Siozelprels 70 Heller. MnIchUctzlich 5 Heller Porto« Erscheint mH Ausnahme des Montag täglich früh. St.dattloou.v«cwaliual>! vma u, vtek-teanlo ia ♦ xrkpt».: 20793. ittoo. 9ta4*ir(tan.(#» 21 Ujt): 3MM*Oo|lf<&tfamii37M* 13. Jahrgang. Dienstag, 4 Juli 1933 Nr 154. VcNsgung der londoner Konferenz? Well Roosevelt die Wdhrungsstobillslerung abgeiebnt hat. Der Währungskrieg In vollem Gang. Wegen der beiden aufeinander- folgenden gesetzlichen Gedenktage(5. Juli: Cyrill u. Meth., 6. Julit Hus-Tag) entfällt in dieser Woche die Ausgabe der Zeitungen am Donnerstag, den6, Juli. Die Zeitungen werden Mittwoch, den 5.» und Freitag, den 7. Juli, zur üblichen Stunde erscheinen. Olc Miliz schon bewilligt? 1934 bereits die ersten Assentierungen. Wien, 8. Juli. Wie dir„Wiener Sonn« und Montagszeitung" ersährt, wird nunmehr in den allernächsten Lagen Oesterreich seitens des Völkerbundes ossizirll die Verständigung zugchen, daß eS eine Miliz halten dürfe. Im Feber des Jahres 1984 sollen zum erstenmal wieder in Oesterreich Assentierungen für die Miliz statt» finden. Nene Anschläge. Gestern nachts wurde aus die F e r n- spr c ch l ei t u.no Oberwarth-Piniaseld(Bur. geuland) ein Anschlag verübt, der nicht nur den Telephon- und Telcgraphcnvcrkchr lahm legt»,- sondern auch den-E i s e n b lingSdorf wurde» nämlich sämtliche Telephondrähte durchschnitten, darunter auch die Leitung dcü EiscnbahutclcphonS. In St. Rupprecht an der Raab wurde Sonntag srüh um 3 Uhr ans der Bundesstratze vor ciiicin Gasthausc ein Sprengkörper zur Explosion gebracht, wodurch mehrere Fensterscheiben des Gasthauses und eines gcgenübcrlic- oendcn Wohnhauses zertrümmert wurden. Ber- letzt wurde niemand.. Wattenlunde bei Nazis. Rach einer Meldung ans Feldkirch wurden während der vergangenen Nacht ans der Äc- mcindckanzlei von R ö t h i S 20 Gewehre, die für die Assistenzkörper bestimmt waren, nebst Munition geraubt. Die Munitionskiste würde später von der Gendarmerie in der Wohnung eines SS.-Scherführcrü der nationalsozialistischen Ortsgruppe wicdcrgesnnden. Der SS.- Führer wurde verhaftet. In P c u e r b a ch in Oberöstrrrcich wurden bei mehreren Nationalsozialisten Haus- d n r ch s u ch u n a e n vorgenommen, wobei viel Munition, zahlreiche AuSrüstungsgcgenstände und ein Maschinengewehr gefunden wurde. Ein zweites Maschinengewehr wurde vorher weggeschasst. Ein dortiger Kaufmann, ein Lehrer und ein Sparkassenbcamter wurden verhaftet. Oymnsslum als Sprcngstolt- depot der Hakenhreuzler. In Traiskirchen in Niederösterreich wurde heute der Professor d«S dortigen Gymnasiums, Kilian, wegen Duldung und Unterstützung der terroristischen Tätigkeit nationalsozialistischer Studenten seiner Anstalt,' von denen vier an dem kürzlichen Bombenattentat auf die elektrische Bahn Wien-Baden beteiligt waren, verhaftet. In« Verlause der Untersuchung stellte sich auch her» ans, daß der Amonit, den dir junge» Attentäter verwendeten, längere Zeit- im Gebände dcS TraiSkirchener Gymnasiums untrrge- bracht war. kln Broiinbuoi Der österreichische Sicherheitsminister wird «in„B r a u n c s Buch", hcrausgcben, welches eine Zusammenstellung des Materials über nationalsozialistische Attentate, enthalten wird. Tas Buch soll Mitte Juli erscheinen und wird neben den Berichten des SichcrheitsministcrS auch cim Reihe von Dokumenten enthalten, welche den Beweis erbringen, daß die Täter und Inspiratoren der letzten Attentate mit der reichsderitschen nationalsozialistischen Partei in Berbindung standen. London, 3. Juli. Die ablehnende Antwort des Präsidenten Roosevelt in der Frage der Wäh- rungSstabilisterung hat in- den Konferenzkreisen «ine sehr betrübt« Stimmung auSgelöst. Man erwartet, daß einige Delegationen unter diesen Umständen einen Antrag ans Vertagung der Konferenz bis zu der Zeit, solange die Stabilisierungsfraae nicht gelöst erscheint, ein- bringen werden. Da Frankreich und Holland eS ablrynten, eine solche Anregung zu geben, wird diese Initiative wahrscheinlich die Schweiz ergreifen. Die Vertreter der Goldstandardländer sind von dem Vorgehen der Bereinigten Staaten enttäuscht. LS taucht die Frag« auf, warum Amerika an der Konferenz teilnahm, wenn eS in Sachen von prinzipieller Wichtigkeit nicht zu Kompromissen bereit ist. Man rechnet damit, daß, wenn eS nicht gelingt, die Klnft zu überbrücken, die zwischen der JnflationSpolitik Roosevelts und der Entschlossenheit der Goldländer besteht, ihre eigenen Währungen gegen eine übertriebene Entwertung der Richtgoldwährungen zu schützen, di« Goldländer im Lause der kommenden Woche nicht mehr mitmachen werden, und die Konferenz ausgigeben oder vertagt werden muß. Die einzig« Hoffnung knüpft sich jetzt an Maedonald, der aus allen Kräften bestrebt ist, dahin zu wirken, daß di« Konferenz nicht scheitert. Die Arbeiten der Konferenz wurden bis zur Klärung der Lag« fast in allen ihren Abteilungen eingestellt. Die UnterkomMission, die sich mit der Handelspolitik besaßt, wurde aus Donnerstag vertagt und zahlreiche andere Kommissionen wer» den kaum vor dem Mittwoch zufammentreten. Die britische und di« amerikanische Delegation sind füreineFortsetzungder Konferenzarbeiten; in britischen Kreisen heißt eS, daß verschiedene Abkommen abgeschlossen werden könnten, die einem späteren eventuellen Abkommen über die Währungssrage untergeordnet würden. Hinsichtlich dieser Frage wird betont, daß Der italienische Vertreter, Minister Jung, ist nach London zurückgekehrt und wohnte der Konferenz der Goldstandard-Länder bei. Rach der Konferenz gaben diese Lander die erwartete Erklärung in der Frage der Aufrechterhaltung deS Goldstandards aus. In der Ueberzeugung, daß die Aufrechterhaltung der Goldstandard-Währungen für die wirtschaftliche und finanzielle Gesundung der Welt, für die Wiederherstellung des Kredites und für die Sicherung des erzielten sozialen Fortschrittes ungewöhnlich wichtig ist,»nd unter Betonung ihrer Entschlossenheit, die freie Funktion des Goldstandards in ihren Ländern bei der gegenwärtig geltenden Goldparität und im Rahmen der gegenwärtig geltenden Währungsgesetze ans. rechterhalten zu wollen, fordern die unterzeichneten Regierungen ihre Zentralbanken auf, in Nene Knmpiblättcr. In Basel und Amsterdam. Soeben hat in der schweizerischen Grenzstadt Basel vicrzchntäaig die„Oberrheinische Volkszeitung" zu erscheinen begonnen. Sie bezeichnet sich als Nachfolgerin der sozialdemokra- tischcn Tageszeitung'„Volksmacht" in Freiburg i. B., die nach fast halbhundertjährigem Leben von den Hitlcrstrolchen erdrosselt worden ist. Das neue Blatt bezeichnet als einen seiner Hauptzwecke, in Dcul sch land verbreitet zn werden. . Ist diese.Zeitung vor allem, für Baden bc- stimmt, so sind naturgemäß das Rheinland.und das Ruhrgebiet die. Verbreitungsgebiete der „Freien P r c f s c" in A m st e r d a m, die mitte Jnli als Wochenblatt hercinskoiNint. Er erscheinen somit bis jetzt an SPD-Blättern diesseits der Grenzen des Hitlerrciches die Tageszeitungen„D e n t s ch e Frech e i t" in Saarbrücken— mit bereits vielen. tausend Abonnenten und Käufern im Saargebiet, Elsaß und Luxemburg— der„91 euc B o r w ä r t s" allwöchentlich in Prag, die beiden vorerwähnten Leitungen im Westen und ein Monatsorgan in Paris. Es leben die Folgenden! Großbritannien n i e daran gedacht habe, ein« Erklärung zu unterzeichnen, die nicht auch die amerikanische Regierung unterfertigen würde. Roosevelt gegen eine..MsorlsAe und nnr Rünsllidie“ Stabilisierung. Der amerikanische Staatssekretär H u l! gab heute in einer Erklärung eine ansführ- tiche Darstellung über den Standpunkt Roosevelts. Roosevelt würde cs sür eine Kala- st r o p h c halten, die einer Welttragödic gleich käme, wenn sich die Konferenz durch ein Experiment, das nur die Währungen einiger Nationen betrifft, von ihren höheren Zielen ablenke» ließe. Es sei nicht möglich, die Welt lange in die Illusion zu wiegen, daß es notwendig sei, eine provisorische und voraussichtlich nur l u n st- l i ch e Stabilisierung der Währungskurse einiger größerer Staaten zu erzielen. Tic innere Gesundung der wirtschaftlichen Bcrhältnisic eines Staates sei ein größerer Faktor sür seinen Wohlstand als der Stand seiner Währung. Zur Erzielung einer definitiven Stabilität seien die Herabsetzung der Staatsauögabcn und die Erzielung von staatlichen Einnahmen am wichtigsten, die den Bedürsnisirn des Staates und seiner Fähigkeit, seinen 2ch uldcnv erst f l i ch t u n g c n n a ch z u k o m in e n, entsprechen. Aus diesem Grunde würden auch die altcU Fetische der sogenannten internationalen Bankiers durch das Bestreben ersetzt, solche inne r staatliche Devisen;» schaffen, dir eine dauerhafte, nicht allzusehr fluktuierende Kaufkraft hätten. Tas allgemeine Ziel sei die dauerhafte Stabilisierung der Tevisen sämtlicher Staaten. Erst bis die Mehrzahl der Staaten ein ausgeglichenes Budget haben wird, werde nian auf gesunder Grundlage über eine bessere Bertrilung der Geld- »nd Silbcrvvrräte der Welt verhandeln können. Die Wiederaufrichtung des Welthandels werde dabei ein wichtiger Bundesgenosse sein. enger Verbindung zu bleiben und so dieser Erklärung die höchste Wirksamkeit zu sichern. Die Erklärung ist von Belgien, Frankreich, Holland, Italien, Polen«nd der Schweiz unterzeichnet. England tut nicht mit. Wie„Daily Telegraph" meldet, hat Mar- donald den Vertretern der Goldstandard-Länder mitgeteilt, daß Großbritannien sich ihrer Erklärung Uber den Goldstandard ohne Amerika- Teilnahme nicht anzuschließen verniöge. ES steht eine Erklärung Großbritanniens bevor, sür dir gegenwärtig di« Zustimmung der Dominions nachgesucht wird. Vorbereitungen rum Gaskrieg? Merkwürdig« Ausbildung im Luftschutz. Berlin, 3. Juli. Im-eulschen Arbeit»- schutzniuseuni in Charloüenburg begann heute vormiltagS der erste vom Präsidium des Reichs schutzbnuües veranstaltete Lehrgang für die A n s- b! l du» g im- Lu ft sch u tz, der drei Tage dauert und dem weitere Lehrgänge folgen werde». An diesem ersten Lehrgang nahmen ungefähr 10l)0 Lehrer, hauptsächlich Chemiker und Phtchker aus Berlin und Braithenburg, aber auch auS dem übrigen Reiche teil, die'in Zukunft den Gedanken des Luftschutzes in die Bevölkerung hineintragen sollen. Eigenes Lulttahrtsamt in Thüringen Die Thüringische Regierung hat beschlosien, ein Thüringisches L u f t f a h r t S a m t ins Leben zu rufen. In diesem Luslsahrisamt sollen alle bisher bei den einzelnen' Ministerien verteilten Fragen der Luftfahrt bearbeitet werden. London, 29. Juni. An dein Tage, da der Spezialgesandte Roosevelts zur Wcltwirtschastskonferenz, Professor M o l c y, in London cingetroffen ist, bietet diese Konferenz das merkwürdigste Bild, das sich vorstellen läßt. Offiziell wird iinnier noch in zahlreichen Kommissionen— man zählt ihrer bis jetzt zwölf— über die verschiedensten weltwirtscl)astlich mehr oder weniger bedentsamen Fragen verl-andelt. Die bisherigen Ergebnisse dieser Verhandlungen sind nicht gerade übertvältigcnd, aber sie entsprechen ungefähr deni Berhandlungsbild, das nian auf solchen internationalen Konferenzen zu scheu gewohnt ist: Alle Regierungen geben platonische Erklärungen über die dringliche Notwendigkeit ab, die Handelsschranken abzubatten, die Währungen zu stabilisieren, die internationalen Schnldcnprobleme durch Vereinbarungen zwischen Gläubigern und Schuldnern zu lösen njw. Aber alle Regierungen entwerten diese Liebeserklärungen an die Welttvirtschaft durch die Einschränkungen, die sie offen oder verklausuliert für ihr eigenes Land machen. Immerhin könnte man sich vorstellen, daß trotzdem in einigen Handels■>, währungs- nnd krcditpolitischcn Nebcnfragcn Bcrcinba- rungcn zustande kommen, die mehr oder weniger allgemein anerkannt werden Und einen gewissen Nutzen bringen könnten, Oder besser gesagt, man könnte es sich vorstcllen, wenn nicht diese minder wichtigen Fragen auf der Nebenbühne der offiziellen Konserenzver- handlungcn überschattet wurden durch die ernsten Vorgänge auf der Hauptbühne, die in Wirklichkeit aufgehört hat, eine Verhandlungsstätte zu sein, sondern ein regelrechter Kriegsschauplatz geworden ist: Der Währungskrieg, den man vom Beginn der Konferenz an vergeblich durch interne Verhandlungen zu bannen versucht hatte, ist mit voller Wucht ansgcbrochen. Die Währnngsschlacht, die jetzt in vollem Gange ist, begann mit der Desavouierung d»r amerikanischen Unterhändler in London durch Roosevelt, sie wurde fortgesetzt durch die ossi- ziellc Erklärung der amerikanischen Delegation auf der Weltwirtschaftskonferenz, daß die Bereinigten Staaten die Währungsstabilisiernng vorläufig als unzeitgemäß anschcn, und ne erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt im A n- griff der W e l t s p c k u l a t i o n auf die G o l d w ä h r u n g. Dieser Angriff kam nicht überraschend. In dein Augenblick, in dem das völlige Scheitern der StabilisiernngSverhand- lungcn in London offenbar wurde und in den» die Bereinigten Staaten die Dollarentwertung in verstärktem Tempo fortsetzten— oer Dollar ist binnen wenigen Tagen nm li Prozent gegenüber deni Pfund und deni Franken gesunken—, wurde die Frage brennend, ob die Goldwährnngsländer dauernd als Inseln im Meer der Geldentwertung ihren