13. Jahrgang Dienstag, 27 Zimt 1933 kiozelpreis 78 Heller. Einschließlich 6 Heller Porto' Erscheint mil Ausnahme des Montag lügllch früh. r» daNloo u. vn»aliuog! Braga.9ttM>anfota*xtltrt.i3M93. sno«.Xaetrttatt.(a»aiUMi SMM*0i>M4tmt:S7Mi Die Bayrische Volkspartei an der Reihe. Prälat Leicht und alle Abgeordneten in Schutzhaft. Berlin, 20. Juni. Heute wurden im Rahmen der seit Tagen in ganz B.;c,n durchgcftthrten Aktion gegen Vic bayrische BolkSpartei in Bamberg in den frühen Morgenstunden der Führer der Partei ReichStagSabgeordneter Prälat Leicht, Landtagoabgeordneter Meixner sowie sämtlich« Stadtrüte festgenommen. Die Aktion gegen den politischen Katholizismus hab«, wie das Conti-Büro meldet, eindeutig den Beweis erbracht, daß eü diesen Kreisen mit ihren Beteuerungen, sich restlos hinter die nationale Regierung zu stellen, in keiner Weise ernst sei. Die Untersuchungen hätten vielmehr ergeben, daß der politische Katholizismus bestrebt ist, in jeder Weise die Anordnungen der R e gi e r n n g z u sa b o t i e r e n und ihr sogar entgegen zu arbeiten. ES stehe fest, daß diese Kreise jede Gelegenheit, insbesondere jede sich etwa ergebende politische Krise dazu ausnuhen werden, ihre verlorene Machtstellung wieder zu gewinnen. Nunmehr hat die politische Polizei di« Festnahme der Reichs« und Landtagsabgeordneten der bayrischen BolkSpartei sowie weiterer Funktionäre der Partei in ganz Bayern angeordnet. ES fei ferner festgeftellt worden, daß das Verbot des Bestehens der Partci-Wehrfor- mationen illegal weiter umgangen wurde. Auch dex„Greuelpropaganda" und der Verbreitung unrichtiger Meldungen seien, wie daS Lonti-Biiro weiter meldet, durch die Herausgabe von illegalen Druckschriften Tür und Tor geöffnet. Die Angehörigen der Bayern-Wacht wurden aufgefordert, dem Stahlhelm beizütreten, nicht etwa um diese Organisation zu stärken, sondern um diese Organisation zu durchsetzen, und dann als Sprungbrett für ihr« politischen Machtgelüste zu benützen. Unter den in München in Schutzhast genommenen BBP.- Mitgliedern befindet sich der ehemalige Staatsrat Fritz Schäffer, der„Bayern-Wacht"-Fiihrer von Lex, der Grnr- ralsekretar der DBP, Dr. Pfeiffer, Stimmer, Fürst Karl von Wrede» Baron Hirsch von Planegg und Dr. Hundhammer. „Pardon wird nicht gegeben!“ Das» die Nazi nun offen auch alle bürgerlichen Parteien beseitigen wollen, geht aus einer ganzen Reihe von Reden führender Raztfunktionitre hervor. Weitere Attentate in Oesterreich. Wi c n, 23. Juni.(Eigenbericht.) Die Serie der nationalsozialistischen Attentat« und Sobotage- akte ist seit Samstag wieder um ein Erhebliches vermehrt worden. In der Gemeinde Berndorf in Niederösterreich explodierte in der Nacht auf heute auf dem Marktplatz eine Bombe. 3” der Mensa der Krupp-Werke wurde eine zweit« Bombe flcfiiittett. Es stellte sich heraus, daß diese Bombe bereits vor der gestern dort stattgcfundcnen Versammlung der christlichsoziab.'id Partei nicdcrgclcgt tmirde. Es bandelt sich wahrscheinlich um ein Attentat gegen diese B e r s a m m h u n g. In Pottenstein in Niederöstcrrcich legten heute Nacht unbekannte Täter unter einem elektrischen Leitungsmast der Wiener llcberlandzen- trale zwei Bomben nieder. Die eine Bombe explodierte und weckte die gesamte Bevölkerung ans dem Schlaf, verursachte aber keine Schäden. Tie nicht explodierte zweite Bombe wurde unschädlich gemacht. In Salzburg explodierte heute nacht vor dem katholischen Gcsellcnhansc ebenfalls eine Bombe. In.Wolfs berg in Kärnten warfen Nationalsozialisten gestern abend Gasbomben in eine Versammlung christlichsozioler Bauern. Die Täler wurden auf der Stelle von den Bauern verprügelt. In Eisenerz(Steiermark) wurde gestern ein Lokal der christlichsozialen Partei in Brand gesteckt, doch konnte das Feuer bald gelöscht werden. An einiges Stellen der österreichischen Provinz wurden die Tclephonlinicn durchschnitten.' Im Prater konnten Anschläge auf das Klubhaus des Sportklubs Hakoah.durch die Wachsamkeit des Platzmeisters vereitelt werden. AufGrund der Vorgefundenen Petroseiimkännen, Papierhal- len etc. gelang cs der Polizei, sechs Angehörige der nationalsozialistischen Partei als Tater zu verhaftens Samstag morgens'wurde in der inneren Stadt in der Eßlingsgassc die Beobachtung gemacht. daß die Schienen der elektrischen Bahn in der Länge von fast einem Meter mit Zement ausgegossen waren. Die Sachverständigen sind der Ansicht, daß diese Störung auf den Schienen hätte katastrophale Folgen haben können. Rßidisdeiilsdie Waffen bei Oslerreidiisdien Nazis bssibla^nahmt. In Zell am See wurde gestern bei einem ehemaligen Funktionär der nationalsozialistischen Partei eine größere Menge von Waffe n b e s ch l a g n a h m t. In der nahen Gemeinde Maishosen wurden bei einem anderen Nationalsozialisten außer anderen Waffen auch ei« Maschinengewehr beschlagnahmt. Mle diese Waffen sind reichsdeutschen Ursprungs. In Feldkirch bei Graz ist es der Gendarmerie gelungen, bei dem Landwirt Alois. Tauscher ein Wassenlager zu entdecken, darunter auch zwei Maschinengewehre. Tauscher war irüher Mitglied des steirischen Heimatschuhes. In letzter Zeit bekleidete er eine sührende Stellung bei der dortigen Ortsgruppe der National sozialisten. In Neukirchen bei Salzburg ist die Gendarmerie einem Wasfenschmuggel aus Bayern aus di« Spur gekommen. Es gelang, bei einem früheren SA-Mann zehn Ge wehre reichsdeutscher Herkunft zu beschlagnahmen. Auch in Ried und in Braunau am Inn wurden bei nationalsozialistischen Funktionären Waffen beschlagnahmt. Vie Nazlinnrer unter Pollzelanlsldit. Verhaftungen von Landtagsabgeordneten. ? fm Laufe des SamStag und Sonntag wur- ünf ihres Mandates fifr verlustig erklärte nationalsozialistische Landtagsabgeördnete von Riederösterreich und ein ehemaliger LandeSrat verhaftet. Dem Wiener Gemeinderat Dr. Walter Riehl wurde die Ausreise nach München verweigert. Der Landesinspcktcur Frauenfeld wurde SamStag früh in Bulach angehalten und nach Wien zuruckgeschickt. Man nahm an, daß er sich über Italien nach Deutschland begeben wollte. Alle nationalsozialistischen Gemeinderäte von Wien sowie die Bundesratsmitglieder wurden unter Polizeiaufsicht gestellt und ihnen die Pässe ahgenommen. So erklärt« Staatsminister Esser in Rosenheim: „Wir haben noch eine große Reihe von Aktionen nötig, um die politische Macht vollkommen in unsere Hände zn bekommen. Wozu brauchen wir noch eine bayrische BolkSpartei oder die Deutkchnationalen, wo dost di« Beziehungen zur Kirche noch nie so korrekt waren, wie in diesen Tagen? Die alten Parteien müssen ausgelöst werden, um die notwendige i n n e r p o l i- tische Sicherheit zu schassen." Bei dem„Tag der alten Garde" in Spandau erklärte Minister Dr. Goebbels u. a.,„man solle nicht denken, daß die nationalsozialistische Revolution zu Ende sei. Sie geh« erst zu End«, wenn die NSDAP den ganzen Staat besitze. Es dürfe außer dieser überhaupt keine Partei und kein« Organisation mehr geben. Der Minister sagte u. a. wörtlich:„Wir sind dir Bollstrecker des BolkSwillenS. ES braucht niemand Weitere Verhaftungen von SPD-rnnktlonoren. Neben dem früheren Rcichstagspräsidcnten Paul L o c b c sind heute von der geheimen Staatspolizei auch andere namhafte Führer der SPD, darunter der Abgeordnete Jürgensen und der frühere Ministerpräsident von Braunschweig Dr. Jasper, im Zusammenhang mit der Auslösung der SPD„zwecks Sicherstellung des Vermögens ihrer Fraktion" zur Vernehmung in Schntzhaft genommen worden. Aus verschiedenen Teilen des Reiches wcr- dcn Hunderte von Verhaftungen von SPD- Führern gemeldet. Oer Reldisblsthol muß zurlitktrcten! Berlin, 26. Juni. Der nationalsozialistische preußische Kultusminister R u st hat den erst kürzlich zum evangelischen Rcichsbiichof gctvählten Pastor von Bodrlschwingh zum Rücktritt gezwungen, indem er einen Tlaatskommissär sür die evangelischen Landeskirchen Preußens cinjctzte. Sämtliche gewählten kirchlichen Vertretungen.in den evangelischen Landeskirchen wurden aufge» l ö st- und zwei hohe kirchliche Funktionäre zwangsweise beurlaubt. Die hakkreuzlerischen„Deutschen Christen" stellen in einem Aufruf fest, daß die Kirche sich der Neugeburt des deutschen Volkes„hochmütig und feindlich" gcgenübergcstelll habe; die Regie- srung habe daher nach diesem Vertragsbruch mit Angst zu haben. ES kommt jeder daran. Wir werden auch die Revolution zu Ende führen. Pardon wird nicht gegeben!" * Stuttgart, 24. Juni. In Eßlingen, Heilbronn und anderen Orten würden heut« sämtliche Geschäftsräume der christlichen Gewerkschaften durch Beauftragte der RSBO.» und SA.»Männer besetzt. Die Besetzung ging ohne Störung vor sich. Die saueren Trauben. Bei einer Stahlhelmkundgcbung in Magdeburg deutete Minister Seldte an, daß Deutschland außenpolitisch nicht gut dastehe; er sagte:„Lieber draußen sch w ä ch c r st e h c n, aber innen zusammenschweißen; lieber innerlich zusammcnstchen, als äußerlich Scheinerfolge haben." starker Hand zugcgrifsen und das bisherige Kir- chenregimc beseitigt. Die„Deuls«I)en Christen" sehen in dem(Heschel)en der letzten Tage den „Finger Gottes". Slahlhelmliihrer im Gefängnis. In Aulendorf(Württemberg) wurde am Sonntag der Stahlhelmadjutant Graf Herrmann von K ö n i g s c g g- A u l e n- d o r f auf Grund abfälliger Aeußerungcn über die NSDAP, und die SA. in Schutzhaft genommen. In Eisenach wurde der erste Stahlhelmführer Oberstleutnant a. D. Dr. Lindwurm ins Polizeigcfängnis eingeliefert. Der ehemalige Stahlhclmführcr Major a. D. von Voigt wurde in Meiningen wegen Beschimpfung des Reichsministers Seldte verhaftet und ins Zuchthaus Untermarsfcld eingcliefert— Arbeiter-Radiobund wird aufgelöst. Berlin, 24. Juni. T,ic nationalsozialistischen Funkwartc besetzte n' heute Nacht die"Geschäfts.st eile n des' in\ Liquidation befindlichen.soziäldemokrgtisclpm. Arbciterradiobnndeü. in Deutschland. Dabei wurde' s'cstgcstcllt, daß der Auflösungsbeschluß vom' 26.'/Mai als„Scheinbeschluß"/ als Tau sch u u g s m an övc r anzusprechen ist und der organisatorische Zusammenhalt der Bund^Mitglieder weiterhin aufrecht erhalten wurde. Tie Auflösung wird nunmehr erjolgen. Kleriko- Demokraten Das Doppelgesicht der Christlichsozialen. Seit ntmt hierzulande versucht, mit staatlichen Machtmitteln die Selbsthilfe der Demokratie gegen die fascistischen Herrschaftsgelüste zn organisieren, gibt cs keine leidenschaftlicheren Verteidiger der reinen, schrankenlosen und alle Freiheiten konzedierenden Demokratie als die C h r i st l i ch s o z i a l e n. Sie haben plötzlich vergessen, wie wenig sie für die Demokratie übrig hatten, als sie im B ü r g e r b l o ck saßen nnd die Verwaltungsreform durchführten. Sie haben plötzlich vergessen, wie wenig sie in ihrer a l t ö st c r r eich i| rf) c n Vergangenheit für die Demokratie sckstvärmtcn. Sic Wachen nur eifernd nnd peinlich darüber, daß die Gegner der Demokratie ja keine Beschränkungen in ihrer Arbeit erfahren sollen. Nicht einmal die Jungdemokraten sind so demokratisch wie die Mayr- Hartingsozialcn. Gemeinsam ist beiden aber, daß sic die Demokratie nur sür die Tschecho- s l o w a k c i fordern. Was jenseits der Grenzen vorgehl, sehen sic durch eine ganz andere Brille. Und selbst die teils freiwillige, teils erzwungene G l e i ch s ch a l t u n g d c s Zentrums hat.nichts an ihrer Sympathie für den Anlimarxismus Hitlers zu ändern vermacht. Riskierten die klerikalen Blätter einen schüchternen Tadel der Hitlcrmcthvdcn, so suchten sie ihn doch sofort durch freundliche Aeußerungcn über das Regime der„nationalen Revolution" anfzuwicgcn. Die Vernichtung der Demokratie in Deutschland, selbst wo sie nnmittelbar die Interessen des Katholizismus berührte, regte die Christlichsozialen bei weitem nicht so auf wie die angebliche Erschütterung der Demokratie in