Nr. 79. # Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft Beitungss Preisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für bie fechsgespaltene Rolonels getle ober beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Bersammlungs Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Bfg. Inferate für die nächfte Nummer müffen bts 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Erpeditton ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Bmt 1, Br. 1508. Telegramm- Abreffe: Bocialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 5. April 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Enthüllungen der Revisionsenquete. Abjigt zuwider den hochgestellten Werbrechern das Spiel des Verluftes an Material und auf Ersatz verfallener . 6 Paris, 3. April. berdorben. Cavaignac auch mit der Disciplinaraltion gegen Esterhazy- seiner den Ersatz der laufenden Generalunkosten, Gehalte und Löhne, Absicht Konventionalstrafen. Wie ein Blizz aus heitrem Himmel, hat die Veröffentlichung der Die Disciplinaraltion hat, von Esterhazys späterer Rache ab Es dauerte kaum 34 Jahr; am 7. Juli 1898 beschloß Revisionsenquete in die Reihen der Generalstabsparteien ein- gefehen, sofort Cavaignacs Better, den Oberst Du Path das Gründungskomitee die Auflösung der Gesellschaft, geschlagen. Ihr Himmel hatte sich ja in der letzten Zeit wieder so be Clam, militäramtlich entlarbt als den nächsten Urheber der Er- Warum? Das erfuhr die Oeffentlichkeit nicht. Die Gründe Du Bath aber suchte fchön aufgeheitert. An Stelle der dem Generalstab verdächtigen, weil preffungskampagne gegen den Präsidenten. Du Bath aber suchte pflichttreuen Kriminalkammer wurde das Gelegenheits- Revisions- feinerseits Rückendeckung hinter den höheren Chefs, den Generälen werden dargelegt in dem der Generalversammlung des gericht des gesamten Kassationsgerichtshofes eingesetzt. Und der Gonse und Boisdeffre, dem Unterchef und dem Chef des Bundes der Industriellen für das Geschäftsjahr 1897/98 bor erste Beschluß des Gelegenheitsgerichts, die Zulassung der drei Generalstabes. Da erlahmte der unbeugfame" Arm Cavaignacs. gelegten Jahresbericht, der kürzlich im Druck erschienen ist. gegen die Revision boreingenommenen Kaffationsräthe, schien die Uebrigens schonte er in Du Paty auch seinen Verwandten. Ersatz der Verluste durch Streits wäre wohl allen Unter endgiltige Rettung der militärischen Verbrecher verbürgen zu Erst sein Nachfolger, General Burlinden, verfügte auf das Drängen nehmern angenehm gewesen, aber kosten wollten sie es sich sollen. des Kabinetts Brisson die Versegung Du Patys zur Disposition". Die Veröffentlichung der gesamten Revisionsenquete, die Dem Verlangen des Kabinetts aber nach Verweisung Du Paths nichts lassen; namentlich die größten, die am meisten hätten jezt im Figaro" Tag für Tag nach den authentischen Untersuchungs- mindestens vor ein Disciplinargericht widersetzte sich auch Zurlinden, zahlen müssen, wollten nicht anbeißen. Der genannte Bericht fagt darüber: atten der Kriminalfammer vor sich geht und, trotz der angeordneten und zwar mit Erfolg. gerichtlichen Verfolgung, zu Ende geführt werden wird, stellt die In seiner Aussage vor der Kriminalfammer belehrt uns fchönen Hoffnungen der Generalstäbler ernstlich in Frage. Der Du Path über die Gründe dieser Nachficht. Er nannte ausdrücklich Hauptzweck des Ausnahmegesezes gegen die Revision ist bereits den General Gonse und indirekt, aber deutlich, den General bereitelt: die gefährliche Enquete ist nicht mehr zu verheimlichen oder de Boisdeffre als seine Hintermänner. Zugleich warnt er gleichsam zu verfälschen. Und der Umstand, daß sie vor den Revisions- feine Chefs vor etwaigen Gelüften, ihn zum Sündenbock zu machen. verhandlungen des Kaffationshofes dem Publikum bekannt wird, ist ganz Nicht nur Esterhazy, auch er ist im Befiße von kompromittierenden besonders geeignet, ein rechtswidriges Urteil zu verhindern. Die Papieren: er hat nämlich einen ihm von Gonse zu Händen Tézenas, Gelegenheitsrichter werden sich zweimal besinnen, ehe sie die auf des Vertheidigers Esterhazys, anvertrauten Artikel, der in die Presse geflärte Oeffentlichkeit herausfordern. lancirt werden sollte, einfach in der Tasche behalten. Er war gerade, so erzählt er unschuldsvoll, durch Unwohlsein verhindert", den Artikel zu übermitteln. Aber der Artikel existiert noch, und ich brauche nicht anzudeuten, wo ich ihn unterbringen zu sollen geglaubt habe"!... Der Artikel befindet sich nach den Ermittelungen der " Schon die bisher im Figaro" veröffentlichten Aftenstüde sind ein töblicher Schlag für den Generalstab. Das trifft in gewissem Sinne felbst auf die Aussagen Cavaignac's, des Mundstüdes der Verbrecher, zu. „ Die Auflösung der Industria" mußte vor allem deswegen erfolgen, weil, je mehr Zeit über die Gründung berging, dem Gründungskomitee desto deutlicher wurde, daß man sich in dem Interesse des Solidaritätsgefühls der Arbeitgeber unter einander getäuscht hatte. Von Woche zu Woche, von Monat zu Monat fuchte man mit immer neuen Anstrengungen das Interesse der Arbeitgeberschaft zu gewinnen, man scheute nicht vor ausgedehnten Reisen und Besuchen bei einzelnen großen Industriellen und den ber schiedensten industriellen Verbänden zurück; an vielen Stellen empfing man wohl die Ausdrücke der Sympathie, an den wenigsten aber eine thatkräftige Mitwirtung und Unterstüßung. Unter diesen Umständen sah die Mehrheit des Gründungskomitees ein weiteres gedeihliches Wirken nicht mehr voraus, und mußte zur Auflösung der Gesellschaft schreiten. Es ist nicht etwa die Kriminalfammer, sondern das militärische Kriminalfammer in sicherem Gewahrsam in Brüssel. Aus dem Bericht erfahren wir übrigens auch die interDisciplinargericht in Sachen Esterhazy( Ende August 1898), das in Deshalb bleibt Du Paty bis heute auf freiem Fuß und Officier z.D., feinem Verhandlungsprotokoll den Beweis liefert 1. für die ver- was selbst den rabiaten Armeeverehrer Cassagnac, den Chefredacteur essante Thatsache, daß die töniglich preußische Re. brecherische, mit verbrecherischen und infamen Mitteln betriebene der bonapartistischen Autorité" mit Entrüstung erfüllt. Er schreibt gierung bei dieser Gründung die Hand im Rettungsattion des Generalstabes zu Gunsten Esterhazys, und 2. für zu den Enthüllungen des„ Figaro" u. a.:" Wenn der Kriegsminister Spiele hatte. Daher kann es auch nicht verwundern, die Furcht des Generalstabes vor Esterhazy. Und was im feine Pflicht thäte, wäre Du Path heute Abend im Gefängniß." wenn in dem heute bei uns so beliebten Euphemismus das Protokoll, das vorsichtiger Weise teine stenographische Auf- Gewiß, aber mit ihm müßten die Chefs" ins Gefängniß wandern Unternehmen von seinen Vätern so bezeichnet wird, daß es nahme der Verhandlungen Verhandlungen ist, dunkel bleibt, das wird das ist der Haken! aufgehellt durch die stenographische, vom Zeugen selbst diftierte und unterzeichnete Aussage Du Path de Clams vor der Kriminaltammer. Die neulichen Enthüllungen Esterhazys find damit militäramtlich bestätigt, wenigstens in allen wesentlichen Punkten, und darüber hinaus werden neue blendende Lichtstrahlen auf den Schmutz und die Fäulnis des Militärklüngels geworfen. Viel schweigsamer ist Du Paths Aussage über die Gründe, dem Schuße der Arbeitswilligen" dienen sollte. Die braven warum gerade er, der er nicht zum Informationsbureau des General Arbeitswilligen scheinen den Industriemagnaten aber doch stabes gehörte, zum thätigsten Vermittler zwischen Esterhazy und nicht allzu viel wert zu sein; jedenfalls mochten sie es sich dem Generalstab auserwählt wurde. Sollte seine Eigenschaft als fein Gelb foften lassen; wohl in der sicheren Erwartung, daß Untersuchungsrichter im Dreyfus- Prozeß die Wahl bestimmt haben? fie ihr Ziel unter dem Zuchthauskurse billiger erreichen Sollte der Wunsch maßgebend gewesen sein, Henry, dem alten könnten. zwanzigjährigen Freund" Estethazy's, eine weitere schwere Kompro- Wenn sich die unbemittelten Arbeiter aus eigener Kraft Wir wollen hier nur das Neue Herausgreifen. mittierung zu ersparen? Du Path äußerte sich hierüber geheimniß- Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit geschaffen haben, so, Esterhazy wurde vor dem Disciplinargericht überführt, sich voll:„ Meine Chefs handelten nach Gründen, die ich nicht kenne. follte man meinen, würde es auch den Unternehmern gesollte man meinen, würde es auch den Unternehmern gefinanziell an einem Kupplerinnen Geschäft be- Ich wiederhole, ich glaube nicht, hier die Gründe höherer lingen, sich gegen Arbeiterlosigkeit zu versichern. Indessen die teiligt zu haben. Außerdem bediente er sich der Vorsteherin dieses Ordnung würdigen zu sollen, denen ich gehorcht habe." Geschäfts, um seinem Neffen Christian eine reiche Heirat zu verschaffen. Hingegen entschlüpfte ihm vor dem Disziplinargericht das Ge- Großindustriellen empfehlen nach dem Junkerrezept- die Es genügte ihm nicht, denselben Neffen um 40000 Fr. betrogen zu haben. ständniß, daß die zuvorkommende Rettungsattion zu Gunsten Efter- Selbsthilfe nur den Schwachen, für die sie Staatshilfe unEr wollte ihn auch noch an eine mur mit Hilfe einer Supplerin hazy's( im Oftober und Anfangs November 1897) dem Wunsche ent- moralisch finden. Für sich selbst aber halten sie die Selbsthilfe unter die Haube zu bringende Frauensperson verschachern, um von sprang, Esterhazy vor den Wirkungen einer unerwarteten öffentlichen unmoralisch- kostspielig und laufen lieber zum befreundeten der reichen Mitgift zu profitieren. Der militärische Berichterstatter Verrathsbeschuldigung zu behüten. Du Path sagte wörtlich:" Das Ministerium, um von der geseggeberischen Macht ihre Interzitiert die Instruktion Esterhazys an die Supplerin, worin betreffs der bedeutete für Esterhazy Selbstmord oder Flucht, essen fördern zu lassen, für sie ist Staatshilfe gleichbedeutend mit Braut die Bereitschaft erklärt wird, über alle möglichen skandalösen und es galt, beides zu verhüten!".. Man kann nicht der Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung. Dinge hinwegzusehen, wenn sie nur nicht aller Welt in die Augen deutlicher eingestehen, daß der Generalstab von Anfang an wiſſent- Die Herren lassen sich ja auch ihren Militär- und Marine lich einen Landesverräter in Schutz genommen hat. Und doch hat das Disciplinargericht Esterhazy, von der Anklage Aus der sehr latonischen Aussage Dupuys ist das Ge- patriotismus wohlweislich von anderen bezahlen. So ist der Verstöße gegen die Ehre" mit vier gegen eine Stimme frei- ständnis hervorzuheben, daß er in den Wandelhallen der Kammer es nicht verwunderlich, wenn sie die ihnen obliegende Aufgesprochen! Man kann gern annehmen, daß die disciplinargericht- in einem Gespräch mit einigen Abgeordneten über die Fälschungen gabe, die durch ihren eigenen socialpolitischen einsichtslosen lichen Vertreter der Armee- Chre" diese Infamie nicht begangen Henrys, Esterhazys und Du Paths, sowie über die Urheberschaft Egoismus entstandenen Schädigungen selbst auszugleichen, hätten, wenn fie die Veröffentlichung des Protokolls befürchtet des Bordereaus sich wie folgt geäußert hat: 3 frage liegt dem Staat ansinnen. Die Zuchthausvorlage erscheint mich, ob hätten. Das macht aber ihr Votum noch niederträchtiger. ( als wir nicht 1894 Ministerpräsident damit in der Tendenz der Großindustriellen als eine staat. Ferner wurde Esterhazy einstimmig von der Anklage eines zur Dreyfus Prozesses war) Opfer schweren Verstoßes gegen die Disciplin" freigesprochen. Außer den einer Mystifitation gewesen sind". Das hindert ihn liche Versicherung der Unternehmer gegen Streif Hezartikeln Esterhazys in der Libre Parole" lagen dieser Anklage freilich nicht, die Urheber der Mystifikation", wie er zart das Justiz- schäden. zu Grunde namentlich deffen Drohbriefe an den Präfiberbrechen nennt, mit den strupellosesten Mitteln vor der verdienten Grober Unfug der Himmelsrichtung. denten Felig Faure, deren gwed war, den Präsidenten zur Strafe zu retten. thätigen Mithilfe an der Rettungsaktion des Generalstabes zu Gunsten Cabaignacs Aussage ist eine getreue Ableierung der Das Berliner königliche Polizei- Präsidium, Abteilung Esterhazys zu zwingen. ihm von seinen Untergebenen", dessen Werkzeug er war, eingetrich für Uebertretungen, hat eine Strafverfügung von 5 Mark Wohlgemerkt, die Briefe datieren aus einer Zeit, wo die öffent- terten Lettion. Sie ist vor allem ein weiterer Beweis der unsäg- gegen einen Arbeiter erlassen, der am 18. März einen Kranz liche Berratsbeschuldigung gegen Esterhazh noch nicht erfolgt war! lichen Berbohrtheit des Mannes, der den plumpen Fälschungen Henrys In dem Briefe vom 29. Oftober 1897 wird dem Präsidenten auf den Leim gegangen war. Mit seinen Schuldbeweisen gegen Dreyfus mit roter Schleife auf der Straße getragen hat. Das Delitt gedroht mit der Einmischung des deutschen Kaisers. In dem Briefe vom hat er viel zu viel bewiesen. Die logische Folge aus seinen Aus- des groben Unfugs wurde darin erblickt, daß er den Kranz 31. Oftober 1897 benutzt Esterhazy das ihm vom General- führungen ist nur, daß der Verfasser des Bordereaus einen nicht direkt nach seinem Bestimmungsort, dem Friedhof am stabe ausgelieferte allergeheimste" Dokument Mitsuldigen im Generalstabe haben müßte. Diese Friedrichshain, getragen hat, sondern in entgegengesetter ( ce canaille de D.), um dem Präsidenten mit der Veröffentlichung Schlußfolgerung drängt sich seit langem jedem Klarsehenden auf. Richtung. Stechen" Zeit des er # die So wandelt sich im heutigen Polizeistaat die Tugend 5. November 1897 wird die angebliche Tragweite dieser Drohung sprechen, daß selbst wenn mir bewiesen würde, daß das Bordereau in Verbrechen, je nachdem einer links oder rechts um die dem Präsidenten auseinandergefeßt: Das Dokument ist eine Ge- materiell von Esterhazy geschrieben wurde, ich nichtsdestoweniger Ede biegt. Wäre der Unglückliche geradenwegs nach dem fahr für mein Vaterland, weil beffen Veröffentlichung nebst dem erfären würde, daß es in meinen Augen unmöglich sei, daß Esterhazy Friedhof gewandert, anstatt erst nach der Arbeitsstätte zu Facsimile der Handschrift Frankreich zwingen wird, sich die im Bordereau enthaltenen Informationen geliefert haben soll"!. zu demütigen oder den Krieg zu erklären". Dabei find Cavaignacs militärtechnische Beweise, insofern sie gehen, um von dort Kollegen abzuholen, so wäre er dem In diesen Drohungen, in dieser Erpressungskampagne eines Esterhazy entlasten sollen, schon im Prozeß Bola als haltlos er Verbrechen des groben Unfugs nicht verfallen. Die Huldigung für die Märzgefallenen ist kein grober attiven franzöfifchen Offiziers gegen den Präsidenten der Republik, wiesen worden. Die Polizei hält darüber Wacht, den verfassungsmäßigen Oberherrn der Armee, hat das Disciplinar Die weiteren Dokumente der Revisionsenquete können nur den Unfug, im Gegenteil. gericht einstimmig feinen schweren Verstoß gegen die Disciplin" Nachweis verstärken, daß der Landesverräter, Fälscher, Gauner, Bu- daß fie so frühzeitig wie möglich erfolge und ja nicht auf erkannt. Das ist die unvermeidliche Folge des erwiesenen Um- hälter und Kuppler, Major und Graf Esterhazy, Mitschuldige im Um- und Abwegen. standes, daß die Erpressungstampagne durchweg vom Generalftabe Generalstabe hatte, Mitschuldige, die so oder anders bis zum früheren aus geleitet wurde. Esterhazy hielt also vielmehr treue Disciplin, Generalstabschef de Boisdeffre hinaufreichen. in dem er auf Befehl bezw. Anweisung seiner militärischen Vorgesetzten Kriminalverbrechen beging. der gefährlichen Dokumente zu drohen. In dem letzten Briefe vom und man muß Cavaignac sein, um den unglaublichen Satz auszuEsterhazys Ausschluß aus dem Seere erfolgte lediglich wegen gewohnheitsmäßigen schlechten Betragens", wefsen ihn das Disciplinargericht mit drei gegen zwei Stimmen für schuldig erfannte. Das war seitens des Gerichts ein Kompromiß zwischen dem Gehorsam gegenüber dem Generalstab und dem Gehorsam altion. Politische Neberlicht. So löst sich auch das Rätsel der Nichtbestätigung des Bürgermeisters Kirschner. Er ist nicht direkt nach dem Friedrichshain gegangen, sondern unschlüssig erst in entgegengesetter Richtung nach den Linden" zu gepilgert. Damit aber hat er sich bergangen". Wie sehr hat man doch die Polizei verkannt! Man hielt fie bisher für eine Feindin der Märtyrer im Friedrichshain. Verehrung um teine Minute zu spät den Helden der seht aber hat sie bewiesen, daß sie, wenn auch wider willen, streng darüber wacht, daß der Zoll der Dankbarkeit und * Berlin, den 4. April. Staatliche Versicherung gegen Streikschäden. gegenüber dem Kriegsminister Cabaignac, dem Urheber der Disciplinar Industriellen, die Industria".„ Versicherungsgesellschaft gegen Es ist bekannt, daß die Gründung des Bundes der Bemerkenswert ist noch die Saltung des Generals Verluste durch Arbeitseinstellungen bald nach der Gründung Burlinden, des bisherigen Militärgouverneurs von Paris. Er ihr durch keine Thaten beschwertes Dasein wieder aushauchte, Freiheit entrichtet werde. plädierte bei Cavaignac um Nachsicht" für Esterhazy. Er berief Am 28. Oktober 1897 erstand sie in Berlin. Auf 5000 Aktien fich dabei auf„ Gepflogenheiten der Armee", einen Offizier nicht à 1000 Mark gegründet, war ihr Zweck die Gedisciplinarisch zu bestrafen, wenn er nur mit drei gegen zwei Stimmen währung von von Versicherungen gegen Verluste, welche Note Ostern. Die frömmsten Osterartikel brachte in früheren berurteilt wurde. Zum allermindesten verlangte der General die „ loyale" offizielle Anerkennung, daß Esterhazy, der Kuppler, nicht durch Arbeiterstreiks dem Betriebsunternehmer zugefügt Jahren die„ Kreuz- Zeitung". Niemand beherrschte die Technik der waren". Sie sollte denjenigen Schaden ersetzen, den der Ver- Salbung" so blendend, wie der Frhr. v. Hammerstein. Seitdem gegen die Ehre verstoßen habe!.. Wie mit der parlamentarischen Verwertung der Fälschungen sicherte durch einen Streit erlitt und zwar auf die Dauer von Siefer Herrliche dem Berufe des frommen Festschreibers für einige Henry's, so hat der durch Ehrgeiz und Rechthaberei geblendete 4 Monaten. Die Entschädigung sollte sich u. a. erstrecken auf Zeit entzogen, fehlt dem Blatte der rechte Geist, zumal es den " Deutsches Reich. heiligen Paaschs noch nicht al§ Mitarbeiter für die hohen Festtage gewonnen zu haben scheint. Ueber diesen Mangel eigenen schöpferischen Eeistes sucht sich das Blatt durch eine Kritik an den Osterartikeln der socialdemokratischen Presse hinwegzntrösten. Sie findet es furcht- dar lächerlich, dah wir in unserer Weise„rote Ostern" feiern und das christliche Mysterium„umdeuten". Die„Kreuz-Zcitung" sollte sich doch freuen, daß wir hart- gesottenen„Religionsseinde" und„Christcntumsverächter" das tief- sinnige Mysterium in unsere Welt himiberretten, und an Ilm- deutungen sollte sie am allerwenigsten Anstoß nehmen, die für die altgernranischen Umdeutungen der christlichen Legenden so sehr be- geistert ist. Zudem: Umdeutungen der evangelischen Geschichte sind auch die Frömmlcr-Ergüsse der Junkcrorthodoxie, nur daß diese— im Gegensatz zu den unserigen— heuchlerische, politisch-spekulative Verzerrungen sind, die.die historische Wahrheit unter dem Schein der Verehrung verhöhnen.— Verirrungen zur— Wahrheit. In den„Burschenschastlichen Blättern", dem Organ der deutschen Burschenschaften, kommen bis- weilen altmodische Erscheinungen zu Wort, die den ehemaligen burschenschastlichen Jdealisnms gegen den ncudeutschen Geist ac- dankenloser Streberei heraufzubeschwören suchen. So äußert sich neuerdings ein Germanicus: „Die sich täglich rücksichtsloser vordrängenden Interessen der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels, des Handwerkes gegen dieser Partei- zusammciisctznng den letzten Rest. Was die w elfischen Hospitanten der Ultramontanen, die elsaß-lothringischen Ultramontancn, die Protestler und Autonomijten, die' P o l e n und Dänen nach der anderen Richtung ganz offen er- streben, erscheint uns im Vergleich dazu sogar minder ge- fährlich." Die„Post" ist außer sich über diese„Verirrungen" an sonst so wohlgesinnter Stätte. Sie kann sich beruhigen; der alte Herr wird unter den Jungen keine Nachfolge finden, die werden unentwegt die nationale Fahne hoch halten und mit Heissa und namentlich Hurrah den Weg zur Staatslrippe aufwärts gleiten. Dabei merkt die„Post" nicht einmal die schlimmste Sünde des Germanicus: Die Wirt- schaftliche Interessenvertretung der Arbeiter hat er nicht ge- tadelt I— Die neue Militärvorlage, in der die 7006 Mann nach- gefordert werden, wird von der„Köln. Ztg." bereits für den nächsten Etat angekündigt. Die Regierung hat es sehr eilig, dem Zentrum den„Nachweis" der Notwendigkeit zu erbringen.