zwischenfälle bei dem Münchner Kongreß der katholischen Gesel- lenvereine sensationelle Einzelheiten. Rach diesen Meldungen wurde der Saal, in welchem der Kongreß tagte, von SA-Leuten umzingelt und die Teilnehmer von den Braunhemden überfallen und furchtbar zuaerichtet. Mit Stahlruten stürmten die SA-Banoiten den Kongreß und hieben wahllos auf die völlig wehrlosen Menschen ein. Einer der Mißhandelten, ein Moin- rer Domherr, soll seinen Verletzungen, dir er bei dieser ErneucrungSaktion des deutschen Volke» erhalten hat, bereits gestorben sein, fünf Schwer- verletzte liegen in Spitälern. Industriedirehtoren verholtet. Berlin, 14. Juni. Die Direktoren der großen sächsischen Indiistriewerke, der„Sächsische Werk« A.»G.", Hille und Woehrle sind in der vergangenen Woche verhaftet worden. An ihrer Stelle wurden zwei Nationalsozialisten eingesetzt. Diese Nachricht, die in der Presse nicht veröffentlicht wurde, rief unter den amerikanischen Bankier» tn Berlin große Aufregung hervor, do diese um das Schicksal der amerikanischen Anleihe besorgt sind, die der erwähnten Gesellschaft im Jahre 1927 gewährt wurde. Blutige Zusammenstöße zwlsöien Nazis und Kommunisten. Hamburg, 12. Juni. I» Hamburg kam es der Nacht vom II. zum 12. Juni zu blutigen Zusammenstößen zwischen SA-Leuten und Angehörigen der Kommunistischen Partei. Ein Nationalsozialist wurde getötet, vier wurden schwer, bzw. leichter verletzt. Als die herbeigerufene Polizei an dem Tatort eintras, hatten sich die Kommunisten unter Mitnahme ihrer eigenen Verwundeten bereits zurückgezogen; Berheftnngen konnten nicht vorgenommen werden. Die sofort angestelllcn Ermittlungen hatten bisher keinen Erfolg. 254 ausländische Zeitungen in Deutschland verholen. Di« Tschechoslowakei hält mit 6ü den Rekord. Berlin, 14. Juni. Zum Stichtage de» 1. Juni war in Deutschland die Verbreitung von 284 ausländischen Zeitungen, meist„bis aus weiteres" verboten. Es handelt sich dabei um Blätter aus mehr als zwanzig europäischen und außereuropäischen Staaten. Auf der Bcrbotsliste sind vertreten: Amerika mit 9, Argentinien 2, Belgien 7, Kanada 2, Dänemark 4, Danzig 8, England 5, Frankreich 81, Holland 9, Lettland 2, Litauen 1, Luxemburg 6, Oesterreich 37, Polen 24, Rumänien 1, Saargebiet 4, Schweden 1, die Schweiz 26, Sowjetrußland 9, Spanien 2 und di« Tschechoslowakei mit 66 Zeitschriften. „Die Arbeiter der Welt stellen zu dem Deutschland Goethes, aber nicht zu Hitler-Deutschland»“ Von der Internationalen Arbeitskonferenz. Jonbaux behandelt Ley als„Gefängniswärter“. Son einem Delegierten der Kons«r«nz. Gens, 12. Juni. Am SamStag, den 10. Juni begann die allgemeine Aussprache über die Verkürzung der Arbeit»- i«it. Schon der erste Redner, der dänische Ar- beitgebervertreter, O e r st e d, erklärte für die aenannt« Unternehmergruppe mit Ausnahme des Vertreter» der italienischen Arbeitgeber ganz eindeutig, daß diese dem Plane einer Herabset. zuna der Arbeitszeit nicht zuftimmen könne. Wollte man eine derartige Maßnahme allge- mein und zwingend vorschreibcn, so würde da nach der Auffassungder Arbeitgeber zu weitrei chenden Störungen führen und schließlich dos Arbeitsvolumen verniindern. Nur durch Maß nahmen argen die finanziellen und wirtschaft lichen Schwierigkeiten, mit denen sich die Welt wirtschaftskonferenz beschäftigt, könne die Frage der Arbeitslosigkeit gelöst werden. Sehr scharf wendete sich Genoss« Jouhaur gegen die Ausführungen der Arbeitgebergrupp«, die zwar das Bedürfnis zum Handeln verspürt, wenn sie Gelegenheit hat, dem einstimmig bekun deten Willen per Arbeitergruppe entgcgcnzutre- ten, beispielsweise in der Frage der Zusammen setzung der Konferenz und der Ausschüsse, die aber jede positive Arbeit Lu verschleppen und zu sabotieren versuche. Er halt ihnen Ihr Borgehen auf der Jännerkonferenz vor, da» sie nun wie- derholen Wollen. Wenn inan aber Maßnahmen zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit ergreifen wolle, so müsse das auch geschehen, sonst macht sich di« Konferenz vor der Welt lächerlich. Es gehe nicht an, unter Hinweis auf dir Verhand lungen der Äeltwirtschaft-konfrrenz In London die Beschlußfassung über ein Uebcreinkommen in Sachen der Verkürzung der Arbeitszeit um noch ein ganzes Jahr zu verschieben. Ei» großer Teil der Arbeitslosigkeit ist überdies nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auf technische Ur sachen rurückzusühren, wa» man nicht vergessen dürfe. Daß sich der Regierung-Vertreter Hitler- deutschlond» in einer langen Rede, in der er daS „neugezimmerte" ausdringlich herauSstrich, eben falls für die Verschleppung der Frage der Vier zigstundenwoche eintrat, überraschte niemanden. Wohltuend unterschied sich die Stellung des schwedischen ÄegierungSvertreterS M o l i n zu dem£ Konferenz. Er erklärte, gern dürfe, 11............ v... Schritt zu tun, man solle also gleich die zweit« Beratung vornehmen und diese nicht bi» zur nächstjährigen Konferenz verschieben. Allem Anscheine nach beabsichtigen aber die Arbeitgeber vertreter, mit allen Mitteln auf der jetzigen Arbeitskonferenz ein Zustandekommen einer Ber- einbarung zu verhindern. Die Entscheidung liegt somit bei den Regierung-Vertretern. Bon der Arbeitergruppe wird da» möglichste getan, um ein internationalrS Abkommen schon die-mal zu erreichen. Bor Beginn der Aussprache über di« Ver kürzung der Arbeitszeit beschloß die Arbeitskon- seren; eine Resolution, die an di« London«« Deltwirtschasttkonferenz gerichtet ist. Tarin wer den Maßnahmen verlangt zur Stabilisierung der dieser Kommission wurde der polnische Arbeit». Minister Dr. Jurkiewies gewählt. Die Tschechoslowakei ist in der RegierunaSgrupPe durch Dr. Stern für die Zentralsozialversicherung und durch Dr. I. Galla» für die Allae- mcinc Pensionsanstalt vertreten, in der Arbeit» nehmergruppe durch den Abgeordneten Schäfer und in der Ärbeitgebergruppr durch Dr. Vanek für den Jndustrirllenverband. Die Kommission ist sofort zur Generaldebatte gc- schritten. D e u t s ch l a n d, das im Vorjahre im Bor» bereitunaSstadmm den Borsitzenden stellte, ist im Präsidium dieser Kommission überhaupt nicht vertreten. SPDWann an di« Arbeitervertreter in Genf. Prag, 14. Juni. Otto Wel», der Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei Deutschlands, derzeit in Prag, hat heute an den Bor. sitzenden der Arbeitergruppe auf der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf, Mertens, folgende» Telegramm gerichtet: „Dl« sozialdemokratischen und bi« im (Seifte der freien Gewerkschaften kämpfenden Arbeiter Deutschland» begleiten mit lebhafte- strr Teilnahme Eueren Kampf gegen di« fasri- stischen Unterdrücker und Zerstörer der sozialistischen Arbeiterbewegung sowie Eueren Pro- test gegen die Schande der grausamen Verfolgung in Kasernen, Gefängnissen und Konzentrationslagern. Dafür ist Euch der Dank oller freiheitlichen Mensche» in Deutschland gewiß." Frankfurter SA wegen DIsziplinMs aufgelöst. Bereite tieftn inner Frankfurt am Rai, 11. Juni, Di« gesamten Stürme dar Groß.Fremksurt«r SA wurden wegen DtsztplinbruchS aufgelöst; sämtlich« Untersührer wurde« ihrer Stellung enthoben. Rund 1809 Rann wurden au» der SA ausgeschlossen; di« OrtSgrtippenleitung wurde ersucht, den Ausschluß auch au» der Hitlerparlei zu vollzieh««. Die Reubtldung der gvanksurter SA hat «in Münchener Sonder-Aammiss« übernommen. Wir erfahren hierzu folgendes: In der Frank- furter SA, die sich zu einem großen Teile aus nvletarischen Elementen und vielen früheren ommunisttn zusammensrtzt, gärt es seit langem. Um die Unzufriedenheit abzulenken, wurden in d«r letzten Zeit des öfteren Aktionen gegen Kom munisten und Sozialdemokraten angesetzt; dies« Aktionen hoben den gewünschten Ztveck jedoch nicht erreicht, e» kam vielmehr bei mehreren Ge legenheiten zu offensichtlichen Verbrüderungen. Schon am 11. Mai wurde aus einer Mitglieder- versammlung der Frankfurter DA eine Resolution vorgelegt, in der von Hitler der ettdgültigc Bruch mit Hugenberg und eine radikalistisch« Po. litik gefordert wird; dem anwesenden SA-Ober- ührer, Reichstagsabgeordneten von I a g o w, «lang es, diese Resolution abzudrehen mit dent ■ ssnweit, daß di« erhobenen Forderungen ohnehin chon während der nächsten Zeit erfüllt würden. Aus«in« Zwischenfrag« antwortete Jagow, der „Bierjahrplan", der in allen Einzelheiten noch Im Mai veröffentlicht würde, werde automatisch den Bruch Hitlers mit der Reaktion bringen. In der uveiten Hälft« des Monat» Mai wurden, um Beruhigung zu schaffen, große Teile der SA nach der Pfalz abkommandirrt; die Ter- roraktionen, di« sich in den vergangenen Wochen -erade in der Pfalz mit besonderer Grausamkeit abgespielt haben, kommen im wesentlichen auf da» Konto dieser Abkommandirrten. Eit« Teil dieser Leut« ist inzwischen wieder nach Frankfurt zu- rückbcrusen worden, da di« Gauleitung der Pfalz ihr« weitere Beschäftigung abgelehnt hat; diese Rückberusung, gegen dl« sich die SA-Leute heftig gewehrt hoben, hat dir Frankfurter Atmosphäre außerordentlich verschärft und schließlich zur Ex- plosion gebracht: In einer Mitgliederversammlung am 6. Juni trat ein SA. Unterführer ans und erklärte unter stürmischer Zustimmung der vorsammelten SA. Leut«, di« Abkommandierung noch der Pfalz sei offenbar erfolgt, weil man bi«„echten So. zialisten loswerden" wolle; di« SA verlange setzt endlich ganz« Arbeit. Man solle sage», wa» werde» wird; durch Haussuchung bei Marxisten, durch Mißhandlung von Frauen und Kinder» und durch di« Beförderung jugendlicher Prinzen zu Oberpräsident««(«meint ist di« Ernennung des Prinzen von Hessen zum Oberpräsident«« von Kassel) käme kein Sozia, li»mus. Mit dem Ruf«„Wo bleibt der sozialistisch« Vierjahrplan?" verließ der Redner di« Tribüne. Der anwesende SA-Oberführ«r von Jagow hatte wahrend der Red« vergeblich versucht, zu unterbrechen; al» er anschließend reden wollte, wurde er niedergeschrien. Er verließ mit einer Begleitung den Saal; die SA-Leute blieben edoch sitzen und sangen ihre Lieder, sobald irgend emand, der al» linientreu galt, reden wollte. Schließlich wurde die Absendung einer Telegramm» an Hitler beschlossen mit folgendem Text: „Franksurter SA fordert da« sozialistische Programm und den sozialistischen Bierjahr, plan. Frankfurter SA fordert bindend« Ant. wort binnen drei Tagen." Auf Grund dies«- ultimativen Telegramm« er. folgte die Auflösung der gesamten SA. Da der größte Teil der Leut« bewaffnet ist, die freiwillig« Herausgabe der Waffen aber ablehnt, ist zurzeit ein« große Polizeiaktion im Gange, um die Entwaffnung mit Gewalt durchzuführen; die angrstellten Haussuchungen haben bisher aber nicht«in einziges Gewehr zutage gefördert. Währungen, zur Berhinderung von Preisschwan, kungen und zur Steigerung der Kaufkraft der ganzen Bevölkerung. Ferner verlangt di« Arbeitskonferenz Maßnahmen zur Beendigung de» Wirtschaftskampf«« zwt. schen den Rationen und dl« Ausführung großer äsfentlicher Arbeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die beschlossene Resolution wird auf der Loudo. ner Konferenz von Genossen Jouhaux, der in den nächsten Tagen als Vertreter des Verwal. tungsrate» des Internationalen Arbeitsamt«» zur Wirtschaftskonferenz fährt, begründet