Währungswert»'erden behaupten können. Mit lwsonde- rem Interesse verfolgten die Besitzer von Forderungen in den Goldwährnngüländcrn diese Frage und viele von ihnen begannen vorsichtshalber die Flucht aus de« Golduxihrnngslän- deru zu verstärken, die an sich schon seit einigen Monaten im Gange ist. Am stärksten wurde diese Bewegung in den Ländern gespürt, die noch bis vor'einiger Zeit das heiß begehrte Ziel der Kapitalflücht- linge aus aller Herren Länder gewesen lvaren: Holland und die Schweiz. Es zeigt sich hier wieder einmal, auf wie schwachen Füßen das so hoch gepriesene internationale Kreditgebäude der kapitalistischen Wirtschaft steht, von dessen Funktionieren die kapitalistische Welttvirtschaft abhängt. Bor zwei Jahren war dieses Gebäude durch die Kreditabzüge aus einer Ländergnippe erschüttert worden und der Kapitalstrom hatte sich in die wenigen noch sicher erscheinenden Länder ergossen. Aber Zusammenschluß der Goldländer Enge Verbindung der sechs Notenbanken. Seite 2 Dienstag, 4. Juki 1938 Nr. 154 zu bekommen. Ein Vorwand wirt» mir schon noch einfallen. Das wird der Augenblick er« geben. Vielleicht werd« ich ihm auch nicht sagen, daß ich zu heiraten beabsichtig«. Das werd« ich alles noch seh«»." ..Wenn Max eS sich nur nicht ander- über« fefli!" „DaS lasse meine Sorge sein! Jedenfalls lasse ich ihn jetzt nicht mehr aus den Augen. Ich liebe ihn uiid daS allein wird mir di« Kraft geben, ihn noch einmal zu erringen." Es läutete an der Wohnungstürc, die beiden Frauen frihren zn'annne» und sahen einander erstaunt an. „Wer kommt noch so spät?" fragt« Lo Lu, während Aiaria aufstand, um zu öffnen. Lo Lu stand horchend und unbeweglich. Sie sah gespannt auf die Türe und hielt den Atem an. Aber anstatt Maria trat Max ins Zimmer. „Max!" schrie Lo Lu. Freude und lieber- raschung trieb ihr heiße Röte in di« Wangen. „Du bist es? Jetzt? So spät?" Aber wie sie in Malens Gesicht sah, erstarb Frag« und Lächeln auf ihren Lippen. Er war bleich und sein Mund zitterte. Er schien sich mit Mühe aufrecht zu l-alten. „Ist ettva- geschehen?" fragte daS Pfädchen angsterfüllt und faßte seinen Arm. Sein« feuchten, zitternden Finger uniklammcrten ihre Hand „Seb dich. Max!" Si« schob khn zum Diwan. Er ließ sich darauf fallen und stammelte: „Lo! Ich muß dir etwas erzählen... etwas sehr Ernstes... etwas sehr Unangenehmes." Lo Lu starrte ihn an. „Etwas Schreckliches!" sagt« er heiser. lO. Der verhängnisvolle Brief. Lillia» hatte eine sehr unruhige Nacht hinter kick' schwere Träume hatten sie geplagt, erst gegen Morgen war sie in einen dumpsen, tief:» Schlaf gefallen. Plötzlich—* cs mußte noch sehr zeitlich sein; denn es war im Zimmer noch sehr dunkel— weckte sie ein heftiges Klopfen an ihrer Tür. Eh« sie sich noch zurcchtfinde» konnte, ehe sie antwortete, trat eine Gestalt bei ihr ein und^ blieb unschlüssig stehe». Sie fuhr mit einem Schrei auf: ^Wer sind Sie?" Es>var ein ihr völlig fremder Mannn mit ciem theatralischen, alten Radmantel, einer schwarzen Brill«, einem schmutzig-schwarzen Schnurrbart und einem tief in die Stirn gedrückten Hute. „Sei doch still!" sagt« eine wohlbekannte Stimme,„du verdirbst ja alles mit deiner imm- men Schreckhaftigkeit." „Borris," seufzt« Lillian erleichtert und strich sich die wirren.Haare aus dem Gesicht.„Wie kommst du denn hier herein? Wi« spät ist es denn? Wieso hat dich meine Hausfrau hier eingelassen?" „Ich sagte, ich sei der Theaterdiener und schob sie einfach beiseite. Ich sagte ihr, es handle sich um eine wichtige Umbesetzung und du habest schon uni acht Uhr eine außerordentliche Probe. Ich denke, daß sie mir sogar glaubte." Borris legte Hut, Mantel und Brille ab. „Ich bin furchtbar erschrocken, Borris, was soll diese Maskerade? Wi« viel Uhr ist eS denn?" „ES ist sieben Uhr, genau di« Stunde, die ich dir sür meinen telephonischen Anruf angegeben hatte. Du hast doch meinen Brief bekommen?" Er setzte sich an den Bcttrand.„Den Schnurrbart kann ich leider nicht abnehmen, obwohl er nicht sehr hübsch aussi Uhr vormittag eröffnete die Ausiiger Volksfinggcmcinde unter Professor Leo F r a n z' Leitung mit dem trrsflich vorgctragenen Thor„DaS heilige Feuer" die Tagung, worauf Bläser die „Internationale" intonierten. Hierauf begrüßte der Verbandsobmann Genosse Karl T s ch a p k a, dem gemeinsani mit den Gcnosien John, Huschner und Spiegel die Leitung der Konferenz oblag, Delegierte und Gäste. Unter ihnen befinden sich für die Fabrikarbeiterinternationale K. de Jonge- Amsterdam und H. I. L c c r s u m für den holländischen Fabrikarbeiterverband, S ch o f f für den Verband der Arbeiterschaft der chemischen Jndust.ic Oesterreichs, T. I. S ö d e r für den schwedischen Fabrikarbeiterverband, die Genossen Alex Olsen, Thr. Larsen und Niels Christensen für den dänischen Fabrikarbeiterverband, Halfdan I ö n s o n für die norwegische Bruderorganisation und Antonin Martine! sür den tschechischen Bruderverband. Ten Deutschen Gewerkschaftsbund vertritt Genosse Abg. Kaufmann, die Stadt Aussig Bürgernieister Genosse Pölzl, den Parteivorstand und die beiden sozialdemokratischen Klub Abg. Irene Kirpal, die KreiSverlrelung der Partei Abg. Grünzner, die Bezirksvertretung Aussig der Partei und die Kreis- gewertschastSkommisiion August M a 111, den TranS- portarbeiterverband vertreten die Genossen Dietl und S e d l a ö c k und die Eisenbahner Genosse Fritz S ch ö d e r. Genosse Tschapka stellt fest, daß wir uns, trotzdem der deutsche Fabrikarbeiterverband faseistisch wurde und heute kein deutscher Vertreter an unseren Verhandlungen trilnimmt, wir u»S nicht von de» deutschen Fabrikarbeitern loSgesagt haben, wenn wir auch keinen Wert darauf legen, mit den Kreaturen deS Herrn Ley weitere Verbindungen aufrecht zu erhalten. Mit den deutschen Fabrikarbeitern , fühlen wir uns in der Stunde ihrer tiefsten Er- neidrigung freundschaftlich und solidarisch verbunden. Gruß der Ausländer. Die Reihe der Begrüßungsansprachen der Ausländer eröffnet Genosse de I o ng c- Amsterdam, der sich mit der internationalen Lage der Fabrikarbeiter beschäftigt. Jonsön sprach namens der skandinavischen Fabrikarbeiterverbändc, Schaff- Wien unterstrich die Kampfbereitschaft der österreichischen Arbeiterschaft. Genosse Martine! bezeichnete als die wichtigste Aufgabe der deutschen wie tschechischen Fabrikarbeiter die Vertiefung und Ausgestaltung des Bündnisses, das die beiden sozial- demokratischen Parteien I» Smichov geschlossen haben. In einer längeren Ansprache würdigte Genosie Kauf in a n n die Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in der Nachkriegszeit. ES sprechen noch Abg. Kirpal für die Zcntralinstanzen der Partei, Bürgermeister Pölzl für die Stadt Ausiig und die sozialdemokratische Gcmeindefraktion und Genosie M a 111 für Eisenbahner, Transportarbeiter, die Bezirksleitung der Partei und der Gewerkschaften. Der Vorsitzende Genosse Tschapka gedenkt sodann der Toten des Verbandes und hält ihnen einen innigen Nachruf, der von der Konferenz stehend angchört tvird. Genosse Tschapka erstattet sodann über die Tätigkeit deS Berbandsvorslandes Bericht und dankt allen Vertrauensmännern, aber auch den Angestellten deS Verbandes für ihre rege Mitarbeit. Der VcrbandSkasiier Genosie H i e b s ch gibt eine ausführliche Ucbersicht über die Finanzen des Verbandes, wobei er auf die besondere Belastung durch die Arbeitslosigkeit hinweist. Mit dem Bericht der Kontrolle, den Genosse N c m c tz erstattet, werden gegen halb l Uhr mittag- die Verhandlungen unterbrochen. Am Nachmittage unterstreicht in seinem Bericht über die VcrbandSzeitung Genosse Adolf Pohl die Bedeutung der GewcrkschaftSpresse im Befreiungskämpfe der Arbeiterklasse. Den umfangreichen Bericht des Sekretariates erstattet der Zentralsekretär, Genosse JuliuS John. Der Redner weist zunächst auf die schwere wirtschaftliche Situation als Folge des MdcrsinnS kapitalistischer Produktion wie der Auswirkungen des Weltkrieges hin. Fast alle Briefe, die von den Ortsgruppen in der Zentrale einlaufen, sind Schilderungen des namenlosen Elends, unter denen die Arbeiterschaft lebt. Trotz schwerster Krise ist ein Ansteigen der Mitgliederziffer zu verzeichnen. Einen breiten Raum im Berichte deS Genossen John nehmen die Schilderungen der Leistungen deS Verbandes für die Arbeitslosen ein, wofür alle verfügbaren Mittel niobilisiert werden mußten. Eben stehen die Gewerkschaften im schweren Abwehrkampfe gegen die Verschlechterung deS Genter Systems. Auch das Vertragswesen ist ein schwieriges Kapitel geworden. Die Unternehmer versuchen, die Verhandlungen zu sabotieren, in die Länge zu ziehen, um durch das Eintreten des vertrag-losen Zustandes freie Hand zu bekommen. Nun erstattet anstelle des Genossen Macoun, der durch wichtige Berhandluugen in Prag unabkömmlich ist, Abg. Genosse Franz Kaufmann sein zweistündiges Referat über „Die wirtschaftliche und sozialpolitische Situation". Er weist zunächst auf die augenblickliche wirtschaftliche Situation hin. Früher reichten die Mittel der Gewerkschaften aus, die Arbeitslosen vor dem Verhungern zu schützen, heute sind sie an dieser Neue Wallen-Dazzla In Dnlgnrlcn. Nach der Geucralrazzia in Sofia nach verdächtigen Elementen in Derbindungmit der Beschlagnahme von nichtanaemeldcten Waffen, beabsichtigt die bulgarische Regierung eine ähnliche Aktion in allen anderen Städten, besonders dort, wo viele Mazedonier leben, zu unternehmen. So wurde von der Polizei und vom Militär die kleine Stadt Kazänlak in Südbulaaricn blockiert. In dieser Stadt wurden vor einigen Wochen zwei mißglückte Bombcnatteniate verübt. Die Blockade dauerte neun Stunden und es wurden 150 Personen verhaftet, hundert Gewehre, 22 Revolver unb zehn Bomben beschlagnahmt. Aufgabe fast verblutet und reichen nicht einmal die Mittel deS Staates hin. Die Not der Gewerkschaften wächst von Tag zu Tag. Fast wissen sie nicht mehr die Mittel zur Unterstützung ihrer arbeitslosen Mitglieder anfzutreibcn. Der Staat mußte mit Vorschüssen beispringen. Dazu kamen aber wachsende Schwierigkeiten im Finanzlcben des Staates selbst. Die mit vielen Hoffnitngen erwarteten internationalen Konferenzen haben die ersehnte Entspannung nicht gebracht. Tic erste entscheidende und wichtigste Forderung der Arbeiterklasse ist die Aufrechterhaltung deS Lohnstandards, Wiedererhöhung des Lebensstandards in Ländern mit durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit stark gesunkener Massenkauskrast und Hebung de- Lebensstandards in allen jenen Ländern, in denen er durchschnittlich verhältnismäßig rückständig ist. Der I. G. B. protestiert In seinem Memorandum an die Londoner Wcltwirt- schaftSkonfcrenz dagegen, daß sich die WirtschaflS- konferenz nicht mit der Frage der Arbeitszeitverkürzung beschäftigen will und verlangt eine internationale Konvention für die Vierzig st u n d c n w o ch e, da es klar ist, daß auch eine Periode der Prosperität die'Massen der Arbeitslosen bei Beibehaltung der Achtundvierzigstundenwoche nicht zu beschäftigen vcrinag. Schließlich wird die Schaffung eine-»nifassenden Programms öffentlicherinternationalerArbciten verlangt, der Abschluß des Z o l l f r I e d c n S gefördert. Ter Währungskrieg muß eingestellt werden. An Stelle des Produktionschaos soll eine la n m ä ß ig e Bedarfsdcckungswirt- fchaft treten: planmäßige Rohstoffwirtschaft, Pro- duktionSrcgelung und Güterverleilung, planmäßige Kapital- und Kreditpolitik. Im letzten Teile seiner Ausführungen beschäftigt sich Genosse Kaufmann mit den Verhältnissen in der Tschechoslowakei, verweist ans die wachsende Konzentration antimarxistischcr Kräfte und auf die schwierigen Verhandlungen wegen Regelung der Arbeitslosenunterstützung nach dem Genter System. Mit einem Aufrufe zu erhöhter Tatbcreitschaft, zu verstärktem Vertrauen und verstärkter Disziplin schließt daS Referat. Die Konferenz dankt dem Redner für seine trefflichen AnSsührungcn mit langanhaltendem Beifall. Tann vertagt sich der Ver» bandStag auf Montag früh. * I» der vom Vcrbandstag angenomnienen Entschließung wird über die Frage der Arbeitslosenunterstützung u. a. gesagt: „Der VerbandStag anerkennt die Notwendigkeit des Ausgleiches im Staatsbudget, kann aber unmöglich zustimmen, daß vor Heranziehung noch vorhandener anderer ErsparungSmöglichkeiten die Aermsten, das sind die Arbeitslosen, zu dieser Sanierung herangezogen werden. Die überwiegende Mehrzahl der trotz aller Opfer der Gewerkschaften nur sür die primitivsten Lebensbedürfnisse versorgte» Arbeitslosen können unmöglich«ine weitere Verschärfung ihrer Rot ertragen." 