— Internationale Arbeiterschut;-Konferenz. Anfang Mai wird in Berlin eine Versammlung stattfinden, einberufen von„Freunden des Arbeiterschutzes", den Herren v. Rottenburg, Brentano u. s. w., welche sich mit einer Vorlage deS von der Brüsseler Arbeiterschutz- Konferenz eingesetzten Komitee'S zu befassen hat. Dieses Komitee erhielt die Aufgabe, ein Statut für Errichtung einer internationalen Gesellschaft zu entwerfen, die sich die Aufgabe stellt, die Arbeiterschutz- Gesetzgebung in den einzelnen Ländern zu fördern und zu unter- stützen. Man ging hierbei von der Anschauung aus, daß zwar ein internationales, von den Regierungen der industriellen Staaten errichtetes Bureau den gewollten Zweck, die Betrachtung der Arbeiterschutz- Gesetzgebung vom internationalen Gesichtspunkte aus zu fördern, am besten zu erreichen geeignet sei. daß man sich daher prinzipiell der Schloeizer Regierung und den An- trägen des Züricher Kongresses anschließen könne, daß aber, wie die bisherigen Erfahrungen zeigten, zur Zeit dies nicht zu erreichen sei, und daß ein auf privater Jmtiative beruhendes internationales Institut immer noch besser sei, als keines, insbesondere wenn es ge- lingen sollte, die Regierungen zur Beteiligung an einem solchen zu bewegen. Das Komitee, bestehend aus drei belgischen Teilnehmern deS Kongresses, hat sich nunmehr seiner Aufgäbe entledigt durch Vorlage eines Entwurfes von Statuten einer internationalen Vereinigung für den Fortschritt der Arbeiterschutz-Gesetzgebung mir dem Sitz in Brüssel. Die erwähnte Versammlung soll nun entscheiden. ob die deutschen Sozialreformer sich an diesem internationalen Arbeitsamt beteiligen sollen oder nicht.— Zur Uebernahme der Landeshoheit über das Schutzgebiet von Deutsch- Neu-Guinea durch das Reich sind eine Reihe Verordnungen erlassen, welche die von der Neu-Guinea- Compagnie ausgeübten Vermögensrechte auf den Landesfiskus übertragen und regeln. Mit neuen Ausweisungen gegen Russen geht die preußische Regierung vor. Drei russische.klntertbanen" polnischer Rationalität: der Electrotechnikcr Joseph Czyzcwskt aus Kielce, der Buchhalter und Korrespondent Engen Barczak aus Plock und der Kaufmann Johannes Lwowsti aus Warschau sind aus Berlin und dem preußi- scheu Staatsgebiete ausgewiesen worden. Czyzewski war seit zwei Jahren bei einer der ersten elcctrotechnischen Firmen Berlins be- schäftigt, Barczak bei derselben Firma seit neun Monaten als pol- nischer Korrespondent, während Ltvowski Agenturgeschäfte betrieb. Vorige Woche fanden in den Privatwohnungen der gedachten Per- sonen gründliche Haussuchungen statt. Unmittelbar darauf erhielten die drei Personen die behördliche Weisung, binnen 48 Stunden Berlin zu verlassen.— Die Gründe der Regierung zu diesen neuen Aus- Weisungen sind nicht bekannt. Die Haftung für AuitSderlehuugrn der Beamten dem Publikum gegenüber ist jetzt in Bayern geregelt. In dem bayerischen Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es unter anderm: „Verletzt ein Beamter deS Staates, einer Gemeinde oder eines anderen Kommunalverbandes in Ausübung der ihm an- vertrauten öffentlichen Gewalt vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht, so trifft dem Dritten gegenüber die im§ 880 des Bürger- lichcn Gesetzbuches bestimmte Verantwortlichkeit an Stelle des Beamten den Staat oder den Verband, in dessen Dienst der Beamte steht. Bei den Amts- geschäften der Gerichtsvollzieher gilt dies auch für die Verletzung der Pflichten gegenüber dem Auftraggeber... Der Beamte hat dem Staat oder dem Verband, in dessen Dienste er steht, den Schaden zu ersetzen, der dem Staat oder dem Verband aus der Verletzung der Amtspflicht entsteht." Es ist eine ganz selbstverständliche Pflicht des Staates, für die Schäden aufzukommen, die durch seine Beamten verursacht werden. Aber da im Deutschen Reich bisher diese Pflicht fast nirgends an- erkannt wird, so gebührt den Staaten, die in der Anerkennung dieser Pflicht vorangehen, allerdings ein gewisses Verdienst. Preußen befindet sich unter diesen vorangehenden Staaten nicht— wie es scheint, nicht einmal unter den nachfolgenden.— Chronik der MajestätSbeleidigungS-Prozesfe. Vor der Strafkammer des Landgerichts Colmar i. E. hatte sich der neunzehnjährige Schlossergeselle August Ferdinand Schlachter, bisher unbescholten und nicht vorbestraft, wegen Be- leidigung des Kaisers zu verantworten. Am 4. März fand in Markirch das Musterungsgeschäft statt, bei dem auch der Angeklagte erscheinen mußte. Er hatte vorher mit seinen Kameraden in einer Reihe von Wirt- schaften herumgekneipt, wie es bei diesem Anlaß üblich ist. und betrat nun in stark angetrunkenem Zustande den Saal, wo der Aufruf der Gestellungspflichtigen stattfand. Dort benahm er sich ungebührlich, pfiff und sang, und als man ihn zur Ruhe verwies, ließ er eine unflätige, den Kaiser betreffende Aeußerung fallen. Vor Gericht entschuldigte er sich mit setnem Zustand der Betrunkenheit und beteuerte, von der ihm zur Last gelegten That nicht das'geringste zu wissen. Das Urteil erkannte ihn trotzdem der Majestäts- beleidigung für schuldig und setzte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von drei Monaten fest. Zu dem kriegerischen Borgehen der Deutschen in China wird heute berichtet, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der deutschen Gesandtschaft und dem Tsung-li-Aamen fortbestehen, trotz der Thatsache. daß ein bewaffitetes deutsches Detachement auf dem Marsche durch chinesisches Gebiet ist, um Jtschau zu besetzen. Noch weiß man nicht, ob das Detachement dort bereits eingetroffen ist. Von chinesischer Seite verlautet, man werde keinen Wider- stand leisten.— Li-hung-tschang hatte Sonntag eine lange Audienz bei der Kaiserin-Witwe; er wurde mit großer Auszeichnung empfangen. Ueber die Ursache des neuesten Vorgehens Deutschlands in Süd- Schantung Ivird noch gemeldet: Vor allem sei es das durch die Ueberschwemmungen des Gelben Flusses hervorgerufene schreckliche Elend, welches die Gährung in der Bevölkerung verursacht. Das Vorgehen der Deutschen habe in Peking große Beunruhigung hervor- gcrusen. Die Behörden wünschten alles, was den Ursprung zu Reibungen bilden könnte, zu beseitigen, da sie eine weitere Aus- dchnnng der deutschen BerwaltunjjSsphäre fürchten; so seien ganz plötzlich drei Gerichtsbeamte abgesetzt worden. Der Umstand, daß fast das gesamte deutsche Geschwader vereint bei Kiautschou liegt, werde als ein Anzeichen dafür angesehen, daß Operativ neu bevorstehen.~ Ausland. Einweihung des Neue» Volkshauses in Brüssel. Brüssel, den 3. April. Zu einem großartigen nationalen und internationalen Fest gestaltete sich die Einweihung des neuen Maison du Peuple. Das alte, das manchem unserer Leser bekannt ist, war zu klein gelvorden, und ein neues großes„Voltshaus" wurde erbaut, mit Räumen für die Gewertschasten, für alle Zwecke der organisirten Arbeiterschaft und unter anderm auch mit einem Versammlungssaal, der bequem 5000 Personen faßt. Auf Ostern wurde die Ein- weihungsfeier festgesetzt. Sonnabend Vorfeier, Sonntag Hauptfeier, Montag als Krönung des ganzen noch ein internationales Meeting. An die Socialdemokratie aller Länder waren Einladungen ergangen, denen besonders von feiten der französischen Genossen zahlreich entsprochen ward. Aus Deutschland und England konnte niemand zugegen sein, weil die Partei-Arbeit gerade auf Ostern dort sehr stark ist. Dafür wird Ende Mai, wenn die Konferenz zur Borbereitung des internationalen Arbeiterkongresses in Brüssel tagt, eine zweite internationale Kundgebung stattfinden, bei der Deutschland und England vertreten sein werden. Ueber die Einweihungsseste erhalten wir folgenden Bericht. Am Sonnabend war der Reubau für das Fest fertiggestellt und zogen unsere Genossen unter Musik und Gesang mit den Fahnen der verschiedenen Organisationen bei Fackelschein durch die Straßen der Stadt. Es war ein imposantes Schauspiel, in welchem die be- geisternden Ideen des Socialismus von der Kraft des alten Volks- iebens getragen wurden. Aus der Masse der Sinubilder und Inschriften sei die rote Fahne erwähnt, die daS Maison du Peuple darstellt und darunter die Worte: Das Volkshaus spendet das Brot des Lebens und der Wissenschaft. Das Volks- Haus hat bekanntlich eine der größten Bäckereien Belgiens. Ein fröhliches Beisammensein im Volkshaus beschloß die Vorfeier. Den anderen Morgen. Osterfonntag, wurde es früh lebendig auf den Straßen. Von allen Seiten strömten die Arbeitervereine, Gewerk- schaften und die Abordmmgen aus Hunderten von belgischen Städten und Dörfern, mit Fahnen und klingendem Spiel nach rhren Sannnel- punkten. Auch Kinderbrigadcn, und die Strikenden von Ecaustinos. An den Bahnhöfen werden die Gäste empfangen. Die ersten sind die„Pariser", die, Haurös in ihrer Mitte, etiva 100 Mann stark, bald nach 6 Uhr eintreffen und mit stürmischem Jubel begrüßt werden. Um-/-II Uhr haben alle Gruppen und Abtheilungen ihren Platz eingenommen und um 1l Uhr setzt sich der endlose Zug in Be- wegung— alles was nicht mitzieht, schaut zu, jubelt zu. Alles mit Ausnahme der armen Soldaten, denen das Zusehen verbalen war. Die Zahl der organisierten Teilnehmer wird auf 20000 geschätzt— die der unorganisierten, die ohne Fahnen mit- und nachmarschierten, dürfte kaum niedriger sein. Unter dem Gesang der Marseillaise erreichte der mächtige Zug das Volkshaus, in das nur Abordnungen eintreten konnten. Kurz nach Mittag versammelten sich etwa 6000 Personen in dem Versammlungssaal und den anderen Räumen, und nun erfolgte unter dem Gesang einer eigens gedichteten und kompo- nierten Hymne die Eröffnung und Einweihung, worauf unter dem Borsitze Vandervelde's die Festversammlung begann. Unter den Rednern war I a u r v s. Vandervelde gab einen Bericht über die Geschichte der Arbeiterbewegung in Belgien. Am Abend wieder Umzug. Illumination. Feuerwerk, Tanz und festliches Bei- sammensein. Am Montag war wieder eine Maffen-Volksversammlung. in der hauptsächlich der internationale Charakter der socialisfischen Bewegung betont ward. Dann Festspiele, Belustigungen aller Art und natür- lich ein Ball. Die Stimmung war eine gehobene und wer noch gezweifelt hat, daß die Socialdemokratie das belgische Volk ist. der hat sich bei dieser großartigen Feier von seinem Irrtum überzeugen können. Schweiz. Bern. 2. April. sEig. Ber.) Dem„Bund" wird gemeldet, daß das Fräulein Johanna Elberskirchen vom Advokaten Aebi„nur" die Summe von 67 000 Fr. fordert und zwar 8000 Fr. für Bar- auSlagen an und für Frau Aebi. 0000 Fr. für derselben gewidmete Krankenpflege und 50 000 Fr. für entgangenen Verdienst, welcher dem Fräulein zugekommen wäre, wenn es Aerztin geworden und nicht in den Eheicheidungsprozeß der Eheleute Aebi verivickelt worden wäre. Gutem Vernehmen nach soll noch ein Hauptposte» vergessen worden sein, nämlich 100 000 Fr. für entgangenes Eheglück, zu dem das Fräulein infolge der Inanspruchnahme durch die Assaire, die seine ganze Zeit absorbierte, nicht gekommen ist. Sollte es auch später nicht dazu kommen, so bleibt eine weitere Forderung von noch einmal 100000 Fr. vorbehalten.— Frankreich. Paris, 2. April. fEig. Ber.) DaS Budget für 1899 ist von der Deputicrtenkammer votirt worden— mit drer Monaten Ver- spätung gegenüber dem ordnungsmäßigen Datum, an welchem es von beiden Kammern hätte votirt werden sollen. Der Senat wird die Budgetberathung erst nach den Osternferien, in Angriff nehmen, d. h. in der ersten Hälfte des Monats Mai. Es ist daher fraglich, ob das Budget Ende Mai zu stände kommt, ob die bewilligten fünf provisorischen Zwölftel ausreichen werden. Eine solche Verspätung ist noch nicht vorgekommen. Sie ist zum Teil die Folge der Verlegung der Kammerwahlen vom Herbst ins Frühjahr, welche zuerst für die gegenwärtige Legislatur in Anwendung kam. zum Teil die Folge der Dreyfus-Krrse. Die so ci allst ische Fraktion stimmte— mit Aus- nähme von zwei Diitgliedern, die sich der Abstünmung enthielten— gegen das Budget. Genosse V a i l l a n t gab in ihrem Namen folgende Erllärung ab: „Keine der von der Arbeiterklasse, vom Socialismus verlangten wichtigen Reformen ist im Budget eingeschrieben. Weder das Recht auf Existenz, noch das Recht auf Arbeit, noch der Ar- beiterschutz sind durch daS Budget garantiert, ebenso wenig wie durch die Verfassung. Wir haben weder die Er- sctzung der stehenden Armeen durch die Nationalmiliz erlangen können, noch die Abschaffung des KultusbudgetS, noch die Einrichtung von öffentlichen Diensten und der die Arbeiteremanzipation vorbereitenden Organisation der nationalen Arbeit, noch die Steuer- reform— mit einem Wort, keine einzige der demokratischen. republikanischen, proletarischen und socialen Reformen, welche die Socialisten ohne Unterlaß verlangen... Unter diesen Umständen bleibt das Budget die administrative und finanzielle Rechnung des reaktionären und kapitalistischen Regimes, das wir zerstören und um- gestalten wollen. Die Socialisten müssen daher gegen das Budget stimmen, gegen ein Budget, das nicht einmal republikanisch ist."— Der Schuh des gewerblichen Eigentums für die zur Pariser Weltaus st ellung von 1000 zugelassenen Gegen- stände wird durch einen Gesetzentwurf geregelt, der soeben der Deputiertenkammer zugegangen ist. Danach kann jede Person, welche in Frankreich auf Grund der Gesetze über das gewerbliche Eigentum ein ausschließendes Recht genießt, ebenso wie die daran Beteiligten, ohne sich den Verfall ihres Privilegiums zuzuziehen, auf der Welt- ausstellung des Jahres 1900 zu Paris im Auslände hergestellte Gegenstände, welche den durch ihr Patent geschützten entsprechen, zur Schau stellen und zu dein Zwecke in das ftanzösische Staatsgebiet einführen, wenn diese Gegenstände zur besagten Ausstellung regel- recht zugelassen worden sind. PariS, 4. April. Der siebente internationale Kongreß zur Beknmpfnng des Mißbranchö geistiger Getränke wurde heute in der medizinischen Schule eröffnet. Den Vorsitz führte der Justiz- minister Lejenne. Deutschland, Dänemark, Schweden, Rußland und andere Länder sind offiziell vertreten. Italien. Genossin Zlnna KuliScioff, die vor drei Monaten ans dem Gefängnisse entlassen wurde, begab sich vorgestern nach Rom. um an dem Jo urnali st enkongreß teilzunehmen. Dort wurde sie von allen Mitgliedern des Vorstandes und von den Kollegen aller Parteien mit großen Sympathiekundgebungen empfangen. Bekanntlich haben alle republikanischen und focialdemokratischenJournalisten beschlossen, sich vom Kongreß fen, zuhalten, als Protest gegen die nicht erlassene Amnestie'zu Gunsten der politischen Verurteilten vom vorigen Mai, Doktorin KuliScioff will aber die Genossen von ihrem Entschluß, am Kongreß nicht teilzimehmen, abbringen, da sie meint, daß der Protest viel kräftiger und die Propaganda für die Amnestie viel wirksamer sein wird, wenn das alles in dem vom Könige eröffneten Kongresse ausgesprochen wird.— Spanien. Tie neuen Finanzprojekte des Finanzmniiflers stoßen, wie der„Hcraldo" wissen will, auf Widerspruch bei den Mimstern deS Krieges und der Marine. Diese sind mit einer Reduktion ihrer Budgets durchaus unzufrieden, sie wollen vielmehr eine Vermehrung der Ausgaben.— Griechenland. Eine MinisterkristS ist in Athen ausgebrochen. Das Kabinett hat infolge der Entscheidung der Kammerkommission. die Wahl Z a i m i s für ungüttig zu erklären, demissioniert. DaS Kabinett wird seine Amtshandlungen fortsetzen, bis die Kammer sich darüber erklärt, welche Politik sie eingeschlagen zu sehen wünscht. Man spricht von einem KoalifionSministerium unter DeligeorgiS, bei ivelchem die theotokistische Mehrheit beseifigt wäre. Etwas Sicheres ist darüber noch nicht bekannt. Die Krisis wird wahrscheinlich sehr lange dauern.— Bulgarien. Ein Zusammenstoft an der türkischen Grenze wird auS Sofia gemeldet. Danach hat an der Bahnlinie Jamboli— Adria- nopel ein ernstes Scharmützel zwischen türkischen und bulgarischen Grenztruppen stattgefunden. Die Türken griffen die schwachen bul- garischen Grenzposten an, wurden jedoch mit Hilfe der bewaffneten Bevölkerung zurückgeworfen. Der Kampf dauerte vier Stunden, auf beiden Seiten sind Verluste an Toten und Verwundeten zu ver- zeichnen. Anlaß zum Kampfe bot der von türkischer Seite gemaibte Versuch, sich einer bisher in bulgarischem Besitz befindlichen Anlöhe zu bemächtigen. Rustland. AuS Petersburg werden neue Studentenlmruhc» gemeldet und zwar sind es jetzt die des B e r g i n st i t u t S. welche revoltieren. Sämtliche Studenten find exmatrituliert worden. Ueber die Be- dingungen der Wiederaufnahme sind der Jnstitutsobrigkeit Instruktionen erteilt worden. Kisten. Auch die Engländer sind gegenwärtig mit China in kriege- rische Differenzen verwickelt. Darüber berichtet„Daily Mail", daß englische Beamte, welche in der Nähe von Kau-lung Photo- graphische Aufnahmen machten, wegen drohender Haltung der Eingeborenen nach Hongkong zurückkehren mußten. Ferner haben die Chinesen auf dem Feftlande den Polizerches von Hongkong gefangen genommen. Zwei Compagnien britischer Infanterie sind in der letzten Rächt an Bord eines Torpedobootszerstörers nach Canton abgegangen, ein anderer Torpedobootszerstörer folgte heute früh mit 200 Mann. Ein in Hongkong stehendes Regiment hat ebenfalls Befehl, nach Canton zu gehen. Ein späteres Telegramm ans Hongkong meldet: Der Polizei- chef ist wohlbehalten hierher zurückgekehrt.— Wegen fremdenfeindlicher Plakate, die von chinesischer Seite ausgehen, und wegen der Hindernisse, die den bei den Arbeiten für die Erweiterung des englischen Gebiets von Kau- lung thätigen Feldmesiern durch die Chinesen bereitet werden, erhob der Gouverneur von Hongkong Protest beim Vicckönig von Canton und drohte, das Hinterland von Kau- lung besetzen zu lassen, wenn die gegen die Feld- messer ausgeübte Obstruktion nicht bis Mittwoch aufhöre. Der Viceköniq erließ eine Proklamation, in der er der Bevölkerung ein- schärfte,"sich der Belästigung der Feldmesser zu enthalten, und ent- sandte ferner Truppen zum Schutz der Feldmesser. Wie können die Chinesen nur so unverschämt sein, sich gegen das systematische Ausspionieren ihres Landes zu wehren I— Vom Philippinischen Kriegsschauplätze geht in Washington eine Depesche des Generals Otts aus Manila ein, die besagt: Die gegenwärtigen Anzeichen deuten darauf hin, daß die Regierung der Filipinos sich in bedenklicher Lage befindet. Die Filipinos sind geschlagen, entmnthigt und zersprengt. Sie kehren in ihre Wohn- stätten' in den Städten und Ortschaften zwischen Manila und dem nördlich von Malolos gelegenen Punkten, bis zu denen unsere RekognoSzierungspatrouillen vorgegangen sind, zurück und suchen den Schutz der Amerikaner nach.— Wenn nur die SiegeSfanfaren sich nicht schließlich als übereilt herausstellen.— Afrika. Präsident Krüger traf am Sonnabend In Johannesburg ein und lvurde mit Begeisterung empfangen. In Beantwortung verschiedener Ansprachen führte er aus, die Ausübung der bürgerlichen Rechte fei von ihm den Fremden nicht früher zugestanden worden, weil er Furcht hatte, die alten Burghers, deren Zahl zur Zeit der Eröffnung der Goldfelder nur 10 000 betrug, könnte» ganz unter- gehen. Da dieselben aber jetzt zwischen 30 und 40000 zählten. so beabsichtige er, dem Volksraad eine Herabsetzung der Frist zur Erlangung der bürgerlichen Rechte vorzu- schlagen. Jedoch solle eme gleichzeitige Zugehörigkeit zu zwei Nationalitäten untersagt sein und die neu Hinzukommenden müßten ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben, ehe sie Burghrrs werden könnten. Der Londoner„Daily Telegr." läßt sich über die Rede Krügers wie folgt auS:„Wenn Transvaal jemals wieder das Vertrauen Europas genießen soll, muß die ganze Politik seiner Ver- waltung geändert werden; die Welt bezweifelt, daß dieS� zu Lebzeiten Krügers geschieht; wenn es nicht geschieht, wohlan, wir lönnen warten."— Ein internationaler Anarchistenkongrest soll anläßlich der Weltausstellung 1900 in Paris stattfinden. Die Einladungen. welche„an die Arbeiterorganisationen, Fachvereine. Arbeiter- Bildungsvereine, an die revolutionäre Kommission aller Länder" ergangen find, find unterzeichnet von den bekannten Holländern F. Domela Nieuwenhuis, F..Pelloutier und E. Pouget. Mit den vergangenen internationalen Kongressen ist begreiflicherweise Herr Nieuwenhuis nicht recht zufrieden gewesen.— Wenn das internationale Lockspitzelthum nicht für Beichickung sorgt, dürfte ein recht bescheidenes Lokal genügen, die Theilnehmer zu fassen. Partei- Nachrichten mußten 4210,43 M. ausgegeben werden. 1898 brachten Zäuschung. Heute werden auf den meisten Gruben eine ganze Reihe Sächsische Landesversammlung.mt Crimmitschau, 4. April.( Privat-Depesche.) Die Landesberfammlung der Socialdemokratie Sachsens wurde heute hier eröffnet. Delegierte find aus allen Kreisen erschienen, auch zahlreiche Landtags- und Reichstags- Abgeordnete. Stolle feierte in der Begrüßungsrede Crimmitschau als alten Vorort der Partei. Eichhorn erstattete den Bericht des Central Agitationskomitees, er fonstatiert den großen Fortschritt der Partei.. berathen. dan " " " . Injerate, Abonnements und Buchhandel ca. 74 000 M. ein, Zuschuß Nebenprodukte hergestellt. Die hierzu notwendigen Arbeiter werden brauchte das Blatt nicht mehr. Für Strafen, Kosten und Unter- aber ganz einfach der Kohlen produzierenden Belegschaft zus stüßung wurden 2491,70 W. ausgegeben. Die finanzielle Lage der gerechnet. So rechnet man eine Leistungsverminderung heraus. Boltswacht" ist demnach in einer merklichen Besserung begriffen. Auch die Lohnsteigerung beruht auf Flunterei; es handelt Von der Berbreitung des Blattes enthält der Bericht nichts. fich ganz einfach um eine Einkommenssteigerung und diese Das Jahr 1896 hatte einen lieberschuß von 2550,89 m. ergeben, der Schichten. Ueber die sich zeigenden Schäden muß Aufklärung Roch günstiger ist der Geschäftsbericht des Proletariers": ist erzielt durch intensivere Produktion und Verlängerung 1897 brachte einen Gewinn von 5276,19 m., 1898 einen solchen von unter die Waffe getragen werden. Zu erreichen ist viel, das hat der 8206,97 2. 