Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh.,. SrwaNIon a. LeNooUuam Dragii,3tchiian!iii8*XtltpO.: 20793, 31469.SlachUrdaN.(aO 31 Ugt): 33636 ♦ ÖoM®ttfamt:37544 Ktf 1 r T Kvzelprets 70 Heller. ^Einschließlich 6 Heller Porta) licfcä aküdemie 13. Jahrgang. Sonntag, 18. Äuni 1933 Rr. 142. Die wiener Dombcnwericr sind Mitglieder der NSDAP. Eine Verlautbarung der Wiener Polizei. nugenberg desavouiert. Deutschland widerruft die Forderung nach Kolonien. London, 17. Juni.(Reuter.) Aus autorita- tivcr Quelle verlautet, daß die deutsche Delegation bei der Weltwirtschaftskonferenz den holländischen Delegierten C o l i j n informierte, dos; das von Hugeuberg vorgclcgte Memorandum betreffend die deutsche» Kolonialforderuiigen in keinem Falle die Ansicht der gesamten deutschen Delegation bedcntct, sondern bloß die p e r s ö n- lüche Anschauung Hu gen berg s. Das Rcutersche Bureau will erfahren haben, das; das M e m o r a n d u m nicht unter den Mitgliedern der Konferenz zirkulierte, und das; es seht dcfinit iv>v i d erruf en wurde. Ter Sowjetdelegierte Litwinow erklärte, er wisse nichts von diesem Memorandum mit Ausnahme dessen, was er in den Zeitungen gelesen habe. Litwinow sagte, er glaube, daß die Autoren dieses Memorandums vielleicht in die durch die sehr ernsten Probleme geschaffene schwierige Atmosphäre der Konferenz auch etwas Ko m i k hinein trogen wollten.■ Hugcnberg verläßt London! London, 17. Juni. RcichSministcr Dr. Hu» gen berg ist um 20.30 llhr von London a b- q e re i st. Das Dritte Beltlt I» Cer Praxis: Alle Beamtenvertretunsen au Woben! Berli n, 17. Juni• Der Reichsminister des Innern hat im Anschluß an daS Vorgehen Preußens an sämtliche ReichSressortS die Aufforderung gerichtet, die Bramtenvertretungen im gesamten Bereich der Reichsverwaltung auszuheben, weil ihr« Einrichtung ein Verhältnis zwischen Dienstvorgesrtzten und Beamtenschaft vorauSsetze, daS nicht auf Bertrauen von Mensch zu Mensch gegründet sei, sondern, im Zeichen der inneren Entfremdung stehend, der Einschaltung eines Zwischengliedes bedürfe. Oie Redakteure der„Münchner Post* verhaltet München, 17. Juni.(Eigenbericht.) Die Schriftleiter der sozialdemokratischen„M ü n> ch e n e r Po st" halten gestern vor dem Schiedsgericht des JournalisteuvcrbandeS Verhandlung wegen des ihnen noch zustehcnden Gehaltes. Von dieser Verhandlung weg wurden sic von der politischen Polizei verhaftet. Dreißig ParteiiunHioitäre In Homburg verholtet. Hamburg, 17. Juni. Dos Kommando z. b. B. hat in der vergangenen Nacht 30 führende Sozialdemokraten aus einer verbotenen Versammlung heraus f r ft genommen. Unter ihnen befindet sich der früher« Polizeisenator S ch ö n f e l d e r, der Reichstagsabgeordnete Dahrendorf, der frühere Senator Eifenbarth und der hamburgische Par- teivorsitzende Mettmann. Ucbcr die Verhaftung bringen die Blätter folgende Einzelheiten: Am Freitag>var im Kommando der Polizei zur besonderen Verwendung in Hamburg bekannt geworden, daß im Gebäude des sozialdemokratischen„Hamburger Echo" eine geheim r V e rsa mm l u n g stattfinden sollte. Ta beim Eintreffen der Beamten der Pförtner des Hanfes angab, eü befinde sich keine Person im Hanse, und sich weigerte, die Schlüssel her- auszügeben,. waren die Polizeibcamten gezwungen, mit einer Leiter über den Luflschacht durch ein Fenster« den Versammlungsraum einzudringen. In dem nur schwach beleuchteten Zimmer befanden sich 30 sozialdemokratische Führer, die verhaftet' worden sind. Angeblich hielten sic eine Beratung über die Zukunft des„H a m- b u r a c r Echo" ab. Ans der Tatsache jedoch, daß die Versammlung im gcheimen stattfand, sowie aus den unter dem Tisch gesundeneu Schriftstücken und aus anderen Papieren sollen sich Beweise hoch- und landcsverräterischcr Umtriebe ergeben. Wien, 17. Juni.(Eigenbericht.) Die Wiener Polizei gibt in den späten Abendstunden bekannt, daß di« Terrorakte, die am 12. und 18. in Wien verübt wurden, von der Polizei aufgeklärt werden konnten. Dir Täter und Ihre Mitschuldigen sind zum größten Teil bereits in Haft. Ihre Namen können jedoch im Interesse der Untersuchung noch nicht bekanntgegeben werden. Nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung gehören die Täter einer W e h r s o r- mation der NSDAP an. Nach Meldungen der nationalsozialistischen Presse wurde ein Teil der gestern dem LaudcSgcrichte in Wien eingeliescrten Nationalsozialisten wieder auf freien Fuß gesetzt, doch wird die Untersuchung gegen sie fortgesetzt werden. Ebenso wurde auch bei den Gerichten in der Provinz ein Teil der inhaftierten Nationalsozialisten wieder, frrigclassen. Eine Dombe in Klagenlurl. Zn Klagenfurt wurde heule nachts in der Miestaler Straße, in dem der christlichfo- ; i a l c LandcSrat Silvester Leer wohnt, ein Explosionskörper, der knapp an die Planer gelegt worden sein dürfte, zur Erplo- sion gebracht, wodurch zu ebener Erde und im ersten Stockwerk insgesamt 37 Fensterscheiben der Nordfront und die Haustür zertrümmert wurden. Zn dem Gehwege vor dem-Hause selbst wurde eine Bertiefung im Ausmaße von 25 Zentimeter im Quadrat verursacht..Unmittelbar danach: wurden in der Bahnhofstraße vor der Kapuzinerkirche, in der Paulitsch-Straße und weiters in der Feldkirchener Straße Papier- böller zur Explosion gebracht, offenbar mit dem Zwecke, die Bundcspolizci nach alle» Rich- jungen hin zu zerstreuen. Im Zuge der sofort aufgcnommeneu Erhebungen wurden m e h r c r e Personen f c st g e n o m m e n. Wien duldet Keine Hitler-Hirne. Gestern abends hat eS bei der Ausführung des HitlcrpropagandafilmS„Blutendes Deutschland" in zwei Wiener KinoS Krawalle gegeben. Die Polizei hat deshalb die weitere Vorführung de» Films verboten. Vie Großmächte für den Schutz Oesterreichs gegen Hitler. Paris, 17. Juni.(HavaS.) Zur gestrigen Unterredung des Bundeskanzlers Tr. Dollfuß mit dem Außenminister Paul-Boncour benierkt das„Journal", daß im Verlaufe der Unter-1 icdung auch über die gegenwärtigen politischen Ereignisse gesprochen wurde. Dr. Dollfuß hob hiebei hervor, wie gewalttätig der Angriff gegen die österreichische Unabhängigkeit vorgchc. Ministerpräsident D a l a d l e r und Außenminister Paul» Boneour antworteten hieraus, daß kein großer europäischer Staat hiebei gleichgültig bleiben könne. Bisher wurde nicht entschieden, aus welche Art und Weise man aus die Entwicklung dieser Frage Einfluß nehmen sollte, da die Sache nicht bloß Frankreich tangiere. Sicher sei jedoch, daß Großbritannien, Italien und Frankreich Oesterreich nicht dem fremden HitlrrismuS preiSgrben würden. Tie konservative und katholische Presse in Frankreich anerkennt in sympathischer Art, daß Bundeskanzler Dr. Tollfuß die Unabhängigkeit Oesterreichs verteidige. Die Linkspresse, vor allen« aber die sozialistischen Blätter, besteht jedoch darauf, daß Bundeskanzler Tr. D o l l- s u ß den politischen Parteien und dem verfassungsmäßigen Leben eine größere Freiheit cin- ränmc. Sie lügen wie gednidilr " Berlin, 17. Juni.(Eonti.) Nach einer Meldung au« Wien gibt der Wiener Gauleiter der NSDAP Frauenfeld bekannt, daß Lan- deSinspektor H ä b i ch t ihn mit seiner Vertretung für Oesterreich beauftragt habe. + Man vergleiche damit die gestrige Meldung ans Berlin, wonach Hitlers Stellvertreter Heß parteiamtlich erklären läßt, die Reichslcitung der N2TAP lehne cs g r u n d s ä h l i ch ab, sich in die innerpolitischen Verhältnisse eines Gebietes außerhalb der deutschen Staatsgrenzen einzumischen oder Partcigcbildcn außerhalb der Grenzen irgendwelche„Weisungen" oder„Ratschläge" zu geben. Die Herren mischen sich beileibe nicht in die inneren Verhältnisse eines anderen Landes ein, aber sic ernennen ganz offiziell von Berlin oder München aus einen neuen„Landcsinspcktcnr" für Oesterreich. Ist daS nicht tatsächlich der Gipfel der Verlogenheit? Und kann man da noch glauben, daß ausgerechnet die Nazipartci auf tschechoslowakischen! Boden von der reichSdcutschen Führung so unabhängig ist, wie die Herren nm I u n g der mißtrauischen Oeffcntlichkei» jetzt gerne cinrcdcn möchten? 8» ändern sich die Zeilen! Herr Jung unterschlagt seine eigenen Theorien. Als der Abg. Jung, seines Zeichens „I. Parteivorsitzcnder" der NSMlP, am 10. Jänner im BndgetauSschnß des Abgeordnetenhauses seine bekannte erste Loyalitätskund- gebnng vom Stapel ließ, gipfelte diese weh- nrütige Absage an die bisher verfochtenen Grundsätze in dem offenherzigen Bekenntnis: „Sind wir Nationalsozialisten je Phantasten gewesen? Nein! Wir haben niemals die Wirklichkeit außer Acht gelassen. Die um uns wirkende» Kräfte sind zumeist stärker als wir... Dieser Zwang führte von der anfänglichen Romantik zur Erkenntnis der harten Tatsachen und bestimmt die Politik aller sudetendcuIschen Parteien— auch der meinigen." Das Geständnis hat nichts gefruchtet. Fünfzehn Jahre henimungsloscr Demagogie und ständige Anbiederung an die braunen Briganten jenseits der Grenze sind zu viel, als daß solche Umkehr nun glaubhaft erscheinen könnte. So waren seither auch alle anderen Rückzugsmaiiöver von Anfang an zum Scheitern verurteilt: Jung mochte noch jo„gemäßigt", noch jo loyal lind staatstreu um Verständnis betteln, seine Beteuerungen erregten nur die Verachtung derer, an die sie gerichtet waren, das Gewinsel seiner Zeitungen nur die Heiterkeit derer, die sie zu lesen verstehen. Immer bedrohlicher wird die Situation der nationalsozialistischen Partei-. Was Wunder, wenn der der Verhaftung nur mit knapper Not entgangene„Führer" sich zn einem letzten verzweifelten Schritt entschlossen hat und nun eine Ideologie, die er durch all die Jahre propagierte, nicht mehr bloß vom Rednerpltlt aus, sondern auch i n seiner t h e o r e t i- s ch e n S ch r i f t, der Bibel des sndetendeut- schcn Nationalsozialismus, zu Grabe trägt? So ist denn„Der nationale Sozialismus" des Abg. Jng. Rudolf Jung knapp vor Torschluß noch schnell in einer Neuauflage (Aussig 1933, NSP Verlag) erschienen, die sich von der bisher maßgebenden 1T. Auflage des Buches(München 1922, Deutscher Verlag) sehr wesentlich unterscheidet. Die Art, wie das seit elf Jahren offenbar ungestillte Bedürfnis nach programmatischer Klärung befriedigt wird, ist nngemein interessant und es lohnt sich, die beiden Auflagen ein und desselben Buches mit einander zu vergleichen. Denn es zeigt sich dabei, d a ß I u n g i m L a u f e d c r w e n i g c n M o n a t e, d i e seine persönliche S i ch c r h c i t i n Frage st c l l t c n, seine ganze politische Konzeption, die durch elf Jahre nnwidcrrufen die Partei beherrschte, aufge- g c b c n u n d a n s c i n e m e i g cncnPro- g r a m m s ch in ä h l i ch c n B c r r a t g e ü b t h a t. Bor allem das, was in der neuen Ans» sigcr Auflage nicht mehr enthalten ist, zeigt mit aller Deutlichkeit, wer s ch n l d d a r a n i st, daß heute viele junge Menschen unter dem Verdacht der Jrredcnta in tschechvslotvakischen Gefängnissen sitzen und wo die Urheber der geivissenlosen Verhetzung und Verblendung zu suchen sind, die jetzt vor ihren eigenen Phrasen Reißaus nehmen und in einer widerlich schlecht gespielten Loyalität Schutz suchen. Allzu viel nur läßt die neue Auflage des „Nationalen Sozialismus" vermissen, woran sich die Leser der zweiten Auflage elf Jahre lang erfreuen konnten, so z. B. gleich das Vorwort, das mit den herzerhebenden Sätzen eichet: „Wir sind bereit, mit Herz und Kops und Hand mit zu schassen am Werke der Zukunst, daS aus dem brodelnden Hexenkessel der Gegenwart erstehen soll und wird! Als Junge wenden wir uns an die brausende, stürmische.Jugend, die nicht zweifelt ,und ängstlich wägt, sondern hasst und glaubt, die gewinnt, weil fi« wagt! Selbstvertrauen, M»t und Tatkraft, aber auch Selbstlosigkeit sind unsere Stern«! Sie waren die Pfeiler der großen Vergangenheit . unseres Volkes, sie werden auch die Bausteine 88 reidisdeutschen Zeitungen das Postdebit entzogen. Prag, 17. Juni. Amtlich wird gemeldet: Tie reichsdcutschen Behörden haben im Laufe der letzten zwei Monate 66 tschechischen und deutschen Zcitschristen, die aus deni Gebiete der Tschechoslowakischen Republik erscheinen, darunter auch Zeitungen und Revuen, die gar keinen politischen Eharakier tragen, das Postdebit in Deutschland cutz^en. Tic tschechoslowakischen Behörden haben sich ähnlicher Maßnahmen bloß in Ans- nahmesällen bedient und beschränkten sich bloß auf das Verbot von Blättern extremer Richtungen. Tas neue Vorgehen der rcichsdcntschen Behörden hat ttiiii die tschechoslowakischen Behörden dazu bewogen, ihre bisherige liberale Praxis einer Revision zu unterziehe». Die Folge hievon ist das Verbot der Beförderung von 98 reichsdeutschen Blättern in die Tschechoslowakei, die hier am meisten verbreitet sind und die in cineni de» Interessen der Tschechoslowakischen Republik ungiin- stigen Geiste geleitet sind. Die Liste enthält, u. a. folgende Blätter: Berliner Tageblatt, 8 Uhr-Abendblatt, Berliner Börsen-Couricr, Berliner Lokalänzciger, Deutsche Allgemeine Zeitung, Frankfurter Zeitung, Germania, Kölnische Zeitung, Kreuzzeitung, Vossischc Zeitung. Außer diesen gleichgeschaltetcn bürgerlichen Blättern werden auch einige von den Hakenkrcuz- lern gestohlen« frühere sozialdemokratische Organe genannt, wie z. B. die Münchner Post, Leipziger Volkszeitung, Dresdener Volkszeitung. Die Liste führt weiters auch eine Anzahl illustrierter Blätter an, wie die Berliner Illustrierte Zeitung, Tie Tame, Fliegende und Mcg- gendorscr Blätter, Gartenlaube, Scherls Magazin, SimplicissimuS, Sport im Bild, Die Woche. Aussdiluß der Sozialdemokraten aus den baurlsdien selbstverwal- tungsKörpersdiaiten. Berti n, 17. Juni. Wie das Eonti-Büro mitteilt, dürsen laut Erlaß des bayrischen Innenministers die sozialdemokratischen Mitglieder der kommunalen Körperschaften Bayerns, solveit sie nicht selbst ihre Amtsniederlegung im Interesse der öffentlichen Sicherheit und zum persönlichen Schutz(!) vorgenommen haben, an den Sitzungen dieser Körperschaften bis auf weiteres nicht m e hr teil nehm en. Zur Begründung dieser Maßnahme wird aus die außerordentliche Erbitterung der Bevölkerung bingewiesen, daß sich Angehörige einer Partei, deren Mitglieder und Führer von Prag aus den Reichskanzler und das neue Deutschland schmähen, noch in Gemeindevertretungen befinden und dort über das Wohl»nd Wehe von Teilen des deutschen Volkes bestimmen. Seite 3 Sonntag, 18. Juni 193b Nr. 143 feinet Zukunft fein. Au» ihrem Schoße soll sich erheben, unserer Sehnsucht Ziel, unsere» Wollen» Preis, da» freie, soziale Alldeutschland!