17 Die Sache mit Boms Kriminalroman von Grete Hartwig Alb Rtthlt vorbt hallt fr Maria setzte sich neben den Kamin nitd sah in die Glut. „Und ich wünsche," wiederholte Lo Lu in singendem Tonfall. „Ob das nicht eine Dummheit ist, Lotte."' „Warnm eine Dummheit? Ich werde dir etwas sagen; du wirst eS vielleicht nicht glauben, du wirst vielleicht lachen, vielleicht spotten, aber..." „Du liebst ihn!" siel die andere«in. „Ja, das wollt« ich sagen. Ich habe ihn damals vcrlasirn. weil mir ein anderer Luxus bot, aber jetzt habe ich ineine schön« Wohnung, ich habe Schmuck und Pelze'Wäsche und Schuh«, Bücher und Porzellan, habe etwas Geld auf der Bank und mein Vertrag läuft lveitcre drei Jahre. Jetzt könnte ich es mir leisten, mir Max zu nehmen, sogar, wenn er ganz arm wäre, aber— und das ist ja das Schöne— er ist nicht arm er ist reich. Ich hab« in d«n letzten Wochen l«in Leben beobachtet, diele kleine Tänzerin hat mir In arglosester Welle alles erzählt, er lebt ans großem Fuße; Blumen. Autos Souper-, das alles spielt bei ihm gar feilt« Rolle. In seinem Vorzimmer hängt ein sabels-aftcr, neuer Pelz, er muß sehr viel Geld verdienen. Mein Bcluch bei ihm siel befriedigend auS. Er liebt mich. Sei davon überzeugt, daß ich mich nicht irre. Was ihn an dieser Tänzerin reizt, ist ihr« Jugend und ihre Harmlosigkeit. Aber, wenn er zu mir zurück kann, wiegt das alles nichts mehr. Ich liebe, ihn, Maria, ich lieb« ihn. Ist daS nicht merkwürdig? Durch so viel Härte und Schmutz bin ich gegangen, durch so viel Intrigen und Gemeinheit, durch v viel Haß und Mißgunst, und trotzdem, trotzdem ist dieses reine Gefühl nicht erstorben. Nannten mich die Männer schlecht und seelenlos, verdorben und niedrig, geldgierig und dirnenhaft, so waren sie offenbar selbst daran schuld. Ihm gegenüber bin ich wahr und opferbereit. Uebrigcns — er muß mich heiraten!" Sic nahm einen Apfel vom Büfett und biß hinein. „Uird was sagst du dazu? Freust du dich nicht auf meine Hochzeit? Du wirst uns die Wirtschaft führen, er wird am Morgen ins Büro gehen, ich zur Probe, mittags sind wir dann beide zu Hause, nachmittags haben wir Gäste, abends gehen wir ins Theater oder tanze», oder ich spiel« oder cs gibt irgendwo einen guten Film. Und ivcnn dann mein Kontrakt abläuft, dann werd« ich nicht mehr um seine Erneuerung ansuchen, werde Privatisieren, Reisen machen, mich pflegen uiid dafür Sorge trageii, daß ich möglichst lange jung bleibe. Dann werde ich nur die Frau meines Mannes sein und diese Jahre der Abenteuer, der Unsicherheiten, der Einiamkeit werden hinter mir liegen. Ich glaube, ich hätte nun schon ein wenig ruhiges Glück verdient. Ich bin auch nicht mehr so jung. Wenn ich jetzt nickt bcirate. dann werde Ich nie mehr heiraten, und das will ich nicht. Alt sein und allein, nein, nein, nur das nicht!" Sie wars den Apfelrest, der unterdessen in ihrer.Hand braun geworden war, in den Kohleneimer und blieb neben Maria stehen.„Und du wirst sa auch nicht ewig leben. Ich heirate ihn." Maria seufzte.„Und der andere?" „Ich habe alles Wohl bedacht. Er wird in den nächsten Tagen kommen. Ick) habe morgen abend. Vorstellung; sollte ein Telegramm kommen so öffne es ist es dringend, so bringe es mir ins Theater. Jedenfalls werde ich mit ihn: eine entscheidend« Aussprach« haben. Da er mich nicht heiraten kann, wird er Wohl nichts dagegen haben können, wenn ein anderer mich betratet. Jeden falls hoffe ich noch eine größere Summe von ihm 91t. 154 Dienstag, 4. Juki 1983 Seile 8 u. vom auS- Osflocarno unterzeichnet. Paris, 9. Juli. In der Nacht auf heute unterzeichneten in London die Vertreter Sowjct- rußlands, Polens, Rumäniens, der Türkei, Estlands, Lettlands und Finnlands den gemeinsamen Nichtangriffspakt nach dem Text« des Gesandten Politis. ger deutsche Universität, die den Professor 8 i e r a ch mit Brühen nach Gablonz sandte, weiß cS auch. Ganz zu schweigen vom Hakcnkreuzabgcordnctcn S i ni in, der namens der„dcutschbewußtcn" Parteien in Gablonz seine Reverenz inachle... DaS genannte Blatt verzeichnet weiter, daß im F e st z u g „der Fascistengruß dominierte" und daß aus dem Zuge heraus sechs Gablonzer Jugendliche verhaftet wur- den. Warum, wird nicht gesagt. Aber nian kann sich« denken. Es haben halt wieder einmal die Verführte», statt der Verführer dran glauben müssen. Es handel! sich also beim Deutschen i. B." um eine Organisation^, deren Führer in ihre Tarnkappen lüfteten. „Bund der s a s c i st i s ch c Gablonz vr. DcfflbllzM verhaltet In Wien wurde am SomStag verschiedenen politischen Prozessen gegen die Bolkssportlcr bekannte Prager Rechtsanwalt Dr. Tembibki verhaftet. Der Grund, der auf Veranlassung der Prager Polizeidirektion erfolgten Festnahme, ist die Anzeige des Kaufmannes A in c r a n d, der Tembibki beschuldigt, eine Erpressung an ihm begangen zu habt». lieber die Vorgeschichte berichtet das„M v n- t a g s b l a t t": Der Großgrundoesitzer R o st i b- Rieneck in P l a n hotte sich vor mehreren Iah' rcn in Realitäten- und Grundstück-Transaktionen in Berlin eingelassen, die so verlustreich endeten, daß der Besitz in Plan heute mit Millionenhypotheken belastet ist. Gegen seinen Berater, den Kaufmann A m e r a n d, wurde bereits im Jahre 1939 eine Strafanzeige erstattet, worauf sich A m e r a n d zur Wiedergut m a ch n n g deS Schadens verpflichtete. Die erste Rate war setzt fäsiig, doch weigerte er sich zu zahlen. Der Wiener Rechtsanwalt des früheren Grafen Noftih, Dr. D r a x l e r, erstattete nun neuerlich gegen A^nerand die Anzeige. Gleichzeitig beschuldigte' aber auch A m e r a n d den Dr. Dem- b i tz k!, daß er ihm seinerzeit das Zugeständnis erpreßt habe. Die Prager Polizeidircktion ersuchte hierauf funkentelegraphifch die Wiener Behörde um Verhaftung deS Prager Anivalts. Dr. D e m b i tz k i wurde dem Wiener Lan der auS a. auch »le Gicldigcsdialteten! lind wie sie Ihr Hitler einsdidiit: „Der Hause der Einfältigen und Leicht, gläubigen"! In seinem Buch„Mein Kamps" teilt Hitler die Zeitungsleser in drei Gruppen ein: erstens in die, di« alles, was sie lesen, glauben; ziveitens in solche, die gar n'rhtS mehr glauben; drittens in die Köpfe, dir kritisch prüfen und urteilen. lind der Osnf fällt folgendes vernichtendes Urteil über seine Anhänger: „Die erste Gruppe ist zifsrrninößig die weitaus größte. 2le besteht aus der große» Masse deS Bolles und stellt demgemäß den geistig einfachsten Teil der Nation vor. Sie lanu aber nicht«tiva in Berufen benannt werden, sondern höchstens in allgenie neu Antelligenzgrode». Ohr gehören alle an, denen selbständiges Denken weder angeboren noch anerzogen ist, und die teils aus llnsähigkeit, teilt aut Nichtkönnen alles glauben, was man ihnen schwarz aus weiß gedruckt vorsetzl. Auch jene «orte von Faulpelzen gehört dapi, die wohl selber denken könnte, aber aus reiner Trnksaulhe't heraus danlbar alles ausgrelst, was ein anderer schon gedacht hat, in der bescheidenen Voraus- setzung, daß dieser sich schon richtig ongsstrengt haben wird. Bei allen diesen Menschen nun, die die große Masse vorslellrn, wird der Einfluß der Press« ein ganz ungeheurer sein. Sie sind nicht in der Lage oder nicht willens, das ihnen Dargebotene selber zu priisen, so daß ihre gesamte Einstellung zu allen Tagesproblemen nahezu ausschließlich auf de äußere Beeinslussung durch andere zuriickznsiihren ist.. ... Und-eSi-alb hat Hitler die Zeitungen einfach gleichgeschaltet. Sie haben jetzt auf seinen Befehl und unter der allwissenden Leitung des Propaganda-Goebbels ihren unfähigen Lesern schwor; auf tveiß gedruckt das vorzusehen, was sie zu glaube» haben. Aber hüten wir uns vor übereilten Urteilen. Die Zeit wird lehren, ob die Leser tatsächlich so dumm sind, wic sie Hitler einschätzt! Freisnradi der SthulzbUndler vom Obersten Geridit aufgehoben I W i c n, 3. Juli. Das österreichische Oberste Gericht befaßte sich am Montag mit der Nichtig« kcitobcschwcrdc der Staatsanwaltschaft gegen das reisprechende Urteil des Schwurgerichts gegen lins Mitglieder des Republikanischen Schuh* bundes, die im Vorjahre an der Schießerei teilgenommen hatten, die sich anläßlich eines Zu» ämmenstoßes mit den Nationalsozialisten beim Arbeiterheini im 11. Wiener Bezirk entwickelt halt«. Das Oberst« Gericht hob das sreisprcchcnde Urteil des Schwurgerichts auf und ordnete eine neuerliche Verhandlung an. stelle, mit dem würde ohne Rücksicht, wo er steh«, hart Verfahren werden. Diese scharfe Stellungnahme gegen diejenigen, die immer noch hofften, Hitler werde doch auch einmal sein„sozialistisches" Herz entdecken und mit den verschiedenen SozialisiernngS- programmen ernst machen, ist nmso bemerkens- werter, als Dr. Goebbels vor einigen tvcni- gen Togen erklärt hatte, daß„die Revolution erst beginnt" und die„Revolution weitergeht". Hitlers Reichenhaller Rede weist deutlich darauf hin, daß für ihn die Revolution zu Ende ist. In Zusammenhang mit dem jüngsten Ausschluß aus der Partei und mit Inhastic- rung einiger einflußreicher nationalsozialistischer Funktionäre, die eine dem Kommunismus allzunahe stehende Tendenz an den Tag legten, zeigt die Kundgebung Hitlers, daß die nationalsozialistische Parteileitung ihre erhöhte Aufmerksam- keit jetzt dem sich erhebenden Radikalismus in ihren c i g c ii c n P a r t c I r c i h c n widmet. ist ungewiß. Zur Unterstützung der LS sind einige Sturme der SA au» dem Taunus, bestehend zum großen Teil« aut bäuerlicher Bevölkerung, herbeigczogen worden. Jnngdeutscher Orden löst sich aul Berlin, 8. Juli. Da» Wolfsbüro meldet: Vom Jungdeutschen Orden wird be- kanntgegeben: Auf Grund der Verbote in den meiste» deutschen Ländern und der politischen Entwickelung der letzten Tage sind Verhandlungen zur Liquidation der Organisation„Jnngdeutscher Orden" eingeleitet worden. Da» Thüringische Innenministerium Hot den Iungdeutfchen Orden mit allen seinen Nebengliederungen aufgelöst und verboten. »er Papst einverstanden mit Z«ntrum«gleichschaltung? Pari«, 3. Juli. Der römische Berichterstatter deü Pariser„M a t i n" berichtet, daß d'» Reise de« deutschen Vizekanzler« von Popen nach der italienischen Hauptstadt de» demnächst zu erfolgenden Abschluß eines Konkordates zwischen Deutschland und dem Vatikan zur Folge hoben werde. Der Vatikan soll die Gründe für die Liquidierung der Zentrums- Partei sowie auch die Politik Adolf Hitlcr» ubcrhaupt anerkannt haben. §amstag Scssionssctiiuß? Prag, 3. Juli. Die heutige Parlaments itzung war binnen acht Minuten beendet. Da «er VcrfasfungsauSschun seine Beratungen über die Verschärfung der D i e n st p r a g m a. t i k nicht rechtzeitig beendet hatte, konnte die Vorlage int Plenum noch nicht verhandelt wer den; auch der zweite Punkt der Tagesordnung, die Ladensperre in der Slowakei, mußte zurückgcftesit werden, da die slowakischen Agrarier im Gewerbcausschuß gegen einige Be timmungen Einspruch erhoben. Es bliebe» also nur drei Immunitäten übrig, die bald erledigt wareir. Heute verlautete in den Couloirs mit ziem licher Bestimmtheit, daß das Parlanient bereits am Samstag In die Ferien gehen soll. Außer der D i e n st p r a g m a t i k soll noch das K a r- tellgeseh verabschiedet werden, das auch einige Bcstimmunge» über die Preiskontrolle ent. halten soll und morgen vovgclegt werden wird, erner ein ebenfalls ycute vom Ministcrrat ge nehmigtes Gesetz über die Liquidierung deS Ernährungsminis^eriums und daS M i n i st c r Verantwortlichkeits gesetz, das heute vom Verfassungsausschuß mit kleineren Acudcrungen genehmigt wurde. Nach dem Plenum genehmigte der Berfas« sungSausschuß die Dien ft Pragmatik mit einigen Abänderungen. Sollte cS bei diesem reduzierten Vorferien- desgericht überstellt," gegen die ehrenwörtlichc Ber- Programm bleiben, dann würden Freitag und Pflichtung, Wien nicht zu verlassen, jedoch wieder Samstag die letzten Sitzungen stättfindcn. auf freien Fuß gesetzt. DeamtciLredit“ in Hltlcraeufsdiland. Nazi« brauchen kein« Vorbildung! Berlin, 2. Juli. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht ein„Gesetz zur Aendcrung von Vorschriften auf dem Gebiete des allgemeinen Beamten-, de« BcsoldungS- und des VersorgunaS- I rechtes". Als Rcichsbcamter.darf nur berufest , iverden, wer die für seine Laufbahn vorgeschriebene oder übliche Vorbildung oder(bei Nazis!) „sonstige besondere Eignung" für das ihm zu übertragende Amt besitzt und die Gewähr dafür bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat ein tritt. Wer nicht arischer Abstammung oder mit einer Person»ichtarifchcr Abstammung verheirate« ist, darf nicht al« ReichSbeaniter berufen werden. Weibliche Personen dürfen als planinäßige ReichSbeamte auf Lebenszeit erst»ach Vollendung des 35. Lebensjahre« berufen werden. Die vorgesetzte Dienstbehörde hat die Entlassung z«t verfüge««, wenn die wirtschaftliche Versorgung deS weiblichen Beamten nach der Höhe deü Familieneinkommens dauernd gesichert erscheint. Diese Voraussetzung liegt stet« dann •, vor, wenn der Ehemann unkundbar angcslcllter s Beamter ist. Der deutsdie ZadUhausslaal. Gesangenenzrntrale Berlin. Ein bulgarischer Student, der soeben ’ Polizeipräsidium Berlin auü Preußen gewiesen und durch Zwangüandrohung außer Landes gebracht worden ist, hat uns folgende- erzählt: Wege«: sozialdemqkratisckcr Gesinnung denun. ziert, bin ich verhaftet worben, obgleich ich mich in keiner Weise politisch betätigt hatte.