und vertreten werden. In der Arbeitergruppe der Arbeitskonferenz gab eS neuerlich« scharfe Auseinandersetzungen, als eS diese einstimmig bi» auf Ley und Razzi ablehnte, Mitglieder der Hitlrrdelegation und der italienischen Faseisten in die Kommissionen zu wählen. Der feine Herr Dr. Ley erging sich wieder in Frechheiten, behauptete nnt eiserner Stirn, in Deutschland geh« alles in Ordnung, die Ueber. nahm« der freien Gewerkschaften durch Hitlerhor. den sei ein Akt gewesen, der sich au» den großen Wahlsiegen der Nazi von selbst ergeben habe. Er sei bereit auf sein« eigenen Kosten di« ganze Arbeitergruppe mit nach Deutschland zu nehmen, um ihnen zu zeigen, wie herrlich schön«S im Dritten Reiche ouSsieht. Niemand werbe verfolgt und mißhandelt, in den Konzentrationslagern fei alle» auf daS beste bestellt. Ihm wurde dir Frage zugerufen, ob ihm denn der Ravi an de« Gewerkschaften schon so viel eingetragen hab«, daß er die Genf«» Arbeiterdelegation auf sein« n in ganz Deutschland herumführ«« könne. Unter stürmischer Zustimmung erhielt der Gleich, schalter der Gewerkschaften Deutschlands von Genossen Jouhaur die verdiente Abfuhr. Er he- handelt« ihn so, wie«S einem„Gefängniswärter" zukommt, mit dessen Wisst« und Zustimmung unschuldig« Arbeiter und Menschen gequält werden, Gefangene, die für die Ehr« und da» Ansehen Deutschland» jahrzehntelang gearbeitet UH wird In dem boykottiert. Die Arbeltcnertreter verhandeln nicht mit den maenasdsten Genf, 14. Juni. Der„Arbeitervertreter" Leh hat ein« neue Skattdalassare hervorgerusen, welche in Gens größte Empörung ausgelöst hat. Ley erklärte bei einem Empfang deutscher Journalisten, daß auf der Arbettskonserenz „solche idiotische Staaten wie Boli vien, Uruguay und Kuba vertreten seien, die gleiche Rechte beanspruchten wie Kulturträ ger vom Range Deutschlands und Italiens. In Geftf herrsche reiner Marxismus". Der ewig besoffene Lümmel hatte dann noch die Frechheit, den Posten«ine» Virepräsidcnten der Kommission für Arbeitszeitverkürzung zu ver langen, wurde aber abgelehnt, obwohl sich oie Arbeitgeber und di« RegstrungSvertreter von Deutschland und Italien für ihn einsttzten! Heute vormittag» verwerten di« Arbei tervertreter de« deutschen Arbeiterdelegierten den Zutritt zu der Sitzung der Arbeitergruppe und sie beabsichtige«, di« Deutschen von allen Arbkiter-Beratungen sür die ganz« Dauer der 17. Arbeit»ko«serenz««»zuschließen. Außerdem werden«argen di« Arbeitervertreter kn der Plenarsitzung der Konferenz Protest gegen den beleidigenden Inhalt' der Ley» Unterredung mit den deutschen Journalisten erhebe«. Ausschaltung der Gleichscholter. Genf, 14. Juni. Die internationale Arbeits konferenz bildete eine Mgliedrige Kommission, die über di« die internationale Regelung der Alter»-, JnvaliditätS- und Hinterbltebenenversicherung aller Arbeiter und Beamten betressenden Ab machungen verhandeln soll. Zum Vorsitzenden Seite 4 Donnerstag, IS. Juni 1983 Nr- lM Aos der Arbelter-Turn* and Sportbewegung. ATUS-Uniform bewilligt. Ti« am letzten Berbandswg« in Aussig beschlos» sen« Unisorm ist nun von den Behörden bewilligt Worten. Die Bewilligung gilt vorläufig nur für Böhmen. Für Mähren und Schlesien dürfte die Bewilligung in nächster Zeit erreicht werden. Tennis und Tischtennis. Am„Internationalen Arbeitersportlag" am 4., 5. und 6. August I. in Aussig werden in diesen Spielen di« Festmeisterschaften ausgetragen. Interessenten wollen sich umgehend beim Atuv. Aussig, Bahnhof-Platz l, melden. Die Spiele werden am Sonntag und Samstag nachmittags durchgesühr!. Landeskonferenz. Die beiden Kreise in Mähren und ve> schlesisch« Kreis halte» am Sonntag, den l8. Juni, eine gemeinsame Landeskonferenz in Olmütz.Paulowitz ab, in der«ine gemeinsam« Landesleitung gewäi,.': werden soll. Damit wird die künftige Arbeit in ganz Mähren und Schlesien vcreinheill chl werden, was der Bewegung sicher zugute kommen wird. Gemeinsame Spielkurse. Die DTJ. Prag als auch der AtuS Aussig Haden bereit« beschlossen, im Spätsommer d. I. gemeinsam« Spirlkursc für Handball, Hazena und Wollet), ball durchzuführen, um so die Möglichkeiten für engst« Spielverbindungen zwischen den beiden Verbänden herzustellen. Geplant sind Kurse im Gebiete von Teplitz, Pilsen, M..-Ostrau, Brünn, Prag. Getreldeplandsdieine. Prag. 14. Juni. Die Regierung hat dem I Senat eine Vorlage über Gctreidcpsand- scheine und öffentliche Getreide» lagcrhäuscr vorgclegt. Die Vorlage verfolgt, wie amtlich mitgcteilt wird, den Zweck, die Kreditgewährung auf bereits geerntete- inländisches Ge- treidc zu ermöglichen, und zwar entweder durch Ausstellung eines Gctrcidcpsandbricfcü oder eines GetrcidclagcrschcineS(Warrant). Gctrcidcpfandbricsc lvcrdcn nur auf Mengen von mindestens 100 Zentnern ausgestellt; das Ge- trcidr bleibt im Besitz des Schuldners. Der Pfandbrief wird bei Gericht legalisiert und kann dann ähnlich wie ein Wechsel verwendet werden. Im zweiten Falle wird das Getreide in einem öffentlichen Lagerhaus eingelagcrt. Tie bestehenden landwirtschaftlichen Lagcrhäuscr werden auf Grund einer besonder» Bewilligung Getreide auch von Nichtmitglicdern einlagern und darüber Lagerscheine ausstcllen können. Aus diese Lagerscheine wird dann gleichfalls die Aufnahme von Darlehen möglich sein. Der gewährte Kredit wird nuk kurzfristig sein. Er soll dazu dienen, in der Zeit des starken Geldbedarfes der Landwirtschaft unmittelbar nach der Ernte übereilte Berkäuie von Getreide neuer Ernte zu Schleuderpreisen'hintanzuhalten und eine gleichmäßige Versorgung und Regulierung des Getreidcmarktes zu erzielen. Wir werden auf