^ Herr Jung ist alt geworden, einer,„der zweifelt und ängstlich wagt" und sein Buch gerade dort zusammenstreicht, wo es am aufregendsten, aber auch am klarsten wird, wie auf Seite 74 der Münchener Auflage: „To sehen wir denn ungebeugt und unge. Krochen in di« Zukunft. Wenn auch nur erst in der Ferne und noch von Nebeln umhüllt, wir sehen c» doch emporsteigen, da» Ziel, für da» wir kämpfen: Da» freie, soziale Alldeutschland! Das Werk vorzubereiten, an ihm zu schassen mit heißem Her; und zähem Willen, unbeirrt und unbekümmert, ist die Ausgabe de» natoaaleu Sozialismus!" Kciit Wort davon ist in die Aussiger Neuaustage hinübergenommen worden! Mit keinem Wort wird den wissensdurstigen Lesern verraten, wofür„wir" seit elf Jahren„kämpfen" ttnd zlvar„mit heißem Herzen und zähem Willen, unbeirrt uttd unbekümmert". Und auch kostbare Reminiszenzen aus der Parteige- schichte mußten der veränderten Situation ttnd dem erhöhten Interesse der Staatsanlvalt- schaft zum Opfer gebracht werden. So die interessante Mitteilung auf Seite§1 der Münchetter Auflage: „Am 21. Oktober 191$ legte sie(Tie nationalsozialistische Partei. D. Red.l in der konsiituie- reitden Nationalversammlung Tentschösterreich» im Gegensatz zu den teil» ablehnenden, teil» gewutt. denen Erklärungen der Christlichsozlalen, Sozial- demokraten mtd deutschnationalen Bürgerlichen... durch den Di und ihres Parteivor- sitzenden, Abgeordneten Knirsch, ein freimütige» Bekenntnis zu All- d e u t s ch l a n d ab." Dem jetzigen Parteivorsihenden, Abgeordneten Jung, hingegen mangelt es sogar an Freimut, den Bericht über Knirschens freimütiges Bekenntnis zu Alldeutjchkand in die Auflage von 1983 zu übernehmen. Nichts erfährt nu n nun darttber uttd auch nichts darüber, daß cü am 7. und 8. August 1920 in S a l z b u r g„zur Vereinigung aller Ratio- nalsozialisten Teutsch'österreichS, des Deutschen Reiche» und der Tschechei zur Nationalsoziali« stischen Partei des deutschen BolkeS"(is. Auflage, Seite 81) gekonnnen ist und daß das auch jetzt noch geltende Parteiprogramm der sudetendeutschen TNSAP von diesem Kongreß beschlossen wurde, nichts darüber, daß diesem alldeutschen Kongreß noch eine zweite, gleichartige Tagung am 13. und 14. August 1921 in Linz folgte(II. Ausl., Seite 83/84), die eine Resolution der Herren Karg und Jung annahm und daß diese Resolution ebenfalls heute noch im Parteiprogramnt der sttdeten- deutschen D N S A P figuriert. Nichts erfährt man aus der Aussiger Ausgabe über den 1. Punkt des Salzburger Programms, „Wir fordern daher: 1. Zufammenfaffung de» gefamten deutschen Siedlungsgebiete» tn Europa zum demokratischen, sozialen Deutschen Reich, taikriiftigsten Schutz aller von un serem Volke bewohnten und von fremden Völkern beherrschten Gebiete." denn Herr Jung macht eS sich bequem und hat diese programmatische Forderung seiner Partei in der Neuauflage feincS Buches einfach ausgelassen. Aber auch die authentische Interpretation deS Parteiprogramms durch den„Führer" darf den Lesern von 1933 nicht mehr zu Gesicht kommen, obgleich das Prograntm seit 1922 nicht abgeän- dcrt wurde. Damals allerdings lautete sie: „Dies« Ergänzung ist bloß dl« natürliche Folge au» den Leitsätzen(Da» Salzburger Programm. D. Red.), welche sich als politische» Ziel den nationalen Einheitsstaat sehen... Das politische Ziel der nationalsozialistischen Bewegung Ist— wie bereit» gesagt— der nationale deutsche Einheitsstaat, also Alldeutschland."(II. Ausl., Seite 89.) Wobei— wie bereits gesagt— von dem jetzt noch geltenden, im Jahre 1922 beschlossenen Programm der DNSAP die Rede ist. Aber die Zeiten ändern sich und während das Programm nach außen hin noch unverändert aufrecht erhalten bleibt, wird ein Edelstein nach dem anderen aus der Krone natio- nalsozialistischer Staatskunst gebrochen und zum alten Ramsch gelegt und derselbe Jung, der heute mit der mitteleuropäischen Zollgemeinschaft hausieren gebt, um sich den Anschein eines„seriösen" Wirtschaftspolitikers zu geben, und sich dabei an tschechoslowakischer Staatsgesinnung nicht genug tun kann, schrieb 1922: „Wir sehen also Völkerstaaten, welche die Nationalitätenfrage nicht einwandfrei gelöst haben, nicht nur al»-Hemmnis der völkischen, sondern auch der wirtschaftlich-sozialen Entwicklung au. Demnach bildet der völkische Einheitsstaat auch au» wirtschaftlichen Gründen unser staatliche» Hochziel."(II. Ausl., Seite 162.) In der Neuauflage aber heißt es wörtlich: „Unser Hochziel hingegen ist und bleibi die Selbstverwaltung, welche echt gertnanisch ist." (Seite 66.) Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die„Hochziele" der sudetendeutschen Hakenkreuzpartei; was in der Münchener Ausgabe des„Nationalen SozialiSnms" noch als tiefste Aeußerung deutschen Dettkens verkündet wurde, wird in der Aussiger mit keinem Wort mehr erwähnt und wenn man das Aussiger Bekenntnis arglos und ohne Ansehung seines Autors liest, könnte man meinen, sie stamme von dem harmlosesten Menschheitsverbrüderer, der die Oeffentlichkeit jemals mit seinen Naivitäten gelangweilt hat. Kein Wort mehr von Alldeutschland und vom völkischen Einheitsstaat, kein Wort mehr von Jrredenta und Krieg, dafür aber ein im Tonfall resignierter Sachlichkeit gebändigter Kahl über Selbstver- waltnng und deutschen Idealismus, aus dem keilt Mensch klug werden kann und dessen Albernheit dem großen und wichtigen Thema nur Abbruch tut. Herr Jung aber plaudert munter drauf loS, als ob den„Nationalen Sozialismus" von 1922 nicht e r, geschrieben hätte. Gestern noch ein Propagator des„freien, sozialen Alldeutschland", heute ein Rufer im Streit um die sudetendeutsche Autononiie, morgen vielleicht schon antimarxistischer Filialleiter des tschechischen Bürgertums ün sudetendeutschen Sprachgebiet, braut er. sich seine Theorien zurecht, wie er sie gerade braucht, ttnb wundert sich vielleicht noch, wenn er statt Anerkennung seiner Wendigkeit nur Spottfür seine Feigheit erntet. Heute steht er vor dem Zusammenbruch seiner politischen Vergangenheit, den er selbst systematisch herbcigcführt hat, und prüft die Chancen, die ihm eine neue Konjunktur versprechen könnten. Und darum wjrd es gut sein, die Vergangenheit dieses Jung nicht aus dem Auge zu verlieren, die so viele Opfer gefordert hat und vielleicht noch fordern wird, darum ist es unerläßlich, jetzt schon die Verantwortlichkeit festzustellen, damit niemand glaube, daß aus der neuen Auflage des„Nationalen Sozialismus" ein anderer Geist spreche als jener der bedenken- und henrniungSlosen Demagogie, die alle Welt für ihr Versagen verantwortlich machen möchte und nicht einsieht, daß nur ihre eigene Existenz und nichts anderes die Ursache ihres Zusammenbruches ist. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiimiiiiiiiiiiniiiiiiniiiiiHiiiiimniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiniiiiniiiiiiiiniiiiniiiira Die Arbeitslosigkeit in NordMHimcn. Rückgang im Hal: sieben Prozent In den 47 Bezirksanstalten für allgemeine unentgeltliche ArbeitS- und Dienftvertnittlung in Nordböhmen waren im.Mai 16.033 ArbeitS- und Dienststellen und 209.525 Beiverber uttd Bewerberinnen angemeldet, wobei 13.347 Vermittlungen erzielt wurden; davon in Aussig a. E. 1326, Brüx 1100, Bodetrbach 985, Teplth-Schönau 596 und Leitmerttz 594. Ten Berufsgruppen nach cutfallen 3366 auf di« Landwirtschaft, 8029 aus Bauarbeiter, 1526 auf Taglöhuer, 851 auf Hilfsarbeiter, 761 aufHauShaltungSpersonal, 723 aus di« Textilindustrie und 595 auf di« Glasindustrie. Die Anzahl der Arbeitslosen in Nordböhmeit ist nur um 11.699, also nur um sieben Prozent, aus 157.713 gesunken. Auch dieSntal zeigt sich dieser Rückgang hauptsächlich in den Saisonberufen, vor allem bei den Bau-, Hilss und Tagarbeitern. Leider bleibt die Beschäftigung im Baugewerbe bedeutend schwächer als ttt den früheren Jahren. Mit Jnvestitionsarbeiten wurde nur in einzelnen Fällen begonnen und auch die Anzahl der Not« standsarbettett blieb gering. Es handelte sich nur unt 88 Arbeiten, bei denen 3409 Personen beschäftigt waren. In den Hauptindustrieen Nordböh- mens, d. i. in der Texin-, Glas- und Metallindustrie zeigt« sich säst keine Besserung, auch die Holzarbeiter waren schwach beschäftigt. In einer ungünstigen Loge befinden sich die-Handels- und Jndustrieangestellten, von denen 4221 Arbeitslose i» Evidenz geführt wurden, unsicher ist die Entwicklung im Gastgewerbe in den verschiedenen Sommerfrischen, eine weitere Einschränkung der Arbeit droht int Bergbau. Die Saison in der Bekleidungsindustrie war schwach. Ausfallend ist Maßregelung von Gerichtsbeamten im Brllxer Kreisgerichtssprengel. Prag, 17. Juni. Amtlich wird gemeldet: Bei Untersuchungen in einigen Gerichten im Rayon des KreisgerichteS in Brüx wurde festgestellt, daß einige der GerichtSangestellten bisher die Staatssprache entweder überhaupt nicht oder in eineni absolut ungenügenden Maße beherrschen, und daß sie sich nicht einmal ihrer Pflicht bewußt sein wollen, im Dienstverkehr diese Sprache zu gebrauchen. Diese Angestellten ntüsfen wegen der Unkenntnis der Staatssprache als für ote Bersehung eines AnttüpostenS dauernd ungeeignet betrachtet werden urü» es ist bei ihnen dte Voraussetzung des 8 66 der Svrachenverorduung gegeben, daß sie nach den gültigen Vorschriften in den dauernden Ruhestand versetzt werde». Die entsprechenden Amtshandlungen wurden aus diesem Grunde bereits eingeleitet. Da bei einigen Kanzleihilfskräften festgestellt wurde, daß sie an antistaatlicher politischer die verhältnismäßig große Anzahl des arbeitslosen.Haushaltungspersonals(3250).- lieber 10.000 Arbeitslose waren im Rlai in den politischen Bezirken: Gablonz a. N. 15.445, Neichenberg 14.889, Tetschen 14.032, Teplih- Schönou 12.515, Brüx 10.792, B.-Leipa 10.450, — den Berufsgruppen nach handelte es sich um 29.958 Textilarbeiter, 24.579 GlaS-, 24.032 Hilfs-, 15.958 Ndrtall-, 13.093 Bau- und 12.788 Tag. arbeiter. Den Staatsbeitrag zu der gewerkfchaft. lichen Arbeitslosenunterstützung erhielten 40.679 gänzlich(26.4 Prozent) und 21.861 zeitweise Arbeitslose, also zusatnmen 62.540. Darunter ivaren 20.827 Textilarbeiter, 10.519 Glasarbeiter, 8319 Hilss-, 7663 Metall-, 3131 Bau-, 2882 Holz- und 2004 Tagarbeiter und 1360-Handels- bnd Jndu- strieangestellte. Die prozentuelle Anzahl der ge- werkschaftlich Unterstützten ist in verschiedenen Gegenden ganz verschieden. So waren eS nach der Statistik für den Monat Mai im Bereiche der Anstalt Rochlitz a. Jser 67 Prozent der angemeldeten Arbeitslosen, Aussig a. E. 52, Tanntvald 46.9, Zwickau 46.2, Komotau 45.2, B.