1897 brachten Abonnements und Inserate rund 25 000, Ausfall der Knappschaftswahl im Ruhrrevier bewiesen. Gute Aussicht W. 1898 rund 28000 M. Der Proletarier" hat gegenwärtig eine Auf- haben wir, aber es müssen neue Kräfte gewonnen werden für die Eine lebhafte Debatte rief die Nichtaufnahme der Dresdener Lage von 7150 Exemplaren. Nur um ein Geringes ist er Agitation. Auch einzelne Fehler, die sich eingestellt, müssen behoben Verurtheilten in der Rubrik Unterm nenesten Kurs" hervor. feit der vorjährigen Reichstagswahl in der Verbreitung zurüd werden. Als unpraktisch habe sich erwiefen die Specialifierung für Einige Redner sprachen gegen den Vorstandsbeschluß, andere für gegangen und zwar fast nur in der Gegend von Görlitz und Um die Beitragszahlung. Es muß nur ein bestimmter Beitrag( eindiesen Beschluß und gegen die Uebertreibungen der Angelegen gegend; hier erscheint nämlich seit kurzem die Görliger Volksschließlich der Kosten für eine einzuführende Unterstützung) Ein Gebot der Notwendigkeit heit. Eine Resolution gegen den Borstand wird als erledigt beitung". Stopfblatt der Volkswacht, die sich über Erwarten gut obligatorisch eingeführt werden. aurüdgezogen. eingeführt hat. ist die Einführung von Arbeiterfelretairen in den verschiedenen ReRachmittags wurde über die Neu Organisation infolge( die Wahlen des Jahres 1898, Organisation und Agitation) hielten Organisationsbedingungen. Im Gegenteil kommen hier verschiedene Die Neferate über die beiden ersten Punkte der Tagesordnung bieren. Falsch ist die Meinung, im Ruhrrevier wären günstige der Aufhebung des Verbindungs- Verbots für politische Vereine die Genossen Bruhns- Breslau und Kühn Langenbielau. Zu Momente in Betracht, welche die Organisierung außerordentlich erdiesen wie zu den übrigen Punkten der Tagesordnung( Unsere Presse; schweren. Nicht allein mit einem übermächtigen Kapital haben wir Verschiedenes) lagen eine große Anzahl von Anträgen aus den ver zu kämpfen, es tommt hinzu die unglaublichste konfessionelle VerDie Landesversammlung der socialdemokratischen schiedenen Wahlkreisen Schlesiens und Posens vor. Aus dem hegung der Arbeiter. Um alle Schwierigkeiten zu heben, müssen wir Partei im Großherzogtum Sachsen- Weimar, die Referate des Genossen Bruhns sei hervorgehoben, daß in Schlesien auch außerordentliche Anstrengungen machen. Die Hauptbedingung am 2. Osterfeiertag im Gasthaus Vorwärts in Apolda abgehalten 1893 15,53 Bro3. aller abgegebenen Stimmen auf unsere Kandidaten ist: Erhöhung der Beiträge, Anstellung von Bezirks- Vertrauensleuten wurde, war von 25 Delegirten aus 17 Orten befucht. Der Reichs- fielen( in ganz Deutschland 23,50 roz.); 1898 war die Prozent und Einführung von Arbeitersekretariaten. Die Indifferenten müssen und Landtags- Abgeordnete Baudert eröffnete die Verhandlungen mit ziffer der socialdemokratischen Stimmen auf 22,35 Broz.( in aufgeklärt werden.( Bravo!) dem Hinweis auf die Wichtigkeit der einzelnen Punkte der Tages- Deutschland 27,23 Broz.) gestiegen. In den einzelnen Regierungs- Nunmehr gab Schürholt den bereits bekannten Kassenbericht. ordnung und betonte, daß gerade jezt, wo man im Groß- bezirken ergaben fich 1898( 1893) folgende Prozentzahlen: Pokorny Meuselwig bemerkt, der Stillstand im Staßfurter herzogtum plane, reaktionärere Bestimmungen zu treffen, im Regierungsbezirk Breslau 29,28( 26,45), im Regierungsbezirk Revier liege an dem Kastengeiste der Knappen. Dort müsse Aufindem man die Socialdemokratie nenne, aber in Wirklichkeit das Liegni 22,13( 15,75), im Regierungsbezirk Oppeln 13,80( 2,42). Hlärung geschaffen werden. Bon allen Seiten stürmt man auf den arbeitende Bolt meine, unsere Partei doppelt auf dem Posten sein n ganz Schlesien ist demnach eine bedeutende Verband ein, trotzdem ist es gelungen in bisher noch indifferenten nisse, um eine weitere Beschränkung der politischen Rechte und Aufwärts bewegung au tonstatieren, verhältnis Bezirken festen Fuß zu fassen. So haben wir die Griffelmacher neu Freiheiten in unserem Ländchen zu verhindern; die Genossen mäßig am größten ist sie in Oberschlesien. Die für uns gewonnen. Neidt. Ilmenau und Hehl- Neustadt( Orla) wurden zu Bor- schlesischen Reichstagswahlen erforderten einen Parteizuschuß In der weiteren Diskussion werden die Schwierigkeiten gefizenden der Versammlung gewählt. Den Kassenbericht er von 21 000 m., im ganzen haben uns die Wahlen etwas über schildert, mit welchen die Agitation für den Verband zu kämpfen hat. stattete Genoffe Baudert, worauf ihm Decharge erteilt 40 000 m. gekostet. Speziell für Breslau waren 1898 außer den Kleine Monitas gegen die Geschäftsführung des Vorstandes werden wurde. Nach dem ausführlichen Referat Baubert's über Reichstagswahlen noch die Landtags sowie die Stadt- nach Aufklärung seitens des Borsigenden als erledigt betrachtet und die Erfolge bei der letzten Landtagswahl, sowie über seine berordnetenwahlen von Bedeutung. dem Vorstand Decharge erteilt. Thätigkeit als einziger Vertreter unserer Partei im Land- In des Gen. Kühne Referat waren besonders bemerkenswert Zum Punkt Presse erwähnt Hué( Redacteur des Verbands tage, wurde ihm einstimmig die Anerkennung der Versammlung die Mitteilungen über die Kniffe der Gegner in den Wahlkreisen der organs) eine Auseinandersetzung mit verschiedenen polnischen Zei ausgesprochen. Um für die Zukunft erfolgreicher agitatorisch thätig Glazer Grafschaft und der Gegend von Neurode. Der Verlust des tungen. Diese haben erklärt, die Bergarbeiter- Zeitung" habe ich fein zu können, wurde beschlossen, einem Landeskomitee die Vor- Wahlkreises Reichenbach Neurode ant den Agrar- und mit Schande bedeckt, weil wir die Sprachenverordnung betreffend arbeiten zu den im Herbst 1900 stattfindenden Landtagswahlen zu Industriemagnaten, den konservativen Centrumsmann Reichsgraf Beschäftigung polnischer Arbeiter zustimmend besprochen heben. Die übertragen und wurden hierzu die Genossen Baudert, Leutert Magnis auf Eckersdorf beruht fast einzig und allein darauf, daß in Blätter stellen sich auf einen polnisch- politischen Standpunti und das und Petermann in Apolda gewählt. Doppelkandidaturen sollen ver- den Magnisschen Grubengegenden bei Neurode die herrschaftlichen mit haben wir nichts zu thun. Die Verordnung war nötig im mieden werden. Die Aufstellung der Kandidaten in den 9 Wahlkreisen: Beamten die Wahlvorstände bildeten und die Arbeiter eingeschüchtert Interesse von Gesundheit und Leben der Bergarbeiter. Bezeichnend Apolda- Stadt; Apolda- Land; Ilmenau; Eisenach- Stadt; Eisenach wurden. Die Agitation in dieser Gegend war dadurch erschwert, ist, daß unsere polnischen Kameraden sich ganz genau auf unseren Land; Allstädt- Oldisleben; Weimar; Neustadt- Weida und Blanken- daß in den Häusern, meist ohne und wider den Willen ihrer Be Standpunkt stellen. Aus Oberschlesien ist folgende Resolution eingelaufen: hain- Kranichfeld hat bis zur nächsten, am 2. Osterfeiertage 1900 in figer und Bewohner, Bettel mit folgendem Inhalt angeklebt Die oberschlesischen, polnischen Kameraden des Verbands deutscher BergJena stattfindenden Landesversammlung zu erfolgen. Kompro- wurden:„ Den Herumträgern socialdemokratischer leute erklären sich mit der Haltung der Redaktion des„ Berg- und Hütten miffe follen nicht abgeschlossen werden, und wird die Partei Drudschriften ist das Betreten des Hauses und arbeiter" und der„ Gornit" betreffend Verordnung über die fremdselbständig in den vorbenannten neun Wahlkreisen, als Grundstüdes verboten. Der Besiger." sprachlichen Bergarbeiter im Oberbergants- Bezirk Dortmund eins den für uns am erfolgreichsten erscheinenden, in die In der Diskussion wandten fich mehrere Genossen mehr oder verstanden und bedauern die eigentümliche Bekämpfung dieser Haltung Agitation eintreten. Das Landes- Komitee hat bis zur nächsten minder scharf gegen die zu laue Bekämpfung des Frei- durch die Berliner„ Gazeta Robotnicza". Diese Bekämpfung ist nur Landesversammlung die vorbereitenden Schritte zur Vervollständigung finns durch unsere Partei in Niederschlesien, namentlich im Wahl- geeignet, Unfrieden unter den oberschlesischen Mitgliedern des Vers des Wahlprogramms zu thun, sowie geeignete Agitationsmittel zu freise Liegnis, wo Bruhns fandidierte; auch die Auslaffung des bandes zu schaffen."( Bravo.) beschaffen. Abends 7 Uhr wurden die Berhandlungen nach lebhafter, Genossen Bruhns in einem im Wahlkreise Liegnik zur Verbreitung( Die Anträge betr. mißbilligende Kritik der Haltung der Bergaber sachlicher Distuffion mit einem dreifachen Hoch auf die Social- gelangten Flugblatt inbetreff eines eventuellen Getreidezolles zum arbeiter- Zeitung" betr. Polemik mit dem„ Bochumer Volksblatt" demokratie geschlossen. da Schuße der Bauern wurde von mehreren Seiten getadelt; zu einer wurden durch einstimmigen Beschluß, zur Tagesordnung überzugehen, Von der Parteipreffe. Zwei neue Tageblätter hat uns das bestimmten Meinungsäußerung des Parteitags tam es indes nicht. erledigt. Osterfest gebracht. Ferner beschäftigten den Parteitag die massenhaften ungesetzlichen Nachmittags Sigung. Die Bollsstimme" in Chemnig, entstanden aus Wächter giebt den Bericht der Mandatprüfungs- Kommission. der Verschmelzung der beiden wöchentlich dreimal in Chemnitz und Verhinderungen unserer Wahlagitation. Die 1896 er schlesische OberBurgstädt erscheinenden Blätter, liegt in ihrer ersten Nummer vor Präfidial- Verordnung, die sich zu einem drückenden schlesischen Sonn- Es sind anwesend 71 Delegierte, die 125 Mandate vertreten. und ebenso die erste Nummer des jetzt in Karlsruhe erscheinenden und ebenso die erste Nummer des jetzt in Karlsruhe erscheinenden tagsfocialistengeses ausbildet, erfordere eine grundlegende enderung Sachße Zwickau bemängelt die hohen Kosten der Zeitung; Bollsfreund", der bisher dreimal wöchentlich in Offenburg erschien. Agitationsbezirle Breslau, Langenbielau, Görlitz, Beuthen und Ein- für Unterstützung flüffig gemacht werden. Boltsfreund", der bisher dreimal wöchentlich in Offenburg erschien. in der Leitung der gesamten Agitation( Aufhebung der bisherigen befürwortet, die Zeitung nur sechsseitig herauszugeben, damit Gelder anBeide neuen Blätter präsentieren sich in reichhaltiger Ausstattung fegung eines Centralfomitee's), die Gründung von Wahlvereinen, aband gehen mit den besten Aussichten der Zukunft entgegen. Wir bie Herausgabe eines deutschen und polnischen Agitations andere find gegen Beschränkung der Zeitung und Herabsehung des Schröder, Möller, Langhorst, Pokorny und wünschen ihnen besten Erfolg. Kalenders, die Abtrennung der Provinz Posen von Schlesien und Post- Abonnementspreises. Die Erregung über das Zuchthausurteil in Dresden hat felbft die Proletarier im fernen Amerika ergriffen. Beim UnterStügungsfomitee in Dresden ging eine Anweisung ein auf 104,16 M., gespendet vom Chicagoer Zweigverein der Arbeiter- Stranken- und Sterbekasse für die Vereinigten Staaten von Nordamerika. " " d Bei der Gemeinderatswahl für die Unansässigen in Riddie Bildung eines eigenen die Provinz Posen umfassenden Agitations- In seinem Schlußwort betont Hué, daß es nicht angängig sei, lingen( Schleswig- Holstein) wurde der Parteigenosse B. Behnsen gebietes. Beschlossen wurde in dieser Beziehung folgendes: das Blatt wieder einzuschränken, doch möge man, uni auf alle Fälle gewählt. Es waren bei der ersten Wahl nicht genug Wähler er- 1. Unsere Reichstagsfraktion soll die ungefeßlichen Verhandeln zu können, falls es die finanzielle Lage erfordere, das Organ chienen und deshalb wurde eine zweite Wahl angefekt mit Straf- hinderungen unserer Agitation im Reichstage zur zu verbilligen, diesen bezüglichen Antrag dem Vorstande zur Berüc androhung für die fäumigen Wähler. Es erschienen aber trotzdem Sprache bringen; die Vertrauensleute sollen das bezügliche fichtigung zu überiveisen. Es wird dementsprechend beschlossen, der noch weniger Wähler. Die Erschienenen stimmten jedoch sämtlich für Material der Frattion übermitteln. 2. Es wird ein fünfgliedriges Antrag auf Herabsetzung des Post- Abonnementspreises wird abden Genossen Behnsen. Centralfomitee mit dem Sig in Breslau gegründet, das die gelehnt. Sodann stellt Möller die Frage an die Delegierten, ob gesamte Agitation in Schlesien leiten soll.( Die oberschlesischen sie mit der Haltung der Zeitung einverstanden sind( Zuruf vollständig) Delegierten erklären, daß es bei ihnen bei dem gegen und ob diefelbe in der bisherigen Weise weiter gehalten werden nicht verbesserungsbedürftigen Zustande wärtigen verbleiben foll? Die Fragen werden einstimmig mit ja! beantwortet. foll.) 3. In der zweiten zweiten Hälfte dieses Jahres wird Dann nimmt zum fünften Punkt der Tagesordnung:„ Ausbau in Agitations Kalender deutscher und des Verbandes" das Wort: polnischer Sprache herausgegeben; die Herausgabe ist Sache Schürholt: Ein großes] Hemmnis für die Entwickelung bes Centralfomitees. 4. Den Posener Genoffen wird empfohlen, ein des Verbandes find die niedrigen Beiträge. Wir müssen dieselben eigenes Agitationsgebiet, das die Provinz Posen umfaßt, zu erhöhen und dann eine Unterstützung einrichten. Ich denke, daß wir konstituieren. mit einer Erhöhung von 10 Pf. auskommen. Das ist dann immer Unter Verschiedenem" wurde beschlossen, den nächsten noch sehr wenig, gegenüber anderen Organisationen. Es sind nun eine Provinzialparteitag entweder in Oberschlesien ganze Reihe Anträge betreffend Unterstügung eingebracht worden, felbst oder in einem Orte, der Oberschlesien doch werden dieselben nicht durchgeführt werden können, weil wir möglichst nahe liegt, abzuhalten; von einer Vertretung der dann die Beiträge mindestens auf eine Mart steigern müssen. schlesischen Genossen auf den im nächsten Jahre in Paris tagenden Für ganz verfehlt halte ich die Einführung einer Krankenkasse. internationalen Arbeiterkongreß abzusehen und die gefaßten Beschlüsse ber Fraktion und dem Parteivorstande zur Kenntnis zu bringen. " Seinen Austritt aus der Partei erklärt der bisherige Druder und Verleger des Beobachter" in Chemnitz, der nunmehr aufgehört hat zu erscheinen. Herr Ludwig fühlt sich durch die Gründung des neuen Tageblattes benachteiligt. do Der schlesisch- posensche Parteitag. Am ersten Osterfeiertag fand in Görlig der Parteitag ber ein Agitationsgebiet bildenden Provinzen Schlesien und Posen statt. Vertreten waren auf ihm 19( von 35) schlesische und posen'sche Wahlkreise durch 43 Delegierte. Die Ber Handlungen leiteten die Genossen eller Görlig und Stolpe Grünberg. " " ein Zehnte Zehnte Generalversammlung des Deutschen Berg- und Hüttenarbeiter- Verbandes. " Salle, 1. April 1899. Jm prächtig geschmückten Saale des Schüßenhauses" eröffnete der erste Verbandsvorsitzende Möller die diesjährige Generalversammlung des Deutschen Berge und Hüttenarbeiter- Verbandes. Folgende Tagesordnung liegt vor: 1. Wahl des Bureaus und der Kommiffionen. 2. Bericht des Vorstandes über den Stand des Verbandes. 3. Bericht der Stontrollkommission. 4. Der Stand unserer Presse. Nach längerer Diskussion wird die Erhöhung der Beiträge im Princip angenommen. Der Antrag auf Erhöhung um 20 Bfg. fiel mit 71 gegen 64 Stimmen, mithin ist eine Erhöhung um 10 Pf. be schlossen, da nur Anträge auf 20 f. refp. 10 Pf. Erhöhung vorlagen. Die Auszahlung eines Sterbegeldes gelangte zur Annahme gegen 38 Stimmen. Fast einstimmig erklärte sich die Generalversammlung mit der Einführung eines Sterbegeldes in Höhe von 30 M. einverstanden. Die Sterbelasse wird obligatorisch eingeführt. Im weiteren gea langte folgende Resolution des Vorstandes zur Annahme: Vom 1. Juli 1899 an find alle Vertrauensleute verpflichtet, genau aufzuschreiben, wieviel Frauen und Kinder von Verbandsmitgliedern sterben in ihrem Bezirk. Auf Grund des so gewonnenen Materials wird dann die fernere Generalversammlung entscheiden, wieviel an Sterbegeld für Frauen und Kinder ausgezahlt werden soll. Sämtliche Anträge betreffend die innere Organisation werden 5. Der Ausbau des Verbandes. a) Auszahlung eines Sterbe auf Antrag Hué dem Vorstande zur Berücksichtigung überwiesen. geldes. b) Festsetzung der Agitationsbezirke. 6. Der deutsche Gewerkschaftstongreß. Zum Punkt 6 der Tagesordnung: Der deutsche GewerkschaftsRongreß, wird beschlossen, zwei Delegierte zu entfenden. Gewählt werden Sué( Essen) und enter( Sachfen). Aus den gebrudten Vorlagen, ben Berichten der Redaktion und des Verlages der„ Breslauer Volkswacht" und des Verlegers des Langenbielauer Proletarier" fei als bes fonders wichtig folgendes hervorgehoben: In den Jahren 1895 bis 1897 find 81 rozesse gegen die Bolkswacht" Rebatteure durch geführt worden; von diesen endeten 46 mit Berurteilung, 35 mit Freisprechung. Erkannt wurde bei den Verurteilungen auf insgesamt 1 Jahr 7 Monate und 3 Wochen Ge fängnis und 2375 M. Geldstrafe. Demgegenüber ist in den Jahren 1897-1899 eine bedeutende Besserung eingetreten: in diesem Zeitraume wurden aber immerhin noch 33 Preßprozeffe gegen die Redakteure der Vollswacht an hängig gemacht, von denen 18 mit Verurteilungen, 12 mit Freisprechung endeten, 3 noch nicht erledigt find. Er. 7. Neuwahl des Vorstandes, der Preßleitung und Bestimmung tannt wurde bei den Berurteilungen auf 11 Monate Ge des Ortes der nächsten Generalversammlung. Weiter wird beschlossen, auch für die Folge der Generalfängnis, 4 Wochen Haft und 1500 m. Geldstrafe. Bunächst nimmt zu einer kurzen Begrüßung das Wort Redacteur tommission angeschloffen zu bleiben. Die Gerichtstosten wurden neuerdings von den Thiele. Redner giebt ein Bild von der Entstehung des Verbandes. Zum legten Punkt der Tagesordnung: Neuwahl des Bora berurteilten Redakteuren der Volkswacht" mit Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten referirte standes, der Breßleitung und des Ortes der nächsten großer Strenge eingetrieben; man begnügt sich Möller- Bochum zum zweiten Punkt der Tagesordnung. Der Generalversammlung wird wiedergewählt, mit 106 Stimmen Möller nicht einmal mit wiederholten Pfändungen, Verband, so bemerkte Redner, hatte schon verschiedene Phafen der zum ersten, Schröder mit 100 Stimmen zum zweiten Vorsitzenden sondern treibt die Verurteilten sogar bis zum Entwickelung durchgemacht. Zunächst den mächtigen Aufschwung im und mit 115 Stimmen Schürholt zum Raffierer. In den KontrollOffenbarungseid. Die Pragis der Staatsanwalt Jahre 1890, dann im Jahre 1895/96 ein beängstigendes Nieder ausschuß werden gewählt: Hausmann( Eichlinghofen), Schwind schaften, die durch Artifel der Boltswacht" angeb gehen. Als die schweren Schläge tamen, wurde der Zusammenbruch( Dahlhausen), Mühlen bed( Effen). Der Beratungsausschuß feszt lich beleidigten Bersonen zur Stellung von Straf- allgemein befürchtet. Es kam dann noch der bekannte Effener fich zusammen aus: enter( Königreich Sachsen), Schulz( Wittelanträgen wegen Beleidigung dirett aufzufordern, Meineidsprozeß, dieser wirkte furchtbar deprimirend, fast teiner glaubte deutschland), Wächter( Dortmund), Werner( Eidel), Blime! ist in Breslau besonders im Schwange, freilich mehr daran, den Verband halten zu tönnen. Da riefen wir bie alte Niederschlesien), Senden( Oberhausen). Senden( Oberhausen). Zum Redacteur des hat die Breslauer Staatsanwaltschaft nicht immer Erfolg. Die Kerntruppe auf zum Kampfe und der Ruf hatte Erfolg. Die be- Verbandsorgans wird Hué einstimmig wiedergewählt. Zum Ort Behandlung der im Gefängnis befindlichen Stewährtesten Vertrauensleute stellten ihr Bestes in den Dienst der der nächsten Generalversammlung wird Braunschweig bestimmt. dacteure ist durchaus hart und unterscheidet sich guten Sache, und heute, wo einer der Verurteilten erfreulicher faum von der Behandlung, wie sie gemeinen Verweise wieder unter uns weilt, tönnen wir fonstatieren, ber brechern zu teil wird. Sträflingstleider, schlechte Verband steht sicher und fest! Auch ist begründete Aussicht auf weitere Zehnte Generalversammlung des Verbandes der Gefängnistost und das volle Benfum Gefängnis Kräftigung vorhanden. Doch eins fehlt! Wir müssen ein BindeLederarbeiter Deutschlands. arbeit, daneben Borenthaltung einer Beitung glied fchaffen. Die Indifferenten verlangen zunächst direkte greifbare und ganzungenügende andere Lektüre, in diefen Urtheile. Der Not gehorchend müssen wir diesem Begehren ent Dingen garatterisiert sich das Leben unserer te sprechen, damit die Leute zunächst gewonnen und dann erzogen bacteure im Gefängnis", heißts im Redaktionsbericht. werden. Das Mittel, welches wir schaffen müssen, ist die Einführung Nach dem Verwaltungsbericht pro 1897 find in der Bolts einer Unterstützung. wacht für Inferate, Bücher, Broschüren und an Abonnementsgeldern In der Unternehmerpresse wird ständig behauptet, die Lage der rund 68000 m. eingenommen worden; für den Preßfonds Arbeiter hat sich gehoben. Man geht so weit zu erklären: troßdem gingen 68,49 M.