die Vorlage noch näher zu sprechen kommen, bis sie im Wortlaut vorliegt. Dr. Karas ircigcsproclien. Eger, 14. Juni. Vor einem Senat dcö Egerer KreisgerichleS hatte sich beute nachmittags der Obergerichtsrat und Gerichtsvorstand des Ascher Bezirksgerichtes Dr. Karas wegen Vergehens des Auflaufes nach Paragraph§83 zu verantworten. Rach der Anklage hat Doktor Karas am 12. März d. I., gelegentlich einer politischen Kundgebung in Asch der Aufforderung der Gendarmerie zurückzuaehcn, nicht Folge geleistet. Nach durchgrführtem Prozeß verkündete der Gerichtshof nach längerer Beratung in vorgerückter Stunde den Freispruch dcS Angeklagten, weil der Tatbestand nicht vollständig gegeben sei. Reukonstituierung des Ständigen Ausschusses. Gestern hielt der kürzlich neu gewählte Ständige Ausschuß der Nationalversammlung seine konstituierende Sitzung ab. Bor Beginn der Verhandlung hielt der Vorsitzende Dr. Stc. nök den drei verstorbenen Mitgliedern des Ausschusses, dem Genossen Pohl, dem Landbündler B ö l l m a» n und dem tschechischen Agrarier S a b l i k einen kurzen Nachruf. Bei der hieraus vorgenoinmenen Neuwahl des Vorsitzenden wurde der Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Stanök mit IS von 18 abgegebenen Stimmen zum Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses gewählt. Durch Akklamation wurden sodann zum ersten Stellvertreter der Senatspräsident Genosse Dr. Soukup,;um zweiten Stellvertreter der tschechische Nationalsozialist Abgeordneter.T u ß n t), zu Schriftführern Genosse Taub und der nationaldemokratische Senator N a v r a t i l gewählt. Alle Gewählten erklärten, die Wahl anzunrhmen. Der Senat wurde für Dienstag, den 20. Juni, um 16 Uhr cinberufen. Ans der Tagesordnung steht ein Zusatzprotokoll zum deutschen Wirtschaftsvertrag, ein belangloses Grcuzabkomnrcn mit Polen und Immunitäten und Fristverlängerungen' für das Abgeordnetenhaus. Hakenkreuz, Hammer und Sichel. Am 1. Mai holten in Lüttich(Belgien) entrüstete sozialdemokratische Arbeiter die vom deutschen Konsulat gehißte Hakcnkreuzflagge herunter und nahmen sie mit. Unbehelligt und ohne jeden Protest wehte von« deutschen Konsulat in Moskau am 1. Mai die Hakenkrcuzflagge. Die Flagge des Hakenkreuzes und die Flagge mit Hammer und Sichel nebeneinander, es war am 1. Mai 1233 zu Moskau. Tagesneuigkeiten Politische Attentate in Oesterreich Es Dr. Steidle Di- Akt sich der Der tägliche politische Mord iu Sofia. Sofia, 14. Juni. Michajlovee Atanasow hat auf Befehl der revolutionären Organisation heute vormittag in Sofia durch einige Rcvolverschüsse den Advokaten Bicew, den ehemaligen Borsitzenden der Dobrudschaorganisation, der mit den Kommunisten sympathisiert hat, erschossen. Der schwierige Weitflug. Moskau, 13. Juni. Der amerikanische Weltlieger Mattern, der Montag abends von. Chabarow sk nach Alaska gestartet war, ist DicnStag früh 6.20 Uhr(Moskauer Zeit) wieder nach Chabarowsk zurückgekehrt. Er erklärte nach seiner Rückkehr, diese sei durch die EiS- t ü r m e und Nebel über dem nördlichen Ta- taren-Sund verursacht gewesen. Der Motor dcS Flugzeuges ist in vollkommener Ordnung. viiiip ll lut im II luuiliiiiu voll vyiiiiuwiiy* Generalmusikdirektor Egon Pollak wahrend einer„Fidelio^'Borstellung im Prager Deutschen Theater gestorben. b r u ch, der gleichfalls hcrbcigerufen wurde, war auch in kürzester Zeit bei dem vom Schlage Getroffenen. Alle Bemühungen waren vergeblich, nach etwa einer Dreiviertelstunde verschied Pollak. Der seit langem ernst Leidende erlag einen» Lungenödem. Nach Schluß des ersten Aktes teilte Dirck- torstellvertreter Lieb! dem entsetzten Publikum das katastrophale Geschehen und die selbstverständliche Entschließung der Direktion mit, di« Vorstellung obzubrechen, in der übrigen- als Sängcrgäste Elisabeth R e t h b e r g(Fidclia) und Tilly de G a r m o(Marzelline) mitwirkten. * Egon Pollak, der so ergreifend seinen Tod in den Sielen, förmlich am Pulte fand, trug einen der bekanntesten Diriacntennamcn der deutschen Bühne und war weit darüber hinaus hochgeschätzt. Er war am 3. Mai 1879 in Prag geboren, widmete sich.hier nach Absolvierung des Gymnasiums erst der Mathematik, sattelte aber bald zu seiner geliebten Musik um und be- ga n n a l s Kapellmeister in Prag, in oenrsrlben Hause, in deni er gestern verstarb. 1905 ging Pollak nach Deutschland, war als Opernkapellmcister in Bremen, Leipzig und Frankfurt tätig und dann— von 1917 bis 1930 — Generalmusikdirektor am Hamburger Stadttheatcr. Vor zwei Jahren folgte er einem Ruf an die Oper in Chicago. Seit dem Vorjahre gastierte er wieder an verschiedenen deutschen Opernbühmcn, so zuletzt öfters an der Wiener Staatsopcr. In der vergangenen Sviel- zrit dirigierte er am Prager deutschen Theater eine festliche„T r i st a»"-Aufführung, die ihm als feinsinnigen, genial gliedernden, immer ganz dem Werke dienenden Musiker einen ungewöhnlichen Erfolg brachte. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus de« Programme«. Freitag: Prag: 6.00 Gymnastik. 11.00 Schallplatte«. 1825 Deutsch« Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher. 20.25„Ihre Mission", Äelch. 20.45 Populäre Lieder. 21.20 Blaskonzert.— Brünn: 16.55 Mähr. Quartett. 18.25 Deutsche Sendung: Jugendstunde. 19.25 Orchesterkonzert. 20.45 Aus den Kompositionen.von PormnbeSeu.— Spiel und Sport: Wien: 18.15 Leichtathletik.— Frauen-, Jugend-, Kinderfunk: KönigSwusterhausen: 15.00 Jungmädchen- stunde. München: 15.00 Stund« der Frau. Königsberg: 16.28 Jlugendbühne. München: 16.10 Erztehungsfunk. Wien: 16.35 Frauen- stund«.