der Tschechoslowakei. Vollends grotesk nimmt sich das Ringen der Klerikalen um die Demokratie in der Tschechoslowakei aber angesichts der Tatsache ans, daß bei unserem südlichen Nachbarn, in O e st e r r e i ch eine a n t i d c m o k r a t i sch e Politik schärfster Art betrieben wird und daß ihr Träger nnd Initiator niemand anderer alü eben die ch r i st l i ch s o z i a l e Partei ist. In Oesterreich richtet sich aber der staatliche Druck nicht nur gegen den Fascismus, sondern auch gegen die Arbeiterklasse und darum ist den Christ- lichsozialen die starke Hand, die sie hierzulande zügeln möchten, in Oesterreich überaus s y m p a t h i s ch. Man wird aber den christlichsozialen Kritikern der tschechoslowakischen Politik doch mit allem Nachdruck empfehlen müssen, sich ein wenig die Methoden ihrer Parteigenossen in Oesterreich anzuschcn nnd an ihnen zu Lehrern der demokratischen Grundsätze zn werden. Die Christlichsozialen bekämpfen zum Beispiel aufs heftigste das kleine Preßgesctz, das es ihnen vor allem wegen seiner Bestimmungen über die Kolportage in Kirchen angetan hat. Sic stellen sich dem Volke als die Wahrer der P r e ß f r e i h.e i t vor. In Oesterreich aber, das eine christlichsoziale Regierung hat, sind der Preßfreiheit alle Unterlagen entzogen worden. Der Bundeskanzler ist in höchsteigener Person P r e s s c d i k t a t o r. Die Vorzensur ist wieder. eingeführt worden und man konfisziert nicht nur fasci- stische, sondern lieber und vor allem sozialistische Zeitungen, ja. man konfisziert die Zitierung der Staatsgrundgcsctzc, weil darüber, was erscheinest'darf und was nicht, in der vorbildlichen christlichsozialen Demokratie Oesterreich eben die pure Willkür entscheidet. Wollte man hierzulande gegen die christlichsoziale Oppvsitionüpresse so Vorgehen, wie der Dollfuß- gegen die sozialistische Presse in Oesterreich vorgeht, dann wäre die Deutsche Presse jeden zweiten Tag mit weißen.Flecken besäet. Gegen die Vorzensur in Oesterreich, Seit« 2 Dienstag, 27. Juni 1V33 Nr. 148 siegen die kleinliche Schikanierung der opposi -iionellen Zeitungen im demokratischen Musterstaat der Christlichsozialen halten die Luschka und Hilden reiner noch Feilt Wort des Tadels geäußert, die weniger weitgehenden, sich in allen Formen des Gesetzes haltenden Maßnahmen bei uns erregen ihren— natürlich gespielten— demokratischen Zorn. DaS gleiche gilt von den„?l uSnah in S» gesehen". In D e u t s ch l a n d hat man der Regierung auf vier Jahre die diktatorische Bollmacht gegeben, was immer sie will, auf eigene Faust durchführen zu können. Das Zentrum hat für diesen Berfassungsbruch gestimmt. Bon einer rech.lichen Grundlage dieser Diktatur kann nicht die Rede sein, hat man doch die erforderliche Mehrheit mlr durch den frechsten und brutalsten Mandataroub, durch die Entrechtung von fünf Millionen Wählern zustandcgebracht! Das hat aber die Christlichsozialen nicht entfernt jo aus der Ruhe gebracht, wie die Maßnahmen, die in der Tschechoslowakei in aller Form Rechtens, parlamentarisch und mit ordentlichen, verfas- sunaSmäßigen Mitteln beschlossen wurden. Nicht daß man in Deutschland die mehr als 200 Mandate der Marxisten im Reichstag, zu Hunderten und Tausenden die LandtagSman- date und die Sitze in den Gcmeindeparkanten- ten kassiert, weckt die Empörung der Klcriko- demokraten, wohl aber die einfachsten Abwehr- »laßnahmen, die ein demokratischer Staat gegen die fascistisck-e Pest trifft und zu der die Parlamentsmehrheit ihre Zustimnulng gibt. In Oesterreich regiert der ch r i st- lich> ozialc Diktator Dollfuß mit Ausno hmsrecht. Aber er hat nicht wie die tschechoslowakische Regierung das Parlament gebraucht, um sich ein Notrechi bewilligen zu lassen. Er hat einfach auf Grund einer kaiserlichen Bcrvrdnung von 1!>17, mit einem richtigen„Dreh" seine Diktatur proklamiert. Seinen Bollmachtcn gegenüber sind die der tschechoslowakischen Regierung zeitlich und rechtlich, im Umfang wie in der Wirksamkeit nur eine beschränkte und sehr bescheidene Machterwcite- rung. Aber nicht gegen den Diktator Dollfuß, der mit dem„Notrecht" der kaiserlichen Verordnung gegen den LebcnSmittelwuchcr das Parlament ausschaltet, sondern gegen die „antideniokratischc" Politik der Marxisten in der Tschechoslowakei tobt die christltchsoziale Presse. In Oesterreich hat man die N a z i- Partei aufgelöst. Wir sind die letzten, die gegen diese sehr gesunde Maßnahme protestieren würden. Aber die Christlich- sozialen, die das Borgehen ihres Dollfuß gegen die Nazi aus vollem Herzen billigen, haben kein Recht, die viel harmloseren Maßnahmen unserer Regierung zu bekämpfen. In Oesterreich hat man die Mitgliedschaft bei der nationalsozialistischen Pariei, noch bevor man sie aufgelöst hatte, mit der Anstellung im Staatsdienst für unvereinbar erklärt. Die Christlichsozialen sehen darin keinen Verstoß gegen die Demokratie. Daß in der Tjchechoslo- wakei Staatsangestellte pensioniert oder diszipliniert werden, weil sie sich fascistisch betätigt haben— nicht der bloßen Gesinnung, sondern erst der Tathandlungen halber— das 11 Die Sache mit Boms Kriminalroman von Grefe Hartwig ,Jck verstehe Sie. Und ich verstehe sogar mehr, als Sic glauben. Deshalb muß ich Ihnen noch etwas sage». Sie haben mich sehr beleidigt und sehr gekrankt. Ich wer Ihnen gut genug, meine Hilfe zu verlangen, aber nicht gut genug, sich darüber hinaus nut mir abzugcben. Sie verabscheuen den Mann in mir. Sie wichen zurück, als ich Sie küssen wollte, Sie verabscheuen den Menschen in mir, Sie verachten meine Einstellung zum Leben. Sie werden begreifen, daß ich Sie nach dem Affront, den Sie mir angetan haben, restlos aus meinem Leben streichen muß. Ich bin kein Erpresser. Wenn Sie jetzt sogar in meinen Vorschlag einwilligen würden, jetzt würde ich es nicht mehr akzeptieren. Es war grenzenlos naiv von Ihnen, mich auSbeuteu zu wollen. Auch in dic- fer Beziehung bin ich Kapitalist. Die Profitrate ist unser« LroenSbedinaung, Ihre Münze wäre die Lieb« oder wenigstens die geheuchelte Liebe gewesen. Die Konjunktur haben Sie verpaßt." „Ich war eben zu ehrlich!" ries da« Mädchen haßerfüllt. „Macht ist ein gefährlicher Faktor. Nicht nur für den» der sie fühlt, sondern auch für dcn, der sie auSübt. Man muß sic erst erproben." Er machte eine kleine Pause und fah Lillian nachdenklich an.„Sie sind ein schöne» und liebenswertes Kind. Aber, ehe Sic nicht bewußt leben, eh« Sir sich nicht ganz znm Opfer oder ganz zum Triumph bekannt haben, wird alles an Ihnen nutzlos sein. Daran ist zweifellos Ihre Erzie- hung schuld, die Sie bewußt>n das vergangene Jahrhundert verpflanzt Hot. Ihr Vater ist Wohl em höherer Beamter?" Ehe Lillian noch bejaht erscheint dcn Parteigenossen des Herrn Dollfuß al» eine schwere Verletzung der demokratischen Grundsätze. Es gibt kein« angeblich „antidemokratische" Maßnahme unserer Regierung und unseres Parlaments, die nicht von Dollfuß in ganz bedeutend schärferer und rücksichtsloserer Form angewandt worden wäre. Wenn wir nachahmen wollten, was Dollfuß tut, dann gäbe es bei uirs keine Nationalsozialisten und Teutschnationale mehr, dann erschiene auch die klerikale Presse unter Vorzensur, dann flögen viele Taufende StaatS- angestellte aufS Pflaster, dann tväre das Parlament» in dem Luschka und Hilgenrciner so schöne demokratische Reden halten, lange zugesperrt und all die Klagen und Seufzer der hatte, fuhr er fort:„Ich dachte cS mir. Lebenslänglich garantiertes Einkommen, mit dazuac- hörigem Ehrgefühl garniert. Freitvillige Beschränktheit als Wegbereiter für da» Avancement, Klndcrrrziehung vorsichtshalber im Gottcsglau- ben. Ja, ja, das Heim! Der verdammt« Sozialismus weiß schon, warum er cS zerstören will. Aber Ihnen könnte eine kleine Privatrcvolutton gar nichts schaden!" Tas Telephon schrillte.— „Bitte? Ja. 260.000 RM. Gemacht!"— Er legte das Hörrohr aus.„Unsere zehn Minuten sind nm, Fräulein Band! Wenn Sie die 800 Mark jetzt wollen..." Lillian macht« eine heftig« Bewegung. Direktor Hammer lächelte.„Keine Bange, mein Kind! Spielt ja an sich keine Rolle. Ich notiere die Ausgabe so... so, als hätte man sie mir gestohlen. Da kriege ich auch nichts dafür. Nun?" Aber Lillian war schon bei der Türe. „Ich bin kein Shhlock!" fetzte er hinzu und lachte gutmütig, ,Jch brauche Ihr Geld nicht!" schrie Lillian außer sich.„Behalten Sie Ihr Geld. Sie... Sie..." 7.K a p i t«l. Günther Reif. Borris saß in dem kahlen Zimmer Günther Reifs nnd verbrannte in dem kleine», eisernen Ofen Papiere. Manches sah er genau durch, manche» legte er beiseite, hie und da machte er Notizen, viel« Briefe warf er unbesehen ins Feuer. Aus seiner Stirne standen ernst« Falte». Hie und da murmelte er ein paar Worte, sonst war er still, nur die Flammen vcrnrsachten eine» leisen heulenden Laut und da« Papier knisterte. Eine Photographie in der Hand, zögerte er einen Augenblick und sah sic versonnen an. Sie zeigte ihn, als er;wöls Jahre alt war, im Kreise von Eltern und Geschwistern. Wie Klerikalen um di« Demokratie, der sie nun erst auf den Geschmack kommen, blieben ungehört. Der scheinbar der Demokratie, in Wahrheit dem FasciSmuS zuliebe geführte Kampf der Klerikalen gegen den Selbstschutz der Republik ist die übelste Demagogie, die sich denken läßt. Er beweist nur, daß die Klerikalen alles andere als Demokraten sind, daß sic die Aufrichtung reaktionärer Diktaturen mit Jubel begrüßen, aber der Demokratie das Recht auf Schutz verweigern wollen. Sie mögen es nicht zu bunt treiben! Sie würden es sehr bereuen, wenn man eines Tages in der Sprache Ihres Dollfuß zu ihnen spräche! lange, wie erschreckend lange war da« her! Heute waren die Eltern tot, das große Haus in Bukarest verkauft, das Berrnöge» verloren oder vertan, der Bruder in Südamerika, die kleine Schwester als schlechtbczahltc Angestellte in einem Agramer Warenhaus. Beide Geschwister waren auS seinem Gesichtskreise verschwunden, nach dem Kriege war die Familie zerfallen, die politischen und wirtschaftlichen Stürme hatten das Heim zerstört, der väterliche Zuschuß für fein Studium war schmäler geworden und schließlich auSgeblic- ben, ein nochmaliger Besuch in der Heimat hatte ihn zum politische» Agitator gemacht und schließlich zur Flucht gezwungen, und alles, waS ferner zu Hause geschah, erfuhr er nur mehr auS Briesen oder gelegentlichen Mitteilungen von Jugend- srcnndcn, die von dort kamen. Zwölf Jahre! Behütet von Pater und Mutter, vertvöhnt als begabtes Kind, betreut als hoffnungsvoller Junge! Und nun, wer sollte ihm nun Helsen? Rnn sollte er wieder in die Heiniat, nicht uni sie wehnüitig zu grüßen, nicht um am Grabe der Eltern zu weinen, nicht um dem Bruder die Hand zu drücken oder der Schwester Weiche Wange zu küssen» nicht um im Vaterhaus das Haupt zur Ruhe zu legen, sondern um.»«gehört und uitvcrteidigt, den Kopf in di« Schlinge zu stecken. Der Tod wartete aus ihn, aber nicht der ernste, nnemrinnbare, sondern der gemeine, lüsterne, init allen erdenklichen Oualen verbrämte. O du zwölfjährige», reine», gläubiges, liebes Kindergesicht!„O dn meine Kindheit, o du mein heiliger Haß! Nein! Sie kriegen mich nicht, eher... eher..Trotzig warf er das Bild in .die Flammen. Draußen knarrte die Tür und er fuhr nervös zusammen.„Ach, du bist es. Günther!" rief er erleichtert.