-Kamnih 41.4, Liebenau 40 Prozent,— dagegen aber im Bereiche der Anstalt in Saaz 9.8 Prozent, Wegstädtl 8.2, Reichenberg 8, Gablonz a. N. 6.2 und Brüx 6.1 Prozent. Deswegen meldet sich ständig noch eine große Anzahl Arbeitsloser um Anweisungen aus der staatlichen Ernährunasaktion und deswegen ist auch die Anzahl dieser Personen verschieden. In der letzten Zeit verschlechtert sich weiter die Lage tschechoslowakischer Arbeiter, die noch im Grenzgebiete deS Nachbarstaates beschäftigt ivaren, so daß besonders die Anzahl der Arbeitslosen in diesen Gegenden steigt. Tätigkeit toilnehme» oder sie durch ihr Verhalten gutheißen, wurde ihr Dienstverhältnis gekündigt oder wird die Kündigung ausgesprochen werde». Sin demokratischer Ehrenmann hat in der„B o h e m i a", die sich dieser Gemeinheit vielleicht nicht einmal schämt, diese Probe seines Geistes abgelagert: Sie denken allzu frei... Die Vorstandsmitglieder d«S reichsdeutschen Freidenkerderband» Sievers und Graul sind seit einigen Tagen unter Mitnahnte von 799.900 Mark flüchtig. Daß Arbeiterfunktionäre Gelder ihrer Ge- nossen vor den braunen Dieben in Sicherheit bringen, wird dent anonymen Verleumder gar nicht eingefallen sein. Es ist naheliegend, daß er die beiden Funkiiottäre der Freidenker nur nach seinem Milieu beurteilt. 5 Die Sache mit Boms Kriminalroman von Grete Hartwig „Nein, gelten wir ein paar Zchritt«. Die Lust tut mir gut." „Also gehen wir!" 3. Kapitel. Da» Souper. Der große, elegante Speisesaal tvar sehr voll, aber sie sanden an einem Tisch ettvas abseits Platz. Tas tvar ihnen lieb; denn sie wollten möglichst ungestört plauder». Ihre Bekanntschaft tvar noch jung und die Gesprächsthemen noch lange nicht ausgeschöpft. Ltllian erzählte von der Vorstellung, Neues aus dem Bekanntenkreise, von Kleidern, Sommerplänen und gesellschaftlichen Ereignissen. „Lo Lu hat heute wieder nach Dir gefragt. Sie scheint sich ja lebhaft für dich zu littet- essieren." „Lo Lu?" Wer ist das?" fragte Max inter- esselos. „Sie heißt eigentlich Lotte Lunz, ich habe sie dir doch neulich auf der Straße gezeigt. Eine große, schlianke Frau, mit glattem, schwarzem Haar, sie geht fast immer tn Grün. Sie ist sehr schick." „Ist sie bei euch engagiert?" „Ja. Sie ist Schauspielerin. Charakterfach oder so etwas spielt sie. Ich glaube aber nicht, daß sie sehr talentiert ist. Jedenfalls hörte ich schon öfters, daß sich Kollegen über sie lustig machten." „3«, ich erinnere mich, ich habe sie schon öfters auf der Bühne gesehen. Ist sie nicht schon längere Zeit hier?" ,Ha, ich glaube drei oder vier Jahre. Sie ist auch nicht besonders jung. Sie erzählt manchmal allerhand ans ihrem Leben, sogar im Kafsee- lians schneidet sie das Thema ihrer Vergangenheit an." ^Eigentlich reichlich undelikat!" Das Gespräch schien ihm Plötzlich nicht zu behagen. Sein Gesicht wurde ablehnend und kühl. Trotzdem hindert« er Lillian nicht am Weitersprechen, sondern stellte sogar Fragen, wenn auch anscheinend widerwillig. „Ich finde eigentlich nichts dabei. Aber: wenn sie das alles, was sie da erzählt, wirklich erlebt hat— das heißt: Wenn sie nicht ausichnetdel — dann muß sie schon einige Jahre auf dem Rucken haben." „Na, wie alt kann sie denn sein?" „Man sieht eS ihr ja nicht an. Sie ist fabel- haft angezogen und sehr joigniert. Wirklich gepflegt. Die-Haare, Teint, Hände, Parfüm, feine Wäsche.. ," Lillian bediente sich nochmals ausgiebig von der Platt«, die vor; bi stand, nahm einen kräftigen Billen und sagte mit volle»! Mund:„Na... vielleicht vierzig Jahre." „Also, gut erhalten?" „Fabelhast, ich sagte es dir doch! Sie ist das. was man«ine interesiante Frau nennt. Sie soll hier eine sehr elegante, kleine Wohnung haben, nämlich«ine eigene Wohnung, nicht eingeutietet, wie die anderen. Die Beneidenswerte!" Lillian lachte. ,Sie hat wenigstens keine Hausfrau, die an den Türen horcht und,.." Lillian wurde ernst. Die Geschehnisse am Nachmittag zogen ihr blitzartig durch den Kops. Ihre-Hand zitterte leicht, sie trank rasch ihr GlaS leer. Borris... nun ja... gewiß... wann hätte sie denn Schritte unternehmen sollen? Die Vorstellung und jetzt da» Souper?! Mein Gott' Essen mußte man doch auch! Und ihrem Bräutigam hätte sie doch auch nicht absagen können; können? wollen? gut, gut... mit diesen paar Stunden ivar sicher noch nichts verloren. Sie würde morgen... „Sie hat mich auch schon einige Male eingeladen," setzte Ltllian hastig fort, obwohl Max di« kleine Pans« scheinbar gar nicht ausgefallen tvar, oder er sie auf di« Arbeit des Essens«schoben halte,„aber ich war noch nicht bei ihr. Ich habe wirklich keine Berührungspunkte mit ihr. Sie hat übrigens jahrelang in' Paris gelebt. Ganz interessant, nicht? Ach, reisen und die Welt sehen, das ist ja dock) das Schönste." „Ja, sicher! Ich bin zwar schon ein wenig abgestumpft." „Ja, ich weiß! Du warst ja überall!" Max lächelte still und nachsichtig. „Uoberall wohl nicht," stellte er liebenswürdig richtig. „Aber es ist schon wahr, ich habe tatsächlich viel von-er Welt gesehen. Es war nicht nur schön, sondern auch so voll und reich, daß ich lange, lange davon zehrte. Ja, heute noch gehen mir gewisse Bilder, Eindrücke, Begegnungen nicht aus dent Sinn. Ta war ein« Nacht in Marokko... und dann..." Lillian lauschte den Wunder- dingen, die er zu erzählen wußte, sie vergast fertig zu essen, sie bemerkte nicht, daß der Kellner abservierte, sah nicht- daß das Lokal leerer wurde, sie hing nur an leinen Lippen und lauschte. Der Rattch seiner Zigarette hüllt«, seinen Kopf in mystischen Nebel, seine Augen waren rätselhaft nah und fern zugleich, leine schmalen, arbeitsungewohnten Hände formten Bilder vor ihrem Geist«, die sie magisch fesselten, sein« Stimme zauberte eine ander« Welt vor ihre Blicke und sein Lächeln überstrahlte all dies mit lvahrhaft exotischer Glut.„Verführer der Seele." dachte Ltllian .örtlich und sie war glücklich, ihn bei sich zu wis- 'ett. andächtig ihm lauschen zu dürfen, demütig- kroh, bald lein Eigen^u sein. Und sie Härle China.. Norwegen, Sizilien, Bombay... „Eine» kenne ich nicht und das würde mich Henle noch reizen, besonder» jetzt, unter den neuen Verhältnissen," fuhr Max fort.„Das wär« Rußland!" Ltllian fuhr zusammen. Sie war ernüchtert, erschreckt. Zorn über Borris stieg in ihr auf. Warum störte er ihre schönsten Stunden! Welches Recht hatte er auf sie? Durfte sie nicht glücklich sein? Durfte sie nicht lieben? Der Märchenhauch war zerstoben. „Ich bin sehr müde, Max. Ich... ich möchte nach-Hause!" Max strich zärtlich über ihre Hand, winkte dem Kellner uttd ließ durch den Pikkolo ein Taxi rufen. ..Meine kleine Ltllian, du siehst wirklich ntüd« aus!" „Die vielen Tänze heute abend... und die hundert Umzüge!" Max half Ihr in den Mantel uttd beugte sich nahe an ihr Ohr.„Welche Adresse, Lillian, soll ich dem Chauffeur sagen?" flüsterte er. „Welche? Wieio?" stammelte das Mädchen. Es durchlief ihren Körper. Das Beben lief bis in die Fingevipihen. Sie wollt« Max an sich Pressen, aber sie hielt an sich, mit Gewalt. Rasch schritt sie dem Atisgang zu. Max blieb an ihrer Seite:„Willst du heute nacht nicht zu mir kommen?" Sogar seine erschreckend deutliche Frag« konnte den Aufruhr in ihrem Blute nicht be- schwichtigen. Aber irgettd ettva» lag als.Hetn» mung zwischen ihr und ihrem wilden, schlecht Verhehlbarett Wunsche. Sie schloß einen Moment die Augen, di« zu viel zu verheißen schienen, unstützte sich schwer aus seine Hand, während sie da» Auto bestieg. „Nach Hauie," sagte sie matt. Akax nannte dem Chauffeur die Adresse und ließ sich stumm nebelt ihr nieder. War er böse? „Oh. Max, lvenn du wüßtest..." sagte sie heiß. „Was, Lillian?" Er war scheinbar mühsam beherrscht. Lag«in Vorwurf>n seinen Worten? 'Haß? Aerger? Abscheu? (Fortsetzung folgt.- Rr. 142 Sonntag, 18. Juni 1933 Siite 8 Wie es der ilalienisdie Fascismus mü der Vierzigstunden-Wodie meint. ('.ÜJto.)— Bekanntlich haben die italienischen Arbeiter, genau wie seit zwei Monaten die reich-« deutschen, nicht daS Recht, ihre eigenen Vertreter so in den StaatSgewerkjchasten Ivie ini Internationalen Arbeitsamt in Gens zu wählen; alles koinini der ,,välerlitl>eu" Führung Mussolinis zu, -er sich selbst diese Befugnisse erteilt und anerkannt hat. A»l 19. Jänner 1933 befürworteten nun die Vertreter dcS Duce in der Genfer Arbeitskonferenz cinftiininig die Einführung der Bierzigstunden- Woche in die B-'iricbe,>vas sich kürzlich, angesichts der neuen Zulamnicujetzung der rcichsdentschen Delegation, wiederholte. Ain 15. Feber, alio kaum stebenundzwanzig Tage später jedoch, wurde in Italien e>n Gesetz in aller Stille verkündet, wo- nach die Zahl der Arbeitsstunden in der Industrie auf scchSundfünszig in der Woche erhöh! und der Sonntag als Ruhetag a b geschafft wurde o). Rach§ 8 desselben Gesetzes wurde die Erhöhung des Lohnes für Uebe r stu nden, die der FaseiSmuS früher schon auf zehn Prozent herabgedrückt hatte, gänzlich beseitigt! So sieht eS eben im fascistischen System auS: Lug und Trug dem Ausland gegenüber, uin die abgedroschene Legend« über den sozialistischen Charakter der Betvegung zu stützen, und die rücksichtsloseste Unterdrückung und Versklavung der Arbeiterschaft im Inland, indem der LanocSPresse jede öffentliche Mitteilung oder Kritik solcher Maßnahmen strengstens untersagt wird! Den italienischen Arbeitgebern genügt eS nicht, daß die wirkliche Arbeitslosenziffer heute fast ein Viertel der Gesamtbcvölke- rung(-12 Millionen) auSinacht, sie bedienen sich der StaatSgewcrkschaften, um die Zahl der Er- werbenden noch mehr zu vermindern und ihre Löhne auf gesetzlichem Weg« bis aus daS äußerste zu redtlzieren! Der gesetzlichen Erhöhung der Arbeitsstunde!? entspricht nicht eine Zunahme der arbeitenden Be- triebe. Nach zuverlässigen Angaben sind die meisten und bedeutendsten Textilfabriken in der Gegend von Novara und Viella schon seit dem Jahr« 1927 geschlosien— der italienische JasciS- muS ist eben, im G^zenfatz zum deutschen, mil Fahnentüchern und Part«!sahnen schon zur Ge- nüge versorgt und die Sklaven in den Betrieben und in dem Arbeitsdienst tragen nock) nicht einen besonderen Kittel, wie man ihn im Dritten Reich cingeführt hat. Die große Autosabrik Fiat hat ihre Bcless'chast in Turin-Lingotto von 40.09V auf etwa 2000 vermindert, die abwechselnd ar- beilesi. Eine'Menge weltbekannter Firmen, wie die Hutfabrik Borjaliuo auS Alessandria, sind pleite gegangen und, da auS Gründen der öffentlichen Ruh« Vie Eröffnung des Konkursverfahrens vom Innenministerium nicht gestattet wurde, Hal man sie kurzweg liquidiert. Bis zum Jahre 1931 war'die Kriegsindustrie die einzige, deren Betrieb« verhältnismäßig noch arbeiteten; feit aber die Wirtschaftslage Italiens einem allgemeinen Staat-bankrott ähnlich geworden ist, haben nn- zäHlige auch dieser Betriebe ihre Arbeit einstellen müssen. Zum Beispiel die„Chemische Produkten« fabrik Napoli", Vie vom FascismuS selbst für Zweck« d«r Aufrüstung und KriegSvorbcreitung gegründet wurde, steht bereits seit acht Monaten vollkommen still. Andererseits^berichtete di« Mailänder Wirlschallszcituug„II Sole" schon am 19. November 1932, daß seit Juni 1927 nicht weniger als zweihundcrltau- send Lebensmittelgeschäfte schließen mußten, und daß auch die Konfektionsgeschäfte u ni 48Prozent abgenommen haben, was auf eine starke Verminderung der entsprechenden Betrieb« zur Erzeugung und Vorbereitung von Lebensrnittel und KonsektionSartikel schließen laßt. Und da die Waren im Inland zu Selbstkosten und dem Ausland unter Selbstkosten angcboten werden müssen, wie auch der sascistische Ccictilindustriclle Targetti in der Zeitschrift„Industria Lombarde" bestätigt, kann di« katastrophale Lage der italienischen Industrie und Arbeiterschaft als die schlimmste der Welt bezeichnet werden. Deshalb bedeutet daS Gesetz vom 15. Feber 1933 nur ein« weiter« Drosselung der Arbeiterrcchl« und das Verhalten der fascistischen Vertreter in Gens ein außenpolitisches Manöver, um die Weltmeinnng, so weit eS noch möglich ist, irrczusühren; die rechte Hand braucht ja nicht zu erfahren, waS die linke tut! Daß die reichsdeutschen, von der Nazircgie- rung eingesetzte» GetverkschaftSvertreter diesmal nicht deirselben verlogenen Weg in Genf bcichrit- ten haben wie die vorbildlichen Ruteubündlcr, erklärt sich ganz einfach ans der Tatsache, daß die reichsdeutsche Reaktion nock) nicht alle Flauheiten ihres südlichen Verbündeten erlernt hat. Mussolini ist zlvar zum Orchcsterdirigent Deutschlands und Oesterreichs geworden, aber bei Hitler, Papen und Goering fehlt«S noch gewaltig an der Ge- rissenheit, durch die sich ihr Vorbild auSzcichuel! Die 40-Stundcnwoclie auf bet Genfer Konferenz. Genf, 17. Juni. Der Ausschuß sirr Arbeitszeitkürzung bei der Internationalen Arbeitskonserenz hat heute mit 40 gegen 25 Stimmen den Antrag der französischen RcgierungsdclegaNon angenommen, wonach die Arbeitszeitverkürzung nicht bloß als