— Konzerte: Berlin: 20.10 BIaSorche- sterkonzert^ Leipzig: 20.20 Volkslieder^ Wien: 20.30 Orchesterkonzert. Leipzig: 21:15 Musikalische Kostbarkeiten. ist eine Bracht! Selbstmord auf bei» Schienen. Bei Jglau er. blickte Dienstag nachts der Lokomotivführer des Brünner Zuges in einer scharfen Krümmung einen aus dem Geleise liegenden Menschen. Er hielt den Ina an, der Selbstmörder befand sich jedoch inzwischen bereits unter den» letzten Waggon mit obgetrenntem Kopf. Die herbeigerufene Gendarmerie stellte fest, daß eS sich um einen 26- bis 30jährigcn unbekannten Mann handelte. Der Selbstmörder hatte weder Geld noch Ausweispapier« bei sich. Sudetendeutsche Anatomie und Sittlichkeit. Die sittliche Erneuerung Deutschlands greift über die Grenzen. Die der Sittlichkeit dürfen nicht überschritten werden; der Nacktheit sind welche gesetzt. Der Stadtrat zu Äo- molau weiß, wo sie laufen und nennt sie bcitn Namen: Bürgermeisteramt Komotau. Zahl 2153/33P An das Bürgerliche Brauhaus (Berwaltung des Strandbades) in Komotau. Schon wiederholt wurde von Personen beider- Geschlechts darüber Klage geführt, daß im lei Strandbad am Alauns«« Männer Badehosen tragen Was, ein Plädoyer für Nacktkultur? Nein, im Gegenteil, die Personen beiderlei Geschlechts klagen nicht über Badehosen überhaupt, sondern nur über solche, deren Formen der öffentlichen Sittlichkeit widersprechen. Es sind dies jene Badehosen in Dreiecksform, welche nur die Gesäßfurche und di« Geschlechtsteile bedecken. Der Stadtrot zu Komotau hat daher... be- schlossen,... di« Vertvendung solcher Badehosen aus Gründen der öffentlichen Sittlichkeit zu verbieten. Di« Einhaltung dieses BcrtbotS wird polizeilich überwacht werden. Die präzise Abgrenzung wird Schwierigkeiten machen. Die Polizei wirds nicht leicht Hüben. Der Beruf des anatomischen Flurenhegers ist aufreibend, Komotau, am 12. Mai 1933. D«r Bürgermeister: D r. S t o r ch m. p. Prag, 14. Juni. Generalmusikdirektor Egon Pollak ist heute abends während einer von ihm geleiteten„Fidelio"-Vorstettuug im Prager deutschen Theater gestorben. Von einem plötzlichen Unwohlsein gepackt, mußte der Gastdirigent, nicht lange nach Beginn de» ersten Akte», den Stab niederlegen und die Fortführung der Oper dem im Hause anwesen den Opernchrs überlassen. Di« Bemühungen dreier Aerzte um Egon Pollak waren vergeb lich, kaum eine Stund« später verschied er. Vorstellung wurde nach dem ersten abgebrochen. * Das jähe, erschütternde Ereignis hot also abgespielt: Generalmusikdirektor Pollak, im Rohmen der Ma i festspicle und im Zuge einer Reihe von Dirigentengastspielen, die für beute abends angcsehtc Aufführung des„Fidelio" übernommen hatte, wurde, noch einer glänzend dirigierten Ouvertüre, im Laufe des ersten Aktes von immer stärkerem Unwohlsein ergriffen. Er gab dem in einer Loge oberhalb des Orchesters sitzenden Opcrnchef des Hauses, Professor Sz 6 ll, durch Zeichen zu verstehen, daß er, Pollak, nicht wcitcrkönne. Während des Dialogs vor dem be- rühniten Kanon mußte der Dirigent den Stab niedrrlegen und wurde von Mitgliedern dcS Or chesters hinausgeführt.(Das Orchester spielt« ein paar Takte führerlos weiter, Szäll kam aber gerade noch zurecht, um beim Quar tett die Führung zu übernehmen, die er dann natürlich bis;um Aktschluß beibchielt. Nur ein Teil des Publikums hatte bemerkt, daß irgend etwas vorgefallen sei, nur ganz wenige hatten auch nur den Dirigcnteirwechsel bemerkt.) In zwischen wurde Pollak in seine' Garderobe ge bracht, wo sofort der Thcaterarzt und ein zwei ter Arzt zur Stelle waren. Professor Nonnen- auiiitniimiiiiiiiuiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiniiiiiiiiiniiiiiiiiiiiinniiniiinnniiiiiiiiiinminuiiuiinuiuiimiiHiniiimiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiuiiimiiiHiiiiiniiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuniniiiiniD Tas unbeständig« Wetter. Für heute wird vorausgcsagt: Wechselnde,«zeitweise wieder ob- nchmenoc Bewölkung, im ganzen jedoch noch unbeständig, noch immer einzelne Gewitter oder Regenfälle, mäßig warm, Wind aus nordöstlichen Richtungen. Starke Schneefälle wüteten in den letzten Stunden in den hochgelegenen Teilen Nordito- licns. Der große St. Bernhard-Paß ist durch meterhohen Schnee vollständig verlegt. Brandlegung aus Rache. Dienstag nachts brach aus der Einöde D i n n a bei der Gemeinde KremLe in Südböhmen ein Brand auS, dem das Wirtschaftsgebäude Nr. 7, das dem Johann Haj«r gehörte, zum Opfer fiel. Bei den Löscharbeiten wurde der Besitzer des Anwesens im Gesichte und an den Händen verletzt; auch seine Schwiegermutter, deren Nachtwäsche Feuer fing, erlitt Brandverletzun- g e n. Die Ställe, ein« Scheune und das ganze Dach des Wohngebäudes, und das Inventar verbrannten. Bei dem Brande erlitt, auch das Borstenvieh Brandwunden. Die Höhe des Schadens konnte bisher noch nicht fcstgostellt werden; er ist bloß zum Teile durch Versicherung gedeckt. Die Gendarmerie konnte feststellen, daß es zwei Tage vor dem Brande zwischen Hajer und seinem Anverwandten, dem Arbeiter Josef Lev aus Lhonice, zu einem scharfen Auftritt und zu Drohungen gekommen war. Lev sagt«, er werde da- für Rach« nehmen, daß seine Gattin, die bei Hafers vorübergehend gewohnt hatte, wegen Familienzwistigkeiten und Unstimmigkeiten die Wohnung verlassen mußte. Nach dem Verhör einiger Personen wurde der 30jährigc Josef Lev wegen, des Verdachtes der Brandstiftung verhaftet und in die Haft des Bezirksgerichts in Netolice eingeliefert, von wo er dem Kreisgcricht in Böhmisch- Budweis übergeben werden wird. General Balbo mit seinem Weltfluggeschwader ist noch nicht gestartet. Der Grund für