Slozelvrels 70 Heller. Mnschlteßllch k Heller Pnri- '—' Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. R.öafllon u. BrrWalluno; Brao li, JltMjantc t&< trltcD.:«0793. 31499.7ta 33656* J>o|ty$t4aml137344 13. Lahraans. Sonntag, 2. Juli 1Y33 Nr 153. IM kmiwncn LrdeUsaMcMet Noch nicht die endgültige schlußsumme. Roosevelt gegen fioldsfondard. Ueberraschung in London. London, 1. Juli. sReuter.) Die amerikanische Delegation veräfsentticht rin amtliches Kommuniqure, in welchem gesagt wird, Präsident Roosevelt hab« nunmehr den Delegationsführer Hüll seine Antwort zugehen lassen, in der der gemrinsame Vorschlag der GoldwährungS- länder über die zeitweilige WährnngSstabilisie- rung in der gegenwärtigen Form a b g e l e h n t wird. Die Antwort Roosevelts wurde sogleich den betreffenden Regierungen mitgeteilt. AuS Kreisen der amerikanischen Delegation wird erklärt, daß die Form des Anträge» wesentlich geändert werden müßt«, damit ihn di» amerikanische Regierung annehmen könnte. Bon der Insel Campo Bello wird mitgeteilt, daß Präsident Roosevelt, obwohl er die Kundgebung der Toldstandardländer ablehnte, sich wahrscheinlich nicht dem Antrag« widersehen würde, daß sich die Zentralbanken aus Maßnahmen einigen, deren Ziel«in« Be- schränkung der Devisenschwankungen wäre. FrledenssdiluR England-Rußland. Entlassung der verurteilten Ingenieure. Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen. London, l. Juli.(Reuter.) Dir Botschaft Sowjetrußlands teilte heute dem britischen Außenamte mit, daß über die Berufung der britischen Staatsangehörigen Thornton und Maedonald vom Präsidium des Exekutiv» auSschusses des SowjetvcrbandeS heute verhandelt wurde und daß das Urteil aufgehoben worden ist. Beide britischen Staatsbürger können nach freiem Willen das Sowjetterri- torium verlassen, da sie bereits heute abend in Freiheit gesetzt wurden. Gleichzeitig hat der Volkskommissar"für Handel das Verbot der Einfuhr britischer Waren aufgehoben.(Bekanntlich wurden die beiden britischen Staatsangehörigen Thornton und Maedonald im April des heurig?» Jahres wegen angeblicher Sabotageakte zu Ker kerstrasen verurteilt. Thornton erhielt drei Jahre und Maedonald zwei Jahre Kerker.) Nach dieser Bekanntmachung hat auch die Negierung Großbritanniens das am 19. April erlassene Verbot der Einfuhr gelvisser sowjetrus- stscher Waren widerrufen. Nunmehr werden so schnell wie möglich alle Maßnahmen getrosscn werden, um dir brilisch-sowjetrussischen Handels, beziehungen, die nach der bekannten Berlirtci- lung der Mctro-Vickrrs-Jngcnienrc eine Unters brechung erfuhren, neuerdings wieder aufzunehmen. NiditangrlffsDakte Rußlands mit seinen Nachbarn und der Kleinen Entente. Prag, 1. Juli, In London sind Vorhand- lungen zwischen dem Volkskommissär für das Aeußere Litwinow und dem rumänischen Außenminister T i t u l e s r u und einigen weiteren beteiligten Staaten darüber im Gange, daß die Genfer Definition(die sogenannte PolitiS- Definition) des Angreifers den Gegenstand zweier Konventionen bilde, wovon die eine zwischen der USSR. und de» ihr benachbarten Staaten, hie zweite zwischen der USSR. und der Kleinen Entente abgeschlossen wurde. Dieser zweiten Konvention würde anch die Türkei beitreten-. Rumänien würde also diese Konvention zweimal unterzeichnen, einmal als Mitglied der Kleinen Entente und das zlvcitemal als Nachbar der USSR. Die Verhandlungen, die im übrigen die Beziehungen der einzelnen Staaten der Kleinen Entente zu der USSR. in keiner Weise präjudizicren/ schreiten gut vorwärts; doch sind die Meldungen,, die in dar heutigen englischen Presse erschienen sind, vorläufig noch verfrüht. kin liehet Sümmchen! Paris, I. Juli.„New Aork Herold" meldet ans Washington, daß., das gestern abschließende amerikanische Stcucrjahr mit einem Fehlbetrag von 1759 Millionen Dollar(fast 50 Milliarde» tsch. Kronen) endet. Prag, 1. Juli. Die Zeichnungen aus die Sprozenti« staatliche ArbeitSanleihe au» dem Jahre 1033 betrage» Ke 1.787,032.100.— Die ZeichnungSsrist endete mit dem 30. Juni. In der verstrichenen Periode vom 24. bis 30. Juni wurden Ke 127,044.800.— gezeichnet nnd bar eingezahlt. Im Hinblick darauf, daß«S nicht möglich war, bi» zum 30. Juni, dem Tage, an welchem dir ZrichnungSfrist endete, alle aus den ent« Berlin, 1. Juli. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Das geheime StaatSpoli« zeiamt hat im Lause de» heutigen Tage» in ganz Preuße« die Geschäftsstellen folgender Verbände !geschloffen und deren Sckristenmaterial und son- tiges Vermögen sichergestellt: FriedrnSbuud deutscher Katholiken. Windhorsi-Bund, Sreuzschar, Sturmschar, Vottsverein für da» katholische Deutschland und BolkSverein-Verlag G. m. b. H., Katholischer Jungmänner-Vcrband, sowie Personenvereinigungen, die als Fortsetzung der genannten Organisationen anzusehen sind. Diese Maßnahmen waren notwend ig(l), da sich hrrauSgestellt hat, daß die genannten konfessionellen HilsSverbande des Zentrum« sich staatsfeindlich betätigt haben und durch«in«„systematische Geste" die natürliche Eingliederung großer Teile des katholischen Volke» in da» national« Deutschland zu sabotieren suchten. Durch diesen Mißbrauch religiöser und kirchlicher Einrichtungen für parteipolitische Zwecke mußte da» Verhältnis zwischen dein nationalen Staat und der katholischen Kirche ernstlich gefährdet werden. Richt berührt von den Maßnahmen bleiben die rein kirchlichen Vereine, die sich von einer parteipolitischen Einmischung kernh'elten und lediglich sozialen und charitativen Zwecken dienten. Ne» Hitler! Tic Angst. Berlin, 80. Juni.(Insa.) Im Bezirk Halle- Merseburg ist verboten worden, daß mehr als drei Personen ans der Straße rusamincnstche». Allen Slraßenpassanten ist cs verboten, die Hände in den Taschen zu halten. Rebellion im Arbeitsdienstlager. In Wickstadi bei Friedberg sollten in dem Arbeitsdienstlager, das unter der Leitung des Stahlhelms steht, zwei Mann wegen„kommunistischer Umtriebe" entlassen werden. Die anderen Arbeitsdicnstler solidarisierten sich aber mit den Zweien, marschierten geschlossen zu den Vorgesetzten, entsandten eine getvählte Delegation, die unter Androhung des Streiks die Forderung ans sofortige Rückgängigmachung der Entlassenen vorbrachte. Unter dem Druck deü gcschlosiene» Aufmarsches mußten die Entlassene» zurückgeNonuneji werden. Di« Sondergericht« wüten. Das Dortmunder Sondergericht verurteilte den-Hammerschmied Men wegen Verbreitung von „Greuelnaäbrichten" zu neun Monaten Gefängnis. Der Sozialocmokrat W,i»dmöller aus Selin, Beifang wurde zu einem Jahr und sechs Monat« Gefängnis verurteilt, tveil.er behauptet hatte, der Reichstagsbrand sei von Nationalsozialisten, gelvgr worden. Nldit mll Blumen bombardieren! Hitlers'Adjutant Brückner teilt mit:. Bei 'den letzte» großen Aufniärsch«»'-und- Fahrten sernt liegenden Filialen der Zeichnungsstellen «Inlangenden Zeichnungen zu verarbeiten, nnd daß einige Zeichnungen, die zwar in der Zeich- Nungsfrist angemeldet, aber noch nicht eingczahlt wurden, noch nicht verrechnet werden konnten, ist dir obige Gesamtsumme der Zeichnungen noch nicht definitiv und wird sich sicher noch erhöhen. Die Ergebnisse der letzten ZeichnungSwoch« sind sehr besriedigend. Ueber das Schicksal der ZentrumSparlei selbst ist, wie das BDZ meldet,«Ine Entscheidung noch nicht gefallen. Di« Beratungen innerhalb der Partei dürsten allerdings so weit abgeschlossen sein, daß von dieser Seite her der Auslosung der Partei und einem Hospitantrnverhältni« der Zentrumsabgeordneten bei den nationalsozialistischen Fraktionen Hindernisse nicht im Wege stehen. Die abschließenden Besprechungen mit den amtlichen Stellen über diese Fragen haben jedoch bisher noch nicht stattsinden können. Wenn sich bei diesen Besprechungen«in« völlig neu« Situation ergeben sollte, dürft« der ZentrumSsührer Dr. B r L n i n g mit den Parteiinstanzen berate». Die Bciithcncr Zcntriunsst'aktion hat sich heute aufgelöst. Die Abgeordneten des Zentrum» haben nm Ausnahme als Hospitanten in die NSDAP-Fraktion nackigesucht. Innerhalb der Bayrischen Bolkspartei steht der Beschluß fest, die Partei auszulösen. Zenlruinsiiar(ei in WMero auloelös und verboten! Stuttgart, 29. Juni. Durch ein« Verfügung des Reichsstatthalters für Württemberg, Murr, ist für das gesanie Gebiet de« Freistaates Württemberg die Zentrumüpartei mit allen ihren Unter- nnd Rebenorganisotionrn ansgelöst und verboten worden. Die Geschäftsräume wurden besetzt und nach der Durchsuchung versiegelt. 1 haben die Zuschauer wieder ein Bombardement mit Blumen ans den Wagen deü Führers eröfs- net. Dieses Wersen mit Blumen ist mit Gefahren für di« Insassen verbunden, wie wiederholte Vorfälle gezeigt haben. So erhielt kürzlich einer der Begleiter durch einen mit voller Wucht geschleuderten, aus Draht gewundene« Blumenstrauß eine Grsichtsvcrlctzung und hatte cs nur einer rechtzeitigen Kopfwcudung zu verdanken, daß nicht sein Auge gefährdet wurde. Das Werfen von Blumen auf den Wagen des Führers ist deshalb st r i k t untersagt. Das Flugzeug-Lamento. Berlin, 30. Juni.(Insa.) Am Donnerstag überflogen fünf polnische Flugzeuge auf dem Fluge Nach Gdingen ostdeutsches Gebiet. Diesmal tvarcn die Hoheitszeichen deutlich erkennbar, sagt ,der offizielle Bericht, weil cS sich- im Gegensatz ■ zu den Flitgzeugen über Berlin— wirklich uni ausländische Flugzeuge handelte. Der Vorfall , gibt den Nazis willkommenen Anlaß, das Geplärre über den mangelnden deutschen Luftschutz fortzuschc». Deutschland sei vollkommen wehrlos gegen derartige llebcrgriffc. Gar so schlimm steht die Sache ja nicht, nur will man nicht durch voreilige Schießerei verraten, daß die. R h e i n is ch e n Metallwerke vorzügliche A b w e h r k a n o n e n Herstellen!' Berlin,(Conti.) Wegen Uebcrflicgung Hinterpommerns durch eine polnische Militärslugstaffel will Deutschland bei der polnischen Regierung schärfsten Protest erheben. Her Kampl m Die ArbeitslosenoiiterstUtzumi. In diesen Tagen finden, wie bereits bekannt, die Verhandlungen der Gewerkschaften mit den Vertretern der Regierung statt, die eine Neuregelung der Arbeitslosenunterstüt zung betreffen. Die Arbeitslosenunterstützung bei uns beruht ans dem sogenannten Genter System, das heißt der Staat zahlt znr gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützung, die ein statu lenmäßig festgesetztes Recht des Mitgliedes ist, einen Beitrag. Die Vertreter der im„Deutschen Gewcrkschaftsbund" vereinigten Verbände haben seinerzeit der Einführung des Genter Systems nicht zugcstimmt, weil sic Anhänger der Zwangsversicherung für den Fall der Arbeitslosigkeit find/ So wie der Arbeiter gegen Krankheit, Alter, Invalidität und Unfall versichert ist, soll er auch gegen Arbeitslosigkeit versichert sein. Unsere Befürchtungen, die wir schon seinerzeit anläßlich der Einführung des Genter Systenis zum Ausdruck gebracht habe»,' haben sich leider als allzu richtig crtviescn. Die katastrophale Ar- bcitslosigkeit, die im Hlefolgc der Weltwirtschaftskrise auch über die Tschechoslowakei hercingebrochen ist, Hai an die Kassen der Gewerkschaften unerhörte Anforderungen gestellt. Die Getverkschaften haben in dieser Zeit Riefcnleistungcn für die Arbeitslosen vollbracht. Auch die finanziellen Leistungen des Staates sind naturgemäß mit der wachsenden Zahl der Arbeitslosen größer geworden. Es ist also nicht der Mißbrauch, der mit der Arbeitslosenunterstützung getrieben wurde, der die Staatsausgaben für die Arbeitslosen in die Höhe getrieben hat, sondern eben die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Sicherlich ist der Staat durch die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Anforderungen, die an ihm gestellt werden, in Bedrängnis geraten nnd die Lage erfordert e» durchaus, im Staatshaushalte zu sparen. Aber cs tväre verfehlt, diese Ersparungen gerade in der Sozialpolitik zu machen. Es gibt heute noch Schichten, die eine starke Belastung verhältnismäßig leicht zu tragen vermögen. Jedenfalls viel leichter al« die Arbeiterklasse. I n« b c s o n d c r S d i e Unternehmer bei uns haben e S v c r st a n- den, sich von jeder Leistung für die A r b e i t S l o s e n f ü r s o r ge zu d r ü ck e n. In anderen Staaten, wie in Deutschland und Oesterreich iragen die Unternehmer zu den Laste« Arbeitslosenunterstützung bei. Bei uns haben sic in den ganzen Jahren der Konjnnktiir und der Krise nicht einen Heller geopfert, damit die Arbeiter, die ihnen jahrelang große Oöewinne gebracht haben, in der Krise nicht verhungern. Selbst den Bettel von 100 Millionen.Kronen, den man von ihnen verlangt hat, haben sic nicht aufbringen wollen, und haben damit gezeigt, daß ihnen in Wahrheit das Schicksal der Bevölkerung wie das Schicksal des Staates vollkommen gleichgültig ist. Am zweckmäßigsten könnten Ersparungen dadurch gemacht werden, daß man die Zahl der Arbeitslosen herunterdrückt, daß man ihnen Arbeit verschafft, daß man die Arbeitszeit verkürzt. Auch dafür haben die Unternehmer, wie die Geufer Arbeitskonferenz gezeigt hat, gar kein Verständnis. So kann sich auch in der Frage des Schlitzes der Aermsten der Armen, der Arbeitslosen, die Arbeiterklasse n u r auf ihre eigenen Kräfte verlassen. Das ganze bürgerliche Lager steht ja seit Hahr und Tag einmütig zusammen, wenn es gilt,-mit den niedersten und lügenhaftesten Verleumdungen gegen die Arbeitslosenfürsorge zu Hetzen. Die Jndustriesnhrer. haben durch ihre rücksichtslos: Rationalisierungspolitik schon l in der Konjmlktur unzählige Arbeiter aus der miniii)iinimnnmnnininiiiiiiniiniiniiiiniiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiuiuiiiit)iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiii)iiiHiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuuuiiiuiiiiiiuuiuiii»iuuiiiutiiuutiimitniu Was sagt Herr Hilgenreiner zu dieser Demokratie? Alle katholischen Organisationen in Preußen aufgelöst. Angeblich wegen staatsfeindlicher Gesinnung. Sette 2 Sonntag. 