eine Maßnahme gegen die Arbeitslosigkeit, sondern ass ein Mittel,>nit dem die Arbeiter am technischen Fortschritt Anteil haben sollen, angesehen werde. Gegen diesen Antrag sprach sich in scharfer Weise der holländische Arbeitgeber-Vertreter aus. Die weitere Debatte nahm einen günstigen Verlauf und der "X•] Großteil der Grundsätze dcS für die Regierungen bestimmten Fragebogen wurde genehmigt. Ter Ausschuß für die Alters-, Invaliditätü- und Hinterbliebenen Versicherung hat im ganzen sechs Konventionen vorbereitet. Der Ausschuß nahm auch einige Anträge an, die von den tschechoslowakischen RegieruugSvertrctern Tr. Gallas und Tr. Stern unterbreitet worden waren. Diese Anträge ermöglichen der Tschechoslowakei die Annahme und Unterzeichnung dcS vorbereiteten Abkommens ohne Aenderung der tschechoslowakischen Gesetzgebung. Zwecks Erleichterung bei der Bearbeitung des umfangreichen Stoffes hat der Ausschuß drei Berichterstatter gewählt, darunter den Ischcchoslotvakischen RegiernugSvertretcr Doktor Stern. Gericht Uber Leu. Tie deutschen Delegierten an der Arbeitskonferenz Engel und S t ö h r sind heute zu einer Beratung mit der Regierung über da« weitere Vorgehen bei der ArbcitSkonfrrenz abgeflo- aen. Auch die Angelegenheit dcS Tr. Ley soll ourchbcratcu werden, da die deutsche Regierung der Ansicht ist, daß dieser Vorfall den deutschen Interessen in bedeutenden! Maße abträglich war. Line neun Bestialität des Herrn Goebbels Arbcißanicihcionniiiionen Prag, 17. Juni. Die Zeichnungen auf die gprozentige staatliche ArbcitSanleihe aus dem Jahr« 1933 schreite» auch weiterhin in befriedigender Weise fort. Während der verflossenen Zeichnunasperiode vom 19. bis 17. Juni 1933 wurden l<6 83,590.000 gezeichnet und bar eingezahlt, so daß mit den Zeichnungen der vorhergehenden Wochen die Gesamtsumme der Zeichnungen K5 1.617,775.600 beträgt. Die Zeichnungsfrist endet am 30. Juni d. I. Tschechische Sozialdemokraten für Verbleibe« in der Regier»«-- Berliner SPD-FUhrung als Geisel Mir die Prager Emigranten. Hamburg, 17. Juni. Auf einer Kundgebung der nationalsozialistischen Partei hielt Dr. Goebbels gestern abend eine Brandrede gegen die Prager sozialdemokratischen Emigranten, in der er die in Deutschland gebliebenen Führer der Sozialdemokratie, vor allem den Abgeordneten L o cbc, für die Tätigkeit der Emigranten voll verantwortlich und als Geiseln hast- oar machte. .„Der Marxismus", erklärte er u. a.,„sendet "eine Giftpfeil« nur noch aus dem Verborgenen; aber auch dieses Tun erfordert unser« ganz« Wachsamkeit. Wir trauen nicht dem Spiel, das zur Zeit in der SPD. getrieben wird. Wir glauben noch nicht dem Abrückcn von den Prager Emigranten. Eines ober sollen diese Herren wissen: Wenn sie un« von Prag aus Schwierig, keilen machen, dann hcckten wir un« an di«, di« in Deutschland geblieben sind! Wir werden mit ihnen nach dem Sprichwort verfahren: Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen! Darüber müssen di« Herren vom„Vorwärts" sich klar sein: wenn Herr Loebe mit d«r Miene eine« falschen Biedermann« erklärt: „Ich kenne Euch nicht mehr, Ihr Brüder in Prag, Zürich und Pari«!", so können wir darauf nur antworten: „Wir können sie nicht fassen, deshalb müssen wir un« an Euch schadlos halten!" Stampfers Antwort: „Die Moral diincslsdicr Räuberbanden..." Ter Prager Vertreter deö Amsterdamer sozialistischen„Hel Volk" hatte Gelegenheit, den bisherigen Chefredakteur de«„V o r w ä r t s" und Leiter de«„Ntuen Vorwärts" in Karlsbad, den Abgeordneten Stampfer, nach seiner Meinung über die Homburger Rede von Goebbels zu befragen. Stampfer erwiderte: „Die Red«, di« Goebbels in Hamburg gehalten hat, wundert keinen, der diesen Mann kennt. Der Propagandaminister des Dritte« Reiches propagiert Nloral und Methoden jener chinesischen Räuberbanden, di« ihre Opfer mü Gebirge verschleppen, um an den Angehörigen Erpressungen zu verüben. Er wird aber damit kein Glück habe«. Man sagt uns nun, daß wir durch unser Handeln unsere Freund« im Inland gefährden. Darauf antworten wir: Di« listischen Verbrecher wirtschaft aus allernächster Nähe miterlebt. Wir haben Deutschland verlassen, nicht um un« in Sicherheit zu bringen und der Ruhe zu pflegen, andern um den Kampf aufzunehmen. Daran wird unS kein Goebbels hindern! Man sogt uns nun, daß wir durch unser Handeln unsere-Handeln unser« Freunde im Inland gefährden. Daraus antworten wir: Di« Schuld an den furchtbaren Verbrechen, die in Deutschland in den letzten Monaten verübt worden sind, und an den neuen, die vorbereitet werden, tragen nicht wir, sondern die augenblicklichen Machthaber. Wenn Hitler und die Seinen jetzt' für dos, wo« wir tun, Rache nehmen wollen an Men, schen, die«s nicht getan haben, so fehlt unS leider augenblicklich dl« Macht, sie daran zu hindern. Wir können nur erklären, daß sie sich durch ein solches Handeln außerhalb der Menschheit stellen und sich für spätere Zeiten d«S Rechtes begeben, als Menschen behandelt zu werden. Wollen sie also den Weg der Bestialität zu Ende gehe«, so kann nach die Stunde komme«, in der sie da« bitter bereuen werden." .Herr Goebbels", sagte der Vertreter von „Hel Volk",„hat Sie auch beschuldigt, Sie wollten von Prag au« das Deutsch« Reich in internationale Schwierigkeiten stürzen. Wie steht«S mit dieser Behauptung?" Der Abgeordnete erwiderte:„Ich kann nur sagen, daß da««ine Behauptung eben von Goeb- bcl« ist. Herr Goebbels ist nicht dumm genug, um nicht zu wissen, w e r cs war, der das Reich in internationale Schwierigkeiten stürzte. Bor ein paar Monaten noch hätte kein Mensch für möglich geholten, WaS jetzt geschehen ist, daß nämlich eine deutsche Regierung eS ferligbringeit könnte, einen Konflikt mit dem kleinen Deutschösterreich vom Zaun zu brechen und dabei die ganze Welt einschließlich Italiens gegen sich zu vereinigen. Vor dem mächtigen Frankreich kriecht die Hitlcrregicrung,-cm kleinen Deutschösterreich zeigt sic die Faust. Solange wir Einfluß auf die Außenpolitik hatten, konnte sich Deutschland auS dem Abarund der Niederlage, in den es der Nationalismus gestürzt hatte, allmählich wieder erheben und überall in der Welt Freunde gewinnen. Seit Hitler und Goebbels am Ruder sind, wird Deutschland in der ganzen Welt wie ein AuS, sätziger behandelt. Nein, nicht w i r stürzen das Reich in international« Schwierigkeiten, wir wollen«s auS den internationalen Schwierigkeiten befreien, in die es durch die maßlose Unfähigkeit der.Hitlcrregicrung geraten ist. Wir glauben auch nicht, daß ein Kulturvolk wi« das deutsche die Schande der gegenwärtigen Zustände auf die Dauer ertragen kann. Das deutsche Volk wird seine Ehre und sein« Freiheit wieder herstellen durch den Sturz des jetzigen Regimes, und wir wollen ihm dabei helfen!" Reditsblodf in Danzig mit Einschluß des Zentrums. Danzig, 17, Juni.(Wolff.) Di« Verhandlungen, die in den letzten Tagen in Danzig zwischen de» Nationalsozialisten, den Teutschnatio- nalcn und dem Zentrum geführt worden sind, haben zu einer grundsätzlichen Einigung über die Bildung der neuen Danziger Regierung auf breitester Grundlage geführt. Am kommenden Dienstag tritt der neue Volkstag zu seiner Eröffnungssitzung zusammen, in der bereits di« neue Danziger Regierung gebildet werden wird. Der künftigen Danziger Regierung unter Führung des neuen Nationalsozialistischen Präsidenten Tr. Rauschuig dürste u. a. zwei Zentrumsleute und ein Deutschuationaler Senator angehören. Gömbös in Berlin. Budapest, 17. Juni.(MTJ.) Ministerpräsident Gömbös weilt in Berlin, wo er mit dem Reichskanzler Adolf Hitler Besprechungen über wirtschaftliche und die beiden Länder gemeinsam interessierenden Fragen führt. Diese Besprechungen bilden eine Fortsetzung der Verhandlungen, die vor einigen Wochen in Budapest von den Delegierten der deutschen Reichsregie- runa aufgenontmen worden waren. UeberdicS werden die beiden Regierungschefs natürlich auch andere Fragen besprechen, die beide Länder interessieren. Weitere Slahmelmortsgruppen aulgelöst. Braunschweig, 17. Juni.(Wolff.) DaS braunschweigische Staatsministcrium hat die Ortsgruppen des Stahlhelm« in H e I m st e d t, Königslutter, Schöningen und Wol- scnbnttcl und ihre Nebenorganisationen mit sofortiger Wirkung aufgelöst und eine Wiedererrichtung verboten. Als Begründung wird angeführt, daß die Ortsgruppen das Verbot von Ncu- aufnahme» von Mitgliedern übertreten hoben oder zu umgehen versuchten. Das DtaatSministerium sei ferner mit maßgebenden Stellen in Fühlung getreten, daß die für den 25. Juni angekündigte Veranstaltung deö IDtahlhelmS in Braunsckstveig, an der auch Rcichs- arbeitenminister und Stahlhelmführer S e l d t c teilnehmen sollte, unterbleibe und daß der Stahlhelm zur Zeit öffentliche Veranstaltungen In Braunschweig unterlasse. „Germania" nicM meiir zentrumsorgan. Berlin, 17. Juni. Der angekündigte neue Kurs des bisherigen Zentrumsorgans.Germania' wird am 1. Juli beginnen. Die Redaktion dcS Blattes übernimmt der Vertrauensmann Popens, Emil Ritter. In Zentrumßkreiscn er- wägt man die Gründung eines neuen Parteiorgans, da die Partei sonst in Bcr- litt ohne jedwedes Organ bleiben würde. Prag, 17. Juni. Im Prager GewerkschaftS- houS tagte heute die Parteivertretung der tschechischen sozialdemokratischen Partei, welche durch ein Referat des Genossen Abg. H a m p l cingeleitet wurde. Genosse H a m p l erklärte nach einer Schilderung der politischen Entwicklung bei un« und in Deutschland, daß die Hauptaufgabe der Arbeiterschaft heute die B c r t e i d i g u n g der Demokratie ist, in welcher die Ardener die Garantie ihrer politischen Freiheit sehen und welch« sie im Kampfe um eine neue politische und soziale Ordnung brauchen. Genosse H a m P l gedachte in seiner Rede der vor kurzer Zeit verstorbenen Genossen Pohl und I a r o l! m. Der Bericht de» Generalsekretärs der Partei, Genossen T u n t r, stellt fest, daß seit dem letzten Kongreß sowohl di« Zahl der Organisationen, als auch di« Zahl der Mitglieder der politischen, der Frauen- und der Jugendorganisationen gewachsen ist. Die nächsten wichtigsten Ausgaben der Partei sind ter Kamps gegen tie Arbeitslosigkeit und für die Ausdehnung der öfsentlichen Arbeiten. Gegen den Widerstand der Bourgeoisie und trotz der zer- i störenden Tätigkeit der Kommunisten und Faseisteir wird di« Partei di« A rb«i t s 1 osensn rso rg« und di« ErnährungSaktion verteidigen. Ge- nass« Dundr wie« aus taS gut« Verhältnis zur deutschen sozialdemokratischen Partei hin. Das politische Referat hatte Gen. Bechync, tvelcher aussührte, daß die Partei heute in der Regierung bleiben müsse, da es im Interesse der Arbcilcrsckwft liegt, daß sie gemeinsam mit den anderen sozialistischen Parteien mit- entscheide und verhindere, daß die radikalen wirr- schastlichcn Maßnahmen, welche notivendig werden, nicht nur auf Kosten der arbeitenden vor» genoinmcn. werden. Nach der Debatte wurde eine Resolution an- genoiumen, in welcher ide von den Referenten genannten Forderungen zusanimegesaßt und die Taktik der Partei in der Regierung und in der Nationalversammlung gebilligt werden. Audi die„DAZ“ gieldigesciialtet! Berlin, 17. Juni. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", deren lVerbot— wie gemerkt— nach 17tägig«r Dauer vom geheimen StaatS- polizeiomt aufgehoben worden ist, ist heute früh wieder erschienen. Der bisherige Chefredakteur Dr. Fritz Klein, der den Nazi« ein Stein des Anstoßes war, ist ausgeschieden und soll als Korrespondent noch London gehen. An Stelle dr« bisherigen Verantwortlichen SchristleiterS Dr. W. Wedel zeichnen für den politischen Teil Otmar Best und für den unpolitischen Teil Dr. Paul Fechter. Damit ist also auch dieses Blatt, das bisher gelegentlich noch leise Kriitk an den Hoken- kreuzlern übte(und diesem Umstand binnen kurzer Zeit die Bersünssachung seines Leserkreises verdankte!), gleichgescholtet und auch für die Ausländsdeutschen wertlos geworden. Eine Meldung Aber Schleichers Flucht in die Schweiz wird vom Wolfs-Büro mit der Erklärung dementiert, daß Schleicher sich in Neubabelüberg befinde. Beratungßn der Donausiaaten. Getreideproblem verhindert Einheitsfront. London, 17. Juni.(Reuter.) Heute vormittag« fand eine vertrauliche Tagung der Vertreter der Donaustaaten statt, an welcher über die Resolutionen der Stresa-Konferenz eingehend beraten und der Versuch zur Herstellung einer Einheitsfront unternommen wurde. Nichtsdestoweniger war die Getreidefrage ein ernstes Hindernis für ein llcbereinkommen. Einer der Delegierte» betonte, daß die Debatten vorläufig nur einen allgemeinen Charakter tragen und daß die Frage über die Bildung eines Blockes noch nicht zur Diskussion stand. Trotzhl wird nicht begnadigt Moskau, 17. Juni.