««« Ich würd' ins Berliner Polizeipräsidium gebracht. Dorthin werden Tag für Tag zwei- bis drei- hundert Verhaftete cingclicfert. Bei dieser uu« gehcuren Belegschasl reichen di« Betten und Matratzen natürlich langst nicht au». Viel« müssen itt den Sälen und Kellerlokal«» ans dem Fußboden schlafen. Die Verpflegung besteht ausschließlich au» einer Suppe, hergestellt durch Auflosen eines Suppenwürfels in heißein Wasser und trockeiiem Brot. Zur Vernehmung werden mir die Aller- wenigsten geführt. In jedem Saal sind einige Gefangene, die di« schauerlichen Spuren fürchterlicher Mißhandlungen tragen und deren Gesichter oft so zerschlagen sind, daß sie gar nicht mehr menschenähnlich auSseheu. Die Reichsdeutschen werden isoliert, die Ausländer mit Kriminellen zusommeiigksperrt. Vor einigen Tagen gab eS massenhaft« Einlieferungen von D«u t sch na ti o na l«», als deren^Kampfring" aufgelöst wurde— freiwillig natürlich. Aber auch Nazis sind unter den Verhaftet««, darunter sogar ein Mitglied der Reichs- loitung der Hitlerpartci. Verhaftung-fache: gegenseitige Denunziation! Täglich werden dreißig und mehr Gefangene zum Abtransport In die ver. schieden«« Konzentrationslager auSgesoiidert. Auch Daul Löbe und die andern sozialdemokratischen Führer wurden in die Massen- arreste gebracht, vermutlich wird auch ihnen daS Konzentrationslager nicht erspart bleiben. Die Stimmung der politischen Gefangenen aber ist trotz oller Brutalitäten, di« da» neue Deutschland gegen wehrlose Gefangen« verübt, ungebrochen. DI« Gcfangcnensale und Keller- arrest« sind unausgesetzt die Stätten marxistischer Bewahrung und Propaganda! Hunnen-Sitten. Das Mitglied des Derwoltungsrates de» Internationalen Arbeitsamtes in Genf, Wilhelm Leuschner, der am 23. Juni in Freiburg i. Br. verhaftet worden war, ist au« den Händen der Polizei von SS und SA übernommen und im Triumphzug durch Darmstadt geführt worden. Lcuschner befindet sich seit zwei Togen im Braunen Hau» In Darmstadt. Der ReichstagSabgeordncte Dr. Karl M irre n d o r f, der in Fraiikfurt a. M. verhaftet und am 14. Juni von SA und SS durch die Straßen Darmstadts geführt und in das LandeS- gerichtSgefängniS eingeliefcrt worden war, ist seither in daS Konzentrationslager Osthofen bei ÄormS verbracht worden. „Er mußte ins Krankenhaus geschafft werden", daü sogt die N. Z. Z. sehr zart. ÄaS hinter dies«» wenigen Worten steckt, davon kann sich jedermann mühelos ein Bild machen. «eine Schonung. In Finsterwalde, zwischen Frankfurt a. O. und KottbuS wurde der 65jährige Genosse Knoch c, Direktor deS Arbeitsamtes, verhaftet und in das berüchtigte Konzentrationslager Sonn«»bürg befördert. Knoche ist ein alter Vorkämpfer der Sozialdemokratie, Gründer unseres, jetzt erwürgten ParteiblatteS in Finsterwalde und war dort auch Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Gründe genug, um ihn den sadistischen Trieben der aufbauwilli- gcn Bestien auszuliefern! ckwUogiC cud den, J&pf gehoffte, Kathreiner veuoendm, una dog o» ist ersetzt oauk notk,(nttitwt, qiwotdea,! Cers» flllllllllllllllllllllllllllllW^ Partei* und Pressewerheerlolge Im Notstandsgebiet. Trotz nnermeßlichrm Elend i«n Erzgebirge kann die Bezirksorganifation Weipert Uber bedeutende Werbrrrfolge in ihrem Gebiet berichten. In neun Orten, so meldet der Karlsbader„Volts- Wille", wurden 243 neue Bezieher der Parteipresse gewonnen und auch für die Partei konnte eil« beträchtlicher ZMvachs an Mit- Slieber» geworben werden. So gelang e« die im uni diese« Jahre« in Preßnitz- Reisch« darf gegründete Lokalorganisotion, durch die Werbeaktio«« auf den doppelten Mitglieder st a n d zu bringen und auch die Lokaloraani- sation C h r«st o s h a m in e r meldet den gleichen Erfolg. Dieser Gewinn an Parteimitgliedern und Presseabnehmern ist umso höher zu werten, al« die Rot im Erzgebirge geradezu unfaßbare Formen angenommen hat, da die Zahl der Arbeitslosen fast größer ist al« die Zahl der noch im Erwerb stehenden Arbeiter. Diese Werbeerfolge widerlegen aber auch besser als es andere Argumente könnten, die Mär, die alle Tage in der deutschbürgerlicheu Presse über bei« Niedergang der sozialdemokratischen Bewegung zu les«n ist. Hitler bläst die„soziale Revolution“ ab Sdiarie Worte gegen den radlKalen Flügel Berlin, 3, Juli. Auf einer SA-Führrr- tagnng in Bad Rcicheuhall hielt Hitler eine dreistündige Rede, in der er u. a. erklärte, die Lösung des Ar b c i t S l o s c n p r o b l c m s, ans die heute alle Kräfte konzentriert werden müßten, sei letzten Endes für das Gelingen der deutschen Revolution ausschlaggebend. Erst nachträglich wurde auch ein Passus au« der Rede veröffentlicht, ln den« sich Hit ler zum erstenmal öffentlich gegen den radikalen Flügel seiner eigenen Bewegung ausspricht. Hitler erklärte nämlich, er werde rück sichtslos und brutal einen jeden Versuch der Reaktion oder anderer Kreise, die aus einen Umsturz der jetzige«« Ordnung hinarbeiten, un terdrücken. Gleich rücksichtslos stelle er sich jedoch gegen die Versuche uni die sogenannte zweite Revolution sdie „sozial e" Revolution) denn diese könnte ein E h a o s int' Gefolge haben. Mer sich der nationalsozialistische«« Staatsmacht entgegen- SA'Revolfc geht weiter. Frankfurt am Main, 3. Juli. Di« unter Anwendung stärksten Terror« und unter Einsatz außerordentlicher Geldmittel«lngeleiteten Bemühungen des SA-Oberführer» von Jagow, der tiefgehenden Zersetzung in der Groß-Frank- furter SA Herr zn werden, sind gescheitert: d i« sämtlichen SA-Verbände wurden gestern zum zweiten Male ausgelöst, nachdem eine Gencral-Mitglirdervrrsammiung der neuen SA sich mit den vor rund drei Wochen au» der SA und der Partei ausgeschlossenen 2300 SA-Leuten solidarisch erklärt hatte in einer Reso lution, die mit einer Mehrheit von fünf Sechstel angenommen worden war. Der anwesende Obe»- ührer von Jagow, der ohne Erfolg die Diskus- ioi« und die Abstimmung unterbinden wollte, ver ließ de«> Saal und ries die Frankfurter SS-For mationen und ein Detachement der Schutzpolizei herbei; diese trafen jedoch erst nach erfolgter Ab- stimmung ein. Die von der Polizei verfügte Räu mung de« Saale« vollzog sich ohne weiteren Zwischenfall, jedoch— bezeichnenderweise— un ter Absingnng der„Internationale" durch die rebellischen SA-Leute. Unmittelbar darauf wurde die Entwaffnung der SA verfügt. Ob die SA neu formirrt wer- den oder ob al« Parteitruppe vorerst nur die hitlertreue SS in Frankfurt bestehen bleiben soll, MiliiltiliiililitWiiiliiltllliiiiiililliillWiliiliillliiiiiitilliilliiliiliiiilliilliliilliililiiliiilitliiliiiliilliltilliiilllltlliiliiiiilliilitiiilllllilliiiliilliiliiltiiliillitlilllitilllllliilililliiliiliilliiiillilliiliillitiilllitiiiiiili Bund der Deutschen i. B.- fascistisch I Der Obmann fordert„Umstelluns“ nach dem Beispiel Deutschlands. FascistengruB— Verhaftungen. Einem Bericht befl Prager„Montagsbkatt" über die SamStag—Sonntag stattgesnndene Hauptversammlung des„Bundes der Deutschen i. B." in Gablonz entnehmen wir sol lende Stelle aus der Begrüßungsrede des Bun- »eüobmann« Pfarrer Wehrenfrnnlg: „Der Bund hatte niemals politische Aufgaben zu lösen. Er tst unabhängig von allen Parteien und verlangt nur eines, daß sie sich über kurz oder lang dem Interesse des Bolles beugen. Dl« geistig« Umstrllung im groß«» Nach barreich zeigt un« d«n Weg auch zu unserer Umstellung."' ‘ Das läßt an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig, ist eindeutig politisch, nämlich hakenkreuzlerisch-faseist isch, trotz der Phrase dieses gleichgeschalteten Pfaffen von der unpolitischen Aufgabe des Bundes. Ma«« weiß jetzt genau, mit wem man es in dic- cm B. d. D. i. B. zu tun hat— und die Pra- Seit« 4 Dienstag, 4. Juli 1983 Nr. 154 IMifcher Zahnarzt in Diiffeldork ermordet weit seinem Nazi-„Kollegen" die Konkurrenz nicht vaßte! T agesneuigkeiten Neun von den etngesch ossenen Lergarveitern gerettet. Budapest, 2. Juli.(MTJ.) Nach viertägigen angestrengten Bemühungen ist cs den Rettungsmannschaften heute früh gelungen, von den elf in dem Solymarer Bergwerk eingeschlossenen Arbeitern neun lebend zu bergen. Die durch die viertägige Entbehrung erschöpften Arbeiter wurden in ein Krankenhaus gebracht. Für die Rettung der noch eingeschlossenen zwei Bergarbeiter besteht wenig Hoffnung. Die geretteten Arbeiter erzählen dramatische Einzelheiten ihrer viertägigen unterirdischen Gefangenschaft. AlS am 28. Juni mittags die Echlammafsen in den Stollen eindrangen und die Arbeiter den Ausgang versperrt hatten, hatte einer der Bergarbeiter noch so viel Geistes- g e g e n w a r t, die acht Kameraden um sich zu sammeln und im raschen Tempo noch vor dem weiteren Eindringen der Schlammofsen an eine geschütztere Stelle zu sühren, wo sie nach Berechnung des Bergmannes von den Rettungsmannschaften leichter erreicht werden könnte» und Von wo aus sie auch der Außenwelt Klopf. Zeichen geben konnten. Dieser Bergmann, der die Kameraden um sich sammelte, ist ein junger Sportler und hat eS zu Wege gebracht, die Hoffnung seiner Kameraden auf Errettung au« dem unterirdischen Gefängnis durch v i e r T a g e hindurch aufrecht zu erhalten. Wie sich heute herauSsteNte, war seine Vermutung richtig, da die Rettungsexpeditionen die Arbeiten in der Nähe de« von ihm ausgesuchten geschützteren Platze« in Angriff genommen haben. BerkM-Katastrophen. Madrid, 3. Juli. Ter Schnellzug Madr i d—L i s so b on ist gestern in der Nähe Madrids entgleist. 30 Reisende wurden vcr- letzt, drei davon schwer. * Paris, 3. Juli. Unweit von Orest stieg bei einem Straßenübcrgang ein A u t o c a r mit einem die Strecke passierenden Eisenbahn, zug zusammen. Neunzehn im Auwrar sitzende Personen wurden verletzt, hievon einige schwer. In L Y o n stießen zw« i S t ra ße n ba h n- z n g c zusammen. Neun verwundete Personen wnrden ins Krankenhaus befördert. * Hagen(Westfalen), 2. Juli. Auf der Rem- berg-Tiraßc im Stadtteil Eppenhausen fuhr heute früh ein Lastkraftwagen ans Iserlohn, der 30 SA-Männer nach Hagen bringen sollte, mit voller Wucht einem anderen Lastkraf wagen in die Flanke. Der Iserlohner Wagen kippte zur Seite, so daß die 30 SA-Männer he rau s- geschleudert wurden. F ii n s von ihnen erlitten schwere Berletzungen. Der Chauffeur wurde in Schutzhaft genommen, ch Harburg-Wilhelmsburg, 3. Juli. Ein mit drei Personen besetztes Motorrad raste in cm Pferdefuhrwerk. Tie beiden Beifahrer des Motorrades, zwei Brüder, wurden tödlich verletzt. Sechs Menschen durch Pilzgenub gestorben. Budapest, 3. Juli.(MTJ.) In Tapolza in der Nähe des Pla tensccs erkrankten zwei Familien nach dem Genuß von selbstgejuchten Pilzen. Insgesamt wurden 16 Personen dem Krankenhaus zugcfiihrt, wovon sechs Personen bereits gestorben sind. Ter Zustand der übrigen vergifteten Personen ist besorgniserregend. Der entjührte Millionär ehemals Schuhputzer. Chicago, 3. Juli. Meldungen amerikanischer Blätter zufolge besetzte heute eine„strategische Abteilung" der Freunde des bekannten Finanziers und Abcnieurers John Factor, bekannt unter dem Namen Jack The Barber, ein hiesiges Hotel, wo sic den ganzen Tag über auf einen günstigen'Augenblick wartet«, um den versuch zu unternehmen, Factor aus den.Händen seiner Entführer zu befreien. Factor, der auf sensativnelle Art und Weise vom S I r a ß c n- 2 ch n h p u tz c r zu einem bekannten Finanzier und Millionär rmporgerückt ist, wurde vergangenen Samstag von einer Entsührerband« festgenommrn. Dieser Ueberfall ereignet« sich in einen» Einlrhrgasthaus in einer Gegend, die weit entfernt liegt von dem durch die Polizei geschützten Rayon. Wie verlautet, haben die Freunde Factors bereits 150.000 Dollar aufgctricben, un» Factor auS den.Händen der Entführer loszukausen. Prekfliegerlnnen. Wichitv(Kansas), 3. Juli. Die bekannte amerikanische Pilotin Miß Ruth Nichol! s, die als Teilnehmerin an dem Flngwcttbcwerb um den Preis B c n d i x von N« w?) o r k nach Los Angeles fliegt, landete gestern nachmittags in Wichity in Kanias. Die Fliegerin startete auf dein Flugfeld Floyd Bennetis am Sonntag in de»i frühen Morgenstunden. Sic will denTrans- ozea n«Sch nclligkcits Weltrekord für Frauen überbieten. Die amerikanische Pilotin Mr. Amelia Earhart-Putnam ist Sonntag nach Los Angeles gestartet und dort gelandet. Auch sie nimm» an den» Wettbewerb u>n den Vendix-Preis teil. Wuppertal, den 20. Juni 1033.