( 1) ein, die Voltswacht" brauchte einen Zuschuß der Lohn gestiegen, hat die Produktion des einzelnen Arbeiters eine von 3000 m., für Strafen, Kosten und unterstügung Verminderung erfahren. Diese Behauptung beruht auf grober Halberstadt, 8. April 1899. Heut vormittag wurden die Verhandlungen mit der Wahl einer Mandatsprüfungs- Kommission eröffnet, welche die Anwesenheit von 21 Delegierten feststellte. Das Bureau der Generalversammlung bilden: SchmidtAltona, a ferland Berlin und Klemm Wilfter. Der gebrudt vorliegende Rechenschafts- Bericht des Borstandes umfaßt die Zeit von April 1896 bis Oktober 1898. Lus demselben ist folgendes hervorzuheben: Die amerikanische Zoll� Politik hat der deutschen Lederindustrie einen harten Schlag ver- setzt. Die Lederarbeiter haben infolgedessen während der letzten Jahre unter einer Arbeitslosigkeit zu leide» gehabt, wie sie seit langer Zeit im Berufe nicht aufgetreten ist. Aus diesem Grunde hat auch die Organisation nicht solche Erfolge zu verzeichne� wie es bei gutein Geschäftsgang jedenfalls der Fall gewesen sein würde. Während die Zahl der Mitglieder von 1893—1806 von 2600 auf 4200, also um 1600 gestiegen ist. beträgt der Zuwachs während der Zeit, auf die sich der Bericht erstreckt, nur 800. Der Verband hat also gegenwärtig etwa S000 Mitglieder in 96 Zahl stellen. Letztere hatten sich seit 1896 um 11 vennehrt. Im Hinblick auf die schlechte Geschäftskonjnnktnr— sagt der Bericht— kann man mit diesem Zuwachs immerhin zufrieden sein.— Die Agitation wurde insbesondere von den Provinzial-Agitationskommissionen be- trieben, welche auf Beschluß der vorigen Generalversammlung eingesetzt worden sind.— Lohnbewegungen haben während der ab- gelaufenen Geschäftsperiode in umfangreichem Maße stattgefunden. Sie sind in vielen Fällen dadurch entstanden, daß die Unter- n e h m e r sich die schlechte Geschäftslage zu nutze machten, um Lohnabzüge vorzunehmen, oder gegen dieOrganisation der A r 6 eitervorzugehen. Der Vorstand hat— abweichend von seiner früheren Gepflogenheit— bei allen größeren, kritischen, oder nicht ganz klar liegenden Differenzen, die Verhältnisse persönlich untersucht, und, wo die Umstände es geboten, auch mit den Unternehmern unterhandelt. Die Organisation hat hierdurch einen enormen Nutzen gehabt, denn viele Differenzen, die vielleicht Tauscnde von Mark gekostet und nach wochenlangem Aus- stand keinen erheblichen Erfolg gebracht hätten, sind so zum Besten der Kollegen und der Organisation beigelegt worden.— Die beiden Sitzungen, �velche heute stattfanden, ivurden aus- gefüllt durch die Debatte ü-er die Thätigkeit des Vorstand und des Ausschusses, welch letztere» durch sein Mitglied B e r g e r- Altona Bericht erstatten ließ. Die Dcbckkte drehte sich fast ausschließlich um verschiedene Streiks, die ,il den letzten Jahren stattgefunden und den Vorstand zum Ein- greifen veranlaßt haben. Mehrere Delegirte, in deren Orten Streiks stattfanden, waren mit der Haltung, welche der Vorstand in diesen Fällen eingenommen hat, nicht zufrieden, von einer Seite wurde auch die Ansicht aus- gesprochen, der Vorstand suche ivohl nur deshalb Streiks nach Möglichkeit zu verhindern, damit er vor der Generalversammlung mit einem großen Kassenüberschnß glänzen könne. Der Vor- sitzende des Verbandes, BeiSwänger- Berlin und das Vorstands- Mitglied Busse- Berlin verwahrten sich ganz entschieden gegen diese Auffassung und betonten, daß der Vorstand nur dann von Streiks abgeraten habe, wenn seiner Ansicht nach keine Aussicht auf Erfolg vorhanden war. Nach Schluß der Debatte wurde dem Vorstand gegen eine Stimnie Decharge erteilt und ihm anheimgegeben, daß' er in Zu- kunft, so weit es angeht, im Rechenschaftsbericht auch die Zahl der an den Lohnbewegungen Beteiligten angeben möge. Kongreß der Handtls-, Tronsport- nn!» Verkehrsarbeiter. . Leipzig-Scheuditz.L. April. Der Oiibmlfer H o f f m a n n eröffnet den Kongreß mit einigen einleitenden Worten über die Vorgeschichte desselben. Nach end- gültiger Feststellilng setzt sich der Kongreß ans 23 Delegierten cen- traler und 15 Delegierten lokaler Richtung, welche 61SS resp. 3731 organisierte Handels- und Transportarbeiter vertreten, zusammen. Den beiden Einberufern des Kongresses. Albold und Hoffmann, sowie dem Vertreter der Droschkenkutscher wurde beratende Stimme zuerkannt. In das Bureau wurden gewählt: Schu- mann- Berlin scentral), Stange- Leipzig(lokal) als Vorsitzende. Der Kongreß beschließt, den Krefelder Webern 200 M. zu überweisen. Der Bertranensmann A l b o l d t giebt hierauf seinen Thätigkeitsbericht. Ans demselben ist zu ersehen, daß die Einnahnien seit Pfingsten 1896 4507,91 M.. die Ausgaben 3910,97 M. betragen. Bezüglich der Abrechnung mit der centralen Richtung sei bei der Konferenz am 11. Dezember 1898 zu Berlin eine Einigung erzielt worden, wo- durch beide Richtungen auf gegenseitige Forderungen verzichten. Gegenwärtig bestehen 13 Lokalorganisati'onen. Mit Rücksicht auf die Einignngsfrage habe die Lokalorganisation auf weitere AgitationS- touren verzichtet. Eine längere Diskussion über den Situationsbericht geht m allgemeinen dahin, daß uach Meinung der Delegierten zu wenig agitiert worden sei. A l b o l d t rechtfertigte im Schlußwort seine Handlungsweise und klärte einzelne Mißverständnisse auf. Redner erklärt, die Delegation der Prcßkomniission»ach Altenburg nicht veranlaßt zu haben und daher auch nicht für die Kosten aufzukömme». Nach einigen persönlichen Bemerkungen lvird dem Vertrauensmann gegen eine Stimme Decharge erteilt und demselben ein Mankogeld bewilligt. Die noch vorhandenen Ausstände werden auf Beschluß des Kongresses als erledigt betrachtet. Ein Antrag, daß die Schriftführer einen verkürzten Bericht für die beiden Fachorgane schreiben sollen, wird abgelehnt. Legten berichtet nunmehr in ausführlicher Weise über die schwebenden Einigungsversuche. Die Einberufung des Alten- burger Kongresses sei thatsächlich eine Durchbrechung der Halber- städter Beschlüsse, dennoch trügen die beiden Nichhmgen gemeinsam die Schuld an den Zerwürfnissen, man könne absolut nicht den einen oder anderen Teil allein für die Trennung verantlvortlich machen. Die Generalkommission sei dem neugegründeten Ccntralverbande gegenüber vollständig neutral gewesen. Der Gewerkschafts-Ausschuß in Hamburg habe die Vertretung der lokalen Richtung ausgeschlossen. Redner sei' persönlich nicht für diesen Beschluß gewesen. Thatsächlich seien aber die Ccntralisten bei Gründung des Centralverbandes in der Mehrheit gewesen. Nach einer längeren Diskussion beschließt der Kongreß, eine Einigung der Handels-Hilfsarbeiter Deutschlands auf grund der Be- schlüsie der Konferenz, welche am 11. Dezember 1898 in Berlin stattfand, herbeizuführen. Nunmehr wird beschlossen, in die Generaldiskussion über das Statut einzutreten. D o b b e r- München erklärt sich mit dem gegen- wärtigen Statut unter keinen Umständen einverstanden und will gegen das Gesammt-Statut stimmen. S ch u l l e- Braunschweig er- klärt, daß seine Organisation dem bestehenden Ccntralverband nie- mals beitreten werde, eher würde man sich dem Fabrikarbeiter- Verband anschließen. P e i s ch o n- Elbing giebt die Erklärung ab, daß sich auch seine Organisation dem Ccntralverband nicht an- schließen könne. U thes- Berlin erklärt, daß seine Kollegen auf der in Berlin gefaßten Resolution, in welcher verlangt wird: 1. Weitgehendste Unabhängigkeit und Bewegungsfreiheit an größeren Verwaltungsstellen zu gewähren. 2. Das Berliner Unterstützungs- system beizubehalten. 3. Das dorhandene Vermögen sowie die Bibliothek bleibt Eigenthum der Berliner Kollegen.— bestehen bleiben. Schumann erklärt seitens des Central'vorstandes, diese Be- dingungen zu akzeptiren. Reiher- Königsberg erklärt. daß sich die dortigen Kollegen dem Centralverb'and anschließen wollen, wenn der Beitrag auf 15 Pf. pro Woche erniedrigt und an die Hauptkasse nicht mehr als 25 pCt. abzuführen sind. S ch w e r d t- Frankfurt macht ebenfalls den Anschluß von einer Er- niedrigung des Beitrages abhängig. V o ß- Hamburg erklärt, daß er für den Anschluß seiner Organisation nicht bürgen könne. Legten betont demgegenüber, daß nunmehr die Sache erledigt sei. Wer sich jetzt nicht anschließe, müsse draußen bleiben und Hab« in keiner Weise auf die Unterstützung der organisierten Arbeiter zu rechnen. Müller zc.. die»Einigkeit/ beizubehalten. Der Bericht des Ausschusses über die Finanzlage des Verbandes war ein zufriedenstellender: trotz der seit Juni vorigen Jahres stattgefundenen Erhöhung der Wochenbeiträge von 15 auf 30 Pf. ist eine Zunahme der Mitgliederzahl erfolgt, und war der Verbandstag in der Lage, einen Beschluß zu fassen, daß eine Erhöhung der Arbeits- losen- und Krankenunterstützung pro Tag von 80 Pf. auf 1 M. ein- treten kann; desgleichen wurde beschlossen, den verheirateten Mit gliedern bei Umzügen über 40 Kilometer Entfernung ein Umzugsgeld von 25 M. zu gewähren. In organisatorischer Beziehung findet eine umfangreiche Aenderung der Verbandsstatuten statt und wird sich der Ve'rbandstag noch eingehend mit der Forderung eines MinimallohneS beschäftigen. her in ßchbearbeitungs- Fabriken und ans KolzuWen besliastigten Arbeiter nub Arbeiterinnen Dentsijlanbs. Hamburg, den 2. und 3. April. Anwesend auf der Generalversammlung sind, außer drei Vor- standsmitglicdern, der Vorsitzende des Ausschusses, sowie 8 Delegierte, die 9 Zahlstellen mit 1017 Mitgliedern vertreten. Der Bericht des Zentralvorsitzenden ergiebt, daß die Mitglieder zahl seit der 1897er Generalversammlung sich um 121 erhöht hat. Die Gesammteinnahme des Verbandes betrug 6284,09 M., die Ausgabe 3709,09 M., mithin ist ein Ueberschuß von 2575 M, bor- Händen; dazu Bestand von 1896 1227,50 M.. ergiebt einen Kassen- bestand am 31. Dezember 1898 von 3802,50 M. Die Haupt ausgaben verteilen sich folgendermaßen: Für Streiks des eigenen Verbandes 762,68 M., für andere Gewerkschaften 550 M., für Gemäß- regelten- Unterstützung 200,50 M., für Agitation 159,50 M., für Rcchtschutz 38,62 M., Beitrag an die Generalkommission 174,15 M., Abonnement auf die„Holzarbeiter-Zeitung" 85 M., Kosten der letzten Generalversammlung 426,90 M. Ueber den Punkt der Tagesordnung: Anschluß an den Holzarbeiter-Verband. entspinnt sich eine mehrstündige Debatte. Ein Antrag Berlin. das vorhandene Vermögen an die einzelnen Filialen prozentual zu verteilen, wird mit zur Berathung gestellt. Die Berliner Delegierten begründen ihren Antrag damit, daß sie erklären: der Verband hätte nicht die nötige Kraft und Macht besessen, sich weiter auszubauen, auch der Anschluß an den Holzarbeiter-Verband scheine den Berlinern nicht geraten, da eigentümliche Verhältnisse innerhalb ihres Berufes vorherrschend seien. Für Berlin sei die Lokalorganisation jedenfalls die beste. Nach heftigem Für und Wider wird beschlossen, die Bedingungen des Anschlusses, die der Vorstand des Holzarbeitcr-Vcr'vandes -christlich mitgetheilt hat, anzuerkennen und zum 1. Juli dieses Jahres zum Holzarbeiter-Verband überzutreten. Die namentliche Abstimmung ergiebt, daß dieser Beschluß gegen zwei Stimmen der Berliner Delegirte» gefaßt ist. Die Generalversammlung beschließt, den Gewerkschaftskongreß durch einen Delegierten zu' beschicken. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung wird die Generalversammlmig ge- chlosscn._ GemeekschÄftliches. Berlin und Umgegeud. Zur Gründung des Verbandes der Ecllnloidfabrikauten erhalten wir von Herr» Noa in bezug auf die Mitteilung des Ver- bandes der Stockarbciter am 29. v. M. folgende Richtigstellung: In den beiden, bisher unter meinem Vorsitz abgehaltene» Sitzungen, am 20. sowohl wie am 27. v. M.. wurde nach Ausweis der vor- Handeneil Protokolle und sämtlicher Teilnehmer, der Berliner Arbeiterschaft auch nicht mit einem Worte gedacht, vielmehr ist der Zweck des Vereins nur das bessere Anerkennen des Produktes, sowie größeren Einfluß auf den Export und die Zollgesetzgebungen zu erreichen. Ebenso unwahr ist, daß ich am 10. v. M. die Herren Eifert u. Lindblad und Alphonse Ludwig u. Co., hier, als Haus industrielle, welche 3—4 Arbeiter beschäftigen, bezeichnet habe. die ultramontan-christlichen Gewerkschaften der schlimmste Feind deS arbeitenden Volkes sind. Darum noch einmal: helft schnell und reichlich und der Sieg wird unser sein. In den Färbereien von Emil Homberg und Friedrich Cleff in Barmen haben die Arbeiter die Arbeit niedergelegt, weil ihnen die Einführung einer halbstündigen Kaffeepause statt' einer viertel- stündigcn bei zehnstündiger Arbeitszeit abgeschlagen ist. In Erfurt wurden 200 Tischlergeselle« ausgesperrt. Diese Maßnahme wurde von den Meistern ergriffen, um die Tischler einer Möbelfabrik zu zwingen, den Ausstand über diese Fabrik auf- zuheben. Sociales. Berufskrankheiten. In Dresden herrscht gur Zeit unter den Polierern, hauptsächlich unter den Pianofortepollerern, eine eigen- artige Krankheit, die in einem hätzlichen Hautausschlag in Erscheinung tritt. Die Aerzte, die die Krankheit Tischler- oder Poliererkrätze nannten, scheinen der Krankheit ziemlich ratlos gegenüberzustehen. Viele Arbeiter müssen feiern ohne Aussicht auf Heilung; man rät ihnen die Ergreifung eines anderen Berufes an. Als ob das so leicht wäre. Von den Arbeitern selbst wird die Krankheit auf gesundheitsschädliches Arbeitsmaterial— Spiritus und blaues Mineralöl— zurückgeführt. Man vermutet sogenannte Terpentin- Vergiftung, da der Spirittis mit Terpentin denaturiert wird. Ueber die Verteilung des Volkseinkommens in Oesterreich giebt Dr. L. Verkauf in der„Wiener Arbeiter-Zeitung" einige inter- cffante Mitteilungen auf Grund der Ergebniffe der ersten Steuer- einschätzung, die nach dem neuen Einkommensteuergesetz für das Jahr 1898 vorgenommen wurde. Die Bevölkerung Oesterreichs wird danach mit 25>/s Millionen, die Zahl der Haushaltungen mit 5'/s Millionen angenommen. Unter Berücksichttgung des Um- standes, daß sich ein gewisser Prozentsatz der Steuer- Pflichtigen das erste Mal der Einschätzung zu entziehen gc- wüßt haben wird, kommt Verkauf auf 782 000 Censiten. Alle Personen, deren Einkommen unter 600 fl. bleibt, sind steuerftei. Dies sind danach 4'/? Millionen Haushaltungen mit 21,8 Millionen Köpfen oder 85,5 Proz. der Gcsaintbevölkerung. Die Steuer- Pflichtigen verteilen sich ans folgende Einkommensklassen: Gesamt-Einkommen Personen in zMjgnen Gulden 404044 215 100 50 741 22 089 17 874 600 bis 900 fl. 900„ 1800„ 1800„ 3600„ 3600» 6000„ über 6000» 302,4 305,0 139,6 100,4 310,6 Gevichks�Äcttuttg« Der vierte ordentliche Verbandstng des Mul-Mondes der Konditorgehilfen, Psesfer- und Lebkiichler Deutschlands tagte während der Osterfciertage im Gasthaus Vorwärts in Apolda. Aus neunzehn Städten sind Delegierte anwesend. Es wurde be- schloffen, von der Gründung eines eigenes Verbands- o r g a n e s abzusehen und auch ferner das Publikationsorgan der Deutsches Reich. Zum Ausstand der slrefcldcr Weber wird uns geschrieben: Durch das Eingehen der Firma Peltzer Gebr. aus die Wünsche der Arbeiter schien es. als neige der Sanimctwcber-Ausstand seinem Ende entgegen, zumal auch andere Fabrikanten geneigt waren, die Wünsche der Arbeiter zu erfüllen und es nicht unbekannt blieb, daß zahlreiche Ordres in Sammet in den letzten Wochen eingelaufen waren. Da plötzlich wurde die Situation grell beleuchtet durch eine öffentliche Erklärung des Centralvorstandes des Niederrheinischen Verbandes christlicher Textilarbeiter, welcher besagte, daß er vollständig einver- standen sei mit dem Vcrmittelungsvorschlage der Socialen Kommission. Dieser Vorschlag der Socialen Kommission würde aber für die Ar- better eine bedingungslose Unterwerfung bedeutet haben und war deshalb auch von allen— christlichen und„unchristlichen"— Ar- beiteni als unannehmbar bezeichnet worden. Durch das Vorgehen des Centralvorstandes der„Christlichen" faßten die Fabrikanten neuen Mut, welcher sich dahin äußerte, daß einige ihre bereits gemachten Zugeständnisse zurückzogen und auch die Finna Peltzer Gebr. wurde durch den Fabrikantenverband gezwungen, eine öffentliche Erklärung zu erlassen, daß, sallS� nicht vorher in allen Fabriken eine Einigung erzielt sei, sie dann über ihre Fabrik die Sperre verhängen müßten und ihre Arbeiter in einigen Tagen wieder entlassen werde. Da plötzlich erhielten die Verbandsvorstände— und diese zum erstenmale— und die Kommission der Streikenden auf Sonnabend morgen 9 Uhr eine Einladung zu einer Verhandlung mit der Socialen Kommission, um auf Grund der Borschläge der letzteren Vorschläge zur Einigung zu berathen. Diese Verhandlung ergab für die Vorstände der Ver- bände die Gewißheit, daß die Sociale Kommission unmöglich einen unparteiischen Standpunkt einnehmen könne. Unverhohlen gaben sie der Erkenntnis Ausdruck und entfernten sich inmitten der Verhandlung mit der Erklärung, daß sie unbedingt an den einmal von der Firma Peltzer Gebr. bewilligten Zugeständnissen für alle Fabriken festhalten müßten. Falls der kleine christliche Verband Verrath ausüben wolle, so möge er dies ruhig thun; auch die Kommission der Streikenden entfernte sich unter derselben Erklärung und nur die Vertreter des „Christlichen Verbandes" blieben zurück, welche sich dann auch mit den Vorschlägen der Socialen Kommission einverstanden erklärten. Seitens der Streikleitung wurde sofort ein Flugblatt in taufenden Exemplaren verbreitet, welche das Verhalten der„Christlichen" und der Fabrikanten der Oeffentlichkeit preisgab. Mittlerweile war zur Kenntnis gelangt, daß der„Christliche Verband" nur an solche Mitglieder Streikunterstützung zahlen wolle, welche einen Revers unterschreiben würden, daß sie Streikbrecher werden wollten. Da die Streik- Kommission den Mitgliedern vom Christlichen Verband ob solcher Handlungsweise Unterstützung an- boten, sich auch in allen Kreisen helle Entrüstung über diesen offen- kundigen Verrat zeigte, so kam es zum vollständigen Krach im Christlichen Verbände. Die Hälfte der Mitglieder erklärten ihren Austritt und traten zu den anderen Verbänden über. Anerkannte Führer der Christlichen verurteilten offen das verräterische Vorgehen und forderten die Mitglieder öffentlich auf, zum Textilarbeiter- Verband überzutreten. Die Hälfte der Mitglieder des Christlichen Verbandes traten zu uns über und als man sah, daß es uns mit der Auszahlung der Streikunterstützung ernst war— erst da be- quemte man sich auch im Christlichen Verbände zur Auszahlung ohne Unterschreiben des obigen Reverses. Ein Sturm der Entrüstung über die Haltung des Christlichen Verbandes tönte während der Oster- tage aus allen Ecken Krefelds. Und doch hat dieses Verhalten nur ver- anlaßt, daß die Streikenden fester zusammenstehen als je. Kollegen! Arbeiter allerwärts! durch die EntWickelung der Dinge treten neue Anforderungen an uns heran. Helft uns noch einmal! Nur kurze Zeit kann der Streik noch dauern. Er wird uns den Borteil bringen, daß am Nicderrhein die Erkenntnis sich Bahn bricht, daß Eine Sistirung mit entsetzlichen Folgen. Unter dieser Ueber- schrift veröffentlichten wir am 24. März v. I. einen Artikel, der unserem Redacteur August I a c o b e y eine Anklage wegen Be- leidigung eintrug, die gestern vor der vierten Strafkammer zur Ver- Handlung gelangte.— In dem Arttkel wurde mitgeteilt, daß der Nachtwächter Hellmuth Frost zu Weißensee dort den Buchbinder Göhlich in der Nacht zum 14. März sistiert habe, weil derselbe in angetrunkenem Zustande ruhestörenden Lärm verübte. Als Göhlich ich unnütz benahm, habe der Wächter gesagt:„Ich haue Ihnen gleich eine runter!" Er habe die Drohung auch sofort ausgeführt. Später habe der Wächter dem Göhlich einen Schlag versetzt, daß der- selbe hinten über fiel, mit dem Kopf auf das Pflaster schlug und besinnungslos liegen blieb. Der Wächter habe dann mit Hilfe des hinzugekommenen Gendarmen den Bewußt- losen auf einen Handwagen geladen und ihn nach der Wache gefahren, wo er in die Sistierzelle gebracht worden sei. Am folgenden Morgen gegen 8 Uhr habe die besorgte Ehefrau stch auf der Wache nach ihrem Manne erkundigt. Man habe ihr de anscheinend Schlafenden, der auf einer Bank in der Zelle lag, gc zeigt mit den Worten:„Sie könuen ihn noch nicht mitnehmen, S'.« sehen ja, er ist noch betrunken." Um 10 Uhr sei die Frau Wied er nach der Wache gekommen und jetzt habe man ihr den Mann aus-- geliefert. Dieser habe sich kaum fortschleppen können. Er habe ein,? klaffende Wunde am Hinterkops gehabt und viel Blut verlöre». Nach Hause gekommen, sei er bald von einer Gehirnerschütterung befallen worden: sein Leben sei noch in Gefahr.