die Startverzögerung liegt darin, daß die vorgesehenen Stützpunkte an der Küste Grönlands immer noch nicht eisfrei sind. Das Geschwader wird als erste Zwischenstation voraussichtlich die Seeflugstation am Ey bei Amsterdam anfliegen, die nächste Zwi. schenlanduug wird bei Londondcrry in Irland sein, von wo aus der Flug über Island nach Grönland führen tvird. Ausgabe von Ganz- und Halbjahres-Eisenbahn» karten. Ab 19. Juni 1933 werden bei der Ausgabe- stelle für Jahreskarten in Prag II., Masarykbahnhpf (oberhalb der Restanration 2. Klass«, Eingang au« der Hybernskö) die Halb- und GanzjahreSkorte» mit Gültigkeit vom 1. Juli zur Ausgabe gelangen. Die AmtSstundcn sind von Montag, den 19., bis 23. Juni von 9 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr. Samstag, d n 24. Juni, von 8 bis 13 Uhr und vom 26. bis 28. Juni und am 30. Juni von 8 bi« 12 und von 14 bis 17 Uhr. An Sonn- und Feiertagen wird nicht amtiert. Schriftliche Bestellungen aus der Provinz sowie sämtliche Anfragen können entweder durch Vermittlung des nächsten Stationsamtes oder direkt bei der genannten Ausgabestelle erfolgen. Die Amts- stunden für den Monat Juli werden rechtzeitig be- kannlgcgeben werden. 50 Prozent Fahrpreisermäßigung für Lu», landsbesucher der Prager Herbstmesse. Das Eisen- bahnministcrium erledigte das von der Messe- leitung eingebrachte und von maßgebenden Korporationen unterstützte Gesuch um Gewährung einer LOprozentigen Fahrpreisermäßigung für ausländische Besucher der kommenden Prager .Herbstmesse günstig. Daü Recht aus diese Ermäßigung besteht bei der Fahrt nach Prag und von Prag, sofern die Entfernung ab Grenze 100 Km. betragt. Dazu teilt das Messeamt mit: In Verfolg des Umgruppierungsprozesses auf dem Weltmarkt« und dadurch für unsere Industrie entstandenen neuen Absatzchancen, besonders in Ländern, wo unser Export noch nicht festen Fuß fassen konnte, ist«s für die kommende Herbstmesse das zeitgemäße Ziel, dazu bcizutragen, daß aus der gmrstigcn Konstellation für unsere Exportindustrie oie greifbarsten Vorteile erzielt werden. Trotzdem der Nachfragedienst der PMM bereit» die sich bietenden Absatzgelcgvnheiten zu erfassen sucht und auch voll ausnützt, wird doch das Schwergewicht daraus zu legen sein, durch eine planmäßige, den Konjunktur- und Einfuhrver- hältnissrn iit den Abfatzgebieten Rechnung tra- gcndc.Werbung einen erhöhten AuSlandSbesuch aus die Messe zu' bringen, nachdem erfahrungsgemäß der persönliche Kontakt am sichersten zu dauerndem Geschäftsverkehr führt. Unter diesem Blickwinkel wurde auch sofort noch Schluß der Frühjahrsmesse die Erreichung der öOprozentigen Fahrpreisermäßigung, als besonderen Anreiz zum Messcbesuche, angestrebt. Der Vulkan Jrazy(Costarica) ist in reger Tätigkeit. Der Aschenregen und die Lava gelang«» in«inen Umkreis von 30 Kilometer. Da« böhmische Kronarchw der Oeflenttichteit zugänglich. Der böhmische Landesauischyß beschloß, dos Kronarchw des Landes Böhmen, das im Tresor, des Neubaues des böhmischen Landesarchivs in Prag IV., Pod Kadetkou, untergebracht ist, als auch die Ausstellung der wichtigsten Dokumente und Urkund«» dieses Archws der Oeffenllichkeit bei freiem Eintritt täglich in der Zeit vom 18. Juni bis 2. Juli d. I. von 10 bis 14 Uhr zugänglich zu machen. Dr. Rintelen Am Sonntag wurden in Oesterreich zwei Attentat« auf bekannte politische Persönlichkeiten, verübt. Auf Dr. Steidle, den bekannten Tiroler.Heimwehrführer, wurden vor seinem .Hause in Innsbruck aus einem Auto mehrere Schüsse abgefeuert, durch die er am Arm erheblich verletzt worden ist. In Kirchdorf bei Bruck mißglückte ein Anschlag auf den Steierer Landeshauptmann und. früheren Minister. Dr. Rintelen. 91 r. 189 Donnerstag, 18. Juni 1988 Lette S Der Film PRAGER ZEITUNG Attmch der Berhandlmdm I« de» ErManIe» Don Brutto- werden wir als MMeüuag«s oem PnüMm». Sport«spiel■ KürpcrBllene 4. Tätigkeit Geriditssaal Kunst und Wissen WERD’ a, ß. der Ich. Kd Ki Ke Ke KE Kö gegeben binnen an Sic, -««««»«,e«i:«tcgfritb tut.— iib«t teb.Ite«t:«Uhel« nttftntt.— Berarrw-riNcher bkbafttnz: St.«>u«ttssk, dra,— Druck:.Rett*«.-«. fit Rtltune. Bub«uchbruck. Owe.— Kür bis Druck be«B!«»rUtch. Otte Mit, Im.— SU BtUuuaematlcnfrantati» würbe»ob bet«oft. a. liltgupbinbttdtieB atit«rttk Nr lSJ00/vn/lS<0 dtwMtgl.—««uggbebltiauitgen:«ei Zusl-llungch der Tribüne— sich w i e eine Horde Wilder benehmen und Vereinsfunktionäre, anstatt zu beruhigen, selbst Unfrieden stiften— dann ist da»«in Skandal e r st e n 01 a n fl e i, den sich die Prager Intelligenz da leistete. Aber auch der Sport, der geboten wurde, zeigte nichts, aber rein gar nichts. Es war zeitweise ein wüstes An-den-Mann'gehen, der Ball Nebensache, die Kampfunfähigmachung de« Gegners das Um und Auf der Akteure auf dem Spielfeld. Die Saazer traten nicht mit ihrer kompletten Elf an, desgleichen der DFE. Während Saaz gerade In der Hin'er« Mannschaft npd mit Strobl im Mittelhalf gut besetzt war, hatte DFE. im Angriff wohl ein Plus, aber zeitweise wußte keiner der Fünf, was er ml: dem Ball machen sollte. Vor der Pause ging es noch etwas ruhiger zu, jedoch die zweite Spielhälfte war mehr als eimnal eine Keilerei zwischen Spielern und unter tätiger MItwivkung der Zuschauer. Schiedsrichter war ein Herr aus Brünn Ihn aber allein der Schuld an den Vorfällen zu zeihen, wäre ungerecht. Er tat, was er konnte, nur traf er fast immer das Falsche. Ein Polizeiinspektor mußte intervenieren, wie überhaupt die Polizisten stark beschäftigt- waren, da de: Ordnerdienst der U)E. gänzlich versagte . und des Antrages über die Gewinnverteilung nach 88 15 und 22 der Satzungen, 7. Neuwahlen. 