2. Jull 1288 -Nr. 158 s war los dich ihr an Sts Jehl ad vei in! W r «tz: og roll -e täi tat cho el 31 it h> ei ii Id tt c c. it ii ei ul i rf könnte. So gibt er denn auf, was er gepredigt hat, und tritt m-t dem Brustton einer ständig wechselnden Ilebeneugung vor das Volk hin al- tragikomischer Wahrer und Mehrer der temokra- tischen Belange, al» Wardein des tschechoslowakischen Parlamentarismus und zweifelhafter Märtyrer einer Gesinnung, die treudeutsch und blitzblank, wie sie nun einmal ist, an die Variante de» LutherworteS gemahnt: lc !g v et -st 1!’ f> in ii« r ie )ic til i v o n ie i a Lillian stand auf und rief heftig:„Das geht zu weit! Deine Liebe berechtigt dich zu einem Rat, aber nicht zu einem Verbot." „Wenn du Distanz zu unserer heutigen Unterredung haben wirst, werden dir memc Worte richtig und gut erscheinen. Im übrigen, ich habe dich gewarnt, nun siebt eS bei dir, zu tun und zu lassen, was dir richtig scheint." Lillian sah in sich zusammengesunken da. Sie sah auch nicht auf, als es setzt draußen läutete und im Vorzimmer Slininten laut wurden, bemerkte also auch tiichi, daß sich über da- Gesicht ihre- Bräutigams nervöse Falten legten und er gespannt lauschte. Ais dann die Tür aus- ?ing und ein Herr eintrat, hob sie den Kopf und ah zu ihrem grenzenlosen Erstaunen, dah es jener Herr war, jener große, schlanke Mann, der ihr auf ihrem Wege zu Max gefolgt war. Er sah sie kurz und scharf an, trat auf Max zu und legitimierte sich. Sie bemerkte, daß Max bi« tu die Lippen erbleichte, taumelte und sich krampfhaft am Schreibtisch sesthielt. Sie sprang auf, um ihn zu stützen, füblte sich von ihm heftig zu- rückgestoßen und wandte ihren Blick fragend auf den Fremden. „Fräulein Lillian Band," wandte sich dieser sie. Sie erschrak, ohne noch zu wissen, warum. „WaS wollen Sie von mir?" ,Mo ist Borris Dobrunow?" S,e sah rasch zu Max hinüber und bemerkte, Arbeit geworfen; die Krise tat das Ihrige und so laufen sich heute viele Hunderttausend!! vergebens die Füße wund, um auch mir für ein paar Stunden eine Gelegenheitsarbeit zu erlangen. In der bürgerlichen Presse aber liest man jeden Moment gehässige Notizen über die „Arbeitsscheu" der Arbeitslosen, Fälle vereinzelten Mißbrauches werden in der gemeinsten Weise verallgemeinert und dazu benützt, nm scheinheilig nach strengster„Kontrolle" zu rufen. Darin steckt ein wohlaitsgeklügeltes System. Dem Bürgertum sind die Nachkrieg«« errungenschasten der Arbeiterschaft in sozial- volitischer Hinsicht ein Dorn tm Auge, und jetzt hält es die Zeit für gekontmen, einen radikalen Abbau dieser Errungenschaften durchzusetzen, die Herr Seipel alö„Revolutionsschutt" bezeichnete. 1 Ein Blick in die benachbarten Staaten zeigt, daß diese Tendenzen auch dort überall reichlich vorhanden sind und schon überall zu einem empfindlichen Mbau der sozialen Er-; rungenschaften geführt haben.; Und bei uns? In der Tschechoslowakei' ist es nur den übermenschlichen Anstrengun-. gen der sozialdemokratischen Partei zu danken, daß durch fast vier Krisenjahre hindurch i bisher der Ansturm der bürgerlichen Feinde i der Arbeitvlosenfürsorge ergebnislos blieb.DaS< wird leider viel zn wenig oder gar nicht i beachtet. i Nun aber, da die Uebermacht der bür- j gerlichen Parteien wenigstens die Einleitung< von Verhandlungen über eine Neuregelung, der Arbeitslosenfursorge doch erzwungen hat, nun suchen Christlichsoziale, Nazi nnd die< sonstige Opposition auS ihrer zum Teil höchst: unfreiwilligen Oppositionsstellung für sich den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. In Deutschland baut Hitler die Arbettslosenfürsorge um Milliarden ab, ohne daß unsere Hakenkreuzler mit der Wimper zucken. In Oesterreich baut Dollfuß die Sozialfürsorge ab, daß bald nur mehr Trümmer davon übrig sein werden. Bei uns haben seine klerikalen Brüder, als sie selbst in Zeiten höchster Konjunktur in der Regierung saßen, auf sozialpolitischem Gebiet nicht den Finger gerührt; erst dem sozialdemokratischen Fürsorgeminister Dr. Czech war es Vorbehalten, schon nach Beginn der Krise daS Genter System auszugestalren, die Krisenunterstützung und die produktive Arbeitslosenfürsorge von Grund aus aufzubauen. DaS alles hindert aber die Klerikalen nicht, jetzt Zeter und Mordio zu schreien, und sich als die einzig bewährten Vorkämpfer der Arbeiterschaft gerade in dieser Frage hinzustellen. Die Arbeiterschaft wird sich dadurch nicht irreführen lassen! Sie weiß, daß Gewerkschaften und Partei in dieser schicksalsschweren Frage in voller Einmütigkeit und Geschlossenheit alle ihre Kräfte einsetzen, um die Position der Arbeiterschaft auf das zäheste zu vcr- leidigen. An den Arbeitern lieg, es, gerade in diesen Kämpfen Partei und Gewerkschaft rück- haltSloS zu unterstützen und ihnen— auch gegen die Kommunisten— den Rücken zu decken. Dann braucht uns vor dem Ausgang dieses Ringens nicht bange zu sein! s.; Los LuS Helm. Lo Lu saß in ihrem entzückenden, kleinen Speisezimmer und blätterte in einem Buche. Sie chie» nicht ganz aufmerksam, denn sie überschlug manchmal vier bis fünf Seiten, blätterte dann wieder zurück, las ein paar Zeilen vom Schluß, dann wieder den Titel, und warf schließlich das Buch im Bogen auf den Diwan, wo es ein paar-- mal aufsprang, um dann raschelnd auf den Tep- rich zu fallen. Lo Lu stand auf, trat vor den i>ohen, schmalen Spiegel und fuhr mit dem Zeigefinger über die Angenbranen. Als die Tür ich öffnete, wandte sie nachlässig den Kops und ägte gähnend: „Leg noch etwas Kohle zu, Maria, eS ist kalt!" Maria war eine grobknochige Person von uildesinierbarem Alter, vernachlässigt, derb und von faulen Bewegungen. Die Nachbarn erzählten, sie sei Lo LuS Tante, andere meinten, ne sei ihre Amme, dritte vermuteten in ihr die Wirtschafterin der Schauspielerin, wieder andere eine entlaßene Garderobiere des Theaters. Für ver- wandtschastliche Beziehungen sprach in erster Linie die Tatsache, daß die beiden Frauen einander duzten, dagegen sprach aber, daß Lo Lu ein entzückendes Schlafzimmer, ein reizetwes Speisezimmer, ein mit Blumen und Basen, Spenden und Andenken überladenes Musikzimmer und etliche pikant auSgestattete Nebenräume bewohnte, in dieser ganzen, wahrhaft herrschaft- lichen Wohnung dieser Maria aber nur ein sehr primitives Kämmerchen übrig ließ, sofern sich diese Frau nicht überhaupt in der Küche aufhielt, wo sie ihre Tage mit Kochen, Waschen, Platten und den sonst notwendigen Erfordernissen deS Haushalts verbrachte. Auch hatte diese Fran nie i Zutritt zu den Gesellschaften Lo LuS, und eine i Tante pflegt man doch wenigstens vorzustellen. Anderseits hatte diese Maria aber wieder Rechte, Die Deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik ist bekanntlich die demokratischeste Partei im Staate, — wenn man den neuesten Beteuerungen ihrer Führer glauben darf.„Sind wir Demokraten?" ries der Parteivorsitzcnde Abg. Jung am 7. Mai d. I. vor der versammelten Gesamtleitung feiner Partei auS, und bevor sich darob ein begreiflich ironisches Gelächter erheben konnte, beantwortete er selbst seine rhetorische Frage mit den klafstschew Worten:„Solche wie die Sozialdemokraten zumin- de st auch. Aber ich behaupte, daß wir echtere Demokraten sind!" Wir wollen nun gewiß nicht mit Herrn Jung in einen edlen Wettstreit über die„Echtheit" i unserer Gesinnung cintretcn, aber angesichts| des ständigen Jammern« seiner Zeitungen über i den angeblichen Zusammenbruch der tschechoslo- I wakischeu Demokratie einmal die Zuverlässigkeit i seiner Gesinnung und seiner demokratischen! Beflissenheit überprüfen, und zwar an.Hand seiner eigene» Theorien. Vor kurzem erst haben wir unseren Lesern mitgeteilt, daß der Bankrott der nationalsozialistischen Ideologie durch die He,, ausgabe einer auf tschechoslowakisch« Loyalität umrodiglerien Neuauflage von JuygS„Ratio, nalem Sozialismus" eine nunmehr offen zu Tage Iteaenbc Tatsache geworden ist, und dies durch die Wiedergabe einiger in de, Neuauflage nicht mehr enthaltenen Stellen aus dem alten„Nationalen Sozialismus" bewiesen. Auch heute wollen wir zu diesen beiden aufschlußreichen Büchern zurückkehren und über- prüfen, wie Herr Jung und seine Partei seit dem Jahre 1922 die Demokratie beurteilt haben und was von den Erkenntnissen der II. Auslage des„Nationalen Sozialismus" nicht mehr in die Nussiger Neuauflage des Jahres 1933 übernommen werden durste. Da finden wi, gleich auf Seite 53 84 ein interessante- Bekenntnis, da» man dem Antisemiten und„Demokrat en Jung garnicht zugetraut hätte: „Fassen wir zusammen, so können wir sagen, daß die ganze international» Demokratie, deren angebliche Ideale die grcßc Presse und große Parteien vertreten, zu deren Fahne sie schwören, nicht-andere- ist als der politisch« Niederschlag des jüdischen Geistes und letzten Ende- keinem anderen Zwecke dient, al- der Aufrichtung der Weltherrschaft des Judentums!" In der Neuauflage ist diese köstliche Stelle natürlich nicht m«Hr enthalten, denn da die Su- detennazi heute f u r die Demokratie— nämlich In der Tschechoslowakei— eintreten, hieße das ja nicht- andere-, als daß sie bannt fürdteAuf- richtungder Weltherrschaft de- Judentum» kämpfen. Eine andere Probe nationalsozialistischer Gesinnungstüchtigkeit: „Wat man nun gar erst heutzutage vor- sichtigenveisc„Demokratie", also Bolk-herrschast nennt, ist nicht einmal mehr Parteiherrschast. sondern Parteiterrori-mu-." lS. 8t.) Heute tritt Herr Jung für die t s ch e ch o- I o wa k i s ch c Demokratie ein. Er wünscht also den„Parteiterrorismns" und die Klagen seiner Blätter über angebliche Terrorisierung sind einfach rätselhaft. „Die westlich-demokratische„Orlen- t i e r u n g"(wir bleiben bei dem Wort, weil eS die man einem gewöhnlichen und bezahlten Dienstboten nicht einräumt, sie öffnete die Post des Fräulein» und traf in dessen Abwesenheit wichtige Entscheidungen. Zank zwischen den beiden Frauen hört man eigentlich nie, obwohl man von allen Seiten ge- pannt darauf lauerte, schon um dieses rätselhafte Verhältnis zu ergründen. Frau Maria, oder vielleicht war sie ein alte» Fräulein, jung war sie bestimmt nickt mehr, sprach mit niemandem im Hause, und Gespräche auf der Treppe verstummten, wenn sie mit ihrem schweren Einkaufskorb vorüberging. Ihren Einkauf besorgte sie täglich um dieselbe Zeit, mit einer geradezu lächerlichen PünktlWeit. „Warum soll ich noch zulegen? ES ist nicht kalt," sagte sie mürrisch.„Du wirst doch bald zu Bett gehen." ^Aber mir ist kalt," sagte Lo Lu gereizt. Maria schürte das Feuer und heizte nach. Dabei murmelte sie Unverständliche». „Und?" fragt« sie dann, indem sie ihre großen.Hände an der Schürz« reinigt«. „WaS nun?" „Warum erzählst du mir nicht, lvas bei ihm lvar?" „Nicht viel!" „Du bist unruhig. WaS fürchtest du?" Lo Lu lacht«.