— Diese Dar- stcllung soll nicht der Wahrheit entsprechen, besonders in dem Punkte nicht, daß der Wächter dem Sistierten ohne be- sonderen Grund den folgenschweren Stoß versetzt habe. Staatsanwalt P l a s ch k e fand darin eine Beleidigung des Wächters, weil verschwiegen war, daß derselbe sich im Zustande der Rotwehr befunden hatte. was zweifellos der Fall gewesen sei. Göhlich sei auch wegen seines Angriffs auf den Wächter mit einer Geldstrafe belegt worden. Er beantrage gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 150 M. Der Verteidiger Rechtsanwalt Wolfgang Heine ftihrte aus, daß das Verhalten des Wächters nicht als korrekt bezeichnet werden könne. Einen Trunkenen wehre man nicht so von sich ab, wie der Wächter eS gethan. sondern der Beamte hätte, wenn es durchaus nötig war, ihn durch den üblichen Polizeigriff im Genick unschädlich machen können. In der ganzen Darstellung des Vorfalles sei etwas Beleidigendes nicht zu finden und er erwarte deshalb ein freisprechendes Urteil. Der Gerichtshof folgte den Ausführungen des Staatsanwalts. Mildernd falle aber für den Angeklagten ins Gewicht, daß derselbe den Arttkel erst aufgenommen habe, nachdem er in Weitzensee Er« Mittelungen hatte anstellen lassen. Dabei möchten die Zeugen den» wohl nicht ganz der Wahrheit entsprechend berichtet haben. Es sei deshalb nur auf eine Geldstrafe von 50 M. erkannt worden. Recht teuer ist dem Berliner Magistrat der Prozeß z« stehen gekommen, welchen der Hilfsarbeiter Tuckhardt gegen ihn geführt hat. T. war im Jahre 1882, wie er behauptete, zu Unrecht entlassen worden und dreserhalb gegen den Magistrat klagbar geworden. Nach laugjährigen Prozessen ist nun vor dem Kammergericht ein Vergleich zu stände gekommen, demzufolge sich der Magistrat unter Uebernahme der Kosten verpflichtet, dem Kläger sein Gehalt vom Tage seiner Entlassung an in Höhe von 10 400 M. nachzuzahlen und ihm eine Pension von monatlich 50 M. zu ge» währen. Die Summe von 10 400 M. ist am Sonnabend zur Aus« zahlung gelangt._ Vetzke Ztschvichken und Depeschen. Frankfurt a. M., 4. April.(B. H.) AuS Ron, wird der „Frankfurter Ztg." gemeldet: Im Vatikan ist ein Interregnum RampollaS Thatsache geworden. Der Papst ist zu schwach, um den Geschäften nachgehen zu können, und bnngt den Tag in halbem Er- mattungsschlaf zu. Die entgegengefetzten Meldungen, die in ge- wissen Zeitungen erscheinen, sind vom Vatikan inspinert. Die Karo» näle stellen das Befinden deS Papstes günsttger dar, um eine Pression der Mächte in Bezug auf das Conclave zu verhindern, und um dieses selbst in aller Stille vorbereiten zu können. Hamburg, 4. April.(W. T. B.) In einer gestern in Altona abgehaltenen öffentlichen Versammlung der Schneider teilte der Vorsitzende mit, daß wenig Aussicht vorhanden sei, in Altona unh Ottensen den Lohnkampf der Schneider zu einem für die Gesellen günstigen Abschlüsse zu führen. In Hamburg wurde zwischen den streikenden Schneidergesellen und den meisten größeren Schneider« geschäften eine Einigung erzielt. Rom, 4. April.(B. H.) Der Papst hatte gestem einen längere« O hnmachtsanfall. Rom, 4. April.(W. T. B.) Der Minister des Aeußere« Canevaro konferierte heute mit Marquis Salvago Raggi, welcher sich am 8. d. M. in Marseille nach Peking einschiffen wird, um die Verhandlungen zwischen Italien und'China wieder aufzu, nehmen. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Znseratemheil verantwortlich:»h.«locke in Berlw. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlw. Hierzu 2 Beilagen u. Ilnterhaltungsblatt. % n. B. Mm. i. jtilnjc des„Www" Lnlmn NcksdlM.*«•*.». m«»». Mommunales. DaS FriedhofSportal. Die„Volks-Zeitung' berichtet: In Sachen des Friedhofsportals im Friedrichshain wird uns aus Potsdam gemeldet, Oberpräsident v. Achenbach habe sich dahin ent- schieden, daß die vom Polizeipräsidium erlassene Verfügung vom 15. Februar d. I., durch welche dem Hoffmannschen Portalsentlvurfe die Bauerlaubniß versagt wird, eine orts- sund keine landes-)polizei- liche sei. Der Berliner Magistrat hatte, wie erinnerlich, gegen jene Polizeiverfügung die Klage beim Bezirksausschuß und die Be- schwerde beim Oberpräsidenten der Provinz eingelegt, weil damals der Charakter der Verfügung noch nicht feststand. Der Oberpräsident hat nun lohalerweise anerkannt, daß die Vereinbarung zwischen Magistrat und Polizeipräsidium, wonach nur solche Verfügungen der letzteren Behörde als landespolizeiliche angesehen werden sollen, welche ausdrücklich als solche bezeichnet worden sind, für das Polizei- Präsidium noch heute rechtsverbindliche Kraft hat.(Die Polizei- Verfügung vom 15. Februar ds. Js. war nämlich nicht als landes- polizeiliche bezeichnet und mußte daher als ortspolizeiliche gelten. wenn jene vor vielen Jahren getroffene Vereinbarung noch rechtliche Wirkung hatte.) Damit hat sich der Oberpräsident zugleich für zu- ständig in der Beschwerde-Jnstanz erklärt, und dem Magistrat bleibt gegen den ablehnenden Bescheid des Herrn v. Achenbach nur eine richterliche Instanz übrig, nämlich des Ober-Verwaltungsgericht. Nach Z§ 128. 129 des Gesetzes vom 30. Juli 1883 hat' der Be- schwerdeführer die Wahl zwischen Beschwerde und Klage, wobei die Anbringung des einen Rechtsmittels aber das andere ausschließt. Und bei gleichzeitiger Anbringung beider Rechtsmittel soll nur der Beschwerde Fortgang gegeben, die Klage aber durch Verfügung der zuständigen Behörde(vorliegendenfalls des) Polizeipräsidiums) zurückgewiesen werden, wogegen wiederum die Beschwerde(an den Bezirksausschuß) zulässig ist. Man ersieht hieraus, daß der Beschluß des Magistrats(der sich ztvei richterliche Instanzen, Bezirksausschuß und Oberverwaltungsgericht, sichern wollte) vom 17. Februar, Klage beim Bezirksausschuß zu erheben, vollkommen richtig war, trotzdem er von der Miguel- offiziösen Korrespondenz angefochten wurde. Jedenfalls hat der Magistrat auch in der Beschwerdeschrift die Entscheidung im Verwaltungsstreitverfahren ausdrücklich beantragt. Mit dem Steiu-Zemeutpflaster sind seit einiger Zeit in ver- sch, ebenen Berliner Straßen Versuche angestellt, doch scheint sich diese Pflasterart nicht besonders zu bewähren. Auf der ersten der drei Probestcllen. dem Büschingplatz. hatte sich das Pflaster zuerst ziemlich gut gehalten, hat sich dann aber stark ab- genutzt. An der zweiten Stolle, in der Jnvalidenstraße vor dem Gc- bäude der Ministerial-Baukommission. ist der Versuch vollständig mißglückt, da sich schon nach einigen Monaten tiefe Löcher zeigten. Eine dritte Versuchsstelle ist am Halleschen Ufer; dort ist das Pflaster erst im Spätherbst gelegt und der Verkehr sehr gering, so daß sich über das Gelingen oder Mißlingen dieses Versuchs noch nichts sagen läßt. Jedenfalls soll noch ein Jahr gewartet werden, ehe ein endgültiges Urteil über diese Pflasterart gefällt wird. UoKäIvs. Erster ReichstagSwahlkreiS. Morgen Donnerstag abend SVsUhr findet eme öffentliche Versammlung in Cohns Fesffälen, Beuthstraße Nr. 20/21 statt, in welcher der Reichstags- Abgeordnete Genosse W. Liebknecht über die Angelegenheit des„Friedens-Äongresses spricht. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zur Neuwahl im zweiten Wahlkreise. Den Parteigenossen und Genossinnen die Mitteilung, daß am Donnerstag, den 6. April, abends gl/z Uhr, in KriegerS Salon, Wafferthorstr. 63, eine Ver- sammlung stattfindet, in der Reichstags-Abgeordneter Max Schippe! über die bevorstehende Neuwahl sprechen wird. Warum wurde die Wahl de» Herrn Abg. Kreitling kassiert? Ueber diese Frage spricht Parteigenosse Abgeordneter Otto Antrick am Donnerstag Abend in einer bei Habel, Bergmannstraße 5—7 stattfindenden öffentlichen Versammlung des Wahlvereins für den zweiten Wahlkreis. Zahlreicher Besuch wird erwartet._ Eugen Richter wird auf seine alten Tage immer— gescheidter und im selben Grade auch anständiger. Vor Wochen prahlte er. den Beweis erbringen zu können, haß T a u s e n d e von social- demokratischen Wählern im zweiten Wahlkreis sich in die Wählerliste haben eintragen lassen, ohne auch nur eine Nacht in dem angegebenen Hause gewohnt zu haben. Heute endlich rafft er sich zum Beweise auf. Und um seine Leser über den plumpen Schwindel binivegzutäuschen, setzt er der Notiz das echt freisinnig empfundene Schlagwort vor: Wahlfälschungen der S o c i a l d e m o k r a t i e. Ans den T a u s e n d e n ist ein— ein e i n z i g e r— Wähler ge worden: ein Tapezierer Rademacher. der angeblich! Victoriastr. 15 angemeldet, niemals dort gewohnt, trotzdem aber bei der H a u p t- wähl— nicht einmal bei der Stichwahl— sein Wahlrecht ausgeübt habe. Angenommen, es läge hier keine freisinnige Flunkerei üor: woher Iveiß Eugen Richter, daß der Mann socialdcmokratisch gewählt hat? Mit demselben Rechte können wir behaupten, der Mann habe freisinnig gewählt. Wo bleiben nun aber die T a u s e n d e von socialdemolratischen Wählern, von denen Eugen Richter geflunkert hat? Die verkrachte Kranken- Zuschnsjkaffe„Volkswohl" macht sich für deren ehemalige Mitglieder immer noch recht unangenehm bemerkbar. Von den Liquidatoren sind bisher etwa 1000 Mitglieder erfolgreich auf Zahlung der angeblich rückständigen Beiträge verklagt worden. Merkwürdigerweise hat man die Klage gegen die betreffenden Mitglieder anhängig gemacht, ohne sie vorher zur Zählung aufzufordern und so die Vcrurtheilten auch noch mit den Gcrichtskosten belastet. Obwohl einein Teil der Verurteilten von den Liquidatoren bis zum 6. April Frist gegeben war, ist auch bei diesen vor dieser Zeit die Zwangs- Vollstreckung vorgenommen worden; somit sind ihnen dadurch weitere Kosten venirsacht worden. Daß bei der Eintreibung der Gelder streng vorgegangen wird, das geht daraus hervor, daß bei allen, die nicht im stände waren, den auferlegten Betrag, der infolge deS gerichtlichen Verfahrens die Höhe von 8 und 10 Mark erreicht hat, sofort zu bezahler., die geringen Habseligkeiten versiegelt worden sind. Unter den Betroffenen befinden sich auch solche Personen, die nach dem Statut und den sonstigen Gepflogenheiten schon längst nicht mehr Mitglied der Kasse sind und ferner solche, denen die statutarische Untersttitzung nicht ausbezahlt worden ist. In einer Versammlung der Interessenten der Kranken-Zuschuß- kasse„Volkswohl", die am zweiten Osterfeiertag im„Englischen Garten" tagte, wurden die Zustände in der verkrachten Kasse und insbesondere das Verfahren der Vorstandsmitglieder B e u t I e r und Paul einer sehr herben Kritik unterzogen. Es wurde diesen Herren der Vorwurf gemacht, daß sie, nachdem die Krankenkasse„Konkordia" liquidirt hatte, die Kasse„Volkswohl" lediglich gegründet hätten, um sich eine angenehme Existenz zu verschaffen. Auch wurde darauf hin- gewiesen, daß die Verwaltungskosten die Summe der ausgezahlten Unterstützungen erheblich übersteigen. Für die Ausarbeitung des Statuts, trotzdem dasselbe nur eine Abschrist von dem der„Kontordia" ist, sind in der Abrechnung 364 M. aufgeführt. Wohl infolge der mangelhaften Buchführung sind Personen, die Eintrittsgeld und Beiträge gezahlt haben, gar nicht als Mitglieder gebucht gewesen. Von anderen Mitgliedern soll doppelte Bezahlung verlangt worden sein.— Von der Versammlung wurde be- schloffen, die Staatsanwalffchaft zum Einschreiten gegen die in Be- tracht kommenden Vorstandsmitglieder zu veranlassen und der bestehenden Kommission aufgegeben, Schritte zu unternehmen, um die ehemaligen Mitglieder der Kasse vor weiteren Nachteile zu schützen. Als„Krankcnkaffe für Fabrikarbeiter(E. HilfSk.)" wird die neueste Gründung jener Herren bezeichnet, unter deren Einfluß die Volkskrankenkasse in der Müllerstraße verkracht ist. Wir hoffen von der Arbeiterschaft, daß sie sich im eigenen Interesse von der neuen Kasse und von Unternehmungen ähnlicher Art strenge fernhalten werde. Solche Gründungen haben bis jetzt nur ihren Urhebern ein mehr oder minder hohes Einkommen verschafft und die Mitglieder immer auf das empfindlichste geschädigt. Die Kranzspenden für die Märzgefallenen sind am Dienstag früh durch das Personal der städtischen Parkverwaltung von den Gräbern genommen und(beiseite geschafft worden, um demnächst vernichtet zu werden. Sie haben diesmal über 2 Wochen ge� legen und sind in dieser Zeit bis zum letzten Tage fortgesetzt von einer großen Zahl von Personen besichtigt worden. Noch am Dienstag früh mußten viele vor dem Thor des von den Parkarbeitern besetzten, seines Schmuckes bereits beraubten Friedhofes umkehren. Im vorigen Jahre waren die Kränze bekanntlich schon wenige Tage nach dem 18. März vernichtet worden. In der Stadtverordneten- Versammlung wurde dazu vom Magistratsttsche aus bemerkt, die Kränze seien nur deshalb so zeisig weggenommen worden, weil die Kosten für die Austäumung des Friedhofes noch in dem alten(mit dem 31. März abschließenden) Etatsjahr liquidiert werden mußten, wenn die Arbeiten nicht mehr im März gemacht worden wären, so hätten die Kosten in den neuen Etat hineingenommen werden müssen. In diesem Jahre können nun die Kosten wirklich erst nach dem I.April liquidiert werden. Hoffentlich gerathen die städsischen Finanzen dadurch nicht zu sehr in Unordnung. Frühlingslüfte wehten nun doch im Ostern. Vor acht Tagen noch mächtiger Schneesturm und jetzt wenigstens eine Ahnung des kommenden Maien. Am ersten Feiertage ivar es allerdings noch etwas rauh im Freien; der Montag aber brachte mit seinem linden Sonnenschein ganz Berlin auf die Beine. Der Verkehr auf der Stadtbahn und den Straßenbahnen war gewaltig, und nur mit Mühe gelang es, den riesigen Andrang auf den Bahnhöfen zu be- wälttgen. Die Stadtbahnverwaltung hatte für das Fest einen besonderen Fahrplan vorgesehen, und wiewohl sich die Züge auf der Stadtbahnlinie in Abständen von zwei bis drei Minuten folgten, genügten sie am zweiten Feiertage nicht, den Maffenverkehr zu bewältigen; es mußten noch Sonder züge eingelegt werden. Zu den nach dem Grunewald fahren den Zügen ivar der Ansturm geradezu unheimlich. Vom Bahnho Charlottenburg wurden Sonderzüge nach dem Grunewald abgelassen. Stürmische Scenen spielten sich auf dem Schlesischen Bahnhof ab. Die hier einfahrenden Züge nach Friedrichshagen waren fast samt lich gedrängt voll. Selbst in den Wagenabtcilen zweiter Klasse be� fanden sich häufig zwanzig und mehr Personen, obwohl Sonderzüge auch vom Schlesischen Bahnhof aus abgelassen wurden. Um mit- zukommen, erkletterten Männer die Decke der Wagen, andere blieben auf den Trittbrettern stehen; sie mußten gewaltsam von diesen un- zulässigen Plätzen herabgeholt werden. Ebenso wilde Szenen wieder holten sich bei der Rückfahrt in den Vororten. Aehnliche Zustände herrschten im Stratzenbahnverkehr. Zur Kurpfuscherei. In medizinischen Blättern warnt die Behörde vor den von A. Winter in Stettin, Oberwerk 73, an- gepriesenen Gichtketten mit Flußableitung, sowie vor einem gegen alle möglichen Krankheiten angepriesenen Mittel des„praktischen Baunschei'dtisten" H. C r a m m.e in Leipzig, Kochstr. 4, das in den Reklamen dieses Herrn unter der Ueberichrift„Das Ei des Kolumbus" als„Lebenswecker" bezeichnet wird. Diese an- geblichen Heilmittel werden vom Orts-GesundheitSrath in Karlsruhe völlig wertlos und nicht ungefährlich genannt. Die Medizinal- behörden sollten derartige Warnungen nicht nur in der Fachpresse, sondern vor allen Dingen in den Tagcsblättern veröffentlichen. Die Ruderriege der Friedrichs-Werderschen Oberrealschule ist von einem schweren Unglück betroffen worden. Am Sonnabend abend lief bei der Direktion von feiten der Redastion des„Wasser sport" durch Rohrpostkarte die Meldung ein, daß ein kleines unter der Flagge der Schule fahrendes Boot, der„Eitel Fritz" gekentert aufgefunden sei und daß von der Mannschaft jede Spur fehle. Der Direktor überbrachte diese Nachricht sofort dem Leiter der Ruderriege, Herrn Oberlehrer Dr. Engelmann. und dieser begann noch in der Nacht zum Sonntag die eifrigsten Nachforschungen, deren Ergebniß war, daß am Karsteit'ag, an welchem nach seiner ausdrücklichen An- ordnung überhaupt nicht gerudert werden sollte, drei Obersekundaner Walter Köppen, Kurt Bünz und Albert Erber vormittags im Boots- hause das genannte Fahrzeug entliehen hatten und stromaufwärts gefahren waren, daß sie am Freitag nachmittag noch gesehen worden, wie sie fröhlich singend, dicht am Ufer der kleinen Müggel entlani fuhren, und daß sie seitdem verschwunden sind. Wann und au welche Weise sie verunglückt sind, ist ein Geheimniß und wird wahr scheinlich ein Geheimniß bleiben. Es fehlt jeder Anhalt für eine Erklärung des Unglücksfalles. Auf höheren Schulen wird namentlich der Rudersport seit einigen Jahren mit einer Forsche gepflegt, die bei aller Achttmg vor körper- lichen Uebungen, eigentlich eines vornehmeren Objekts würdiger wäre. t öffentlich sind die verunglückten Schüler nicht als Opfer jener exerei zu beklagen. Flüchtiger Bankier. Unter Mitnahme einer großen Summe ihm anverttauter Gelder ist Riese, der Mitinhaber des Bankhauses Rudolf Pohl, Dessauerstr. 1. flüchttg. Zahlreiche steine und mittlere Beamte, Geschäftsleute und Handwerker, die dem Bankhause ihre Ersparniffe anvertrauten, haben deren Verlust zu beklagen. Der Prokurist von der Firma Schwabach. Dessauerstr. 6. verliert allein 30 000 M., und groß ist die Zahl derjenigen Gläubiger, die je 3 bis 10 000 M. einbüßen. Vor 14 Tagen zeigte der Flüchtige seinem Geschäftspersonale eine Depesche vor. die ihn angeblich zu einer zwei tägigen Geschäftsreise nach auswärts rief. Jedenfalls war die Depesche von einer Mittelsperson aufgegeben oder überhaupt gefälscht, denn R. kehrte nicht wieder zurück und eine vorgenommene Kassen- revision ergab das Fehlen der Depots und einer hohen Geldsumme. Nur ein winziger Barbetrag war zurückgelassen. Am letzten Freitag lief von dem Verschwundenen eine aus Holland datierte Postkarte mit der Meldung ein, daß er nicht mehr zurückkehre, worauf die Bank geschlossen wurde. Die Karte ist jedenfalls geschrieben, um die Nachforschungen von der richtigen Fährte abzulenken. Wie hoch die veruntreute Summe ist. entzieht sich noch der Oeffentlichkeit. Man spricht von über eine Million; sicher aber erreicht die Deftaudation die Summe von mehreren hunderttausend Mark. Von anderer Seite wird zu der Flucht des Riese noch gemeldet: Als Riese verschwand, machte sein Socius Paul Müller, nichts Gutes ahnend, sich an eine Durchsicht des Geldspindes. Seine Befürchtungen wurden»och übertroffen. Alle Mappen waren leer, Depots und Betriebskapital verschwunden. Müller brach ohnmächtig zusammen. Als er sich mit Hilfe der jungen Leute wieder erholt hatte, machte er sofort Anzeige bei der Staatsanwalffchaft. 17 Mark und 50 Pf. ist alles, was der Flüchttge zurückgelassen hat. Müller ist um sein ganzes Vermögen gebracht, und auch der alte Herr Pohl, der das Geschäft vor einiger Zeit seinem früher im Geschäft angestellt gewesenen Nachfolger wohlfeil überlassen hatte, verliert einen beträchtlichen Teil des seinigen. Auch seine eigenen Angehörigen hat der Flüchtige vollständig mittellos zurückgelassen. Die geschädigten Kunden fanden sich schon gestern morgen in großer Anzahl ein, um ihr Unglück bestätigt zu erhalten. Da die end- so läßt sich nach einer Riese ist wahr- giltigen Abrechnungen mit den Banken noch ausstehen. die veruntreuteI Summe noch nicht genau angeben; Schätzung Müllers beträgt sie gegen 300 000 M. scheinlich mit einer seiner Geliebten durchgebrannt. Prof. Dr. Earl Scheibler f. Am Vormittag des Oster- sonntag ist hier in seiner Wohnung, Buchenstr. 6, der Prof. vmor. an der Landwirtschaftlichen Hochschule Geheimrat Professor Dr. Carl Scheibler einem asthmatischen Erstickungsanfalle erlegen. Professor mf. Scheibler war am 16. Februar 1827 zu Eupen in der Rheinprovinz— geboren. Seit dem Jahre 1853 beschäfttgte er sich mit dem Studium der Zuckerfabrikation. deren wissenschaftlichen Ausbau er zu seiner Lebensaufgabe machte. Durch einen Säbelhieb ist in der Nacht zum ersten Feiertage der 20jährige Artist Paul Gohlke aus der Görlitzerstraße 36 bei einem Zusammenstoße mit einem Schutzmann schwer verletzt worden. Gohlke ist Parterregymnast. augenblicklich aber ohne Beschäftigung. Er hatte sich am Sonnabend abend mit fünf Bekannten in einer Gastwirtschaft der Wrangelstraße schwer betrunken. Auf dem Heim- wege hänselte die Gesellschaft an der Ecke der Wrangel- und Oppelner- stratze einen Schutzmann und griff ihn schließlich auch thätlich an, nachdem er ihr das Lärmen untersagt hatte. Der Schutzmann ver- setzte Gohlke einen Säbelhieb über den Kopf. Während die übrigen entkamen, wurden drei auf die Wache des 7S. Reviers gebracht. Von hier wurde Gohlke, der oben an der rechten Seite des Kopfes eine klaffende Wunde erhalten hatte, dem Krankenhaus am Urban zugeführt. Wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels wird der 62 Jäher alte aus Hamburg gebürtige Kaufmann und Redacteur Adolf Carsten» steckbriefllich verfolgt. Carstens verwaltete eine Unter den Linden 60 eingerichtete Tuffagentur, die einem Wettenvermittler Meyer au» Wandsbeck gehört, und redigierte dessen„Sportliche Rundschau". Meyer hatte früher sein Hauptgeschäft in Hamburg, fiedelte jedoch zu Beginn dieses Jahres hierher über und leitete nun die Agentur Unter den Linden selbst. Carstens, der entlassen wurde, arbeitete nun selbständig und geffeth bald mit dem Staatsanwalt zusammen, sodaß er sich gezwungen sah, die Flucht zu ergreifen. Em anderer Angestellter, ein junger Mann namens Max Kern, hat Meyer er- heblich geschädigt und wird ebenfalls veffolgt. Er hat dem Geschäftsinhaber u. a. 700 M.. die er in Wetten anlegen sollte, und den Betrag eine Vierteljahresmiete unterschlagen. Gin großer Fabrikbrand alarmierte am efften Osteffage früh 4 Uhr mehrere Löschzüae nach Dresdenerstr. 