8. Anträge»ach 8 18 der Satzungen. Baugenossenschaft für Bank, und Sparkaksenveamte ln Prag registrierte Genossenschaft mit beschränkter.Haftung. F o ck e m. p. Rohm m. p. Die Angestelltenvertreter wären mit einem Abbau einverstanden gewesen, der Einkommen bl» zu 80.000 lü geschuht und von dieser Grenze bei Ausschluß der Alimentationszulagen 5 Prozent bis 36.000 Ke, 8 Prozent bi« 42.000 Kr und 10 Prozent über 42.000 Ks betragen hätte. Ein solcher Abbau hätte die leitenden Direktoren zu wirklichen Opfern, nämlich bei ihren Riesenge- halten bewegen ntüssen. Daher haben sic ihn ab- gelehnt. Die Anaeltelltenorgaulsatlonen und Betriebsausschüsse der drei Banken halten Beratun- gen ab, um die Richtlinien für die Weiterfüh- runa der Aktion gegen die drei Bankleitungen zu beschließen. Wir begnügen uns für heute, diese brutale und wohl einzig dastehende Vorgangs- weise festzuhalten und behalten uns unsere wei- tere Stellungnahme vor. Von der deutschen Mlnderheltt-VolkSschule In Prag XVI., Smichow. Die Einschreibungen für Knaben und Mädchen Im Schuljahre 1033/81 finden vom L8.—80. Juni l. I. für alle Klassen von 8 bis 12 Uhr Im Leltungvzimmer, Smichow, Ktesnnl- kova 235/67— gegenüber der Kirche— statt. Beizubringen sind: Geburis-, Impf-, HeimatS- und und polizeil. Meldeschein. Bei Kindern, die aus anderen Schulen übertreten, die letzte Schulnachricht mit der Abmeldeklausel. Voranmeldungen täglich. Nach deni 80. Juni können Kinder nur nach ministerieller Bewilligung ausgenommen werden. Der Aaldstelngarlen zugänglich. Am Donnerstag, den 16. Juni ist der Waldsteingarten gegen eine Eintrittsgebühr von Kö 1.— zugunsten des ist. Roten Kreuze» zugänglich. Auch die Säle des Waldstein- PalasteS können unter fachinäunischer Führung besichtigt werden. Die Demokratische FlüchtlingSsürsorge bisher Graben 17 übersiedelt mit ihrem Sekretariat nach dem Graben 27(HauS Busch). Dienststunden daselbst ab Freitag, de» 16. Juni von 10 bis 12 und von 3 bis 6 Uhr. Neue Telefonnummer: 302 71. Von der Deutschen Muslkakademle. Die Tücke des Schicksals in Form mehrfacher Erkrankungen von Mitwtrkende» war schuld daran, daß die Prager Deutsche Musikakademie aus einen der vier öffentlichen A b s o l v e n t e» a b e u d e, die dieser Tage als künstlerische Rechenschaftsberichte und Schlußprüfungen vor der großen Oesfentlichkeit stattfinden, verzichten mußte und daß gerade einige der bestkalentierten Absolventen nicht austreten konnten. In dem vereinigten erste» und zweiten Absolventenabend am Dienstag kam die instrumentale und vokale stilistische Konzerlkuust zur Geltung, und zwar in der Geigerin Gutta Ritsche, in Lrtsvorsteher al» UrluodeafAscher- Um 20 Er zu ersparen. Prag, 14. Juni. Der gewesene Ortsvorsteher des Dorfes M ä s l o v i e e, Franz K l i m e n t, hatte sich im Jahre 1981 irgendeinen geringen Waldfrevel zuschulden kommen lassen, woraus die Forstverwaltung der„Bi ene nw i r 1 s cha st l l ch« n B ersuch s a n st a l t", der dieser Wald gehört, eine Buße von 20 Ks über den Herrn Vorsteher verhängte, die dieser zugunsten der Ortsarmenkasse erlogen und womit die peinliche Angelegenheit erledigt sein sollte Tatsächlich überreichte auch der Vorsteher ein« mit dem- Namen de« Kassiers Ehalupnq gefertigte Empfangsbestätigung über 20 Kr zugunsten der Ortearmen. Erst geraume Zeit nachher stellte sich heraus, daß Ehalupny diesen, Betrag weder empfangen,«cd; quittiert habe, sondern daß der Vorsteher di« Unter. Falsch geeichte Glaser. Prag, 14. Juni. Bor dem Senat de» LGR. H r a b a nahm heute der 66jährige Gastwirt Joses Jstik Platz, eine mehr als behäbige Figur mit feuerrotem Gesicht, bläulicher Nase und weißem Schnauzbart. Sein Gewerbe scheint ihm iressl'ch an- zuschlagen, doch scheint es, daß die Ouelleu seines Wohlstandes nicht immer die elmvandfreiesten sind. AIS am 10. Feber d. I. sich ein Kontrollorgan de» Eichamtes bei dem Angeklagten einfand und die vorhandenen Trinkgefäße untersuchte, wurde iestgestellt, daß eine ganze Reihe von H a l b l 11 e r- gläsern zwar mit der Eichmarke und der Be- zeichnung 0.5 l versehen war, trotzdem aber um ein Sechzehntelliter weniger faß'en. als angegeben. Der Wirt tat sehr erstaunt und der Revisor untersagte ihm den Gebrauch der beanständeten Gläser, von denen er eine» zur wetteren Amtshandlung mitnahm. Ale der Kontrollierende aber zehn Tage'päter unvermutet wieder bei dem Angeklagbsii erschien sah er, daß sämtliche falsch geeichten Gläser keineswegs beiseitegestellt waren, sondern im Gegenteil munter benützt wurden. Nun i.f'ctteie er die Anzeige wegen Betruges. Der Gastwirt verteidigte sich durch ztvei Behauptungen, die e.nander einigermaßen widersprachen. Erstens habe er die Gläser durchaus nicht mehr benütz: und pveitenS habe der Revisor ihm ihren Gebiauch nicht verboten. Er berief sich für letztere Behauptung auf die Zeugenschaft des Dorfpolizilt n und so blieb dem Gericht"nichts übrig, als die Verhandlung zwecks Ladung dieses Zeugen zu vertagen, rb. Dieser skandalöse Brief hat folgende Vorgeschichte: Die Verhandlungen der Organisationen mit den drei Direktionen sind gescheitert. Die Bankdirektoren mit Spitzenbezügen ttt der Höhe von durchschnittlich einer Dreiviertel- "" Mas. ihrer Merit«. »Windlichter des Tode»." Roman aut Siam von Alma M. Ä a r I i it. Leipzig, Hesse& Becker Per- lag,' 182 Seiten. Kari. RM. 3.20, in Leinen geb. RM. 4.80. Aus eigener Anschauung schildert die hochbegabte Alma M Karlin in diesem Roman Siam und seine merkwürdigen Sitten. Doch ist die glän- jeiiöc Darstellung der Umwelt nicht die