„Fürchten? Du bist wirklich komisch! Habe ich schon je etwa» gefürchtet?" „Und diese» rojblonde Mädchen?" „Du weißt ebensogut wie ich, daß e» Lillian Band ist. Also wozu diese lnerarischen Umschreibungen!" „Wird er sie verlassen?" „Selbstverständlich!" „Hat er«S dir versprochen?" „Nein, aber ich hab« es ihm vom Gesichte gelesen. Jedenfalls ist er mir noch Immer verfallen. Ich brauche nur zu wünschen und er gehorcht, Und ich wünsche?' lFortleyung lolgr.) mit„Orte n l" zusommcnhängt> und daher am treffendsten die treibenden Kräfte kennzeichnet) hat auch im Kriege entsetzliches Unheil angestiftet. Sie war die Ursache aller Hemmungen in der Kriegführung; sie hat die Achtung der griechischen„Neutralität", den Aufschub de« verschärften Tauchbootkriege- in der ewigen und ach so vergeblichen Hoffnung aus Frieden-möglich- Icitcit, da- vorzeitige Aufrollen der polnischen Frage und der Bersassung-frage in Preußen verschuldet. Darin liegen aber die politischen H a u p t u r s a ch e n de- schließliche« staatlichen Zusammenbruch-. Alle« andere sind Begleiterscheinungen."(S. 61.) Heut« ist Herr Jung Demokrat, er tritt für die„politischen.Hauptursacken deS schließlichen staatlichen Zusammenbruchs" ein, er ist also— tn seiner Sprache gesprochen— ein nachträglicher Novemberverbrecher, reif für die Konzentrationslager de» Dritte» Reiches seiner reichsdeutschen Brüder. „Denn Sozialismus bedeutet die Ueberwin- dung der Herrschaft de» Kapital-, während Demokratie die ausgesprochene Herrschoft«sorm des Kapitalismu» ist."(S. SS.) Herr Jung, ein besserer Demokrat al- wir Marxisten, kämpft also für die„ausgesprochen« Herrschaftssorm de- Kapitalismus", tvaS wir zwar schon lang« wissen, aber als so offenherziges Geständnis au» seiner eigenen Feder niemal» erwartet hätten. Freilich sind all dies« Zitat« wicht mehr in der Neuauflage zu finden und auch die logisch« Konsequenz des„Nationalen SozialiS. muS" von 1922 wird man vergeblich suchen, denn bi« DN2AP. ist ja jetzt von Kops bi» Fuß auf Parlament und Demokratie eingestellt: „Dies ist der Grund, weshalb denn auch immer lauter der Ruf ertönt: weg vom Par l a m e n t a r I- m u- und zurück zur ständischen Verfassung. Gerade in nationalsozialistischen Kreisen hat dieser Gedanke kräftig Wurzel geschlagen."(3. 54K6.) Ausgetönt hat der Ruf in den dock zweifellos nationalsozialistischen Kreisen der DNSAP., denn jetzt erklärt der vergeßliche Inna: „Wir haben niemal« den Wunsch noch einer Aendcrung der tschechoslowakischen Berfas- snng im diktatorischen Sinne laut werden lassen." (Prag, 7. Mai 1838.) Jetzt bekennen sie sich zur tschechoslowakischen Demokratie, die sie durch elf Jahre al» Werkzeug des französischen Imp«rialiimuS der Judenknechtschaft und de» Novem« berverbrechen» zu diskreditieren versuchten. Und zwei Entgleisungen sind Herrn Jung— aus Versehen sogar In der Aussiger Neuauflage, passiert, denn dort lesen wir: „Politik war ihm(dem deutschen Spießbürger. D. Red.) stets in tirstter Seele zuwider, weil er diese Kunst nicht recht verstand. Neuerlich beweist e- der fürchterliche Hercinfall der“"'MjM' ' aus den möchte."(Vorwort zur I. Auslage. S. 5.) „Ter Liberalismus führte Im Geistesleben zur Herrschaft de« reinen Verstände»... Seine ! letzte Folgerung ist geistig die Vergöttlichung de- i Menschen, die unumschränkte Herrschaft i de-Geldes und die Anbetung de« goldenen Kalbes(M a m m o n i- m u S). Sein politisiber Ausdruck ist di« parlamentarische De« ! mokratir." „Ich?" fragte Max und lächelte,„woher soll ich da» wissen? Ich kenne den Herrn nicht." „Wollen Sie so gut sein und mich durch Ihre Wohnung führen?" „Bitte." Die Herren entfernten sich. Al» Max nach einer Weile allein zurückkam, sah er Lillian vor- tvurfSvoll an. „Du stehst, liebe- Kind, in welche Situationen du uns beide bringst." „Wer war das?" „Ein Gehelmpolizist." Aber warum bist du so furchtbar erschrocken? Du warst ja einer Ohnmacht nahe, Max! Seit wann bist du so schreckhaft?" „Ich... ich... nun ja... ich ahnte etwas... ich wußte nicht... welche Fragen der Alaun stellen würde..." „Gut. Aber du weißt doch wirklich nicht». Dein Erschrecken muß dem Beamten jo im höchsten Maße verdächtig vorgekommen sein. Ick begreife dich nicht. Nun wird man erst recht jeden meiner Schritte bewache». Dein Benehmen recht ungeschickt." „Jetzt machst du ntir noch Vorwürfe!" „Nichi Vorwürfe, sondern ich begreife nickt." „Also, bitt«, sprechen wir nicht mehr davon." Lillian. sah nach per Uhr. „ES ist spät. Ich muß in» Theater." Max küßte sie flüchtig auf die Stirn«, Hal m den Mantel, sprach ein Paar banale Ab- schiedsworie und geleitete sie zur Türe. Al» Lillian die Stiegen hinunterging, kam«» ihr in den Sinn, daß sie sich ihren ersten Besuch bei ihrem Bräutigam doch etwas anders vorgestellt hatte. In ihrem müden Kopfe erstürben die Gedanken. Sie fühlte sich erschöpft und war froh, al» ihr in der überfüllten Trambahn ein Herr seinen Platz anbot. daß er stck fahre und die Farbe wieder in seine Wangen zurückkehrte. ,„Ich weih es nicht," sagte sie fest. „Und Sie?" wandte sich der Beamte an Max. Die DNSAP. ober ist eine Partei, die sich momentan zum Parlamentarismus und zur Demokratie bekennt und dabei noch«In« besonder« Qualifikation für sich in Anspruch nehmen möchte. Sie macht also den„Schtvtndel der Westmachte" mit, sie nimmt die„ununrschränkte Herrschaft der Geldes" in Kauf, sie betet das goldene Kalb an und beklagt nur, dah der„poli- tische Ausdruck" des Mammonismus, die parlamentarische Demokratie, bei uns nicht rein genug ausgebildet ist. Gleichzeitig aber donnern zahllose Agitatoren der Partei, schmieren die Schriftleiter unermüdlich gegen Liberalismus und Geldherr- schäft, Judenpest und Novemberver» brechen, Frankreich und undeutschen Geist, Kapitalismus und jüdischen Mar- r i s m u s und gleichzeitig auch f ü r die Demokratie, di« nach Aussage de»„I. Parteivorsitzenden" doch die Ursache aller Uebel war— allerdings int Jahre 1922. Heute weih er es besser, denn er ist dahinter gekommen, dah die ganz« jahrelange alberne Hetze gegen die Demokratie vor allem ihn die Karriere verderben könnte. So gibt er denn auf, wa» er ........ feinten Uebeneugung vor das Volk hin al» ich.,'MM"..~~‘-‘ tischen Belange, als Wardein des tschechollowa- kischen Parlamentarismus und z""" Märtyrer einer Gesinnung, die treuteutsch und LutherworteS gemahnt: Hier steh' ich! Ich kann auch anders! Gott Helse mir! Amen! HUH l«ä. Nr. löB Sonntag, 2. Juli 1983 Seite 3 Ein stolzes Werk der sudetendeutschen Arbeiterbewegung: Das Erholungsheim der LrhcllerMrsorge In KlrsdiDerg eröffnet. An einem der schönsten Punkte Böhmens, zwischen Hirschbern und Thammühl, unmittelbar über dem See, erhebt sich ein Bau, in dem sich wie in manchem anderen und doch stärker und schöner noch als in allen früheren Werken proletarischer Selbsthilfe die Lebenskraft, der Opscr- mut und der Kampswille der sudctendeutschen Arbeiterbewegung verkörpern: das> Erholungsheim der A r b c i t e r f ii r so.r.q e, dos gestern unter Teilnahme von Delegierte» der gesamten proletarischen Bewegung des Landes eröffnet wurde. Ohne daß die Zeremonien ähnlicher Feiern, die im Bürgertum so beliebt sind, im geringsten kopiert wurden, ohne Festmahl und Trinksprüche, ohne Girlanden und Posaunentusch Ivar cs doch einer feierliche Eröffnu,ng, bezwingend gerade durch die Schlichtheit, mit. der d>« Schöpfer des Werkes cS feinem Zweck übergaben. WaS Genosse Dr. C z c ch dann in seiner Rede zum Ausdruck brachte, daß die Errichtung dieses stolzen Denkmals unserer Kraft gerade in dieser Zeit, da man uns totsagt, van besonderer Bedeutung, und daß der schöne Bau für unS alle ein Lichtblick in der grauen Zeit der Kriscnnot ist, das empfanden alle Besucher, das lag unausgesprochen. von Anbeginn in der Stimniuug der Menschen, die sich zusammengefunden hatten, um vom Anblick deS neuen Heimes die Aufmunterung mitzunehincn, nil» auch für feine Erhaltung und Ausgestaltung zu kämpscn. Vertreten waren das Ministerium für soziale Fürsorge durch den Minister selbst, die sozialdemokratische Partei durch die Genossen Dr. Czech und T a n b, die LanocSkommission für Kinderschuv und Jugendfürsorge, der Rcichsvcr- baud der Krankenkassen, die ilntcrverbände Gablonz und Aussig, die Waldstcinschc Güterdirektion(von welcher der Baugrund ertvorbcn wurde), die ZcntralgcwcrkschaftSkommission und die Gewerkschaften der Fabrikarbeiter, Eisenbahner, Metallarbeiter und Transportarbeiter, die Kulturorganisationen, der Gecverband und zahlreiche sozialdemokratische Organisationen der näheren und ferneren Umgebung von Hirlchberg. Nachdem Genosse H e r g e t die Erschienenen begrüßt hatte— besonders herzlich wurden von allen Bersammrltcn die Genossen Czech und Taub begrüßt— erteilte er dein Obmann der Arbeiterfürsorge, Genossen Hacken berg das Wort. Genosse Hacken berg skizzierte Wesen, Organisation und Aufgabe» des BerbandeS Arbcilerfur- serac und schilderte dann ben Werdegang deS nun vollendeten Werkes. ES war nicht leicht, den Entschluß zu einem so schwierigen Unternehmen in einer Zeit zu fassen, da die Krise die finanziellen Mittel der Arbeiterklasse erschöpfte. Aber die erst« Effektenlotteri« der Arbeiterfürsorge, die dank der guten Organisation einen schönen Gewinn abwarf, schuf einen Grundstock und der' Opfermut aller Zivrige der Arbeiterbewegung lat ein übriges. Genosse .Hackenberg dankte drm Genossen C z c ch, den Ge- werkschaften und Genossenschaften, dem Architekten Genossen Ta n t(Berlin) und'dem Genossen H a f e k, dem Leiter deS Baubüros der Ger sowie allen Arbeitern, die zur Vollendung des Werkes mitgeholfen haben. Er schloß mit der Aufforderung, das geschaffene Werk nun auch erholten zu Helsen. Utsprüng- lich der Erholung schulentlassener Jugendlicher bestimmt, wird daS Heim nun auch als Kinderferienheim Verwendung finden. Aber nur dann wird eS wachsen und gcdei- hen, wenn alle Teile der Arbeilerbewcgung es ver- stätidnisvoll fördern. Dann gab Genosse Dr. Czech den herzlichsten Glückwünschen der deutschen Sozialdemokratie an die Arbeiterfürsorge Ausdruck. Er sagte u. a.: »Da» Heim ist aus der zielbewußten, von sozialistischem Geiste erfüllten Arbeit unseres Perbande» Arbeiterfürsorge erwachsen und der lud«, tcndcutschcn proletarischen Jugend gewidmet. Unser« Partei ist glücklich, an dieser Feier teilnehmen, und bei dieser Gelegenheit neuerlich ihrer innigen Verbundenheit mit der Arbeiterfürsorge Ausdruck geben zu können, mit der Organisation, die berufen ist, sozialistische Wohlfahrtsarbeit im edelsten Sinne zu leisten. Obivohl die Arbeiterfürsorge alle Zweige der Fürsorgearbeit betreut, hat sie zweifellos richtig erkannt, daß' dir I u> gendsürsorg« dao brennend st r Problem, daß all« andere Fürsorge in der für die Jugend verwurzelt Ist und daß hier dir p r o d u l- tivste Arbeit geleistet tverden kann. Gerade die jetzige Zett erfordert die Konzfntratiou aller Kräfte in dieser Richtung. Dieser Erkenntnis hat di« Arbeiterfürsorge ihre ganze Arbeit angepaßt, rin« Arbeit, die iu dem stolzen Werk, das sie heute feinem Zweck« übergibt, lebendigsten Ausdruck findet. Es gibt keinen Teil der Bevölkerung, der von der Kris« und der MasienarbritSlosigkeit so schwer helmgesucht wäre wie dir Jugend. Sie ist durch di« Auswirkungen der Krise und des Massenelend» schwersten gesundheitlichen, wirtschaftlichen und moralischen Schäden ausgesetzt. So droht sie einer stumpfen Resignation zu verfallen, dl« bisher da» traurige Privileg dr» Alter» gewesen ist... Hier hat der Hebel cinznsctzcn, und zwar darf die Abstellung dieses UrbelS nicht als«in ferne» Ziel, sondern sie muß als unmittelbarste und brennendste Ge- genwartSaufgabe verstanden werden. ES ist das Verdienst der Arbeiterfürsorge, hier ein vorbildliche» Werk geschaffen haben, zu dem wir bewundernd aufblicken, da» uns mit Stolz und Freud« erfüllt. Wohl weiß dir Arbeiterfürsorge, daß nur eine grundlegende Aendrrung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse das Schicksal der Jugend zu wenden vermag, daß alle Wohlfahrtspflege ein unzulängliche» Surrogat ist, aber sie erfüllt thrr Pflicht, mit durchgreifenden Maßnahmen da» traurige Lo» der Jugend zu lindern, solange eine entscheidende Wandlung in den sozialen Verhältnissen nicht erkämpft ist. Unsere großen Meister haben niemal» die Lehr« vertreten, daß die Befreiung der Arbeiterklasse desto