„Ich bin doch, weiß Gott, kein Feigling, aber ich glaube jeden Augenblick, sic sind schon da!" Er seufzte und schürte die Asche, lich beteiligt waren, was such dos Gericht fest- gestellt hat. Daß eilt paar Menschen in der Eroberung einer Kasern« schon den Anfang vom Ende der Demokratie und der bestehenden Verfassung der Republik sehen, da» ist eine Folge einer im geistigen Sinn« hemmungslosen Agitation, die ei« paar Mensche,t verführen, aber keine politische Aufklärung verbreiten kann. Solch« politisch ungeschulte Menschen, ohne eigc- nes Urteil, ohne die primitivsten politischen Kenntnisse, können nicht handelnd in da» Rad der Geschichte eingreifen— obwohl sie sich zu Neuem und Großen, berufen fühlen— sondern sie können nur die Beut« von Aden teuerer n werden, die sich eimnal von rechts, das anderem«! von links an sie heranschleichen. Di« wirtschaftliche und politische Erschütterung der bürgerlichen Welt hat den Boden vorbereitet, auf denen politische Abenteuer« sich der Menge wie Zirkusreiter zeigen. Sofern« dieses Abenteuerertum die dmokratische Verfassung gefährdet, ist cs Pflicht der politischen Faktoren, die Machtmittel, die ihnen das Volk in di« Hand gegeben, znm Schutze der Demokratie zu gebrauchen. Der-wette Prozeß gegen die tschechischen Fasristen. Gestern bcgan in Brünn vor einem Senat de» Kreisst.afgerichte» unter dem Vorsitz-es Gerichtsrate» Dr. Hagel der Prozeß gegen 17 Falcisten, die in, Zusammenhänge mit den, Ueber- sall ans die Brünner Kasernen angeklagt sind. Die Angeklagten sind fast alle im Alter zwischen 26 und 80 Jahren und stich Handwerker oder Kleinlandwirte. Tie Anklage vertritt Dr. Dost a l, der auch die Anklage gegen Kobzinek, Gajda und Gcnossen ausgearbeitet hat. Der Prozeß wurde jedoch über Antrag de» Staatsanwaltes zweck« Einholung der Akten au» dem Prozeß vor dem Staatsgcricht unerwartet auf unbestimmte Zeit vertagt. 70.880 PreffeNage« Mriich! Ahbilse durch den neuen Ehrenschuh. Prag, 26. Juni. Ter Senat nahm heute nachmittags in beiden Lesungen die Vorlage über die Ladenspcrrc in der Slowakei an; im Ausschuß waren an dem RegierungSentwurf noch einige Aenderungcn zugunsten der Wallfahrtsorte vorgenomnie» worden. Tann wurde in erster Lesung die Vorlage über den Ehre„schütz verabschiedet, die in erster Linie dem Unfug der Massenklagcn gegen Zeitungen einigermaßen steuern soll. In den letzten Jahren sind jährlich durchschnittlich 70.000 EhrenbeleidignngSklagcn gegen Zeitungen überreicht worden! Trotzdem bezeichnete M i k ü l i o«l(Äom.) auch dies« Vorlage als„ein Glied in-en, reaktionären Vorgehen der Regierungsparteien zum Zwecke der Verlängerung des Lebens de» kapitalistische» Regime». Er hällr wohl unchwrr durch eine Anfrage im ,Mud» Prrivo" feststcllen können, was die erfolgte Erichwcrnna mutwilliger Ehrenbelcidigungskiagen gegen die Presse gerade für ei» Arbeiterblatt bedcu et. aber das wäre zu viel Arbeit gewesen. Gelchimpst muß leiten» der Kommunisten halt auf jeden Fall wenden! Nach Erledigung einer Immunität vertagt« sich der Senat aus D o n n e r S l a a 11 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen drei Beschlüsse de- Ab- geordnc enh.iuses(Kleine Prefscnovelle,§ 34 de« Schntzgcsehc» und außerordentlich« Verfügungen). Der morgige Tag ist Ausjchußbcratungen gc- widmet. Günther Reif lächelte. „Alle» Schlimme hat doch auch sein GntrS. Durch deine Flucht habe ich ein warmes Zimmer. Man sollte es nicht glanben, daß sogar diese paar Fetzen Papier ein wenig Wärme spenden. Draußen ist eü ungemütlich; kalte Herbstnebel!" Seine Helle Stimme erfüllte froh de» Raun,.„Einmal im Leben möchte ich es auch zu einem ordentlichen Wintermantel bringen!" „Warte nur, Günther, bi» ich in Sicherheit bin. Tann sollst du alles haben, wa» dein Herz begehrt, dann sollst du esien und trinken. Und Kleider, Wohnung, alles, alles! Laß mich nur machen! Ich tvrrde dich nicht vergessen, n,e,n guter Junge!" „Borris", sagte Günther weich.„Borris, Ich habe eine gute Nachricht." Borris sprang jäh auf, sein Gesicht war hart und bleich.„Nun?" Er faßte den andern heftig bei der Schulter. Seine Unterlippe zitterte. „Ich glaube", sagte Günther Reif leise,„daß du morgen einen Paß haben wirst." „Einen Paß!" flüsterte Borris tonlos, nnd nochmals:„Einen Paß!" Dann wandte er llch langsam ab und seine Schultern zuckten. Wilde Tränen stürzten ans seinen Augen. Jetzt, do die Rettung so nah, verkkertc er seine Haltung. Schluchzen schüttelte seinen Körper. Güntb r schwieg und ließ ihm Zeit. Dann schneuzte kicl> Borris heftig, wischte sich das Gesicht ab Md lachte auf. ,Lu dumm!" sagte er ärgerlich.„Zu blöd! Da« sind dir Nerven! E» ist kein Wunder. Dieses Persteckenspiel der letzten Tage und diese» Warten! Sic könnten sich doch, weiß Gott, damit zufrieden geben, daß ich nicht mehr dori bin, ihnen also nicht mehr gefährlich werden kann. Aber sie lieben den Terror an sich. Je mehr Blutnrtcile sie vollstrecken können, desto lieber ist es ihnen. Sie machen da« mit einer sPnr0'"t,-n Tüchtigkeit sondergleichen." Borri» steckte scin nasse» Taschentuch wieder ein. <Üo«tetzung iotg,- Kobsinek- sechs Jahre Kerker. Gajda, iMra, Jakob und Tcsah trclgcsprodien. Brün u, 26. Juni. Unter ungewöhnlich starkem Andrang des Publikums, das nicht nur den Verhandlungssaal bis zum letzten Platz ausfüllte, sondern auch vor dem Gerichtsgebäude dicht gedrängt stand, verkündete heute der Vorsitzende des Staatsgerichtühofes Dr. Bo ieky das Urteil gegen Kobsinek und Gcnossen wegen des Brünner Kasernensturmes. Kobsinek und 46 Mitangeklagte wurden des verbrechen« dr» Aufruhr« nach 8 6 des Strafgesetze» für schuldig erkannt, wobei Kobsinek, KuH. tit und Rrdvkdieky al« Führer der Aktion bezeichnet werde». Kobsinek erhielt sechs Jahre schweren Kerkers, verschärft durch einen Fasttag vierteljährig und Dunkelarrest am Jahrestage der Tat. Suilik wurde zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt, Redvddteky zu drei Jahren. Drei Jahre erhielt ferner der Ange, llagte Prochazka. der der eingesetzten Wach« Widerstand leist««, zwei Jahr« der Angrllagtr Mlvek. Die übrigen 40 Angeklagten wurden zu schweren Kerkerstrasen von sechs Monaten bis zu einem Jahre, verschärft durch einen Fasttag monatlich, verurteilt. Alle» Verurteilten wird die Untersuchungshaft eingerechnet. Di« Strafen find bi» ans fünf Verurteilte, denen«ine drei, jährige Bewährungsfrist auserlegt wurde, unbedingt. & Tas Gericht hat auf Grund der Unterlagen und Zeugeneinvernahmen jene Personen, die un» mittelbar an dem Ueberfall auf die Schinntzer Kaserne beteiligt waren, zu nronate- uttd jahrelangen Kerkerstrasen verurteilt, dagegen einige der Hauptfunktionarc der Faschistengemeindc, gegen die gleichzeitig die Anklage erhoben wordett ist, srrigrsprochen. Da« di« erste Gruppe der Angeklagten betrifft, war ihre Verurteilung vorauszuschcn, da sic ja der strafbaren Handlungen, derentwegen sie vor den Schranken des Gerichtes standen, van voritherein überführt waren. Nach dem, tvas man i,, dcn wochcnlongen Verhandlungen von ihnen gehört hat, sind cs Romantiker, die geistig aus dcnt Niveau jugendlicher Leser von Jndianerbüchcln stehen. Sie sind typisch für jene Maße heutiger Menschen, die von den Entivicklunaskräften der Geschichte nichts wissen und auf alle Falle eine politische Rolle spie leit wollen, wobei sie Politik ntit einem nicht nur an Verbrechen grenzenden, sondern Verdreckten bedeutenden Abenteuerertum verwechseln. Das politische Niveau dieser Men Elf Angeklagte, darunter Gajda, Major a. D. Uvira und di« Unteroffiziere Jakub und Tesak wurden freigrsprochrn. Die Verlesung des Urteils und der Begründung dauerte sechs Stunde«. In der ausführlichen Begründung de« Urteil« heißl cs: Es sind keine Anzeichen vorhanden, die zu dem Schlüße berechtigen, daß der Ueberfall aus die Kaserne in irgendeinem Zusammenhang mit der Zentrale der nationalen Fasrlslengcmeindc stand, und daß ihr Führer Gajda seine Zustimmung dazu gegeben hätte oder daß die nationale Fascisten- gemeinde hiezu irgendwelche Anweisungen gegeben oder Pläne ausgcarbeitet hätte. Dies gilt auch von den Funktionären der Parteigruppen, deren Mitglieder sich an dem Ueberfall aus die Kaserne bc- teiliaten. WaS dl« Person des Angeklagten Gajda anlangi, ist der Staaltgerichllhos zu der Ucbrrzrugung ge langt, daß Gayda ein besonnener und vor- sichtiger Mann ist. Mit diesen seinen Eharok- tereigenschasten ist die Vermutung nicht zu ver- einbaren, daß er die Anregung zu einer derartig»« Handlung wie cS der Ueberfall aus die Kaserne in Schimitz Ivar,, gegeben hatte. Im Verlauf« oeS Nachmittag» wurden au» der Haft de» KreiSstrasgerichte» in Brünn jene Atrgeklagicn entlassen, di« frcigcsprochcn wurden sowie diejenigen, die zu Strafen verurteilt wurden, die geringer als ein Jahr sind. sch«» trat während der Verhandlung darin hervor, >aß einige keine blasse Ahnung von der Berfas- nng der Republik hatten, nicht wußten, wa» ain 28. Oktober 1918 geschehen ist und ähnliches inehr. Politische Ideale Hai diese Sorte von Menschen nicht und so wurde der Uebersall ans die Kaserne lockendes Abenteuer und Befriedigung eines Tätigkeitsdranges, der kein anderes Ziel kennt al» da« Verbrechen. Daß freilich so viele Menschen sich gefunden haben, die für den Ueberfall auf eine Kaserne genau so zu haben sind, al» etwa zum Besuche eines Kinos, denen man den nächtlichen Marsch in der Umgebung Brünns al« den Beginn eines staatlichen Umstürze» dorst«llen kann, da» führt mrs zu der Feststellung, daß man die Wirkungen der fasoistischen Agitation auf eine au» dem Gleichgewicht geratene beschäftigungslose Gene- ration nicht unterschätzen darf nnd bringt uns auch di« intellektuellen Urheber einer Bewegung in Erinnerung, di« pun Ueberfall auf die Kä- scrnc führte, wetm auch di« obersten Führer der Faseistengrmeinde an dem Ueberfall nicht persön- 9h. 148 Dk«n»tag, 27. nuttl 1238 Seite 8 Hitler gegen Hugenberg Flug über Berlin aufgeklärt: Aus Berlin wird uns von unterrichteter Seite geschrieben: Eigene Außenpolitik Hilgenbergs. Hugenberg und Oesterreich/ Hindenburg und Schleicher. .': I Den Anstoß zu diesen Vorgängen haben dir deren schwierige I Ereignisse der letzten Tage gegeben, die klar zeig- "" I tcn, daß die Nationalsozialisten neben sich keine 25 Millionen Mark für die Nazis in Oeslerreidi! Die„Wiener Leitung" meldet: In Amsterdam macht die Mitteilung des„Allgemeen Han. delsblad" größte« Aufsehen, daß die national, sozialistische Propaganda in Oesterreich bisher 25 Millionen Marl verbraucht habe und daß die NSDAP, gewillt sei, noch da« Zehnfache dieser Summe für die Gleichschaltung in Oester» reich au«zugeben. Frauenfeld ein„zweifelhafter Ehrenmann“. Der Wahrheitsbeweis der„Arbeiter-Zeitung" erbracht! Wien, 26. Juni,(Eigenbericht.) Heule hat vor dem Presserichter der Ehrenbeleidigung-pro- zeß deö Wiener Naziführers Frauenfeld gegen die„Arbeiter-Zeitung" stattgesundeu. Die „Arbeiter Zeitung" hat Frauenseid bekanntlich einen„koscheren, zweifelhaften Ehrenman n" genannt, weil er sich im Spital der israelitischen Kultnsgemeinoe in Wien während einer Krankheit behandeln ließ und, während er dort lag, Brandartikel gegen die Juden schrieb. Das Gericht erklärte den Wahrheitsbeweis für„koscher" als unzulässig und ver- urteilie die„Arbeiter Zeitung" wegen dieser Verspottung zu 300 Schilling Geldstrafe. Hingegen stellte da« Gericht fest, daß der Wahrheitsbeweis für den„zweifelhaften Ehrenmann" erbracht fei, und sprach den Verantwortlichen Redakteur in diesem Jolle frei. Damit ist gerichtlich bestätigt, daß der Wiener Hakenkrcuzsührcr ein zweifelhafter Ehrenmann ist! Verstärkung der Salzburger Garnison. Sonntag um 16 Uhr traf in Salzburg ein motorisiertes Bataillon der Feldjäger in Stärke von 12 Offizieren und 200 Mann in Kraftwagen . ein. Dieses Bataillon gilt als Verstärkung der > Salzburger Garnison. Bisher versah diese Truppe - in Herr Hugenberg scheint entscklossen zu sein, den Kamps um die Macht in Deutschland und um die durch ihn verkörperte Wirtschaftspolitik nunmehr auf breitester Front zu eröffnen— selbst auf die Gefahr hin, daß er vorübergehend zurückgedrängt wird und der soscistisck)en Verfolgung verfällt. Man beobachtet in de» dem Reichskanzler nahestehenden Kreisen seit längerer Zeit mit steigernder Besorgnis, daß