(DG.) Ter jüdische Zahnarzt Dr. Meier hatte zusam. men mit seiner Frau, die auch Zahnärztin ist, eine Praxis in Wuppertal und eine in Düsseldorf. Ein Wuppertaler Konkurrent des Dr. Meier, der Nazi ist, ließ Dr. Meiers Praxis in Wuppertal mehrere Male überfallen, weshalb dieser seine Praxis aus Düsseldorf beschränkte und die Wuppertaler Praxis nur von feiner Fra>» auS- üben ließ. Das genügte dem nationalsozialistischen Konkurrenten noch nicht. Ci»»eS Tages frng er bei Frau Dr. Meier telephonisch an, wann ihr Manu nach Hause käme. Diese antwortete ausweichend, benachrichtigte aber unverzüglich ihren Mann in Düsseldorf. Dieser verließ sofort seine Praxis und begab sich zu einem befreundeten Zahnarzt. Kaum aber war er dort, drangen SA- Männer in die Wohnung des Freundes ein, mißhandelten Meier, fesselten ihn und ftürzten ihn die Treppe herunter. * Der getarnte Ivdenboykott Wegen der für Hitler-Deutschland katastrophalen Wirkung des offenen Judcnboykottcs mußte Hitler zurückpseifcn. Das Ausland soll glauben, daß der Jude ebenso wie jeder andere Geschäftsmann ruhig seine Geschäfte ausüben kann. TaS ist aber nicht der Fall. Ter Judcn- bohkott erfolgt jetzt in einer anderen, getarnten, nach außen nicht so sichtbaren Forin. Im Rhei- n i sch- w c st f ä l i sch e n Industriegebiet ist von nationalsozialistischen AmlSstellcn v c r- i ü g t worden, daß A n g c st r l l t c und B e- amte von Staat und Komnninen nicht bei Juden kaufen dürfen. Wer es dennoch tut, wird entlassen. Ta jeder die Entlassung ürchtet, ist das eine sehr wirksame Form des Boykotts, zumal die fcstbesoldctcn Angestellten und Beamten mit zu dem kaufkräftigsten Teil der deutschen Bevölkerung gehören. Grubenervlosion. Fünf Bergknappen durch die Stichflamme getötet. Recklinghausen, 3. Juli. Auf der Zeche „Blumenthal" ereignete sich heute nachmittags gegen 2 Uhr cm schweres Grubenunglück. Wie sich herausstellt, handelt cs sich um cme Explosion über Tage, und zwar in der K o h l r n v c r l a d u n g. Durch Stichslam- >n e n wurden vier Personen sofort getötet. Di: Leichen fiitb bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. I> weitere Personen wurden schwer verletzt, eine davon ist gestorben, so daß sich die Gesamtzahl der Toten bisher auf fünf erhöht hat. Dir Stichflanime war so stark, daß sie von der Straße aus gesehen werden konnte. Einer der Schwerverletzten lief noch, obwohl ihm die Kleider hellauf brannten, in seinem Schmerz bis aus die Straße. Durch die Explosion hatte das Dach der Kohlenwäsche Feuer gefangen, doch konnte der Brand durch die Wcrkfeuerwehr schnell gelöscht werden. Bon den schwer verletzten Arbeitern sind uns weitere gestorben, so daß sich die Zahl der Toten auf zehn erhöht. Unter den Getöteten be- inden sich sünf junge Leute im Alter von 15 Jahre». Auch bei den Verletzten handelt es sich in der Hauptsache um Arbeiter im gleichen jugendlichen Alter. Japanische Soldaten durch Sonnensttch hingemordet. Tokio, 3. Juli.(Reuter.) Im Verlaufe der auf dem Abhang des Berges Fudschi abgc- haltenen Manöver der japanischen Armee erlitt eine große Anzahl von Soldaten Sonnenstich. Sieben Soldaten sind an seinen Folgen bereits g«st o r b e n. 30 Erkrankte sind in Lebensgefahr. Ei» Soldat, der die Schmerzen nicht mehr ertragen vermochte, beging Selbstmord. ES wurden später weitere 160 Fälle von Sonnenstich gemeldet. Mastentod durch Ueberschwsmumng. Tokio, 3. Juli.(Reuter.) In den südöstlichen Teilen Koreas Ivurdcn in den letzten Tagen durch einen Wolkenbruch sowie durch die ständig niedergehenden Regengüsse überaus große Ueber- schwemmungcn verursacht. In den Gemeinden und auf den Feldern wnrden schwere Schäden verursacht. 35 Menschen kamen in den Fluten ums Leben. Sechs Personen werden noch ver- niißt, sechzehn wurden verletzt. Genosie Rudolf Pollak gestorben. In der Nacht vom 2. zum 3. Juli verstarb Gen. Rudolf Pollak, Prokurist des GEC-Berbandcs. Mit ihm ist ein rühriger Kämpfer der Arbeiterbewegung und ein guter Mensch dahingcgangcn. Er gehörte zur alten Garde der altösterrcichischcn Gewerkschaftsbewegung. Bereits als ganz lunger Angestellter setzte er sich für den politischen und gewerkschaftlichen Emanzlpationskampf- der Arbeiter- und Angestelltenschaft ein. Als der alte Zentralvercin der kaufmännischen Angestellten in Wien, die erste frcigcwcrkschastlichc Organisation der Angestellten, gegründet wurde, war auch Genosse Rudolf Pollak unter den Pionieren dieser Bewegung, der er auch unwandelbar Treue hielt. Gen. Pollak tvurdc im Jahre 1877 bei Pkibram geboren und fand seinen Lebensunterhalt in verschiedenen TexZilgeschäftcn. Im Jahre 1912 stellte ihn die Großeinkaufsgesellschaft österreichischer Konsurnvereine als Textilreiscnden für die Dani» Warfe» sie ihn auf ei»» bereit stehendes Auto, zwangen ihn durch furchtbare Mißhandlungen in» Auto zu bleiben. Das alles spielte sich auf offener Straße abmnd kein Poli- z e i o r g a n schritt ein. Schließlich fuhr das Auto ab und am andrren Tage fand man an der Remscheider Talsperre die Leiche deü Doktor Meier. Sein Körper wies die f n r ch t b a r st en Verwundungen auf. Die Bestien haben den Schwerverwundeten, aber nach Lebenden ins Wasser geworfen. Trotz der Verwundung hatte sich Meier noch ans Ufer gearbeitet, wo er dann an de» Folgen der bestialischen Mißhandlungen verstarb. Obwohl die Spur der Täter ganz klar, saßt man die Mörder nicht. Die Frau des Doktor Meier durfte er st zwei Wochen nach Ausfindung der Leiche die Todesanzeige veröffentlichen. Ihr wurde aber verboten die Todesursache in der Todesanzeige anzngeben. Vier Mensch'« spurlos verschwunden. Anfang, Juni wurde berichtet, daß in Duisburg vier Gewerkschaftsange« st e l l t e von SA verschleppt wurden und nicht wieder aufzufinden waren. ES handelt sich um die Angestellten R o s« n st o ck und Birk vom Besamtverband, um den Angestellten Schlosser vom Metallarbeiterverband und um den Angestellten Schmalhaus vom ZDA. Damals wurden ihre Mäntel und Hüte gesunden, von ihnen selbst aber fehlte jede Spur. Wie uns jetzt aus Duisburg berichtet wird, sind die damals Verschleppten bis heute weder zurückgekehrt noch aufgesunden worden.- Wir fragen die deutsche Regierung, die alle Greuelberichte abzustreiten versucht, ob sie Auskunft darüber geben kann, wo die vier Genannten geblieben sind. g»lug aus. Tie GEE-Wäfchcfabrik in Barrmgen zeugt von. seiner rührigen genossenschaftlichen Tätigkeit. In den letzten Jahren ging es ihm gesundheitlich nicht gut. Im Tezembcr vorigen Jahres rührte ihn ein Schlaganfall, von dessen Folgen er sich laiigsam zu erholen schien; sein Tod erfolgte überraschend. Genosse Pollak war bei allen, die ihn kam»!«»», als ein Mensch bekannt, der seinen Idealen treu ergeben war. Seine soziale Hilfsbereitschaft,'von der er kein Aufhebens machte, war beispielgebend.. Keiner, der ihn um Hilfe anging, ging leer von ihm weg. Er war ein sehr lebensbejahender und«atnrlie- bender Mensch. Seine Familie war ihm alles. Wenngleich Rudolf Pollak den Weg zu unserer Partei nicht zurückfand, so verpflichten uns doch seine Verdienste um de» Aufbau der freigcwerk-. schastlichen Angestclltcnbewegung und der Genos- scnschaftsbewcgung, ihm ein ehrendes Angedenken zu bewahren. Eine Festnummer der„VokkSpresse". Soeben ist eine 24 Seiten starke Nummer unseres schlesischen BrnderorganS unter dem Titel„Dreißig Jahre BolkSprcsse" erschienen, für welche eine Reihe von Genossen Beiträge geschrieben haben, so die Genossen Jokl, Taub, Czcch, Rieger-Wien, I Ellenbogen-Wien, Rudolf Müller-Wien, Senator, Polach, Abgeordneter Hecger, Abgeordneter Cho- bot, Tr. Grünbaum-Teschen, Tr. Wilhelm und j Dr. Biktor Haas-Ostrau, Krcjsky-Prag, Abgeord- ! nctcr ProkeÜ- Ostrau, Nitschmann- Neutitschein, ! Kolbe- Jägerndorf, Kutscha- Troppau, Proske, I Emma Maier- Troppau und Burkert- Jägcrn- !dors. Dem Leitaufsatz deS Genossen Jokl entnch- nicn wir, daß der Beschluß auf Gründuiig der „BolkSprcsse" im Jahre 1903 auf einem schlesischen Landcspartcitag gefaßt wurde. Die erste Nummer der„Schlesischen Bolkspressc" erschien am 5. Feber 1904. TaS Blatt war ursprünglich ein Kopfblatt des„BolkSfrcund", sein Erscheinungsort»var Jägerndorf, sein erster Redakteur Johann Zuschratter, der erste Verwalter Ernst Jordc. Seit 2. Feber 1900 erschien dir„Schlesische Bolkspressc" als selbständiges Organ, als verantwortlicher Redakteur zeichnete damals Josef Tuppy, der eigentliche Redakteur>var Genosse Dr. Rosenthal, der 1908 a»»S seiner Stellung schied. Seitdem besindet sich die Leitung des Blattes ununterbrochen in den Händen des Genossen Hans Jokl. Da« Blatt erschien ursprünglich einmal wöchentlich, seit Mai 1909 zweimal wöchentlich. 1909 bis. 1910 war in der Redaktion Genosse Rudolf Hceger tätig, seither Genosse Stefan Titz. Einen großen Fortschritt bedeutet 1913 die Errichtung einer eigenen Druckerei. Im Weltkriege hat das Blatt ilngcmci» gelitten, nach seiner Bcendignng aber einen großen Aufschwung erlebt. Bom April 1919 bis März 1920 erschien das Blatt dreimal wöchentlich, von 1920 bis 1923 als Tagblatt. Die damalige Krise machte es notwendig wieder zum dreimal wöchentlichen Erscheinen zurückzutehrcn. Seither arbeitete»» u. a. in der Redaktion die Genossen Nohel, Otto Titze, Trch und Nitschmann mit, seit Feber 1927 ist Genosse Vesely als Redakteur tätig, Jnsolge der Wirtschaftskrise der Gegenwart hat das Blatt naturgemäß auch in den letzten Jahren gelitten, in der letzten Zeit jedoch ist ein gewisser Aufschwung wahrnehmbar geworden, so daß das Blatt in seiner Festnummer stolz sägen kann„Es gehl trotz der Krise wieder vorwärts". Die Festnummer unserer„Volkspresse" ist nicht nur sehr informativ, sondern bietet ein Bild der Starke unserer Parteibewe- gung in» Ostrauer Wahlkreis. Diese Woche kein« Miniftercmpsäugc. Die Mitglieder der Regierung empfangen in dieser Woche wegen dringender Arbeiten kein« Besuche. Wien— die Hauptstadt der Arbeiterbildung. Eben erscheint der 120 Seiten umfassende Bericht der Wiener sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Er enthält eine Uebersicht über da« Wiener Arbeitcrbildungs- wese n. Die Wiener Arbciterbil- d u n g s z c n t r a l c ist zur Zeit das größte B i l d u n g S i n st i t u t der europäischen Arbeiterbewegung. Bon dieser Stelle aus wurden für Wien allein im Jahre 1932 zehntausend Vorträge vermittelt An der Spitze dieser Tätigkeit steht die Wiener Parteischule und die Wiener Gewerkschaftsschule. Die Borträge sind vielfach mit Film und Schallplatte verbunden. Die Zahl der Lichtbild-, Film- und Schmalfilmentlchnungen erweisen die Bedeutung dieses neuen ArbeitcrbildungSbchclfcS. Außer- ordentlichen Aufschwung nimmt das Wiener Arbeiterbiicherei wesen. ES steht an der Spitze deS öffentlichen BüchcreiwesenS Wiens, vielleicht der ganzen Erde. Die Zahl der Entlehnungen 1932 betrug in 68 Ausgabestellen 2,800.000 Bände, un» 300.000 Bände mehr als im Vorjahre. Es lesen 52.000 Arbeiterfamilien. Auf je 100 Parteimitglieder entfallen 12 Leser. Die Bildungszentrale der Wiener Arbeiterschaft hat im Jahre 1932 an jedem Tage 3 Lichtbildserien, 6 Führungen, 16 Filme, 27 Vorträge vermittelt. Mehr als 7000 Bände werden täglich von der Wiener Arbeiterschaft gelesen. Die Wett«rbesierm»g dürfte sich bei uns nur allmählich durchsetzen. Wahrscheinliches. Wetter heute: Tagsüber etwas wärmer, sonst wen!g verändcrt, Großfeuer durch Bomben-Exploflon. In der Ortschaft P ö t r c t« im ungarischen Komita« Zaloa brach durch die Explosion einer Bombe ein Großfcucr aus, dem in kurzer Zeit sechzehn Häuser und zahlreiche Wirtschaftsgebäude zum Opfer fiel«». Biele Personen erlitten bei den Löscharbcicn schwer« Brandwunden, denen eine Frau bald darauf erlag. Acht Feuerwehrmänner trugen erhebliche Verletzungen davon; vier von ihnen mußten mit schweren Brandwunden ins Spital überführt werden. Man vermutet, daß die Bomb« durch jemanden, der mit den vermögenden Bauern im Streit lebte, zur Explosion gebracht wurde. Fliegertod. Der bekannte amerikanische Flieger Boardman, der im Juli 1931 den Flug New York:—Stanibul absolvierte, stürzte am 1. Juli bei einem Transkontinrntalflugc ab. Montag■ ist cr scinen• Verletzungen erlegen. Was ist mit, dem BeratungSkörper für N» Selbstverwaltungsfinanzen? Vor längerer Zeit wurde ein Beirat für die Frage» der Selbstvcr- waltUngSfinanzen beim Finanzministerium ernannt, dessen Vorsitzender der agrarische Abgeordnete B e ii a k ist. ES wurden verschiedene Kommissionen eingesetzt, welche dem Plenum Bericht erstatten sollten. Bisher ist aber nicht viel geschehen. Ter Beratungsausschuß wird nicht einbernfen, obwohl die Not der Gemeinden und Bezirk« groß ist. Mit Recht verlangt daher das sonntägige„Prävo Lidu" die ungesäumt« Einberufung des Ausschusses für Selbstverwaltungsfinanzen. Neue Gruppenwasierleitung in Nordböhmen. Die in einem Zug geplante Ausführung des Eiland-Tyffaer GruPPcnlvasserwerks-Pro- jektes, daS nahezu 3V Gemeinden Nordwest- böhmenS mit Wasser versorgen sollte und das einen Anfwand, von nahezu 30 Millionen XL erfordert hätte, mußte infolge der herrschenden schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse lallen gelassen werden. Im Wege von Verhandlungen init dem ErMbiraswallerwerk(E.-G. W. Teplih- Turn) ist eine Lösung dahingehend gefunden war- den, daß unter Mitwirkung dieses Wasserwerkes das ursprüngliche große Projekt in Etappe»» aus- geführt tverden kann. Die erste Etappe, die in absehbarer Zeit, voraussichtlich im September l. I. in Angriff genommen tverden soll, sieht eine Versorgung der Gemeinden Eichwald, Zuckmantel, Tischin, Pihaukcn, Neumodlon, Mariaschein, Hundors, Krzrnusch, Kradrob, Hostomitz, Bilin, Preschen, Languaest und des staatlich?» Masaryr- schachtes bei Preschen init insgesamt 15 Sekunden- litcrn auS de»» Wasserübcrschüssen des EGW. vor. Rundfunk im Dienste der Polizei In Montreal(Kanada) wurde dieser Tage der Bau einer neuen Polizeirundfunk-Sendcftation beendet und gleichzeitig wurden 30 Polizeiautos mit kleinen E m p f ä«gern versehen, so daß diese Autostreifen ständig mit der Zentrale in Verbindung stehen. Vom Rundfunk Mittwoch: Prag: 7.00 Frühkonzert. 9.30 Schallplatte» 10.00 Violinkonzert. 12.00 Konzert oer Blaskapelle. 18.00 Deutsche Sendung: Reportage: Durch Alt- und Neu-Prag von Lcppin. 19.46 Bosnische Lieder. 20.05 Konzert.(Die dieAvöchige Arbeitersendung mutzte auf den 7. Juli verschoben werden.)— Brünn: 10.10 Klavierkonzert. 18.00 Deutsche Sendung: 19.80 Ausflugshumoreske. 20.00 Kompositionen aus chromatischer Harmonika. 21.30 Durch den Kaukasus von Dr. Holländer.