(laß.) Die„Dossische Zeitung" vom 8. Juni l. I. und auch verschiedene andere Zeitungen melden, daß die Sowjetunion Trotzkis die Rückkehr noch Rußland gestattet habe, wobei sich die„Dossische Zeitung" auf Persönliche Aeußcrungen Trotzkijs gegenüber türkischen Pressevertretern beruft. Die Telegraphenagentur der Sowjetunion ist nun ermächtigt worden, zu erklären, daß diese Aeußerungen Trotzkijs den Tatsachen nicht entsprechen und offenbar einem abenteuerlichen Wunsche entspringen, die Leser einfach irrezusührcu. Trotzkij wurde längst au« der Sowjetunion als Konterrevolutionär verjagt, und zwar aus Gruud de« Gesetzes vom 20. Fester 1932. Diese« Gesetz ist und bleibt auch weiterhin in Kraft. Seite 4 Sonntag, Iß. Juni 193.. Nr. 142 U Internationaler Arkelter-Ma$ che T agesneuigheiten erfolgte die Arbeitslosen das Prager aber alle Zeit starb Auuli, Stadion 4..5.U.«. August die zur des t d de der das den Drohungen nicht einschüchtern und über- die Sache der Polizei. Der Sohn Mahatma Gandhis, De Vidas, sich mit einer Brahmanen. Tocht.e.r höchsten Kaste vermahlt, und nicht, jyie bekanntgegeben wurde, mit einer solchen, aus an nur zwei, als statt wie bisher, drei Schichten verfahren werden sollen, trat sie in den Streit. Die zur Nachmittagsschichte eingefahrene Beleg, chaft schloß sich dem Ausstand an. Die Streikenden weigerten sich, aus der Grube ouSzusahren, so> lange nicht die Verminderung der Schichten rück- gängig gemacht würde.-Heute mittags erklärte die Betriebsleitung, daß in der kommenden Woche noch in drei Schichten gearbeitet werden soll, von der zweitnächsten Woche angesangen müsse aber die Arbeit auf zwei Schichten reduziert werden. Eine-Forderung der Streikenden auf Auszahlung des durch die Arbeitsniederlegung eingebüßten Lohnes wurde von der Werkleitung abgelehnt. Der Streik wurde heute um 13 Uhr abgebrochen und die Belegschaft, insgesamt 68 Monn, denen während des Ausstandes von ihren Angehörigen Leben-mittel in die Grube befördert wurden, verlieh den Schacht. Die Brüyer Stadwertretung bot eine Enk- chliehung für die Verlängerung des Prager Abkommens zum Schuhe der Bergarbeiter gegen Entlastungen gefaht. durch »derkäri de hat der erst niederer Kaste.— Diese Eheschließung zwischen verschiedenen Kasten steht mit den orthodoxen Vorschriften in Widerspruch. Streik in Brüx. Brüx, 17. Juni. Ms gestern die Belegschast Mathilde- Schachtes in Sous Kennt» davon erhielt, dah von der kommenden Woche i e Natur- itätigkeU und t, wird eben- stellen. Es2 bie heute schon eilen Anhänger der schwarzweiß-\ roten Presse in die vaterlandslose Emigration und freuen sich, daß es noch Länder der Ge- sehlichfeit, Demokratie und Menschlichkeit gibt, wo Emigranlenkomitees selbst antidemokratischen Stahlhelmen! die erste Hilfe zuteil tverden lassen. Noch einige Wochen— und die ersten flüchtigen Vertreter der wachsenden deutschen N a z i o p p o s i t i o n tauchen in Prag und Kopenhagen, Zürich und Paris aus Da« aber sagen jene Blätter der Tschecho- jlowakei dazu, die bisher nicht genug wider die„marxistischen Flüchtlinge" zu schmähen wußten? Herr Horphnka, wie wird Ihnen? Sind die flüchtigen Stahlhelmer auch Mord- breuner, Diebe und Betrüger? Die Horpyn- las werden gut daran tun, sich auf den Bor» itz im künftigen deutschnationalen Cmigran- tenausschuß vorzubereiten. Einige ihrer besten Gesinnungsgenossen hat man drüben ivegen undeutschen Verhaltens bereits in Schutzhast genommen, und e« ist nicht unmöglich, daß in nicht zu ferner Zeit so große Nummern wie Papen und Hugettberg etlvaS unfreiwillig auf dem Masarhkbahnhof einlaufen. — In jedem Falle roten wir Leuten wie Krebs, Jung eie., sich auf solche und ähnliche Entwicklungen einzurichten. Denn herrlich wird im dritten Reiche alles Deutschtum geeint, die ersten Stahlhelmvägel sind schon da, und wie der.Krieg mit Oesterreich zeigt, machen Hitler und die Seinen selbst die verrücktesten Blödeleien eines Schwejk wahr. Entfallender Minlsterempfang. Mini st er für Loziale Fürsorge St. Czech empfängt«nt 20. Unfreiwilliger Fallschirm»„Absprung" Prag, 16. Juni. Hcuce nachmittags vollführte das Fliegerregmtrnl Nr. 1. eine Uebung im Schießen von Jagdflugzeugen mittels Photo- Maschinengewehren mit dem Flugzeuge A-B-III- 50 auf der Strecke Chabrh—MiSkoviee. Im Flugzeuge befanden sich der Pilot-Flugkorporal B. fcuSef, der Pilot-Schütze Flngkorporal I. Kutz i n, beide von der 72. Staffel. Bei den Arbeiten des Schützen im Flugzeug blieb in einer Höhe von 500 Metern wahrscheinlich der Handgriff des Beotzachterfallschirmes des Flugkorporals Kutzin an der Schlepphackeneinrichtung hängen und der Fallschirm öffnete sich. Korporal Kubin erfaßte loch > K Ein iurchibares Ende im Brunnenschacht sand der 35jährige'Arbeitslose Stanislav Bondraöek aus 6 e l a k o w i tz. VondraöckS Familie lebte gemeinsam mit der eines zweiten Arbeitslosen in der„Neuen Kolonie" in Lelako- Witz in einem Häuschen, dessen Wasserbedarf einem Brunnen auf dem Hof entnommen wurde. Da der Brunnen halb versiegt war, wollte ihn Bondraöek tiefer graben. Mittwoch morgens begannen die beiden Familien nut der Arbeit und nach ganztägiger Grabearbeit stießen sie auf Fels, worauf Bondraöek beschloß, ein Loch zu sprengen. El ließ sich an einem Strick in den Brunnen hinab, legte auf den Boden ein halbes K.ilo Sprengstoff und eine angezündete Zündschnur und rief hinaus, man solle ihr» wieder hinaufziehen. Sein Kamerad und die Frauen der beiden Arbeiter begannen schnell an der Kurbel der Rolle zu drehen, über welche der Strick lies. Bondraöek war bereits knapp unter der Oesfnung des BruiinenS, als der Strick riß und die Rolle sich in entgegengesetzter Richtung abrollte, so daß der unglückliche Arbeiter aus den Boden deö Brunnens siel. Nach wenigen Minuten furchtbarer Ruhe Explosion. Der verstümmelte Körper des wurde sofort von einem Auto in Allgemeine Krankenhaus gebracht, Hilfe war vergeblich; nach kurzer Bondraöek. Tausende Schlangen überfalle« ei« Dorf. Augoro. 17. Juni. Tas Dorf Kusud- j u v e l bei Mersina wurde von Tausenden Schlangen ü berkallen, die sich in den .Häusern und Ställen einnisteten. Vergeblich kämpften die Bewohner gegen die Plage an, und mehrere Personen find bereits an Schlangenbissen gestorben. Auch die aus benachbarten Städten herbeigebolte Polizei war gegen die Schlangen machtlos. Die Dorfbewohner mußten schließlich das Torf räumen und einige Kilometer entfernt auf dem Felde übernachten.— Hoffentlich handelt es sich um S e e s ch l a n g e n, welche die Hitze ans Land getrieben hat. 622 Setten über Herrn S1Mru§... So viel Raum braucht sein Freispruch. Ter Vorsitzende des Strafsenates in Jglau. Obergerichtsrat Oskar 81 i b i n g e r, der heuer am 19. Jänner noch 49tägiger Verhandlung das freisprechende Urteil gegen den Abgeordneten Georg Stribrnh und den Uhrmacher Franz Sichrovslh verkündete, arbeitete seit dem 29. Jänner bis zum heutigen Tage, demnach fast v o l l e f ü n f M o n a t e, an der Ausfertigung des schriftlichen Urteils. Das fertige Urteil umfaßt 622 Seiten in großem Kanzleifor- m a t. Gegemvärtig wird das Urteil beim Kreisgerichte lithographisch vervielfältigt, wozu 15 Pakete Papier notwendig sein werden, woraus es den Parteien zugestellt werden wird. 18.25 Deutsche Sendung: ' Der gesundheitliche Wert des Skandinavische Volkslieder.— 11.00 Bauernblasmusik. 12.30 18.30 Deutsche Sendung: deutschen Arbel- i allen größeren der R a d< u n d plitz. ch e n A r b c i- lsen ber ticke bte tschechi chen fieren, die l c r n □ t i o• Ttckecho- i n.•!., 5. und Veranstaltung Ein gefährlicher Autobusunfall. Pilsen, 16. Juni. In der Nacht auf Freitag kehrte der Autobus des Pilsner Autoverkehrsunternehmer« Josef Jangl mit 23 Personen besetzt von Klattau nach Pilsen zurück. In. der Nähe der Strafanstalt Borst, hinter der Ort- chaft Lititz, sprang die Handbremse des Wagens, der Motor hörte auf zu arbeiten und der Autobus fuhr mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern den Abhang hinab über die ögenannte Knitzer Brücke, fuhr dann wieder den Berg hinaus und da der Chauffeur Rudolf Kooer den Wagen nicht anhalten konnte, fuhr der Wagen wieder zur Brücke zurück, wo er gegen den Prellstein stieß und stehen blieb, ohne beschädigt zu werden. Bei dieser gefährlichen Fahrt des Wagens sprangen mehrere Personen, um nicht verletzt zu werden, ab. Drei von ihnen erlitten Verletzungen. Verzweiflungstat eines Delogierten. Attentat auf einen Gerichtsvorstand. Preßburg, 17. Juni. Ter Kaufmann Franz O u d e s in Trnava. der gerichtlich seine Wohnung räumen sollte, stellte sich heute nach 9 Uhr vormittags auf dem dortigen Bezirksgericht ein. um vom Gerichtsvorstand Dr. D o- natb eine Verschiebung der Exekution zu envirken. Ta Tr. Donath seinem Ersuchen nicht stattgab, feuerte O u d c s aus unmittelbarer Nähe vier Revolverschüsse auf ibn ab und verletzte ihn schwer. Gericht-Vorstand Tr. T o n a t h wurde ins Krankenhaus geschafft, wo er sofort operiert wurde. Sein Zustand ist ernst, jedoch nicht lebensgefährlich.■ Der Täter wurde verhaftet. Geilte Otto Katschinka ein Sechziger. Einer unserer treuesten und bewährtesten Kämpfer, Genosse Otto Katschinka, feiert heute seinen sechzigsten Geburtstag. Für die unzähligeit Freunde, die den Jubilar in den Jahrzehnten, seines segensreichen Wirkens als guten Menschen und stets hilfsbereiten Kameraden kennen und schätzen gelernt haben, wird diese Kunde wohl überraschend kommen. Sechzig Jahre eines so arbeitS- und kampfreichen Lebens, wie es Genossen Otto Katschinko beschieden ist, zählen mehr, als man es gemeinhin darf. Schon seine Jugend war Auflehnung gege>t Gewalt und unrecht Al« zwanzigjähriger provisorischer Unterlehrer im 10. Wiener Bezirke, stand er im Kampfe gegen dos damalige Gelvaltiystem. Trotz seiner ausgezeichneten Klassifikation wurde er im Jahre 1900 aus dem Schuldienste entlassen. Vorübergehend war er ge- zlvungeü, seinen über alles geliebten Lehreriberuf aufzugeben und in der Allgemeinen Arbeiterkrankenkassa in Wien sein Brot suchen. Im selben Jahre, do ihm die herrschende Klique aus seinen Beruf gedrängt halte, wurde er in Pöggstall als provisorischer Lehrer angestellt. Der Bezirkshauptmann aber hob seine Anstellung a:if. Die gesantte freiheitliche Lehrerschaft Oesterreichs verfolgte diesen Kampf eines ihrer jungen Kollegen. Dreimal wurde Genosse Katschinka in Pöggstall angestellt und dreimal die Anstellung widerrufen. Im Jahre 1901 wurde Genosse Katschinka nach Brünn berufen. Aber auch in Brünn, wo sich dem kampsentschlossenen und mutigen Lehrer ein neues Wirkungsfeld erschloß, gab es für den jungen sozialdemokratischen Lehrer zahlreiche Enttau» schungen. Erst im Jahre 1906, nachdem, er wiederholt übergangen worden war, wurde Genosse Katschitcka als definitiver Lehrer bestellt. Sein Hauptstreben ging naturgemäß dahin, die Lehrerschaft aus den Fesseln ihrer Unterdrücker zu befreien, sie in einer zielbewußten Organisation zusammenzufassen. Im Jähre 1908 wurde in Brünn die' Ländesrechtsschutzstelle der Lehrerschaft geschaffen, deren Agenda er in unübertreffbarer Weise leitet. Wenn die Lehrerschaft heute auf so viele Errungenschaften zurückblickt, dann dankt, sie es wohl in allererster Linie dem unerschrockenen und jederzeit opferbereiten Sozialdemokraten Katschinka. Die Arbeiterklasse, die ihn als furchtlosen und nimmermüden Streiter schätzen und. lieben gelernt hatte, berief.ihn. in viele Funktionen, die die Partei erobert'hatte. Im Brünner öffentlichen Leben ist Genosse Katschinka feit vielen Jähren einer jener Vertreter unserer Partei, die sich die Achtung und Wertschätzung aller errungen haben. Im Brünner Gemeinderat— Genosse Katschinka ist wiederholt Bizebürgermeister gewesen zählt er zu den besten und tiefgründigsten Kennern der Kommunalpolitik. Auf allen Gebieten der Kommunalpolitik, nicht zuletzt aber auf twm Gebiete des Wohnungswesens, hat er vorbildlich gewirkt und viele Bauten/ die heute den Stolz der Brünner Stadt bilden, sind seiner Initiative zu verdanken. Aber'auch im Stadt» und Landesschulrat ist Genösse Katschinka feit vielen Jahren tätig. In einer ganzen Neche von Gemeinde- und Landes- kmnmissionen ringt er seil Jahren um die Besserstellung der Angestellten, um die Rechte derselben. Als langjähriger Obmann.der öffentlichen Angestellten hat er diesen unschätzbare Dienste geleistet. Als Obmann der Amtsstelle B derAllgemeinen Pensionsanstalt betreut er die Rechte der vielen tausende privater Angestellter. In der Partei selbst leitet er viele Jahre schon den Verein geistiger Arbeiter und bekleidet eine ganze Reihe von Parteifunktionen. Alle, die Genossen Otto Katschinka seit.so vielen Jahren an der Arbeit sehen, die seine rastlose und von Erfolgen begleitete. Tätiget sehen, hoffen und wünschen, daß er noch recht viele Jahre in voller Rüstigkeit seinen ihm zur Lebensaufgabe gewordenen Kampf um Recht und Freiheit weiterführen kann. ——-—’■-«— 1 Wieder eine amerikanische Kindesentführung. In Sankt Paul(Minnesota) wurde der Sohn eines reichen Brauereibesitzers namcnS Hamm von einer Räuberbande entfuhrt, die den Eltern des Kindes mitteilten, daß sie daS Kind töten würden, falls nicht umgehend 100.000 Dollar an einem bestimmten Ort niedergelegt würden. JDic Familie des Entführten liesse sich von' gab ibn, wurde aber aus dem Flugzeug her- au-ge h oben und landete mit dem Fallschirm ohne Unfall aus einem Felde eNva-100 Meter nördlich von Mirovice. Das Flugzeug mit der Zielscheibe landete gleichfalls ohne Unfall aus dem Flugplatz Prag. d. M. keine Besuche. DaS Ministerinm für soziale Fürsorge hat Frist zur Vorlegung der Ausweise, welche Begründung der Gesuche um Zuerkennung StoatsbeitrageS nach 8 176 des PensionSge» sehes aus Gründen des Kriegsdienstes notwendig ind, bis zum 30. Juni 1934' verlängert. Der unfreundliche Juni. In der Freitag-' Nacht ist schönes Wetter eingctreten, welches jedoch nicht an halten dürste. Gegen Nordeuropo dringt vom Atlantischen Ozean her eine tiefe Depression vor, deren Ausläufer bereits heute in ganz Westeuropa heftigen West- wiild mit Regenschauern verursachen.