Hugenberg feinen Neber- gang zur Opposition planmäßig und unbeeinflußt durch irgendwelche Ereignisse vorbereitet. Und der m den letzten Tagen unternommene Vorstoß der Nationalsozialisten gegen die Deutschnationale 100 Millionen Reichsmark„speitden" würden. Tas Flugblatt wirft die Frage auf, welche Gegendienste Herr Hitler den Industriellen versprochen habe, um sie zit diesem Geschenk zu veranlassen, ob etwa der ganz in Vergessenheit geratene„Vier- Jahr-Plan" damit in Zusammenhang stehe? Das Flugblatt fragt ferner, aus welchen Mitteln die NSDAP in früheren Jahren gelebt habe; wenn jetzt, nach der Machtergreifung solche Summen erforderlich seien, so sei anzunehmen, daß man vorher»och höhere Mittel benötigt habe. Ob jene Mittel auch von den Industriellen„gespendet" worden wären und welche Gegendienste man damals versprochen l>ätte? Das Flugblatt schließt mit der Erklärung, daß die SA ein Recht habe, Aufklärung zu fordern; wenn diese Aufklärung auch jetzt auSbleibe, dann sei„der SA-Prolet nicht mehr imstande, der von marxistischer Seite seit jeher ausgestreuten Behauptung entgegenzutreten, daß die NSDAP von den K a p i t a l i st e n gekauft" worden sei. Das Flugblatt hat in Berlin stärkstes Aufsehen erregt. Die Polizei, die sofort mit allen Bereitschaften eingesetzt wurde, war völlig außerstande, die Verteilung zu verhindern. Die sofort unter Einsatz aller Mittel eingeleitcten Ermittlungen nach den Verteilern blieben bisher ohne Erfolg und— werden wohl auch weiter ohne 'Erfolg bleiben. SA-Opposition gegen Hitler Die Hitlerspende des deutschen Großkapitals. Die Verschuldung der Selbstverwaltung. Die Verschuldung der autonomen Verbände in der Tschechoslowakei hat zum 31. Dezember 11.149 Milliarden Kronen erreicht. In Böhmen betragen die kurzfristigen und langfristigen Schulden der Gemeinden 4.892, der Bezirke 1.382, des Lande- 537 Millionen, daher bei sämtlichen autonomen Verbänden insgesamt 6.812 Millionen Kronen, ? H- M rußland auf 51.3 Millionen Kronen. Für Ansen«U mÄn und Amortisationen hat die Autonomie in Böh, men 1982 710 Millionen gebraucht, wovon auf ÄÄL*feiSfcF(S’ Millionen entfahrt. Aus diesen I Mission Hugenberg- annehmen wird oder nicht. Ziffern wird klar, daß ohne Entschuldung der Den Anstoß zu diesen Vorgängen haben die autonomen Landesverbände deren schwierige I Ereignisse der letzten Tage gegeben, die klar zeig- Ftnanzlage nicht geregelt werden kanti. I^n, daß die Nationalsozialisten neben sich keine Mährisch- schlesische Lande». Vertretung, andere selbständige politische Partei zu dulden be- Brunn, 23. Juni.(Eigenbericht.) Am Heu- abstchtigen und daß sie nicht bereit find, In dieser Reusicdel am See ihren Dienst. nindenhnrg erkrank!. Der„Daily Herald" verweist auf gewisfe Meldungen der Auslandspresse, daß der deutsche Reichspräsident von Hindenburg erkrankt sei. Tatsächlich hat man seit längerer Zeit auch in der gleichgeschalteten Presse keinerlei Berichte über ein öffentliches Auftreten des 86jährigcn Reichspräsidenten gesunden. TcS Londoner Blatt erklärt, davon unterrichtet zu sein, daß Hindenburg vor einiger Zeit eine schwere Erkältung durchgemacht und jetzt einen Rückfall erlitten habe. Anllsemitisdie Ausstellungen in Frankfurt. Frankfurt a. M., 23. Juni.(Eigenbericht.) In den gestrigen Abendstunden kam es in Frankfurt a. M. nach längerer Pause wieder einmal zu schweren antisemitischen Ausschreitungen. Eine Menschenmenge von mehreren Tausenden zog durch die Hauptgeschäftsstraßen der City; zahlreiche Hitlerfahnen wurden im Zuge mitgeführt. Während des ganzen Umzuges, der rund drei Stunden in Anspruch nahm, wurden im Sprechchor Drohungen ausgestoßen, wie„Schließt die jüdischen Geschäfte" und„Schlagt die Juden tot". Mehrere Menschen, die den Umzug durch Abnehmen der Kopfbedeckung nicht grüßten, wurdeir blutig geschlagen. Tic Tcmonstration löste sich schließlich vor dem Franksirrter Börsengebäude auf. Die Polizei verhielt sich völlig passiv iind unternahm auch nichts zum Schutze der von den Demonstranten Ueberfallenen. Sind die Sudetennazi bOlt SemfdllanD dezadh? I Partei und die ihr verbundenen Organisationen Seit ihnen di« tschechoslowakisch« Justiz ein darf nur in diesem Zusammenhänge und als .....—**•-', f großangelegter Versuch gewertet werden, den , deutschnationalen Parteinihrer vorzeitig zum msschung In'uns««' V«r°häl't'n i'Üe gesta t f en","daß I Handeln zu zwingen. Diese Maßnahmen sind «.(«— i aller Schärfe ablehnt,«inen vom Reichskanzler : Hitler vorzuschlagenden Nachfolger für.Hugenberg zu ernennen. G fällig würde, erklärt Reichsminister Hugenberg einem italienischen Journalisten gegenüber, daß dieses Problem seinerzeit in aller Ausführlichkeit im Kabinett sowohl als auch in weiteren Besprechungen zwsschen dem Reichspräsidenten, dem ReichSkaiizler in ihm, Hugenberg, erörtert war. den sei. Bei diesen Besprechungen, die in ihrem tvesenttichen Teil protokolliert worden seien, habe er, Hugenberg, nicht ohne Absicht als Beispiel stets die Möglichkeit seiner eigenen Demission gewählt; alle Beteiligten hätten gar keinen Zweifel daran gelassen, daß daS Ermächtigungsgesetz nur und ausschließlich Geltung habe für das Kabinett in seiner jehrgen Zusammensetzung und daß«S automatisch erlöschen werde, wenn auch nur ein , einziger Minister ausscheidet. Sette 4 Dienstag, 27. Jmtt IM» Nr. 148 Die Bkotestoersammluog-er Buchdrucker am Tage des Demonstratiolisstrelks. Zur Unterstützung der vom Gewerk- fchaf I s v c r b a» d cingelrileten Aktion hat sich die Organisation der Buchdrucker zu einer wir» kungsvollen Kundgebung entschlossen, die der gesamten OeffenÄ-ichkcit in fühlbarer Weise den A b w e h r>v i l l e n der arbeitenden Klasse gegen Anschläge der Reaktion auf die Arbeitslosenunterstützung zum Bewußtsein brachte: dem vier- u ndzwa n z i g stü nd ige n Zeitungsstreik vom Sa in Stag der in gewohnter Schlagfertigkeit auf kürzesten Termin für das ganze Staatsgebiet proklamiert und durchgeführt wurde. Gleichzeitig fanden am TamStag vormittags in der ganzen Republik Protestkundgebungen der vereinigten Verbände der Buchdrucker statt. In Prag vollzog sich dies« Moni- scstation im großen Saal der Slawischen I«s c l, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Unter den Gästen waren Vertreter-e- Gewerk- schaftSverbandcs, mehrerer Gewerkschaften, der Iournalistcnorganisationcn und zahlreiche Berichterstatter. Das Referat erstattete nach Eröffnung der Versammlung durch den zweiten Vorsitzenden des Verbandes Genoss« Jelinek, der Obmann der Organisation Genosse Farka. Er verwies auf die durch die bekannten Notizen der nationaldcmokratischcn, agrarischen und klerikalen- Blätter hcrvorgcrufcnc Unruhe und Nervosität in weitesten Kreisen der Arbeitenden und Arbeitslosen. Besonders müsse der Versuch verurteilt werden, derartig« schwerwiegende Fragen ohne Mitwirkung der Gewerkschaften als berufene Vertreter des arbeitenden Volkes lösen zu wollen. Ein solches Vorgehen müsse schärfstenS zurückgewirsen werden. Der Referent sprach dem Gewerkschaftsvcrband für die sofort bewiesene Initiative den Tank auS und versicherte ihn-er Unterstützung aller Arbeitenden, Diese Versammlung sei eine eindringliche Mahnung an die Verantwortlichen. Auf die besonderen Verhältnisse bei den Buch- druckcrir eingehend wies Rcscrcnt auf die t r o st» lose Lage des Ar bcitsMarktes gerade in diesem Fach hin. ES zeige sich keine Bessernng, eher eine Verschärfung der Arbeitslosigkeit. Auch könnten die Buchdrucker von der Ärbcits- anleihe keine Erleich'erung ihrer Lage erbosten, wie andere Bcichäftigungszwcig«. Bor vier Wochen wurde aus einer Kundgebung eine Reihe von Vorschlägen an dir zu stän- digen Behörden zur produktiven Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beschlossen und auch an den entsprechenden Stellen überreicht. Mit allem Nachdruck müsse fcstgeftellt wer- den, daß die Leistungs- und Opfer- fähigkcit der noch arbeitenden Kollegen die Grenze dcS Möglichen erreicht l>abe und es also absolut ausgeschlossen sei, einen AuS- sall am Staatsbcitrag etwa durch Erhöhung der MitglicdSbciträge wcttzumachen. Die^Mitgliedschaft unterwirft sich freiwillig einer Sonder- steuer von 6 Ke pro Woche zugunsten der Rom, 25. Juni.(Stefani.) Sonntag vor. mittags lieferte ein unbekannter Ausländer vor dem Eingang in die St. Peters-Basilika in Rom den Dombediensteten, denen die Besucher des Doms ihre photographischen Apparate, ihr« Stöcke und ähnliche Gegenstände im äußeren Tor der Basilika übergeben, ein kleines Paket ab, das kurz hernach explodiert«. Durch die Explosion wurden drei Personen verletzt, von denen man * Blutige antikirchliche Ausschreitungen in Madrid. Paris, 25. Juni. Blättermeldungen zufolge kam«S in Madrid am gestrigen Abend zu großen antireligiösen Ausschreitungen bei der Begehung deS Herj-Jesu-Feiertages. Die Demo«, stranten warfen mebr als 1000 Fensterscheiben «in, rissen Heiligenbilder und Fahnen herunter, die sie später verbrannten. Di« Polizei schritt «in, wobei zwei Personen getötet, zwei schwer und einige andere leicht verwundet wurden. Mehr alS 50 Personen wurden verhaftet. Gemetzel beim Gottesdienst in einer polnischen Kirche. Sieben Tot«. Warschau, 24. Juni. In der Ortschaft Grodziska Dolno im Bezirke Lancut haben bisher unbekannte Tater während eines feierlichen Gottesdienstes in der Ortskirche aus Anlaß des Abschlusses der Fronleichnamsprozession einig« Revolverschüsse abgegeben. Zwei P o l i z e i s o l- baten, welche zur Verhaftung der Urheber der Schießerei herbeieilten, wurden von einer großen Menschenmenge e n t w a s s n e t und schwer mißhandelt. Im weiteren Verlause der Exzesse wurde ein Polizeisoldat getötet und ein zweiter derart schwer verletzt, daß er in hoffnungslosem Zustand in das Spital Ubersührt werde« mußte. Starke Polizelabteilungen, welche mit dem Polizeikommandanten von Grodziska erschienen, um die Ruh« wieder herzustellen, wurden von einer größeren Baude gleichfalls mit Re» volvrrschüsseu angegriffen, so daß sie gezwungen ausgesteuerten Kollegen; der Wochenbeitrag wurde neuerlich auf 25 Kfc festgesetzt, wozu noch die übrigen Abzüge kommen. ES ist also ohne lveitereS klar, daß ein« Erhöhung nicht in Frage konimen kann. In den letzten drei Jahre« hat die Organisation 8,489.00V KL an Unterstützungen nach dem Genter System auSgezahlt; der Staatsbeitrag sü. diese Zeit betrug 1v.742.vvv K& Gegenüber der bekannten Agitation gegen die Arbeitslosenunterstützung stellte Referent fest, daß auch die Typographen, wie alle Arbeiter, nicht Unter st ützung wollen, sondern Arbeit. Die Arbeiter kennen aber nicht nur ihr« Pflichtcn, sondern auch ihre R c ch te, Redner schloß mit einem Appell an di« so oft bewährte Disziplin der Buchdrucker. Namens deü tschechos'l. Gewerk» schaftSvercrbandes versicherte Genosse Arno HaiS die Versammlung der wärmsten Sympathie und tatkräftiger Unterstützung. Für das„Syndikat ös>. Novin 4 ru" erklärte Redakteur P a v e l die Solidarität der tschechischen Journalisten, für die Reichsgewerkschaft der dcntschcn-Prcsse sprachen in gleiche»! Sinne Red. Ströbel. Dann wurde die vom Vorsitzenden verlesene Resolution« i n sti m m iggenehmigt. Jir dieser wird nach energischer Ablehnung aller derartiger Pläne als besonders bedauerliche Tatsache festgrstellt, daß man in einer für die Arbeiter so wichtigen Angelegenheit die Mitarbeit dcS Gcwcrkschaftsv«rba»des nichi in Anspruch genommen hat, wogegen nachdrücklichster Protest erhoben wird. Ferner urgiert die Resolution die Bearbeitung der erstatteten Vorschläge zur Arbeitsbeschaffung im Buchdruckergewerbe durch die zuständigen Behörden. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. * Und di« Kommunisten——! Die Kommunisten glaubten offenbar, Gelegenheit zu einer„revolutionären" Aktion zube. koininen. Wie bei vielen anderen Gelegenheiten lsatten sie zahlreiche Anhänger(natürlich keine Buchdrucker) abkommandiert. Infolge der Kontrolle gelangten aber nur Buchdrucker in den ohnedies überfüllten Saal, so daß die Statisten nicht in Aktion treten konnten. Zum Schluß versuchten sie unter Führung des-Hern: Z ä p o. t o c k y einen Rummel zu inszenieren. Obwohl sich bei der Abstimmung nicht eine Hand gegen die Resolution hob, verlangten einige ganz vereinzelte Stimme», als die V.r- sammlung schön geschlossen war, noch Nachtrag- lichdasWort. Aber die Versammlung wahrte hundertprozentig die Disziplin und ignoricrie die verspäteten Zwischenrufcr, die sich dann unter revolutionärem Raunzen entfernle». Die Reaktion ist um die Freude gekommen, eine gegen sie gerichtete Protestversammlung durch proletarische Uneinigkeit gestört zu sehen. annimmt, daß ihre Verletzungen in drei bis 15 Tage« geheilt sein werden; weiter wurde ein Mädchen an der Hand verwundet. Da die Höllenmaschine sich in keiner Metallhülse befand, richtete die Explosion an den Wänden keinen Schaden an iind sic wurde sogar von den im Inneren der Basilika befindlichen Personen gar nicht be- merkt. * waren, von der Schußwass« Gebrauch zu mache«. Sechs der Angreifer wurden getötet, vier von ihnen teils schwer, teils leicht verletzt. Nach den Urhebern der Schießerei sind energische Fahndungen ausgenommen worden. T agesneuigkeifett Fröhliches Wiedersehen! ^Pardon wird nicht gegeben." ReichSnnnister Dr. Goebbels. Pardon wird nicht gegeben, Welch' altvertrauter Laut— Jetzt kommen sie uns eben In Wilhelms Reckenhaut. Die Liegfriedsfchwertrr rauschen. Der Schnurrbart sticht in Ser, Die UntrrosasS lauschen Der Hohenzollernfe«. ■ Jetzt geht es an»„Zerschmettern", Byzanz ist aufgewocht, Und schreit in Rirsrnletter« Durch Deutschland- tiefe Nacht—. Nur eine kleine Frag«: In Doorn sitzt Wilhelm zwei; Do enden wohl die Tage Der braune» Tyrannei? Evi. 67 Todesopfer eines Erdbebens au! Sumatra. Batavia, 28. Juni. Von einem schweren Erdbeben wurde heiite vormittag» die niederländische Residenzstadt B e n k u l« n auf Sumatra heimgesucht. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Unter den Trünimern wurden 67 Menschen be-s graben und getötet. Die Bevölkerung ist in großer, Erregung. s Brudermord. Z n a i m, 26. Juni. In der Rächt von Sonntag aus Montag, den 26. Juni, wurde der Beamt« Rudolf Malena ermordet. Wie sestgestellt wurde, hat ihn sein schwachsinniger Bruder mit der Hacke erschlagen. Der Täter wurde verhaftet. Gegen 80 Tote bei einem Erdbeben auf Sumatra. Amsterdam, 26. Juni. Meldungen aus Batavia zufolge sind bei dem Erdbeben im Bezirk Süd- BenkocleS ans Wcstsumatra 76 Menschen ums Leben gekommen; ferner ist«ine größere Anzahl Verletzter zn beklagen. Die stärksten Auswirkungen hat daö Erdbeben im Distrikt Ranau, wo allein 67 Menschen getötet wurden. Tie meisten von ihnen wurden zwischen den Trümmern der eiustürzcnden Häuser begraben. Die böhmische LandeSkommistion für Jugendfürsorge feierte SamStag, den 24., und Sonntag, den 2o. Juni, den 25. JahrrSiag ihrer Tätigkeit. Samstag wurde im Sitzungssaal de§ Prager Rathauses eine Festsitzung abgehalten, der auch Vertreter der Behörden und verschiedener Korporationen teilnahmcn und der zahlreiche schriftliche Kundgebungen, die die Tätigkeit der Organisation würdigen, darunter auch Zuschriften der Mitglieder der Regierung und eine besonders umfangreiche Kundgebung des Ministers für sozial« Fürsorge Dr. C z e ch vorlagen. An den P r ä s i d e n- len der Republik wurde von der Sitzung eine Ans der Arbclter-Inrn- und Sportbewegung. Fu ßball-Länderspiele mit Polen. Am 8.>lnd v. Juli finden in Aussig und Komata» die Rückspiele mit Polen statt, bekanntlich standen sich beide Verbände bereit- zu Ostern d. I. in Soßnowitz in Polen gegenüber. Diesem Spiele wohnten 5000 Zuschauer bei, sie Zeugen eines harten, aber fairen Kampfes waren, der Uneittschieden(1:1) endet«. Das Aussiger Spie! ist für Samstag um 1610 Uhr festgesetzt. Schulungsplan 1983 des ATUS. Im verflossenen Jahre wurden.zwei Schulungsaktionen im AtuS durchgeführt, die sich mit der Ausbildung der Ingendfuicktionäre und der Männer, turnwart« beschäftigten. Im Herbst dieses Jahre» sind zwei Schulungsaktionen für die Kinder- turnwart« und weibliche Funktionäre vorgesehen. An«ine mehrtägige Zentralschule in Aussig werden sich in allen Bezirken Wiederholung», kurse anschließen. Herausgabe internationaler Spielregeln. Neben den bisher bereits vorhandenen internationalen im Arbeitersport gültigen Spielregeln werden in den nächsten Tagen solche für Tisch, tennis und im-Herbst für Hazena in deutscher Sprache erscheinen. Weiler werden die Spielregeln für Handball in tschechischer Sprache erscheinen. Die Vorarbeiten dazu sind'bereit- eingeleitet. Radiovortrag. Freitag, den 7. Juli, wird Genosse Rud. Storch in der Prager deutschen Sendung über das Thema„Der Arbeiierspori und seine internationalen Beziehungen" sprechen. ErgebenhcitSkundgebuneb an den Minister für soziale Fürsorge Dr. Ezech ein Begrüßungstelegramm gesgndl, Der Vorsitzende Dr. Tu m a gab einen Üeberblick über die Geschichte der Organisation und der Entwicklung der Jugendfürsorge. Prof. Dr. E. Svoboda sprach über das Thema „Für die kommende Generation". Namens deS Ministeriums für soziale Fürsorge und des Ministers Dr. Ezech sprach Obersektionschef. Dr. Zavrcl. Architekt Hilbert gestorben. Sonntag starb in Prag der Baumeister des St. VeitS-Domis Architekt Kamil Hilbert im Alter von 64 Jahren.— Hilbert hatte im Jahre 1889 nach dem Tode dcS Architekten Josef Äockcr di« große Aufgabe der Renovierung des St. VettS-T»mes auf dem Hradichin übernommen. Als dritter Re« novator des Domes trug er in.hervorragender Weise zum Gelingen deS Werkes bei. Kamil Hilbert vollbrachte als hervorragender Kenner d«r Gotik auch zahlreiche andere Restaurierungen!- Die Zeichnungen auf di« Arbeitsanleibe des Jahres 1933 nehmen weiterhin einen befricoigcn- dcn Fortgang. Während der verflossenen Zeich nungsperlodc vom 17. bis 24. Juni 1933 wurden XL 42,211.990 gezeichnet und bar eingezahlt- so daß die Sunlmc der Zeichnlingen kl 1.659,987.509 beträgt. Die Frist für die Zeichnung der Arbeitsanleihe endet am 30. Juni 1933. Eine Ausflüglerin an der Grenz« änge- schossen. Am Samstag unternahm ein junges Paar aus Brüx, der 28jährige Schlosser Rudolf O e s e r und seine Braut, die 26jährige W e- w c r k a, einen Ausflug ins Erzgebirge. Als sic auf der in der Nähe der Grenze durch Hochwald führenden Straße von Gebirgsneudorf gegen Einsiedel marschierten, hörten sic plötzlich hinter sich einen Schuß fallen. Als sie sich umwandten, fiel aus derselben Richtung ein zweiter Schuß. Im nächsten Augenblick brach das, Mädchen schwer verwundet zusammen. Oeser tru> die Verletzte in die nächste Ortschaft, wo durch einen Arzt ein Beckensteckschuß sestgestellt wurde. Tschechoslowakische und reichsdcutsche Gendarmerie forschen nach dem unsichtbar gebliebenen Schützen. Vom Rundfunk Mittwoch. Prag: 6.00 Gymnastik. 880 Schulfunk. 11.00 Schallplatte». 14.50 Orchesterkonzert. 18.00 Schallplatte». 18.35 Deutsch« Sendung: Arbeiter- funk: Hufeland-Prag: Abrakadabra 1883,' Rand- bemcrkungen zum Zeitgeschehen; Bericht vom Ar- "beltsmarkt. 30.20 Violinkonzert.— Brünn: 10.10 Balalaika-Konzert. 12.30 Orchosterkonzert. 14.50 Konzert. 18.15 Deut sch e Sendung: Prosössor Treimer: Die Sprachen Europas und Borderaslen». — Spiel und Sport: Berlin 18.00: W a s s e r w ä n- dern.— Frauen-, Jugend-, Kinderfunk: Berlin 18.00: Schallplatte» für Kinder, 15.20: Stunde der Frau; KönigSwusterhausen 14.45: Kinderstund«; Langenberg 15.50: Jugendfunk.— Konzert«: Berlin 20.30: Orchester- konzertj Müwchcu 2100: Sinfouiekonzert, Me Unterzeichnung des japanisch-chinesischen Waffenstillstandes. Der historische Akt der Unterzcichnuirg des ja panisch-chinesischen Wasfenstillstandcs im japanischen Hauptquckrtier in Tangku in der Nähe von Tientsin an, 31. Mai. Rechts die chinesischen, links die japanischen Heerführer, in der Mitte dar unterzeichnete Dokument. Wo» einet WeimsW in üet MMe. Drei Verletzte. In m Stunden über den Südallantik. Bon Natal nach Bathurst. Berlin, 24. Juni. Im Rahmen der Vorarbeiten für einen planmäßige« Flugverkehr über den Südatlantik wurde von der Deutschen Lufthansa ei« Fing unter verkchrS- mäßigen Bedingungen von Natal(Südamerika) nach Bathurst an der afrikanischen Westküste erfolgreich durchgesührt. Der Dornierwal D—206„Pastat" startete am 23. dS. Mts. um 9 Uhr 20 Min. m. e. Z. von Ratal und landete um 17 Uhr m. e. Z. bei dem von der Deut, schen Lufthansa vom Norddeutschen Lloyd gecharterte« Dampfer„Westfalen" inmitten deS Ozeans. Nachdem die„Westsalen" das Flugboot an Bord genommen hatte, setzte sie in der Nacht die Reise in der Flugrichtung fort. Am 24. ds. Mts. um 1 Uhr m.«. Z. wurde der Wal alsdann mit HeinkelS Großkatapult erne ut abgeschleudert und flog nach Bathurst, wo er um 16 Uhr 50 Min. m. e. Z. landete. Der Flug über den Südatlant» würde komit in 33'A Stunden durchgeführ. uiiiiiiiiiiiiiniiiiii)iiiiiiiniiii)iii))iiii!iiiiiiiiiii)iuiiiiiiiiiiiiiji)ijiui)uiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii>Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Rr. 148 Dienstag, 37. Juni IM» Sette 8 Das Horst-Weflel-Lird bei der Sonnwendfeier in Thammühl am See. Ein Genoss« schreibt unS: TS kommt sicher nicht häufig vor, daß wir über Sonntvendseiern berichten; doch mit jener am LI. Juni in Thammühl am See müssen wir unS doch befassen. Es war direkt rührend anzusehen, wie der Nazi-Führer Jung durch seine Anhänger Lügen gestraft w>»rdc! Herr Jung hat niemals„Heil Hitler" gerufen— dasiir saugen seine Anhänger in Thainniühl mit Begeisterung oaS Horst'W«ssel-Lied, das schließlich und endlich nicht weit davon entfernt ist, tvenn man von Sympathiekundgebung«» unserer Nazis für lene des Hunnenreiches sprechen will. Wir wußten nicht, daß das Horst-Wesscl-Lied ein Sonnwendlied ist, doch die Thammühler Feier hat uns eines besseren belehrt. Bedeutet schon dieses Lied auf dem Boden unsere« Staate« gesungen eine unerhörte Provokation, wurde eS nur noch durch di« Ansprache de« Dr. L e u ch n e r au« Böhm.- Leipa übertroffen, welche der harmlosen Sonnwendfeier eine bemerkenswerte Wendung gab. Die Arbeitslosigkeit in den deutschen Randgebieten damit zu begründen, daß eS sich um eine planmäßige Zurücksetzung der deutschen Arbeiter handle und im Zusammenhang damit Drohungen, wie z. B. daß ein geprügelter Hund sich auch einmal empören kann, auSzustoßen, geht gewiß über den Rahmen dieser Feier. E« ist nur merkwürdig, daß gerade Thammühl, da« als Bruder, stadt von Hirschberg ebenso wie dieses von der Fremdenindustrie lebt, sich der Bewegung der braunen Mordbandrn anschließt. Schon heller hört man viel Klagen sowohl von Kaufleuten alS auch von Bermietern, daß die- Sommersaison ganz ungewöhnlich schwach wäre. Ob durch eure derartige unerhörte Propaganda jener Bewegung, welche Deutschland alS Kulturstaut in Mißkredit brachte, antifascistischc Kreise zum Auscnt- balt in Thamniühl angeregt werden, ist fraglich. „Die technischen Hochschulen d«S Volks" hat man seinerzeit die gewerblichen Schulen genannt. Tatsächlich führt die gewerbliche Schule zu den höheren Formen schassender Arbeit empor. Biele begabte Ärbe'tcr haben von hier au« sich den Weg zu leitenden Stellen in« Arbeitsprozeß gebahnt, lieber der breiten Grundlage der gewerblichen Fortbildungsschule, der wir möglichst reichen Ausbau im Sinne der Rcsormpläne vc« Schulministcrium« Tr. Dürer wünschen, erheben sich die Fach-, Getvcrbe- und Meislerschulen aller BcrusSarten; fachliche Kurse aller Art bieten denen, die schon in der Praxis stehen, Weiterbildung in ihrem Berufszweig. Eine llebersicht über diese« reich gegliederte Fachschnllvesen gibt der„Wegweiser für die Berufswahl", der vom „Verein der deutschen Lehrer und Lehrerinnen an gewerblichen Staatslehranstalten" in Reichen- berg gegen Einsendung von 2 Ke in Marken zu beziehen ist. Zweck und AuSbildungSzielr, Auf- nahmsbedingnngen und Arbeitsart aller deutschen gewerblichen Schulen°findcn wir dort dargrstellt, so daß damit ein verläßlicher Ratgeber in den Fragen der Berufswahl und Berufsausbildung Eltern und jugendlichen Arbeitern'N die Hand gegeben ist. Amnestie in Pole«. Im Herbst, wahrfchein- lich zu Beginn de« Monate« November, wird anläßlich deS 18. Jahrestage« der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit Polen« eine allge meine Amnestie erlassen lvrrdrn. Douglas FairbankS. der bekannte Fiimsch.u- spieler, der am Freitag von seiner Europarelse nach New?