besser und schneller erkämpft werden könnte, je rascher ihr körperlicher und geistiger Verfall fortschreitet, sondern sie haben im Gegenteil gelehrt, daß nur ein körperlich und geistig gesunde» Proletariat die kapitalistische Produktionsweise au» den Angeln heben wird. Darum haben sie der Gewerkschaftsbewegung und dem Arbeiterschutz da» Wort geredet. Gleichen Zielen strebt die WohlsahrtSarbeit der Arbeiter- silrsorg« zu. Diese» Hau«, dessen Anblick unS mit neuem Mut erfüllt, ist eine schöpferische Arbeit, ketue Wohltöterei, es ist au» zielbewußter sozialistischer Arbeit hervorgegangen, ein leuchtende» Werk proletarischer Selbsthilfe. In dieser Stunde, di« uu» «inen Lichtblick in schwerer Zeit gewährt, wollen wir zum Ausdruck bringen, was uu» am tiefsten beloegt, wenn wir diese» Werk seinem Zweck übergebe»: daß unsere Bewegung in einer Zeit allgr» Zum 2. Juli. Heul« findet in allen Ländern ein internationaler GenossenschostStag statt, dessen Zweck «S ist, die Bedeutung der G«nossensck)asten für daS Wirtschaftsleben, für das Leben der Arbeiter und für den Aufstieg des Proletariats hervor- zuhcben. Es ist gerade jetzt notwendig, auch der Genossenschaften zu gedenken, denn so wie der Ansturm der Arbeiterfcinde gegen all« Institutionen der Arbeiterbewegung erfolgt, so haben sich auch die Genossenschaften der gehässigsten Feindschaft unserer Gegiker zu erfreuen. Gerade in der letzten Zeit werden auch bei unS in der Tschechoslowakei die Genosienschaften verleumdet, vor allem wird das Schlagwort auSgegeben, daß die Genosienschaften weniger Steuern zahlen als der private.Handel und aus diese Weise bevorzugt werden. Die genossenschaftliche und auch.die svzialdemokratisch« Presse hat immer wieder.auf die Nichtigkeit dieses Argumente» hingewicsen. ES wurde dargelegt, daß di« Geuossenschaftcn nicht weniger, sondern in Wirklichkeit mehr an Erl verbsteiler zahlen, und daß auch die Umsatzsteuer redlich fatiert nud regelmäßig abgeführt wird. ES ist daher notwendig, die Bevölkerung immer wiÄer auszuklären über die Genosicn- schaften, über ihr Wesen, ihre Funktion. Welche Bedeutung die Genosienschaften für die Konsu- menten haben, geht aus einer jungst veröffentlichten Untersuchung deS Statistischen Staats meinen wirtschaftlichen Niedergänge» großzügig«> Aufbauarbeit leistet, di« am besten da» Märchen I vom absterbenden Marxismus widerlegt." Genosse Dr. Czech dankte dann noch dem Genossen Hacke n berg, ohne dessen Arbeit da» Hau! nicht geschlissen worden wär«, er dankte auch dem! künstlerischen Schöpfer des Werkes, der es zuni sinnsälligcn Ausdruck unserer Ideen gemacht hat und sprach abschließend im Namen des Ministeriums seine Freude darüber au», daß unsere sozialen Ein- richlungen um eine vorbildliche Schöpfung vermehrt wurden. Es sprach dann.Herr Architekt Kühn für dre LandeSkoiiliinssion. Er teilte mit, daß diese KZ Freiplätze für da» Heim gestiftet hat. * Nunmehr fand eine Führung durch die Räume statt. Die Architektonik des Hause» ist einfach und zweckmäßig, eben dadurch aber bietet sich dem Beschauer vom See her ein malerischer Anblick, während von der Landseite aus der große grüne Natur- park das-Haus den Blicken beinahe entzieht. Tas Nntergtschoß ist gegen den Sc« zu In Art einer -Säulenhalle ofseu, über der sich eine Terrasse erhebt, rückwärts ist es in da» abfallende Gelände eingebaut. DaS Untcrgrfckzoß enthält Wohnungen für das Personal, Garproben für Burschen und Mädchen mit Waschräumen, die Wohnung des Hausbesorgers, einen größeren Gastraum und drei kleine Gast- zimnier, eine Werkstatt, Räum« sür Koks- und Koh- lenvorräte, einen Hochdruckkessel für dir Wäscherei, den Warmwasserkesscl, Klosetts für die Badeiiden und eine maschinell betrieben« Wäscher«. Ein« Wendeltreppe führt als Abschluß der Säulenhalle hinauf zur Tervasie des Erdgeschoßes. Dort findet man neben dem Foyer eine groß«, modern« niit Sparhrrd eingerichtet« Küche und«inen besonderen Spülraunt, gegen den See zu aber zwei helle geräumige Speisezimmer, die auch für Vortrag»- zwccke adaptiert werden können und von denen man aus die Terrasse gelangt. Im ersten Stock befinden sich Schlafzimmer mit einem bis zu vier Belten, Bäder und Klosetts, gegen den Sce zu ein durchlauscnder Balkon, im zweiten Stock je ein größerer Schlafraum für Jungen und Mädel mit einem dazwischenliegenden Zimmer fürs die Aufsicht, die beide Schlassäte überblicken kann. Im dritten Stock sind noch zwei größere Schlafzimmer uutergebracht: Vom dritten Stockwerk ans gelangt man auf eine herrlich« Sonnenterrassc. Im zweiten Stock ist eine große Waschanlage mit Wand- decken und Brausen, im ersten Stock gibt es Wannenbäder. Ein eigenes Untersnchungszimnier und ein Lesezimmer sind vorhanden. Die Einrichtung der Zimmer ist modern und zweckmäßig, die hygienischen Maßnahmen sind vorbi-ldlich zu nennen. Alle Böden ha-bcn Gunimibelag, den ebenso wie die Tischlerei-Arbeiten dir Gec in ihren eigenen Werkstätten hergestellt hat. Die Trinkwasserversorgung ist durch«inen eigenen Brunuen sichergestellt. Wundervoll-ist der Ausblick au» den Zimmern und Sälen aus den See und die grünen Hügel und Berge, den Bösig und di« Orte Hirschberg und Thammühl. Terrassen sonnig fällt das Gelände vordem Heim zunr See ab, ein schöner Badestrand schließt gegen daS User zu an. Alle.Herrlichkeiten der Natur, Wald und Wasier, Sonne, Lust und eine bezaubernde Landschaft vereinen sich mit den von Menschenhand geschossenen Einrichtungen, dazu, der proletarischen Jugend hier— um nicht zu sagen ein kleine» Paradies— doch einen vorbildlich schön«» Ort kövpevlicher und seelischer Erholung zu schassen. Di« Pläne des Baues hat wie schon erwähnt Taut, Berlin, geschaffen, di« Bauführung lag in den Händen des Baumeister« Böhm aus Kanrnitz, der Baumeister der Gec, Genosse Hajek hat den Bau dauernd überwacht. * Nun liegt eS an den Arbeitern, ihr Heim zu fördern. Raum für weitere Bauten ist da. Unsere neue Effektenlotterie soll dazu Helsen, daß cö bald heißen kann: cs wachsen die Räum«, es dehnt sich das Haus. 80biü90Kinder werden eS in den nächsten Monaten mit Fröhlichkeit amtes hervor, durch welche fcstgestellt worden ist, daß die Konsumverein« im Durchschnitt um 8.1 Prozent niedrigere Preist ausweisen als der Privathandel. Wenn die Genossenschaften nicht bestünden, würden in vielen Orten die Preis« viel höher sein. So aber ist der Kaufniann genötigt, die Preise au» Konkurrenzrücksichlen gegenüber den Konsumvereinen herabzusehen. Aber auch volkswirtschaftlich und weltwirtschaftlich sind die Äenosiensckzaflen von großer Bedeutung. Gerade in unserer Zeit, da wir den Zusammenbruch des PrivatkapilaliSmuS unterleben, sehen wir, daß die genossenschaftliche Gemeinwirtschaft der privatkapitalistischen Wirtschaft überlegen ist. Auch bei uns in der Tschechoslowakei hat es sich gezeigt, daß die Konsumverein« sich der Wirtschaftskrise gegenüber viel standhafter erwiesen haben als daS Privatkapital. Freilich lwben durch die Schwächung der Konsumkrafl der Arbeiter auch die Genosienschaflen gelitten und cs ist daher die Pflicht eines jeden, der sich über den Wert der genosionschaftlichcii Organisation klar ist, am internationalen GenasienschaflS- tag unserer KonsumvercinSbetvcgung neue Mitglieder zuzuführen. und Leben erfüllen. Möge eS ein Heerlager unserer frohen und freien Jugend werden. Di« Ereignisse in Deutschland mahnen und aber auch, stets bereit zu sein, daS Eigentum der Arbeiter zu verteidigen. Da» Proletariat ist groß gewesen an schöpferischen Leistungen, es muß auch lernen, sie gegen saseistische Räuber zn schlitzen! * DamSlog nachmittags fand in Hirschbcrg die Hauptversammlung des Verbandes A r b« i ter sü rso r gc statt. Di« Bcr-ichte wurden genehmigt, der Kassier entlastet. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: -Obmann: Hackciibcrg. Stellvertreter: Taub und Hcrgct, Schristsührer: Kögtrr und Else Schäfer, Kassiere: Kreisky und Dietl, Beisitzer: Blatny, Czech, Dr. Gruschka, Schloß- nickcl, Macoun, Kontrolle: Rudolf Fischer, Krcjci, Jilg, Paul, Sacher, Erivcitertcr Vorstand(kooptiert): Rind, Tentsch. Kühnel, Schuster Th-, Richter Ernst, Jllner, Schäfer Anton, Roscher, Tr Wiener, Kirpal, Geißler, Hock«, Hofbauer, Pölzl, Müller Heinrich, Dr. Frankl, Schack. müssen in Paris geohrlclgt! Paris, 29. Juni. Der bekannte deutsche Großindustrielle und persönliche Freund des Reichskanzlers Hitler, Herr Thyssen, der seit einigen Tagen sich in Paris anshält, wurde gestern Abend in der Halle eines Hotels in der Avemic deS Champs-ElysäcS von einem Unbekannten gestellt und, nachdem dieser ihn beauftragt hatte, di« Ohrfeigen an Herrn Hitler w c i t c r z n g e b e n, jämmerlich verprügelt. Herr Thyssen wagte nicht, sich zur Wehr zu sehen; und in der grgßcn und dichtbesetzleu Hotelhalle fand sich niemand, der ihm, über dessen Namen, Herkommen und Beziehungen man allgemein informiert zu sein schien, zur Hilfe geeilt wäre. Der Täter verließ nach dem Zwischenfall In aller Ruhe das Hotel; die später angestelllcn Ermittlungen halten keinen Erfolg. genösse«rlppner vronhau von«er SA verholtet. Genosse Wenzel Krippner aus Brandau ging gestern nach Olbernhau, nm seine Invalidenrente zu holen. Al» er ans dem Heimweg war, tviirde er aus der Arenzbrücke bei Grllnthal von SA-Lenten fcstgcnommen. Es wird alles unternommen werden müssen, um den Genosirn Krippner aus den Händen der SA zu befreien, denn auf ihn hat man eft feit langem abgesehen. Erst vor wenigen Tagen hat unS Genosie Krippner mitgeieilt, daß eine Frau von Olbernhau, deren Sohn bei der SA ist, ihm heimlich Mitteilen ließ, er möge sich in Acht nehmen, denn man habe bei den Nazis beschlossen, seiner habhaft zu werden! Um das Genter System. Bisher noch kein« meritorifchen Entscheidungen. Prag, 1. Juli. Die Frag« der Acnderung der bisherigen Form der ArbcitSlofenfürforge beschäftigt in der letzten Zeit in intensiver Weise die maßgebende» Faktoren, noch mehr allerdings die bürgerliche und kommunistische Presie, die fast jeden Tag über den Stand der Bczchand- lungen ganz kritiklos allerhand Gerüchte und Couloirtratsch in sensationeller Form ihren Lesern als zuverlässige Meldungen serviert. Tatsache ist, daß die vom politischen Ministcrkomit-e eingesetzte sozialpolitische Ministcrkommission, die aus den Ministern B r a d a ü, Dr. Czech und Kramck besteht, in den letzten Tagen eine ganze Reihe von Sitzungen abgeyalten hat, in welcher diese Probleme eingehend erörtert wurden. Bisher haben dies« Verhandlungen jedoch lediglich nach der Richtnng rin konkretes Ergebnis gezeitigt, daß neue Richtlinien für Die Durchführung der Ernährungsaktion beschlossen und auch vom Ministerrat bereits verabschiedet wurden. Dagegen befinden sich die Verhandlungen über eine Acnderung de» Genter System» bisher noch immer in einem B o r- st a d i n m, ohne daß bisher irgendein meritori- schcr Beschluß gefaßt worden wäre. Im Rahmen dieser Verhandlungen hat der Ministerpräsident vor kurzem die Gewerkschaftsführer zu einer Besprechung cingeladen, um mit ihnen da» zur Verhandlung stehende Problem zu erörtern. Auch der Minister für soziale Fürsorge Genosse Dr. Czech tvurde damit betraut, in einer Aussprache, die am Freitag statlsand, neuerdings mit den Gewerkschaftsführern über dieses Thema zu verhandeln und ihre Stellungnahme zn gewissen Fragen enlgcgenzunchmcn.. Die in einrnr Teil der,heutigen Presie über den Verlauf dieser Aussprache wiedcrgcgcbenen' Meldungen geben jedoch den Verlauf dieser Verhandlungen durchaus u n z ntr r f f e n D wieder. Der Unternehmer buttert wieder. Nachdem die Nalioualsozialisten die Fascisie- rung der reichsdeuIschen Gewerkschaften vollendet haben, lasirn sic allmählich die schönen Phrasen von den Arbeiteiintcresirn fallen. Sie glauben sich schon stark genug, um den Arbeiter» ihr wahre» Gesicht zu zeigen. Im„Völkischen Benbachter" vcrössentlichl der Führer der Arbeitsfront. Dr. Ley, einen Artikel über den zukünftigen Zustand im Betrieb. Darin heißt«»: „Deshalb wird der sländisckie Ausbau als erstes dem nationalen Führer eines Betriebes, das heiß! dem U u l«r n e h m e r, die voll« Führung wieder i u d i e H a u d g c b e ii und damit aber auch die volle Bcraulwvrlung ausladen. Der B e l r i c b s r n I eine- Werkes besteht aus Arbeitern, Angcslclllen und dein Unternehmer. Jedoch Hal der Betriebsrat nur beratende