— Wahrscheinliches Wetter Sonntag, den 18. Juni: W e st 1 e i l des Staates: Veränderlich, strichweise Schauer, allmähliche Abkühlung, lebhafter Wind aus westlichen Richtungen..— K ar Pa t h e ng e b i e t: Allmähliche Verschlechterung, Gewitterneigung, zunächst noch warm.(S. A. M.) Bom Blitz getötet.. In Grünwald bei Moldau im Erzgebirge wurde die 31jährige Wirt- cha.stsbesitzerin Ida Preis, Mutter dreier Kinder, während eines Gewitters vom Blitz getötet. Ein Postamt auSgeraubt. In der Nacht auf Samstag brachen unbekannte Täter in daS Postamt in M a l a c k y ein und entwendeten Postwertzeichen im Werte von 18.000 Ke. Nach ihnen wird gefahndet. Büchergilde Gutenberg. Der Vorstand der Büchergilde Gutenberg in der Tschechoslowakischen Republik Hal beschlossen, die seit 1924 mit der nunmehr in nationalsozialistischen Besitz übergegangenen Büchergilde Gutenberg Berlin bestehende Gemeinschaft zu lösen, und in Gemeinschaft mit den gleichen Institutionen in Oesterreich und in der Schweiz weiterhin Bücher herauszugeben, allerdings mit Ausschaltung der jetzt „gleichgeschallelen" Berliner Büchergilde Gutenberg. n w repräsrnt bk polnische Svorlvereinigung rnpin, angeführt, bte Vereinigung Arbeiler-portlcr in ber Tsckecho- den Veranstaltern werben Gäste Ländern an dieser sportlich sehr r Großveranstaltung teilnehmen. Es dürste se 1 Verbände, die sich a m n a l e tt ArbeitersP slowatei int Auisi 6. Augu st, zur< vereinigen, kennen ser größte sind die tst in Prag. Ser 21S111 torschaft durch sei Veranstaltungen Kraftfahrer Der V c r b< tereyklisten ckochen Arbeiter Radsportler. Unser Aröei freunde", der seine große Watt falls alle Kräfte Von tschc Arveiterto Es s« Vom Rundfunk Montag: Prag: 8.15 Gymnastik. 12.00 Schallplatien. 18.00 Trampenlieder. Pros. Jmhofer: Gesanges. 20.3.', Mahr,-Ostrau: Orchesterkonzert. Finke: AuS eigenen Kompositionen. 21.00 BolkStüml. Orchesterkonzert.— Brünn: 18.00 Körpererziehung und Sport. 18.25 Deutsche Sendung: Französisch. 21.00 Orchosterkonzert.— Spiel niid Sport: Breslau: 18.15 Tue etwas für deinen Körper.— Frauen-, Jugend-, Kinderfunk: Leipzig: 14.30 Frauenfunk. Berlin: 15.20 Das Kinderzimmer. 15.35 Jugendstunde. 16.15 Der ärztliche Rat. KönlgS- wusterhansen: 17.00 Pädagogischer Funk.— Konzerte: Leipzig: 20.00 AuS Operetten. Wien: 21.00 Moritz Rosenthal mit Orchester. Mühlhausen: 21.40 Beethoven: Kreutzer-Sonate. Dienstag: Prag: 6.15 Gymnastik. 10.10 Deutscher Schulfunk. 11.00: Populäre Tanzmusik. 18.25 Deutsche Sendung. 21.30 Mozart, Klavierkonzert.— Brünn: 12.30 Orchesterkonzert. 17.10 Schallplatten. 18.25 Deutsche Sendung. 20.30 „Beim Grasen Bordi',- musikal. Hörspiel. 21.30 Bläserguiutett.— Technik: Wien: 16.35 Bastelstunde. — Frauen», Jugend-, Kinderfunk: KönigSwuster- hausen: 15.00 Jugendstunde. München: 15.00 Stunde der Hausfrau. Wien: 16.30 Kiitderstunde.— Konzerte: Wien: 20.15 Götter und.Helden in der paro- distischen Operette. KüntgSwusterhausen: 20.30 Orchesterkonzert. Berlin: 21.10 Bruckner: l. Sinfonie e-moll. der polnischen llowakei. Auße aus vielen intcrefla Macht Euch jetzt schon die Tage vom 4., 5. und 6. August für das große Treffen frei. a; T.T.J., er. mit dem Stahlhelmer in Paris und Prag. Der brave Soldat Schwejk hat in den Julitagen 1914 einen Krieg zwischen Deutschland und Oesterreich au die Wand gemalt. Als Hakiek in seinem Buche davon berichtete, lachte darob die ganze Welt. Inzwischen ist Schlvejks Unsinn nahezu Wirklichkeit geworden: Hitler- deutschland liegt mit Oesterreich im.Kriege. Aber eines hat auch dieser groteske Prophet des Unsinns sich nicht träumen lassen: daß nämlich eines Tages deutsche Nationalisten vor andern deutschen Nalionalisten in die Arme des„Erbfeindes" flüchten würden. Wie bereits gemeldet wurde, sind in Paris landflüchtige Stahlhelmer angekommen, auch in Prag haben sich einige eingefunden. Sie flüchteten vor Schutzhaft, Feme und sonstiger nationaler Erneuerung. Roch vor nicht allzu langer Seit sangen sie unter Seldtes Fahnen:„Stegreich wolln wir Frankreich schlagen"— heute sind sie heilfroh, daß es noch ein freies, wehrhaftes Frankreich gibt, in dem man vor dem Zugriff der SA geschützt ist. Noch por wenig Wochen zeterten ihre Blätter über die„marxistischen Ausreißer", innerem„-2-' ne Hürrrnbau ir bekannt ist, Dienst be- Feste: ir- ber 2 ö a 5 C vieren niiäre Nr. 142 Sonntag, 18. Juni 198h Belte S Wo tft der Volon? Mn« nett« Handelsgesellschaft. Mährisch-Ostrau, 17. Iüiti. Bei den Nachfvr. schunae» nach den Tater» der letzten gruben Diebstähle, die von dein erschossenen Räuber P i a st ka und seinem Genossen Balon begangen worden sind, kam inan daraiif,' daft sich Joses Balon mit beut' bekannten Räuber Mojii 3 au» Brünn an einen« großen Diebstahl beteiligt hatte. MajLiS. wurde im September 1982 wegen eine» großen W o h n n n g s e i n b r u ch e S bei der Witive O. Heß in Brunn verlostet. Als dir hiesige Polizei den MojLiS festnahm, wollte er seinen Helfershelfer nicht bekamt«geben. Nunmehr kam es an den Tag, daß Josef Balon nach diesem Diebstahl In Brünn dem Fmnz L y k e k in KunLice eine große Menge von silbernen Be- stetken zur Aufbewahrung übergeben hatte, die aus dem Diebstahl bei Fran Heft herrührten. Nunmehr wurde Lhsck verhaftet. Bc: dem Verhör auf der Mähr.-Ostraucr Polizeidirektion gestand er. die silbernen Gegenstände und Bestecke tatsächlich von Balon erhalten zu haben, um sie dann zu Geld zu machen. Ueber die Verwertung verhandelte er mit dem bekannten Räuber Kara sek, der die Bestecke mit 9600 K abschähte und sich anbot. sie zu Geld zu machen. Als es Balon jedoch nicht gelang, sic zu dem sest- gesebten Preis abzusetzen. nahm er d:e Lachen wieder zurück. Den Koffer mit den Lilberbcstecken beschlagnahmte dann die Polizei bei einem anderen Hehler. Als«veitcre Beteiligte wurden Vstezslav Novak. Anton Zavodny und die Marie N o v a s e k sichcrgestcllt. Die llntcrkuchung wird fortgestlhrt. und man ertvartet, daft es;>« weiteren Verhaltungen kommen tvird. Hiebei dürfte man auch die Täler von anderen groftcn Diebstählen feststellen. 8!n Rekord- 26 Kasseneinbrllch« in Nngvar. Ulhorod, 17. Jun«. Heute uachis wurde d:r feuerfeste Kassa der Laima A.-G. o u S geraubt. Die Gesellschaft führt in Uihorod den Bau des LandeSaintes durch. Es wurden 33.000 K geraubt, die in Briefumschlägen für die heutige Auszahlung bereitlagen. Es ist dies m ganzen der 80. Kafsenraub in Iliihorod in der lebten Zeit, doch handelt es sich itttt den ersten Raub, bei den« ein größerer Geldbetrag mitgenommen wurde. GefS»»ai» für Selbstmordversuch. Hamilton(Bermudas), 17. Juni. Gestern wurde iit Hamilton Charles Rouri.rr au» Lalewood«m Staate New Jersey zu einer Ge fLngn tSst r a s e im Ausmaße von fünf Tagen verurteil«, weil er einen Selbstmord- v erstich mittel« Gift unternommen hatte. «eschStt ifT«e'chSst... „Leben, Blui tritt an zum Kamps gegen da» Geld. Ta» ist der Wesensinhalt der Idee, die sich deutscher Nationalsozialismus nenn«." Rud Jung:„Ter nationale Sozialismus". In der„Frankfurter Zeitung" von> 25.. Mai ist folgende Mitteilung zu finden: „Aus Tübingen wird berichtet: In der Tübinger Gemeinderaissitzung wurde von der NSDAP ein Antrag eingebracht, in dem cs u. a. heißt:.Juden u ird Fremd rassigen ist der Zutritt zu der städtischen Freibadeanstalt zu verwehre».' Der Antrag wurde mit allen gegen drei Stimmen auge- nommen." Soweit wäre alles ,,i>« Ordttuna". Interessant ist es aber, daß in der gleichen Nummer der„Frankfurter Zeitung", aus derselben Seite zu lesen ist: „Aus Wiesbaden tvird berichtet: Das Kurgeschäft ist in diesem Jahre bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben... Es ist daher im Interesse der Kurintmstrie zu begrü- hen, daß Magistrat, Kurdircktiou und die «« a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e Kreisleitung in einem Aufruf an alle in Frage kommenden Stellen des In- und Auslandes bekanntgcben, daß dir Heilquellen und sonstigen Heilmittel Wiesbadens auch unier der neuen Regierung allen Heilung->«nd Erholungsuchenden aus .allen Ländern nach wie vor ungehindert zur Verfügung stehen. Es heißt weiter:.Die für dir Verwaltung Wiesbadens maßgebenden Stellen sind sich voll der Verpflichtung bc- mußt, dir ihnen sowohl der Bevölkerung wie den auswärtigen Gästen gegenüber obliegt, und verbürgen allen: die zun« dauernden oder vorübergehenden Aufenthalt nach Wiesbaden kommen, gleichgültig, welcher Konfession und E i n st e l l u n g, einen ungestör- ten. sichere«« und angcnehnien Aufenthalt'." MMeNuag an* Den VuvMmn. Bon der Aussig«» Handelsakademie. Die Einschreibungen in die vicrklasfige Handelsakademie und in die zivciklalligen Handelsschulen für Knaben und Mädchen erfolgen von« 28. bis 80. Juni. Die Anf- nahnisprüsungcn finden an« 80. Zuni um halb 9 Uhr für die.Handelsakademie und um halb 10 Uhr lür die.Handelsschulen statt. Einschreiburigen in den AbitrirtentenkurS haben bis 2. September unter Vorlage des Reifezeugnisses zu erfolgen Auch schriftliche Anmeldungen sind zulässig. Prospekte und Auskünfte durch die Direktion der Anstalt. SEIFE Elida 7 Blumen-Seife! Die Wissenschaft sagt von ihr: Mild, hautpflegend, besonders überfettet. Anspruchsvolle Frauen sagen: Eine ganz wundervolle Seife, ein bestrickend persönlicher Duft... zeitgerecht auch deshalb, weil sie so billig ist. rtftvas'völlig Neues ^Wirkung undQ^ufi und 6osialpolitir. Die Arbeiterschaft fall die Konturrenrmanöoer der Unternehmer bezahlen. In der ischechoslowakischcri Presse hat sich dieser Tage eine sehr interessante Diskussion cnl- «pickelt. Tas Organ dcS Metallarbeitcrverban- dea hatte in einem Aussatz aus eine sehr«ncrk- würdige Konkurrenzgcschtchtc aufmerksam gemacht, «vclchc die beiden größten maschineuindu- striellcu Konzerne des Landes, die Pilsner Skodawerke und die B ö h m isch- Mährische Maschinenfabrik in Prag betraf und wobei die Arbeiterschaft dir Kosten des vor keinem Mittel zurückschrcckendcn Kon- kurrcurkampfcü bezahlen sollte. Es handelte sich um folgendes: Die Böhmisch- Mährische Maschinenfabrik batte in« Jahre 1931 im Auftrage der persischen Regierung eine Z>l ck e r f a b r i k in Kcredji errichtet und dafür ri««en Preis vo>« 391.984 Dollar erzielt. Nach der Inbetriebnahme der Fabrik wünschte die persische Regierung sechs weitere Zuckerfabriken zu errichten und lud in: Feber d. I. einen bevollmächtigte«« Vertreter der Böhmisch- Mährischen nach Teheran, um mit ihn« die Ausführung des Auftrages zu besprechen. In der Folge wurde auch bereits die Lieferung von sechs weiteren Zuckerfabriken zun« Gcsamtpreisc voi« 2,064.000 Dollar vereinbart, die ebenso eingerichtet seil« sollten>vie die Fabrik in Kcredji, jedoch, ohne Schnitzel-Trockenanlage, so daß im wesentlichen der ursprüngliche Preis gehalten«vurde. Diese Vereinbarung sand auch die Zustimmung des persischen MinistcrratcS. I» diesem weit gediehene«« Stadium der Verhandlungen griffen nun die Skodawerke ein und unterbreitete»« ohne irgendwelche Aus- svrdcrung der persischen Regierung eil« Angebot, wonach sic die sechs Zuckerfabriken in derselben Ausstattung, wie'die bereits in Betrieb befindliche Fabrik in Kercdji, jedoch ohne Schnitzelanlage, nm den Preis von 