>ork zuriickgekehri ist, niußte dort in« Krankenhaus überführt werden da er an einer schweren Lungenentzündung erkrankt «st. Oberst Liudbcrgh wird mit seiner Frau demnächst einen Flug nach Grönland unternehmen. Beide werden wahrscheinlich ihren Flug über den Atlantischen Ozcan«rach Island und Dänemark fortsetzen. Eine Luflsahrt- gesellschaft hat sic damit beauftragt, einen geeignete«« Landungsplatz zu suchen, da beabsichtigt ist, einen r e g e l in ä ß i g e n F l u g d i«>« st nach Nordcuropa etnzurichtcn. Di« Holländer machen«in schreckliche« Unglück wieder gut... Tie offizielle Rundsunk- Korrespoildcnz entblödet sich nicht, folgendes zu berichten: Zur deutschen Ansage tschechischer R u n d s u n l st a t i o n e». Anläßlich des Europa- KonzerteS aus Hilversum(12. da M.) sag«« der holländische Ansager unsere Stationen deutsch au. Durch ein Mißverständnis sagte er anch jene Ischsl. Rundfunk Zweigstellen an, die sich ai« der Ueber■ tragung deS Konzertes nicht beteiligten. Tie tschechoslowakische Rundsunk-Gesellschast ist bei der daS Konzert veranstaltende» holländischen Gesellschaft eingeschritten und erhielt nun dieser Lage ein Schreiben, in dem r« u. a. heißt:„Was die Durchgabe der Namen der tfchrchoslowakifchcn Stationen betrisst, so können wir Sie nur um Verzeihung bitten. Wir hatten keineswegs di« Absicht, die tschechoslowakischen Zuhörer oder dir Presse zu beleidigen und bitten hösl. um Entschuldigung." Höfliche Leute, diese Holländer! Das Dritte Reich im Urteil Hollands. Tn« holländische Wochenblatt„.Haagsche Post" teilt in seiner Nummer von« lv. Juni ivörtlich und kommentarlos folgende« mit: Die„Haagsche Po st" in Deutschland. Die haagsche Poft" kann künftig nicht mehr nach Deutschland gekiefcri werden, da sic dort bis auf weitern Befehl von der Nazirrgienuig verboten worden ist. In zivilisierten Ländern bleibt sie wie feit je erhältlich. Tireltion„Hnngsche Pos»". Dor einem neuen GtratosphSrenklug. Der Assistent Pros. August PiccardS, C o s y» S, trifft zur Zeit in L ü t- t i ch sorgfältige Borbcreiiungen für einen neuen Stratosphärenflug.— Unser Bild zeigt TosynS an der Gondel seines Slroiosphären- ballons, in die jetzt die wissenschaftlichen Instrumente eingebaut lvcrden. Immer noch Wolken? Wahrschein- licheS Wetter morgen, Dienstag, den 27. Juni: Unbeständig, namentlich unter Tags ziemlich bewölkt und stellenweise Schauer, nur mäßig lvarm. Wasserweg zum Maeocha-Grund. Ter Grund der Macocha wurde««ach mehrjährigen Bcmühun- gei« an« Sonntag auf den« Wasserwege zugänglich gemacht. Es ist Vies die beste Verbindung zwischen dem aktiven Lauf der Punkva und der Macocha. Nach Bildung oicscS Wasserweges wählten die Forscher den Ncbenhochlvasscrlauf, der mit Hilfe von Tauchnautillci« auf trockcucin Wege verstellt wurde, so daß er jetzt a«»ch für elektrische Boote befahrbar ist. Ai« der ersten Fahrt auf einer Strecke von 650 m beteiligte sich außcr Professor Dr. Absolon die Höhlenforscher Jng. Vondronück und Jng. Brandstetter. Das Datum der Eröffnung diese« unterirdischen Wasserweges, der neue Seiten der unterirdischen Wunder der Macocha für die Oeffentlichkcit freigibt i«nd eröffnet, wurde noch nicht festgesetzt. Ein Bohrturm fliegt in die Luft. Auf dem Gelände der Erdölbergbau-A.-G. bei Oberg (Braunschweig) explodierte am Montag ein Bohrturm. Man vermutet, daß sich Gase innerhalb des Turmes angesaminelt haben. Dabei entwickelte sich eine Stichslammr, die den etwa 20 Meter hohen Bohrturm augenblicklich in Brand steckte und von einer weithin hörbare«« Detonation begleitet war. Innerhalb kurzer Zeit war der Turm trotz sch««ellen Eingreifens der Feuerwehr voi« den Flammen vernichtet. Flieger-Katastrophen. Sonntag nachmittag« ereignete sich bei llebungSflügcn in Mainz ein schweres Segelslugunglück. Bei einem sogenannten A u t o st a r l hakle sich da» Schleppseil ocS Segel« slugzeuges„Mainzer Bub" nicht los lind oaS Auto riß da« Flugzeug au« 80 Meter Höhe in die Tics«. Die beiden Insassen erlitten lebensgefährliche Schädel- und sonstige Brüche. Der eine ist seinen Verletzungen bereits erlegen, der andere ringt mit dem Tode.— In Langley->Ficld(Virginia), stürzte Samstag abend ein Militärflugzeug in den James Fluß ab. Tic vier Insassen ertranken. Ihre Leichen konnten geborgen werden. Amerikanischer Blödsinn. AuS Chicago wird berichtet: Ein gcivisser Eugen Windchy erzielte kürzlich dadurch einen Rekord, daß er seine Frau fünf Minute n nach der Hochzeit verließ. Aber auch seine Frau erreichte einen Rekord, inden« ihr die Scheidung m einem nur drei Minuten dauernden Gerichtsverfahren bewilligt wurde. Sie beschuldigte ihren Mann, sic gleich irach der Hochzeit verlassen zr« haben» weil sie mit ihm nicht>m Hause seiner Mutter leben wollte. Neues aus liunncndcutsdiland. Die sascistischr Presse bemüht sich krampfhaft, ihren Lesern zu erzähle»«, daß i«t Hitlcr- deutschland die nationale Revolution beendet und hiebei eigentlich nicht« geschehen ist.„Keinem Juden wurde ein Haar gekrümmt,"„alles, was die rote Presse schreibt, sind Greurlniärchen," so und ander« lauteten die Versicherungen der Pressclakaicn der sastistischcn Mordbestie. Demgegenüber sind wir aber heute wieder in der Loge, einem unS aus L i e a n i tz zugckom- mcnen Bericht zu entnehmen, daß am 10. Ium wiederum a»«« S t r i e g a u und Umgebung 50 Funktionäre und Mitglieder de» Reichsbanner, der SPD. u nd KPD. verhaftet und' i>« die Konzentrationslager gebracht wurden. Motiviert hat mau diese Verhastungen mit der Erklärung, daß ma«» von den Verhafteten wisse, daß sie an illegalen Bersainnilungen tcilgcnommen haben Bo»« dem Genossen Feige, der Gemeinde vorstand voi« K ö n i g«z e l t ivar und nach den« Hitlerumsturz verhaftet und bestialisch mißhandelt wurde, so daß er durch die sadistischen Ouö- lcreien der SA. und SS. zum Wahnsinn getrieben worden ist, wird behauptet, daß er in de» letzten Tagen von« Irrsinn durch den Tod erlöst wurde. In Laasan ist der Neichsbannermann Hermann Teichert durch 100 biü 180 Hiebe, die er von der SA. u»«d CS. erhalten hat, so schwer verletzt worden, daß die Folgen zu einer Bereiternng de« Gesäßes geführt haben, die soweit vorgeschritten ist, daß ganze Muskelpartien vom Körper absallen. Sen« Zustand ist äußerst bedenklich. Bor längerer Zeit wurden in R a u S k e (Kreis Striegau) 18 Rcichsbannermönner au« ihren Wohiinngen geholt, bestialisch verprügelt und nachher außerdem durch allerhand Martern gequält. Da dir SA. und SS., die diese Exekution im Beisein der Hilsspolizei und der Landjäger vornahm, nicht daran genug hatte, wurden den Mißhandelten die Haare zu einer lächerlichen Fasson gcschnitte««. So milßten sie dai«n durch den Ork marschieren, wobei sie das Dcutschland- und das Horst Wcssel-Lied singen mußten. Hierauf wurden alle 18 nochmals verprügelt und vier davon, dir ein Wort de« Protestes wagten, ver- haste« und in das Konzentrationslager nach Brcsloi« gebracht, lieber ihr weiteres Schicksal weiß man nichts. Den« Bericht zufolge wurde in Striegau und llingcbung von der SA. und SS. in der vie- liilchesten Weise gehaust. Tie Anweisllngen des Breslauer Polizeipräsidenten, deS bekannten Fememörders Heines sind so, daß selbst manche rauhen Hitlergrstalten das Gruseln packt. Daraus erklär» sich die Tatsache, daß verschiedene Nazi Hitler eine Reihe vm« Beschwerden gegen Heine» znkomme» ließen. Es spricht für die Unsicherheit der Huluieiigriicrale, wenn sic solche Beschwerdeführer als Spitzel in der NSDAP, erklären und danach behanoeln. Ferner ist charakteristisch, daß einzelne SA.» denen vor der eigenen Kurage Bang? tvird, verschiedenen verprügelten Reichsbanner-, SPD.» und KPD.-Leuten erklärten, daß. sie nun mal nicht ander« können und Weisung von oben habett, die rote Front zu Brei zu schlagen. Und da will uns die faseistische Presse hierzulande weisinachen, wie„ruhig" es in Hunnen- dculschland ist? Man möge versichert sein, die Kulturschonde Hitlers wird furchtbar gerächt werden! Si-ßandilea«Meßen atf luaedfloenonen. Montag, den 19. Juni, gingen zwei unserer Jugendlichen aus dem Grenzort Neusorge bei H a l b st a d i auf einem Feldtvcge spazieren, wobei sie einen Fußweg, der die Grenze entlang führte, passirren mußten. Dort stießen sie auf eine bewaffnete SA-Abteilung, bestehend aus fünf Manu im Alter von 16 b!» 20 Jahren. Als einer dieser Burschen die Freiheitspfettc und die Ju- aendabzeichen bemerkte, schlug er die.Haken zusammen und schrie„.Heil.Hitler". Unsere Jugendgenossen antworteten mit einem lauten„Freiheit" und gingen nach einen« kurzen Wortgefecht mit den SA-Leuieu ihres Weges. Als sich einer der Genossen umwandt«, bemerkte er, daß die SA-Leute unter sich beriete». Unmittelbar daraus ivaren einige Pfiffe hörbar, einer der jüngsten SA-Leute lief den Genvsseu nach und rief sie an. AIS die Genossen nicht stehen blieben und von ihm überhaupt keine Notiz»ahmen, brüllte er einigemalc„Hali! Hände hoch!" Die Jugendlichen achicieu nicht weiter darauf, beschleunigten aber ihre Schritte. Noch einmal schrie der Nazistrauch- ritter sein„.Halt! Häiwe hoch!" und schon drückte er seine Waffe ab.. Knapp übe» dl« Köpf« der Jugendlichen hinweg sauste«ine Kugel. Der Schuß wurde auf tschechischer Seite>on Mä- Hern, die sich aus einer Wiese befanden, gehört. Auch Spaziergänger befanden sich in der Nähe und bcinerkieu den Vorgang.(Tas Erzählte ist also kein Grcuelmärckien, wie unsere Nazi wieder sagen werden.) Dir Genossen erstattete» sofort bei der Äendarmeriestalion.Halbstadt di« Anzeige. Eine an den Tatort entsandte Patrouille»ahn« Protokoll auf und stellte fest, daß der Schuß auf tschechoslotvakischem Gebiet abgegeben wurde. — Wir erhebe» aberuials Protest gegen das Heruinstreicheu von SA-Gesindel an der Grenze, wo friedliche Spaziergänger ihres Lebens nicht mehr sicher sind. Karpathorussische« Bild. In einem Ertrunkenen, der tn der Nähe von Eseä in« Uihoroder Bezirke,dieser Tage ausgesunden wurde, wurde der 50jährige Josef Ignaz aus der rumänischen Stadt Satu Mare festgestellt. Der Leichnam hat iin Wasser einen Weg von niehr als 100 Kilometer zurückgclegt. Es wurde festgestellt, daß die Bevölkerung der Ufergemeinden den Leichnam des Ertrunkene» immer wieder 1 i« d a S Wasser z u r ü ck st i e ß, nm keine Koste» mit dem Begräbnis deS etwa Geborgenen zu haben... Telrphonvrrbiudnng mit italienischen Schissen aus hoher See. Am 1. Juli d. I. wird der Trlrphonvcrkchr Niti italienischen Schissen aus hoher See eröffnet, u. zw. mit den Dampfern „Rex",„Tonte Rosse",„Eontr di Savoia". Äc- Präche können von allen Tclrphonzrntralcn und -Sprcchstcllcn in der Tschechoslowakei geführt werden. Brände. Soniltag abends brach im Konfektionsgeschäft des Zolton Zimmermann in Michalovcc ein Brand aus, wahrscheinlich infolge Kurzschlusses. Da dos Geschäft bereit« geschlossen war, wurde das Feuer erst bemerkt, als der Rauch ans die Straße drang. Es verbrannten Waren im Werte von 200.000 Ke. Ter Schaden ist durch Versicherung teilweise gedeckt. Bei der Brandlöschung wurden zwölf Personen verlehr oder durch di« Rauchschwaden belaubt. Ter Feuerwehrmann Michal T r u b a erlitt eine i ch w« r« Rauchvergiftung und wurde ins Krankenhaus gebracht.