Hauptsache. Die Hauptsache sind vielmehr seelische Erlebnisse, die an unsere Herzen rühren. Siam hat man oft al« ..Rassentops" bezeichnet, und die Frage der Misch- ehen ist es. die die Dichterin bewegt. Wie Kindern aus solchen Ehen die europäische Erziehung zum Verhängnis werden kakin, wird an küni:ier''ch geformten Beispielen erhärtet. Jedenfalls ein Problem, das gerade die Gegenwart in besonderem Maße fesselt. Das Buch ist bei aller Knappheit ieid> an urwüchsigen Gestalten: neben Siamesen stehen Europäer nnd Europäerinnen. Ein Kabinettbildchen eigener Art hat die Dichterin in der siamesischen Prinzessin Tup Tim geschaffen. Ter Roman ist von herber Schönheit und einer fast männlichen Kran. ES ist ein Buch, über da» man noch lange Zeit nachdenkt, wenn man eS aus der Hand gelegt hat. Genosse Ernst Polach wird am Freitag, den 16. ds., um 12.80 Uhr an der Prager deutschen Universität(Karolinum) zum Doktor der Rechte promoviert. 1281 Kinderfreunde fkroo» Der Kindertag findet nicht am 2 o n n t a g, den 18. Juni statt, sondern am Sonntag, den 25». Juni aus dem Platz der D. T. I. am Pohobelee. Sonntag, den 18. Juni Tagesausslng nach Zbraslav. Znsantntenknnfl nm>teun Uhr vormittags bei der Endstation der 21er Linie in Hodkowiü. Million KS jährlich wollen durch diese senkündigung einen Abbau der Gehalte Angestellten erzwingen, der betragen soll: Bei Beamten: Gesamteinkommen: Kr 18—24.000 5 Prozent, KS 24—32.000 10 Prozent, KS 88—42.000 15 Prozent, 42.000 20 Prozent Bei S-koutislen: 18—16.000 5 Prozent. 16.000 10 Prozent. von Kr über Ks Die Angestelltenvertreter wären mit Hann» im Glück. Dieser ist natürlich Albers: diesmal neu, beweglich, wenig asfektiert, leider wieder unendlich unwiderstehlich; wa» mit der schönen Rainer ganz angenehm sein kann, wenngleich ihre Schauspielkünste ebenso problematisch sind, wie der Musikerfolg ihrer Jazzband. Sehr gut spielen die Weintraubs; überhaupt ist die Musik dieses Films bester Teil. K a r l s lu e i fi, Sima(jetzt int braunen Hemd) und Gülstorf bieten besten deutschen Filmdurchschnitt, R o 11 e r i Dialoge können gefallen, A e r r o n s Regie ist routiniert und ganz witzig in manchen Einfällen, der Inhalt zeigt wieder einmal, wie arme Komponisten in unsrer Welt Karriere machen: gegen die„Bonzen" natürlich; Borhitlerstimmung sozusagen. W. 8. der Pianistin Elsa Grauer, in der Sopranistin Kläre Sturm, in dem Flötisten Viktor Kohn und in dem Geiger Vladimir A v r a m o s s. Moderne und alle Werke, von E a s e l l a, Debussy, G. F. Händel, K a r g- E h l e 11 und Glazou» ow, dienten diesen Absolventinnen und Absolventen al» Prüfstein ihre« mehr oder weniger reifen Könnens, da» unterschiedlich sestznstellen pädagogische Gründe verbieten. Nnr so viel sei gesagt, daß alle diese mit großen Hoffnungen in den praktischen Musikberus eintretenden Kunstjünger ein ansehnliche» Maß technische» Könnens und musikalischer Tüchtigkeit aus ihren schweren Lebensweg von ihren Lehrern mitbekommen haben.— Eine formelle Anregung sei heute auch gegeben: Umfangreiche Konzerlwerke zu vermeiden. Denn al» Probe erworbener Künstlerschaft genügen auch bescheidenere Gaben, z. B. bloß ein Satz eine» Konzertes oder einer Sonate. 8. J. Abonnement 1038/1084. Ausgabe für bisherige Abonnenten, die eine Veränderung ihre» Abonnement» vormerklen, täglich. Annahme von Börmer- kungen für neue Abonnenten täglich. Ausgabe der Karten ab 21. Juni. Dienstag: Erstausführung:„Lulu" von Frank Wedekind(Erdgeist und Büchse der Pandora in der Bearbeitung von Otto Falkenberg) Regte: Gellner. Abend der Kompositionsablellung der Musil- atademie. Heule 8 Uhr im Mozarteum. We.le von Komma, Grauer, Koneezny, Hirsche, Spilling, Süßkind und Brabee; für Klavier, Gesang, Suite sür zwei Klarinetten und Bassethorn, Streichtno. Karlen >1—9 Ke. Letzter Absolventenabend, Mittwoch, den 21. d. M. In der Produktenbörse. Konzerte mit Orchester- begleitnng. Karten 3—15 Ks bei E. Wetzler. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Donnerstag.>48 Uhr:„Fabian, der Elesant" (E2).— Freitag, 148 Uhr:„Aida', Gastspiel Rethberg—Branzell(D 2).— SamStag, >48 Uhr:„HosemannS Söhne", Ensemblegastspiel B r e s s a r t(A. A.). Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Donner» tag, 8 Uhr:„Dreimal Offenbach"(Salon Pitzelberger, Verlobung bei der Laterne, Insel Tuli- patan), volkStüml. Vorstellung.— Freitag, 8 Uhr: „F a b i a n,.d c.t j£ I e f a n t".— Samstag,>48 Uhr: Holländer^Revue:„H ochste Eisenbahn", Erst- ! aufsührung.. BLOND J Der Personenverkehr auf der Streike Prag—Pilse«. Lin» Acnßerung der Eisenbahnverwaltung. Die Elsenbahnverwaltung teilt zu der Einführung von Motorzügen aus der Strecke Prag-Pilfen mit: Die Verdichtung und Beschleunigung des Verkehrt aus dieser Strecke sand die allgemeine Sympathie des Publikum», doch wurde von einigen Seite» ausgesetzt, daß die Mvtorzüge der Frequenz nicht nachkämen und durch Dampfzüge ersetzt würden. Ter Zweck der Einführung von Motorzügen war die Belebung der Frequenz auf der genannte» Strecke, die Ergebnisse der.letzten Leit Habe» also, bewiesen, baß das angestrebte Ziel erreicht würde. Bei einer größere» Zahl von Passagieren ist die Beförderung durch Dainpfzüge vom Gesichtspunkte der Wirtschaftlichkeit »u» voll am Platz. Dem Publikitm werden durch die Einschaltung der Züge 621(Wilsoubhf. ab 6.65), 622 iWilsoiibhf. an 7.17), 625(Wilsonbhs. ab 16.10) Und 630(Wilsonbhs. an 20.27) außer der größeren Be- quemlichkeit(vierachsige Schnellzugswagen) auch noch alle Bortelle der Motorzüge, d. I. erhöhte Geschwindigkeit und normaler Fahrpreis gewahrt.