1,800.000 Dollar, also n m 264.000 Dollar billiger als die Böhmisch-Mährische offerierten. Das hatte zur Folge, daß die persische Regierung nunmehr ein offizielles Ausschrcibcvcrsahren einleitete. Neben den beiden tschechoslowakischen Fabriken offerierten nun noch zwei reich sdcutsche Fir- m r n, und zwar die Firma Wolff in Magdeburg, die für eine Zuckerfabrik 453.500 Dollar verlangte, und die Hallcsche Maschinenfabrik(442.000 Dollar), die Böhmisch- Mährische Maschinenfabrik(342.802 Dollar) und die Skodawerke ?289,000 Dollar). Oblvohl die Skodawerke ohnehin schon bei weitein am billigsten waren, vcr- sprach der Direktor noch einen«vetteren Nachlaß von insgesamt 34.000 Dollar für alle sechs Fabriken. Gegenüber dem von der Böhmisch-Mährischen ursprünglich vereinbarten Preis von.'144.000 Dollar ergab sich schließlich ein Minus von 60.500 Dollar pro Fabrik oder 363.000 Dollar für den ganzen Auftrag,«vaS in tschechischen Kronen selbst bei dem gesunkenen Dollarstand den Betrag von zehn M« l l i o n c n übersteigt. Diese zehn Millionen Kronen wurden also der persischen Regierung von den skodawerke» zum Schade» der tschechoslowakischen Volkswirtschaft einfach gc- schcnkt. Schließlich hätte aber die Arbeiterschaft auch da keine Veranlassung gehabt, in den Konkurrenzkampf der beiden Maschinenfabriken cinzugreiscn, wenn nicht die Skodawerke in Königgrätz eben unter Berufung auf dl« niedrigen erzielte«« Preise bei dem Auftrag eine Akkordreouktion um 15, bzw. 20 Prozent verlangt hätten. Gegen diese Absichten hat sich die Arbeiterschaft mit Recht zur Wehr gesetzt, die Forderung der Firma abgelehnt und die Oeffentlichkcit über die Hintergründe des entstehenden Konfliktes aufgeklärt. Das rief nun die 8kvda«verkc auf bc«* Plan, die in allen größeren Tageszeitungen ein ganz- feitigeS Jnferat veröffentlichte, in dem sie vor allein den Versuch unternahm, den Artikel des GcwerkschaftsblatteS als ein— Konkurrenzmanöver der gegnerischen Firma darzustellcn. Diese wissentlich falsche und in ihrem Wesen ehrenrührige Unterstellung muß zunächst auf das schä rfste zurückgewiesen«vcrden. Bestechungen pflege«« vielleicht bei größere«« Herren üblich zu sein,«vir müssen es aber ablehnen, eine freie Gewcrkschast mit denselben Blaßen messen zu lassen,«vic sie den 8 koda w erke n z. B. in R u n« ä n i e>« und Polen beliebten. Was die Skodawerke sonst über das Vorgehen der Böhmisch-Mährischeu zit sagen haben, ist Sache dieser Firma und sic sollte nicht zögern. Was derArxt verschreibt, wirkt bestimmt; zumal wenn das Rezept das Wort tilgt, da, dank seiner prompten und von Ne- benfolgen freien Wirkung bei Gicht, Rheuma, Ischias und Grippe unentbehrlich geworden i,t. lu allen Apotheken. Inländisches Erzeugnis. daranf zu antworten. Ebenso sollte sie schleunigst Auskunft über jenen Passus des Skodainserates geben, wo gesagt wird, daß anläßlich deS Inkrafttretens deS neuen Automobilgcsetzes die Böhmisch- Mährische die Herausgabe eines eigenen Blattes finanzieren tv o l l t c, d a S„scharf gegen das Parlament, gegen die Regierung und gege>« die Ministerien, besonders igegen das Eisenbahn- u««d P o st n« i n i- s st e r i n»« schreibe«« sollte". Ein Inserat i sollte jedoch die Böhmisch-Mährische nicht beistellen, dagegen sollte Voraussetzung der finanzielle«« Förderung durch die Böhmisch-Mährische die Getvinuung eines Inserates der Skodawerke sein. Wenn diese von den Skodawerke«« behauptete und sogar durch den Namen des Sekretärs i dcs Generaldirektors der Böhinisch- Mährischen ! Ing. Thomas H e r a i n unterstrichene Irreführung der öffentlichen Mei««ung den Tatsache«« entsprechen sollte, dann ivürde das allerdings ein sehr merkwürdiges Licht auf die Geschäfts- m a u i e r c n, aber auch auf den so oft zitierten Patriotismus und die Lohalität der Böhmisch-Mährischen- iverfcn. Hier wird sie also wohl kaum einer öffentlichen Erlvidcrung auS- wcichcn können, um so weniger, als die Skoda- Werke bereits nlitteilen, daß sic eine Klage«vegen unlauteren Wettbewerbes cingebrach« hätten. Doch wollen Ivir uns auch in diesem internen Streit der beiden Fabriken nicht rinmischen. Wogegen wir uns aber ganz energisch wenden, das ist der Versuch der Skodawerke, nun auf dem llmlvcg über ein Inserat die O c s f e n t lich- keit gegen die Arbeiterschaft scharf zu in ach en und aus dem nnqualifizicrbaren Konkurrenzkainpf, den sic auf dem Rücken ihrer Arbeiter austragen will, mn« auch noch Reklame für die eigene"Lohnpolitik zu machen, ja, sich geradezu als Reiter der tschechoslowakischen Industrie gegenüber den unvernünftigen Arbeitern aufmspielcn. Es ist wissentlich falsch, wenn die Skodawerke behaupten, sic hätten„erst:«,, vierten Jahre der Krise" über Lohnherabsetzungen verhandelt, oblvohl es doch wahrlich allgemein bekannt ist, daß die Akkordsätze seit 193«) bei Skoda ebenso wie in allen anderen Maschinenfabriken systematisch auf ein M«n d e st- maß herabgedrückt«vurden. So besteht heute bei den Pilsner Skodaiverkcn nur noch ein Durchschnittsverdienst von 5.30 K pro Stunde und er dürfte bei der Böhinifch-Mährischen kaum wesentlich anders sein. Akkordherab- setzungen von 40, 50, ja sogar.70««nb 80 Prozent sind schon bisher keine Seltenheit. Pikant ist bei der ganzen Geschichte nebenbei auch der Umstand, daß der größte maschinenindustrielle Konzern der Republik gerade in dem Augenblick so inbrünstig nach dem Lohnabbau ruft, da man von den Arbritcrvcrtrctern die Zustimmung zu maßlos ausgebauschten Lohn- und Derdienstzissrrn verlangt, um str der internationalen Lohnstatistik«lnzuverleiben und damtt dem allgemein gemachten Vorivurf des LohndunlPingS der tschechoslowakischen Industrie begegnen zu können. Nichts zahlen und in internationalen Statistiken mit Phantasieverdtensten paradieren: das wäre Ivahrschcinlich eine Politik, die den Unternehmern im allgemeinen und de» SkoM» werken im besonderen besser gefiel als der offen» Hinweis der Gewerkschaft auf die mutivillige Schädigung unserer Volkswirtschaft und das energische Eintreten für die Rechte der Arbeiter. Und das werden keine noch so langen Inserate aus der Welt schaffen: daß hier bei einen« Auftrag, der nahezu unbestritten der tschcchoslo- wakischen Industrie zusallci, mußte, ans kurzsichtigen und egoistischen Motiven einer fremden Regierung ein Millioiiengeschenk gemacht«vurde. das nun von den Arbeiter» bezahlt werden soll. J. B. „Lehrprogramme" im braune« Reich. Das sächsische Volks„bildungs"ministerium Hal in diesen Tagen eine Verordnung erlassen, nach der it« allen hierfür geeigneten Lehrfächern der„Freiheilskamps des deutsck)en Volkes und die nationale Revolution" in den Vordergrund zi« stellen seien. In diesen« Baude redenden Programm saseistiskt)cr Un< und Mißbildung heißt es unter d) der Rassegedanke: Rasscnpflegc und Rassenstolz; der Kampf gegen srcinde Sitten und fremde Moden; der Kampf gegen die Ärcuclbetze des jüdischen Auslandes als sichtbares Zeichen der Kraft des cinhcillick-en jungen Deutschlands —. Die Behandlung der Reichsversassung von 1919 hat zurückzutretcn." Das ist nur ein, allerdings charakteristisck«er Ausschnitt aus dem famosen Programm der nationalsozialistischen Bildungsbotoknücn. Dieser grausame Ungeist soll Lehrmotiv für sämtliche Klassen der höheren Lehranstalten der Berufsschulen, der gewcrblirt-en Lehranstalten und für di« VolkSschulklassen vom iünstrn Jahrgang an sein. So vergewaltigen di« NntcrosafS des großen Fricdcnskanzlcrs eine arme schutzlose Jugend zum RassenfanatiSmuS zu in Selbstdünkel. Die dcutstl«« Schule«var bisher, trotz mancher personellen Mißstände, eine der besten der Welt! Aber auch hier müssen jetzt Bcrkafferung und Vergiftung Triumphe feiern—. Di« natürlich, Beviilkerunggbetvegung in« Jahre 11)32. Mit dem Sinken des Beschäftigungsgrades und der Prosperität der Produktion sinkt seit dem Jahre 1929 auch die Zahl der Eheschließungen: i. I. 1932 wurden In der Tschechoslowakei 127.593 Ehen geschlossen, d, i. um etwa 2000 weniger als int Vorjahre. Außer den anderen Ursachen trägt natürlich auch der Rückgang in der Zahl der Eheschließungen dazu bei, daß die Zahl der Geborenen weiter auf 319.383, d. i. um 6000 gegcnüluir dem Vorjahre jiirnckgegangen ist. Zum Teil tvird dieser Rückgang durch das gleichzeitig« Sinken der Zahl der Gestorbenen uni etwa 2000 auf 210.25t ausgewogen. DI« Sterblichkeit hat sich aber mir del den Erwachsene» und den im Greisenalter Stehenden vermindert, wäh- reiw di« Sterblichkeit der Säuglinge und Kinder gestiegen ist; zugenommen hat namentlich di« Zahl der an Diarrhöe und Darmkatarrh gestorbenen Säuglinge sotvle di« Zahl der an Diphtheritis und Keuchhusten gestorbenen Kinder. Di« natürliche Bevölkerungszunahme betrug, ausgedrückt durch di« Differenz Wischen der Zahl dec Lebendgeborcuen und der Gestorbenen Im Laufe des »ergangenen Jahres für das ganz« Jahr 102.097 Seelen. Seite 8 Sonntag, 18. Juni 193b Nr. 142 PRAGER Privatvolksschule Ix» D. 9. B. sm. Ciff.-Jt), Prag XIII., Pataekeho 21. Schülereinschreibungen 88-, 29. und 30. Juni. Notw. Toknnrente: Letzl< Schulnachricht, bei Reueinireienbcn TaustGeburt»! schein und Jmpfzeugnis; Heimaischein des Vaters. Voranmeldungen schon jetzt möglich. Die Schul leitung. Kunst und Wissen cruva mit berühmten Gästen. Man muß der Direktion Eger die Anerkennung zollen, daß sie- es-versteht, noch knapp vor Torschluß das in dieser Spielzeit ständig angeregte Pudiikums- lnteressc fast, noch zu»bcrsteiger»,- die freitägige „Aida"--Vorslellung wirkte, durch zwei berühmte Gäste, wiederum schon im voraus sensationell. Frau Elisabeth Reih berg von der New Zocker Oper hörte man schon zwei Tage vorher in jener erschütternd unvergeßlichen„Fidelio'-Vorstellung, hinter deren ersten Ak: der Tod PollakS den ticsschwarzen Schlußpunkt setzte. Run bestätigte die Aida der Frau Rcthbcrg, daß man cs hier mit einer lyrischen Stimme von Edelstem Gehalt und vornehmster Kultur, mit einer Künstlerin von gesanglicher Disziplin und mit einem warmen Herzen zu tun hat, das in glockenreiner Kantilene eine Träne schimmern läßt. Mit diesem gesanglichen Ausdruck, der allerdings nie zur großen dramatischen Entladung, nie zum letzten Hochglanz der Höhe und daher auch nicht zur Aida-gemäßen sieghaften Führung der Ensembles gelangen kann, hält die Darstellung leider keineswegs Schritt. Dies ein Grund mehr dafür, daß die zweite Gräfin, Karin B r a n» z e l l von der Berliner Staatsoper, die stimmlich und gesanglich, in der Erscheinung und in der Darstellung grandios wirkt, die Oper förmlich aus Aida in Amneri» umtaufte; wir haben dieser ganz großen Sängerin schon gelegentlich ihre» diesjährigen „Carmen"-Gastspielö Bewunderung gezollt;'als Amneris wird sic ihr ohne Einschränkungen zuteil; denn hier vollend! entfallet sich der herrliche, satte, echte Altcharaktcr dieser begnadeten Stimme eines restlos ausgeglichenen und dabei in jeder Phrase nüancicrcnden Gesangs, der sich bald wie ein weicher, dunkler Mantel um Ohr und Gemüt legi, bald geheimnisvoll stark wie ein dunkler Stahl aufblitzt, wenn der kämpferische Wille bclcidiglcr Liebe und verschmähter Leidenschaft sich erhebt. Dazu der königliche Wuchs und das imponierende Auftreten— man darf dem Publikum sein Kompliment dafür machen, daß cs diese ungewöhnliche Leistung auch ungewöhnlich auSzuzcichnen verstand. Dieses selbe Publikum hat aber auch mit Be- srcmdcn zur.Kenntnis genommen, daß Frau R e t h. berg, eine deutsche Künstlerin die Aida i t a- l i c n i s ch sang, wodurch auch Frau Branzcll veranlaßt war, desgleichen zu tun. Ta ober die Direktion diesmal nicht auch die anderen italienisch konnte singen lassen, ergaben sich durch daS Nebeneinander der Sprachen mancherlei musikalische und dramatische Unzukömmlichkeiten, die insbesondere etliche Enfemblcschwaiikuiige» noch verschärften. Dritter Gast war Herr Horner als Ramphis; das Urteil, das wir über ihn aus Anlaß seines ZEITUNG. König Heinrich fällten, bleibt aufrecht; er singt sehr schön, mit mäßigem Stimmvolume», der große, schwarze, dramatische Baß ist er nicht. Einen prachtvollen Abend hatte Herr Fischer(RadamcS), weniger Herr Prohaska, in dessen gewaltiger Stimme cs zu„scheppern" beginnt und der übrigens weder forcieren noch darstellerisch outriercn müßte. Und da wir unS heute schon ausführlicher mit Stimmen befassen, Möge auch noch scslgestcllt werden, daß an Herrn Andersen eine ungewöhnliche Verschiedenheit der Leistungen ausfällt; erst ein Rocco ohne Saft und ein Daland ohne Mark und nun ein so prächtiger König! Erkläret mir, Graf Ocrindur... L. G. Sitzung des Kartellverbandes deutscher Bühneuaugehörige«. Donnerstag, den kö. Juni 1333, tagte in Wien der Kariellverband