76, besten Ouergebäudo von Fabrikbetrieben besetzt ist. Das Feuer brach in der Möbelfabrik von Ernst Ain u. Co. aus, wie angenommen wird, bereits am Sonnabend Abend, und zwar dadurch, daß ein in der Tischlerei be« findlicher Gasarm zu nahe an der Decke angebracht war und diese' unbemerkt entzündete. Die Gefahr wurde zuerst durch den im Neben- Hause wohnenden Molkereibesitzer H. Beutner bemerkt, als dieser wie alltäglich um 4 Uhr mit seiner Frau nach dem Kuhstall ging. um zu melken. Die Feuerwehr hatte dem verheerenden Elemente gegenüber einen schweren Stand und mußte stundenlang Wasser geben, bevor sie das Feuer zum Stehen brachte. Der verursachte Schaden dürste annähernd 100000 M, betragen. Neben der Möbel» fabrik hat auch die Kartonfabffk von Greifenhagen, die sich in dem« selben Gebäude befindet, beträchtlichen Schaden erlitten. Ei» entsetzlicher Unfall, der eine große Auftegung hervorrief. trug sich Montag nachmittag kurz vor 5 Uhr in der Skalitzefftraße auf der elektrischen Straßenbahn zu. Vor dem Hause Nr. 67 spielten mehrere Knaben, unter ihnen der 5 Jahre alte Sohn Bruno de»' Arbeiters Mensche aus der Skalitzefftraße 65. Als dieser mit einem Gespielen, dem vierjährigen Sohne Bruno des Schankwirts Krause aus demselben Hause über den Damm nach der Mittelpromenade laufen wollte, faßte ihn der von der Wrangelstraße her kommende Motorwagen der Linie Schlesischcs Thor— Zoologischer Garten und warf ihn zu Boden, während der kleine Krause sich von ihm loSriß und noch rechtzeiffg beiseite sprang. Der Wagenführer bremste. was er konnte. Die Schutzschaufel aber hatte den Knaben am Genick getroffen und ihm die Wirbelsäule gebrochen. Das Publikum mußte'aussteigen und der Wagen zur Befreiung des Verunglückten hochgehoben werden. Man zog aber nur noch eine Leiche unter ihm hervor. Nach Unterschlagung von 10000 M. ist der am 4. August 1868 zu Berlin geborene Kaufmann Fritz Schneider seinem hiesigen Chef flüchtig geworden. Die Staatsanwaltschaft zu Berlin erläßt daher hinter ihm einen Steckbrief.— Ein anderer Deftaudant aus Berlin, ein Fleischergeselle, ist auf dem Bahnhof zu Bremen festge- nommen worden. Den größten Teil des unterschlagenen Gelbe» hatte er fteilich schon veffubelt. Unterschlagungen, Urkundenfälschungen und andere Bergehen hat sich der 18jähnge Handlungslehrling K. zu schulden kommen lassen. Er war in einem Teppich-Jmport-Geschäste thätig und be- nutzte zur Ausführung seiner That stets die Sonnabende, an denen er meist allein im Comptoir beschäftigt war. K. machte sich RechnungS» auszüge und versah sie mit der Unterschrist deS Chefs, auch eignete er sich wertvolle seidene Teppiche an, die er in Form von kleinen Packeten leicht auS dem Hause befördern konnte. Als schließlich die Unterschlagungen entdeckt wurden, verschwand K. Doch ist er nunmehr verhastet worden. Wie sich herausstellte, ist er ein Freund deS De- fraudanten Willy Lange. Der der Firma zugefügte Schaden soll sich auf ca. 25 000 M. belaufen. Ein Selbstmordversuch wurde am Ostermorgen im Schnell- zug Berlin— Köln ausgeführt. Als letzterer, vom Schlesischen Bahn- hos kommend, 8 Uhr 14 Minuten in Spandau eintraf, meldeten Paffagiere eines Abteils zweiter Klasse, daß ein Reisender sich während der Fahrt zwischen Charlottenburg und Ruhleben die Kehle durchschnitten habe. Der lebensmüde Passagier wurde aus dem Wagen gehoben und sogleich nach dem städtischen Krankenhause ge- schafft. Er ist ein korpulenter, anscheinend den besser situierten Ständen angehöriger Mann im Alter von ungefähr 30 Jahren. Einen schweren Zusammenstoß zwischen einem elektrischen Straßenbahnwagen und einem Postwagen gab es am efften Feier- tag mittags um 11'/« Uhr in der Alexanderstraße am Königsgraben. Ein Postpacketwagen kam vom KönigSgraben her und wollte in der Alexandefftraße einlenken. Als er umbog, faßte ihn ein von die Schönhauser- und Weinmeistefftraße kommender Straßenbahnwagen der Linie Gesundbrunnen-Moritzplatz-Kreuzberg mit großer Wucht hinten an der rechten Seite und warf ihn um.' Der Posffllon rettete 'ich durch Abspringen, flog aber mit dem Kopfe gegen eine Haus- mauer und zog sich einige Hautabschllrftmgen zu. Die Packete, die auf die Straße rollten, blieben unbeschädigt, der Schaffner und ein Grenadier vom 4. Garde-Regiment zu Fuß, die sich im Wagen be- änden, kamen mit dem bloßen Schrecken davon. Der beschädigte Postwagen mußte außer Dienst gestellt werden. Marktpreise von Berlin. 1. April 1809.(Nach Ermittelungen des Polizeipräsidiums.) Weizen 15,70—14,90 M., Roggen 14,25 bis 13,30 M., Futter-Gerste 13,60—13,00 M.(ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der preuß. Landwirthschastskammer— Notirungs- stelle— und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- ccntner). Hafer, gute Sorte 16,40—14,90 M., Mittel-Sorte 14,80 bis 14,20 M., geringe Sorte 14,10—13,50 M.. Richfftroh 4,50-4,00 M.. Heu 7,30—4,60 M., Erbsen, gelbe zum Kochen 40,00—25,00 M. Speiscbohncn. weiße, von 50,00—25,00 M. Linsen von 70,00 bis 30,00 M.(Kleinhandelspreise.); Kartoffeln von 6,00 bis 4,00 M.; alles per 100 Kilogramm. Rindfleisch von der Keule von 1,60-1,20 M.. Bauchfleisch 1,20—1,00 M., Schweinefleisch von 1,60 bis 1,20 M., Kalbfleisch von 1,80—1,00 M., Hammelfleisch von 1,60 bis 1,00 M., Butter von 2,60—2,00 M.; alles per 1 Kilogr. Eier 2600 4,00 m. 4.00-2,40 m, per 60 Std. Fifche per 1 Kilogr.: Karpfen von) Fran Caroline Pierson, die Mutter des Direktors an den Sodann sprach Stole über das Roalitionsrecht. Redner friti 2,20-1,20 M., Aale von 3,00-1,80 M., Bander von 2,80-1,00 9., tgl. Schauspielen hierselbst, Geh. Regierungsrats H. Pierson, tft am fierte in scharfen Worten, daß von verschiedenen Seiten der Versuch Spechte von 2,40-1.00£ 1, Bariche von 1,80-0,80 W., Schleie von Ostersonntag in Lindenhof- Coswig bei Dresden im 89. Lebensjahr gemacht wird, das Koalitionsrecht der Arbeiter zu beschränken, und 3,50-1,40 M., Bleie von 1,40-0,80 M., Strebfe 60 Stid 12,00 bis nach kurzer Krankheit gestorben. Die Verstorbene, von Friedrich forderte die Delegierten in feinem einstündigen Bortrag auf, dahin Rüdert seinerzeit als die Deutsche Corinna" befungen, war als zu wirken, daß dem Verband deutscher Textilarbeiter recht viel neue Berliner Produktenmarkt. Die wärmere Temperatur Dichterin und Novelliftin bis in ihr hohes Alter hinein thätig. Ihr Mitglieder zugeführt werden. Eine im Sinne des Referats gehaltene und matte Haltung der Auslandsbörsen wirkten abschwächend auf Gatte war der bekannte Komponist und Professor Henry Hugh Resolution wurde ohne Debatte angenommen. den hiesigen Getreidemarkt, die Tendenz neigte nach unten und gab Pierson. Von ihren Söhnen sind noch der Verlagsbuchhändler E. Bei Beratung der Anträge der Delegierten wurde folgendem sc. daraufhin Weizen 11, M., Roggen 1 M. nach. Hafer verkehrte still, Pierson und der Psychiater Dr. N. Pierson zu nennen. Antrage zugestimmt:" Die Konferenz ist überzeugt, daß bei den Mais leicht nachgebend. Rüböl etwas fester und eine Kleinigkeit im währerte anziehend. Die Tendenz für Lofoware war am Spiritus Im Paffage Panoptikum hat Herr Franzesta auf seinem italieni- gegenwärtigen Beiträgen der Verband den Anforderungen, welche Verbartt feft, Hamburg trat wieder als Käufer auf. Zum Handel ge= schen Marionettentheater eine neue Pantomime aufgeführt, die gleich durch die Kämpfe, die die Textilarbeiter mit den Unternehmern Wangten 123 000 Liter 70er Ware, wovon 100 000 iter allein für ihrer Vorgängerin an Ausstattungspracht und Sicherheit der Mechanit zu führen haben, entstehen, nicht genügen kann. Die Versammelten find der Ansicht, daß es unbedingt notwendig ist, daß die Beiträge erhöht Hamburger Rechnung aus dem Markte genommen wurden, bezahlt vorzügliches bietet. Das Schauſtück„ Excelfior" wird namentlich von werden, und machen es sich zur Aufgabe, im Streife ihrer Stollegen werden. wurde 40 M.(+0,30 M.) 50er Ware nicht zugeführt. Termine Eine seltene Erscheinung ist Miß Leah May aus Chicago. Die bis zur nächsten Generalversammlung für die Erhöhung der Beiträge schwach Mai- Termine wurden mit 45,10 M. angegeben. Kartoffel 20jährige Amerikanerin mißt 2 Meter 16 Centimeter und ist somit Propaganda zu entfalten." Nachdem noch beschlossen worden war, alle zwei Jahre eine fabritate. Berlin, 4. April. Prima Kartoffelmehl per 100 Stilogr. um einen Kopf länger als der größte Soldat der deutschen Armee. Konferenz stattfinden zu lassen, schloß der Vorsitzende die Zusammen20,00 M. Prima trodene Startoffelstärke per 100 stilogr. 20,00 2. Die hohe Dame erregt im Panoptikum das Intereſſe vieler Besucher. tunft mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung. Feuchte Kartoffelstärke per 100 Stilogr. 10,40 m. Feuerbericht. Während der Feiertage hatte die Feuerwehr, Verein der Händler und Händlerinnen. Freitag, den 7. April, Etwa 800 Personen waren am 1. Osterfeiertag, nachmittags abgesehen von dem großen Fabrikbrande in der Dresdener abends 8 Uhr, bei Hoppe, Ackerstr. 145: Generalversammlung. Das Er4 Uhr, auf dem Nazareth- Friedhof an der Dalldorfer Chaussee itraße 76, mehrere fleinere Brände zu beseitigen. Arndtstr. 31 scheinen der Mitglieder ist dringend nötig. erschienen, uni dem ant 28. März verstorbenen Genoffen hatten im Keller Möbel und Betten Feuer gefangen. Ein Alarm Central- Krankens und Begräbnißkaffe für Frauen und Mädchen Siforsti die legte Ehre zu erweisen. Wie bereits mitgetheilt, nach Gubenerstraße 48 betraf brennendes Stroh im Freien, in Deutschland( Eingeschr. Hilfst. 26) Berwaltungsstelle Berlin I. Heute, hatte die Friedhof- Verwaltung der üblichen Bietät, die man das jedenfalls mutwillig in Brand gesetzt war. Alt- Moabit 10 abends 8 Uhr, in Rautenberg's Festfälen, Oranienstr. 180: Außerordentliche dem Freunde gegenüber zu erfüllen gewohnt ist, dadurch ein häßliches gingen Matratzen und Betten in Flammen auf. Dasselbe war der Mitglieder- Bersammlung. Wichtige Tagesordnung. Mitgliedsbuch legitimirt. Gepräge gegeben, daß fie das Absingen einiger zwedentsprechender Fall Friedrichstraße 214. Küchenbrände waren Pappel. Bantischler von Steglik und Gr. Lichterfelde. Heute, abends Lieder sowohl am Grabe als auch in der Leichenhalle verbot. IIee 18, Novalis straße 16, angestraße 19, und 8 Uhr, bei Schellhase, Ahornstr. 15 a in Steglig: Versammlung. TagesDas Verbot wurde vom Pastor Diestelkamp, bei dem einige Mit Fehrbellinerstraße 80 zu beseitigen. Ein leiner Zimmer- ordnung: Stellungnahme zur Revision des im Jahre glieder des Gesangvereins„ Maiglöckchen I" Rüdsprache hielten, da- brand rief die Wehr nach Mustauerstraße 36, wo Kleidungs- Lohntariss." Bahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet mit gerechtfertigt, daß nunmehr in jedem Falle, wo ein Prediger stüde und Wirtschaftsgegenstände eingeäschert wurden. feitens der Anwesenden bei der Leichenfeier nicht zugezogen ist, der Gesang zu unterbleiben hat. Dies sei ein Beschluß der zuständigen Behörde, er fönne dagegen nichts thun. Nun, der Verstorbene ist auch ohne Gefang feierlich bestattet worden. Neben einer größeren Anzahl von Kränzen find namentlich hervorzuheben die Kränze des Wahlvereins Berlin VI, des Metallarbeiter- Berbandes und des Gesangvereins„ Maiglödchen I", die am Grabe unter Protest des Todtengräbers mit einigen zu Herzen gehenden Worten niedergelegt wurden. Damit war natürlich der Zwed auch erreicht. Wir hatten aber, als wir den Friedhof verließen, das Gefühl, daß die Diener des Herrn es vortrefflich verstehen, den Ast, auf dem sie figen, selbst abzufägen. Fakkes" sind diejenigen Antisemiten, die im zweiten Wahlkreise für den tonservativen Kandidaten v. Witawati stimmen. Der General- Anzeiger" des Herrn Sedlaget, der die obige geharnischte offiziell zu befolgende Wahlparole" ausgiebt, bemerit noch dazu: " lich also am 11. April der Wahl, jedenfalls wählen sie nicht den konservativen Geheimrath!" -Die Ortsverwaltung. Der Einberufer. Wahlverein Berlin VI. Den Vorstandsmitgliedern zur Kenntnis, baß die zu heute abend anberaumte Sigung ausfällt. Die nächste Vorstandsfizung findet statt am Mittwoch, den 12. April, abends 9 Uhr, bei Aus den Nachbarorten. Franz Gleinert, Müllerstraße 7. Gleichzeitig machen wir die Wilmersdorf. Die General Versammlung des focialdemo- Mitglieder darauf aufmerksam, von der Entnahme der Broschüre: Das fratischen Vereins fällt am 5. d. M. aus und findet erst am 19. April Dresdener Zuchthaus- Urtheil vor dem Reichstage“ bei ihrem Bezirksführer statt, dafür wird in der nächsten Woche eine Volksversammlung ab- ausgiebigen Gebrauch machen zu wollen, bamit nach der Generalversamm gehalten. lung die vorhandenen Bestände anderweit Verwendung finden können. Der Vorstand. und Vermischtes. Aus dem badischen Schwarzwald. In der streng katholischen Gegend des Stinzigthales ereigneten sich in furzen Intervallen drei Mord thaten, wobei die Motive aus der Habsucht sich ergeben, Der Vorstand. Charlottenburg. Der städtische Arbeitsnachweis ist mit der Landwirtschaftskammer wegen Stellenvermittlung für ländliche Arbeiter und Dienstboten in Verbindung getreten, nachdem die Landwirtschaftskammer bei dem Magistrat angefragt hatte, ob In Kiel zerstörte eine Feuersbrunst in der Nacht zum Montag derselbe geneigt wäre, bei der großen Nachfrage nach Arbeitskräften das Logierhaus Zum grünen Jäger". Die Feuerwehr fand beim für die Landwirtschaft das Vermittleramt zu übernehmen. Auf das Aufräumen des" Schuttes die verkohlte Leiche eines Invaliden Ansuchen ging der Magistrat bereitwilligst ein. Dem städtischen Namens Steffens. Gin italienischer Handelsmann, der während des Arbeitsnachweis werden nun von der Landwirtschaft die offenen Brandes aus dem Fenster sprang, wurde schwer verlegt nach dem Stellen für „ Wir glauben kaum( und find nach unserer Fühlung mit unseren bezeichnet und derselbe giebt bekannt, daß Arbeitern und Dienst Landwirtschaftliche Arbeiter Arbeiterinnen Krankenhause geschafft. Abgeordneten berechtigt, dies anzunehmen), daß die Parteileitung boten sofortige Beschäftigung auf dem Lande in dem Bureau des der deutsch- sozialen Reformpartei anderer Meinung sein und eine rbeitsnachweiſes, Berlinerſtr. 72, tostenlos nachgewiesen wird. Er andere Barole ausgeben wird, denn oft genug hat fie in letzter Beit warnt bie Arbeitsuchenden ausbrüdlich vor unlauteren Vermittlern. gezeigt, daß auch sie in Zukunft den Antisemitismus schärfer betont In Schonach, Amt Triberg, wurde ein Mädchen, die Hüterin wiffen will und unserer Meinung beipflichtet, daß wir im Reichstage Die Fahrt zur Arbeitsstelle wird den Arbeitnehmern vergütet. gerade kernige Männer brauchen und nicht rückgratloſe Höflinge. Die Arbeitsnachweiſes einverstanden erklären; bei näherer Betrachtung ertappte Mörder, der im Orte wohnt, plünderte nachher die taſten, Auf den ersten Blid tönnte man sich mit dem Vorgehen des eines Bauernhauses, am Sonntag vor acht Tagen ermordet. Der aber ist dasselbe denn doch nicht so ganz unbedentlich. Es ist nämlich Er fist in Untersuchungshaft. Der junge Hofbauer Kornmaier in eine bekannte Thatsache, daß der Zuzug ländlicher Arbeiter, nament- Oberharmersbach wurde vom Schwurgericht zum Tode verSommer- Semester am Donnerstag, den 6. Aprit. Die Kurse dauern bis begriffen ist, so daß sich schon ganze Kolonien polnischer Arbeiter gesuch ein. Am 25. d. M. erſchoß in Guta& bei Hornberg. Der Die städtischen Fortbildungsschulen für Jünglinge beginnen das Jahren besonders start gewesen und noch fortdauernd im Wachsen haben, um ihn zu beerben. Die Geschworenen reichten ein GnadenSonnabend, den 30. September. Der Unterricht in folgenden Fächern ist gebildet haben, von denen viele, insbesondere während der Winter- 37 Jahre alte Sohn des Martis- Bauer, als die Familie fich wieder unentgeltlich: Deutsch, Rechnen, einfache Buchführung, Geometrie, Boyſit, monate, der städtischen Armenverwaltung zur Last fallen. Man wird wegen der Vererbung des Hofgutes raufte, Johann Blum, seinen allgemeines Zeichnen, Geschichte und Gesetzeskunde. Für folgende Fächer ist Schulgeld zu zahlen: Für Modellieren halbjährlich 1 M., für doppelte sich keiner Täuschung darüber hingeben dürfen, daß in erster Linie 19jährigen Bruder mit dem Jagdgewehr. Er hatte von seinen Buchführung und für zweistündige Surse im Fachzeichnen halbjährlich 2 W., diese polnischen Arbeiter 2 M., diese polnischen Arbeiter- vielleicht manchmal nicht ganz unfrei- 4 Brüdern in der Aufregung denjenigen getroffen, auf den er es für Französisch und Englisch und für die vierstündigen Kurse im Fachzeichnen willig den Arbeitsnachweis benutzen und aufs Land ziehen werden. nicht abgesehen hatte. Als er auch auf einen anderen Bruder halbjährlich je 4 M. Auch für die zweistündigen Kurse im Birkelzeichnen Die Armenverwaltung wird dadurch wesentlich entlastet werden. anlegte, konnte der Schuß durch Eingreifen des Vaters noch vom Tann 2 M. Schulgeld erhoben werden. Für Kurse in der Stenographie Ganz anders aber steht es mit der Wirkung, die dieses Vorgehen Zielpunkt abgelenkt werden. und im Maschinenschreiben wird ein Schulgeld von je 1 M. pro Wochen auf die Arbeiterklaffe ausübt. Der polnische Arbeiter, der vom Lande ftunde halbjährlich erhoben. Die Beträge von 4 M. tönnen auch In der Wohnung des Handarbeiters Schröte in Angerin Teilzahlungen und zwar in den ersten vier Monaten des Salb: in die Stadt gezogen ist, um hier Arbeit zu suchen, hat sich bereits Crottendorf war in Abwesenheit des Schröte und seiner Frau cir jahres mit je 1. entrichtet werden. Diese Fortbildungsschulen an eine höhere Lebenshaltung gewöhnt, ja, teilweise ist durch das Stubenbrand entstanden. Drei in einem Nebenraum schlafende befinden sich: Wafferthorstr. 31, Dirigent Herr Schubert; Zehdenicker Zusammenarbeiten mit deutschen Genossen schon das Klaffenbewußt Kinder wurden durch den entstandenen Rauch so betäubt, daß fie, Straße 17-18, Dirigent Serr Rettor Buth; Hinter der Garnisonkirche 2, sein in ihm verwacht. Wenn diese halb aufgeklärten Arbeiter wieder der Erstickung nahe, in das Stadtkrankenhaus gebracht werden Herr Rektor Drehmann; Heinersdorferstr. 18, Herr Rettor Lutenberger; auf das Land abgeschoben werden, so liegt die Gefahr nahe, daß fie mußten. Dort sind zwei davon, ein fünf Jahre alter Knabe Hagelsbergerfir. 34, Herr Rektor Bernot; Turmfir. 86, Dirigent Herr im Verkehr mit den Landarbeitern wieder auf eine tiefere Stufe der und ein drei Monate altes Mädchen, an den Folgen der Erstickung Sabowsky; Gräfeſtr. 85-88, Herr Reftor Falk; Putbuserstr. 23, Serr Lebenshaltung herabfinten, Völlig aufgeklärte klassenbewußte Arbeiter, Rektor Klebe; Fruchtstr. 38, Dirigent Herr Pagel; Reichenbergerstr. 44-45, die möglicherweise auf die ländlichen Arbeiter erzieherisch einwirken gestorben. Das dritte Kind, ein Mädchen, befindet sich noch am Braeftor Straße 18 a, Herr Reftor Haumann; Fortbildungsschule für Taubstumme: fönnen, werden sich natürlich nicht so leicht aufs Land verschicken Markusstr. 49, Herr Direktor Guzmann. An dieser Schule wird nur in lassen, es sei denn, daß ihnen ein austömmlicher Lohn und Aus Falmouth wird vom Dienstag gemeldet: Der Dampfer Deutsch, Rechnen und Handarbeit Unterricht erteilt. Anmeldungen von eine menschenwürdige Existenz gewährleistet wird, was aber meistens des Norddeutschen Lloyd Königin Luise" traf gestern Abend mit Schülern nehmen die vorbezeichneten Leiter der Schulen entgegen. nicht der Fall ist. So wird denn die Maßregel, die vom städtischen einer neuen Welle und Schraube für den Willehad" ein, über Die Radrennsaison ist auf der Bahn am Kurfürstendamm an Arbeitsnachweis ergriffen wird, voraussichtlich neben einer Entlastung nahm von ihm 858 Baffagiere sowie einen Teil der Ladung und setzte ben Ostertagen eröffnet worden. Die Konkurrenz bestand nur aus der Armenpflege und der Verschaffung billiger Arbeitskräfte für die die Fahrt nach New- Yort fort. deutschen Fahrern. Leider ereignete sich am Ostersonntag ein schwerer Agrarier eine jd toere Schädigung der Arbeiterklasse Sturz. Büchner fuhr mit seinem neuen Tandempartner Studela bei zur Folge haben. Die Arbeiter werden wie bei fast allen Maßdem zehn Kilometer Tandemrennen im rasenden Tempo die Kurve nahmen der bürgerlichen Gesellschaft, in legter Linie die Kosten zu herum, als das Pedal der Maschine brach und beide Fahrer im tragen haben, wenn es auch auf den ersten Blid so scheinen tönnte, großen Bogen auf den Rasen des Innenraums geschleudert wurden. als handle es fich um eine arbeiterfreundliche Einrichtung. Kudela tam mit dem bloßen Schreck davon, während der Hüne Büchner sich eine schwere Schulterverrenkung zuzog, an der er sicher einige Wochen laboriren wird. Am zweiten Tage ging alles glatt von statten. Der Besuch war nicht besonders start. " " Versammlungen. 17 Leben. " In Klondyke find 16 amerikanische Goldfucher von Indianern ermordet worden. Briefkasten der Redaktion. Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. Dr. H. Die Aufnahme hat sich unliebsam verzögert. Wir bitten dafür R. S. Von Berlin aus liegt der Bock links, die Bibbe rechts. um Entschuldigung und sprechen Ihnen hiermit unsern herzlichen Dank aus. Dr. 5. K. 65. Die Jdiotenanstalt befindet sich in Dalldorf. Direktor: Sander, Geh. Medizinalrat. F. P. 39. 