Stimme. Entscheiden kann allein der U n lerne h m e r.. Die deulschcn Kapitalisten können von Tag zu Tag mehr mit der Herrschaft Hitlers zufrieden sein. Von diesen Dingen sprechen aber hierzulande die Hakenkrcnzler- nicht, weil man Arbeitern und Angestellten nicht das eigentlichc Wesen des yillerischc» Fascismus zeigen lvill. Eine gemeinsame Beratung deutscher und tschechischer Agrarier fand, tvie die„Landpost" meldet, dieser Tage unter dem Vorsitz der Abge- ordneten Beran und Z i e r h n t statt. Abgeordneter Beran referierte über die Politische Lag«, der Obcrdirekior der Cooperativa, Dr. Feierabend, übe die letzte Konferenz der Agrarstaaten Süd- und Mitteleuropas in Bukarest, Abgeordneter Dr. Z a d i n a über die Syndikate und Abg. Dr. H o d i n a über die Arbeiislascnnnter- stützung. Die Beratungen werden nächste Woche fortgesetzt. Sic sollen der Ausstellung eines ge- mciiisamcn Arbcitkprogrammes der beiden agra« rischen Parteien dienen. Lausitzer Serben und SPD. Jni Reichenberger tschechisch- sozialdemokratischen Organ „Jcötödskv obzor, veröffentlicht Srnajor Kouöa einen Artikel, in dem er sich über die Lage der reichsdentfchen Sozialdemokratie äußert. Bemerkenswert ist dabei, was er in diesem Zusammenhang über die Lausitzer Serben sagt: Er meint, baß sw dank der Weimarer Verfasiung den nötigen Schutz für ihre nationalen Bedürfnisse stets genossen hätte» Diese Weimarer Verfassung war ein Werk der reich-deutschen Sozialdemokratie. Nun hat das Hatenkrenzregime auch die Lausitzer Serben vernichtet. Internationaler Gonoitenldiaitslao Beite 4 Sonntag, 2. Juli 1988 Nr. 188 Anton Werst NU« Gattenftastnng— deerßnGsr WSrder. Gr gesteyt Sen Morst an Ver Leyrer« Armey, nroduröst Dr Oirl^it envltrst von jedem Vervaryt gereinigt»st. Eger, 1. Juli. Roch tage- und wochenlangen Einvernahmen durch die Untersuchung«, richter de« Egerer KreiSgerichteS Dr. Josef Pfannerer und Dr. KomKol, die im engsten Zusammenhang mit der Gendarmerie arbeiteten, hat der unter dem Verdachte der Ermordung de« 65jährigen Nachtwächters Joses Kohlert im Promenhos verhaftete Gelegenheitsarbeiter Anton Weih an« Galtenstollung, dnrch die Verhöre vollständig zermürbt, ein aufsehenerregende« Geständnis zu Protokoll gegeben. Nach diesem Protokoll bat er nicht nur den Mord an dem genannten Nachtwächter in der Nacht auf den 14. Mai d. I. verübt, sondern auch in der Nacht zum-8. März 1929 dir Gemüsehändlerin Sophie Krau« in Asch ermordet und gestand schließlich auch, was besonder« sensationell wirkt, ein, den bisher nicht ausgeklärten Mord an der L e h r e r i n Fritsch in Galten» stalluna am 7. Feber>929 begangen zu haben. Zur Zeit der Verübung dieses Morde« war Weiß 25 Jahre alt. Da« lückenlose Geständnis de« Weiß stimmt mit ollen Ergebnissen der Untersuchungen in den drei Mordsällen überein, so daß an der Nichtigkeit des Geständnisses nicht zu zweifeln ist. Der Mord an der Lehrerin Fritsch hat seinerzeit' große» Aussehen erregt, weil der Arzt Dr. G i r s ch i k au« Heiligenkreuz unter dem Verdachte, den Mord begangen zu haben, in Untersuchung«hast genommen worden war. Da« Verfahren mußt« später wegen Mangels an Beweisen eingestellt werden, doch hastete an dem Arzt rin furchtbarer Verdacht, dessen er sich auch durch zahllose Verleumdung«- und EhrenbrleidigungS- prozesse nicht immer restlos erwehren konnte. Anton Weiß ist Gelegenheitsarbeiter und wohnt ständig in Galtenstaftung, vorübergehend hielt er sich auch in Asch aus. niniinniiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiunniiiiiiininiiHiiiiiiiiiiiniiiiiiimiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii) Tagesneuigkeiten Schreckenstat einer Kellnerin. Mord an einm Gastwirt. In Hohenlcipa bei Dittersbach im Bezirk Telsche« hat» sich in der Nacht vom L7. zum 28. Juni eine grauenhafte Bluttat abgespielt. Der im 43. Lebensjahr stehende Gastwirt Eduard Knobloch wurde Mittwoch früh in seinem Gastlokalc niit zertrümmertem Schädel tot ansgesnndcn. Ta alle Anzeichen unzweifelhaft auf ein Verbrechen hindcutctcn, wurde sofort dir Gendarmerie in Dittersbach und die Unter- suchungskommissiou von Vöhrn.-Leipa aus den Tatort gerufen. Die Untersuchung des Toten bestätigte die Annahme eines Verbrechens und im Zuge der Untersuchungen wurde sestgcstellt, daß der Gastwirt von fremder Hand durch mehrere w u ch t i g c Axthiebe aus den Kops erschlagen worden war. Ter Kopf des Toten zeigte etliche Vcilhiebe, welche sowohl mit der Schlag- als auch mit der scharfen Seite anSgcsührt waren, tvobci die Schädeldccke vollständig zertrümmert und das Gehirn bloßgelegt wurde. Ter Verdacht der Täterschaft richtete sich gegen die bei'■ dem Ermordeten bedienstete 20 Jahre alte Kellnerin Rosa H e k n e r au« Cleinschönau. Tie Kellnerin wurde von der Untersuchungskommission einem scharfen Verhör unterzogen, jedoch leugnete sic beharrlich, mit dem Morde in Verbindung zu stehen. Ta sie sich aber im Verlauf der mchrltündigen Untersuchung verschiedentlich in Widersprüche verwickelt batte, gab sie schließlich das Leugnen aus und legte ciir volles Geständnis der Tat ab. Sic gab an, daß sie Dienstag gegen Mitternacht in volltrunkenem Zustande von einer Bummclreisc zuriickgrkchrt sei und ihren Tienstgeber, der im Gastlokal zu schlafen Pflegte, im Schlafe überfallen und erschlagen hatte. Als Grund der Tal führte die Kellnerin wiederholte Streitigkeiten und Mißhandlungen von seilen ihres Tirnstgrbers an, wodurch sie in maßlose Wut geraten sei. Sic wurde dem Kreisgericht in Böhm.-Lcipa cin- gcliesert. Einbildung mit dem Leben bezadtt. Aus N e» h a n s wird berichtet: Bei dem Klcmpncrmcistcr BobiK in KunLak war der Gehilfe AloiS B r t n i c k y beschäftigt, der von sich behauptete, daß der elektrische Strom auf ihn nicht reagiere. Als er auf dem Tach eines Hanfes in KunSak, über das die Drähte der elektrischen Leitung führen, eine Reparatur vornahm, wollte er wahrscheinlich an dieser Leitung die Widerstandskraft seines Körpers gegen den elektrischen Strom erproben und berührte den Draht. Er bekam einen starken elektrischen Schlag, fiel vom Dach und; c r s ch l u g s i ch die Schädeldccke. Er verschied in kurzer Zeit nach der Einlicscrnng in das Neuhauser Krankenhaus. Drei Hinrichtungen an einem Tag in Hitler-Deutschland. Werden an der Aller, 1. Juli. Aus dem Hose de» Landgcrichtsgcfängnisseü wurden heute früh der 24 j ä h r i a e Steinmetz Heinrich Borg- Wardt aus Walsrode.»ud der 22 j ä h r i g e Schuhmacher Ferdinand Stolle aus Heusteds im Kreise Syke durch den Scharfrichter Gröplcr au« Magdeburg mit dem Handbeil hingerichtct. Jeder von ihnen hatte seine Braut ermordet. Altona, 1. Juli. Ter wegen des Mordes an der Ehefrau eines Kapitäns in Blangkenese zum. Tode verurteilte Reisende Gustav Koppel aus Hamburg ist heute morgens enthauptet worden. Die Mordtat erregte damals wegen ihrer besonderen Brutalität größte Empörung. Ter Mörder hatte neben der Leiche noch eine Flasche Wein getrunken. Die Neuentdeckung lm mährischen Karst. Bekanntlich ist cs Professor A b s o l o n und einen Mitarbeitern im heurigen Winter gelungen, einige neue unterirdische Höhlen und Gänge in der Ma c o ch a im mährischen Karst zu ent- decken. Diese Neuentdeckung wurde nun soweit ausgebant, daß die Möglichkeit geschaffen wurde, vom Grund der Macocha mit Kähnen, die elektrisch betrieben werden, auf der unterirdisch licßendcu P u n k w a zu dem Höhlcncingang zu gelangen. Gestern wurden nun diese neuen t- decktrn Teile der Macocha in Anwesenheit von Vertretern des Landes, der Presse, der Schulen, der Touristenvercine und anderer Körperschaften in feierlicher Weise der Ocffent- l i ch k e i t übergeben. Ter Vorsitzende des Verbandes der Karstgemcinden, N e z v a l, begrüßte dir Erschienenen,»vorauf Prof. Dr. 8 v a m b e r a von der Karlsnnivcrsität die Bedeutung des mährischen Karstes und seiner von Prof. A b s o l o n erschlossenen Höhleugebiele in naturwissenschaftlicher und propagandistischer Hinsicht würdigte. Nachdem Prof. A b s o l o n dem Redner gedankt und betont hatte, daß hier für ihn erst der Beginn der Forschungsarbeiten des mährischen Karstes, dessen größter Teil nach der Erforschung darrt, sei, wurde der neue unterirdische Wasserweg zum ersteumale befahren. Die Teilnehmer an dieser Fahrt batten Gelegenheit, sich von der romantischen Schönheit dieses neu erschlossenen unterirdischen Wasserweges zu überzeugen. Reu« Arbeiter in Solymar noch am Leben? Budapest, 1. Juli. In Solymar werden die RetlungSarbeitcu in schnellstem Tempo fortgesetzt, da inan noch immer nicht vollständig die Hoffnung auf Rettung der im Erdiuncrn eiugcschlos- senen Bergleute aufgcgebcu hat. Wie jetzt festge- strllt werden kouute, haben sich n e u n Bergarbeiter an einer geschützten Stelle beftindeu, so daß man damit rechnet, daß diese neun Arbeiter noch an» Leben sind. Dir gewaltigen Schlammasscn behindern zwar noch immer das Vordringen der Rettungsmannschaft, man hofft aber, die Unfallstellc bald erreichen zu können. Deutsche Piraten im Estinesische« Meer? Dairen, 1. Juli.(Reuter.) Drei Personen, angeblich deutscher Nationalität, wurde»» hier wegen des Verbrechens des Piratentnms und des Mordes auf den» Chiuesischcu Meere verhaftet. Tic Polizei sucht noch einen weiteren Deutschen und einen Schweizer, die in die Sache I verwickelt sein soste». Tie erwähnten Personen! sollen die Besatzung des chinesische»» Fracht- oampfers„Schcnganaj", die aus drei Russen und sieben Chinesen bestand, ermordet haben. Dann sollen sic die Leichen unweit von Tientsin über Bord geworfen und sich des Schiffes bemächtigt haben, das jedoch gescheitert sei. Sie wollten das Schiss mit der Ladung in Aincrika verkaufen. Minister für soziale Fürsorge Genosse Doktor Czech empfängt Dienstag, den 4. Juli, keine Besuche. Endlich besseres Wetter? Vom Weste»» her breitet sich i»un gegen das Birrnenland ein hö-j hcrer Luftdruck aus, so daß allmähliche Beruh!- t gung u»»d Wetterbcsscrung erwartet werden kann.> Wettervorhersage für heute: Bon Weste»» her fortschreitende Besserung; tagsüber bereits etwas wärmer, abflauendcr Wind. Ermäßigte Holbjahreskorten für Berufsreisende. Laut Mitteilung des Bundes der Vertreter und Reisenden, Fachgruppe des Allgcinci- nen Arrgestolltriv-Berbaudes Reickenberg. wurde mit deren Ausgabe bereits begonnen. Sänmigc Interessenten werde»» zur rascheste»» Bestellung aufgcsordert»»nd a»»ch auf die in die erste Juli- Woche fallenden zwei Feiertage aufmerksam gemacht, durch die sich die Besorguilg verzögert. Bestellungen nimmt entgegen und Aufklärungen erteilt der Bund der Vertreter und Reisenden, Teplih-Schönan, Cichwalder. Straße 39(Fach- grnppe des Allgemeinen Angestellten Verbandes, Reichenberg). Polnische« Flugzeug an der deutschen Grenze? Wie der Landrat in Marienwerder mitteilt, ist gestern um 6.45 Uhr ein polnisches M i litär- s l u g z e u g aus Richtung Graudcnü über Rus scnaubid—Groß-Rcbran gesichtet worden, ES hat diesseits der Weichsel die deutsche Grenze überflogen. Selbststellung. Der Inspirator der an» 16. Juni d. I. geplanten Entführung des Fabri- kantensohncs Fran; Pollak aus dem Wiener Theresianum, der 33jährigc Kaufmann Adalbert Revai, hat sich der Wiener Polizei selbst gestellt und eir»gesta»»dcn, daß er den Plan der Ent- sühning vorbereitet l»abe, um ein Lösegcld zu erhalten. Revai hatte sich aus der Flucht i»» Prag versteckt gehakte»» und dortsclbst, »in» nicht entdeckt zu»»»erden, auf den Bah»»- hösei» genächtigt. Die Ozeanflieger in Mexiko aufgesunden? Die Nachrichtenagentur Transradio Espanola meldet aus Mexiko City, angeblich aus verläßlicher■ Quelle, daß hie beiden vermißten spanischen Flieger Porberan und Collar im mexikanischen Staat Campechc lebend aufgcfun- den wurden. Dir Meldung wird jedoch mit Mißtrauen ausgenommen, da bereits zahlreiche irreführende Meldungen bekannt wurden, welche die Auffindung oder dri» Tod der Flieger meldete»». ES wirtd darauf verwiesen, daß die beiden Flieger bereits seit dem 20. Juni vermißt werden. Außerde»»» gab die spanische Gesandtschaft in Mexiko bekannt, daß ihr über eine Auffindung der Flieger absolut nichts bekannt sei. Dir jugoslavischen Militärflieger, die vor einige»» Tagen auf bulgarischem Gebiet notla»»den mußten und da»»»» in Nikopole sestgchaltcn wurden, sind endlich aus der Haft cutlasscn worde»» und Samstag um 3 Uhr nachmittag in Sofia cingetrosscn, von tvo sic abends nach Jugoslavicn zurückkchrtcn. Ihre Flugzeuge werden etwas später nach Jugoslavicn expediert werden. Die Witwe Jack Diamond« ermordet. Nach einer Polizcimclduug wurde in ihrer Brooklyner Wohnung die Witwe nach dem berüchtigten Gangster Jack Diamond, Alice Dia-, m o n d, tot aufgcfunden. Sie dürfte ermordet worden sein. Frau Diamond wohnte unter einen» fremden Namen in dem Hotel, in»vclchcm sie tot aufgcfunden wurde. Die Acrzte behaupten, daß sic schon vor einigen Tagen ermordet wurde. Hopienpstückerpartten für 1833 Der Landesbeirat für Angelegenheit«»» der land- ivirifchaftlichen Arbeiterschaft in Prag hat den Kol» l«klivarbcitsvertrag sür die heurig« Hopfenpflück« genehmigt. Der Vertrag hat keine größeren Aenderungen«»'fahren. Ten AAordgrundsatz wird jedoch der Landesdcirat wie alljährlich erst Anfang August, also noch immer rechtzeitig vor dem Beginn der Pssücke, kundmachen. Mit dar Zusammenstellung und Anwerbung der Partien wird jedoch sofort begonnen werden, weil cs sich selbst bei den» geringeren Bodarse von Hopfenpflückern nahezu um zw c i e i n h a l b i a ufe nd Partien mit rund 50.000 Pflückern handelt. Alle Partieführer und Partirsührerlnnen werde» deshalb ausgesordert, ihre Partie« in der nächsten Bezirksanstalt für Arbeitsvermittlung ,unverzüglich onjUmelden. 