— Ein Brand vernichtete ein« große Dampfmühle in P F< m y f l. Der Schaden wird au» 2 Millionen Zloty geschätzl. Weiße Zähne: Chlorodont: Sin polnischer Nationalpark in der Tatra. Ter Nalnrschntzrat beim Ministerium für Kultus und öffentliche» Unterricht in Warschau arbeitet gegenwärtig an dem Profekt eines NaiionalparkcS in der Tatra. Daß der Staat Eigentümer umfangreicher Wälder in diefeni Teil Polens ist, ivird sich der Na tionalpark über ein großes Gelände erstrecke». Bei einem schweren Gewitter schlug in der Nähe der Ortschaft Sob lechen der Blitz in eine auf dem Feld befindliche Landarbeitergruppc. Eine Frau und ein Landhelfer aus Bochum wurden getötet, zwei Arbeiterinnen schwer verletzt. Dir Pariser Akademie der Wissenschaften ernannte Professor Dr. E i n st e i n zu ihrem ausländischen Mitglied Diese Ernennung Einsteins bildet eine Ausnahme, weil dir ausländischen Mitglieder aus lorrcsp-uidierende» Mitgliedern ansgejucht werden. Einstein selbst war kein korrespondierendes Mitglied vld Stzattertzaud und das Dritte Reich. Herr v. Hindenburg, das kleiner« Uebel, hat einmal erklärt, er habe seit seiner Kadeticnzeit kein Buch gelesen. Für ihn mußten keine Bücher verbrannt»verdcn; er ivar gegen Kunst und Kultur gefeit. Was aber liest das groß« Nebel, außcr seinem eigenen Machwerk, deut„.Herzstück" jeder deutschen Bibliothek? Daß Herr Hitler keines der Bücher gelesen hat, für die sein Kompagnon Göbbels oen Scheiterhaufen errichtete, versteht sich von selbst, trotzdem hat der Führer sozusagen geistige Interessen. Man entninlint das einer Schilderung des Kanzlerhauses auf dem Oberjalzbera, di« am 23. April in der Münchener „Sonntag-Morgenpost" erschienen ist. In dieser Schilderung heißt es: „Jur übrigen ist das Schlafgemach des Führers von spartanischer Einfachheit. Ein Messingbelt, Schrank, Waschgerät und einige Stühle, das ist die ga«»ze Einrichtung. Auf einem Bücherbrett stehen politische oder jlaatswisjenschaslliche Werte, einige Broschüren und Bücher über die Pflege und Zucht des SchäserhulidrS, und dann, dann kommt eine ganze Reihe von Bände» von Karl May, der Winnetou, Old Surehand, der Schut, olles liebe, alt« Bekannte." Nichts anderes Hai man erwartet. Pflege und Zucht des Schäferhundes und die Bücher des Mannes, der über alle Bronnen>ind Ewers hinaus der wahr« Dichter des Dritten Reiches «st, die Kolvvrtageromane des Flegelalter-, Vie von Blut und Edelmut Iriefeuden Wilkuvestgeschich. ten des alten Karl May. Nichts leuchtet tiefer in das Wesen des„Führers" hinein als dieses Verzeichnis seiner Bibliothek. Old Shat- tcrhand ist das mythische Ideal, au dem der in der Pubertät stecken Gebliebene sich orientiert, Karl May und niemand an-erer hat den Mythos zusammcngestoppelt, an dem sich die größenwahnsinnigen Gymnasiasten der deutschen Erneuerung berauschen, Vic zum Kotzen edlen, verlogenen und niederträchtigen Personagen eines Hiniertreppenromantlkcrs sind die echten Helden des Dritten Reiches. Unzählige fungc Menschen in Deutschland haben den Karl May überwunden: Hitler ist ihm treu geblieben und hat den Blnlkitsch seines Meisters in Deutschland verwirklicht. Genossen! ausgesetzt l i r 9i* Verbreitung unserer Zeitung agitiere» Setz« euch überall für unsere Parteipress» ein. In das Hei» des Arbeiters gehör» die Arbeiterpresse. Darum. venossea u.kSeuosiinneu WyiW»» I Seile 6 Ttenttaß. 27. Auni 1988 Zit. 148 Sport' Spiel* Kflrperpnepe PRAGER ZEirUNG Gerichtssaal Kunst und Wissen Setitc der ihm zur Last Der Film Mitteln VERLANGET UEBERALL rb. Aus der Partei Vereinsnadiriditen er de» die mit Frau und seiner entsprechend großen Eifer» die ihn um den klaren Verstand gebracht Tiefe Verantwortung schien Eindruck auf die zu machen, den» sic e n t s ch l u g sich der Unterleib. Heute Körperverletzung titBlgiktt: Siegtrted Ian».— C»t|titatttar. VNhel« 9i t e k n< t. , H Die Bihunglmorienfrantatut wurde ton bei Post-«. Tilearapdeiidlrek! Selbstmord. Ter 34 Fahre alte ledige Hilfsarbeiter Franz R a k in Stra schnitz erhängte sich Sonntag nachts mit einem an einem Haken.befestigten Traht im Vorzimmer seiner Wohnung. Rak litt schon seit längerer Zeit an einer Schleimhautentzündung und klagte öfters über dieses Leiden. Ter Leichnam Raks wurde in das pathologische Institut zur Durchführung der sanitätSpoli- zeilichcn Obduktion übcrgcführt. Film-Exportabteiluiig treffe» werden, Falkensteins mit den«och geduldeten Wettstreiten sollten, wenn ihre WH.'ii den noch deutschen Liane HaidS werden Volks limine und„gegen die protestierte. Skandal schliesst ich von einem „patriotisches" Treiben der Kleinen Bühne. DienStag, " Gast- - Dkittwoch. Donnerstag — Freitag- Bezirksverein„Arbcitersürsorge", Prag. Am Mittwoch, den 28. Juni, 7 Uhr abends kurze, aber wichtige A n S s ch u ß s i tz u n g im„Verein deut- scher Arbeiter", Smcökagasse 27. ES werden-keine schriftlichen Einladungen verschickt. Held mit dem anlidcnlschcn hat mehr Gemeinsames mit des HakenkrcuzsurorS, als Die Leute von gestern, die cinredcn wollen, daß sie gwifcheufall auf dem Wenzelsplatz. Am Samstag nachmittags kam es auf dem Wenzelsplatz zu einem charakteristischen Vorfall. Ein sehr beleibter, wild gestikulierender Herr erregte sich fürchterlich darüber, daß der„N c u c Vorwärts", das Blatt der deutschen sozialdemokratischen Emigration in Prag,„so laut auSgejchrien" würde. Nachdem er zuerst die Kolporteure des Blattes in der übelsten Werse angepöbcli hatte, improvisierte der rasende Doppelzentner eine Art Versammlung", indem er mit schreiender „gegen den Germaneneinbruch" Berliner VorwärtS-Bolschewiken" Ter Mann, der offensichtlich einen provozieren wollte, wurde Polizisten veranlaßt, sein einznstelle» Wer auS Deutschland die vor dem Anbruch dcS den gleichen behäbigen und len" das Publikum anfzupulvern Pflegten, konnte hier eine überraschend geistige Achnlichkcit fkststcllcn. Dieser traurige Propaga nda komplex gewissen Gestalten wahrscheinlich ahnt. betrogenen Massen Männer von morgen seien, kämpfen überall den gleichen erbärmlichen Waffen. Ein rabiater Kerl. geschiedene Frau auf den heißen Küchenherd gesetzt. Prag, 26. Juni. Ter 36jährige Marktfahrer Wenzel Hor 5 k hatte sich von seiner Frau nach sechsjähriger Ehe scheiden lassen. Später begann er sie wieder zu besuchen und wollte die Ehe cnieuern. Seine Frau aber, die seine gewalttätige Natur kannte und fürchtete, pflegte, sobald sic ihn sich nähern sah, entweder zu Nachbarslcntcn zu flüchten oder die Türe zu verrammeln. Bei einer solchen Gelegenheit demolierte HorSk die WohnungStür. Am 28. April d. I. gelang cs ihm indessen, sich unbemerkt zu nähern, und so stand er aus einmal zum Entsetzen seiner gewesenen Frau ick ganzer Lebensgröße mitten in der Küche, wo sie gerade dgS Mittagessen köchle., HoriU sohsich um und erblickte im Belt den bei seiner' Frau als Untermieter wohnenden Anton Beran liegen, der an diesem Tag krank war und nicht zur Arbeit gehen konnte. TaS brachte den ehemaligen Gatten furchtbar ans. Er packte ein Küchenmcsser und stach damit auf Beran ein, indem er ihm drohte, ihn„u m z u b r i n g e ii wie eine Ralt c". Zum Glück verletzte er ihn nur leicht, warf ihn aber dafür die Treppe hinunter. Dann packte er seine Frau und setzte sie m i t dem entblößten Hinterteil auf die heiße OsenPlatte. Als sie schreiend herunterprang, packte er sie beim Kops und drückte diesen in einen Topf heißen Wassers. Tann warf er sich ans die zur Hilfe eilenden Nachbarn, die er mit Fnßtritlen und Fausthieben bearbeitete. Einer Nachbarin versetzte er einen Messerstich gegen den H i n t e r k o p f, aber ohne Schaden an- zurichtcn, weil die Angefallene keinen Bubikopf, andern einen altmodischen„drdol", einen Haarknoten trug, den die Messerspitze nicht durchdrang. Zwischendurch hieb er aus seine Frau mit einem Kochlöffel ein und trat sie in den stand er wegen versuchter schwerer vor dem Senat Lvambera. Er leugnete den größten Teil gelegten Brutalitäten, soweit er sie aber eingesland, entschuldigte er sich mit seiner großen Liebe, zu seiner WW sucht, habe. Frau Aussage, so daß Horilk nur hinsichtlich der durch die anderen Zeugen bestätigten Anklagepunkte schul- - dig crkaimt wurde. Er erhielt zwei Monate ' Ker k e r, und zwar unbedingt, denn von seinem gewalttätigen Charakter hat er schon früher ’ Proben abgelegt. Reuzauber des HlttertUms. Goebbels hat beschlossen, mit allen dem neuen Filmgeist zum Leben zu verhelfen; als wichtigst« Etappe ist die Gründung der F i l m b a n k anzusrhcn, die mit Reichshilfe„würdigen und seriösen" Filmherstellern billigen Produktionskredit einräumen wird. Man muß offen zugcben, daß dieses Unternehmen einen der geschicktesten Schachzüge darstell!, den die neiideutsche„Kuliu''-Politik fcrtiggebracht hat. In der Diskussion, die über di« neu« reichsdeutsche Filmbank jetzt in den Weltfüm- sachblättern durchgcführt wird, kann man lesen, daß ;. B. französische Banken gegen zwei bis drei Prozent monatlicher Verzinsung Filmkredite gewähren, was zuzüglich aller Speien und Provisionen einer Belastung der Produktion ini! 40 Prozent glcichkomnit. Wenn die Filmbank tatsächlich realisiert werden wird(woran Heine kaum -zu zweifeln ist), dann kann der neue deutsche Film vor allem durch den billigen KäpitalSkredit konkur- rcnzfähig werde» und cs mehren sich Slimnicn, welch« ein ähnliches Unternehme» in anderen Produktionsländern verlangen. Wie allerdings der neue deutsche Film ausschen wird, der nun unter ganz originellen Methoden gedreht werden soll, wie her die Typen kennt, „Tritten Reiche-" mit skrupellosen„Argumen- Augendbewegunft. 2. I. I. Heute, DienStag, Schallplattee Abend im Heim im Odb. düm. Beginn um 8 Uhr. Kommt pünktlich und vollzählig! GoevbolS ein wirksames Gegengewicht gegen den Gesellschaftstitsch der Ufa schaffen und inhaltlich ausgestalten will, darüber kann maii sich nur«In Bild an-Hand der. Propaganda machen, di« jetzt über die. Produktionstätigkeit Deutschlands" veröffentlicht wird. Dir letzten Premieren waren:„SA-Mann Brand" und„B l n t« u de s. De u t sch la nd"; in Frankfurt am Main kam es anläßlich der Fest. Vorstellung zu Demonstrationen, weil da» Plakok zum SA-Mann vom polnischen Juden Marko- vicz gezeichnet war. Man sieht, daß die leider noch immer vorhandene Hilfsbereitschaft(allerdings gegen Barentlohnung) gewisser„Antifascisten" nicht ha't« bar ist. Wohin der deutsche Film steuert, ist a-n besten auS den Titeln ersichtlich: die„Patria-Film" wird im Juli am Wolsgangiee einen grandios-m Film drS erwachten Deutschland» drehen unter d-n, hinreißenden Titel:„H o ch;«i t a m W o l s g a n g- sc«"(Regie HannS Behrend), Gsza von Bol» v a r y(auch einer der neuen Urgermanen) dreht in Berlin-Tempelhof„Das Schloß im Süden" Herbert Selpin für die Enropasilm(deren Rein» rassigkeit nach Erlassung dcS GcneralmanagerS Lustig und Abschluß eines Lieferung» Vertrage» mit Film-Italien feststeht und parteiamtlich geschützt wird»„Trau in v o m R h« i n", Carl Böse „Heimkehr ins Glück" und„Das Papagei e n m ä d chen", Gustas Alt hoff in oer Gegend der altehrwürdigen Fest« Ehrenbreli stein daS Heimatlustspiel„Heim.it am Rhein", die Aafa mit Max O b a l«in grandioses Werk„D i e Liebe geht durchs Ziel" und Lien TyerS,-das blonde Kind vom Rhein wurde für den großen heimatlichen Film nach Rudolf Herzog„Die vom Rhein" verpflichtet. Das ist kein« Grenel» propaganda: so hat sich Deutschlands Film erneuert. WcrS nicht glaubt, les« den„Berliner Filmkur'cr" und wundere sich, mit wie viel Dummheit des Volkes