1. Rein. 2. Nein. 3. Brieflich, telephonisch nicht. Witterungsübersicht vom 4. April 1899, morgens 8 Uhr. Barometerftand mm Wind Sunipia Windstärke Better 765 S 765 SO 2 bedeckt 769 NA 767 N 2woltig 1wolfig 4 Regen 765 SO 2 Regen Temp. n. G. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Winds richtung Windstärte 7 Haparanda 755 Wetter 2woltent Temp. n. C. LLG.=. 1 bedeckt -6 763 S 5 wolfig 752 770 23 12 6 bedeckt 8 1voltig 10 7 Petersburg 763 3 7 Cort 10 Aberdeen 7 Baris Wetter Prognose für Mittwoch, den 5. April 1899. Mild und zeitweise heiter, woltig mit leichten Regenfällen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Aus Teltow berichtet man uns: Am Vorabend des Osterfestes hat sich in der hiesigen Kirche ein bebauerlicher Unglüds. Die juristische Sprechstunde wird Dienstage. Donnerstags und fall ereignet. Als die Glöckner das Fest einläuteten, löfte sich Der Klöppel der großen Glode und fiel auf den untenstehenden Fr. Heffe. Wir bitten Sie, uns möglichst heute nachmittag au be Theater. Im Buifen Theater wird in einer Boffe, Nach bea Stirchendiener Walsdorf. Zum Glüd wurde die Wucht des fallenden fuchen. rühmten Mustern" die Verderblichkeit politischer Bethätigung zur Zeit Gegenstandes dadurch etwas gemildert, daß er auf ein Gerüst aufto anschaulich demonstriert, wie dies kaum die unparteiische Preſſe fertig zu schlug. Immerhing ist Walsdorf erheblich verlegt worden. Wie es bringen versteht. Das Rezept ist das alte und soll die Wirkung haben, daß heißt, soll der Verunglückte schon vor einigen Wochen darauf auf der Zuschauer sich recht scharf die Moral des Sprichworts Schuster bleib merksam gemacht haben, daß der Klöppel nicht mehr fest hänge. Ift bei deinem Leiften" einpräge. Ein reich gewordener Philister kriegt den politischen Größenwahn und meint, etwas Besonderes zu thun, wenn er dies der Fall, so bleibt es unverständlich, warum die Reparatur nicht allerhand Aeußerlichkeiten seines Vorbildes Bismarck nachahmt. Er rechtzeitig vorgenommen wurde. mietet eine Wohnung in der Wilhelmstraße, tauft sich einen Landfik, den er Friedrichsrast nennt, und macht sonst allerhand Dummheiten nach dem Schema Wie er sich räuspert und wie er spudt." Schließlich wird der Held der Poffe von seinen biederen alten Freunden wieder auf Konferenz der Textilarbeiter der Provinz Brandenburg. Stationen den Pfad der Philiftervernunft zurückgeführt. Daß in einem solchen Stück der schalfte Patriotismus ebenfalls nach der Gepflogenheit der unparteiischen Am ersten Feiertag wurde in Wilkes Lokal, Andreasstr. 26, eine Breffe geradezu faßweise verzapft wird, versteht sich am Rande. vom Agitationskomitee einberufene Konferenz der Textilarbeiter der Das Ostend Theater hat sich diesmal auf einem Gebiete versucht, Provinz Brandenburg abgehalten. Sote Berlin eröffnete die auf welchem bisher Direktor Samst ziemlich konkurrenzlos das Scepter führte. Herr Direktor Weiß ist nämlich spornstreichs dem letzten großen Sizung mit einer kurzen Ansprache. Vertreten waren aus 20 Orten Swinembe. 764 SSD 2woltig Berlin Unglüdsfall nachgerannt, hat ihn glücklich erwischt und schleppt ihn nunmehr 31 Delegierte. Nach dem Bericht des Agitationskomitees betrug die Hamburg allabendlich als Ausstattungsstück auf die Bühne. In der Bulgaria" Einnahme in der Zeit vom 18.[ Ottober 1895 bis 31. Dezember 1898 Wiesbaden trieft es nur so von wässerigen Abenteuern, und der vorstädtische Kunft: 962,09 M., der eine Ausgabe von 951,31 M. gegenüberstand. Flug München gefchmad feierte eine wahre Orgie in der Sonntagsvorstellung, wo Direttor blätter find 62 000 und Handzettel 9000 berbreitet worden. Von seiten Wien Weiß von der Bühne herab ein Hoch auf den Kapitän Schmidt inscenierte, der Agitationskommission wurden 42 Versammlungen in der Provinz in welches das Publikum mit lärmfreudiger Begeisterung einstimmte. Der abgehalten. Die Aufnahme einer Statistik hat ergeben, daß in Führer der„ Bulgaria" hat in höchster Gefahr bewiesen, daß er ein ganzer 1526 Hausbetrieben und 809 Großbetrieben 18 291 männliche, Mann ist und keine Furcht kennt. Wer weiß aber, ob er mit seiner Mannschaft wirklich so standhaft geblieben wäre, wenn die Braven eine Ahnung 12 858 weibliche und 1435 jugendliche Arbeiter, also' zusammen von den Albernheiten gehabt hätten, denen sie bei ihrer Rückkehr nach 32 587 Personen beschäftigt find. Die Arbeitszeit beträgt im DurchDeutschland zunt Teil ausgesetzt sind. schnitt 10/10 Stunden. Der durchschnittliche Arbeitslohn betrug pro Im Thalia Theater tritt Emil Thomas feit Sonnabend in Woche bei männlichen Arbeitern 13 M. 80/2 Pf., bei weiblichen dem ehrwürdigen„ Raub der Sabinerinnen" auf. Das Stück und auch die Arbeitern 8 M. 38/4 Pf., bei jugendlichen männlichen Arbeitern Art, wie Thomas den weltberühmt gewordenen Schmierendirektor ver: 6 M. 301/2 Pf. und bei jugendlichen weiblichen Arbeitern 6 M. 30 Pf. möbelt, find zu bekannt, als daß noch ein Wort zu sagen wäre. Bemerkt fei, daß das Ensemble des Thalia- Theaters sich hübsch mit den Nollen der Organisiert waren 2794 männliche und 273 weibliche Personen. In der sich hieran ſchließenden Distuffion schilderten verschiedene der Bildhauer Deutschlands. Boffe abfand. Herr Worlitsch, der den Profeffor spielte, sowie die Damen Am 3. April verftarb nach schwerem Wünsch und Junter- Schaz halfen redlich, dem alten Stüd seine wirtung Delegierten die traurige Lage der Textilarbeiter. Auch wurde viel zu sichern. über schwarze Liften, sowie über Saalabtreiberei geflagt. Auf An- Leiden im 35. Lebensjahr der Stein Das Deutsche Theater" bringt am nächsten Sonnabend, den trag der Revisoren erteilten die Versammelten dem Agitationskomitee bildhauer 8. b. M., bie Erstaufführung des neuen Dramas Hans" von Mar Dreyer Decharge. Fritz Brückmann. in folgender Belegung: Dr. Hartog: Ostar Sauer; Johanna, feine Tochter: Ueber den 2. Punkt der Tagesordnung: Wie ist es möglich, Für seine feit 1885 währende treue Louise Dumont; Rechnungsrat a. D. Mahnte: Hanns Fischer; Anna Berndt: fünftig eine wirksamere Agitation zu entfalten", referirte SanderLotti Sarrow; Großmutter Jensen: Luise von Boellnik; Heinrich Jensen: Hermann Niffen; Dr. Brömel: Bruno Biener; Dr. Graff: Richard Ballentin; Berlin. Der Redner brachte am Schlusse seiner Ausführungen eine Mitgliedschaft bewahrt ihm ein ehrenwo Textil Berlin. des Andenken die Verwaltungsstelle Christine: Jenny Höhne; Hennert Petersen: Carl Meinhard. Borher geht Resolution ein, nach welcher in allen Orten, und Arbeiterinnen beschäftigt find, Vertrauensleute Die Beerdigung findet Donnerstag, ebenfalls zum erstenmal die einattige Komödie Mutterherz" von arbeiter Stefan Vacano mit Gisela Schneider als Frau Piftra, Mar Reinhardt als gewählt werden sollen, die die Agitation am Orte zu be- den 6. b. M., abends 6 Uhr, von der deren Sohn Franz, Kl. Seelen als beren Tochter Lina, Marie Elfinger treiben haben. Nach längerer Aussprache wurde dieser Antrag Leichenhalle ber Andreas: Markusals ihre Nichte Anna. Josefine Stolle als Dienstmädchen Marie. Um zahlreiche Betheiligung bittet Im Schiller Theater wurde der Spielplan dahin abgeändert, angenommen. Ein Antrag Delor Forst, welcher lautet:„ Die Gemeinde in Wilhelmsberg aus statt. ß das wustspiel„ Die große Gloce" nunmehr außer Donnerstag und Filialen sind verpflichtet, pro Mitglied und Vierteljahr für Agitation Der Vorstand. connabend auch noch heute in Scene gehen wird. Nächsten Sonntag nach Pf. abzuliefern; in welcher Form die Orte diese Steuer aufmittag findet eine Wiederholung von„ Hanneles Himmelfahrt“ und„ Abu bringen, bleibt den einzelnen Orten überlassen", fand ebenfalls einSeid" statt. stimmige Annahme. " " Gentralverein Allerlei Anzeigen. Restauration, 6 Jahre bestehend, krankheitshalber zu bertaufen. Charlottenburg, 24306 Leibnizstr. 59. Gute Brotstelle. Neuwäscherei mit elektrischem Bes triebe mit 12 Arbeiterinnen ist für 3500 M. gegen Barzahlung zu verk. Adr. Poftamt 18 unt. 100 nieberzulegen. Vermiethungen. Schlafstellen. Freundl. möbl. Schlafft.( sep. Eing.) bei Emde, Brinzenstr. 105, v. 4 Tr Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 5. April. Opernhaus. Der Barbier von Sevilla. Bergißmeinnicht. Anf. 7 Uhr. Schauspielhaus. Das fünfte Rab. Anfang 7 Uhr. Schauspielbeins, file Rab: Neues tgl. Opern Theater( Kroll). Wassilissa Melentjewa. Anfang 7 Uhr. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Luisen- Theater Achtung! 2. Wahlkreis. Achtung! 34. Meichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Nach berühmten Mustern. Boffe mit Gefang in 4 Aften von E. Das Land der Fjorde. Reffien. Muſit von G. Collin. Nachm. 4 Uhr Vorstellung zu ermässigten Preisen. Im Hörsaal um 8 Uhr: Morgen: Dieselbe Vorstellung. Bebrenit, 95/37. Metropol- Theater. Herr F. Goerke:„ Unsere Ostsee- Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. bäder." Invalidenstr. 57/62: Deutsches. Cyrano von Bergerac. Tägl. Sternwarte. N chmittags täglich 5-10 Uhr. Anfang 72 Uhr. Lessing. Im weißen Röß'l. Anfang 72 11hr. Berliner: Blaß den Frauen! Un- Passage- Panopticum. fang 72 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen: Ron: trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Westen. Die Erziehung zur Ehe. Vorher: Liebesträume. Anfang 712 Uhr. Metropol. Chand d'habits.( Der Kleiderhändler.) Vorher: Leichte Kavallerie. Anfang 7/2 Uhr. Schiller. Große Gloce. Anf. 8 Uhr. Gentral. Die Puppe. Anf. 7% 11hr. Thalia. Der Raub der Sabinerinnen. Anfang 71% Uhr. Luisen. Nach berühmten Mustern. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Durchläuchting. Jochen Päsel. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. = Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 8 1hr. Alexanderplatz. Fuhrmann Henschel. Anfang 8 Uhr. Wiener Volks: Theater. Un schuldig. Anfang 7 Uhr. Citend. Bulgaria. Anf. 7% Uhr. Apollo. Spezialitäten-Borstellung. Anfang 72 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 1hr Vormittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 1hr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. 2 Geöffnet 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Das Riesenweib. Die schöne Tätowierte. Theatre variété. Italienisches 19 The MarionettenTheater um 4 u. 61/2 Uhr. Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Smel Neu! Dreyfus- Esterhazy. Reichshallen. Täglich: Juvalidenstraße 57/62. Täglich Stettiner Sänger. Abends von 5-10 Uhr: Sterns warte. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palast. Spezialitäten Bor stellung. Baffage Panoptikum. 6 täten- Borstellung. Speziali: Schiller- Theater ( Wallner: Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Lustspiel in 4 Att von Ostar Blumenthal. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Freitag, abends 8 Uhr: Die Neuvermählten. Hierauf: Verbotene Früchte. Gastspiel des Mr. Séverin ( Frankreichs größter Mimiker). Um 914 Uhr, zum 4. Male: Chand d'habits ( Der Kleiderhändler). Pantomime in 4 Bildern von Catulle Wienbés, Musik von Zules Bouval Pierrot: Mr. C. Séverin. Vorher um 28 Uhr: Leichte Kavallerie. Operette in 2 Aften v. Costa. Musit von Fr. v. Suppé. Morgen und folgende Tage: Die: selbe Vorstellung. Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Sensations Schlager der Saison: Endlich allein! Gesangs Poffe von Joh. Gißner. Musit von Mar Schmidt. Neu! Neu! Neu! Donnerstag, den 6. April, abends 81/2 1hr, in Kriegers Festfälen, Wafferthorstraße Nr. 68: Volks- Versammlung Jeder Arbeiter Tages Ordnung: 1. Die Neuwahl zum Reichstage. Referent: Reichstags: Abgeordneter Max Schippel. 2. Diskussion. Jeder Handwerker follte zur Arbeit Um zahlreiches Erscheinen ersucht fon 0211/1 bie Lebezboje Herkules tragen. des Das Wahlkomitee. Sozialdemokratischer Wahlverein Gefeßt. Schuß angem. Allein. Berkauf. Sehr farte Ware in praktischen grauen und Fraunen Streifen. Hinten u. born am Bund 2. Berliner Reichstags- Wahlkreises. aus einem Stück gearbeitet. = Donnerstag, den 6. April, abends 82 Uhr, in Habels Brauerei Ausschank, Bergmannstraße Nr. 5-7: 1 Oeffentliche Versammlung Tages: Ordnung: etnöpfe u. Stappnähte. Hefte LederBilot- Taschen, ( bei Entnahme von ( bei die Hose 6 Stüd 26 Mt. 4 Mf. 50 ) Echt indigoblaues Jackett fürMaschinisten, Monteure 2c. 1 M. 90 Echt indigoblaue Hose dito. 1 M. 50 1. Warum wurde die Wahl des Abg. Kreitling tassiert? Referent Brima Manchester Hose 8,-, 5 m. 50 Reichstags Abgeordneter Otto Antrick( Mitglied der Wahlprüfungs- Gefüttert.Manchest.- Jackett 13,- 10, Kommission). 2. Diskussion. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet 238/ 7/ Der Vorstand. Maler- Rittel in Leinen- Art. 2 M. 25 Mechanifer- Kittel( braun). 2 M. 40 Weißes Leder- Jackett, ge: füttert, zweireihig. Donnerstag, 6. April, abends 812 Uhr, in den Andreasfälen, weiße Leder- Hose, Prima Andreasstraße 21: Ware .7 0.50 .3 m. 75 Volks- Versammlung. Baer Sohn Tages- Ordnung: Bebel und Bernstein. Referent Pfarrer Naumann. Darnach freie Diskussion. 24556 Jedermann ist eingeladen. Die Berliner Nationalsozialen. Mr. James Thomas, Deutscher Holzarbeiter- Verband. Juggler on the wire. Borher neu: Eingeschriebene Liebeserklärung. Lustspiel in 1 Aft. Anfang: Sonntags 61/2 Uhr, Wochentags 7/2 Uhr. Entree nur 30 f. ( Zahlstelle Berlin.) En gros. Export. En detail. Berlin N., Berlin SO., Chauffeestr. 24b. Brückenstr. 11. Berlin O., Gr. Frankfurterstr. 16. Die 13. Preisliste über gesamte Herren und Knaben- Bekleidung wird gratis und franco verschickt. Bersand von 20 M. an franko. Bei Bestellung genügt Angabe der 79/8 Bruft u. Bundweite u. Schrittlänge. Mittwoch, den 5. April 1899, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung Süden: bei Krieger, Wasserthorstrake 68. Morgen, Donnerstag, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20-21: Stettiner Sänger Mähr's Theater Sitzung der Ortsverwaltung. ( Menjel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Britten als Panken- Schulze der Stolz vom Regiment. Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Numerirter Balkon 75 Pf., BalkonLoge 1 Mk., Orchester- Loge 1,50 Mk. Thalia- Theater. Fremdenloge 2 Mk. Eagestaſſe 11-1. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas. Jeden Freitag: Neues Programm. Der Raub der Sabinerinnen. Apollo- Theater. Schwank in 4 Aften von P. u. F. v. Schönthan. Das Emanuel Striefe: Theaterbirettor, humoristischte Programm Emil Thomas als Gast. Anf. 7 Uhr. 28 slender Saison. Morgen: Dieselbe Borstellung. Central Theater Direktion: José Fe enczy. Me, et Mr. Blanca- Desroches bla Die Puppe( La Poupée) La Bella Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu halb. Preisen: Die Fledermaus. Operette in 3 Aften von Johann Strauß. Mar Heller: Erich als Gast. Robert Steidl Henry Bender Ada Milani Oftend Carl Weiß- Theater. Carmanellis, Prof. Jmanns. O Gr. Frankfurterstraße 132. Nur noch kurze Zeit: Novität. Bum 4. Male: Rovität. Ein Abenteuer im Harem Die Bulgaria. Sensationelles Ausstattungsstüc mit Gesang( Wahrheit und Dichtung) in 3 Atten( 10 Bildern) von Hans Buchholz. Musik von M. Fall. Ge fangsterte von J. Dill. Anfang 8 Uhr: Borzugsbillets haben Giltigkeit. Im Tunnel von 7 Uhr Frei- Konzert. Jm 4. Bild: Abfahrt der Bulgaria. Deforation: Hafen von New- York mit Ansicht der Freiheitsstatue. 00. Morgen und folgende Tage: Die Bulgaria. Feen- PalastTheater M Burgstr. 22. Burgstr. 22, Das neue erst flasfige Specialitäten Personal. Großes Riesen- Programm 25 Nummern! 40 Künstler! Besonders hervorzuheben: Die fliegenden Menschen. Clown Dolly, Tierfamilie. Lebende Photographien. Dazu um 8 Uhr: Der größte Schlager der Saison: Fuhrmann Henschel. Berliner Volksstüd mit Gefang. Fuhrmann Henschel: Direktor Wilhelm Fröbel. Lene, seine Tochter: Helene Voß. Anfang 72 Uhr. Sonnt. 6 Uhr. Billet- Borb. Borm. v. 11-1 Uhr. Sonnabend, den 15. April: Benefiz für den Kapellmeister Alfred Sommerfeldt. Burleske von W. Mannstädt. Musik von Paul Lincke. Anfang 7 Uhr. Vorverkauf im Theater und beim Künstlerdank", Unter den Linden 69, T CIRCUS BUSCH Mittwoch, den 2. April 1899: .81 LIV Soirée equestre. Bum 145. Male: PERSIEN. Außerdem: Dousek, bie luftigen Chinesen. Maria Doré, Schulreiterin. Alfred Daniels als Zauberer. Direktor Busch mit seinen Freiheitsdreſsuren. Auftreten der neu engagirten Reit: Oranien Straße 24. Täglich: Mathilde. Schauspiel in 4 Aufzügen von Roderich Benedix. Borher: Bildhauer Berlins! Donnerstag, 6. April, abends 8½ Uhr, in Mugfelds Festfälen, Dresdenerffr. 96: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Fahrradhandler taufen fämtliche Zubehör- u. Rohteile fowie Gestelle, gespannte Räder sehr vors teilh. Oranienstr. 47, Fahrradart. Engr. Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Isolations- Monteur für Arbeiten in Kort, Asbest und Kieselguhr, der seine Befähigung durch gute Zeugnisse nachweisen kann, per 2456b sofort gesucht. Ein bengalischer Tiger. 1. Bericht der Delegirten vom Bauarbeiterschutz- Kongreß und Stellung Lustspiel in 1 Aft von Brisebarrenahme zu den Beschlüssen desselben. 2. Die Gewerkschaftstommiffion und Anfang 8 Uhr. Bons haben Giltigkeit der paritätische Arbeitsnachweis. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 4. Verschiedenes. 20/6 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Circus Renz- Riesen- Tunnel. _ Offerten mit Angabe der bisherigen Thätigkeit und Lohnansprüche unter A. Direftion: J. M. Hütt. Täglich: Großes Konzert der Haustapelle unter Zeitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und unter Regie des Sumoriſten Gustav Kluck. Der Vertrauensmann. Verband der Möbelpolierer..., Betamt 55. Sonnabend, den 8. April, abends punkt 8 Uhr, bei Keller ( großer Saal), Koppenstr. 29: Anfang wochentags 7 Uhr, fonntags Billets. 5 Uhr. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater Vorstellung. Die Waise aus Lowood. Schauspiel in 4 Atten von Charlotte Birch Pfeiffer. 512 D. Brot og Bäckerei ** General- Derlammlung. Um 7 Uhr daselbst: Borstandssitzung und Abrechnung der 145/18 Mitglieder, welche Anträge stellen wollen, müssen diese schriftlich bis zum 6. April an H. Schulz, Memelerstr. 60a, einreichen. Achtung! Zimmerer. Der Vorstand. Lehrling gesucht. Weidig, Ber golder, Wienerstr. 9. Anleger, 24625 Anlegerinnen, Bogenfänger, Bogen fängerinnen für Steindruckschnellpreffett bei hohem Lohn verlangt Wilhelm Böhme, Reichenbergerstr. 158. 2463b Selbständige, zuverlässige Zimmerer. Achtung! Monteure, Donnerstag, den 6. 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Tages Ordnung: Goldleiften- Grundierer Schriftmaler 2460b 1. Bericht des Gesellenausschusses( Lohntommission) über den Erfolg verlangt Elisabethstr. 24. Neue Schönhauserstr.11, 1. Discussion. 5. Bericht des Delegirten vom Bauarbeiterschuß: verlangt Frau Martha Matthies, feiner Bemühungen zur Regelung der Lohnfrage und die Maßnahmen der Der Einberufer. Kongreß. 4. Verschiedenes. Achtung! MAURER. Adtung! Wilhelmstr. 130. Cartonnagenfabrik 24586 fucht tüchtigen, unbedingt mit Kaltus lation vertrauten Zuschneider. Mel: dungen A. B. poftlag. Königstr.[ 24526 Am Freitag, den 7. April, abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstraße Nr. 20: berinnen, Lehrfräulein auf Mitglieder- Versammlung der Zahlstelle Berlin II. des Central- Verbandes deutscher Maurer. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Verbandstag. 2. Neuwahl des Ausschusses. 3. Gewerkschaftliches. Um zahlreichen Besuch bittet fünſtler und Reittünſtlerinnen. Die Victoria- Brauerei Klowns mit ihren neuen Späßen. Donnerstag, den 6. April, abends 7 Uhr: Persien. Am Sonntag, den 9. April 1899, nachmittags 4 Uhr: Wohlthätigkeits- Vorstellung zum Besten der oftafrikanischen Gesellschaft zur Linderung der Hungersnot in Deutsch- Ostafrika. Am 12. April: Schluß der Saison. Zähne v. 2 Mark event. Theil. zahlung. Olga Jacobson, Invalibenft. 145. * Lützowstraße 111/112. Jeden Sonntag, Montag u. Freitag Humoristische Soiree der Norddeutschen Sänger ( Führmann, Horst, Walde). Anfang: wochentags präc. 8 Uhr, sonntags 7 Uhr. Entree 50 PL. Die örtliche Verwaltung. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Täglich: Hoffmann's Quartett. Humoristen Großartiges Programm 136/ 12* F. Scholz Festsäle Damenhemden, Liefermädchen verlangt Werdermann, Stralsunderstr. 60. Kartonund Kartonnagen- Arbeiterinnen verl. Anders Nachfl., Adalbertstr. 7.[ 24176 Blumen und Federn. Kröferinnen, Kleberinnen, Lehrmädchen in und außer dem Hause gesucht Hecht& Wittenberg, Beuthstr. 8. 9 66.00 uit Garten u. gr. Theaterbühne, Hemdenblusen- Arbeiterinnen Gr. 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Dessertteller, Kompottteller, Porzellan, glatt 10, gerippt 12, gezackt 12 Pf. " 15 Pf., 7, wels geript 8, 5, 6, Speiseteller, Steingut, weiss glatt 7, weiss gerippt 8, blau Zwiebel 10 Pf. Dessertteller, Kompottteller, B Dessertteller, dekoriert 20, 22, 25, 28 Pf. 9 Pt. 8 Pf. Dessertteller, französische, feine Muster, 50, 65, 75 Pf. u. 1,00 M. Kaffeeservices Engl. Fayence, 6 Teile 2 M. Porzellan, 5 Teile 1,60 M. 8 Teile 2 M. 9 Teile 2,85 M. Porzellan, 9 Teile für 6 Personen, neue eckige Form 4,50 M. Porzellan, 9 Teile für 6 Personen, neue eckige Form mit farbigem Fond oder Golddekoration 6 M. Porzellan, 16 Teile für 12 Personen 6 M., schöne Formen und feine Dekorationen 8,50, 9, 11,50 u. 15 M. Waschgarnituren Steingut, 4 Teile 1,25, 5 Teile 2,50, 4,50, grosse Form 5,50, 7 M. Englisches Fabrikat, 5 Teile, verschiedene Muster 9, 10,50, 15, 20, 24 M Likörgläser 35 Pt. Glas, Krystall Bierbecher mit Goldrand 8 u. 12 Pf. mit Bordüre 20 Pf. Trinkgarnituren ,, Papin de roche" oder„ Talma". Bierbecher mit Goldrand und Skatbildern 35 Pf. Likörbecher glatt, dünner Boden 5 Pf., mit Goldrand 7 Pf., Weissweingläser 48 Pt. Rotweingläser 48 Pf. Likörbecher starker Boden 6 Pf., mit Goldrand 8 Pf. Kompottteller, 5, 6, 7, u. 8 Pf. geschliffen 25, 35, 55. 