31» den Anstalten erhalten sie einen Abdruck der Vertragsbedingungen, als auch all« not- wendigen Informationen. Ueberall, wo beibc Vertragsparteien int Vorjahre zufrieden waren, wird das obig« Arbeitsamt bestrebt sein, solche Partien wieder an ihre alten Arbeitsstellen zu vermitteln. Anmeldungen der Unternehmer übernimmt das LandeSzentralarbeitsamt b i 1 längstenS 20. Juli 1988. Die betreffenden Prospekte, Bedingungen und AnmoldungSdrucksorten sind bei den Brzlrksaicstolten der Hopsenbaugebiel« sowie in den VcrbandSkanzlcieu der Hopfcnlbauer- organisatiouen in Saaz, Randnitz, Anfcha und Dauba unentgeltlich erhältlich. Der obige Termin für die Einbringung der Anmeldung muß unbedingt eingrhalten werden, damit die Pslltckerpartien sobald als möglich wissen, woran sie sind, und damit auch die mit der Sicherstellung und Abfertigung einer so großen Anzahl von Pfiiickerpartlen verbundenen Arbeiten rechtzeitig bewältigt werden können. Die Provinzblätter, insbesondere Aibeiterblälter, werden um die Beröffcntlichuug dieser Notiz ersucht. Auto und Eisenbahn. Ein mit vier Persoiirn l>esetzlcS Auto wurde Freitag abends auf einem Ucberweg der Strecke nach Hindenburg von einem Eifenbahnzuge ersaßt. Zwei der Insassen, «in Bäckermeister und ein junges Mädchen, wurden getötet, die beiden änderen schlver verletzt. Die Besteuerung der HandrlSressenden. Zu den über diese Frage in den letzten Tagen erschienenen Zeitungsberichten ersucht uns der Bund der Per- treler und Reisenden, Teplitz-Schönau lFachgruppe des Allgemeinen Angestellten-Verbandes Reichen bcrg>, darauf aufmertsam zu machen, daß gerade mit Rücksicht aus die Verwirrung und aus die Widersprüche, welche die Praxis der Finanzbehörde bei der Besteuerung der Handelsreisenden und Vertreter bezüglich der allgemeinen Evlveiibstcucr mll sich gebracht hat, die Abgeordneten Macoun, Klein und Genossen aus'Anregung der genannten Organisation schon vor mehreren Monaten im-Abgeordnetcirham« einen Initiativantrag auf Abänderung der 88 15 und 47 des SteucrgesetzeS cingobracht haben. Ter 8 47 soll gleichlautend mit dem 8 6 des Untsatz- steuergesetzes entsprechend ergänzt werden, damit ichon auS dem Wortlaute des Stenergesctzes das Freibleibcn der penfionSvcrsichcrten Handclsvcrtre- ter u»»d Reisenden von der allgemeinen Erwerbsleuer nnaiHweiselbar ersichtlich ist. Der 8 15 soll durch die ebenfalls ausdrückliche Festlegung der Reiscspcsen, Verköstigungs- und Nächtigungsouslagen als Ab- zugspostcn ergänzt werden. Die Annahme dieses Antrages würde allen bisherigen Widersprüchen in dieser Frage ein Ende setzen,»veshalb seine eheste Verabschiedung wünschenswert ist. Bo» der deutschen Blindenschule, Aussig. Die Ausnahme in den Blindcnkindergarten erfolgt mit dem vollendeten vierten, in di« Blindenschule mit dem vollendeten sechsten Lebensjahr«. Das ermäßigte Kostgeld beträgt jährlich 1800 Ks, kann aber noch ermäßigt oder ganz nachgcschen werden. Gesuch« um Aufnahme sind stempclfrel bis Mitte Juli an di« Direktion der deutschen Blindcirschule in Aussig zu richten. Belege: Taufschein, Heimatschein, Impf zeugnis, ärztliches Zeugnis, MittellosigkeltSzeugniS, Nachweis-er den Ischen Nationalität durch di« Gemeinde. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Montag: Prag 11: Schallplatte», 14.50: Konzert, 18.30: Deutsche Sendung: Dr. Wolsenstein: Di« Pseudos, 20.25: Klavierkonzert, 22.80: Konzert.— Brünn 11: Schallplatten, 17.45: Jugendfunk, 18.25: Deutsche Sendung: Prof. Kreisler: Deutsch« Dichtung aus Mähren.— Frankfurt: 9.80: Chor- gesang.— Breslau: 14.20: Operetten-Melodien.— Hamburg: 17: Jugendstunde.— Leipzig: 14.80: Frauenfunk, 21.25: Musik in Jena.— Berlin: 20.10: Klänge aus Wien, 21: Kainmerorchester. — München: 20.80: Blasntusik.— KönigSwulter- hausen: 17.85: Musik unserer Zeit.— Wien: 16.85: Jugendstunde, 18.80: Krise der arbeitslosen.'ragend, 19.80: Die Wiener Operette. Dienstag: Prag: 6: Gymnastik, 10-10: Schallplatte», 18.30: Deutsche Scn-dung: Gertrud Kunitz: Moderne F>»uendichtung, 20.15: Lampe!: Hinauf und Hinunter, Funkkompositionei», 22.15: Schallplatten.— Brünn: 17.35: Psadfinderecke, 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Wokurck: Di« englische Krankheit, 21.10: Abendkonzert.— Breslau: 15.80: Kinderfunk. — Mühlacker: 20.40: Volkstümliches Orcheft.r» konzert.— Leipzig: 18.20: Elternsprechstunde.— Berlin: 20.10: TaS lachende Florenz.— München: 16.80: Kammerorchester.— KönigSwusterhausen: 17 85: Schuberj-Schichmann Stunde.— Wien: 19: Orcheslerkonzert, 21: Abendkonzert. lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillUIlllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllWlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll General Balbo mit 24 Kydroavlons startete gestern lriih zum Flug nach Nordamerlta. Rom, 1. Juli. tStcsani.) Die Flugzcugstassel de« Generals Balbo, die 24 Hydroavions »msaßt, ist heute um 5.80 Uhr vo»n Flugplätze O r b e t e l l o zu seinem Transatlantik-Flug nach Nordamerika gestartet. Um 8.35 Uhr wurde sie über der schweizerischen Stadt T h u s i s gesichtet, um 10 Uhr Breisach, ttm 10.30 Uhr M a nm heim. Um 10.45 Uhr überflogen die 24 italienischen Ozeanmaschinrn Mainz, Amsterdam, 1. Juli. Das Lustgeschwader unter Führung des General Balbo ist uin 1.20 Uhr in Schcllingwoiide, den» Amsterdamer Wasserslughase»», eingctroffen. Eine riesige Menschenmenge hatte sich z»t der Ankunst eingefundc» und begrüßte die Italiener mit begeisterten Hochrufen. Da« erste Unglück. Ein Toter und vier Verletzte. Während der Landung des italienischen Flugzeugaeschwader« ereignete sich«in schwerer ÜngliickSsall. Eine der italienischen Maschinen, S. 55, prallte zn stark aus die Wasserfläche auf, so daß sich der Apparat überschlug und versank. Der Bemannung eine« Motorbootes der holländischen Marine gelang rS, vier Mann der Besatzung, die auf der geborstenen Kabine ins Wasser gefallen waren, zu retten. Von ihnen sind drei verletzt worden, darunter einer schwer. Einer der Verletzte« war schon im Schlamm versunken, koünte aber noch von einem Matrose« her- auSgezoge» iverden. Ein sünstes Mitglied der Bemannung, der Mechaniker, geriet unter da« Flugboot und ertrank. An die Stelle der auSgefallcnc»» S. 55 wird eine Rcservoinaschine treten, die bereits mit dem Geschwader von Orbctcllo nach Amsterdam n»»t- flog. Auf diese Weise wird der Ozeanstug doch noch von 24 Flugbooten angctrcten werden können. Der Start des italienischen Lnftgeschwaders zur zweiten Flugctappe ist auf morgen früh si Uhr festgesetzt worden. Nr. 168 Sonntag, 2, Juli 1988 Seite 5 9H>0* 9tuOolf Säuerte: Wie kann der Aufwand der Arbeitslosen- Marge herabgefetzt werden? Längere Zeit schon werden die Aenderungen der bisherigen ArbeitSlosensürforg« erwogen. Räben den Gründen, welche dem Stand der Staoiskassa und den wirtschaftlichen Veränderungen entspringen, entscheiden hier leider auch Bestrebungen, di« nicht nur fordern, daß der Aufwand für ArbeitSlosensürsorge der Tragfähigkeit der Staatdkassa anaepaßt und e>» richtige- Verhältnis zwischen dem Lohn und rcr Unterstützung gesichert tverdr, sondern auch bemüht sind, di« Arbril-losensürsorge durch verschieden« sachlich unbegründet« Vorschriften zu verbittern, fa sogar zu einer weiteren Verschlechterung de- Lohn» und Lebensniveau- zu m ßbrauchen. Die Arbeitsli/ensürsorg« wird bei nn-, wie bekannt, aus dreifache Art besorgt. Durch di« produktive Fürsorge, durch die Ernährung»- a kti on und durch den S t a a t S be i I r a g zur Arbelt-Iosrnunlerstützung. Di« produktive Fürsorge bedeutet, daß der Staat bestimmt« RotslandSarbciten der Gemeinden und Bezirke dadurch unterstützte, daß er täglich höchsten- iv Ke zum Lohne eine- zcden beschäftigten Arbeiter» beitrug. Diese produktive Fürsorg« bewies da- Bestreben, den Arbeitslosen Arbeit an Stell« der Unterstützungen zu geben. In den lehren Monaten wurde sie jedoch vollständig eingestellt. Reben dem Mangel an Geld war et allerdings in erster Linie der Widerstand de» Finanzministeriums, weiche- dieser Aktion nicht gut gesinnt war. Zugegeben, daß viele Sekbst- verwaltung-körper di« Aktion mißbrauchten oder sie unrichtig durchführt««. ES wurden auch Fälle festgestellt, daß Gemeinden tatsächlich nur so v'el an Lohn au-zahlten, so viel sie an St o a t- b r i t r a g erhalten hatten. Bei den Arbeiten au- der produktiven Fürsorge wurden häufig Arbeitslos« ab- gewiescn, während Leute lwschäftigt wurden, für di« di« Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten nur «inen Nebenverdienst bedeutete. Trotz dieser Mängel war di« produktiv« Fürsorg« zweckmäßig und e» wär« nur notwendig gewesen, si« richtig durchzuführen. Uebcr da- zweifelhaft« Dorgehen d«r Behörden und Gemeinden wird allerdings weniger gesprochen. Dafür werden ständig« Angriff« auf de» Mißbrauch der ArbeitSlosensürsorge unternommen und unter den Mitteln, welche dem Vorbeugen sollen, kommen heut« insbesondere die Arbeitspflicht und die Bedürftigkeit-Prüfung in Betrachts Wir stick damit einverstairden, daß d>« Arbeitslosenunterstützung nur demjenigen gebührt, dir durch Berlust der Beschäftigung die unentbehrlich« Grundlage seiner Ersten» oder der Existenz (einer Familie verloren hat. Et ist nicht au-ge- -schlossen, daß da und dort Einzelpersonen von ihrem höheren Einkmnmen in der Zeit der Beschäftigung etwa- erspart Haden oder vielleicht auch«in bestimmte- Vermögen besitzen. Welcher Besitz sichert jedoch ein genügend«» Exisienzeinkommen? Geben wir zu, daß e» vereln-elt« Fäll« gibt, in welchen di« Existenz gesichert ist. Für dies« sollen Vorkehrungen getroffen werden, di« al» unsozial angesehen werden müßten und nicht nur kein« Senkung de- Unterstützungsaufwandes bedeuten, sondern nur«in« Verteuerung der Verwaltungsauslagen bedeuten würden. 