di« Herrn Erneuerer rechnen, wenn sic dieien F'lmsalat als neuen Geist darzubieten wagen. ES wäre falsch zu behaupten, daß der deutsch: FasciSmnS überhaupt keine neuen Filme hervor- bringt und daß alle», was er seht zu schaffen im Begriffe ist, nur als Kopie des schon T-ageweiencn angesehen werden muß. Er n-mmt eben aus der alten Produktion nur jene Teile, die rein fakeistisch waren; unsere Stellungnahme etwa der Ufa gegenüber, die den Volkstetrug vom„Kongreß tanzt" über den„Uorck" bi» zum„Morgenrot" folgerichtig dnrch- gcfichrt und den früheren— oder gar nachmaligen — Bundesgenossen und jetzigen Feinden den Boden geebnet hat, wird jetzt-bis;»m letzten Detail vollauf bestätigt. Denn da» Filin Programm des erwarten Deutschlands unterscheidet sich im Wesentlichen überhaupt nicht von der früheren Staiidardivarc der deutschen Produktion, die namentlich von der jüdischen Großbourgeoisie in ihren ehrwürdgen Blättern über den grünen Klee gelobt worden war. Tic Film« eines P a b st, G r o n o v s k i, Trivas sind immer außerhalb des.offiziellen. Filmlebens entstanden, waren niemals offiziell erwünscht, wenn auch nicht.verboten. Sie werden auch weiter bestehen bleiben, sie werden in der Emigration gedreht werden, denn noch niemals konnte Geist durch Gewalt für immer ausgerottei werden. Menn sich aber die Herrn Filmfabrikantcn von der Friedrichstraße am- Weltmarkt in Konkurrenz mit der deutschen faselstischen wenn ihr« Wallburgs AlparS mit UUQ znsammeiitreffen, dann wird die Welt urplötzlich daraufkomnien,»aß zwischen dem neuen Film des deutschen Fascismns und den von ihm vertriebenen Großverdienern kein Unterschied besteht: dann wird auch Nichtmarxisten klar werden, daß der Fascismns mit der Großbourgeoisie identisch ist. Und daß di« werktätig« Menschheit niemals vergessen darf, was ihr unter der Marke„Unterhaltungsfilm" geboten wurde und noch geboten wird. Nämlich die großangelegte Vorbereitung zum fascislischen Umschwung, von dem die Herrn Fabrikanten jeder Farbe und Nase leben wollen. ft Walter Lustig. Uhr:„Da» Land des — Freitag, 8 Uhr: Hollände» Eisenbahn"(A. A.).— Avantgardefilme in Prag. Am Dienstag, den 27. d. M. veranstaltet das Kino Fünix- in Prag(-für das Hilfskomitee des Prof. F. T. Saida)-für di« reichsdcutschen Emigranten ein« Nachtvorstellung-um halb 23 Uhr,-bei der drei Filme des bekannten FilmsorscherS Albrecht Viktor Blum gezeigt werden.-Darunter sind zwei Werk«„H ä n d e"-und„S Por t" in denen der Versuch einer sozialistischen Kritik an der bestehenden Gesellschaft mit rein optische» Mitteln ohne -Handlung unternommen wird. Opern- und Schauspiel-Matinte der Deutschen. Milstkakademi«. Sonntag vormittags hatten in der- Kleinen B ü hne die Absolventinnen und Abscl» l venten der Opern- und Schaufpielklassen der Prager! Deutschen Musikakademi« Gelegenheit, ihr schul- J mäßig erworbenes Können praktisch auf der Opern- i und Schanspiclbühne zu erweisen. In Opern und i Schanspielfragmenten und größeren oder kleineren i Szenen von Humperdinck(„Hänsel und Gretel"), i P o n ch i c I l i(„Gioconda"), W. A. Mozart (.Vastien und Bastienne"), Fr. S m e t a n a(„Die I verkaufte Braut"), Jaqu. Offenbach(„Blau-' bart"), H. Hosmannsthal(,;Elkkira"), B. F r a nk(„Sturm im Wasserglas") und W. 2 h a k«- speare(„Gin SommernachtStraum") hört« und sah man die größeren und kleineren Talente der Damen Äadkra, Müller, Sturm, Pilz, Just, Schier, t-enika, Zeidler, Kotulan und Plocck sowie der -Herren Bürgmann, Fried, Schneider und Doktor Standk. Wobei als besonders bemerkenweri sestzn- stellen ist, daß etliche Mitwirkende sowohl im Opern- gcsang als auch in der Schauspielkunst Talentproben ablegen koimtrn, was beweist, daß die gefänglich: Ausbildung, die den Opernstudierenden an der Dcni- schen Musikakademi« zuteil wird, Hand in Hand geht mit der so notwendigen darstellerischen Schulung. Sogar einen Schüler der an der Akademie neil- errichteten Abteilung für B ü h n e n b i l d k n n st hatte man bei dieser Matinäe zu- würdigen Gelegenheit, Max Kühnel, von dem die bei bescheidensten Mitteln geschmackvollen und von Phantasie zeugenden Entwürfe der verwendeten Bühnenbilder stamm len. Die Klavierbegleitung der musikalischen Nummern der Matinüe hatten mit Gewandtheit und Umsicht die Pianisten Komma, Koneczny und Süßkind besorgt. v. j. „Gasparon«", Karl Millöckers textlich und musikalisch einst hochaktuell« Baiiditen-Opc- rette, wurde Samstag und Sonnwg im Neuen Deutschen Theater für ein Massengast- spiel vertvendct. Die Operette, über die hier schon gelegentlich ihrer Neiieinstudicrung vor rw»i Jahren ausführlich berichtet wurde, mußt« sich unterdessen ein« Berliner Neubearbeitung gefallen lassen, di« hinsichtlich d«S Textes Ernst Steffan und Paul Kneplcr, hinsichtlich der Musik Ernst Steffan besorgt haben. Ten Hauptton ihrer Neubearbeitung haben die Verfasser auf Vergröberung der Effekte gelegt, im textlichen und musikalischen Sinne. Was aber-Herr Stefsan musikalisch zu Millöcker dazu getan hat, wäre lieba.r weggebliebcn; denn di« angeblich verbessert« Instrumentation wirkt dick und aufdringlich— und die eingelegten und hiiizukom-ponierlen Nummern fallen ganz auS dem stilistischen Rahmen des Werke». Aus das Massengastspiel des Berliner Ensembles, dm nicht nur die Hauptsolisten stellte, sondern auch Kapellmeister und Regisseur, hätte man verzichten können: Denn der Kapellmeister Arthur Gültmann ist ebenso mittelmäßig wie der Regisseur Karl N«i s s« r, Michael Bohnen, der einst gefeierte Opernsänger, wirkt in der Verbrauch theit feiner«inst so blendenden Stimmittel, in der betonten Maniriertheit seiner outrierten Deklamation und in der Unreinheit seiner Intonation eher betrübend als Genuß bietend, Emmy Stur m ist zwar temperamentvoll wie früher, hat aber stimmlich sehr nachgelassen und auch ein« zu unbedeutende Rolle, um wirken zu können, unbedeutend ist Andrä M a t t o n I als jugendlicher Frauensreund,»ich: berühmter geworden ist auch Ma; Schipper, der ewig und unentwegt in der Pos« erstarrende jugendliche GesangSkomikcr. Entschädigung für alles Minderwertig« bot an diesem Abend Leo 2 l e z a k, der ewig junge, unverwüstliche Mcistertenor, der seine Kunst letztens In den Dienst der Operette gestellt hat. Ware er nicht der weltberühmt« Kammersänger geworden, er hätte als Komiker ebenso großen Ruhm erlangt. Sein« Komik wiirkl nämlich In ihrer unaufdringlichen Natürlichkeit und trockenen Selbstverständlichkeit nicht nur unmittelbar erheiternd und ergötzend im«rfrischendsten Sinne echten Humors, sondern auch herzlich. Dabei wird der Komiker Slezok von dem Sänger Slezak aufS wirksamste nnierslützt, der vollendetste Gesangskultur mit noch immer schöner Stimme und wundervoller Bor- tragSknnsl verbindet. Mil Recht wurde der Künstler vom begeisterten Publikum sichtlich und absichtlich bevorzugt und gefeiert. Die Divarolle der Operette sang Frau Sonja Scheuche r; leider stimmlich stark gehcmml und daher tonlich unrein. Auch die kleineren Partien der Operette wurden von heimischen Kräften, bestritten. E. J. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theater». Dienstag, l-^llhr:„Im weißen Rößl"(A. A.). — Mittwoch, 7 Uhr:„Lohengrin"(A. A.).— Donnerstag, 558 Lächeln»'>B 2). Revue:„H öch ste Ende der Spielzeit. Wochenspielplan 558 Uhr:„A ch l u n g, f r i s ch g c st r i ch c n! spiel Bärnowsky in!* Rosa Baletti. 8 Uhr:„H öch st--: s e n b a h n".- 8 Uhr:„Höchste Eisenbahn". Geschlossen!— End« der Spielzeit. Do» Radrennen Prag—Schlan der tschechischen Arbeiter-Radfahrer, da» Sonntag ausgetragen wurde und über eine Strecke von 36 Kilometern führte, gewann die Mannschaft des DRC- Smichov in 1:01:13.4 vor DKC. Bubencö in 1:07:15 Std. Leichtathletischer DereinSwettkampf des Atu- Prag. Samstag, den 1. Juli d. I., um 555 Uhr nachmittags veranstaltet die Lcicht- athletiksektion gemeinsam mit den Turnern aus dem Turnplatz(.Hetzinsel) einen Bereinswett- kampf, worauf schon heute aufmerksam gemacht wird mit der Bille, diesen Nachmittag freizuhallen und diese Veranstaltung durch einen recht zahlreichen Besuch zn unterstützen. MrgerlMiar Sport. Teplitzer FK. schlägt DFll. Prag 10:4(6:2). Am Samstag wurde in Teplitz das Qualifikationsturnier mit dem Rückspiel des DFC. Prag fortgesetzt. Di« Prager wurden vom TFK., der wahrlich In der letzten Zeit kein« Heldentaten verrichtete, ganz empfindlich geschlagen und soll der DM Tormann daran groß« Schuld haben, war aber doch die blamable Niederlage nicht wegrelouchieren kann. Um den Mitropacup. Sparta Prag konnte ihr erste» Spiel gegen H u n g a r i a in Budapest wider Erwarten mit 3:2(2:1) gewinnen.— In Wien schlug Vienna ohne Gschweidl Ambrosia na Mailand nur knapp 1:0(1:0). Die Italiener fpiekten sehr hart. Prügelei unter Fascisten-Fußballern. Während der Panse im Mitropacupspicl Bien n a—A mbra- siana kam e» in der K a b i n e d e r I t a l i« n e r zu einer Prügelei unter den-Spielern.'Man warf dem Sturmführer zu laxe» Spiel vor, war dieser bestritt. Ter Krawall, an dem sich Spieler wie Funktionäre äußerst lebhaft beteiligten, fand seinen Höhepunkt darin, daß der beschul- digte Sturmführer von einem seiner Kameraden verprügelt und in ei.n« Eck« geworfen wurde! Kommentar überflüssig! 1. FE. Nürnberg schlug am Samstag In Karlsbad den KFK. glatt mit 5:1(5:1), verlor aber Sonntag in S a a z gegen den DSV. mit 2:3(1:1). Sonstige Fußballergrbnisse. Prag: BohemianS gegen Nuselsky SK. 7:2(SamStag).— Königin« Hof: Teplitzer FK. gegen SK. 6:3(4:2).— Komotan: DFK. gegen Meteor VIII Prag 4:1 (2:0), SamStag.— Karlsbad: KFK. gegen DSV. Drahowitz 6:1(4:0).— Aussig: T-FK. gegen SpV. 06 Dresden 8:1(3:0).— Bodenbach: SpBg. gegen-SK. Kladno 2:1(1:1), Samstag.— Gablonz: VSK. gegen Hvdzda Turn 0:1 (2:1), DSK. gegen DSV. B.-Leipa 4:2(2:1).— Reich«nberg: WarnSdorfer FK. gegen RSK. 6:1(2:1).— Brünn: Lihenicr. gegen SK. Proßnitz 3:3(0:1), Sparta gegen SK.. Liben 7:4.(2:1)!.— Mab r.-O strau: Nordostgau gegen Slezska kupa 2:2(2:2»/— P r e ß bürg: Budapest gegen Preßburg 2:1(1:1).— Belgrad: Rapid Wien gegen Beogradski SK.(3:4) 2:3, SamStag.— Neusatz: Rapid Wien gegen Wojwodina 4:0(2:0).— Beut he n: Ungarns Amoteurteam gegxp-Südostdeutschland 3:0(2:0).— A in sterda in: Holland gegen Ungarn 6:8(2:1). Die DLAV.-Meisterschast«n wurden Samstag und Sonntag in Reichen berg durchgcführt. Die wichtigsten Ergebnisse: 100 Meter: Dr. Voigt(DEHG. Prag) 11-2 Sek.; 200 Meter: Hentscholek(DSV. Witkowitz) 23.5 Sek.; 400 Meter: Scholz(DEHG. Prag) 52.6 Sek.; 80 Pieter: Keim(VSK. Lobositz) 2:03.4 Mim; 1500 Meter: Keim 4:18 Min.; 5000 Meier: Bürger(RSK.) 16:48.8 Min.; 10.000 Meter: Löffler(Pinea Reichenberg) 36:18 Min.; 110 Meter Hürden: Bölling(1. GSV. Gablonz) 17.5 Sek.; 400 Meter Hürden: Bartl(ASK. Brünn) 61.2 Sek.; 4 mal 100 Meter: DEHG- Prag 45.6 Sek.; 3 mal 1000 Meter: Reichcnberger SK. l 8:22.5 Atln.; Hochspriing: Palischek(ASG. Brünn) 1.76 Meter; Wcitsprung: Kudernatsch(DE-HG. Prag) 6.6054 Meter; Stabhoch: Koverstein(DEHG. Prag) 3.10 Meter; Kugelstoßen: Beierlein(DEHG. Prag) 11.82 Meter; Diskuswerfen: FrancuS(DDB. Witkowitz) 37.78 Meter; Speerwerfen: Prof. Tietz(DSV. Witkowitz) 40.85 Meter; Hammerwerfen: Beierleln 28.40 Meter. «ttaBlgaktt: eietfrie» luk.—(Iifttloltnr. Silk tim 9ilekntt.— BoranlwotlNchtr Stetalu», Dr. Call DIr«»t. Vraa.— Druck,.Jlota- B.-ffl für Btltuna- unft Huchdruck. Vraa.- ßür den Druck aetanimoitlUk: O«a w Die Arlunglmarlrnfranfatur wurde von btt Post- a. Ltlrgropdrndtrtklion mn Erlaß Nr I3.8lXi/Vs7/iNü dtwillial.— Ptzvaßbrdinaunatn: Vai Zustclluna laß Haue oder bei Bezug durch di, Post monarNch UL is— oiorttNLdruch Kl pAyiitzite M M.—, leotlSdri, U•» änltrat« W»wa» UU| rar«!»Misti brrrchuu, Bet ttzar»» EiHichMtdMra Kz«i»»achlaz,». 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