60 Pf. Salatschüsseln 8, 14, 20, 28, 35, 50 Pf. Salatschüsseln geschliffen 45, 60, 70, 95 Pf., reich geschliffen 1,25 M. Portweingläser 42 Pf. Wassergläser 55 Pf. Bowlengläser 60 Pt. Biertulpen 60 Pf. Sektkelche 52 Pf. Sektschalen 65 Pf. Wasserkaraffen 2,85 M. Weinkaraffen 2,25 M. Likörkaraffen 1,80 M. Medel Wirtschafts- Artikel. Kaffee- u. Theeservice, 5 Teile, 10 M. vernickelt Kaffeemaschinen vernickelt, 6,50 M. 6 Tassen Salz- u. Pfeffermenagen, vernickelt 85 Pf. Butterdosen, vernickelt 90 Pf. Kabaretts mit 4 Einsätzen 2,85 M. Tablettes runde, vernickelt 45, 50 u. 80 Pf. Brotkasten, 1,85, 2,10, 2,55 u. 3,25 M. Blumensprüher, lackiert 40 Pf. Tablettes mit vernickeltem Rand, mit Majolika- Einlage, oval oder längliche Form 90 Pf., Leuchter, lackiert 70 Pf. Spirituskocher, Gusseisen, 35 Pt. Messerputzbretter 20, 28 u. 60 Pt. Putz- u. Wichskasten 25 u. 48 Pf. Tablettes 10, 15, 20, 28, 38 a. 55 Pf. runde Form, Durchmesser ca. 32 cm 2,35 M. Briefkasten, lackiert 42, 05, 85 PL, 1,05, 1,25, 1,50, 2,00 M. Kleiderbürsten 45, 75 Pf., 1, 1,60 u. 2 M. Haarbürsten 75 Pf., 1,25, 1,70, 2,50 M. Teppichbesen, Wurzel 1,20 u. 1,40 M. Handwaschbürsten 5, 10 a. 15 Pf. Bürstenbleche mit vollständiger Garnitur 2,25 M. Teppichhandfeger, Wurzel lackiert 35,45 u. 55 Pf. Teppichhandfeger, Wurzel poliert 75 u. 90 Pf. weiss, geKaffeekannen, bauchte Form 32, 42, 60, 85 Pf. u. 1 M. gerade Form 28, 35, 42, 48, 55, 65 u. 75 Pf. Schmortöpfe 30, 45, 55, 65, 80 Pf., 1, 1,20 M. Kehrschaufeln, marmoriert 42, 48, 58 Pf. Emaille Tassen mit Untertassen 10, 15 Pf. Becher gerade, weiss 8 u. 18 Pf. Seifenhalter mit Haken; marmoriert 18 Pf. Trinkbecher, weiss 10, 13 u. 15 PL Pf., Haarbesen, grau 75, 95 Pf., 1,20 u. 1,65 M. Handfeger, grau 45, 48, 55 u. 65 Pf. Rosshaarbesen 2,20 u. 2,60 M. Rosshaarhandfeger 1,20 u. 1,30 M. Theekessel ohne Absatz 48, 65, 75 Pf. Theekessel mit Absatz 1,20, 1,35 M. Kasserollen ohne Ring 13, 15, 20, 25, 35, 42 Pf. Kasserollen mit Ring 55, 65, 80, 85 Pf. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Nr. 79. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. II. Kongres deutscher Berg- und Hüttenleute. Halle, den 2. April 1899. Senter Sachsen eröffnet 113/4 Uhr den Kongreß und giebt zu nächst Ludwig Schröder das Wort zu einer Ansprache. Redner betonte die Notwendigkeit internationaler Vereinigung aller Arbeiter. Im Namen der organisierten Arbeiter in Halle begrüßt Genosse Heinen die Delegierten. Bei der Konstituierung des Bureaus wird Sachse zum ersten, Schröder zum zweiten Vorsitzenden gewählt. auf seine eigene Sicherheit kann er gar keine Rücksicht nehmen. Der Arbeiterschutz muß auf die Hausindustrie ausgedehnt werden. Schulz Weißenfelder Revier: Wenn die Kontrolleure kommen, wird alles in Ordnung gemacht, die schlechten Strecken werden für die Dauer der Revision vernagelt. Grubenausschüsse noch heutigem System sind zwecklos. Wollte ein Arbeiter sich mal beschweren, die Furcht vor Maßregelung hält ihn ab. wurde. " Wächter Dortmund erstattet Bericht betreffe vertretener gewählt. Mandate: Es sind anwesend: aus Sachsen( Königreich) 7, Mitteldeutschland 19, Oberschlesien 1, Niederschlesien 3, Saarrebier 1, Ruhrrevier 42, in Summa 73 Delegierte. Nachmittags- Sizung. J " Halle, den 3. April 1899. Mittwoch, 5. April 1899. vor den gesundheitszerrüttenden Einflüssen der Berufsarbeit. Sollen fich die Gesundheitsverhältnisse der Berg- und Hüttenleute bessern, dann sind folgende Maßnahmen zu treffen: 1. Auf allen Gruben und Hütten sind ausreichende, saubere Wasch- beziv, Badegelegenheiten( Einzelbraufen) zu schaffen. Umkleide räune find im unmittelbaren Anschluß an die Reinigungsanstalten zu erbauen. bau" referirte Blüm el- Niederschlesien: Das Unglüd auf dem Wrangel- 2. Für die sofortige Hilfe der Verletzten und Kranken sind gut schacht am 31. Dezember 1895 ist nur dadurch entstanden, daß troß ausgestattete Verbandsstuben auf den Werken einzurichten. Für der entgegenstehenden bergbaupolizeilichen Vorschriften dort gesprengt schnelle ärztliche Hilfe muß Vorsorge getroffen werden. Die Werte Damit ist der erste Punkt des Tagesordnung erledigt. find zu verpflichten, Transportmittel für die Verletzten in der Weise Zum nächsten Bunti: Welche Fortschritte machten Limberts Dortmund: Im Dortmunder Revier ist es gang zu beschaffen, daß der Verlegte in humanster Weise fortgeschafft Es wird gefordert, daß auf jeder Grube je nach wir 1898 im Bergarbeiterschus", referierte Möller. und gäbe, daß den Werksverwaltungen die Revisionen vorher bekannt werden kann. Er führte aus, daß die Lage der Bergarbeiter in Bezug werden. Notwendig ist auch, daß bei der Menschenförderung zwei Größe der Belegschaft mehrere Leute vorhanden sind, die mit der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen durchaus vertraut sind. Zur auf persönlichen Schutz sich nicht etwa verbessert, sondern im Maschinenwärter in Dienst sind. Gegenteil noch verschlechtert habe. Sehr im argen liege fast auf Mühlenbed Essen: Ich muß kurz das Unglück auf Zeche Ausbildung dieser Leute sollen unsere Knappschaftsärzte verpflichtet sämtlichen Gruben die Wetterzuführung. Wie vor Hunderten von Gustav" anführen. Sechs Bergarbeiter wurden im Schacht begraben werden. 3. Bei Annahme der Arbeiter hat in peinlichster Weise die ärata Jahren, so müßten auch heute noch in sehr vielen Fällen die Ar- und konnten noch nicht zu Tage gefördert werden. Seitens unserer beiter mit ihren Kleidern böse etter vertreiben. Redner führt Beitung wurden die schwersten Anklagen gegen die betr. Verwaltung liche Unterfuchung der Neueinzustellenden zu geschehen, um so die mehrere konkrete Fälle aus den Berichten der Gewerbeinspektoren erhoben. Nun ist auch gegen einen Beamten Anklage erhoben. Durchsenchung ganzer Belegschaften durch ansteckende Krankheiten zu an." Einen Fortschritt haben wir also nicht gemacht. Das große Die Arbeiter sind aber der Meinung, daß durch die betreffende berhüten. 4. Auf allen Werken ist für ausreichendes, gesundes Trinkwasser Unglüd in Freiberg 1868 hat verschiedene Anordnungen gezeitigt, aber Gerichtsverhandlung die wahren Ursachen nicht ans Tageslicht die festen gesetzlichen Bestimmungen fehlen. Die Anstellung von gefördert werden, es steht zu befürchten, daß nur betreffs feitens der Werksleitungen Sorge zu tragen. Hilfsinspektoren hätte längst auf Grund alter Anordnungen durch ber am Unglücstage getroffenen Anordnungen und Unterlassungen 5. Alle Werke find gehalten, genügend große vor Witterungsgeführt werden können, es ist nicht geschehen, weil die gesetzliche Be- untersucht wird. Aber der Schacht war vorher nicht in Ordnung, einflüssen geschützte, saubere, erwärmte und erleuchtete Räume zu stimmung fehlte. Daß die Anordnungen seitens einzelner Bergämter das Schachtholz faul, die Fahrten nicht abgeschlagen u. f. 1. stellen, in denen die Arbeiter ihre Mahlzeiten einnehmen, die getroffen werden können, ist ein Beweis dafür, daß man die Not- Struß widau: Anläßlich eines Unglücksfalles sagte der Rohnzahlungen entgegennehmen und den Beginn der Schicht ab wendigkeit längst eriaunt hat. In England hat man die untersuchende Assessor zu dem Arbeiter, der, entsprechend der Wahr warten tönnen. Kontrollbeamten; auch in Frankreich ist die schärfere Kontrolle heit, den Unglüidsfall auf die schlechte Beschaffenheit der Fahrten Werden diese Schuhmaßregeln getroffen, ihre strikte Befolgung durchgeführt, trotz des scharfen Widerstandes der Unternehmer. Hier zurüdführte: Sagen Sie das nur nicht so laut, daß es der Ober- gefeglich geboten und ständig überwacht, dann wird zweifellos der scheinen die Unternehmer mehr Erfolg mit ihrem Widerstande gegen steiger hört, sonst geht's Ihnen schlecht." ständig fortschreitende Rückgang der Berg- und Hüttenarbeiter Deutschdie Anstellung von Arbeiter- Hilfsinspektoren zu haben. Die schreck- Sé Essen: Die vorherige Anmeldung der Inspektionen ist lands aufgehalten." lichen Unglücksfälle, die sich Jahr für Jahr ereignen, scheinen der ein del. Die Ursache liegt darin, daß die einzige Parole heißt: Zum Punkt: Lohn- und Arbeitsverhältnisse im deutschen BergRegierung eine weniger nachdrückliche Sprache zu zu reden, Hohe Dividende unter allen Umständen! als die Willensäußerung der Unternehmer sich der not: Nuumehr gelangte die obige Resolution einstimmig zur Ante Sachie Zividau: In der Unternehmerpresse heißt es fort wendigen Reform entgegenzustellen. Dem Anscheine nach wollen nahme. gesezt: Die Löhne der Bergarbeiter sind gestiegen. Wie sieht es die letzteren systematisch die öffentliche Meinung in der Art fälschen, Bum Buntt:„ Der 10. internationale Bergarbeiter- Kongreß in aber damit aus? Gewiß haben einzelne Reviere kleine Steigerungen daß fie die eigentliche Ursache der Unglüdsfälle zu vertuschen suchen. Brüssel", befürwortet zu verzeichnen. Die Steigerung ist aber gering. So stieg der Lohn Heute thut man so, als ob die größte Gefahr für den Bergmann Bergmann Fellhammer, ben Kongreß zu beschicken. Nach im Durchschnitt in Oberschlesien von 2,66 m. pro Kopf und Schicht in dem Kohlenstaube zu suchen sei. Dies ist nicht richtig. Die Ge- längerer Debatte werden drei Delegirte dazu gewählt, und zwar im Jahre 1897 auf 2,80 m. in 1898. In Niederschlesien war die fahr liegt in der schlechten Wetterzuführung. Sollen gesunde Ver- Schröder Dortmund, Henter- Dresden- Revier und Pokorny- Steigerung noch niedriger, blos 1 Pf.: von 2,64 m. auf 2,65 Mr. hältnisse geschaffen werden, dann müssen Arbeiterkontrolleure an Mitteldeutschland. Im Ruhrrevier stieg der Lohn von 3,77 M. auf 3,82 M. und int Das ist eine ganz gestellt werden!"( Bravo!) Als Sekretär für internationale Beziehungen wird enter Saargebiet von 3,88 M. auf 3,43 M. minimale Steigerung, die meist noch erzielt wurde, weil In Sachfen die Schichtzeit meist überall verlängert wurde. 8 weiter Verhandlungstag. betrug die Steigerung in den legten fünf Jahren 17 Proz. Bum Puntt: Sanitätswesen auf den Gruben und Hütten" er die Dividende der Unternehmer aber stieg um 85 Proz. in derselben hält das Wort Bofornh- Mitteldeutschland und führt etwa Zeit. Die Anordnungen der Bergbehörde betr. Arbeitszeit werden Vor Eintritt in die Debatte verliest Sachse folgende ein- folgendes aus: Die Natur der Arbeit bringt es mit sich, daß der skrupellos übertreten. Die Erfahrung hat es uns gelehrt, daß wir Bergmann seinen Körper sehr anstrengen muß. Da er aber zu feitens der Regierung wenig, Förderung nach dieser Richtung zu er Resolution: Trotz der sich durch den flotten Geschäftsgang wenig geschügt wird, verbraucht er feine Arbeitskraft viel zu früh warten haben, wollen wir etwas erreichen, dann müssen wir start häufenden Massen- und Einzelunfälle im deutschen Berg- und auf. Die Gewerbe- Inspektorenberichte laffen die Mißstände auf den organifieren und selbst für Remebur sorgen. Hüttenwesen, trotz der offenkundigen systematischen Hintergehungen Gruben gar nicht deutlich erkennen. Waschräume find an vielen Steigerung der Löhne eigentlich bestellt ist, mag folgende Statistik der staatlichen Grubenkontrolle durch die Werksleitungen, hat sich die Stellen gar nicht vorhanden, wo vorhanden, meist vollständig un- belegen. Die Durchschnittsdividende betrug im Jahre 1895 51/2 Pro3., Staatsregierung nicht veranlaßt gesehen, den berechtigten Wünschen zulänglich, und werden aus diesem Grunde oft gar nicht benut, der Bergarbeiter nach größerem Schuß ihres Lebens zu willfahren. Die oder nur als Betsaal. Auf einer Grube in Meuselwig müssen 1897 11 Broz. Regierungen haben nicht auf die Stimme des in seinem Leben bedrohten sich die Knappen in alten, in die Erde gegrabene Tonnen waschen. Das ist eine Steigerung von 100 Broz. Auch folgende AufBergarbeiters gehört, sondern sich dem gemeinschädlichen Willen der Unter- In Sachsen sagte ein Beamter: die Bergleute benutzen die Waschstellung ist sehr lehrreich. Im Zwickauer Revier stieg der Werth nehmer gefügt, wie die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses tonnen doch nicht, dieselben sind daher völlig zwedlos. Notwendig der Förderung von beim Etat der Bergverwaltungen es aller Welt lehrten. Wir erklären, ist auch die allgemeine Einführung des Systems der Kleiderlüftung. daß mit dieser Haltung die Staatsleitung nicht den Willen zeigte, Sicher ist es auch der Sittlichkeit nicht fördernd, wenn die Bergim Sinne einer gefunden Socialpolitik zu wirken. Nach wie vor arbeiter gezwungen find, fich in ihren beschränkten Privaträumen zu stehen wir auf dem Standpunkt, daß erst die Zuziehung praktisch reinigen. Ein Standal ist es, wie die Kranken behandelt werden. gebildeter, von ihren Kameraden frei gewählter Arbeiter zur Gruben- Absolut notwendig ist die Einführung von Sanitätsfolonnen, ferner fontrolle diese wirksam macht. Alle anderen Maßnahmen zum Schuße find hochnotwendig Tragbahren Bielfach ist es vorgekommen, daß des Bergarbeiters verdienen nach längst bewährter Erfahrung nicht Verlegte auf Schiebkarren oder Mistwagen forttransportiert wurden. Reformen genannt zu werden. Sie überkleistern höchstens die Auf Beche Kaiser Friedrich" fagte der Steiger zu einem Vertraffesten Mißstände, belassen belassen es aber im wesentlichen bei letzten:" Nun, da können Sie Ihren Finger in den A dem Zerrbilde, welches heute die deutsche Grubenkontrolle steden. In einem anderen Falle, nach einer Schlagwetter- Explosion Erzgeb. Verein Die fortgesette Bürgerschacht.. darbietet. Will man wirklich arbeiterfreundlichen Geist be- sprach der Steiger von gebratenen Mäusen". weisen, dann gebe man endlich den Berg- und Hüttenleuten Steigerung der Biffer der an der Wurmkrankheit leidenden Bergleute Brüdenburg das doch selbstverständliche Recht, fich durch eigends gewählte Hilfs im Rubrrevier zeigt auch, wie notwendig ein besserer Schutz gegen Wilhelmschacht. inspektoren schützen zu lassen vor gewaltsamem Tod oder Berstümmelung. Verbreitung anstecender Krankheiten ist. Schon seit Jahren wird Vereinsglück In diesem Punkte find sich die Bergleute aller Richtungen einig und die Einführung von Abtrittkübeln in der Grube gefordert, aber faft Wir müssen ganz entschieden für Verbesserungen eintreten, daher fie empfinden es als eine empörende ungerechtigkeit, daß ihnen das nirgends find solche zu finden. Elendig ist die Lage der Griffel- ersuche ich Sie, einstimmig folgende Resolution anzunehmen: so selbstverständliche Recht des Selbstschutzes verweigert wird. macher in Meiningen. Dort werden im Gegensatz zu den gesetz- In Erwägung, daß die Berg- und Hüttenarbeiter nicht nur die Nochmals erheben wir die auf dem vorjährigen( Dortmunder) lichen Bestimmungen fast allgemein Stinder in der Industrie beschwersten und gefährlichsten Arbeiten verrichten müssen, sondern auch Kongreß gestellten Forderungen bezügl. des Arbeiterschutzes. Sp schäftigt. Ordentliche Wohnungen haben die Griffelmacher nicht, sie daß die Arbeiten meistens unter den Umständen im Bergbau bei schlechter, lange diese unumgänglichen Forderungen nicht erfüllt sind, trifft alle wohnen in Räumen, die als Hühnerställe bezeichnet werden müssen. gafiger Luft, bei großer Hiße oder auch bei unvermeidlicher Nässe Schuld an den Unglüden in der Tiefe diejenigen, die uns hindern, das Die Folgen der miserablen Verhältnisse sind schrecklich. Zum Beispiel und in den Hütten bei schädlichem Rauch und Staub und glühenden ohnedem schon schivere Los des Grubenarbeiters nach Möglichkeit zu rafft die Schwindsucht bei den Knappen im Steinkohlen- Bergbau Oefen u. 1. w. ausgeführt werden müssen, erklärt der Kongreß es von 1000 der Beschäftigten 4 hinweg, aber von 1000 Griffelmachern für dringende Notwendigkeit, baldigst einen gefeglichen, fegt diese schauerliche Strankheit 640 hinweg. achtstündigen Magimal- Arbeitstag einzuführen Nach kurzer Debatte Schluß der Vormittags- Sigung. und die Frauenarbeit im Bergbau zu arbeiten. Nachmittags Sigung. In fernerer Erwägung, daß bei den schweren Arbeiten auch die Fortsetzung der Debatte, in der die einzelnen Delegierten Miß- Menschen bald aufgerieben und invalid werden, wenn sie nicht bes stände aus den verschiedenen Revieren vorbringen. sonders kräftige und gute Nahrung zu sich nehmen können, fordert Sodanu gelangte einstimmig zur Annahme folgende Refolution: der Stongreß als angemessene Lohnentschädigung einen DurchschnittsWie die Berichte der Knappschaftskassen und Berginspektoren lohn von 5 M. pro Tag. ergeben, hat sich der Gesundheitszustand der berg- und hütttenmännischen Bevölkerung seit Jahrzehnten in erschreckendem Maße verschlechtert. Die Ursache dieser Erscheinung ist zu suchen in der gegangene mildern. Husemann( Eichlinghofen): Auf Zeche Kaiser Friedrich" wird noch vielfach bei offener Lampe gearbeitet. Wenn die Grube fontrolliert wird, muß vorher alles in Ordnung gebracht werden. Auf„ Germania I" war eine Wetterstrecke zu Bruch gegangen und das ganze Revier stand voll Feuer. Die Schießmeister werden als Wagenschieber benutzt. " 3 19 1894-95 um 1536 581 Mart 95-96 96-97 Die Löhne stiegen von D 899 982 1 024 972 D 1894-95 um 595 068 Mart 95-96 734 776 96-97 494 974 " " " 8 Es verteilten pro Aftie an Dividende: 1894 1897. 320; Wie es mit der 40 . 95; das ist eine Steigerung um 85 Proz 160 100 " "" " " 12 60; 500 " " " " " " 130 190 311 135 """ " It 260; 95 " "" " " Der Kongreß fordert schließlich alle. Berg- und Hüttenarbeiter auf, sich zu organisieren, um diese Forderungen und auch die möglichste Beseitigung der Accordarbeit erreichen zu können. Weigelt Steinach( Sachsen- Meiningen'scher Landtags- Abgeordneter): Auf den fiskalischen Gruben bestand früher das System, die einzelnen Brüche zu verpachten. Jetzt hat der Fiskus das Recht an sich genommen. Bei Gewinnung des Schiefers muß Der Arbeiter alles daransezen, um nur zu seinem Lohne zu kommen; unzulänglichen, meist sogar ganz fehlenden Sicherung der Arbeiter Es werden noch einige, gleiches besagende Anträge eingebracht. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die schönen Blumen spenden bei der Beerdigung unseres lieben Baters und sorgsamen Gatten fagen wir allen Bekannten, Freunden und Kollegen unseren innigsten Dank. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen: Buchdrucker! Den Buchdruckern Berlins und außerhalbs zur Fr. Below. Hedwig Below. Kenntnis, daß die Buchdruckerei von Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Paul Zersch fage allen Genossen und Genoffinnen Gesangverein" Nordwacht" meinen aufrichtigen Dant. G. Schenk, Hollmannstr. 9/10 des 6. Wahlkreises, insbesondere dem wegen Beschränkung der Koalitionsfreiheit 24616 und sonstiger Mißstände für Verbandsmitglieder und tariftreue Gehilfen gelperrt ist. Die trauernde Witwe Martha Zersch. Danksagung. Hiermit sage ich allen Verwandten, Bekannten und Freunden, besonders Neue freie Volksbühne. Sonntag, den 9. April 1899, nachmittags präziſe 1/23 Uhr, im Ostend- Carl Weiss- Theater: Iphigenie auf Tauris. Schauspiel in 5 Aften von W. v. Goethe. Regie: Cord Hachmann.- Iphigenie: Frl. Marianne Marion vom Leffingtheater. 150/4 Die Mitglieder Die Verlosung der Plätze beginnt 122 Uhr. werden dringend ersucht, pünktlich zu erscheinen. Einige Neuaufnahmen werden noch durch die Zahlstellen sowie durch unterzeichneten vorgenommen. Orts- Krankenkaffe d. Maurergewerbes. Generalversammlung der Vertreter der Rassenmitglieder und Arbeitgeber am Donnerstag, den 13. April cr., abends 81/2 Uhr, in 6.Arminhallen, Kommandantenstr.20. Tages Ordnung: 1. Vorlegung des Verwaltungss berichtes und Rechnungs- Abschlusses für das Jahr 1898. 2. Bericht des Ausschusses über die vollzogene Rechnungsprüfung und Bes im Leffingtheater: Die Judin von Toledo. Trauerspiel in 5 Atten von schlußfaffung über die Abnahme der [ 24476* 3. Antrag auf Bewilligung einer Entschädigung für die Kaffenmitglieder des Rechnungsausschusses. Sonntag, den 19. April, nachmittags 3 Uhr: Extra- Vorstellung Grillparzer. Starten find am Sonntag bei den Ordnern im Theater zu Jahresrechnung. haben. 3. A.: Ad. Löhr, Kassierer, Aderstr. 38 II. Anfertigung eleg. Herren- Garderobe ohne Preisaufschlag. verein Vereinte Kraft" zu Alt abende und Sonntage noch frei. Den Bereinen bestens empfohlen. Staffee: A. Marcus, Schneidermstr., Kaiserstr. 29. Brundem effent. Glienice und ben Lehrgefellen und füche ist Adlershof bei Berlin, Strasse 16, Paul Schmauser. J. A.: Alb. Massini. Schöner schattiger Garten und hem Gentral- Berbanb ber Maurer, Achtung für Ausflügler! anfaat für Gonn nach Maaz. Coulante Bashungsbeding Alt- Glienice, Cöpenick meinen herzlichen Dank für BismarckFahrräder 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses ZahnPlomben wöchentl. 1 M. 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