4ln der Ocfscnllichkeit bildet sich au- parteipolitischen Gründen«ine unrichtig« Auffassung von den Arbeitslosenunterstützungen. Niemand, dem an einer ordentlichen ArbeitSlosenfürsorg« gelegen ist, wird sich dagegen stellen, daß gewiss« Kontroll- Maßnahmen verschärft werden, um vor eigenmächtigem Mißbrauch zu schützen. Wer aber glaubt, daß die Behörden diese Kontrolle besser durchführe» können al» di« Interessenten selbst, irrt. E» gibt keinen besseren Koinrollor, al- eben die beteiligten Arbeiter und Beamten, welche doch gut wissen, daß jeder Mißbrauch auf ihr« Rechnung geht. Und wen» Klagen über Mißbrauch kamen, so waren e» Beschwerden der Gewerkschaften, welche ans di« unrichtig« Durchführung der produktiven Fürsorge und auf da» unrichtig« Borgehen mancher Gememde- ämter bei der Durchführung der CrnährungSaktion hinwiesen. Sa sogar auf da» unrichtige Verhalten einzelner Gewerkschaften. Wenn Mangel vorhanden sind, müssen sie beseitigt werden. Ein« Besserung erblickten wir jedoch keinesfalls In der Prüfling der Bedürftigkeit. Tie B«dürftigk«itSprüsung bei Mitgliedern von Gewerk- schäften ist so lang« nicht möglich, so lang« nicht auch di« Bedürftigkeit derjenigen geprüft wird, di« «ich« Pensionen aus öffentlichen Mitteln beziehen und häufig sehr vermögend sind. Leider sehen wir hier nicht di« Entschiedenheit, dir notwendig wär«. Wie ost haben die Gewerkschaften schon verlangt, daß wenigsten» in der heutigen Zeit di« Nebenbeschäftigung gut bezahlter Personen und Pensionisten mit höherem Einkommen unmöglich gemacht lverde? Wie oft wurde auf di« ständig« Nichtbeachtung der geietzlichen ArbeitSzeitvorschristen hingetviesen? Wenn heute auch in der Industrie vielfach nur beschränkt gearbeitet wird, gibt c» doch iwch ein« Reihe von Betriebe» uub Berufen, in welchen ein» wcltergehend« Regelung dcr Arbeitszeit oder wrnlg. sten» die Sicherung der bisherigen gesetzlichen Arbeitszeit den Krrt» der Beschäftigten«rrveilern würde. Wieviel Geld würde der Staat an Arbeit»- loicnsürsorg« ersparen, wenn er di« Betrieb«, die eigeumächtrg hi« gesetzlich«« Vorschriften über di« Arbeitszeit verletzen, ordentlich bestrafen würde. Wir müßten e» als einseitig« Lösung der ArbeitSlosenfürsorg««insähen, wenn nicht auch dies« Frag« erwogen werden sollt«. Wer die Arbeitspflicht verlangt, muß auch ein« »rdentliche Regelung der Arbeitsvermitt lung, die Pflicht zur M c Id u n g d e r Arbeitslosen, aber auch di« obligatorische Mel- düng frei gewordener Arbeit« stellen verlangen. Entschieden müssen wir un» jedoch gegen di« Forderung stellen, daß d«r Arbeitslos« verpflicht«! wevden würde, dl« Unterstützung abzuarbeiten ob sie in Form der ErnähnungSaktion oder de» Jtaaisbeitrageü erfolgt. Die Durchsetzung dieses Grundsatzes würde«in« weitere Verschlechterung ter Lohnvcrhä»nisse bedeuten.$«nt« schon treten Fälle auf, In welchen Arbeitslose gezwungen werden, für private Interessenten nur für die Unterstützung zu arbeiten. Di« Arbeitspflicht kann nur so aufgefaßt werden, daß ein Arbeitsloser, dem ein« seinen Fähigkeit«» und Kräften entsprechende Arbeit jügeiviesen wird, verpslichlct Ist. sie anzunehmen. Dazu bedarf «S nicht neuer Vorschriften. Wenn der Arbeitslose ein« Beschäftigung erhält, wird«r aus der Un!«rstützung auSgaschirden und hat Anspruch aus Lohn. ES wär« nicht» angegen elnzmvenden, wenn dieser Lohn zum Teil in Anweisungen auf Leben-mittel ausgezahlt tvrrdcn würde, wenn die Gemeind« oder der Bezirk nicht genügend Geld hätten. Wenn stdoch iedr Rücksicht auf die geltenden Lohnbedingungen außer Acht gelassen wird, bedeutet da», daß der Staat durch sein« Unterstützungsaktion eine Verschlechterung der Löhne herbclführt und zu einer weiteren Senkung des LebrnSerhaltungSnivoauS beiträgt. Wir bcstreitcn nicht, daß der Aufwand für ArbeitSlosensürsorge ein hoher ist. Wir müssen all« ehrlich b«müht sein ihn zu senke». Wir erklären auch nachdrücklich, daß wir di« Frag« d«r Arbeitslosigkeit nicht durch Unterstützungen, sondern durch Arbeit lösen müssen; man kann aber nicht nur Au-gaben senken, man muß auch fragen, ob alle- geschehen ist, um eine Steigerung der Einnahmen herbcizusühren. Wo bleibt der Beitrag der Unternehmer? Wer den Arbeitslosen ihr« wöchentliche Unterstützung vorwirft und verlangt, daß sie si« abarbeiten, darf nicht übersehen, daß bisher wirklich nur di« g«tv«rkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten an dir Arbeitslosen dachten und sie durch hohe außerordentliche Beiträge bi» zu 25 K wöchentlich unterstützten. Wir sollen wir die Bemühungen um Senkung de» AnsivandeS für Arbeitslose für berechtigt anerkennen, wenn wir keine entschiedenen Maßnahmen gegen weitere Betrtebreinfchränkungen sehen, zu ivelchen eü nicht an- Mangel an Arbeit und Bestellungen, sondern nur al» Folge der Konzentra» lionSbestrebungen im Profit!ntcresse der Unter« nehmer kommt. Wir wissen, daß in dieser Beziehung die Mittel des Staate- begrenzt sind, aber Das Drama des deutschen Arbeitersportes. Die Polizei kommt! Nach kurzer Zelt waren all« Zimmer beseht. Haussuchung. ES wurde noch Waffen gesucht. Draußen Kommaudorufe. Die Ausgänge tvurden gesichert. Gefunden wurde nichts. Das war das Vorspiel. Es wurde Abend. Wie«in Lauffeuer wurde die Nachricht von dcr polizeilichen Durchsuchung der Schule verbreitet. Au» der näh«ren und weiteren Umgebung Leipzigs kamen die Genossen herbeigecilt. ES war-aS Gerücht von der Be- etzung der Schule verbreitet worden. Noch nicht. Am Abend wurde der Stolz der Leipziger Arbeiterschaft, das Bolkshaus, von Ml. besetzt. Nun war cs Tatsache geworden. Die braunen Horden waren unter Bedeckung der Polizei, die m Vormittag auch im Voltshaus.Haussuchung hielt, in daS Bolkshaus«ingcrückt. Wer sich dem BolkS- hauS näherte, wurde mit den Bajonetten der Polizei zurückgetrieben. WaS wird mit der BundeSschul«? Dies« Frage beherrschte jetzt die Gemüter. In der Erwartung der Besetzung sammelten sich täglich unsere Genossen in der Nahe der Schule. Auch daS Personal war bereit, sein Letztes für die Erhaltung der Schul« herzugeben. Eine Anfrage bei der Polizei, ob eine Besetzung der Schul« geplant sei, wurde damit beantwortet, daß der Betrieb der Schul« nicht gestört werde. Während dieser Zeit wurde ein Lehrgang für Frauenturnen in der Schule-urchgeführt. Di« ungewisse Situation zwang uns, den Lehrgang abzubrechen und die Genossinnen wieder nach.Haus« zu schicken, um sie vor den braunen Horden zu bewahren. ES war am 28. März 1SS3.„Verlassen Sie sofort di« Schule!" Diese rauhe Stimme hört« man in allen Zimmern. Di« braunen^ Bestien waren in drei großen Wagen angerückt und hatten die Schule und das Bundeshaus überfallen. All« Angestellten der Schul« wurden in die Bibliothek getrieben. Zorn und Wut war auf allen Gesichtern zu lesen. Gegen diese bewaffnete Uebermacht, die auch durch die Polizei gesichert war; war jeder Widerstand vergebens. Dr. Trummler. Leipzig, der Führer-ieser Bande, den wir uns gut merken werden, gab bekannt, daß wir die Schule sofort zu verlassen hätten. Im Auftrag« des Polizeipräsidiums sei di« Schul« von SA. beschlagnahmt. Einen jungen wir würde» gerne wenigsten- den guten Willen sehen, in dieser Richtung etwas zu tun. Di« Gewerkschaften, die Arbeiterschaft und die Arbeitnehmer überhaupt verschließen sich keineswegs den Tatsachen, die durch den finanziellen Stand der Staatskassa gegeben sind. Daher werden die Gewerkschaften die Anträge, welche auf eine materiell« Regelung dcr Unterstützungen und de» Staat-beitrage- ober auf Vereinheitlichung, Vereinfachung, Ersparungen und Vervollkommnung dcr Kontrolle dr- UnterstütznngSsysteinS abzlclen, einer ernsten Diskussion unterziehen. Mit Entschiedenheit müssen sie jedoch di« Vrranwortnng für Maßnahmen ablehnen, die in unsozialer und ungerechter Weise die Arbeit-Pflicht und die Bcdürftlg- keitüprüfung cinführcn wollte». Wer die Prüfung arbeitsloser und anßerordentlichcr Einkommen ablehnt, hat kein moralische- Recht die Bedürftigkeit arbeitsloser Arbeiter und Angestellter nachprüfen zu wollen. Di« Gewerkschaften haben Verständnis für die Situation de» Staate» und sind weit entfernt davon, durch ihr Verhalten die Lösung dringender Probleme zu erschweren. Si« verlangen jedoch, daß bei der endgültigen Entscheidung nicht nur ti« Gründe dec. Finanzministerin m S, sondern auch die Argumente und Einwände dcr Gewerkschaften gewogen werden. Argumente, die sich nicht nur aus ihre Erfahrungen, sondern auch auf ihre Arbeit und die Opfer, die sie bisher der Frage der Arbeitslosenfürsorge gebracht haben, stützen. In den letzten drei Jahren haben allein die im„Odborovg zdrutieni" vereinigten Gewerkschaften rund 140 Millionen Kronen au» ihren Mitteln für ArbcitSloscufür- sorge autgczahlt. Tie Gewerkschaften lassen sich von ihrem wohlerwogenen Vorgehen weder durch u»g«r«chte Angriff« t«r bürgerlich«» Paritic», »och ihrer Helfer in der k o m m u n i ft i s ch« n Partei bringen. Et ist Interessant, daß diese grundsätzlichen Gegner so häufig in dcr Kritik der bc- stehenden gesetzlichen Regelung der Arbeit-loscnfür- sorgc übcreinslimmcn. Wenn jemand dnrch seine Agitation den Klassengegnern der ArbcitLlosen gc- halfen hat, so waren cs gerade dir kommnnist i s ch c n Verbände und die kommunistische Partei. Ta» Vorgehen der kommnnislischcn Partei bestätigt leider von neuem, daß es auch unter den Arbeitern Menschen gibt, die Errungenschaften erst dann zu schätzen wissen, wenn sie sie verlieren. Wenn diesen Fehler einzelne Personen begehen, kann man cs verzeihen. Wenn aber ganze Organisationen in diesen Fehler verfallen, verlieren sie daS Recht, daß Ihre Erklärungen ernst genommen weckten. Verhalten und Entscheidung der Gewerkschaften über dir Anträge aus Aenderung der Arbeitslosenfürsorge werden durch den Inhalt der Anträge, keineswegs durch dir Agitation dieser oder jener Partei bestimmt tverden. Dir Gewerkschaften werden den Inhalt fachlich prüfen. Erneut betonen wir jedoch, daß die Arbeitslosenfürsorge nicht durch Vorschriften über ein« Neuregelung dcr Unter- stützung erledigt werden kann, sondern nur durch Vorkehrungen, di« den Arbeitslosen Arbeit sichern würden. Angestellten bedrohte er mit dem Gummiknüppel mit den Worten:„Dann gehen wir«inmal dahin, wo e» niemand hört!" Inzwischen tvurden auch die Angestellten dcS Bunde» und des Verlages au» ihr« Büros getrieben, sie mußten auf dem Hofe antreten; di« Drucker mit erhobenen Händen, daS Gesicht nach d«r Wand.„W iclangelcid ihr 2 ch lv« i n c schon organisiert?", Ivar di« erste Frage. Wie di« Hund« wurden sie hinauSgetrleben. Nachdem die 140 Ange st eilten aus ihrer Stellung vertrieben waren, wurde die Schule von Ml. besetzt und das Bundeshaus mit dem Arbeiterturnverlag geschlossen. Di«„aufbauwilligeu" Kräfte dr» neuen Deutsch, land hatten in den nächsten Tagen nicht» eiligeres zu tun, als das Lager des Arbciterturu- verlagc» aufzusuchen und sich an desfen Beständen zu bereichern. Täglich konnte man bcob- achten, wie die Bestände weniger wurden. Zum Schutze von Volk und Staat wurden unser« Vereine m Braunschweig und Thüringen verboten. DaS Vermögen dieser Verein« wurde beschlagnahmt, darunter zahlreiche eigen« Ge- bäuoe, Turnhallen und Spielplätze. Der Bunde». Vorstand versuchte durch ein« Eingabe an das Innenministerium auf den sozialen Charakter der Organisation aufmerksam zu machen. Vergeben». Nach kurzer Zeit wurden di« Verein« in Bayern, Württemberg und Baden ebenfalls verboten. Die BereinSfunktionar« wurden i n den frühen Morgenstunden überfallen und gezwungen, die VereinSgclder und eie Geräte abzuliefern. Täglich kamen Funktionäre ans allen Tellen de» Reiches und meldeten neue Raubzüge. Diese Genossen, die Aufklärung wünschten, sind nicht immer wieder befriedigt nach.Hause gefahren. In dieser Situation zeigt« sich, daß. nicht der ein guter Führer ist, der in normalen Zeiten den Mund weit aufreißt und mit der Faust auf den Tisch schlägt, sondern der, der in schweren Zeiten seinen Mann stellt, unbe- kümmert um sein persönliches Wohlergehen. Ein neuer Versuch bei der ReichSregierung und bei dcr sächsischen Regierung, den Bestand der Organisation zu erhalten, war erfolglos. In der Zwischenzeit wurde unS erlaubt, einig« Privatsachen au» der Schule zu holen. Bei dieser Gelegenheit stellten wir f«st, daß sämtliche Schreibmaschinen, Lexika, Barometer, Tennisschläger, Balle uslv. bereit» gestohlen waren. Dl« PensionSkass« wurde a u f g e- l ö st und die bezahlten Beiträge zurückerstattct. Auch die Spargelder wurden, soweit wie möglich ausgezahlt. Es gab auch in der Führung noch Bei nervösen Schmerzen Siheuma, Bschz. gschia», Herrmchuß. Kops- schmerzen, sowie ErkÜItungSkranÜseitön Hobe« sich roga'-Tabletien hervorragend be» währr. Toga» 101t dir Harnsäure, üt statt -aktettent-tend u. oußeidem voUkvmmr« unschädlich. Sin versuch überzeugt s tzra grn Sie Ähren Generaidepotr Brauners Apotheke..Auw weihen LVwen'. Prag U Vttkopy 1b. Genossen, die an eine Wiedereröffnung des Verlages glaubten. Dieser politischen Unvernunft Ist cs zu verdanken, daß dem Personal kein Gehalt mehr bezahlt wurde. Am 80. April erfolgte daS Verbot der Organisation in Sachieu. Damit war die Tätigkeit dcr Zentrale, di« bis dahin in den Wohnräumen ausgeübt wurde, unterbunden. Den Vereinen waren bereit» vor dem Verbot die Turnhallen und Spielplätze gesperrt. Nun wurde alle» beschlagnahmt. In dicker Boransahnung wurde den Mitgliedern der Bundesleitung vor der Auslösung in Sachsen das ihnen znstchcu-e Kündi» aungSgehalt ausbezahlt. Dir noch auf der Bank liegenden 30.000 Mark, die an das Personal ausbezahlt werden sollten, wurden beschlag- n a h m t. DaS Geld konnte tvegen langer Kündigungsfrist nickt abgehoben werden. Dcr iu« zwischen eingesetzte Treuhänder W i c b o l s, Lrizig, Hindenbnrgftrah« 18, ein dummdreister Nazi, verlangte von uns unter Androhung von Schutzhaft, die.Herausgabe der KündigungS- gehältcr. Bei dcr Rechtlosigkeit in diesem Kultur- laude blieb uns nichts anderes übrig, al» das unS gehörende Geld unler Protest abzugeben. ES ist früh halb 0 Uhr. ES klingelt.