— Frankfurt: 15.20 Stunde der Jugend.— Breölau: 1710 Licderstundc.— Leipzig: 20.30 Volkstümliche Musik der Vergangenheit.— Longenberg: 17,50 Frauen- stuiide.— München: 16.00 Kind««stunde. 18.25 .Konzert.— Men: 11.30 Berühmt« Künstler, Schallplatte«. 20.45 Bunte Stund«, II>tt!ItI!I!i!!>t!Ii!I!!I!!tI!tI!t!t!I!t!ItlItttIttIttiII!lI!l!!!I!ttItII»ltttIi!IttItIt!ititI!ttt!I!tl!tIi!!i!tittIitiIItiIlItIIi!IItlttlI>I!!II»tlItll!lItl!i>IIltWiltltttIlII!tttIItlI»»IlIII»!>II»Iit!IttII!>tIiiIiIIi»ItI!ItIt!I!iI»I»MliiiI Tndctenländer an. illach dem Umstürze wirkte er als Abteilungsleiter der Teytilabteilung und wurde 1920 Prokurist des GEE-Verbandes in Prag. Als solcher baute er das bis dahin bedeutungslose Tcytilgeschäft der GcnossenschaftSbewc- Sk. 154 Dienstag, 4. Juki 1933 £t\it S Was alles in einem Amtsblatt steht! DaS Amtsblatt der Hauptstadt Prag vom 3. Juli 1233. Nr. 27, enthält— man sollte eS nicht für möglich halte»—• folgende Meldung: Fräulein Borena Cibulkova, welche bet der in Chicago veranstalteten Konkurrenz um den Tirol dcü populärsten Mädchens fast neuneinhalb Millionen Stimmen und den Titel „Miß Ezechoslovakia" erhalte» hat, weil: eben in Prag und wurde am Tuen Stag, dem 27. Juni vom Primätor Dr..ft. Ba x a auf dem Mlstädter Rathaus empfangen. Fräulein Cibulkovü ehrt« bei dieser Gelegenheit das Andenken des Unbekannte» Soldaten, indem sie einen herrlichen Kranz mit Schleifen in den nationalen und den amerikanischen Farben niederlegt«. Das Fräulein schrieb sich in das Gedcnkbuch ein und der Prtmator verehrte ihr eine Blum«. Ob's»och wo in der Welt ein Anltsblatt gibt, daS Achnlicheü registrieren würde? Der Haarschopf Napoleons. Siebenjähriger Prozeß nm das Erb« einer Tierfreundin. In Bologna wurde jetzt nach siebenjähriger Dauer beim Zivilgericht«In äußerst interestanwr GerichtSstrei» abgeschlossen. Der Tierschutzverein dort führte diesen Prozeß wegen eines äußerst wertvollen HaanschopfeS Napoleons I. Dir in Bologna im Jahr« 1926 verstorben« Frau Scavini machte den Bologneser Tierschntzverein zu ihrem Universalerben. Gleichzeitig setzte sie aber auch den Tievschutzverei» in T n r i n zum Erden des In einer wertvollen Silberkasselte verschlossenen und mit einem Beglaubigungsschreiben versehenen Haarschopfes Napoleons I., und zwar unter der Bedingung ein, daß der Turiner Tierschutzvrrein sich verpflicht«, all« umher- irrenden Hund« der Stadt zu«r näh reu und gut u n t e r z u b r i n g e n. Ta der Verein dies jedoch nicht cinhielt, gelangt« der«in« Million Lire Wert besitzende Haarschopf in die Hände des Univerfalcrbens, des TierschntzvercinS In Bologna. Familienangehörige der Frau Scavini bekämpften nun di« Uebergabe an den Universalerben, namentlich als sie aus einem Bries« des Intimus der Familie Bonaparte, Pros. Pafini, aus dem Iah?« 1824 erfuhren, daß der Haarschopf von Paoline Borghese dem General Ber« t r a n d als Andenken an Napoleon überlassen wurde und äußerst lverwoll sei. DaS Gericht-, tribunal hat dem Tierschntzverein in Bologna die werwolle Kassette, die den Haarschopf Napoleons birgt, zuerkannt. Eröffnung eines neuen Pavillons der Mähr. LandeS-LebenmerfichrrungSanstalt in Tatra-Lom« nitz. In Taträ-Lomnih wurde, dieser Tage der neue Masarhk- Pavillon der Mähr. Landes- LebenSverstcheruugsanstalt in Anwesenheit'von Vertretern des Staates, des Landes, der Presse u. a. feierlich eröffnet. Die Feier wurde durch estie Rede des Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Anstalt Dr. Bäumrl cingeleitet, woraus der Zentraldirektor der Anstalt Dr. Kubiöek und der Vizepräsident des Landes Mähren-Schlesien SäLck die Bedeutung des Baues würdigten. Nachdem noch eine Reihe anderer Redner gesprochen hatte, wurde im Park des Erholungsheimes eine neue Masaryk-Büste enthüllt und dem Präsidenten der Republik ein HuldigungStelegramm gesandt. Mit einigen sportlichen Darbietungen wurde die Frier geschlossen. Zum zweiten Mal auSgebrochen. Die ame- rikanischrn Blätter teilen mit, daß der Gangster Arthur P a l u m b o. der früher der bekannten Gangsterbcknde Vincent Col angchört hat, schon zum zweiten Mal im Laufe eine« Jahres auS dem Gefängnis in Wrstchester auSgebrochen ist. Palumbo wurde vor einigen Tagen mit Rücksicht auf seinen gefährlichen Cha- rakter in einer Sondcrzelle in der Abteilung kür Einzelhäftlinge untcrgebracht. Der Wächter der Abteilung hat auSgesagt, daß Palumbo das T ü r- schloß abgesägt hat. Marktpre s, für die Verrechnung des Getreides der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft Böhmens im Juli 1983. Boni LandeSarbeilSann tu Prag wird amtlich verlautbart: Die DurchschniliSgrtreidepreise auf der Prager Prodnkienbör'e im Monate Juni 1988 betrug«« beim Weizen 188 Ke, beim Korn 87 Ks, bei der Gerste 105 Kb für 100 Kilogramm. Yin Sinne des 8 7, III./2. Absatz der„Richtlinien" sind dies« Preis« maßgebend für den Monat Juli 1988 fiir di« Verrechnung des BeriragSgelreibeS beim Abverkauf« oder Reluieren desselben zu betrachten, sofern der Marktpreis al« Grundlage dient. Scheidung«tner Star-Ehe. Ans Hollywood wird berichtet: Das Ende des„berühmten Hollywooder Romans" Mary Pickfords und Douglas FairbankS wurde Sonntag durch Miß Mary Pickford selbst bestätigt, als bekam» wurde daß ihre V'lla„Ptckfair" in Hollywood zu verkattsen lei. Maiy Pickford selbst bestätigt das Gcrüchi über die bevorstehend« Ehescheidung Ter Grund der Scheidung lieg« in einem„Nichcharmonieren der Naturen": mehr könne Mary Pickkord nicht sagen' Bei euer Segelfahrt in Cranz stürzten zwei In so is«n«ine« Kuller» über Bord und ertranken vor den Augen oer anderen Insassen, denen cs nicht aelong die Bcrunglückien zu retten Rennfahrer-Tod. Der bekannte amerikanische Rennfahrrr Skeas« K ran« erschlug»ich Samstag beini Trainieren ans einer Rennbahn in Nerv Jersey. alS kein Wagen in eine» Kurve ins Schleudern. kam und aus der Rennbahn hinausflog Auf hem Sonntagsfpaztergang... Sonntag nachmittags gingen ank der Staatsstraße Liiovel —Loötice der Häusler Beil Kvapil, fein« Ehefrau Balbo auf dem A Sine Shronik d Seit 1919 geht der Kampf um di« Ueberqueriiug des Ozeans. Bisher gelang das Wagnis neunnnd- dreißignial, fisbeimiidzwanztginal mit dem Flugzeug und siebenmal mit dem Luftschiff. Zwanzigmal flogen ein oder mehrere Flieger von Amerika nach Europa, überquerten also den Ozean in wcstöstlicher Richtung. Aber nur achtmal gelang«s, von Europa nach Amerika in ostwestlicher Richtung di« Strecke zu bewältigen. Mit den Luftschissen verhielt sich die Sache wesentlich anders. Sieben Flügen nach Europa sichen iechj Flüge von Europa gegenüber. Jetzt geschieht c? aber zum erstenmal, daß«in ganzes Geschwader, fünfundzwanzig Flugzeuge, den gefährlichen Weg von Europa nach Amerika wagen. Am 18. April 1919 stiegen In Eastchiirch Major 1. C. P. Wood und Hauptmann C. G. Wylie mit einem Zweidecker auf. Sie gelangten bis nach Irland. Einig« Wochen später, am 8. Mai, versuchten drei amerikanische Hydroplanc nach Europa zu fliegen. Nur der ein«, der bl—C 4, dessen Kommandant A. C. Read war, kam nach mehrmaligen Zwischenlandungen an sein Ziel. Er landet« in Plymouth In England. Die erste Ueberquerung des Ozeans ohne Zwischenlandung geschah am 14. Juni 1919. Zwei englisch« Piloten, Hauptmann John A l c o k und Leutnant Whittrn Brown, starteten in Neufundland und landeten nach 16 Stunden in Ciifden (Irland). Nun kam ein« vier Jahre dauernde Pans«. Allerdings wurden auch in dieser Zeit einig« Versuche nnternonimcn, diese waren aber all« vom Mißgeschick begleitet. Nr stam 18. Juni 1923 gelang«» den sranzösisthen Fliegern Assolant, Lesevre und Lotti aus Old Orchand(Amerika) bis Eomil- las(Spanien) zu fliegen. Dieser Ozeanflug dauerte 80 Stunden. Einen Monat später, am 8. Juli, landeten die amerikanischen Flieger L. A. Ba ncey und R. Q. Williams ebenfalls in Spanien, und zwar in Santander. Jni Jahre 1924 wollten vier anierikanischr Flug zeuge die Welt umfliegen. Aber nur zweien gelang der Plan. Der erste Mann, der rund um die Weit flog, hieß Lowell Schmidt. Am 20. Mai 1927 stieg dann L i n d b«r g h zu seinem geschichtlichen Flug a>uf. Er startet« aus dem R«v Aorker Flugplatz Roos«vclt Field mit den» Eindecker„Spirit of St. LouiS" und landete nach 8814 Stunden Flugdauer ohne Zwischenlandung in Paris. Das Flugzeug legt« 5850 Kilometer zurück. Lindbergh folgten Chamberlain und Lewin, die am 4. Juni starteten. Sie legten«inen Weg von 6283 Kilometern zurück. Infolge Benzin mangels mußten sie zweimal notlanden und konnten erst dann nach Berlin sisegen. Am 29. Juni desselben Jahres gelang es Hauptmann Byrd(seither schon Admiral) den Ozean zu überqueren. Er stieg in Roosevelt Field auf, fand aber nicht Pari» und mußte daher in BerS- sur-mer, In der Näh« des La Manche-KanalS landen. Einige Wochen später, am 27. August, besiegten 2. Brock und Edward Segle«, die rur»d um die Erd« flogen, den Ozean. Sie flogen von Harbour Grace bis London ichn« Zwischenlandung. Am 17 Juni 1928 überquert« di« erste Frauenpilotin den Ozcan. Di« Fahrt dauerte 2214 Stunden. Di« onrerikanische Fliegerin Amelia Earhart flog von Neufundlaiid nach SüdwaleS. Am 2t. Mai desselben Jahr«S gelang der mutigen Fliegerin abermals di« Ueberquevung des Ozeans. Am 30. Juni 1931 flogen di« amerikanischen Piloten Boardman und Po la»do ohne Zwischenlandung von New Bork nach Konstantinopel. Ter Flug dauerte 50% Stunden. Am 23. und 24. Juni 1931 flogen di« amerikanischen Flieger Post und Gatty über den Ozean Es glückte ihnen, einen naiien Rekord aufzuslellen. Sie flogen in acht Tagen 20 Stunden und 21 Minuten rund mn die Erde. Am 17. Juli desselben Jahre» stiegen die ungarischen Piloten Endrerz und Magyar in Lakehurst auf und flogen nach Budapest. Die Ueberquerung deS Ozeans dauer»« 12 Stunden 80 Minuten. Einige Wochen später, am 29. Juli, landeten die amerikanischen Flieger Pangborn und Hern» dorn in England, in der Grafschaft Pembroke. Sie stiegen in Ncw shork auf. Ter Flug dauerte 21 Stunden. und die 23jährige HäuSlerin Ludmila Sochvmelovä, sämtlich aus der Genieinde JeSov bei Litovei. Bei der Gemeinde Nasoburky fiel plötzlich ei» Schuß und dir Duchomelovä fiel mit einem Aufschrei zu Boden Nach Angabe eines Passanten sei der Schuß auS dem nahen Häuschen des Josef Äureöek gefallen. Di« Verletzte wurde In da- LandeSkrankrnhauS nach Olmütz gebracht Die Gendarnierie stellte fest, daß der Täter der 2Sjährig« Tischlergchilfe Johann Jureöek sei. Er gab die Ta» zu,»vollte aber»ich: angeben, weshalb er geschossen habe. Selbstmord. Der 51 Jahre alte Elfenmöbel- nnd Kinderwagen Fabrikant E. Hofs« in Pilsen hat sich am SaniStag in selbstmörderischer Absicht angeschossen. Er wurde In hoffnungslosem Zustande in» Krankenhaus übergcführt, wo er Sonntag verschied. Fabrikant Hoffe beging die Tat infolge eine» NervenzilisammenbrucheS. Silvester Matuschka, der in der österreichischen Strafanstalt Stein seine sechsjährige Kerkerstrase für da» Eisenbahnattentat in Anzbach abbüßt, wurde Montag mittags in der österreichisch-ungarischen Grenzstation Perg den ungarischen Behörde» zwecks Untersuchung des ElsenbahnatlentateS in Bia Torbagy am 13. September 1981, auSge- liesert Matuschka wird ungefähr zwei Wochen in Budapest verbleiben, wo Ihn österreichische Justiz, koldaten, di« ihn in Zivilkleidung nach Ungarn begleiten, bewachen werden. »ege nach Amerika, r Lzean'Flüge. Der letzt« Ozeanflng jenes Jahres war d«r von den amerikanischen Piloten Jimmy Mattern und Benn«l G r i s s i n durchgeführt« Flug am 6. Juki. Beide flogen in 11% Stunden von Neufundland nach Irland Dann kamen sie nach Berlin und wollten den Weltflug sortfetzen. Aber vor Moskau mußten sie notlanden, und ihr Apparat wurde zrr- trümmert. Im Jahr« 1932 wund« wiederum der Ozean einigemal in westöstlicher Richtung von Amerika nach Europa überquert. Divsc Leistungen fand man aber so selbswerstnädiich, daß sic gar kein« Sensation mehr erregten. Bemerkenswert Ist nur, daß am 21. Mai 1932 Amelia Earhart in direktem Fluge den Ozean von Westen nach Osten zum zweitenmal überflogen hat. Biel wichtiger, sensationeller und schwerer ist noch imnier di« Ueberquerung des Ozcans in oftwcftlicher Richtung. Bon Europa nach Amerika flogen zuerst die deutschen Piloten Köhl, H ü n«fe l d und der irische Flieger F i tz m a ii r i c e. Sie starteten mit der „Bremen" in Baldoneicl in Irland, mußten aber in der Näh« von Labrador in Greenley Island notlanden. Sie flogen in 36 Stunden 4570 Kilometer. Am 24. Juni 1930 flogen Kingsford Smith, Averwan Dyk«, I. P. Saul und John W. SI a n n a g c von Irland nach Neufundland. Am 18. August desselben Jahres überquerte Gronau mit einem Wasserflugzeug den AÄanii» 'chen Ozean. Am 1. September 1980 gelang es zwei französischen P'>loten, C o st« und B c l l o n t S, von Paris nach New?)ork zu fliegen. Sie starteten mit ihrem „Fragezeichen" am 1. September in Paris und landeten nach 86 Stunden In N«v?)ork. Am 15. September 1931 kamen di« deutschen Flieger Johannsen und R o d y, di« von Lissabon aus über den Atlantik starteten, In Amerika an. Sie mußten auf offenem Meere notlanden. Am 21. Mai 1932 startete der„I)o X" und landete nach glücklich verlaufener Amerikafahrt am 24. Mai wieder in Berkin. Im Augevst 1932 dnrchsnhric der englische M o l- l i i o n einen besonderen Rokordslug, er flog in drei Tagen von Dublin nach New?)ork und wieder zurück. Dieses Jahr ereignete sich nur ein einziger Ozeanflug von Bedeut img von Amerika nach Europa Im Mal stieg der Weltflieger Mattern in Amerika auf, nm seinen Rekord zn verbessern. Er kam bis Sibirien und ist seitdem verschollen. DaS erste Luftschiff, da» über den Ozean flog, war der englische„R 34". Er stieg am 2. Juli 1919 in East Fortune in Schottland auf. Bier Tage später lande!