deutscher Bühnen angehörigen(die Tschechoslowakei war durch Willy Rösuer-Prag und Leopold Kopka-Brünn vertreten). Es wurde zur Kenntnis genommen, daß die Deutsche Bühnengenossenschaft(Berlin) weiter im Karlellverbände bleiben wolle, doch wurde sestgcslellt, daß dies nur möglich sein wird, wenn die reichSdculschcn Organisationen den Standpunkt der vollen Freizügig, keil aufrecht erhalten werden. Ta weder von der Bühncngenojsenschaft noch vom Tcntschen Chor- sängervcrband zu dieser Frage präzise Stellung genommen wurde, so.' in bloß Zuschriften cinlangten, daß im Laufe der nächsten Wochen eine diesbezügliche Klärung erfolgen werde, muß festgestellt werden, daß es nur von bindenden eindeutigen Erklärungen dieser beiden Organisationen abhängcn wird, ob de: Kartellverband die Bühnenangehörtgen der reichsdeutschen Verbände weiterhin als Kartellpartue.' betrachten wird. Einer der wichtigsten Programmpunkt« der Kartelljitzung sollte di« Schaffung eines eigenen Bühnennachweises für die deutschen Bühnen der Tschechoslowakei. Oesterreichs und der Schweiz sein. Dieser BühncunachtveiS (Stellenvermittlung) sollte aus die Engagements nach und aus Teulfchland Einfluß nehmen. Die Bühnenangehörigen der deutschen Bühnen in der Tschccho- slowakei, der österreichischen und der Schweizer Theater woilen verhindern, daß auf dem Wege über die Engagemenlvermittlung in Berlin die Freizügigkeit gehemmt oder ausgeschaltet werde. Eine solche Einrichtung kann, jedoch nur bei Zusammenarbeit mit dein Direklarenverbande ihrer Bestimmung gerecht werden. Die Direktoren der deutschen Bühnen in der Tschechoslowakischen Republik, haben bereits ihr Interesse an der Schasfung dieser Einrichtung ausgesprochen. Ter österreichische Direktoren,- verband erklärte jedoch, kein Interesse an der Einrichtung eines solchen Stellennachweises zu haben, was mit Bedauern zur Kenntnis genommen, wurde. Der österreichische Bühnenverein wurde beauftragt, Schritte zu unternehmen, nm den österreichische» Direktoreiwerband zu bewegen, seinen Beschluß rückgängig zu machen. Ta di« Möglichkeit der Errichtung eines solchen Bühnennachweises in der Tschechoslowakei in der donnerstägigen Sitzung bereits zur Diskussion stand, wäre es möglich, daß statt in Wien in der Tschechoslowakei ei» solcher Stellennachweis geschaffen wird. Abonnement 1933/34. Ausgabe der Karten für neucintretende Abonnenten ab Mittwoch, den 21. d. Rosa Balettl und Hermann Valentin:„I ch weiß etwas, was du nicht weißt', Mittwoch, Ensemblegastspiel der Berliner Barnowfky Bühnen. Im Rahmen der volkstümlichen Borste! lungen Plätze von 2 bis 20 K?.. Michael Bohnen, Leo Skezak und Emmy Sturm gastieren SamStag in einer Neufassung der Operette „Gaspa rone" von Millöcker. Dirigent: Gutt- mann, der Kapellmeister der Berliner Aufführungen Vorverkauf für Abonnenten heute und morgen, allgemeiner Vorverkauf ab DienStag. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theaters. Sonntag,'A 8 Uhr:„HosemannS Söhne" Eniemblegastfpiel B r e s s a r t(A. A.).— Montag 7 Uhr:„Lohengrin"(B 2).— Dienstag, halb 8 Uhr:„Lulu', neu einstudiert(A 1).— Mitt- woch, 148 Uhr:„I ch weiß«Iw a S, was Du nicht weißt", Gastspiel B a r n o w s k h, Ensemble mit Rosa Valetti, Hermann Valentin(A. A.).— Donnerstag, M8 Uhr:„D o n G i o v a n» i"(A. A.). Freitag,'AS Uhr:„Suhl"(D 2).— Samstag, Ä8 Uhr:„Gasparone", Gastspiel Slezak, 2 t u r m(A. A.). Wochenfpielplon der Kleinen Bühne. Sonntag, 8 Uhr:„Höchste Eisenbahn'.— Montag, 8 llhr:„Höchste Eisenbahn".— Dienstag, '48 Uhr:„Injeder E he", volkstüml. Vorstellung.— Mittwoch, 8 Uhr:„Fabian, der Elefant".—' Donnerstag, 8 Uhr:„H öch stc E i se n b a h n".— Freitag, 8 Uhr:„H ö ch stc Eisenbahn'.— SamStag, 8 Uhr:„Höchst« E i s c n b a h n". Der Film Die Lame vom Maxim 'Alexander Korda, bekannt aus großen Ausstattungsstücken des stummen FilmS, dann im Tonfilm mit„M a d a m e wünscht keine Kinder" oder„Marie" nach dem bekannten Pagnol- stück hervorgetreten, hat hier ein Meisterwerk geschaffen, da« stark an Deschamps Film„Der Tugendkönig" erinnert. Auch hier eine glückliche und bis in« letzte Detail ausgezeichnete Parodie des Kleinbürgers der französischen Provinz. Im Mittelpunkt steht«in« blonde Sängerin jenes Lokals, das vor dreißig Jahren tonangebend war in der Welt des sogenannten Nachtlebens. Das Ai a x i m, der Traum unserer Väter, ersteht hier in restlos geglückter Wiedergabe. Wen» der Film beginnt, erschüttern Lachstürme das Kino, denn Korda zeigt uns alt« Originalbilder von Paris anno 1900; und diese Mode genügt schon, unt eine freundliche Atmosphäre der Groteske zu schaffen, die einfach,.ganz ohne Zugabe wirkt. Die beiden alten Doktoren, welche ohne ihr Zutun lu den Wirbel des-Lebens besagter blonder Dame gelangen, sie sind weder am Theater, poch int Film neu: in ungezählten Luftspiewariationen wurde uns die Geschichte vom soliden Ehemann vorgespiegelt, der einmal über di« Schnur haut und nun, fast mit Lebensgefahr, seinen Rus in der Familie verteidigt. Auch in unferm Fall kommt di« blonde Dame in solide Kreise, sie wird auf einem herrlichen Schloß gefeiert, ihre Kokottenallüren gelten als neuester Chic von Paris, denn sie wird ja von vornehmen Männern eingeführt: und sie, die uw» sonst nicht einmal gesehen haben würde, bringt so in das solide Milieu jene Sitten, über di« auch.nicht einmal di« Rase gerümpft Für all« Rheumatiker sorgt Pistyan durch seine billigen Pauschalkuren. Verlangen Sie unseren ! Spczlalprospckt von der Badedirektion PISTYAN iverden darf. Alle« an diesem Film ist geglückt: alte Walzer von Strauß, Offenbachs Can-Can, Mendelsohns Hochzcitsmarsch sind organisch In die Situationen eingefügt, fehlerlos« Photographie ist rhythmisch zur Musik geschnitten, di« Handlung ist im Tempo biü zum Schlich gesteigert, di« Stimmung wird durchgehaltcn und eine der zauberhaftesten Frauen des Films begeistert restlos: wie Flo rekle über nichts redet, mit nichts unterhält, mit einer Geste Situationen beherrscht, wie sie ihre Chansons verträgt und aus harmlosem SexuS doch keine Affäre macht, das war im Tonfilm selten zu sehen. Wie sie Charme stilisiert, erinnert, an die Am»; Oudra, die aber niemals dieses ursprüngliche Temperament aufbringi, W. L. Aus der Partei WWMWWWMWWWsWWWWWWMWWWWWWWWWM Jugenvbelvegung. Freie Bereinigung foz. Akademiker— S. I. II. Heute, Sonntag, den 18. Juni, Gruppenwander ui^ Treffpunkt 8 Uhr, Endstation der 28er- Sin».' in Vokovice. Dienstag, een 20. Juni, nm 19% Uhr, wichtige Ä u Ss ch u ß s i tz u u g. SamStag, den 24. Juni, abends, Abreise unserer Spanien- «x-xdition. Filme In Primer umtspielMuserB Bis einschließlich Donnerstag, den 28. Juni 1933. Wran-Urania:„Mensch ohne Namen."— Adria: „Das Smaragd-Kollier.'— Alfa:„Die Dam« vom Maxim."— Benin«!: Ausgezeichnetes Lustspielprogramm. Szöke Szakall.— Fönix:„Niemandsland."— Flora:„Mensck) ohne Namen."— Gaumont:„Million.'— Hollywood:„Ich will nicht wissen, wer du bist."-» Hvözda:„Das Smaragd- Kollier."— Julis:„Ein Tango für Dich."— Kinema, B.-Th.: Zeitbilder, Groteske, Reporte 143 bis'All.— Koruna:„Im Name» des Gesetzes."— Kotva:„Briganteicköngin."— Luecrna:„Brigantenkönigin."— Metro:„Studcnten-Hoiel."— Passage: „Drei von der Tankstelle."— Praha:„Straßen der Weltstadt."— Radio:„Barg Barg.'— Svktozor: „Vetsluchte Menschen."— Tkani:„Di« Wasserteufel von Hieflau."— Alma:„Der ungeraten« Sohn de) Lord Hale."—„Frigo auf der Maschine."— Avion: „Das letzte Lied."— Bajkal:„Kantor Ideal"— Favorit:„Wenn die Liebe Mode macht."— Kapitol: „Das Schiff ohne Hafen."— Konvikt:„Der Wolfsmann."— Lido:„Das Opern-Phaniom."— Louvre: „Mensch ohne Namen."— Maeeska:„Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel.'— Roxy:„Mein Hecz ist noch ledig."— Valdek:„Mensch ohne Namen."-- Belvedere;„Liebesquartett."— Peseda:„Ich und die Kaiserin."— Carlton:„Rom-Expreß."— Illusion: „Mensch ohn« Namen.'— Sport-Smichow:„Ter weiße Dämon."- U Pejvodu:„Mamsell gliiouche." l?» Der billigste Urlaub in der Heimat i JreiindschaftshBhe -05< Großer Garten mit Wasserwandelbahn nach Prießnitz und KneJpp JJausQuelte! Krisenpreisei Verlanget Prospekte! Erstklassige. physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, S'erven- und Slollwcchsci-KrankltcKca. Mäßige Pauscfiaffcuren. 8 wir schreiben, Wohl ist unerschöpflich an für die Gesundheit. Mittel, die uns für stehen, unfern Auf- Wer wandert, im LuitKurort Dinersbarti hat das Erhol ungshelm der B. K. V. A. Dbg. und sind dortgut eingerichtete 2- und 3 bettige Zimmer— ohne Tagespension— billigst abzugeben. Bäder im Hause— Autobusverbindung nach allen Richtungen. Aufragen direkt an das Erholungsheim in Dittersbach bei Bflbm.-Kamnitz. •chön.tor Au,llug,orl von Mlhrlach-SchBnbcr,. Vorzügliche Speisen und Gctränke t Ausschank ilannsdorkr Biere. Verein Arhcllorhelm* ’♦ findet Schönheit und Genuß im Böhmerwold wie i» Schlesien. Wird erstaunt sein, wie ihm di« großen Schätze der Natur in diesen Gebieten so lange vorenthalten bleiben konnten. Er wird erstaunt sein, wie billig es sich in den abseits von den großen Kurorten der Tschechoslowakei gelegenen Gebieten leben läßt. Wer weiter gehen will, der wird sich besonders in Schlesien unvergeßliche Ur- laubstagc verschaffen und wer sich irgendwo einige Zeit festsetzcn will, kann dies mit verhältnismäßig wenig Kosten, sowohl in den schlesischen Wander- und Erholungsorten wie auch im Böhmerwald, in der Slowakei tlnd wenn er will auch in Westböbmen, im Erzgebirge oder Riesengebirge tun. Für 20 Ke wird heute in vielen Orten schon Unterkunft und Verpflegung geboten. Wohnungen für die, welche sich selbst verköstigen, sind meist überall vorhanden. Es ist also nicht immer eine Frage des Geldes, ob man seinen Urlaub zivcck- mäßig verbringt oder nicht, sondern meist ein« Frage der Vorbereitung und der Beratung. Wer sich an geeigneter Stelle und rechtzeitig orientiert, wird ohne reich zu sein, in den kurzen Urlaubstagen alles erreichen, was«r braucht, nm das Leben schön und lebenswert zu finden. Selchwaren der en. HEQNER• de, PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN I Wenn der Sommer kommt, dann beginnt auch das Ringen um den Reisenden. Di« großen Bäder und Kurorte verwenden Millionen für die Propaganda, Reisegesellschaften wenden all« Mittel an, um den Urlaub zu organisieren, di« Politik wird in den Dienst der Fremdenindustrie gestellt. Für den Arbeiter und Angestellten, der sich«in paar Kronen erspart hat, um sic für den Urlaub anzulcgen, weiß oft nicht, wohin er soll. Dem Kranken weist der Arzt den Weg für seine Urlaubsreif«, der Gesunde muß sich ihn selbst suchen. Wie aber findet er ihn? Das ist die Frage, di««r der Beantwortung zuführcn muß. Auch hier muß, wie aus allen Gebieten des menschlichen Lebens, die Pressc Berater sein. Vor allem sei gesagt, daß wir mit wenig Geld keine Auslandsreisen in Betracht;i«hen können. Aber wer kennt schon das Land, in dem er lebt, so gut, daß er Schönheit und Freude, Ruhe und Erholung nur in fremden Landen zu finden glaubt? Bon den Menschen, für die keiner! Denn mtfer Land Schönheit und an Quellen Wählen wir also, wenn die den Urlaub zur Verfügung enthallsori aus seiner Mitte. Rumburg Pauschalkuren modernst eingerichtet llerwnarri DtmuHthtQiefanl Verlangen Sie In Inder Verkaufsstelle da* (oniumverelnea SEICHWAREN dar Hrma HEGNER* Cie.. PILSEN Aufflger Handelsakademie. Akademie: Aufnahmsprüfungen 30. Juni, t. September,%9 Uhr früh. Zwrillasfige Haudelsfchul« für Knaben. Zweiklaffige Handrisfchulr für Mädchen. Ausuahmsprüfungeu 30. Juni, I. September, vormittag«-1410 Uhr.» Abiturieutcnturo für Maturanten: Aumeidungeu bis 2. September. 2000. Weitere Auskünfte erteilt di« Direktion. Hennen Sie des Böhincrwaldcs rauschenden fhduvalJ. düsteren Berg« secn, sagenumwobenen Bürgen?— Besuchen Sie uns! Auskünfte: Deutscher Bühmerwaldhund. B.-Budwcis, Lli,- zerstraße 9(frcnidenvcrkchrsabtcilung) 2032 ERHOLUNGSHEIM Mähr.-Altstadt Nordmlhren Seehtthe 550 m unterhalb des Spleglltzer Schneeberges. Das Erholungsheim Ist mit allen Anforderungen mode-- ner Hygiene ausgestattet.— Elektro-. Hydro-, Liebt- und Inhalations-Therapie.— Diätkuren— Verpfleg,- kosten KJ 30.— tlgl. Bel Kusenmllglledent gewehrt die Zentral-Sozlalverslcherungs-Anstalt 33- und 80pro- acntlge Beiträge. Anmeldungen und Auskünfte erteilt die Bez.-Krankenverslcberungsanstalt MUhr.-Schtinberg. 203 t I-UMnUMUUSUUUStSUUUSUUUUUUUr. a Sanatorium Ziffer| l Gräfenberg.| 4 Ganzjährig geöffnet, joir. Telephon 4. t HERZ-HEILBAD H0NSTANT1NSBAD bei Narlenbad Herz- und Fraucnhcilhad. Natürliche Kohlensäure-, Stahl-. Schwefel- und hochwertige Moorbäder. 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