„Bitte öffnen sie!" Haussuchung. Was wurde gesucht? Geld! Es wurde nach Bank- und Sporkasseugut- habcn gefragt. Jeder Pvlizcibcamt« war von ciuem braunen Strolch begleitet, damit alles nach Vorschrift erledigt wird. Nach der Haussuchung wurden wir zur Polizeiwache und dann in einem Berbrecherwagcn In Schutzhaft gefahren. Warum wir verhaftet wurden, konnten wir nicht er- iahrcn. Nachmittag» wurden wir wieder freigelassen. Um uns auch finanziell zu Grund«»u richten, verlangte der Treuhänder W i« b o l S von un» di« Zurückzahlung der Hälfte der von un» cingezahlten Beitrage der Pensionskasse. Auch hier wurde bei Nichtbezahlung Schutzhaft angedroht. Auch diese Erpressung mußte geduldet tverden, die Ocffentl.ichkeit wurde beschwindelt und mitgetdikt, daß wir un»„unrechtmäßige Gelder angeeignet" hätten. Zur Abwicklung der Goschäste im Bund und Verlag bestellt« dieser Herr Wiebol», der, wenn er in SA-Uniform ist, einen besonders großen Mund führt, einige Mitglieder de» früheren Personals.. Dem Personal wurde mitgeteilt, daß sie für diese Arbeit nur 05 Prozent ihres tariflichen Gehalte» bekommen. Al» dcr Betriebs« ratvorsttzendc dagegen Einspruch erhob, wurde er sofort entlassen. Ende Mai wurden öffentliche Führungen durch die BundeSschul« veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit und auch durch die Press« wurde di« Schule als ein„Prunkpalast für di« Bonzen" bezeichnet, in dem sogar die Feinde Deutschlands: Franzosen, Belgier und Polen, geschult worden seien. Inzwischen wurde der Sportplatz dcr Bundcsschulc zur militärischen Ausübung der SA. benutzt. In Berlin fand eine Äleichschaltuugsver- sammlung unserer Vereine statt, die aber nicht zum Erfolg führt«. Auch Fritz Wildung verhandelte mit dem Reichssportkommissar, der in der Sportbewegung ein unbeschriebenes Blatt ist. DaS Ergebnis dieser Verhandlung«» ist unglaublich. Fritz Wildung sandte dem Reichssportkommissar am l0. Mai folgende» Schreiben: „Im Interesse der sporttreibenden Mitglieder der dcr Zentralloinmission aiigcschlosscncn Verbände und Vereinigungen und zur Erleichterung dcr einheitlichen Organisation de» deutschen SportwcscnS übertrage ich die weitere Verwaltung der Zentralkommission und ihrer Untergliederung sowie deren Vermögen, Zeitschriften usw. auf den Reichssportkommissar. Ich ersuche * sämtliche angeschlossenen Organisationen, Verbände und Vereine, künftig nur seinen Anforderungen Folge zu leisten. Ich selbst werde mich zur Verfügung de» RcichLsporlkomniissarS halten und erwarte das gleiche von den Führern der Unlerorganisationen." Mit diesem Schreiben ist dem deutschen Arbeitersport jed« Grundlage geriomnien worden. Woher nimmt Wildung sich daS Recht, die Zentralkommission aufzulösen und das Vermögen und die Leitung dem Reichssportkommissär zu übergeben? Wir können nur annehmen, daß er zu dieser Erklärung gezwungen worden ist. Die Antwort auf die Erklärung Wildlings gab dcr Tportkommifsär anläßlich einer Rede t» Kiel. Er führt« aus, daß die Arbeitcrsvortler vor dem 30. September nicht in andere Verein« aufgenommen werden dürfen. Nach dem 80. Sep. tcnibrr sollen nur die Ausgesuchten aufgenommen werden. Am 30. Mai erhielten die Bundesvorstandsmitglieder, die in den Bundeshäusern wohnen, die Mitteilung, daß sie innerhalb 4 Wochen di« Wohnung zu verlassen haben. Die Zerschlagung der deutschen Arbeitersportbewegung Ist eine Kulturschande, die sich bitter rachen wird. Die Verbände der MlSI. mögen daraus die Lehr« ziehen. Wir als deutsche Arbeitersportler werden weiter kämpfen, bis auch in Deutschland der Arbeiter wieder obne Terror Leibesübungen.betreiben kann. K. Bühren. rf rf 1 in snvn I; □ Apotheken/ Seite 6 Sonntag. S. HuN 1VS8 Volkswirtschaft und Sozialpolitik 21 Sport• Spiel ♦ MMWW vom Geriditssaal Fnßballarbeit für die genossen, leset u. verbreitet tV die Arbeiterpresse.| Ncu-Titscheln, .07 i 5 Selchwaren der fa. HEQNER* Cie. PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN I Wirtschaft die Mittel entwichen, die sic zu ihrem braucht. DaS Geld im Strumpf die Arbeitslosigkeit nicht. Dazu daß die an der Fremdcnindustrie Leute meist nichts tun, um die verbessern, als zu jamniern. Pro- für die Fremdenindustric nie notgerade seht. Bei gutem Geschäfts- sich die Empfehlung, bei schlechtem wieder erscheinen. Di« Vorturner",' die allen Verlangen Sie in leder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie.. PILSEN Die gesperrt gedruckten Filme können empfohlen • I werden. de« Handballklubs Rapid ist. Terc schuftet« durch vierzehn Wochen bei diesem Unternehmer und, obwohl das Anfladen von Sand sicher nicht die leichteste Beschäftigung ist, fand er doch noch Immer Zeit, für den Handballklud Rapid zu spielen. Das war die Zeit, in der man von dieisem Verein sportlich Gutes hörte. Terc hielt es bei den Bürgerlichen sodoch nicht lange ans, er kehrte wieder zum Arbeitersport zurück. Das Sandaufladen besorgt« nun allerdings jemand andrer. Terc hatte inzwischen aus kurze Zeit eine andre Beschäftigung gefunden. Als er diese nun wieder verlor und sich für die Arbcitslofeuniiterslntznng anmclden wollte, ersuhr er, daß er während der vierzehn Wochen, während der er bei dem Fuhnrerksunternehmer beschäf- iPt,wgr und für Rapid spielt«, nicht bei der K'r an fr n k a s s e a n g e m e l d e I und nun auch if’i ch t u n te r st ii p u n g s b c r c ch t i g t war. Bel der Krankenkasse erklärte der Fuhnveiker, Terc— nicht zu kennen! Da« Arbeitsgericht vor der Uederfievlung Im Laufe dieses Monats wind die Uebersiedlung des Arbeitsgerichtes an» seinem bisherigen Quartier im Plalteis in die neu adaptierten Räunie des früheren Strafkreisgerichtes am K a r l s p l a h erfolgen. Man muh diese Tatsache mit lebhafter Genugtuung begrüßen, denn die bisherige Unterbringung dieses Gerichtes, vor dem die Streitig- keilen zwischen Arbeitnehmer und Dienslgeber zum AnStrag lommcu, war eine im höchsten Grade un würdige. In diesem schmutzigen Hofgcbäudc mit seinen ansgelrctencn Treppen, dunkeln Korridoren zwo, auch am hellsten Sommerlag eine trübe Gas- sunzel brcnuen mußte) und seiner ganzen attnwdt schen Primitivität herrscht« eine lies deprimierende, ja beklemmendc Sttmmnng. Das Gericht soll gleichzeitig einen A u S b a u seiner Organisation erfahren, die Zahl der Senate von vier ans fünf erhöht tverden. Das genaue Datum der lieber- sicdlung steht nach nicht fest, doch soll diese unter allen Umständen noch im Juli slaitsiuden. Nennen S*e des Böbmerwaldes rauschenden dflstercu Berg« seen, sagenumwobenen Burgen?— Besuchen Sie unsl Auskünfte: Deutscher Böhmer waldbund. B.-Budweis Liu« r.crstraüc 9(PremdenvcrkehTsabtellungl 2032 a\ BPauschal kuren modernst elnaerichlot llervenarri D f K.Röschl, Chefarzt Muh , mit besonderer Triebkran and höchster Haltbarkeit, a i garantiert reines Maismehl und lelnsteo rekt. all X I auch denat Spiritus liefert D [ Rejdlner Zucker-, Spiritus« n. P roß hef©-Fabrik f vormals Brüder A.& H. May A.Ü. k OlmUtz-lloRln. Ö744 J au» Gründen der Selbsterhaltung seinem Rainen einen„germanisckten" Anstrich z» gebe». Diese Verteidigung mag erfunden sein. Ader es bleibt bezeichnend für den Ruf Hitlcrdentschlands in der Welt, daß eine solche Begründung als durchaus plausibel gilt. Sic reichte allerdings nicht hin, um den Angeklagten von dem einwandfrei vorliegenden Tatbestand zu entlasten, zumal sein« Vergangen- heil nicht eben für ihn spricht. Er wurde schuldig befunden und zu zwei Monaten Kerker verurteilt— natürlich unbedingl. Im Urteil wurde auch die Ausweisung a u s dem Staats» gebiet ausgesprochen, so daß Anto Michael, izach Verbüßung seiner Strafe als lästiger Ausländer ilgtzr die Grenze abgeschoben weiden wird. rh. Fortbcstandc aber behebt kommt noch, interessierten Situation zu paganda war wendiger als gang erübrigt ist sic nncrläßlich. Daran sollte man seht allenthalben denken. Auch wenn das Wetter zu all den anderen mißlichen Erscheinungen den Angehörigen der Freindetiindustricn den letzten Rest der Hoffnung auf Besserung nimmt. Hunderttausende Exastenzen sind vom Fremdenverkehr und der Frcindenindustrie abhängig; der ganzen Volkswirtschaft droht neuer Verfall, wenn nicht mit allen Mitteln und von allen Menschen versucht wird, eine Besserung in der Freindenindn- stric herbeizusiihren. Sie ist eine der wichtigsten Industrien unseres Landes. An ihrer Entfaltung mitzuarbcitcn ist deshalb die'Pflicht aller. ML Die entzückendsten 1,7 Geschenk-Artikel In TnnclionlUchcrn. Wasche. Krawatten usw. empfehlt: EDUARD KOHN, MARIENBAD, Schloll Mlrimarc. Tcr Ledrbour-Garten unterhalb der Prager Burg mit der Saatterrasse und Aussicht aus Prag tEingang durch das Haus Nr. 163-111 am Bald- Stynsky nüni.) ist zur Besichtigung an Sonn- und Feiertagen von 16 bis l- Uhr, am Dienstag und Donnerstag von 16 bis 17 Uhr geöffnet.— Der Schloßgaricn in der Burg wird In den Tagen vom ö. und 6. Juli der breiten Oessenllichkeit zum normalen Eintrittspreis von I K« pro Pensa», für Kinder 50.Heller von 7 Uhr früh bis 1!) Uhr zugänglich sein. Eintritt in den Schloßgartcn Pratny most. Die Berichte, die aus den Gebieten der Fremdcuiudustric kommen, sind mehr als unerfreulich; sie sind zum Teil trostlos. Tas gilt »atürlich nicht nur für die Tschechoslowakei, soudcrn in erhöhtem Maße auch für die Nachbarstaaten. Die Ursache dieser schlechten Lage der Fremdenindustrie besteht in mancherlei Erscheinungen unserer Zeit. Wenn man will, kann die Wirtschaftskrise als entscheidender Faktor für den Rückgang in der Frenidenindustric bezeichnet werden, man kann aber auch noch andere Hcm- mnngen des Fremdenverkehrs seststcllcn. Länder sperren ihre Grenzen oft durch drakonische Maßnahmen. Sie unterbinden damit die Freiheit, die nirgends so bedeutend ist, wie in der Fremdenindustrie.„Lieber zu Hanse bleiben, als mir vorschreiben lassen, wohin ich gehen soll." DaS ist die Antwort auf Ansrciseerschwcrnissc. Die Autarkie erschlägt den Fremdenverkehr. Da ist weiter die Angst vor der Zukunft bei andern, die sich einen Urlaub in einem Kurort gönnen könnten, aber in steter Furcht vor der Stellenlosigkeit, sparen und nur sparen und damit der Waldsanalorinm Br. Schweinburg ''iiiiiiiiniii Zuckmantel, Schlesien. 11111111111111*' EretklasslKC physlknllscIl-dlUtetl.che Heilanstalt(Ur Innere, Nerven* und Stoffwechsel-Krankheiten. MiBIgc Pautchalkuren internationale Jpofhefie „JUariotfteima“ . JRarienßad. Böhmische Union-Bank (VEREINIGT MIT DEM ALLGEMEINEN BÖHMISCHEN BANK-VEREIN) Zentrale in Präs Aktienkapital KL 200,000.000— Reservefonds KL 201,550.000- E1L1ALEN: Ascb, Aussis. Bodenbach. Böh- mlsch-Budwets, Bratislava. Brau, nau i. B.. Brünn. Brüx, Frelwaldau, t'rvdek, Qablonz a. N., Graslitz, Hollenelbe. lglau. Jägern'dori, Karlsbad. Kfiniginbof a. E.;• Leit- nicritz, Marienbad Mähr.-Ostrau, Mäbr.-Schönberg,...1‘ Olmütz. Pardubitz Pilsen, ProB- nltz, Rcichenberg.. Rumburg, Saaz, Teplltz-Schönau. Trautenau, Troppun. Warnsdorf. Zwlttau. EXPOSITUREN:' Prag-Lieben und Prag-Weinberge. Zucker-Abteilunsen: Prag, Bratislava, Olmütz,Troppau. Filme Id Prager Lldilsplelhauseru bi- einschließlich 6. Juli. Wran.Nrania:„Der unsterbliche Lump." Gustav Fröhlich.— Adria:„Di« Patrouille."— Alfa:„Die Dame vom Maxim."— Beränek: „Deine Masestät, der Reisende."' F. 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Brog.- Druck:.Rote" A.-S für Leitung- uad Buchdruck, Vraa.— Für den Druck U«a»twortUch: vtta polIK* BML— Sh ßr■ 4na«tnarfrntrantatui wurde von der«oft- u. relegrapdradtrenlou mit ckrlah Nr 13.800/VII/1930 bewilligt.— Bezuglbevrngungen: Bei Zustellung In» Hau» oder btt Bezug durch die Bost monatlich K£ 18.—, vbrtaliahuich E.—, zMjstzrtg M S6.—. guuztährlg Kl W8.—» Zuserat, werd«» laut Laris vtlltgü berechn«. Bei ölt«» LI»lckaUN»»«N U«ts»achlatz.— Rückstellung von«amrstrtptta erfolgt nur bei Uiasetcku», der XUNtMM Privattastitalistische Unsiihigkeit. DaS B