« er in Lang Island. Drei Tage später fuhr er nach Europa zurück. In deniselben Jahr, am 12. Oktober, flog der deutsche Zeppelin„z. R. 8" nach Amerika. Am 11. Oktober 1928 flog da» Luftschiff„Gras Zeppelin" zum«vstenmale nach Anicrika und kehrte zehn Tage später wieder zurück. Seither überquerte es den Ozean in beiden Richtungen noch einigemal. Maximilian Marschall. ♦ DK zweite Etappe durchtlo^en. Amsterdam, 2. Juli. Die ersten zehn Maschinen de» italienischen Lnstgefchwadcrs mit General Balbo an der Spitze sind heute früh kurz vor halb 8 Uhr zur zweiten Etavpe nach Lon- donderry gestartet. Unmittelbar darnach setzten sich nacheinander auch die übrigen Apparate de» Geschwaders in Bewegung. Ter deutsche Flieger von Gronau war bereit» um 6.38 Uhr gestartet und entschwand nach einer Begrüßnngsfchlcise über dem italienischen Geschwader in östlicher Richtung. Kurze Zeit später erschienen die ita-, lienischen Flugzeuge über Amsterdam, worauf sic in westlicher Richtung entschwanden. * Londondcrry(Irland), 2. Juli. Tas italienische Özcangeschwader unter Führung des Generals Balbo ist hier e i n g c t r o f f e n. Damit hat Balbo die zweite Etappe seine» Ozcauflugcs durchflogen. Ter Start des Geschwaders zur dritten Etappe ist wegen ungünstiger almo- sphärischer Verhältnisse auf morgen früh vcr- schoben worden. Ein neues Hockergrab in Wegstädtl entdeckt. Aus der Baustelle der tschechischen Schule in Wrg- städtl wurden wiederum neue, wertvolle Funde gemacht Am 1. Juli d. I. wurde ein weiteres uraltes Grab der dortigen Begräbnisstätte entdeckt. Es handelt sich um ein Grab, das aus einer viel älteren Zeit al» die übrigen bisher entdeckten Gräber stammen. In dem 1.5 Meter tiefen Grabe liegt das Skelett eines sehr stattlichen Mannes in Hockstellung. Das Gebiß ist vollständig erhalten. Beim Kops liegt ein lange» Feuerstein messer, Geschenke fand man Im Grabe nicht vor. Es ist interessant, daß In dem Grabe auch ein Teil eines Ktnderschädcls gesunden wurde. Da» Skelett des Hocker» Ist von den bisher gcsnndenen Skeletten das am besten erhaltene. Fahrpre»Nachlaß In der Schweiz. Ab 1. Juli gewähren die Schweizer TranSportanslalten auf die bei ausländischen Reisebüro» gelösten schweizerifchen Fahrschein« eine außerordentllck)« Ermäßigung von 30 Prozent, wenn die Reifenden sich»ilnScslcnS siebe» Tage in der Schweiz aushallen. Die Witwe Earnsos heiratet wieder. Blätter- meldiingen zufolge wirb sich die WiNv« nach dem berühmten Tenor Earuio mit CH A. Heide r, der früher In amerikanlfchen diplomatischen Diensten stand, vermählen. Die Hochzeit findet nächsten Mitt woch statt. Geridifssaal Der„Ober". Der Ober, der uns die Zeitungen bringt und genau weiß, wer di«„Weltbühne" liest und wem er andererseits die„Bohemia" oder„Nürodni Politika" zumuten kann, der Ober, der di« Speisen so fließend beschreibt und Hunger macht, wo keiner ist, der Ober, den wir als Stütz« des Geschäft«» ebenso kennen wie als geschäftigen Kassier, dieser selbe Ober hat kürzlich di« Gericht« beschäftigt: er hat behauptet(bester gesagt einer ans dem„Ober"-Stande), daß die hierzulande Üblichen„Ober'-Berträge unsittlich und unmoralisch seien. Da» wird viele verwundern: denn besagter Ober war gar keiner ans dem Rachilvkal, er war einer der vielen Taufenden, di« mit ihrem Arbeitgeber einen Vertrag haben, daß sie nämlich für ihre Arbeit ersten» keinen Lohn, zweiten» keine beschränkte Arbeitszeit zngosichcrt erhalt«» und drillen» von ihrer geisammslten Entlohnung, Trinkgeld genannt, monatlich«inen gewissen Betrag dem Arbeitgeber auSkxzahlen müstrn. Dies«! Vertrag sei, wie der Kläger auSsiihrt, ungültig, da er gegen die guten Sitten verstoße: denn erstens werde jxder sofort entllasten, der ihn nicht unterschreibt, zweiten» nötig« ans dies« Weife der Arbeitgeber den Arbeitnehmer, nicht etwa, nur ohne Entgelt zu arbeiten, sondern für di« Erlaubnis zur Arbeit noch zahlen zu müssen und drittens sei dieser Vertrag besonders unsittlich deshalb, weil der Wirt gar kein Risiko trägt, weil Ihm der Ober fiir di« Bezahlung der Zechen hafte und alle» bedingungslos bezahlen muß, wa» ans der Küche ins Gaftiokal kommt. Ta der Vertrag wider die guten Sitte» verstoß«, sei«r uikgültig und der Kläger verlangt« deshalb alles zurück, was er im Laufe vieler Jahr« an den Wirr abgeführt habe. Der belangte Arbeitgeber wendet« ein. daß«in Ober kehr viel Geld verdien«, kein Risiko habe und deshalb mit Recht dafür bezahlen muß. Das Arbeitsgericht war wieder einmal in ter fatale» Situation, auf Grund von Gesetzen urteilen zn müstcn, die den heutigen Verhältnissen überhaupt nicht entsprechen, da der Kläger behauptet«, daß der Vertrag den guten Titten widerspreche, wurde al» Sachverständiger der Hotelier kroubek au» Prag einvernommen: in besten Augen war natürlich dieser Vertrag sehr einwandfrei. da nach seiner Ansicht an jedem Gastgewerbe vor allem der Ober verdient: woher dann die Prachtbauten der LuxuSelablistementS bezahlt werden, ließ der Sachverständige offen. Aber die Tatsache, daß man einer,sritS da» Risiko des Verkauf» ans den Angestellten überträgt, die Entlohnung seiner Dienste dem Wohlwollen und der Gewohnheit der Gäste über-- läßt und sich dann noch dafür bezahlen läßt, daß man an ihm verdient, das ist sittlich. Wobei mau dem Sachverständigen eigentlich nicht Unrecht geben kann: denn diese Verträge entsprechen dem Wirtschaf!». und G^'«llfchaftSgebilde de» KäPstaliSmus, über den eben sein« eigenen Repräsentanten nicht ander» urteilen können, auch wenn sie Sachverständige sind. DaS ArbestSgericht hat vorläufig noch nicht entschieden... W. Lg. Einbruch in der Ruine Kokorin. Ein nette» Aaunerkleeblatt. Prag, 3 Juli. In der Burgruine K o k o k i n bei Melnik, einen» beliebten'Ausflugsort, wurde zwischen 21. und 25. November v. I., also in Ser loten Saison, da die Ruine unbcivirljchaftct ist, ein Einbruch verübt, wobei di« Beut«.allerdings geringer war als der mutwillig angcrichtetc Sachschaden. AIS nninillobbare Täler wurden ein gewisser Miroslav Fetter und sein Freund Wenzel Mo- j a k angeklagt, wegen Teilnehmung noch Joses B o r o v i 8 k a und Anton K o l i n s k y. Sämtliche Angeklagten sind den SicherheilSbc- hördcn wohl bekannt. Mojak hat 28 Borslrasen, auch Fetter ist vielfach vorbestraft: da» Verfahren gegen Ko(-in f11) wurde ausgeschiedrn und wird besonder» verhandelt werden, denn er hat auch noch andere Dinge aus dem Geivisscn. Auch die anderen sind noch verschiedener weiterer kleinerer und größerer Delikte beschuldigt, di« hier nicht weiter interessieren. Was den Einbruch auf Kokorin betrifft, so erbrachen dir Täter zunächst den sog. Wappensaal, wo sic nach W e: l g e g e n st ä n d e n, bezw. Bargeld luchten. Sic erbeutet«» allerdings nur eine— freilich beträchtliche— Anzahl von Phot o- graphicn, die Eigentum bei Besitzers der Ruine, Johann 8 p a 8 e k sind. Es handelt sich um 2900 Bilder im angeblichen Werl von 1400 Xe. Auch der Kiste! lau kam zu Schaden, denn die Einbrecher erbrachen einen Kasten niit Stocknägeln, die dieser an die Touristen verkauft und entwendeten deren eine Menge im Wert von 1856 II« Enttäujchl durch dies« geringe Beute wollten sie nun dem „Rittersaal" einen Besuch abstatten. Obwohl sie durch di« Fettster sehen konnten, daß dort nichts zu holen sei, drückten sie doch die Fen st er ein und demolierten die Türe. Deshalb kantetc die Anklage auch auf boshafte Sach»-- l ch ä d i g u n g. Der Senat Kvapil verurlcillc de» Augcklag- Ic» F e t r c r z n s c ch s M o n a l c n schweren Kerkers, nach deren Verbüßung er der Z w a n g S a r b c l t S a n st a l t übergeben werden tvird. Dem Mojak konnte zwar keine direkte Schuld an diesem Einbruch nachgcivicsen werden, doch bekam er wegen einer weiteren Anklage für eine schwere Rauferei fünf M o» nate. Di« Strafe ist durch Unterkuchungs- hast verbüßt, doch wandert dieser Angeklagte wegen neuerlicher Delikte, die inzwischen zu Tage gekommen sind, sofort wieder in eine neue Untersuchungshaft. Boroviöka erhielt wegen Teilnehmung sechs Wochen und Ko- linsky, dessen Sache ausgcschiedcn wurde, wird noch einmal vor den Richtern erscheinen. rb. Seit« 8 Dienstag, 4. Juli 1838 Nr. 154 5. An Der Film Sport• Spiel• Köroerpileae Glotz' Aufre- öer Ich im er schon Filme können empfohlen ira»s. Prag.— Druck:.Rui»'«.-» für Ü«Uung. und Buchdruck. Bro»— gür di» Druck»rroulwurlttch: Otto Hallt, tJe|ug(br&inqungen: Sei Zuftrlluno In« Hou« oder der Btzug durch»I« voll monatlich Le io.—, oirtirljährlich ich ff.-n» I für ner der ist der So be- Gott, o 5 ■ärgerlicher Sport. Im Mitropacup erlebte am Sonnlag die Prager 2 l a v i a in ihrem Rückspiel gegen A u st r i a in Wien eine unangenehme Neberrafchung: sic könnt« den Bon'pruug von zwei' Toren nicht halten und wurde glatt geschlagen! 3:0(I:0) siegten die Wiener, die nun in di« zweite Runde aussteigen und dem tschechischen Profimeister in allen Belangen überlegen waren. Slavia war ihres Verbleibs In der Konkurrenz so sicher, das; sie schon mit Juventus die Termine scstsevie!— In Mailand wurde die Meter Frerstik erzielte Getreuer(Hagibor Prag) in 7:01.5 Min. einen neuen Rekord; 50 Meter) Freistil legte Dr. Steiner(Hagibor Prag) in der neuen Zeit von 27 Sek. zurück und über 4 mol 100 Meter Freistil siegte di« Prager Hagibor-Staffel I mit 4.28 Min. Die nackte Frau. Der Titel dieses jetzt als Sommerjchreck gebotenen Franzoseusilms schreit förmlich nach dem Niveau der jahrmarktstnäßigen Stummfilms, dessen Reize an Hand entsprechender Titel vom Ausrufer dem staunenden Publikum gepriesen wurden. Heute ist mau entschieden weiter: die Schauspieler des tönenden Filin ersetzen den Ausrufer und leben sich in die Rolle des AupreisenS„sprechend" hinein. Und trotzdem wird dieser Film für all«, di« nach dem Xitel urteilen, eine Enttäuschung bieten, weil der Respekt vor der SitttichkeitSzensur ein viel zu großer ist, als das man normale SexurrlhandgreH» lichtesten von der, Leinwand herab flimmern und tönen ließ«.»Die nackte Frau", nach Henry Bataiiies Roman, wird nur von hinten entsprechend gezeigt, dafür beginnt der Liebesroman auf einem Künstlersest am Montmartre, wo es nur so von nackten Männern wimmelt. Nach Ucker Windung dieser Schwierigkeiten senden wir das Paar schon munter dem Leben zugewandt beim Morgou- knß; dieses ersreuliche Tempo der Geschehnisse wird im Film leider nicht durchgehalten, denn nachdem unser Held die goldene Medaille für seine„Nackte Frau" ut'td den Händedruck eines aktiven Ministers erhalten hat, geschieht nicht mehr viel, was uns, Filmgeschulte, verwundern oder spannen könnte. Das Mädel pust nicht in die vornehme Gesellschaft des Arrivierten, die Prinzen und Grafen rümpfen die Nase und eine sehr aktive Fürstin beginnt der. Maler zu lieben: ja, da kamt die kleine Blonde vom Montoparnasse nicht mehr mit: nach einigen effektvolle» Szenen gebt sie ihn frei. Er ist ja edel(denn eine Fürstin geruht ihn wirklich zu lieben), er will sich opfern: aber sie nimmt das gar nicht an und ihr alter, lieber Freund holt sie eigenhändig aus dem Spital zu neuem jrohem Leben. Der alte Filmschwindel von den edlen Menschen, die sich zu Tode leiden, ist hier mit modernster Technik etwas schmackhaft gemacht: denn die Erkenntnis, daß vielleicht die Gesellschaft und ihre Ordnung dieses kleine Mädel zerbrechen, wird nicht gezeigt, sie ist nicht beliebt und erwünscht. Darum bleibt man beim Individuellen. Und Regisseur Paulin bemüht sich auch, nur ja keine Meinung, keine Tendenz aufkommen zu lassen. Mit ziemlicher Fertigkeit zeigt er nette Bilder aus Paris, Renne Claires Architekt Meer so n stellte gute Bauten bei, die etwas weniger gut beleuchtet,sind und di.c blonde Florelle legt'die sentimentale Rolle»er ewig Geliebten mit so viel echter Fraulichkeit hin, daß der Film trotz seines entsetzlichen Inhalts und der"unantastbaren Verlogenheit fast erträglich wird. W. Lg. Aktualitäten bei Durian. Das Programm der lausenden Woche zeigt eine außergewöhnlich lebensechte Reportage vom New Yorker Rummelplatz Lang Island; die Fertigkeit der Reporter- des Films ist ausgezeichnet, die Bilder überzeugen vollkommen. Zwei gute Mickey-ManS-GtoleSken ergänzen das Programm, in dem uns Fox-Usa und Paramount einträchtig von der Schönheit der Wett, ihrer Gesellschaft und Armeen überzeugen wollen. Und mitten in diesem Wust von Gesellschastsereignisjen, gewonnenen Rennen und wahnsinnigen Sportgladiatoren kommt dann ein erschütterndes Bild aus China, wie nämlich unübersehbare Zehntansende von den japani- chen Kulturträgern nach Peiping fliehe»: über zerschossene Törser, über Straßen besät mit Leichen. Fürwahr! Eine große, kulturvolle Zeit! W. L. ter lalle Prag) 11.85 Meter Meter — H a ze n a-Spiele: Prag (8:1) und gegen dubitz Pardubitz 5:0(1:(>).— gegen Königgrätz 3:0 und Königgrätz gegen Pardubitz 3: Ö. t a g wurde im Arbeiterhelm ein Turnier ausgetragen, tigte: Prag gegen Pardubitz 5: l und gegen Königgrätz-1: 2, Königgrätz gegen Pardubitz 4:2;-Franen- spiel: Prag gegen Königgrätz 4:0, für Prag trug alle Spiele ein« Genossin ans. Leichtathletisches grätz. Der Dreikamps DTJ.-Leicha'.ht. len Prager mit 60..' und Königgrätz 28 Disziplinen siegten: 11.7 Se Meter: 4 Min...._ Hochsprung: Krulik(Pardubitz) und Hallt; 1.66 Me labhochipr ngcu: Barcalik, Braun und Brzickv 2.65 Meter; Kugelstoßen: Schöps(Prag) Diskuswerfen: Quadrat(Prag) 33.44-4 «reverseu: Korynta(Prag) 42.62 Meter, gegen Königgrätz 5:1 11:0, Königgrätz gegen Volleyball: Prag gegen Pardubitz 3:0, —'Am Sams-- T r! ch t e n- n t S- das folgende Ergebnisse zei- prrFisiis««: SNgttled I«»S.— Cd t tt Wldetm RI« d»« k.— BeranlNiorkltcher Rtbotteuc: Dr. Haiti Strauß, Prag~--— ■tag.—SU gtliunatuaitruinnnm murbr oon bet Poll. 0. Tklearavdtnvlrstltvu«tt. Itrtas Rr tSLootVIiaSSV dewilllzt.— t)e|ug(l>e&inqungeii: Bei Aufteilung IN« pau««bet bet Btiug durch dl« Loli monatlich ne IS.—,»tertel tzststitzn» tut di.—, gaaztitzrls lii Uch.—,-» gu|«rat, werden laut lauf«Illtglt berechn«, Btt ältttu° H i l t h-' ,11*‘***i Htteliaachlatz,— Rücklt-llung gaa Raauftrlpteu erfolgt mit btt Ktnjcnbung der netountudäa. i m ENgadi n."— im Sattel.'— U Bei» Sek.; 800 Meter Miu.; 1500 Meter: Prag) 4:03.5 Min.; Slav'a Brünn) 15:26.5 Min.; 10.000 Meter: zakek(Mor. Slavia Brünn) 32.27.8 Min.; Meter Hürden: Oaudera(Slavia Prag) 18.0 400 Meter Hürden: Tostal(Olmütz) 58L 4 mal 100 Meter: Slavia Prag 43.7 Sok. 400 Meter: Hochsprung: Weitsprung: Hofman(Sparta Prag) 6.08 Meter; Sialchtch: Mark!(Hochsch.-SpB. Prag) 3.50 Meter: Dreisprung: Markt 13.36 Meter; Diskus: B'uek (vereinslos) 12.67 Meter, 2. Douda(Slavia Prag) 42.08 Meter; Kugel: Douda 15.07 Meter; Speer: Mala(Preßbnrg) 61.27 Meter; Hammerwerfen: Dr. Pvuüa(Slavia Prag) 43.35 Meter(Rekord). Die leichtathletischen StaatSmeisterschasten für Frauen wurden am Samstag und Sonntag In Prag durchgeführt und gingen zum großen Teil ohne Zuschauer vor sich. Die-wichtigsten Ergebnisse: 100 Meter: Kraus(SK. Smichov) 12.4 Sek. lRekord); 200 Meter: Konbe-k(Hochschüler-SpB. 26.2 Sek.(Rekord); 800 Meter: Kmtbel 2:20.4 Min. (Rekord); 4 mal 1O0 Meter: DK. Smichov 58.3 Sek.(Rekord); 4 mal 200 Meter: SK. Smichov 1:54 Min.(Rekord); 80 Meter Hürden: Wagner(SK. Smichov) 16.2 Sek.; Hochsprung: Ulrich(SK. Smichov) 1.47 Meter: Meilspvnng: Kouibek 5.07 Meter; Kugel: Klokoknik(SA. Smichov) 11.03 Meter (Rekord); Speer: Pekar(Slavia Prag) 82 61 Meter; Diskus: BodiÄa(SK. Smichov) 32.25 Meter. Drei neue tschechoslowakische Schwimm-Rekorde wurden am Sonntag in B r ii n n bei einem Meeting des Bar Kochbä verbessert, lieber 500 Uraufführung einer neuen Lper von Richard Straub. Szenenbild aus„Arabella". Auf dem Tisch: Kammersänger Jerger.— Tas neueste Werk von Richard Strauß, die lyrische Komödie„Arabella", gstig in der Dresdner Oper zum erstenmal in Szene. Vienna(ohne iÄjchweidl) von A m b r o f i a n a mit 0:4(0:1) ausgeschaltet. Sonstige Fußballergebnisse. Pilsen: Viktoria gegen Hungaria Budapest 3:1(2:1), Samstag.— BudwciS: Meteor gegen DFC. 4:2(3:2).— Komot au: SK. Ralonitz gegen DM. 2:1(1:0)i — Saaz: DSV. gegen BAC. Wien 3:0(1:0).— B r ü x: Schwalbe gegen DTK. 2:0 Aussig: DFK. gegen DTK. Gckbloü) — Brün n: DSV. gegen Mor. Slavia Lideuice gegen DSV. Zwittau 3:2 K r a w a r n: DTK. gegen üechi« Karlin — Malacky: Viktoria LiLkov gegen 2:1).— 2 tockhoI m: Schweden gegen Ungarn 1:2(1:0)!— Barcelona: SK. Pili-'eu gegen FC. 1:1(0:0)!! Die tschechoslowakischen Leichtathletik-Meister schäften der Männer wurden am Samstag und Tonniag im Pardubitzer Stadion ausgetragen. Die wichtigste» Ergebnisse: 100 Meier: Hejtmk (-Slavia Prag) 10.8 Sek.; 200 Meter: Hejduk 22.5 Sek.! 400 Meter: Knäniclh(Hochjchüler«SpV. Prag) 50.2 Sek.; 800 Meter: Roüieky.(Slavia Prag) 1:58.0 !r. Drozda(Hochschüler-SpB. 5000 Meter: Kosciak(Mor. Min.; 10.000 Meter: Sie- -Slavia Brünn) 32.27.8 Min.; 110 WWW..-ek.; Tostal(Olmütz) 58L Sek.; lavia Prag 43.7 Sek.; 4 mal Slavia Prag 3:25.2 Min.(Rekord); Kratky(Slavia Prag) 1.80 Meter; Der deut sch nationale Par leise l r« lä r(erscheint verwundert in der Tür): „Was stibls, Kameraden'? Was ist los?" H11 j s p o I i; i st c n:„Schnauze, alter Weih- nachtöniaun! Hände hoch! Verhaftet! nicht so dämlich, du Schießbudenfigur." P a r I e i s c l r c t ä r(in größter gung):„Aber meine Herren, das geht doch nicht! Was soll denn unser verehrter Führer, der Herr Reichsminister Hugenberg, dazu sagen? Die nationale Revolution, meine Herren—! Harzburger Treue—. Brust an Brust—. Gleichberechtigte Bundesgenossen—. Feierliches Ehrenwort —. Ich"(ringt verzweifelt nach'Luft). H i l f s p o l i z i st e n(unter großem Gelächter):„Was ist denn das für«in Scherzartikel? Der hat wirklich alles für bare Münze genommen! Har.zbttrg? Längst eingesargt. Brust an Brust mit euch? Ihr habt wohl'n' Bogel? Gleichberechtigte Bundesgenossen? So ein Sleck- kissensäugling! Uiä> euren Hngenberg könnt ihr einmotten lassen. Reif genug dazu ist längst" Der Par te isek re t är:„Das Dank, daß wir euch reingclassen haben! handelt ihr deutsche Volksgenossen! O Gott—. Ich werde zu Hindenburg gehn und I mich beklagen." Lelchlalhletlk-Velelnskampf des Aivs Prag. Ter am Samdtag nachmittag auSgetrageite leichtathletisch: Bereinswetttampj wies eine verhältnismäßig gute Beteiligung von jetten der Turnerinnen, Turner und Sportler auf. Wenn auch die ein-! zelnen Wettkämpfe keine überragenden Leistungen brachten, so zeugte doch die Veranstaltung von einer guten Breitenarbeit aus leichtathletischem Gebiete und in dieser Hinsicht kann man vollauf zufrieden ieln. Einr,eine Wettkämpfer zeigen schölte'Anlagen, so daß bei gewissenhaftem Training Erfolge nicht ausbleiben werden. Die Staffellänje wurden zwar durchgeführt, die Zeiten blieben die Zielrichter leider schuldig. Schade darum, denn gerade bei der 4X100- 'Meler-Staffel der Männer' gab es drei Maun-chas- len, die sich einen ausgezeichneten Kampf lieferten. Das Speerwerfen stand ebenfalls unter keinem günstigen Stern, denn schon nach einigen Würfen waren die vorhandenen Speere der Härte des Bodens zum Opfer gefallen. Trotz diesen: Mißgeschick herrschte bei allen Wettkämpsern frohe Stimmung und jeder war bestrebt, sein Bestes zu zeigen. Zu bedauern ist, daß diese sonst so gut gelungene Perattsiattmtq nnse- rcr Ardeitersportler nicht die wünschenswert« Beachtung der Prager Parteigenossen und-Genvsin- n«n fand. Die Ergebnisse der Wettkäntpse: Dreikampf:-Sportler: I. Atjred Schuster 206 Punkte(60 Meter: 7.3 Sek-, Kugelstoßen: 10 Meter, Weitipniug: 5.60 Meter); 2. Walter'Nossek 103 Punkte(60 Meter: 7.5 Sek., Kugelstoßen: 0.52 Meier, Weitsprung: 5.08 Meter); 3. Ludwig Lud wik 178.38 Punkte: 4. Willi Schulze 177.56 Punkte; 5. Wenzel Weiß 167.44 Punkte.— Turne r: 1. Ernst Ulimann 160.25 Punkte; 2. Anion Sklenak 165.69; 3. Wilhelm Maliy 162.13; 4. Fritz veiler .161.25; 5. Fritz Brandl 156.75 Punkte.— Frauen: 1. Rost Seigvab 186.57 Punkte(60 Meier: 9.4 2cf., Kugelstoßen: 5.36 Meter, Hoch-prung: 1.121, Meier); 2. Helene Häutner 176.57(60 Meier: 9.9 Sek.. Kugelstoßen: 5.36 Meier, Hochsprung: 1.1214 Meter); Die H i I f s p o I i z i stc tt:„®er Olle sehläst, den kannst du jetzt nicht stören. Komm' lieber ein bißchen mit uns. Immer nur Marxisten ist ja aus die Tauer langweilig. Wollen doch mal sehn, wie so ein Deutschnationaler konzentriert aussieht—." 23. August 1933? Konzentrationslager Oranienburg. Herr v. Winterseidl, v. Bismarck und Hauptmann Schmidt- Hannover in der Konzentrationsmontur. Hilfspolizisten. Di e nst s üh r e n de r Hilfspolizist: „Ra, dalli, dalli, Zungens! Zwei Kilo Unkraut in der Stunde, sonst werden wir einmal eine Stunde Strasexerzieren mache»! Schmidt! Widersprich' nicht! Hier wird nicht widersprochen! Maul halten und arbeiten, verstanden!" v. Bismarck:„Zu Befehl! Darf ich mal austreten?" Hilfspolizist:„Drucken, was? Eine Aiertelstunde herausschinden? Könnte euch Hstn- melhunden so Passen! Nichts da! Das hat alles Zeit' bis zur Mittagspause. Abtreten! Und das mit einem kräftigen:-Heil Hitler!" Die konzentrierten H u g e n b e r. g ianer:„-Heil Hitler, Herr Aufseher!" I Ino. 8. Rilschi Brockt 173.44; 1. Helli Wolf 155.23 tonie Tömel 154.34 Punkte. Etnzelkämpfe. Hochsprung: la. Ludwik und tb. Kurt Rausch je 1.45 Meier; 2. Walter Nossck 1.40 Meter; 3a. Sklenak und 3b. Rosenbaum je 1.35 Meter.— 80 0 Meier: 1. Kurl Rau-iib 9 Min.; 2. reich 2:30 Min.— Di fier 27 25 Meter; 2 lenhait 25.30 Meter je n(Frauen): 1. 2. Hclli Wolf 22.72 Bieter; 8. Mizzl Weiß Meter. (2:0).— 3:2(8:1). 4:4(1:1), (2:0).— 3: 2(1: 2)! RSK. 4:2 Filme In Prager umisplelhansern bis einschließlich 6. Juli. Wran-Urania:„Der unsterbliche Lump." Gustav Fröhlich.— Adria:„Die Patrouille."— Alfa:„D i e D a m e vom Maxi m."— Beränek: „Seine Majestät, der Reisende." F. Schulz.— Fsnix:„Der Held der Arena."— Flora:'„Der Schuß im Dlorgengraueu."— Gaumont:„Tas Lied ist aus."— Hollywood:„Die Gräfin von Monte Christo"— Hvözda:„Harold— Schuhe— Wolkenkratzer."— Julis:„Wenn die Soldaten marschieren."— Koruna:„Menschen hinter Gittern."— Kotva:„Die nackte Fra u."— Lurerna:„Die nackte Fra n."— Metro:„Studenten-Hotel."— Passage: „Anion äpelee— der Scharfschütze."— Praha: „PhautomaS."— Radio:„Das Lied der Nach t."— Staut:„Der geheimnisvolle Häger.' — Svötozor:„Gloria."— Alma:„Das letzte Lied." — Avion:„Der Draufgänger."— Bajkal:„Süd- Expreß."— Kapitol:„Der Wolfsmann.'— Konvikt:„Ter Hexer."— Lido:„Der geheimnisvolle Jäger."— Louvre:„Der geheimnisvolle Jäger."— Maceska:„Gttta entdeckt ihr Herz."— Roxy:„Seampo! o."— Salbet:„Ter Schuß Im Morgengrauen."— Belvedere:„Acht Mädel im B o o I."— Befeda:„Zwei.Herzen und ein Schlag/ - Carlton:„Wenn die Liebe Mode macht/ Illusion:„Abenteuer SPort-Smichov:„Kavaliere vodu:„Faschingsfee." PRAGER ZEITUNG. - 800 Meter: 1. Kurt Rausch 2:24 Iwan Charvai 2:28; 3. Helmut Leiter- ■ Diskuswerfen: 1. Schn» Ludwik 25.35 Meter; 3 Wol- — S ch I a g b a I(tu e i t io c r- ■'jxleite Häuiner 29.05 Meter: 21.08 Die Postsparkasse in Prag amtiert nicht am 5. und 6. Juli. Eine Habermann-Straße in Prag. Ter gestrigen Sitzung der Prager Stadlvertretung lag ein Antrag des Stadtrates aus Um- und Neu- tienennung einer ganzen Reihe von Prager Straßen(im ganzen 52) vor. Ter Antrag wurde ohne Debatte genehmigt. Darunter befindet sich unter anderem der Antrag, daß die Rohauskü ul. in Prag VII-. nunmehr Habermanova heißen wird, zu Ehren des verstorbenen Führers der j tschechoslowakischen Sozialdemokratie Gustav Haberman.— Bon weiteren Umbenennungen heben wir hervor: die Bezeichnung des Platzes der nationalen Borteidigung in Tcjwitz als T ü r i chv v o n» m. zur Ehrung des verstorbenen Führers des masarhkscindlichen Flügels der tschechoslowakischen AnslandSrevolntion Dürich, der mit dem russischen Monarchismus kokettiert hat. T ü r i ck war der Schwiegervater des l i g i st i s ch e n Stadtrates H o r k h. Tie Letohradskä ul. in K.. Weinberge wird nach dem Dichter und nationaldemokratischen Senator^ Piktor T y k benannt. Tie Gasse zwischen dem Stadlpark und der Ostfront der Häuser zwischen dem Wenzelsplab und der Rosengasse wird Äashing- tongasfe heißen. Der«onderaosslugszug nach Miinchengrätz, der den 5. Juli angesetzt war, wurde wegen zu ktti- Beletli.,uug abgesagt. Dte Angaben werden an Kassa Nr. 13 am Masarhkbahnhos zunickerstattet. Ein« Bädererkurlion nach Luhakoviee. Tren- kanfkh Teplice und Pielitany wird von der Staats dahndirekticn in Prag in den Tagen vom 6. bis 20. August veranstaltet. Mit dieser Exkursion sind verbunden: die Kur, Bäder usw. Anmeldungen und Informationen beim Schalter Nr. 13 des Masarykbahnhos s. vle Niuidurser. 30. Jänner 1933. Fackelzug der„nationalen Verbände und Parteien". SA., SS.,„Stahlhelm" und Iung- deutschuationale in einer Front. Hiller, Hilgen berg.-Selüle und v. Popen nehmen den Vorbeimarsch ihrer verbrüderten Verbände ab. Hitler:„Bei Wotans Donnerkeil, dieser heilige Bund ist für alle Ewigkest besiegelt!"(Er- greift HugenbergS Hand.) Hilgenberg:„Heil dir, wackerer Kamerad! Nur der Tod soll uns trennen." v. Pa Pen:„Tie Treue ist das Mark Ehre!" Sei die:„Ein Ende der Zwietracht! reihe mich begeistert ein!" Die Unlerojass(bisher diskret Hintergrund, murmeln):„Eingeseift sind sie nun! Wann werden wir sie rasieren können?" 21. Juni 1933. Haussuchung bei der Reichsparleileitung der Deutschnalionalen Volkspartei. Kriminalbeamte, Schutzpolizisten, SA.-Hstfspolizei. H i l s S P o I i z i st e il(donnern mit dein Gewehrkolben gegen die Tur):„Ausmachen!" porlseft der DT0. in König- am Sonntag ausgetragene Städte- Königgrätz—Parvud.y—Prag der endete mit dem Siege der Pmetten vor Pardubitz mit 37 > Punkten. In den einzelnen 100 Meter: Skala(Pardubitz) Meter: Hallt)(Prag) 25 Sek.; 400 ek.; 800 Meter: Jokek(Prag) 1500 Meter: Porentick(Pardubitz) 3000 Meter: Smetana(Prag) 9:55 Li'tingr(Prag) 6.08 Meter; * Die gesperrt gedruckten werden. !1.; 200 kala 54 10 Min.; 34 Min.; Weitsprung: